DER THEOLOGE
Nr. 16


Die Päpste Johannes Paul II.,
 Benedikt XVI. und das
 Papsttum im Vatikan

Hintergründe zur Bedeutung des Stuhles Petri im Weltgeschehen 

"Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen Einsetzung die Pflicht, auf das gewissenhafteste das Gut des göttlichen Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern." (Aus: Josef Neuner, Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung (offizielles Lehrbuch der bis heute gültigen Glaubenssätze der römisch-katholischen Kirche), 13. Auflage, Regensburg 1992, Glaubenssatz Nr. 382)

Der Großinquisitor spricht zu Christus: "Wir haben deine Tat verbessert, und sie auf das Wunder, auf das Geheimnis und auf die Autorität gegründet. Und die Menschen freuten sich, dass sie wieder wie eine Herde geleitet wurden ... Warum bist du denn jetzt gekommen, uns zu stören? ... Wir sind schon seit langer Zeit nicht mehr mit dir im Bunde, sondern mit ihm, schon acht Jahrhunderte lang. Acht Jahrhunderte ist es her, dass wir von ihm das annahmen, was du unwillig zurückwiesest, jene letzte Gabe, die er dir anbot, indem er dir alle Reiche der Erde zeigte: Wir haben von ihm Rom empfangen und das Schwert des Kaisers und haben uns selbst als die Herren der Erde, als ihre einzigen Herren erklärt." (Aus: Fjodor M. Dostojewski (1821-1881), Der Großinquisitor in: Brüder Karamasov)

"Als [Papst] Paul IV. am 18. August 1559 starb, feierte dies das römische Volk wie ein Volksfest. Der Palast der Inquisition wurde eingeäschert, die Gefangenen befreit, die Marmorstatue des Papstes auf dem Kapitol zerstört. Den mit der Tiara geschmückten Kopf wälzten übermütige Knaben durch die Straßen und warfen ihn in den Tiber."
(Aus: Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern, 16.8.2009, Nr. 33)

 

Der Theologe Nr. 16 ist eine Zusammenstellung der Meldungen zum Thema "Papst und Vatikan" aus Der Theologe aktuell, ergänzt um weitere Nachrichten. Zudem wurden jeweils Aktualisierungen vorgenommen oder neue Fakten ergänzt, z. B. in dem Abschnitt Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikts XV. fort? oder bei: Mit welchen Mitteln die Vatikanbank und die Banco Ambrosiano den Umsturz in Polen ermöglichten? Am Schluss der Zusammenstellung werden immer wieder neue Meldungen ergänzt, zuletzt am 18.3.2009.


Lesen Sie auch:

 Offener Brief der Freien Christen:
Das Schuldbekenntnis des Papstes im Jahr 2000 - eine ungültige Beichte?


Der Papst ab 2009 im Internet auf Youtube:
Kommentare zu aktuellen Video-Clips aus dem Vatikan

Die Angst geht um im Vatikan: Bewaffnete Einheiten schützen den Papst

sowie im Anhang an diese Ausgabe von Der Theologe:
Die "heilig" gesprochenen Päpste / Die "selig" gesprochenen Päpste /
 Weitere "Heilige" und "Selige"

 


Inhalt (chronologisch geordnet; bitte anklicken):

2005
Osterfeiern: Katholisches Schauspiel mit todkrankem Papst

Nachruf: Sterbender Papst - Irreführung bis zum letzten Atemzug

Gebet für den Papst oder Anbetung des Papstes?

Was der Papst nicht sehen durfte: Erinnerungen an das Kirchenoberhaupt in Mainz im Jahr 1980

Jenseits: Papst unter Seinesgleichen. Er muss sich umstellen

Von Präsident George W. Bush bis Islamischer Dschihad: Alle huldigen dem Papst

Rückblick auf sein Leben: Hatte Papst Johannes Paul II. als Bischof eine Geliebte?

Ermordung des Bankiers Roberto Calvi: Welche Schuld hat der Papst?
     
Mit welchen Mitteln der Vatikan den Umsturz in Polen ermöglichte?

Die Unterstützung des Vatikan für die Militärjunta in Argentinien (1976-1983)

Ehrentitel für den Papst: "666-Prophezeiung in der Bibel"

Konservierung des Fleisches für die Auferstehung?

Demokratien einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhles / Katholischer Glaube und Diktatur

Die ruhmvoll hervorragenden unsterblichen Päpste

Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikt XV. fort?

Hintergründige Gemeinsamkeiten zwischen Katholizismus und Nationalsozialismus

"Unsere" Benedikts

Die Achse Washington - Vatikan

Papst-Golf und Papst-Ford: Entgleitet dem Vatikan der Handel mit modernen Reliquien?

Papst Benedikt XVI. und die Wiederbelebung des Exorzismus

Wann unterwerfen sich die evangelischen Bischöfe dem Papst?

Führt die Kommunität von Taizé die evangelischen Jugendlichen dem Papst zu?


Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg: Ökumene soll aus Protestanten Katholiken machen

"Sparen Sie sich die Kirche": Kirchenkritische Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln

Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für viele die Erfüllung der religiöser Sehnsucht

Papst im Sinkflug über den Alpen: Nach dem Segen kam die Flut

Clemens August Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers

Katholischer Professor: "Verheißungen des damaligen Papstes gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens."

Naturkatastrophen, "neue Weltordnung" und mögliche Folgen des "Urbi et Orbi"


2006
Trotz Urbi et Orbi: Das Sündenfass quillt über

Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten / Milliardengeschenke für die Kirche / Papstbesuch kostet Millionen

Papst ruft andere zum Kampf gegen Hunger auf. Vom eigenen Milliardenvermögen wird kein Cent gegeben

Soll Europa katholisch werden? Regierungschefs unterzeichneten Verfassung vor zwei Papst-Statuen

Katholikinnen wollten während der Papstmesse auf dem Islinger Feld gebären. Papstkult in vielen Varianten

Höchste Sicherheitsstufe - Kosten für Papstbesuch astronomisch - Polizei konfiszierte Fahrräder

Tod einer Studentin und Lüge des Bischofs - Was wusste Joseph Ratzinger?

Keine öffentliche Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Vorgeschmack auf eine Polizeistaat?

Papstbesuch - Test für Gleichschaltung von Medien?

Gammelfleisch für die Pilger?

Erster erstarrter Politiker bewegt sich: GRÜNEN-Chefin Claudia Roth traut sich

Monologe eines liebenswerten Seniors - und viele werden verschaukelt

Größtes Ereignis der deutschen Fernsehgeschichte und zeitgleich: ARD verlangt mehr Gebühren

Sturm der Entrüstung in der islamischen Welt über Benedikt XVI.

Papst verweigert Evangelischen die Bezeichnung "Kirche"

Katholische Kirche verlangt Unterwerfung aller Menschen unter den Papst zur Erlangung des Heils

George W. Bush und Benedikt XVI. - Ökumenische politische Doppelstrategie?
 

2007
Opus Dei - einflussreicher Motor in der katholischen Kirche. Tugend durch Abtötung?

Brasilien: Lutherischer Beauftragter Behnk hilft dem Papst / "Papierkugel-Priester" Frei Galvao heilig gesprochen

Kardinal Karl Lehmann möchte katholische Messe in Saudi-Arabien lesen - praktische Schritte dorthin

US-Präsident Bush - im Dienst der katholischen Interessen auf dem Balkan?

Heutiger Papst im Jahr 2003: Harry Potter "zersetzt" "Christentum in der Seele" der Kinder

Papstbesuch in Österreich - Informationen für die Bevölkerung


Papst in Österreich: Der symbolische und der reale Niedergang des Papsttums

 

2008
Karfreitag: Kirche lässt indirekt beten, dass Juden Katholiken werden

Medien-Inszenierung - Taufe in der Osternacht: Papst macht prominenten Muslim zum Kirchenmitglied


Vatikanischer Totenkult - Leiche von Papst Johannes Paul II. soll mit Wachsmaske in Glassarg

Bat George W. Bush den Papst um Segen für einen Iran-Krieg?

5.000 pädophile Priester in den USA - Papst "schämt" sich

Wird US-Präsident George W. Bush römisch-katholisch?

Die Angst geht um im Vatikan: Verstärkte Bewaffnung

10.000 sterbende Kinder pochen jeden Tag an die schweren Tore des Vatikan


2009
Bischofseinsetzung: Papst ignoriert einmal mehr alle Vorschläge der Betroffenen

Piusbruderschaft: Juden können sich durch katholische Taufe von historischer Schuld befreien
     Wieder in Kirche integrierte Piusbruder-Bischöfe lehnen offenbar auch Religionsfreiheit ab

Zweierlei Maß - Die "Entschuldigung" von Pius-Bruder Williamson und die Entschuldigungen der Päpste

Anzahl der "Seligen" und "Heiligen" bereits über 7.000: Jetzt zehn neue "Heilige"


Pius-Bruderschaft: "Unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" durch deutsche Bischöfe

Papst in Afrika: Kondome "verschlimmern" AIDS-Problem

Kommen die Scheiterhaufen wieder?
     Vatikanische Aussagen zur Religionsfreiheit haben nicht "höchsten lehramtlichen Stellenwert"


La Santa Alianza - der Geheimdienst des Papstes

Die Päpstin

"Die dunklen Geheimnisse des Vatikan"


Korruption, Mafia, Geldwäsche - Vatikan außer Rand und Band

2010

Papst Johannes Paul II. peitschte sich mit seinem Hosengürtel

Kirche ließt urchristliche Katharer ausrotten. Papst spricht jetzt von der "Liebe" ihrer Mörder

 


2005

27.3.2005 - Osterfeiern: Katholisches Schauspiel mit todkrankem Papst - Schon im Vollbesitz seiner körperlichen Kräfte galt Johannes Paul II. als einer der "Großen" unter den Päpsten. Sein derzeit weltweit in den Medien sichtbares Leiden treibt sein Ansehen in noch größere Höhen. Vielen scheint Mitleid mit dem Mann das Gebot der Stunde. Andere entlarven gerade jetzt das Schauspiel der katholischen Kirche als eine Verhöhnung von Christus. So erklärte der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Hubertus Mynarek im Rahmen einer Veranstaltung in Ingolstadt am 21.2.2005: "Der Papst will ja nicht abtreten. Schauen Sie, er ist so krank, er wirkt manchmal nur noch wie eine Mumie, mit Spritzen aufrechterhalten. Aber die Macht will er nicht abgeben, und deswegen sagt er die wirklich gotteslästerlichen Worte: ´Jesus ist auch nicht vom Kreuz gestiegen`. Nun, Jesus konnte nicht. Er war angenagelt.  E r  aber, der Papst, kann. Er will aber nicht. Das ist der große Unterschied."
Mit anderen Worten: Jesus war nicht schwerkrank wie der Papst heute. Jesus litt, weil er von den Menschen gequält wurde, und sein Leiden wurde ihm von den damaligen Priestern und religiösen Obrigkeiten und der römischen Besatzungsmacht zugefügt. Johannes Paul II. jedoch wird heute weltweit verehrt und fast vergöttert, und alle Priester liegen ihm zu Füßen. Doch auch vieles andere, was beide Personen charakterisiert, lässt sich nicht vergleichen. Jesus wollte z. B. keine Kirchen aus Stein, und er lehrte die Gottes- und Nächstenliebe und keine Heilsnotwendigkeit von Sakramenten. Auch befürwortete er niemals Krieg und Gewalt, auch nicht als "letzte Mittel", wie es die Kirche tut und auch Johannes Paul II. im Balkan befürwortete und vieles mehr.
Zudem: Auch wenn es durchaus in der Macht von Jesus gelegen hätte, seine Kreuzigung zu verhindern, woran viele Christen glauben: Das Friedensreich von Christus ist nicht von dieser Welt, und weltliche Macht und Herrschaft wies der Mann aus Nazareth stets zurück. Die Kirche jedoch schuf ein weltliches Reich, das mit allen Mächtigen und Reichen dieser Erde verbündet ist.
Und weiter: Jesus hat auch nie einen Stellvertreter ernannt, der spezielle Kleider, Hüte, Stäbe, Kreuze und Schals trägt und sich von Menschen verehren lassen soll. Er lehrte, wie es auch im Lied des Propheten Mose heißt, dass alleine Gott "heilig" sei (Offenbarung 15, 4), und er mahnte die Menschen, sie sollen auf Erden keinen ihrer Lehrer "Vater" (Matthäus 23, 9) nennen. Wenn Jesus vom "Heiligen Vater" sprach, dann meinte er damit seinen "Vater im Himmel" (Johannes 17, 11). Die Kirche aber nennt ihr menschliches Oberhaupt "Heiliger Vater".

 



1.4. / 3.4.2005 -
Nachruf: Sterbender Papst - Irreführung bis zum letzten Atemzug - Wenn das Sterben beginnt, sieht der Mensch oft seinen Lebensfilm ablaufen mit all´ dem Für und Wider des zu Ende gehenden irdischen Lebens. So bezeugen es viele Erfahrungsberichte. Ehemals Sterbende berichten auch, dass vor ihnen verstorbene Personen im Jenseits auf sie warteten, um sie abzuholen. Wer würde demnach die Seele des Papstes abholen? Der Kardinalvikar von Rom mit (dem symbolisch interessanten) Namen Ruini behauptete am Abend des 1.4.2005, in diesen Stunden des Leidens "sehe und berühre" der Heilige Vater bereits Christus (Bild online, 1.4.2005). Wirklich? Denn Christus wollte, dass alle Menschen, einschließlich Karol Wojtyla, Brüder und Schwestern unter Geschwistern werden; dass sie in ihrem Leben allen Dünkel, allen Habitus, allen personenbezogenen Popanz und alles kirchliche Schaugepränge ablegen und schlicht das Gebot "Bete und arbeite" erfüllen. Christus, so der christliche Glaube, will allen Menschen im Leben und im Sterben nahe sein und einen speziellen "Stellvertreter" wollte er nie. Denn er lehrte auch die Gleichheit aller Menschen. Wenn der Mann, der für sich und sein Amt aber in Anspruch nahm, dieser "Stellvertreter" gewesen zu sein, aber in wesentlichen Dingen nicht tat, was Christus wollte - wessen Willen erfüllte er dann? Und wen "sieht und berührt" er dann in seinen letzten "Stunden des Leidens" auf der Erde?

 



2.4. / 5.4.2005 -
Gebete für den Papst oder Anbetung des Papstes? - Während das öffentlich gemachte Sterben von Johannes Paul II. andauert, nimmt seine Verehrung und der damit verbundene Papstkult zunehmend apokalyptische Züge an. Ein Reporter des Bayerischen Rundfunks hat sich heute morgen wohl versprochen, als er erklärte, die Menschen hätten sich versammelt, um den Papst anzubeten. Doch unterschwellig hat er womöglich ins Schwarze getroffen. So ist zwar vordergründig Christus genannt, wenn es auch im Motto des katholischen Weltjugendtreffens im August in Köln heißt: "Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten." Doch von ihren Gefühlen liegt vielen Jugendlichen der Papst wohl näher, und zwischen einer in der katholischen Kirche praktizierten Anrufung eines "Heiligen" und einer Anbetung sind die Übergänge fließend (auch wenn beides unterschieden wird). Und Außenstehende bekamen zuletzt den Eindruck, dass es auch bei diesem geplanten Großereignis vor allem um die Huldigung des Papstes geht. Weiterhin stehen in Köln die "sterblichen Überreste" der Sterndeuter aus dem "Morgenland" im Mittelpunkt, die den neu geborenen Jesus in Bethlehem besucht hatten und deren Knochen angeblich in dem goldenen Schrein im Kölner Dom als "Reliquien" aufbewahrt werden. Und wie es den Anschein hat, könnte die Mumie bzw. das Skelett oder einzelne Körperteile des derzeit sterbenden Papstes nach der offiziellen "Totenruhe" ebenfalls bald bedeutsame Reliquien werden.

Ergänzung der Meldung: Es verging kein halber Tag nach dem Tod Karol Wojtylas, da wurde bekannt, dass evtl. sein Herz separat vom übrigen Körper in Polen bestattet werden soll. "Sein zentrales Lebensorgan könnte, verehrt wie eine Reliquie Jesu, zu einem neuen Zentrum des Glaubens der Polen werden", heißt es bei Spiegel online (3.4.2005). Der Papstkult würde auf diese Weise noch makabrer. Da es aber keine entsprechende Verfügung des verstorbenen Papstes darüber gibt, bleibt der Leichnam als eine Art "Ganzkörper-Reliquie" in Rom erhalten.
 



2.4.2005 -
Was der Papst nicht sehen durfte - Erinnerungen an das Kirchenoberhaupt in Mainz im Jahr 1980; von Dieter Potzel, Theologe - "Mit einigen Dutzend Passanten stand ich 1980 am Straßenrand in Mainz neben dem Studentenwohnheim, in dem ich damals wohnte. Wir warteten auf den Papst, der hier auf der vierspurigen Schnellstraße mit seinem "Papamobil" vorbeifahren sollte. Alle waren neugierig und friedlich, auch eine Gruppe engagierter Katholiken, die zwei Transparente mit sich führten, auf denen zu lesen war ´Geschieden - ausgeschieden?` und ´Ökumene - nur ein leeres Wort?` Als sich uns zunächst ein gepanzerter Mannschaftswagen der Polizei langsam näherte, dachte ich an nichts Schlimmes. Wahrscheinlich eine normale Sicherheitsvorkehrung! Was dann aber folgte, hatte ich in dieser Schnelligkeit so ähnlich nur noch einmal erlebt - bei einem Einsatz der gefürchteten rumänischen "Securitate" unter Regierungschef Ceausescu. Dabei wurde eine Passantin aus einem belebten Kaufhaus heraus in einer Geschwindigkeit gekidnappt, dass es einem als Unbeteiligten schier den Atem verschlug. Der Polizeiwagen in Mainz stoppte damals direkt vor den Transparenten. Plötzlich wurden die Türen von innen aufgestoßen, und mit Knüppeln bewaffnete und mit Helmen geschützte Polizisten in Kampfanzügen stürzten sich ohne Vorwarnung auf die entsetzt schreienden Katholiken. Das Einsatzkommando riss die Transparente an sich, und die Staatsmacht war so schnell wieder verschwunden wie sie gekommen war. Erst jetzt war der "Frieden" eingekehrt, so wie er für den Papstbesuch erwünscht war. Wenig später fuhr Johannes Paul II. etwa mit Tempo 60 vorbei. Der Empfang in Mainz sei herzlich für das Kirchenoberhaupt gewesen, hieß es wohl so oder so ähnlich später in den Nachrichten.
 



2.4.2005 - Jenseits: Papst unter Seinegleichen. Er muss sich umstellen - Es könnte schwierig werden für Johannes Paul II. nach seinem Tod. Anstelle von einer Million Jugendlicher, die beim Weltjugendtag in Köln im August an seinen Lippen gehangen wären und von einer Milliarde Anhänger weltweit, die sich ihm kirchlich unterordnen, erwarten ihn jetzt dort womöglich die nach kirchlicher Lehre "verwandelten" Leiber von 263 anderen Päpsten. Sie alle waren gewohnt, den Kurs der Kirche zu bestimmen, und 23 von ihnen ließen in ihrem Erdenleben sogar ihren Vorgänger umbringen, um selbst an die Macht zu kommen (PS: Literatur zum Thema: Strafsache Vatikan - Jesus klagt an).
 



3.4.2005 -
Von Präsident George W. Bush bis Islamischer Dschihad - alle huldigen dem Papst - Das erinnert in diesen Tagen viele Christen an die Versuchung von Jesus, wo der Versucher im Blick auf "alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht" spricht: "Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest" (Matthäusevangelium 5, 9).
 



4.4. / 30.4.2005 -
Rückblick auf sein Leben - Hatte Papst Johannes Paul II. als Bischof eine Geliebte? - Ist der Bericht der polnischen Zeitung Fakty i Mity Nr. 37 vom 19.9.2002 glaubwürdig? Demnach wurde Karol Wojtyla als Weihbischof von Krakau vom damaligen polnischen Geheimdienst überwacht, was die Agenten auch auf die Treffen mit seiner Vertrauten und Geliebten Irena K. brachte. Ihr Sohn Adam, dessen Vater allem Anschein nach ihr Mann war, von dem sie getrennt lebte, sagte zum späteren Papst "Onkel". Das ist insofern auffällig, da viele Kinder von Priestern und Bischöfen ihre leiblichen Väter "Onkel" nennen, was aber nicht heißen soll, dass Adam der Sohn des späteren Papstes ist. Doch unabhängig davon, ob Johannes Paul II. als Weihbischof tatsächlich eine Geliebte hatte oder nicht: Bei vielen Päpsten vor Johannes Paul II. ist dies nachweislich zutreffend, wobei einer sogar ein sexuelles Verhältnis mit seiner Tochter hatte (nachzulesen z. B. in den Kriminalgeschichten des Christentums von Karlheinz Deschner, Rowohlt-Verlag), während man offiziell Enthaltsamkeit und den Zölibat predigt. Und auch andere hohe Würdenträger führen ein sexuelles Doppelleben (vgl. das Buch von Prof. Hubertus Mynarek, Casanovas in Schwarz) und pflegen heimliche homo- oder heterosexuelle Beziehungen. Die heutige Situation ist zudem geprägt von dem Thema "Priesterkinder" und den Sexualverbrechen an Kindern und Jugendlichen durch Kleriker (siehe z. B. hier). Das alles passt nicht zu dem moralischen Bild, das die Kirche von sich selbst bzw. den oberen Vertretern in der Hierarchie zeichnet.
Wenn nun der verstorbene Papst - wie andere Amtsträger auch - eine Zeitlang seine Heimlichkeiten pflegte, wäre das zumindest für viele Polen ernüchternd, die Karol Wojtyla im Sinne der katholischen Morallehre idealisieren und ihm gerade in diesen Tagen nahe sein möchten, als wäre er ihr Vater oder innigster Verwandter. Sie müssten sich dann vielleicht eingestehen, dass sie im Grunde genommen ihre ungestillten Sehnsüchte nach Nähe und Geborgenheit auf den ehemaligen Bischof von Krakau projizieren.

Nachforschungen in dieser Sache werden jedenfalls zunehmend schwieriger. Irena K. soll zur Trinkerin geworden sein, nachdem Weihbischof Wojtyla befördert worden war, schließlich sogar zum Kardinal ernannt wurde und ihre Treffen mit ihm immer seltener wurden. Nach seiner Papstwahl sei sie in tiefe Depressionen gefallen und kurze Zeit später gestorben. Der für die Aufzeichnungen zuständige Geheimdienstgeneral habe Mitte der 80er-Jahre ein Giftattentat nur knapp überlebt (und ist womöglich mittlerweile verstorben), sein Nachfolger sei kurz nach seinem Amtsantritt plötzlich an Herzversagen gestorben. Bleibt der damalige Agent "M.", der Weihbischof Wojtyla beschattete und die Informationen über den späteren Papst an Fakty i Mity weitergab.
 


 
4.4. / 30.7.2005 / 18.4.2007 / 4.3.2009 -
Ermordung des Bankiers Roberto Calvi: Welche Schuld hat der Papst? Mit welchen Mitteln die Vatikanbank den gesellschaftlichen Umsturz in Polen ermöglichte - Seinen letzten Hilferuf richtete der Finanzberater des Vatikan und Bankier der renommierten Mailänder Banco Ambrosiano, Roberto Calvi, 1982 an den Papst. Calvi verschaffte damals Firmen, die der Vatikanbank IOR ("Institut für religiöse Werke") gehörten, einen Kredit von 1,3 Milliarden Dollar. Die Vatikanbank ihrerseits ließ einen Betrag in dieser Größenordnung wiederum der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc und antikommunistischen Gruppen zugute kommen, die damals in Opposition zur polnischen Regierung standen. Gleichzeitig stellte die Vatikanbank ihrem Gläubiger, also Calvi bzw. der Banco Ambrosiano, so genannte "Patronagebriefe" aus, in denen bezeugt wurde, dass der Vatikan für die Kredit- und Glaubwürdigkeit dieser Bank gerade stehe. Am Ende ging die Banco Ambrosiano jedoch trotz der vatikanischen Patronagebriefe Bankrott. Ihr fehlten zuletzt 1,3 Milliarden Dollar - genau die Summe, welche ihr wiederum die der Vatikanbank gehörenden Firmen schuldeten, wie die ARD-Dokumentation "Im Namen des Papstes", ausgestrahlt am 8.12.1991, aufzeigte. Doch diese wollten die Schulden nicht zurückzahlen. Der Hilferuf Roberto Calvis an den Papst, doch bitte die Kredite zurück zu zahlen und die Bank zu retten, blieb mehr oder weniger unerhört. Und eine Rechtsverbindlichkeit ihrer Patronagebriefe lehnte die Kirche ab. Nach einem gerichtlichen Vergleich aus dem Jahr 1984 musste die Vatikanbank die geprellten Gläubiger der Banco Ambrosiano dennoch mit 250.000 Dollar entschädigen. Über eine Milliarde Dollar wurden dem Vatikan auf diese Weise also summa summarum "geschenkt", und es ist ja bekannt, in welcher Größenordnung dieser zuvor in die polnische Politik investiert hatte. Wörtlich schreibt Der Spiegel: "Die wiederholten, hohen Zuwendungen an die polnische Solidarnosc-Bewegung für ihren Kampf gegen den Kommunismus etwa kamen nach Aussage von Calvis ehemaligem Referenten Francesco Pazienza direkt aus dem Vatikan, von Marcinkus [Anmerkung: dem Direktor der Vatikanbank IOR]. Im Kirchenstaat regierte inzwischen ein Pole: Johannes Paul II" (Spiegel special Nr. 3/2005). Und auf den Vatikan hat die italienische Justiz keinen Zugriff. So wurden im Zusammenhang des Ambrosiano-Bankrotts zwar 33 an Transaktionen beteiligte Personen schuldig gesprochen und teilweise zu langen Haftstrafen verurteilt. Einer der Hauptangeklagten wäre jedoch auch Erzbischof Paul Marcinkus gewesen, der Leiter der Vatikanbank IOR, und er wurde auch mit Haftbefehl gesucht. Doch der US-amerikanische Würdenträger stand im Vatikan unter dem Schutz von Papst Johannes Paul II., und er wurde trotz des Haftbefehls nicht an die italienischen Behörden ausgeliefert.

Zu diesem Zeitpunkt war Roberto Calvi, der Geschäftspartner des Erzbischofs, längst tot. Sein Hilferuf wurde anders erhört als er es sich vorstellte. Es kam noch zu einem letzten Geschäft, dessen genaue Abwicklung bis heute im Dunkeln liegt, aber sich mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit rekonstruieren lässt. Bischof Pavel Hnilica aus der damaligen Tschechoslowakei kaufte von Calvi für ca. 10 Millionen Dollar (andere Quellen sprechen "nur" von 1,7 bzw. von 1,2 Millionen DM) über einen Mittelsmann Material, das den Vatikan schwer belastet hätte und mit dem der Mailänder Bankier die Vatikanbank und die Kurie unter Druck gesetzt hatte. Wie gefährlich das Wissen Calvis für den Stuhl Petri war, lassen dessen Worte an seine Tochter Anna erahnen: "Wenn ich auspacke, dann werden die Priester den Petersdom verkaufen müssen." Kein Stein werde dann mehr auf dem anderen bleiben (Spiegel special Nr. 3/2005).
Ein Geldbote der Mafia sagte später vor Gericht aus, er habe 1982 zwei Geldkoffer mit 10 Milliarden Lire (ca. 10 Millionen Dollar) von der Mafia an Erzbischof Marcinkus (!) und an einen Notar übergeben
(Spiegel special Nr. 3/2005). War es das Schweigegeld, das man angeblich Roberto Calvi zukommen lassen wollte? Und hat es sich letztlich der Erzbischof genommen? Denn Roberto Calvi hat nie Geld bekommen, sondern nur einen - wie sich später herausstellte - ungedeckten Scheck der Vatikanbank. Und wenige Stunden nach dem entscheidenden Treffen am 18.6.1982 wurde er unter der Brücke der Schwarzen Brüder (Blackfriar´s Bridge) in London erhängt aufgefunden. Seine nicht wasserdichte Armbanduhr hing im Wasser und blieb um 1:52 Uhr stehen: Angeblich Selbstmord, seit 2002 laut italienischer Gerichtsakten mit 160.000 Seiten Beweismitteln eindeutig Mord (Spiegel special Nr. 3/2005). Laut Anklageschrift von Staatsanwalt Tescaroli wurde Roberto Calvi ermordet wegen Veruntreuung von Mafia-Geldern und "um zu verhindern, dass Roberto Calvi seine Drohung wahr machte, führende Politiker und hohe Vatikan-Würdenträger zu erpressen" (Spiegel special Nr. 3/2005). "Wenn mir etwas zustößt, muss der Papst zurücktreten", sagte Calvi zuvor seiner Frau Clara Canetti (Die Zeit Nr. 45/2001, http://zeus.zeit.de/text/archiv/2001/45/200145_gs-vatikanbank.xml). Roberto Calvis Körper hing, aufgehängt an einem Baugerüst, in die Themse, die Taschen seines Anzugs waren voll schwerer Steine. "Es waren mit Sicherheit die Priester des Vatikans", sagte seine Witwe später (ARD-Dokumentation "Im Namen des Papstes", 8.12.1991). "Das hatte uns Roberto schon vorher gesagt." Doch der Papst blieb im Amt. 

Im März 1993 werden stattdessen Bischof Hnilica und ein Mittelsmann, der Bauunternehmer Flavio Carboni, wegen Unterschlagung der Aktentasche Calvis vor einem italienischen Gericht zu Haftstrafen verurteilt. Die Tasche bzw. deren Inhalt gaben sie trotzdem nicht heraus und das für den Vatikan brisante Material ist deshalb bis heute unbekannt, und der Mord an Calvi bleibt offiziell unaufgeklärt. Zudem sei der Scheck des Bischofs für Calvi (nach Angaben von Informanten zunächst zwei Blankoschecks der Vatikanbank, in denen Flavio Carboni dann den mit Calvi ausgehandelten Betrag (siehe oben) eingesetzt hätte) nicht gedeckt gewesen, obwohl Erzbischof Paul Marcinkus zumindest einen Teil der dort ausgewiesenen Summe über Mittelsmänner von der Mafia erhalten habe. So zumindest deren Informant, der vor Gericht aussagte (siehe oben). Ob der ungedeckte Scheck ein Indiz dafür ist, dass auch Bischof Pavel Hnilica gewusst haben könnte, dass Calvi den Scheck ohnehin nicht mehr würde zur Bank bringen können, sei dahingestellt. Bischof Hnilica wurde von Kardinal Agostino Casaroli schließlich zur der Aussage aufgefordert, im "Alleingang" gehandelt zu haben, was er auch tat. Über den Grad der Freiwilligkeit und der Wahrheit seiner Darstellung kann nur spekuliert werden. Im Jahr 2006 ist Bischof Hnilica schließlich in Rom verstorben.

Offen bleibt die Frage, wer in diesem Fall noch zu den Mitwissern gehört. Einer davon war vermutlich Sergio Vaccari, der offenbar im Auftrag der Mafia stand und auch als unmittelbar tatverdächtig für den Mord an Calvi galt. Man fand ihn im September 1982 mit erschlagenem Schädel und zerstochenem Körper in seiner Wohnung in London, nur drei Monate nach Calvis Tod. Und der zweite unmittelbar Tatverdächtige, Vincenzo Casillo, wurde kurz nach dem Mord an Vaccari in Rom von einer Autobombe zerfetzt. Beide wären jedoch nur die Ausführenden gewesen, die ihren Killer-Auftrag von höherer Stelle erhalten hatten. Und von wem? Dieses Wissen nahmen sie mit ins Grab bzw. ins Jenseits.

An dieser Stelle ein kurzer Rückblick über bekannt gewordene Finanzgeschäfte des Vatikan:
Zu seinen Lebzeiten Roberto Calvi wegen seiner Geschäfte zum Wohle des Vatikan auch "Bankier Gottes" genannt. Als Calvis Vorgänger für heikle Finanzgeschäfte zugunsten der römischen Kurie galt in den 70er-Jahren Michele Sindona. Seine Aufgabe bestand u. a. darin, den Wunsch von Papst Paul VI. zu erfüllen, Einnahmen des Vatikan ins Ausland zu schaffen, was "gegen das italienische Devisenrecht verstieß". Auf diese Weise wollte der Vatikan die italienische Steuergesetzgebung umgehen (Spiegel special Nr. 3/2005). Michele Sindona, der Finanzmakler der Kirche für solche Angelegenheiten, kam unmittelbar vor dem Bankrott der Banco Ambrosiano ums Leben. Am 21.3.1982 trank er im Gefängnis unwissend einen mit Zyankali vergifteten Espresso, nachdem er zuvor damit gedroht hatte, alles auszusagen, was er über verschiedene Geschäfte, in die er verwickelt ist, weiß.

Eines dieser Geschäfte deutete Roberto Rosone, Roberto Calvis Stellvertreter, im August 2002 vor Gericht an. Man sei "an einem Maxi-Kredit für die argentinischen Militärs zur Vorbereitung des Falkland-Krieges beteiligt gewesen. Ob auch diese Geldspritze für die Latino-Diktatoren aus dem Kirchenreich kam, wusste der Zeuge nicht zu sagen, nur ganz generell behauptete er: ´Der Vatikan hat praktisch alles in der Hand`" (Spiegel special Nr. 3/2005; mehr dazu siehe nächste Meldung). Kurz nach seinem Geständnis überlebte Roberto Rosone ein Schusswaffen-Attentat nur knapp. Seitdem ist nicht bekannt, dass er deutlicher wurde, doch auch seine Aussage und das darauf folgende Attentat waren ja bereits deutlich genug.

Im Vatikan setzte Johannes Paul II. derweil eine eigene vatikanische "Untersuchungskommission" zu den Ereignissen um die bankrotte Banco Ambrosiano ein. Sie kam erwartungsgemäß zu dem Ergebnis, dass Roberto Calvi der Schuldige war und der Vatikan, die Vatikanbank IOR und deren Leiter, Erzbischof Paul Marcinkus, als Calvis Opfer anzusehen sind.
Roberto Calvi hat das allerdings anders gesehen. Außerdem wurde ja er umgebracht, und nicht einer der vielen vom Vatikan frei Gesprochenen. Eines ist Calvi auf jeden Fall anzulasten. Was für einen Dienst an der Wahrheit hätte er leisten können, wenn er einfach ausgepackt und sein Wissen nicht für eine Erpressung der Kirche missbraucht hätte! Kein Stein wäre dann beim Petersdom auf dem anderen geblieben, so seine Ankündigung.
Das alles ist der katholischen Kirche erst einmal erspart geblieben, und Calvi hat obendrein keinen Cent bekommen. Die katholische Kirche müsste ihn fast selig dafür sprechen, dass er bis zu seiner Ermordung (durch welchen Auftraggeber?) den Mund hielt.

 



4.4.2005 / 7.7.2007 - Unterstützung des Vatikan für die Militärjunta in Argentinien - Nach dem Tod von Johannes Paul II. kamen im Rückblick die Verwicklungen der Vatikanbank in den gesellschaftlichen Umsturz in Polen wieder zur Sprache. Ein Zeuge sagte in diesem Zusammenhang auch zu Hintergründen des Falkland-Krieges bzw. zu vatikanischen bzw. kirchlichen Verbindungen zum argentinischen Militär (1976-1983) aus.
Diese Allianz ist mittlerweile mehrfach dokumentiert: Die Zeitung Die Woche berichtete bereits am 5.5.1995, dass die argentinische Militärjunta Regimekritiker und Menschenrechtler betäubte und aus dem Flugzeug ins offene Meer kippte. Den Segen dazu gab die römisch-katholische Kirche z. B. durch ihren Militärkaplan. Er tröstete nach dem Flug die ausführenden Soldaten mit den Worten, "es sei ein christlicher Tod, weil sie nicht leiden". Und er versuchte ihr Gewissen auch damit zu beruhigen, indem er sagte, "dass Krieg Krieg sei und auch die Bibel sage, dass die Spreu vom Weizen getrennt werden muss". Und die Empfehlungen für diese Hinrichtungen kamen sogar von weit höherer römisch-katholischer Stelle. Der Menschrechtler Esteban Cuya erklärt: "Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so: Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie sie übers Meer - Todesflug" (Glaubensfragen, SWR 2, 14.6.2001). Und der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin gab den Mördern sozusagen die Generalabsolution, indem er sagte: "Das Militär ist gereinigt im Jordan voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen" (SWR 2). Der Student Alcides Chiesa, damals irrtümlich verfolgt, ist davon überzeugt: "Hätte die Kirche eine andere Haltung zur Militärdiktatur gehabt, wäre es nicht zur Militärdiktatur gekommen". Und Stefan Herbst, der Argentinien-Experte der Bonner Missionszentrale der Franziskaner, der diese Zeit intensiv untersuchte, ergänzt sogar: "Die katholische Kirche hat zum Militärputsch angestachelt. Man muss sagen: Die katholische Kirche als Institution, weil der damalige Präsident der Bischofskonferenz das so erklärte" (SWR 2).
Die katholische Kirche betrachtete dabei - wie übrigens sonst v. a. Martin Luther - Andersgläubige als "Unruhestifter". Der Argentinien-Experte Herbst: "Die Rede ist von der Reinigung der argentinischen Gesellschaft, von den Unruhestiftern im Land, Menschen, die man nicht mehr als katholisch, sondern als Häretiker ansah. Leute, die das neokoloniale Modell des christlichen Abendlandes verlassen hatten." Aufgrund dieser Fakten und Überzeugungen wäre es nicht verwunderlich, wenn der Vatikan der argentinischen Militärjunta Geld für den Falkland-Krieg zukommen lassen wollte, wie ein Zeuge im Umfeld des Mordes an Bankier Robert Calvi aussagte.

Aktualisierung: Ab dem 5.7.2007 stand der römisch-katholische Priester Christian von Wernich (69) in La Plata wegen der Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42 Entführungen vor Gericht. Er wurde verurteilt. Mehr dazu hier.
 



5.4. / 6.4.2005 -
Ehrentitel für den Papst - "666-Prophezeiung in der Bibel" - Der Gegensatz zwischen Christus und Papst bzw. zwischen Christus und der Kirche ist vielfältig. Darüber hinaus gibt es Spekulationen, dass dieser Gegensatz schon in der Offenbarung des Propheten Johannes in der Bibel vorher gesagt ist.
Der Hintergrund:  In der offiziellen römisch-lateinischen Schreibweise werden die Zahlen mithilfe von Buchstaben dargestellt, von denen einige gleichzeitig einen Zahlenwert besitzen ( I = 1, V bzw. U = 5, X = 10, L = 50, C = 100, D = 500, M = 1000). Das ist allgemein bekannt. Weniger bekannt sind die Titel, die der Papst trägt. Einer davon ist "Vicarius Filii Dei" ("Stellvertreter des Sohnes Gottes"). Addiert man bei diesem Titel die Zahlenwerte der Buchstaben, die einen solchen Zahlenwert besitzen, ergibt sich ausgerechnet die Zahl "666". Zu dieser Zahl heißt es in der Bibel: "Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist 666" (Offenbarung 13, 18). Zwar weist die katholische Kirche darauf hin, dass der offizielle Papsttitel "Vicarius Christi" ("Stellvertreter Christi") ist und nicht "Vicarius Filii Dei". Doch dieser ist immerhin ein Synonym zum offiziellen Titel. Und Versuche, auch aus anderen "Menschennamen" (z. B. Nero, Hitler, Bill Gates) diesen Zahlenwert zu "berechnen", sind weniger treffend und wirken weit hergeholt. Stattdessen wird im Vatikan manches getan, um die Spekulation eher zu bekräftigen. "Das Totenhemd hat keine Taschen", heißt es im Volksmund. Doch im Gegensatz dazu wurde Papst Johannes Paul II. ein Beutel mit Geld mit ins Grab gegeben - allesamt Münzen, die während seines Pontifikats geprägt wurden. Und dieses Symbol kann mit der voraus gehenden Prophezeiung in Offenbarung 13, 16 in Verbindung gebracht werden, in der es heißt: "Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens," eben die 666 (weswegen diese Zahl ja auch verschlüsselt im Strichcode auf gängigen Warenverpackungen enthalten sein soll, was aber nur eine kühne Interpretation ist; ebenso wie die Deutung von "666" als "www" gemäß dem hebräischen Zahlenwert des Buchstabens W). Doch unabhängig von diesen - wie gesagt - spekulativen Gedanken: Ein Sack mit Geld im Papstgrab - ein deutlicheres Zeichen der Verbindung zwischen dem Papsttum einerseits und der Macht zu kaufen oder zu verkaufen andererseits ist eigentlich kaum vorstellbar. Die Verbindung ist auch insofern real, da Kirche und Vatikan ja auf die Finanzierung durch Staaten, Wirtschaft und zahlungskräftige Gläubige angewiesen sind. Und mit Jesus, der von seiner Arbeit als Zimmermann lebte und der lehrte "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon", hat diese Grab-Beigabe sowieso nichts zu tun.

Manche Bibelleser überlegen darüber hinaus, ob auch noch andere Verse der biblischen Prophezeiung mit den gegenwärtigen Ereignissen in Zusammenhang stehen könnten. So wird in der Offenbarung die "Anbetung" des "Standbildes" vorhergesagt, und es gibt derzeit wohl keinen anderen Menschen auf der Erde, bei dem die Grenze zwischen Verehrung und anbetungsähnlichem Verhalten so fließend ist wie beim Papst, auch wenn bekennende Katholiken auf Nachfrage natürlich bestreiten, dass diese Verehrung in Richtung "Anbetung" gehe. Doch eine "Anrufung" des Papstes (eine Vorstufe einer Anbetung) vor einem "Wunder" (z. B. einer Heilung) ist sogar nötig für eine spätere Selig- bzw. Heiligsprechung. Und für einen Außenstehenden ist der Unterschied zwischen "Anrufung" und "Anbetung" nicht so groß wie dies Katholiken darstellen.
Und wenn in der Bibel im Zusammenhang der Endzeit zudem von der "Macht" geschrieben steht, "dem Standbild des Tieres Lebensgeist zu verleihen, so dass es auch sprechen konnte", dann stellt sich die Frage: Hatte der Prophet Johannes im 2. Jahrhundert in seiner Zukunftsvision vielleicht Fernsehbilder gesehen? Für ihn hätte es sich dann so dargestellt, dass in diesen Bildern sogar "tödliche Wunden" wieder "heil" werden konnten (Offenbarung 13, 14-15).


Bemerkenswert in diesen Tagen ist vor allem der Aufwand insgesamt, der in Rom und weltweit bedingt durch den Tod dieses einen Menschen betrieben wird. Mit Recht kann man sagen: Noch nie in der Geschichte der Menschheit und der Erde war er größer. Und wohl noch nie waren so viele Große und Mächtige dieser Welt und so viele Scharfschützen und Luftabwehrraketen bei einer Feier vereinigt wie dies bei der Bestattung des Papstes am 9. April 2005 der Fall sein wird. Somit kann man wohl von einem zweifelhaften Höhepunkt der menschlichen Zivilisation und ihrer Kultur sprechen.
Die Macht des Papstes wird auch durch die Tiara, die Papstkrone, zum Ausdruck gebracht, welche den Haupt-Titel des Papstes symbolisiert: "Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf Erden" (Quelle: Deutsche Bischofskonferenz auf http://dbk.de/vatican/in_vatican_17.html). Vielleicht kann man diesen Titel etwas straffen bzw. zusammenziehen zu dem Hoheitstitel "Fürst dieser Welt", der ja auch in der Bibel bezeugt ist (Johannes 12, 31; 24, 30; 16, 11)

PS.: Der erste Papst, der auf eine Krönung verzichtete, war Johannes Paul I. Einige Tage später war er tot. Sein Nachfolger Johannes Paul II. konnte die Krönung nun schwerlich wieder einführen. Die Tiara hatte Paul VI. 1964 zudem schon medienwirksam zugunsten der "Armen der Welt" "verkauft". Sie wird seither in der Kathedrale von Washington in den USA in der Nähe des Weißen Hauses präsentiert. Gemessen am Reichtum des Vatikan und der Kirche, welcher den "Armen der Welt" vorenthalten wird, ist diese Geste von 1964 allerdings nicht mehr als ein Brosamen. Eine Verbindung zwischen dem Vatikan und der USA, die seither durch den Lageort der Tiara in Washington symbolisiert wird, ist jedoch sehr aussagekräftig (vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 22" über die Verbindung zwischen Papst Johannes Paul II. und dem US-Präsidentenberater Billy Graham).
 
 



6.4.2005 -
Konservierung des "Fleisches" für die Auferstehung? - Aus Anlass des Todes von Johannes Paul II. beschäftigen sich viele Menschen mit der kirchlichen Lehre vom Tod. Siehe dazu auch die Information der Freien Christen, Ausgabe Nr. 6, zum Thema "Kirche und Tod" und den "Theologen", Ausgabe Nr. 2, Reinkarnation - Urwissen der Menschheit und urchristlicher Glaube. Da die Kirche im Gegensatz zu Christus großen Wert auf das "Fleisch" bzw. die Materie legt (vgl. z. B. den Reliquienkult)*, stellt sich auch die Frage der Konservierung der Körper der Päpste und ihrer Erhaltung zum Zwecke der Ehrung. Bzw. für die von der Kirche gelehrte Wiedervereinigung von "Fleisch" und "Seele" am "Jüngsten Tag", weswegen die katholische Kirche z. B. große Vorbehalte gegenüber einer Feuerbestattung hat und Päpste, Kardinäle und Bischöfe meist auch keine Organspender sind. So wurden die letzten drei verstorbenen Päpste z. B. mit einer 15 %-igen Formalinlösung anstelle des Blutes konserviert. "Johannes XXIII. war nach 37 Jahren noch erhalten wie am ersten Tag", freute sich der Präparator Massimo Signoracci (Spiegel online, 5.4.2005). Viele Gläubige erklärten dies als "Wunder". Für den Bestatter war allerdings klar, dass er einfach nur sehr gut gearbeitet hatte. Bei Paul VI. sei jedoch das Formalin nicht genügend in einen Beinbereich vorgedrungen. "Ein Bein begann, sich zu zersetzen", was jedoch nicht Schuld des Bestatters war. Was wird die Kirche letztlich mit dem Körper von Karol Wojtyla tun? Wie wäre es, wenn man wie bei den anderen Menschen einfach nach dem Wort "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube" handelt? Auch wenn dadurch Reliquien verloren gehen - die Seele würde ja auch nach offizieller katholischer Lehre weiterleben. Oder hat man intern Zweifel und hält sich deswegen so an den materiellen Überresten fest? Inzwischen ist auch die Präparatorenfamilie Signoracci nicht mehr einhellig von der Einbalsamierung überzeugt, die oft in Verbindung mit einer vorherigen "Ausstopfung" vorgenommen wird. Eine Ehefrau ist nämlich den Zeugen Jehovas beigetreten und der Papst sei ihr egal. Am Telefon sagte sie: "Das Ende ist nah" (Spiegel online).

* Kritiker wie der ehemalige katholische Theologieprofessor und Dekan der römisch-katholischen Fakultät der Universität von Wien, Hubertus Mynarek, halten die katholische Lehre im Kern für materialistisch: "Den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele hat sie [die Kirche] z. B. im frühen Mittelalter von den Griechen übernommen", schreibt Mynarek in der Broschüre Voodoo auf Katholisch (Freie Christen, Information Nr. 5, siehe www.freie-christen.com). "Doch sie vertraut nicht wirklich auf die Unsterblichkeit der Seele, wenn sie lehrt, dass am Jüngsten Tag die Leiber der Verstorbenen wieder auferweckt werden" und, wie es im katholischen Glaubensbekenntnis heißt, "wieder mit unserer Seelen vereint" werden (Katholischer Katechismus Nr. 1016). Denn wozu braucht eine unsterbliche Seele wieder eine Vereinigung mit ihrem Leib, der doch mittlerweile nachweisbar verwest ist oder eingeäschert wurde? Dieser Leib würde zuvor "verwandelt", so versucht die Kirche zu erklären (Nr. 1016). Professor Mynarek wies nun mehrfach darauf hin, dass manche hohe kirchliche Amtsträger daran in Wirklichkeit gar nicht glauben und stattdessen große Angst vor dem Tod und einer drohenden Auflösung ihres "Ich" haben.
 



10.4. / 12.6.2005 - Beerdigung des Papstes: Die Vertreter der Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls - Wem das Wort "Diktatur" in diesem Zusammenhang zu hart erscheinen mag oder wer es nicht glauben will, der lese das offizielle Lehrbuch der römisch-katholischen Kirche von Josef Neuner und Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden und ihren Lehrverkündigungen, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger, 13. Auflage, Regensburg 1991. Darin lässt das kirchliche Lehramt u. a. wörtlich verlauten [Hervorhebungen von Der Theologe]:

Glaubenswahrheit Nr. 367
: "Im Glauben müssen wir festhalten, dass außerhalb der apostolischen, römischen Kirche niemand gerettet werden kann; sie ist die einzige Arche des Heils und jeder, der nicht in sie eintritt, muss in der Flut untergehen. Aber ebenso müssen wir sicher daran festhalten, dass von dieser Schuld vor den Augen des Herrn niemand betroffen wird, der da lebt in unüberwindlicher Unkenntnis der wahren Religion."* (S. 234)

* Mit dem zweiten Satz wird anscheinend eine kleine Hintertüre aus der Hölle offen gelassen. Allerdings ist dieser Lehrsatz - wie auch Abmilderungen zugunsten Andersgläubiger an anderen Stellen - vom Herausgeber "nur" als wahr, jedoch nicht als "unfehlbar" gekennzeichnet. Unfehlbar seien dafür die nachfolgenden ähnlichen "Wahrheiten"  Nr. 381, Nr. 430 und Nr. 434, die von der Kirche nicht nur als wahr erklärt wurden, sondern denen sie zudem das Gewicht absoluter Irrtumslosigkeit in Zeit und Ewigkeit verliehen hat.

Glaubenswahrheit Nr. 381
(= unfehlbar): "[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt.* So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt.` (Fulgentius)" (S. 256)

* Mit anderen Worten heißt das z. B.: Juden kommen nach unfehlbarer römisch-katholischer Lehre in das "ewige Feuer"; zumindest die europäischen Juden, welche die römisch-katholische Religion kennen lernen konnten und sich nicht auf die mildernden Umständen der "unüberwindlichen Unkenntnis" lt. Nr. 367 (siehe oben) berufen können. Hier kann man auch einmal vergleichen: Was würde es jeweils für die Opfer bedeuten? Zum einen die Verbrennungsöfen von Auschwitz, in denen Menschen jüdischen Glaubens verbrannten, die kurz zuvor mit Gas ermordet worden waren? Und zum anderen der Verbrennungsofen für die nach kirchlicher Lehre vom Heil Ausgeschlossenen (Juden und andere Nichtkatholiken), in dem diese Menschen angeblich ewig ohne Aussicht auf eine Ende unter grausamen Qualen lebendig brennen müssen? Und wer hat sich das eine ausgedacht? Und wer das andere?

Glaubenswahrheit Nr. 430
(= unfehlbar): "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir." (S. 290)

Glaubenswahrheit Nr. 434 (= unfehlbar): "Wir bestimmen, dass der Heilige Apostolische Stuhl und der römische Bischof den Vorrang über den ganzen Erdkreis innehat." (S. 292)

Nachfolgend weitere heute gültige Lehr- und Glaubenssätze der römisch-katholischen Kirche, denen bisher nicht durch "höherwertige" Lehrsätze widersprochen wurde:

Glaubenswahrheit Nr. 369: "So verwerfen und verabscheuen Wir die gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller Religionen, die auch der menschlichen Vernunft widerstreitet."

Glaubenswahrheit Nr. 370
: "Darum kann nicht das Heil erlangen, der trotz seines Wissens, dass die Kirche von Christus in göttlicher Weise gestiftet wurde, sich weigert, sich der Kirche zu unterwerfen, oder dem römischen Papst, dem Stellvertreter Christi auf Erden, den Gehorsam verweigert. Doch gab der Erlöser nicht nur das Gebot, dass alle Völker in die Kirche eintreten sollen*, sondern er bestimmte auch, dass die Kirche ein Heilsmittel sei, ohne dass niemand in das Reich der himmlischen Glorie eintreten kann." (S. 237)

* In Glaubenswahrheit Nr. 368 heißt es sogar, der Erlöser habe "allen Völkern den Eintritt in seine Kirche vorgeschrieben".

Glaubenswahrheit Nr. 382
: "Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen Einsetzung die Pflicht, auf das gewissenhafteste das Gut des göttlichen Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern." (S. 256)

"Einheit des Leibes" und "Leibeigenschaft"
: Diese und viele andere römisch-katholische Glaubenswahrheiten lassen ahnen, was wieder auf uns zukommt, wenn es dem "Heiligen Stuhl" gelingen würde, die europäischen Demokratien weiter auszuhöhlen und allmählich in seinem Sinn umzugestalten. Zwar gibt es auch wenige Lehrsätze, die versöhnlicher gegenüber Andersdenkenden klingen. Doch darin zeigt sich ja gerade die Kunst der Kirche: Um möglichst viele Menschen einzuverleiben, passt sie sich vielen Zeitgeistern an, lehrt hier und da sogar Widersprüchliches, um dann je nach Situation das gerade Passende für den eigenen Machterhalt in den Vordergrund zu stellen.

Und um leicht an immer neuen Nachwuchs zu kommen, ist die Säuglingstaufe das zentrale Instrument der Kirche. Vordergründig benützt man so genannte "liberale" menschenfreundliche Priester, welche den Gläubigen vorgaukeln, hier ginge es um Schutz und Segen für das Kind. In Wirklichkeit werden in erster Linie Mitglieder rekrutiert. Schon der Säugling wird dabei ungefragt der "Einheit des Leibes" der Kirche unterstellt, wie es oben unter Nr. 381 heißt, und zwar, indem ihm angeblich ein "unauslöschliches Merkmal" eingeprägt wird (z. B. Nr. 504, 514, 526, 542, 709, 722, 932), das man auch durch den späteren Kirchenaustritt nicht ablegen könne. So kann man fragen: Erinnert diese "Einheit des Leibes" nicht an die "Leibeigenschaft"? Auch den Sklaven wurde vielfach ein Sklavenmal in die Haut gebrannt, das sich nicht mehr entfernen ließ. Und so wie der Leibeigene und seine Kinder früher zeitlebens Sklaven ihrer Herren waren, es sei denn, sie wurden von diesen frei gelassen, so beansprucht die Kirche auch heute zeitlebens den Anspruch auf diesen Menschen. Nur - die Kirche lässt nie jemanden frei (weswegen Eltern nur gewarnt werden können, ihr Kind taufen zu lassen und damit dem "Leib" der Kirche "eigen" zu machen).
  
So passierte es z. B. auch, dass der von Johannes Paul II. am 3.9.2000 selig gesprochene Papst Pius IX. (1792-1878) ein siebenjähriges Kind jüdischer Eltern in der Stadt Bologna (die offiziell zum Kirchenstaat gehörte), kidnappen und in den Vatikan entführen ließ. Davon kann man zumindest ausgehen. Denn die offizielle Version lautet immerhin: Der Papst hätte von der Entführung durch die Polizei "gewusst". Was war geschehen?
Als es dem Säugling Edgardo Mortara (bzw. Edgar Mortara) (geboren 1852) einmal nicht so gut zu gehen schien, hatte das römisch-katholische Kindermädchen an ihm die katholische Nottaufe vollzogen. Einige Jahre später meldete die Kirchenbehörde in Bologna diese Nottaufe an den Vatikan, und die Kirchenjuristen im Vatikan begannen zu denken: Durch die Nottaufe des Kindermädchens gehörte das Kind nach römisch-katholischer Auffassung zum "Leib" der Kirche, und seine jüdischen Eltern waren für seine Erziehung nach Ansicht der Kleriker deshalb nicht mehr geeignet. Alle oben angeführten Glaubenswahrheiten fanden nun ihre praktische Anwendung: Die Polizei nahm den entsetzten und verzweifelten Eltern das Kind weg und verschleppte es in den Vatikan. Die Eltern haben das Kind nie wieder zurück bekommen. Stattdessen wurde es von Papst Pius IX. adoptiert, streng katholisch erzogen und zu einem gehorsamen und unterwürfigen Priester gemacht. Und wehe, es wäre zu seinen Wurzeln zurück gekehrt!
Kein Hitler und kein Stalin konnten einem Abtrünnigen je so drohen wie die Kirche. Die weltlichen Diktaturen nahmen ihnen nur das irdische Leben. Die Kirche jedoch drohte und droht bis heute auch für diesen Fall mit unendlichen Qualen für alle Ewigkeiten, und sie droht mit einem Gott, dessen Höllenstrafen für diesen Fall an Grausamkeiten nicht zu überbieten sind und deren Bestialität jegliches menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt. Dies ergibt sich allein schon dadurch, dass diese Hölle nie endet und auch keine Pausen kennt, auch wenn man sich heute in der geglaubten Intensität des dauernden Leidens aus Gründen des Zeitgeistes zurückhaltender gibt. Es handelt sich um einen Gott, der gemäß Glaubenswahrheit Nr. 381 selbst Glaubenszeugen, die ihr "Blut für den Namen Christi vergießen", unendlich quält, wenn sie nicht als Katholiken gestorben sind.

Die Kirche will zudem, "dass alle Völker in die Kirche eintreten" (Nr. 370). Was könnte das bedeuten? Z. B. für  Europa, das nach dem Willen der Kirche römisch-katholisch werden soll? Der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers warnte eindringlich, der "biblisch fundierte Absolutheitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf dem Sprung, die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, 1988, S. 73). Doch die Staatsmänner dieser Erde, welche eigentlich die Werte der gegen die Kirche erkämpften Demokratie verteidigen sollen, werfen sich der Diktatur des Heiligen Stuhls an den Hals. Hier stellt sich gerade in diesen Tagen die Frage: Wo sind noch wahrhafte Demokraten, welche noch für die Ideen von Freiheit, Menschenrechten und Toleranz einstehen? Und gibt es wenigstens einen Politiker in Europa, der nicht vor der Kirche auf die Knie fällt?
 



18.4. / 19.4.2005 - Die ruhmvoll hervorragenden unsterblichen Päpste - "Mögest du viele Jahre des irdischen Lebens lang ruhmvoll hervorragen", so der offizielle Zuspruch bei der Amtseinführung eines neuen Papstes, auf den sich gerade die Kardinäle zu einigen versuchen. Und was soll nach diesen vielen Jahren kommen?  "... bis du, von deinem Herrn gerufen, beim Eintritt ins Himmlische Reich mit der Unsterblichkeit bekleidet wirst," so der Zuspruch weiter (http://dbk.de/vatican/in_vatican_17.html). Das klingt fast so, als sei die Unsterblichkeit nach katholischer Lehre ein Vorzug der Päpste. Vielleicht kommt es bei diesem Zuspruch aber auch mehr auf den ersten Teil an, auf das "ruhmvolle Hervorragen" in den Jahren zuvor, das - wie so vieles andere auch - im Widerspruch zu Jesus steht, der die Demut lehrte und die Gleichheit aller Menschen.
 



19.4. / 5.7.2005. -
Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikts XV. fort? - Benedikt XV. starb 1922, Benedikt XVI. wurde 1927 geboren. Der XV. wurde im Jahr 1914 Papst, am Beginn des 1. Weltkrieges - nicht gerade ein gutes Omen im Hinblick auf den Beginn der Amtszeit des XVI. Anhänger feierten den XV. als Friedenspapst, Kritiker sahen in ihm einen gewieften Diplomaten bzw. Schaukelpolitiker, der vielfach als "Sieger" aus dem Krieg hervorging - siehe dazu das Kapitel Der Vatikan als Kriegsgewinnler in dem Geschichtsbuch von Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Rowohlt Verlag 1991. So rief er z. B. in den Anfangsjahren des Krieges einmal zum Frieden auf, als Deutschland und die Achsenmächte noch im militärischen Vorteil waren. Als sich das Blatt wendete, tat er es nicht mehr. Der Papst fand sich rechtzeitig im Lager der Sieger, nachdem er sich zu Kriegsbeginn noch nicht öffentlich auf eine Partei fest gelegt hatte. "Kardinal Gasquet bekannte auf dem Katholikenkongress in Liverpool geradezu: ´Man ist zu der Überzeugung gekommen, dass der am besten aus dem Krieg herausgekommene Mann der Papst war!`" (zit. nach Deschner, Opus Diaboli, 1988, S. 151 f.) Der Historiker Karlheinz Deschner prangert vor allem an, dass der XV. Benedikt den Nationen "seine schönen biblischen Sprüche zurief", während "er selber für eine Militärseelsorge verantwortlich" war, "die den katholischen Soldaten das gegenseitige Abmurksen als höchstes Pflichterfüllung befahl - die mörderischste Heuchelei der Weltgeschichte."* Diese deftigen Worte sind verständlich. Denn warum rief Benedikt XV. nicht die Katholiken beider Seiten auf, die Waffen niederzulegen, wenn es ihm wirklich um den Frieden gegangen wäre? Die ihm unterstehende Militärseelsorge auf allen Seiten tat genau das Gegenteil.
Bekannt wurde später Benedikts viel sagender Spruch im Hinblick auf die Niederlage Deutschlands: "Diesen Krieg hat Luther verloren!" (zit. nach Deschner, Opus Diaboli, S. 151) Protestanten, nehmt euch also vor den Benedikts in Acht!
Erst im Jahr 2000 betonte auch Benedikt XVI. in seinem Buch Dominus Iesus noch einmal den Vorrang der römisch-katholischen Kirche vor allen anderen Kirchen und nannte die evangelischen Kirchen "defizitär". Gefahr auch für die Ostkirche! Wenn der XVI. Benedikt dort weitermacht, wo der XV. und auch Johannes Paul II. aufgehört haben, dann steht womöglich die Katholisierung der orthodoxen slawischen Welt bevor. Karlheinz Deschner schreibt wörtlich: "So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen] Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum gewinnen sollten (Opus Diaboli, S. 152). Der Sturz des Kommunismus wäre Stufe 1 gewesen (siehe dazu die Informationen über die Finanzierung antikommunistischer Gruppen durch den Vatikan). Nun käme Stufe 2. Parallel dazu hat es der XVI. Benedikt womöglich auch auf einen Sieg gegenüber dem Protestantismus abgesehen, wie viele Kenner der Vatikanpolitik mutmaßen. Denn ein Papst-Boom, der auch nur annähernd das Ausmaß des Kultes um Johannes Paul II. erreichte, würde die religiöse Stimmung in Deutschland, dem "Stammland der Reformation", entscheidend verändern. Die augenfälligen Versuche evangelischer Kirchenführer, von der katholischen Hierarchie eingeladen bzw. hofiert zu werden, sind ein Indiz dafür, dass diese sich wieder verstärkt an den Katholizismus anhängen möchten, um so ebenfalls von den Popularitätsschüben des Papstes zu profitieren. Oder man möchte zumindest bei den für die staatlichen Subventionen verantwortlichen Politikern auf Augenhöhe mit der Rom-Kirche zu bleiben.
Mit dem Ziel, "die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum" zu gewinnen, wie der Historiker Deschner ein Ziel Benedikts XV. formulierte, hat auch Benedikt XVI. seine Amtszeit eingeleitet, indem er sogleich die "Ökumene"-Bemühungen im Hinblick auf die Orthodoxen verstärkte. Der Vatikanische "Ökumene-Minister", der deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärte dazu dem Focus in einem Interview, dass das "allgemeine Interesse Russlands an Europa" dafür eine günstige Rahmenbedingung ist. Und weiter: "Ich habe eine neue Offenheit [Benedikt XVI.] entdeckt, in erster Linie gegenüber den orthodoxen Kirchen ... Wir wollen den orthodoxen Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen etwas geben: Das Petrusamt könnte auch ihnen die universale Präsenz bringen." (Nr. 33/2005) Noch scheinheiliger kann man den eigenen Herrschaftsspruch wohl gar nicht in Worte fassen.
Dahinter steckt letztlich die Idee eines geeinten römisch-katholischen Europa unter der Oberhoheit des Papstes in Rom und wohl darüber hinaus die alten Weltherrschaftspläne der Kurie in Rom, zu denen man sich z. B. im Mittelalter auch unverhohlen bekannte.

Zurück zu den Benedikts: Eine Gemeinsamkeit zwischen dem XV. und dem XVI. ist weiterhin der Versuch, das Leben der Menschen bis in Einzelheiten zu regeln und mit entsprechenden Maßnahmen auch auf Verstöße reagieren zu können. Der XV. schuf im Jahr 1917 den Corpus Iuris Canonici, kurz CIC, das kirchliche Gesetzwerk, das bis 1987 unverändert gültig blieb. Der XVI. gilt als Schreiber bzw. Endkorrektor des römisch-katholischen Weltkatechismus, und er war jahrelang als Vorsitzender der "Glaubenskongregation" der oberste "Inquisitor" der Kirche und zuständig für die Anwendung des CIC. Das "sanfte" Strafrecht des CIC ist nach Uli Weyland, Autor von Strafsache Vatikan, ein listiger "Vorbehalt, eventuell auf mittelalterliche Bestrafungsformen zurückkehren zu können, wenn sich die Zeitläufe im Sinne Roms wieder ´günstiger` verändern sollten." (S. 426 f.)

* Der Historiker E. Winter bringt Benedikt XV. in seinem Buch Russland und das Papsttum, Teil 2 (II), Von der Aufklärung bis zur großen sozialistischen Oktoberrevolution, Berlin 1961 sogar mit dem mutmaßlichen Mord an Nuntius Tarnassi im Jahr 1901 in Verbindung und beruft sich dabei auf den internen vatikanischen "Klatsch", wo der spätere Papst als Täter genannt wurde, "denn Tarnassi starb zu sehr erwünscht, als dass es dabei mit rechten Dingen zugegangen sein konnte" (S. 487). Benedikt XV. soll hier ausdrücklich nicht beschuldigt werden und es gilt - wie am Anfang von Ermittlungen - die Unschuldsvermutung. Es ist jedoch auch von einem Dementi nichts bekannt. Tatsache ist jedoch, dass zahllose Päpste Mörder waren (nachzulesen in den Bänden der Kriminalgeschichte des Christentums von Karlheinz Deschner) und alleine 23 Päpste nachgewiesenermaßen oder vermutlich auf Veranlassung ihrer Nachfolger umgebracht wurden.
 



23.4. / 7.5.2005 - Vordergründige Diskussionen um den Flakhelfer und Soldaten Ratzinger - Hintergründige Gemeinsamkeiten zwischen Katholizismus und Nationalsozialismus - Die britische Presse äußert derzeit "tiefe Bedenken", was die Haltung des jugendlichen Joseph Ratzinger (1927 geboren) gegenüber den Nazis betrifft (z. B. nur "bizarr technische Begründung" für dessen Ablehnung; The Independent, 22.4.2005). Das ist jedoch weit weniger bedeutsam als die Frage, wo sich die Anliegen von Katholizismus und Nationalsozialismus grundsätzlich vereinten.
So lehrt die Kirche bis heute, sie müsse "mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist" (Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, siehe oben 10.4. / 17.4., Nr. 382). Dieser Lehrsatz der römisch-katholischen Kirche richtete sich im 20. Jahrhundert vor allem

     1.) gegen die Kommunisten
     2.) gegen die Juden
     3.) gegen religiöse Minderheiten, so genannte "Sekten"

Gegen diese drei Geistesrichtungen, deren Ausmerzung die katholische Kirche forderte, richtete sich auch der Vernichtungswille der Nationalsozialisten. Deren Anführer Adolf Hitler hielt bis ans Lebensende der römisch-katholischen Kirche die Treue und zählt damit zu den "Söhnen und Töchtern der Kirche", für deren Tun im Laufe der Jahrhundert sich der Papst im Jahr 2002 halbherzig entschuldigte. Man könnte diese "Söhne" (denn meist waren es "Söhne") auch als "Männer fürs Grobe" bezeichnen, die mit Wissen, Billigung oder gar im Auftrag der Kirche etwas tun, womit die Kirche aus diplomatischen Gründen nicht direkt in Verbindung gebracht werden möchte.
Zu Adolf Hitler noch zwei Details am Rande: Während er immer wieder Steuern hinterzog und bis zum Jahr 1933 eine nicht bezahlte Steuerschuld von 400.000 Reichsmark anhäufte, zahlte er seinen Kirchenbeitrag stets korrekt und pünktlich, wie ein umfassender Untersuchungsbericht über Hitlers Steuerakte feststellte (so die Historikerin Anna Maria Sigmund und der Notar Klaus-Dieter Dubon bei Prüfung von Hitlers Steuerakte Nr. 13/2548 beim Finanzamt München III; Spiegel online, 16.12.2004; Bild, 17.12.2004). Und während Papst Pius XII. im Jahr 1945 alle Italiener, die Mitglied der Kommunistischen Partei waren, exkommunizierte, wurde Adolf Hitler nie exkommuniziert.

Zum "Ausmerzen" der Kommunisten, Juden und "Sekten" im Einzelnen:

1.) Kommunisten: Hitler und die Nationalsozialisten wurden von der Kirche vor allem wegen ihres Feldzugs gegen den "Bolschewismus" in Russland gepriesen. Bis 1945 reichen die Huldigungen der Kirchenführer für diesen "gottgesegneten" Krieg gegen den Kommunismus. Die Fortsetzung dieses Kampfes führte die Kirche nach 1945 in Allianz mit den Westmächten durch (siehe auch oben, 4.4.2005).

2.) Juden: Was die Juden betrifft, rechtfertigte Adolf Hitler in einem Gespräch mit katholischen Würdenträgern deren Verfolgung damit, "dass er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirchen in 1500 Jahren gegen sie getan habe" (Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1981, S. 406). Eine Fülle von Fakten dazu auch in dem Buch von Daniel Goldhagen, "Die katholische Kirche und der Holocaust" bzw. in der Ausgabe "Der Theologe Nr. 4", Die evangelische Kirche und der Holocaust. Nachdem das europäische Judentum als einflussreiche gesellschaftliche Größe weitgehend vernichtet war und der Zeitgeist sich nach 1945 entscheidend wandelte, hat auch die Kirche in der Folgezeit ihre Position geändert.

3.) Andere religiöse Gemeinschaften: Hier richtete sich die Ausmerzungs-Allianz von katholischer und evangelischer Kirche und Nazis zunächst gegen die Zeugen Jehovas als damals bedeutsamste Minderheit. Gemeinsam beschloss man deren Verbot. Eine typische Stimme war damals der Kommentar in Das Evangelische Deutschland vom 10.9.1933: "Die Kirche wird dankbar anerkennen, dass durch dieses Verbot eine Entartungserscheinung des Glaubens beseitigt worden ist ... Damit ist jedoch noch keine vollständige Bereinigung der Sekten erreicht. Erwähnt seien nur die Neuapostolischen." Die Kirche gibt dem Staat den Takt vor. Und die Vertreter von Kirche und Staat arbeiten vielfach bei den Verhaftungen Hand in Hand. So kommen in den KZs 1200 Zeugen Jehovas ums Leben, weitere 250 werden anderweitig "erhängt, erschossen oder geköpft" (Frankenpost, 15.1.1999).
1945 wechselten die weltlichen Herrscher. Die geistlichen aber blieben. Und mit ihnen ihre Ziele. Vor allem seit den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden erneut viele religiöse Bewegungen, die nicht ins katholische bzw. evangelische Welt- und Menschenbild passen. Deshalb ist auch das "Wüten der Kirche" neu entbrannt, wie z. B. Prof. Dr. Hubertus Mynarek in seinem Buch Die neue Inquisition bzw. Prof. Erwin K. Scheuch und Prof. Gerhard Besiér in ihrem Buch Die neuen Inquisitoren nachweisen. Zwar bieten die gegen die Kirche erkämpften Rechtsgrundlagen der freiheitlichen Demokratie diesen Minderheiten noch einen gewissen Schutz. Doch ist es ein Zufall, dass gerade in unserer Zeit wieder vermehrt der Ruf von Politikern erklingt, die katholische Kirche und ihr Menschenbild sei allen anderen Religionen "überlegen" (wie z. B. zuletzt von CDU-Spitzenpolitiker Jürgen Rüttgers, Spiegel online, 22.4.2005)? Und der neue Papst Benedikt XVI. erinnerte erst jüngst in einem Interview daran, die Inquisition sei ja ein "Fortschritt" gewesen, da man die Menschen vor ihrer Hinrichtung im Unterschied zu früher noch "anhörte" (wobei viele allerdings schon bei den Anhörungen ums Leben kamen). Wer Ohren hat zu hören, der hört den langen eiskalten Atem der Kirche und fühlt ihn vielleicht schon wieder in seinem Nacken ...
 



25.4. / 7.5.2005 -
"Unsere" Benedikts - Joseph Ratzinger stellt sich als Benedikt XVI. bewusst in die Reihe der anderen Benedikts, die wie er diesen Namen trugen bzw. wählten. Mögliche Verbindungen zu Benedikt XV. sind oben bereits genannt. Hier einige Informationen zu Benedikt III., VI., VIII., IX., XII., XIII. und XIV.:

Benedikt XIV. (1740-1758) war ein ausgesprochener "Hüter der Glaubenswahrheiten" = Inquisitor. Im Jahr 1744 bestätigte er mit der Bulle "Ab Augustissimo" die Verordnungen seiner Vorgänger, worin die Todesstrafe für Hostienmissbrauch zu magischen Zwecken schon bei einem Erst-Täter vorgeschrieben wurde. Die Möglichkeit des Angeklagten, sich zu verteidigen, wurden eingeschränkt.

Benedikt XIII. (1724-1730) war weniger ein Inquisitor. Dafür waren seine engsten Mitarbeiter vielfach korrupt. So setzte der Papst z. B. seinen Vertrauten Niccolo Coscia als Kardinal und Papst-Koadjutor ein. Damit war dieser als Stellvertreter des "Stellvertreters Christi" wohl der heimliche Herrscher der Kirche. Während Benedikt XIII. im Verhältnis eher bescheiden gelebt haben soll, regierte sein Koadjutor den Vatikan mit Bestechungen, Ämterhandel, Korruption bzw. Umleitung von kirchlichen Einnahmen in die eigene Tasche. Der Bevölkerung wurde auf diese Weise deutlicher als sonst vor Augen geführt, wie sich Kirchenfürsten auf Kosten des Volkes einem Luxusleben hingeben. Erst nach dem Tod Benedikts XIII., der das verbrecherische Treiben seines Günstlings und von den Günstlingen seines Günstlings schützte und verteidigte, konnte der Papst-Koadjutor verhaftet werden.
 
Benedikt XII. (1334-1342) war wiederum ein brutaler Inquisitor. Vor seiner Wahl zum Papst war sein Hauptanliegen als Bischof Jacques Fournier von Parmiers/Südfrankreich die Verfolgung und Ausrottung der letzten noch nicht hingerichteten urchristlichen Katharer. Er führte selbst die Verhöre (nach Benedikt XVI. waren diese "Untersuchungen" ein Fortschritt gegenüber dem sofortigen Ermorden; siehe hier) und ließ die Scheiterhaufen anzünden.

Benedikt Caetani
nannte sich als Papst Bonifatius VIII. (1294-1303) und verfasste die bedeutendste Lehramtsschrift der römisch-katholischen Kirche im Mittelalter, die Bulle Unam Sanctam (1302). Darin heißt es: "Wer immer sich also dieser von Gott so angeordneten Gewalt [der Kirche] widersetzt, widersetzt sich der Anordnung Gottes". Und: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig: Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir" (zit. nach Neuner/Roos, a. a. O., siehe oben 10.4. / 17.4.2005, Nr. 430). Dieser Lehrsatz ist seit 1870 eine nach katholischem Glauben unfehlbare Lehrentscheidung von Benedikt Caetani, der sich als Papst Bonifatius VIII. nannte. In der Wikipedia-Biografie heißt es über ihn: "Doch war der stattliche, etwas schwergewichtige, aber wohlgestaltete Papst mit den sonderbar sensiblen Händen bei all seinen unangenehmen, oft scharf verletzenden Eigenheiten, seinem pathologischen Ehrgeiz, überzogenen Stolz, seiner unersättlichen Habgier, Fressgier (er konnte seinen Oberkoch gewaltig abkanzeln, weil er ihm an einem Fasttag nur sechs Fleischgerichte vorsetzen ließ), von seinen Bluttaten, seiner Grausamkeit zu schweigen, auch mutig, gebildet, ein versierter Jurist". In manchen seiner inoffiziellen Aussagen lässt Bonifatius VIII. nämlich durchblicken, dass er an vieles selbst nicht glaubt, was die römisch-katholische Kirche lehrt, z. B. die Jungfrauengeburt. Auch ist von ihm der Satz überliefert, "die Toten würden so wenig auferstehn wie sein vorgestern krepiertes Pferd". Der Benedikt, der sich Bonifatius nannte, rief auch das Jahr 1300 zum ersten Heiligen Jahr aus, um durch das Geld der Pilger die Kreuzzüge zu finanzieren. Das Vermögen vieler Andersgläubiger ließ er sowieso konfiszieren.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius_VIII.) 

Benedikt IX. (1032-1048), Theophylakt Graf von Tusculum, hat nach dem Historiker Ferdinand Gregorovius zusammen mit seiner Familie "in Rom gemordet und geplündert" (zit. nach Uli Weyland, Strafsache Vatikan, S. 95). Einer nicht exakt zuzuordnenden Quelle zufolge sollen Benedikt IX. und seine Anhänger z. B. "Pilger auf dem Weg nach Rom ausgeraubt haben und das Geld, das diese für den Ablass von Sünden mit sich führten, auf solche Weise schon vorher in den eigenen Beutel haben fließen lassen." (S. 95) Ein weiteres Verbrechen des Papstes war eine Vergewaltigung. Benedikt IX. wurde übrigens schon mit 11, 14 oder 18 Jahren als "Seine Heiligkeit" gekrönt und er verkaufte im Jahr 1045 schließlich das Papstamt an Gregor VI., weil er seine Cousine heiraten wollte. Nachdem ihn jedoch seine Cousine nicht mehr heiraten wollte, blieb er als Papst Benedikt IX bis 1048 parallel zu Gregor VI. im Amt.

Benedikt VIII. (1012-1020) weihte 1020 in Bamberg die Kirche St. Stephan, als er sich dort mit dem Kaiser traf. Die zwischenzeitlich zerstörte und neu aufgebaute Kirche ist heute die evangelische Hauptkirche der Stadt, die im Volksmund als "fränkisches Rom" gilt. St. Stephan in Bamberg ist in Deutschland bis heute die einzige von einem Papst eingeweihte Kirche. Auf der Synode von Pavia im Jahr 1020 führt Benedikt VIII. auch den Zölibat bzw. Zwangszölibat für Priester ein, die von nun an nicht mehr heiraten durften (im Jahr 1139 auf dem 2. Laterankonzil als "unabdingbare Zugangsvoraussetzung" für den Priesterberuf bestätigt). Dadurch sollte das Vermögen der Kirchenmänner nicht mehr an ihre Kinder vererbt werden, sondern der Institution Kirche zufallen. Offizieller Grund für den Zölibat war allerdings die geforderte sexuelle "Reinheit" der Priester. Dafür durften Mengen an Blut an ihren Händen kleben, auch wenn die kirchlichen Amtsträger das Blut von unliebsamen Zeitgenossen durch andere vergießen lassen sollten. So ließ Benedikt VIII. im Jahr 1017 in Rom viele Juden bei einem Pogrom köpfen. Und im Jahr 1020 (dem Jahr der Synode von Pavia und der Kirchenweihe in Bamberg) inszeniert der Papst erneut ein Pogrom in Rom und lässt die jüdischen Mitbürger dieses Mal verbrennen. Der Grund: Ihr falscher Glaube sei der Grund für einen Orkan bzw. ein Erdbeben gewesen.

Benedikt VI. (973-974) gehört zu den vielen Päpsten, die auf Betreiben ihrer Nachfolger ermordet wurden. Sein Nachfolger Bonifatius VII. regierte 974 erst als "Gegenpapst", von 984-985 dann als anerkannter Papst.

Das also sind
"unsere" Benedikts. Über die anderen ist meist nur wenig bekannt. Die Existenz von Benedikt III. (855-858) ist sogar umstritten. Er gilt manchen als Erfindung der Kirche, um die Amtszeit der als Mann "Johannes" verkleideten Päpstin Johanna (ab 853 oder 855) zu ersetzen. Andere bestreiten demgegenüber die Existenz Johannas. Eventuell folgte Benedikt III. auf Johanna alias Papst "Johannes Anglicus I." Dieser soll bei einer Prozession ein Kind als Totgeburt zur Welt gebracht haben und darauf hin von den "entsetzten" Katholiken (weil "er" eine Frau war) am Straßenrand gesteinigt worden sein, bzw. "er" starb an den Geburtskomplikationen.

Bleibt noch der Ordensgründer Benedikt von Nursia (um 480-547), auf den sich Joseph Ratzinger bzw. Benedikt XVI. besonders beruft. Benedikt von Nursia lehrte u. a. das Motto "Bete und arbeite" - ein Widerspruch zu den Priestern und Amtsträgern der Kirche, die sich auch für das Beten bezahlen und vom Staat subventionieren lassen und nicht auf diese Weise arbeiten, wie Benedikt von Nursia sich das gedacht hatte. Die Gründung des Benediktiner-Ordens auf dem Monte Cassino bei Neapel im Jahr 529 gilt als geistesgeschichtlicher Beginn des Mittelalters. Gleichzeitig gilt Benedikt von Nursia der römisch-katholischen Kirche als "Patron Europas". Vielleicht hat Joseph Kardinal Ratzinger bei seinem Amtsantritt auch deshalb Benedikt von Nursia so hervorgehoben. Und vielleicht verbinden spätere Geschichtsschreibern einmal das Jahr 2005 mit dem Beginn einer Epoche in Europa, in welcher die Neuzeit beendet und das Mittelalter wieder auferstehen sollte.
 



Mai 2005 - Anmerkung zur Achse Washington - Vatikan - Seit den 60er Jahren ist Billy Graham Berater und Beichtvater aller US-Präsidenten und damit neben dem Papst wohl der einflussreichste Kirchenmann der Welt. Während es über die "geistige Achse" Washington-Vatikan manche Spekulationen gibt, enthüllt die US-amerikanische Zeitschrift Christianity Today in ihrer Ausgabe Nr. 5/2005 bemerkenswerte Fakten. Demnach sperrt sich die römisch-katholische Kirche in Polen im Jahr 1977 gegen einen geplanten "Kreuzzug" von Billy Graham im Land. Ein Kardinal jedoch bewertet die Lage grundsätzlich anders und erteilt dem evangelischen US-Prediger die notwendige offizielle Einladung für seine "Großevangelisation": Karol Wojtyla aus Krakau. Ein Jahr später überschlagen sich die Ereignisse. Und wer darin mehr als den "Zufall" am Werk sehen möchte, kann manches bedenken.
Während der Vorbereitungen zu Grahams Polen-Kreuzzug wird Papst Johannes Paul I. tot in seinem Bett gefunden, evtl. vergiftet durch eine Überdosis des Herzmittels Digitalis (z. B. Stern, 4.5.2005). Der Vatikan verweigert eine Obduktion und die Leiche des Papstes wird schnell zur "Reliquie". Sein Nachfolger im Rom als neuer "Lenker des Erdkreises" wird Karol Wojtyla, der sich eigentlich in diesem Zeitraum mit Billy Graham in Polen treffen will. Doch die beiden nun mächtigsten Kirchenführer der Welt arrangieren es jetzt anders: Während sich Johannes Paul II. am 16.10.1978 in Rom zum ersten Mal der jubelnden Menge präsentiert, steht auf seiner Heimatkanzel in der Bischofskirche von Krakau zeitgleich Billy Graham ...
(vgl. dazu Der Theologe Nr. 22)
 



10.5. / 30.10.2005 - Papst-Golf und Papst-Ford - Entgleitet der katholischen Kirche der Handel mit modernen Reliquien? - Bekanntlich wurde der ehemalige VW-Golf  von Benedikt XVI. von dem kanadischen Internet-Unternehmen GoldenPalace.com für fast 190.000 € ersteigert. Der ehemalige Ford Escort GL, Baujahr 1975, von Johannes Paul II. brachte bei einer Auktion im Oktober in Las Vegas sogar 680.000 Dollar ein. Ein Anwalt aus Texas stellt den PKW jetzt in seinem privaten Automuseum aus. Ob der im Escort befindliche Rosenkranz mit versteigert wurde, ist nicht bekannt. Die neuen Eigentümer des ehemaligen Benedikt-Golfs ließen durch ihren Pressesprecher mittlerweile erklären: "Wir wollen ... Menschen, die in dem Auto sitzen oder damit eine Runde drehen wollen, die Möglichkeit einer spirituellen Erfahrung bieten" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 8.5.2005). Das Unternehmen könne jedoch nicht garantieren, dass die Fahrt im Golf  "zu einem geistlich erhebenden Erlebnis wird. Benedikt XVI. solle "verstimmt" auf den Wirbel um seinen ehemaligen VW-Golf reagiert haben. Das ist verständlich, denn der PKW ist - wenn man so will - die erste öffentlich bedeutsame Reliquie, welche in Verbindung mit seiner Person steht. Und deren Vermarktung hatte in der Vergangenheit immer die Kirche selbst in der Hand, während sie an dem Golf und dem Escort keine Rechte mehr hat. Kirchliche Kritik an GoldenPalace.com wäre auch völlig unangebracht, denn das kanadische Unternehmen hat nur von dem Vorbild der Kirche gelernt. So lockte der Vatikan z. B. um die Jahrtausendwende 1999/2000 Hunderttausende von Pilgern nach Rom, um sie dort durch die "Heilige Pforte" zu schleusen. Und beim Weltjugendtag bzw. Weltjugendtreffen in Köln gingen wiederum Hunderttausende an den vermeintlichen Leichen-Resten der "Heiligen Drei Könige" vorbei, und an manchen Wallfahrtsorten werden Gegenstände ehemaliger hoher Amtsträger angeboten, die man sogar kurz berühren darf. Diese Handlungen haben nach kirchlicher Lehre eine positive Wirkung auf das eigene Seelenheil. So hieß es 1999, nachdem der Papst ein bestimmtes Tor in den Vatikanmauern geöffnet hatte, wer durch dieses Tor ginge, der würde einen Ablass seiner Sündenstrafen erhalten (das heißt, das im Jenseits noch zu erwartende Leid für noch nicht vollkommene Katholiken würde dadurch angeblich getilgt). Kritische Rückfragen (z. B. "Ist man nach dem Gang durch die Pforte ein anderer Mensch?") blieben wie immer unbeantwortet. Manche Pilger berichteten immerhin von einer "spirituellen Erfahrung". Und so könnte man fragen: Warum sollte derjenige, der mit dem ehemaligen VW-Golf von Benedikt XVI. eine Runde dreht (oder auf dem Beifahrersitz Platz nimmt, auf dem Kardinal Ratzinger immer gesessen war), nicht dieselbe oder eine ähnliche "spirituelle Erfahrung" machen (oder nicht machen) können wie derjenige, der in Rom durch eine bestimmte Türe geht? 
 



16.6. / 17.7.2005 / 11.3.2008 - Katholische Kirche bietet vermehrt Exorzismus-Kurse an - Unter der Überschrift "Benedikts neuer Kurs" weist Focus online (1.7.2005) darauf hin, dass zwei italienische Bischöfe und ein Dominikaner-Priester in Rom einen neuen Exorzismus-Kurs anbieten. Der Kurs findet im Oktober am Priesterseminar Regina Apostolorum statt, wie die vom Vatikan anerkannte Hochschule des Ordens "Legionäre Christi" bekannt gab.
Teufelsaustreibungen gibt es in vielen Kirchen weltweit und vor allem im Voodoo-Kult. Was ist der Hintergrund der Ausweitung dieser Praktiken in der Kirche? Da nach katholischer Lehre auch Kirchenaussteiger und Kritiker aus den eigenen Reihen, welche nicht die ganze römisch-katholische Lehre akzeptieren, das Heil verloren haben und auf der Seite des Teufels stehen, stellt sich die Frage, ob der Exorzismus demnächst auch wieder auf diese Bereiche ausgedehnt werden soll. Im Mittelalter und in der Neuzeit (16.-18. Jahrhundert) wurde der Exorzismus gezielt auch gegen Andersgläubige eingesetzt. Anstatt sich mit deren Glauben auseinanderzusetzen, hieß es einfach, sie seien mit dem "Bösen" im Bunde und damit ein Fall für den Exorzisten. Und da Papst Benedikt XVI. spiritueller und juristischer Nachfolger der früheren Großinquisitoren ist, wäre es kein Wunder, wenn der Exorzismus demnächst auch wieder in den Dienst der Inquisition gestellt würde

Manche Exorzismen enden tödlich, so auch der letzte von einem Bischof genehmigte Exorzismus der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Lesen Sie dazu "Der Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche - Warum musste Anneliese Michel sterben? Trotz der Todesfälle im Zusammenhang mit Teufelsaustreibungen wird noch in keiner staatlichen "Sektenbroschüre" in Deutschland vor dem Exorzismus-Ritual der Kirche gewarnt, während man viele kleinere Gemeinschaften dort aus Prinzip mit maßloser und vielfach ungerechtfertigter Kritik überzieht. Wenn der Staat schon glaubt, er müsse die Bürger über Religionen informieren, dann sollte er zumindest zum katholischen Exorzismus nicht schweigen! (siehe dazu auch die Meldung über den Film "Der Exorzismus von Emily Rose")

Aktualisierung: Der Vatikan plant, 3.000 neue Exorzisten einzusetzen (Bild, 10.3.2008 u. a.). So soll in Zukunft in jeder römisch-katholischen Diözese ein eigener Exorzist tätig sein.
 



29.7.2005 - Wann unterwerfen sich die evangelischen Bischöfe dem Papst? - Führt die Kommunität von Taizé die evangelischen Jugendlichen dem Papst zu? - Der evangelische Theologieprofessor Klaus Berger aus Heidelberg* (siehe auch Meldung vom 9.2.2005) hat in der FAZ vom 13.7.2005 das entscheidende Wort zum gegenwärtigen Stand der Ökumene genannt: Unterwerfung. Wörtlich schrieb der Theologe: "Die nichtkatholischen Bischöfe unterwerfen sich dem Papst - und der Papst unterwirft sich ihnen." Verschiedene Zeitungen haben das Wort von der "Unterwerfungsökumene" geprägt (z. B. idea-spektrum Nr. 29/2005). Was den Anschein haben könnte, als ginge es hier um ein gegenseitiges Sich-Unterwerfen, ist jedoch Augenwischerei. Tatsächlich geht es um die Unterwerfung aller Konfessionen unter den Papst und die römisch-katholische Kirche, so wie es nach "unfehlbarem" katholischen Glauben auch für alle Menschen heilsnotwendig sein soll (Siehe Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 430). Die Unterwerfung des Papstes im Gegenzug dazu ist rhetorische Kosmetik und kirchenamtlich bzw. juristisch belanglos. Sie bezieht sich gemäß Professor Klaus Berger darauf, den Inhaber des "Stuhles Petri" theologisch auch als "Sklaven der Sklaven Gottes" betrachten zu können.

Die Idee der Unterwerfung der Protestanten ist nicht neu. Mit Martin Luther hat sie jedoch nichts zu tun. Für Luther war noch klar, dass der Stuhl Petri nichts mit Christus zu tun hat, und er lehrte deshalb: "Das Papsttum ... besteht aus Lügen. Darum muss es allein mit dem Wort der Wahrheit vernichtet werden ... Gottes Wort muss dem Papste Abbruch tun, sonst tut´s ihm keine Waffe; denn er ist der Teufel" (Luther Deutsch. Die Werke Martin Luthers in neuer Auswahl für die Gegenwart. Band 9: Tischreden, 3. Auflage, Stuttgart 1960, Nr. 296 und Nr. 297). Die Nachfolger Luthers möchten davon jedoch nichts mehr wissen. So wünschten sich z. B. im Jahr 1998 evangelische Kommunitäten (darunter die Jesusbruderschaft in Gnadenthal, die Christusbruderschaft Selbitz und die Evangelische Michaelsbruderschaft) den Papst als Sprecher aller Christen
(idea-spektrum Nr. 11/1998). Und im Jahr 2000 erklärte der evangelisch-lutherische Landesbischof Johannes Friedrich aus München, das Papsttum sei für Lutheraner denkbar (Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 17.12.2000), allerdings eingebunden in "Kollegialität" usw. usf. Die Anbiederung ging in der Folge so weit, dass im Jahr 2001 die Schlagzeile zu lesen war: "Folgen die Protestanten bald dem Papst?" (Bild, 9.3.2001) Doch in der Vergangenheit sah man z. B. im römisch-katholischen Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes ein unüberwindliches Hindernis. Davon ist in neueren Stellungnahmen kaum mehr die Rede. Der Theologieprofessor Klaus Berger will immerhin noch die Ordination der Frauen zu Pfarrerinnen retten, indem er z. B. ein lutherisches Patriarchat innerhalb der katholischen Kirche einrichten möchte, in dem Frauen weiter geweiht werden dürfen.

Auffällig ist der ausdrückliche Verweis von Professor Klaus Berger auf das Beispiel der ökumenischen bzw. evangelischen Bruderschaft von Taizé und ihren Gründer Roger Schutz, der am 16.8.2005 einem Messer-Attentat einer Anhängerin zum Opfer fiel, die sich offenbar mehr Zuwendung erzwingen wollte. Schütz gehörte eigentlich der evangelisch-reformierten Konfession an, praktizierte aber in Taizé die Einheit mit der katholischen Kirche so, "dass gerade auch Päpste dem freudig zustimmen" (FAZ, 13.7.2005; Anmerkung: z. B. mit getrenntem Abendmahl innerhalb einer gemeinsamen Veranstaltung bzw. in einem gemeinsamen Raum). Und es war wohl kein Zufall, dass der spätere Papst Benedikt XVI. Roger Schutz bei den Beerdigungsfeierlichkeiten zum Tod von Johannes Paul II. die katholische Hostie austeilte, obwohl die römisch-katholische Kirche dies für Evangelische ablehnt. Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls teilte dazu mit, dass Schutz gerade in einer Gruppe von katholischen Amtsträgern stand, welche die Hostie erhielten und ließ verlauten: "In dieser Situation erschien es unmöglich, ihm das Allerheiligste Sakrament zu verweigern, zumal sein katholischer (Anmerkung der Redaktion: "!") Glaube wohl bekannt ist." Und als ob ihm ein entlarvender Versprecher passiert sei, fügte Joaquin Navarro-Valls dann "präzisierend" hinzu, Schutz bejahe "voll den Glauben der katholischen Kirche an die Eucharistie" (Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 17.7.2005) ...
Bereits in der Ausgabe Nr. 12 der Zeitschrift Zeugendienst und Bibelaktion vom Dezember 1964, die vom Zürcher Verlag "Haus der Bibel" (welcher der Genfer Bibelgesellschaft angeschlossen ist) herausgegeben wurde, stand einiges zu diesem Thema zu lesen, was am 26.1.1994 in einem Leserbrief in idea-spektrum von Thomas Mayer, M. A., aus Nürnberg, aufgegriffen wurde. Darin heißt es: "Weiß man nicht, oder hat man vergessen, 1) dass der Gründer und Leiter von Taizé, Frère Roger, dem afrikanischen Bischof Dupont von Bobo Doulasso einmal wissen ließ, dass er jetzt noch nicht in den Schoß der römisch-katholischen Kirche zurückkehre, weil er sonst allein käme; wenn er aber warte, bis er seinen Auftrag ausgeführt habe, mit einem Teil der Protestanten Frankreichs kommen könne? 2) dass Frère Roger Beobachter des II. Vaticanums gewesen ist? 3) dass die Taizé-Bewegung folglich eine Zurück-nach-Rom-Bewegung ist? ..."
Dass sich diese Entwicklung fortsetzt, erklärte auch Papst Benedikt XVI. bei einer Generalaudienz in Castelgandolfo am 17.8.2005, einen Tag nach Frère Rogers Tod. Joseph Ratzinger teilte mit, dass Roger ihm schrieb, "
dass er sich danach sehnt, möglichst bald nach Rom zu kommen, um mich zu treffen und mir zu sagen, dass ´unsere Gemeinschaft von Taizé ihren Weg in Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater gehen möchte`" (http://www.taize.fr/de_article2652.html).


Die Gemeinschaft von Taizé veranstaltet regelmäßig um die Jahreswende große Jugendtreffen in einer europäischen Stadt, und in vielen Orten treffen sich weltweit v. a. Jugendliche, um die Spiritualität von Taizé zu pflegen. Und vielleicht war der Prior von Taizé, Frère Roger Schutz, in Rom längst als Beauftragter des Vatikan in besonderer Mission bekannt. Immerhin "wurde auch vermutet, Schutz sei formell zur katholischen Kirche konvertiert"
(Evangelisches Sonntagsblatt in Bayern, 17.7.2005). So bestätigte nach dem Mord an Roger Schutz auch der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten, gegenüber dem ZDF Morgenmagazin (17.8.2005), Schutz soll "mit dem Gedanken gespielt haben, katholisch zu werden". Sehr wahrscheinlich blieb er aber - zumindest offiziell - evangelisch. Doch der bereits von Roger Schutz zu seinem Nachfolger in der Leitung der Kommunität bestimmte deutsche "Bruder" Alois ist nun ein römisch-katholischer Mönch. Er reiste sofort nach der Mordnachricht vom Weltjugendtag in Köln zurück nach Frankreich. Beim Weltjugendtag stellte die römisch-katholische Kirche der Taizé-Gemeinschaft zwei als offizielle "Geistliche Zentren" bestimmte katholische Kirchen zur Verfügung, damit die Kommunität dort mit den Pilgern Andachten feiert. Auch dies deutliche Indizien, wohin von Taizé aus die Reise führt ...

Währenddessen verkommen die evangelischen Kirchen ohnehin mehr und mehr zum "Anhängsel" der katholischen. Nachdem die evangelischen Bischöfe in Deutschland z. B. zunächst beklagten, nicht zum katholischen Weltjugendtag in Köln eingeladen worden zu sein, hat der Vatikan jetzt am Rande ein Gespräch mit Benedikt XVI. arrangiert. Daran nehmen jedoch auch die Vertreter der in Deutschland zahlenmäßig unbedeutenden orthodoxen Kirchen teil - also keine besondere Beachtung der evangelischen Vertreter und keine entsprechende Berücksichtigung des Sachverhalts, dass es in Deutschland etwa gleich so viele Protestanten wie Katholiken gibt. Doch die evangelischen Kirchenvertreter freuen sich offenbar schon wie die Kinder, wenn sie dem Papst wenigstens die Hand geben dürfen.
Und was ist aus dem evangelischen Selbstbewusstsein geworden? Noch vor weniger als 100 Jahren haben selbst "große" Katholiken wie Adolf Hitler (der bis zu seinem Selbstmord 1945 immer pünktlich Kirchensteuer bezahlte) die evangelische Kirche noch mit ganz anderen Augen betrachtet. So heißt es bei Brigitte Hamann in ihrer Biografie Hitlers Wien (1996) über den späteren Diktator im Jahr 1912:
"Laut Hanisch meinte H. [Hitler] im Männerheim, die wahre deutsche Religion sei der Protestantismus" (S. 358).

* Der evangelische Theologieprofessor Klaus Berger hat sich im Oktober 2005 als Katholik enttarnt, der nie aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten war. Den evangelischen Lehrstuhl bekam er, weil die evangelische Fakultät der Universität Heidelberg aufgrund seiner Qualifikationen in "Evangelischer Theologie" fälschlicherweise davon ausging, er sei evangelisch. Tatsächlich legte er auch ein Kircheneintrittsdokument in die evangelische Kirche vor, bei dessen Ausstellung die evangelische Behörde jedoch Bergers Austritt aus der katholischen Kirche nach Treu und Glauben voraussetzte. Eine mögliche Doppelmitgliedschaft in beiden Amtskirchen lehnen beiden Großkirchen ab.
 



1.8.2005 - Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg: Ökumene soll aus Protestanten Katholiken machen In der Sendung "100 Tage Papst Benedikt XVI." (ZDF, 31.7.2005) sagte Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg sinngemäß: "Wir sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein." Wie hat er das gemeint? Tatsache ist: Es gibt derzeit noch ca. eine Milliarde Protestanten.
Hierzu ein Rat an die Noch-Protestanten: Machen Sie den Glaubenstest! Damit Sie schon einmal wissen, was im Bauch der "großen Mutter" auf Sie zukommt ...

 



12.8 / 20.8.2005 - "Sparen Sie sich die Kirche" - Kirchenkritische Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln - Am Donnerstag, den 18. August 2005 fand parallel zum Papstbesuch in Köln im Theaterhaus ein Podiumsgespräch zu diesem Ereignis mit Professor Dr. Hubertus Mynarek statt, zu dem ca. 150 Besucher kamen, obwohl die Presse keine Veranstaltungshinweise veröffentlichte. Der bekannte Kirchenkritiker und Buchautor war früher Professor für Katholische Theologie und Dekan an der Universität Wien. Unter der Überschrift Angriff auf Kirche, Papst und Kardinal berichtete der Kölner Stadtanzeiger über den Abend (20.8.2005), der von der Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" veranstaltet wurde. "´Ist die halbe Welt verrückt geworden`, fragte der Religionswissenschaftler zu Beginn seiner Ausführungen. ´Da kommt der Großinquisitor nach Köln, und die Politiker liegen auf dem Bauch.`" Hubertus Mynarek berichtete u. a. über seine Begegnungen und Erfahrungen mit Joseph Ratzinger. Z. B. hatte dieser als Theologieprofessor bei einem Vortrag in Bamberg einst eingeräumt, dass Jesus keine Priester eingesetzt habe, womit er zumindest einen Widerspruch zwischen Jesus und Kirche zugegeben hatte. Zum Ereignis "Weltjugendtag" sagte Mynarek wörtlich: "Warum kommen so viele Jugendliche zum Weltjugendtag? Sie haben Defizite an Aufklärung und viele Ehen sind kaputt. Viele haben Sehnsucht nach dem Vater. Da kommt nun einer und nennt sich Stellvertreter Gottes. Die Leute glauben einfach, sie brauchen keine Beweise mehr. Obwohl der Ratzinger-Papst 140 Theologen suspendiert hat und seine Organisation Millionen Morde auf dem Gewissen hat. Die Leute glauben an einen gütigen Papst. Doch die Begeisterung hat keine Basis."
Mit auf dem Podium war auch der ehemalige evangelische Pfarrer Dieter Potzel, der u. a. erklärte: "Den Jugendlichen in Köln wird die Wahrheit über die römisch-katholische Lehre verschwiegen." Und die Versöhnungsgeste des Papstes gegenüber den Juden sei scheinheilig, denn sie gelten nach römisch-katholischer Lehre als ewig verdammt, wenn sie nicht vor ihrem Tod katholisch würden. Und die evangelische Kirche habe sowohl Christus als auch ihren Gründervater Luther verraten, der im Gegensatz zu seinen Nachfolgern noch heftige Kritik an der katholischen Kirche übte. Sein Beitrag ist hier stichpunktartig einsehbar. Die Initiative Mahnmal fordert ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche gerade in Köln, der reichsten Diözese der Welt mit einer der blutigsten Vergangenheiten.
 



25.8.2005 - Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für viele die Erfüllung religiöser Sehnsucht - Obwohl die römisch-katholische Kirche die evangelische Pfarrerstochter Angela Merkel offiziell ewig verdammt (siehe dazu Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381), lobt diese den von der Kirche so genannten "Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf Erden" (zit. nach "Päpstliche Insignien" auf der Web-Seite der Deutschen Bischofskonferenz http://www.dbk.de/vatican/in_vatican_17.html *) mit monumentalen und kritiklosen Worten: "Ich bin nach diesem Treffen mehr denn je überzeugt: Papst Benedikt XVI. ist genau die Persönlichkeit, um die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach einem religiösen Bekenntnis und einem festen Wertefundament zu erfüllen" (idea-spektrum Nr. 35/2005). Während Frau Merkel sich freute, dass sie Joseph Ratzinger in Köln die Hand schütteln durfte, wurden die amtierenden evangelischen Bischöfinnen Margot Käßmann, Maria Jepsen und Bärbel Wartenberg-Potter von der katholischen Kirche zum Treffen mit dem Papst nicht eingeladen, obwohl die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gerne wenigstens eine der Bischöfinnen dem Papst vorgestellt hätte. Doch die römisch-katholische Kirche hat der EKD vorgeschrieben, wie die evangelische Delegation zusammengesetzt wird und nur namentliche Einladungen verschickt. Auch darin zeigt sich, was Experten schon lange beobachten: Die evangelische Kirche scheint nur noch ein Anhängsel der katholischen zu sein.
Die Beurteilung der Frau durch "große" Katholiken lesen Sie bei
http://www.jubeljahr2000.de/frauen.html.

* Diese Ehrentitel für den Inhaber des Stuhles Petri standen jeweils im Zentrum der Papstkrönung, bis Johannes Paul I. im Jahr 1978 die Krönung abschaffte (eine seiner wenigen Entscheidungen vor seinem plötzlichen und nicht für alle überraschenden Tod). Dennoch gilt der Inhalt der Huldigung natürlich für die nachfolgenden Päpste weiter.
 



21.8. / 17.9.2005 - Papst im Sinkflug über den Alpen - Nach dem Segen kam die Flut - Am Donnerstag, den 18.8.2005 setzte der Papst in Köln mit einem Boot über den Rhein, um daran zu erinnern, wie Jesus aus einem Boot heraus den Elementen der Erde gebot und einen Sturm lenkte. Drei Tage später, am Sonntagabend, den 21.8.2005, setzte das Flugzeug mit Benedikt XVI. vor der Alpenüberquerung zum Sinkflug an. Der Papst, der nach römisch-katholischem Glauben gemäß dem Liber Ponitficalis zur Papstkrönung von 1596 als "Rektor der Welt" bzw. "Lenker des Erdkreises" gilt, segnete aus dem Flugzeug heraus die zahlreichen Menschen, die sich vor seinem Geburtshaus in Marktl am Inn versammelt hatten. Und gläubige Katholiken waren an diesem Abend überzeugt, dass der Segen der ganzen Region zugute kommt.
Wenige Stunden später begannen in Marktl am Inn und andernorts in der Alpen- und Voralpenregion jedoch die heftigen Regenfälle, die sich im Laufe des Montag zu einem verheerenden Unwetter ausweiteten, das wiederum die Hochwasserfluten an Loisach, Inn, Isar und Donau auslöste. Der Papst betete nun trockenen Fußes aus Rom für die Opfer. Daraus ergibt sich jedoch auch die Frage: Hat am Ende der Segen des "Rektors der Welt" den Regen ausgelöst? Oder sind die Segnungen und Gebete des Papstes ganz oder weitgehend nutz- und wirkungslos? Bzw. haben sie weder in den Alpen noch in New Orleans etwas genützt? Doch wozu braucht man sie dann noch und vieles dergleichen und zahlt Kirchensteuern, um die katholischen Zeremonien zu finanzieren?
 



9.10.2005 - Clemens August Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers - Das unter Johannes Paul II. eingeleitete Seligsprechungsverfahren wurde unter Benedikt XVI. beendet. Mit Kardinal von Galen wird einer der eindringlichsten Kriegstreiber des 2. Weltkriegs selig gesprochen. Für den Würdenträger war der Krieg ein neuer Kreuzzug und die gefallenen deutschen Soldaten würden im Jenseits in die "ewige Herrlichkeit" einziehen.
Ausführlich siehe dazu
www.theologe.de/kardinal_von_galen.htm
 



30.10.2005 - Römisch-katholischer Professor erklärt: "Die Verheißungen durch den damaligen Papst gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens" - "Bin Laden in der Tradition von Papst Urban II." lautete die Überschrift in zahlreichen Tageszeitungen (z. B. Main-Echo 29./30.10.2005), welche eine Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur KNA verbreiteten. Darin heißt es wörtlich: "Nach Meinung des katholischen Augsburger Theologen Klaus Kienzler ´wurzelt die fundamentalistisch-islamische Dschihad-Idee in den christlichen Kreuzzügen`. Die arabischen Kriegsherren hätten zur Zeit Saladins (1138 bis 1193) den ´heiligen Krieg` der römischen Westkirche übernommen, um muslimische Kämpfer für die Rückeroberung Jerusalems zu motivieren, sagt Kienzler bei einem Vortrag in der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Der Hass zwischen Christen, Juden und Muslimen sei erst durch die Kreuzzüge entstanden. Der Fundamentaltheologe zitierte einen Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II. (1088 bis 1099) und erklärte dazu: ´Die Verheißungen des Paradieses für die christlichen Märtyrer durch den damaligen Papst gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens.`" 
Dies wiegt umso schwerer, da sich die römisch-katholische Kirche bis heute nicht von ihrem "Heiligen Vater" Urban II. distanziert hat, obwohl zeitgleich zu Urban II. mit Clemens III. ein zweiter Papst regierte (1080 bis 1100), den z. B. die damalige deutsche Bischofskonferenz als den rechtmäßigen betrachtete und dessen "moralische Integrität" auch von seinen Gegnern "anerkannt" wurde
(Wikipedia-Internet-Enzyklopädie zu Clemens III.). Doch der Vatikan entschied sich für den Mordbrenner Urban II., der die Kreuzzüge ins Leben rief, als rechtmäßigen "Heiligen Vater".

 


2006

25.12.2005 / 26.12.2006 / 14.1.2010 - Naturkatastrophen, "neue Weltordnung" und mögliche Folgen des "Urbi et Orbi" - Dass der Weihnachts- und Ostersegen des Papstes "Urbi et Orbi" (= "Der Stadt und dem Erdkreis") mehr oder weniger nutzlos ist und der damit verbundene "Ablass" von "Sündenstrafen" eine Scharlatanerie, darin stimmen wohl viele auf Anhieb überein. Darüber hinaus kann man jedoch auch noch fragen: Wirkt der Segen vielleicht hier und da wie ein Fluch? Immerhin gilt der Papst den Katholiken in seiner Eigenschaft als angeblicher "Stellvertreter Gottes" auch als "Lenker des Erdkreises" (einer der Titel bei der Papstkrönung; zit. nach Liber Pontificalis von 1596). Und mancher Gläubige denkt dabei daran, wie Jesus laut dem Zeugnis der Bibel den Naturelementen "geboten" hatte und z. B. einen Sturm stillte. Und gibt es von seinem so genannten "Stellvertreter" nun Ähnliches zu berichten? Wohl eher nein. Denn Tatsache ist auf jeden Fall: Unmittelbar nach dem "Urbi et Orbi" 2003 bebte in den frühen Morgenstunden des 26.12. in der iranischen Stadt Bam die Erde und die Hälfte der Einwohner kam ums Leben. Dem "Urbi et Orbi" im Jahr 2004 folgte am Morgen des 26.12. die verheerende Tsunami-Welle im Indischen Ozean, die über 220.000 Menschen das Leben kostete. Und nach dem letzten "Urbi et Orbi" von Johannes Paul II. zu Ostern 2005 folgte gleich am Ostermontag ein schweres Seebeben im Indischen Ozean (Stärke 8,7), das mehreren Hundert Küstenbewohnern den Tod brachte. Und auch der Segen des neuen Papstes Benedikt XVI. steht bereits in bedenklichen zeitlichen Zusammenhängen. So begannen am 22.8.2005 in den Alpen die schweren Regenfälle, die eine Hochwasser-Katastrophe auslösten. Unmittelbar zuvor, am Abend des 21.8., hatte der Papst - im Flugzeug von Köln nach Rom reisend - das Gebirge im Sinkflug segnend überquert. In dieser Zeit schauten in seinem Geburtsort Marktl Gläubige mit brennenden Kerzen in den Händen andächtig nach oben in Richtung Flugzeug (Lesen Sie dazu die Meldung vom 22.8.2005). Wenige Stunden später kam das Wasser ...
Für manchen mag schon die Frage "ungeheuerlich" sein, ob das "Urbi et Orbi" vielleicht zu den negativen Ereignissen beitragen könnte. Doch die zeitliche Nähe zu einigen Katastrophen ist nun einmal unbestritten. Und bei positiven Ereignissen nach einem Kirchengebet oder Segen werden diese kirchlicherseits auch ungeniert auf das Handeln der Kirchenmänner zurückgeführt. Ganze Wallfahrtsorte sind auf diese Weise entstanden. Deshalb ist es berechtigt, bei negativen Ereignissen nach kirchlichen Gebeten oder Segenshandlungen ebenfalls nach einem möglichen Zusammenhang zu fragen.

Zur aktuellen Situation 2005, 2006 und 2010: Nach dem ersten "Urbi et Orbi" von Benedikt XVI. an Weihnachten 2005 blieben die Naturelemente zumindest einigermaßen ruhig, abgesehen von einem schweren Erdbeben in Pakistan, das sich aber schon einige Stunden vor dem "Urbi et Orbi" am 25.12.2005 ereignet hatte. Die schreckliche Erdbeben-Tragödie in Haiti vom 13.1.2010 trifft schließlich ein Land, in dem die römisch-katholische Kirche Staatsreligion ist und der größte Teil der Bewohner Katholiken. Einige Jahre lang (1996; 2001-2004) wurde das Land bis zu dessen Vertreibung sogar vom katholischen Priester Jean-Betrand Aristide regiert. Das päpstliche Urbi et Orbi zweieinhalb Wochen vor der Jahrhundert-Katastrophe hatte für die Menschen dort also weit größere Bedeutung als in den meisten anderen Ländern. Doch hat es die größte Tragödie seit über 200 Jahren mit Hunderttausenden von Toten nicht verhindert und auch nicht, dass die größte Kathedrale des Landes in Porte-Au-Prince und zahllose andere katholische Kirchen in sich zusammen gefallen ist.
Auch gibt es noch anderweitige Überlegungen zu möglichen Spätfolgen des Segens. Der Papst sprach im Zusammenhang des weihnachtlichen "Urbi et Orbi" nämlich auch auf vom
"Aufbau einer neuen Weltordnung", "die auf gerechte ethische und wirtschaftliche Beziehungen gegründet ist", was zunächst sehr positive Worte sind. Doch der Wortgebrauch "neue Weltordnung" lässt dabei manchen inne halten. Wenn jemand von einer "neuen Weltordnung" spricht, dann wird darunter in erster Linie eine "neue Weltordnung" unter der politischen Führung der USA verstanden. So heißt es z. B. im Internet-Lexikon Wikipedia (25.12.2005):

"Geprägt wurde der Begriff nach dem Ende des Ersten Weltkriegs durch den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson ... Die Bezeichnung wurde erneut populär in der Verwendung durch den damaligen Präsidenten der USA George H. W. Bush nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa Ende des 20. Jahrhunderts und der damit kurzfristig einhergehenden Hoffnung auf den Anbruch eines neuen, friedlicheren Zeitalters für die Menschheit unter amerikanischer Führung. Die Idee einer Neuen Weltordnung wird am Beginn des 21. Jahrhunderts in den USA unter dem Gesichtspunkt des Führungsanspruchs als einzig verbliebene Weltmacht diskutiert; sie wird kritisiert von allen, die mit den entsprechenden Vorstellungen der amerikanischen Regierungspolitik nicht einverstanden sind ..."

So wäre es kein Wunder, wenn der Aufruf zu einer "neuen Weltordnung" im weihnachtlichen "Urbi et Orbi" 2005 von der US-Regierung auch als Ermunterung für eine aggressive Politik gegenüber dem Iran im kommenden Jahr (nach der Fußball-Weltmeisterschaft) aufgefasst würde. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass ausgerechnet drei Tage vor dem Oster-Urbi-et-Orbi 2006 die evangelische US-Außenministerin Condoleeza Rice, Tochter eines  Predigers, vom UN-Sicherheitsrat die Legitimation eines Kriegs gegen den Iran fordert und nach Ostern hinzufügt, diese Legitimation wäre aber gar nicht nötig. In der Zwischenzeit hatte der protestantische US-Präsident Bush bereits mit dem Abwurf einer Atombombe über dem Iran gedroht. Tatsächlich begann dann am 12.7.2006, "pünktlich" drei Tage nach der Fußball-WM, der mit den USA abgesprochene Krieg Israels gegen die von Iran unterstützte Hisbollah-Armee und den Libanon.

Zu Weihnachten 2006 erfolgt dann unmittelbar nach dem Urbi et Orbi wie schon 2003 und 2004 eine schwere Katastrophe: In Lagos/Nigeria kommen bei der Explosion einer Pipeline mindestens ca. 850 Menschen ums Leben. Und in Indonesien nehmen nach dem Urbi et Orbi die schweren Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche weiter zu, so dass ca. eine halbe Million Menschen auf der Flucht sind.
Unser Vorschlag: Einmal fünf Jahre lang auf das Urbi et Orbi verzichten und in dieser Zeit beobachten, ob sich nicht manches bessert. Danach neu entscheiden, ob der vermeintliche Segen wieder gesprochen wird oder nicht.

Anmerkung: Das "Urbi et Orbi" hat der Vatikan übrigens von den heidnischen Priestern des Imperium Romanum übernommen. Damals brachte der "Segen" Roms den Völkern viel Leid und Verzweiflung, z. B. durch die vielen Kriege oder durch die Gewaltherrschaft einzelner Statthalter. Auch das Ritual, eine "Heilige Pforte" zu öffnen (wie durch Johannes Paul II. zu Weihnachten 1999), stammt aus dem antiken Rom. Stand dem Reich ein Krieg bevor, öffneten die Kaiser damals das Janustor ...

PS: Wenn das "Urbi et Orbi" nicht der Segen Gottes ist, gibt es dann überhaupt einen solchen Segen, der von Gott kommt? Wir glauben und haben erfahren: Wer sich aufmacht, nach den Geboten Gottes (z. B. den Zehn Geboten) zu leben und nach der Lehre des Jesus von Nazareth, der wird von Gott gesegnet.
 



7.4. / 20.4.2006 -
Trotz Urbi et Orbi - das Sündenfass quillt über - Jahrelang hangelten sich die gläubigen Katholiken vom Weihnachts- zum Oster-Urbi-et-Orbi und wieder zum Weihnachts-Urbi-et-Orbi usw. Mit diesem Segen wird nach katholischer Lehre allen, die ihn hören oder sehen und die guten Willens sind, ein vollkommener Ablass ihrer Sünden gewährt. Seit 1967 soll das auch über Radio oder Fernsehen möglich sein und Gläubige müssen nicht mehr persönlich nach Rom pilgern. Mit dieser Lehre wird den Menschen die Aufklärung über das Gesetz von Saat und Ernte vorenthalten, das in vielen Religionen bekannt ist und wonach jeder früher oder später erntet, was er gesät hat - es sei denn, es wurde rechtzeitig bereut, bereinigt und wieder gut gemacht; vgl. dazu Der Theologe Nr. 2. Bereits unter Johannes Paul II. konnte man zuletzt den Eindruck gewinnen, der Segen wirke eher wie ein Fluch, da sich in unmittelbarer zeitlicher Nähe mehrfach schwere Katastrophen ereigneten. Siehe dazu unsere Meldung zum Urbi et Orbi vom 25.12.2005. Beim Segen durch Papst Benedikt XVI. spielte sowohl zu Weihnachten 2005 als auch jetzt zu Ostern 2006 der Konflikt Iran - USA eine Rolle. Hier kann man auch einmal zwischen den Zeilen hören und lesen: Wenn der Papst auf eine "für alle ehrenvolle Schlichtung" ohne konkrete Hinweise plädiert, dann läuft das vermutlich auf eine Durchsetzung des Willens der USA hinaus, die mit einigen offiziellen Zugeständnissen dem Iran gegenüber verbunden sein würden (siehe auch die Überlegungen des Papstes zur "Neuen Weltordnung" im Zusammenhang des letzten Urbi et Orbi). Christlich wäre die Anwendung der Goldenen Regel des Jesus von Nazareth, die lautet: "Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!" (Matthäus 7, 12) Oder sinngemäß und als Sprichwort formuliert: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Lehrt der Papst etwas anderes, dann sollte er sich nicht "christlich" nennen. Die mit dem Vatikan verbündeten Politiker in den USA und anderswo handeln zumindest nach einer ganz anderen Regel. Ihr Verhalten könnte man z. B. unter dem Motto zusammenfassen: "Alles, was ihr von anderen erwartet, das braucht ihr selbst nicht zu tun." Oder: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg zuvor dem andern zu." Die Folgen dieser Ethik, die in vielen Staaten praktiziert wird, sind weltweit spürbar. Die politischen Ordnungen geraten aus den Fugen. Das "Sündenfass" quillt über, da man als Täter offenbar immer schneller und immer spürbarer erntet, was man gesät hat. Dies gilt auch für viele Einzelne in ihrem persönlichen Leben. Wenn das Maß voll ist, dann läuft es über, und der Mensch erntet dadurch viel schneller als sonst, was er selbst gesät hat. Einmal mehr hat der Papst zu Ostern diese Gesetzmäßigkeit geleugnet und so getan, als hätten die Katholiken durch seinen Segen alles Negative tilgen können, was sie bis dahin gesät haben, so dass man offenbar wieder fortfahren könne, "tapfer zu sündigen" (wie es Martin Luther einmal sagte), ohne schwerwiegende negative Konsequenzen befürchten zu müssen - bis zum nächsten Urbi et Orbi ... Ein besonders schlimmes Beispiel: Der römisch-katholische Priester aus Mexiko, der seine schwangere Geliebte nach der Ostermesse erwürgte und in Stücke schnitt; (siehe
http://www.netzeitung.de/vermischtes/393433.html)
. Die ermordete Frau schloss bereits als Kind die Bekanntschaft mit dem Amtsträger, der nach römisch-katholischer Lehre trotz des Verbrechens weiter anderen Menschen die Sünden vergeben kann.
 



11.5.2006 -
"Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten" für die Bürger - nur Milliardengeschenke an die Kirchen bleiben / Papstbesuch verschlingt weitere Millionen - ... "Mit etwas Sparwillen besteht für eine Erhöhung [der Mehrwertsteuer] überhaupt kein Grund", erklärt Holger Menzel vom Einzelhandelsverband HDE (Bild, 11.5.2006). Doch von reduzierten Zahlungen an die Großkirchen wollen die Politiker nichts wissen. Im Gegenteil. Allein die Sicherheitsmaßnahmen für den bevorstehenden Papstbesuch im September sollen den Bürger weitere ca. 50 Millionen Euro kosten. Und die Einbußen für die Unternehmen (z. B. wegen Sperrung der Autobahn für die Papstmesse in Regensburg oder wegen Absperrungen der Innenstadt in München zur Hauptgeschäftszeit am letzten Samstag der Ferien) sollen von diesen einfach hingenommen werden. Es käme demgegenüber günstiger, wenn der deutsche Staat jedem katholischen Pilger eine Rückfahrkarte nach Rom schenken würde, damit er Joseph Ratzinger dort bejubeln kann (so z. B. der Vorsitzende der bayerischen Polizeigewerkschaft in der Mittelbayerischen Zeitung, 1.2.2006) ...
Die komplette Meldung lesen Sie hier.
 



21.5.2006 -
Papst ruft wieder andere zum Kampf gegen den Hunger auf. Vom eigenen Milliardenvermögen wird aber kein Cent heraus gerückt - Der Papst ist der prominenteste Trittbrettfahrer bei den weltweiten Märschen gegen den Hunger. Und der dreisteste. Denn man tastet die eigenen Schätze nie an. So wurde schon vor über 50 Jahren der Goldschatz des Vatikan als der zweitgrößte der Welt (nach dem der USA) bezeichnet (z. B. in der Zeitschrift Oggi, Nr. 42/1952). Und der Goldpreis ist in den letzten Jahren wieder kräftig angezogen. Auch die Beteiligungen des Vatikan z. B. an weltweiten Konzernen sind bekannt. Im Vatikan wird ein Finanzimperium verwaltet. Lesen Sie dazu auch die Broschüre der "Freien Christen", Ausgabe Nr. 3, Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld.
 



31.8.2006 -
Soll das vereinigte Europa katholisch werden? Europäische Regierungschefs unterzeichneten Verfassung vor zwei Papst-Statuen - Es hätte in Europa und auch in Rom zahllose angemessene Räume gegeben, an denen die Staatsoberhäupter am 29.10.2004 die Verfassung Europas hätten unterzeichnen können. Als feierlichen Rahmen wählte man schließlich den Sala degli Orazi e Curiazi im römischen Kapitol. Dazu setzten sich die Regierungschefs vor die Statue von Papst Innozenz X. und blickten auf die gegenüber stehende Statue von Papst Urban VIII. Da eine solche Symbolik ja kein Zufall ist, hier einige Daten aus dem Leben der beiden Päpste, die man faktisch als "stumme Zeugen" bzw. monumentale Paten des neuen Europa wählte.

PS: Die Verfassung ist wegen des Widerstands bzw. ablehnender Volksabstimmungen in einigen Ländern noch nicht in Kraft.

Innozenz X. (1644-1655)

Er verweigerte die Unterschrift unter den Westfälischen Frieden von 1648, der den 30jährigen Krieg beendete. Der Einfluss des Protestantismus wurde darin anerkannt. Der Papst protestierte jedoch eindringlich gegen den Friedensschluss mit dem Schreiben Zelo Dominus Deo. 1649 eroberten seine Truppen die Stadt Castro und ließen sie dem Erdboden gleichmachen. Grund und Boden wurden dem Kirchenstaat einverleibt und ein Gedenkstein mit der Inschrift aufgestellt Qui fu castro (Hier stand Castro). Unterhalb seiner Statue nahmen die Regierungsvertreter Europas am 29.10.2004 Platz. 

Papst Innozenz X. thronte über den Regierungschefs von Europa Papst Innozenz X. - Er wollte den Dreißigjährigen Krieg fortsetzen und wehrte sich bis zuletzt gegen den Westfälischen Frieden. Europa sollte katholisch bleiben und nicht unter teilweise unter protestantische Herrschaft geraten. Vor seiner Säule in Rom nahmen die Regierungschefs Europas im Jahr 2004 Platz, um die neue europäische Verfassung zu unterzeichnen.

Urban VIII. (1623-1644)

Er weihte 1626 den Petersdom ein und richtete Castelgandolfo als Sommerresidenz der Päpste ein. Er schändete viele antike Heiligtümer, so das von Kaiser Hadrian allen Göttern geweihte Pantheon, ein Symbol für Religionsvielfalt und Toleranz. So riss er dort die Bronzeverkleidung ab und verwendete sie nach eigenen Angaben für das Petrusgrab. Nach Einschätzung von Historikern ließ er jedoch daraus Kanonen herstellen. Mit Kanonen rüstete er z. B. seine Engelsburg in Rom auf. Unter Urban VIII. erreichte die Inquisition einen Höhepunkt. Galileo Galilei wurde verurteilt. Papstfreundliche Historiker stellen es so dar, dass es dem "wissenschaftsfreundlichen" Papst nicht gelungen sei, der Inquisition "Einhalt zu gebieten". Am 29.7.1644 soll bei seinem Tod in Rom ein Freudentaumel ausgebrochen sein. Urban VIII. lebte in Prunk und Luxus. Er bekam ein pompöses Grabmal im Petersdom.
 



28.8. / 14.9.2006 -
Fünf Katholikinnen wollten während Papstmesse auf dem Islinger Feld gebären - Personen-Kult um den Mann auf dem "Stuhl Petri" in vielen Varianten - Am 9.9.2006 wurde Benedikt XVI. in München "mit militärischen Ehren" empfangen (Jesus lehrte, "Wer das Schwert nimmt, wird durchs Schwert sterben"): "... Abordnungen des Heeres, der Marine und der Luftwaffe. Im Gleichschritt geht es übers Rollfeld, "Links um", die Stiefel knallen auf den Sekundenbruchteil genau. "Gewehr ab" - die Kolben der Karabiner klacken genauso präzise auf den Asphalt ..." (Main-Post, 11.9.2006) Von einigen Hunderttausend Gläubigen lässt er sich seither in München, Altötting, Marktl bei Braunau am Inn, Regensburg und Freising als "Heiliger Vater" huldigen (Jesus lehrte seinen Nachfolgern, sie sollten niemanden auf der Erde als "Vater" ehren, sondern sich einzig zu dem "Vater im Himmel" bekennen). Fragen von Journalisten beantwortete Joseph Ratzinger vor einigen Tagen auf einem thronartig erhöhten goldenen Sessel (Jesus saß mit seinen Jüngern ganz normal am Tisch). Und seine körperliche Erscheinung ist eingepackt in Kultgewänder und Mützen, welche die Kirche aus antiken Götzenkulten übernommen hat (Jesus war gekleidet wie das Volk). Anhänger von Benedikt XVI. wenden ein, der Papst wäre in Wirklichkeit "bescheiden". Doch dann würde er sich diesem Kult nicht fügen und das ganze Brimborium mitsamt der angeblichen Unfehlbarkeit beenden. Die Kosten für die "Papst-Show" belaufen sich allein für den Staat auf vermutlich mehrere Hundert Millionen Euro, und der Aufwand (siehe unten) ist gegenüber der Fußball-Weltmeisterschaft deutlich höher. Da sich während der Papstmessen auch das medizinische Angebot auf ein Höchstmaß auf die Veranstaltungen konzentriert, ist nicht auszuschließen, dass andernorts die medizinische Versorgung der Bevölkerung beeinträchtigt ist, Bürger evtl. nicht bis zu den Krankenhäusern durchkommen. Ein "Höhepunkt" hätte fast eine Art inoffizielle Weihe von neugeborenen Säuglingen an den Gott der Kirche werden können, was so ähnlich auch aus antiken Götzenkulten bekannt ist. Fünf hochschwangere Frauen sollen sich auf dem Islinger Feld bei Regensburg bereit halten. Es kann sogar vermutet werden, dass der Zeugungstermin von den Gläubigen bewusst so gelegt wurde, dass eine Geburt während der Papstmesse möglich sei. Wegen der Totalversorgung der Gläubigen gibt auch Peter Kittel von der Koordinationsstelle für die Papst-Show zu: "Da ist jede Hausgeburt gefährlicher." Die Kirche selbst nährt zahlreiche abstruse Vorstellungen ihrer Gläubigen, indem sie z. B. lehrt, dass ein ungetauft verstorbener Säugling nicht den Himmel betreten kann. So braucht sich niemand zu wundern, wenn Eltern es umgekehrt als eine besondere Gnade erachten, wenn ihr Neugeborenes dem Papst fast auf den Schoß fallen kann. Doch die neuen Säuglinge legten dann ihren Ankunftstermin offenbar doch anders. Dafür versuchte ein junger Mann, auf dem Islinger Feld ganz in die Nähe seines "Heiligen Vaters" zu kommen. 15 Meter vor dem Altar wurde er von Polizei und Sicherheitskräften überwältigt und soll nun wegen "Hausfriedensbruchs" angeklagt werden (http://www.merkur-online.de/nachrichten/specials/papst/besuch/art7886,710764.html). Mehr Glück hatte ein junger Vater, der seinen Säugling mit Namen Antonia einem Bodyguard überreichte, der ihn wiederum durch die geöffnete Seitenscheibe des Papamobils kurz an Joseph Ratzinger weiterreichte. Eventuell entsteht aus dieser Begegnung ein neuer Gegenstand der Verehrung, denn der Vater sagte danach, er wolle jetzt "die Windel aufbewahren, die seine Antonia trug" (Main-Post, 14.9.2006). Im Unterschied zu zahllosen anderen Reliquien wäre die "Windel der Antonia" wenigstens nicht gefälscht.
Zähneknirschend registriert derweil die evangelische Kirche, dass ihnen die katholische Kirche einmal mehr die öffentliche Show stiehlt und sich die Politiker vor dem Papst tiefer verbeugen als vor den evangelischen Amtsträgern. Landesbischof Johannes Friedrich durfte immerhin am 12.9.2006 im Regensburger Dom ein paar lyrische Worte sagen ("Wer glaubt, ist nie allein, wer liebt, ist nie allein. Wer hofft, ist nie allein ..."). Mit Joseph Ratzinger persönlich sprechen ließ man ihn aber nicht, obwohl man ihm 3-4 Minuten zugesichert hatte. Er gehört zu jenen Amtsträgern, die im Gegensatz zu Martin Luther verkündeten, ein "kollegiales" Papsttum sei auch für Lutheraner denkbar (siehe dazu hier).

Lesen Sie dazu auch Der Theologe Nr. 25 - Die Kirche ein totalitärer heidnischer Götzenkult
Zu den Kosten des Papstbesuches lesen Sie www.freie-christen.com/papst-show.html
 

Babylonischer Fischgott mit Mitra      Benedikt XVI. mit Fischkopf-Mitra

Der Papst und sein Vorläufer, der babylonische Fischgott Dagon. Vom antiken Mysterienkult um Dagon hat die römisch-katholische Kirche die Mitra übernommen. In Regensburg sollten dem Papst sogar während der Messe geborene Säuglinge geweiht werden, doch die Babies wollten nicht während der Messe aus dem Mutterleib kommen.

Der Papst als neuer "Pharao"

Der Papst wird auf seiner Sänfte getragen (hier Paul VI.) wie sein Vorbild, der ägyptische Pharao. Beide bezeichnen sich als "Stellvertreter Gottes" und lassen sich entsprechend huldigen. Aus praktischen Gründen wurde die Sänfte seit Johannes Paul II. motorisiert. In München und Regensburg ersetzt das "Papamobil" die früheren Träger.
 



4.9. / 14.9.2006 -
Sicherheitsalarm für Benedikt XVI. - Aufwand einzigartig, Kosten astronomisch - Polizei konfiszierte alle Fahrräder in der Münchner Innenstadt - Auf den Dächer der Städte waren Scharfschützen postiert. Der gesperrte Luftraum wurde von AWACS-Aufklärungsflugzeugen der Bundeswehr überwacht, Luftabwehrraketen sind in Stellung gebracht. Der "Fürst dieser Welt" und die Seinen wurden von den Machthabern "dieser Welt" und den Objekten ihrer Stärke empfangen: mit militärischen Mitteln. Jeweils 5.000 Polizisten waren in München und Regensburg für die persönliche "Sicherheit" von Joseph Ratzinger im Einsatz und spezielle Bodyguards des Landeskriminalamtes Bayern. Allein in München kam es zu einer Viertelmillion Überstunden für die Polizei, die aus der Staatskasse beglichen werden müssen. Hinzu kamen 7.000 Feuerwehrleute, Bahn-Bedienstete und Mitarbeiter von verschiedenen Hilfsorganisationen. In Regensburg wurden z. B. alle Fernzüge, die normalerweise die Stadt passieren müssten (Güter- und Personenverkehr), für einen Tag angehalten. Der Nahverkehr fand sowieso nicht statt. Auch sperrte man die Autobahn A 3 komplett, und es wurde eine eigene Autobahn-Abfahrt für Joseph Ratzinger gebaut. Der Freistaat Bayern hatte allerschärfste Sicherheitsvorkehrungen nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden angeordnet. Jeder einzelne Meter der Fahrt- und Flugrouten mit Hubschraubern und Autokonvois stand unter besonderer Überwachung. Entlang der Routen waren alle Gullies versiegelt, Pflanzentröge, Mülleimer und Vitrinen abmontiert. Polizei mit Hundestaffeln durchkämmten einzelne Häuser. Jedes Fahrrad stellte in München in der Stadtmitte ein Sicherheitsrisiko dar und musste für den Schutz von Joseph Ratzinger von den Haltern entfernt werden, auch Kinderfahrräder. Oder die Polizei griff bereits durch und entfernte jedes Rad. Während der Papst am Marienplatz sein Gebet ablas, wurde jedes einzelne Fenster der umliegenden Häuser von bewaffneten Sicherheitskräften bewacht, Hotel- und Pensionsgäste werden in ihren Zimmern von der Polizei beobachtet. Der Einzelhandel vor Ort brach zusammen, die Schulen waren geschlossen, und fast alle Betriebe mussten dicht machen. In Regensburg wurden im Umfeld des Islinger Feldes sogar die Hochspannungsmasten abgebaut und die Starkstromleitungen unterirdisch verlegt, ein gigantisches Unterfangen - doch die gute Sicht der Katholiken auf ihren Altar war dem Staat dies wert. Allein der Rückbau des Islinger Feldes in den vorherigen Zustand wird mehrere Jahre dauern. Die "Papst-Show" kostet den Staat und somit die Steuerzahler über 100 Millionen Euro, wenn nicht sogar mehrere Hunderte Millionen (siehe z. B. Main-Post, 8.9.2006). Darüber spricht die Kirche aber nicht gern, und der Generalvikar des Bistums Regensburg, Michael Fuchs, sagt über die Kosten: "Eigentlich kostet der Papstbesuch nichts. Denn der Heilige Vater verlangt nichts. Er gibt uns sehr viel. Er wird uns sehr reich  beschenken mit dem, was er sagt. Auch einfach mit seiner Präsenz" (Hessischer Rundfunk, 13.9.2006). Dabei kamen weit weniger Pilger als erwartet. Riesige Parkplätze z. B. in Regensburg blieben gähnend leer und in viele mit hohem Aufwand hergerichtete große Quartiere kam kein einziger Gast. Und in Altötting sagte ein Rundfunk-Journalist: "Ich glaube, es sind fast mehr Polizisten als Pilger, etwas überspitzt gesagt."

Die Kirche erwartet dabei auch von den Atheisten, Protestanten, Muslimen und Agnostikern, dass sie mitbezahlen, obwohl diese nach katholischer Lehre später überwiegend in die "ewige Hölle" müssen (siehe "Der Theologe Nr. 18" - Der Glaube der Kirche) - trotz ihres finanziellen Anteils, den sie für den Papstbesuch leisten. "Wenn ich einen Gast empfange, interessiert mich nicht, was das kostet. Das sind doch die primitiven Regeln von Gastfreundschaft", so Prälat Heinrich Wachter, der den Papst-Auftritt in Regensburg koordiniert (Wochenblatt, 30.8.2006). Es braucht die Kirche auch nicht zu interessieren, solange sie als Gastgeber es nicht zahlen muss, sondern die Bürger dazu gezwungen werden. Die Kosten gehen ins Astronomische, und diejenigen, die "Opfer" bringen müssen, wurden vorher nicht gefragt. Ihre Zustimmung wird erwartet. So ist z. B. auch dem Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (SPD) bewusst, was dieser Gast und seine Freude über seinen Glauben den Leuten alles abverlangt. So schreibt er: "Gemeinsam schaffen wir alles ... Dazu gehört auch die Bereitschaft, das eine oder andere persönliche Opfer zu bringen." (www.regensburg.de) In München verdarb Benedikt XVI. den Einzelhändlern in der Innenstadt z. B. die normalerweise sehr guten Einnahmen zum Ferienschluss-Wochenende. Der Verzehr der Pilger wog dies nicht annähernd auf. Lediglich einzelne profitieren: Wie eine Schneiderei außerhalb Münchens, die für 100 Priester spezielle Gewänder nur für die Messen mit dem Papst nähte (PS: Jesus und seinen Jüngern wäre alleine schon dieser Pomp zuwider gewesen. Sie waren einfach gekleidet wie das Volk).

Niemand hat dabei etwas dagegen, wenn ein 79-jähriger Mann noch einmal seine frühere Heimat sehen will. Es sei ihm von Herzen gegönnt. Bei einem älteren Menschen läuft hierbei der Lebensfilm zurück: Die Erfolge aber auch die Fehler der Vergangenheit kommen verstärkt ins Bewusstsein, damit noch so manches wieder gut gemacht werden kann, bevor der Mensch ins Jenseits hinüber geht und dort erntet, was er gesät hat. Doch es ist nicht einzusehen, dass wir alle die Millionenkosten für diesen Besuch aufbringen müssen, die anderweitig schmerzhaft gekürzt werden, so dass man zugespitzt formulieren könnte: Wer für den Papst-Besuch Geld ausgibt, bestiehlt den Mittelstand und die Geringverdienenden! Und: Wollen Sie, dass Ihr hart verdientes Geld für den Chef eines Milliarden-Imperiums (allein in Deutschland ca. 250 Milliarden Euro Vermögen) ausgegeben wird? (siehe dazu www.freie-christen.com/papst-show.html). Es wäre für den Vatikan ein leichtes, ein kleines Stück seines Milliarden-Vermögens dafür zu verwenden, dass Josef Ratzinger München, Regensburg und die anderen Orte besuchen konnte, und der Bundesrepublik Deutschland die astronomischen Kosten zu ersetzen. Doch daran wird offenbar gar nicht einmal gedacht.

Ein schwacher Trost für die Deutschen: Auch die zahllosen Papstbesuche von Johannes Paul II. weltweit mussten jeweils von den Menschen vor Ort bezahlt werden. Und in Tansania und anderen ärmeren Ländern mussten die Menschen noch weit höhere Opfer bringen als jetzt in Deutschland, in Tansania z. B. beim Papstbesuch im Jahr 1990 einen ganzen Monatslohn für die "Sicherheit" des Papstes abgeben. Ganze Familien haben sich dort wegen des Papstes verschuldet (siehe z. B. Bild, 4.2.2000). So berichtete die ehemalige Nonne Maria Lauda. Um ihr Gesicht nicht zu verlieren, sind die meisten armen Familien dieser Aufforderung auch nachgekommen.

PS: Die Papstbesuche in München hatten sich zuletzt gehäuft. Als Johannes Paul II. 1980 kam, war es der erste Besuch eines Papstes nach 198 Jahren. Nach sieben Jahren (1987) kam er bereits wieder und jetzt nach 19 Jahren Benedikt XVI., der früher Erzbischof von München und Freising war. Und auch er hat schon gesagt, dass er bald wieder kommen möchte, weil er Berlin und andere Städte noch besuchen möchte. Die Finanzminister dürfen also weiter überlegen, wo sie dann die Kosten beim Bürger wieder einsparen. Der Papst ist "eine Person, die Kraft ihres Amtes immer in Gefahr ist", sagt Michael Ziegler, Sprecher des bayerischen Innenministeriums (Welt am Sonntag, 3.9.2006). Dies ergibt sich auch aus der Geschichte, da der Papst eine Institution verkörpert, die wie keine andere "zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist.“ (Der Historiker Karlheinz Deschner, in: Die beleidigte Kirche, S. 42 f.)
 



6.9.2006 - Studentin stirbt nach Exorzismus, und ihr Bischof lügt. Was wusste Erzbischof Joseph Ratzinger? - Die Main-Post in Würzburg enthüllt am 6.9.2006 die "tiefe Beziehung" von Joseph Ratzinger zur Diözese Würzburg und ihrem Bischof Josef Stangl. Stangl hatte Ratzinger 1977 zum Erzbischof geweiht, und Ratzinger würdigte Stangl nach seinem Tod 1979 "als großen Seelsorger, der sein Bistum durch das Beispiel seines Glaubens und seine überzeugende Güte gelenkt hatte" (6.9.2006). Der spätere Papst hielt im Würzburger Dom das Requiem für seinen Weggefährten. Joseph Stangl hatte 1975 den Großen Exorzismus an der Studentin Anneliese Michel genehmigt, in dessen Zusammenhang sie auf nur noch 31 kg abmagerte und 1976 starb. Der Bischof bestritt darauf hin seine Genehmigung, wurde jedoch später der Lüge überführt. Die "tiefe Beziehung" von Joseph Ratzinger zu Bischof Stangl und zur Diözese Würzburg wirft dabei die Frage auf, ob auch Joseph Ratzinger in die Tragödie der gläubigen Studentin und in das Verhalten der Kirche zumindest eingeweiht war. Lesen Sie eine ausführlichere Darlegung des Sachverhalts in "Der Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche: Warum musste Anneliese Michel sterben? Dies ist auch insofern bedeutsam, als Benedikt XVI. seit seinem Amtsantritt im Jahr 2005 den Exorzismus wieder intensiviert und neue Exorzismus-Kurse für Priester in Rom eingerichtet wurden (siehe dazu unsere Meldung oben).
 



8.9. / 14.9.2006 - Keine öffentliche Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Erleben wir einen Vorgeschmack auf einen Polizeistaat? - "Die Münchner Polizei will beim Besuch von Papst Benedikt XVI. ... energisch gegen papstkritische Demonstranten vorgehen", so Polizeipräsident Schmidbauer (Süddeutsche Zeitung, zit. nach Würzburger katholisches Sonntagsblatt Nr. 37/2006). Die mit der Kirche verfilzte Staatsmacht (Ministerpräsident Edmund Stoiber spricht von einer "Symbiose"; Hessischer Rundfunk, 13.9.2006) hatte schon 1980 brutal zuschlagen lassen, als sich behutsame und vorsichtige Kritik in der Öffentlichkeit zeigte. Der Verfasser des "Theologen" war damals zufällig Augenzeuge des Geschehens in Mainz. In der Presse wurde damals kaum etwas Kritisches berichtet. Und heute auch nicht.
Zudem: Freies Geleit vom deutschen Staat gab es für einen Großspender an die römisch-katholische Kirche aus Liechtenstein, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die Staatsmacht sicherte ihm zu, ihn nicht zu verhaften, damit er Benedikt XVI. in Regensburg persönlich treffen und wieder unbehelligt nach Liechtenstein flüchten kann. Vielleicht denken sich die Kirchenmitglieder in der deutschen Justiz: Den Staat und seine Bürger zu bestehlen und das Geld der Kirche zu geben - das kann doch nicht wirklich ein Verbrechen sein. Der Staat kann doch hinterher wieder die Steuern erhöhen ...
 



11.9. / 6.10.2006 - Papstbesuch - Test für Gleichschaltung von Medien? Pakt der Kirche mit den Journalisten - Die Medien in Deutschland, die von den Kirchen noch weitgehend dominiert sind, probierten den neuen einstimmigen Gesang. Anstatt umfassend über das zu berichten, was wirklich passierte, wurde fast ausschließlich geschrieben und im Fernsehen gezeigt, was die katholische Kirche sich wünschte. So wurde z. B. in Regensburg die Veranstaltung Wohin geht die Reise der Kirche? am 4.9.2006 mit dem ehemaligen katholischen Theologieprofessor Hubertus Mynarek totgeschwiegen. Als ehemaliger Weggefährte von Joseph Ratzinger berichtete Mynarek in einem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Saal, wie der jetzige Papst es als Professor z. B. nirgends lange aushielt und sich mit Kollegen überwarf. Auch die umfangreichen Veranstaltungen des Komitees Heidenspaß statt Höllenqual in München und Regensburg mit namhaften Referenten blieb weitgehend unbeachtet - ein Skandal. Und während der Handzettel Was kostet Sie der Papst? den Freien Christen in München und Regensburg von zustimmenden Passanten fast aus den Händen gerissen wurde, gab es allenfalls im weiteren Vorfeld des Papstbesuchs einige Medien, welche diese Fakten zur Kenntnis nahmen. Doch je näher der Papst rückte, je kindlicher wurden die Gesichtszüge von Journalisten und je mehr gingen sie in die Knie. Offenbar sollten sich die Ereignisse von Köln, wo im Umfeld des Weltjugendtages 2005 auch über das alternative Programm berichtet wurde, in Bayern nicht wiederholen. So hat die römisch-katholische Kirche dieses Mal das internationale Pressezentrum in München und alle Journalisten in deren Anwesenheit "gesegnet". Zudem hat Erzbischof Kardinal Wetter während der Pressekonferenz mit den Medienvertretern gebetet und ihnen ihren Auftrag erklärt: "Die Menschen sollen durch ihre Vermittlung weltweit erfahren: ´Wer glaubt, ist nicht allein`." Zur Bekräftigung bedankte sich der Kardinal auch gleich bei der Presse "für Ihre Bereitschaft, hier Ihren Dienst auszuüben und mitzuhelfen, die Botschaft des Heiligen Vaters zur Wirkung zu bringen". Kein Journalist hat widersprochen, und entsprechend war später die Berichterstattung (Benedikt Backstage, Hessischer Rundfunk, 13.9.2006). Und so mancher Schreiber hätte wohl noch einiges mehr dafür gegeben, wenn er sich beim Empfang neben Josef Ratzinger und Angela Merkel den Kalbs-Tafelspitz-Braten und den Fisch aus dem Chiemsee hätte munden lassen können, der am 10.9.2006 in München serviert wurde.*
Von einem gewissen Höhepunkt der journalistischen Unterwürfigkeit berichtet der evangelisch-lutherische Pfarrer Bernd Töpfer, der in einer "überregionalen" "Tageszeitung" folgenden Kommentar einer "Redakteurin" las: "Mein größter Wunsch wäre, dem Heiligen Vater einmal die Hand zu schütteln, aber das ist utopisch. Inzwischen würde es mir schon reichen, den Saum seines Gewandes zu berühren, wie die Frau in der Bibel" (zit. nach Bröstler Anzeigenblatt, 16.9.2006). Kuriosum am Rande: Der evangelische Amtsträger wollte auf Rückfrage seine genaue Quelle nicht nennen, weil er die Berichterstattung des "Theologen" über die katholische Kirche nicht unterstützen will.
So konnten die zum Papstbesuch versammelten Medien noch nicht einmal über evangelische Kritik berichten, weil es sie so gut wie nicht gab. Und auch der evangelische Pfarrer Bernd Töpfer schrieb - sich fast für seine "Entdeckung" entschuldigend - weiter: "Ich frage mich, ob Benedikt XVI. überhaupt als ´Heiliger Vater` angesprochen werden will?"
Noch weiter in seinem ökumenischen "Verbundenheit" ging ein einsamer evangelischer Pfarrer aus dem Landkreis Magdeburg, der nach Altötting gepilgert ist, um dort "vielleicht den wahren Glauben zu erleben", wie Focus online am 11.9.2006 berichtete. Er passte ins Bild des Jubel-Berichterstattung, während ein kritischer Leserbeitrag des Verfassers des "Theologen" folgerichtig ignoriert wurde. Focus online schreibt sogar einen eigenen Artikel über die Bemühungen des evangelischen Pfarrers aus Ostdeutschland. Auch er will Benedikt ganz nahe sein, doch man lässt ihn nicht hinter die Absperrung, wo die einzeln registrierten Katholiken applaudieren dürfen. Und deshalb versucht er, über die katholische Männerkongregation von Altötting noch einen Platz zu bekommen, von wo aus er wenigstens die große Leinwand sehen darf. Am 12.9.2006 wollte dann auch der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich den Papst demütig bitten, die katholische Hostie auch Evangelischen zu geben, die mit Katholiken verheiratet sind. 3-4 Minuten hatte man ihm zugesichert. Als Einstimmung auf das Vortragen seiner Bitte hat Johannes Friedrich schon einmal die Maria-Predigt des Papstes in Altötting gelobt. Doch die zugesicherten Minuten wurden Friedrich nicht gewährt, so dass er dem Papst jetzt schreiben will (ARD-Tagesthemen, 12.9.2006). Am schlimmsten erging es jedoch den fünf eingeladenen evangelischen Freikirchen. Sie wurden sogar bei der Begrüßung ausgelassen (idea-spektrum Nr. 38/2006). Während Martin Luther noch über den "Antichristen" auf dem Stuhl Petri und die antichristlichen katholischen Kulte (Wallfahrten, Reliquien, Ablass usw.) Klartext sprach, sind seine Nachfolger heute zum Anhängsel der Katholiken verkommen. Sie biedern sich immer wieder an und betteln letztlich um die Liebe ihrer römisch-katholischen Mutterkirche. Doch mit Hoffnung. So sagte kürzlich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick: "Wir sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein." (100 Tage Papst Benedikt XVI., ZDF, 31.7.2005).

Lesen Sie dazu auch:
Der wiederkommende Christus - der größte Feind der Kirche?
in
Der Theologe Nr. 25

* 
Gammelfleisch für die Pilger? Vgl. dazu in Der Theologe Nr. 7 das Thema Kirche und Tiere: Absturz in die Barbarei; PS: Am 11.9.2006 in Altötting gab´s Schweinebraten. Welche Tiere an den anderen Tagen "geopfert" wurden, ist nicht bekannt. Doch die Bewirtung der Journalisten im Pressezentrum war auch "vom Feinsten". Währenddessen ist nicht auszuschließen, dass für das einfache katholische Fußvolk von einem katholischen Betrieb u. a. "Gammelfleisch" serviert wurde. Bei einer Firma, die 7.000 Pilger auf dem Islinger Feld versorgte, wurden nämlich "Anfang der Woche" 660 kg verdorbenes Fleisch gefunden. "Wie die Polizei und das Veterinäramt Ansbach am Mittwoch mitteilten, waren die Spanferkelhälften, Haxen, Wurstwaren, Grillhähnchen und Rollmöpse auf einem Volksfest in der Oberpfalz übrig geblieben und sollten auf einem Fest in Baden-Württemberg verkauft werden. Der Leiter des Veterinäramts Ansbach, Hans Moser, sagte, das Fleisch sei während der Fahrt in Plastikwannen gelagert und nicht gekühlt worden. Es habe bereits gestunken und sei zum Teil ´verfärbt und schmierig` gewesen" (Focus online, 14.9.2006). Hinweise, ob auch auf dem Islinger Feld dabei "verdorbenes Fleisch serviert wurde, gebe es bislang aber nicht, teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg mit."

PS: Erster erstarrter Politiker bewegt sich: GRÜNEN-Chefin Roth traut sich - Im Laufe des 3. Besuchstages wagte tatsächlich eine Politikerin eine Kritik am Papst und traf gleich den Nagel auf den Kopf. Hinter den süßen und verklausulierten Wortes Benedikts in München steckte nämlich eine Kampfansage an Andersgläubige. Es sei nun nicht akzeptabel, so Claudia Roths Reaktion, wenn "Benedikt die Kritik an Religion aus der Meinungsfreiheit herausnehmen will." Jahrhunderte lang ließ Benedikts Kirche Andersdenkende diskriminieren, verfolgen, foltern und hinrichten. Da diese Verbrechen bisher weder bereut und gesühnt noch wieder gut gemacht wurden, heißt es wohl für die Kirche auf lange Sicht: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Jetzt zeigen sich nun erste Anzeichen der Ernte dieser schlimmen Saat, und der Täter sieht sich in unserer Gesellschaft vermehrt der Kritik und der Aufklärung ausgesetzt. Und das ist Benedikt und seiner Kirche natürlich ein Dorn im Auge.
(Siehe http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,436445,00.html)
 



12.9. / 14.9.2006 -
Monologe eines liebenswerten Seniors ... und viele werden verschaukelt -  Die Regensburger Mittelbayerische Zeitung schrieb am 12.9.2006, dass die Universität Regensburg lieber einen Dialog des Papstes mit anderen Theologen gewollt hätte als einen Monolog von Benedikt. Siehe dazu:
http://www.mittelbayerische.de/SID_57d439070a059497e173ad9871766763/nachrichten/kurzzeitung/
meldung.shtml?rubrik=mz&id=74738)
Die Kirche wollte jedoch nur einen Monolog. Darin äußerte sich der Papst negativ über den Islam und bezog mit einem liebenswerten Lächeln dabei seine angestammte Position im "Kampf der Kulturen". Siehe dazu:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437140,00.html).
Und auch dem evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich wurden seine drei Minuten gestrichen, in denen er Joseph Ratzinger im Umfeld der Begegnung in Regensburg eine Bitte vortragen wollte. Doch der Papst "strahlt so viel Liebe aus", so eine Bewunderin, was braucht es da Gespräche oder unbequeme Rückfragen? Auch der Glaube sei "kein Druck mehr", nur noch ein "Angebot", so der begeisterte Kommentar der ARD-Tagesthemen (12.9.2006). Dass ein freundliches "Nein, danke" zu diesem Angebot nach römisch-katholischer Lehre für den Betroffenen ewige Höllenqualen bedeutet, wird verschwiegen. Lesen Sie dazu "Der Theologe Nr. 18" - Der Glaube der Kirche. Dort ist die reine römisch-katholische Lehre nachzulesen. Möchte die Kirche einzelne dieser dort aufgeführten teils unfehlbaren Glaubenssätze ändern, dann braucht Benedikt XVI. nur kraft seines Amtes öffentlich zu sagen, was davon nicht mehr gelten soll. Doch er sagt solches nicht, und er wird dies auch in Zukunft nicht tun. Und deshalb gilt alles weiter, und es soll auch so sein. Und kaum ein Katholik besteht deshalb den Glaubenstest für das spätere "Heil". Von den Hunderttausenden, die dem Papst jetzt in Bayern zujubelten, müssten aus diesem Grund die meisten nach ihrem Tod in die ewige Verdammnis, wenn der römisch-katholische Glaube stimmen würde. Nicht nur die Moslems hätten also einen Grund zur Klage. Doch wenn der Papst mit seinem Auto an den vielen Menschen vorbeifährt, dann könnte man deren Haltung mit den Worten umschreiben: "Willkommen Benedikt XVI. Die ewig Verdammten grüßen dich." Nur: Man sagt ihnen nicht, was sie angeblich im Jenseits erwartet. Es ist eben auch eine Show, ein "Event". Und eine Show braucht gute Stimmung. Doch werden die Zuschauer und Statisten dabei verschaukelt. Es ist eben auch eine Irreführung.
 



13.9.2006 -
Benedikt in Bayern: "Größtes deutsches Ereignis der Fernsehgeschichte" und zeitgleich: ARD verlangt mehr Gebühren - Während vor allem der Bayerische Rundfunk weiter in dem "größten" und vermutlich teuersten "Ereignis in der deutschen Fernsehgeschichte" schwelgt, verkünden die Intendanten der ARD heute zeitgleich neue Gebühren. Spiegel online schreibt: "Die klammen öffentlich-rechtlichen Sender wollen jetzt Internet-User abkassieren. Besitzer von webfähigen Computern oder UMTS-Handies sollen ab Januar 2007 GEZ-Gebühren bezahlen. Das sieht ein Beschluss von ARD-Intendanten vor" (13.9.2006). Die Sender haben also nicht genügend Geld. Doch für die katholische Kirche "zaubert" man es herbei. Bzw.: Man holt es sich wieder einmal beim Bürger, der in Zukunft auch für Handies und PCs bezahlen soll. Ausgegeben werden die Einnahmen beim Bayerischen Rundfunk unter anderem wie folgt: Allein "das Produktionshandbuch zum Papst in Bayern hat mit 442 Seiten Telefonbuchformat" (Mittelbayerische Zeitung, 13.9.2006). Derzeit sind "weit über 300 Kameras im Einsatz. Allein zwischen der Galgenbergbrücke und dem Priesterseminar waren gestern Abend, als Benedikt XVI. in Regensburg empfangen wurde, 28 Kameras aufgestellt." "Wir sind zwei Wochen lang durch die Altstadt gegangen und haben bei den Regensburger Hausbesitzern angefragt, ob wir bei ihnen die Kabel legen dürfen", so Roland Weese, Produktionsleiter beim BR. "Was für eine Wahnsinnsarbeit das alles war, lässt sich nur erahnen", schreibt die Regensburger Lokalpresse. "Seit 5. September ist Roland Weese hier in Regensburg pausenlos im Einsatz. Mit einem Acht-Stunden-Tag kommen weder er noch seine rund 1.000 Mitarbeiter über die Runden. Allein um die verschiedenen Kamerapositionen - auch die ursprünglich geplanten - zu überprüfen, ist Weese dem Weg von der Innenstadt bis zum Islinger Feld vier Mal zu Fuß abgegangen." "Und schließlich stehen noch überall vor den einzelnen Kameras und dem technischen Gerät des BR dunkel gekleidete (und zumeist recht muskulöse) Männer von einem angemieteten Sicherheitsdienst herum, die das ganze Equipment bewachen." Die Kosten für diesen "Wahnsinn" laufen völlig aus dem Ruder. Und in München, Altötting, Marktl und Freising ist es genauso. Doch es gibt ja den deutschen Bürger. Er freut sich und darf mehrfach dafür bezahlen. Mehrere Hunderte Millionen an Steuern und jetzt auch noch die Erhöhung der Fernsehgebühren. Trotzdem nützt es den meisten später nichts, und sie würden nach römisch-katholische Lehre nach ihrem Tod ewig verdammt (siehe Der Theologe Nr. 18). Eine weitere Meldung zu den Kosten des Papstbesuches lesen Sie hier.
 



15.9. / 27.9.2006 -
Papst beleidigt Islam - Sturm der Entrüstung in der islamischen Welt über Papst Benedikt XVI. - Es ist kaum vorstellbar, dass Joseph Ratzinger, der seine Reden Wochen im Voraus penibel plant, nicht wusste, was er tat. Seine Rede in der Universität Regensburg war dann eine hintergründige Kampfansage an den Islam, nachdem er am 10.9.2006 in München ebenso hintergründig die Toleranz gegenüber Kritikern ablehnte, welche die Lehre des Katholizismus aufdecken (Wörtlich warf er ihnen "Zynismus" vor, "der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrecht ansieht" und er ergänzte, dies sei nicht "die Art von Toleranz und von kultureller Offenheit, auf die die Völker warten und die wir alle wünschen"). Im nächsten Absatz lesen Sie zunächst, was der Papst am 12.9.2006 in Regensburg wörtlich sagte (zit. nach der Mittelbayerischen Zeitung Regensburg, mittelbayerische.de). Die fett markierten Stelle sind dabei der Anlass für die Entrüstung, wobei sich der Papst das Zitat von Kaiser Manuel II. durch die Art und Weise der Darlegung unmissverständlich zu eigen machte:

"Eminenzen, Magnifizenzen, Exzellenzen, verehrte Damen und Herren! Es ist für mich ein bewegender Augenblick, noch einmal in der Universität zu sein und noch einmal eine Vorlesung halten zu dürfen ...
Dass es auch solch radikaler Skepsis gegenüber notwendig und vernünftig bleibt, mit der Vernunft nach Gott zu fragen und es im Zusammenhang der Überlieferung des christlichen Glaubens zu tun, war im Ganzen der Universität unbestritten. All dies ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich kürzlich den von Professor Theodore Khoury (Münster) herausgegebenen Teil des Dialogs las, den der gelehrte byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos wohl 1391 im Winterlager zu Ankara mit einem gebildeten Perser über Christentum und Islam und beider Wahrheit führte. Der Kaiser hat wohl während der Belagerung von Konstantinopel zwischen 1394 und 1402 den Dialog aufgezeichnet; so versteht man auch, dass seine eigenen Ausführungen sehr viel ausführlicher wiedergegeben sind als die Antworten des persischen Gelehrten. Der Dialog erstreckt sich über den ganzen Bereich des von Bibel und Koran umschriebenen Glaubensgefüges und kreist besonders um das Gottes- und das Menschenbild, aber auch immer wieder notwendigerweise um das Verhältnis der ´drei Gesetze`: Altes Testament - Neues Testament - Koran. In dieser Vorlesung möchte ich nur einen - im Aufbau des Dialogs eher marginalen - Punkt behandeln, der mich im Zusammenhang des Themas Glaube und Vernunft fasziniert hat und der mir als Ausgangspunkt für meine Überlegungen zu diesem Thema dient.

"Ich halte die Regensburger Rede, so wie sie gehalten wurde, für prophetisch."
(Papst-Privatsekretär Georg Gänswein auf die Frage "Warum hat den Text niemand gegengelesen?" - aus einem Interview mit der Zeitschrift Kurier, 3.9.2007)

In der von Professor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde (Dialexis-Kontroverse) kommt der Kaiser auf das Thema des Djihad (heiliger Krieg) zu sprechen. Der Kaiser wusste sicher, dass in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in Glaubenssachen - es ist eine der frühen Suren aus der Zeit, in der Mohammed selbst noch machtlos und bedroht war. Aber der Kaiser kannte natürlich auch die im Koran niedergelegten - später entstandenen - Bestimmungen über den heiligen Krieg. Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von ´Schriftbesitzern` und ´Ungläubigen` einzulassen, wendet er sich in erstaunlich schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ´Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten`. Der Kaiser begründet dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ´Gott hat kein Gefallen am Blut, und nicht vernunftgemäß (´syn logo`) zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung … Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann …`.
Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt lautet: Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Herausgeber, Theodore Khoury, kommentiert dazu: Für den Kaiser als einen in griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez, der darauf hinweist, dass Ibn Hazn so weit gehe zu erklären, dass Gott auch nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei und dass nichts ihn dazu verpflichte, uns die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch Idolatrie [= Götzendienst] treiben."

Auf diese Weise konstruierte Benedikt XVI. also auch eine an Geschichtsfälschung grenzende Verbindung von "Vernunft" und Katholizismus und rückte den Islam in Richtung "Idolatrie" ( = Götzendienst). Joseph Ratzinger ist wie kein anderer die Verkörperung des Katholizismus, und er kennt natürlich auch den "unfehlbaren" römisch-katholischen Lehrsatz: "[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt" (zit. nach Josef Neuner, Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche, Regensburg 1971, Nr. 381; siehe dazu Der Theologe Nr. 18). Moslems müssen also nach römisch-katholischer Lehre nach ihrem Tod in die Hölle, wenn sie nicht rechtzeitig katholisch werden. Demgegenüber ist es noch maßvoll, was Benedikt XVI. in Regensburg tatsächlich sagte. Doch in jeder Zeile ist die unter bescheidenem Auftreten verborgene Überheblichkeit des "Lenkers des Erdkreises" (Liber Pontificalis, 1596) spürbar, der nicht die geringsten Zweifel daran hat, auf welcher Seite angeblich das "Heil" zu finden ist und auf welcher das "Unheil". Natürlich ist es positiv, wenn er darauf hinweist, dass eine Religion nicht mit Gewalt verbreitet werden darf. Doch hätte er es vor allem im Hinblick auf seine eigene Kirche sagen können. So erklärt die römisch-katholische Kirche z. B. die Bibel als "wahres Wort Gottes" und legitimiert damit auch die biblische Aufforderung zu Krieg und Völkermord als "wahres Wort Gottes". Siehe dazu einen Auszug aus der kirchlichen Bibel in Der Theologe Nr. 26. Zudem sind kirchliche Drohungen mit der Hölle, z. B. Kindern gegenüber, auch eine Form der "Gewalt" sind, nämlich psychischer Gewalt, die auch heute noch angewandt wird.

Nach den weltweiten Unruhen aufgrund Benedikts Regensburger Rede rudert der Papst aber etappenweise zurück. Das Zitat von Kaiser Manuel II. drücke "in keiner Weise" seine "persönliche Haltung dem Islam gegenüber" aus (Spiegel online, 17.9.2006), so der Papst fünf Tage später. Doch Benedikt bleibt wortkarg, vermeidet jetzt bewusst Näheres über seine "Haltung dem Islam gegenüber". Und schweigt auch über offizielle römisch-katholische Lehrsätze wie "So verwerfen und verabscheuen Wir die gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller Religionen" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, 13. Auflage, Regensburg 1992, Lehrsatz Nr. 369, vgl. Der Theologe Nr. 18).

Währenddessen gießt das evangelische Wochenmagazin idea-spektrum weiter Öl ins Feuer und fragt in seinem Leitartikel Warum der Rückzug des Papstes? - Der Leitartikel beginnt mit den Worten: "Als einziges deutsches Blatt brachte es die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) auf den Punkt: ´Bestimmte Dingen darf man nicht sagen, weil sie wahr sind. Diese Erfahrung macht ... der Papst.` Und später: "Wie aber können Christen und Moslems an einen Gott glauben, wenn alles, was Christen auszeichnet (Kreuzigung, Auferstehung), von Moslems geleugnet wird?" (Nr. 39/2006) Der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek hat einmal sinngemäß erklärt, dass in den Protestanten ein tief sitzender Minderwertigkeitskomplex gegenüber der katholischen Kirche steckt, den sie mit noch schärferer Bekämpfung Andersgläubiger und religiöser Minderheiten zu kompensieren sucht als dies bei Katholiken üblich ist. Und deshalb und wegen vieler anderer Gründe mehr bezeichnen sich auch die Protestanten zu Unrecht als "Christen" (siehe dazu den Widerspruch zu Jesus von Nazareth in Der Theologe Nr. 1).

Was der Papst in seiner Rede dem Islam vorhielt, erscheint dabei vor allem als eine Projektion von Verbrechen und Glaubensgrundlagen der eigenen Kirche auf Andersgläubige (der Katholizismus wurde Jahrhunderte lang mit dem Schwert verbreitet), wobei offenbar nicht oder nur kaum zwischen Islam und gewalttätigem islamischen Fundamentalismus unterschieden wird. So erwähnt Benedikt z. B. nicht, dass der Islam in der Geschichte vielfach toleranter, friedfertiger und gerechter war als das kirchliche Christentum. Vor allem der protestantische Gründervater Martin Luther rief zu regelrechten Gewaltexzessen auf (siehe Der Theologe Nr. 3), so dass die Verleumdung und Kritisierung Mohammeds durch die Evangelischen, die Martin Luther bis heute ehren, ebenfalls eine Projektion der eigenen Vergehen auf Andersgläubige ist.

PS
: Unter zahllosen Beispielen aus dem Verhältnis von kirchlichem Christentum und Islam hier nur zwei Hinweise: Besonders grausam war die Eroberung von Jerusalem durch die römisch-katholischen Kreuzfahrer im Jahr 1099 und die Massaker an den moslemischen Einwohnern; siehe http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html. Oder die Verfolgung der Moslems in Spanien. So schreibt Spiegel online (16.9.2006): "Zunächst geduldet werden verbliebene Muslime und Juden im 15. und 16. Jahrhundert zusehends drangsaliert. Zwangstaufe und Ausweisung sind an der Tagesordnung. Selbst Konvertiten können sich nicht in Sicherheit vor Verfolgung wiegen. Spanisch-katholischer Fanatismus und die Inquisition der katholischen Kirche sind der Schrecken aller Minderheiten." Für Benedikt XVI. war die Inquisition jedoch eine "Fortschritt", da im Unterschied zu sofortigen Hinrichtungen die Kirche hier erstmals "Untersuchungen" durchführen ließ (allerdings oftmals unter Folter). Joseph Ratzinger wörtlich: "Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, dass Untersuchungen statt finden mussten" (Monitor, 3.3.2005; siehe auch hier).

In Spanien werden bis heute von den Katholiken zum Gedenken an die Vertreibung der muslimischen Mauren im Jahr 1492 Mohammed-Puppen in die Luft gesprengt oder vom Kirchturm geworfen. Erstmals in diesem Jahr verzichten einige Orte auf die symbolischen Tötungen Mohammeds (http://www.netzeitung.de/vermischtes/444293.html).

Wichtige Information für alle Moslems: Benedikt XVI. spricht für den Vatikan und den Katholizismus, aber nicht für Christus und den christlichen Glauben. Die Kirche missbraucht den großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth für ihre Zwecke. Die Nachfolger des Jesus von Nazareth, des Christus, wurden von der Macht-Kirche immer unterdrückt und verfolgt. Benedikt XVI. ist der Abkömmling der Abkömmlinge derer, die nicht nur den Islam, sondern auch das wahre Christentum verfolgten.

Heuchlerisch ist zudem die Konstruktion einer Verbindung zwischen Katholizismus und Vernunft, da die römisch-katholischen Dogmen in der Regel im Widerspruch zur Vernunft stehen (z. B. Jungfrauengeburt, Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes, "unbefleckte Empfängnis" von Maria durch ihre Mutter Anna, Verwandlung einer Oblate in den Körper von Jesus usw.). Die von Vernunft geprägte griechische und römische Philosophie wurde dagegen von der Kirche massiv bekämpft, und viele ihrer Vertreter ließ man umbringen. Zudem wehrt sich die römisch-katholische Kirche mit dem als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz Nr. 57 aus dem Buch Der Glaube der Kirche von Neuner/Roos gegen eine Anpassung ihres Glaubens an den Fortschritt der Wissenschaft, und sie droht den auf diese Weise Glaubenden die ewige Hölle an. Wörtlich heißt der Lehrsatz: "Wer sagt, es sei möglich, dass man den von der Kirche vorgelegten Glaubenssätzen entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft gelegentlich einen anderen Sinn beilegen müsse als den, den die Kirche verstanden hat und versteht, der sei ausgeschlossen." "Ausgeschlossen" bedeutet hier "ewig verdammt". Das islamische Gottesbild demgegenüber diesem katholischen Gottesbild als "unvernünftig" darzustellen, ist zumindest unredlich vom Papst. Und eine Kampfansage ist zudem die unwidersprochene Charakterisierung der islamischen Gottesvorstellung mit den Worten: "Wenn er [Gott] es wollte, müsse der Mensch auch Idolatrie [= Götzendienst] treiben." Hier sollte Benedikt XVI. lieber vor der eigenen Türe kehren (Siehe dazu "Der Theologe Nr. 25" - Die Kirche: ein totalitärer Götzenkult). Und anstatt den Islam zu Unrecht als weniger vernünftig als die Kirche abzuwerten und seine Anhänger belehren zu wollen, sollte er lieber um Reue bitten für das, was seine Kirche den Moslems angetan hat.

PS
:
Auch die Moslems in Deutschland mussten den Papstbesuch mitbezahlen. Geht man von Kosten für den Staat in Höhe von ca. 250 Millionen Euro aus und von ca. 3,5 % Moslems in Deutschland, dann entfällt auf diese Bevölkerungsgruppe ein Anteil von 8,75 Millionen Euro, die sie für Benedikts Besuch aufbringen mussten.

Zum Nachdenken für alle Gottsucher:
"Gott hat keinen Stellvertreter auf der Erde. Er ist selbst vertreten in dir."


  


20.9.2006 - Papst verweigert den Evangelischen die Bezeichnung "Kirche" - Dass die katholische und die evangelischen Kirchen nicht "christlich" sind, wurde vielfach nachgewiesen (z. B. auch in Der Theologe Nr. 25). Dass die Katholiken ihrerseits den Protestanten aber sogar die Bezeichnung "Kirche" absprechen, wird von diesen meist verdrängt. Jetzt hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Peter Steinacker, anlässlich des Papstbesuches in Bayern wieder einmal daran erinnert. Steinacker wörtlich: "Seine [Benedikts] Formulierung ´unsere Freunde aus den verschiedenen Traditionen der Reformation` scheint freundlich zu klingen, ist in Wahrheit aber die diplomatische Vermeidung des Begriffs Kirche. Diesen Status billigt der Papst den Kirchen der Reformation nicht zu" (idea-spektrum Nr. 38/2006). Zwar wurde in der "Gemeinsamen Erklärung" beider Großkirchen zur "Rechtfertigungslehre" aus dem Jahr 1999 kryptisch formuliert, die Evangelischen seien bei den katholischen Verurteilungen aus dem 16. Jahrhundert nicht mehr gemeint, obwohl sie damals gemeint waren. Doch es blieben genügend andere Verurteilungen, so dass nach aktueller römisch-katholischer Lehre die Protestanten nach ihrem Tod in die ewige Hölle müssen, auch wenn der evangelisch-lutherische Innenminister Bayerns, Günther Beckstein, eigens für den Papst die Autobahn bei Regensburg sperren ließ. Es nützt ihm nichts. Zwei maßgebliche Lehrsätze, die dieses belegen, finden sich z. B. in dem römisch-katholischen Standard-Lehrwerk Der Glaube der Kirche: Lehrsatz Nr. 381 und Lehrsatz Nr. 369.
 



23.9.2006 -
Katholische Kirche verlangt Unterwerfung aller Menschen unter den Papst für die Erlangung des Heils - Im Zuge der Beschwichtigung von Moslems übte sich der Vatikan und katholische Würdenträger zuletzt gelegentlich in Kuschel-Pädagogik. Doch es ist fraglich, ob das Fass, das Benedikt XVI. in der Regensburger Universität aufgemacht hat, wieder so leicht zu schließen ist. In diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis auf den nach römisch-katholischer Lehre unfehlbaren Lehrsatz wesentlich, der lautet: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig." So z. B. der Lehrsatz Nr. 430 aus dem Standardwerk von Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche. Also müssen sich auch alle Moslems dem Papst unterwerfen, wenn sie das Heil erlangen möchten. Immerhin hätte Benedikt XVI. die historische Chance, mit dem Un- und Wahnsinn seiner Kirche aus vielen Jahrhunderten endlich aufzuräumen und schlicht zu verkünden: "Ich erkläre diesen Lehrsatz für ungültig" ( ... und gleich ein paar Dutzend weitere auch). Man muss aber kein Prophet sein, um zu prophezeien, dass er nicht das Geringste von dem widerrufen wird, was die Kirche bis heute lehrt. Doch dann sollte man sich auch keine Illusionen machen über den Stuhl Petri und seine Funktion im Weltgeschehen. Doch das Problem ließe sich auch von einer anderen Seite her lösen, nämlich durch massive Kirchenaustritte. Wenn z. B. alle Katholiken austreten, die nach der Lehre ihrer Kirche nach ihrem Tod ohnehin ewig verdammt seien (siehe www.theologe.de/glaubenstest.htm; in Deutschland wären das mehrere Millionen), dann könnte der Papst nicht mehr für sich in Anspruch nehmen, für das kirchliche Abendland zu sprechen. Er wäre dann nur noch eine Art "Sektensprecher" für eine römisch-katholische Minderheit, und die moslemische Welt bräuchte seinen Aussagen nicht mehr so viel Bedeutung beizumessen.
 



30.12.2006 -
George W. Bush und Papst Benedikt XVI.: Ökumenische politische Doppelstrategie? - Nach der Hinrichtung Saddam Husseins lobte der protestantische US-Präsident George W. Bush die Tat als "wesentlichen Meilenstein" auf dem Weg zu einer Demokratie im Irak. Der Vatikan missbilligte jedoch die Hinrichtung. Was an diesem und vielen weiteren Beispielen auf den ersten Blick aussieht wie zwei unterschiedliche Positionen, könnte auch eine abgestimmte Doppelstrategie sein, mit der die beiden mächtigsten Führer des kirchlichen Abendlandes gemeinsame Politik machen. Denn der US-Präsident und der Papst sind intensiver miteinander verbunden als allgemein bekannt. Dazu einige Hinweise:


2007

10.4.2007 - Opus Dei - einflussreicher Motor in der katholischen Kirche - Tugend durch Abtötung? - Alles, was die kirchlichen "Sektenbeauftragten" neuen religiösen Bewegungen - meist zu Unrecht - vorwerfen, praktizieren sie in Wirklichkeit selbst. Beispiel Opus Dei: Dort wird die "Abtötung" von Begierden und Sinnesreizen gelehrt und praktiziert, was jedoch nur zu zeitweiligen Verdrängungen führt. Opus-Dei-Gründer Josemaría Escrivá de Balaguer (1902-1975) wurde am 6.10.2002 von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. Es handelt sich also nicht um eine römisch-katholische Randerscheinung, sondern um eine Bewegung aus dem Zentrum. Viele halten den einflussreichen Orden sogar für den eigentlichen Motor der römisch-katholischen Kirche. Worum es dabei unter anderem geht, darüber berichtete das ZDF in Frontal 21 am 10.4.2002. Der komplette Text der Sendung ist einsehbar unter:
http://www.zdf.de/ZDF/download/0,5587,5000716,00.pdf
 



7.5. / 16.5.2007 -
Brasilien: Lutherischer Beauftragter Wolfgang Behnk hilft dem Papst / Einstiger Völkermord mit Zwangsbekehrung in Lateinamerika als "glückliche Schuld" verklärt / "Papierkugel-Priester" Frei Galvao wird heilig gesprochen - Die lutherischen Kirchen verkommen nicht nur in Deutschland zunehmend zum Anhängsel der römisch-katholischen Kirche. In Brasilien wurden die Lutheraner sogar schon von evangelischen Frei- und so genannten "Pfingstkirchen" (ca. 35.000 Kirchen) überholt bzw. von konservativen evangelischen Gruppen, die man auch "Evangelikale" nennt. Neben ca. 74 % Katholiken unter den 186 Millionen Einwohnern (Tendenz massiv rückläufig) gibt es dort mittlerweile 15 % Anhänger der Evangelikalen und Pfingstkirchen. Die Anzahl der Evangelisch-Lutherischen liegt offenbar weit darunter und wird in den meisten Statistiken deshalb gar nicht erwähnt. Wie verhält sich in dieser Situation die Luther-Kirche? Sie springt dem deutschen Papst Benedikt XVI. bei, der am 9.5.2007 nach Brasilien reist, um die Katholiken dort im katholischen Pferch zu halten. So verurteilt der evangelisch-lutherische Weltanschauungsbeauftragte und Kirchenrat Dr. Wolfgang Behnk aus München die Pfingstkirchen mit den Worten: "Sie vereinnahmen den Menschen für ein totalitäres System mit christlichem Anstrich" (Fränkische Nachrichten, 7.5.2007) - eigentlich eine treffende Beschreibung für die römisch-katholische Kirche und ihre Bischöfe und Priester (vgl. dazu "Der Theologe Nr. 25" - Die Kirche - ein totalitärer Götzenkult). Doch Dr. Behnk wendet bei dieser Beurteilung die Methode der "Projektion" (= der meistens fälschlichen Übertragung) von kirchlichen Zuständen und Missständen auf Andersgläubige und kleinere Gemeinschaften an. Denn auch das evangelisch-lutherische Glaubenssystem und seine Staatslehre, dem er selbst anhängt, ließen sich treffend als "totalitäres System mit christlichem Anstrich" beschreiben. Dies ist alles ausführlich dargelegt in Der Theologe Nr. 1 - Wer folgt Luther nach, und wer folgt Christus nach? Und als solche Systeme haben sich die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische Kirche in der Geschichte auch immer wieder präsentiert, wenn ihnen von der Politik freier Lauf gelassen wurde.

So kann man auch fragen: Wir wurden denn die Brasilianer und andere Südamerikaner einst römisch-katholisch? Sie wurden im 15. Jahrhundert durch Eroberungskriege im Auftrag der Kirche in Spanien und Portugal dazu gezwungen, und Millionen (!) von Menschen, die sich nicht bekehren ließen, wurden gefoltert und umgebracht. Man spricht manchmal vom "größten Völkermord aller Zeiten" (zit. in: Publik-Forum, 31.5.1991): Bis Mitte des 17. Jahrhunderts wurden 100 Millionen indianische Ureinwohner von den Katholiken ermordet, durch Zwangsarbeit zu Tode geschunden, oder sie starben an Infektionen als Folge der Verfolgungen (z. B. Südwest-Presse, 2.5.1992).
Der Vorgänger von Papst Benedikt XVI., Papst Johannes Paul II., hat dazu bei der Fünfhundertjahrfeier der Evangelisierung Lateinamerikas (1492-1992) im Jahr 1991 in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik gesagt: Zwar seien die gewaltsamen Züge dieser Evangelisierung zu verurteilen. Gleichzeitig habe sie aber zu einer "Ausweitung der Heilsgeschichte" (d. h. der Zwangskatholisierung der Bevölkerung) beigetragen, weswegen man im Hinblick auf die Eroberer von einer "glücklichen Schuld" sprechen könne (Spiegel special Nr. 3/2005, S. 91). In eine ähnliche Richtung äußerte sich jetzt Papst Benedikt XVI., der sagte, "Christus" sei der "Retter" der Indianer gewesen, "den sich die Indianer im Stillen herbeigewünscht hätten" (AP, 15.5.2007). Diese Äußerung "empört die Indianer" (Hamburger Abendblatt, 16.5.2007). "Nach Angaben des katholischen Indianermissionsrats in Brasilia wurden allein in Brasilien zwischen 1500 und 2001 etwa 1470 indianische Volksgruppen ausgerottet."
Die Rede von der "glücklichen Schuld" ist dann katholisch und mag auch von den Lutherischen so betrachtet werden. Aber mit Christus hat es nichts zu tun. Es ist antichristlich. Das spüren auch immer mehr Brasilianer, die sich derzeit zu Millionen aufmachen, um Gott und Christus anderswo zu suchen. Und auch wenn sie dann in den Pfingstkirchen genauso wenig fündig werden, so wissen unzählige Menschen zumindest schon einmal, wohin sie auf keinen Fall mehr zurück wollen.

Für die verbleibenden Katholiken zur Stärkung setzt der intellektuelle Scharlatan aus Rom am 11.5.2007 einen neuen "Heiligen" ein. Der Priester Frei Galvao (1739-1822) schrieb einst einige Gebetsworte an Maria auf einen Zettel und knüllte diesen dann zu einer Papierkugel zusammen. Der Gläubige sollte dann beten und mehrere Papierkugeln (die so genannten "Pílulas") schlucken. Dieser Zauber (dessen Erfolg wie bei jedem Zauber von der Stärke der Suggestion bzw. des Placebo-Effekts abhängt) soll vielen geholfen haben (ausführlicher unter http://www.caiman.de/05_07/kol_2/index.shtml). Für die Heiligsprechung durch Benedikt XVI. entscheidend: Zwei Frauen bekamen keine Kinder. Dann schluckten sie die Papierkugeln (praktisch als eine Art katholische "Baby-Pille" im Gegensatz zur "Anti-Baby-Pille") und wurden bald schwanger - von der römisch-katholischen Kirche wurden diese Schwangerschaften als Wunder von Frei Galvao anerkannt. Jede kleinere Gemeinschaft würde für solche Praktiken jedoch lächerlich gemacht und attackiert, vor allem von Fernsehanstalten wie dem Bayerischen Rundfunk. Im Hinblick auf die katholische Kirche pflegt man aber auch bei diesem Thema die übliche "Hofberichterstattung" (Stationen, 9.5.2007). So zeigte man im Film z. B. kritiklos, wie die Gläubigen einen Geldschein auf eine Drehscheibe legen. Die katholische Nonne legt auf der gegenüberliegenden Seite die Frei-Galvao-Papierkugeln darauf und dreht dann die Scheibe. Dann nimmt sie das Geld, und der Gläubige bekommt die zusammengerollten Papierstreifen. "Auch knapp 200 Jahre nach Galvaos Tod zieht es nahezu täglich tausende Menschen in ein Kloster außerhalb Sao Paulos, um dort seine dünnen, papierenen ´Pillen` zu kaufen", berichten Brasilien-Korrespondenten (Netzeitung, 12.5.2007). Dabei sind es meist arme Menschen, die sich das Geld für die Kügelchen regelrecht vom Mund absparen, und man kann davon ausgehen, dass sich der Ansturm auf diesen Kult nach der Heiligsprechung Frei Galvaos noch einmal vervielfacht.

Bei den Katholiken Europas kennt man übrigens vergleichbare Kulte; z. B. die Schluckbildchen, woraus sich auch die im Volksmund so genannten "Fresszettel" entwickelt haben (Dr. Edmund Müller, Mittel zum Heil, Ausstellungskatalog, Beromünster 2005). Mit Jesus von Nazareth haben diese voodoo-ähnlichen katholischen Kulte allerdings nichts zu tun, und nachweislich nehmen die Gläubigen dabei Papier und eine bestimmte Dosierung Druckerschwärze zu sich, was beides aus medizinischer Sicht nicht gegessen werden sollte. Und bald werden auch in Brasilien wieder Hunderttausende, denen der neue "Heilige" Frei Galvao und seine Papierkugeln nicht helfen, die Kirche verlassen, um Gott außerhalb der kirchlichen Institution zu suchen.


10.6.2007 -
Kardinal Lehmann sollte in Riad/Saudi-Arabien eine katholische Messe lesen dürfen - Was müsste er selbst dafür tun? - Kardinal Karl Lehmann möchte "in Saudi-Arabien Gottesdienst halten dürfen, ohne verhaftet zu werden" (Spiegel online, 9.6.2007). Dieser Wunsch ist begrüßenswert, genauso wie die allgemeine Forderung nach Religionsfreiheit in islamischen Ländern. Der Wunsch des Kardinals bedürfte aber sicher auch einiger Vorleistungen seitens der römisch-katholischen Kirche, um eine politische Chance zu haben. Diese könnten sein:

1.) Die römisch-katholische Kirche bereut das Leid, das sie durch die Kreuzzüge in den arabischen Ländern angerichtet hat und bittet um Vergebung. Die Vergebungsbitte darf nicht unverbindlich an die Adresse von "Jesus Christus" gerichtet werden wie frühere "Vergebungsbitten", sondern an die Seelen und Menschen, denen das Leid tatsächlich zugefügt wurde, also z. B. an die zahllosen Ermordeten bzw. deren Nachkommen. Die islamischen Religionsführer beraten die Kirche dabei, welche genaue Form von den Moslems auch als echte Vergebungsbitte (und nicht nur als taktisches Manöver) empfunden würde und die Kirche kommt diesen Wünschen entgegen. Beide Seiten treten auch in Gespräche über eine mögliche historische Wiedergutmachung ein.

2.) Die römisch-katholische Kirche erklärt, dass niemals mehr katholische Soldaten arabische oder andere islamisch geprägte Länder überfallen werden. Und wenn sie es doch tun, dann würden diese auf der Stelle exkommuniziert.

3.) Die römisch-katholische Kirche erklärt ihren bisher als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz für ungültig, der lautet: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir" (zit. nach Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 430; siehe dazu Der Theologe Nr. 18). Auf diese Weise nimmt die Kirche den Moslems die Angst, sie müssten sich entweder früher oder später alle der Kirche unterwerfen oder mit der dauernden Einschüchterung leben, später in der Hölle ewig grausame Qualen zu erleiden. Und sie nimmt den islamischen Regierungen die Angst, die Kirche möchte die muslimische Bevölkerung in diesem Sinne bewusst indoktrinieren bzw. einzelne gezielt aus ihrer bisherigen Religion und aus ihrem Familienverbund heraus lösen. Dazu wird kirchlicherseits auch der ebenfalls als bisher "unfehlbar" geltende Lehrsatz für ungültig erklärt, der lautet: "[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt" (zit. nach Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381; siehe dazu Der Theologe Nr. 18).

4.) Die römisch-katholische Kirche erklärt, dass sie nicht im Namen des Jesus von Nazareth spricht, der von allen Moslems als einer der größten Propheten verehrt wird. Sie macht dazu den Menschen in den arabischen Ländern klar, dass die Kirche die Person des Jesus in einen "dreieinigen" Gott mit eingearbeitet hat, in dessen Namen sie spricht und der unter Kaiser Konstantin im Jahr 325 zum verbindlichen "Gott der Kirche" erklärt wurde. Wenn die Kirche also in ihren geplanten Messen in Saudi-Arabien von "Jesus" oder von "Christus" spricht, dann sei nicht der Mensch Jesus gemeint, der einst über die staubigen Straßen Palästinas ging, der von einer "Dreieinigkeit" nichts wusste (vgl. hier) und der von vielen Moslems geschätzt wird. Sondern es sei der "Gott" gemeint, dessen Konturen erst im 4. Jahrhundert verbindlich festgelegt wurden und in den man einige Elemente der Botschaft von Jesus mit aufgenommen hat. Diese Elemente könnten dann auch zu einer positiven Verbindung zwischen Katholiken und Moslems beitragen.

Wenn Kardinal Karl Lehmann König Abdullah bin Abd al-Aziz diese Vorschläge unterbreitet, dürften wesentliche Voraussetzungen dafür geschaffen sein, dass eines Tages katholische Amtsträger in Riad und auch in der übrigen islamischen Welt ohne Druck und Zwang ihren Glauben praktizieren und Messen lesen dürfen
. Dann sind auch wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen, die es den islamischen Ländern erleichtern würden, die Religionsfreiheit einzuführen und einen Religionswechsel von Bürgern zu tolerieren (Mehr zum Thema Kirche und Islam siehe oben bzw. unsere Meldung hier).
 



11.6. / 23.7.2007 -
US-Präsident Bush: Vom Vatikan nach Albanien - im Dienst der katholischen Interessen auf dem Balkan? - Einen Tag nach seiner Audienz bei Papst Benedikt XVI. am 9.6.2007 fuhr US-Präsident George W. Bush in die albanische Hauptstadt Tirana und sorgte dort am 10.6.2007 für einen Paukenschlag im Hinblick auf die zu Serbien gehörige Provinz Kosovo, in der zu 88 % Albaner wohnen, zu 7 % Serben und zu 5 % andere Volksgruppen. "Der Uno-Sicherheitsrat müsse die Entscheidung für eine Unabhängigkeit des Gebiets zügig treffen" so Bush (Spiegel online, 10.6.2007). Und: "Sollte Russland einen Beschluss weiter blockieren, werde der Westen handeln", was immer das heißen soll. Mit anderen Worten: Wie im Jahr 1999 soll mit Serbien offenbar nur wenig verhandelt werden oder gar nicht mehr. Sondern die serbische Regierung soll letztlich in die Knie gezwungen werden. Die USA möchten das Kosovo acht Jahre nach dem NATO-Angriff auf Jugoslawien zu einem zweiten albanischen Staat in Europa umwandeln, nachdem es bis jetzt völkerrechtlich zu Serbien gehört. Zwar ist eine Lösung notwendig, die sich daran orientiert, dass die Mehrheit der Bevölkerung Albaner sind*, doch die hier angedrohte Vorgehensweise schafft nur neuen Unfrieden und Hass. Sie hat auch nichts mit Jesus von Nazareth zu tun, der lehrte, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte (Matthäus 7, 12). So ließ die Ankündigung des evangelischen Präsidenten Bush wie aus dem Nichts plötzlich die Kriegswolken wieder aufziehen, denn weder Serbien noch Russland stimmen seinen Plänen zu.
Zum ganzen Komplex sind zwei Hintergründe von Bedeutung:

1.) Serbien ist stark von der serbisch-orthodoxen Kirche geprägt. Die orthodoxen Kirchen wurden 1054 von Papst Leo IX. als "Quelle aller Häresien" mehr oder weniger aus der römisch-katholischen Kirche verstoßen (der Konflikt zog sich vom 5. bis ins 15. Jahrhundert hin). Doch der Vatikan würde sich die orthodoxen Kirchen Osteuropas gerne wieder einverleiben. So schreibt der bekannte Historiker Karlheinz Deschner über Papst Benedikt XV. (1854-1922): "So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen] Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum gewinnen sollten (Opus Diaboli, S. 152). Genau daran knüpft Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 wieder an, indem er gleich nach seiner Papstwahl im Jahr 2005 die "Ökumene-Bemühungen" mit den orthodoxen Kirchen verstärkt und entsprechende Maßnahmen einleitet (PS: Das Ziel von "Ökumene" ist für die katholische Kirche immer die Einverleibung anderer Kirchen). Sein "Minister" in dieser Angelegenheit, der deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärt dazu: "Wir wollen den orthodoxen Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen etwas geben: Das Petrusamt könnte auch ihnen die universale Präsenz bringen" (Focus Nr. 33/2005). Damit lässt der Vatikan bereits die Katze aus dem Sack. Er will den Orthodoxen das "Petrusamt" "schenken", was praktisch bedeutet: Sie sollen sich wieder dem Papst in Rom unterwerfen bzw. unterstellen. Das sind die Interessen des Vatikan. Jede Schwächung der orthodoxen Kirche in Russland, in Serbien oder anderswo käme dabei diesen Interessen des Vatikan entgegen, da die selbstbewussten orthodoxen Kirchen sich bislang keineswegs wieder dem "Stuhl Petri" in Rom unterwerfen wollen.

2.) Wie steht die serbisch-orthodoxe Kirche zum Kosovo? Dazu hat die Bischofskonferenz der serbisch-orthodoxen-Kirche am 7.2.1999 eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: „Kosovo und Metohija sind das Zentrum des serbischen Staates und der Kirche ... Was Jerusalem den Juden bedeutet, London den Engländern, Notre-Dame den Franzosen und Moskau dem russischen Volk, das bedeuten Pec und Prizren [zwei Städte aus dem Kosovo] dem serbischen Volk(zit. nach Heinz Ohme, Das Kosovo und die Serbisch-Orthodoxe Kirche, Öffentlicher Vortrag in der Humboldt-Universität zu Berlin vom 14.6.1999). Die orthodoxe Kirche fordert weiterhin gleiche Rechte für alle Albaner im Kosovo, lehnt aber - wie nahezu alle Serben - ab, dass der Kosovo ein unabhängiger zweiter albanischer Staat mit serbischer Minderheit wird.

Vor diesem Hintergrund ist der Auftritt von George W. Bush in Tirana/Albanien eine deutliche Attacke gegen Serbien und seinen Bundesgenossen Russland. Dass sich der US-Präsident zuvor mit Papst Benedikt XVI. auch über seine Kosovo-Politik verständigt bzw. geeinigt hat, bzw. vom Papst Hinweise erhalten hat, könnte man vermuten. Zugeben würde dies im Vatikan wahrscheinlich niemand. Es ist nun die Frage, wie man in Serbien und Russland darauf reagiert. Den vatikanischen Interessen könnte es jedenfalls sehr entgegen kommen, wenn die orthodoxen Kirchen so geschwächt werden, dass man der Bevölkerung auf dem Balkan und in Russland eines Tages das "Petrusamt" wieder leichter "schenken" kann.

Ein ungutes Omen: Die Ausgangslage vor dem 1. Weltkrieg war im Jahr 1914 in mancher Hinsicht ähnlich: Serbische Attentäter ermordeten damals den katholischen österreichisch-ungarischen Thronfolger bei einer Fahrt durch Sarajevo in Bosnien. Dies wurde von Österreich als ein Anschlag auf das katholische KuK-Imperium auf dem Balkan gewertet. Und darauf hin erklärte das katholische Österreich-Ungarn dem orthodoxen Serbien den Krieg. Russland unterstützte sogleich Serbien, und Deutschland trat auf Seiten Österreich-Ungarns in den Krieg ein. Manchem erschien es so, als ob die Deutschen dabei auch den Wunsch von Papst Leo XIII. aus dem Jahr 1888 im Ohr hatten und auf diese Situation bezogen, der lautete: "Deutschland muss einmal das Schwert der katholischen Kirche werden" (zit. nach Walter Löhde, "Das päpstliche Rom und das deutsche Reich"). Das große Morden des 1. Weltkriegs begann, abgesegnet von den Militärpfarrern auf allen Seiten. Und am Ende des Krieges, so das Urteil von Historikern, hatte vor allem der Vatikan "gewonnen", der seine Position im Laufe des Kriegs dann so variierte, dass er rechtzeitig auf der Seite der späteren Sieger stand (siehe dazu hier).

* So könnten z. B. die Landesteile, in denen viele Serben wohnen, wie bisher bei Serbien verbleiben. Und für die Angliederung der anderen Landesteile an Albanien könnten dem serbischen Staat und seiner Bevölkerung großzügige Entschädigungen angeboten werden. Bzw. es müssten im Einzelfall Kompromisse ausgehandelt werden, die immer die Gleichberechtigung und den Schutz der jeweiligen Minderheit beinhalten würden.
 



22.7.2007 - Exorzisten der römisch-katholische Kirche: Harry Potter-Bücher und -Filme seien "Machwerk des Teufels". Sie würden "dem Teufel einen Weg" öffnen / Heutiger Papst im Jahr 2003: Sie "zersetzen" "Christentum in der Seele" der Kinder - Während der katholische "Sektenbeauftragte" des Bistums Essen, Gary Albrecht, lobend auf Parallelen zwischen Harry Potter und dem Christentum hinweist (z. B. Basler Zeitung, 20.7.2007), sehen das der Papst und die Exorzismus-Verantwortlichen seiner Kirche anders. Erst vor kurzem bezeichnete Papst Benedikt XVI. die Harry-Potter-Bücher als "antichristlich" (Spiegel online, 21.7.2007). Wörtlich schrieb er z. B. als Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation (früher "Großinquisitor" genannt) in einem Brief vom 7.3.2003: "Dies sind subtile Verführungen, die unmerklich und gerade dadurch tief wirken und das Christentum in der Seele zersetzen, ehe es überhaupt recht wachsen konnte" (zum Konflikt um dieses Thema siehe http://www.kath.net/detail.php?id=11066). Und jetzt legte der Exorzismus-Experte Padre Pedro Mendoza nach. Zum Abschluss einer katholischen Exorzismus-Konferenz bezeichnete der mexikanische Haupt-Teufelsaustreiber die Harry-Potter-Bücher als "schädlich für Kinder" (AP, 21.7.2007). "Die Buchserie interessiere die Kirche nicht". Doch "die Geschichten von Zauberei könnten dem Teufel den Weg in die Seelen junger Menschen öffnen". Pedro Mendoza ist "Exorzismus-Koordinator" in der Erzdiözese Mexiko-Stadt, wo die römisch-katholische Kirche den Exorzismus - wie auch sonst überall auf der Welt - erheblich forciert und ausgeweitet hat (siehe auch hier). Wörtlich sagte der Exorzismus-Koordinator: "Wenn man alle diese Ideen in den Kopf von Kindern steckt, dass man ein Zauberer werden kann, das Kind glaubt das und das öffnet dem Teufel einen Weg, über den er eintreten kann".
Bereits im Jahr 2006 hat sich der Haupt-Exorzist der römisch-katholischen Kirche in Europa, Pater Gabriele Amorth, gemäß eines Berichts des australischen Daily Telegraph vom 28.2.2006 ähnlich geäußert:  Die Sache ende demnach beim Teufel. Der Mann des Vatikan, der bereits mehrere Tausende Exorzismen vollzogen hat, wörtlich:
"Es gibt keinen Zweifel, dass in den Harry Potter Büchern die Unterschrift des Fürsten der Finsternis klar enthalten ist." Damit wiederholte der Exorzist seine Warnung aus dem Jahr 2001, dass die Harry-Potter-Bücher und -Filme "Machwerke des Teufels" seien. Eine der Begründungen des kirchlichen "Teufels"-Experten: "Harry Potter lügt in dem Roman mehrfach, was aber nicht bestraft wird. So werden die Kinder der Welt zur Sünde der Lüge verführt"
(zit. nach http://www.kreuz.net/article.2798.html).

Doch die frühere Stellungnahme des heutigen Papstes und die Warnungen der profilierten katholischen Haupt-Exorzisten sind vor allem ein Ablenkungsmanöver, um die Hintergründe und Abgründe der eigenen Kirche verborgen zu halten. Wie "dem Teufel" der Weg "in die Seelen junger Menschen" z. B. tatsächlich geöffnet wurde, lesen Sie hier: "Der Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche - Warum musste Anneliese Michel sterben?

 



6.9.2007 - Papstbesuch in Österreich - Informationen für die Bevölkerung - Lesen Sie hier unter www.papst-besuch.net
 



8.9. / 9.9.2007 - Benedikt XVI. in Österreich: Der symbolische und der reale Niedergang des Papsttums - Während im Jahr 2005 verheerende Überflutungen in den Alpen erst begannen, nachdem der Papst - im Flugzeug vom Weltjugendtag aus Köln kommend - im Sinkflug seinen Geburtsort Marktl und die Region gesegnet hatte (siehe hier), sind die Überschwemmungen dieses Mal schon vorher eingetreten. Zwei vorbereitete Pilgerwege nach Mariazell wurden zum Papstbesuch überflutet und der eigens für den Papst umgebaute Hubschrauber konnte wegen des Wetters nicht starten. Auf dem dritten vorbereiteten Pilgerweg starben zudem zwei ältere Pilger an Kreislaufversagen. Der Papst flüchtete sich angesichts dieser tragischen Ereignisse in Spekulationen über das Jenseits und behauptete, die "Muttergottes" habe die Pilger "direkt zum Herrn hingeführt" (Spiegel online, 8.9.2007).

Zum Glück für das Kirchenoberhaupt kann dies niemand nachprüfen. Doch im Diesseits hat jedenfalls nachweisbar die Klimakatastrophe nun auch den Papst unmittelbar erreicht. Das ist insofern von Bedeutung, da das Oberhaupt der Kirche sich in den letzten Jahrhunderten auch als "Lenker des Erdkreises" bzw. "Rektor der Welt" (Liber Pontificalis, 1596) krönen ließ - offensichtlich nur eine "leere Worthülse", denn der Papst ist den Naturgewalten des Erdkreises genauso hilflos ausgeliefert wie die meisten anderen Menschen auch. Hinzu kommt die kirchliche Verantwortung für den verheerenden Klimawandel (vgl. hier).
In Wien konnte Benedikt XVI. dann auch seine Rede über die Bedeutung "Marias" für Österreich nicht beenden (Netzeitung 7.9.2007). Im Dauerregen setzte er mehrfach an: "Schon vor der Erschaffung der Welt ..." Stromausfall. Auch auf der Großleinwand wurde alles schwarz. Benedikt trat schließlich stumm segnend ab (Spiegel online, 7.9.2007) - ein starkes Symbol dafür, dass der Papst besser schweigen sollte als weiterhin Unwahrheiten über die Mutter von Jesus zu verbreiten.
Von den erwarteten 30.000 Besuchern kamen zudem nur ca. 7.000, die Hälfte davon Schüler, die vor die Wahl gestellt wurden: Entweder zum Schulunterricht oder zum Papst
! Die meisten blieben in der Schule. Und von denen, die zum Papst gingen, erregten viele den Unwillen der wenigen Gläubigen: "Die rauchen, trinken Bier, keiner hört zu und die Lieder singen sie auch nicht mit" (Die Gläubige Ingrid Wallner, Main-Post, 8.9.2007).

Wer zu einem Menschen "Heiliger Vater" sagt, verhöhnt damit den "Heiligen Vater" "im Himmel", zu dem Jesus betete (Johannes 17, 11), der "allein heilig" ist (Offenbarung 14, 4) und der auch in unseren Herzen wohnen möchte. Jesus hatte die Menschen sogar ausdrücklich gelehrt: "Ihr sollt niemanden auf Erden ´Vater` nennen, denn einer ist Euer Vater, der im Himmel" (Matthäus 23, 9). Die Kirche jedoch nennt ihren Führer sowohl "heilig" (obwohl nur Gott "heilig" ist) als auch "Vater" (obwohl Jesus ausdrücklich lehrte, keinem Menschen diesen Titel zu verleihen).

Kritiker deuten die Überflutungen während des Papstbesuchs in Österreich auch als mögliche symbolische Vorboten neuer Überflutungen mit Skandalen. Und ausgerechnet zum Auftakt des katholischen Pilgerzugs nach Mariazell verbreiten die Nachrichtenagenturen weltweit, dass die Diözese San Diego in den USA akzeptiert hat, 200 Millionen Dollar an Entschädigung für insgesamt 144 Opfer von Sexualverbrechen von römisch-katholischen Priestern zu zahlen. Damit erhöhen sich die Entschädigungssummen alleine in den USA auf drei Milliarden Dollar, wohinter sich unermessliches Leid verbirgt. Fünf Diözesen gingen in den USA auf diese Weise bereits an den eigenen Sünden bankrott, und zahlreiche Priester sind in Haft bzw. vorbestraft (z. B. Bild.T-Online, Newsticker, 8.9.2007). Und nachdem die österreichische Kirche bereits in den 90-er Jahren von Sexualverbrechens-Skandalen geschüttelt wurde, fürchten viele demnächst auch dort eine neue Aufklärungswelle.
Erst im Mai 2007 wurde enthüllt, dass der Bischofsvikar von Kloster Heiligenkreuz und Stellvertreter von Christoph Kardinal Schönborn sich an einem Frater sexuell vergangen hatte, den es daraufhin aus der Bahn warf (siehe unsere Meldung hier). Jetzt kam Benedikt XVI. nach Heiligenkreuz, und wer weiß, was alles hinter den Kulissen lief.

Und nicht nur in Österreich steht dem Papst das Wasser bis zum Hals. Vgl. zuletzt den Bericht über die Papstreise nach Brasilien. Derweil versucht er zwar, die bestimmende Rolle des Vatikan wenigstens auf die Entwicklung Europas zu halten - einen Kontinent, den die Kirche seit Jahrhunderten faktisch beherrscht wie ein Reiter, der das Ross (= den Staat und die Staaten) lenkt (vgl. dazu Der Theologe Nr. 23) und der es wie in früheren Jahrhunderten letztlich Richtung Abgrund lenkt. Doch seinen Niedergang kann das Papsttum damit nicht aufhalten, und es ist die Entscheidung der Politiker, entweder einem blinden "Lenker" zu folgen oder echte demokratische Werte zu fördern, die auch den Prinzipien des großen Menschheitslehrers Jesus von Nazareth entsprechen (vgl. dazu Der Theologe Nr. 34).
Siehe dazu auch u. a. unsere Meldungen:
Die Vertreter der Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls
Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikts XV. fort?
Soll das vereinigte Europa katholisch werden?


PS: Die Hauptaussage des Papstbesuchs in Österreich soll nach ersten Resümees von Journalisten gewesen sein, den Sonntag mehr zu heiligen. Durch Kirchgang ist dies jedoch nicht möglich. Siehe dazu unseren Artikel zum 3. Gebot: Sich besinnen auf die große Einheit und zu den "Kirchen aus Stein".
 


2008

21.3.2008 - Karfreitag: Kirche lässt indirekt beten, dass Juden Katholiken werden - Offiziell wird in der katholischen Kirche für die Juden gebetet, "damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen". Was legen Papst Benedikt XVI. und der Vatikan nun in diese Worte hinein? Aus ihrer Sicht würde das praktisch heißen, dass Juden Katholiken werden. Und das heißt im Klartext, dass das jüdische Volk Jesus, den Christus, so falsch verstehen und seine Botschaft ins Gegenteil verkehren soll, wie dies die römisch-katholische Kirche tut. Denn Kirche einerseits und Jesus Christus andererseits hat nicht viel miteinander zu tun (siehe z. B. Der Theologe Nr. 25). Der Zentralrat der Juden in Deutschland wirft dem Papst in diesem Zusammenhang Respektlosigkeit vor (siehe z. B.
http://www.focus.de/politik/ausland/karfreitagsfuerbitte_aid_266486.html)
. Der Hintergrund ist u. a. das römisch-katholische Dogma. Für die Kirche zählt nämlich zu den "unfehlbaren" Lehrsätzen auch folgender:
"
[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt.` (Fulgentius)" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381 - ein grausamer Unsinn; näheres dazu in Der Theologe Nr. 18 und in Der Theologe Nr. 19).

PS: Während der NS-Zeit hat es den Juden in Deutschland übrigens nichts genützt, wenn sie sich zur katholischen oder evangelischen Kirche bekehrten. Sie wurden von ihrer Kirche überwiegend fallen gelassen bzw. ausgeschlossen und von den Machthabern, die mit der Kirche kooperierten, vergast. Besonders niederträchtig war es dabei, wenn die Kirche die von ihr missionierten Juden sogar an die Nazis (die übrigens ebenfalls überwiegend katholische oder protestantische Kirchenmitglieder waren) verraten hatte (mehr dazu in Der Theologe Nr. 4, z. B. hier).
 



23.3. / 24.3.2008 - Provozierende Medien-Inszenierung in der Osternacht: Papst macht prominenten Muslim durch Taufe zum Kirchenmitglied - Ausgerechnet in der weltweit am Fernsehen übertragenen Osternacht aus dem Petersdom im Vatikan vollzieht der Papst die katholische Taufe an einem der prominentesten Muslime Italiens, dem Journalisten Magdi Allam von der Zeitung Corriere della Sera. Damit wird der Ägypter auch Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Er wählte eigens einen Taufnamen, nämlich "Christian", und "bezeichnet den Islam als eine Religion, die von Hass und Intoleranz charakterisiert sei. Er sei von einer Ideologie befreit worden, die Lüge und Gewalt legitimiere, Mord und Selbstmord hervorrufe sowie für blinde Unterwerfung unter eine Tyrannei stehe" (idea, 24.3.2008). Mit seiner Hinwendung zur Kirche habe er angeblich die "authentische Religion der Wahrheit, des Lebens und der Freiheit" gefunden (zit. nach idea, 24.3.2008). Möglicherweise wurde er aber über seinen neuen Glauben nur unzureichend informiert (mehr dazu siehe z. B. in Der Theologe Nr. 18 oder in Der Theologe Nr. 25) bzw. über dessen Geschichte (vgl. z. B. Informationen zur Inquisition einst und jetzt).
Der Termin der Taufe und die vom Vatikan hergestellte weltweite Öffentlichkeit sind natürlich gezielt so gewählt, denn Papst Benedikt XVI. zieht seinen Kurs gegenüber Andersgläubigen freundlich, aber knallhart, provozierend und öffentlichkeitswirksam durch. Dahinter steckt der nach römisch-katholischer Lehre "unfehlbare" Lehrsatz:  "
Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir"
(Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Nr. 430, siehe dazu Der Theologe Nr. 18). Sowie, dass Andersgläubige, welche die Kirche kennen, sich aber ihr nicht anschließen, angeblich später dem "ewigen Feuer" "verfallen" (siehe Lehrsatz Nr. 381 oben).
- Zu Papst und Islam siehe auch hier
- Zu Papst und Judentum siehe oben
- Zu Papst und Protestanten siehe z. B. hier
 



9.4.2008 -
Vatikanischer Totenkult - Leiche von Johannes Paul II. soll mit Wachsmaske in Glassarg - Die im krassen Gegensatz zum urchristlichen Auferstehungsglauben stehende römisch-katholische Reliquien- und Leichenverehrung führt dazu, dass sich täglich 15.000 - 20.000 Menschen durch die Nische in den Vatikanischen Grotten unter dem Petersdom drängen, um am Grab von Papst Johannes Paul II. vorbei zu pilgern. Um den Totenkult zu erleichtern, soll die Leiche des ehemaligen Papstes deshalb jetzt wohl verlegt und wahrscheinlich in einen Glassarg umgebettet werden. Sein Gesicht soll dabei von einer Wachsmaske, die seine Gesichtszüge trägt, geschützt werden (Focus online, 9.4.2008;
http://www.focus.de/panorama/welt/vatikan-johannes-paul-ii-soll-glassarg-bekommen_aid_268970.html)
. Während für Christen beim Tod die unsterbliche Seele den sterblichen Naturkörper verlässt, der darauf hin wieder der Natur, der Erde oder dem Feuer, übergeben wird, versucht die Kirche, die Körper ihrer ehemaligen Anführer zu "konservieren". Hierzu hatte ein Kind einmal beim Tod von Johannes Paul II. die Frage gestellt: "Wird der Papst jetzt ausgestopft?" Über die genauen Techniken der Konservierung bzw. Einbalsamierung bei Päpsten weiß der römische Präparator Massimo Signoracci Bescheid.
Zu Hintergründen dieser Praktiken siehe unsere Meldung: Konservierung für die Auferstehung? sowie die Informationsschrift Freie Christen Nr. 6 über Kirche und Tod
.

Anmerkung: Obwohl die Kirche vordergründig lehrt, dass Jesus auferstanden sei, zeigt sie an ihren Kruzifixen weiterhin seinen furchtbar geschundenen Leib am Kreuz. Dies ist letztlich ein Todessymbol, während ein Kreuz ohne Corpus demgegenüber als ein Lebenssymbol angesehen werden kann, da es die Auferstehung veranschaulicht. Zum Kruzifix als Todessymbol mehr in Freie Christen Nr. 6 und Der Theologe Nr. 2.
 



15.4. / 20.4.2008 -
Papstbesuch in USA: Drohte Präsident George W. Bush Iran mit Krieg? - Und bekommt er dafür im Hinterzimmer den päpstlichen Segen? Bush sieht "Gott" in den Augen des Papstes. Hört er ihn auch aus dessen Mund? - Kurz vor dem Papstbesuch im Weißen Haus in den USA drohte George W. Bush dem Iran vermutlich noch einmal den Krieg an, wenn dieser sich "falsch" entscheide. Oder wie soll man verstehen, wenn Bush für diesen Fall sagt "America will act" (= "Amerika wird handeln")? In der Vergangenheit ließen sich die US-Präsidenten ihre Kriege vor allem von dem protestantischen Prediger Billy Graham "absegnen" (siehe dazu Der Theologe Nr. 22). Vielleicht hat George W. Bush vor dem Iran mehr Angst als vor bisherigen Kriegsgegnern, und er möchte für diese Pläne deshalb zusätzlich den Segen des Papstes. Offiziell sagte dieser, er zähle auf die Unterstützung der USA "für die geduldigen Bemühungen der internationalen Diplomatie, Konflikte zu lösen" (Bild, 16.4.2008). Den Irak-Krieg verschwieg er. Das heißt auch: Keine öffentliche Kritik an der Politik der US-Regierung. Der Verrat an Jesus, dem Christus, besteht dabei schon darin, dass auch der Vatikan "für den Notfall" bzw. hinter den Kulissen einen Krieg befürworte, wenn dieser "gerecht" sei (Die Lehre von einem möglicherweise "gerechten Krieg" ist bis heute römisch-katholisches Glaubensgut. Mit Jesus hat sie nichts zu tun).

Hier zunächst ein Auszug aus der Bush-Rede vom 10.4.2008 lt. Homepage vom Weißen Haus:
"A stable, successful, independent Iraq is in the strategic interests of Arab nations. And all who want peace in the Middle East should support a stable, democratic Iraq. And we will urge all nations to increase their support this year. The regime in Tehran also has a choice to make. It can live in peace with its neighbor, enjoy strong economic and cultural and religious ties. Or it can continue to arm and train and fund illegal militant groups, which are terrorizing the Iraqi people and turning them against Iran. If Iran makes the right choice, America will encourage a peaceful relationship between Iran and Iraq. Iran makes the wrong choice, America will act to protect our interests, and our troops, and our Iraqi partners"
(zit. nach www.whitehouse.gov).

Demnach würde der Iran militante schiitische Gruppen im Irak unterstützen, was die "Bevölkerung" im Irak, also einen Teil der Mehrheit der Sunniten, "against Iran" (= gegen Iran) aufbringe. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Satz von George W. Bush an die einst in Afghanistan regierenden Taliban: "Die Taliban müssen handeln, und sie müssen sofort handeln. Sie werden die Terroristen ausliefern, oder sie werden deren Schicksal teilen" (zit. nach Süddeutsche Zeitung, 21.9.2001). Da die Taliban sich nicht in diesem Sinne "richtig" entschieden hatten, folgte der bis heute andauernde Krieg, genannt "Enduring Freedom". Bei seinem Gedenken auf Ground Zero am 20.4.2008 bedachte der Papst aber offenbar nur die unmittelbaren Opfer des bis heute nicht genau geklärten Anschlags. Die unzähligen unschuldigen Opfer der durch die Ereignisse des 11.9.2001 ausgelösten Angriffe der USA blieben anscheinend unerwähnt. Immerhin bat er Gott, Er möge den Frieden in die "Welt" und in die "Herzen" bringen. Das würde aber bedeuten, dass derjenige, der sich "Christ" nennt, also z. B. sein Gesprächspartner George W. Bush, damit anfängt, indem er z. B. die "Goldene Regel" der Bergpredigt anwendet, die lautet: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch" (Matthäus, 7, 12). Bush handelte jedoch immer wieder nach dem Leitsatz: "Wenn die Leute uns nicht das tun, was wir von ihnen wollen, dann werden wir mit Waffengewalt versuchen, sie dazu zu zwingen."

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die religiöse Dimension des Afghanistan- und Irak-Krieges für den Präsidenten der USA. George W. Bush richtet sich nach den Worten des ehemaligen palästinensischen Außenministers Nabil Schaath nach einer Stimme aus dem Jenseits, die er "Gott" nennt. Diese Stimme soll Bush u. a. dazu aufgefordert haben: "George, geh los und bekämpfe diese Terroristen in Afghanistan!" Und zwei Jahre später sagte ihm diese Stimme: "George, geh los und beende die Tyrannei im Irak!" (Focus online, 8.10.2005) Nun antwortete George W. Bush auf die Frage "Was sehen Sie, wenn Sie in die Augen des Papstes blicken?" Dort sehe er "Gott" (http://www.kath.net/detail.php?id=19566). Also das Wesen, das ihn dem palästinensischen Außenminister aufgefordert habe, die beiden letzten Kriege zu beginnen. Deshalb die weitere Frage: "Wenn Präsident Bush ´Gott` in den Augen des Papstes sehe, spricht er für ihn dann auch aus dessen Mund?" Und was sagt dieser, wenn keine Kameras mit dabei sind?
Dass der Vatikan nicht wirklich gegen den Krieg ist
, machte auch der US-amerikanische Militär-Erzbischof Edwin F. O´Brien deutlich, der am Beginn des Irak-Kriegs davon sprach, dass es völlig angemessen sei,
"dass die Mitglieder unseres Militärs ... ihre militärischen Pflichten guten Gewissens ausführen (KNA, 26.3.2003). Und weder hatte damals Papst Johannes Paul II. widersprochen noch heute Papst Benedikt XVI.

Zum Treffen Ratzinger-Bush: Benedikt XVI. war der erste und einzige Gast, den George W. Bush gleich persönlich am Flughafen empfing. Schon vor der Leiche von Benedikts Vorgänger ist der US-Präsident im April 2005 in die Knie gegangen. Siehe dazu unsere Meldungen vom 3.4.2005 und 10.4.2005. Der Präsident erweist also dem Vorgesetzten einer Organisation, die wie keine andere in Verbrechen und Skandale verwickelt war und ist, diese besondere Ehre. (PS: Bis jetzt wurden z. B. schon ca. 5.000 Priester der römisch-katholischen Kirche in den USA pädophiler Verbrechen angeklagt. Doch die Dunkelziffer der Täter ist wahrscheinlich weit höher.)  Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki Moon, erwartete von Joseph Ratzinger "spirituelle Unterstützung". Immer mehr Menschen erkennen jedoch, was sich hinter den glanzvollen frommen Masken der Kirchenführer und ihren volltönenden, aber hohlen Worten wirklich verbirgt.
Jüngstes Beispiel für die Hohlheit: Die komplizierten und allgemeinen Theorien, die der Papst am 18.4.2008 vor der UNO vorlas. Während das Weltenschiff auf dramatische Weise sinkt, verlor sich der "blinde Blindenführer" im Papst-Talar in selbstverliebten und für den normalen Bürger meist unverständlichen Wortkonstruktionen ohne konkrete Lösungsvorschläge, die erst ihm wohl gesonnene Journalisten verständlich aufbereiteten. Wenn man dann noch bedenkt, was der ganze weit gehend ergebnislose Aufwand kostete (mehrere Millionen Euro)! Kein Wunder, dass der Zustand der Welt bei solchen "spirituellen Führern" so ist, wie er ist ...
 
Zu Verbindungen zwischen der US-Regierung und dem Vatikan siehe auch:
Achse Washington - Vatikan                          Der Papst und die "Neue Weltordnung"
Ökumenische politische Doppel-Strategie       Balkan-Politik
 



17.4. / 20.4.2008 - Der Schmutz hinter den festlichen Gewändern - Papst "schämt sich" für ca. 5.000 pädophile Verbrecher im Priester-Talar in den USA. Aber keine Vergebungsbitte - 13.000 Kinder wurden in den USA in den letzten Jahren und bzw. Jahrzehnten Opfer von ca. 5.000 römisch-katholischen Priester und die Dunkelziffer ist damit noch lange nicht erfasst (siehe hier). Der Papst empfinde darüber nun "tiefe Scham" und kündigt Entlassungen von pädophilen Würdenträgern und Hilfe für die Opfer an. Doch den Satz "Wir bitten alle Opfer um Vergebung" hat er einmal mehr nicht gesagt.
Zudem weist auch der Opfer-Verband Snap (Suvivors Network of those Abused by Priests = "Überlebenden-Netzwerk von denen, die von Priestern missbraucht wurden") darauf hin, dass z. B. noch immer "hunderte Bischöfe willentlich und wiederholt" Gemeindemitglieder hintergingen, gegenüber der Polizei schwiegen und Kinder weiter Risiken aussetzten (Spiegel online, 17.4.2008).
Hier sind jedoch auch die Eltern mit schuld, wenn sie ihr Kind weiter der Kirche anvertrauen. Denn in dieser Größenordnung sind die bis jetzt aufgedeckten Sexualverbrechen an Kindern durch Priester keine Einzelfälle mehr, sondern es gehört zum "System" der Kirche (PS: Es gibt in den USA derzeit ca. 42.000 katholische Priester). Eltern, die ihre Kinder unter diesen Umständen in die "Pädophilen-Hochburg" Kirche und in die Nähe von Priestern lassen, spielen deshalb Russisches Roulette mit der Seele ihrer Kinder.
Im Baseball-Stadion in Washington prangerte Benedikt XVI., eskortiert von 14 Kardinälen, 250 Bischöfen und 1.300 Priestern, am 17.4.2008 derweil insgesamt den "Werteverfall" in der Gesellschaft an. Pornografie und Gewalt seien heute in vielen Haushalten durch die Medien zugänglich. Damit lenkt er leider von dem Sachverhalt ab, dass z. B. sexuelle Ausschreitungen an Kindern in seiner eigenen Kirche überdurchschnittlich häufig passieren. So wirkte es sehr zwiespältig, als Papst Benedikt bei seiner Abschlussmesse im Yankee-Stadion in New York die Katholiken aufrief, ihre "moralischen Überzeugungen" "in die Gesellschaft hineinzutragen" (ARD-Tagesschau, 20.4.2008).

Betty Ianny, heute 50 Jahre alt und früher eines der Missbrauchsopfer, kritisiert in diesem Zusammenhang den Papst: "Er spricht davon, Scham zu empfinden, doch das ist himmelschreiend weit entfernt von der Scham, mit der Opfer ihr ganzes Leben leben müssen" (Spiegel online, 17.4.2008).
Die Kirche hatte zwischen 1980-2002 ca. eine Milliarde Dollar an sexuell missbrauchte Kinder und Jugendliche und ihre Angehörige bezahlt, wenn diese schweigen. Und seit dem Jahr 2002 folgten immerhin weitere zwei Milliarden Dollar an Entschädigungszahlungen. Doch für viele Opfer kommen diese Gelder zu spät, wie folgendes Ereignis zeigt: Eine kleine Gruppe von Demonstranten hielt in Washington ein Plakat mit Fotos von 60 Kindern aus ihrer Umgebung hoch. Ca. ein Viertel der Fotos hatten einen schwarzen Rand. Die jungen Menschen hatten Selbstmord begangen. Ihnen droht nach römisch-katholischer Lehre zudem angeblich eine "ewige Hölle" (siehe Der Theologe Nr. 18). Die pädophilen Priester kämen später jedoch in den Himmel, wenn sie korrekt römisch-katholisch glauben. In der Kirche werden die Menschen also nicht nur körperlich, sondern auf diese Weise auch seelisch auf das Schändlichste traktiert (siehe dazu auch "Der Theologe Nr. 19", Es gibt keine ewige Verdammnis).
Und zu den Verbrechen in der Kirche siehe auch "Der Theologe Nr. 24", Die Kirche und die Hölle auf Erden.

 



14.6.2008 - Wird US-Präsident George W. Bush römisch-katholisch? - Es wäre in gewisser Weise folgerichtig. Nach dem Übertritt des Irak-Kriegsherren und ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair von der Anglikanischen in die Römisch-Katholische Kirche könnte in absehbarer Zeit auch der Übertritt von George W. Bush von den evangelischen Methodisten zur katholischen Kirche erfolgen. Das zumindest erwägt der evangelische Nachrichtendienst idea. Siehe dazu
http://www.idea.de/index.php?id=181&tx_ttnews[tt_news]=65647&cHash=8c2379308e -
siehe dazu auch unsere Meldung über den Papstbesuch in den USA im Mai 2008 und über weitere Hintergründe zu den Beziehungen Vatikan-USA.
 



8.12.2008 -
Die Angst geht um im Vatikan - Verstärkte Bewaffnung - "Seit Monaten mehr sich die Drohungen gegen den Vatikan", so Bild am 6.12.2008. "Der Papst musste handeln. Die Gendarmerie erhielt eine moderne, neue Uniform und dazu Waffen. Jetzt müssen die Gendarmen des Papstes wieder Schießtraining absolvieren." Und der Journalist, der im Vatikan akkreditiert ist, schreibt: "Keiner spricht gern darüber, aber nach dem Bombenanschlag in Bombay ist es noch deutlicher zu spüren: Die Angst geht um im Vatikan."
Zum Hintergrund: Neben den Gendarmen gibt es im Vatikan die bekannte Schweizergarde. Und über sie heißt es in dem Artikel wörtlich: "Die Schweizergardisten trainieren regelmäßig mit der Schweizer Armee und sind mit Pistolen vom Schweizer Hersteller SIG Sauer und mit Sturmgewehren ausgerüstet."
Was ist ein Sturmgewehr? "Nach taktischen Gesichtspunkten ist das ´Sturmgewehr` eine Handfeuerwaffe, welche die Einsatzbereiche des Gewehrs, gegebenenfalls sogar eines Scharfschützengewehrs, und einer Maschinenpistole gleichermaßen abdecken soll," so das Internet-Lexikon Wikipedia (Stand: 8.12.2008). Die Eigenschaften: "Zielgenaues, durchschlagskräftiges Einzelfeuer im Fernkampf" und "Hohe Feuerdichte im Nahkampf".

Doch was im Vatikan üblich ist und jetzt ausgerechnet in der so genannten "friedlichen" Vorweihnachtszeit noch einmal verschärft wird, ist bei den Reichen dieser Welt das "Normale": Leibwächter, Scharfschützen, strengste Sicherheitsmaßnahmen. Doch der Vatikan nennt sich "christlich", und so müsste er sich schon die Frage gefallen lassen: Würde Jesus, der Christus, der den Kreuzweg gegangen ist, seine Jünger mit Sturmgewehren trainieren lassen? Oder Scharfschützen in Position bringen lassen? Hat Jesus der Christus, einst die Schwerter oder Speere der Soldaten gesegnet?

Und: Woher kommt die Angst im Vatikan? Könnte es nicht sein, dass man Angst hat, dass einen das eigene unbereinigte Schicksal einholt? Jahrhunderte lang hat man Kriege geführt oder zu Kriegen aufgerufen und die Waffen gesegnet, und die Täter von einst gelten heute oft als Heilige oder Selige. Das ist der Gegensatz zu dem Mann Mann aus Nazareth, der lehrte: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen."

Der Historiker Karlheinz Deschner sagte dazu in einem Interview:
"Nein, Kriege, Kriege in eigener Regie, führt der Papst inzwischen keine mehr, nicht mehr gegen Heiden und nicht mehr gegen Christen, weil man ihm alles, womit er Jahrhunderte lang Kriege geführt, weggenommen hat - Truppen, Generäle, Schlachtschiffe, Kanonen, Festungen, Waffenfabriken. Doch gibt es Möglichkeiten, die Menschen auf andere Weise, gleichsam friedlicher zu bekämpfen. Ideologisch, durch dogmatischen Wahnsinn, der sich ja nie mit dem bloßen Glauben begnügt, der "missionieren", ausgreifen will; durch Unterstützung einer desaströsen Gesellschaftsmoral, die die Armen zugunsten der Reichen betrügt; durch eine desaströse Sexualmoral, die im Mutterschoß schützt, was sie preisgibt im Krieg ... Im Übrigen ist das Papsttum, seine ganze Geschichte beweist es, intolerant durch und durch, ist tolerant nur, wenn es die Opportunität erheischt, wenn es zweckdienlich ist, wenn es einfach nicht mehr anders geht, aber nur dann!" (Main-Post, 1.10.2008)

So nützt es auch nichts, wenn man heute zur angeblich besseren Sicherheit das Schwert oder die Lanze durch Pistolen und Sturmgewehre ersetzt. Die Angst wird bleiben, solange man z. B. weltweit so genannte Militärseelsorge betreibt, um die Soldaten in ihren Kriegen zu stärken. Irgendwann schlägt der Kriegsgegner zurück und trifft dann vielleicht auch diejenigen, die bis heute den Soldaten mit ihren Segnungen immer wieder ein gutes Gewissen verschaffen.
 



23.12.2007 / 26.11.2008 - Die etwas andere Meldung zum Weihnachtsfest 2008: Verhöhnung von Christus - 10.000 sterbende Kinder pochen jeden Tag an die schweren Tore des Vatikan - Maria und Josef (der leibliche Vater von Jesus) reisten einst unter schwierigsten Umständen nach Bethlehem zur angeordneten Eintragung in die Steuerlisten. Maria war in großer Sorge um ihr Kind, denn sie stand kurz vor der Entbindung. In Bethlehem angekommen, fand die Familie schließlich keine Unterkunft, wo Maria ihr Kind hätte zur Welt bringen können. Auch hatten sie kaum etwas zu essen. Liebe Mütter, die sie das jetzt lesen: Erinnern Sie sich, als Sie ihr erstes Kind zur Welt brachten, um vielleicht zu ahnen, wie es wohl Maria ergangen ist!
Doch eine Frau erbarmte sich und gab ihnen wenigstens ein Dach über den Kopf, den Stall, wo die Körper der Tiere den Menschen ein klein wenig Wärme in der eisigen Kälte spendeten. Die Kirche hat aus diesem dramatischen Ereignis jedoch ein brutales Götzen-Kitsch-Fest gemacht: mit Wachsfigürlein in der Krippe (anstatt auf den späteren erwachsenen Jesus zu hören), mit heidnischen Kulten (z. B. abgeschlagenen Bäumen) und mit Abermillionen brutal hingemetzelter Tiere für den Gaumenschmaus und zum Verdauen, obwohl die Mägen der Genießer vielfach schon überfettet sind. Es ist das alljährliche Massaker an "Ochs und Eselein" zum Genuss für die menschlichen Leiber. Auch heute sind Maria und Josef wieder auf Herbergssuche. Und jeden Tag mit ihnen Tausende verhungernde und erfrierende Menschen. Und so pochen jeden Tag auch 10.000 verhungernde Kinder an die schweren Tore des Vatikan. Doch die Goldschätze der Priester sind für sie unerreichbar (siehe hier). Die Priester rufen immer nur ihre Gläubigen zum Spenden auf. Sie selbst tasten das Milliardenvermögen ihrer Institution mit ihren goldverbrämten Kirchenschätzen nicht an. Sie schwenken ihr Weihrauchfass über ihren kulinarischen Festen und verkünden dabei haarsträubende Dogmen und Lehren, die sie aus dem antiken Heidentum übernommen hat - wie z. B. eine angebliche Jungfrauengeburt Marias. Was soll denn so schlimm daran gewesen sein, wenn sich Maria und Josef ein Kind wünschten und dies in gegenseitiger Liebe zeugten? Schlimm ist das nur für die Geheimniskrämer im Vatikan, die den natürlichen Zeugungsakt verteufeln (er soll angeblich eine Erbsünde übertragen, die ohne kirchliche "Vergebung" wiederum in die ewige Verdammnis führen soll), während Tausende von Pädophilen in ihren Reihen sich im Geheimen an Kindern sexuell vergehen anstatt Verantwortung für Kinder als Familienväter zu übernehmen wie einst Josef dies tat.
Vielleicht könnte man zum Thema "Liebe" noch sagen: Gott liebt natürlich auch die Priester. Aber Er liebt sie nicht als Priester. Er hat nie Priester gewollt und ihre Kulte sind Ihm ein Gräuel. Und wenn diese nicht umkehren, werden sie spätestens als Seelen im Jenseits erleiden, was sie anderen angetan haben, weil die angebliche kirchliche Absolution von Sünden bzw. die angebliche Minderung von Sündenstrafen durch priesterliche Vollmacht ein weiterer Unsinn ist, den die Kirche ebenfalls aus Götzenkulten hergeleitet hat. Denn kein Priester kann so etwas. Weder ein römisch-katholischer noch ein anderer. Die Menschen können sich immer nur gegenseitig vergeben, und überall, wo dies geschieht, kommt ein Segen über die Menschen. Dazu braucht es jedoch keine Priester und Pfarrer. Denn Priester können als Priester selbstverständlich auch nicht segnen. Sie geben das nur vor, und die Abergläubigen glauben es.
Hier eine kleine Geschichte für ein Weihnachtsfest ohne Kirche:
http://www.theologe.de/weihnachtsgeschichte.htm
Und hier eine Erzählung über die Geburt von Jesus ohne die kirchlichen Verfälschungen:
http://www.theologe.de/jesus_geburt.htm
 


2009

2.2.2009 - Bischofseinsetzung: Vatikan ignoriert einmal mehr alle Vorschläge der Betroffenen - Im Jahr 1953 schrieb der Dichter Bertolt Brecht nach dem gescheiterten Aufstand in der DDR am 17. Juni: "Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?" (Gedicht: Die Lösung) Diesen Rat könnte sich vielleicht bald auch einmal der Vatikan zu Herzen nehmen. Denn die Katholiken wünschen sich meist andere "Hirten" als die, welche man ihnen schließlich vorsetzt, so dass man mehr und mehr den Eindruck gewinnt: Das Kirchenvolk passt schon lange nicht mehr zu den Vorstellungen der oberen Hierarchie. Und so zeigte sich jetzt in Österreich einmal mehr, wie das letzte "totalitäre" System Europas mit seinen Gläubigen umgeht: Kein Vorschlag aus den Reihen der Diözese Linz in Österreich für die Besetzung des Amtes des Weihbischofs war dem Papst gut genug, und er setzte von oben ohne jede Rücksprache einfach einen ganz anderen ein: Gerhard Maria Wagner gilt als erzkonservativ und als harter Kritiker der Harry-Potter-Bücher und -Filme (siehe dazu unsere Meldung hier).
Doch die Katholiken sind selbst schuld an ihrer Entmündigung
. Solange sie sich von unchristlichen Verdammnisdrohungen einschüchtern lassen, ihren Führern absolutistische Macht zugestehen, und sie in einem fast beispiellosen Personenkult auch noch huldigen, kriegen sie die Leute vorgesetzt, die sie noch mehr einschüchtern. Dieses Mal zog sich allerdings zwei Wochen nach seiner Ernennung der "Günstling" des Papstes wieder zurück und verzichtete auf sein Amt. Nach dem häufig auf "sehr unbarmherzige und lieblose Weise" erfolgten Widerstand, so der vom Papst gewollte Gerhard Wagner (orf, 15.2.2009), habe er den Auftrag an den Papst "zurück gegeben". Wären die Untergebenen folglich barmherziger und liebevoller gewesen, hätten sie einmal mehr wieder nichts bewirkt. Nun darf der Papst erneut alleine entscheiden und sich einen anderen suchen.
Mit Jesus von Nazareth hat das alles sowieso nichts zu tun. Er setzte weder Priester noch Bischöfe ein noch wollte er, dass Anführer im Glauben andere bevormunden. Auch kostümierte er seine Jünger nicht mit Kleidern, die wie Frauenkleider aussehen und auch nicht mit speziellen Mützen, Hüten, Stäben, Schals, Ketten, Wappen und mit weiterem Brimborium und Klunker. Jesus war ein Mann des Volkes, nicht der Kirche, und er lehrte die Menschen, dass sie zu Gott einfach "Vater" sagen können. Die katholischen Obrigkeiten jedoch werden mit "Exzellenzen", "Eminenzen" oder gar "Heiliger Vater" tituliert und als angebliche Mittler zu Gott hingestellt. Doch zu dem Gott, den uns Jesus lehrte, kann man schlicht und einfach "Vater" sagen - nicht etwa "Heiliger Vater", obwohl der Schöpfergott der einzige wirkliche heilige Vater wäre. So wie es u. a. in der Offenbarung des Johannes heißt: "Denn du allein bist heilig" (15, 4). Und um Ihm näher zu kommen, braucht man ein ehrlich suchendes Herz, aber keinen mit Titeln und Kritteln behangenen Mittler. Deshalb auch die Frage: Stellen sich die katholischen Würdenträger mit ihren Titeln nicht über Gott? Und: Wenn ich zum Schöpfergott "Vater" sagen kann, wozu brauche ich dann noch eine Eminenz? Oder einen Weihbischof? Oder einen Papst?


Siehe auch unsere Seite: http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm
 



3.2.2009 - Antisemitismus-Diskussion in der Kirche: Deutscher Distriktoberer der katholischen Piusbruderschaft fordert Juden auf, sich römisch-katholisch taufen zu lassen, um sich von der "Schuld ihrer Vorväter" zu distanzieren / Lehnen Piusbruder-Bischöfe auch Religionsfreiheit ab? - Die von Papst Benedikt XVI. ohne Widerruf wieder in den Schoß der Kirche integrierte ultrakonservative Piusbruderschaft widerspricht dem Vorwurf, sie sei antisemitisch und verweist z. B. auf Papstäußerungen, wonach Christen und Juden "Brüder" seien. Allerdings ist es erst einige Wochen her, dass der deutsche Disktriktobere der Piusbruderschaft, Franz Schmidberger, in seinem unwidersprochen gebliebenen Rundbrief an alle 27 Pius-Bischöfe vor Weihnachten 2008 schrieb: "Die Juden unserer Tage […] sind des Gottesmordes mitschuldig, solange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren" (Spiegel online, 19.1.2009).
Wenn man sich in diesem Zusammenhang jedoch einmal bewusst macht, welche unermessliche und überwiegend noch ungesühnte Schuld sich die römisch-katholische Kirche in ihrer Geschichte auflud durch Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennungen, Judenverfolgungen, Aufstachelung zu Kriegen usw. (vgl. www.kirchenopfer.de), ist es ein Hohn, dass ausgerechnet die katholische Taufe Andersgläubige angeblich von einer Schuld befreien soll, die sie noch nicht einmal selbst begangen haben. Und wer eine "Gottheit Christi" oder was auch immer bekennt, jedoch nicht tut, was dieser als Mensch lehrte, der verhöhnt Jesus, den Christus auch auf diese Weise - gleich, wer nun das Geistwesen Christus vor seiner Inkarnation in den Menschen Jesus von Nazareth gewesen ist.
Zudem zeigen die Erfahrungen aus dem Dritten Reich, dass es den Juden z. B. damals wenig half, sich in Deutschland evangelisch oder katholisch taufen zu lassen. Sie wurden trotzdem ausgegrenzt und schließlich mit den anderen vergast, die nicht in die Kirche überwechselten.

Mehr dazu in: Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der Holocaust
daraus der Auszug, die katholische Kirche betreffen: Die katholische Kirche und der Holocaust
Zum Schicksal evangelisch getaufter Juden im Dritten Reich siehe z. B. vier Absätze aus Der Theologe Nr. 4:
1938     1939     Büro Grüber     1941
Vergleichbare Dokumente aus der römisch-katholischen Kirche liegen uns derzeit noch nicht vor. Es dürfte dort jedoch nicht grundsätzlich anders gewesen sein. Für Hinweise sind wir dankbar.


PS: Die katholische Piusbruderschaft in Deutschland macht auch Stimmung gegen die Türken in Deutschland. "
Die Türken, so Schmidbergers Schreiben (siehe oben), würden Deutschland mehr und mehr als Kolonie betrachten. ´Erster Punkt: Eroberung von ganzen Stadtvierteln! Zweiter Punkt: Eindringen in die Stadtverwaltungen! Dritter Punkt: Kinder! Einer von den Moslems sagte: Wir werden die Deutschen im Wochenbett überwinden!` Schmidberger stachelt zum Handeln an: ´Ja, sollen wir da weiter die Hände in den Schoß legen, oder sollen wir reagieren? Oder was sollen wir tun?`" (Spiegel online, 3.2.2009)

Und weiter: Über die von Benedikt XVI. wieder in die volle Kirchengemeinschaft aufgenommenen vier Piusbruder-Bischöfe schreibt Gernot Facius, katholischer Journalist bei der Zeitung Die Welt: "Alle vier Traditionalistenbischöfe sperren sich, wie ihr Vorbild Marcel Lefebvre, gegen die volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils - manche ihrer Äußerungen lassen den Schluss zu, sie lehnen es zur Gänze ab. Das betrifft die Beschlüsse über die Religionsfreiheit, über das neue Verhältnis zu den Juden und die positiven Aussagen zur Ökumene" (idea-spektrum Nr. 6/2009). Wer Ohren hat zu hören, der höre. Nach römisch-katholischer Lehre müssen Andersgläubige, welche die katholische Kirche kennen, aber nicht in sie eintreten oder in ihr ausharren, ohnehin später in eine ewige Hölle (siehe z. B. hier).
 



6.2. / 26.2. / 3.3.2009 - Kardinal verteidigt die Wiederaufnahme von Bischof Richard Williamson / Williamson kritisiert auch Menschenrechte / "Entschuldigung" von Richard Williamson reicht dem Vatikan nicht. Dabei "entschuldigt" sich der Papst nicht besser / Beschönigungen und Umdeutungen der Verbrechen der Kirche durch die Päpste - Der Vatikan geht in die Gegenoffensive. Kardinal Javier Lozano Barragán erklärt: "Williamson habe zwar eine ´Dummheit` begangen, dafür müsse aber niemand exkommuniziert werden, so der 76-jährige Mexikaner. Außerdem werde niemand wegen einer Sünde aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, sondern wegen schwerer Verstöße gegen deren Lehren" 
(http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,605972,00.html). Und die Leugnung des Holocaust ist folglich kein schwerer Verstoß gegen die katholischen Lehren, auch wenn diese zunächst von Bischof Richard Williamson vorgetragene Position z. B. von den argentinischen Bischöfen "energisch abgelehnt" werde (Bild, 6.2.2009). Kritisch steht der Bischof auch zu den universellen Menschenrechten: ´Wo die Menschenrechte als eine objektive Ordnung verstanden werden, die der Staat durchsetzen soll, da kommt es immer zu einer antichristlichen Politik`" (Spiegel online, 7.2.2009). Doch auch die "Menschenrechte" gehören nicht zum römisch-katholischen Glaubensbekenntnis. Schwere Verstöße gegen katholische Lehren, welche die Exkommunikation nach sich ziehen lesen Sie in "Der Theologe Nr. 18" - Der Glaube der Kirche. Das Fluchwort "Der sei ausgeschlossen" bedeutet nach römisch-katholischer Lehre die Exkommunikation und im Jenseits später die Verdammnis.
Außerdem ist für die katholische Kirche nicht maßgeblich was die argentinischen Bischöfe sagen (Williamson leitet in Argentinien in Priesterseminar der Piusbruderschaft), sondern, was in den Dogmen steht, und was der Papst entscheidet.
Und dieser hat die Exkommunikation von Richard Williamson aufgehoben, ihn jedoch unabhängig davon aufgefordert, den Holocaust nicht mehr zu leugnen. "Richard Williamson sagt dem SPIEGEL, er wolle zunächst die historischen Beweise prüfen - ´das wird Zeit brauchen`". Am 26.2.2008 erklärte er schließlich, seine diesbezüglichen Äußerungen gäben die Meinung eines "Nicht-Historikers" wieder, die sich auf "Erkenntnisse von vor 20 Jahren" gestützt hätten (Focus online, 26.2.2009) und die seither "selten in der Öffentlichkeit geäußert worden ist" (Spiegel online, 26.2.2009).
Wörtlich schrieb
Richard Williamson an den Vatikan: "Der Heilige Vater und mein Oberer, Bischof Bernard Fellay, haben mich ersucht, die Bemerkungen, die ich vor vier Monaten gegenüber dem schwedischen Fernsehen gemacht habe, neu zu überdenken, da deren Folgen sehr schwerwiegend gewesen sind. In Anbetracht dieser Folgen [der Leugnung des Holocaust] kann ich wahrheitsgemäß sagen, dass es mir leid tut, diese Bemerkungen gemacht zu haben, und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich im Vorhinein um den ganzen Schaden und den Schmerz gewusst hätte, die diese verursachen würden, besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich" (Spiegel online, 26.2.2009). Dies Erklärung sei nach für den Vatikan jedoch "vage" und "unzureichend" (Spiegel online, 27.2.2009).

Dazu kann man sagen: Natürlich sind Bischof Williamsons Worte "vage" und "unzureichend". Doch sollte sich der Vatikan hier vor allem an die eigene Nase fassen. Denn verglichen mit den bisherigen Entschuldigungen der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. sind die Worte eher weitgehend. So hat sich Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 in einem vom damaligen Kardinal Joseph Ratzinger maßgeblich verfassten Bekenntnis "Mea Culpa" für die Verbrechen der Kirche so "vage" "entschuldigt", dass man gar nicht mehr von einer Entschuldigung sprechen kann.
Siehe dazu unser Offener Brief: Das Schuldbekenntnis des Papstes - eine ungültige Beichte?

Und als der Präsident Venezuelas Hugo Chavez im Jahr 2007 eine Entschuldigung des Papstes für dessen Umdeutung des Völkermordes an den Indianern forderte, hat Benedikt XVI. noch nicht einmal mehr öffentlich reagiert. Papst Joseph Ratzinger hatte in Brasilien tatsächlich behauptet, die Indianer, die zu Hunderttausenden von den katholischen Eroberern massakriert wurden, hätten ihre Katholisierung "still herbei gesehnt" (siehe z. B. http://www.netzeitung.de/spezial/derpapst/648359.html). Kann Benedikt XVI. angesichts dieses Tuns der Päpste im Ernst erwarten, dass sich der Pius-Bruder-Bischof deutlicher von seiner Leugnung des Holocaust distanziert? Oder hat Williamson nur von den Päpsten gelernt, wie man geschickt formuliert, was man aber am liebsten gar nicht sagen möchte?
 



24.2. / 25.2.2009 - Anzahl der "Seligen" und "Heiligen" bereits über 7.000 - Jetzt zehn neue "Heilige" / Die Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust - Zu den "Heiligsprechungen" siehe dazu unsere Hintergrundinformationen und aktuelle Kommentierung auf
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Heiligsprechungen

Zur Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust, der in Kirche und Gesellschaft zuletzt immer wieder thematisiert wurde, siehe
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Holocaust

Siehe dazu auch:
Die "heilig" und "selig" gesprochenen Päpste
 



6.3.2009 - Pius-Bruderschaft wirft deutschen Bischöfen "unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" vor - Die Pius-Brüder stärken den Papst und werfen den deutschen Bischöfen "unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" und sogar "Lügen" vor.
Mehr dazu siehe
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,611852,00.html
 



18.3.2009 -  Papst in Afrika: Benutzung von Kondomen "verschlimmert" AIDS-Problem / Nonne, die Kondome verteilte, wurde in den 90er-Jahren entlassen / Stern: "Kirche braucht eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu den Dogmen steht" / Finanzierung des Besuches unklar - Während man in Deutschland noch um die Dramatik des Amoklaufes von Winnenden sprach, hat der Papst in Afrika eine andere Problematik: "Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln. Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem", so Papst Benedikt XVI. (tagesschau.de, 17.3.2009). "Vielmehr sei eine spirituelle und menschliche Erneuerung der einzige Weg aus der auf dem Schwarzen Kontinent grassierenden Seuche" (stern.de, 17.3.2009). Der Papst besucht Kamerun und Angola.
Über die Finanzierung des Besuches ist wenig bekannt. Als Papst Johannes Paul II. im Jahr 1990 Tansania besuchte, haben sich viele arme Familien verschuldet - in eine Dorf brachten die Bewohner z. B. einen ganzen Monatslohn für die polizeilichen Sicherheitsvorkehrungen für den Papst auf (Bild, 4.2.2000). Und um ihr Gesicht nicht zu verlieren, sind die meisten armen Familien dieser Aufforderung auch nachgekommen. So berichtete die Nonne Maria Lauda. Als in den 90er-Jahren bekannt wurde, dass die Nonne Kondome gegen die AIDS-Seuche verteilt hatte, sei sie von ihrem Orden entlassen worden.
Über die Politik des Papstes in Afrika schreibt stern.de: "A
ngesichts des weltweit schwindenden Einflusses der katholischen Kirche, die sich immer weniger auf die Glaubensfestigkeit ihrer mitteleuropäischen Schäfchen verlassen kann, ist der Papst geradezu gezwungen, schnellstmöglich starke Allianzen zu schmieden. II. Vatikanisches Konzil hin oder her. Nur so kann er verhindern, dass die jahrhundertlange Macht und der finanzielle und politische Einfluss des Vatikans in der Gesellschaft irgendwann verschwinden. Die Kirche braucht ihre ultrakonservativen Anhänger. Eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu den Dogmen der Mutter Kirche und gegen die Säkularisierung der westlichen Welt steht [zum Glauben der römisch-katholischen Kirche siehe Der Theologe Nr. 18]. Benedikt XVI will in die Kirchengeschichte als ein Papst eingehen, der als Heerführer des christlichen Abendlandes den Kampf konsequent geführt hat (18.3.2009).
 



11.6. / 27.6.2009 - Kommen die Scheiterhaufen wieder? Vatikanische Aussagen zur Religionsfreiheit haben nicht "höchsten lehramtlichen Stellenwert" / Setzen sich Gegner der Religionsfreiheit in der katholischen Kirche durch? / Vor 1.200 Anhängern drei neue Pius-Priester in Zaitzkofen geweiht / Priester als Gegenspieler des Jesus von Nazareth -
Die Piusbrüder entlarven die römisch-katholische Mutterkirche
. Anlässlich neuer Priesterweihen der Bruderschaft, die von Papst Benedikt XVI. teilweise rehabilitiert wurde, erneuerte die katholische Gruppierung ihre Positionen. Hierüber schreibt das Main-Echo: "Die Piusbruderschaft hält unterdessen an ihrer Grundsatzkritik an den Lehraussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils fest. Texte wie jene zur Religionsfreiheit besäßen nicht höchsten lehramtlichen Stellenwert und dürften daher kritisch in Frage gestellt werden, sagte der Dialogbeauftragte des deutschen Distrikts der Bruderschaft, Pater Matthias Gaudron, in Freiburg" (11.6.2009). Deutlicher formuliert es der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers, der schreibt:
Der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73). Und so könnte man fragen: Rüsten sich Kräfte in der Kirche schon für eine neue Führungsrolle in der Zeit nach einem möglichen Ende des Mittelstands? (siehe dazu diese Meldung)

Derweil scheint der Vatikan den Vormarsch der totalitären Bruderschaft, die z. B. die katholischen Lehraussagen über "Religionsfreiheit" ablehnt, still bewusst zu dulden. Und vielleicht ist es sogar im Sinne des Vatikan, wenn man für die Bevölkerung "unangenehme" Aussagen nicht selber formulieren muss, sondern eine Bruderschaft vorschieben kann - da kann man dann auch mal schnell wieder etwas abrücken, wenn der Protest aus dem Volk zu laut würde. Die Pius-Bruderschaft hat die Wegweiser für die römisch-katholische Kirche zumindest bereits zurück ins Mittelalter gestellt.

Am 27.6.2009 fand nun eine Open-Air-Priesterweihe von drei neuen Priestern der Bruderschaft St.Pius X. in Zaitzkofen bei Regensburg statt. Der oberste Chef der Bruderschaft, Bernard Fellay, erklärte dazu: Wir weihen die Priester "für die katholische Kirche" (www.abendzeitung.de, 27.6.2009). Bei
seinem Besuch im Vatikan [am 5.6.2009] hätte er "keinerlei Signale bekommen, dass die Weihen gegen Kirchenrecht verstoßen würden" (Der Spiegel, zitiert nach Münchner Merkur, 15.6.2009). Zwar verlautete aus dem Vatikan müde, die Weihe sei "nicht zulässig". Doch "Benedikt XVI. habe in Gesprächen mit ihnen Verständnis für sie ausgedrückt", so Pius-Chef Bernard Fellay (www.abendzeitung.de, 27.6.2009). So wächst die extremistische Unter- bzw. Parallelorganisation der Rom-Kirche ständig weiter. Am 20.6.2009 wurden in Winona/Minnesota bereits 13 weitere Männer zu römisch-katholischen Priestern im Sinne der Bruderschaft St.Pius X. geweiht (Spiegel online, 23.6.2009) und bereits am 28.6. in Econe in  der Schweiz vor über 2.500 fanatisch Gläubigen erneut acht Priester. Focus online schreibt dazu: Vatikan machtlos
(http://www.focus.de/politik/ausland/piusbruderschaft-immer-neue-priesterweihen_aid_412474.html)
. "Die Kirche blutet aus", so die Warnung der Ultrakonservativen an Rom 
(www.abendzeitung.de, 27.6.2009). Und tatsächlich gibt es immer weniger Priester, und unter den immer weniger werdenden "geweihten" Männern haben sich schon Tausende pädophiler Verbrechen schuldig gemacht.

PS: Jesus von Nazareth weihte keine Priester, und er hatte auch keine Mesner und Messdiener an seiner Seite. Und er hat keinem seiner Nachfolger gesagt, dass er Priester werden soll oder Priester weihen soll. Somit haben Priesterweihen nichts mit Jesus, dem Christus, zu tun, egal von wem und mit welchen Motiven sie vollzogen werden. Die Priester seiner Zeit waren viel mehr die erbittertsten Gegner des Jesus von Nazareth. Sie vollziehen Kulte und Rituale und projizieren ihr eigenes geheimniskrämerisches Leben auf Gott, dem sie angebliche "Geheimnisse" unterstellen. Im wissenschaftlichen Lehrbuch Kompendium der Kirchengeschichte des bekannten Kirchenhistorikers Karl Heussi heißt es dazu: Ab dem Jahr 200 "bildet sich die unüberbrückbare Kluft zwischen Klerus und Laien und der hierarchische Zug des neuen christlichen Priesterstandes" (Karl Heussi, Kompendium der Kirchengeschichte, Tübingen 1991, S. 58). "Grundlegend war die Ausgestaltung des bischöflichen Amtes. Sie stand im engsten Zusammenhang mit der Entwicklung des Dogmas, der Kirchenzucht und des Kultus; besonders das Aufkommen des Opferbegriffs, der den Priesterbegriff nach sich zog, wandelte die Stellung des Bischofs ... Aus dem Dienst derer ´die sich solche Mühe geben, euch im Namen des Herrn zu leiten` wurde die volle, uneingeschränkte Herrschaft über die Gläubigen." (S. 79) Das ist römisch-katholisch. Doch mit Jesus von Nazareth hat das alles nichts zu tun.

Vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 13": Wie die Priester die Herrschaft über das Volk erlangten
 



9.10.2009 -
La Santa Alianza - "Der Geheimdienst des Papstes" - Das in Italien erschienene Buch La Santa Alianza von Eric Frattini sorgt schon vor der deutschen Übersetzung auch in Deutschland, für Gesprächsstoff. Da die katholische Kirche in Deutschland mit weltweit einmaligen astronomischen Milliardensubventionen vom deutschen Staat jährlich finanziert wird (http://www.stop-kirchensubventionen.de), haben die deutsche katholische Kirche und die Katholiken ihrerseits viele Mittel übrig, die wiederum zu einem erheblichen Teil in den Vatikan fließen.
In Deutschland berichtete etwa Bild und Funk in Nr. 38 vom 19.9.2009. Die Kernthesen von Eric Frattini: 1) Der Vatikan betreibt das beste Spionagenetzwerk der Welt - neben der "heiligen Allianz", "la Santa Alianza", soll es auch eine eigene Spionageabwehr geben, die "Sodalitium Pianum".   2) Die Agenten des Papstes waren im Zweiten Weltkrieg aktiv. So folgten etwa katholische Agenten der deutschen Wehrmacht nach Russland, um dort den katholischen Glauben zu fördern.  3) Die Agenten des Papstes brachten den Ostblock zu Fall (vgl. dazu hier und Der Theologe Nr. 22).   4) Ein Machtkampf der Dienste gipfelte in dreifachem Mord (siehe dazu http://www.das-weisse-pferd.com/00_13/morde_im_vatikan.html). Die These: "Mussten etwa drei Menschen sterben, weil [der Chef der Schweizergarde, Alois] Estermann zu viel über die Operationen der heiligen Allianz wusste?"  5) Geheimsache Geld: Der Vatikan machte mit der Mafia gemeinsame Sache (vgl. dazu http://www.das-weisse-pferd.com/98_19/vatikan_mafia.html).
 



7.11.2009 -
Die Päpstin - Viele Bürger haben mittlerweile den Film Die Päpstin im Kino gesehen. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass eine Frau von dem Format von "Johannes Anglicus" (bzw. Päpstin Johanna I.), so wie sie im Film dargestellt wurde und das "System Vatikan" bzw. der Katholizismus letztlich nicht vereinbar sind. Im realen Leben wäre ein Mensch mit diesem positiven Charakter gar nicht in diese Position gekommen, doch der Film machte diese Illusion für eine sehr kurze Zeit möglich. Wäre die Geschichte von der "Päpstin" (und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit hat es eine Päpstin mit Namen Johannes Anglicus I. ja auch tatsächlich gegeben) positiv weiter gegangen, wären Papsttum, Machtkirche, Dogmen, Brimborium und Sakramenten-Kult - als im krassen Widerspruch zu Christus stehend - mit der Zeit abgeschafft worden zugunsten eines christlichen Lebens, das die Hauptdarstellerin seit ihrer Kindheit für viele im Film anschaulich verkörperte.
Lesen Sie dazu auch die Klageschrift: Katholische Kirche soll sich nicht christlich nennen! Kläger sind die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt. Deren Anwalt wies zunächst darauf hin, dass der Begriff "christlich" nicht geschützt sei und sich folglich jeder "christlich" nennen darf. Demnach darf sich auch der Teufel "christlich" nennen.
 



17.11.2009 -
"TV-Hören und Sehen": "Die dunklen Geheimnisse des Vatikans" - Die Fernsehzeitschrift TV Hören und Sehen veröffentlicht in ihrer Ausgabe Nr. 47 vom 21.-27.11.2009 die Dokumentation Tatort Vatikan - Die dunklen Geheimnisse des Vatikan. Darin geht es u. a. um die Völkermorde bei der Eroberung Südamerikas, die Judenverfolgungen, die Kreuzzüge, die "Heiligkeit" der Päpste, die Geschichtsfälschungen im Namen der Kirche oder die Erfindung des Zölibat. In dem Artikel heißt es u. a.: "Der Palast des Vatikans hat 12.523 Fenster. Dennoch ist das, was in dem Palast vorgeht, so undurchsichtig, als seien die Fenster aus Beton."
Das Fernsehmagazin weist mit der Dokumentation auf zwei TV-Berichte hin. Am 26.11.2009 um 16.30 Uhr auf 3sat: Index - Die schwarze Liste des Vatikans, Teil 1. Und auf den Teil 2 am 3.12.2009.
 



21.11. / 26.11.2009 -
Korruption, Mafia, Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Opus Dei, Schmuggel in die Schweiz, Leichen - Vatikan außer Rand und Band. Lesen Sie
http://www.format.at/articles/0938/525/251407/die-geschaefte-vatikan-buch-finanznetzwerk-geldwaesche
So geht es z. B. um geheime Konten der Mafia bei der Vatikanbank und vieles mehr. Es sind in einem Nachlass (des Vatikan-Bankers Renato Dardozzi) Beweise und Dokumente aufgetaucht, "die an Brisanz jeden verschwörungstheroetischen Roman schlagen". Mafia-Gelder wurden z. B. als "wohltätig" getarnt und im Vatikan "weiß gewaschen". Die Geschichte Italiens wäre anders verlaufen, wären diese Verbrechen vorher bekannt geworden, so Ex-Staatsanwalt Antionio Di Pietro. Neue Enthüllungen auch zum "plötzlichen" Tod von Johannes Paul I. und zur Rolle von Johannes Paul II., der die Verbrecher "schützte".
Siehe dazu auch: Der Bankrott der Banco Ambrosiano und die Morde an Roberto Calvi und Michele Sindona


Aktualisierung: Ganz allmählich dringen einzelne Nachrichten durch. So heißt es am 26.11.2009 bei bild.de:
"Die Justizbehörden ermitteln wegen Verdachts auf Geldwäsche, berichtet die italienische Tageszeitung „Il Giornale“. Insgesamt gehe es um 180 Millionen Euro, die über eine Unicredit-Filiale beim Vatikan in den vergangenen drei Jahren auf nicht transparente Weise umgebucht worden sein solle."

Lesen Sie dazu auch: Mehr als eine Tonne Gold in der Vatikanbank?
 



19.12.2009 -
Vatikan schützt den Namen "Papst" und "päpstlich", Freie Christen den Namen "Christus" und "christlich" - Vielleicht kommt es ja doch noch zu einer Einigung zwischen der römisch-katholischen Kirche und den Freien Christen für den Christus der Bergpredigt aller Kulturen weltweit. Die Freien Christen haben die römisch-katholische Kirche verklagt, sich wegen der unzähligen Gegensätze zu Christus in Zukunft nicht mehr "christlich" nennen zu dürfen, sondern stattdessen "katholisch" oder "römisch-katholisch". Auch die Bezeichnung "päpstlich" wird der Vatikankirche nicht streitig gemacht, im Gegenteil. Gerne dürfe sie sich nach Überzeugung der Freien Christen auch "päpstlich" nennen.
Den Schutz des Namens "Papst" und der Bezeichnung "päpstlich" hat nun auch eine Meldung des Presseamtes des "Heiligen Stuhls" zum Inhalt. Kathnews.de schreibt:
"Das Presseamt des Heiligen Stuhls hat am heutigen 19. Dezember 2009 eine ´Erklärung zum Schutz der Gestalt des Papstes` veröffentlicht, wonach beispielsweise die Verwendung des päpstlichen Wappens auf Internetseiten durch den Heiligen Stuhl autorisiert werden muss. Wörtlich heißt es: ´Daher muss die Verwendung all dessen, was sich direkt auf die Person und das Amt des Papstes (Name, Bild, Wappen) bezieht, wie auch der Bezeichnung ´päpstlich` ausdrücklich und im Voraus vom Heiligen Stuhl autorisiert werden.`
Diese Erklärung aus Rom könnte eine Grundlage für die Einigung zwischen Freien Christen und Katholischer Kirche sein, wenn es im Februar in Freiburg in Deutschland zum Prozess kommt. Die Broschüre mit der Abmahnung und der Klage kann gratis über den Theologen bestellt werden (einfach E-Mail mit Postadresse senden).
 



1.2. / 3.2.2010 -
Papst Johannes Paul II. peitschte sich mit seinem Hosengürtel - Es gibt ein neues Buch über Papst Johannes Paul II., geschrieben vom Haupt-Postulator seiner "Seligsprechung", dem polnischen Hochwürden Slawomir Oder. Der Titel: Perché è santo. Il vero Giovanni Paolo II raccontato dal postulatore della causa di beatificazione (= Warum er heilig ist: der wahre Johannes Paul II., dargestellt vom Postulator des Seligsprechungsverfahrens). Kath.net schreibt unter anderem: "Johannes Paul II. verbrachte die Nacht immer wieder auf dem nackten Boden. Ab und zu geißelte sich der Papst, wie auch seine Mitarbeiter berichteten. ´In seinem Schrank hing ein Hosengürtel, den der Papst als Peitsche verwendete`, berichtete Oder" (27.1.2010).
Im Gegensatz dazu peitschte sich Jesus von Nazareth niemals selbst. Sondern er peitschte die Opfertier-Händler aus dem Tempel hinaus, und er wurde kurze Zeit später von den Römern - auf Verlangen der damaligen Priestermänner und Theologen - ausgepeitscht.
Und vielleicht wären in der römisch-katholischen Kirche weniger Kinderschänder-Verbrechen geschehen, wenn der Papst, statt mit dem Hosengürtel auf sich selbst einzuschlagen, die im Vatikan bekannten pädophilen Priester damit verdroschen hätte. Es hätte womöglich einen heilsamen Abschreckungseffekt für die unzähligen Wiederholungstäter im Talar gehabt, wenn der Papst richtig mit der Gürtel-Schnalle getroffen hätte.
Die Frage bleibt natürlich: Warum musste sich der Papst überhaupt peitschen oder warum hat er es getan? Um sich selbst im Zaum zu halten? Das wäre ja verständlich. Auf jeden Fall: Hätte sich ein Leiter einer religiösen Minderheit mit seinem Hosengürtel gepeitscht, wäre ihm der Hohn und der Spott der kirchlichen Sektenbeauftragten sicher gewesen. Man hätte ihn entweder für verrückt erklärt oder seinen geistigen Gesundheitszustand öffentlich zumindest angezweifelt. Und die Bevölkerung hätte man z. B. vor dieser "Sekte mit extrem masochistischen Zügen" gewarnt. Handelt es sich aber um einen Papst, dient derselbe Sachverhalt der "Heiligsprechung", und der deutsche Staat zahlt Jahr für Jahr Milliarden-Subventionen für diesen Kult.

 



4.2.2010 - Ausrottung der Katharer durch die Kirche - Unerträgliche Heuchelei von Benedikt XVI.: Er sprach von der "Liebe" ihrer Mörder - Der reißende Wolf knüpft immer häufiger seinen Schafspelz nicht richtig zu, so dass man sieht, was dahinter steckt. In einem 20-jährigen Krieg rotteten die katholischen Heere in Südfrankreich auf Befehl von Papst Innozenz III. die urchristlichen Katharer vollständig aus. Alle wurden der Reihe nach aus Glaubensgründen ermordet, einschließlich Frauen und Kinder. Der "Albigenserkreuzzug" (1209-1220) forderte unzählige Opfer. Parallel dazu gründete die Kirche 1215 den Dominikaner-Orden, welche die Nächstenliebe der Katharer imitieren und die Menschen, die sich zu Zehntausenden den Katharern anschlossen, für die römisch-katholische Kirche zurückgewinnen sollten. Das Ziel des Ordens: "Die katholische Lehre zu verbreiten und die Ketzerei zu bekämpfen" (Wikipedia, Stand: 4.2.2010).
In einer Rede von Papst Benedikt XVI. am 2.2.2010 klingt das jetzt so: "Dominikus setzte dieser Irrlehre [der Katharer] die Wahrheit des Evangeliums entgegen, die in der Liebe zu den Mitmenschen konkreten Ausdruck findet. Auf diese Weise haben die geistigen Söhne und Töchter des heiligen Dominikus den Glauben in Europa erneuert und ihn als Missionare in die fernsten Länder der Erde gebracht" (http://www.katholisch.at/content/site/home/article/49773.html).
Damit rechtfertigt der Papst indirekt erneut Völkermord, Kreuzzüge und Massaker im Namen der römisch-katholischen Kirche.
 


 



Der Thron des Petrus in Rom - Wie würde die Kirche wohl reagieren, wenn
eine andere Gemeinschaft einen Menschen auf einen solchen Thron setzt?

 

Anhang

Die "heilig" gesprochenen Päpste
 

Das Wort "Papst" stammt vom griechischen Wort "pappas" bzw. vom kirchenlateinischen Wort "papa" ab, was "Vater" bedeutet.

Jesus von Nazareth lehrte dazu: "Ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist." (Matthäus 23, 9)

Der "heilig" gesprochene Papst

Was seiner Heiligsprechung
nicht im Wege stand

 


Die ersten vermeintlichen
"Päpste" wurden allesamt "heilig" gesprochen. Und hinzu kommt sogar ein "heiliger" "Gegenpapst
" (Hippolyt, 3. Jahrhundert). Doch galten diese Männer zu ihrer Zeit noch nicht als "Papst", sondern nur als Bischöfe von Rom oder noch nicht mal das. Denn bei Petrus, dem angeblich ersten Papst, ist das z. B. nur eine Legende.
Deshalb werden die ersten 28 angeblichen "Päpste" hier noch nicht aufgeführt. Ihre Namen finden sich unter  http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_P%C3%A4pste, was auch bei den nachfolgenden Informationen überwiegend als Quelle diente.

Auch Marcellinus (296-304) galt noch nicht als Papst. Unter seiner Amtszeit begann im Jahr 303 die letzte Bedrängung bzw. Verfolgung der frühkatholischen Kirche durch Kaiser Diokletian (vor allem wegen des Absolutheitsanspruchs der Kirche). Doch bahnte sich in Kirche und Gesellschaft bereits der Übergang zum römischen Staatskirchentum an. Dieses ließ nach nur wenigen Jahren seinerseits seine Gegner gnadenloser verfolgen als es je weltliche Herrscher in Rom vermochten.
Nach dem Tod von "Papst" Marcellinus stritt man in der Kirche ca. 250 Jahre lang darüber, ob Marcellinus als "Märtyrer" ums Leben kam oder ob er seinem Glauben abschwor, um sein Leben zu retten und eines natürlichen Todes starb. Wahrscheinlich ist letzteres. So habe er "heilige Bücher" heraus gegeben und dem Kaiser Weihrauch geopfert.
Sein Nachfolger Marcellus I. (307-309)
löste wegen strenger kirchlicher Strafen für die in der Bedrängung abgefallenen Katholiken Tumulte in Rom aus und wurde darauf hin vom Kaiser aus der Stadt verbannt. Dessen Nachfolger Eusebius (309) trat demgegenüber für die Rückkehr der "Abgefallenen" in die Kirche ein. Doch wurde er wegen dauernder Schlägereien unter den Katholiken Roms ebenfalls vom Kaiser aus der Stadt verbannt.
Marcellinus, Marcellus I. und Eusebius wurden wie alle ihre Vorgänger "heilig" gesprochen. Und bis zum Jahr 496 wurden auch alle ihre Nachfolger "heilig" gesprochen.

Demnach gibt es einschließlich dieser vermeintlich ersten 31 Päpste insgesamt 79 im katholischen Vollsinn "heilige" Päpste, wobei auch die übrigen den allgemeinen Papsttitel "Heiliger Vater" verliehen bekamen.
 

Miltiades (310-314)


Mit Miltiades beginnt die Reihe der hier aufgeführten "Heiligen".
Unter Miltiades entschied sich der gewalttätige spätere Kaiser Konstantin, im Zeichen des katholischen Kreuzsymbols in seine Kriege zu ziehen. Durch sein Toleranzedikt von Mailand im Jahr 313 (dem bereits das Toleranzedikt von Nikomedia von 311 voraus ging) wurde für ganz kurze Zeit die Religionsfreiheit eingeführt. Doch die Kirche hatte andere Pläne. "Papst" Miltiades verfolgte als Bischof von Rom bereits die urchristlichen Montanisten
(siehe http://www.das-weisse-pferd.com/02_08/montanus.html)
und verurteilte die strengen Katholiken, die von der Kirche "Donatisten" genannt werden.
 

Silvester I. (314-335)


Unter Silvester I. etablierte sich die römisch-katholische Kirche in Kürze zu einer Art Staatsreligion, die andere Religionen verfolgen ließ. Zunächst wurde die Kirche vom Staat massiv privilegiert und andere Gemeinschaften massiv benachteiligt. So erließ Kaiser Konstantin zugunsten der Kirche im Jahr 326 das so genannte "Häretikergesetz", was z. B. ein Versammlungsverbot für Nichtkatholiken beinhaltete. Bei Zuwiderhandlungen wurden die Häuser beschlagnahmt und der Kirche geschenkt. Auch staatliche Richter mussten sich seit dem Jahr 326 den kirchlichen unterordnen.
Die sehr kurze Zeit der "Religionsfreiheit" war vorbei. Die Schreckensherrschaft der Kirche begann.
 

Marcus (336)


Unter Marcus stritt die Kirche massiv gegen die arianischen Christen (für die Christus nicht als "wahrer Gott" galt). Die Verfolgung der Urchristen und anderer Gruppierungen wurde unter ihm fortgesetzt. Und dies gilt bis in die Neuzeit für alle weiteren Päpste, ob "heilig" gesprochen oder nicht.
 

Julius I. (337-352)


Julius I. entschied den Streit zwischen Arius und Athanasius gegen Arius. Er schaffte es in der innerkirchlichen Verehrung aber offenbar nur bis zum "Patron der Latrinenreiniger" (PS: Die schier unzähligen katholischen Patrone (= "Schutzheiligen") sind letztlich die auf katholische Verhältnisse umgeprägten antiken heidnischen Götter).
 

Liberius (352-366)


Liberius geriet mit Kaiser Constantius II. in Streit wegen Arius und verurteilte schließlich dessen Gegenspieler Athanasius, nachdem der Kaiser zwischenzeitlich Gegenpapst Felix inthronisiert hatte. Obwohl Athanasius später "heilig" gesprochen wurde, sprach man auch Liberius "heilig".
 

Damasus I. (366-384)


Damasus I. setzte im Krieg um den Papstthron gegen seinen Gegenspieler Ursinus auf eine Privatarmee. Er ließ allein am 26.10.366 in der Basilika St. Maria Maggiore 137 Anhänger von Ursinus erschlagen. Und er gab später den Auftrag an Kirchenvater Hieronymus, eine fehlerfreie Bibel zusammen zu stellen. Er war auch bekannt für seine Luxus-Schmäuse, die selbst die Königstafeln in den Schatten stellten (siehe in Der Theologe Nr. 2). Damasus I. forderte weiterhin den Zölibat und pochte auf die Vormachtstellung des Bischofs von Rom in der kirchlichen Christenheit (mehr zu Papst Damasus I. siehe in Der Theologe Nr. 39). Unter Damasus I. wurde die römisch-katholische Kirche im Jahr 380 schließlich zur einzigen Staatsreligion erhoben. Auf Abweichungen von der römisch-katholischen Kirche und ihrer Lehre stand seither die Todesstrafe.
 

Papst Siricius (384-399)


Siricius gab sich nicht mehr so "väterlich" wie viele seiner Vorgänger, sondern er bestimmte jetzt als Alleinherrscher der einzigen Staatsreligion die Richtung der Kirche durch Verordnungen im Kanzleistil. Begründungen habe er dafür keine gegeben, und seine Dekrete stellte er den bisherigen Synodenbeschlüssen gleich. Und er war der erste Papst, der sich auch "Papst" nannte. Er hatte allerdings der Hinrichtung des Urchristen Priscillan in Trier im Jahr 385 nicht zugestimmt. Priscillan gilt manchmal als das erste Opfer der katholischen Staatskirche bzw. ihrer Inquisition. Doch von nun an bis ins 18. Jahrhundert gingen die Todesstrafen gegen Andersgläubige in die Hunderttausende und gar Millionen.
 

 


Die folgenden Päpste Anastasius I., Innozenz I., Zosimus und Bonifatius I. wurden ebenfalls "heilig" gesprochen. In dieser Zeit gab es viele innerkatholische Auseinandersetzungen.
 

Papst Coelestin I. (422-432),
Papst Sixtus III. (432-440)


Unter Coelestin I. entschied das römisch-katholische Konzil von Ephesus (431) darüber, ob die angebliche Jungfrau Maria ein Mensch oder ein Gott sei. Man einigte sich seither auf die Formulierung "Gottesgebärerin", was bis heute gilt [2009]. Sixtus III. ließ darauf hin zu ihren Ehren die Papstbasilika Santa Maria Maggiore zur großen Kirche ausbauen. Dort hatte im Jahr 366 sein "heiliger" Vorgänger Damasus I. 137 seiner Gegner ermorden lassen.
 

Papst Leo I. (440-461)


Leo I. schmückte sich als erster Papst auch mit dem Titel der heidnischen Priester oder Kaiser Roms, nämlich Pontifex maximus. Und er führte des weiteren den Papsttitel "Patriarch des Abendlandes" ein ("Patriarcha Occidentis"). Noch scheint das "Morgenland", der "Orient" weit weg. Doch in Wirklichkeit strebt das Papsttum bereits zur diktatorischen Weltherrschaft.
Mehr zu Papst Leo I.:
Er verbot Katholiken, "jeden Umgang" mit Nichtkatholiken. "Er fordert zu ihrer Verachtung, zu der ihrer Lehren ausdrücklich auf. Er befiehlt, sie zu fliehen ´wie todbringendes Gift! Verabscheut sie, weicht ihnen aus und vermeidet es, mit ihnen zu sprechen.` ´Keine Gemeinschaft mit denen, die Feindes des katholischen Glaubens ... sind.`" "Er wünschte die Vertreibung Andersgläubiger aus Amt und Würden, wünschte insbesondere ihre Verbannung, rechtfertigte aber auch leidenschaftlich die Todesstrafe für sie, verlangte, ihnen unmöglich zu machen, ´mit einem solchen Bekenntnis weiterzuleben`" (Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 2, S. 265.260).
(Dieser Absatz ist entnommen aus dem Buch "Des Satans alte Kleider" von Matthias Holzbauer, Marktheidenfeld 2009, S. 376, http://www.das-wort-shop.com/buecher/fuer-kluge-koepfe/des-satans-alte-kleider.php)
 

 


Die nachfolgenden Päpste Hilarius, Simplicius und Felix II. festigten den Katholizismus mit weiteren Lehrverurteilungen gegen andere kirchliche oder christliche Strömungen.
 

Papst Gelasisus I. (492-496)


Nachdem es bereits unter Papst Felix II. zu Reibungspunkten mit dem Kaiserreich kam, dachte sich Gelasius I. die "Zwei-Schwerter-Theorie" aus. Der Kaiser und der Papst sollen gemeinsam die Welt regieren und beherrschen, und jeder bekomme dafür das passende "Schwert".
 

 


Sein Nachfolger Anastasius II. (496-498) ist der erste Papst, der nicht heilig gesprochen wurde. Er machte sich wegen Nachgiebigkeiten gegenüber der Kirche im oströmischen Reich beim in Rom herrschenden Klerus unbeliebt, was ihm wohl letztlich auch die Heiligsprechung kostete.
 

Papst Symmachus (498-514)


Symmachus sollte wegen vieler Verbrechen (welche, konnten wir noch nicht recherchieren) im Jahr 501 vor Gericht gestellt werden. Doch er erklärte sich als Papst für immun und unantastbar durch die weltlichen Strafgerichte. Darauf hin kam es zu Straßenkämpfen in Rom und zur Aufstellung eines "Gegenpapstes" durch Katholiken, die diesen ungeheuerlichen Skandal nicht hinnehmen wollten. Doch der Gegenpapst musste sich schließlich zurück ziehen, nachdem sich der Kaiser für Symmachus entschieden hatte. Unter dem bis heute [2009]von der Kirche anerkannten und "heiligen" Papst Symmachus wurden auch die letzten Reste der teilweise ethisch hohen antiken Philosophie in Rom vernichtet.
 

 


Die nachfolgenden Päpste Hormisdas, Johannes I. und Felix III. kämpften mit dem Kaiser und der oströmischen Kirche um die Macht. Johannes I. starb nach Inhaftierung durch den Kaiser. Sie wurden allesamt "heilig" gesprochen.
Die nachfolgenden Päpste wurden jedoch nur noch teilweise heilig gesprochen.
 

 


Die "Heiliggesprochenen" sind diese: Agapitus I. (535-536), Silverius (536-537), Gregor der Große (590-604; er setzte z. B. durch, dass der heidnische Würdentitel "Pontifex maximus" (Oberpriester aller heidnischen Religionen) nur noch vom Papst gebraucht werden darf), Bonifatius IV. (608-615), Adeodatus I. (615-618), Martin I. (649-653), Eugen I. (654-657), Vitalian I. (657-672), Agatho (678-681), Leo II. (682-683), Benedikt II. (684-685), Sergius I. (687-701), Gregor II. (715-731), Gregor III. (731-741), Zacharias (741-752), Paul I. (757-767), Leo III. (795-816), Paschalis I. (817-824), Leo IV. (847-855), Nikolaus I. (858-867), Hadrian III. (884-885).
Dann wurden für längere Zeit die Heiligsprechungen der Päpste beendet. Die nächsten 43 Päpste bis Leo IX. wurden allesamt nicht "heilig" gesprochen. Und über die "Verdienste" bzw. Verbrechen der hier genannten müsste noch geforscht werden. Dies konnte aus Zeitgründen noch nicht erfolgen. Für Hinweise sind wir jedoch dankbar. Ansonsten empfehlen wir die umfangreiche Literatur des Historikers Karlheinz Deschner (z. B. "Kriminalgeschichte des Christentums").
 

Papst Leo IX. (1049-1054)
 


Der anscheinend beliebte Papst ließ ein Heer aufstellen, um in den Krieg gegen die Normannen in Süditalien zu ziehen. Doch er konnte sich mit der Kirche im oströmischen Reich darüber und auch in anderen Punkten nicht einigen und exkommunizierte deshalb im Jahr 1054 den kompletten Osten. Seither gibt es das "Schisma", die Abspaltung der orthodoxen Kirche von Rom.
 

Papst Gregor VII. (1073-1085)


Gregor VII. wurde selbst von seinem Freund Petrus Damiani "Heiliger Satans" und "Höllenbrand" genannt, da jeder Widerspruch gegen ihn zwecklos war und von ihm bestraft wurde. So suspendierte er z. B. mehrere Bischöfe. Gregors Kriegspläne im Osten werden als Wurzel der späteren Kreuzzüge betrachtet. Gregor VII. rief unter anderem aus: "Verflucht sei der Mensch, der sein Schwert vom Blut zurückhält!" (zit. nach Karlheinz Deschner, Opus Diaboli, S. 17f.). Im Jahr 1075 legte der den "Dictatus Papae" fest, das Diktat bzw. den Vorrang der Herrschaft des Papstes gegenüber den ihm untergeordneten Kaisern. Dadurch kam es auch zu Auseinandersetzungen mit dem deutschen Kaiser Heinrich IV. (vgl. dessen "Bußgang" nach Canossa), in der Kirchengeschichte als "Investiturstreit" bekannt geworden.
 

(Urban II. (1088-1099))
(Eugen III. (1145-1153))
(Gregor X. (1271-1276))
(Urban V. (1362-1370))


Diese vier Päpste wurden zwar nur "selig" gesprochen, markieren aber eine entscheidende Entwicklung des Papsttums. Denn bekannt wurden sie alle vor allem durch ihre Kreuzzugsaufrufe.
Mit Urban II. hat es begonnen. Er war der "Vater" der blutigen Kreuzzüge. Dies geschah durch seinen Aufruf zum 1. Kreuzzug im Jahr 1095, bei dem die kirchlichen Kreuzfahrer später Jerusalem eroberten und dort im "Blut der Verteidiger" wateten (http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html).
Einer seiner Nachfolger, Papst Eugen III. (1145-1153) rief zum 2. Kreuzzug auf.
Gregor X. war selbst als Kreuzfahrer in Palästina und rief nach seiner Rückkehr zu einem neuen Kreuzzug gegen den Islam auf. Er wird, obwohl "nur" ein "Seliger", in der Kirche wie ein "Heiliger" verehrt.
Auch Urban V. rief noch einmal zu Kreuzzügen auf.
 

Papst Coelestin V. (1294)


Er trat nach nur wenigen Monaten von seinem Amt zurück
, weil er sich anscheinend dem Amt nicht gewachsen fühlte. Von seinem Nachfolger verhaftet. Nach ihm wurden nur noch zwei weitere Päpste heilig gesprochen.
 

Papst Pius V. (1566-1572)


Der "heilige" Pius V. war ein unbarmherziger Großinquisitor, der Andersgläubige mit unnachgiebiger Härte verfolgen und ermorden ließ. Als Antisemit verfolgte er auch die jüdischen Mitbürger. Auch gründete er eine militärische Allianz im Kampf gegen die moslemischen Türken. Weiterhin bekämpfte er auch die französischen Hugenotten und exkommunizierte die englische Königin Elisabeth I. Grausam ließ er auch die Armen im Volk verfolgen und ordnete an: "Ein gemeiner Mann, der seine Geldstrafe nicht bezahlen kann, soll beim ersten Mal mit auf den Rücken gefesselten Händen einen Tag lang vor der Kirchentür stehen, beim zweiten Mal durch die Stadt gegeißelt werden, beim drittenmal wird man ihm die Zunge durchbohren und ihn auf die Galeeren schicken" (zit. nach Horst Hermann, Kirchenfürsten, S. 18).
Pius V. war der erste Papst, der nach 272 Papstjahren ohne "heilig" gesprochene "Heilige Väter" wieder im katholischen Vollsinn zur weltweiten Verehrung "heilig" gesprochen wurde. Und nach ihm dauerte es sogar 331 Papstjahre, bis ihm mit Papst Pius X. wieder ein "Heiliger" folgte. Es ist deshalb bedeutsam, dass gerade Pius V. der einzige Papst von 1294-1903 war, den die römisch-katholische Kirche
in diesem Zeitraum bis heute "heilig" gesprochen hat.
 

Papst Pius X. (1903-1914)


Pius X. wurde im Jahr 1954 von seinem Nachfolger Pius XII. "heilig" gesprochen. Auf ihn beruft sich die erzkatholische Pius-Bruderschaft St.-Pius X. Seine Leiche ist in einem Glassarg im Petersdom einsehbar, das Gesicht mit einer Metallmaske (vgl. die Figur Darth Vader in der Filmreihe Star Wars) verdeckt. Pius X. wehrte sich gegen die Aufklärung und verlangte seit 1910 von allen Amtsträgern den so genannten Antimodernisteneid. Er bekämpfte vor allem die "Zeitirrtümer der Denk-, Gewissens-, Rede-, Kult- und Pressefreiheit" und führte ein perfektes innerkirchliches Spitzelsystem ein (Karlheinz Deschner, Dei Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Teil 1, S. 170.173).
Sein Nachfolger Johannes XXIII. (1958-1963) wurde demgegenüber nur noch "selig" gesprochen.
 

 


Die "selig" gesprochenen Päpste

Ob ein Katholik "heilig" oder "nur" "selig" gesprochen wir, ist oftmals eine Finanzfrage. Während eine Heiligsprechung mit allen Verfahren im Durchschnitt ca. eine Viertelmillion Euro kostet (http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html#Segen), ist die Seligsprechung in der Regel günstiger.

Nachfolgende zehn Päpste wurden neben den 79 "heilig" gesprochenen "selig" gesprochen. "
Im Unterschied zur Heiligsprechung wird durch die Seligsprechung jedoch nur eine lokale öffentliche Verehrung dieser Personen gestattet" ("Seligsprechung" bei Wikipedia, Stand 18.6.2009).
Hier die Namen und die Regierungszeit:
Victor III. (1086-1087), Urban II. (1088-1099; er begann mit den Kreuzzügen), Eugen III. (1145-1153), Gregor X. (1271-1276), Innozenz V. (1276), Benedikt XI. (1303-1304), Urban V. (1362-1370), Innozenz XI. (1676-1689), Pius IX. (1846-1878, drückte 1870 beim 1. Vatikanischen Konzil die angebliche "Unfehlbarkeit" des päpstlichen Lehramtes durch) und Johannes XXIII. (1958-1963).

Der "selige" Pius IX. (1846-1878) war zudem ein massiver Bekämpfer aller Ansätze von Religionsfreiheit: Er verurteilte in seiner Enzyklika Syllabus errorum Demokratie und Religionsfreiheit als "verwerfliche Zeitirrtümer". So verbot er italienischen Katholiken etwa die Teilnahme an freien Wahlen. Weiter verwarf er "ausdrücklich jenen ´Indifferentismus`, der jedem gestattet, die Religion zu ergreifen, die er für wahr hält. Der Staat habe vielmehr das Recht, alle anderen Religionen als die katholische auszuschließen" (Karlheinz Deschner, Abermals krähte der Hahn, S. 483).
 

 

Weitere "Heilige" oder "Selige"

Bis zum heutigen Tag haben Päpste der römisch-katholische Kirchen im Vatikan ca. 7.000 Menschen "heilig" oder "selig" gesprochen. Oben sind die Namen genannt, wo sie sich selbst und ihresgleichen "heilig" oder "selig" gesprochen haben. Doch es gibt noch andere. Hier soll nicht über diese Menschen geurteilt werden, für welche das im günstigsten Fall peinlich oder sogar abstoßend ist, was die Kirche nach ihrem Tod mit ihnen gemacht hat. Jedoch schreckte der Vatikan auch nicht davor zurück, ethisch besonders verwerflich handelnde Menschen "heilig" oder "selig" gesprochen zu haben und bis heute zu verehren. Damit entlarvt die Kirche einen Teil ihres Wesens. Nachfolgend dokumentieren wir einige Fälle, die uns bekannt geworden ist. Da wir aus Zeitgründen nicht selbst intensiver recherchieren können, bedanken wir uns für Hinweise, die wir dann hier ergänzen können.
 

Sage mir, welche "Heiligen" du verehrst, und ich sage dir, wer du bist.

Der "heilig" oder "selig" "Gesprochene"

Was seiner Heilig- oder Seligsprechung
nicht im Wege stand

Der "heilige" Augustinus
(354-430)


Über die strengeren Katholiken, Donatisten genannt: „Wir möchten sie verbessert haben, nicht getötet; wir wünschen uns den Triumph der Kirchenzucht, nicht den Tod, den sie verdienen.“ (epistula c., n.1, zit. nach
http://de.wikipedia.org/wiki/Inquisition)

Der "Heilige" befürwortete auch Bekehrungen zur Kirche durch die Folter.
"Die Folter sei legitim, da sie nur das sündige Fleisch, nicht aber die Seele schädige. In der Konsequenz sei es besser, die Häretiker zu verbrennen als ´in den Verirrungen zu erstarren`. Die Häretiker ´töten die Seelen der Menschen, während die Obrigkeit nur ihre Leiber der Folter unterwirft; sie rufen ewigen Tod hervor, aber beklagen sich dann wenn die Behörden sie dem zeitlichen Tod überantworten`. Die Androhung der Folter stelle den Häretiker nachdrücklich vor die Entscheidung, entweder in seiner Verirrung zu verharren ... sowie den ´Feuerofen der Qual` samt dem Verlust des Lebens in Kauf zu nehmen oder aber ´klüger zu werden` um in den Schoß der Kirche zurückzukehren (http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Inquisition.html).
 

Der "heilige" Petrus von Verona (1206-1252), auch Petrus von Mailand genannt oder Petrus, der Märtyrer


Dominikaner-Mönch und Inquisitor von Como und Mailand, Ober- und Mittelitalien; gilt als "Patron aller Inquisitoren". Er ließ die Katharer, denen auch seine Eltern angehörten, verfolgen und hinrichten und fiel am Ende nach der Gesetzmäßigkeit "Was der Mensch sät, das wird er ernten" selbst einem Anschlag zum Opfer. Gilt deswegen als "Märtyrer".
 


Der "heilige" Thomas von Aquin (1225-1274)
 


Berühmtester Kirchenlehrer des Mittelalters. Forderte die Hinrichtung von Andersgläubigen aus "Fürsorge" für die Katholiken. Wörtlich:
"Wenn die Kirche keine Hoffnung mehr hat, den Ketzer zu bekehren, so trennt sie ihn, in Fürsorge für das Wohl der anderen, durch die Exkommunikation von ihrer Gemeinschaft, und überdies überlässt sie ihn dem weltlichen Gericht, damit es ihn durch den Tod aus der Welt schaffe: ulterius relinquit eum judicio saeculari a mundo ex terminandum per mortem" (zit. nach Graf von Hoensbroech, Das Papsttum in seiner sozio-kulturellen Wirksamkeit, Leipzig 1904, S. 57).
 

Der "heilige" Giovanni de Capistrano (1386-1456)


Patron aller katholischer Rechtsanwälte. Studierte zunächst Jura, verstieß dann seine Frau und trat in den Franziskanerorden ein und ließ sich zum römisch-katholischen Priester weihen. Soll angeblich ein paar "Heilungswunder" an gläubigen Katholiken vollbracht haben. War vor allem als "Inquisitor gegen die Juden" tätig. Erzwang räumliche Trennungen von Juden und Nichtjuden und inspirierte Papst Nikolaus V., eine besondere Kennzeichnung der Juden an ihrer Kleidung durchzusetzen. Beschuldigte die Juden in Breslau zu Unrecht der Hostienschändung und ließ ihrer Führer foltern und alles Eigentum beschlagnahmen. 1453 ließ er 41 jüdische Bürger öffentlich verbrennen und ihre Kinder römisch-katholisch taufen. Setzte ab 1454 in ganz Polen Pogrome mit öffentlichen Ermordungen der Juden durch den katholischen Mob durch. Verfolgte weiterhin die Hussiten, die sich am Urchristentum orientieren wollen als "sehr gefährliche Sekte der Fraticelli". Rief schließlich 1455 zum Kreuzzug gegen die Türken auf. Im gleichen Jahr wurde auf sein Betreiben der Stadt Breslau das Privileg verliehen, keine Juden dulden zu müssen (privilegium de non tolerandis Judaeis). 1690 wurde er von Papst Alexander XVIII. heilig gesprochen. Von Papst Benedikt XIII., einem Vorbild des heutigen Papst Benedikt XVI., wurde 1724 feierlich die Urkunde seiner Heiligsprechung ausgestellt (Telepolis, 7.9.2009,
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31065/1.html)
. Wird heute weltweit verehrt, z. B. im Stephansdom in Wien. Die Kirche verehrt ihn vor allem jährlich an seinem Gedenktag, dem 23.Oktober.
 

Der "heilige" Peter Arbues (1442-1485)


Augustiner-Priester und Theologieprofessor, grausamer Inquisitor und Judenverfolger in Spanien, zahllose Opfer. Von Angehörigen von Opfern "tödlich verwundet", als er gerade am Altar knieend ein Gebet sprach. Von dem von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 "selig" gesprochenen Papst Pius IX. im Jahr 1867 "heilig" gesprochen.
 

Der "heilige" Karl Borromäus (1538-1584)


Bischof von Mailand, schweizerischer Inquisitor, ließ Protestanten bei lebendigem Leib verbrennen.
Mehr zu ihm unter http://theologe.de/2009-1.htm#Nackte_gefesselte_Frauen.
Im Jahr 2010 feiert die Kirche das 500-jährige Jubiläum seiner "Heiligsprechung". Viele Borromäus-Kirchen in Deutschland (z. B. in Winnenden) zu Ehren des großen "Heiligen" Karl Borromäus.
 

   

 

wird fortgesetzt - für Hinweise sind wir dankbar

 



Weitere Literatur zum Thema:
Hubertus Mynarek, Der polnische Papst, Bilanz eines Pontifikats, Ahriman-Verlag, Freiburg 2005
Hubertus Mynarek, Papst-Entzauberung, Das wahre Gesicht des Joseph Ratzinger und die exakte Widerlegung seiner Thesen, Books on Demand 2007
http://www.amazon.de/Papst-Entzauberung-Hubertus-Mynarek/dp/3833480335


Siehe auch:
Unsere Kommentare zu den Video-Clips aus dem Vatikan über Youtube:
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm

Die Angst geht um im Vatikan: Bewaffnete Einheiten schützen den Papst
 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel,
Ausgabe Nr. 16: Die Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und das Papsttum im Vatikan - Hintergründe zur Bedeutung des Stuhles Petri im Weltgeschehen, Wertheim 2005, zit. nach http://www.theologe.de/theologe16.htm, Fassung vom 3.2.2010; diese Ausgabe des "Theologen" wird fortlaufend aktualisiert.

 

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