DER THEOLOGE
Nr. 16
Die Päpste Johannes Paul
II.,
Benedikt XVI.
und das
Papsttum im Vatikan
Hintergründe zur Bedeutung des Stuhles Petri im Weltgeschehen
|
|
Der Theologe Nr. 16
ist eine Zusammenstellung wichtiger
Meldungen zum Thema "Papst und Vatikan", Ende 2011 aus aktuellem Anlass der
ZDF- und ProSieben-Reihe z. B. die Information:
Borgia und das Wesen des
Papsttums. Weitere spannende Themen sind unter anderem: Wie führt Benedikt XVI.
das Werk Benedikts XV. fort?
oder Mit welchen
Mitteln die Vatikanbank und die Banco Ambrosiano den Umsturz in
Polen ermöglichten?
Und vieles mehr.
![]()
Im Anhang findet sich spannden Informationsblöcke zum
Thema, z. B. über von Päpsten "heilig" gesprochene Männer.
2005
27.3.2005 -
Osterfeiern: Katholisches Schauspiel mit todkrankem Papst
-
Schon im Vollbesitz seiner körperlichen Kräfte galt Johannes Paul II. als
einer der "Großen" unter den Päpsten. Und sein weltweit in den Medien
sichtbares
Leiden treibt sein Ansehen in noch größere Höhen. Vielen scheint Mitleid mit
dem Mann das Gebot der Stunde. Andere entlarven gerade jetzt das Schauspiel
der katholischen Kirche als eine Verhöhnung von Christus. So
erklärt der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Hubertus Mynarek im
Rahmen einer Veranstaltung in Ingolstadt am 21.2.2005: "Der Papst will ja nicht
abtreten. Schauen Sie, er ist so krank, er wirkt manchmal nur noch wie eine
Mumie, mit Spritzen aufrechterhalten. Aber die Macht will er nicht abgeben,
und deswegen sagt er die wirklich gotteslästerlichen Worte: ´Jesus ist auch
nicht vom Kreuz gestiegen`. Nun, Jesus konnte nicht. Er war angenagelt.
E r aber, der Papst, kann. Er will aber nicht. Das ist der große
Unterschied."
Mit anderen Worten: Jesus war nicht schwerkrank wie
der Papst heute. Jesus litt, weil er von den Menschen gequält wurde, und
sein Leiden wurde ihm von den damaligen Priestern und religiösen
Obrigkeiten und der römischen Besatzungsmacht zugefügt. Johannes
Paul II. jedoch wird heute weltweit verehrt und fast vergöttert, und
alle Priester liegen ihm zu Füßen. Doch auch vieles andere, was beide
Personen charakterisiert, lässt sich nicht vergleichen. Jesus wollte keine Kirchen aus Stein, und er lehrte die Gottes- und Nächstenliebe
und keine Heilsnotwendigkeit von Sakramenten. Auch befürwortete er
niemals Krieg und Gewalt, auch nicht als "letzte Mittel", wie es die
Kirche tut und auch Johannes Paul II. im Balkan befürwortete und vieles
mehr.
Zudem: Auch wenn es durchaus in der Macht von Jesus gelegen
hätte, seine Kreuzigung zu verhindern, woran viele Christen glauben: Das
Friedensreich von Christus ist nicht von dieser Welt, und weltliche
Macht und Herrschaft wies der Mann aus Nazareth stets zurück. Die Kirche
jedoch schuf ein weltliches Reich, das mit allen Mächtigen und Reichen
dieser Erde verbündet ist.
Und weiter: Jesus hat auch nie einen Stellvertreter ernannt,
der spezielle Kleider, Hüte, Stäbe, Kreuze und Schals trägt und sich von Menschen verehren
lassen soll. Er lehrte, wie es auch im Lied des Propheten Mose heißt, dass alleine Gott "heilig" sei
(Offenbarung 15, 4), und er mahnte die
Menschen, sie sollen auf Erden keinen ihrer Lehrer "Vater" (Matthäus 23, 9)
nennen. Wenn Jesus vom "Heiligen Vater" sprach, dann meinte er
damit seinen
"Vater im Himmel" (Johannes 17, 11). Die Kirche aber nennt ihr
menschliches Oberhaupt "Heiliger Vater".
1.4. / 3.4.2005 -
Nachruf: Sterbender Papst - Irreführung bis zum
letzten Atemzug
- Wenn das Sterben beginnt, sieht der Mensch oft
seinen Lebensfilm ablaufen mit all´ dem
Für und Wider des zu Ende gehenden irdischen Lebens. So bezeugen es viele Erfahrungsberichte.
Ehemals Sterbende berichten auch, dass vor ihnen verstorbene Personen im
Jenseits auf sie warteten, um sie abzuholen. Wer würde demnach die Seele des Papstes abholen? Der Kardinalvikar von Rom
mit (dem symbolisch interessanten) Namen Ruini behauptete am Abend des 1.4.2005, in diesen Stunden des Leidens "sehe und
berühre" der Heilige Vater bereits Christus (Bild online, 1.4.2005).
Wirklich? Denn
Christus wollte, dass alle Menschen, einschließlich Karol Wojtyla, Brüder
und Schwestern unter Geschwistern werden; dass sie in ihrem Leben allen
Dünkel, allen Habitus, allen personenbezogenen Popanz und alles kirchliche
Schaugepränge ablegen und schlicht das Gebot "Bete und arbeite" erfüllen.
Christus, so der christliche Glaube, will allen Menschen im Leben und im
Sterben nahe sein und einen speziellen
"Stellvertreter" wollte er nie. Denn er lehrte auch die
Gleichheit aller Menschen. Wenn der Mann, der für sich und sein Amt aber in Anspruch
nahm, dieser "Stellvertreter" gewesen zu sein, aber in
wesentlichen Dingen nicht tat, was Christus
wollte - wessen Willen erfüllte er dann? Und wen "sieht und berührt" er
dann in
seinen letzten "Stunden des Leidens" auf der Erde?
2.4. / 5.4.2005 -
Gebete für den Papst oder Anbetung des Papstes?
- Während das öffentlich gemachte Sterben von Johannes Paul II. andauert,
nimmt seine Verehrung und der damit verbundene Papstkult zunehmend
apokalyptische Züge an. Ein Reporter des Bayerischen Rundfunks hatte sich am
Morgen des 2.4.2005 wohl versprochen, als er erklärte, die Menschen hätten sich
versammelt, um den Papst anzubeten. Doch unterschwellig hat er womöglich ins
Schwarze getroffen. So ist zwar vordergründig Christus genannt, wenn es auch
im Motto des katholischen Weltjugendtreffens im August in Köln
heißt: "Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten." Doch von ihren Gefühlen liegt
vielen Jugendlichen der Papst näher, und zwischen einer in der
katholischen Kirche praktizierten Anrufung eines "Heiligen" und einer
Anbetung sind die Übergänge fließend (auch wenn beides formal unterschieden
wird). Und Außenstehende bekamen zuletzt
den Eindruck, dass es auch bei diesem geplanten Großereignis vor allem um
die Huldigung des Papstes geht. Weiterhin stehen in Köln die "sterblichen
Überreste" der Sterndeuter aus dem "Morgenland" im
Mittelpunkt, die den neu geborenen Jesus in Bethlehem besucht hatten und
deren Knochen angeblich in dem goldenen Schrein im Kölner Dom als
"Reliquien" aufbewahrt werden. Und wie es den Anschein hat, könnte
die Mumie bzw. das Skelett oder einzelne Körperteile des derzeit sterbenden Papstes nach der
offiziellen "Totenruhe" ebenfalls bald bedeutsame Reliquien werden.
Ergänzung der Meldung: Es
verging kein halber Tag nach dem Tod Karol Wojtylas, da wurde bekannt, dass evtl.
sein Herz separat vom übrigen Körper in Polen bestattet werden soll. "Sein zentrales
Lebensorgan könnte, verehrt wie eine Reliquie Jesu, zu einem neuen Zentrum des
Glaubens der Polen werden", heißt es bei
Spiegel online (3.4.2005).
Der
Papstkult würde auf diese Weise noch makabrer. Da es aber keine entsprechende
Verfügung des verstorbenen Papstes darüber gibt, bleibt der Leichnam vermutlich als eine
Art "Ganzkörper-Reliquie" in Rom erhalten.
2.4.2005 -
Was der Papst nicht sehen durfte - Erinnerungen an
das Kirchenoberhaupt in Mainz im Jahr 1980; von Dieter Potzel, Theologe
- "Mit einigen
Dutzend Passanten stand ich 1980 am Straßenrand in Mainz neben
dem Studentenwohnheim, in dem ich damals wohnte. Wir warteten auf den
Papst, der hier auf der vierspurigen Schnellstraße mit seinem ´Papamobil` vorbeifahren sollte. Alle waren neugierig und
friedlich, auch eine Gruppe engagierter Katholiken, die zwei Transparente mit sich
führten, auf denen zu lesen war ´Geschieden - ausgeschieden?` und ´Ökumene -
nur ein leeres Wort?` Als sich uns zunächst ein gepanzerter Mannschaftswagen
der Polizei langsam näherte, dachte ich noch an nichts Schlimmes.
Wahrscheinlich eine normale Sicherheitsvorkehrung! Was dann aber folgte, hatte
ich in dieser Schnelligkeit so ähnlich nur noch einmal erlebt - bei einem Einsatz der gefürchteten
rumänischen "Securitate" unter Regierungschef Ceausescu. Dabei wurde eine Passantin aus einem
belebten Kaufhaus heraus in einer Geschwindigkeit gekidnappt, dass es einem
als Unbeteiligten schier den Atem verschlug.
Das Panzerfahrzeug in Mainz
stoppte damals direkt vor den Transparenten. Plötzlich wurden die Türen
von innen aufgestoßen, und mit Knüppeln bewaffnete und mit Helmen geschützte Polizisten
in Kampfanzügen stürzten sich ohne Vorwarnung auf die entsetzt
schreienden Katholiken. Das Spezialkommando riss die Transparente an sich,
und die Staatsmacht war so schnell wieder verschwunden, wie
sie gekommen war. Erst jetzt war der ´Frieden` eingekehrt, so wie er für
den Papstbesuch erwünscht war. Wenig später fuhr Papst Johannes Paul II. mit
dumpfem Gesichtsausdruck grüßend vorbei. Der Empfang in Mainz sei herzlich für das
Kirchenoberhaupt gewesen, hieß es dann so oder so ähnlich später in den
Nachrichten."
2.4.2005 -
Jenseits: Papst unter
Seinegleichen. Er muss sich umstellen
-
Es könnte schwierig werden für Johannes Paul II. nach seinem Tod. Anstelle
von einer Million Jugendlicher, die beim Weltjugendtag in Köln im August an seinen Lippen
gehangen wären und von einer Milliarde Anhänger weltweit, die sich ihm
kirchlich unterordnen, erwarten ihn jetzt dort womöglich die nach
kirchlicher Lehre "verwandelten" Leiber von 263 anderen Päpsten.
Sie alle waren gewohnt, den Kurs der Kirche zu bestimmen, und 23 von ihnen
ließen in ihrem Erdenleben sogar ihren Vorgänger umbringen, um selbst an die
Macht zu kommen (PS: Literatur zum Thema:
Strafsache Vatikan - Jesus klagt an).
3.4.2005 -
Von Präsident George W. Bush bis Islamischer Dschihad -
alle huldigen dem Papst - Das erinnert in diesen Tagen viele
Christen an die Versuchung von Jesus, wo der Versucher im
Blick auf "alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht" spricht: "Das alles
will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest"
(Matthäusevangelium 5, 9).
4.4. / 30.4.2005 -
Rückblick auf sein Leben - Hatte Papst
Johannes Paul II. als
Bischof eine Geliebte?
- Ist der Bericht der polnischen Zeitung
Fakty i Mity Nr. 37 vom 19.9.2002 glaubwürdig? Demnach wurde Karol
Wojtyla als Weihbischof von Krakau vom damaligen polnischen Geheimdienst
überwacht, was die Agenten auch auf die Treffen mit seiner Vertrauten und Geliebten Irena
K. brachte. Ihr Sohn Adam, dessen Vater allem Anschein nach ihr Mann war, von dem sie
getrennt lebte, sagte zum späteren Papst "Onkel". Das ist insofern
auffällig, da viele Kinder von Priestern und Bischöfen ihre leiblichen Väter
"Onkel" nennen, was aber nicht heißen soll, dass Adam
der Sohn des späteren Papstes ist. Doch unabhängig davon, ob Johannes Paul
II. als Weihbischof tatsächlich eine Geliebte hatte oder nicht: Bei
vielen Päpsten vor Johannes Paul II. ist dies nachweislich zutreffend,
wobei einer sogar ein sexuelles Verhältnis mit seiner Tochter hatte (nachzulesen
z. B. in den Kriminalgeschichten des Christentums von Karlheinz
Deschner, Rowohlt-Verlag), während man offiziell Enthaltsamkeit und den Zölibat
predigt. Und auch andere hohe Würdenträger führen ein sexuelles
Doppelleben (vgl. das Buch von Prof. Hubertus Mynarek, Casanovas in
Schwarz) und pflegen heimliche homo- oder heterosexuelle
Beziehungen. Die heutige Situation ist zudem geprägt von dem Thema "Priesterkinder" und den
Sexualverbrechen an Kindern und Jugendlichen durch Kleriker (siehe z.
B. hier). Das alles passt nicht zu dem moralischen Bild, das die Kirche von sich
selbst bzw. den oberen Vertretern in der Hierarchie zeichnet.
Wenn nun der
verstorbene Papst - wie andere Amtsträger auch - eine Zeitlang seine Heimlichkeiten
pflegte, wäre das zumindest für viele Polen ernüchternd, die Karol
Wojtyla im Sinne der katholischen Morallehre idealisieren und ihm gerade in diesen Tagen nahe sein möchten, als wäre er ihr Vater oder
innigster Verwandter. Sie müssten sich
dann vielleicht eingestehen, dass sie im Grunde genommen ihre ungestillten Sehnsüchte
nach Nähe und Geborgenheit auf den ehemaligen Bischof von Krakau
projizieren.
Nachforschungen in dieser Sache werden jedenfalls zunehmend schwieriger.
Irena
K. soll zur Trinkerin geworden sein, nachdem Weihbischof Wojtyla befördert
worden war, schließlich sogar zum Kardinal ernannt wurde und ihre Treffen mit ihm immer
seltener wurden. Nach seiner Papstwahl sei sie in tiefe Depressionen
gefallen und kurze Zeit später gestorben. Der für die Aufzeichnungen zuständige
Geheimdienstgeneral habe Mitte der 80er-Jahre ein Giftattentat nur knapp
überlebt (und ist womöglich mittlerweile verstorben), sein Nachfolger sei
kurz nach seinem Amtsantritt plötzlich an Herzversagen gestorben. Bleibt
der damalige Agent "M.", der Weihbischof Wojtyla beschattete und die
Informationen über den späteren Papst an Fakty i Mity weitergab.
4.4.2005 / 4.3.2009 / 7.10.2010 -
Ermordung des Bankiers Roberto Calvi:
Welche Schuld hat der Papst? Mit
welchen Mitteln die Vatikanbank den gesellschaftlichen Umsturz in Polen
ermöglichte - Seinen letzten Hilferuf richtete der Finanzberater
des Vatikan und Bankier der renommierten Mailänder Banco Ambrosiano,
Roberto Calvi, 1982 an den Papst.
Wie die
Vatikanbank die Banco Ambrosiano in den Betrugs-Bankrott trieb
Lange Haftstrafen für die Täter, nur nicht
für den Haupttäter, den Erzbischof
Eines von Calvis letzten Worten: "Wenn ich auspacke, werden die Priester
den Petersdom verkaufen müssen"
Statt Schweigegeld-Empfang ermordet -
"Es waren mit Sicherheit die Priester des Vatikans"
Wie das den Vatikan
belastende Material verschwunden ist
Schädel eingeschlagen bzw. von
Autobombe zerfetzt - Warum mussten Calvis vermeintliche Mörder sterben?
Finanzmakler der Kirche: Zyankali im
Espresso
Falkland-Krieg: "Der Vatikan hat praktisch alles in
der Hand"
Die Kirche müsste Roberto Calvi fast
selig sprechen
Wie die Vatikanbank die Banco Ambrosiano in den Betrugs-Bankrott trieb
Roberto Calvi verschaffte damals Firmen, die der Vatikanbank IOR ("Institut für religiöse Werke") gehörten, einen Kredit von 1,3 Milliarden Dollar. Die Vatikanbank ihrerseits ließ einen Betrag in dieser Größenordnung wiederum der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc und antikommunistischen Gruppen zugute kommen, die damals in Opposition zur polnischen Regierung standen. Gleichzeitig stellte die Vatikanbank ihrem Gläubiger, also Roberto Calvi bzw. der Banco Ambrosiano, so genannte "Patronagebriefe" aus, in denen bezeugt wurde, dass der Vatikan für die Kredit- und Glaubwürdigkeit dieser Bank gerade stehe. Am Ende ging die Banco Ambrosiano jedoch trotz der vatikanischen Patronagebriefe Bankrott. Ihr fehlten zuletzt 1,3 Milliarden Dollar - genau die Summe, welche ihr wiederum die der Vatikanbank gehörenden Firmen schuldeten, wie die ARD-Dokumentation "Im Namen des Papstes", ausgestrahlt am 8.12.1991, aufzeigte. Doch diese wollten die Schulden nicht zurückzahlen. Der Hilferuf Roberto Calvis an den Papst, doch bitte die Kredite zurück zu zahlen und die Bank zu retten, blieb mehr oder weniger unerhört. Und eine Rechtsverbindlichkeit ihrer Patronagebriefe lehnte die Kirche ab.
Lange Haftstrafen für die Täter, nur nicht für den Haupttäter, den Erzbischof
Nach einem gerichtlichen Vergleich aus dem Jahr 1984 musste die Vatikanbank die geprellten Gläubiger der Banco Ambrosiano dennoch mit 250.000 Dollar entschädigen. Über eine Milliarde Dollar wurden dem Vatikan auf diese Weise also summa summarum "geschenkt", und es ist ja bekannt, in welcher Größenordnung dieser zuvor in die polnische Politik investiert hatte. Wörtlich schreibt Der Spiegel: "Die wiederholten, hohen Zuwendungen an die polnische Solidarnosc-Bewegung für ihren Kampf gegen den Kommunismus etwa kamen nach Aussage von Calvis ehemaligem Referenten Francesco Pazienza direkt aus dem Vatikan, von Marcinkus [Anmerkung: dem Direktor der Vatikanbank IOR]. Im Kirchenstaat regierte inzwischen ein Pole: Johannes Paul II" (Spiegel special Nr. 3/2005). Und auf den Vatikan hat die italienische Justiz keinen Zugriff. So wurden im Zusammenhang des Ambrosiano-Bankrotts zwar 33 an Transaktionen beteiligte Personen schuldig gesprochen und teilweise zu langen Haftstrafen verurteilt. Einer der Hauptangeklagten wäre jedoch auch Erzbischof Paul Marcinkus gewesen, der Leiter der Vatikanbank IOR, und er wurde auch mit Haftbefehl gesucht. Doch der US-amerikanische Würdenträger stand im Vatikan unter dem Schutz von Papst Johannes Paul II., und er wurde trotz des Haftbefehls nicht an die italienischen Behörden ausgeliefert.
Eines von Calvis letzten Worten: "Wenn ich auspacke, werden die Priester den Petersdom verkaufen müssen"
Zu diesem Zeitpunkt war Roberto Calvi, der Geschäftspartner des Erzbischofs, längst tot. Sein Hilferuf wurde anders erhört als er es sich vorstellte. Es kam noch zu einem letzten Geschäft, dessen genaue Abwicklung bis heute im Dunkeln liegt, aber sich mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit rekonstruieren lässt. Bischof Pavel Hnilica aus der damaligen Tschechoslowakei kaufte von Roberto Calvi für ca. 10 Millionen Dollar (andere Quellen sprechen "nur" von 1,7 bzw. von 1,2 Millionen DM) über einen Mittelsmann Material, das den Vatikan schwer belastet hätte und mit dem der Mailänder Bankier die Vatikanbank und die Kurie unter Druck gesetzt hatte. Wie gefährlich das Wissen Roberto Calvis für den Stuhl Petri war, lassen dessen Worte an seine Tochter Anna erahnen: "Wenn ich auspacke, dann werden die Priester den Petersdom verkaufen müssen." Kein Stein werde dann mehr auf dem anderen bleiben (Spiegel special Nr. 3/2005).
Statt Schweigegeld-Empfang ermordet - "Es waren mit Sicherheit die Priester des Vatikans"
Ein Geldbote der Mafia sagte später vor Gericht aus, er habe 1982 zwei Geldkoffer mit 10 Milliarden Lire (ca. 10 Millionen Dollar) von der Mafia an Erzbischof Marcinkus (!) und an einen Notar übergeben (Spiegel special Nr. 3/2005). War es das Schweigegeld, das man angeblich Roberto Calvi zukommen lassen wollte? Und hat es sich letztlich der Erzbischof genommen? Denn Roberto Calvi hat nie Geld bekommen, sondern nur einen - wie sich später herausstellte - ungedeckten Scheck der Vatikanbank. Und wenige Stunden nach dem entscheidenden Treffen am 18.6.1982 wurde er unter der Brücke der Schwarzen Brüder (Blackfriar´s Bridge) in London erhängt aufgefunden. Seine nicht wasserdichte Armbanduhr hing im Wasser und blieb um 1:52 Uhr stehen: Angeblich Selbstmord, seit 2002 laut italienischer Gerichtsakten mit 160.000 Seiten Beweismitteln eindeutig Mord (Spiegel special Nr. 3/2005). Laut Anklageschrift von Staatsanwalt Tescaroli wurde Roberto Calvi ermordet wegen Veruntreuung von Mafia-Geldern und "um zu verhindern, dass Roberto Calvi seine Drohung wahr machte, führende Politiker und hohe Vatikan-Würdenträger zu erpressen" (Spiegel special Nr. 3/2005). "Wenn mir etwas zustößt, muss der Papst zurücktreten", sagte Calvi zuvor seiner Frau Clara Canetti (Die Zeit Nr. 45/2001, http://zeus.zeit.de/text/archiv/2001/45/200145_gs-vatikanbank.xml). Roberto Calvis Körper hing, aufgehängt an einem Baugerüst, in die Themse, die Taschen seines Anzugs waren voll schwerer Steine. "Es waren mit Sicherheit die Priester des Vatikans", sagte seine Witwe später (ARD-Dokumentation "Im Namen des Papstes", 8.12.1991). "Das hatte uns Roberto schon vorher gesagt." Doch der Papst blieb im Amt.
Wie das den Vatikan belastende Material verschwunden ist
Im März 1993 werden stattdessen Bischof Hnilica und ein Mittelsmann, der Bauunternehmer Flavio Carboni, wegen Unterschlagung der Aktentasche Calvis vor einem italienischen Gericht zu Haftstrafen verurteilt. Die Tasche bzw. deren Inhalt gaben sie trotzdem nicht heraus und das für den Vatikan brisante Material ist deshalb bis heute unbekannt, und der Mord an Calvi bleibt offiziell unaufgeklärt. Zudem sei der Scheck des Bischofs für Calvi (nach Angaben von Informanten zunächst zwei Blankoschecks der Vatikanbank, in denen Flavio Carboni dann den mit Calvi ausgehandelten Betrag (siehe oben) eingesetzt hätte) nicht gedeckt gewesen, obwohl Erzbischof Paul Marcinkus zumindest einen Teil der dort ausgewiesenen Summe über Mittelsmänner von der Mafia erhalten habe. So zumindest deren Informant, der vor Gericht aussagte (siehe oben). Ob der ungedeckte Scheck ein Indiz dafür ist, dass auch Bischof Pavel Hnilica gewusst habe, dass Calvi den Scheck ohnehin nicht mehr würde zur Bank bringen können, sei dahingestellt. Bischof Hnilica wurde von Kardinal Agostino Casaroli schließlich zur der Aussage aufgefordert, im "Alleingang" gehandelt zu haben, was er auch tat. Über den Grad der Freiwilligkeit und dem Grad der Wahrheit oder Lüge seiner Darstellung kann nur spekuliert werden. Im Jahr 2006 ist Bischof Hnilica schließlich in Rom verstorben.
Schädel eingeschlagen bzw. von Autobombe zerfetzt - Warum mussten Calvis vermeintliche Mörder sterben?
Offen bleibt die Frage, wer in diesem Fall noch zu den Mitwissern gehört. Einer davon war vermutlich Sergio Vaccari, der offenbar im Auftrag der Mafia stand und auch als unmittelbar tatverdächtig für den Mord an Calvi galt. Man fand ihn im September 1982 mit erschlagenem Schädel und zerstochenem Körper in seiner Wohnung in London, nur drei Monate nach Calvis Tod. Und der zweite unmittelbar Tatverdächtige, Vincenzo Casillo, wurde kurz nach dem Mord an Vaccari in Rom von einer Autobombe zerfetzt. Beide wären jedoch nur die Ausführenden gewesen, die ihren Killer-Auftrag von höherer Stelle erhalten hatten. Und von wem? Dieses hochbrisante Wissen war letztlich ihr Todesurteil, und es nahmen auch sie mit ins Grab bzw. ins Jenseits.
Finanzmakler der Kirche: Zyankali im Espresso
An dieser Stelle ein kurzer
Rückblick über bekannt gewordene andere Finanzgeschäfte des Vatikan,
die auch die hier geschilderten Ereignisse verständlicher werden lassen:
Zu seinen Lebzeiten Roberto Calvi wegen seiner Geschäfte zum Wohle des Vatikan auch
"Bankier Gottes" genannt.
Als Calvis Vorgänger für heikle Finanzgeschäfte
zugunsten der römischen Kurie galt in den 70er-Jahren Michele Sindona.
Seine Aufgabe bestand u. a. darin, den Wunsch von Papst Paul VI. zu
erfüllen, Einnahmen des Vatikan ins Ausland zu schaffen, was "gegen das
italienische Devisenrecht verstieß". Auf diese Weise wollte der Vatikan
die italienische Steuergesetzgebung umgehen (Spiegel special Nr. 3/2005).
Michele Sindona, der Finanzmakler der Kirche für solche
Angelegenheiten, kam bereits unmittelbar vor dem Bankrott der Banco Ambrosiano ums Leben. Am
21.3.1982 trank er im Gefängnis unwissend einen mit Zyankali vergifteten Espresso,
nachdem er
zuvor damit gedroht hatte,
alles auszusagen, was er über verschiedene Geschäfte, in die er
verwickelt ist, weiß. Auch für ihn war sein Wissen sein Todesurteil.
Falkland-Krieg: "Der Vatikan hat praktisch alles in der Hand"
Eines dieser Geschäfte deutete jedoch Roberto Rosone, Roberto Calvis Stellvertreter, im August 2002 vor Gericht an. Man sei "an einem Maxi-Kredit für die argentinischen Militärs zur Vorbereitung des Falkland-Krieges beteiligt gewesen. Ob auch diese Geldspritze für die Latino-Diktatoren aus dem Kirchenreich kam, wusste der Zeuge nicht zu sagen, nur ganz generell behauptete er: ´Der Vatikan hat praktisch alles in der Hand`" (Spiegel special Nr. 3/2005; mehr dazu siehe nächste Meldung). Mehr sagte er nicht, nachdem er einige Jahre zuvor ein Schusswaffenattentat nur knapp überlebt hatte. Roberto Rosone hatte die Botschaft des Attentats verstanden und entschied sich für die Fortsetzung seines irdischen Lebens. Er starb an 11.3.2010 in einem Hospital.
Die Kirche müsste Roberto Calvi fast selig sprechen
Im Vatikan setzte Johannes Paul II. derweil eine eigene
vatikanische "Untersuchungskommission" zu den Ereignissen um die bankrotte Banco
Ambrosiano ein. Sie kam erwartungsgemäß zu dem Ergebnis, dass Roberto
Calvi der Schuldige war und der Vatikan, die Vatikanbank IOR und deren
Leiter, Erzbischof Paul Marcinkus, als Calvis Opfer anzusehen seien.
Roberto Calvi hat das allerdings völlig anders gesehen, doch er konnte
ja nicht mehr aussagen. Außerdem wurde ja er umgebracht, und
nicht einer der vielen vom Vatikan frei Gesprochenen. Eines ist
Roberto Calvi auf jeden Fall anzulasten. Was für einen Dienst an der
Wahrheit hätte er leisten können, wenn er einfach ausgepackt und sein
Wissen nicht für eine Erpressung der Kirche missbraucht hätte! Kein
Stein wäre dann beim Petersdom auf dem anderen geblieben, so seine
Ankündigung.
Das alles ist der katholischen Kirche erst einmal erspart geblieben, und
Roberto Calvi hat obendrein keinen Cent bekommen. Die katholische Kirche müsste
ihn fast selig dafür sprechen, dass er bis zu seiner Ermordung (durch
welchen Auftraggeber?) den Mund hielt.
4.4.2005 / 7.7.2007 -
Unterstützung des Vatikan für die
Militärjunta in Argentinien - Nach dem Tod von Johannes Paul
II. kamen im Rückblick die Verwicklungen der Vatikanbank in den
gesellschaftlichen Umsturz in Polen wieder zur Sprache. Ein
Zeuge (siehe oben vorige Meldung; Roberto Rosone) sagte in diesem Zusammenhang auch zu
Hintergründen des Falkland-Krieges bzw. zu vatikanischen bzw.
kirchlichen Verbindungen zum argentinischen Militär (1976-1983) aus.
Diese Allianz ist mittlerweile mehrfach dokumentiert: Die Zeitung Die Woche
berichtete bereits am 5.5.1995, dass die argentinische Militärjunta
Regimekritiker und Menschenrechtler betäubte und aus dem Flugzeug ins
offene Meer kippte. Den Segen dazu gab die römisch-katholische Kirche
z. B. durch ihren Militärkaplan. Er tröstete nach dem Flug die ausführenden
Soldaten mit den Worten, "es sei ein christlicher Tod, weil sie nicht
leiden". Und er versuchte ihr Gewissen auch damit zu beruhigen, indem er
sagte, "dass Krieg Krieg sei und auch die Bibel sage, dass die Spreu vom
Weizen getrennt werden muss".
Und die Empfehlungen für diese Hinrichtungen
kamen sogar von weit höherer römisch-katholischer Stelle. Der Menschrechtler Esteban Cuya erklärt: "Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob
sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in
einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so:
Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie
sie übers Meer - Todesflug" (Glaubensfragen, SWR 2, 14.6.2001).
Und der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin gab den
Mördern sozusagen die
Generalabsolution, indem er sagte: "Das Militär ist gereinigt im Jordan
voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen" (SWR
2).
Der Student Alcides Chiesa, damals irrtümlich verfolgt,
ist davon überzeugt: "Hätte die Kirche eine andere Haltung zur Militärdiktatur
gehabt, wäre es nicht zur Militärdiktatur gekommen". Und Stefan Herbst, der Argentinien-Experte der Bonner
Missionszentrale der Franziskaner, der diese Zeit intensiv untersuchte, ergänzt sogar: "Die katholische Kirche hat
zum Militärputsch angestachelt. Man muss sagen: Die katholische Kirche
als Institution, weil der damalige Präsident der Bischofskonferenz das
so erklärte" (SWR 2).
Die katholische Kirche betrachtete
dabei - wie übrigens sonst v. a. Martin Luther - Andersgläubige als
"Unruhestifter". Der Argentinien-Experte Herbst: "Die Rede ist von der
Reinigung der argentinischen Gesellschaft, von den Unruhestiftern im Land,
Menschen, die man nicht mehr als katholisch, sondern als Häretiker ansah.
Leute, die das neokoloniale Modell des christlichen Abendlandes
verlassen hatten."
Aufgrund dieser Fakten und Überzeugungen wäre es
nicht verwunderlich, wenn der Vatikan der argentinischen Militärjunta
Geld für den Falkland-Krieg zukommen lassen wollte,
wie ein Zeuge im Umfeld des Mordes an Bankier Robert
Calvi aussagte.
Aktualisierung: Ab dem 5.7.2007 stand der
römisch-katholische Priester Christian von Wernich (69) in La Plata
wegen der Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42
Entführungen vor Gericht. Er wurde verurteilt. Mehr dazu
hier.
5.4. / 6.4.2005 -
Ehrentitel für den Papst - "666-Prophezeiung in
der Bibel"
- Der Gegensatz zwischen Christus und
Papst bzw. zwischen Christus und der Kirche ist vielfältig. Darüber hinaus gibt es
Spekulationen, dass dieser Gegensatz schon in der Offenbarung des Propheten
Johannes in der Bibel vorher gesagt ist.
Der Hintergrund: In der offiziellen römisch-lateinischen
Schreibweise werden die Zahlen mithilfe von Buchstaben dargestellt, von
denen einige gleichzeitig einen Zahlenwert besitzen ( I = 1, V bzw. U =
5, X = 10, L = 50, C = 100, D = 500, M = 1000). Das ist allgemein
bekannt. Weniger bekannt sind die Titel, die der Papst trägt. Einer
davon ist "Vicarius
Filii Dei" ("Stellvertreter des Sohnes Gottes"). Addiert man bei diesem Titel die Zahlenwerte
der Buchstaben, die einen
solchen Zahlenwert besitzen, ergibt sich
ausgerechnet die Zahl "666".
Zu dieser Zahl heißt es in der Bibel:
"Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist
die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist 666" (Offenbarung 13, 18). Zwar
weist die katholische Kirche darauf hin, dass der offizielle Papsttitel
"Vicarius Christi" ("Stellvertreter Christi") ist
und nicht "Vicarius Filii
Dei". Doch dieser ist immerhin ein Synonym zum offiziellen Titel.
Und Versuche, auch aus anderen "Menschennamen" (z. B. Nero, Hitler, Bill Gates) diesen Zahlenwert zu
"berechnen",
sind weniger treffend und wirken weit hergeholt.
Stattdessen wird im Vatikan manches getan, um die Spekulation eher zu
bekräftigen. "Das Totenhemd hat keine Taschen", heißt es im Volksmund. Doch im
Gegensatz dazu wurde Papst Johannes Paul II. ein Beutel mit Geld mit ins Grab gegeben -
allesamt Münzen, die während seines Pontifikats
geprägt wurden. Und dieses Symbol kann nun wiederum mit der voraus gehenden Prophezeiung in Offenbarung 13, 16
in Verbindung gebracht werden, in der es heißt: "Kaufen oder
verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres
oder die Zahl seines Namens,"
eben die 666 (weswegen diese Zahl ja auch verschlüsselt im Strichcode auf
gängigen Warenverpackungen enthalten sein soll, was aber nur
eine kühne Interpretation ist; ebenso wie die Deutung von "666" als "www"
gemäß dem hebräischen Zahlenwert des Buchstabens W).
Doch unabhängig von diesen
- wie gesagt - spekulativen Gedanken: Ein Sack mit Geld im Papstgrab
- ein deutlicheres Zeichen der Verbindung zwischen dem Papsttum
einerseits und der Macht zu kaufen oder zu verkaufen andererseits ist
eigentlich kaum vorstellbar. Die Verbindung ist auch insofern real, da Kirche und
Vatikan ja auf die Finanzierung durch Staaten, Wirtschaft und
zahlungskräftige Gläubige
angewiesen sind. Und mit Jesus, der von seiner Arbeit als Zimmermann lebte
und der lehrte "Ihr könnt nicht Gott dienen und
dem Mammon", hat diese Grab-Beigabe sowieso nichts zu tun.
Manche Bibelleser überlegen darüber hinaus, ob auch noch andere Verse der
biblischen Prophezeiung mit den gegenwärtigen Ereignissen in Zusammenhang
stehen könnten. So wird in der Offenbarung die "Anbetung" des "Standbildes"
vorhergesagt, und es gibt
derzeit wohl keinen anderen Menschen auf der Erde, bei dem die Grenze
zwischen Verehrung und anbetungsähnlichem Verhalten so fließend ist wie beim
Papst, auch wenn bekennende Katholiken
auf Nachfrage natürlich bestreiten, dass diese Verehrung in Richtung
"Anbetung" gehe. Doch eine "Anrufung" des Papstes (eine
Vorstufe einer Anbetung) vor einem "Wunder" (z. B. einer Heilung) ist
sogar
nötig für eine spätere Selig- bzw. Heiligsprechung. Und für
einen Außenstehenden ist der Unterschied zwischen "Anrufung" und
"Anbetung" nicht so groß wie dies Katholiken darstellen.
Und
wenn in der Bibel im Zusammenhang der Endzeit zudem von der "Macht" geschrieben
steht, "dem Standbild des
Tieres Lebensgeist zu verleihen, so dass es auch sprechen konnte", dann
stellt sich die Frage: Hatte der Prophet Johannes im 2. Jahrhundert in
seiner Zukunftsvision vielleicht Fernsehbilder gesehen? Für ihn hätte es
sich dann so dargestellt, dass in diesen Bildern sogar "tödliche Wunden"
wieder "heil" werden konnten
(Offenbarung 13, 14-15).
Bemerkenswert in
diesen Tagen ist vor allem der Aufwand insgesamt, der in Rom und weltweit bedingt durch den Tod
dieses einen Menschen betrieben wird. Mit Recht kann man sagen: Noch nie in
der Geschichte der Menschheit und der Erde war er größer. Und wohl noch nie
waren so viele Große und Mächtige dieser Welt und so viele Scharfschützen
und Luftabwehrraketen bei einer Feier vereinigt wie
dies bei der Bestattung des Papstes am 9. April 2005 der Fall sein wird. Somit kann man
wohl von einem zweifelhaften Höhepunkt der menschlichen
Zivilisation und ihrer Kultur sprechen.
Die Macht des Papstes wird auch durch die Tiara, die Papstkrone, zum
Ausdruck gebracht, welche den Haupt-Titel des Papstes symbolisiert:
"Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und
Stellvertreter Christi auf Erden" (Quelle: Deutsche Bischofskonferenz
auf
http://dbk.de/vatican/in_vatican_17.html). Vielleicht kann man
diesen Titel etwas straffen bzw. zusammenziehen zu dem Hoheitstitel "Fürst dieser Welt",
der ja auch in der Bibel bezeugt ist (Johannes 12, 31; 14, 30; 16, 11).
PS.: Der erste Papst, der auf eine Krönung
verzichtete, war Johannes Paul I. Einige Tage später war er tot. Sein
Nachfolger Johannes Paul II. konnte die Krönung nun schwerlich wieder
einführen. Die Tiara hatte Paul VI. 1964 zudem schon medienwirksam zugunsten
der "Armen der Welt" "verkauft". Sie wird seither in der Kathedrale von
Washington in den USA in der Nähe des Weißen Hauses präsentiert. Gemessen am
Reichtum des Vatikan und der Kirche, welcher den "Armen der Welt"
vorenthalten wird, ist diese Geste von 1964 allerdings nicht mehr als ein
Brosamen. Eine Verbindung zwischen dem Vatikan und der USA, die seither
durch den Lageort der Tiara in Washington symbolisiert wird, ist
jedoch sehr aussagekräftig (vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 22" über die
Verbindung zwischen Papst Johannes Paul II. und dem US-Präsidentenberater
Billy Graham).
6.4.2005 -
Konservierung des "Fleisches" für die
Auferstehung?
- Aus Anlass des Todes von Johannes Paul II.
beschäftigen sich viele Menschen mit der kirchlichen Lehre vom Tod. Siehe
dazu auch die Information der Freien Christen,
Ausgabe Nr. 6, zum Thema "Kirche und Tod" und den
"Theologen", Ausgabe Nr. 2, Reinkarnation - Urwissen
der Menschheit und urchristlicher Glaube. Da die Kirche im Gegensatz zu
Christus großen Wert auf das "Fleisch" bzw. die Materie legt (vgl. z. B.
den Reliquienkult)*, stellt sich auch die Frage der Konservierung
der Körper der Päpste und ihrer Erhaltung zum Zwecke der Ehrung. Bzw. für
die von der Kirche gelehrte Wiedervereinigung von "Fleisch" und "Seele" am
"Jüngsten Tag", weswegen die katholische Kirche z. B. große Vorbehalte gegenüber
einer Feuerbestattung hat und Päpste, Kardinäle und Bischöfe meist auch
keine Organspender sind. So wurden
die letzten drei verstorbenen Päpste z. B. mit einer 15 %-igen Formalinlösung
anstelle des Blutes konserviert. "Johannes XXIII. war nach 37 Jahren noch
erhalten wie am ersten Tag", freute sich der Präparator Massimo Signoracci
(Spiegel online, 5.4.2005). Viele Gläubige erklärten dies als "Wunder".
Für den
Bestatter war allerdings klar, dass er einfach nur sehr gut gearbeitet
hatte.
Bei Paul VI. sei jedoch das Formalin nicht
genügend in einen Beinbereich vorgedrungen. "Ein Bein begann, sich zu
zersetzen", was jedoch nicht Schuld des Bestatters war. Was wird die Kirche
letztlich mit dem Körper von Karol Wojtyla tun? Wie wäre es, wenn man
wie bei den anderen Menschen einfach nach dem Wort "Erde zu
Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube" handelt? Auch wenn dadurch Reliquien verloren gehen - die Seele würde ja
auch nach offizieller katholischer Lehre weiterleben. Oder hat man intern
Zweifel und hält sich deswegen so an den materiellen Überresten fest?
Inzwischen ist auch die Präparatorenfamilie Signoracci nicht mehr einhellig
von der Einbalsamierung überzeugt, die oft in Verbindung mit einer
vorherigen "Ausstopfung" vorgenommen wird. Eine Ehefrau ist nämlich den Zeugen
Jehovas beigetreten und der Papst sei ihr egal. Am Telefon sagte sie: "Das
Ende ist nah" (Spiegel online).
*
Kritiker wie der ehemalige katholische
Theologieprofessor und Dekan der römisch-katholischen Fakultät der
Universität von Wien, Hubertus Mynarek, halten die katholische Lehre im Kern
für materialistisch: "Den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele hat
sie [die Kirche] z. B. im frühen Mittelalter von den Griechen übernommen",
schreibt Mynarek in der Broschüre Voodoo auf Katholisch
(Freie
Christen, Information Nr. 5, siehe
www.freie-christen.com). "Doch sie vertraut nicht wirklich auf
die Unsterblichkeit der Seele, wenn sie lehrt, dass am Jüngsten Tag die
Leiber der Verstorbenen wieder auferweckt werden" und, wie es im
katholischen Glaubensbekenntnis heißt, "wieder mit unserer Seelen vereint"
werden (Katholischer Katechismus Nr. 1016). Denn wozu braucht
eine unsterbliche Seele wieder eine Vereinigung mit ihrem Leib, der doch
mittlerweile nachweisbar verwest ist oder eingeäschert wurde? Dieser Leib
würde zuvor "verwandelt", so versucht die Kirche zu erklären
(Nr. 1016). Professor Mynarek wies nun mehrfach darauf hin, dass manche hohe kirchliche
Amtsträger daran in Wirklichkeit gar nicht glauben und stattdessen große
Angst vor dem Tod und einer drohenden Auflösung ihres "Ich"
haben.
10.4. / 12.6.2005 / 8.9.2011 -
Beerdigung des Papstes: Die Vertreter der
Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls
- Wem das Wort "Diktatur" in diesem
Zusammenhang zu hart erscheinen mag oder wer es nicht glauben
will, der lese das offizielle Lehrbuch der römisch-katholischen Kirche von
Josef Neuner und Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden und
ihren Lehrverkündigungen, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz
Weger, 13. Auflage, Regensburg 1991. Darin lässt das
kirchliche Lehramt u. a. wörtlich verlauten [Hervorhebungen von Der Theologe]:
Glaubenswahrheit Nr. 367: "Im Glauben müssen wir festhalten, dass
außerhalb der apostolischen, römischen Kirche niemand gerettet werden kann;
sie ist die einzige Arche des Heils und jeder, der nicht in sie eintritt,
muss in der Flut untergehen. Aber ebenso müssen wir sicher daran
festhalten, dass von dieser Schuld vor den Augen des Herrn niemand betroffen
wird, der da lebt in unüberwindlicher Unkenntnis der wahren Religion."*
(S. 234)
* Mit dem zweiten Satz wird
anscheinend eine kleine Hintertüre aus der Hölle offen gelassen. Allerdings ist
dieser Lehrsatz - wie auch Abmilderungen zugunsten
Andersgläubiger an anderen Stellen - vom Herausgeber "nur" als wahr, jedoch nicht als "unfehlbar"
gekennzeichnet. Unfehlbar seien dafür die nachfolgenden ähnlichen "Wahrheiten" Nr.
381, Nr.
430 und Nr.
434, die von der Kirche nicht nur als wahr erklärt
wurden, sondern denen sie zudem das Gewicht absoluter Irrtumslosigkeit in
Zeit und Ewigkeit verliehen hat.
Glaubenswahrheit Nr. 381 (= unfehlbar): "[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt.* So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche,
dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr
bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der
Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so
viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so
kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der
Einheit der katholischen Kirche bleibt.` (Fulgentius)"
(S. 256)
* Mit anderen Worten heißt das z. B.: Juden kommen nach unfehlbarer
römisch-katholischer Lehre in das "ewige Feuer"; zumindest die europäischen
Juden, welche die römisch-katholische Religion kennen lernen konnten und
sich nicht auf die mildernden Umständen der "unüberwindlichen Unkenntnis"
lt. Nr. 367 (siehe oben) berufen können.
Hier
kann man auch einmal vergleichen: Was würde es jeweils für die Opfer
bedeuten? Zum einen die
Verbrennungsöfen von Auschwitz, in denen Menschen jüdischen Glaubens
verbrannten, die kurz zuvor mit Gas ermordet worden waren? Und zum anderen der
Verbrennungsofen für die nach kirchlicher Lehre vom Heil Ausgeschlossenen
(Juden und andere Nichtkatholiken),
in dem diese Menschen angeblich ewig ohne Aussicht auf eine Ende unter
grausamen Qualen lebendig brennen müssen? Und wer hat sich das eine
ausgedacht? Und wer das andere?
Glaubenswahrheit Nr. 430 (= unfehlbar): "Dem römischen Papst
sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.
Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir." (S. 290)
Glaubenswahrheit Nr. 434 (= unfehlbar): "Wir bestimmen,
dass der Heilige Apostolische Stuhl und der römische Bischof den Vorrang
über den ganzen Erdkreis innehat." (S. 292)
Nachfolgend weitere heute gültige Lehr- und Glaubenssätze der
römisch-katholischen Kirche, denen bisher nicht durch "höherwertige"
Lehrsätze widersprochen wurde:
Glaubenswahrheit Nr. 369: "So verwerfen und verabscheuen Wir die
gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller Religionen, die auch der
menschlichen Vernunft widerstreitet."
Glaubenswahrheit Nr. 370: "Darum kann nicht das Heil erlangen, der
trotz seines Wissens, dass die Kirche von Christus in göttlicher Weise
gestiftet wurde, sich weigert, sich der Kirche zu unterwerfen, oder
dem römischen Papst, dem Stellvertreter Christi auf Erden, den
Gehorsam verweigert. Doch gab der Erlöser nicht nur das Gebot, dass
alle Völker in die Kirche eintreten sollen*, sondern er bestimmte auch,
dass die Kirche ein Heilsmittel sei, ohne dass niemand in das Reich der
himmlischen Glorie eintreten kann."
(S. 237)
* In Glaubenswahrheit Nr. 368 heißt es sogar,
der Erlöser habe "allen
Völkern den Eintritt in seine Kirche vorgeschrieben".
Glaubenswahrheit Nr. 382: "Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen
Einsetzung die Pflicht, auf das gewissenhafteste das Gut des göttlichen
Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem
Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher
Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder
dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr
vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das
Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht
nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu
verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der
Seelen fordern." (S. 256)
"Einheit des Leibes" und "Leibeigenschaft":
Diese
und viele andere römisch-katholische Glaubenswahrheiten lassen ahnen, was
wieder auf uns zukommt, wenn es dem "Heiligen Stuhl" gelingen
würde, die
europäischen Demokratien weiter auszuhöhlen und allmählich in seinem Sinn
umzugestalten. Zwar gibt es auch wenige Lehrsätze, die versöhnlicher
gegenüber Andersdenkenden klingen. Doch darin zeigt sich ja gerade die Kunst
der Kirche: Um möglichst viele Menschen einzuverleiben, passt sie sich
vielen Zeitgeistern an, lehrt hier und da sogar Widersprüchliches, um dann
je nach Situation das gerade Passende für den eigenen Machterhalt in den
Vordergrund zu stellen.
Und um leicht an immer neuen Nachwuchs zu kommen, ist die Säuglingstaufe
das zentrale Instrument der Kirche. Vordergründig
benützt man so genannte "liberale" menschenfreundliche Priester, welche den
Gläubigen vorgaukeln, hier ginge es um Schutz und Segen für das Kind. In
Wirklichkeit werden in erster Linie Mitglieder rekrutiert. Schon der
Säugling wird dabei ungefragt der "Einheit des Leibes" der Kirche
unterstellt, wie es oben unter Nr. 381 heißt, und zwar, indem ihm
angeblich ein "unauslöschliches Merkmal" eingeprägt wird (z. B. Nr. 504, 514, 526,
542, 709, 722, 932), das man auch durch den späteren Kirchenaustritt
nicht ablegen könne. So kann man fragen: Erinnert diese "Einheit des
Leibes" nicht an die "Leibeigenschaft"? Auch den
Sklaven wurde vielfach ein Sklavenmal in die Haut gebrannt, das sich nicht
mehr entfernen ließ. Und so wie der Leibeigene
und seine Kinder früher zeitlebens Sklaven ihrer Herren waren, es sei denn,
sie wurden von diesen frei gelassen, so beansprucht die Kirche auch heute
zeitlebens den Anspruch auf diesen Menschen. Nur - die Kirche lässt nie
jemanden frei (weswegen Eltern nur gewarnt werden können, ihr Kind taufen zu
lassen und damit dem
"Leib" der Kirche "eigen" zu machen; siehe dazu das
nachfolgende Beispiel über eine Kinderentführung durch den Vatikan).
|
Der grausame Kinderraub des "seligen" Papst Pius IX. So passierte es z. B. auch, dass der von Johannes Paul II. am 3.9.2000 selig gesprochene Papst Pius IX. (1792-1878) ein siebenjähriges Kind jüdischer Eltern in der Stadt Bologna (die offiziell zum Kirchenstaat gehörte), kidnappen und in den Vatikan entführen ließ. Was war geschehen? Kirchlicher Psychoterror: Katholische Nottaufe als angeblicher Schutz vor der Hölle
Als es dem Säugling Edgardo Mortara (bzw. Edgar Mortara) (geboren 1852)
einmal nicht so gut zu gehen schien, hatte das römisch-katholische Kindermädchen
Anna Morisi an ihm die katholische Nottaufe vollzogen. Man hatte ihr in der
Kirche beigebracht, dass dies notwendig sei, um die Seele des Kindes vor der
Hölle zu
retten, da es eben nicht in den Himmel komme, wenn es ungetauft sterben würde.
Edgardo Mortara wurde jedoch wieder gesund und die Geschichte schien
vergessen. Einige Jahre später erzählte Anna Morisi jedoch einer anderen
Dienstmagd von ihrer bis dahin geheimen katholischen "Nottaufe" des
jüdischen Babies, und diese zeigte ihr Wissen beim Inquisitor des Vatikan an.
Darauf hin setzten Papst und Vatikan ihr Instrumentarium an verschiedenen
Einschüchterungs-Methoden in Bewegung: Kinderraub im Auftrag des Vatikan Das Unheil zog sich nun über der nichtsahnenden jüdischen Familie zusammen, und das böse Verbrechen der Kirche nahm seinen Lauf. Eines Tages war es dann so weit: Die Polizei überfiel im Auftrag der Kirche und ohne Vorwarnung die jüdische Familie und nahm bei dieser vom Vatikan eingefädelten Aktion den entsetzten und verzweifelten Eltern ihr Kind weg und verschleppte es in den Vatikan. Die jüdischen Bürger glaubten erst an ein furchtbares Missverständnis und kannten noch nicht die Perfidie der Kirche. So taten die Eltern von Edgardo Mortara zuerst alles, um ihr Kind wieder zu bekommen. Bei seinen Recherchen fand der Vater die richtige Spur und sprach bei seinem ehemaligen Dienstmädchen vor. Und Anna Morisi gab ihm gegenüber weinend und verzweifelt zu, was sie vor einigen Jahren getan hatte. Die Kirche hatte sie es so gelehrt, und sie wollte doch nicht, dass der kleine Edgardo in die ewige Hölle müsse. Der jüdische Junge gehörte jetzt dem "Heiligen" Vater
Doch anstatt eine
notariell beglaubigte Aussage zugunsten der verzweifelten Mortaras zu machen, floh sie
mit dem Segen der Kirche aus der Stadt. Die Kirche ihrerseits blieb knüppelhart und
reklamierte das Kind für die Kurie in Rom, und sie unterzog den kleinen Juden
darauf hin einer strengen katholischen Umerziehung, einschließlich massiver
Verleumdung seiner jüdischen Eltern und ihres Glaubens. Und in der Tat: Durch die einstige Nottaufe des Kindermädchens gehöre das jüdische Kind nach
römisch-katholischem Recht nun zum "Leib" der Kirche, und
seine jüdischen Eltern waren für seine weitere Erziehung nach Ansicht der Kleriker
in Rom deshalb nicht mehr geeignet.
"Den
verzweifelten Eltern sagte er [Papst Pius IX.], sie bräuchten nur katholisch
zu werden, um ihr Kind wieder zu sehen, die weltweiten Proteste beantwortete
er: Die weltlichen Diktatoren nahmen Menschen das irdische Leben, die Kirche versuchte auch, ihnen das ewige Leben zu nehmen Denn kein Hitler und kein Stalin konnten einem Abtrünnigen je so drohen wie die Kirche. Die weltlichen Diktatoren nahmen ihnen das irdische Leben. Die Kirche jedoch drohte und droht bis heute für diesen Fall mit unendlichen Qualen für alle Ewigkeiten, und sie droht mit einem Gott, dessen Höllenstrafen für diesen Fall an Grausamkeiten nicht zu überbieten sind und deren Bestialität jegliches menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt (siehe dazu Der Theologe Nr. 19). Dies ergibt sich allein schon dadurch, dass diese Hölle angeblich nie ende und auch keine Pausen kenne, auch wenn man sich heute kirchlicherseits in der geglaubten Intensität des dauernden Leidens aus Gründen des Zeitgeistes zurückhaltender gibt. Dahinter steht ein Gott, der - gemäß der aus römisch-katholischer Sicht "unfehlbaren" Glaubenswahrheit Nr. 381 in dem Lehrwerk Der Glaube der Kirche - selbst folgendes tut: Er lässt sogar "Glaubenszeugen", die ihr "Blut für den Namen Christi vergießen", in der Hölle unendlich quälen, wenn sie nicht als Katholiken gestorben sind. Es kommt dem Moloch in Rom - der in unserer Zeit nun täglich Kreide frisst - also nur auf die Zugehörigkeit zur Kirche durch die Taufe an. Die unermessliche Schuld der Kirche an Kindern
Ob Seelenmord von Kindern durch Entführung und Gottesvergiftung oder
Seelenmord aufgrund von Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch durch
Priester: Die ungesühnte und unermessliche Schuld der Kirche gegenüber
Kindern drängt in unserer Zeit immer mehr zur Wirkung. Auch die
unermessliche Schuld an einfachen Menschen wie der Dienstmagd Anna Morisi,
die etwas Gutes tun wollte, aber von der Kirche zu einem satanischen
Werkzeug missbraucht wurde. |
Die Kirche will zudem, "dass alle Völker in die Kirche eintreten"
(Nr. 370). Was
könnte das bedeuten? Z. B. für Europa, das nach dem Willen der Kirche
römisch-katholisch werden soll? Der
bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers warnte eindringlich, der "biblisch
fundierte Absolutheitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf
dem Sprung, die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der
philosophische Glaube, 9. Auflage, 1988, S. 73). Doch die Staatsmänner
dieser Erde, welche eigentlich die Werte der gegen die Kirche erkämpften
Demokratie verteidigen sollen, werfen sich der Diktatur des Heiligen Stuhls
an den Hals. Hier stellt sich gerade in diesen Tagen die Frage: Wo sind noch
wahrhafte Demokraten, welche noch für die Ideen von Freiheit,
Menschenrechten und Toleranz einstehen? Und gibt es wenigstens einen
Politiker in Europa, der nicht vor der Kirche auf die Knie fällt?
18.4. / 19.4.2005 -
Die ruhmvoll
hervorragenden unsterblichen
Päpste
- "Mögest du viele Jahre des
irdischen Lebens lang ruhmvoll hervorragen", so der offizielle
Zuspruch bei der Amtseinführung eines neuen Papstes, auf den sich gerade die
Kardinäle zu einigen versuchen. Und was soll nach diesen vielen Jahren
kommen? "... bis du, von deinem Herrn gerufen, beim Eintritt ins
Himmlische Reich mit der Unsterblichkeit bekleidet wirst," so der Zuspruch
weiter
(http://dbk.de/vatican/in_vatican_17.html).
Das klingt fast so, als sei die Unsterblichkeit nach katholischer Lehre ein
Vorzug der Päpste. Vielleicht kommt es bei diesem Zuspruch aber auch mehr
auf den ersten Teil an, auf das "ruhmvolle Hervorragen" in den Jahren zuvor,
das - wie so vieles andere auch - im Widerspruch zu Jesus steht, der die
Demut lehrte und die Gleichheit aller Menschen.
19.4. / 5.7.2005. -
Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikts XV.
fort? - Benedikt XV. starb 1922, Benedikt XVI. wurde 1927 geboren.
Der XV. wurde im Jahr 1914 Papst, am Beginn des 1. Weltkrieges - nicht gerade ein
gutes Omen im Hinblick auf den Beginn der Amtszeit des XVI.
Anhänger feierten den XV. als Friedenspapst, Kritiker sahen in ihm einen
gewieften Diplomaten bzw. Schaukelpolitiker, der vielfach als "Sieger" aus dem Krieg hervorging - siehe
dazu das Kapitel Der Vatikan als Kriegsgewinnler in dem
Geschichtsbuch von Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im
20. Jahrhundert, Rowohlt Verlag 1991. So rief er z. B. in den
Anfangsjahren des Krieges einmal zum Frieden auf, als Deutschland und die
Achsenmächte noch im militärischen Vorteil waren. Als sich das Blatt
wendete, tat er es nicht mehr. Der Papst fand sich rechtzeitig im Lager der
Sieger, nachdem er sich zu Kriegsbeginn noch nicht öffentlich auf eine
Partei fest gelegt hatte. "Kardinal Gasquet bekannte
auf dem Katholikenkongress in Liverpool geradezu: ´Man ist zu der Überzeugung
gekommen, dass der am besten aus dem Krieg herausgekommene Mann der Papst
war!`" (zit. nach Deschner, Opus Diaboli, 1988, S. 151 f.)
Der
Historiker Karlheinz Deschner prangert vor allem an,
dass der XV. Benedikt den Nationen "seine schönen biblischen Sprüche zurief",
während "er selber für eine Militärseelsorge verantwortlich"
war, "die den
katholischen Soldaten das gegenseitige Abmurksen als höchstes
Pflichterfüllung befahl - die mörderischste Heuchelei der Weltgeschichte."*
Diese deftigen Worte sind verständlich. Denn warum rief Benedikt XV. nicht
die Katholiken beider Seiten auf, die Waffen niederzulegen, wenn es ihm
wirklich um den Frieden gegangen wäre? Die ihm unterstehende
Militärseelsorge auf allen Seiten tat genau das Gegenteil.
Bekannt wurde später Benedikts viel sagender Spruch
im Hinblick auf die Niederlage Deutschlands: "Diesen Krieg hat Luther
verloren!" (zit. nach Deschner, Opus Diaboli, S. 151) Protestanten, nehmt euch also vor den Benedikts in Acht!
Erst im Jahr 2000
betonte auch Benedikt XVI. in seinem Buch Dominus Iesus noch einmal
den Vorrang der römisch-katholischen Kirche vor allen anderen Kirchen
und nannte die evangelischen Kirchen "defizitär". Gefahr auch für die
Ostkirche! Wenn der XVI. Benedikt dort weitermacht, wo der XV. und auch
Johannes Paul II. aufgehört haben, dann steht womöglich die Katholisierung der
orthodoxen slawischen Welt bevor.
Karlheinz Deschner schreibt
wörtlich: "So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen]
Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und
der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum
gewinnen sollten" (Opus Diaboli, S. 152). Der
Sturz des Kommunismus wäre Stufe 1 gewesen (siehe dazu die
Informationen über die Finanzierung
antikommunistischer Gruppen durch den
Vatikan). Nun käme Stufe 2. Parallel dazu hat es der XVI. Benedikt
womöglich auch
auf einen Sieg gegenüber dem Protestantismus abgesehen, wie viele
Kenner der Vatikanpolitik mutmaßen. Denn ein Papst-Boom, der auch nur
annähernd das Ausmaß des Kultes um Johannes Paul II. erreichte, würde die
religiöse Stimmung in Deutschland, dem "Stammland der Reformation",
entscheidend verändern. Die augenfälligen Versuche evangelischer
Kirchenführer, von der katholischen Hierarchie eingeladen bzw. hofiert zu
werden, sind ein Indiz dafür, dass diese sich wieder verstärkt an
den Katholizismus anhängen möchten, um so ebenfalls von den
Popularitätsschüben des Papstes zu profitieren. Oder man möchte zumindest bei den für
die staatlichen Subventionen verantwortlichen Politikern auf Augenhöhe mit der
Rom-Kirche zu bleiben.
Mit dem Ziel, "die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum" zu gewinnen,
wie der Historiker Deschner ein Ziel Benedikts XV. formulierte, hat auch
Benedikt XVI. seine Amtszeit eingeleitet, indem er sogleich die "Ökumene"-Bemühungen
im Hinblick auf die Orthodoxen verstärkte. Der Vatikanische "Ökumene-Minister",
der deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärte dazu dem Focus in einem
Interview, dass das "allgemeine Interesse Russlands an Europa" dafür eine
günstige Rahmenbedingung ist. Und weiter: "Ich habe eine neue Offenheit
[Benedikt XVI.] entdeckt, in erster Linie gegenüber den orthodoxen Kirchen
... Wir wollen den orthodoxen Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen
etwas geben: Das Petrusamt könnte auch ihnen die universale Präsenz
bringen" (Nr. 33/2005). Noch scheinheiliger kann man den eigenen
Herrschaftsanspruch wohl gar nicht in Worte fassen.
Dahinter steckt letztlich die Idee eines geeinten römisch-katholischen
Europa unter der Oberhoheit des Papstes in Rom und wohl darüber hinaus die
alten Weltherrschaftspläne der Kurie in Rom, zu denen man sich z. B.
im Mittelalter auch unverhohlen bekannte.
Zurück zu den Benedikts: Eine
Gemeinsamkeit zwischen dem XV. und dem XVI. ist weiterhin der Versuch, das
Leben der Menschen bis in Einzelheiten zu regeln und mit entsprechenden
Maßnahmen auch auf Verstöße reagieren zu können. Der XV. setzte im Jahr 1917 den
Codex Iuris Canonici, kurz CIC, in Kraft (sein Vorgänger
Pius X. hatte bereits den Auftrag dazu gegeben), das kirchliche
Gesetzeswerk, das bis 1983 unverändert gültig blieb. Bis dahin galt der so
genannte Corpus Iuris Canonici. Im Jahr 1983 erschien der Codex
Iuris Canonici in
überarbeiteter Form. Der XVI. gilt als
Schreiber bzw. Endkorrektor des römisch-katholischen Weltkatechismus, und er war
jahrelang als Vorsitzender der "Glaubenskongregation" der oberste
"Inquisitor" der Kirche und zuständig für die Anwendung des CIC. Das
"sanfte" Strafrecht des CIC ist nach Uli Weyland, Autor von
Strafsache Vatikan,
ein listiger "Vorbehalt, eventuell auf mittelalterliche Bestrafungsformen
zurückkehren zu können, wenn sich die Zeitläufe im Sinne Roms wieder
´günstiger` verändern sollten."
(S. 426 f.)
*
Der Historiker E. Winter bringt Benedikt XV. in seinem Buch
Russland
und das Papsttum, Teil 2 (II), Von der Aufklärung bis zur großen
sozialistischen Oktoberrevolution, Berlin 1961
sogar mit dem mutmaßlichen
Mord an Nuntius Tarnassi im Jahr 1901 in Verbindung und beruft sich dabei
auf den internen vatikanischen "Klatsch", wo der spätere Papst als
Täter genannt wurde, "denn Tarnassi starb zu sehr erwünscht, als dass es
dabei mit rechten Dingen zugegangen sein konnte"
(S. 487). Benedikt XV.
soll hier ausdrücklich nicht beschuldigt werden und es gilt - wie am Anfang
von Ermittlungen - die Unschuldsvermutung. Es ist jedoch auch von
einem Dementi nichts bekannt. Tatsache ist jedoch, dass zahllose Päpste
Mörder waren (nachzulesen in den Bänden der Kriminalgeschichte des
Christentums von Karlheinz Deschner) und alleine
23 Päpste
nachgewiesenermaßen oder vermutlich auf Veranlassung ihrer Nachfolger
umgebracht wurden.
23.4. / 7.5.2005 - Vordergründige Diskussionen um den Flakhelfer und Soldaten
Ratzinger - Hintergründige Gemeinsamkeiten zwischen
Katholizismus und Nationalsozialismus - Die britische Presse
äußert derzeit "tiefe Bedenken", was die Haltung des jugendlichen Joseph
Ratzinger (1927 geboren) gegenüber den Nazis betrifft (z. B. nur "bizarr
technische Begründung" für dessen Ablehnung; The Independent, 22.4.2005).
Das ist jedoch weit weniger bedeutsam als die Frage, wo sich die Anliegen
von Katholizismus und Nationalsozialismus grundsätzlich vereinten.
So lehrt die Kirche bis heute, sie müsse "mit
peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist"
(Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, siehe oben 10.4. /
17.4., Nr. 382). Dieser Lehrsatz der römisch-katholischen Kirche richtete sich im 20. Jahrhundert
vor allem
1.) gegen die Kommunisten
2.) gegen die Juden
3.) gegen religiöse Minderheiten, so genannte "Sekten"
Gegen diese drei Geistesrichtungen, deren Ausmerzung die katholische Kirche
forderte, richtete sich auch der Vernichtungswille der Nationalsozialisten.
Deren Anführer Adolf Hitler hielt bis ans Lebensende der
römisch-katholischen Kirche die Treue und zählt damit zu den "Söhnen und
Töchtern der Kirche", für deren Tun im Laufe der Jahrhundert sich der Papst
im Jahr 2002 halbherzig zu entschuldigen versuchte. Man könnte diese "Söhne" (denn meist
waren es "Söhne") auch als "Männer fürs Grobe" bezeichnen, die mit Wissen,
Billigung oder gar im Auftrag der Kirche etwas tun, womit die Kirche aus
diplomatischen Gründen nicht direkt in Verbindung gebracht werden möchte.
Zu Adolf Hitler noch zwei Details am Rande: Während er
immer wieder Steuern hinterzog und bis zum Jahr 1933 eine nicht bezahlte
Steuerschuld von 400.000 Reichsmark anhäufte, zahlte er seinen Kirchenbeitrag stets
korrekt und pünktlich, wie ein umfassender Untersuchungsbericht über Hitlers
Steuerakte feststellte (so die Historikerin Anna Maria Sigmund und der
Notar Klaus-Dieter Dubon bei Prüfung von Hitlers Steuerakte Nr. 13/2548 beim
Finanzamt München III; Spiegel online, 16.12.2004; Bild, 17.12.2004). Und während Papst Pius XII.
im Jahr 1945 alle
Italiener, die Mitglied der Kommunistischen Partei waren, exkommunizierte,
wurde Adolf Hitler nie exkommuniziert.
Zum "Ausmerzen" der Kommunisten, Juden und "Sekten" im Einzelnen:
1.) Kommunisten: Hitler und die Nationalsozialisten wurden von der
Kirche vor allem wegen ihres Feldzugs gegen den "Bolschewismus" in Russland
gepriesen. Bis 1945 reichen die Huldigungen der Kirchenführer für diesen
"gottgesegneten" Krieg gegen den Kommunismus. Die Fortsetzung dieses Kampfes
führte die Kirche nach 1945 in Allianz mit den Westmächten durch (siehe auch
oben, 4.4.2005).
2.) Juden: Was die Juden betrifft, rechtfertigte Adolf Hitler in
einem Gespräch mit katholischen Würdenträgern deren Verfolgung damit, "dass
er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirchen in 1500
Jahren gegen sie getan habe" (Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin
1981, S. 406). Eine Fülle von Fakten dazu auch in dem Buch von Daniel
Goldhagen, "Die katholische Kirche und der Holocaust" bzw. in der
Ausgabe "Der Theologe Nr. 4", Die evangelische
Kirche und der Holocaust. Nachdem das europäische Judentum als
einflussreiche gesellschaftliche Größe weitgehend vernichtet war und der
Zeitgeist sich nach 1945 entscheidend wandelte, hat auch die Kirche
in der Folgezeit ihre Position geändert.
3.) Andere religiöse Gemeinschaften: Hier richtete sich die
Ausmerzungs-Allianz von katholischer und evangelischer Kirche und Nazis zunächst
gegen die Zeugen Jehovas als damals
bedeutsamste Minderheit. Gemeinsam beschloss man deren Verbot. Eine typische
Stimme war damals der Kommentar in Das Evangelische Deutschland vom
10.9.1933: "Die Kirche wird dankbar anerkennen, dass durch dieses Verbot
eine Entartungserscheinung des Glaubens beseitigt worden ist ... Damit ist
jedoch noch keine vollständige Bereinigung der Sekten erreicht. Erwähnt
seien nur die Neuapostolischen."
Die Kirche gibt dem Staat also den Takt vor. Und
die Vertreter von Kirche und Staat arbeiten vielfach bei den Verhaftungen
Hand in Hand. So kommen in den KZs 1200 Zeugen
Jehovas ums Leben, weitere 250 werden anderweitig "erhängt, erschossen oder
geköpft" (Frankenpost, 15.1.1999).
1945 wechselten die weltlichen Herrscher. Die geistlichen aber blieben. Und
mit ihnen ihre Ziele.
Vor allem seit den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden erneut viele religiöse Bewegungen, die nicht ins katholische bzw.
evangelische Welt- und Menschenbild passen. Deshalb ist auch das "Wüten
der Kirche" neu entbrannt, wie z. B. Prof. Dr. Hubertus Mynarek
in seinem Buch
Die neue Inquisition
bzw. Prof. Erwin K. Scheuch und Prof. Gerhard Besiér in ihrem
Buch
Die neuen Inquisitoren
nachweisen. Zwar bieten die gegen die Kirche erkämpften
Rechtsgrundlagen der freiheitlichen Demokratie diesen Minderheiten noch
einen gewissen Schutz. Doch ist es ein Zufall, dass gerade in unserer Zeit
wieder vermehrt der Ruf von Politikern erklingt, die katholische Kirche und
ihr Menschenbild sei allen anderen Religionen "überlegen" (wie z.
B. zuletzt von CDU-Spitzenpolitiker Jürgen Rüttgers, Spiegel online, 22.4.2005)?
Und der neue Papst Benedikt XVI. erinnerte erst jüngst in einem Interview
daran, die Inquisition sei ja ein "Fortschritt" gewesen, da man die Menschen
vor ihrer Hinrichtung im Unterschied zu früher noch "anhörte" (wobei viele
allerdings schon bei den "Anhörungen" ums Leben kamen). Wer Ohren hat zu hören,
der hört den langen eiskalten Atem der Kirche und fühlt ihn vielleicht schon wieder
in seinem Nacken ...
25.4. / 7.5.2005 -
"Unsere" Benedikts
- Joseph Ratzinger
stellt sich als Benedikt XVI. bewusst in die Reihe der anderen Benedikts,
die wie er diesen Namen trugen bzw. wählten. Mögliche
Verbindungen zu Benedikt XV. sind oben bereits genannt.
Hier einige Informationen zu Benedikt III., VI., VIII., IX., XII., XIII. und XIV.:
Benedikt XIV. (1740-1758) war ein ausgesprochener "Hüter der
Glaubenswahrheiten" = Inquisitor. Im Jahr 1744 bestätigte er mit der Bulle
"Ab Augustissimo" die Verordnungen seiner Vorgänger, worin die Todesstrafe
für Hostienmissbrauch zu magischen Zwecken schon bei einem Erst-Täter
vorgeschrieben wurde. Nicht im Mittelalter, wohlgemerkt, sondern Mitte des
18. Jahrhunderts! Die Möglichkeit des todgeweihten Angeklagten, sich zu verteidigen,
wurden eingeschränkt.
Benedikt XIII. (1724-1730) war weniger ein Inquisitor. Dafür waren seine
engsten Mitarbeiter vielfach korrupt. So setzte der Papst
z. B. seinen Vertrauten Niccolo Coscia als Kardinal und Papst-Koadjutor ein.
Damit war dieser als Stellvertreter des "Stellvertreters Christi" wohl der
heimliche Herrscher der Kirche. Während Benedikt XIII. im Verhältnis eher
bescheiden gelebt haben soll, regierte sein Koadjutor den Vatikan mit Bestechungen,
Ämterhandel, Korruption bzw. Umleitung von kirchlichen Einnahmen in die eigene Tasche. Der Bevölkerung wurde auf diese Weise deutlicher als sonst
vor Augen geführt, wie sich Kirchenfürsten auf Kosten
des Volkes einem Luxusleben hingeben. Erst nach dem Tod Benedikts XIII., der
das verbrecherische Treiben seines Günstlings und von den Günstlingen seines
Günstlings schützte und verteidigte,
konnte der Papst-Koadjutor verhaftet werden.
Benedikt XII. (1334-1342) war wiederum ein brutaler Inquisitor. Vor
seiner Wahl zum Papst war sein Hauptanliegen als Bischof Jacques Fournier von Parmiers/Südfrankreich die
Verfolgung und Ausrottung der letzten noch nicht
hingerichteten urchristlichen Katharer. Er führte selbst die Verhöre (nach
Benedikt XVI. waren diese "Untersuchungen" ein Fortschritt gegenüber dem
sofortigen Ermorden; siehe hier) und
er ließ die Scheiterhaufen anzünden.
Benedikt Caetani nannte sich als Papst Bonifatius VIII.
(1294-1303) und verfasste die bedeutendste Lehramtsschrift der
römisch-katholischen Kirche im Mittelalter, die Bulle Unam Sanctam (1302).
Darin heißt es: "Wer immer sich also dieser von Gott so angeordneten Gewalt
[der Kirche] widersetzt, widersetzt sich der Anordnung Gottes". Und: "Dem
römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum
Heile notwendig: Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir"
(zit. nach Neuner/Roos, a. a. O.,
siehe oben 10.4. / 17.4.2005, Nr. 430).
Dieser Lehrsatz ist seit 1870 eine nach katholischem Glauben unfehlbare Lehrentscheidung von
Benedikt Caetani, der sich als Papst
Bonifatius VIII. nannte.
In der Wikipedia-Biografie
heißt es über ihn: "Doch war der stattliche, etwas schwergewichtige, aber
wohlgestaltete Papst mit den sonderbar sensiblen Händen bei all seinen
unangenehmen, oft scharf verletzenden Eigenheiten, seinem pathologischen
Ehrgeiz, überzogenen Stolz, seiner unersättlichen Habgier, Fressgier (er
konnte seinen Oberkoch gewaltig abkanzeln, weil er ihm an einem Fasttag nur
sechs Fleischgerichte vorsetzen ließ), von seinen Bluttaten, seiner
Grausamkeit zu schweigen, auch mutig, gebildet, ein versierter
Jurist".
In
manchen seiner inoffiziellen Aussagen lässt Bonifatius VIII. nämlich
durchblicken, dass er an vieles selbst nicht glaubt, was die
römisch-katholische Kirche lehrt, z. B. die Jungfrauengeburt. Auch ist von
ihm der Satz überliefert, "die Toten würden so wenig auferstehen wie sein
vorgestern krepiertes Pferd".
Der Benedikt, der sich Bonifatius nannte, rief auch das Jahr 1300 zum ersten
Heiligen Jahr aus, um durch das Geld der Pilger die Kreuzzüge zu
finanzieren. Das
Vermögen vieler Andersgläubiger ließ er sowieso konfiszieren.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius_VIII.; Stand: 25.4.2005)
Benedikt IX. (1032-1048), Theophylakt Graf von Tusculum, hat nach dem
Historiker Ferdinand Gregorovius zusammen mit seiner Familie "in Rom gemordet und geplündert" (zit. nach Uli Weyland,
Strafsache Vatikan, S. 95). Einer nicht exakt zuzuordnenden Quelle zufolge
sollen Benedikt IX. und seine Anhänger z. B. "Pilger auf dem Weg nach Rom
ausgeraubt haben und das Geld, das diese für den Ablass von Sünden mit sich
führten, auf solche Weise schon vorher in den eigenen Beutel haben fließen
lassen." (S. 95) Ein weiteres Verbrechen des Papstes war eine Vergewaltigung. Benedikt
IX. wurde übrigens schon mit 11, 14 oder 18 Jahren als "Seine Heiligkeit" gekrönt und
er verkaufte im Jahr 1045 schließlich sein Papstamt an Gregor VI., weil er
seine Cousine heiraten wollte. Nachdem ihn jedoch seine Cousine ihrerseits nicht mehr
heiraten wollte, entschied er sich, wieder Papst zu werden, und er blieb als Papst Benedikt IX bis 1048 parallel zu
Papst Gregor
VI. im Amt.
Benedikt VIII. (1012-1020) weihte 1020 in Bamberg die Kirche St. Stephan,
als er sich dort mit dem Kaiser traf. Die zwischenzeitlich zerstörte und neu
aufgebaute Kirche ist heute die
evangelische Hauptkirche der Stadt, die im Volksmund als "fränkisches Rom"
gilt. St. Stephan in Bamberg ist in Deutschland bis heute die
einzige von einem Papst eingeweihte Kirche. Auf der Synode von
Pavia im Jahr 1020 führt Benedikt VIII. den Zölibat bzw.
Zwangszölibat für Priester ein, die von nun an nicht mehr heiraten
durften (im Jahr 1139 auf dem 2. Laterankonzil als "unabdingbare
Zugangsvoraussetzung" für den Priesterberuf bestätigt). Das war die
nachhaltigste und bis heute gültige Entscheidung von Benedikt VIII. Dadurch sollte das
Vermögen der Kirchenmänner nicht mehr an ihre Kinder vererbt werden, sondern
der Institution Kirche zufallen. Offizieller formaler Grund für den Zölibat war allerdings die
geforderte sexuelle "Reinheit" der Priester. Dafür durften
stattdessen Mengen
an Blut an ihren Händen kleben, auch wenn die kirchlichen Amtsträger das
Blut von unliebsamen Zeitgenossen durch andere vergießen lassen sollten. So
ließ Benedikt VIII. im Jahr 1017
in Rom viele Juden bei einem Pogrom köpfen. Und im Jahr 1020 (dem Jahr der
Synode von Pavia und der Kirchenweihe in Bamberg) inszeniert der Papst erneut ein Pogrom in
Rom und lässt die jüdischen Mitbürger dieses Mal verbrennen. Der Grund:
Ihr falscher Glaube sei der Grund für einen Orkan bzw. ein Erdbeben
gewesen.
Benedikt VI. (973-974) gehört zu den vielen Päpsten, die auf
Betreiben ihrer Nachfolger ermordet wurden. Sein Nachfolger Bonifatius VII.
regierte 974 erst als "Gegenpapst", von 984-985 dann als anerkannter Papst.
|
"Benedictus" wird seit
Jesus nur noch für Gott oder Christus verwendet. Doch wer wird im Katholizismus
verehrt? |
Das also sind
"unsere" Benedikts. Über
die anderen ist meist nur wenig bekannt. Die Existenz von Benedikt III.
(855-858) ist sogar umstritten. Er gilt manchen als Erfindung der Kirche, um
die Amtszeit der als Mann "Johannes" verkleideten Päpstin Johanna (ab
853 oder 855) zu ersetzen. Andere bestreiten demgegenüber die Existenz Johannas.
Eventuell folgte Benedikt III. auf Johanna alias Papst "Johannes Anglicus
I." Dieser soll bei einer Prozession
ein Kind als Totgeburt zur Welt gebracht haben und darauf hin von den
"entsetzten" Katholiken (weil "er" eine Frau war) am Straßenrand gesteinigt
worden sein, bzw. "er" starb an den Geburtskomplikationen.
Bleibt noch der Ordensgründer Benedikt von Nursia (um 480-547), auf
den sich Joseph Ratzinger bzw. Benedikt XVI. besonders beruft. Benedikt von
Nursia lehrte u. a. das Motto "Bete und arbeite" - ein Widerspruch zu den
Priestern und Amtsträgern der Kirche, die sich auch für das Beten bezahlen
und vom Staat subventionieren lassen und nicht auf diese Weise arbeiten, wie
Benedikt von Nursia sich das gedacht hatte. Die Gründung des
Benediktiner-Ordens auf dem Monte Cassino bei Neapel im Jahr 529 gilt als
geistesgeschichtlicher Beginn des Mittelalters. Gleichzeitig gilt
Benedikt von Nursia der römisch-katholischen Kirche als "Patron
Europas". Vielleicht hat
Joseph Kardinal Ratzinger bei seinem Amtsantritt auch deshalb
Benedikt von Nursia so hervorgehoben. Und vielleicht verbinden
spätere Geschichtsschreibern einmal das Jahr 2005 mit dem Beginn einer
Epoche in Europa, in welcher die Neuzeit beendet und das Mittelalter wieder
auferstehen sollte.
Mai 2005 - Anmerkung zur
Achse Washington -
Vatikan - Seit den 60er Jahren ist Billy Graham Berater und
Beichtvater aller US-Präsidenten und damit neben dem Papst wohl der
einflussreichste Kirchenmann der Welt. Während es über die "geistige
Achse" Washington-Vatikan manche Spekulationen gibt, enthüllt die
US-amerikanische Zeitschrift Christianity Today in ihrer Ausgabe
Nr. 5/2005 bemerkenswerte Fakten. Demnach sperrt sich die
römisch-katholische Kirche in Polen im Jahr 1977 gegen einen geplanten "Kreuzzug"
von Billy Graham im Land. Ein Kardinal jedoch bewertet die Lage
grundsätzlich anders und erteilt dem evangelischen US-Prediger die
notwendige offizielle Einladung für seine "Großevangelisation":
Karol Wojtyla aus Krakau. Ein Jahr später überschlagen sich die Ereignisse.
Und wer darin mehr als den "Zufall" am Werk sehen möchte, kann manches
bedenken.
Während der Vorbereitungen zu Grahams Polen-Kreuzzug wird Papst Johannes
Paul I. tot in seinem Bett gefunden, evtl. vergiftet durch eine Überdosis
des Herzmittels Digitalis (z. B. Stern, 4.5.2005). Der Vatikan
verweigert eine Obduktion und die Leiche des Papstes wird schnell zur "Reliquie".
Sein Nachfolger im Rom als neuer "Lenker des Erdkreises" wird
Karol Wojtyla, der sich eigentlich in diesem Zeitraum mit Billy Graham in
Polen treffen will. Doch die beiden nun mächtigsten Kirchenführer der Welt
arrangieren es jetzt anders: Während sich Johannes Paul II. am 16.10.1978 in
Rom zum ersten Mal der jubelnden Menge präsentiert, steht auf seiner
Heimatkanzel in der Bischofskirche von Krakau zeitgleich Billy Graham ...
(vgl. dazu Der Theologe Nr. 22)
10.5. / 30.10.2005 -
Papst-Golf und Papst-Ford -
Entgleitet der katholischen
Kirche der Handel mit modernen Reliquien? -
Bekanntlich wurde der
ehemalige VW-Golf von Benedikt XVI. von dem kanadischen
Internet-Unternehmen GoldenPalace.com für fast 190.000 € ersteigert. Der
ehemalige Ford Escort GL, Baujahr 1975, von Johannes Paul II. brachte bei
einer Auktion im Oktober in Las Vegas sogar 680.000 Dollar ein. Ein Anwalt
aus Texas stellt den PKW jetzt in seinem privaten Automuseum aus. Ob der im Escort
befindliche Rosenkranz mit versteigert wurde, ist nicht bekannt. Die neuen
Eigentümer des ehemaligen Benedikt-Golfs ließen durch ihren Pressesprecher
mittlerweile erklären: "Wir wollen ... Menschen, die in dem Auto
sitzen oder damit eine Runde drehen wollen, die Möglichkeit einer
spirituellen Erfahrung bieten" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung,
8.5.2005). Das Unternehmen könne jedoch nicht garantieren, dass die Fahrt im
Golf "zu einem geistlich erhebenden Erlebnis wird.
Benedikt XVI. solle "verstimmt" auf den Wirbel um seinen
ehemaligen VW-Golf reagiert haben. Das ist verständlich, denn der PKW ist -
wenn man so will - die erste öffentlich bedeutsame Reliquie, welche in
Verbindung mit seiner Person steht. Und deren Vermarktung hatte in der
Vergangenheit immer die Kirche selbst in der Hand, während sie an dem Golf
und dem Escort keine Rechte mehr hat. Kirchliche Kritik an GoldenPalace.com
wäre auch völlig unangebracht, denn das kanadische Unternehmen hat nur von
dem Vorbild der Kirche gelernt.
So lockte der Vatikan z. B. um die
Jahrtausendwende 1999/2000 Hunderttausende von Pilgern nach Rom, um sie dort
durch die "Heilige Pforte" zu schleusen. Und beim Weltjugendtag
bzw. Weltjugendtreffen in Köln
gingen wiederum Hunderttausende an den vermeintlichen Leichen-Resten der "Heiligen
Drei Könige" vorbei, und an manchen Wallfahrtsorten werden
Gegenstände ehemaliger hoher Amtsträger angeboten, die man sogar kurz berühren
darf. Diese Handlungen haben nach kirchlicher Lehre eine positive Wirkung
auf das eigene Seelenheil.
So hieß es 1999, nachdem der Papst ein bestimmtes
Tor in den Vatikanmauern geöffnet hatte, wer durch dieses Tor ginge, der
würde einen Ablass seiner Sündenstrafen erhalten (das heißt, das im
Jenseits noch zu erwartende Leid für noch nicht vollkommene Katholiken würde
dadurch angeblich getilgt). Kritische Rückfragen (z.
B. "Ist man nach dem Gang durch die Pforte ein anderer Mensch?") blieben wie
immer unbeantwortet. Manche Pilger berichteten immerhin von einer
"spirituellen Erfahrung". Und so könnte man fragen: Warum sollte derjenige,
der mit dem ehemaligen VW-Golf von Benedikt XVI. eine Runde dreht (oder auf
dem Beifahrersitz Platz nimmt, auf dem Kardinal Ratzinger immer gesessen war),
nicht dieselbe oder eine ähnliche "spirituelle Erfahrung" machen
(oder nicht machen) können wie
derjenige, der in Rom durch eine bestimmte Türe geht?
16.6. / 17.7.2005 / 11.3.2008 -
Katholische Kirche bietet vermehrt
Exorzismus-Kurse an - Unter der Überschrift "Benedikts neuer
Kurs" weist Focus online (1.7.2005) darauf hin, dass zwei italienische
Bischöfe und ein Dominikaner-Priester in Rom einen neuen Exorzismus-Kurs
anbieten. Der Kurs findet im Oktober am Priesterseminar Regina Apostolorum
statt, wie die vom Vatikan anerkannte Hochschule des Ordens "Legionäre
Christi" bekannt gab.
Teufelsaustreibungen gibt es in vielen Kirchen weltweit und vor allem im
Voodoo-Kult. Was ist der Hintergrund der Ausweitung dieser Praktiken in der
Kirche? Da nach katholischer Lehre auch Kirchenaussteiger und Kritiker aus den
eigenen Reihen, welche nicht die ganze römisch-katholische Lehre
akzeptieren, das Heil verloren haben und auf der Seite des Teufels stehen, stellt sich die Frage, ob
der Exorzismus demnächst auch wieder auf diese Bereiche ausgedehnt werden soll.
Im Mittelalter und in der Neuzeit (16.-18. Jahrhundert) wurde der
Exorzismus gezielt auch gegen Andersgläubige eingesetzt.
Anstatt sich mit deren Glauben auseinanderzusetzen, hieß es einfach, sie
seien mit dem "Bösen" im Bunde und damit ein Fall für den Exorzisten.
Und da
Papst Benedikt XVI. spiritueller und juristischer Nachfolger der früheren
Großinquisitoren ist, wäre es kein Wunder, wenn der Exorzismus demnächst
auch wieder in den Dienst der Inquisition gestellt würde.
Manche Exorzismen enden tödlich, so auch der letzte von einem Bischof genehmigte Exorzismus der
römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Lesen Sie dazu
"Der
Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche - Warum musste Anneliese Michel sterben?
Trotz der Todesfälle im Zusammenhang mit Teufelsaustreibungen wird
noch in keiner staatlichen "Sektenbroschüre" in Deutschland vor dem
Exorzismus-Ritual der Kirche gewarnt, während man viele kleinere
Gemeinschaften dort aus Prinzip mit maßloser und vielfach ungerechtfertigter
Kritik überzieht. Wenn der Staat schon glaubt, er müsse die Bürger über
Religionen informieren, dann sollte er zumindest zum katholischen Exorzismus
nicht schweigen! (siehe dazu auch hier).
Aktualisierung: Der Vatikan plant, 3000 neue Exorzisten
einzusetzen (Bild, 10.3.2008 u. a.). So soll in Zukunft in jeder
römisch-katholischen Diözese ein eigener Exorzist tätig sein.
29.7.2005 / 28.12.2011
-
Wann unterwerfen sich die evangelischen Bischöfe dem Papst?
- Der evangelische Theologieprofessor Klaus Berger
aus Heidelberg* (siehe auch
Meldung vom 9.2.2005) hatte
in der
FAZ vom 13.7.2005 das entscheidende Wort zum gegenwärtigen Stand der
Ökumene genannt:
Unterwerfung. Wörtlich schrieb der Theologe: "Die nichtkatholischen Bischöfe
unterwerfen sich dem Papst - und der Papst unterwirft sich ihnen." Verschiedene
Zeitungen haben das Wort von der "Unterwerfungsökumene" geprägt
(z. B.
idea-spektrum Nr. 29/2005). Was den Anschein haben könnte, als ginge es hier um
ein gegenseitiges Sich-Unterwerfen, ist jedoch Augenwischerei. Tatsächlich geht
es um die Unterwerfung aller Konfessionen unter den Papst und die
römisch-katholische Kirche, so wie es nach "unfehlbarem" katholischen Glauben
auch für alle Menschen heilsnotwendig sein soll (siehe
Neuner-Roos, Der Glaube der
Kirche, Lehrsatz Nr. 430). Die Unterwerfung des Papstes im Gegenzug dazu ist rhetorische Kosmetik
und kirchenamtlich bzw. juristisch belanglos. Sie bezieht sich gemäß Professor Klaus Berger darauf,
den Inhaber des "Stuhles Petri" theologisch auch als "Sklaven der Sklaven
Gottes" betrachten zu können.
Die Idee der Unterwerfung der Protestanten ist nicht neu. Mit
Martin Luther hat
sie jedoch nichts zu tun. Für Luther war noch klar, dass der Stuhl Petri nichts
mit Christus zu tun hat, und er lehrte deshalb: "Das Papsttum ... besteht aus
Lügen. Darum muss es allein mit dem Wort der Wahrheit vernichtet werden ...
Gottes Wort muss dem Papste Abbruch tun, sonst tut´s ihm keine Waffe; denn er
ist der Teufel" (Luther Deutsch.
Die Werke Martin Luthers in neuer Auswahl für die Gegenwart. Band 9: Tischreden,
3. Auflage, Stuttgart 1960, Nr. 296 und Nr. 297; mehr dazu siehe
hier).
Die Nachfolger Luthers möchten davon jedoch nichts mehr wissen. So
wünschten sich z. B. im Jahr 1998 evangelische Kommunitäten (darunter die Jesusbruderschaft in Gnadenthal, die
Christusbruderschaft Selbitz und die Evangelische Michaelsbruderschaft) den Papst als Sprecher aller Christen
(idea-spektrum Nr. 11/1998).
Und im Jahr 2000 erklärte der evangelisch-lutherische Landesbischof Johannes Friedrich aus München,
das Papsttum sei für Lutheraner denkbar
(Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 17.12.2000), allerdings eingebunden in
"Kollegialität" usw. usf. Die Anbiederung ging in der Folge so weit, dass im Jahr
2001 die Schlagzeile zu lesen war: "Folgen die Protestanten bald dem Papst?"
(Bild, 9.3.2001) Doch in der Vergangenheit sah man z. B. im römisch-katholischen Dogma der
Unfehlbarkeit des Papstes ein unüberwindliches Hindernis. Davon ist in neueren
Stellungnahmen nun aber kaum mehr die Rede. Der Theologieprofessor Klaus Berger will immerhin noch die
Ordination der Frauen zu Pfarrerinnen retten, indem er z. B.
ein lutherisches
Patriarchat innerhalb der katholischen Kirche einrichten möchte,
in dem
Frauen weiter geweiht werden dürfen.
Währenddessen verkommen die evangelischen Kirchen ohnehin mehr und mehr zum "Anhängsel"
der katholischen. Nachdem die evangelischen Bischöfe in Deutschland zunächst beklagten, nicht
zum katholischen Weltjugendtag in Köln eingeladen worden zu sein, hat der
Vatikan jetzt am Rande ein Gespräch mit Benedikt XVI. arrangiert. Daran nehmen
jedoch auch die Vertreter der in Deutschland zahlenmäßig unbedeutenden orthodoxen
Kirchen teil - also keine besondere Beachtung der evangelischen Vertreter und
keine entsprechende Berücksichtigung des Sachverhalts, dass es in Deutschland etwa
gleich so viele Protestanten wie Katholiken gibt.
Doch die evangelischen Kirchenvertreter freuen sich offenbar schon wie die Kinder,
wenn sie dem Papst wenigstens die Hand geben dürfen.
Und was ist aus dem evangelischen
Selbstbewusstsein geworden? Noch vor weniger als 100 Jahren haben selbst "große"
Katholiken wie Adolf Hitler (der bis zu seinem Selbstmord 1945 immer pünktlich
Kirchensteuer bezahlte) die evangelische Kirche noch mit ganz anderen Augen
betrachtet. So heißt es bei Brigitte Hamann in ihrer Biografie Hitlers Wien
(1996) über den späteren Diktator im Jahr 1912:
"Laut Hanisch meinte
H. [Hitler] im Männerheim, die wahre deutsche Religion sei der Protestantismus"
(S. 358).
*
Der evangelische Theologieprofessor Klaus Berger hat sich im Oktober 2005 als
Katholik enttarnt, der nie aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten war.
Den evangelischen Lehrstuhl bekam er, weil die evangelische Fakultät der
Universität Heidelberg aufgrund seiner Qualifikationen in "Evangelischer
Theologie" fälschlicherweise davon ausging, er sei evangelisch. Tatsächlich
legte er auch ein Kircheneintrittsdokument in die evangelische Kirche vor, bei
dessen Ausstellung die evangelische Behörde jedoch Bergers Austritt aus der
katholischen Kirche nach Treu und Glauben voraussetzte. Eine mögliche
Doppelmitgliedschaft in beiden Amtskirchen lehnen beiden Großkirchen ab, so dass
Berger faktisch gleichzeitig als Katholik und Evangelischer Theologieprofessor
wirkte.
PS: Auffällig ist
auch der ausdrückliche Verweis von Professor Klaus Berger auf das Beispiel der
ökumenischen bzw. evangelischen
Bruderschaft von Taizé und ihren Gründer
Roger Schutz
(siehe nächste Meldung).
29.7.2005 / 31.12.2011 -
Führt
die Kommunität von Taizé die evangelischen Jugendlichen dem Papst zu? /
Taizé-Jugendtreffen im Jahr 2012 findet in Rom statt. Joseph Ratzinger will
bereit stehen
-
Im Jahr 2011/2012 fand das alljährliche Jugendtreffen der Bruderschaft von Taizé, wo die Spiritualität von Taizé gepflegt wurde,
in Berlin statt. Papst Joseph
Ratzinger schickte Grußworte nach Berlin und wartet 2012 im Vatikan auf die
Jugendlichen. Denn das nächste Jugendtreffen 2012/2013 soll in Rom stattfinden.
Dieser Ort und dieser Zeitpunkt sind dabei nicht nur vordergründig zu betrachten.
Taizé steht seit Jahrzehnten für eine auf Weichheit und Unmerklichkeit angelegte
allmähliche Vereinnahmung bzw. Verschlingung durch den "Drachen" Vatikan, der
seinen Schlund zumindest ganz weit offen hat. Und dass die Bruderschaft von
Taizé ein Kreuz als Emblem wählte, das dem Kreuzfahrer-Kreuz nachempfunden wurde,
unter dem im
Mittelalter die Welt mit Blut und Tränen überzogen wurde,
(siehe unten), ist mit Sicherheit kein Zufall, sondern ganz bewusst gewählt.
Die Bruderschaft von Taizé in Südfrankreich wurde seit 1949 viele Jahrzehnte
lang durch Prior und Bruder Roger Schutz, "Frère Roger" genannt, geführt. Am 16.8.2005
fiel Roger dann einem Messer-Attentat einer
Anhängerin zum Opfer fiel, die sich offenbar mehr persönliche Zuwendung von ihm erzwingen wollte
und ihn ermordete, weil sie diese nicht bekam.
Schütz gehörte eigentlich der evangelisch-reformierten Konfession
an, praktizierte aber in Taizé die
Einheit mit der katholischen Kirche so, "dass gerade auch Päpste dem
freudig zustimmen" (FAZ, 13.7.2005;
Anmerkung: z. B. mit getrenntem
Abendmahl innerhalb einer gemeinsamen Veranstaltung bzw. in einem gemeinsamen Raum).
Foto rechts: Leviathan; Urheber: Castrocane, 2008; GNU-Lizenz für freie Dokumentation
Und es war wohl auch kein
Zufall, dass ausgerechnet der spätere Papst Benedikt XVI. Roger Schutz bei den
Beerdigungsfeierlichkeiten zum Tod von Johannes Paul II. im Jahr 2005 die katholische Hostie
überreichte, obwohl die römisch-katholische Kirche dies für Evangelische eindeutig ablehnt. Vatikan-Sprecher
Joaquin Navarro-Valls teilte dazu später mit, dass Schutz gerade in einer
Gruppe von katholischen Amtsträgern stand, welche die Hostie erhielten und ließ
verlauten: "In dieser Situation erschien es unmöglich, ihm das Allerheiligste
Sakrament zu verweigern, zumal sein katholischer
(Anmerkung der Redaktion: "!")
Glaube wohl bekannt ist." Und als ob ihm ein entlarvender Versprecher
passiert sei, fügte Joaquin Navarro-Valls dann "präzisierend" hinzu,
Schutz bejahe "voll den Glauben der katholischen Kirche an die Eucharistie"
(Evangelisches
Sonntagsblatt Bayern, 17.7.2005).
Bereits in der Ausgabe Nr. 12 der
Zeitschrift Zeugendienst und Bibelaktion vom Dezember 1964, die vom
Zürcher Verlag "Haus der Bibel" (welcher der Genfer Bibelgesellschaft
angeschlossen ist) herausgegeben wurde, stand einiges zu diesem Thema zu lesen,
was am 26.1.1994 in einem Leserbrief in idea-spektrum
von Thomas
Mayer, M.A., aus Nürnberg, aufgegriffen wurde.
Darin heißt es: "Weiß man nicht, oder hat man
vergessen,
1) dass der Gründer und Leiter von Taizé, Frère Roger, dem
afrikanischen Bischof Dupont von Bobo Doulasso einmal wissen ließ, dass er jetzt
noch nicht in den Schoß der römisch-katholischen Kirche zurückkehre, weil er
sonst allein käme; wenn er aber warte, bis er seinen Auftrag ausgeführt habe,
mit einem Teil der Protestanten Frankreichs kommen könne?
2) dass Frère
Roger Beobachter des II. Vaticanums gewesen ist?
3) dass die Taizé-Bewegung
folglich eine Zurück-nach-Rom-Bewegung ist? ..."

Dass sich diese Entwicklung fortsetzt, erklärte auch Papst Benedikt XVI. bei
einer Generalaudienz in Castelgandolfo am 17.8.2005, einen Tag nach Frère Rogers
Tod. Joseph Ratzinger teilte mit, dass Roger ihm schrieb, "dass
er sich danach sehnt, möglichst bald nach Rom zu kommen, um mich zu treffen und
mir zu sagen, dass ´unsere Gemeinschaft von Taizé ihren Weg in Gemeinschaft mit
dem Heiligen Vater gehen möchte`" (http://www.taize.fr/de_article2652.html).
Dies sind schlau formulierte Worte, und trotz ihrer Dehnbarkeit belegen, dass die Gemeinschaft von Taizé die
Jugendlichen zurück in den Bauch des Vatikan führt.
Taizé-Kreuz
(links) und Templer-Kreuz der kriegerischen mittelalterlichen
Kreuzfahrer
(rechts). Sicher ist die Ähnlichkeit kein Zufall.
Und vielleicht war der
Prior von Taizé, Frère Roger
Schutz, in Rom längst als Beauftragter des Vatikan in besonderer Mission bekannt. Immerhin
"wurde auch vermutet, Schutz sei formell zur katholischen Kirche
konvertiert"
(Evangelisches Sonntagsblatt
in Bayern, 17.7.2005).
So bestätigte nach dem Mord an Roger Schutz auch der Leiter des
Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten, gegenüber dem
ZDF
Morgenmagazin (17.8.2005), Schutz soll "mit dem Gedanken gespielt haben,
katholisch zu werden".
Anderen Verlautbarungen zufolge blieb er aber - zumindest offiziell - evangelisch. Doch der bereits von Roger Schutz zu seinem
Nachfolger als Prior vorab bestimmte Leiter der Kommunität, der deutsche "Bruder"
Frère Alois Löser, ist nun ein
römisch-katholischer Mönch. Er reiste sofort nach der Mordnachricht vom Weltjugendtag
in Köln zurück nach Frankreich. Beim Weltjugendtag 2005 in Köln stellte die
römisch-katholische Kirche der Taizé-Gemeinschaft zwei als offizielle
"Geistliche Zentren" bestimmte katholische Kirchen zur Verfügung, damit die
Kommunität dort mit den Pilgern Andachten feiert. Auch dies deutliche Indizien,
wohin von Taizé aus die
Reise führt ...
Siehe dazu auch unsere Meldung:
Wann unterwerfen sich die evangelischen
Bischöfe dem Papst?
Und:
"Der Theologe Nr. 56 -
Katholischer Weltjugendtag - Religiöse Drogenabhängigkeit für die Endzeit"
1.8.2005 -
Erzbischof Ludwig Schick aus
Bamberg: Ökumene soll aus Protestanten Katholiken machen
- In der Sendung "100 Tage Papst Benedikt XVI." (ZDF, 31.7.2005) sagte
Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg sinngemäß: "Wir sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die
Ökumene vorankommt, was ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden
sein." Wie hat er das gemeint? Tatsache ist: Es gibt derzeit noch
ca. eine Milliarde Protestanten.
Hierzu ein Rat an die Noch-Protestanten: Machen Sie den
Glaubenstest! Damit Sie schon einmal
wissen, was im
Bauch der "großen Mutter" auf Sie zukommt ...
12.8 / 20.8.2005 -
"Sparen Sie sich die Kirche"
- Kirchenkritische Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln -
Am Donnerstag, den 18. August 2005 fand parallel zum
Papstbesuch in Köln im Theaterhaus ein Podiumsgespräch zu diesem
Ereignis mit Professor Dr.
Hubertus Mynarek statt, zu dem ca. 150 Besucher kamen, obwohl die Presse keine
Veranstaltungshinweise veröffentlichte. Der bekannte Kirchenkritiker und Buchautor war früher
Professor für Katholische Theologie und Dekan an der Universität Wien. Unter
der Überschrift Angriff auf Kirche, Papst und Kardinal berichtete
der Kölner Stadtanzeiger über den Abend (20.8.2005), der von der
Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" veranstaltet
wurde.
"´Ist die
halbe Welt verrückt geworden`, fragte der Religionswissenschaftler zu
Beginn seiner Ausführungen. ´Da kommt der Großinquisitor nach Köln, und die
Politiker liegen auf dem Bauch.`" Hubertus Mynarek berichtete u. a. über
seine Begegnungen und Erfahrungen mit Joseph Ratzinger.
Z. B. hatte dieser als
Theologieprofessor bei einem Vortrag in Bamberg einst eingeräumt, dass Jesus keine
Priester eingesetzt habe, womit er zumindest einen Widerspruch zwischen
Jesus und Kirche zugegeben hatte.
Zum Ereignis "Weltjugendtag" sagte Mynarek wörtlich: "Warum kommen so viele
Jugendliche zum Weltjugendtag? Sie haben Defizite an Aufklärung und viele
Ehen sind kaputt. Viele haben Sehnsucht nach dem Vater. Da kommt nun einer
und nennt sich Stellvertreter Gottes. Die Leute glauben einfach, sie
brauchen keine Beweise mehr. Obwohl der Ratzinger-Papst 140 Theologen
suspendiert hat und seine Organisation Millionen Morde auf dem Gewissen hat.
Die Leute glauben an einen gütigen Papst. Doch die Begeisterung hat keine
Basis."
Mit auf dem Podium war auch der ehemalige evangelische Pfarrer Dieter
Potzel, der u. a. erklärte: "Den Jugendlichen in Köln wird die Wahrheit über
die römisch-katholische Lehre verschwiegen." Und die Versöhnungsgeste des
Papstes gegenüber den Juden sei scheinheilig, denn sie gelten nach
römisch-katholischer Lehre als ewig verdammt, wenn sie nicht vor ihrem Tod
katholisch würden. Und die evangelische Kirche habe sowohl Christus als auch
ihren Gründervater Luther
verraten, der im Gegensatz zu seinen Nachfolgern noch heftige Kritik an der
katholischen Kirche übte.
Sein Beitrag ist hier
stichpunktartig einsehbar. Die Initiative Mahnmal fordert ein Mahnmal für die Millionen
Opfer der Kirche gerade in Köln, der reichsten Diözese der Welt mit einer
der blutigsten Vergangenheiten.
25.8.2005 -
Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für
viele die
Erfüllung religiöser Sehnsucht - Obwohl die römisch-katholische
Kirche die evangelische Pfarrerstochter Angela Merkel offiziell ewig verdammt
(siehe dazu Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche,
Lehrsatz Nr. 381), lobt diese den von der Kirche so genannten "Vater der Fürsten
und der Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf Erden" (zit.
nach "Päpstliche Insignien" auf der Web-Seite der Deutschen Bischofskonferenz
http://www.dbk.de/vatican/in_vatican_17.html
*)
mit monumentalen und kritiklosen Worten: "Ich bin nach
diesem Treffen mehr denn je überzeugt: Papst Benedikt XVI. ist genau die
Persönlichkeit, um die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach einem religiösen
Bekenntnis und einem festen Wertefundament zu erfüllen"
(idea-spektrum Nr. 35/2005). Während Frau Merkel sich freute, dass sie
Joseph Ratzinger in Köln die Hand schütteln durfte, wurden die amtierenden evangelischen
Bischöfinnen Margot Käßmann, Maria Jepsen und Bärbel Wartenberg-Potter von der katholischen Kirche zum
Treffen mit dem Papst nicht eingeladen, obwohl die Evangelische Kirche in
Deutschland (EKD) gerne wenigstens eine der Bischöfinnen dem Papst vorgestellt hätte. Doch
die römisch-katholische Kirche hat der EKD vorgeschrieben, wie die evangelische
Delegation zusammengesetzt werden müsse und nur namentliche Einladungen verschickt. Auch
darin zeigt sich, was Experten schon lange beobachten: Die evangelische Kirche
scheint nur noch ein Anhängsel der katholischen zu sein.
Die Beurteilung der
Frau durch "große" Katholiken lesen Sie bei
http://www.jubeljahr2000.de/frauen.html.
*
Diese Ehrentitel für den Inhaber des Stuhles Petri
standen jeweils im Zentrum der Papstkrönung, bis Johannes Paul I. im Jahr 1978
die Krönung abschaffte (eine seiner wenigen Entscheidungen vor seinem
plötzlichen und nicht für alle überraschenden Tod). Dennoch gilt der Inhalt der
Huldigung natürlich für die nachfolgenden Päpste weiter.
21.8. / 17.9.2005 -
Papst im Sinkflug über den Alpen -
Nach dem Segen kam die Flut - Am Donnerstag, den 18.8.2005 setzte der
Papst in Köln mit einem Boot über den Rhein, um daran zu erinnern, wie Jesus aus
einem Boot heraus den Elementen der Erde gebot und einen Sturm lenkte. Drei Tage
später, am Sonntagabend, den 21.8.2005, setzte das Flugzeug mit Benedikt XVI. vor
der Alpenüberquerung zum Sinkflug an. Der Papst, der nach römisch-katholischem
Glauben gemäß dem Liber Ponitficalis zur Papstkrönung von 1596 als "Rektor der Welt"
bzw. "Lenker des Erdkreises" gilt, segnete aus dem
Flugzeug heraus die zahlreichen Menschen, die sich vor seinem Geburtshaus in Marktl am Inn versammelt hatten. Und gläubige Katholiken waren an diesem Abend
überzeugt, dass der Segen der ganzen Region zugute kommt.
Wenige Stunden später begannen in Marktl am Inn und andernorts in der Alpen- und
Voralpenregion jedoch die heftigen Regenfälle, die sich im Laufe des Montag zu einem
verheerenden Unwetter ausweiteten, das wiederum die Hochwasserfluten an Loisach,
Inn, Isar und Donau auslöste. Der Papst betete nun trockenen Fußes aus
Rom für die Opfer. Daraus ergibt sich jedoch auch die Frage: Hat am Ende der Segen des
"Rektors der Welt" den Regen ausgelöst? Oder sind die Segnungen und Gebete des
Papstes ganz oder weitgehend nutz- und wirkungslos? Bzw. haben sie weder in den
Alpen noch in New Orleans etwas genützt? Doch wozu braucht man sie dann noch und
vieles dergleichen und zahlt Kirchensteuern, um die katholischen Zeremonien zu
finanzieren?
Alle Jahre wieder zum Beispiel zweimal das Urbi et Orbi, "der Stadt und dem
Weltkreis". Doch keinem Land geht es wirklich gut, und es geht den Ländern und
dem "Erdkreis" immer schlechter. Was bringt also auch hier der päpstliche Segen?
9.10.2005 -
Clemens August Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers
- Das unter Johannes Paul II. eingeleitete Seligsprechungsverfahren wurde unter
Benedikt XVI. beendet. Mit Kardinal von Galen wird einer der eindringlichsten
Kriegstreiber des 2. Weltkriegs selig gesprochen. Für den Würdenträger war der
Krieg ein neuer Kreuzzug und die gefallenen deutschen Soldaten würden im
Jenseits in die "ewige Herrlichkeit" einziehen.
Ausführlich siehe dazu
www.theologe.de/kardinal_von_galen.htm
30.10.2005
/ 16.9.2011
-
Römisch-katholischer Professor erklärt: "Die Verheißungen durch den
damaligen Papst gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens"
- "Bin Laden in der Tradition von Papst Urban II."
lautete die Überschrift in zahlreichen Tageszeitungen
(z. B. Main-Echo
29./30.10.2005), welche eine Meldung der
Katholischen Nachrichtenagentur KNA
verbreiteten. Darin heißt es wörtlich: "Nach Meinung des katholischen Augsburger
Theologen Klaus Kienzler ´wurzelt die fundamentalistisch-islamische
Dschihad-Idee in den christlichen Kreuzzügen`. Die arabischen Kriegsherren
hätten zur Zeit Saladins (1138 bis 1193) den ´heiligen Krieg` der römischen
Westkirche übernommen, um muslimische Kämpfer für die Rückeroberung Jerusalems
zu motivieren, sagt Kienzler bei einem Vortrag in der Münchner
Ludwig-Maximilians-Universität. Der Hass zwischen Christen, Juden und Muslimen
sei erst durch die Kreuzzüge entstanden. Der Fundamentaltheologe zitierte einen
Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II. (1088 bis 1099) und erklärte dazu: ´Die
Verheißungen des Paradieses für die christlichen Märtyrer durch den damaligen
Papst gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens.`"
Dies wiegt umso schwerer, da sich die römisch-katholische Kirche bis heute nicht
von ihrem "Heiligen Vater" Urban II. distanziert hat, obwohl zeitgleich
zu Urban II. mit
Clemens III. ein zweiter Papst regierte (1080 bis 1100), den z. B. die damalige
deutsche Bischofskonferenz als den rechtmäßigen betrachtete und dessen
"moralische Integrität" auch von seinen Gegnern "anerkannt" wurde
(Wikipedia-Internet-Enzyklopädie zu Clemens III.). Doch der Vatikan
entschied sich für den Mordbrenner Urban II., der die Kreuzzüge ins Leben rief,
als rechtmäßigen "Heiligen Vater".
Ca. fünfeinhalb Jahre später würde sich der
norwegische Attentäter Anders Breivig auf sein Vorbild Urban II. berufen und
über siebzig jugendliche Sozialdemokragen kaltblütig ermorden.
2006
25.12.2005 / 26.12.2006 / 14.1.2010 -
Naturkatastrophen, "neue Weltordnung" und mögliche Folgen des
"Urbi et Orbi"
- Dass der Weihnachts- und Ostersegen des Papstes "Urbi et Orbi" (= "Der Stadt
und dem Erdkreis") mehr oder weniger nutzlos ist und der damit verbundene "Ablass" von
"Sündenstrafen" eine Scharlatanerie, darin stimmen wohl viele auf Anhieb überein.
Denn was hat das "Urbi et Orbi" der "Stadt" und dem "Erdkreis" gebracht?
Keinem Volk auf der Erde geht es wirklich gut, und der Niedergang vieler
Wirtschaften und Staaten schreitet voran, und der geschundene Planet
Erde schüttelt sich mehr und mehr in "Fieber".
Darüber hinaus kann man deshalb auch einmal fragen: Wirkt der Segen vielleicht hier
und da wie ein Fluch? Immerhin gilt der Papst den Katholiken in seiner
Eigenschaft als angeblicher "Stellvertreter Gottes" auch als "Lenker
des Erdkreises" (einer der Titel bei der Papstkrönung; zit. nach
Liber Pontificalis von 1596). Und mancher Gläubige denkt dabei daran, wie Jesus laut dem Zeugnis
der Bibel den Naturelementen "geboten" hatte und z. B. einen Sturm stillte. Und
gibt es von seinem so genannten "Stellvertreter" nun Ähnliches zu berichten? Wohl eher nein.
Denn Tatsache ist
auf jeden Fall: Unmittelbar nach dem "Urbi et Orbi" 2003 bebte in
den frühen Morgenstunden des 26.12. in der iranischen Stadt Bam die Erde und die
Hälfte der Einwohner kam ums Leben. Dem "Urbi et Orbi" im Jahr 2004 folgte am
Morgen des 26.12. die verheerende Tsunami-Welle im Indischen Ozean, die über
220.000 Menschen das Leben kostete. Und nach dem letzten "Urbi et Orbi" von
Johannes Paul II. zu Ostern 2005 folgte gleich am Ostermontag ein schweres
Seebeben im Indischen Ozean (Stärke 8,7), das mehreren Hundert Küstenbewohnern
den Tod brachte.
Und auch der Segen des neuen Papstes Benedikt XVI. steht bereits in bedenklichen
zeitlichen Zusammenhängen. So begannen am 22.8.2005 in den Alpen die
schweren Regenfälle, die eine Hochwasser-Katastrophe auslösten. Unmittelbar
zuvor, am Abend des 21.8., hatte der Papst - im Flugzeug von Köln nach Rom reisend -
das Gebirge im
Sinkflug segnend überquert. In dieser Zeit schauten in seinem Geburtsort Marktl
Gläubige mit
brennenden Kerzen in den Händen andächtig nach oben in Richtung Flugzeug (Lesen Sie dazu die
Meldung vom 22.8.2005). Wenige Stunden später kam das Wasser ...
Für manchen mag schon die Frage "ungeheuerlich" sein, ob das "Urbi et
Orbi" vielleicht zu den negativen Ereignissen beitragen könnte.
Doch die zeitliche Nähe zu einigen Katastrophen ist nun einmal unbestritten. Und
bei positiven Ereignissen nach einem Kirchengebet oder Segen werden diese kirchlicherseits
ja auch ungeniert auf das Handeln der Kirchenmänner zurückgeführt. Ganze Wallfahrtsorte sind auf diese Weise entstanden. Deshalb ist es berechtigt, bei negativen Ereignissen nach kirchlichen
Gebeten oder Segenshandlungen ebenfalls nach einem möglichen Zusammenhang zu
fragen.
Zur aktuellen Situation 2005, 2006 und 2010: Nach dem ersten "Urbi et Orbi"
von Benedikt XVI. an Weihnachten
2005 blieben die Naturelemente zumindest einigermaßen ruhig, abgesehen von einem
schweren Erdbeben in Pakistan, das sich aber schon einige Stunden vor dem "Urbi
et Orbi" am 25.12.2005 ereignet hatte.
Die schreckliche Erdbeben-Tragödie in Haiti vom 13.1.2010 trifft
schließlich ein Land, in dem die römisch-katholische Kirche Staatsreligion ist
und der größte Teil der Bewohner Katholiken. Einige Jahre lang (1996; 2001-2004)
wurde das Land bis zu dessen Vertreibung sogar vom katholischen Priester Jean-Betrand Aristide regiert. Das päpstliche Urbi et Orbi zweieinhalb Wochen
vor der Jahrhundert-Katastrophe hatte für die Menschen dort also weit größere Bedeutung als in den meisten
anderen Ländern. Doch hat es die größte Tragödie seit über 200 Jahren
mit Hunderttausenden von Toten nicht verhindert und auch nicht, dass die größte
Kathedrale des Landes in Porte-Au-Prince und zahllose andere katholische Kirchen in sich zusammen gefallen ist.
Auch gibt es noch anderweitige Überlegungen zu möglichen Spätfolgen des
Segens. Der Papst sprach im Zusammenhang des weihnachtlichen "Urbi et Orbi" nämlich auch auf vom
"Aufbau einer neuen Weltordnung", "die auf gerechte
ethische und wirtschaftliche Beziehungen gegründet ist", was zunächst sehr
positive Worte sind. Doch der Wortgebrauch
"neue Weltordnung" lässt dabei manchen inne halten. Wenn jemand von
einer "neuen Weltordnung" spricht, dann wird darunter in erster Linie
eine "neue Weltordnung" unter der politischen Führung der USA verstanden. So
heißt es z. B. im Internet-Lexikon
Wikipedia (25.12.2005):
"Geprägt
wurde der Begriff nach dem Ende des
Ersten Weltkriegs
durch den amerikanischen Präsidenten
Woodrow Wilson
... Die Bezeichnung wurde erneut populär in der Verwendung durch den
damaligen Präsidenten der
USA
George H. W. Bush
nach dem Zusammenbruch der
kommunistischen
Diktaturen
in Osteuropa Ende des 20. Jahrhunderts und der damit kurzfristig einhergehenden
Hoffnung auf den Anbruch eines neuen, friedlicheren Zeitalters für die
Menschheit unter US-amerikanischer Führung. Die
Idee einer Neuen Weltordnung wird am Beginn des 21. Jahrhunderts in den
USA unter dem Gesichtspunkt des Führungsanspruchs als einzig verbliebene
Weltmacht diskutiert; sie wird kritisiert von allen, die mit den entsprechenden
Vorstellungen der amerikanischen Regierungspolitik nicht einverstanden sind
..."
So wäre es kein Wunder, wenn der Aufruf zu einer "neuen Weltordnung" im weihnachtlichen "Urbi et Orbi"
2005 von der
US-Regierung in Zukunft auch als Ermunterung für eine aggressive Politik gegenüber dem Iran aufgefasst würde. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass
ausgerechnet drei Tage vor dem Oster-Urbi-et-Orbi 2006 die
evangelische US-Außenministerin Condoleeza Rice, Tochter eines
Predigers, vom
UN-Sicherheitsrat die Legitimation eines Kriegs gegen den Iran fordert und nach
Ostern hinzufügt, diese Legitimation wäre aber gar nicht nötig. In der Zwischenzeit
hatte der protestantische US-Präsident Bush bereits mit dem Abwurf
einer Atombombe über dem Iran gedroht. Tatsächlich begann dann am
12.7.2006, "pünktlich"
drei Tage nach der Fußball-WM, der mit den USA abgesprochene Krieg
Israels gegen die von Iran unterstützte Hisbollah-Armee und den Libanon.
Zu Weihnachten 2006 erfolgt dann unmittelbar nach dem Urbi et Orbi wie
schon 2003 und 2004 eine schwere Katastrophe: In Lagos/Nigeria kommen bei der
Explosion einer Pipeline mindestens ca. 850 Menschen ums Leben. Und in
Indonesien nehmen nach dem Urbi et Orbi die schweren Regenfälle,
Überschwemmungen und Erdrutsche weiter zu, so dass ca. eine halbe Million
Menschen auf der Flucht sind.
Deshalb unser Vorschlag:
Einmal fünf Jahre lang auf das Urbi et Orbi verzichten
und in dieser Zeit beobachten, ob sich nicht manches bessert. Danach neu
entscheiden, ob der vermeintliche Segen wieder gesprochen wird oder nicht.
Anmerkung: Das "Urbi et Orbi" hat der Vatikan übrigens von den
heidnischen Priestern des Imperium Romanum übernommen. Damals brachte der "Segen" Roms den Völkern viel Leid
und Verzweiflung, z. B. durch die vielen Kriege oder durch die Gewaltherrschaft einzelner
Statthalter. Auch das Ritual, eine "Heilige Pforte" zu öffnen (wie durch
Johannes Paul II. zu Weihnachten 1999), stammt aus dem antiken Rom. Stand dem
Reich ein Krieg bevor, öffneten die Kaiser damals das Janustor ...
PS: Wenn das "Urbi et Orbi" nicht der Segen Gottes ist, gibt es dann
überhaupt einen solchen Segen, der von Gott kommt? Wir glauben und haben
erfahren: Wer sich aufmacht, nach den Geboten Gottes (z. B. den Zehn Geboten) zu
leben und nach der Lehre des Jesus von Nazareth, der wird von Gott gesegnet.
Alles anderes ist Hokuspokus.
7.4.
/ 20.4.2006 -
Trotz
Urbi et Orbi - das
Sündenfass quillt über
- Jahrelang hangelten sich die gläubigen
Katholiken vom Weihnachts- zum Oster-Urbi-et-Orbi und wieder zum
Weihnachts-Urbi-et-Orbi usw. Mit diesem Segen wird nach katholischer Lehre
allen, die ihn hören oder sehen und die guten Willens sind, ein vollkommener
Ablass ihrer Sünden gewährt. Seit 1967 soll das auch über Radio oder Fernsehen
möglich sein und
Gläubige müssen nicht mehr persönlich nach Rom pilgern.
Mit dieser Lehre
wird den Menschen die Aufklärung über das Gesetz von Saat und Ernte
vorenthalten, das in vielen Religionen bekannt ist und wonach jeder früher oder
später erntet, was er gesät hat - es sei denn, es wurde rechtzeitig bereut,
bereinigt und wieder gut gemacht; vgl. dazu
Der Theologe Nr. 2. Bereits unter Johannes Paul
II. konnte man zuletzt den Eindruck gewinnen, der Segen wirke eher wie ein
Fluch, da sich in unmittelbarer zeitlicher Nähe mehrfach schwere Katastrophen
ereigneten. Siehe dazu unsere Meldung zum Urbi et Orbi vom
25.12.2005. Beim Segen durch Papst Benedikt XVI. spielte sowohl zu
Weihnachten 2005 als auch jetzt zu Ostern 2006 der Konflikt Iran - USA eine
Rolle. Hier kann man auch einmal zwischen den Zeilen hören und lesen: Wenn der
Papst auf eine "für alle ehrenvolle Schlichtung" ohne konkrete
Hinweise plädiert, dann läuft das vermutlich auf
eine Durchsetzung des Willens der USA hinaus, die mit einigen offiziellen
Zugeständnissen dem Iran gegenüber verbunden sein würden
(siehe auch die Überlegungen des
Papstes zur "Neuen Weltordnung" im Zusammenhang des letzten Urbi et Orbi).
Christlich wäre die Anwendung der Goldenen Regel des Jesus von Nazareth,
die lautet: "Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!"
(Matthäus 7, 12) Oder sinngemäß und als Sprichwort formuliert: "Was du nicht
willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu."
Lehrt der Papst
etwas anderes, dann sollte er sich nicht "christlich" nennen. Die
mit dem Vatikan verbündeten Politiker in den USA und anderswo handeln zumindest
nach einer ganz anderen Regel. Ihr Verhalten könnte man z. B. unter dem Motto
zusammenfassen: "Alles, was ihr von anderen erwartet, das braucht ihr
selbst nicht zu tun." Oder: "Was du nicht willst, das man dir tu,
das füg zuvor dem andern zu." Die Folgen dieser Ethik, die in vielen
Staaten praktiziert wird, sind weltweit spürbar. Die politischen Ordnungen
geraten aus den Fugen. Das "Sündenfass" quillt über, da man als Täter offenbar immer schneller und
immer spürbarer erntet, was man gesät hat. Dies gilt auch für viele Einzelne
in ihrem persönlichen Leben. Wenn das Maß voll ist, dann läuft es über, und der
Mensch erntet dadurch viel schneller als sonst, was er selbst gesät hat.
Einmal mehr hat
der Papst zu Ostern diese Gesetzmäßigkeit geleugnet und so getan, als hätten die
Katholiken durch seinen Segen alles Negative tilgen können, was sie bis dahin
gesät haben, so dass man offenbar wieder fortfahren könne, "tapfer zu sündigen"
(wie es Martin Luther einmal sagte), ohne schwerwiegende negative
Konsequenzen befürchten zu müssen - bis zum nächsten Urbi et Orbi ... Ein besonders schlimmes Beispiel: Der römisch-katholische Priester
aus Mexiko, der seine
schwangere Geliebte nach der Ostermesse erwürgte und in Stücke schnitt;
(siehe
http://www.netzeitung.de/vermischtes/393433.html). Die
ermordete Frau schloss
bereits als Kind die Bekanntschaft mit dem Amtsträger, der nach
römisch-katholischer Lehre trotz des Verbrechens weiter anderen Menschen die
Sünden vergeben könne.
11.5.2006 -
"Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten" für die
Bürger - nur Milliardengeschenke an die Kirchen bleiben / Papstbesuch
verschlingt weitere Millionen
-
...
"Mit etwas Sparwillen besteht für eine Erhöhung [der Mehrwertsteuer] überhaupt
kein Grund", erklärt Holger Menzel vom Einzelhandelsverband HDE (Bild, 11.5.2006).
Doch von reduzierten Zahlungen an die Großkirchen wollen die Politiker nichts
wissen. Im Gegenteil. Allein
die Sicherheitsmaßnahmen für den bevorstehenden Papstbesuch im September
sollen den Bürger weitere ca. 50 Millionen Euro kosten. Und die Einbußen
für die Unternehmen (z. B. wegen Sperrung der Autobahn für die Papstmesse in
Regensburg oder wegen Absperrungen der Innenstadt in München zur
Hauptgeschäftszeit am letzten Samstag der Ferien) sollen von diesen einfach hingenommen werden. Es käme
demgegenüber günstiger, wenn der deutsche Staat jedem katholischen
Pilger eine Rückfahrkarte nach Rom schenken würde, damit er Joseph Ratzinger
dort bejubeln
kann (so z. B. der Vorsitzende der bayerischen Polizeigewerkschaft in der
Mittelbayerischen Zeitung, 1.2.2006) ...
Die komplette Meldung lesen Sie hier.
21.5.2006 -
Papst ruft wieder andere zum
Kampf gegen den Hunger auf. Vom eigenen Milliardenvermögen wird aber kein Cent
heraus gerückt - Der Papst ist der prominenteste
Trittbrettfahrer bei den weltweiten Märschen gegen den Hunger. Und der
dreisteste. Denn man tastet die eigenen Schätze nie an. So wurde schon vor über
50 Jahren der Goldschatz des Vatikan als der zweitgrößte der Welt (nach dem der
USA) bezeichnet (z. B. in der Zeitschrift Oggi, Nr. 42/1952). Und der
Goldpreis ist in den letzten Jahren wieder kräftig angezogen. Auch die
Beteiligungen des Vatikan z. B. an weltweiten Konzernen sind bekannt. Im Vatikan
wird ein Finanzimperium verwaltet. Lesen Sie dazu auch die Broschüre der
"Freien
Christen", Ausgabe Nr. 3, Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld.
31.8.2006 -
Soll das vereinigte Europa katholisch werden? Europäische Regierungschefs
unterzeichneten Verfassung vor zwei Papst-Statuen
- Es
hätte in Europa und auch in Rom zahllose angemessene Räume gegeben, an denen
die Staatsoberhäupter am 29.10.2004 die Verfassung Europas hätten
unterzeichnen können. Als feierlichen Rahmen wählte man schließlich den Sala
degli Orazi e Curiazi im römischen Kapitol. Dazu setzten sich die
Regierungschefs vor die Statue von Papst Innozenz X. und blickten auf die
gegenüber stehende Statue von Papst Urban VIII. Da eine solche Symbolik ja
kein Zufall ist, hier einige Daten aus dem Leben der beiden Päpste, die man
faktisch als "stumme Zeugen" bzw. monumentale Paten des "neuen Europa" wählte.
PS: Die Verfassung ist wegen des Widerstands bzw. ablehnender
Volksabstimmungen in einigen Ländern noch nicht in Kraft.
Innozenz X. (1644-1655)
Er verweigerte die Unterschrift unter den Westfälischen Frieden von
1648, der den 30jährigen Krieg beendete. Der Einfluss des
Protestantismus wurde darin anerkannt. Der Papst protestierte jedoch
eindringlich gegen den Friedensschluss mit dem Schreiben Zelo Dominus
Deo. 1649 eroberten seine Truppen die Stadt Castro und ließen sie
dem Erdboden gleichmachen. Grund und Boden wurden dem Kirchenstaat
einverleibt und ein Gedenkstein mit der Inschrift aufgestellt Qui fu
castro (Hier stand Castro). Unterhalb seiner Statue nahmen die
Regierungsvertreter Europas am 29.10.2004 Platz.
Papst Innozenz X. - Er wollte den Dreißigjährigen
Krieg fortsetzen und wehrte sich bis zuletzt gegen den Westfälischen
Frieden. Europa sollte katholisch bleiben und nicht teilweise
unter protestantische Herrschaft geraten. Vor seiner Säule in Rom nahmen
die Regierungschefs Europas im Jahr 2004 Platz, um die neue europäische
Verfassung zu unterzeichnen.
Urban VIII. (1623-1644)
Er weihte 1626 den Petersdom ein und richtete Castelgandolfo als
Sommerresidenz der Päpste ein. Er schändete viele antike Heiligtümer, so
das von Kaiser Hadrian allen Göttern geweihte Pantheon, ein Symbol für
Religionsvielfalt und Toleranz. So riss er dort die Bronzeverkleidung ab
und verwendete sie nach eigenen Angaben für das Petrusgrab. Nach
Einschätzung von Historikern ließ er jedoch daraus Kanonen herstellen.
Mit Kanonen rüstete er z. B. seine Engelsburg in Rom auf. Unter Urban
VIII. erreichte die Inquisition einen Höhepunkt. Galileo Galilei wurde
verurteilt. Papstfreundliche Historiker stellen es so dar, dass es dem "wissenschaftsfreundlichen"
Papst nicht gelungen sei, der Inquisition "Einhalt zu gebieten". Am 29.7.1644 soll bei seinem Tod in Rom ein
Freudentaumel ausgebrochen sein. Urban VIII. lebte in Prunk und Luxus.
Passend dazu bekam er ein pompöses Grabmal im Petersdom.
28.8. / 14.9.2006 -
Fünf Katholikinnen wollten
während Papstmesse auf dem Islinger Feld gebären - Personen-Kult um den Mann
auf dem "Stuhl Petri" in vielen Varianten - Am 9.9.2006 wurde Benedikt XVI. in
München "mit militärischen Ehren" empfangen (Jesus lehrte, "Wer das
Schwert nimmt, wird durchs Schwert sterben"): "... Abordnungen
des Heeres, der Marine und der Luftwaffe. Im Gleichschritt geht es übers
Rollfeld, "Links um", die Stiefel knallen auf den
Sekundenbruchteil genau. "Gewehr ab" - die Kolben der
Karabiner klacken genauso präzise auf den Asphalt ..." (Main-Post,
11.9.2006)
Von einigen Hunderttausend
Gläubigen lässt er sich seither in München, Altötting, Marktl
bei Braunau am Inn,
Regensburg und Freising als "Heiliger Vater" huldigen
(Jesus lehrte seinen Nachfolgern, sie sollten niemanden auf der Erde als
"Vater" ehren, sondern sich einzig zu dem "Vater im Himmel" bekennen).
Fragen von Journalisten beantwortete Joseph Ratzinger vor einigen Tagen auf
einem thronartig erhöhten goldenen Sessel (Jesus saß mit seinen Jüngern
ganz normal am Tisch). Und seine körperliche Erscheinung ist eingepackt
in Kultgewänder und Mützen, welche die Kirche aus antiken Götzenkulten
übernommen hat (Jesus war gekleidet wie das Volk).
Anhänger von
Benedikt XVI. wenden ein, der Papst wäre in Wirklichkeit "bescheiden". Doch
dann würde er sich diesem Kult nicht fügen und das ganze Brimborium mitsamt
der angeblichen Unfehlbarkeit beenden. Die Kosten für die "Papst-Show"
belaufen sich allein für den Staat auf vermutlich mehrere Hundert Millionen Euro, und der
Aufwand (siehe unten) ist gegenüber
der Fußball-Weltmeisterschaft deutlich höher. Da sich während der
Papstmessen auch das medizinische Angebot auf ein Höchstmaß auf die
Veranstaltungen konzentriert, ist nicht auszuschließen, dass andernorts die
medizinische Versorgung der Bevölkerung beeinträchtigt ist, Bürger evtl.
nicht bis zu den Krankenhäusern durchkommen.
Ein "Höhepunkt" hätte
fast eine Art
inoffizielle Weihe von neugeborenen Säuglingen an den Gott der Kirche werden
können, was
so ähnlich auch aus antiken Götzenkulten bekannt ist. Fünf hochschwangere
Frauen sollen sich auf dem Islinger Feld bei Regensburg bereit halten. Es
kann sogar vermutet werden, dass der Zeugungstermin von den Gläubigen
bewusst so gelegt wurde, dass eine Geburt während der Papstmesse möglich
sei. Wegen der Totalversorgung der Gläubigen gibt auch Peter Kittel von der
Koordinationsstelle für die Papst-Show zu: "Da ist jede Hausgeburt
gefährlicher."
Die Kirche selbst nährt zahlreiche abstruse
Vorstellungen ihrer Gläubigen, indem sie z. B. lehrt,
dass ein ungetauft verstorbener Säugling
nicht den Himmel betreten kann. So braucht sich niemand zu wundern, wenn
Eltern es umgekehrt als eine besondere Gnade erachten, wenn ihr Neugeborenes
dem Papst fast auf den Schoß fallen kann. Doch die neuen Säuglinge legten
dann ihren Ankunftstermin offenbar doch anders. Dafür versuchte ein junger
Mann, auf dem Islinger Feld ganz in die Nähe seines "Heiligen Vaters" zu
kommen. 15 Meter vor dem Altar wurde er von Polizei und Sicherheitskräften
überwältigt und soll nun wegen "Hausfriedensbruchs" angeklagt werden (http://www.merkur-online.de/nachrichten/specials/papst/besuch/art7886,710764.html).
Mehr Glück hatte ein junger Vater, der seinen Säugling mit Namen Antonia
einem Bodyguard überreichte, der ihn wiederum durch die geöffnete
Seitenscheibe des Papamobils kurz an Joseph Ratzinger weiterreichte.
Eventuell entsteht aus dieser Begegnung ein neuer Gegenstand der Verehrung,
denn der Vater sagte danach, er wolle jetzt "die Windel aufbewahren, die
seine Antonia trug" (Main-Post, 14.9.2006). Im Unterschied zu zahllosen
anderen gefälschten Reliquien wäre die "Windel der Antonia"
wenigstens nicht gefälscht.
Zähneknirschend registriert derweil die evangelische Kirche,
dass ihnen die katholische Kirche einmal mehr die öffentliche Show stiehlt
und sich die Politiker vor dem Papst tiefer verbeugen als vor den
evangelischen Amtsträgern. Landesbischof Johannes Friedrich durfte immerhin am 12.9.2006 im
Regensburger Dom ein paar lyrische Worte sagen ("Wer glaubt, ist nie allein,
wer liebt, ist nie allein. Wer hofft, ist nie allein ..."). Mit Joseph
Ratzinger persönlich
sprechen ließ man ihn aber nicht, obwohl man ihm 3-4 Minuten zugesichert hatte. Er gehört zu jenen Amtsträgern, die im
Gegensatz zu Martin Luther verkündeten, ein "kollegiales" Papsttum sei auch für Lutheraner
denkbar (siehe dazu
hier).
Lesen Sie dazu auch
Der Theologe Nr. 25 - Die Kirche ein
totalitärer heidnischer Götzenkult
Zu den Kosten des Papstbesuches lesen Sie
www.freie-christen.com/papst-show.html

Der Papst und sein Vorläufer, der babylonische Fischgott Dagon. Vom antiken Mysterienkult um Dagon hat die römisch-katholische Kirche die Mitra übernommen. In Regensburg sollten dem Papst sogar während der Messe geborene Säuglinge geweiht werden, doch die Babies wollten nicht während der Messe aus dem Mutterleib kommen.

Der Papst wird auf seiner Sänfte getragen (hier
Paul VI.) wie sein Vorbild, der ägyptische Pharao. Beide bezeichnen sich als
"Stellvertreter Gottes" und lassen sich entsprechend huldigen. Aus
praktischen Gründen wurde die Sänfte seit Johannes Paul II. motorisiert. In
München und Regensburg ersetzt das "Papamobil" die früheren Träger.
4.9. / 14.9.2006 / 16.9.2011 -
Sicherheitsalarm für Benedikt XVI. - Aufwand
einzigartig, Kosten astronomisch - Polizei konfiszierte alle Fahrräder in der
Münchner Innenstadt - Auf den Dächer der Städte waren Scharfschützen
postiert. Der gesperrte Luftraum wurde von AWACS-Aufklärungsflugzeugen der
Bundeswehr überwacht, Luftabwehrraketen sind in Stellung gebracht. Der "Fürst
dieser Welt" und die Seinen wurden von den Machthabern "dieser Welt" und den
Objekten ihrer Stärke empfangen: mit militärischen Mitteln. Jeweils 5000
Polizisten waren in München und Regensburg für die persönliche "Sicherheit" von
Joseph Ratzinger im Einsatz und spezielle Bodyguards des Landeskriminalamtes
Bayern. Allein in München kam es zu einer Viertelmillion Überstunden für die
Polizei, die aus der Staatskasse beglichen werden müssen. Hinzu kamen 7.000 Feuerwehrleute, Bahn-Bedienstete und Mitarbeiter von
verschiedenen Hilfsorganisationen. In Regensburg wurden z. B. alle Fernzüge, die
normalerweise die Stadt passieren müssten (Güter- und Personenverkehr), für einen Tag angehalten.
Der Nahverkehr fand sowieso nicht statt. Auch sperrte man die Autobahn A 3
komplett, und es wurde eine eigene Autobahn-Abfahrt für Joseph Ratzinger gebaut.
Der Freistaat Bayern hatte allerschärfste
Sicherheitsvorkehrungen nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden angeordnet.
Jeder einzelne Meter der Fahrt- und Flugrouten mit Hubschraubern und Autokonvois
stand unter besonderer Überwachung.
Entlang der Routen waren alle Gullies versiegelt, Pflanzentröge, Mülleimer und
Vitrinen abmontiert. Polizei mit Hundestaffeln durchkämmten einzelne Häuser.
Jedes Fahrrad stellte in München in der Stadtmitte ein Sicherheitsrisiko dar und
musste für den Schutz von Joseph Ratzinger von den Haltern entfernt werden, auch
Kinderfahrräder. Oder die Polizei griff bereits durch und entfernte jedes Rad. Während
der Papst am Marienplatz sein Gebet ablas, wurde jedes einzelne Fenster der
umliegenden Häuser von bewaffneten Sicherheitskräften bewacht, Hotel- und
Pensionsgäste werden in ihren Zimmern von der Polizei beobachtet. Der
Einzelhandel vor Ort brach zusammen, die Schulen waren geschlossen, und fast alle
Betriebe mussten dicht machen.
In Regensburg wurden im Umfeld des Islinger
Feldes sogar die Hochspannungsmasten abgebaut und die Starkstromleitungen
unterirdisch verlegt, ein gigantisches Unterfangen - doch die gute Sicht der
Katholiken auf ihren Altar war dem Staat dies wert. Allein der Rückbau des Islinger
Feldes in den vorherigen Zustand wird mehrere Jahre dauern. Die
"Papst-Show" kostet den Staat und somit die Steuerzahler über 100 Millionen Euro,
wenn nicht sogar mehrere Hunderte Millionen (siehe z. B. Main-Post, 8.9.2006).
Darüber spricht die Kirche aber nicht gern, und der Generalvikar des Bistums
Regensburg, Michael Fuchs, sagt über die Kosten: "Eigentlich kostet der
Papstbesuch nichts. Denn der Heilige Vater verlangt nichts. Er gibt uns sehr
viel. Er wird uns sehr reich beschenken mit dem, was er sagt. Auch einfach
mit seiner Präsenz" (Hessischer Rundfunk, 13.9.2006).
Dabei kamen weit
weniger Pilger als erwartet. Riesige Parkplätze z. B. in Regensburg blieben
gähnend leer und in viele mit hohem Aufwand hergerichtete große Quartiere kam
kein einziger Gast. Und in Altötting sagte ein Rundfunk-Journalist: "Ich glaube,
es sind fast mehr Polizisten als Pilger, etwas überspitzt gesagt."
Die Kirche erwartet dabei
auch von den Atheisten, Protestanten, Muslimen und Agnostikern, dass sie
mitbezahlen, obwohl diese nach katholischer Lehre später überwiegend in
die "ewige Hölle" müssen (siehe "Der Theologe Nr. 18" - Der
Glaube der Kirche) - trotz ihres finanziellen Anteils, den sie für
den Papstbesuch leisten. "Wenn ich einen Gast empfange, interessiert mich nicht, was das
kostet. Das sind doch die primitiven Regeln von Gastfreundschaft", so Prälat
Heinrich Wachter, der den Papst-Auftritt in Regensburg koordiniert
(Wochenblatt, 30.8.2006). Es braucht die Kirche auch nicht zu interessieren,
solange sie als Gastgeber es nicht zahlen muss, sondern die Bürger dazu
gezwungen werden.
Die Kosten gehen ins Astronomische, und diejenigen, die "Opfer" bringen müssen,
wurden vorher nicht gefragt. Ihre Zustimmung wird erwartet.
So ist z. B. auch
dem Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (SPD) bewusst, was dieser
Gast und seine Freude über seinen Glauben den Leuten alles abverlangt. So schreibt er: "Gemeinsam
schaffen wir alles ... Dazu gehört auch die Bereitschaft, das eine oder andere
persönliche Opfer zu bringen." (www.regensburg.de)
In München verdarb Benedikt XVI. den Einzelhändlern in der Innenstadt z. B. die
normalerweise sehr guten Einnahmen zum Ferienschluss-Wochenende. Der Verzehr der Pilger wog dies nicht
annähernd auf. Lediglich einzelne profitieren: Wie eine Schneiderei außerhalb
Münchens, die für 100 Priester spezielle Gewänder nur für die Messen mit dem
Papst nähte (PS: Jesus und seinen Jüngern wäre alleine schon dieser Pomp zuwider
gewesen. Sie waren einfach gekleidet wie das Volk).
Niemand hat dabei etwas dagegen, wenn ein 79-jähriger Mann
im "Winter seines Lebens" noch einmal seine
frühere Heimat sehen will. Es sei ihm von Herzen gegönnt. Bei einem älteren
Menschen läuft hierbei der Lebensfilm zurück: Die Erfolge aber auch die Fehler
der Vergangenheit kommen verstärkt ins Bewusstsein, damit noch so manches wieder
gut gemacht werden kann, bevor der Mensch ins Jenseits hinüber geht und dort
erntet, was er gesät hat. Doch es ist nicht einzusehen, dass wir alle die Millionenkosten
für diesen Besuch aufbringen müssen, die anderweitig schmerzhaft gekürzt werden, so dass man zugespitzt
formulieren könnte: Wer für den Papst-Besuch Geld ausgibt, bestiehlt den
Mittelstand und die Geringverdienenden! Und: Wollen Sie, dass Ihr hart
verdientes Geld für den Chef eines Milliarden-Imperiums (allein in
Deutschland ca. 250 Milliarden Euro Vermögen)
ausgegeben wird? (siehe dazu
www.freie-christen.com/papst-show.html). Es wäre für den Vatikan ein
leichtes, ein kleines Stück seines Milliarden-Vermögens dafür zu verwenden, dass
Josef Ratzinger München, Regensburg und die anderen Orte besuchen konnte, und der Bundesrepublik
Deutschland die astronomischen Kosten zu ersetzen. Doch daran wird offenbar gar
nicht einmal gedacht.
Ein schwacher Trost für die Deutschen: Auch die zahllosen
Papstbesuche von Johannes Paul II. weltweit mussten jeweils von den Menschen vor
Ort bezahlt werden. Und in Tansania und anderen ärmeren Ländern mussten die
Menschen noch weit höhere Opfer bringen als jetzt in Deutschland, in Tansania z.
B. beim Papstbesuch im Jahr 1990 einen ganzen
Monatslohn für die "Sicherheit" des Papstes abgeben. Ganze Familien haben sich
dort wegen des Papstes verschulden müssen (siehe z. B. Bild, 4.2.2000). So
berichtete die ehemalige Nonne Maria Lauda.
Um ihr Gesicht nicht zu verlieren, sind die meisten armen Familien dieser
Aufforderung auch nachgekommen.
PS: Die Papstbesuche in München hatten sich zuletzt gehäuft. Als Johannes Paul
II. 1980 kam, war es der erste Besuch eines Papstes nach 198 Jahren. Nach sieben
Jahren (1987) kam er bereits wieder und jetzt nach 19 Jahren Benedikt XVI., der
früher Erzbischof von München und Freising war. Und auch er hat schon gesagt,
dass er bald wieder kommen möchte, weil er Berlin und andere Städte noch
besuchen möchte. Dies soll dann 2011 so weit sein, also bereits fünf Jahre
später. Die Finanzminister dürfen also weiter überlegen, wo sie
dann die Kosten beim Bürger wieder einsparen. Der Papst ist "eine Person, die
Kraft ihres Amtes immer in Gefahr ist", sagt Michael Ziegler, Sprecher des
bayerischen Innenministeriums (Welt am Sonntag, 3.9.2006).
Dies ergibt sich auch aus
der Geschichte, da der Papst eine Institution verkörpert, die wie keine andere
"zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet
ist.“ (Der Historiker Karlheinz Deschner, in:
Die beleidigte Kirche, S. 42 f.)
6.9.2006 -
Studentin stirbt nach Exorzismus, und ihr Bischof lügt. Was wusste
Erzbischof Joseph Ratzinger?
- Die Main-Post in Würzburg enthüllt am 6.9.2006 die "tiefe Beziehung" von
Joseph Ratzinger zur Diözese Würzburg und ihrem Bischof Josef Stangl. Stangl
hatte Ratzinger 1977 zum Erzbischof geweiht, und Ratzinger würdigte Stangl nach
seinem Tod 1979 "als großen Seelsorger, der sein Bistum durch das Beispiel
seines Glaubens und seine überzeugende Güte gelenkt hatte" (6.9.2006). Der
spätere Papst hielt im Würzburger Dom das Requiem für seinen Weggefährten. Joseph Stangl
hatte 1975 den Großen Exorzismus an der Studentin
Anneliese Michel genehmigt, in dessen Zusammenhang sie auf nur noch 31 kg abmagerte und
1976 starb. Der Bischof bestritt darauf hin seine Genehmigung, wurde jedoch später der Lüge
überführt. Die "tiefe Beziehung" von Joseph Ratzinger zu Bischof Stangl und zur
Diözese Würzburg wirft dabei die Frage auf, ob auch Joseph Ratzinger in die
Tragödie der gläubigen Studentin und in das Verhalten der Kirche zumindest
eingeweiht war. Lesen Sie eine ausführlichere Darlegung des Sachverhalts in
"Der Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche: Warum
musste Anneliese Michel sterben? Dies ist auch insofern bedeutsam, als
Benedikt XVI. seit seinem Amtsantritt im Jahr 2005 den Exorzismus wieder intensiviert und neue
Exorzismus-Kurse für Priester in Rom eingerichtet wurden (siehe dazu unsere
Meldung oben).
8.9. / 14.9.2006 -
Keine öffentliche
Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Erleben wir einen
Vorgeschmack auf einen Polizeistaat? - "Die Münchner Polizei will beim
Besuch von Papst Benedikt XVI. ... energisch gegen papstkritische Demonstranten
vorgehen", so Polizeipräsident Schmidbauer (Süddeutsche Zeitung, zit. nach
Würzburger katholisches Sonntagsblatt Nr. 37/2006). Die mit der Kirche
verfilzte Staatsmacht (Ministerpräsident Edmund Stoiber spricht von einer
"Symbiose"; Hessischer Rundfunk, 13.9.2006) hatte schon 1980 brutal zuschlagen lassen, als sich
behutsame und vorsichtige Kritik in der Öffentlichkeit zeigte.
Der Verfasser des "Theologen" war damals
zufällig Augenzeuge des Geschehens in Mainz. In der Presse wurde damals kaum
etwas Kritisches berichtet. Und heute auch nicht.
Zudem: Freies Geleit vom
deutschen Staat gab es für einen Großspender an die römisch-katholische
Kirche aus Liechtenstein, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur
Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die
Staatsmacht sicherte ihm zu, ihn nicht zu verhaften, damit er Benedikt XVI. in
Regensburg persönlich treffen und wieder unbehelligt nach Liechtenstein flüchten
kann. Vielleicht denken sich die Kirchenmitglieder in der deutschen Justiz: Den
Staat und seine Bürger zu bestehlen und das Geld der Kirche zu geben - das kann
doch nicht wirklich ein Verbrechen sein. Der Staat kann doch hinterher wieder
die Steuern erhöhen ...
11.9. / 6.10.2006 -
Papstbesuch - Test für
Gleichschaltung von Medien? Pakt der Kirche mit den Journalisten - Die Medien in Deutschland, die von den
Kirchen noch weitgehend dominiert sind, probierten den neuen einstimmigen Gesang.
Anstatt umfassend über das zu berichten, was wirklich passierte, wurde fast
ausschließlich geschrieben
und im Fernsehen gezeigt, was die katholische Kirche sich wünschte.
So wurde z.
B. in Regensburg die Veranstaltung Wohin geht die Reise der Kirche?
am 4.9.2006 mit dem ehemaligen katholischen Theologieprofessor Hubertus Mynarek
totgeschwiegen. Als ehemaliger Weggefährte von Joseph Ratzinger berichtete
Mynarek in einem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Saal, wie der
jetzige Papst es als Professor z. B. nirgends lange aushielt und sich mit Kollegen
überwarf. Auch die umfangreichen Veranstaltungen des Komitees Heidenspaß
statt Höllenqual in München und Regensburg mit namhaften Referenten
blieb weitgehend unbeachtet - ein Skandal. Und während der Handzettel
Was kostet Sie der
Papst? den Freien Christen in München und Regensburg von
zustimmenden Passanten fast aus den Händen gerissen wurde, gab es allenfalls im
weiteren Vorfeld des Papstbesuchs einige Medien, welche diese Fakten zur
Kenntnis nahmen.
Doch je näher der Papst rückte, je kindlicher wurden die
Gesichtszüge von Journalisten und je mehr gingen sie
in die Knie. Offenbar sollten sich die Ereignisse von Köln, wo im Umfeld des
Weltjugendtages 2005 auch über das alternative Programm berichtet wurde, in
Bayern nicht wiederholen. So hat die römisch-katholische Kirche dieses Mal
das internationale Pressezentrum in München und alle Journalisten in deren
Anwesenheit "gesegnet". Zudem hat Erzbischof Kardinal Wetter während der
Pressekonferenz mit den Medienvertretern gebetet und ihnen ihren Auftrag erklärt:
"Die Menschen sollen durch ihre Vermittlung weltweit erfahren: ´Wer glaubt, ist
nicht allein`." Zur Bekräftigung bedankte sich der Kardinal auch gleich bei der
Presse "für Ihre Bereitschaft, hier Ihren Dienst auszuüben und mitzuhelfen, die
Botschaft des Heiligen Vaters zur Wirkung zu bringen". Kein Journalist hat
widersprochen, und entsprechend war später die Berichterstattung (Benedikt
Backstage, Hessischer Rundfunk, 13.9.2006). Und so mancher Schreiber hätte wohl
noch einiges mehr dafür gegeben, wenn er sich beim Empfang neben Josef Ratzinger und Angela Merkel den
Kalbs-Tafelspitz-Braten und den Fisch aus dem Chiemsee hätte munden lassen
können, der am 10.9.2006 in München serviert wurde.*
Von einem gewissen Höhepunkt der journalistischen Unterwürfigkeit berichtet der evangelisch-lutherische Pfarrer Bernd Töpfer, der
in einer "überregionalen" "Tageszeitung" folgenden Kommentar einer "Redakteurin"
las: "Mein größter Wunsch wäre, dem Heiligen Vater einmal die Hand zu schütteln,
aber das ist utopisch. Inzwischen würde es mir schon reichen, den Saum seines
Gewandes zu berühren, wie die Frau in der Bibel" (zit. nach Bröstler
Anzeigenblatt, 16.9.2006). Kuriosum am Rande: Der evangelische Amtsträger wollte
auf Rückfrage seine genaue Quelle nicht nennen, weil er die Berichterstattung
des Fragenden über die katholische Kirche nicht unterstützen wolle.
So konnten die zum Papstbesuch versammelten Medien noch nicht einmal über
evangelische Kritik berichten, weil es sie so gut wie nicht gab. Und auch der
evangelische Pfarrer Bernd Töpfer schrieb - sich fast für seine "Entdeckung"
entschuldigend - weiter: "Ich frage mich, ob Benedikt XVI. überhaupt als
´Heiliger Vater` angesprochen werden will?"
Noch weiter in seinem ökumenischen "Verbundenheit" ging ein einsamer evangelischer
Pfarrer aus dem Landkreis Magdeburg, der nach Altötting gepilgert ist, um
dort "vielleicht den wahren Glauben zu erleben", wie Focus online
am 11.9.2006
berichtete. Er passte ins Bild des Jubel-Berichterstattung, während ein kritischer Leserbeitrag des Verfassers des "Theologen"
folgerichtig ignoriert wurde. Focus online schreibt sogar einen eigenen
Artikel über die Bemühungen des evangelischen Pfarrers aus Ostdeutschland. Auch
er wolle Benedikt ganz nahe sein, doch man lässt ihn nicht
hinter die Absperrung, wo die einzeln registrierten Katholiken applaudieren dürfen.
Und deshalb versucht er, über die katholische Männerkongregation von Altötting noch einen
Platz zu bekommen, von wo aus er wenigstens die große Leinwand sehen dürfe. Am
12.9.2006 wollte dann auch der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich
den Papst demütig bitten, die
katholische Hostie auch Evangelischen zu geben, die mit Katholiken verheiratet
sind. 3-4 Minuten hatte man ihm Redezeit zugesichert. Und als Einstimmung auf das Vortragen seiner Bitte hat Johannes Friedrich
schon einmal die Maria-Predigt des Papstes in Altötting gelobt. Doch die
zugesicherten
Minuten wurden Friedrich nicht gewährt, so dass er dem Papst jetzt schreiben
wolle (ARD-Tagesthemen, 12.9.2006).
Am schlimmsten erging es jedoch den fünf
eingeladenen evangelischen Freikirchen. Sie wurden sogar bei der Begrüßung
ausgelassen (idea-spektrum Nr. 38/2006). Während Martin Luther noch
über den "Antichristen" auf dem Stuhl
Petri und die antichristlichen katholischen Kulte (Wallfahrten, Reliquien,
Ablass usw.) Klartext sprach, sind seine Nachfolger heute zum Anhängsel der Katholiken
verkommen. Sie biedern sich immer wieder an und betteln letztlich um die Liebe ihrer römisch-katholischen Mutterkirche. Doch
mit Hoffnung. So sagte kürzlich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick: "Wir
sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was
ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein" (100 Tage Papst
Benedikt XVI., ZDF, 31.7.2005).
Lesen Sie dazu auch:
Der wiederkommende
Christus - der größte Feind der Kirche?
in
Der Theologe Nr. 25
*
Gammelfleisch für die
Pilger?
Vgl. dazu in
Der Theologe Nr. 7
das Thema
Kirche und Tiere: Absturz in die Barbarei;
PS: Am 11.9.2006 in Altötting gab´s Schweinebraten. Welche Tiere an den anderen
Tagen "geopfert" wurden, ist nicht bekannt. Doch die Bewirtung
der Journalisten im Pressezentrum war auch "vom Feinsten".
Währenddessen ist nicht auszuschließen, dass für das einfache katholische
Fußvolk von einem katholischen Betrieb u. a. "Gammelfleisch" serviert wurde. Bei einer Firma, die 7000 Pilger
auf dem Islinger Feld versorgte, wurden nämlich "Anfang der Woche" 660 kg verdorbenes Fleisch
gefunden. "Wie die Polizei und das Veterinäramt Ansbach am Mittwoch mitteilten,
waren die Spanferkelhälften, Haxen, Wurstwaren, Grillhähnchen und Rollmöpse auf
einem Volksfest in der Oberpfalz übrig geblieben und sollten auf einem Fest in
Baden-Württemberg verkauft werden. Der Leiter des Veterinäramts Ansbach, Hans
Moser, sagte, das Fleisch sei während der Fahrt in Plastikwannen gelagert und
nicht gekühlt worden. Es habe bereits gestunken und sei zum Teil ´verfärbt und
schmierig` gewesen"
(Focus online,
14.9.2006).
Hinweise, ob auch auf dem
Islinger Feld dabei "verdorbenes Fleisch serviert wurde, gebe es bislang aber
nicht, teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg mit."
PS:
Erster erstarrter Politiker bewegt
sich: GRÜNEN-Chefin Roth traut sich -
Im Laufe des 3. Besuchstages wagte tatsächlich eine Politikerin eine Kritik am Papst
und traf gleich den Nagel auf den Kopf. Hinter den süßen und
verklausulierten Wortes Benedikts in München steckte nämlich eine Kampfansage an
Andersgläubige. Es sei nun nicht akzeptabel, so Claudia Roths Reaktion, wenn "Benedikt die
Kritik an Religion aus der Meinungsfreiheit herausnehmen will."
Jahrhunderte lang ließ Benedikts Kirche Andersdenkende diskriminieren,
verfolgen, foltern und hinrichten. Da diese Verbrechen bisher weder bereut und
gesühnt noch wieder gut gemacht wurden, heißt es wohl für die Kirche auf lange Sicht: "Was der
Mensch sät, das wird er ernten." Jetzt zeigen sich nun erste Anzeichen der Ernte
dieser schlimmen Saat, und der Täter sieht sich in unserer Gesellschaft vermehrt
der Kritik und der Aufklärung ausgesetzt.
Und das ist Benedikt und seiner Kirche natürlich ein Dorn im Auge.
(Siehe
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,436445,00.html)
12.9. / 14.9.2006 -
Monologe eines
liebenswert erscheinenden Seniors ... und viele werden verschaukelt - Die Regensburger
Mittelbayerische Zeitung schrieb am 12.9.2006, dass die Universität Regensburg lieber einen Dialog des Papstes
mit anderen Theologen gewollt hätte als einen Monolog von Benedikt. Siehe dazu:
http://www.mittelbayerische.de/SID_57d439070a059497e173ad9871766763/nachrichten/kurzzeitung/
meldung.shtml?rubrik=mz&id=74738) Die Kirche wollte jedoch nur einen
Monolog. Darin äußerte sich der Papst negativ über den Islam und bezog mit einem
liebenswerten Lächeln dabei seine angestammte Position im "Kampf der Kulturen".
Siehe dazu:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437140,00.html).
Und auch dem evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich wurden
seine drei Minuten gestrichen, in denen er Joseph Ratzinger im Umfeld der Begegnung in
Regensburg eine Bitte vortragen wollte. Doch der Papst "strahlt so viel Liebe
aus", so eine Bewunderin, was braucht es da Gespräche oder unbequeme Rückfragen?
Auch der Glaube sei "kein Druck mehr", nur noch ein "Angebot", so der
begeisterte Kommentar der ARD-Tagesthemen (12.9.2006). Dass ein
freundliches "Nein, danke" zu diesem Angebot nach römisch-katholischer Lehre für
den Betroffenen ewige Höllenqualen bedeutet, wird verschwiegen.
Lesen Sie dazu
"Der Theologe Nr. 18" - Der Glaube der Kirche.
Dort ist die reine römisch-katholische Lehre nachzulesen. Möchte die Kirche
einzelne dieser dort aufgeführten teils unfehlbaren Glaubenssätze ändern, dann
braucht Benedikt XVI. nur kraft seines Amtes öffentlich zu sagen, was davon
nicht mehr gelten soll. Doch er sagt solches nicht, und er wird dies auch in Zukunft
nicht tun. Und deshalb gilt alles weiter, und es soll auch so sein. Und kaum
ein Katholik besteht deshalb den Glaubenstest für
das spätere "Heil".
Von den Hunderttausenden, die dem Papst jetzt in
Bayern zujubelten, müssten aus diesem Grund die meisten nach ihrem Tod in die
ewige Verdammnis, wenn der römisch-katholische Glaube stimmen würde. Nicht nur
die Moslems hätten also einen Grund zur Klage. Doch wenn der
Papst mit seinem Auto an den vielen Menschen vorbeifährt, dann könnte man
deren Haltung mit den Worten umschreiben: "Willkommen Benedikt XVI. Die ewig
Verdammten grüßen dich." Nur: Man sagt ihnen nicht, was sie angeblich im
Jenseits erwartet. Es ist eben auch eine Show, ein "Event". Und eine Show
braucht gute Stimmung. Doch werden die Zuschauer und Statisten dabei
verschaukelt. Es ist eben auch eine Irreführung.
13.9.2006 -
Benedikt in Bayern: "Größtes deutsches Ereignis der Fernsehgeschichte" und
zeitgleich: ARD will Gebühren erhöhen - Während vor allem der
Bayerische Rundfunk weiter in dem "größten" und vermutlich teuersten
"Ereignis in der deutschen Fernsehgeschichte" schwelgt, verkünden die
Intendanten der ARD heute zeitgleich neue Gebühren. Spiegel online
schreibt: "Die klammen öffentlich-rechtlichen Sender wollen jetzt Internet-User
abkassieren. Besitzer von webfähigen Computern oder UMTS-Handies sollen ab Januar
2007 GEZ-Gebühren bezahlen. Das sieht ein Beschluss von ARD-Intendanten vor"
(13.9.2006). Die Sender haben also nicht genügend Geld. Doch für die katholische
Kirche "zaubert" man es herbei. Bzw.: Man will es sich anschießend
wieder einmal beim
Bürger holen, der in Zukunft auch für Handys und PCs bezahlen soll.
Ausgegeben werden
die Einnahmen beim Bayerischen Rundfunk unter anderem wie folgt:
Allein "das Produktionshandbuch zum Papst in Bayern hat mit 442 Seiten
Telefonbuchformat" (Mittelbayerische Zeitung, 13.9.2006). Derzeit sind "weit
über 300 Kameras im Einsatz. Allein zwischen der Galgenbergbrücke und dem
Priesterseminar waren gestern Abend, als Benedikt XVI. in Regensburg empfangen
wurde, 28 Kameras aufgestellt." "Wir sind zwei Wochen lang durch die Altstadt
gegangen und haben bei den Regensburger Hausbesitzern angefragt, ob wir bei
ihnen die Kabel legen dürfen", so Roland Weese, Produktionsleiter beim
BR.
"Was für eine Wahnsinnsarbeit das alles war, lässt sich nur erahnen", schreibt
die Regensburger Lokalpresse. "Seit 5. September ist Roland Weese hier in
Regensburg pausenlos im Einsatz. Mit einem Acht-Stunden-Tag kommen weder er noch
seine rund 1000 Mitarbeiter über die Runden. Allein um die verschiedenen
Kamerapositionen - auch die ursprünglich geplanten - zu überprüfen, ist Weese
dem Weg von der Innenstadt bis zum Islinger Feld vier Mal zu Fuß abgegangen."
"Und schließlich stehen noch überall vor den einzelnen Kameras und dem
technischen Gerät des BR dunkel gekleidete (und zumeist recht muskulöse) Männer
von einem angemieteten Sicherheitsdienst herum, die das ganze Equipment
bewachen." Die Kosten für diesen "Wahnsinn" laufen völlig aus dem Ruder. Und in
München, Altötting, Marktl und Freising ist es genauso. Doch es gibt ja den
deutschen Bürger, so denken sich die papsthörigen Politiker. Er freut sich und darf mehrfach dafür bezahlen. Mehrere
Hunderte Millionen an Steuern und jetzt auch noch eine Planung für die Erhöhung der Fernsehgebühren.
Trotzdem nützt es den meisten später nichts, und sie würden nach
römisch-katholische Lehre nach ihrem Tod ewig verdammt (siehe
Der Theologe Nr. 18).
Eine weitere Meldung zu den Kosten des
Papstbesuches lesen Sie hier.
15.9. / 27.9.2006 -
Papst beleidigt Islam - Sturm der Entrüstung in der
islamischen Welt über Papst Benedikt XVI. - Es ist kaum
vorstellbar, dass Joseph Ratzinger, der seine Reden Wochen im Voraus penibel
plant, nicht wusste, was er tat. Seine Rede in der Universität Regensburg war
dann eine hintergründige Kampfansage an den Islam, nachdem er am 10.9.2006 in
München ebenso hintergründig die Toleranz gegenüber Kritikern ablehnte, welche
die Lehre des Katholizismus aufdecken (Wörtlich warf er ihnen "Zynismus" vor,
"der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrecht ansieht" und er ergänzte,
dies sei nicht
"die Art von
Toleranz und von kultureller Offenheit, auf die die Völker warten und die wir
alle wünschen"). Im nächsten Absatz lesen Sie zunächst, was der
Papst am 12.9.2006 in Regensburg wörtlich sagte (zit. nach der Mittelbayerischen
Zeitung Regensburg, mittelbayerische.de). Die fett markierten Stelle sind
dabei der Anlass für die Entrüstung, wobei sich der Papst das Zitat von Kaiser
Manuel II. durch die Art und Weise der Darlegung unmissverständlich zu eigen
machte:
"Eminenzen, Magnifizenzen, Exzellenzen,
verehrte Damen und Herren! Es ist für mich ein bewegender Augenblick, noch
einmal in der Universität zu sein und noch einmal eine Vorlesung halten zu
dürfen ...
Dass es auch solch radikaler Skepsis gegenüber notwendig und vernünftig bleibt,
mit der Vernunft nach Gott zu fragen und es im Zusammenhang der Überlieferung
des christlichen Glaubens zu tun, war im Ganzen der Universität unbestritten.
All dies ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich kürzlich den von Professor
Theodore Khoury (Münster) herausgegebenen Teil des Dialogs las, den der
gelehrte byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos wohl 1391 im
Winterlager zu Ankara mit einem gebildeten Perser über Christentum und Islam und
beider Wahrheit führte. Der Kaiser hat wohl während der Belagerung von
Konstantinopel zwischen 1394 und 1402 den Dialog aufgezeichnet; so versteht man
auch, dass seine eigenen Ausführungen sehr viel ausführlicher wiedergegeben sind
als die Antworten des persischen Gelehrten. Der Dialog erstreckt sich über den
ganzen Bereich des von Bibel und Koran umschriebenen Glaubensgefüges und kreist
besonders um das Gottes- und das Menschenbild, aber auch immer wieder
notwendigerweise um das Verhältnis der ´drei Gesetze`: Altes Testament - Neues
Testament - Koran. In dieser Vorlesung möchte ich nur einen - im Aufbau des
Dialogs eher marginalen - Punkt behandeln, der mich im Zusammenhang des Themas
Glaube und Vernunft fasziniert hat und der mir als Ausgangspunkt für meine
Überlegungen zu diesem Thema dient.
|
"Ich halte die Regensburger Rede, so wie sie gehalten
wurde, für prophetisch." |
In der von Professor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde (Dialexis-Kontroverse)
kommt der Kaiser auf das Thema des Djihad (heiliger Krieg) zu sprechen. Der
Kaiser wusste sicher, dass in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in Glaubenssachen -
es ist eine der frühen Suren aus der Zeit, in der Mohammed selbst noch machtlos
und bedroht war. Aber der Kaiser kannte natürlich auch die im Koran
niedergelegten - später entstandenen - Bestimmungen über den heiligen Krieg.
Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von
´Schriftbesitzern` und ´Ungläubigen` einzulassen, wendet er sich in erstaunlich
schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von
Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ´Zeig mir
doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und
Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er
predigte, durch das Schwert zu verbreiten`. Der Kaiser
begründet dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig
ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ´Gott
hat kein Gefallen am Blut, und nicht vernunftgemäß (´syn logo`) zu handeln, ist
dem Wesen Gottes zuwider. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers.
Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede
und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung … Um eine vernünftige Seele
zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst
eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann …`.
Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt
lautet: Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der
Herausgeber, Theodore Khoury, kommentiert dazu: Für den Kaiser als einen in
griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für
die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an
keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury
zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez,
der darauf hinweist, dass Ibn Hazn so weit gehe zu erklären, dass Gott auch
nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei und dass nichts ihn dazu verpflichte,
uns die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch
Idolatrie [= Götzendienst] treiben."
Da alles ist für den einfachen Bürger nicht so
leicht zu verstehen, so dass es Sinn macht, manches noch einmal zu erklären. Auf diese Weise konstruierte
Benedikt XVI. nämlich auch eine an Geschichtsfälschung grenzende Verbindung von
"Vernunft" und Katholizismus und rückte den Islam in Richtung "Idolatrie" ( =
Götzendienst).
Joseph Ratzinger ist wie kein anderer die Verkörperung des
Katholizismus, und er kennt natürlich auch den "unfehlbaren"
römisch-katholischen Lehrsatz: "[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt" (zit. nach Josef Neuner, Heinrich Roos, Der
Glaube der Kirche, Regensburg 1971, Nr. 381; siehe dazu
Der Theologe Nr. 18).
Moslems müssen also nach römisch-katholischer
Lehre nach ihrem Tod in die Hölle, wenn sie nicht rechtzeitig katholisch werden.
Demgegenüber ist es noch maßvoll, was Benedikt XVI. in Regensburg tatsächlich
sagte. Doch in jeder Zeile ist die unter gezielt bescheidenem Auftreten verborgene
Überheblichkeit des "Lenkers des Erdkreises" (Liber Pontificalis,
1596) spürbar, der nicht die geringsten
Zweifel daran hat, auf welcher Seite angeblich das "Heil" zu finden
sei und auf
welcher das "Unheil". Natürlich ist es positiv, wenn er darauf
hinweist, dass eine Religion nicht mit Gewalt verbreitet werden darf. Doch hätte
er es vor allem im Hinblick auf seine eigene Kirche sagen können. So erklärt
die römisch-katholische Kirche z. B. die Bibel als "wahres Wort Gottes"
und legitimiert damit auch die biblische Aufforderung zu Krieg und Völkermord als "wahres
Wort Gottes".
Siehe dazu einen Auszug aus der kirchlichen Bibel in
Der Theologe Nr. 26. Zudem sind kirchliche Drohungen mit der Hölle, z. B. Kindern gegenüber, auch eine Form der
"Gewalt" sind, nämlich psychischer Gewalt, die auch heute noch
angewandt wird.
Nach den weltweiten Unruhen aufgrund Benedikts Regensburger Rede rudert der
Papst nun aber auch etappenweise zurück.
Das Zitat von Kaiser Manuel II. drücke "in keiner Weise" seine "persönliche Haltung dem Islam
gegenüber" aus (Spiegel online, 17.9.2006), so der Papst fünf Tage
später. Doch Benedikt bleibt wortkarg,
vermeidet jetzt bewusst Näheres über seine "Haltung dem Islam gegenüber".
Und er schweigt auch über offizielle römisch-katholische Lehrsätze wie "So
verwerfen und verabscheuen Wir die gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller
Religionen" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, 13. Auflage, Regensburg
1992, Lehrsatz Nr. 369, vgl. Der Theologe Nr. 18).
Währenddessen gießt das evangelische Wochenmagazin idea-spektrum
weiter Öl ins Feuer und fragt in seinem Leitartikel Warum der Rückzug des
Papstes? - Der Leitartikel beginnt mit den Worten: "Als einziges
deutsches Blatt brachte es die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) auf den
Punkt: ´Bestimmte Dingen darf man nicht sagen, weil sie wahr sind. Diese
Erfahrung macht ... der Papst.` Und später: "Wie aber können Christen und
Moslems an einen Gott glauben, wenn alles, was Christen auszeichnet (Kreuzigung,
Auferstehung), von Moslems geleugnet wird?" (Nr. 39/2006)
Der
Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek hat einmal sinngemäß erklärt, dass in
den Protestanten ein tief sitzender Minderwertigkeitskomplex gegenüber der
katholischen Kirche steckt, den sie mit noch schärferer Bekämpfung
Andersgläubiger und religiöser Minderheiten zu kompensieren sucht als dies bei
Katholiken üblich ist. Und deshalb und wegen vieler anderer Gründe mehr
bezeichnen sich auch die Protestanten zu Unrecht als
"Christen" (siehe dazu den Widerspruch zu Jesus von Nazareth in
Der Theologe Nr. 1).
Was der Papst in seiner Rede dem Islam vorhielt, erscheint dabei vor allem als
eine Projektion von Verbrechen und Glaubensgrundlagen der eigenen Kirche auf
Andersgläubige (der Katholizismus wurde Jahrhunderte lang mit dem Schwert
verbreitet), wobei offenbar nicht oder nur kaum zwischen Islam und gewalttätigem
islamischen Fundamentalismus unterschieden wird. So erwähnt Benedikt z. B.
nicht, dass der
Islam in der Geschichte vielfach toleranter, friedfertiger und gerechter war als
das kirchliche Christentum. Vor allem der protestantische Gründervater Martin
Luther rief zu regelrechten Gewaltexzessen auf
(siehe Der
Theologe Nr. 3), so dass die Verleumdung und Kritisierung Mohammeds
durch die Evangelischen, die Martin Luther bis heute ehren, ebenfalls eine Projektion der eigenen Vergehen auf
Andersgläubige ist.
PS: Unter zahllosen Beispielen aus dem Verhältnis
von kirchlichem Christentum und Islam hier nur zwei Hinweise: Besonders grausam war die
Eroberung von Jerusalem
durch die römisch-katholischen Kreuzfahrer im Jahr 1099 und die Massaker an den
moslemischen Einwohnern; siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html.
Oder die
Verfolgung der Moslems in Spanien. So schreibt
Spiegel online (16.9.2006):
"Zunächst geduldet werden verbliebene Muslime und Juden im 15. und 16.
Jahrhundert zusehends drangsaliert. Zwangstaufe und Ausweisung sind an der
Tagesordnung. Selbst Konvertiten können sich nicht in Sicherheit vor Verfolgung
wiegen. Spanisch-katholischer Fanatismus und die Inquisition der katholischen
Kirche sind der Schrecken aller Minderheiten." Für Benedikt XVI. war die
Inquisition jedoch eine "Fortschritt", da im Unterschied zu sofortigen
Hinrichtungen die Kirche hier erstmals "Untersuchungen" durchführen ließ
(allerdings oftmals unter Folter). Joseph Ratzinger wörtlich: "Aber
man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts
mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, dass Untersuchungen
statt finden mussten" (Monitor,
3.3.2005; siehe auch hier).
In Spanien werden bis heute von den Katholiken zum
Gedenken an die Vertreibung der muslimischen Mauren im Jahr 1492 Mohammed-Puppen
in die Luft gesprengt oder vom Kirchturm geworfen. Erstmals in diesem Jahr
verzichten einige Orte auf die symbolischen Tötungen Mohammeds
(http://www.netzeitung.de/vermischtes/444293.html).
Heuchlerisch ist zudem die Konstruktion einer Verbindung
zwischen Katholizismus und Vernunft, da die römisch-katholischen Dogmen in der
Regel im
Widerspruch zur Vernunft stehen (z. B. Jungfrauengeburt,
Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes, "unbefleckte Empfängnis" von Maria
durch ihre Mutter Anna, Verwandlung einer Oblate in den Körper von Jesus usw.).
Die von Vernunft geprägte griechische und römische Philosophie wurde dagegen von
der Kirche massiv bekämpft, und viele ihrer Vertreter ließ man umbringen. Zudem wehrt sich die
römisch-katholische Kirche mit dem als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz Nr. 57 aus
dem Buch Der Glaube der Kirche von
Neuner/Roos gegen eine Anpassung ihres Glaubens an den Fortschritt der
Wissenschaft, und sie droht den auf diese Weise Glaubenden die ewige Hölle
an.
Wörtlich heißt der Lehrsatz: "Wer sagt, es sei möglich, dass man den von
der Kirche vorgelegten Glaubenssätzen entsprechend dem Fortschritt der
Wissenschaft gelegentlich einen anderen Sinn beilegen müsse als den, den die
Kirche verstanden hat und versteht, der sei ausgeschlossen." "Ausgeschlossen" bedeutet hier "ewig verdammt".
Das islamische Gottesbild
demgegenüber diesem katholischen Gottesbild als "unvernünftig" darzustellen, ist
zumindest unredlich vom Papst. Und eine Kampfansage ist zudem die
unwidersprochene Charakterisierung der islamischen Gottesvorstellung mit den
Worten: "Wenn er [Gott] es wollte, müsse der Mensch auch Idolatrie
[= Götzendienst] treiben." Hier sollte Benedikt XVI. lieber vor der
eigenen Türe kehren (Siehe dazu
"Der
Theologe Nr. 25" - Die Kirche: ein totalitärer Götzenkult). Und anstatt
den Islam zu Unrecht als weniger vernünftig als die Kirche abzuwerten und seine
Anhänger belehren zu wollen, sollte er lieber um Reue bitten für das, was seine
Kirche den Moslems angetan hat.
PS: Auch die Moslems in Deutschland mussten den
Papstbesuch mitbezahlen. Geht man von Kosten für den Staat in Höhe von ca.
250 Millionen Euro aus und von ca. 3,5 % Moslems in Deutschland, dann entfällt
auf diese Bevölkerungsgruppe ein Anteil von 8,75 Millionen Euro, die sie für
Benedikts Besuch aufbringen mussten.
|
Mystik für Gottsucher:
|
20.9.2006 -
Papst verweigert den
Evangelischen die Bezeichnung "Kirche"
- Dass die
katholische und die evangelischen Kirchen nicht "christlich" sind, wurde
vielfach nachgewiesen (z. B. auch in
Der Theologe Nr. 25).
Dass die Katholiken ihrerseits den Protestanten aber sogar die Bezeichnung
"Kirche" absprechen, wird von diesen meist verdrängt. Jetzt hat der
Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Peter
Steinacker, anlässlich des Papstbesuches in Bayern wieder einmal daran
erinnert. Steinacker wörtlich: "Seine [Benedikts] Formulierung ´unsere
Freunde aus den verschiedenen Traditionen der Reformation` scheint freundlich zu
klingen, ist in Wahrheit aber die diplomatische Vermeidung des Begriffs Kirche.
Diesen Status billigt der Papst den Kirchen der Reformation nicht zu"
(idea-spektrum Nr. 38/2006). Zwar wurde in der "Gemeinsamen Erklärung" beider
Großkirchen zur "Rechtfertigungslehre" aus dem Jahr 1999 kryptisch formuliert,
die Evangelischen seien bei den katholischen Verurteilungen aus dem 16.
Jahrhundert nicht mehr gemeint, obwohl sie damals gemeint waren. Doch es blieben
genügend andere Verurteilungen,
so dass nach aktueller römisch-katholischer
Lehre die Protestanten nach ihrem Tod in die ewige Hölle müssen, auch wenn
der evangelisch-lutherische Innenminister Bayerns, Günther Beckstein, eigens für
den Papst die Autobahn bei Regensburg sperren ließ. Es nützt ihm nichts. Zwei
maßgebliche Lehrsätze, die dieses belegen, finden sich z. B. in dem
römisch-katholischen Standard-Lehrwerk Der Glaube der Kirche:
Lehrsatz Nr. 381 und
Lehrsatz Nr.
369.
23.9.2006 -
Katholische Kirche verlangt Unterwerfung aller Menschen unter den Papst für die
Erlangung des Heils - Im Zuge der Beschwichtigung von Moslems übte
sich der Vatikan und katholische Würdenträger zuletzt gelegentlich in
Kuschel-Pädagogik. Doch es ist fraglich, ob das Fass, das Benedikt XVI. in der
Regensburger Universität aufgemacht hat, wieder so leicht zu schließen ist. In
diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis auf den nach römisch-katholischer Lehre
unfehlbaren Lehrsatz wesentlich, der lautet: "Dem römischen Papst sich zu
unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig." So z. B.
der Lehrsatz Nr. 430 aus dem Standardwerk von
Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche. Also müssen
sich auch alle Moslems dem Papst unterwerfen, wenn sie das Heil erlangen
möchten.
Immerhin hätte Benedikt XVI. die historische Chance, mit dem Un- und
Wahnsinn seiner Kirche aus vielen Jahrhunderten endlich aufzuräumen und schlicht
zu verkünden: "Ich erkläre diesen Lehrsatz für ungültig" ( ... und gleich ein
paar Dutzend weitere auch). Man muss aber kein Prophet sein, um zu prophezeien,
dass er nicht das Geringste von dem widerrufen wird, was die Kirche bis heute
lehrt. Doch dann sollte man sich auch keine Illusionen machen über den Stuhl
Petri und seine Funktion im Weltgeschehen.
Doch das Problem ließe sich auch von
einer anderen Seite her lösen, nämlich durch massive Kirchenaustritte. Wenn
z. B. alle Katholiken austreten, die nach der Lehre ihrer Kirche nach ihrem Tod
ohnehin ewig verdammt seien (siehe
www.theologe.de/glaubenstest.htm; in Deutschland wären das mehrere
Millionen), dann könnte der Papst nicht mehr für sich in Anspruch nehmen, für
das kirchliche Abendland zu sprechen. Er wäre dann nur noch eine Art
"Sektensprecher" für eine römisch-katholische Minderheit, und die moslemische
Welt bräuchte seinen Aussagen nicht mehr so viel Bedeutung beizumessen.
30.12.2006 -
George W. Bush und
Papst Benedikt XVI.: Ökumenische politische Doppelstrategie?
- Nach der Hinrichtung Saddam Husseins lobte der protestantische US-Präsident
George W. Bush die Tat als "wesentlichen Meilenstein" auf dem Weg zu einer
Demokratie im Irak. Der Vatikan missbilligte jedoch die Hinrichtung. Was an
diesem und vielen weiteren Beispielen auf den ersten Blick aussieht wie zwei
unterschiedliche Positionen, könnte auch eine abgestimmte Doppelstrategie sein,
mit der die beiden mächtigsten Führer des kirchlichen Abendlandes gemeinsame
Politik machen. Denn der US-Präsident und der Papst sind intensiver miteinander
verbunden als allgemein bekannt. Dazu einige Hinweise:
Ohne Kardinal Ratzingers Hilfe wäre George W. Bush wahrscheinlich gar nicht Präsident der Vereinigten Staaten geworden. Mitten im Wahlkampf 2004 schrieb Kardinal Ratzinger im Namen des Vatikan einen Brief an die amerikanischen Bischöfe, in dem er ihnen nahe legte, Politikern, die sich nicht klar gegen die Abtreibung aussprächen, die Kommunion zu verweigern. Doch ging es dabei wirklich nur um den wichtigen Schutz für ungeborene Kinder? Oder war diese drakonische Anordnung nicht vor allem gegen den demokratischen Präsidentschafts-Kandidaten und Katholiken John Kerry gerichtet, der - im Gegensatz zum Protestanten Bush - eine liberalere Gesetzgebung beim Thema Abtreibung wollte?
Im Zusammenhang der Regensburger Rede von Benedikt XVI. (siehe dazu unsere Meldungen hier) schreibt Sybille Hamann für die Presse in Wien (20.9.2006) von einer möglichen "geopolitischen Neuorientierung" des Papstes: "Und zwar eine Annäherung an die evangelikalen Christen und an die USA." Man müsse auch Päpste "ganz nüchtern ... als Realpolitiker interpretieren", die ab und zu "neue Duftmarken" setzen. Laut Hamann ist die katholische Kirche "weltweit in der Defensive und von Skandalen gebeutelt. Die Evangelikalen jagen ihr in rasantem Tempo Territorien ab, missionieren mit großem Erfolg in Lateinamerika, in Afrika, in Ostasien und Osteuropa. In den USA sind sie, in Gestalt von George W. Bush, de facto an der Macht".
Und der Nahost-Experte Professor Mohssen Massarrat aus Osnabrück meint in einem Interview mit der Wochenzeitung Freitag (22.9.2006), dass der Papst mit seiner Rede in Regensburg im Grunde die Intellektuellen in aller Welt beleidige, indem er glaube, diese würden nicht merken, dass seine Aussagen über die angebliche Friedfertigkeit seiner Religion eine "Lüge" seien. Man müsse daran erinnern, "dass alle Gewaltorgien des 20. Jahrhunderts - nicht zuletzt die beiden Weltkriege - von [angeblich] christlichen Ländern ausgingen". [vgl. dazu den "Theologen Nr. 27" über den von Benedikt XVI. "selig" gesprochenen modernen Kreuzzugsprediger Kardinal von Galen] "Nach meinem Eindruck brauchen die westlichen Demokratien so etwas wie eine zweite Aufklärung in Sachen Frieden." Ratzinger habe "den Alleinvertretungsanspruch des Katholizismus für das Gute und Vernünftige herausstellen" wollen, sollte jedoch "aufpassen, nicht als ein Papst, der Kriege schürt, in die Geschichte einzugehen".
Deutlich wird auch der
israelische Friedensaktivist Uri Avnery, der, ebenfalls in
Freitag (6.10.2006) zu den Papstäußerungen Stellung nimmt. Er
stellt zunächst in Anspielung auf die mittelalterlichen Auseinandersetzungen
zwischen Kaisern und Päpsten, eine "wunderbare Harmonie" zwischen "dem
gegenwärtigen Papst Benedikt XVI. und dem gegenwärtigen Kaiser George Bush
II." fest. Avnery legt dann Wert auf die Feststellung, dass der Islam in der
Geschichte viel toleranter war als die so genannten Christen. Die aus
Spanien vertriebenen Juden etwa wurden 50 Generationen lang im damaligen
osmanischen Reich geschützt, ehe sie im Völkermord der Nazis untergingen.
Schließlich bringt der israelische Journalist die Papstrede in Zusammenhang
mit dem Versuch Bushs, "die Herrschaft über die Öl-Ressourcen der Welt zu
rechtfertigen. Es wäre nicht das erste Mal im Laufe der Geschichte, dass ein
religiöses Mäntelchen über nackte wirtschaftliche Interessen gebreitet wird
... Die Rede des Papstes passt zu diesen Bemühungen. Wer kann uns die
möglichen unheilvollen Folgen voraussagen?"
2007
10.4.2007 -
Opus Dei -
einflussreicher Motor in der
katholischen Kirche - Tugend durch Abtötung? - Alles, was die
kirchlichen "Sektenbeauftragten" neuen religiösen Bewegungen - meist zu Unrecht
- vorwerfen, praktizieren sie in Wirklichkeit selbst. Beispiel Opus Dei: Dort
wird die "Abtötung" von Begierden und Sinnesreizen gelehrt und praktiziert, was
jedoch nur zu zeitweiligen Verdrängungen führt. Opus-Dei-Gründer Josemaría Escrivá de Balaguer (1902-1975) wurde am 6.10.2002 von Papst
Johannes Paul II. heilig gesprochen. Es handelt sich also nicht um eine
römisch-katholische Randerscheinung, sondern um eine Bewegung aus dem Zentrum.
Viele halten den einflussreichen Orden sogar für den eigentlichen Motor der
römisch-katholischen Kirche. Worum es dabei unter anderem geht, darüber
berichtete das ZDF in Frontal 21 am 10.4.2002. Der komplette Text
der Sendung ist einsehbar unter:
http://www.zdf.de/ZDF/download/0,5587,5000716,00.pdf
7.5. / 16.5.2007 -
Brasilien: Lutherischer
Beauftragter Wolfgang Behnk hilft dem Papst / Einstiger Völkermord mit
Zwangsbekehrung in Lateinamerika als "glückliche Schuld" verklärt / "Papierkugel-Priester"
Frei Galvao wird
heilig gesprochen - Die lutherischen
Kirchen verkommen nicht nur in Deutschland zunehmend zum Anhängsel der
römisch-katholischen Kirche. In Brasilien wurden die Lutheraner sogar schon
von evangelischen Frei- und so genannten "Pfingstkirchen" (ca. 35.000
Kirchen) überholt bzw. von konservativen evangelischen Gruppen, die man auch
"Evangelikale" nennt. Neben ca. 74 % Katholiken unter den 186 Millionen
Einwohnern (Tendenz massiv rückläufig) gibt es dort mittlerweile 15 %
Anhänger der Evangelikalen und Pfingstkirchen. Die
Anzahl der Evangelisch-Lutherischen liegt offenbar weit darunter und wird in
den meisten Statistiken deshalb gar nicht erwähnt.
Wie verhält sich in
dieser Situation die Luther-Kirche? Sie springt dem deutschen Papst Benedikt
XVI. bei, der am 9.5.2007 nach Brasilien reist, um die Katholiken
dort im katholischen Pferch zu halten. So verurteilt der evangelisch-lutherische
Weltanschauungsbeauftragte und Kirchenrat Dr. Wolfgang Behnk aus München die
Pfingstkirchen mit den Worten: "Sie vereinnahmen den Menschen für ein
totalitäres System mit christlichem Anstrich" (Fränkische Nachrichten,
7.5.2007) - eigentlich eine treffende Beschreibung für die
römisch-katholische Kirche und ihre Bischöfe und Priester (vgl. dazu "Der
Theologe Nr. 25" - Die Kirche - ein
totalitärer Götzenkult). Doch Dr. Behnk wendet bei dieser Beurteilung
die Methode der "Projektion" (= der meistens
fälschlichen Übertragung) von kirchlichen Zuständen und Missständen auf
Andersgläubige und kleinere
Gemeinschaften an. Denn auch das evangelisch-lutherische Glaubenssystem und
seine Staatslehre, dem er selbst anhängt, ließen sich treffend als
"totalitäres System mit christlichem Anstrich" beschreiben. Dies ist alles
ausführlich dargelegt in Der Theologe Nr. 1 -
Wer folgt Luther nach, und wer folgt Christus nach? Und als solche
Systeme haben sich die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische
Kirche in der Geschichte auch immer wieder präsentiert, wenn ihnen von der
Politik freier Lauf gelassen wurde.
So kann man auch fragen: Wir wurden
denn die Brasilianer und andere Südamerikaner einst römisch-katholisch?
Sie wurden im 15. Jahrhundert durch Eroberungskriege im Auftrag der Kirche
in Spanien und Portugal dazu gezwungen, und Millionen (!) von Menschen, die
sich nicht bekehren ließen, wurden gefoltert und umgebracht. Man spricht
manchmal vom "größten Völkermord aller Zeiten" (zit. in: Publik-Forum, 31.5.1991):
Bis Mitte des 17. Jahrhunderts wurden 100 Millionen indianische Ureinwohner
von den Katholiken ermordet, durch Zwangsarbeit zu Tode geschunden, oder
sie starben an Infektionen als Folge der Verfolgungen (z. B. Südwest-Presse,
2.5.1992).
Der Vorgänger
von Papst Benedikt XVI., Papst Johannes Paul II., hat dazu bei der
Fünfhundertjahrfeier der Evangelisierung Lateinamerikas (1492-1992) im
Jahr 1991 in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik gesagt: Zwar
seien die gewaltsamen Züge dieser Evangelisierung zu verurteilen.
Gleichzeitig habe sie aber zu einer "Ausweitung der Heilsgeschichte" (d. h.
der
Zwangskatholisierung der Bevölkerung) beigetragen, weswegen man im Hinblick
auf die Eroberer von einer "glücklichen Schuld" sprechen könne
(Spiegel special Nr. 3/2005, S. 91). In eine ähnliche Richtung
äußerte sich jetzt Papst Benedikt XVI., der sagte, "Christus"
sei der
"Retter" der Indianer gewesen, "den sich die
Indianer im Stillen herbeigewünscht hätten" (AP, 15.5.2007). Diese Äußerung "empört die
Indianer" (Hamburger Abendblatt, 16.5.2007). "Nach Angaben des
katholischen Indianermissionsrats in Brasilia wurden allein in Brasilien
zwischen 1500 und 2001 unter kirchlicher Oberhoheit etwa 1470 indianische Volksgruppen ausgerottet."
Die Rede von der "glücklichen Schuld" ist dann katholisch und mag
auch von den Lutherischen so betrachtet werden. Aber mit Christus hat es nichts zu tun.
Es ist antichristlich. Das spüren auch immer
mehr Brasilianer, die sich derzeit zu Millionen aufmachen, um Gott und Christus
anderswo zu suchen. Und auch wenn sie dann in den Pfingstkirchen genauso
wenig fündig werden, so wissen unzählige Menschen zumindest schon einmal,
wohin sie auf keinen Fall mehr zurück wollen.
Für die verbleibenden Katholiken zur Stärkung setzt der intellektuelle Scharlatan
aus Rom am 11.5.2007 einen neuen "Heiligen" ein.
Der Priester Frei Galvao (1739-1822) schrieb einst einige
Gebetsworte an Maria auf einen Zettel und knüllte diesen dann zu einer
Papierkugel zusammen. Der Gläubige sollte dann
beten und mehrere Papierkugeln (die so genannten "Pílulas") schlucken. Dieser Zauber
(dessen Erfolg wie bei jedem Zauber von der Stärke der Suggestion bzw. des
Placebo-Effekts abhängt) soll vielen geholfen
haben (ausführlicher unter
http://www.caiman.de/05_07/kol_2/index.shtml).
Für die
Heiligsprechung durch Benedikt XVI. entscheidend: Zwei Frauen bekamen keine
Kinder. Dann schluckten sie die Papierkugeln (praktisch als eine Art
katholische "Baby-Pille" im Gegensatz zur "Anti-Baby-Pille")
und wurden bald
schwanger - von der römisch-katholischen Kirche wurden diese
Schwangerschaften als Wunder von Frei Galvao anerkannt. Jede kleinere
Gemeinschaft würde für solche Praktiken jedoch lächerlich
gemacht
und attackiert, vor allem von Fernsehanstalten wie dem Bayerischen
Rundfunk. Im Hinblick auf die katholische Kirche pflegt man
aber auch bei diesem Thema
die übliche "Hofberichterstattung" (Stationen, 9.5.2007).
So zeigte man im Film z. B. kritiklos, wie die Gläubigen einen Geldschein auf eine
Drehscheibe legen. Die katholische Nonne legt auf der gegenüberliegenden
Seite die Frei-Galvao-Papierkugeln darauf und dreht dann die Scheibe. Dann
nimmt sie das Geld, und der Gläubige bekommt die
zusammengerollten Papierstreifen. "Auch knapp 200 Jahre nach
Galvaos Tod zieht es nahezu täglich tausende Menschen in ein Kloster
außerhalb Sao Paulos, um dort seine dünnen, papierenen ´Pillen`
zu kaufen", berichten Brasilien-Korrespondenten
(Netzeitung, 12.5.2007). Dabei sind es meist arme Menschen, die sich das
Geld für die Kügelchen regelrecht vom Mund absparen, und man kann davon
ausgehen, dass sich der Ansturm auf diesen Kult nach der Heiligsprechung
Frei Galvaos noch einmal vervielfacht.
Bei den
Katholiken Europas kennt man übrigens vergleichbare Kulte; z. B. die Schluckbildchen,
woraus sich auch die im Volksmund so genannten "Fresszettel" entwickelt haben (Dr.
Edmund Müller, Mittel zum Heil, Ausstellungskatalog, Beromünster 2005).
Mit Jesus von
Nazareth haben diese voodoo-ähnlichen katholischen Kulte allerdings nichts
zu tun, und nachweislich nehmen die Gläubigen dabei Papier
und eine bestimmte Dosierung Druckerschwärze zu sich, was beides aus
medizinischer Sicht nicht gegessen werden sollte. Und bald werden auch in Brasilien wieder Hunderttausende, denen der
neue "Heilige" Frei Galvao und seine
Papierkugeln nicht helfen, die Kirche verlassen, um Gott
außerhalb der kirchlichen Institution zu
suchen.
10.6.2007 -
Kardinal Lehmann sollte
in Riad/Saudi-Arabien eine katholische Messe lesen dürfen - Was müsste er
selbst dafür tun? - Kardinal Karl Lehmann möchte "in
Saudi-Arabien Gottesdienst halten dürfen, ohne verhaftet zu werden"
(Spiegel online, 9.6.2007). Dieser Wunsch ist begrüßenswert, genauso wie
die allgemeine Forderung nach Religionsfreiheit in islamischen Ländern. Der
Wunsch des Kardinals bedürfte aber sicher auch einiger Vorleistungen seitens
der römisch-katholischen Kirche, um eine politische Chance zu haben. Diese
könnten sein:
1.) Die römisch-katholische Kirche bereut das Leid, das sie durch
die Kreuzzüge in den arabischen Ländern angerichtet hat und bittet um
Vergebung. Die Vergebungsbitte darf nicht unverbindlich an die Adresse
von "Jesus Christus" gerichtet werden wie frühere "Vergebungsbitten",
sondern an die Seelen und Menschen, denen das Leid tatsächlich zugefügt
wurde, also z. B. an die zahllosen Ermordeten bzw. deren Nachkommen. Die
islamischen Religionsführer beraten die Kirche dabei, welche genaue Form von
den Moslems auch als echte Vergebungsbitte (und nicht nur als taktisches
Manöver) empfunden würde und die Kirche kommt diesen Wünschen entgegen. Beide
Seiten treten auch in Gespräche über eine mögliche historische
Wiedergutmachung ein.
2.) Die römisch-katholische Kirche erklärt, dass niemals mehr
katholische Soldaten arabische oder andere islamisch geprägte Länder überfallen werden. Und wenn sie es
doch tun, dann würden diese auf der Stelle exkommuniziert.
3.) Die römisch-katholische Kirche erklärt ihren bisher als "unfehlbar"
geltenden Lehrsatz für ungültig, der lautet: "Dem römischen Papst
sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.
Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir" (zit. nach
Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 430; siehe dazu
Der Theologe Nr. 18).
Auf diese Weise nimmt
die Kirche den Moslems die Angst, sie müssten sich entweder früher oder
später alle der
Kirche unterwerfen oder mit der dauernden Einschüchterung leben, später in der Hölle
ewig grausame Qualen zu erleiden. Und sie
nimmt den islamischen Regierungen die Angst, die Kirche möchte die
muslimische
Bevölkerung in diesem Sinne bewusst indoktrinieren bzw. einzelne gezielt aus
ihrer bisherigen Religion und aus ihrem Familienverbund heraus lösen.
Dazu wird kirchlicherseits auch der
ebenfalls als bisher "unfehlbar" geltende Lehrsatz für ungültig erklärt, der
lautet: "[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt" (zit. nach Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche,
Lehrsatz Nr. 381; siehe dazu Der Theologe Nr. 18).
4.) Die römisch-katholische Kirche erklärt, dass sie nicht im
Namen des Jesus von Nazareth spricht, der von allen Moslems als einer der
größten Propheten verehrt wird. Sie macht dazu den Menschen in den
arabischen Ländern klar, dass die Kirche die Person des Jesus in einen "dreieinigen" Gott
mit eingearbeitet hat, in dessen Namen sie spricht und der unter
Kaiser Konstantin im Jahr 325 zum verbindlichen "Gott der Kirche" erklärt
wurde. Wenn die Kirche also in ihren geplanten Messen in Saudi-Arabien von "Jesus" oder von
"Christus" spricht, dann sei nicht der Mensch Jesus gemeint, der
einst über die
staubigen Straßen Palästinas ging, der von einer "Dreieinigkeit" nichts
wusste (vgl. hier) und der von vielen Moslems geschätzt wird. Sondern es sei der
"Gott"
gemeint, dessen Konturen erst im 4. Jahrhundert verbindlich festgelegt
wurden und in den man einige Elemente der Botschaft von Jesus mit
aufgenommen hat. Diese Elemente könnten dann auch zu einer positiven
Verbindung zwischen Katholiken und Moslems beitragen.
Wenn Kardinal Karl Lehmann König Abdullah bin Abd al-Aziz diese
Vorschläge unterbreitet, dürften wesentliche Voraussetzungen dafür
geschaffen sein, dass eines Tages katholische Amtsträger in Riad und auch in
der übrigen islamischen Welt ohne Druck und Zwang ihren Glauben praktizieren
und Messen lesen dürfen. Dann sind auch wichtige Voraussetzungen dafür
geschaffen, die es den islamischen Ländern erleichtern würden, die
Religionsfreiheit einzuführen und einen Religionswechsel von Bürgern zu
tolerieren (Mehr zum Thema Kirche und Islam siehe oben
bzw. unsere Meldung hier).
11.6. / 23.7.2007 -
US-Präsident Bush: Vom
Vatikan nach Albanien - im Dienst der katholischen Interessen auf dem
Balkan? - Einen Tag nach seiner Audienz bei Papst Benedikt XVI.
am 9.6.2007 fuhr US-Präsident George W. Bush in die albanische Hauptstadt Tirana und
sorgte dort am 10.6.2007 für einen Paukenschlag im Hinblick auf die zu Serbien
gehörige Provinz Kosovo, in der zu 88 % Albaner wohnen, zu 7 % Serben
und zu 5 % andere Volksgruppen. "Der
Uno-Sicherheitsrat müsse die Entscheidung für eine Unabhängigkeit des
Gebiets zügig treffen" so Bush (Spiegel online, 10.6.2007). Und: "Sollte
Russland einen Beschluss weiter blockieren, werde der Westen handeln",
was immer das heißen soll. Mit anderen Worten: Wie im Jahr 1999
soll mit Serbien offenbar nur wenig verhandelt werden oder gar nicht
mehr. Sondern die
serbische Regierung soll letztlich in die Knie gezwungen werden. Die USA
möchten das Kosovo acht Jahre nach dem NATO-Angriff auf Jugoslawien zu einem
zweiten albanischen Staat in Europa umwandeln, nachdem es bis jetzt
völkerrechtlich zu Serbien gehört. Zwar ist eine Lösung notwendig, die sich
daran orientiert, dass die Mehrheit der Bevölkerung Albaner sind*, doch die hier angedrohte
Vorgehensweise schafft nur neuen Unfrieden und Hass. Sie hat auch nichts mit
Jesus von Nazareth zu tun, der lehrte, andere so zu behandeln, wie man
selbst behandelt werden möchte (Matthäus 7, 12). So ließ die Ankündigung
des evangelischen Präsidenten Bush wie aus dem Nichts
plötzlich die Kriegswolken wieder aufziehen, denn weder Serbien noch
Russland stimmen seinen Plänen zu.
Zum ganzen Komplex sind zwei Hintergründe von Bedeutung:
1.) Serbien ist stark von der serbisch-orthodoxen Kirche geprägt.
Die orthodoxen Kirchen wurden 1054 von Papst Leo IX. als "Quelle aller
Häresien" mehr oder weniger aus der römisch-katholischen Kirche verstoßen
(der Konflikt zog sich vom 5. bis ins 15. Jahrhundert hin). Doch der Vatikan
würde sich die orthodoxen Kirchen Osteuropas gerne wieder
einverleiben. So schreibt der bekannte Historiker Karlheinz Deschner über
Papst Benedikt XV. (1854-1922): "So betrachtet Benedikt die
[mit Rom] unierten [orthodoxen] Gemeinschaften als Vorposten der römischen
Kirche, die von Weißrussland und der Ukraine aus vorgehen und die
orthodoxe slawische Welt für das Papsttum gewinnen sollten (Opus Diaboli, S. 152).
Genau daran knüpft Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 wieder an, indem er
gleich nach seiner Papstwahl im Jahr 2005 die "Ökumene-Bemühungen" mit den
orthodoxen Kirchen verstärkt und entsprechende Maßnahmen einleitet (PS:
Das Ziel von "Ökumene" ist für die katholische Kirche immer die
Einverleibung anderer Kirchen). Sein "Minister" in dieser Angelegenheit, der
deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärt dazu: "Wir wollen den orthodoxen
Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen etwas geben: Das Petrusamt könnte
auch ihnen die universale Präsenz bringen" (Focus Nr. 33/2005).
Damit lässt der Vatikan bereits die Katze aus dem Sack. Er will den Orthodoxen das
"Petrusamt" "schenken", was praktisch bedeutet: Sie sollen sich wieder
dem Papst in Rom unterwerfen bzw. unterstellen. Das sind die Interessen des
Vatikan. Jede Schwächung der orthodoxen Kirche in Russland, in Serbien oder
anderswo käme dabei diesen Interessen des Vatikan
entgegen, da die selbstbewussten orthodoxen Kirchen sich bislang keineswegs
wieder dem "Stuhl Petri" in Rom unterwerfen wollen.
2.) Wie steht die serbisch-orthodoxe Kirche zum Kosovo? Dazu
hat die Bischofskonferenz der serbisch-orthodoxen-Kirche am 7.2.1999
eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: "Kosovo und Metohija sind das Zentrum des serbischen Staates und der
Kirche ... Was Jerusalem den Juden bedeutet, London den Engländern,
Notre-Dame den Franzosen und Moskau dem russischen Volk, das bedeuten Pec
und Prizren [zwei Städte aus dem Kosovo] dem serbischen Volk" (zit.
nach Heinz Ohme, Das Kosovo und die Serbisch-Orthodoxe Kirche, Öffentlicher
Vortrag in der Humboldt-Universität zu Berlin vom 14.6.1999). Die
orthodoxe Kirche fordert weiterhin gleiche Rechte für alle Albaner im Kosovo,
lehnt aber - wie nahezu alle Serben - ab, dass der Kosovo ein unabhängiger
zweiter albanischer Staat mit serbischer Minderheit wird.
Vor diesem Hintergrund ist der Auftritt von George W. Bush in
Tirana/Albanien eine deutliche Attacke
gegen Serbien und seinen Bundesgenossen Russland. Dass sich der
US-Präsident zuvor mit
Papst Benedikt XVI. auch über seine Kosovo-Politik verständigt bzw. geeinigt
hat, bzw. vom Papst Hinweise erhalten hat, könnte man vermuten. Zugeben würde dies im Vatikan wahrscheinlich
niemand. Es ist nun die Frage, wie man in Serbien und Russland darauf
reagiert. Den vatikanischen Interessen könnte es jedenfalls sehr entgegen
kommen, wenn die orthodoxen Kirchen so geschwächt werden, dass man der
Bevölkerung auf dem Balkan und in Russland eines Tages das "Petrusamt"
wieder leichter "schenken" kann.
Ein ungutes Omen: Die Ausgangslage vor dem 1. Weltkrieg
war im Jahr 1914 in mancher Hinsicht ähnlich: Serbische Attentäter ermordeten
damals den
katholischen österreichisch-ungarischen Thronfolger bei einer Fahrt durch Sarajevo in
Bosnien. Dies wurde von Österreich als ein Anschlag auf das katholische KuK-Imperium auf dem Balkan
gewertet.
Und darauf hin erklärte das katholische Österreich-Ungarn dem orthodoxen Serbien den Krieg. Russland
unterstützte sogleich Serbien, und Deutschland trat auf Seiten Österreich-Ungarns
in den Krieg ein. Manchem erschien es so, als ob die Deutschen dabei auch
den Wunsch von Papst Leo XIII. aus dem Jahr 1888 im Ohr hatten und auf diese
Situation bezogen, der lautete: "Deutschland muss einmal das Schwert der
katholischen Kirche werden" (zit.
nach Walter
Löhde, "Das päpstliche Rom und das deutsche Reich"). Das
große Morden des 1. Weltkriegs begann, abgesegnet von den Militärpfarrern
auf allen Seiten. Und am Ende des Krieges, so das Urteil von Historikern, hatte vor allem der Vatikan
"gewonnen", der seine Position im Laufe des Kriegs dann so
variierte, dass er rechtzeitig auf der Seite der späteren Sieger stand (siehe dazu hier).
* So
könnten z. B. die Landesteile, in denen viele Serben wohnen, wie bisher bei
Serbien verbleiben. Und für die Angliederung der anderen Landesteile an
Albanien könnten dem serbischen Staat und seiner Bevölkerung großzügige Entschädigungen angeboten werden.
Bzw.
es müssten im Einzelfall Kompromisse ausgehandelt werden, die immer die
Gleichberechtigung und den Schutz der jeweiligen Minderheit beinhalten
würden.
22.7.2007 - Exorzisten der römisch-katholische Kirche:
Harry Potter-Bücher und -Filme seien "Machwerk des Teufels". Sie
würden "dem
Teufel einen Weg" öffnen / Heutiger Papst im Jahr 2003: Sie "zersetzen"
"Christentum in der Seele" der Kinder - Während der
katholische "Sektenbeauftragte" des Bistums Essen, Gary Albrecht,
lobend auf Parallelen zwischen Harry Potter und dem Christentum hinweist
(z. B. Basler Zeitung, 20.7.2007), sehen das der Papst und die
Exorzismus-Verantwortlichen seiner Kirche
anders. Erst vor kurzem bezeichnete Papst Benedikt XVI. die
Harry-Potter-Bücher als "antichristlich" (Spiegel online, 21.7.2007).
Wörtlich schrieb er z. B. als Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation (früher
"Großinquisitor" genannt) in einem Brief vom 7.3.2003: "Dies sind
subtile Verführungen, die unmerklich und gerade dadurch tief wirken und das
Christentum in der Seele zersetzen, ehe es überhaupt recht wachsen konnte"
(zum Konflikt um dieses Thema siehe
http://www.kath.net/detail.php?id=11066).
Und jetzt legte der Exorzismus-Experte Padre Pedro Mendoza nach. Zum Abschluss einer
katholischen Exorzismus-Konferenz bezeichnete der mexikanische Haupt-Teufelsaustreiber
die Harry-Potter-Bücher als "schädlich für Kinder" (AP, 21.7.2007).
"Die Buchserie interessiere die Kirche nicht". Doch "die Geschichten von
Zauberei könnten dem Teufel den Weg in die Seelen junger Menschen öffnen".
Pedro Mendoza ist
"Exorzismus-Koordinator" in der Erzdiözese Mexiko-Stadt, wo die
römisch-katholische Kirche den Exorzismus - wie auch sonst überall auf der
Welt - erheblich forciert und ausgeweitet hat (siehe auch
hier). Wörtlich sagte der Exorzismus-Koordinator: "Wenn man alle diese Ideen in den
Kopf von Kindern steckt, dass man ein Zauberer werden kann, das Kind glaubt
das und das öffnet dem Teufel einen Weg, über den er eintreten kann".
Bereits im Jahr 2006 hat sich der Haupt-Exorzist der römisch-katholischen
Kirche in Europa, Pater Gabriele Amorth, gemäß eines Berichts des
australischen Daily Telegraph vom 28.2.2006 ähnlich geäußert:
Die Sache ende demnach beim Teufel. Der Mann des Vatikan, der bereits mehrere
Tausende Exorzismen vollzogen hat, wörtlich: "Es gibt keinen Zweifel,
dass in den Harry Potter Büchern die Unterschrift des Fürsten der Finsternis
klar enthalten ist." Damit wiederholte der Exorzist seine Warnung aus dem
Jahr 2001, dass die Harry-Potter-Bücher und -Filme "Machwerke des Teufels"
seien. Eine der Begründungen des kirchlichen "Teufels"-Experten: "Harry
Potter lügt in dem Roman mehrfach, was aber nicht bestraft wird. So werden
die Kinder der Welt zur Sünde der Lüge verführt"
(zit. nach http://www.kreuz.net/article.2798.html).
Doch
die frühere Stellungnahme des heutigen Papstes und die Warnungen der profilierten katholischen
Haupt-Exorzisten
sind vor
allem ein Ablenkungsmanöver, um die Hintergründe und Abgründe der
eigenen Kirche verborgen zu halten. Wie "dem Teufel" der Weg "in die Seelen
junger Menschen" z. B. tatsächlich geöffnet wurde, lesen Sie hier:
"Der Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche - Warum
musste Anneliese Michel sterben?
Und siehe dazu aktuell für das Jahr 2011 unten: Fürchtet der
Papst Parallelen zwischen ihm und dem dunklen Lord Voldemort aus der
Harry-Potter-Saga?
6.9.2007 -
Papstbesuch in Österreich - Informationen für die Bevölkerung
- Lesen Sie hier unter
www.papst-besuch.net
8.9. / 9.9.2007 -
Benedikt XVI. in
Österreich: Der symbolische und der reale Niedergang des Papsttums -
Während im Jahr 2005 verheerende Überflutungen in den Alpen erst begannen,
nachdem der Papst - im Flugzeug vom Weltjugendtag aus Köln kommend - im
Sinkflug seinen Geburtsort Marktl und die Region gesegnet hatte (siehe
hier), sind die Überschwemmungen
dieses Mal schon vorher eingetreten. Zwei vorbereitete Pilgerwege
nach Mariazell wurden zum Papstbesuch überflutet und der eigens für den
Papst umgebaute Hubschrauber konnte wegen des Wetters nicht starten. Auf dem
dritten vorbereiteten Pilgerweg starben zudem zwei ältere Pilger an
Kreislaufversagen. Der Papst flüchtete sich angesichts dieser tragischen
Ereignisse in Spekulationen über das
Jenseits und
behauptete, die "Muttergottes" habe die Pilger "direkt zum Herrn hingeführt"
(Spiegel online, 8.9.2007).
Zum Glück für das Kirchenoberhaupt kann dies niemand nachprüfen. Doch
im Diesseits hat jedenfalls nachweisbar die Klimakatastrophe nun auch den Papst
unmittelbar erreicht. Das ist insofern von Bedeutung, da das Oberhaupt der
Kirche sich in den letzten Jahrhunderten auch als "Lenker des Erdkreises"
bzw. "Rektor der Welt" (Liber Pontificalis, 1596) krönen ließ - offensichtlich nur eine "leere Worthülse", denn der Papst ist den Naturgewalten des Erdkreises genauso hilflos ausgeliefert wie
die meisten anderen Menschen auch. Hinzu kommt die kirchliche Verantwortung
für den verheerenden Klimawandel (vgl. hier).
In Wien konnte Benedikt XVI. dann auch seine Rede über die Bedeutung
"Marias" für Österreich nicht beenden (Netzeitung 7.9.2007). Im Dauerregen
setzte er mehrfach an: "Schon vor der Erschaffung der Welt ..."
Stromausfall. Auch auf der Großleinwand wurde alles schwarz. Benedikt
trat schließlich stumm segnend ab (Spiegel
online, 7.9.2007) - ein starkes Symbol dafür, dass der Papst besser
schweigen sollte als weiterhin Unwahrheiten über die Mutter von Jesus zu verbreiten.
Von den erwarteten 30.000 Besuchern kamen zudem nur
ca. 7000, die Hälfte davon Schüler, die vor die Wahl gestellt wurden: Entweder
zum Schulunterricht oder zum Papst! Die meisten blieben in der Schule.
Und von denen, die zum Papst gingen, erregten viele den Unwillen der wenigen Gläubigen: "Die rauchen,
trinken Bier, keiner hört zu und die Lieder singen sie auch nicht mit"
(Die Gläubige Ingrid Wallner, Main-Post, 8.9.2007).
|
Wer zu einem Menschen "Heiliger Vater" sagt, verhöhnt damit den "Heiligen Vater" "im Himmel", zu dem Jesus betete (Johannes 17, 11), der "allein heilig" ist (Offenbarung 14, 4) und der auch in unseren Herzen wohnen möchte. Jesus hatte die Menschen sogar ausdrücklich gelehrt: "Ihr sollt niemanden auf Erden ´Vater` nennen, denn einer ist Euer Vater, der im Himmel" (Matthäus 23, 9). Die Kirche jedoch nennt ihren Führer sowohl "heilig" (obwohl nur Gott "heilig" ist) als auch "Vater" (obwohl Jesus ausdrücklich lehrte, keinem Menschen diesen Titel zu verleihen). |
Kritiker deuten die Überflutungen während des Papstbesuchs in
Österreich auch als mögliche symbolische Vorboten neuer Überflutungen mit
Skandalen. Und ausgerechnet zum Auftakt des katholischen Pilgerzugs nach Mariazell
verbreiten die Nachrichtenagenturen weltweit, dass die Diözese San Diego
in den USA
akzeptiert hat, 200 Millionen Dollar an Entschädigung für insgesamt 144
Opfer von Sexualverbrechen von römisch-katholischen Priestern zu zahlen.
Damit erhöhen sich die Entschädigungssummen alleine in den USA auf drei
Milliarden Dollar, wohinter sich unermessliches Leid verbirgt. Fünf Diözesen gingen in den USA
auf diese Weise bereits an den eigenen Sünden bankrott, und
zahlreiche Priester sind in Haft bzw. vorbestraft (z. B. Bild.T-Online,
Newsticker, 8.9.2007). Und nachdem die österreichische Kirche bereits
in den 90-er Jahren von Sexualverbrechens-Skandalen geschüttelt wurde, fürchten viele
demnächst auch dort eine neue Aufklärungswelle.
Erst im Mai 2007 wurde enthüllt, dass der Bischofsvikar von Kloster
Heiligenkreuz und Stellvertreter von Christoph Kardinal Schönborn sich an
einem Frater sexuell vergangen hatte, den es daraufhin aus der Bahn warf
(siehe unsere Meldung hier).
Jetzt kam
Benedikt XVI. nach Heiligenkreuz, und wer weiß, was alles hinter den
Kulissen lief.
Und nicht nur in Österreich steht dem Papst das Wasser bis zum Hals. Vgl.
zuletzt den Bericht über die Papstreise
nach Brasilien. Derweil versucht er zwar, die
bestimmende Rolle des Vatikan wenigstens auf die Entwicklung Europas zu
halten - einen Kontinent, den die Kirche seit Jahrhunderten faktisch
beherrscht wie ein Reiter, der das Ross (= den Staat und die Staaten) lenkt
(vgl. dazu Der Theologe Nr. 23) und
der es wie in früheren Jahrhunderten letztlich Richtung Abgrund lenkt. Doch
seinen Niedergang kann das Papsttum damit nicht aufhalten, und es ist die
Entscheidung der Politiker, entweder einem blinden "Lenker" zu folgen oder echte demokratische Werte
zu fördern, die auch den Prinzipien des großen Menschheitslehrers Jesus von
Nazareth entsprechen (vgl. dazu
Der
Theologe Nr. 34).
Siehe dazu auch u. a. unsere Meldungen:
Die Vertreter der Demokratien lagen einträchtig zu Füßen
der Diktatur des Heiligen Stuhls
Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikts XV. fort?
Soll das vereinigte Europa katholisch werden?
PS: Die Hauptaussage des Papstbesuchs
in Österreich soll nach
ersten Resümees von Journalisten gewesen sein,
den Sonntag mehr zu heiligen.
Durch Kirchgang ist dies jedoch nicht möglich.
Siehe dazu unseren Artikel zum 3. Gebot:
Sich besinnen
auf die große Einheit und zu den "Kirchen
aus Stein".
2008
21.3.2008 -
Karfreitag: Kirche lässt indirekt beten, dass Juden Katholiken werden
- Offiziell wird in der katholischen Kirche für die Juden gebetet, "damit
sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen". Was legen
Papst Benedikt XVI. und der Vatikan nun in diese Worte hinein? Aus ihrer
Sicht würde das praktisch heißen, dass Juden Katholiken werden.
Und das heißt im Klartext, dass das jüdische Volk Jesus, den Christus, so falsch verstehen
und seine Botschaft ins Gegenteil verkehren soll, wie dies die
römisch-katholische Kirche tut.
Denn Kirche einerseits und Jesus Christus andererseits hat nicht viel
miteinander zu tun (siehe z. B.
Der Theologe Nr. 25). Der Zentralrat der Juden in Deutschland wirft dem Papst in diesem
Zusammenhang Respektlosigkeit vor (siehe z. B.
http://www.focus.de/politik/ausland/karfreitagsfuerbitte_aid_266486.html).
Der Hintergrund ist u. a. das römisch-katholische Dogma. Für die Kirche
zählt nämlich zu den "unfehlbaren" Lehrsätzen auch folgender:
"[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche,
dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr
bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der
Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so
viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so
kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der
Einheit der katholischen Kirche bleibt.` (Fulgentius)"
(Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381 -
ein grausamer Unsinn; näheres dazu in
Der Theologe Nr. 18 und in
Der Theologe Nr. 19).
PS: Während der NS-Zeit hat es den
Juden in Deutschland übrigens nichts genützt, wenn sie sich zur katholischen oder
evangelischen Kirche bekehrt hatten. Sie wurden von ihrer Kirche überwiegend fallen
gelassen bzw. ausgeschlossen und von den Machthabern, die mit der Kirche kooperierten, vergast.
Besonders niederträchtig war es dabei, wenn die Kirche die von ihr
missionierten Juden sogar an die Nazis (die übrigens ebenfalls überwiegend
katholische oder protestantische Kirchenmitglieder waren) verraten hatte
(mehr dazu in
Der Theologe Nr. 4, z. B.
hier).
23.3. / 24.3.2008 -
"Magdi Allam" heißt jetzt "Christian" - Provozierende Medien-Inszenierung in der
Osternacht: Papst macht prominenten Muslim durch Taufe zum Kirchenmitglied
- Ausgerechnet in der
weltweit am Fernsehen übertragenen Osternacht aus dem Petersdom im Vatikan
vollzieht der Papst die katholische Taufe an einem der prominentesten
Muslime Italiens, dem Journalisten Magdi Allam von der Zeitung Corriere
della Sera. Damit wird der Ägypter auch Mitglied der
römisch-katholischen Kirche. Er wählte eigens einen Taufnamen, nämlich
"Christian", und "bezeichnet den Islam als eine Religion, die
von Hass und Intoleranz charakterisiert sei. Er sei von einer Ideologie
befreit worden, die Lüge und Gewalt legitimiere, Mord und Selbstmord
hervorrufe sowie für blinde Unterwerfung unter eine Tyrannei stehe"
(idea, 24.3.2008).
Mit seiner Hinwendung zur Kirche habe er angeblich die
"authentische Religion der Wahrheit, des Lebens und der Freiheit" gefunden
(zit. nach idea, 24.3.2008).
Möglicherweise wurde er aber über seinen
neuen Glauben nur unzureichend informiert (mehr dazu siehe z. B. in
Der Theologe Nr. 18 oder in
Der Theologe Nr. 25)
bzw. über dessen Geschichte (vgl. z. B. Informationen zur Inquisition
einst und jetzt).
Der Termin der Taufe und die vom Vatikan hergestellte weltweite Öffentlichkeit
sind natürlich gezielt so gewählt, denn Papst Benedikt XVI. zieht seinen Kurs
gegenüber Andersgläubigen freundlich, aber knallhart, provozierend und
öffentlichkeitswirksam durch. Dahinter steckt der nach römisch-katholischer
Lehre "unfehlbare" Lehrsatz: "Dem römischen Papst
sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.
Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir"
(Neuner-Roos,
Der Glaube der Kirche, Nr. 430, siehe dazu Der
Theologe Nr. 18). Sowie, dass
Andersgläubige, welche die Kirche kennen, sich aber ihr nicht anschließen,
angeblich später dem "ewigen Feuer" "verfallen" (siehe Lehrsatz Nr. 381
oben).
- Zu Papst und Islam siehe auch
hier
- Zu Papst und Judentum siehe oben
- Zu Papst und Protestanten siehe z. B.
hier
9.4.2008 -
Vatikanischer Totenkult - Leiche von Johannes Paul II. soll mit Wachsmaske
in Glassarg - Die im krassen Gegensatz zum urchristlichen
Auferstehungsglauben stehende römisch-katholische Reliquien- und
Leichenverehrung führt dazu, dass sich täglich 15.000 - 20.000 Menschen
durch die Nische in den Vatikanischen Grotten unter dem Petersdom drängen,
um am Grab von Papst Johannes Paul II. vorbei zu pilgern. Um den Totenkult
zu erleichtern, soll die Leiche des ehemaligen Papstes
deshalb jetzt verlegt und in einen Glassarg umgebettet werden. Sein Gesicht soll dabei
von einer Wachsmaske, die seine Gesichtszüge trägt, geschützt werden
(Focus online, 9.4.2008;
http://www.focus.de/panorama/welt/vatikan-johannes-paul-ii-soll-glassarg-bekommen_aid_268970.html).
Während für Christen beim Tod die unsterbliche Seele den sterblichen
Naturkörper verlässt, der darauf hin wieder der Natur, der Erde oder dem
Feuer, übergeben wird, versucht die Kirche, die Körper ihrer ehemaligen
Anführer zu "konservieren". Hierzu hatte ein Kind einmal beim Tod von
Johannes Paul II. die Frage gestellt: "Wird der Papst jetzt ausgestopft?"
Über die genauen Techniken der Konservierung bzw. Einbalsamierung bei
Päpsten weiß der römische Präparator Massimo Signoracci Bescheid.
Zu Hintergründen dieser Praktiken siehe unsere Meldung: Konservierung
für die Auferstehung? sowie die Informationsschrift
Freie Christen Nr. 6 über Kirche und
Tod.
Anmerkung: Obwohl die Kirche
vordergründig lehrt, dass Jesus auferstanden sei, zeigt sie an ihren
Kruzifixen weiterhin seinen furchtbar geschundenen Leib am Kreuz. Dies ist
letztlich ein Todessymbol, während ein Kreuz ohne Corpus demgegenüber als
ein Lebenssymbol angesehen werden kann, da es die Auferstehung
veranschaulicht. Zum Kruzifix als Todessymbol mehr in
Freie Christen Nr.
6 und
Der Theologe Nr. 2.
15.4. / 20.4.2008 / 16.9.2011 -
Papstbesuch in USA: Drohte Präsident George W. Bush Iran
mit Krieg? - Und
bekommt er dafür im Hinterzimmer den päpstlichen Segen? Bush sieht in
den Augen des Papstes "Gott". Hört er ihn auch aus dessen Mund?
- Kurz vor dem
Papstbesuch im Weißen Haus in den USA drohte George W. Bush dem Iran vermutlich noch einmal den Krieg
an, wenn dieser sich "falsch" entscheide. Oder wie soll man verstehen, wenn
Bush für diesen Fall sagt "America will act" (= "Amerika wird handeln")? In
der Vergangenheit ließen sich die US-Präsidenten ihre Kriege vor allem von
dem protestantischen Prediger Billy Graham "absegnen" (siehe dazu
Der Theologe Nr. 22). Vielleicht hat
George W. Bush vor dem Iran mehr Angst als vor bisherigen Kriegsgegnern, und
er möchte für diese Pläne deshalb zusätzlich den Segen des Papstes.
Offiziell sagte dieser, er zähle auf die Unterstützung der USA "für die
geduldigen Bemühungen der internationalen Diplomatie, Konflikte zu lösen"
(Bild, 16.4.2008). Den Irak-Krieg verschwieg er. Das heißt auch: Keine
öffentliche Kritik an der Politik der US-Regierung. Der Verrat an Jesus, dem Christus, besteht
dabei schon darin, dass auch der Vatikan "für den Notfall" bzw. hinter den
Kulissen einen Krieg befürworte, wenn dieser "gerecht" sei (Die Lehre von
einem möglicherweise "gerechten Krieg" ist bis heute römisch-katholisches
Glaubensgut. Mit Jesus hat sie nichts zu tun).
Der Vorwurf an den Iran lautet unter
anderem, er würde
militante schiitische Gruppen im Irak unterstützen, was die "Bevölkerung" im Irak,
also einen Teil der Mehrheit der Sunniten, gegen Iran aufbringe.
Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Satz von George W. Bush an die
einst in Afghanistan regierenden Taliban: "Die Taliban müssen handeln, und
sie müssen sofort handeln. Sie werden die Terroristen ausliefern, oder sie
werden deren Schicksal teilen" (zit. nach Süddeutsche Zeitung, 21.9.2001).
Da die Taliban sich nicht in diesem Sinne "richtig" entschieden hatten,
folgte der seither andauernde Krieg, genannt "Enduring Freedom". Bei
seinem Gedenken auf Ground Zero am 20.4.2008 bedachte der Papst aber
offenbar nur die unmittelbaren Opfer des bis heute nicht genau geklärten
Anschlags. Die unzähligen unschuldigen Opfer der durch die Ereignisse des
11.9.2001 ausgelösten Angriffe der USA blieben anscheinend unerwähnt.
Immerhin sagte er an die Adresse Gottes, dieser möge den Frieden in die "Welt" und in die "Herzen"
bringen. Das würde aber bedeuten, dass derjenige, der sich "Christ" nennt,
wozu auch sein Gesprächspartner George W. Bush gehört, damit anfängt, indem er z.
B. die "Goldene Regel" der Bergpredigt anwendet, die lautet: "Alles, was ihr
wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch" (Matthäus, 7, 12).
Bush handelte jedoch immer wieder nach dem Leitsatz: "Wenn die Leute uns nicht das tun,
was wir von ihnen wollen, dann werden wir mit Waffengewalt versuchen,
sie dazu zu zwingen."
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die religiöse Dimension des Afghanistan-
und Irak-Krieges für den Präsidenten der USA.
George W. Bush richtet sich nach den Worten des ehemaligen
palästinensischen Außenministers Nabil Schaath nach einer Stimme aus dem
Jenseits, die er "Gott" nennt. Diese Stimme soll Bush u. a. dazu aufgefordert haben: "George, geh los
und bekämpfe diese Terroristen in Afghanistan!" Und zwei Jahre später sagte ihm
diese Stimme: "George, geh los und beende die Tyrannei im Irak!" (Focus
online, 8.10.2005) Nun antwortete George W. Bush auf die Frage
"Was sehen Sie, wenn Sie in die Augen des Papstes blicken?"
Dort sehe er "Gott" (http://www.kath.net/detail.php?id=19566).
Also: Er sieht in Joseph Ratzinger das Wesen, das ihn dem palästinensischen Außenminister aufgefordert
habe, die beiden letzten Kriege zu beginnen. Deshalb die weitere Frage: "Wenn
Präsident Bush ´Gott` in den Augen des Papstes sehe, spricht er für ihn dann
auch aus dessen Mund?" Und was sagt dieser, wenn keine Kameras mit dabei sind?
Dass der Vatikan nicht wirklich gegen den Krieg ist, machte auch der
US-amerikanische Militär-Erzbischof Edwin F. O´Brien deutlich, der am Beginn
des Irak-Kriegs davon sprach, dass es völlig angemessen sei,
"dass die
Mitglieder unseres Militärs ... ihre militärischen Pflichten guten Gewissens
ausführen (KNA, 26.3.2003). Und weder hatte damals Papst Johannes
Paul II. widersprochen noch heute Papst Benedikt XVI.
Zum Treffen Ratzinger-Bush: Benedikt XVI. war der erste und
einzige Gast, den George W. Bush gleich persönlich am Flughafen empfing.
Schon vor der Leiche von Benedikts Vorgänger ist der US-Präsident im April 2005 in
die Knie gegangen. Siehe dazu unsere Meldungen vom
3.4.2005 und
10.4.2005. Der Präsident
erweist also dem Vorgesetzten einer Organisation, die wie keine andere in
Verbrechen und Skandale verwickelt war und ist, diese besondere Ehre. (PS:
Bis jetzt wurden z. B. schon
ca. 5000 Priester der römisch-katholischen Kirche in den USA pädophiler
Verbrechen angeklagt.
Doch die Dunkelziffer der Täter ist wahrscheinlich weit höher.)
Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki Moon,
erwartete von Joseph Ratzinger "spirituelle Unterstützung". Immer mehr Menschen erkennen jedoch,
was sich hinter den glanzvollen frommen Masken der Kirchenführer und ihren volltönenden,
aber hohlen Worten
wirklich verbirgt. Sehr sehr wenig und manchmal das Gegenteil von dem, was
die Worte suggerieren.
Jüngstes Beispiel für die Hohlheit: Die komplizierten und allgemeinen
Theorien, die der Papst am 18.4.2008 vor der UNO vorlas. Während das
Weltenschiff auf dramatische Weise sinkt, verlor sich der "blinde
Blindenführer" im Papst-Talar in selbstverliebten und für den normalen Bürger
meist unverständlichen
Wortkonstruktionen ohne konkrete Lösungsvorschläge, die erst ihm wohl
gesonnene Journalisten verständlich aufbereiteten (siehe dazu
"Der Theologe Nr. 54", Der blinde
Blindenführer in Rom und sein Missbrauch von Jesus). Wenn man dann noch
bedenkt, was der ganze weit gehend ergebnislose Aufwand kostete (mehrere
Millionen Euro)! Kein Wunder, dass der Zustand der Welt bei solchen
"spirituellen Führern" so ist, wie er ist ...
Zu Verbindungen zwischen der US-Regierung und dem Vatikan
siehe auch:
Achse Washington - Vatikan
Der Papst und die "Neue Weltordnung"
Ökumenische politische
Doppel-Strategie
Balkan-Politik
17.4. / 20.4.2008
/ 17.9.2011 -
Der Schmutz hinter den festlichen Gewändern - Papst "schämt
sich" für ca. 5000 pädophile Verbrecher im Priester-Talar in den USA. Aber
keine Vergebungsbitte - Strafanzeige
gegen Papst Joseph Ratzinger beim Internationalen Strafgerichtshof für
Menschenrechte in Den Haag
- 13.000 Kinder wurden
in den USA in den letzten Jahren und bzw. Jahrzehnten Opfer von ca. 5000 römisch-katholischen Priester
und die Dunkelziffer ist damit noch lange nicht erfasst
(siehe hier). Der Papst
empfinde darüber nun "tiefe Scham" und kündigt Entlassungen von pädophilen
Würdenträgern und Hilfe für die Opfer an. Doch den Satz "Wir bitten alle
Opfer um Vergebung" hat er einmal mehr nicht gesagt.
Zudem weist auch der
katholische Opfer-Verband Snap (Survivors Network of those Abused by Priests =
"Überlebenden-Netzwerk von denen, die von Priestern missbraucht wurden")
darauf hin, dass z. B. noch immer "hunderte Bischöfe willentlich und
wiederholt" Gemeindemitglieder hintergingen, gegenüber der Polizei schwiegen
und Kinder weiter Risiken aussetzten (Spiegel online, 17.4.2008). Im
September 2011 hat SNAP nun Strafanzeige gegen Papst Joseph Ratzinger vor
dem Internationalen Strafgerichtshof für Menschenrechte in Den Haag gestellt
wegen Verbrechensvertuschung und -förderung, wie schon zuvor zwei
Rechtsanwälte aus Deutschland (siehe z. B.
http://www.kanzlei-sailer.de/pm-sogar-snap-geht-nach-den-haag-150911.pdf).
Hier sind jedoch auch die Eltern mit schuld, wenn sie ihr Kind weiter der
Kirche anvertrauen. Denn in dieser Größenordnung sind die bis jetzt
aufgedeckten Sexualverbrechen
an Kindern durch Priester keine Einzelfälle mehr, sondern es gehört
zum "System" der Kirche (PS: Es gibt in den USA derzeit ca. 42.000 katholische
Priester). Eltern, die ihre Kinder unter diesen Umständen in die "Pädophilen-Hochburg"
Kirche und in die Nähe von Priestern lassen, spielen deshalb Russisches Roulette mit
der Seele ihrer Kinder.
Im Baseball-Stadion in Washington prangerte
Benedikt XVI., eskortiert von 14 Kardinälen, 250 Bischöfen und 1300
Priestern, am 17.4.2008 derweil insgesamt den "Werteverfall" in der Gesellschaft
an.
Pornografie und Gewalt seien heute in vielen Haushalten durch die Medien
zugänglich. Damit lenkt er leider von dem Sachverhalt ab, dass z. B. sexuelle
Ausschreitungen an Kindern in seiner eigenen Kirche überdurchschnittlich häufig
passieren. So wirkte es sehr zwiespältig, als Papst Benedikt bei seiner
Abschlussmesse im Yankee-Stadion in New York die Katholiken aufrief, ihre
"moralischen Überzeugungen" "in die Gesellschaft hineinzutragen"
(ARD-Tagesschau, 20.4.2008).
Betty Ianny, heute 50 Jahre alt und früher eines der Missbrauchsopfer,
kritisiert in diesem Zusammenhang den Papst: "Er spricht davon, Scham zu empfinden,
doch das ist himmelschreiend weit entfernt von der Scham, mit der Opfer ihr
ganzes Leben leben müssen" (Spiegel online, 17.4.2008).
Die Kirche hatte zwischen 1980-2002 ca. eine Milliarde Dollar an sexuell
missbrauchte Kinder und Jugendliche und ihre Angehörige bezahlt, wenn diese
schweigen. Und seit dem Jahr 2002 folgten immerhin weitere zwei Milliarden Dollar an
Entschädigungszahlungen. Doch für viele Opfer kommen diese Gelder zu
spät, wie folgendes Ereignis zeigt:
Eine kleine Gruppe von Demonstranten hielt in Washington ein Plakat mit Fotos von 60
Kindern aus ihrer Umgebung hoch. Ca. ein Viertel der Fotos hatten einen
schwarzen Rand. Die jungen Menschen hatten Selbstmord begangen. Ihnen
droht nach römisch-katholischer Lehre zudem angeblich eine "ewige Hölle"
(siehe Der Theologe Nr. 18). Die pädophilen
Priester kämen später jedoch in den Himmel, wenn sie korrekt
römisch-katholisch glauben. In der Kirche werden die Menschen also nicht nur
körperlich, sondern auf diese Weise auch seelisch auf das Schändlichste
traktiert (siehe dazu auch "Der Theologe Nr.
19", Es gibt keine ewige Verdammnis).
Und zu den Verbrechen in der
Kirche siehe auch "Der Theologe Nr. 24", Die
Kirche und die Hölle auf Erden.
14.6.2008 -
Wird US-Präsident George W. Bush
römisch-katholisch? - Es wäre in gewisser Weise folgerichtig.
Nach dem Übertritt des Irak-Kriegsherren und ehemaligen britischen
Premierministers Tony Blair von der Anglikanischen in die
Römisch-Katholische Kirche könnte in absehbarer Zeit auch der Übertritt von
George W. Bush von den evangelischen Methodisten zur katholischen Kirche erfolgen. Das zumindest erwägt der evangelische
Nachrichtendienst idea. Siehe dazu
http://www.idea.de/index.php?id=181&tx_ttnews[tt_news]=65647&cHash=8c2379308e
-
Siehe dazu auch unsere Meldung über den
Papstbesuch in den USA im Mai 2008 und über weitere Hintergründe zu den
Beziehungen Vatikan-USA.
8.12.2008 -
Die Angst
geht um im Vatikan - Verstärkte Bewaffnung - "Seit Monaten mehr
sich die Drohungen gegen den Vatikan", so Bild am 6.12.2008.
"Der Papst musste handeln. Die Gendarmerie erhielt eine moderne, neue Uniform
und dazu Waffen. Jetzt müssen die Gendarmen des Papstes wieder
Schießtraining absolvieren." Und der Journalist, der im Vatikan akkreditiert
ist, schreibt: "Keiner spricht gern darüber, aber nach dem Bombenanschlag in
Bombay ist es noch deutlicher zu spüren: Die Angst geht um im Vatikan."
Zum Hintergrund: Neben den Gendarmen gibt es im Vatikan die bekannte
Schweizergarde. Und über sie heißt es in dem Artikel wörtlich: "Die
Schweizergardisten trainieren regelmäßig mit der Schweizer Armee und sind
mit Pistolen vom Schweizer Hersteller SIG Sauer und mit Sturmgewehren
ausgerüstet."
Was ist ein Sturmgewehr? "Nach taktischen Gesichtspunkten ist das
´Sturmgewehr` eine Handfeuerwaffe, welche die Einsatzbereiche des Gewehrs,
gegebenenfalls sogar eines Scharfschützengewehrs, und einer Maschinenpistole
gleichermaßen abdecken soll," so das Internet-Lexikon Wikipedia
(Stand: 8.12.2008). Die Eigenschaften: "Zielgenaues,
durchschlagskräftiges Einzelfeuer im Fernkampf" und "Hohe Feuerdichte im
Nahkampf".
Doch was im Vatikan üblich ist und jetzt ausgerechnet in der so
genannten "friedlichen" Vorweihnachtszeit noch einmal verschärft wird, ist
bei den Reichen dieser Welt das "Normale": Leibwächter, Scharfschützen,
strengste Sicherheitsmaßnahmen. Doch der Vatikan nennt sich "christlich",
und so müsste er sich schon die Frage gefallen lassen: Würde Jesus, der
Christus, der den Kreuzweg gegangen ist, seine Jünger mit Sturmgewehren
trainieren lassen? Oder Scharfschützen in Position bringen lassen? Oder hat Jesus
der Christus, einst die Schwerter oder Speere der Soldaten gesegnet?
Und: Woher kommt die Angst im Vatikan? Könnte es nicht sein,
dass man Angst hat, dass einen das eigene unbereinigte Schicksal einholt?
Jahrhunderte lang hat man Kriege geführt oder zu Kriegen aufgerufen und die Waffen gesegnet, und
die Täter von einst gelten heute oft als Heilige oder Selige. Das ist der
Gegensatz zu dem Mann aus Nazareth, der lehrte: "Wer das Schwert nimmt,
der wird durch das Schwert umkommen."
Der Historiker Karlheinz Deschner sagte dazu in einem Interview:
"Nein, Kriege, Kriege in eigener Regie, führt
der Papst inzwischen keine mehr, nicht mehr gegen Heiden und nicht mehr
gegen Christen, weil man ihm alles, womit er Jahrhunderte lang Kriege
geführt, weggenommen hat - Truppen, Generäle, Schlachtschiffe, Kanonen,
Festungen, Waffenfabriken. Doch gibt es Möglichkeiten, die Menschen auf
andere Weise, gleichsam friedlicher zu bekämpfen. Ideologisch, durch
dogmatischen Wahnsinn, der sich ja nie mit dem bloßen Glauben begnügt, der
"missionieren", ausgreifen will; durch Unterstützung einer desaströsen
Gesellschaftsmoral, die die Armen zugunsten der Reichen betrügt; durch eine
desaströse Sexualmoral, die im Mutterschoß schützt, was sie preisgibt im
Krieg ... Im Übrigen ist das Papsttum, seine ganze Geschichte beweist es,
intolerant durch und durch, ist tolerant nur, wenn es die Opportunität
erheischt, wenn es zweckdienlich ist, wenn es einfach nicht mehr anders
geht, aber nur dann!" (Main-Post, 1.10.2008)
So nützt es auch nichts, wenn man
heute zur angeblich besseren Sicherheit das Schwert oder die Lanze durch
Pistolen und Sturmgewehre ersetzt. Die Angst wird bleiben, solange man z. B.
weltweit so genannte Militärseelsorge betreibt, um die Soldaten in ihren
Kriegen zu stärken. Irgendwann schlägt der Kriegsgegner zurück und trifft
dann vielleicht auch diejenigen, die bis heute den Soldaten mit ihren Segnungen immer
wieder ein gutes Gewissen verschaffen.
Lesen Sie dazu auch "Der
Theologe Nr. 39" - Die Angst geht um im Vatikan: Bewaffnete Einheiten
schützen den Papst
23.12.2007 / 26.11.2008 -
Die etwas andere
Meldung zum Weihnachtsfest - Verhöhnung von
Christus: 10.000 sterbende Kinder pochen jeden Tag an die schweren Tore des
Vatikan - Maria und Josef (der leibliche Vater von Jesus) reisten
einst unter schwierigsten Umständen nach Bethlehem zur angeordneten
Eintragung in die Steuerlisten. Maria war in großer Sorge um ihr Kind, denn
sie stand kurz vor der Entbindung. In Bethlehem angekommen, fand die Familie
schließlich keine Unterkunft, wo Maria
ihr Kind hätte zur Welt bringen können. Auch hatten sie kaum etwas zu essen.
Liebe Mütter, die Sie das jetzt lesen: Erinnern Sie sich, als Sie ihr erstes
Kind zur Welt brachten, um vielleicht zu ahnen, wie es wohl Maria ergangen
ist!
Doch
eine Frau erbarmte sich und gab der Familie wenigstens ein Dach über den Kopf, den
Stall, wo die Körper der Tiere den Menschen ein klein wenig Wärme in der
eisigen Kälte spendeten.
Die Kirche hat aus diesem dramatischen Ereignis
jedoch ein brutales
Götzen-Kitsch-Fest gemacht: mit Wachsfigürlein in der Krippe (anstatt auf
den späteren erwachsenen Jesus zu hören), mit heidnischen Kulten (z. B.
abgeschlagenen Bäumen) und mit Abermillionen brutal hingemetzelter Tiere für
den Gaumenschmaus, obwohl die Mägen der meisten Genießer
schon überfettet sind. Es ist das alljährliche Massaker an "Ochs und Eselein" zum
Genuss für die
menschlichen Leiber.
Auch heute sind Maria und Josef wieder auf
Herbergssuche. Und jeden Tag mit ihnen Tausende verhungernde und erfrierende
Menschen. Und so pochen jeden Tag auch 10.000 verhungernde Kinder an die
schweren Tore des Vatikan. Doch die Goldschätze der Priester sind für sie
unerreichbar (siehe hier). Die Priester rufen immer nur ihre Gläubigen zum Spenden auf.
Sie selbst tasten das Milliardenvermögen ihrer Institution mit ihren
goldverbrämten Kirchenschätzen nicht an. Sie schwenken ihr Weihrauchfass
über ihren kulinarischen Festen und verkünden dabei haarsträubende Dogmen und
Lehren, die sie aus dem antiken Heidentum übernommen hat
- wie z. B. eine angebliche Jungfrauengeburt Marias.
Was soll denn so
schlimm daran gewesen sein, wenn sich Maria und Josef ein Kind wünschten und
dies in gegenseitiger Liebe zeugten? Schlimm ist das nur für die
Geheimniskrämer im Vatikan, die den natürlichen Zeugungsakt verteufeln (er
soll angeblich eine Erbsünde übertragen, die ohne kirchliche "Vergebung"
wiederum in
die ewige Verdammnis führen soll), während Tausende von Pädophilen in ihren
Reihen sich im Geheimen an Kindern sexuell vergehen anstatt Verantwortung
für Kinder als Familienväter zu übernehmen wie einst Josef dies tat.
Vielleicht könnte man zum Thema "Liebe" noch sagen: Gott liebt natürlich
auch die Priester. Aber Er liebt sie nicht als Priester. Er hat nie Priester
gewollt und ihre Kulte sind Ihm ein Gräuel. Und wenn diese nicht umkehren, werden sie spätestens als Seelen im
Jenseits erleiden, was sie anderen angetan haben, weil die angebliche kirchliche
Absolution von Sünden bzw. die angebliche Minderung von Sündenstrafen durch
priesterliche Vollmacht ein weiterer Unsinn ist,
den die Kirche ebenfalls aus Götzenkulten hergeleitet hat. Denn kein
Priester kann so etwas. Weder ein römisch-katholischer noch ein anderer. Die Menschen können sich immer nur gegenseitig
vergeben, und überall, wo dies geschieht, kommt ein
Segen über die Menschen. Dazu braucht es jedoch keine Priester und
Pfarrer. Denn Priester können als Priester selbstverständlich auch nicht segnen. Sie
geben das nur vor, und die Abergläubigen glauben es.
Hier eine kleine Geschichte für ein Weihnachtsfest ohne Kirche:
http://www.theologe.de/weihnachtsgeschichte.htm
Und hier eine Erzählung über die Geburt von Jesus ohne die kirchlichen
Verfälschungen:
http://www.theologe.de/jesus_geburt.htm
2009
2.2.2009 -
Bischofseinsetzung:
Vatikan ignoriert einmal mehr alle Vorschläge der Betroffenen -
Im
Jahr 1953 schrieb der Dichter Bertolt Brecht nach dem gescheiterten
Aufstand in der DDR am 17. Juni: "Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung
löste das Volk auf und wählte ein anderes?" (Gedicht: Die Lösung)
Diesen Rat könnte sich vielleicht bald auch einmal der Vatikan zu Herzen nehmen.
Denn die Katholiken wünschen sich meist andere "Hirten" als die, welche man
ihnen schließlich vorsetzt, so dass man mehr und mehr den Eindruck gewinnt: Das
Kirchenvolk passt schon lange nicht mehr zu den Vorstellungen der oberen
Hierarchie. Und so zeigte sich jetzt in Österreich einmal mehr, wie das letzte
"totalitäre" System Europas mit seinen Gläubigen umgeht: Kein Vorschlag aus den
Reihen der Diözese Linz in Österreich für die Besetzung des Amtes
des Weihbischofs war dem Papst gut genug, und er setzte von oben ohne jede
Rücksprache einfach einen ganz anderen ein: Gerhard Maria Wagner gilt als
erzkonservativ und als harter Kritiker der Harry-Potter-Bücher und -Filme
(siehe dazu unsere Meldung hier).
Doch die Katholiken sind selbst schuld an ihrer
Entmündigung. Solange sie sich von unchristlichen Verdammnisdrohungen einschüchtern lassen,
ihren Führern absolutistische Macht zugestehen, und sie in einem fast beispiellosen Personenkult
auch noch huldigen, kriegen sie die Leute vorgesetzt, die sie noch mehr
einschüchtern.
Dieses Mal zog sich allerdings zwei Wochen nach seiner
Ernennung der "Günstling" des Papstes wieder zurück und verzichtete auf sein Amt.
Nach dem häufig auf "sehr unbarmherzige und lieblose Weise" erfolgten
Widerstand, so der vom Papst gewollte Gerhard Wagner (orf, 15.2.2009),
habe er den Auftrag an den Papst "zurück gegeben". Wären die Untergebenen
folglich barmherziger und liebevoller gewesen, hätten sie einmal mehr wieder
nichts bewirkt. Nun darf der Papst erneut alleine entscheiden und sich einen
anderen suchen.
Mit Jesus von Nazareth hat das alles sowieso nichts zu tun. Er setzte
weder Priester noch Bischöfe ein noch wollte er, dass Anführer im Glauben andere
bevormunden. Auch kostümierte er seine Jünger nicht mit
Kleidern, die wie Frauenkleider aussehen und auch nicht mit speziellen Mützen,
Hüten, Stäben, Schals, Ketten, Wappen und mit weiterem Brimborium und Klunker. Jesus war ein
Mann des Volkes, nicht der Kirche, und er lehrte die Menschen, dass sie zu Gott
einfach "Vater" sagen können. Die katholischen Obrigkeiten jedoch werden mit
"Exzellenzen",
"Eminenzen" oder gar "Heiliger Vater"
tituliert und als angebliche Mittler zu Gott hingestellt. Doch zu dem Gott,
den uns Jesus lehrte, kann man
schlicht und einfach "Vater" sagen - nicht etwa "Heiliger Vater",
obwohl der Schöpfergott der einzige wirkliche heilige Vater wäre. So wie es u.
a. in der Offenbarung des Johannes heißt: "Denn du allein bist heilig" (15,
4). Und um Ihm näher zu kommen, braucht man ein ehrlich suchendes Herz, aber
keinen mit Titeln und Kritteln behangenen Mittler. Deshalb auch die Frage: Stellen sich die katholischen Würdenträger mit ihren Titeln nicht
über Gott? Und: Wenn ich zum Schöpfergott "Vater" sagen kann, wozu brauche ich
dann noch eine Eminenz? Oder einen Weihbischof? Oder einen Papst?
Siehe auch unsere Seite:
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm
3.2.2009 -
Antisemitismus-Diskussion in der Kirche: Deutscher Distriktoberer der
katholischen Piusbruderschaft fordert Juden auf, sich römisch-katholisch
taufen zu lassen, um sich von der "Schuld ihrer Vorväter" zu distanzieren
/ Lehnen Piusbruder-Bischöfe auch Religionsfreiheit ab?
- Die von Papst Benedikt XVI. ohne Widerruf wieder in den Schoß der
Kirche integrierte ultrakonservative Piusbruderschaft widerspricht dem Vorwurf,
sie sei antisemitisch und verweist z. B. auf Papstäußerungen, wonach Christen
und Juden "Brüder" seien. Allerdings ist es erst einige Wochen her,
dass der
deutsche Distriktobere der Piusbruderschaft, Franz Schmidberger, in seinem
unwidersprochen gebliebenen Rundbrief an alle 27 Pius-Bischöfe vor Weihnachten 2008 schrieb: "Die
Juden unserer Tage […] sind des Gottesmordes mitschuldig, solange sie sich nicht
durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer
Vorväter distanzieren"
(Spiegel online, 19.1.2009).
Wenn man sich in diesem Zusammenhang jedoch einmal bewusst macht, welche
unermessliche und überwiegend noch ungesühnte Schuld sich die
römisch-katholische Kirche in ihrer Geschichte auflud durch Kreuzzüge,
Inquisition, Hexenverbrennungen, Judenverfolgungen, Aufstachelung zu Kriegen
usw. (vgl. www.kirchenopfer.de),
ist es ein Hohn, dass ausgerechnet die katholische Taufe Andersgläubige
angeblich von
einer Schuld befreien soll, die sie noch nicht einmal selbst begangen haben. Und wer
eine "Gottheit Christi" oder was auch immer bekennt, jedoch nicht tut, was
dieser als Mensch lehrte, der verhöhnt Jesus, den Christus auch auf diese Weise - gleich,
wer nun das Geistwesen Christus vor seiner Inkarnation in den Menschen Jesus von
Nazareth gewesen ist.
Zudem zeigen die Erfahrungen aus dem Dritten Reich, dass es den Juden z.
B. damals wenig half, sich in Deutschland evangelisch oder katholisch taufen zu
lassen. Sie wurden trotzdem ausgegrenzt und
schließlich mit den anderen vergast, die nicht in die Kirche überwechselten.
Mehr dazu in: Der Theologe Nr. 4 - Die
evangelische Kirche und der Holocaust
daraus der Auszug, die katholische Kirche betreffen:
Die katholische Kirche und der
Holocaust
Zum Schicksal evangelisch getaufter Juden im Dritten Reich siehe z. B.
vier Absätze aus Der Theologe Nr. 4:
1938
1939
Büro Grüber
1941
Vergleichbare Dokumente aus der römisch-katholischen Kirche liegen uns derzeit
noch nicht vor. Es dürfte dort jedoch nicht grundsätzlich anders gewesen sein. Für Hinweise sind wir dankbar.
PS:
Die katholische Piusbruderschaft in Deutschland macht auch Stimmung gegen die
Türken in Deutschland. "Die Türken,
so Schmidbergers Schreiben (siehe oben), würden
Deutschland mehr und mehr als Kolonie betrachten. ´Erster Punkt: Eroberung von
ganzen Stadtvierteln! Zweiter Punkt: Eindringen in die Stadtverwaltungen!
Dritter Punkt: Kinder! Einer von den Moslems sagte: Wir werden die Deutschen im
Wochenbett überwinden!` Schmidberger stachelt zum Handeln an: ´Ja, sollen wir da
weiter die Hände in den Schoß legen, oder sollen wir reagieren? Oder was sollen
wir tun?`" (Spiegel online, 3.2.2009)
Und weiter:
Über die von
Benedikt XVI. wieder in die volle Kirchengemeinschaft aufgenommenen vier Piusbruder-Bischöfe schreibt Gernot Facius,
katholischer Journalist bei der Zeitung Die Welt: "Alle vier
Traditionalistenbischöfe sperren sich, wie ihr Vorbild Marcel Lefebvre, gegen
die volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils - manche ihrer
Äußerungen lassen den Schluss zu, sie lehnen es zur Gänze ab. Das betrifft die
Beschlüsse über die Religionsfreiheit, über das neue Verhältnis zu den
Juden und die positiven Aussagen zur Ökumene" (idea-spektrum Nr. 6/2009).
Wer Ohren hat zu hören, der höre. Nach römisch-katholischer Lehre müssen
Andersgläubige, welche die katholische Kirche kennen, aber nicht in sie
eintreten oder in ihr ausharren, ohnehin später in eine ewige Hölle (siehe z.
B.
hier).
6.2. / 26.2. / 3.3.2009 -
Kardinal verteidigt die Wiederaufnahme von Bischof Richard
Williamson / Williamson kritisiert auch Menschenrechte / "Entschuldigung" von
Richard Williamson reicht dem Vatikan nicht. Dabei "entschuldigt" sich der
Papst nicht besser / Beschönigungen und Umdeutungen der Verbrechen der
Kirche durch die Päpste - Der Vatikan geht in die Gegenoffensive.
Kardinal Javier Lozano Barragán erklärt:
"Williamson habe zwar eine ´Dummheit` begangen, dafür müsse aber
niemand exkommuniziert werden, so der 76-jährige Mexikaner. Außerdem werde
niemand wegen einer Sünde aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, sondern
wegen schwerer Verstöße gegen deren Lehren"
(http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,605972,00.html).
Und die Leugnung des Holocaust ist folglich kein schwerer Verstoß gegen die katholischen
Lehren, auch wenn diese zunächst von Bischof Richard Williamson vorgetragene
Position z. B. von den
argentinischen Bischöfen "energisch abgelehnt" werde (Bild, 6.2.2009). Kritisch steht der Bischof auch zu den universellen
Menschenrechten: ´Wo die Menschenrechte als eine objektive Ordnung verstanden
werden, die der Staat durchsetzen soll, da kommt es immer zu einer
antichristlichen Politik`" (Spiegel online, 7.2.2009). Doch auch die
"Menschenrechte" gehören nicht zum römisch-katholischen Glaubensbekenntnis. Schwere Verstöße gegen katholische Lehren, welche die Exkommunikation
nach sich ziehen lesen Sie in "Der Theologe Nr. 18"
- Der Glaube der Kirche. Das Fluchwort "Der sei ausgeschlossen" bedeutet
nach römisch-katholischer Lehre die Exkommunikation und im Jenseits später die
Verdammnis.
Außerdem ist für die katholische Kirche nicht maßgeblich, was die argentinischen
Bischöfe sagen (Williamson leitet in Argentinien in Priesterseminar der
Piusbruderschaft), sondern, was in den Dogmen steht, und was der Papst
entscheidet.
Und dieser hat die Exkommunikation von Richard Williamson aufgehoben, ihn jedoch
unabhängig davon aufgefordert, den Holocaust nicht mehr zu leugnen.
"Richard Williamson sagt dem SPIEGEL, er wolle zunächst
die historischen Beweise prüfen - ´das wird Zeit brauchen`". Am 26.2.2008
erklärte er schließlich, seine diesbezüglichen Äußerungen gäben die Meinung
eines "Nicht-Historikers" wieder, die sich auf "Erkenntnisse von vor 20 Jahren"
gestützt hätten (Focus online, 26.2.2009)
und die seither "selten in der Öffentlichkeit geäußert worden
ist" (Spiegel online, 26.2.2009).
Wörtlich schrieb
Richard Williamson an
den Vatikan: "Der Heilige Vater
und mein Oberer, Bischof Bernard Fellay, haben mich ersucht, die
Bemerkungen, die ich vor vier Monaten gegenüber dem schwedischen Fernsehen
gemacht habe, neu zu überdenken, da deren Folgen sehr schwerwiegend gewesen
sind. In Anbetracht dieser Folgen [der Leugnung des Holocaust] kann ich
wahrheitsgemäß sagen, dass es mir leid tut, diese Bemerkungen gemacht zu
haben, und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich im Vorhinein um den
ganzen Schaden und den Schmerz gewusst hätte, die diese verursachen würden,
besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der
Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich" (Spiegel online, 26.2.2009).
Dies Erklärung sei nach für den Vatikan jedoch "vage" und "unzureichend" (Spiegel online, 27.2.2009).
Dazu kann man sagen: Natürlich sind Bischof Williamsons Worte "vage" und "unzureichend".
Doch sollte sich der Vatikan hier vor allem an die eigene Nase fassen.
Denn verglichen mit den bisherigen Entschuldigungen der Päpste Johannes Paul II.
und Benedikt XVI. sind die Worte eher
weitgehend. So hat sich Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 in einem vom
damaligen Kardinal Joseph Ratzinger maßgeblich verfassten Bekenntnis "Mea
Culpa" für die Verbrechen der Kirche so "vage" "entschuldigt", dass man gar
nicht mehr von einer Entschuldigung sprechen kann.
Siehe dazu unser Offener Brief:
Das Schuldbekenntnis des
Papstes - eine ungültige Beichte?
Und als der Präsident Venezuelas Hugo Chavez im Jahr 2007 eine
Entschuldigung des Papstes für dessen Umdeutung des Völkermordes an den
Indianern forderte, hat Benedikt XVI. noch nicht einmal mehr öffentlich
reagiert. Papst Joseph Ratzinger hatte in Brasilien tatsächlich behauptet,
die Indianer, die zu Hunderttausenden von den katholischen Eroberern
massakriert wurden, hätten ihre Katholisierung "still herbei gesehnt"
(siehe z. B.
http://www.netzeitung.de/spezial/derpapst/648359.html). Kann
Benedikt XVI. angesichts dieses Tuns der Päpste im Ernst erwarten, dass sich
der Pius-Bruder-Bischof deutlicher von seiner Leugnung des Holocaust
distanziert? Oder hat Williamson nur von den Päpsten gelernt, wie man
geschickt formuliert, was man aber am liebsten gar nicht sagen möchte?
24.2. / 25.2.2009 -
Anzahl der "Seligen" und "Heiligen" bereits
über 7.000 - Jetzt
zehn neue "Heilige" / Die Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust -
Zu den "Heiligsprechungen" siehe dazu unsere Hintergrundinformationen und
aktuelle Kommentierung auf
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Heiligsprechungen
Zur Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust, der in Kirche und
Gesellschaft zuletzt immer wieder thematisiert wurde,
siehe
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Holocaust
Siehe dazu auch:
Die "heilig" und "selig"
gesprochenen Päpste
6.3.2009 -
Pius-Bruderschaft wirft deutschen
Bischöfen "unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" vor -
Die Pius-Brüder stärken den Papst und werfen den deutschen Bischöfen
"unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" und sogar "Lügen" vor.
Mehr dazu siehe
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,611852,00.html
18.3.2009 -
Papst in Afrika:
Benutzung von Kondomen "verschlimmert" AIDS-Problem / Nonne, die Kondome
verteilte, wurde in den 90er-Jahren entlassen /
Stern: "Kirche braucht
eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu den Dogmen steht" /
Finanzierung des Besuches unklar -
Während man in Deutschland noch um
die Dramatik des Amoklaufes von Winnenden sprach, hat der Papst in Afrika eine
andere Problematik: "Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung
von Kondomen regeln. Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem",
so Papst Benedikt XVI. (tagesschau.de, 17.3.2009). "Vielmehr sei eine
spirituelle und menschliche Erneuerung der einzige Weg aus der auf dem Schwarzen
Kontinent grassierenden Seuche" (stern.de, 17.3.2009).
Der Papst besucht Kamerun und Angola.
Über die Finanzierung des Besuches ist wenig bekannt. Als Papst Johannes Paul II.
im Jahr 1990 Tansania besuchte, haben sich viele arme Familien verschuldet -
in eine Dorf brachten die Bewohner z. B. einen ganzen Monatslohn für die polizeilichen
Sicherheitsvorkehrungen für den Papst auf (Bild, 4.2.2000). Und um ihr Gesicht
nicht zu verlieren, sind die meisten armen Familien dieser Aufforderung auch
nachgekommen. So berichtete die Nonne Maria Lauda. Als in den 90er-Jahren
bekannt wurde, dass die Nonne Kondome gegen die AIDS-Seuche verteilt hatte, sei sie
von ihrem Orden entlassen worden.
Über die Politik des Papstes in Afrika schreibt stern.de: "Angesichts
des weltweit schwindenden Einflusses der katholischen Kirche, die sich immer
weniger auf die Glaubensfestigkeit ihrer mitteleuropäischen Schäfchen verlassen
kann, ist der Papst geradezu gezwungen, schnellstmöglich starke Allianzen zu
schmieden. II. Vatikanisches Konzil hin oder her. Nur so kann er verhindern,
dass die jahrhundertlange Macht und der finanzielle und politische Einfluss des
Vatikans in der Gesellschaft irgendwann verschwinden. Die Kirche braucht ihre
ultrakonservativen Anhänger. Eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu
den Dogmen der Mutter Kirche und gegen die Säkularisierung der westlichen Welt
steht [zum Glauben der römisch-katholischen Kirche siehe
Der Theologe Nr. 18]. Benedikt XVI will in die
Kirchengeschichte als ein Papst eingehen, der als Heerführer des christlichen
Abendlandes den Kampf konsequent geführt hat." (18.3.2009).
11.6. / 27.6.2009 -
Kommen die
Scheiterhaufen wieder? Vatikanische Aussagen zur Religionsfreiheit haben nicht
"höchsten lehramtlichen Stellenwert" / Setzen sich Gegner der
Religionsfreiheit in der katholischen Kirche durch? / Vor 1200 Anhängern drei
neue Pius-Priester in Zaitzkofen geweiht / Priester als Gegenspieler des Jesus
von Nazareth -
Die
Piusbrüder entlarven die römisch-katholische Mutterkirche. Anlässlich neuer
Priesterweihen der Bruderschaft, die von Papst Benedikt XVI. teilweise
rehabilitiert wurde, erneuerte die katholische Gruppierung ihre
Positionen. Hierüber schreibt das Main-Echo: "Die Piusbruderschaft hält
unterdessen an ihrer Grundsatzkritik an den Lehraussagen des Zweiten
Vatikanischen Konzils fest. Texte wie jene zur Religionsfreiheit besäßen nicht
höchsten lehramtlichen Stellenwert und dürften daher kritisch in Frage gestellt
werden, sagte der Dialogbeauftragte des deutschen Distrikts der Bruderschaft,
Pater Matthias Gaudron, in Freiburg" (11.6.2009).
Deutlicher
formuliert es der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers, der schreibt:
Der "biblisch fundierte
Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf dem Sprung, von
neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische
Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73). Und so könnte man fragen:
Rüsten sich Kräfte in der Kirche schon für eine neue Führungsrolle in der Zeit
nach einem möglichen Ende des Mittelstands?
(siehe dazu diese Meldung)
Derweil scheint der Vatikan den Vormarsch der totalitären Bruderschaft, die
z. B. die katholischen Lehraussagen über "Religionsfreiheit" ablehnt, still bewusst zu dulden.
Und vielleicht ist es sogar im Sinne des Vatikan, wenn man für die
Bevölkerung "unangenehme" Aussagen nicht selber formulieren muss,
sondern eine Bruderschaft vorschieben kann - da kann man dann auch mal schnell wieder etwas abrücken, wenn
der Protest aus dem Volk zu laut würde. Die Pius-Bruderschaft hat
die Wegweiser für die römisch-katholische Kirche zumindest bereits zurück ins
Mittelalter gestellt.
Am
27.6.2009 fand nun eine Open-Air-Priesterweihe von drei neuen Priestern der
Bruderschaft St.Pius X. in Zaitzkofen bei Regensburg statt. Der oberste Chef der
Bruderschaft, Bernard Fellay, erklärte dazu: Wir weihen die Priester "für die
katholische Kirche" (abendzeitung.de, 27.6.2009).
Bei seinem Besuch im Vatikan [am 5.6.2009] hätte er
"keinerlei Signale bekommen, dass die Weihen gegen Kirchenrecht verstoßen
würden" (Der Spiegel, zitiert nach Münchner Merkur, 15.6.2009).
Zwar verlautete aus dem Vatikan müde, die Weihe sei "nicht zulässig". Doch "Benedikt XVI. habe in Gesprächen mit ihnen Verständnis für sie ausgedrückt",
so Pius-Chef Bernard Fellay
(abendzeitung.de, 27.6.2009).
So
wächst die extremistische Unter- bzw. Parallelorganisation der Rom-Kirche
ständig weiter. Am
20.6.2009 wurden in Winona/Minnesota bereits 13 weitere Männer zu
römisch-katholischen Priestern im Sinne der Bruderschaft St.Pius X. geweiht
(Spiegel online, 23.6.2009) und bereits am 28.6. in Econe in der
Schweiz vor über 2.500 fanatisch Gläubigen erneut acht Priester. Focus online
schreibt dazu:
Vatikan machtlos
(http://www.focus.de/politik/ausland/piusbruderschaft-immer-neue-priesterweihen_aid_412474.html). "Die Kirche blutet aus", so die Warnung der
Ultrakonservativen an Rom (www.abendzeitung.de, 27.6.2009).
Und tatsächlich gibt es immer weniger Priester,
und unter den immer weniger werdenden "geweihten" Männern haben sich schon
Tausende pädophiler Verbrechen schuldig gemacht.
PS: Jesus von Nazareth weihte keine Priester, und er hatte auch
keine Mesner und Messdiener an seiner Seite. Und er hat keinem seiner Nachfolger gesagt, dass er
Priester werden soll oder Priester weihen soll. Somit haben Priesterweihen
nichts mit Jesus, dem Christus, zu tun, egal von wem und mit welchen Motiven sie vollzogen werden.
Die
Priester seiner Zeit waren viel mehr die erbittertsten Gegner des Jesus von
Nazareth. Sie vollziehen Kulte und Rituale und projizieren ihr eigenes
geheimniskrämerisches Leben auf Gott, dem sie angebliche "Geheimnisse"
unterstellen.
Im wissenschaftlichen Lehrbuch Kompendium der Kirchengeschichte
des bekannten Kirchenhistorikers Karl Heussi heißt es dazu: Ab dem Jahr 200
"bildet sich die unüberbrückbare Kluft zwischen Klerus und Laien und der
hierarchische Zug des neuen christlichen Priesterstandes" (Karl Heussi,
Kompendium der Kirchengeschichte, Tübingen 1991, S. 58). "Grundlegend war
die Ausgestaltung des bischöflichen Amtes. Sie stand im engsten Zusammenhang mit
der Entwicklung des Dogmas, der Kirchenzucht und des Kultus; besonders das
Aufkommen des Opferbegriffs, der den Priesterbegriff nach sich zog, wandelte die
Stellung des Bischofs ... Aus dem Dienst derer ´die sich solche Mühe geben, euch
im Namen des Herrn zu leiten` wurde die volle, uneingeschränkte Herrschaft über
die Gläubigen." (S. 79)
Das alles ist römisch-katholisch. Doch mit Jesus von Nazareth hat es nichts zu
tun.
Vgl. dazu auch
"Der Theologe Nr. 13": Wie die Priester die Herrschaft
über das Volk erlangten
9.10.2009 -
La Santa
Alianza - "Der Geheimdienst des Papstes"
- Das in Italien erschienene Buch La Santa Alianza von Eric Frattini
sorgt schon vor der deutschen Übersetzung auch in Deutschland, für
Gesprächsstoff. Da die katholische Kirche in Deutschland mit weltweit
einmaligen astronomischen Milliardensubventionen vom deutschen Staat jährlich finanziert
wird (http://www.stop-kirchensubventionen.de),
haben die deutsche katholische Kirche und die Katholiken ihrerseits viele Mittel übrig, die wiederum
zu einem erheblichen Teil in den Vatikan fließen.
In Deutschland berichtete etwa Bild und Funk in Nr. 38 vom
19.9.2009. Die Kernthesen von Eric Frattini:
1) Der Vatikan betreibt das
beste Spionagenetzwerk der Welt - neben der "heiligen Allianz", "la Santa
Alianza", soll es auch eine eigene Spionageabwehr geben, die "Sodalitium Pianum".
2) Die Agenten des Papstes waren im Zweiten Weltkrieg aktiv. So folgten etwa
katholische Agenten der deutschen Wehrmacht nach Russland, um dort den
katholischen Glauben zu fördern.
3) Die Agenten des Papstes brachten den
Ostblock zu Fall (vgl. dazu hier und
Der Theologe Nr. 22).
4) Ein
Machtkampf der Dienste gipfelte in dreifachem Mord (siehe dazu
http://www.das-weisse-pferd.com/00_13/morde_im_vatikan.html).
Die
These: "Mussten etwa drei Menschen sterben, weil [der Chef der
Schweizergarde, Alois] Estermann zu viel über die Operationen der heiligen
Allianz wusste?"
5) Geheimsache Geld: Der Vatikan machte mit der Mafia
gemeinsame Sache (vgl. dazu
http://www.das-weisse-pferd.com/98_19/vatikan_mafia.html).
17.11.2009 -
"TV-Hören und Sehen": "Die dunklen Geheimnisse des Vatikans"
- Die Fernsehzeitschrift TV Hören und Sehen veröffentlicht in ihrer
Ausgabe Nr. 47 vom 21.-27.11.2009 die Dokumentation Tatort
Vatikan - Die dunklen Geheimnisse des Vatikan. Darin geht es u. a. um die
Völkermorde bei der Eroberung Südamerikas, die Judenverfolgungen, die Kreuzzüge,
die "Heiligkeit" der Päpste, die Geschichtsfälschungen im Namen der Kirche oder
die Erfindung des Zölibat.
In dem Artikel heißt es u. a.: "Der Palast des
Vatikans hat 12.523 Fenster. Dennoch ist das, was in dem Palast vorgeht, so
undurchsichtig, als seien die Fenster aus Beton."
21.11. / 26.11.2009 -
Korruption, Mafia, Steuerhinterziehung,
Geldwäsche, Opus Dei, Schmuggel in die
Schweiz, Leichen - Vatikan außer Rand
und Band. Lesen Sie
http://www.format.at/articles/0938/525/251407/die-geschaefte-vatikan-buch-finanznetzwerk-geldwaesche
So geht es z. B. um geheime Konten der Mafia bei
der Vatikanbank und vieles mehr. Es sind in einem Nachlass (des Vatikan-Bankers
Renato Dardozzi) Beweise und Dokumente aufgetaucht, "die an Brisanz jeden
verschwörungstheoretischen Roman schlagen". Mafia-Gelder wurden z. B. als
"wohltätig" getarnt und im Vatikan "weiß gewaschen". Die Geschichte Italiens
wäre anders verlaufen, wären diese Verbrechen vorher bekannt geworden, so
Ex-Staatsanwalt Antionio Di Pietro. Neue Enthüllungen auch zum "plötzlichen" Tod
von Johannes Paul I. und zur Rolle von Johannes Paul II., der die Verbrecher
"schützte".
Siehe dazu auch: Der Bankrott der
Banco Ambrosiano und die Morde an Roberto Calvi und Michele Sindona
Aktualisierung: Ganz allmählich dringen einzelne Nachrichten
durch. So heißt es am 26.11.2009 bei bild.de:
"Die Justizbehörden ermitteln wegen Verdachts auf Geldwäsche, berichtet
die italienische Tageszeitung ´Il Giornale`. Insgesamt gehe es um 180 Millionen
Euro, die über eine Unicredit-Filiale beim Vatikan in den vergangenen drei
Jahren auf nicht transparente Weise umgebucht worden sein solle."
Lesen Sie dazu auch:
Mehr als eine Tonne Gold
in der Vatikanbank?
19.12.2009 -
Vatikan schützt den Namen "Papst" und "päpstlich", Freie Christen den
Namen "Christus" und "christlich"
- Vielleicht kommt es ja doch noch zu einer Einigung zwischen der
römisch-katholischen Kirche und den "Freien Christen für den Christus der
Bergpredigt aller Kulturen weltweit".
Die Freien
Christen haben die römisch-katholische Kirche verklagt, sich wegen der
unzähligen Gegensätze zu Christus in Zukunft nicht mehr "christlich"
nennen zu dürfen, sondern stattdessen "katholisch" oder
"römisch-katholisch". Auch die Bezeichnung "päpstlich" wird der
Vatikankirche nicht streitig gemacht, im Gegenteil. Gerne dürfe sie sich
nach Überzeugung der Freien Christen auch "päpstlich" nennen.
Den Schutz des Namens "Papst" und der Bezeichnung "päpstlich" hat nun
auch eine Meldung des Presseamtes des "Heiligen Stuhls" zum
Inhalt.
Kathnews.de schreibt:
"Das Presseamt des Heiligen Stuhls hat am
heutigen 19. Dezember 2009 eine ´Erklärung zum Schutz der Gestalt des
Papstes` veröffentlicht, wonach beispielsweise die Verwendung des
päpstlichen Wappens auf Internetseiten durch den Heiligen Stuhl
autorisiert werden muss. Wörtlich heißt es: ´Daher muss die Verwendung
all dessen, was sich direkt auf die Person und das Amt des Papstes
(Name, Bild, Wappen) bezieht, wie auch der Bezeichnung ´päpstlich`
ausdrücklich und im Voraus vom Heiligen Stuhl autorisiert werden.`
Diese Erklärung aus Rom könnte eine Grundlage für die Einigung zwischen
Freien Christen und Katholischer Kirche sein, wenn es im Februar in
Freiburg 2010 in Deutschland zum Prozess kommt. Die Broschüre mit der
Abmahnung und der Klage kann weiterhin [2011] gratis über den Theologen bestellt
werden (einfach E-Mail mit
Postadresse senden).
2010
1.2. / 3.2.2010 -
Papst Johannes
Paul II. peitschte sich mit seinem Hosengürtel
- Es gibt ein neues Buch über Papst Johannes Paul II., geschrieben vom
Haupt-Postulator seiner "Seligsprechung", dem polnischen
Hochwürden Slawomir Oder. Der Titel:
Perché è santo. Il vero Giovanni Paolo II raccontato dal postulatore
della causa di beatificazione (= Warum er heilig ist: der wahre Johannes
Paul II., dargestellt vom Postulator des Seligsprechungsverfahrens).
Kath.net schreibt unter anderem: "Johannes Paul II. verbrachte
die Nacht immer wieder auf dem nackten Boden. Ab und zu geißelte sich
der Papst, wie auch seine Mitarbeiter berichteten. ´In seinem Schrank
hing ein Hosengürtel, den der Papst als Peitsche verwendete`, berichtete
Oder" (27.1.2010).
Im Gegensatz dazu peitschte sich Jesus von Nazareth niemals selbst.
Sondern er peitschte die Opfertier-Händler aus dem Tempel hinaus, und er wurde
kurze Zeit später von den Römern - auf Verlangen der damaligen
Priestermänner und Theologen - ausgepeitscht.
Und vielleicht wären in der römisch-katholischen Kirche weniger
Kinderschänder-Verbrechen geschehen, wenn der Papst, statt mit dem
Hosengürtel auf sich selbst einzuschlagen, die im Vatikan bekannten
pädophilen Priester damit verdroschen hätte. Es hätte womöglich einen
heilsamen Abschreckungseffekt für die unzähligen Wiederholungstäter im
Talar gehabt, wenn der Papst richtig mit der Gürtel-Schnalle getroffen
hätte.
Die Frage bleibt natürlich: Warum musste sich der Papst überhaupt
peitschen oder warum hat er es getan? Um sich selbst im Zaum zu halten?
Auf jeden Fall: Hätte sich ein Leiter einer religiösen Minderheit mit seinem
Hosengürtel gepeitscht, wäre ihm der Hohn und der Spott der
kirchlichen Sektenbeauftragten sicher gewesen. Man hätte ihn entweder
für verrückt erklärt oder seinen geistigen Gesundheitszustand öffentlich
zumindest angezweifelt. Und die Bevölkerung hätte man z. B. vor dieser "Sekte mit extrem
masochistischen Zügen" gewarnt.
Handelt es sich aber um einen Papst,
dient derselbe Sachverhalt der "Seligsprechung", und der deutsche Staat
zahlt Jahr für Jahr Milliarden-Subventionen für diesen Kult.
4.2.2010 -
Ausrottung der
Katharer durch die Kirche - Unerträgliche Heuchelei von Benedikt XVI.:
Er sprach von der "Liebe" ihrer Mörder
- Der reißende Wolf knüpft immer häufiger seinen Schafspelz nicht
richtig zu, so dass man sieht, was dahinter steckt. In einem 20-jährigen
Krieg rotteten die katholischen Heere in Südfrankreich auf Befehl von
Papst Innozenz III. die urchristlichen Katharer vollständig aus. Alle
wurden der Reihe nach aus Glaubensgründen ermordet, einschließlich
Frauen und Kinder. Der "Albigenserkreuzzug" (1209-1220) forderte
unzählige Opfer. Parallel dazu installierte die Kirche 1210 den
Franziskaner- und 1215 den
Dominikaner-Orden, welche die Nächstenliebe der Katharer imitieren und
die Menschen, die sich zu Zehntausenden den Katharern anschlossen, für
die römisch-katholische Kirche zurückgewinnen sollten. Das Ziel des
Ordens: "Die katholische Lehre zu verbreiten und die Ketzerei zu
bekämpfen" (Wikipedia, Stand: 4.2.2010; vgl. dazu
hier)
In einer Rede von Papst Benedikt XVI. am 2.2.2010 klingt das jetzt so:
"Dominikus setzte dieser Irrlehre [der Katharer] die Wahrheit des
Evangeliums entgegen, die in der Liebe zu den Mitmenschen konkreten
Ausdruck findet. Auf diese Weise haben die geistigen Söhne und Töchter
des heiligen Dominikus den Glauben in Europa erneuert und ihn als
Missionare in die fernsten Länder der Erde gebracht"
(http://www.katholisch.at/content/site/home/article/49773.html).
Damit rechtfertigt der Papst indirekt erneut Völkermord, Kreuzzüge und
Massaker im Namen der römisch-katholischen Kirche.
10.4.2010 -
Die
Vergöttlichung von Joseph Ratzinger als neuer Christus. Oberster
Kardinal im Vatikan bezeichnet den Papst als "Christus". Papst sei "makellos".
Heißt das, dass er bald auch von der "Erbsünde" freigesprochen wird - wie angeblich Maria?
- Bei den Osterfeierlichkeiten im Vatikan wies der ranghöchste Kardinal
und mögliche nächste Papst, Kardinal Angelo Sodano, den
römisch-katholischen Gläubigen den Weg, auf dem sich die katholische
Lehre weiterentwickelt. Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano huldigte
Joseph Ratzinger dabei mit den Worten: "Frohe Ostern, Heiliger Vater,
frohe Ostern, sanftmütiger Christus auf Erden, die Kirche ist mit dir!"
(zit. nach Der Tagesspiegel, 6.4.2010). Papst Ratzinger wird hier
eindeutig als "Christus" bezeichnet. Das ist kein Versprecher gewesen
und auch kein Osterwunsch an zwei Personen, nämlich an den Papst und an
Christus. Nein, es ist eindeutig der Osterwunsch nur an eine Person,
nämlich an den Papst, und so heißt es ja auch "die Kirche ist mit dir"
und nicht etwas "mit euch".
Und eindeutig heißt es ja "Christus auf
Erden". Jesus, der Christus sei ja nach römisch-katholischer Lehre im
Himmel, auf Erden sei der Papst sein angeblicher Stellvertreter bzw. der Christus
selbst. Und damit kein Zweifel
aufkomme, betonte Kardinal Angelo Sodano an anderer Stelle seiner
Huldigung auch unmissverständlich, Benedikt XVI. sei "der makellose Fels
der heiligen Kirche Christi". "Makellos", das heißt normalerweise
"sündlos", rein, ohne jeglichen Fehl und Tadel.
Der Papst wird also für die Gläubigen hier als neuer Christus
vorgestellt, und als neuer Christus muss er für die Kirche ja auch
makellos sein, was im kirchlichen Kontext z. B. bedeutet, nicht mit dem
"Makel" der Erbsünde "befleckt" zu sein. Nach dem Dogma von 1854 trifft
dies angeblich auf Maria zu. Doch vermutlich trauen sich die Herren der
Kirche diesen weiteren Schritt noch nicht. Den Papst als "Christus" zu
verehren reicht ja schon als fette Kröte, welche die Gläubigen zunächst
schlucken müssen.
Dabei entlarvt der Vatikan mehr und mehr seinen krassen Gegensatz zu
Jesus, dem Christus und zu seiner eigenen Bibel. Zunächst hat Jesus
niemals eine Papst eingesetzt, sondern er lehrte: "Einer ist euer
Meister, ihr aber seid alle Brüder!" (Matthäus 23, 8). Dann lehrte er:
"Ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist
euer Vater, der im Himmel ist (Vers 9). Die Kirche tut bewusst das
krasse Gegenteil von dem, was Jesus lehrte. Und jetzt die Steigerung
Ostern 2010 in Rom: "Benedikt XVI, du ´sanftmütiger Christus`!" Der
nächste krasse Gegensatz zu Jesus, der auch lehrte: "Wenn dann jemand zu
Euch sagen wird: ´Siehe, hier ist der Christus!, oder: Da!, so sollt
ihr´s nicht glauben (24, 23). Und jetzt kommt Kardinalstaatssekretär
Sodano und huldigt: Hier ist Benedikt, der "sanftmütige Christus".
Tatsächlich wird die Verstrickung von Joseph Ratzinger in die
Pädophilenverbrechen seiner Kirche immer massiver, und die Vorwürfe
reichen von Strafvereitelung bis hin zum erneuten Einsatz von
Kinderschänder-Verbrechern in der Jugendarbeit und der Weigerung,
Verbrecher im Amt zu entfernen.
Die Entwicklung der Vergöttlichung des Papstes gab es schon zu Zeiten
von Johannes Paul II. So berichtet der Buchautor Dave Hunt von einem
Ereignis beim Weltjugendtag 1993 in Denver/USA und schreibt: "Gibt der Papst sich
einschmeichelnd als Christus auf seinem Thron und die Jugendlichen zu seinen
Füßen als seine Schafe aus ...?"
Wer Ohren hat zu hören, der höre!
16.9.2010 -
Papstbesuch in
Großbritannien kostet ca. 24 Millionen Euro - Steuerzahler müssen 12-14
Millionen davon aufbringen
- Obwohl es in Großbritannien
nur 10 % Katholiken gibt, muss der Staat und damit alle englischen
Steuerzahler für den Besuch von Papst Joseph Ratzinger 12-14 Millionen
Euro von den insgesamt veranschlagten 24 Millionen Euro aufbringen
(http://www.dnews.de/nachrichten/panorama/313562/papst-besuch-grossbritannien-kostet-24-millionen.html)
- obwohl dieser Besuch nicht im Interesse der britischen Bürger ist und
die meisten Briten klar dagegen sind, dafür Geld auszugeben. Wie viel
Not könnte gelindert werden, wenn der Papst den Briten einfach alles
Gute wünschen würde und man einen großen Teil der dann eingesparten
Summe zur Linderung von Not und Elend verwenden würde. Dann hätte
wenigstens auch einmal der Papst etwas Praktisches getan (indem er
einfach mal dort bleibt, wo er ist) statt nur
hohle Segensworte zu verteilen.
Jesus kam auf einem Esel zu Menschen, sein selbsternannter "Nachfolger"
lässt sich als Ehrengast eines Staatsbesuchs hofieren. Jesus hat den
Menschen etwas gegeben, der Papst nimmt ihnen einen großen Teil ihrer
Steuereinnahmen.
4./5.12.2010 / 12.2.2011 -
Kinderschänderverbrechen: Aktenvernichtung im Erzbistum München-Freising / Akten
aus der Amtszeit von Papst Ratzinger verschwunden / Deutsche Politiker warten
auf "Anweisungen" des Papstes im Bundestag / In Tansania
mussten sich arme Menschen für den Papstbesuch verschulden / Die Kosten der
Papstbesuche / Papst hat sich selbst in Bundestag eingeladen
- "Immer wieder"
"umfangreiche Aktenvernichtungsaktionen" im Erzbistum München-Freising im
Hinblick auf die Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern, so ein Gutachten. "Zum
Teil seien Akten in Privatwohnungen weggebracht worden, zum Teil seien sie im
Ordinariat für Unbefugte zugänglich gewesen"
(http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,732801,00.html). Aus
der Amtszeit des heutigen Papstes fehlen die Akten völlig, was im
Gutachten beschönigend als "katastrophale Aktenpflege" bezeichnet wird.
Denn die Frage stellt sich: Wurden hier mögliche Beweismittel zur
Verbrechensaufklärung vernichtet, aus denen eine ganz andere Rolle des heutigen
Papstes bei den Verbrechen hervor gehen könnte als dies zugegeben wird? Oder
ganz natürlich gefragt: Warum sind die Akten wohl verschwunden? Eine Antwort
kann sich jeder selbst geben.
Ungeachtet dessen soll Papst Ratzinger am 22. September 2011 vor dem
Deutschen Bundestag zu den Politikern sprechen (vgl.
https://www.facebook.com/pages/Keine-Papstrede-im-Bundestag/233627723317686)
das Oberhaupt des letzten absolutistischen totalitären Staates in Europa. Da wäre es natürlich für den Redner nicht vorteilhaft, wenn da plötzlich
die Akten auftauchen würden.
Grundsätzlich: Zur
katholischen Lehre über die Politiker und ihrer von der Kirche geforderten Unterwerfung unter den Papst
siehe hier.
"Verstimmungen"
soll es zwischenzeitlich gegeben haben, weil der Papst zwar die
"Einladung" von
Bundespräsident Christian Wulff (CDU) angenommen hatte, zum
Staatsbesuch nach Deutschland zu kommen, nicht aber die Einladung von
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) aus dem Jahr 2006. Nun hat sich aber heraus
gestellt, dass der Papst bzw. der Vatikan selbst sich in den Bundestag
eingeladen haben. Dazu erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der
CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, in einem Interview am
3.2.2011 mit dem
Deutschlandfunk:
"Der
Bundestagspräsident hat im Ältestenrat erklärt, dass der Wunsch des
Papstes an ihn herangetragen worden ist. Also, es war der Wunsch
des Vatikan, dass der Papst im Bundestag reden kann. Dieser
Wunsch sei über den Vorsitzenden der Bischofskonferenz an den
Bundespräsidenten weitergegeben worden"
(http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1380445/).
Zu den Kosten früherer Papstbesuche in
Deutschland:
1980: Papst Johannes Paul II., sieben Städte, geschätzte Kosten: ?
1987: Papst Johannes Paul II., fünf Tage lang, geschätzte Kosten: ?
1996: Papst Johannes Paul II, geschätzte Kosten: ?
2005: 122 Millionen Euro (Quelle: Katholische Nachrichtenagentur),
darunter jedoch auch die "Aufwendungen für die Pilger"
Hier einige Einzelposten 2005:
Herrichtung des Marienfeldes: 24,4 Millionen Euro
Aufwendungen für die Pilger: 42,7 Millionen Euro
Fremdpersonal: 12,2 Millionen Euro
Aufbau der Infra-Struktur: 18,3 Millionen Euro
2006: Gesamtkosten verschwiegen; Besuch dauerte doppelt so lange wie 2005 und
umfasste drei Städten statt eine wie 2005
Einige Einzelposten 2006:
Kosten für die äußere "Sicherheit" des Papstes, z. B.
Installierung von Flugabwehrraketen: 50 Millionen Euro
Bauten, Versorgung, Beschallung allein in München: 6 Millionen Euro
Geschätzte Gesamtkosten 2006: weit über Hundert Millionen Euro
Vieles konnte und kann jedoch überhaupt nicht beziffert werden: Das Anhalten der
Güterzüge für einen Tag in Bayern 2006, die Sperrung der Autobahn, der Bau einer
eigenen Autobahn-Ausfahrt an der A 3 nur für den Papstbesuch, die Schließung des
BMW-Werkes
während des Papstbesuchs, der Verdienstausfall der Geschäftsleute wegen der
Komplettabsperrungen. Und weiter: Die unterirdische Verlegung der Hochspannungsleitungen
auf dem Islinger Feld in Regensburg, um den Gläubigen einen besseren
Panorama-Blick auf den Papst zu ermöglichen und der "mehrere Jahre"
dauernde Rückbau in den ursprünglichen Zustand usw. usf.
Oder der unermessliche Aufwand der Medien.
Allein in Regensburg war nur der Bayerische Rundfunk mit 1000
Mitarbeitern ca. zwei Wochen lang im Einsatz.
Mehr dazu unter
http://www.freie-christen.com/papst-show.html
2011: Dieses Mal vier Orte, extrem erhöhte Kosten, da bei
diesem Staatsbesuch unter anderem geplant ist: Rede im Bundestag in
Berlin, Messe im Freien in Berlin, Messe vor dem Domplatz in Erfurt,
Messe im Freien im Eichsfeld, Jugendfestival in Freiburg, Messe im
Freien in Freiburg (2006 waren es nur zwei Messen im Freien): Schätzung: weit über
100 Millionen Euro, eventuell sogar ein Mehrfaches.
In Thüringen hatte der
Staat z. B. schon unter Hochdruck den Papstbesuch auf Burg
Scharfenstein vorbereitet (Renovierung, Umbau, Straßen-Neubau).
Jetzt stellt sich heraus: Der Papst kommt lieber nach Etzelsbach.
Jetzt geht die Bauerei dort los.
Und da es ja diesmal ein "Staatsbesuch" ist, wird der
Bundespräsident oder dessen Vertreter womöglich bei den ganzen Messen
und vermeintlichen Hostienumwandlungen nebenher "dackeln".
Rechnet man bei allen diesen Aufstellungen die vielen Kosten mit ein, die sich unmittelbar aus den
Papstbesuchen ergaben und ergeben, liegt man mit Sicherheit bei den Kosten
noch deutlich höher im
Milliardenbereich als hier schon angegeben.
Denn den Afrikanern erging es schon weit schlimmer. In Tansania, wohin der
Papst im Jahr 1990 reiste, mussten die Dorfbewohner einer Region, die vom
Papst besucht wurde, natürlich auch die Sicherheitsvorkehrungen für den Papst
bezahlen. Die ehemalige Nonne Maria Lauda berichtete, dass die dortigen
Familien sich, um das zu ermöglichen, in der Höhe eines Monatslohnes
verschulden mussten (Bild, 4.2.2000).
Und wofür? Für katholische Segensworte, deren Nutzen nicht nur umstritten sind.
Viele fragen sich auch: Kann dieser Segen
auch Schaden anrichten?
2011
6.1.2011 -
Angst um unsere gute Demokratie - Vorfreude
auf das letzte absolutistische Staatsoberhaupt Europas bei den deutschen
Politikern und dem römisch-katholischen Bundespräsidenten Christian
Wulff (CDU) und dem römisch-katholischen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert
(CDU) - Wieder einmal soll ein absoluter
Alleinherrscher im deutschen Reichstag in Berlin sprechen, zum ersten
Mal nach über 70 Jahren. Denn Joseph Ratzinger kommt dieses Mal als
Staatsoberhaupt der letzten Diktatur in Europa. Der Beweis dafür, dass es so
ist, steht sogar in der Verfassung des
Vatikanstaats selbst. Darin heißt es nämlich in
Artikel 1: "Der
Papst besitzt als Oberhaupt des Vatikanstaates die Fülle der gesetzgebenden,
ausführenden und richterlichen Gewalt."
Kein Führer der Welt hat
eine ähnliche totalitäre Herrschervollmacht. Auch ein Führer eines islamischen
Gottesstaates würde niemals eine solche absolute Gewalt bekommen. Der Führer des
Vatikans ist nämlich "Legislative", "Exekutive" und "Judikative" (die Prinzipien
der so genannten Gewaltenteilung in Demokratien, die "Gesetzgebung", die
"Ausführung" und die "Rechtssprechung", also Parlament, Regierung und Richter)
in einem. Jesus von Nazareth sagte hingegen: "Mein Reich ist nicht von dieser
Welt" (Johannes 18, 36). Deshalb steht
das Papsttum und die Kirche auch in diesem zentralen Punkt (wie auch in allen
wesentlichen anderen) im krassen Gegensatz zu dem Mann aus Nazareth.
Und was ist der Zweck des Vatikanstaates und der "Machtvollkommenheit" des
Papstes? Durch den Staat, so die Präambel
der vatikanischen Verfassung werde
die "tatsächliche und sichtbare
Unabhängigkeit des Papstes in der Ausübung seiner Weltmission gewährleistet".
Und worum es dabei geht, die Inhalte des Katholizismus, die mit dem christlichen
Glauben nichts zu tun haben, siehe unter anderem
hier.
Der Papst ist also deshalb Staatsoberhaupt und
wird von der Bundesregierung als Staatsoberhaupt empfangen, damit er seine
"Weltmission",
seine Bekehrung der Welt zum Katholizismus durchführen kann. Denn ein
unfehlbares Dogma der römisch-katholischen Kirche lautet auch: "Dem
römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile
notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir" (siehe
Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, "unfehlbarer"
Lehrsatz Nr. 430).
Und es ist eine Verhöhnung der deutschen Demokratie, wenn sich die führenden
deutschen Politiker dafür hergeben und die Bürger, von denen über 70 % nicht
katholisch sind, auch noch alles bezahlen müssen,
über 100 Millionen Euro für den Besuch 2011. Aber ein Wunder ist es
nicht. Fast alle führenden Politiker sind römisch-katholisch oder evangelisch,
was mittlerweile zum Anhängsel des Katholizismus verkommen ist. Wir fordern
jedoch im Namen des Volkes: Kein Papst im Bundestag.
Und in Artikel 16 der Verfassung des
Vatikan heißt es weiter, der Papst kann "nach Billigkeit" jedes Urteil fällen,
das er will. Wörtlich heißt es: "Der Papst kann in jeder Zivil- oder Strafsache
und in jedem Stadium des Verfahrens die Untersuchung und die Entscheidung einer
speziellen Instanz übertragen, auch mit der Berechtigung,
die Entscheidung nach Billigkeit unter Ausschluss
jedweden weiteren Rechtsmittels zu fällen."
Und gibt es im Vatikan die Möglichkeit, Klage zu erheben, z. B. gegen
Verwaltungsmaßnahmen? Ja, aber nur mit Genehmigung des Papstes
(Artikel 17). Davon kann jeder Politiker
mit einem Hang zur Machtbesessenheit nur träumen. Im Papst kommt ihm dieser
Traum nun nahe. Und sicher dürfen auch wieder viele Kinder Fähnchen schwenken.
Bleibt noch die Frage, wer die Verfassung des Vatikan eigentlich verfasst hat.
Das ist nicht schwer zu erraten. Natürlich der Papst.
Mehr dazu auf
http://www.der-papst-bleibt-draussen.de
14.1. / 1.5. / 8.5.2011 -
Seit dem 1. Mai
2011 gilt Papst Johannes Paul II. den Katholiken als "selig"
- Obwohl er selbst an der Parkinson-Krankheit litt und trotz Millionen
von Gebeten davon nicht geheilt wurde, habe Papst Johannes Paul II.
angeblich die französische Nonne Marie Simon-Pierre davon
"geheilt" und damit aus dem Jenseits ein angebliches Wunder vollbracht.
Die Nonne soll "plötzlich von der Parkinson-Krankheit befreit gewesen
sein, nachdem Johannes Paul in den Monaten nach seinem Tod in Gebeten um
Hilfe angefleht worden war" (dpa, 14.1.2011).
In Wirklichkeit ist
eine "Seligsprechung" vor allem ein einträgliches finanzielles
Geschäft für den Vatikan (eine Heiligsprechung kostet den
Antragstellern durchschnittlich 250 Millionen Euro, eine Seligsprechung
ist etwas günstiger) und ein Ablenkungsmanöver der Menschen von den
wirklichen Problemen.
Und auch darin entlarvt sich der Katholizismus als der
Baalskult der
Gegenwart. Während echte Christen unmittelbar zu Gott und Christus beten, rufen die
Katholiken vielfach ihre Päpste, "Seligen" und "Heiligen"
um Hilfe bzw. als so genannte "Fürbitter" an - wie
einst die Baals-Gläubigen ihre Baale, weswegen man den neuen
"Seligen" auch als "Johannes Baal II." bezeichnen
könnte. Der Katholizismus hat gleich antiken Götzenkulten ein System
angeblicher "Mittler" zu Gott installiert, obwohl Gott doch in jedem von
uns lebt und es keinen Mittler braucht, wenn das Kind zu seinem
Schöpfer, dem Vater-Mutter-Gott, spricht.
Der zentrale Augenblick der Zeremonie am 1.5.2011 war, als Papst Joseph
Ratzinger die Skulptur mit dem Reagenzglas küsste, das Blut von Papst
Wojtyla enthielt. Danach murmelte er die Formel, die aus dem Menschen
Wojtyla für viel Geld den "Seligen" Wojtyla machte - zum Hohn von Jesus,
dem Christus und von allen Gottespropheten, für die dies alles ein
Gräuel ist. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
und ihr Adlatus, der Moslem-Kritiker und Bundesinnenminister Hans-Peter
Friedrich (CSU), schauten dabei jedoch gebannt zu, frei nach dem Motto:
"Ach, könnten wir doch auch in Politik bloß so zaubern!" Und nur ein paar Meter neben ihnen
stand ebenso ehrfürchtig der
katholische Diktator von Zimbabwe
Robert Mugabe,
der den Papst sehr verehrt.
Der neue "Selige" hatte im Jahr 2000 seinen Vorgänger Pius IX. "selig"
gesprochen, der unzweifelhaft verkündete,
dass Frau Merkel und Herr Friedrich später in die ewige Hölle müssen, wenn sie
trotz ihrer Papst-Huldigungen evangelisch
bleiben. Und Papst Pius IX. wiederum sprach den blutrünstigen
Menschenschlächter Petrus Arbues sogar
"heilig". Und
so spricht einer den anderen "selig" oder
"heilig", so dass man von
Abkömmlingen von Abkömmlingen von Abkömmlingen von Abkömmlingen sprechen
kann. Und das dumme Volk und seine politischen Führer huldigen der
Scharlatanerie des modernen Baalskults. Eine ausführliche Studie dazu lesen Sie
hier.
Auch das Datum der "Seligsprechung" hat es in sich. Der 1. Mai ist
der Tag der weltweiten Arbeiterbewegung, auch und gerade in Polen.
Doch die Arbeiter haben in Zukunft immer weniger zu lachen. Schon heute
bekommt ein Vorsitzender eines Bank-Konzerns etwa das 400-fache Gehalt
eines normalen Angestellten (vor einigen Jahren war es noch ca. das
30-fache), doch die Schere geht immer noch weiter auf, und die Arbeiter
fallen weltweit mehr und mehr nach unten. Und ob die Kirche die
Arbeiter auf Dauer ruhig stellen kann, die mehr und mehr aus dem
Mittelstand zurück in eine neue Unterschicht fallen?
So ist es doch kein Zufall, dass die römisch-katholische Kirche
ausgerechnet diesen Tag für die "Seligsprechung" ihres populären
Halbgottes ausgewählt hat. Wenn die neue Armut immer mehr um sich greift,
könnten sich doch alle Jahre wieder am 1. Mai die Arbeiter auf Johannes
Baal II. konzentrieren und ihn eventuell um Hilfe bitten, womit sie
abgelenkt sind von den Orten, an denen die Probleme tatsächlich gelöst
werden könnten.
Die Leiche des Papstes bekommt jetzt auch einen noch zentraleren
Verehrungsplatz. Aus den tiefer gelegenen Grotten des Vatikans
heraus mitten in das Kirchenschiff hinein - so ähnlich wie bei den
Totenkulten der früheren Baale.
Lesen Sie dazu auch die Meldungen über die
Konservierung der Leiche des modernen Baal und über die
Wachsmaske, mit der man die Leiche überzogen hatte.
Vieles mehr erfahren Sie auch in dem spannenden Buch
Der polnische Papst
des Kirchenkritikers Hubertus Mynarek.
Und mehr zu den Verdiensten des "seligen" Johannes
Paul II. siehe hier.
18.2. / 14.7.2011 -
Plakate zum
Papstbesuch in Deutschland -
In Deutschland wagte bisher keine Plakatfirma, sie aufzuhängen. Es
werden nur Jubel-Plakate aufgehängt. Auch so kann man die Demokratie
unterwandern. Droht uns wieder eine kirchliche Dämonkratie?

22.5.2011 -
Eine ganz
schlechte Idee der Lufthansa: Flugzeug nach Geburtsort des Papstes
benannt / Was löst der Segen des Papstes aus? / Sorge wegen des
Papstsegens im Herbst - Die
Lufthansa nannte ein neues Flugzeug des Typs Embraer 195 "Marktl",
benannt nach dem Geburtsort von Papst Joseph Ratzinger. Statt Sekt wurde
bei der Namenstaufe Weihwasser aus dem Weihwasserbecken von Sankt Oswald
in Marktl verwendet
(http://www.sueddeutsche.de/L5u38R/4099758/Himmlische-Mission.html).
Die Ehrerbietung für den Papst soll daran erinnern, dass Joseph
Ratzinger am 21.8.2005 mit einer Lufthansa-Maschine segnend über Marktl
und die Alpen geflogen ist. Unten, vor seinem Geburtshaus, standen
damals die Gläubigen mit brennenden Kerzen, um unter dem Dröhnen der
Flugzeugmotoren den Segen des "Pontifex maximus" zu
erspüren. Was die Lufthansa jedoch nicht bedacht hat, war, dass
unmittelbar nach diesem Segen damals die Flut kam.
Denn was geschah im August 2005 wirklich?
Am Donnerstag, den 18.8.2005 setzte der
Papst in Köln zunächst mit einem Boot über den Rhein, um daran zu erinnern, wie Jesus aus
einem Boot heraus den Elementen der Erde gebot und einen Sturm lenkte. Drei Tage
später, am Sonntagabend, den 21.8.2005, setzte das Flugzeug mit Benedikt XVI. vor
der Alpenüberquerung zum Sinkflug an, der die jetzige Namensgebung der Embraer
195 begründete. Der Papst, der nach römisch-katholischem
Glauben gemäß dem Liber Ponitficalis zur Papstkrönung von 1596 [einem
Buch] als "Rektor der Welt"
bzw. "Lenker des Erdkreises" gilt, segnete aus dem
Flugzeug heraus die zahlreichen Menschen, die sich vor seinem Geburtshaus in Marktl am Inn versammelt hatten. Und gläubige Katholiken waren an diesem Abend
überzeugt, dass der Segen der ganzen Region zugute kommt.
Wenige Stunden später begannen in Marktl am Inn und andernorts in der Alpen- und
Voralpenregion jedoch die heftigen Regenfälle, die sich im Laufe des Montag zu einem
verheerenden Unwetter ausweiteten, das wiederum die Hochwasserfluten an Loisach,
Inn, Isar und Donau auslöste. Der Papst betete nun trockenen Fußes aus
Rom für die Opfer. Daraus ergibt sich jedoch auch die Frage: Hat am Ende der Segen des
"Rektors der Welt" den Regen ausgelöst? Zumindest hat der Segen die
Flut eindeutig beweisbar nicht verhindert.
Wenn Flugreisende jetzt das Flugzeug mit dem Namen
"Marktl" betreten, dann sollten sie sich lieber im
eigenen Gebet Gott anvertrauen statt dem Segen des Papstes zu vertrauen
und zu glauben, die Taufe des Flugzeugs mit Weihwasser hätte auch nur
den allergeringsten Schutzeffekt.
Vor diesem Hintergrund
ist es auch Besorgnis erregend, wenn Bischof Robert Zollitsch jetzt
anlässlich des Papstbesuches im Herbst in Deutschland davon spricht,
dass dieser Besuch zu einem Segen "für unser ganzes Volk" werde. Bischof
Zollitsch wörtlich: "Wir brauchen diesen Segen auf dem Weg in die
Zukunft?"
(http://www.domradio.de/news/73771/zollitsch-papstbesuch-ist-segen-fuer-deutschlands-weg-in-die-zukunft.html).
Kündigt Bischof Zollitsch damit indirekt den Beginn neuer
apokalyptischer Katastrophen an, die nach dem Papstsegen folgen?
Wir fordern: Keine Papstrede im Bundestag - damit
wenigstens dieser Ort, an dem so viele für das ganze Volk wichtige
Entscheidungen getroffen werden, verschont bleibt. Denn was mag ein
Segen eines Kinderschänder-Schutzherrn bewirken? Gutes sicher nicht
(siehe dazu auch die
Petition).
30.5. / 1.8. / 26.11.2011 -
Letzte Folge der
Potter-Saga im Kino: "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil
2" - Papst warnt vor Harry Potter. Fürchtet er die Parallelen zwischen
ihm und Lord Voldemort? - Am 13. Juli
2011 war es so weit: In die deutschen Kinos kam letzte Teil der Harry-Potter-Reihe, Harry Potter
und die Heiligtümer des Todes, Teil 2. Einige Wochen später kam
der Papst nach Deutschland. Doch Harry Potter und der Papst sind keine
Freunde.
Im Jahr 2007
bezeichnete Papst Benedikt XVI. die
Harry-Potter-Bücher und -Filme und ihre Anliegen als "antichristlich" (Spiegel online, 21.7.2007).
Und wörtlich schrieb er bereits als Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation (früher
"Großinquisitor" genannt) in einem Brief vom 7.3.2003: "Dies sind
subtile Verführungen, die unmerklich und gerade dadurch tief wirken und das
Christentum in der Seele zersetzen, ehe es überhaupt recht wachsen konnte"
(zum Konflikt um dieses Thema siehe http://www.kath.net/detail.php?id=11066).
Doch das katholische Christentum ist gar nicht wirklich christlich, sondern
könnte am ehesten als
eine moderne
Variante des "Baals"-Kultes bezeichnet werden.
Im Herbst 2011 bekräftigte dann der Chef-Exorzist der Diözese Rom, Pater
Gabriele Amorth, die Verteufelung Potters: "Man denkt Harry
Potter sei ein harmloses Kinderbuch, doch es führt zur Magie und daher
zum Bösen. Auch in Harry Potter hat der Teufel auf heimtückische und
schlaue Weise gehandelt, in Form von Magie"
(Kurier, 26.11.2011). Die Verteufelung Potters durch die Kirche
ist verständlich, wenn man die Parallelen zwischen Kirche und Papst
und dem dunklen Gegenspieler von Harry Potter, Lord
Voldemort, bedenkt. Denn Lord Voldemort praktiziert in der Potter-Sage einiges, was auch denen,
die den Papst und den Katholizismus kennen, bekannt vorkommt.
Todesser, Todtrinker und das Ausmerzen Andersgläubiger
Lord Voldemort wollte z. B. alle Menschen ausmerzen, die nicht so beschaffen
sind wie er und Seinesgleichen, in der Potter-Saga die "Muggels"
(Nichtzauberer) und
"Schlammblüter", das sind von Muggels abstammende
Zauberer. Dies ist vergleichbar dem römisch-katholischen
Lehrsatz: "Deshalb muss sie [die Kirche] mit peinlicher
Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist"
(Lehrsatz Nr. 382
in der katholischen Glaubenslehre). Und über viele hundert Jahre hatte
die Kirche auch tatsächlich die Macht, alle Menschen töten zu lassen oder zu
bekriegen, die ihren Glauben nicht teilten. Und grausame Täter gelten bis
heute als "heilig" oder "selig". Und die
Parallele geht sogar so weit, dass die Kirche über die Jahrhunderte z.
B. selbst diejenigen Juden vernichten ließ, die sich zum katholischen
Glauben bekehrt hatten; in der spanischen Inquisition nannte man sie
"Conversos".
"Schlammblüter" und "Conversos" gehören zwar
zur jeweiligen Gemeinschaft (der Zauberer bzw. der Kirche) dazu, haben aber eine andere rassische
Abstammung. Deshalb wurden sie von der Kirche umgebracht und waren auch
Zielscheibe des Rassismus von Lord Voldemort.
Der bekannte Kirchenhistoriker
Karlheinz Deschner schreibt:
"Nach
intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich
in Antike, Mittelalter und Neuzeit ... keine Organisation der Welt, die
zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen
belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die
römisch-katholische Kirche" (in:
Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.)
Im Harry-Potter-Film bedient sich Lord Voldemort für sein Tun der so
genannten "Todesser" oder "Totesser". Das
erinnert unter anderem an die Eucharistie: Laut
römisch-katholischer Lehre essen die Gläubigen bei der Eucharistie real
(!) und ausdrücklich nicht symbolisch den Leib ihres Gottes. Zugespitzt
müsste man deshalb formulieren: Die Hostie kann als ein Leichenteil verstanden
werden. Der Eucharistie-Kult ist zudem ein furchtbarer Blutkult, da die
Gläubigen bzw. der Priester auch das Blut des getöteten Jesus
angeblich real (!) trinken, was von deren Gott zur Sühne
angeblich sogar
eingefordert worden sein soll. Es wird also nach kirchlicher Lehre real ein Stück "Leib"
gegessen und "Blut" getrunken, weswegen die Kirche ihre
Gläubigen damit faktisch zu
"Todessern" oder "Todtrinkern" macht (mehr dazu
hier).
Vergleicht man zudem die katholische Ernährungslehre (Der Mensch dürfe
alle Tiere
unbeschränkt zur Ernährung töten) mit dem
Vegetarismus im Urchristentum, so gilt auch im Hinblick auf den
massenhaften Fleischkonsum im kirchlichen Abendland (wofür in der
qualvollen Massentierhaltung Millionen von Tiere am Fließband geschlachtet werden):
Die Gläubigen sind "Todesser" von unzähligen Tieren aller Art.
Oder anders
formuliert: Durch ihre Essgewohnheiten verursachen sie den Tod von
unzähligen Tieren und auch von unzähligen Menschen. Denn mittlerweile
ist nachgewiesen: Der Fleischkonsum der Reichen mit seinem gigantischen
Futter- und Wasserverbrauch ist auch eine Hauptursache für die weltweiten
Hungersnöte. Die für den Fleischgenuss gemästeten Tiere der Reichen
fressen das Korn der Armen. Der Katholizismus ist also im wahrsten
Sinne des Worte eine
Todesser-Religion.
Die Reliquien und Kultgegenständen als "Horkruxe" des institutionellen Christentums
Im Harry-Potter-Film versucht Lord Voldemort, mithilfe so genannter Horkruxe
die Unsterblichkeit zu erlangen. Ein Horkrux (im Original "Horcrux") ist dort ein Teil der
Seele, der außerhalb des Körpers an verschiedenen magischen Orten aufbewahrt wird. Interessant ist
ein Vergleich mit der katholischen Reliquienlehre. Beides ist nahezu
identisch. Die
Körperteile "Heiliger" oder "Seliger" und auch von Päpsten werden später
auch an verschiedenen katholisch bedeutsamen Stellen in der Welt aufbewahrt,
z. B. in
Altäre eingearbeitet. Der Horkrux (Horcrux) bzw. die Reliquie sind also
nicht so ohne weiteres zu finden. Dabei legt die Kirche Wert darauf, dass die
Reliquien nicht einfach Leichenteile sind, sondern dass sie
eine seelische Ausstrahlung haben und mit der Seele des Verstorbenen, zu
dessen Körper sie gehören, in
Verbindung stehen. Genau wie bei den Horkruxen (Horcruxen) in der Potter-Saga. Es ist also in beiden Fällen eine Art magischer Unsterblichkeits-
bzw. Totenkult, auch wenn
sich die Details bei Voldemort und dem Papst hier und da unterscheiden.
Und so wie Lord Voldemort in Panik geriet, als Harry Potter und seine
Freunde die
Horkruxe zerstörten, so würden der Papst und Seinesgleichen in innere
Aufruhr geraten,
wenn jemand Hand an die Reliquien legen und diese zerstören würde. Es
würde die Kirche ins Mark, ja im Kern ihrer Seele treffen, wenn sich
"Ungläubige" z. B. an verehrten Knochen vergreifen - wie an
den Horkruxen
von Voldemort. Tausende Menschen wurden deshalb ja auch schon in der
Vergangenheit von der Kirche gefoltert und hingerichtet.
Die Reliquien sind also die katholischen "Horkruxe".
Wären sie nicht mehr da, wäre der Spuk vorbei und dieser Totenkult hätte
eine Ende.
Ein Vergleich zwischen kirchlichen Kultgegenständen und Reliquien
einerseits und den Horkruxen andererseits ist also treffend.
Kultgegenstände und Reliquien sind zwar letztlich nur leere Hülsen, sind
aber auch mit der Macht gefüllt, die ihnen gläubige Menschen z. B. durch ihre
Gedanken- und Seelenenergien verleihen.
Und in dem Wort "Horkrux" steckt vielleicht auch nicht
zufällig das Wort "crux" = Kreuz. Und in der Bibel gibt es sogar den
Berg "Hor", an dessen Fuß der Oberpriester Aaron, der Vorläufer des
katholischen Kultpriestertums, begraben sein soll. Und das alles auch noch
nahe der Felsenstadt "Petra", was manchen an die
katholische Lehre vom angeblichen "Felsen" (= petra) erinnert, der Petrus
sein soll und was seither auf alle Päpste übertragen worden sein soll.
Zwar behauptet die Kirche, ihre Reliquien und Kultgegenstände wären
mehr als "Horkruxe", nämlich eine Art "Heiligtümer", vergleichbar den drei
"Heiligtümern des Todes" in der Potter-Saga, die noch eine weit größere Macht
haben als die Horkruxe, und die dem siebten Band der Potter-Erzählung
ihren Namen gegeben haben. Es sind dies der Elderstab, der im Duell
unbesiegbar macht, der Stein der Auferstehung und der Tarnumhang.
Doch die katholischen Kultgegenstände und Reliquien mit den "Heiligtümern
des Todes" in der Sage zu vergleichen, ist unangemessen, da
der katholische Kult nur eine Nachahmung bzw. Nachäffung dieser
esoterischen Archetypen (= "Muster") ist, die für manchen im
positiven Sinne Symbole für die
göttliche Welt sein könnten.
Lord Voldemort hieß mit bürgerlichem Namen Tom Riddle (= "Rätsel"). Das
ist ein ähnliches Wort wie das Wort "Geheimnis", das in der Bibel für
die "Hure Babylon" steht. Und wer steckt hinter diesem Wort
"Geheimnis"? Das "Geheimnis" bzw. "Rätsel" (= riddle) ist
die Kirche selbst, die sich vordergründig in den letzten Zeiten der
materialistischen Zivilisation anders gibt als sie im Wesen ist, um noch
viele Menschen in die Irre zu führen.
"Avada-Kedavra" und "Anathema sit"
Lord Voldemort verwendete mehrfach den so genannten Avada-Kedavra-Fluch,
der Lebewesen auf der Stelle tötet. Das Wort "avad" stammt aus dem
Hebräischen und bedeutet "verloren gehen". Und dies
erinnert viele Menschen an das katholische "anathema sit", das
die ganze römisch-katholische Dogmatik durchzieht. Das Fluchwort
"anathema sit" = "der sei verdammt" = "ewig verdammt" bedeute
angeblich die niemals
endende Hölle für den davon Betroffenen und wird heute verharmlosend mit
"der sei ausgeschlossen" übersetzt. Doch in Wirklichkeit ist
es eine unendliche Steigerung
im Vergleich zu dem
Fluch Voldemorts.
Es gibt jedoch auch einen Unterschied: Der Avada-Kedavra-Fluch ist in
Askaban, einem Ort der Harry-Potter-Saga, verboten. In den katholischen
Dogmensammlungen wird das "Anathema-sit" aber ständig ausgesprochen.
Und der Garant dieses weit schlimmeren "Anathema-sit-Fluches",
Dr. Joseph Ratzinger,
darf am 22.9.2011 sogar im Deutschen Bundestag sprechen und lässt die
deutschen Verfassungsrichter am 25.9.2011 zu sich ins Freiburger Priesterseminar
kommen. Aus
diesem Grund haben viele Demokraten Angst um unsere gute Demokratie und
fürchten eine Unterwanderung durch die katholische Dämonkratie.
Vielleicht bringt der Papst in seinem Gefolge sogar einen Exorzisten mit
in den Reichstag. Denn wer weiß, ob dort nicht ein Abgeordneter
sitzen könnte, der sich daran beteiligen würde, der Schlange den Kopf
abzuschlagen wie Neville Longbottom in der Harry-Potter-Erzählung. Oder
der Exorzist muss gar magisch gegen Harry-Potter-Anhänger im Bundestag
anbeten, die laut Papst "zersetzend" auf das kirchliche Christentum
einwirken.
Lord Voldemort ist im Film derjenige, der befiehlt, und andere müssen
ihm gehorchen. Wie in der katholischen Hierarchie, wo alles Wesentliche
ausschließlich ganz oben entschieden
wird. Der Papst
befiehlt und ordnet an. Und die Gläubigen müssen ihm gehorchen. So steht
es eindeutig im Dogma. Und während Lord Voldemort über die Welt herrschen
wollte, so will dies die Kirche mit dem Papst an der Spitze auch. Und so wie in der letzten Folge
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 2 die
Zauberschule Hogwarts mit Feuerwerfern beschossen wurde, so ließ die Kirche alle
Zauberschulen von der Antike bis in die Neuzeit hinein in Flammen
aufgehen und ließ nur ihren eigenen Zauber gelten, der letztlich ein
fauler Zauber ist und der sich nur aufgrund der Milliarden-Subventionierung durch die Staatsmacht
auf diese Weise halten kann.
Und jeder, der sich nach kirchlicher
Lehre nicht dem Papst und der Kirche unterwirft, müsse ewig in der Hölle
enden. So lauten
eindeutig die katholischen Dogmen. Das hätte Lord Voldemort für sich
und Seinesgleichen nicht drastischer formulieren können, was er
allerdings nicht getan hat. Hier also wieder ein Unterschied. Der Papst
übertrifft also den "dunklen Lord" bei weitem.
Alles in allem ist es sehr
verständlich, wenn Papst Benedikt XVI. und seine Exorzisten Harry Potter als "antichristlich"
verteufeln und dagegen protestieren.
Die Parallelen zwischen Lord Voldemort und den
vatikanischen Macht- und Absolutheitsansprüchen und dem damit
verbundenen Verdammnis-Zauber sind einfach zu schwerwiegend. In der Saga
ist der große Kampf weitgehend beendet. In der realen Welt züngeln
jedoch noch viele unerkannte Schlangen und sind noch viele Horkruxe
versteckt.
Siehe dazu auch: Meldung vom 22.2.2007
30.6.2011 -
Papst verleiht
41 neuen Erzbischöfen den "Blut-Schal"
- Der Katholizismus ist eine blutige Religion voller grausamer Bräuche.
Dies wurde auch jetzt wieder anlässlich der Verleihung des so
genannten Palliums an 41 ausschließlich von ihm ernannte neue
Erzbischöfe im Petersdom in Rom am 29.6.2011 deutlich. Das Pallium ist
ein Schal, in welche die flaumige Wolle aus dem Haarkleid von zwei ganz
jungen Lämmchen eingewebt wird, die dann einige Wochen nach der Schur
erschlagen werden müssen. So die Vorschrift der Kirche (siehe
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Tierschlachtungen).
Das Pallium gilt als Zeichen der "Einheit" der Erzbischöfe mit dem
Papst. Doch im katholischen Sprachgebrauch bedeutet "Einheit" in
Wirklichkeit "Unterwerfung" (siehe
http://www.theologe.de/theologe18.htm#430).
Um diesen unzweifelhaften Sachverhalt jedoch zu beschönigen,
predigte der Papst bei diesem Anlass über das Jesuswort "Nicht mehr
Knechte nenne ich euch, sondern Freunde"
(http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/homilies/2011/documents/hf_ben-xvi_hom_20110629_pallio_ge.html?utm_medium=twitter&utm_source=twitterfeed).
Joseph Ratzinger erinnerte daran, dass ihm selbst mit diesem
Wort vor genau 60 Jahren bei seiner
Priesterweihe durch den berüchtigten Kardinal Michael Faulhaber
(einer "Stütze Hitlers") angeblich die "Vollmacht der Sündenvergebung"
zugesprochen wurde. Dies ist zwar eine unsinnige Anmaßung. Doch
psychologisch betrachtet ist eine angebliche "Vollmacht" ein
Gegengewicht zu einer "Unterwerfung", und der Papst hat diesen Spruch
sicher nicht ohne Grund gewählt.
Das mitgelieferte "Vollmachts"- bzw. Unterwerfungssymbol "Pallium" ist
dabei jedoch nur vordergründig
weiß. Denn das Blut der Lämmer wird symbolisch in die Schals mit
hinein gewebt. Für diese spezielle Gepflogenheit der Päpste und Erzbischöfe
müssen in jedem Jahr neu zwei unbedarfte und
hilfsbedürftige Tierkinder auf grausame Art ihr Leben lassen, und das sind bei weitem
nicht die einzigen Opfer dieser Art. Siehe dazu auch unsere Meldung
hier.
Doch diese beispielhafte
Grausamkeit ist ein Symbol für die Kirche, die in Wirklichkeit den
Blutopfer-Kult des
Baal praktiziert und nichts mit dem Menschen- und Tierfreund Jesus
von Nazareth zu tun hat, dessen guter Namen für das ganze
priesterliche Schaugepränge und Brimborium nur missbraucht wird. Keiner
der Jünger Jesu und keiner seiner Nachfolger trug jemals ein Pallium.
Wer sich jedoch mit dem Pallium schmückt, der wird früher oder später zum
Angeklagten, auf den eines Tages zurück fällt, was auch er seinen wehrlosen
Mitgeschöpfen antun ließ.
13.8.2011 -
Nach Irland
und Polen: Auch Kroatien widersetzt sich dreister vatikanischer
Machtpolitik. Nur Deutschland bückt sich
- Nach Irlands Premier Kenny ("Das
Irland des 21. Jahrhunderts wird sich nicht länger katholischer Macht
fügen") und Polens Premier Tusk ("Die Regierung kniet nicht vor dem
Klerus nieder, sondern nur vor Gott!") bietet nunmehr auch die
kroatische Regierungschefin Jadranka Kosor offen dem Vatikan die Stirn.
Über die Köpfe der kroatischen Justiz hinweg (die den Fall bereits
entschieden hatte) verfügte nämlich Papst Joseph Ratzinger, dass
Ländereien des Bistums Poreč (Istrien) den italienischen Benediktinern
zurückgegeben werden sollten, obwohl diese bereits 1975 dafür mit 1,7
Milliarden Lire entschädigt worden waren.
Um diese dreiste Macht- und
Geldpolitik der italienischen Ordenslobby um Kardinalstaatssekretär
Tarcisio Bertone durchzusetzen, ließ Benedikt XVI. den amtierenden
Ortsbischof Ivan Milovan kurzerhand für einen Tag suspendieren, damit
ein kommissarischer Bischof den Deal absegnen konnte. Mit diesem
Schachzug brachte Joseph Ratzinger aber nicht nur den kroatischen Klerus
gegen sich auf, sondern auch die kroatische Regierung und die
Öffentlichkeit, die die Einmischung in ihre Landesangelegenheiten
empörend findet.
Der Hintergrund ist auch hier viel Geld. Das Bistum
Poreč hat nämlich einen Teil der betreffenden Ländereien bereits
verkauft und müsste nun als Gegenwert weitere 30 Millionen Euro nach
Italien überweisen
(http://www.europeonline-magazine.eu/spaetantike-basilika-in-kroatien-zu-verkaufen_145811.html).
Nur in Deutschland huldigen die Politiker den Papst in einem selten
erlebten Ausmaß.
August / September 2011 -
Der Papst
war wieder in Deutschland
- Meldungen zum Papstbesuch und
zur Papstrede im deutschen Bundestag finden Sie auf der Seite
http://www.theologe.de/2011.htm.
Weitere Nachrichten finden sich auch auf
der Facebook-Seite der Freien Bürger für demokratische Werte:
https://www.facebook.com/pages/Keine-Papstrede-im-Bundestag/233627723317686
11.10.2011 -
Der "Lenker des Erdkreises" - Die nahende "Seligsprechung" von Papst Eugenio Pacelli (Pius XII.) durch Papst
Joseph Ratzinger (Benedikt XVI.)
- Pius XII. hat vor allem die faschistischen Diktaturen Europas
(in Spanien, Italien, Kroatien und Deutschland) gefördert oder gar
maßgeblich
mit herbei geführt und zum Holocaust geschwiegen (vgl. dazu das bekannte
Drama Der Stellvertreter von Rolf Hochhuth). Bei seiner Krönung am 12.3.1939 strömten die
Katholiken des faschistischen Italien frenetisch herbei. Pacelli wurde
im Stuhl mit Fischkopfmütze umher getragen. Dann wurde die
Fischkopfmütze, die vom babylonischen Gott Dagon
stammt, abgenommen, ihm dafür die Papstkrone (die "Tiara") aufgesetzt, und Eugenio Pacelli wurde mit folgenden Worten zum
obersten Baalspriester des Kosmos gekrönt: "Empfange die mit einer
dreifachen Krone geschmückte Tiara und wisse, dass du der Vater der
Fürsten und Könige bist, der Lenker des Erdkreises!" (Bild
links: Lizenz: J. Specht, Wikimedia-Commons) Siehe nachfolgenden
Filmbericht von 1939:
http://www.youtube.com/watch?v=P_jI15Hb9P4&feature=player_embedded
Nach dem 2. Weltkrieg hat es der Vatikan jedoch nicht mehr gewagt,
bei der Krönung eines neuen Papstes diese uralte Macht-Formel vom
"Lenker des Erdkreises" zu verwenden (und seit Johannes Paul
I. wird auch die Tiara nicht mehr aufgesetzt).
Denn wäre der Papst wirklich der "Lenker
des Erdkreises" – weshalb konnte oder wollte er dann die große
Menschheitskatastrophe des 2. Weltkriegs mit 60 Millionen Toten nicht
verhindern? Indem er z. B. den Katholiken auf allen Seiten, die sich ja
gegenseitig massakrierten, die Exkommunikation androhte? Weshalb konnte
oder wollte er nichts gegen die vielen Kriege und Naturkatastrophen
danach tun? Und was bewirkt dann bis heute der Segen "Urbi et orbi", der
Stadt und dem Erdkreis, den der jeweils amtierende Papst zweimal im Jahr
spendet? Und in der Welt sieht es immer schlimmer aus! Da kann doch
etwas nicht stimmen!
Aber vielleicht will ja Papst
Joseph Ratzinger gerade deshalb seinen Vorgänger Pius XII. unbedingt
selig und später auch heilig sprechen, weil er ganz bewusst an diesen
Anspruch "Lenker des Erdkreises", "Richter aller Richter" wieder
anknüpfen will? Nicht umsonst wird Pius XII., Eugenio Pacelli, in dem
Buch Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert von Karlheinz
Deschner so beschrieben:
"Der Pacellipapst, verliebt in Macht und Herrlichkeit, ein
bühnenreifer Aristokrat, der dem Persönlichkeitskult schwirrende Flügel
verlieh, der die Wirkung seiner Auftritte berechnete, ´wie eine
Primadonna`, der sich in Menschenansammlungen badete, obwohl er sie
gefürchtet hat, der dabei vor Erregung zu vibrieren, zu zittern begann,
der sich, wie keiner seiner Vorgänger, ´lebendiger Petrus` nennen ließ,
... dieser Papst gerierte sich derart pharaonisch-hieratisch, dass es
selbst den vieles verkraftenden Monsignori missfiel: ´bis in die letzte
Faser seines Herzens ein Alleinherrscher`, der keine Mitarbeiter wollte,
sondern bloß Ausführende, Befehlsempfänger."
Insofern
könnte dieser Papst tatsächlich einem katholischen Idealbild
entsprechen.
Mehr Details zu Pius XII. z. B. bei
www.heise.de/tp/artikel/33/33999/1.html
Dass dabei
die Biographie des Papstes zeitgemäß umgeschrieben und vieles Schwarze
mit den üblichen Methoden (Weglassungen, Falschdarstellungen, falsche
Interpretationen, gezieltes Erzeugen von Missverständnissen,
Konstruktion neuer Zusammenhänge) weiß gewaschen wird, ist naheliegend.
Keine Organisation der Welt ist so gut im Fälschen von Geschichte
(bestes Beispiel: die angebliche "Konstantinische
Schenkung", die den Kirchenstaat begründet) oder im Erfinden von
"Wundern" und Legenden als die römisch-katholische Kirche.
[Die wichtigsten Fakten dazu
hinsichtlich Pius XII. demnächst hier auf dieser Seite]
Dass die Päpste bei alldem auch noch den Namen "Christus" in den Mund nahmen
und nehmen,
ist eine böser Missbrauch, denn mit Jesus, dem Christus, hat das alles
nicht das Geringste zu tun.
Siehe dazu auch neu:
Papst
Pius XII - der katholische "Selige" und "Heilige" für das 20.
Jahrhundert
16.10. / 17.10.2011 -
Das Blendwerk des kirchlichen
Götzenkultes für die Menschen: Einige Tropfen Blut von Papst Karol Wojtyla
werden neben dem angeblichen Leib von Jesus verehrt -
"Spürbarmachung einer Person" - Gläubige beim Anblick der Blutstropfen
"überwältigt" - Staat soll Bevorzugung und Finanzierung des katholischen Kults endlich beenden
-
Am Sonntag, den 16.10.2011 war es so weit. Die Gläubigen durften in der
Sandkirche in Aschaffenburg ein Röhrchen mit einigen Blutstropfen von Papst
Johannes Paul II. auf dem Altar
der Kirche "sehen" und "verehren", so die katholischen Nachrichtenagentur
KNA
(14.10.2011).
"Das Blut der Papstreliquie stammt von einer Blutprobe, die
dem schwerkranken Johannes Paul II. wenige Tage vor seinem Tod für eine mögliche
Bluttransfusion entnommen worden war." Doch dann ist der polnische Kirchenführer
doch im Alter von 84 Jahren verstorben, bevor es eine Möglichkeit für die
Transfusion gegeben habe. Dadurch blieb die Ampulle mit seinem Blut als
"Reliquie" erhalten
und wird jetzt auf mehrere Röhrchen verteilt weltweit verehrt. Z. B. wurde ein
Röhrchen durch Mexiko geschickt, um dort die Verbrechensbekämpfung zu
unterstützen. Doch so bekämpft man keine Verbrechen. Und gleich nach
Ankunft des Röhrchens hatten die Verbrechen auch sogleich zugenommen.
Wer sich von einigen Tropfen Papstblut von Karol Wojtyla
aber zumindest persönlich mehr Gottnähe erhofft,
der darf das ja im Rahmen der Religionsfreiheit
glauben. Und im Rahmen der Glaubensfreiheit darf sich ein Gläubiger auch mehr
Aktualität wünschen und zum Beispiel sagen: "Wenn schon Blut, dann frisches Ratzinger-Blut!" Denn Joseph Ratzinger
= Papst Benedikt XVI. gilt dem Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano
bereits als lebender
"sanftmütiger Christus auf Erden" (Tagesspiegel, 6.4.2010), was
eine Ampulle mit seinem Blut sicher ebenfalls zu einem begehrenswerten Objekt
machen würde.
Bedeutsam an den Blutstropfen von Johannes Paul
II. ist weiter, dass diese auf dem "Ehrenplatz" einer
goldenen Monstranz den Gläubigen zur Verehrung dargeboten werden, auf
der normalerweise nur der angebliche reale Leib von Jesus in Form von
Backoblaten dargeboten wird. Und das heißt: Wenn in einer goldenen Monstranz nach katholischem Glauben sonst nur
angeblich echte Stücke des Leibes von Christus liegen, und
jetzt kommt noch Original-Blut des letzten Papstes hinzu, dann kann dies
als eine Art Vergöttlichung auch dieses Papstes verstanden werden: Der
angebliche Leib von Jesus und das Blut des "seligen" Karol Wojtyla sind
in dann nämlich der Verehrung vereint.
Auch aus diesem Grund sind einige Gläubige extra nach Aschaffenburg
gefahren, um das Röhrchen mit der dunkelroten Flüssigkeit aus der Nähe zu sehen. Die Kirche war
schließlich übervoll und 450 Gläubige waren beim Anblick der Blutstropfen
"überwältigt" (Main-Echo, 17.10.2011). Die Federführung bei diesem
Blutkult-Spektakel hatte die polnisch-katholische Mission vom Untermain. Prälat
Stanislaw Budyn predigte, das Blut diene der "Spürbarmachung einer Person".
Und bereits am 22.10.2011 wird die Blutreliquie den Gläubigen der benachbarten
Stiftskirche zur Verehrung angeboten und mit neuen Pilgerscharen ist zu rechnen.
Während nun katholische so genannte "Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte"
vor kleineren Gemeinschaften warnen und viele davon für verrückt erklären, wird
dieser Kult von ihnen aber als "real" bezeichnet. Hier muss deshalb
der Staat endlich handeln und sich aus dem Religionswahn ab sofort heraus halten.
Das heißt: Der moderne katholische
Baals-Kult sollte endlich nicht mehr privilegiert, bevorzugt und mit Milliarden
staatlich subventioniert werden. Wem der Anblick des Röhrchens und dergleichen
etwas wert ist und wer dabei die Nähe von K. Wojtyla spürt, der kann ja spenden. Aber die Steuergelder werden für anders
dringendst gebraucht.
20.10. / 9.11.2011 -
Borgia und das Wesen
des Papsttums - Die ZDF-Sendereihe
Borgia über Papst Alexander VI. (Foto rechts) und seine Familie fand großes Interesse
und gab manche Einblicke in das Wesen des Papsttums. Seit dem 9.11.2011 wird die
US-Fassung über den berühmten "Stellvertreter Gottes", Papst Alexander VI., im
Fernsehen ausgestrahlt, bei Pro7. Sie trägt im Original den Titel The
Borgias, auf Deutsch Borgias. Sex, Macht, Mord, Amen.
Der berühmte der Papst, d
er Spanier bzw. Katalane
Rodrigo de Borgia (Borja) wurde am 11. August 1492 zum "Nachfolger Petri" gewählt.
Wer in Kürze nachlesen möchte, welche Bestechungsmitteln er dabei anwandte, siehe
hier.
Zwei Monate später (am 12.10.1492) landete Christoph Kolumbus in Amerika und der
größte Völkermord aller Zeiten an den Indianern begann (über 80.000 Tote). Mit dem ersten Gold aus
der Süd-Amerika-Beute von den ermordeten Indianern ließ Papst Alexander VI. dann
die Decke von Santa Maria Maggiore in Rom verzieren und mit dem Symbol seiner
Familie versehen (Friedhelm von Othegraven, Litanei des Weißen Mannes,
Struckum 1986, S. 115).
Im Jahr 1495 erließ Papst Alexander VI. dann z. B. die Bulle Intercaetra,
in der es heißt, "dass man barbarische Völker unterwirft und dem echten Glauben
zuführt" (S. 120) - ein Programm zur Evangelisierung der Welt. (PS:
Am 520. Jahrestag der Landung von Kolumbus in Amerika lässt Papst Benedikt XVI. dann
2012 ein Glaubensjahr zur "Neuevangelisierung" der Welt ausrufen).
In Spanien selbst war die Papst-Borgia-Zeit auch die "große" grässliche
Zeit des Großinquistors und
Priors Tomás de Torquemada (1420-1498; Bild links). Sein Wirken in ganz Spanien für die
reine römisch-katholische Lehre führte dazu, dass über 10.000 Menschen lebendig
auf den Scheiterhaufen verbrannten und unzählige weitere gefoltert und in ihrer
Existenz ruiniert wurden. Kardinal Rodrigo de Borgia von Valencia, der bereits
in Rom weilte, war begeistert von diesen Säuberungen und
ließ 1484
zusammen mit Papst
Sixtus IV. sein großes Lob für die Massenmorde an Abweichlern und Zweiflern am
katholischen Glauben sowie an Juden und Moslems in seiner spanischen Heimat übermitteln. Auf Papst Sixtus
IV. folgte noch im selben Jahr 1484 Papst Innozenz VIII. Denn Papst Sixtus IV. steigerte
sich am 11.8.1484 so in einen Tobsuchtsanfall hinein, weil die italienischen
Mächte den Krieg gegen Venedig mit einem Waffenstillstand beendeten statt den
Krieg fortzusetzen, dass sein Wüten zu einem Schlaganfall mit Atemstillstand
führte. Seinen Nachfolger Papst Innozenz VIII., einen der schlimmsten
"Hexenverfolger", sah man dann in der ZDF-Folge 1 von Borgia
1492 sterben. Da half selbst Muttermilch aus dem Busen einer jungen Frau nichts
mehr. Auch hat man womöglich drei zehnjährige Jungen mit einem Aderlass
ermordet, um mit ihrem Blut Innozenz VIII. noch einmal aufzupäppeln
(Wikipedia, Stand: 20.10.2011). Doch auch
dies
misslang, und es kam nun die Zeit von Borgia-Papst Alexander VI.
Zur Zeit von Papst Alexander VI. wirkte in Florenz auch der Gottesprophet und Seher
Girolamo Savonarola. Er sah den Tod von Alexanders Vorgänger Innozenz voraus
und forderte die Kirche auf, "all die überflüssigen Kelche und Kreuze aus Gold
und Silber" einzuschmelzen und den Erlös an die Armen zu verteilen (zit. nach
Das Weisse Pferd Nr. 4/03), was natürlich weder Alexander VI. überhaupt in
Erwägung zog noch sonst
irgendein Papst und was auch Benedikt XVI. nicht tut, weil es dem Wesen der
Kirche und ihrem eiskalten Prunk nicht entspricht. Auch die kirchlichen
Zeremonien bezeichnete Savonarola als wirkungslos. Der Prophet ließ sich vom
Borgia-Papst nicht mit einem Kardinalshut bestechen, da er wusste, dass er wohl
bald danach im Vatikan vergiftet würde, und er forderte stattdessen die
Absetzung von Rodrio Borgia. Darauf hin bekam Alexander VI. einen Wutanfall und
erklärte:
"Er muss sterben,
und wäre er ein zweiter Johannes der Täufer" (http://www.das-weisse-pferd.com/98_14/savonarola.html).
Am 23.5.1498 wird Savonarola darauf hin gehenkt und sein Körper anschließend
verbrannt
Als schließlich auch Alexander VI. nach elf Jahren
auf dem "Heiligen Stuhl" im Jahr 1503 starb, war ein anderer
Kirchenkritiker 19 Jahre alt, Martin Luther. Als Päpste folgten auf Alexander
VI.l Papst Julius II. (Guiliano delle Roverè; Papst von 1503-1513, der
1492 dem Borgia-Papst Alexander VI. im Zweikampf um den Heiligen Stuhl noch
unterlegen war; Luther nannte ihn später "Blutsäufer"). Ein weiterer Papst,
der in dem TV-Drama bereits eine größere Rolle hatte, war der dicke kindlich
jugendliche Kardinal Giovanni de´ Medici. Als Leo X. war er dann Papst von 1513-1521.
Von ihm stammt der Satz: "Wie viel die Fabel Uns und den Unseren genützt hat,
ist bekannt" (zit. nach Horst Herrmann, Kirchenfürsten, 1992, S. 142).
Dann folgten Hadrian VII. (1521-1523;
möglicherweise vergiftet; soll dafür aber bald "selig" gesprochen werden) und
Clemens VII. (Giulio de´ Medici, 1523-1534). "Unglücklicherweise" wurde ihm
an seinem Todestag ein
schmackhaftes Pilzgericht aus Grünen Knollenblätterpilzen serviert. Es folgte
Paul III. (1534-1549), der ebenfalls in dem Borgia-Drama im ZDF als
junger
Allesandro Farnese von den Filmemachern sehr sympathisch gezeichnet wurde. Laut
Otto von Corvin waren Paul III. jedoch "Blutschande, Mord und ähnliche
Verbrechen ... geläufig. Er vergiftete sowohl seine eigene Mutter wie seine
Schwester" (Pfaffenspiegel, zit. nach Wikipedia, Stand: 20.10.2011). Er
war bereits vor der Papstwahl von Rodrigo de Borgia Apostolischer
Protonator in Rom und wurde dann mit 26 Jahren zum Kardinal ernannt. Und da seine
andere Schwester Giulia (gespielt von Marta Gastini) die
Geliebte von Alexander VI. war, ernannte ihn Alexander VI. 1493 auch zum
"Generalschatzmeister" der römischen Kirche.
Die Borgias - darunter der bekannte
Papst-Sohn Cesare Borgia (eine Hauptrolle im ZDF-Film neben der Papsttochter Lucrezia Borgia), Kardinal und Fürst (Vorbild für den Roman Il
principe, Der Fürst, von Niccolò Machiavelli) - sind bei aller
Brutalität und den Morden in dem Fernsehfilm dennoch "liebenswert" gezeichnet
(so dass sich Fernsehzuschauer trotz allem mit ihnen identifizieren sollen) - vor allem
Alexander VI. selbst, der von dem sympathischen John Doman gespielt wird. Selbst die
extrem papstfreundliche Zeitung Bild muss zugeben: "War es wirklich so
schlimm wie in ´Borgia`? Nein – viel schlimmer!" Und: "Die ZDF-Serie lässt auch
sonst manches aus, woran sich der Vatikan nicht gern erinnert" (bild.de,
17.10.2011).
Mord war einer der Nebenverdienste für Papst Alexander VI.
Ein Beispiel: Der permanenten
Bedrohung seines Bruders überdrüssig, der sich im Vatikan als Flüchtling
aufhielt, schickte etwa der osmanische Sultan Bajasid II. Papst Alexander VI.
40.000 Golddukaten, für die er Dschem ermorden solle. Doch so billig war die
Hilfe des Papstes nicht zu haben. Borgia wartete ab. Weitere 200.000 Dukaten legte
der Sultan nach. Dafür ließ Papst Alexander VI. Dschem dann vergiften (Nigel
Cawthorne, Das Sexleben der Päpste, Köln 1999, S. 195f.).
Und um die Einnahmen nicht versiegen zu lassen, "sorgte
Papst Alexander dafür, dass die Kardinäle bald vergiftet wurden, die er zuvor
ernannt hatte. So konnte er nicht nur ihren Kardinalshut erneut verkaufen,
sondern auch alle ihre Besitztümer einstreichen, die auf die Kirche übergingen -
soll heißen auf Papst Alexander" (Cawthorne, S. 195). Papst Alexander VI.
ließ weiterhin Mörder einfach laufen - gegen eine Gebühr selbstverständlich. Er
bemerkte dazu: "Der Herr will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er zahlt
und lebt" (S. 195). Bei durchschnittlich ca. 14 Ermordeten pro Tag in Rom
damals ein einträgliches Geschäft für den Papst. Und noch vieles mehr ...
Bildnachweise:
Rechts oben: Papst Rodrigo de Borgia, Alexander VI; Foto gemeinfrei
Links: Tomás de Torquemada, Großinquisitor Spaniens und Freund von Papst
Alexander VI., brachte über 10.000 Abweichler von der katholischen Lehre
lebendig auf die Scheiterhaufen in einen grässlichen Tod; Foto: GNU-Lizenz für
freie Dokumentation
Rechts unten: Grab von Papst Alexander VI. (Rodrigo de Borgia; links) zusammen mit dem
zweiten Borgia Papst Kalixt III. (Papst von 1455-1458; rechts) Die Gebeine der
beiden Borgia-Päpste werden von den Gläubigen in Rom in der Kirche Santa
Maria in Monserrato verehrt. Foto: Lalupa; GNU-Lizenz für freie Dokumentation
18.10. / 20.11.2011 -
Papst Benedikt XVI. ruft mit seinem
apostolischen Schreiben (= Motu proprio) Porta fidei ein neues "Jahr
des Glaubens" und der "Neuevangelisierung" aus, das im kommenden Jahr, am
12.10.2012, beginnen soll. Was bedeutet das?
- Es ist zunächst "zufällig" oder nicht der Jahrestag
des Beginns der Eroberung Amerikas durch die katholischen Eroberer Europas.
Am 12.10.1492 erreichte Kolumbus Amerika und der größte Völkermord (80
Millionen Tote) und die
größte Zwangschristianisierung der Geschichte begann, nach Papst Johannes
Paul II. eine "glückliche Schuld". Was
Johannes Paul II. damit meinte, führte Papst Benedikt XVI. bei einer Rede am 13.5.2007 in
Brasilien näher aus. Die Eroberung und Zwangschristianisierung sei in Wirklichkeit die
Erfüllung der "Sehnsucht" der Indianer gewesen. Wörtlich sagte der Papst damals u. a.:
"Welche Bedeutung hatte aber die Annahme des christlichen Glaubens für
die Länder Lateinamerikas und der Karibik? Es bedeutete für sie, Christus
kennenzulernen und anzunehmen, Christus, den unbekannten Gott, den ihre
Vorfahren, ohne es zu wissen, in ihren reichen religiösen Traditionen suchten.
Christus war der Erlöser, nach dem sie sich im Stillen sehnten. Es bedeutete
auch, mit dem Taufwasser das göttliche Leben empfangen zu haben, das sie zu
Adoptivkindern Gottes gemacht hat; außerdem den Heiligen Geist empfangen zu
haben, der gekommen ist, ihre Kulturen zu befruchten, indem er sie reinigte und
die unzähligen Keime und Samen, die das fleischgewordene Wort in sie eingesenkt
hatte, aufgehen ließ und sie so auf die Wege des Evangeliums ausrichtete.
Tatsächlich hat die Verkündigung Jesu und seines Evangeliums zu keiner Zeit eine
Entfremdung der präkolumbischen Kulturen mit sich gebracht und war auch nicht
die Auferlegung einer fremden Kultur ... Ihre Weisheit brachte die
Urvölker glücklicherweise dazu, eine Synthese zwischen ihren Kulturen und dem
christlichen Glauben zu bilden, den ihnen die Missionare anboten"
(http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2007/may/documents/hf_ben-xvi_spe_20070513_conference-aparecida_ge.html;
siehe auch: Christoph Kolumbus 1998 von den Indianern nachträglich zum Tod
verurteilt -
http://www.das-weisse-pferd.com/98_21/kolumbus.html).
Kein Wunder, dass die Indianer bei diesen mehr als dreisten Worten gegen
Benedikt aufbegehrten, was die Kirchenhierarchie in Rom aber nicht weiter
störte. Und vordergründig versucht der Vatikan das Datum des neuen "Glaubensjahres"
auch mit dem
Beginn des 2. Vatikanischen Konzils am 11.10.1962 in Rom zu erklären. Auch das
2. Vatikanum hat jedoch alle früheren Verdammungsurteile der Kirche und damit
auch ihre blutigen Folgen bestätigt.
Weder vom Borgia-Papst Alexander VI. (siehe oben)
noch von seinem Nachfolger, dem "Blutsäufer" Julius II. (so Martin Luther) noch
von anderen verbrecherischen Päpste zu vielen Dutzenden hat sich die Rom-Kirche
je distanziert. Im Gegenteil. Und mit Jesus, dem Christus, hat das alles ohnehin nicht das Geringste zu tun. Worum es
bei diesem katholischen Glauben, der den Namen "Christus" nur als Worthülse
benutzt, wirklich geht und was der Papst zum Glaubensjahr unter anderem schrieb, siehe
hier.
Lesen Sie dazu auch die spannende Erzählung
Die Tür des Glaubens (Porta Fidei)
über einen Kirchenführer, der im Jenseits die "Tür des Glaubens" sucht.
25.11.2011 -
Immer mehr
Astral-"Wunder" als Voraussetzung für Seligsprechungen
- Während es in der Welt mehr und mehr drunter und drüber geht,
wird in Rom u. a. über die Voraussetzung der Seligsprechung des Priesters
Johannes Evangelist Wagner
(1807-1886), dem Beichtvater der
franziskanischen Nonnen aus Dillingen in Bayern, intensiv nachgedacht.
Mangels "Wundern", welche die "Seligen" beweisbar zu ihren Lebzeiten vollbracht
hätten, geht man im Katholizismus nun fast ausschließlich zu Astralwundern über,
welche ein Verstorbener angeblich aus dem Jenseits bewirkt haben soll.
Voraussetzung dafür ist, dass sich ein gläubiger Katholik im Diesseits findet,
der genau diesen jenseitigen Katholiken um ein Wunder bittet, und, wenn dieses
dann eingetreten sei bzw. vom Vatikan "bestätigt" werde, diesem zuschreibt.
So geschehen bei der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. im Jahr
2011, der die Nonne Marie Simon-Pierre 2005 aus dem Jenseits von der
Parkinsonschen Krankheit geheilt haben soll. Ein Jahr zuvor, 2004, hatte der
Papst selbst den österreichischen Kaiser Karl I. nach einem ähnlichen
Muster "selig" gesprochen. Die polnische Nonne
Maria Zita Gradowska wurde 1960
angeblich vom österreichischen Kaiser (1887-1922) aus dem Jenseits von ihren
Krampfadern geheilt, nachdem die Nonne immer wieder gebetet habe, Kaiser Karl
möge ihr die Krampfadern doch weg nehmen. 38 Jahre nach dessen Tod sei ihm dies
dann gelungen, was diesem dann die "Seligsprechung" gebracht hat. Zu Lebzeiten
ließ Kaiser Karl I. im 1. Weltkrieg 1916 zwar Giftgas gegen das italienische
Heer einsetzen, was ihm den Namen "Giftgas-Karl" einbrachte. Dieses
Kriegsverbrechen hat aber die Seligsprechung nicht verhindert. Denn schließlich
sollen die Krampfadern von Frau Gradowska ja tatsächlich verschwunden sein.
Auch der selige Papst Pius IX.,
der ein jüdisches Kind in den Vatikan entführen
ließ und für immer seinen Eltern wegnahm, weil ein katholisches Dienstmädchen
den Jungen katholisch "notgetauft" hatte, schaffte zu Lebzeiten keine
Wunder, obwohl er für seine spätere Seligsprechung unbedingt selbst ein "Wunder"
vorlegen wollte. "Als er eines Tages
einem Gelähmten begegnete, rief er ...dem Krüppel zu: ´Steh auf und wandle!`
[und imitierte damit ein Wort von Jesus]. Doch das Wunder blieb aus und der
Lahme brach mit einem Schmerzensgeheul wieder zusammen, während der Papst außer
sich geriet" (zit. nach Josef Leute, Der Ultramontanismus in Theorie und
Praxis, Berlin 2010, S. 205).
Dies war offenbar nicht der einzige Versuch des Papstes, zu heilen.
Und der Generalvikar von Nimes, Emmanuel
d'Alzon, war von der Heiligkeit Pius IX. so überzeugt, dass er dessen Wäsche zu
Heilungszwecken verschickte"
(Der Spiegel Nr. 38/1977;
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40781912.html). Auch das brachte nicht
die gewünschten Erfolge. Nichts funktionierte, so dass auch hier erst eine
spätere Anrufung des toten Pius im Jenseits durch einen fanatischen diesseitigen
Anhänger das notwendige "Wunder" hervorbrachte. Pius IX. hätte nun vom Jenseits
aus nach einer Anrufung einen Tumor sofort geheilt. Mit dieser Geschichte wurde
er dann doch "selig".
Und auch der kurzzeitige Papst Johannes Paul I.
(1978) habe nach seinem schnellen Tod, vermutlich durch eine gezielte
Überdosierung eines Herzmittels,
den Magentumor eines Italieners aus dem Jenseits beseitigt - eine Geschichte,
die für eine baldige Seligsprechung schon in der Schublade liegt.
Und auch bei Johannes Evangelist Wagner
muss jetzt wie fast immer das Jenseits nachdrücklich mithelfen. Und eine Geschichte dazu gibt es
auch hierzu: 1922 habe sich eine junge Katholikin 36 Jahre nach seinem Tod
offenbar ohne Zustimmung der Friedhofsverwaltung auf
das Grab (!) von Pater Wagner gelegt und ihn um Heilung von einer
lebensbedrohlichen Krankheit gebeten, worauf sie genesen sei
(http://www.augsburger-allgemeine.de/dillingen/Aerzte-pruefen-Heilungswunder-id17658586.html).
Diese Methode könnte vielleicht auch bei Papst Pius XII. helfen, für
dessen Seligsprechung noch ein Wunder fehlt und dessen Grab in der Krypta des
Petersdomes ist. Wenn sich z. B. eine kranke Nonne finden würde, die sich - wie
beim Grab von Pater Wagner - immer
wieder auf das Grab legen würde und den toten Papst dabei um Genesung bittet, könnte
dessen Seligsprechung möglicherweise beschleunigt werden. Zumindest könnte
es aus katholischer Sicht einen Versuch wert sein. Und vielleicht könnte man für
diesen Versuch auch gleich mehrere Nonnen darum bitten.
Der weltanschaulich zur Neutralität verpflichtete Staat sollte jedoch endlich
damit aufhören, diesen katholischen Vodoo- und Totenkult - der eine einzige Verhöhnung des
großen Friedens- und Weisheitslehrers Jesus von Nazareth ist - mit Milliarden an Steuergeldern zu
finanzieren.
Lesen Sie dazu:
"Der Theologe
Nr. 57" - Papst Pius XII. - Geplante Seligsprechung des Papstes, der zum
Holocaust schwieg
Und:
Karl I. und andere Selige und Heilige
der römisch-katholischen Kirche
20.11.2011 -
Papst in Benin
in der Wiege des Voodoo-Kultes - Voodoo auf katholisch
- Papst Benedikt XVI. kritisierte in Benin in Afrika während seines
Besuchs vom 18.-20.11.2011 auch "das Problem der doppelten
Zugehörigkeit" zum Christentum und zum Voodoo-Kult (stern.de,
20.11.2011). Dabei sind beide Glaubensrichtungen auf das Engste
verbunden, so dass man beim Katholizismus sogar von "Voodoo auf
katholisch" sprechen könnte. Siehe dazu die
Informationsschrift der Freien Christen Nr. 5, Voodoo auf Katholisch,
die auch als Druckschrift gratis
erhältlich ist.
So wie der Frühkatholizismus einst die antiken
Götzenkulte und Baalskulte in sich
aufgesogen hatte, während man diese nach außen hin offiziell
bekämpfte, so ähnlich verhält es sich auch mit den Voodoo-Kulten. Man
bietet den
Gläubigen
"Voodoo auf katholisch", während man vor den nichtkatholischen Varianten
des Voodoo warnt, da diese "Hexerei" seien (z. B. links: Eine
Voodoo-Priesterin küsst den Boden; rechts: Der Papst küsst den Boden).
Die Nähe beider Religionen bestätigt auch der selige Papst Johannes Paul
II. in seinem Buch Die Schwelle zur Hoffnung überschreiten, Hamburg
1991, S. 110.
Dort schreibt der Papst: "An diesem Punkt scheint es mir angebracht, an
all die primitiven ´animistischen` Religionen zu erinnern, welche den
Ahnenkult an die erste Stelle setzen. Er scheint, als seien die, die
diesen Religionen anhängen, dem Christentum besonders nahe ... Liegt
in der Ahnenverehrung vielleicht doch eine gewisse Vorbereitung auf den
christlichen Glauben in der Gemeinschaft der Heiligen ...? Es verwundert
daher nicht, dass die afrikanischen und asiatischen Animisten relativ
leicht zu Bekennern Christi werden, leichter als die Vertreter der
großen Religionen des Fernen Ostens ... Letztere ... sind ethische
Systeme, deren Betonung sehr stark auf dem Guten und auf dem Bösen
liegt." "Und eben weniger auf Kult und Magie", könnte man hinzufügen.
Und so erklärte Kurienkardinal Francis Arinze aus Nigeria auch, "ihm
komme es bisweilen vor, als wären die wahren Hüter des katholischen
Erbes südlich der Sahara zu finden" (Geo-Epoche Nr. 10/2003, Die
Macht der Päpste). Also dort, wo Katholizismus und Voodoo-Kult und
ihre magischen Kulte nebeneinander existieren und von den Gläubigen oft
gleichzeitig praktiziert werden.
Anhang
1) Martin Luther: Der Papst ist der Antichrist
2) Die heilig gesprochenen Päpste
3) Die selig gesprochenen Päpste
4) Weitere "Heilige" oder "Selige"
5) "Es gehört sich aber, dass die
zeitliche Autorität sich der geistlichen Gewalt unterwirft"
6) Die Unterordnung aller katholischen Politiker
unter den Vatikan
|
Martin Luther hat den Tatglauben des Jesus von
Nazareth verraten, indem er lehrte: "Alleine der Glaube genügt".
Urchristen wie die so genannten "Täufer" ließ er brutal ermorden. Und die Folgen
dieser Lehre sind bis zum heutigen Tage furchtbar: Kriege, Umweltzerstörung und
Gewissensabstumpfungen weltweit. Doch Martin Luther machte auch manche
Aussagen,
die anderen Menschen weiter geholfen haben. So versuchte sich Deutschland
bereits vor ca. 500 Jahren, vom Papsttum zu befreien. Doch auch im Jahr 2011
ist dies noch nicht gelungen. Im Gegenteil: Im Herbst ziehen wieder schwere
Weihrauchwolken über Deutschland auf. Der Papst versammelt in Berlin alle
Abgeordneten im Reichstag um sich. Und bedeutet dies am Ende auch das
endgültige Aus für Luthers Erkenntnisse über den Papst?
Protest gegen den Unterwerfungs- und Schmusekurs der
deutschen Lutheraner gegenüber dem Vatikan kommt vor allem aus der
Evangelisch-Reformierten Kirche in der Schweiz. So schreibt z. B. Pfarrer
Reinhard Möller aus Aesch im Baseler Land: |
|
|
|
|
Der "heilig"gesprochene Papst |
Aus dem Leben der katholischen "Heiligen" |
|
Jesus von Nazareth lehrte: "Ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist." (Matthäus 23, 9) |
|
|
Miltiades (310-314) |
|
|
Silvester I. (314-335) |
|
|
Marcus (336) |
|
|
Julius I. (337-352) |
|
|
Liberius (352-366) |
|
|
Damasus I. (366-384) |
|
|
Papst Siricius (384-399) |
|
|
|
|
|
Papst Coelestin I.
(422-432), |
|
|
Papst Leo I. (440-461) |
|
|
|
|
|
Papst Gelasisus I. (492-496) |
|
|
|
|
|
Papst Symmachus (498-514) |
|
|
|
|
|
Die
"Heiliggesprochenen" sind diese: Agapitus I. (535-536), Silverius (536-537), Gregor der Große
(590-604; er setzte z. B. durch, dass der heidnische Würdentitel "Pontifex
maximus" (Oberpriester aller heidnischen Religionen) nur noch
vom Papst gebraucht werden darf), Bonifatius IV. (608-615), Adeodatus I. (615-618), Martin
I. (649-653), Eugen I. (654-657), Vitalian I. (657-672), Agatho
(678-681), Leo II. (682-683), Benedikt II. (684-685), Sergius I.
(687-701), Gregor II. (715-731), Gregor III. (731-741), Zacharias
(741-752), Paul I. (757-767), Leo III. (795-816), Paschalis I.
(817-824), Leo IV. (847-855), Nikolaus I. (858-867), Hadrian III.
(884-885). |
|
|
Papst Leo IX. (1049-1054) |
|
|
Papst Gregor VII. (1073-1085) |
|
|
(Urban
II. (1088-1099)) |
|
|
Papst Coelestin V. (1294) |
|
|
Papst Pius V. (1566-1572) |
|
|
Papst Pius X. (1903-1914) |
|
Ob ein Katholik "heilig" oder "nur" "selig"
gesprochen wir, ist oftmals eine Finanzfrage. Während eine Heiligsprechung
mit allen Verfahren im Durchschnitt ca. eine Viertelmillion Euro kostet (http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html#Segen),
ist die Seligsprechung um einiges günstiger zu haben.
"Seraphim [weibliche
Erzengel] standen über Ihm [Gott] ... Sie riefen einander zu: ´Heilig,
heilig, heilig, ist der Herr Zebaoth. Von Seiner Herrlichkeit ist die ganze
Erde erfüllt.` Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel
[das Heiligtum Gottes in der geistigen Welt] füllt sich mit Rauch. Da sagte
ich: ´Weh mir, ich vergehe. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und
lebe in einem Volk mit unreinen Lippen`".
Sage mir, welche "Heiligen" du verehrst, und ich sage dir, wer du bist.
Weitere "Heilige" oder "Selige"
Bis zum heutigen Tag
haben Päpste der römisch-katholische Kirchen im Vatikan ca. 7.000
Menschen
"heilig" oder "selig"
gesprochen. Oben sind die Namen genannt, wo sie sich selbst und
ihresgleichen "heilig" oder "selig"
gesprochen haben. Doch es gibt noch andere. Hier soll nicht über diese
Menschen geurteilt werden, für welche das im günstigsten Fall peinlich
oder sogar abstoßend ist, was die Kirche nach ihrem Tod mit ihnen
gemacht hat. Denn für Jesus, den Christus, sind die kirchlichen Selig-
und Heiligsprechungen ein Gräuel. Und in der Bergpredigt pries Jesus
eben diejenigen "selig", die tun, was Gott will, z. B.
Frieden stiften, barmherzig sein, nach Gerechtigkeit hungern und anderes
mehr (Matthäusevangelium 5, 1 ff). Und nicht jene, von
denen ein Papst darüber entscheidet, dass er der Kirche in
entsprechender Weise genützt habe. Eines Tages "erhob eine Frau
im Volk ihre Stimme und sprach zu ihm: ´Selig ist der Leib, der dich
getragen hat, und die Brüste, an denen du gesogen hast.` Er aber sprach:
´Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren`"
(Lukasevangelium 11, 27). Nicht einmal für seine Mutter Maria ließ Jesus also die
Seligpreisung gelten, obwohl sie sicher eine ehrenwerte Frau war. Doch
seine leibliche Mutter zu sein, zählt nicht, einzig, das Wort Gottes zu
bewahren, das heißt zu tun. Der "heilig" oder "selig"
"Gesprochene" Aus dem Leben des "Heiligen" oder
"Seligen"
Papst Leo XIII (siehe Bild rechts)
sprach Cyrill von Alexandria im Jahr 1882 "heilig" und ernannte ihn
gleichzeitig zum "Kirchenlehrer". Der "Heilige" verfolgte als
Patriarch von Alexandria seit 412
1215 gründete Dominikus in Toulouse mit sechs
anderen einen Orden, die nach ihm bekannten "Dominikaner" (= die
"Hunde des Herrn") mit dem Zweck, die katholische Lehre zu
verbreiten und das Urchristentum der Katharer zu bekämpfen und
auszurotten. Dazu befahl Papst Innozenz III., diese christliche
Gemeinschaft in Südfrankreich in einem Kreuzzug niederzumetzeln und
alle Katharer umzubringen.
Der "heilige" Giovanni de Capistrano
(1386-1456)
wird fortgesetzt - für
weitere Hinweise
sind wir dankbar
"Wenn man ihre
Heiligenlegenden liest, findet man die Namen von tausend heilig gesprochenen
Verbrechern."
Lehrbuch
Denzinger/Hünermann, Nr. 873 - "Durch die Aussagen der
Evangelien werden wir belehrt, dass in dieser ihrer [der Kirche] Gewalt zwei
Schwerter sind, nämlich das geistliche und das zeitliche* ... Beide
sind also in der Gewalt der Kirche, nämlich das geistliche Schwert und das
materielle. Jedoch ist dieses f ü r die Kirche, jenes aber
v o n der Kirche zu handhaben. Jenes in der Hand des Priesters, dieses
in der Hand der Könige und Soldaten, aber auf die Zustimmung und Duldung des
Priesters hin. Es gehört sich aber, dass ein Schwert unter dem anderen ist
und die zeitliche Autorität sich der geistlichen Gewalt unterwirft ... Denn
wie die Wahrheit bezeugt, muss die geistliche Gewalt die irdische Gewalt
einsetzen und richten, wenn sie nicht gut war ..."
*
Der Papst bezieht sich u. a. auf das Jesuswort "Zwei Schwerter sind genug",
was vermutlich als Abschreckung gegenüber möglichen Straßenräubern gedacht
war, ohne dass die Jünger es aber einsetzen sollten. Siehe dazu
hier.
Die Unterordnung aller
katholischen Politiker
Andrea Nahles,
Generalsekretärin und stellvertretende Vorsitzende der SPD,
bezeichnete in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung vom 24.1.2010 den Papst als den "Chef vom Ganzen", den
sie ernst nehme. Nach der Lehre der römisch-katholischen Kirche zählt sie zu
den katholischen Laien im Unterschied zu den Priestern, wie z. B. auch der
CSU-Parteivorsitzende
Horst Seehofer oder der ehemalige CSU-Hoffnungsträger Karl-Theodor
Freiherr von und zu Guttenberg.
1
2
3
4
Nach Pius IX. nun auch Johannes Paul II.
Die "selig" gesprochenen
Päpste
Nachfolgende zehn Päpste wurden neben den 79 "heilig"
gesprochenen "selig" gesprochen. "Im Unterschied zur Heiligsprechung
wird durch die Seligsprechung jedoch nur eine lokale öffentliche Verehrung
dieser Personen gestattet" ("Seligsprechung" bei Wikipedia, Stand
18.6.2009).
Hier die Namen und die Regierungszeit:
Victor III. (1086-1087), Urban II. (1088-1099; er rief zum ersten
Kreuzzug auf und ist das gro0e Vorbild des norwegischen Terroristen Anders
Breivig), Eugen III. (1145-1153), Gregor X. (1271-1276), Innozenz V.
(1276), Benedikt XI. (1303-1304), Urban V. (1362-1370), Innozenz XI.
(1676-1689), Pius IX. (1846-1878, er drückte 1870 beim 1. Vatikanischen
Konzil die angebliche "Unfehlbarkeit" des
päpstlichen Lehramtes durch), Johannes XXIII. (1958-1963) und Johannes Paul
II. (1978-2005).
Der "selige"
Pius IX. (1846-1878) war
etwa ein massiver Bekämpfer
aller Ansätze von Religionsfreiheit: Er
verurteilte in seiner Enzyklika
Syllabus errorum am 8.12.1964 Demokratie und Religionsfreiheit als "verwerfliche
Zeitirrtümer". So verbot er italienischen Katholiken etwa die Teilnahme
an freien Wahlen. Weiter verwarf er
"ausdrücklich jenen ´Indifferentismus`,
der jedem gestattet, die Religion zu ergreifen, die er für wahr hält. Der
Staat habe vielmehr das Recht, alle anderen Religionen als die katholische
auszuschließen" (Karlheinz Deschner, Abermals krähte der Hahn, S. 483).
Und hier einige der von ihm verworfenen Irrtümer aus der besagten Enzyklika,
zit. nach Denzinger/Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und
kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg 2009:
"Irrtum"
DH 2919: "Wenigstens
muss man gute Hoffnung für das ewige Heil all jener hegen, die sich
überhaupt nicht in der wahren Kirche Christi befinden."
"Irrtum" DH 2919: "Die
Kirche ist keine wahre und vollkommene Gesellschaft, die völlig frei ist;
sie verfügt auch nicht über ihre eigenen und beständigen Rechte, die ihr von
ihrem göttlichen Gründer übertragen wurden, sondern es ist Aufgabe der
bürgerlichen Gewalt, festzulegen, welche die Rechte der Kirche und die
Grenzen sind, innerhalb derer sie diese Rechte ausüben kann."
"Irrtum" DH 2942: "In einem
Gesetzeskonflikt beider Gewalten hat das bürgerliche Recht Vorrang."
"Irrtum" DH 2954: "Könige und Fürsten
sind nicht nur von der Jurisdiktion der Kirche ausgenommen, sondern stehen
auch bei Entscheidungen von Fragen der Jurisdiktion höher als die Kirche."
Bereits in der voraus
gegangenen Enzyklika Qunato conficiamur moerore schrieb der
"selige" Pius IX. am 10.8.1863:
DH 2865: "Wiederum müssen Wir den äußerst
schwerwiegenden Irrtum erwähnen und tadeln, in dem sich bedauernswerterweise
manche Katholiken befinden, die meinen, Menschen, die in Irrtümern leben und
dem wahren Glauben und der katholischen Einheit ferne stehen, könnten zum
ewigen Leben gelangen. Dies widerstreitet freilich der katholischen Lehre im
höchsten Maße."
DH 2867: "Wohlbekannt ist auch der katholische
Lehrsatz, dass nämlich niemand außerhalb der katholischen Kirche gerettet
werden kann und dass diejenigen, die der Autorität und den Definitionen
derselben Kirche trotzig widerstehen und von der Einheit dieser Kirche und
vom Römischen Bischof, dem Nachfolger des Petrus, dem vom Erlöser die Wache
über den Weinberg übertragen wurde, hartnäckig getrennt sind, das ewige Heil
nicht erlangen können."
Der Papst steigerte sich bekanntlich
immer mehr in seine ihm zugesprochene "Absolutheit" und die
Verdammung der Andersgläubigen hinein. Sechs Jahre
später sprach er sich in seinem Amt dann sogar die Unfehlbarkeit (1870) in
Lehrfragen zu, was an manche seelisch kranken römische Kaiser erinnert, die
sich einst für Götter hielten.
Und dann folgte im Jahr 2000 die Seligsprechung durch Papst
Johannes Baal II., obwohl seine Heilungswunder-Versuche ein ums andere Mal scheiterten. So
fauchte Pius IX. gelähmte Menschen in Rom mit den Worten "Steh auf und geh"
an oder er ließ ihnen Wäschestücke von ihm zu "Heilungszwecken" zukommen - es hat nichts
genützt. Pius IX. hat auch an "Fettsucht" gelitten und sprach bei Audienzen
oft minutenlang "wirres Zeug", so dass der bekannte Historiker Franz Xaver
Kraus ihn als "geisteskrank" bezeichnete. Bekannt wurde er auch
dadurch, dass er einem orthodoxen Bischof den Fuß auf den Kopf drückte, als
dieser gezögert hatte, ihm, dem Papst, den Pantoffel zu küssen
(Karlheinz
Deschner, Der gefälschte Glaube, München 1988).
Nachdem Papst Pius IX. im Jahr 2000 trotz aller
dieser Skandale von Papst Johannes Paul
II. (von Kritikern wegen der Parallelen des Katholizismus mit dem Baalskult
manchmal Johannes Baal II. genannt) "selig" gesprochen wurde, wurde am 1.5.2011 nun auch Papst
Johannes Paul II.
selbst "selig" gesprochen, ca. sechs Jahre nach seinem Tod. Der Theologe
Nr. 16 dokumentiert oben die Ereignisse um seinen Tod im Jahr 2005
(ab hier).
Einer seiner wesentlichen "Verdienste" für die Kirche war die
Verteidigung des Völkermordes (100 Millionen Opfer) der katholischen
Eroberer bei der Eroberung des amerikanischen Kontinents "im Namen Gottes". Die Täter hätten sich
laut dem Papst eine "glückliche
Schuld" aufgeladen, weil sie den überlebenden Indios den Katholizismus
brachten (Spiegel special Nr. 3/2005, S. 91).
Der "Hauptverdienst" war jedoch
der systematische Aufbau eines Vertuschungssystems bei Sexualverbrechen von
Priestern an Kindern. Die von Johannes Paul II. in Zusammenarbeit
mit seinem Nachfolger Joseph Ratzinger unter Androhung von Höllenstrafen
angeordnete strenge "päpstliche Geheimhaltungspflicht" begünstigte jahrelang
die Täter und leistete neuen Verbrechen Vorschub. Joseph Ratzinger ist
deswegen jetzt auch beim Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in
Den Haag angeklagt und eine Petition soll wenigstens seinen geplanten
Auftritt im deutschen Reichstag stoppen.
Schließlich ist noch die Finanzierung der
polnischen Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc durch die Vatikanbank unter
Johannes Paul II. zu nennen, die den Beginn des Umsturzes des
Kommunismus einleitete. Die dazu notwendigen Finanztransaktionen führten zum
Betrugsbankrott der Banco Ambrosiano und zum Mord an dessen Direktor
Roberto Calvi. Das mithilfe der Vatikanbank aus Italien hinaus getrickste Geld wurde in
Polen entsprechend zum Sturz des Kommunismus verbraucht. Kurz bevor die Leiche
Calvis an der Brücke der Barmherzigen
Brüder in London hing, sagte der Bankdirektor noch zu seiner Frau Clara
Canetti:
"Wenn mir etwas zustößt, muss
der Papst zurücktreten"
(Die Zeit Nr. 45/2001). Doch Calvi hat die Situation falsch
eingeschätzt und seine Gegner unterschätzt. Der Papst musste nach dem Mord
an Calvi nicht zurücktreten und wurde jetzt gar "selig" gesprochen.
Dass es nicht zum Rücktritt kam, kann auch damit zusammen hängen, dass
Calvis mutmaßliche Mörder und maßgebliche Mitwisser der Hintergründe kurz darauf
ebenfalls ums
Leben kamen. Einer wurde mit gespaltenem Schädel aufgefunden, der andere von
einer Autobombe zerfetzt. Und ein dritter Mitwisser ließ sich im Gefängnis
einen Espresso schmecken, der aber leider mit Zyankalipulver vermischt war
(mehr dazu ab hier).
Eine weitere Meldung zum "Seligsprechung" des Papstes siehe auch
oben.
Dies sind die Worte des
alttestamentlichen Gottespropheten Jesaja (6, 3-5), die bezeugen:
Gott allein ist heilig.
"Gerecht und zuverlässig sind Deine Wege, Du König der
Völker. Wer wird Dich nicht fürchten, Herr, wer wird Deinen Namen nicht preisen?
Denn Du allein bist heilig: Alle Völker kommen und beten Dich an;
denn Deine gerechten Taten sind offenbar geworden".
Und diese sind die Worte des
alttestamentlichen Gottespropheten Mose (Offenbarung 15, 3-4), die
bezeugen: Gott allein ist heilig.
Wer sind dann die vielen "Heiligen", die hier auf dieser Seite vorgestellt
werden? Sind es nicht böse Plagiate, um den Schöpfergott zu verhöhnen?
Die Kirche jedoch verkehrte auch hier die Lehre von Jesus ins Gegenteil
und sprach nicht nur Maria und manche andere "selig" oder
"heilig",
die vielleicht einen überwiegend positiven Charakter hatten. Der Vatikan
schreckt auch nicht davor zurück, ethisch besonders verwerflich
handelnde Menschen, Kriminelle oder Psychotiker
"heilig"
oder
"selig"
gesprochen zu haben und bis heute zu verehren. Damit entlarvt die Kirche
ihr wahres Wesen.
Nachfolgend
dokumentieren wir einige Fälle, die uns bekannt geworden ist. Da wir aus
Zeitgründen nicht selbst intensiver recherchieren können, bedanken wir
uns für Hinweise, die wir dann hier ergänzen können.
Lesen Sie dazu auch http://www.zeit.de/2010/52/A-Wunderindustrie
über das Geschäft mit den "Heiligen" und "Seligen"
Mehr zu "Heiligen" in Der Theologe finden Sie auf der Seite
Frage und Antwort
und auf der Seite
Der Papst
auf Youtube.
(PS:
Schauen Sie sich die Männer genau an! Wollen
Sie mit ihnen die Ewigkeit im katholischen Himmel verbringen?)
Kirchenvater Augustin über die strengeren Katholiken, Donatisten
genannt: "Wir möchten sie
verbessert haben, nicht getötet; wir wünschen uns den Triumph der
Kirchenzucht, nicht den Tod, den sie verdienen." (epistula c.,
n.1, zit. nach
http://de.wikipedia.org/wiki/Inquisition)
Der "Heilige" befürwortete auch
Bekehrungen zur Kirche durch die Folter.
"Die Folter sei legitim, da sie nur das sündige Fleisch, nicht aber die Seele schädige. In der Konsequenz sei es besser, die Häretiker zu verbrennen als ´in den Verirrungen zu erstarren`. Die Häretiker
´töten die Seelen der Menschen, während die Obrigkeit nur ihre Leiber der Folter
unterwirft; sie rufen ewigen Tod hervor, aber beklagen sich dann wenn die Behörden sie dem zeitlichen Tod überantworten`. Die Androhung
der Folter stelle den Häretiker nachdrücklich vor die Entscheidung, entweder in seiner Verirrung zu verharren
... sowie den ´Feuerofen der Qual` samt dem Verlust des Lebens in Kauf zu nehmen oder aber ´klüger zu werden`, um in den Schoß der Kirche zurückzukehren"
(http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Inquisition.html).
einen
"gnadenlosen Kurs gegen alle, deren Standpunkte er als unverträglich
mit der christlichen [PS: = "katholischen"; mit "christlich" hatte
dies nichts zu tun] Gemeinde der Stadt betrachtete"
(http://www.heiligenlexikon.de/BiographienC/Cyrill_von_Alexandria.html).
Der
"Heilige" setzte in die Tat um, was bis heute gültige Lehrsatz der
römisch-katholischen Kirche ist; dass diese alles "ausmerzen" müsse,
was gegen den Glauben ist (http://theologe.de/theologe18.htm#382).
So ließ der "heilige" Kyrill von Alexandria z. B. die Kirchen und Häuser von andersdenkenden
Christen plündern. Und im Jahr 415 "stachelte" er
die gläubigen Katholiken zu einem furchtbaren Judenpogrom auf.
Das vom Bischof bzw. Patriarchen Kyrill auf diese Weise befohlene Massaker an den Juden war gleichzeitig das Ende der jüdischen
Gemeinde in Alexandria und geistesgeschichtlich ein wesentlicher
Vorläufer des späteren Holocaust an den Juden in NS-Deutschland. Im selben Jahr ließ
Kyrill auch die bekannte Mathematikerin Hypatia ermorden. Sie wurde
auf dem Altar der römisch-katholischen Kirche nackt ausgezogen und mit Glasscherben in Stücke
geschnitten (http://theologe.de/theologe7.htm#Lynchmord).
Im Gegensatz dazu war Kyrill ein glühender Verehrer der
katholischen Maria-Figur. Auf sein Drängen hin wurde sie einige
Jahre später zur
"Gottesgebärerin" und "Gottesmutter" erklärt (altkirchliches Dogma des
Konzils von Ephesus, 431).
Hintergrund: Warum der Mord an der "Hexe" Hypatia? Sie
war die Leiterin der renommierten neuplatonischen Philosophenschule in
Alexandria und Nachfolgerin des Philosophen Plotin.
Sie war bekannt als überaus tugendhafte Frau und betrachtete auch
Tiere nicht als seelenlose und schmerzunfähige Objekte wie die
Kirche. Außerdem glaubte sie, dass die Erde rund ist und nicht eine
Scheibe wie dies der "heilige" Kyrill und die Kirche
glaubten. Man geht heute davon aus, "dass
Kyrills fanatisierte Christen zu dem Mord angestachelt habe und
dafür gesorgt habe, dass die offizielle Untersuchung eingestellt
wurde, indem er und seine Untergebenen die öffentlichen Behörden
bestachen" (Wikipedia, Stand: 11.2.2011).
Kyrill hat den
Lynchmord sehr wahrscheinlich auch damit begründet, dass Paulus es in
der Bibel nicht gestattete, dass eine Frau ein Lehramt ausübt.
Das Heiligenlexikon schreibt im Hinblick auf Kyrill: "Was ihn in den Augen der Kirche heilig sein lässt, sind weniger
seine Taten als seine Theologie". Doch was ist das für eine
"Theologie", die solche Taten im Gefolge hat? Und warum spricht die
Kirche die Mörder heilig und schickt die Opfer in eine (von ihr
erfundene) "ewige Verdammnis"?
Außerhalb des Katholizismus war das Ansehen von Kyrills Mordopfer Hypatia so groß, dass die Kirche
aus diesem Grund im
10. Jahrhundert offenbar eine eigene Gestalt erfand, die das Andenken an
Hypatia ausmerzen und ersetzen sollte, die so genannte katholische "Märtyrerin" "Katharina von
Alexandria", bis heute eine der so genannten 14
"Nothelferinnen". Das Heiligenlexikon schreibt: "In ihrer Gestalt vereinigen sich Schicksal und
Wesenszüge der heidnischen Gelehrten Hypatia, die 415 durch Cyrill
von Alexandria getötet worden war"
(http://www.heiligenlexikon.de/BiographienC/Cyrill_von_Alexandria.html).
Das ist sehr beschönigend formuliert: Um die Erinnerung an die
bestialische Ermordung und Zerstückeling der "heidnischen" Philosophin auszumerzen, behauptet die
Kirche demnach frech, der "heidnische" Kaiser hätte um das Jahr 300
die katholische "Katharina" auf ähnliche Weise ermorden lassen wie sie
selbst in Wirklichkeit Hypatia ermorden ließ. Die Kirche
projiziert also - einmal mehr - die eigenen
Bestialitäten auf ihre Gegner. Und vor dem
10. Jahrhundert wusste zumindest niemand etwas von dieser angeblichen
"Katharina", aus deren Wunden nach katholischer Lehre im übrigen
Milch geflossen sein soll statt Blut. Und natürlich denkende
Menschen, die den mörderischen Zynismus der Kirche nicht mehr
ertragen, könnten versucht sein zu denken: "Wohl bekomm´s! Dann
können sie wenigstens die Kuhmilch den Kälbchen überlassen."
PS:
Im Jahr 2010 lenkte ein Selbstmordanschlag islamistischer
Fundamentalisten auf Kopten in Alexandria die Aufmerksamkeit auf die
ägyptische Stadt. Der "Heilige" Cyrill wird sowohl von den
Katholiken als auch von den Kopten als "Heiliger" verehrt, zudem von
den Orthodoxen, Anglikanern und Armeniern.
Kurz nach dem Tod Kyrills im Jahr 444 machte sich das
Patriarchat von Alexandria, dem Kyrill vorstand, als "koptische Kirche" vom Katholizismus
unabhängig.
Karl der "Große", der "Schutzherr der Kirche" (patricius romanorum)
wurde im Jahr 800 von Papst Leo III. im Vatikan zum Kaiser gekrönt
(siehe links). Karl hatte durch nahezu ununterbrochene Kriege
und Zwangsbekehrungen zum Katholizismus den Weltherrschaftsanspruch
der katholischen Kirche in der Mitte Europas zum Durchbruch
verholfen.
Hier nur einige Beispiele: Unterwerfung Aquitaniens und der Gascogne
in Frankreich, Niederwerfung der Sachsen (772-804) "mit
beträchtlicher Grausamkeit" (Wikipedia: Stand 25.11.2011) bei
gleichzeitiger Einrichtung von katholischen Missionssprengeln für
die Zwangsbekehrungen, Unterwerfung der Langobarden, Krieg gegen die
muslimischen Mauren, Unterwerfung Bayerns, Krieg gegen Sorben und
Wilzen und andere slawischen Völker, Unterwerfung Böhmens, Krieg und
Zwangskatholisierung der Avaren usw. usf.
Seine Heiligsprechung erfolgte
1165 durch den Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel in Vertretung
von Papst Paschalis III. Die Kirche erklärte jedoch
Alexander III. für diesen Zeitraum zum "offiziellen Papst" und
Paschalis III., dessen päpstliche Amtshandlungen von Alexander III.
nicht akzeptiert wurden, zum "Gegenpapst". "Doch hat die Kurie danach
nie Einspruch gegen diese Heiligsprechung erhoben; vielmehr wird
seit 1176 die Verehrung Karls als Heiligen von der katholischen
Kirche geduldet. Die Karlsverehrung hatte ihren Höhepunkt im späten
Mittelalter. Heute noch tragen Kirchen Karls Namen, so etwa die
Pfarrkirche im westfälischen Wiedenbrück St. Caroli Magni et beati
Aegidii" (Wikipedia: Stand 25.11.2011).
Mit dem Kreuzzugsführer Simon IV. de Montfort stand der "heilige"
Dominikus bereits seit 1204 in einer persönlichen Beziehung. Er
folgte dessen Armee, befasste sich jedoch in erster Linie damit, in
den eroberten Orten unter der übrig gebliebenen Bevölkerung zu
predigen und dafür zu sorgen, dass sie wieder alle katholisch werden
und keiner mehr es wagt, von dem Glauben der Kirche abzuweichen.
Der "heilige" Petrus von Verona
(1206-1252),
auch Petrus von Mailand genannt oder Petrus, der "Märtyrer"
Petrus von Verona war
Dominikaner-Mönch und Inquisitor von
Como und Mailand, Ober- und Mittelitalien und gilt als "Patron aller
Inquisitoren". Auch er ließ die urchristlichen Katharer mit
unerbittlichem Fanatismus und Rücksichtslosigkeit verfolgen
und ermorden. Sein besonderes "Verdienst"
war, dass er dabei
auch keine Rücksicht auf seine Eltern nahm, die auch Urchristen
waren und zu den Katharern gehörten. Auch sie wurden deshalb
hingerichtet. Er selbst ist als Student in die römisch-katholische
Kirche eingetreten. Am Ende seines Lebens kam der "heilige" Petrus
von Verona nach der Gesetzmäßigkeit "Was der Mensch sät, das wird er ernten"
bei einem Attentat ums Leben. Er gilt deswegen als einer der großen
"Märtyrer" und "Heiligen" der Kirche.
Mit seinem Blut soll er der
kirchlichen Geschichtsschreibung nach noch ein letztes Bekenntnis
zum Katholizismus auf den Erdboden geschrieben haben. Ebenfalls nach
der kirchlichen Geschichtsschreibung nach wäre ihm der Schädel
gespalten worden (er hätte sein abschließendes Bekenntnis zur
römisch-katholischen Kirche mit
gespaltenem Schädel) geschrieben, weswegen er heute auch als Patron
gegen Kopfkrankheiten gilt.
Thomas von Aquin gilt als berühmtester Kirchenlehrer des Mittelalters. Er forderte die
Hinrichtung von Andersgläubigen aus "Fürsorge" für die
Katholiken. Wörtlich:
"Wenn die Kirche keine Hoffnung mehr
hat, den Ketzer zu bekehren, so trennt sie ihn, in Fürsorge für das
Wohl der anderen, durch die Exkommunikation von ihrer Gemeinschaft,
und überdies überlässt sie ihn dem weltlichen Gericht, damit es ihn
durch den Tod aus der Welt schaffe: ulterius relinquit eum judicio
saeculari a mundo ex terminandum per mortem"
(zit. nach Graf von Hoensbroech, Das Papsttum in seiner
sozio-kulturellen Wirksamkeit, Leipzig 1904, S. 57).
Im Stern Nr. 4/2011 ist über den "Heiligen" zu lesen:
"Auch Jesus und seine Jünger lebten vorwiegend vegetarisch ... Erst
im 13. Jahrhundert erklärte der Kirchenvater Thomas von Aquin
das Vieh zu Freiwild. Es habe keine Seele. Das sagte er aber auch
von Frauen."

Giovanni de Capistrano ist der
Patron aller katholischer Rechtsanwälte.
Er studierte zunächst
Jura, verstieß dann seine Frau und trat in den Franziskanerorden ein
und ließ sich zum römisch-katholischen Priester weihen. Angeblich
soll er ein paar "Heilungswunder" an gläubigen Katholiken
vollbracht haben. Im Jahr 1437 beauftragte ihn Papst Eugen IV., nach
der urchristlichen Schrift Spiegel der Seele der 1310 als
"Ketzerin" hingerichteten Margarete Porete zu forschen und diese zu
beschlagnahmen. Capistrano war vor allem als "Inquisitor gegen die Juden"
tätig. Er erzwang räumliche Trennungen von Juden und Nichtjuden und
inspirierte Papst Nikolaus V., eine besondere Kennzeichnung der
Juden an ihrer Kleidung durchzusetzen. Auch beschuldigte er die Juden in
Breslau zu Unrecht der Hostienschändung und ließ ihrer Führer
foltern und alles Eigentum beschlagnahmen. 1453 ließ er
41 jüdische Bürger öffentlich verbrennen und ihre Kinder
römisch-katholisch taufen. Ab 1454 setzte er in ganz Polen
Pogrome mit öffentlichen Ermordungen der Juden durch den
katholischen Mob durch. Auch verfolgte er weiterhin die Hussiten, die
sich am Urchristentum orientieren wollen als "sehr gefährliche Sekte
der Fraticelli". Schließlich rief er 1455 zum Kreuzzug gegen die
moslemischen Türken auf. Im gleichen Jahr wurde auf sein Betreiben der Stadt
Breslau das Privileg verliehen, keine Juden dulden zu müssen (privilegium
de non tolerandis Judaeis).
Kirchenkritiker sagen sinngemäß: Soviel eiskaltes Grauen,
Blutvergießen, Skrupellosigkeit, Herzlosigkeit und bösartigste
Gewalt im Dienste der Kirche machen ihn zu einem geeigneten
Kandidaten für eine Heiligsprechung.
1690 wurde er von Papst Alexander
XVIII. dann tasächlich heilig gesprochen. Von Papst Benedikt XIII., einem Vorbild
des heutigen Papst Benedikt XVI., wurde 1724 dann feierlich die Urkunde
seiner "Heiligsprechung" ausgestellt (Telepolis, 7.9.2009,
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31065/1.html). Er wird heute
weltweit verehrt und um Hilfe angerufen, zum Beispiel im Stephansdom in Wien. Die Kirche verehrt
ihn vor allem jährlich an seinem eigens ihm gewidmeten Gedenktag, dem 23.Oktober.
Peter Arbues war
Augustiner-Priester und Theologieprofessor, grausamer Inquisitor,
sadistischer Folterer und
Judenverfolger in Spanien. Er ließ unzählige Menschen ermorden. Von Angehörigen von
Opfern wurde er "tödlich verwundet", als er gerade am Altar kniend ein Gebet
zu seinem "Gott" sprach. Von dem von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 "selig"
gesprochenen Papst Pius IX. wurde Peter Arbues im Jahr 1867 "heilig" gesprochen.
Karl Borromäus war
Bischof von Mailand und schweizerischer Inquisitor. Er war
sehr gefürchtet, da er Protestanten
bei lebendigem Leib verbrennen ließ.
Mehr zu ihm unter
http://theologe.de/2009-1.htm#Nackte_gefesselte_Frauen.
Im Jahr
2010 beging die Kirche das 500-jährige Jubiläum seiner
"Heiligsprechung". Viele Borromäus-Kirchen gibt es allein in Deutschland
(z. B. in Winnenden) zu Ehren des großen "Heiligen" Karl Borromäus.
Karl I., der letzte Kaiser von Österreich-Ungarn, wurde im Jahr 2004 von Papst
Johannes Paul II. selig gesprochen. 1916 war er als Kaiser auch
kommandierender General des 20. Armeekorps (Edelweiß) in
Italien und befehligte danach die österreichischen Truppen in
Rumänien. Er wollte den Krieg vor der Niederlage beenden, setzte
sich aber nicht durch und ließ den Einsatz von Giftgas gegen das
italienische Heer im Jahr 1917 zu, wodurch Österreich und
Deutschland wenigstens noch diese Schlacht von Karfreit gewannen.
Der Kaiser war "in der Idee des Gottesgnadentums der Monarchen
befangen" und "seine Selbstzweifel wurden von seiner Frau Zita
ausgeglichen" (Wikipedia: Stanfd 21.1.2011).
Viele Jahre nach seinem Tod geschah
dann das
"Wunder": Im Jahr 1960 rief die polnische Nonne Maria Zita
Gradowska, die in Brasilien lebte, den toten Kaiser Karl um Heilung
ihrer Krampfadern an. Am nächsten Tag war sie angeblich gesund.
Der in Adelskreisen angesehene Journalist und Kommentator des Wiener
Opernballs, Karl Albrecht Hohenlohe-Schillingsfürst, schreibt:
"Diese Krampfaderngeschichte habe ich am Anfang für eine Erfindung
einer antimonarchistischen Schülerkabarettgruppe gehalten und war
dann sehr verwundert" (zit. nach
http://www.atheisten-info.at/downloads/selig.pdf). Für die
"Seligsprechung" von "Giftgas-Karl", wie Kritiker ihn
nennen, war es jedoch ausreichend.
(Claude Adrien Helvéticus, französischer Philosoph, 1715-1771)
Die
bis heute gültige römisch-katholische Zwei-Schwerter-Lehre
sich der geistlichen Gewalt unterwirft"
Nr.
874 - "Diese Autorität ist aber, auch wenn sie einem Menschen verliehen
wurde und durch einen Menschen ausgeübt wird, keine menschliche, sondern
vielmehr eine göttliche Gewalt, die Petrus aus göttlichem Munde verliehen
und ihm und seinen Nachfolgern in Christus selbst, den er als Fels bekannt
hat, bestätigt wurde, als der Herr zu Petrus selbst sagte: ´Alles, was du
gebunden hast?` usw. Wer immer sich also dieser von Gott so angeordneten
Gewalt ´widersetzt, widersetzt sich der Anordnung Gottes` (Röm. 13, 2)."**
Nr. 875 - "Wir erklären, sagen und definierten nun aber, dass es für
jedes menschliche Geschöpf unbedingt notwendig zum Heil ist, dem Römischen
Bischof unterworfen zu sein."***
(Aus der Bulle "Unam Sanctam" von Papst Bonifatius VIII. vom 18. November
1302, zitiert nach Heinrich Denzinger/Peter
Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen
Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg/Basel/Wien 2009)
** Was wirklich damit gemeint war, siehe z. B.
hier.
*** Dieser Satz hat sogar "dogmatische Verpflichtung" (Neuner-Roos,
Der Glaube der Kirche, S. 289) und gilt somit als "unfehlbar".
unter den Vatikan
Was aber zählt nun zu den Aufgaben der Politiker, die als katholische
"Laien"
ein politisches Amt ausüben?
Oben wurde bereits die zentrale und
bis heute als "unfehlbar" geltende "Zwei-Schwerter-Lehre" der
römisch-katholischen Kirche dargelegt, welche zunächst die Unterwerfung
des Staates unter die Kirche verlangt und schließlich in dem vom Papst
erlassenen "unfehlbaren" Dogma mündet:
"Wir erklären, sagen und definierten nun aber, dass es für jedes menschliche
Geschöpf unbedingt notwendig zum Heil ist, dem Römischen Bischof
unterworfen zu sein."
In weiteren römisch-katholischen Lehrtexten wird diese Lehre weiter
präzisiert.
Der Codex Iuris Canonici:
Laien müssen sich nach Lehramt der Kirche richten
Lesen Sie dazu die heute gültigen
Bestimmungen des römisch-katholischen Kirchenrechts, zitiert nach
Codex Iuris Canonici (CIC), Codex des Kanonischen Rechts,
3. Auflage, auctoritate Ioannis Pauli PP. II promulgatus
[autorisiert durch Papst Johannes Paul II.], Kevelaer 1989.
Can. 210 — Alle Gläubigen müssen je nach ihrer eigenen Stellung ihre
Kräfte einsetzen, ein heiliges Leben zu führen sowie
das Wachstum der Kirche und ihre ständige Heiligung zu fördern.
Can. 212 § 1 — Was die geistlichen Hirten in
Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als
Leiter der Kirche bestimmen,
haben die Gläubigen im Bewusstsein ihrer eigenen Verantwortung in
christlichem Gehorsam zu befolgen.
Can. 225 § 1 — Da die Laien wie alle Gläubigen zum Apostolat von
Gott durch die Taufe und die Firmung bestimmt sind, haben sie die
allgemeine Pflicht
und das Recht, sei es als einzelne oder in Vereinigungen,
mitzuhelfen,
dass die göttliche Heilsbotschaft von allen Menschen überall auf der
Welt erkannt und angenommen wird ...
§ 2 — Sie haben auch die besondere Pflicht, und zwar jeder gemäß
seiner eigenen Stellung, die Ordnung der zeitlichen Dinge im
Geiste des Evangeliums zu gestalten und zur Vollendung zu bringen
...
PS: Und wer entscheidet, wie die
"Dinge im Geiste des Evangeliums zu gestalten" sind? Nach Can. 212 §
1 einzig die "Leiter der Kirche", denen die katholischen Politiker
gehorchen müssen. Dies wird auch
noch einmal im nachfolgenden Canon 227 bekräftigt.
Can. 227 — Die Laien haben das Recht, dass ihnen in den
Angelegenheiten des irdischen Gemeinwesens jene Freiheit zuerkannt
wird, die allen Bürgern zukommt; beim Gebrauch dieser Freiheit
haben sie jedoch dafür zu sorgen, dass ihre Tätigkeiten vom Geist
des Evangeliums erfüllt sind, und sich nach der vom, Lehramt der
Kirche vorgelegten Lehre zu richten.
In seiner Erklärung des CIC schreibt Papst Johannes Paul II.
zudem am 25.1.1983 unter anderem: "Wenn Wir daher heute den Codex
promulgieren, sind Wir uns voll bewusst, dass dieser Akt von Unserer
päpstlichen Autorität ausgeht und daher primatialen Charakter
annimmt ... Tatsächlich ist der Codex Iuris Canonici für die Kirche
unbedingt notwendig ... damit ihre hierarchische und
organische Struktur sichtbar wird ..." (S. XV und XXI).
Katholischer Katechismus:
Eingreifen in die politischen Strukturen als Aufgabe der gläubigen Laien
Auch die übrigen verbindlichen römisch-katholischen Lehrschriften
unterstreichen die Pflichten der katholischen Politiker, in ihrem
Amt die Sache der Kirche zu vertreten. So z. B. der
Katechismus der Katholischen Kirche, 1997, deutsche Ausgabe Liberia
Editrice Vaticana, München 2005. Dort heißt es darüber hinaus z.
B.:
Lehrsatz Nr. 906
— Die
gläubigen Laien, die dazu fähig sind und sich dafür ausbilden
lassen, können auch ... an der Gestaltung der Medien
mitwirken.
Lehrsatz Nr. 2442
— Es ist
nicht Sache der Hirten der Kirche, in die politischen Strukturen und
die Organisation des Gesellschaftslebens direkt einzugreifen.
Diese Aufgabe gehört zur Sendung der gläubigen Laien ...
Kirche fordert Politiker und Gläubige zum Rechtsbruch auf, wenn ein Staat
dem Papst widerspricht
Lehrsatz Nr. 2242
—
Der Bürger hat die Gewissenspflicht, die Vorschriften der staatlichen
Autoritäten nicht zu befolgen, wenn diese Anordnungen den Forderungen der
göttlichen Ordnung, den Grundrechten der Menschen oder den Weisungen des
Evangeliums widersprechen. Den staatlichen Autoritäten den Gehorsam zu
widersprechen, falls deren Forderungen dem rechten Gewissen widersprechen,
findet seine Rechtfertigung in der Unterscheidung zwischen dem Dienst Gottes
an der staatlichen Gemeinschaft "Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und
Gott, was Gott gehört!" (Mt. 21, 22). "Man muss Gott mehr gehorchen als den
Menschen." (Apg. 5, 29)
Was auf den ersten Blick für manchen vielleicht sogar fortschrittlich
erscheinen mag, ist in Wirklichkeit aber das Gegenteil. Denn der Bürger ist
keineswegs ermächtigt, selbst zu entscheiden, was die "göttliche Ordnung"
fordere oder welches die "Weisungen des Evangeliums" seien. Dies entscheidet
- bei Androhung der ewigen Verdammnis bei einer anderen Meinung - allein die
"Mutter Kirche" und damit allein der Papst. Wörtlich heißt es dazu im Lehrbuch
Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung von Josef Neuner
und Heinrich Roos, neubearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger unter
dem
Lehrsatz Nr. 93
— Niemand soll es
wagen, ... die Heilige Schrift im Vertrauen auf eigenen Klugheit nach
seinem eigenen Sinn zu drehen, gegen den Sinn, den die heilige Mutter,
die Kirche, hielt und hält - ihr steht das Urteil über den wahren
Sinn und die Erklärung der heiligen Schriften zu.
Mit anderen Worten: Ein Bürger und auch ein katholischer Politiker werden
zum Rechtsbruch in ihren Ländern aufgefordert, wann immer der Papst dies
verlangt.
Johannes Paul II.: Päpstliches Urteil über politische Bewegungen
Das umfangreichste Lehrbuch der römisch-katholischen Kirche ist:
Heinrich Denzinger, Peter Hünermann, Kompendium der
Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, 42.
Auflage, Freiburg - Basel - Wien 2009. In Ergänzung zu dem
Standardwerk von Neuner-Roos (siehe
oben)
sind dort auch alle Lehrtexte in lateinischer Sprache, dem Urtext
aller kirchlichen Gesetze und Dogmen, veröffentlicht. Darin werden
Frau Nahles und die anderen Politiker z. B. ausdrücklich auch auf
die "Instruktion der Glaubenskongregation" Libertas conscientia
von Papst Johannes Paul II. vom 22.3.1986 verwiesen, in welcher der
Papst verbindlich für alle Katholiken festlegte:
Lehrsatz Nr. 4579
Liebe
Leserinnen, liebe Leser!
Wenn man sich das alles so bewusst
macht, dann ist eines klar: Die katholischen Laien müssen ihrer
Kirche gehorchen, auch in ihrem politischen Amt. In manchen Fragen
dürften sie sogar weisungsgebunden sein. Manches, was in der Politik
geschieht, ist wohl nur auf diese Weise zu erklären.
Lesen Sie auch:
Offener
Brief der Freien Christen:
Das Schuldbekenntnis des Papstes im Jahr 2000 - eine ungültige Beichte?
Der Papst im Internet auf Youtube:
Kommentare zu
Video-Clips aus dem Vatikan
Das Staatsross
und sein kirchlicher Reiter
Die Angst geht um
im Vatikan: Bewaffnete Einheiten schützen den Papst
Nicht Petrus,
sondern Christus ist der Fels
Der blinde Blindenführer in Rom und ein
Missbrauch von Jesus
Katholischer
Weltjugendtag - Religiöse Drogenabhängigkeit für die Endzeit
Mit Papst Benedikt XVI. zurück ins
Mittelalter: Geplante
Seligsprechung des Papstes, der zum Holocaust schwieg: Papst Pius XII.,
die Faschisten und der Holocaust
Weitere Literatur zum Thema:
Hubertus Mynarek,
Der
polnische Papst, Bilanz eines Pontifikats, Ahriman-Verlag, Freiburg 2005
Hubertus Mynarek, Papst-Entzauberung, Das wahre Gesicht des Joseph Ratzinger
und die exakte Widerlegung seiner Thesen, Books on Demand 2007
http://www.amazon.de/Papst-Entzauberung-Hubertus-Mynarek/dp/3833480335
|
Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite
[
www.theologe.de
]
Weitere Seiten mit Hintergrundinformationen finden Sie bei
[
Inhaltsverzeichnis
]
[
1 - Luther-Evangelische Lehre
]
[
2 - Reinkarnation
]
[
3 - Luther-Christus
]
[ 4 - Kirche-Holocaust
]
[
5 - Paulus
] [
7 - Urchristentum-Tiere
]
[ 8 - Bibel
] [ 9 - Anneliese
Michel-Exorzismus ]
[
12 - Sektenbeauftragte ]
[
14 - Hieronymus-Bibel ]
[ 15
- Qumran ] [
16 - Papst ]
[
17 - Organspende ]
[
18 - Glaube der Kirche
] [
19 - Keine ewige Hölle ]
[
20 - Propheten ]
[ 23 - Kirche-Staat
]
[ 24 - Kirche und Hölle auf
Erden ]
[
25 - Götzenkult Kirche ]
[
28 - Luther-Juden ]
[
31 - Tiere-Kirche ] [
32 - Sakramente der Kirche ]
[
33 - Zehn Gebote ]
[ 34 -
Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre
]
[
40 -Taufe ] [
41- Apokalypse ]
[ 45 -
Maria ]
[ 46 - Kirchensubventionen
]
[ 47 - Gotteserfahrung
]
[ 48 - Positives Denken
]
[ 49 - Prädestination ]
[ 50 - Genmanipulation
] [
51 - Petrus-Kirche ]
[ 53 - Atomkraft
]
[ 54 - Papst Ratzinger
]
[ 55 - Beichtgeheimnis
]
[
57 - Pius XII. ]
[ 58
- Kreuzigung ]
[
FC 1 - Kirchenaustritt
]
[
FC 3 - Reichtum der Kirche ]
[
FC 6 - Kirche und Tod ]
[
Englisch - Bible
]
[
Spanisch - Teólogo ]
[ Glaubenstest
] [
Michelrieth ]
[ Vaterunser ] [
Frage und Antwort ]
[ 2011
]
[ 2012
]
[ 500 Jahre Reformation
] [
Urchristentum
]
[
Prophetie ]
[
Geburt von Jesus ]
[
Sex-Verbrechen von Priestern
]
[ Schwarzbuch Katholische
Kirche ]
[ Schwarzbuch Evangelische
Kirche ]
[
Kirchenaussteiger ]
[
Links
]
[
E-Mail ] [
Impressum
]
|
|