DER THEOLOGE
Nr. 90


Was nicht gesühnt ist, ist noch lebendig
Warum sind die Kreuzzüge noch nicht beendet?


Das Jahr 2015 geht ins Land. Seit Monaten erschüttern radikale religiös begründete Rache-Botschaften die Weltöffentlichkeit. Sie werden ausgesprochen von oftmals jungen Menschen, die unter anderem gegen Länder vorgehen, die von der institutionellen Christenheit geprägt sind und gegen das Kreuz des Christentums. Medienberichten zufolge werden Warnungen ausgesprochen wie: "Wehe euch, ihr Kreuzritter, wir werden das Mittelmeer mit eurem Blut rot färben" und "Rom ist unser Ziel."
Wie kommt es zu solchen Racheschwüren, die eventuell auch entsprechende Handlungen nach sich ziehen?
In dieser Ausgabe des "Theologen" beleuchten wir, was bei den Kreuzzügen geschah, und warum das Thema noch nicht beendet ist.

DIE ANSCHLÄGE VON PARIS UND DIE KREUZZÜGE

Zuletzt bekannte sich der Islamische Staat (IS) zu den furchtbaren Terroranschlägen am 13.11.2015 in Paris, die gemäß einem "Bekennerschreiben" gegen das "Kreuzzugs-Frankreich" und damit gegen den Syrien-Krieg Frankreichs gerichtet waren. "In einem gewissen Sinne ist Isis eine Folge der militärischen Intervention der USA im Irak im Jahr 2003", erklärt der Politologe und Nahost-Experte Prof. Dr. Olivier Roy (fr-online.de, 21.11.2015). Er gilt als "der beste Kenner des europäischen Islam". Dieser Krieg der westlichen "Willigen" war auch von der UN her "völkerrechtswidrig" und bedeutete praktisch die Entmachtung der UNO zugunsten der Regierung der USA und ihrer Verbündeten. Ausgangspunkt war damals der evangelische Präsident der USA, George W. Bush. Er soll von seinem Gott den Befehl für den Krieg erhalten haben. Nur am Rande erfuhr man dann, wie z. B. irakische Soldaten in Schützengräben in der Wüste den Vormarsch der "Willigen" bremsen sollten und wie die Gräben von den vorrückenden Panzern einfach mit Sand zugeschüttet wurden. Leid, Leid, Leid, unsägliches Leid für sie und ihre Familien und unzählige Racheschwüre.
Zu den "Willigen" zählte damals auch Georgien, das 2004, nur wenige Monate nach dem Sturz der Regierung im Irak, eine neue Nationalflagge einführte, die mehr oder weniger identisch mit der Kreuzfahrer-Fahne von 1099 ist.
(Foto links: Der Heerführer der katholischen Kreuzfahrer Gottfried von Bouillon (einer Stadt in Belgien) trägt mit Stolz das Wappen der Kreuzfahrer als Oberbekleidung; Foto rechts: Nationalflagge Georgiens seit 2004). Und bis 2008 waren dann unter anderem ca. 2000 Soldaten unter dieser Nationalfahne in dem arabischen Land stationiert.

In dem Bekennerbrief für den Terror in Paris wurde also der Begriff "Kreuzzugs-Frankreich" gewählt. Betrachtet man den Beginn des Syrien-Krieges, dann zeigt sich, dass er vor allem von außen dort hinein getragen wurde, auch von Nachfolge-Mächten der früheren Kreuzfahrer. Und im Hinblick auf frühere Geschichtsepochen zeigt sich hier: In Frankreich rief der französische Papst Urban II. für die Papstkirche im Jahr 1095 den ersten Kreuzzug aus. Er wurde später "selig" gesprochen. Und die französischen Soldaten, die heute Bomben in Syrien abwerfen, sind meistens gläubige Katholiken, genauso wie ihr Präsident, der aus der "katholischen Familie Hollande" stammt. Auch unter den Opfern der furchtbaren Anschläge sind wohl überwiegend Katholiken, bei einem Bevölkerungsanteil von 51 % Katholiken in Frankreich. Das Leid vieler Menschen ist schrecklich. Heute. Doch damals war es das auch. Damals waren es die Opfer der Kirche und der Vatikan hat bis heute nie Wiedergutmachung geleistet, und der Papst Urban II. wurde bis heute noch nicht ent-seligt, darf also weiterhin von den Gläubigen im "Gebet" angerufen werden. Auch das Schwert des damaligen päpstlichen Heerführers Gottfried von Bouillon wird von der Kirche bis heute in der Grabeskirche in Jerusalem verehrt (siehe Foto rechts: Deror avi; http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) und seine Ganzkörper-Bronzefigur in der katholischen Hofkirche von Innsbruck.

DIE WESTLICHEN POLITIKER WOLLEN IHREN ANTEIL BEI DER ENTWICKLUNG VON TERROR NICHT ANSCHAUEN

Erst bei den Attentaten im Januar 2015 gegenüber den Mitarbeitern der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo und einigen Café-Besuchern erklärte einer der später getöteten Attentäter, die Mordanschläge seien eine Reaktion auf den Krieg Frankreichs in Syrien. Dies rechtfertigt zwar in keinster Weise furchtbare Anschläge. Doch es könnte die alle Beteiligten auch an die Verkettungen von Ursachen und Wirkungen hinweisen. In der Folge wurden die Bombardierungen durch die französische Luftwaffe aber noch verstärkt. Und nach den Anschlägen von Paris erklärt der französische katholische Präsident erneut, "unerbittlich" mit einer "gnadenlosen Jagd" zu reagieren, und die deutsche Regierung sicherte dafür "jedwede Unterstützung" zu. Bedeutet das: Deutschland zieht mit in den Krieg? Pastor und Bundespräsident Gauck hat ja schon Anfang des Jahres in diese Richtung gesprochen: Ursachen und Wirkungen, Wirkungen und neue Ursachen, denen wiederum Wirkungen folgen usw. usw..

Neue "Kreuzzüge" gegen den Terror?

Jürgen Todenhöfer, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter, sagte in einem Interview:
"Die ganzen Kriege gegen den Terror, die vor 14 Jahren begonnen haben, waren ein totaler Flopp. Vor 14 Jahren gab es ein paar hundert Terroristen in den Bergen des Hindukusch. Mit Hilfe dieser Bombardements gegen Afghanistan, Libyen, Syrien usw. haben wir jetzt Hunderttausende internationaler Terroristen. Wir haben den Terrorismus gezüchtet ... Ich war in Rakka: ... auf diesen Ort werfen zig Staaten und zwei Großmächte im Minutentakt Bomben ab! Das ist politisches Show-Geschäft auf dem Rücken der Bevölkerung von Rakka, die den IS auch nicht mag. Die Bomben in diesen Ländern töten zu 90 Prozent Zivilisten. Für jedes Kind, das in diesen Ländern getötet wird, stehen zehn neue Terroristen auf." (zit. nach merkur.de, 17.11.2015)

Mit dem Friedenslehrer und Pazifisten Jesus von Nazareth haben diese "unerbittlichen" Kriege und "gnadenlosen Jagden" samt "jedweder Unterstützung" dafür aber nicht das Geringste zu tun. Es ist eine Verhöhnung Seines guten Namens, Kriege zu führen und sich weiterhin "christlich" zu nennen, so wie es eine der bösesten Verhöhnungen von Christus war, in Seinem Namen schon vor Hunderten von Jahren den bestialischen Krieg in den Nahen Osten zu tragen. Jesus, der Christus, lehrte, den Balken im eigenen Auge zu finden, also den eigenen Anteil an einem Konflikt oder Krieg und diesen zu "bereinigen", das heißt, zu entfernen. Doch das institutionelle westliche Christentum will davon nichts wissen. Und was haben die letzten Kriege bisher gebracht, die man stattdessen immer wieder geführt und in unserer Zeit mit "Humanität" begründet hat? Jeder Krieg hat immer wieder nur neuen Krieg gebracht. Keiner von so genannten "Christen" geführten Kriege der letzten Jahre und Jahrzehnte hat das "gewünschte" Ergebnis gebracht, überall kam es zu nur noch größerer Not und noch größerem Leid und zu mehr Elend und Chaos. Dennoch weiß man es "besser" als Christus, aber nennt sich trotzdem "Christ" und verhöhnt damit den von Gott gesandten Friedefürsten.

Kennt der katholische Gott die "seinen"?

Jeder Angriff mit dem Ziel, zu töten, hat nichts mit Christus zu tun, kann aber katholisch oder evangelisch gerechtfertigt werden. Bei den Bombenangriffen der NATO auf Afghanistan, Libyen, Syrien und auch im Irak-Krieg wurden außerdem zigtausende von Zivilisten getötet, "tiefbedauerliche Kollateral-Opfer" genannt. Dabei weiß man in der Regel von vorne herein, dass unzählige Unschuldige zerfetzt werden, die gar nicht gemordet werden sollen.
Dieses "Dilemma" könnte so manchen auch an päpstliche Legat Arnold von Citeaux erinnern. Als das Kreuzfahrerheer im Jahr 1209 in die südfranzösische Stadt Beziers einfiel, um die urchristlichen Katharer zu massakrieren, weil sie nicht mehr katholisch sein wollten, kamen manchem Kreuzfahrer "Bedenken". Denn in der Stadt wohnten auch Katholiken, aus Kreuzfahrer-Sicht "Unschuldige".
Als Antwort auf diese Bedenken sind die Worte des Vertreters des Papstes überliefert: "Erschlagt sie alle, Gott kennt die seinen." Ca. 20.000 Menschen wurden darauf hin auf Verlangen der Papst-Kirche ermordet, auch Katholiken. (zit. nach Walter Nigg, Prophetische Denker, S. 228)

GEGEN ÄUSSERE RELIGIONEN UND IHRE MACHTANSPRÜCHE

Atheisten haben nun ebenfalls reagiert, und sie haben in sozialen Netzwerken das von der katholischen Kirche am 14.11.2015 heraus gegebenen Motto der "Pray for Paris" (= "Betet für Paris") durch ein gegenteiliges Motto ersetzt: "Don´t pray for Paris. Fight against hateful religious ideology" ("Betet nicht für Paris - Kämpft gegen hasserfüllte religiöse Ideologie"). Es ist eben auch die Frage: Wenn jemand betet, zu welchem Gott? Zum einem Kriegsgott? Welche Eigenschaften der katholische "Gott" hat, das lesen Sie hier unter anderem in "Der Theologe Nr. 90". Jesus, der Christus hat keine Religion gegründet. Äußere Religionen bzw. "religiöse Ideologie" gleich welcher Religion sind die Hauptwurzeln für Kriege und Terror, weil jeder sich und seinen "Gott" über den anderen stellt - wie die Kirchengeschichte und auch die leidvolle Gegenwart vielfach beweist. Wo ein Machtanspruch im Namen einer Religion erhoben wird, ist dies die Wurzel für Intoleranz und Feindschaft. (Vgl. dazu auch den TV-Kommentar: Religionskrieg im christlichen Land?)

Wer brachte 2013 den Krieg nach Syrien?

Papst Franziskus behauptete am 14.11.2015 sinngemäß, Terroristen aus arabischen Staaten brächten den Krieg nach Europa. Diese Sichtweise ist manipulativ, nicht nur im Hinblick auf die früheren Kreuzzüge.
Der 2015 verstorbene angesehene Journalist Peter Scholl-Latour schrieb dazu einiges in seinem letzten Buch Der Fluch der bösen Tat. Focus.de berichtet darüber:

"Bei seiner letzten Syrienreise traf er Vertreter der Rebellenarmee. Einer von ihnen erzählte Scholl-Latour, er sei bereits ein Jahr vor Beginn der Proteste von jordanischen und getarnten amerikanischen Agenten kontaktiert worden. Unter Zusicherung finanzieller Vorteile hätten diese ihn ermutigen wollen, sich einer umstürzlerischen ´Freien Syrischen Armee` anzuschließen. Denn Washington habe geglaubt, es müsse nur eine vom Westen unterstützte Oppositionsarmee auftauchen, um eine Volkserhebung auszulösen, die den Assad-Clan hinwegspülen würde" (zit. nach focus.de, 17.9.2014). Der Aufstand, der zum Krieg wurde, begann dann 2013. 2015 tobt er weiter heftig. Dazu Peter Scholl-Latour: "Dabei ist es ein tragischer Witz, dass der Aufstand nach drei Wochen erledigt gewesen wäre, wenn nicht Saudi-Arabien, Katar und die USA die Aufständischen unterstützt hätten" (focus.de, 7.9.2013); und natürlich auch die Verbündeten der USA-Regierung, vor allem die Regierung in Frankreich (!), die bereits vor dem Bekanntwerden von IS-Milizen immer wieder Waffen lieferte und auch selbst Angriffe auf Syrien flog.

Leider zeigten sich die regierenden Politiker und Kirchenführer gegenüber einer ehrlichen Ursachenforschung bisher [November 2015] resistent und wollen neue negative Ursachen setzen, z. B. die Eskalation des Krieges - im krassen Gegensatz zu dem Friedenslehrer Jesus von Nazareth, dessen Name weiter massivst missbraucht wird. Ebenso resistent ist die andere Seite, Kritiker werden sogar hingerichtet.
Jede Eskalation und Rechthaberei der einen Seite hatte bisher auch bei der anderen zur Eskalation von religiösem Hass und fanatischer Rechthaberei geführt, doch diese nennt sich zumindest nicht christlich.
So wird das Leid immer schlimmer und vollzieht sich mehr und mehr der Niedergang auf allen Seiten. Wie wäre es, wenn es überhaupt keine Religionen mehr geben würde und die Versöhnung, die Jesus von Nazareth brachte, über allem stehen würde?

 



Warum gilt der Hass insbesondere dem institutionellen Christentum?

Blutbäder auf Verlangen des Vatikans

Der "heilige" Bernhard: Aufruf zu den Massakern und Versprechen der jenseitigen Belohnung

Martin Luther bewundert den "heiligen" Kreuzzugsprediger

Die Muslime waren toleranter

Nach den Arabern kamen die Juden "dran"

Papst wütet zum Dritten Kreuzzug / Konstantinopel beim Vierten Kreuzzug geplündert

Reinkarnation - Werden wieder die Gleichen getötet?

Stärkung des Papsttums, unsägliches Leid für die Opfer

Der Papst beklagt drei Völkermorde im 20. Jahrhundert. Die Völkermorde seiner Kirche und die kirchliche Beteiligung und Unterstützung bei weiteren Völkermorden verschweigt er
 


Warum gilt der Hass insbesondere dem institutionellen Christentum?

Warum gilt der Hass insbesondere dem so genannten institutionellen Christentum? Warum gilt der Hass dem Kreuz, dem Kruzifix und den sogenannten christlichen Attributen und natürlich den Kirchenführern sowie auch den einfachen Kirchenchristen?
Ohne das Wissen um die Lehre der Reinkarnation – die auch zur urchristlichen Lehre gehört –, ohne das Bewusstsein, dass die Seelen ewig leben und dass nach einem irdischen Leben die Möglichkeit der Wiederverkörperung besteht, also der erneuten Einverleibung der Seele in einen Menschenkörper, ist das, was sich heute vor unseren Augen abspielt, nicht zu erklären. Bestandteil der Lehre der Reinkarnation ist wiederum das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Ein Massenmörder bei der Anstiftung zu den Massakern: Der "selige" Papst Urban II. ruft 1095 in Clermont in Frankreich zur bewaffneten Wallfahrt auf.

Wie kam es überhaupt zu den so genannten Kreuzritterzügen? Die Basis für die ersten Kreuzzüge, die auch "Expeditionen des Kreuzes" genannt und mit Begriffen wie "heiliger Krieg" bezeichnet wurden, legte ein Papst.
Papst Urban II. (Fotos links und rechts) hetzte auf dem Konzil von Clermont im Jahre 1095 mit erlogenen Schilderungen über angebliche Massaker von Moslems an pilgernden Christen die Menschen seiner Zeit auf, und stachelte sie an, dass sie als Kreuzritter nach Jerusalem ziehen und die "heilige" Stadt von den Moslems befreien sollen.

Papst Urban II bestimmte: "Des apostolischen Stuhles Fluch soll jeden treffen, der sich unterfängt, das heiligste Unternehmen zu hindern; sein Beistand dagegen im Namen des Herrn eure Bahn ebnen und euch geleiten auf allen Wegen!" (zit. nach Friedrich von Raumer, Geschichte der Hohenstaufen und ihre Zeit, Leipzig 1884, S. 49ff)
In seiner flammenden Hasspredigt mit übelster Lügenpropaganda über die Muslime hetzte Papst Urban II. die Kreuzritter gegen die angeblich barbarischen Ungläubigen auf.
Auch schürte er das Feuer des Hasses mit folgenden Worten, die von dem Chronisten Robert der Mönch überliefert sind: "Ihr solltet von dem Umstand berührt sein, dass das Grab unseres Erlösers in der Hand eines unreinen Volkes ist, das die Heiligen Stätten schamlos und gotteslästerlich mit seinem Schmutz besudelt! Ihr aber, ob arm oder reich, solltet, wie der Herr wollte, christlich sein! Eilt, die schlangengezüchteten Heiden zu vertreiben und all jenen, die an Christus glauben, Hilfe zu bringen. Christus befiehlt es euch!" (zit. nach Peter Milger, Die Kreuzzüge, München 2000, S.10)

Die Propagandarede des Papstes führte dazu, dass im Juni 1099 die Kreuzritter Jerusalem erreichten und nach kurzer Belagerung die Stadt am 15. Juli 1099 einnahmen.
Das Blutbad, so wird berichtet, welches die Eroberer anrichteten, sorgte in der ganzen arabischen Welt für blankes Entsetzen. Man muss bedenken, dass bis zu diesem Zeitpunkt Juden, Muslime und Christen in der Stadt Jerusalem friedlich miteinander lebten.
Jetzt wollten die Kreuzfahrer für die Strapazen entschädigt werden und die Menschen umbringen, die ihnen von der päpstlichen Propaganda als "Ungläubige" und als "Hunde" dargestellt worden waren (Urban II., zit. nach geschichtszentrum.de; die Fakten im Detail bei kreuzzuege-info.de). Die arabische Bevölkerung, überwiegend Muslime, wurde von den Kreuzrittern aufs Grausamste niedergemetzelt – darunter waren auch einfache Menschen der Bevölkerung, Alte, Frauen und Kinder.

Blutbäder auf Verlangen des Vatikans

Ein Chronist beschrieb die Vorkommnisse wie folgt:
"Zur selben Stunde, in der unser Herr Jesus Christ es zuließ, dass er für uns den Kreuzestod erlitt, flohen die Verteidiger von den Mauern der Stadt, und die Unsrigen folgten ihnen und trieben sie vor sich her, sie tötend und niedermetzelnd, bis zum Tempel Salomos, wo es ein solches Blutbad gab, dass die Unsrigen bis zu den Knöcheln im Blut wateten …
Nachdem die Unsrigen die Heiden endlich zu Boden geschlagen hatten, durcheilten sie die ganze Stadt und rafften Gold und Silber an sich und plünderten die Häuser. Dann, vor Freude weinend, gingen die Unsrigen hin, um das Grab unseres Erlösers zu verehren, und entledigten sich ihm gegenüber ihrer Dankesschuld."
(Gesta Francorum et aliorum Hierosolomitanorum lib.10, c 37f., herausgegeben von R. Hill, London 1962, zitiert nach Reinhold Mokrosch, Herbert Walz, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, Band II, Mittelalter, Neukirchen 1980)

Die Kreuzfahrer dringen in die Stadt Jerusalem ein und veranstalten dort ein grauenhaftes Blutbad - Miniatur von 1450.

Doch nicht nur die Muslime wurden massakriert, auch die jüdische Bevölkerung wurde systematisch umgebracht. In den Überlieferungen heißt es sinngemäß: Sie wurden in die Synagoge gesperrt und bei lebendigen Leib mit der Synagoge zusammen verbrannt. (Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums)
Menschen bei lebendigem Leib zu verbrennen ist eine in der Spezialität der katholischen Kirche praktizierte grausame Art des Mordens, wie die Geschichte der Inquisition beweist.
"Die Ritter Christi" so schreibt ein Augenzeuge, "triefen" nach der Ermordung von 60-70.000 Menschen "vom Scheitel bis zur Sohle vom Blut".
Es waren "Leichenhaufen wie Häuser", beschreibt ein Berichterstatter. "Keiner der zeitgenössischen christlichen Chronisten äußerte im geringsten Gewissensbisse", so merkt Karlheinz Deschner an. Warum auch?
So könnte man fragen, hatten sie doch alle den päpstlichen Segen!
Und der Vatikan hatte seinen Reichtum vermehrt, indem er die Landgüter der gefallenen Kreuzritter konfiszierte oder sich diese schon vor der Abreise des Ritters überschreiben ließ, für den Fall, dass dieser auf dem Kreuzzug zu Tode käme. Dafür wurde dem Kreuzritter der absolute Ablass all seiner Sünden in Aussicht gestellt.

Ehe der Belagerungsturm die Mauer erreichen kann, muss der Graben aufgefüllt werden.

Thomas Asbridge berichtet in seinem Buch Die Kreuzzüge anhand von zeitgenössischen Quellen, wie die Kreuzfahrer ein Jahr vor dem Blutbad in Jerusalem bereits die Stadt Antiochia, in der heutigen Türkei gelegen, belagert und erobert hatten.

Im Namen des Papstes: Das Massaker von Antiochia

Er schildert auch Einzelheiten:
"Nachdem die Kreuzfahrer zu Beginn des Jahres 1098 eine größere Schlacht gewonnen hatten, trennten sie mehr als 100 muslimischen Toten die Köpfe ab, steckten sie auf Speere und marschierten damit schadenfroh vor den Mauern Antiochias auf und ab, um den Schmerz der Türken zu vergrößern’. Nach einem anderen Gefecht schlichen sich die Muslime nach Einbruch der Dämmerung aus der Stadt hinaus, um ihre Toten zu begraben. Als das die Christen bemerkten, so ein lateinischer Augenzeuge, befahlen sie, die Leichen auszugraben und die Gräber zu zerstören. Die toten Männer wurden aus ihren Gräbern herausgezogen. Sie warfen sämtliche Leichen in eine Grube, trennten ihre Köpfe ab und brachten sie zu unseren Zelten. Als die Türken das sahen, waren sie sehr bestürzt und außer sich vor Trauer; sie klagten viele Tage lang und taten nichts anderes als weinen und heulen." So ein Auszug aus dem Buch Die Kreuzzüge von Thomas Asbridge. (Stuttgart 2010, S. 87) 
Liebe Leserinnen und Leser! Dieser Papst, der zu diesen Massakern und Raubzügen aufgerufen hatte, Papst Urban II, wurde im Jahr 1881 von Papst Leo den XIII selig gesprochen und wurde nie ent-seligt. Er darf also als Fürbitter bei Gott im Gebet angerufen werden. Doch bei welchem Gott?

Der "heilige" Bernhard: Aufruf zu den Massakern und Versprechen der jenseitigen Belohnung

In Folge der kriegerischen Eroberungen durch die Kreuzfahrer wurden vier Kreuzfahrerstaaten gegründet, in denen überall auf grausamste Weise die Bevölkerung ermordet wurde. Als eines der neu gegründeten Königreiche von den Arabern zurückerobert wurde, folgte im Jahre 1144 in Europa wiederum eine Welle der katholischen Hetze gegen die arabischen Völker.

Es gab zwischen 1096 und 1291 sieben Kreuzzüge in Richtung "Heiliges Land". Dabei zogen die Kreuzritter im Auftrag des Papstes aus, um Andersgläubige zu vertreiben und zu vernichten. Hinzu kam der Kreuzzug gegen die urchristlichen Katharer, nach der Stadt "Albi" auch Albigenser genannt, deshalb "Albigenserkreuzzug" (1204-1229) und ein Kreuzzug der katholischen Kinder im Jahr 1212, der aber am Ufer des Mittelmeers ins Stocken kam und mangels Schiffen sich wohl auflöste.

Diesmal war es der von der katholischen Kirche heilig gesprochene und heute noch hoch verehrte Bernhard von Clairvaux (Foto rechts), der den Hass und den Mord im Namen des Kreuzes schürte und einen erneuten Kreuzzug herbei predigte, der im Jahr 1148 Jerusalem erreichte. Von welchem satanisch durchtriebenen Geist Bernhard von Clairvaux geleitet wurde, zeigt seine Predigt zum Kreuzzug, nachzulesen in seiner Schrift Buch an die Tempelritter – Lobrede auf das neue Rittertum:
"Die Ritter Christi aber kämpfen mit gutem Gewissen die Kämpfe des Herrn und fürchten niemals weder eine Sünde, weil sie Feinde erschlagen, noch die eigene Todesgefahr. Denn der Tod, den man für Christus erleidet oder verursacht, trägt keine Schuld an sich und verdient größten Ruhm. Hier nämlich wird für Christus, dort Christus (selbst) erworben. Er (also Christus) nimmt wahrlich den Tod des Feindes als Sühne gern an und bietet sich noch lieber seinem Streiter als Tröster dar. Ein Ritter Christi, sage ich, tötet mit gutem Gewissen, noch ruhiger stirbt er. Wenn er stirbt, nützt er sich selber, wenn er tötet, nützt er Christus. ´Denn nicht ohne Grund trägt er das Schwert, er steht im Dienst Gottes und vollstreckt das Urteil an dem, der Böses tut, zum Ruhm aber für die Guten.` (Röm 13, 4; 1 Petr 2, 14) Ja, wenn er einen Übeltäter umbringt, ist er nicht ein Menschenmörder, sondern sozusagen ein Mörder der Bosheit, und mit Recht wird er als Christi Rächer gegen die Missetäter und als Verteidiger der Christenheit angesehen. Wenn er aber selbst umgebracht wird, ist es klar, dass er nicht untergegangen, sondern ans Ziel gelangt ist. Der Tod, den er verursacht, ist Christi Gewinn; wenn er ihn erleidet, sein eigener. Der Christ rühmt sich, wenn er einen Ungläubigen tötet, weil Christus zu Ehren kommt."
Kann man den Namen und das Leben des Jesus von Nazareth noch boshafter, noch teuflischer pervertieren, als wir es eben gehört haben?
Man kann nicht zwei Herren dienen, heißt es schon in alten Überlieferungen.
Wer erkennt hier nicht den Grundgedanken des angeblich heiligen Krieges mit dem Selbstopfer-Gedanken – einem Tod, der von Gott angeblich mit dem Paradies entlohnt wird?    

Martin Luther bewundert den "heiligen" Kreuzzugsprediger

Es wundert wenig, dass der katholische Hassprediger Bernhard von Clairvaux später dann in Martin Luther, der seine Zeitgenossen ebenfalls zum Morden und Plündern im Namen Gottes aufrief, einen glühenden Verehrer hatte.
Martin Luther schrieb über Bernhard von Clairvaux: "Ist jemals ein gottesfürchtiger und frommer Mönch gewesen, so war's St. Bernhard, den ich allein viel höher halte als alle Mönche und Pfaffen auf dem ganzen Erdboden." (zit. nach Meinolf Rode, Die Templer - ein Einblick und Überblick, Extertal 2011, S. 588)
Aufgrund der Predigten von Bernhard von Clairvaux kam es wiederum zu grausamen, blutigsten Schlachten, in denen aber die Kreuzritter nicht zum Ziel kamen, so wie beim ersten Kreuzzug.

Die Muslime waren toleranter

Am 2. Oktober 1187 kapituliert die Stadt vor den Truppen des aus Kurdistan stammenden Heerführers Saladin. Dieser nimmt nämlich keine Rache, im Gegenteil. Er erlaubt den Unterlegenen nicht nur, sich loszukaufen, sondern sichert gefangenen Familienvätern und Ehemännern auch noch sicheres Geleit zum Hafen, zwingt sogar die skrupellosen (christlichen) Schiffskapitäne, die den Besiegten ihre letzte Habe nehmen wollen, sie kostenlos mitzunehmen. Sein Bruder "kauft" viele und lässt sie frei.
Dass dennoch Ungezählte in die Sklaverei verkauft werden, liegt an dem beschämenden Egoismus der "Christen": Die Reichen unter ihnen helfen ihren armen Brüdern nicht; auch der hohe Klerus zieht mit Schätzen beladen davon, ohne seine "Schafe" vor der Sklaverei zu bewahren.
Als ob dies alles noch nicht genügt hätte, um die moralische Kluft zwischen den Muslimen - deren Fanatismus sich allerdings im Verlauf der Kreuzzüge ebenfalls steigerte - und den "Christen" aufzuzeigen: Unmittelbar nach dem Fall Jerusalems ruft Papst Gregor VIII. zu einem weiteren Kreuzzug auf - obwohl Saladin das "heilige Grab" vor Brandstiftern schützen ließ und allen unbewaffneten Christen weiterhin den Zugang zur Stadt gestattete.
Dies war übrigens auch schon vor dem ersten Kreuzzug so gewesen. Ein einziger Kalif, der wahnsinnige Al-Tahir, hatte 1009 die Grabeskirche zerstören lassen - doch sein Sohn baute sie wieder auf. Was Papst Urban II. am 27. November 1095 in Clermont den dort versammelten Menschenmassen von der Schändung der "heiligen Stätten" und der Ermordung der dort lebenden Christen erzählte, war skrupellose Propaganda.

Nach den Kreuzzügen kamen die Judenverfolgungen

Und an den Kreuzfahrerstraßen des Jahres 1096 ereigneten sich zuvor nicht nur Judenpogrome. Es war zugleich der eigentliche Beginn des europäischen Antisemitismus (vgl. Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Esslingen 1967). In den KZs erreichte er seinen furchtbaren Höhepunkt. Die NSDAP-Zeitung Der Stürmer hat sich nicht zu Unrecht auf den Franziskaner Johannes Capistrano (1386-1456) berufen, der nach dem offiziellen Abschluss der Kreuzzugs-Epoche als erster die Ausrottung der Juden in Zentraleuropa propagierte. Nun waren also die "Nächsten" dran im "Ausmerzungs"-Wahn des Katholizismus, der bis heute gültige Kirchenlehre ist:
"Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen Einsetzung die Pflicht, auf das gewissenhafteste das Gut des göttlichen Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern"
(Brief von Papst Pius IX. (selig gesprochen) an den Erzbischof von München-Freising (1862), zit. nach Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, Nr. 382)
Die katholische Kreuzzugsidee hatte die ganze nachfolgende Weltgeschichte vergiftete bis in die Gegenwart hinein.
Dieser Geist war auch in dem katholischen Mönch und Theologieprofessor Martin Luther lebendig, als dieser 1529 in einer Predigt zum Krieg und zum Morden der türkischen Kriegsgegner aufrief: Die Soldaten sollen "mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun, so viel sie immer mögen ..."

In der Türkei funktioniert bis heute die von den führenden europäischen Politikern angeordnete Betroffenheit gegenüber den Anschlägen von Paris am 13.11.2015 nicht. Während der Schweigeminute für die Opfer der Terror-Anschläge vor dem Fußball-Länderspiel Türkei-Griechenland brüllten Tausende von Zuschauern lautstark "Allahu Akbar", den gleichen Schlachtruf, der auch von den Terroristen in Paris benutzt wurde. Die Religionskonflikte und Religionskriege weltweit nehmen immer mehr zu.


Martin Luther


PS: Martin Luther wollte auch die Juden drangsalieren, vertreiben oder hinrichten lassen, je nachdem:
Er forderte, "dass man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Verlust Leibes und Lebens" (Von den Juden und ihren Lügen, 1543) (zit. nach www.theologe.de/theologe3.htm)
Nach den Kreuzzügen gegen Muslime bahnte sich allmählich die Zeit grausamster Judenverfolgungen im kirchlichen Abendland an.

Papst wütet zum Dritten Kreuzzug / Konstantinopel beim Vierten Kreuzzug geplündert

Nachdem Saladin am 7. Oktober 1187 Jerusalem zurück erobert hatte, wütete Papst Gregor VIII. in Rom und verlangte die sofortige erneute Eroberung. Die Katholiken seien zu große Sünder, könnten aber ihr nicht ausreichend kirchengemäßes Verhalten durch erneute Eroberung Jerusalems wieder gut machen. Schon am 29. Oktober 1187 warf der Kirchenführer die Bulle "Audita tremendi" den europäischen Staatenlenkern - symbolisch gesprochen - vor die Füße. Es war der Aufruf zum Dritten Kreuzzug. Allen Teilnehmern wurde der Schutz der Kirche und ein vollständiger Ablass aller Sündenstrafen im Jenseits versprochen. Die drei nach dem Papst mächtigsten Männer ihrer Zeit ergriffen abermals das Kreuz des Christus Gottes für Ausmerzung, Mord und Totschlag: Kaiser Friedrich I. Barbarossa, König Philipp II. von Frankreich und Richard I. Löwenherz von England. Jerusalem wurde nicht verschont, ebenso wenig wie andere Städte. Doch die Verteidiger von Jerusalem hielten stand. Die Kreuzfahrer eroberten nur die Hafenstadt Akkon.

Im Jahr 1204 eroberten die Kreuzfahrerheere durch den Vierten Kreuzzug dann das christliche Konstantinopel, um es zu plündern.
Als Beispiel der unzähligen Eroberungen einer Stadt bei diesem erneuten Kreuzzug sei hier die Stadt Al Bara erwähnt.
Augenzeugen der Eroberung der Stadt Al Bara zufolge "töteten die Franken (Kreuzritter) sämtliche Sarazenen, männliche und weibliche, Vornehme und niederes Volk, die sie dort finden konnten," und "schlachteten Tausende hin, schafften Tausende nach Antiochia, um sie als Sklaven zu verkaufen. Sie "töteten die Bürger bis auf den letzten Mann und beschlagnahmten alles."

In Ma’arra verbargen sich die Einwohner, die die Schlacht überlebten, in unterirdischen Höhlen, wahrscheinlich Kellern und Zisternen. Nachdem die Stadt geplündert war, räucherte man sie in ihren Verstecken aus und tötete sie oder nahm sie gefangen.  
Einigen Bürgern wurde freies Geleit zugesagt, wenn sie blieben, aber wie in al Bara war dieses Versprechen keinen Pfifferling wert: Die Muslime, "Männer, Frauen und Kinder", wurden später ausgeraubt, getötet, in die Sklaverei verkauft. Weitere Stadtbewohner starben, als die Franken sie folterten, um zu erfahren, wo ihre Reichtümer versteckt waren. Zu allem Überfluss waren einige der heruntergekommenen Franken (Kreuzritter) "so ausgehungert, dass sie das Fleisch der Toten in Stücke schnitten, kochten und aßen".
Schon vor dem Massaker hatten die Franken den Grundbesitz in der Stadt unter sich aufgeteilt – unter den Augen der muslimischen Eigentümer. Eine Chronik berichtet, dass "sie in der ganzen Stadt Kreuze errichteten"; auch dies wohl in Zusammenhang mit der Verteilung der Beute. So weit einige Auszüge aus dem Buch von Paul M. Cobb, Der Kampf ums Paradies - Eine islamische Geschichte der Kreuzzüge, Darmstadt 2014.

Nachdem Papst Innozenz III. gerade eben die Ausrottung der Katharer in einem Kreuzzug beschlossen hatte und immer wieder hetzend auf die Massen einwirkten, damit diese in Prozessionen für den Sieg gegen die Feinde der Kirche beteten, sammelten sich in Frankreich auch Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene, die nicht oder nur spärlich bewaffnet aufbrachen, um Jerusalem zurück zu erobern, was beim Dritten Kreuzzug nicht gelang. Sie scheiterten bereits am Mittelmeer.

Reinkarnation - Werden wieder die Gleichen getötet?

Jetzt ruft der Vatikan erneut zur Gewalt auf. "Vatikan lehnt Gewalt gegen IS nicht ab", so titelte Zeit Online am 15.3.2015.
Der Vertreter des Vatikans bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, sagte dem katholischen US-Internet-Portal Cruxnow.com: "Es ist eine koordinierte und gut durchdachte Koalition notwendig, um alles zu tun, eine politische Lösung ohne Gewalt zu erreichen. Aber wenn das nicht möglich ist, dann wird die Anwendung von Gewalt notwendig sein." "Die Krise verlange einen besser koordinierten Schutz der Bevölkerung, inklusive Gewaltanwendung, um Aggressoren zu stoppen." Wird damit nicht wieder – direkt oder indirekt – dazu aufgerufen, erneut den Kampf zu bevorzugen anstelle der Versöhnung, so wie es Jesus von Nazareth lehrte und somit christlich wäre? Und Versöhnung beginnt immer mit dem Erkennen des eigenen Anteils an dem Krieg oder Konflikt, mit der Reue, Bitte um Vergebung und so möglich, mit Wiedergutmachung. Doch die Vatikankirche verehrt bestialische Päpste wie Urban II. sogar ungeniert weiter als "Selige". Und umgekehrt:
Wird durch neue Anwendung von Gewalt nicht wahrscheinlich, dass man wieder Menschen tötet, die man in der Vergangenheit, zum Beispiel bei den Kreuzzügen, schon einmal hingemordet hat?
Im Lichte der Reinkarnation, der Wiedergeburt der Seele in einen Menschenkörper, geht der Kampf, der Krieg, das Gegeneinander, so lange weiter, bis die Versöhnung durch Reue und Wiedergutmachung die Schuld auflöst.

Foto: Rad der Wiedergeburt

Wir möchten unmissverständlich zum Ausdruck bringen, dass wir keinerlei Gewaltakte gut heißen, ganz gleich, wer sie verübt. Und wir sind auch gegen äußere Religionen, wie immer sie sich nennen, da sie Kriege und Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung erlauben. Es gibt immer eine bessere Lösung als Gewalt, wenn man ernsthaft will. Vor allem aber, wenn man sich christlich nennt, darf Gewalt überhaupt keine Option sein. Wer Gewalt befürwortet, sollte sich katholisch, vatikanisch, lutherisch oder einer anderen Religion nachfolgen nennen. Aber mit Jesus von Nazareth hat das nichts zu tun, vielleicht aber mit dem, der gegen Christus ist.

Wie barbarisch die Kreuzfahrer wüteten, und wie es dem Volk erging, das sich dem Kreuzzug angeschlossen hatte, beschreibt Karl-Heinz Deschner im 6. Band seiner Reihe Kriminalgeschichte des Christentums – er schreibt zum Beispiel:
"Man muss sich dies vorstellen, diesen Wahnsinn ´für den Herrn`: den Wallfahrer-Wurm, der mit Weibern und Kindern sich dahinquält, kilometerlange Schlangen im ausgedörrten Land, glühende Wüsten, unwegsames Gebirge, Ritter, Bogenschützen, Gebärende, die ihre Leibesfrucht auf der Erde liegen lassen, Maschinenbauer, Halbwüchsige, Nutten, alles unter schwarz schwirrenden Wolken von Fliegen, Dunstglocken von Gestank, von Schweiß, Weihrauch, stechende Sonne, verseuchte Nahrung, Kruzifixe und Fußangeln, Fiebergeschüttelte, Verdurstende, an Hitzschlag Sterbende, an Erschöpfung, Hunger; wer warm isst, krepiert zuerst. Man säuft … Pferde-, Eselsblut, Urin. Man stirbt zwischen Marschmusik und Delirierenden, bei Viehgebrüll, Vergewaltigungen, Psalmen, aufgeschlitzte Rossbäuche, erstickende Reiter, Prozessionen und Massaker – der Weg des Kreuzes: Man betet und erschlägt, man predigt und ersticht, anstürmende Pferde, Lanzenhagel, wirbelnde Schwerter, zerklüftete Helme, Hirne, hervorquellende Augen, Kirchenfahnen an Kolonnenspitzen, Ikonen, Heiligenbilder, Reliquien, die nicht bloß schützen, die Waffen mörderischer machen sollen, und vor dem Schlachten Priester mit hochgerecktem Kreuz und Abendmahlskelch – in diesem Zeichen jedes Verbrechen. Und bei alledem und immer: während die Masse des elenden Fußvolkes teils auf den Blutfeldern untergeht, teils in der Sklaverei … rettet die Elite auf schnellen Pferderücken ihr kostbares Leben ... ein weiteres halbes Jahr wälzte, kämpfte man sich wieder vorwärts, einen Weg voller Leichen hinter sich und voller Leichen vor sich – der Weg des Kreuzes. Man stürmte zahlreiche kleine Burgen und Städte, während die Priester gewöhnlich im Rücken der Schlächter ´in ihren heiligen Gewändern standen` und zum Herrn flehten, er möge das Heidentum zerschmettern.

Bild rechts: Priester hetzen immer wieder die Soldaten auf. Am Anfang ging es noch "geordneter" zu. Dann wurde es immer entsetzlicher, auch im Kreuzzugsheer selbst

Nach der Einnahme von Maarrat an-Numan, östlich von Antiochia, stachen die Streiter Gottes, laut einer arabischen Quelle, mehr als 100.000 Menschen ab. Die Stadt quoll über von Toten, was den Kreuzzüglern jedoch auch sofern zu statten kam, ‚als die schon stinkenden Leichen der Feinde vom Christenvolk verzehrt worden sind. … Und gläubig genoss man zwischen Ermutigungen und Massakern abwechseln den lebendigen Leib des Herrn und die Leichen der ´Ungläubigen`." So weit einige Auszüge aus dem 6. Band der Kriminalgeschichte des Christentums von Karl-Heinz Deschner.
                                                             

Stärkung des Papsttums, unsägliches Leid für die Opfer

Die eigentlichen Motive für die Kreuzzüge lagen vor allem in einer ideologischen Stärkung des Papsttums, das gerade im Streit mit dem deutschen Kaisertum lag und nun seine Fähigkeit zur Mobilisierung der Massen unter Beweis stellen konnte.
Zum anderen ging es um die Erschließung neuer Handelswege sowie um die Schwächung des byzantinischen Reiches, das sich kurz zuvor (1054) endgültig von der römischen Kirche losgesagt hatte. Konstantinopel wurde, wie oben dargelegt, dann auch tatsächlich während des vierten Kreuzzugs 1204 von "lateinischen" Truppen erobert und geplündert, wovon es sich bis zur Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1453 nicht mehr erholte.
Schließlich sollten die zahlreichen Fehden in Europa beendet und auf ein äußeres Ziel gelenkt werden. Die Kirche verdiente dabei - wie auch sonst in der Geschichte - nicht schlecht. Kreuzzugssteuern wurden erhoben, Ablassgelder entgegengenommen - wer nicht am Kreuzzug teilnehmen konnte, dem wurde gegen entsprechende Zahlung ebenfalls, wie allen Teilnehmern an der "Pilgerfahrt", die Vergebung seiner Sünden und das ewige Leben versprochen. Und die Klöster erwiesen sich als besonders geschäftstüchtig: Sie vergaben Kredite, mit denen sich die Ritter ihre Ausrüstung besorgten - und nahmen dafür deren Ländereien in Zahlung. Kam der Ritter nicht oder ohne Beute nach Hause (wofür die Wahrscheinlichkeit weit über 90 % betrug), fiel der Besitz an das Kloster.

Doch was bedeutete dies für die Opfer? Wie wir in dieser Studie schon geschrieben haben, sind viele Millionen Menschen des Vorderen Orients, auch Frauen, Kinder und ältere Menschen, durch die Heere des Vatikans bei den Kreuzzügen umgebracht worden, oftmals äußerst bestialisch. Dieses erlittene Leid, auch der Hass und die Feindschaft gegen die katholischen Kreuzfahrer, sind in den Seelen der ermordeten Opfer eingraviert. Und sie können auch der Anlass für eine erneute Inkarnation der Seele in einen menschlichen Körper sein, weil sie sich unter Umständen an ihren ehemaligen Peinigern rächen will.
Rache und Vergeltung - gleich von welcher Seite, führen jedoch nur zu neuem Leid und zu neuen Belastungen der Seele. Deshalb gilt die Friedensbotschaft des Jesus von Nazareth, der die Versöhnung und Wiedergutmachung lehrte und der nichts mit dem Vatikan und der Institution Kirche zu tun hat, Menschen aller Völker und Kulturen. Denn Er ist der Freie Geist. Er hat keine Religion gegründet und hat nichts mit äußeren Religionen zu tun; vor allem nicht mit denen, die Seinen guten Namen für ihre Zwecke benützen = missbrauchen.

Die Kreuzfahrer verneigen sich am Kreuz vor dem Papst - dem Stellvertreter seines Gottes, des Gottes der Unterwelt, der auch die Hinrichtung des "Friedefürsten" Jesus von Nazareth wollte. Seither betrügt man die Menschen, indem man behauptete, die Hinrichtung wäre für unser aller "Erlösung" heilsnotwendig gewesen. "Notwendig" ist sie aber nur für die Kirche, weil ein getöteter, ein schweigender Christus, ihren Betrug nicht aufdecken kann. Doch sprachen Gott und Christus zu allen Zeiten durch Prophetenmund so wie einst die wahren Gottespropheten im Alten Bund, so auch wieder in unserer Zeit.

Bildnachweise: Vier Bilder von Gustav Doré (19. Jahrhundert); in der Reihenfolge ab dem ersten Kapitel dieser Studie: Bilder Nr. 5, 8, 11, 12 /
Public Domain / Wikimedia Commons / https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Copyright_tags#United_States

 



Raffinement und Scheinheiligkeit
Papst beklagt die armenischen Opfer im Osmanischen Reich.
Die eigenen Völkermorde und die Völkermorde, bei denen der Vatikan beteiligt war, verschweigt er

Im Jahr 1915 kamen rund eine Million Armenier im damaligen Osmanischen Reich ums Leben. 100 Jahre später, im Jahr 2015, wehrt sich die türkische Regierung vehement dagegen, deren Tod als Völkermord, begangen von den damaligen osmanischen Machthabern, zu bezeichnen. Das Gedenken an die schlimmen Ereignisse ist also überschattet von diesem Streit. Doch wussten Sie, dass die heftigen Auseinandersetzungen begonnen hatten, nachdem zuerst Papst Franziskus das Thema aufgegriffen hatte?
Am 12. April 2015 erklärte er in einer katholischen Messe im Petersdom in Rom,
"im vergangenen Jahrhundert habe es ´drei gewaltige und beispiellose Tragödien` gegeben. Die erste dieser Tragödien, die ´weithin als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts gilt`, habe das armenische Volk getroffen" (spiegel.de, 12.4.2015). Die Menschheit habe also im 20. Jahrhundert drei "beispiellose Tragödien" erlebt. Stimmt diese geschichtliche Aussage mit der Wirklichkeit überein?

20. Jahrhundert: Deutsche Kolonialtruppen rotten Völker der Hereros und Nama fast vollständig aus

Nein. Zum einen stimmt die Aussage des Papstes nicht, dass die Ermordung der Armenier, die am 24. April 1915 begann, der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts gewesen sei. Bereits 10 Jahre zuvor, 1904, ermordeten deutsche Kolonialtruppen in Südwestafrika mindestens 65.000 Herero und 10.000 Nama und löschten diese beiden Völker fast vollständig aus. Dies geschah mit Billigung und tatkräftiger ideologischer Vorbereitung kirchlicher Missionare.

20. Jahrhundert: Faschistische Katholiken brachten Zehntausende bis Hunderttausende orthodoxer Serben um

Die Zahl "drei", die der Papst nennt, stimmt aber noch aus einem anderen Grund nicht. Zwischen 1941 und 1943 brachte im faschistischen Kroatien das streng katholische Ustascha-Regime Zehntausende oder gar Hunderttausende orthodoxe Serben um. Man geht von 80.000 bis zu 750.000 Opfern vor allem in dem Konzentrationslager Jasenovac aus. Viele von ihnen wurden vor ihrer bestialischen Ermordung noch gezwungen, zum Katholizismus überzutreten. Und dies alles geschah zumindest mit stillschweigender Billigung des Vatikans. Papst Pius XII. nannte den Führer der Ustascha, Ante Pavelic, einen "praktizierenden Katholiken", empfing ihn mehrfach im Vatikan und entließ ihn mit besten Segenswünschen für die "weitere Arbeit." Mehr dazu in Der Theologe Nr. 57 in dem Kapitel http://www.theologe.de/papst_pius-xii_seligsprechungsverfahren_holocaust.htm#Fanziskaner_als_Massenmoerder und in den beiden folgenden Kapiteln.

UN: Was genau ist "Völkermord"?

Am 9. Dezember 1948 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen in der Resolution 260 die "Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes", und darin wird in Artikel II Völkermord definiert als eine Handlung, "begangen in der Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören". Und im Fall der orthodoxen Serben trifft dies eindeutig zu.

Millionen von Moslems und anderen Nichtkatholiken, Millionen von Indios bei katholischen Kreuzzügen ermordet

Es trifft übrigens auch zu auf viele weitere Mordaktionen im Verlauf der Kirchengeschichte, seien es Judenpogrome oder die Kreuzzüge. Und die Kreuzzüge, deren geschätzte Opfer von gut 100.000 bis in die Millionen reichen (der Autor Hans Wollenschläger, Die bewaffneten Wallfahrten gen Jerusalem, sprach von 22 Millionen) wurden nicht nur gegen die Muslime geführt, sondern auch z.B. gegen die Katharer in Südfrankreich, eine Ketzerbewegung die dabei vollständig ausgerottet wurde, gegen die Hussiten in Böhmen, gegen germanische Stämme, die nicht katholisch werden wollten  oder gegen slawische Ureinwohner im Osten Europas. "Taufe oder Tod", hieß es immer wieder, auch bei der Eroberung Lateinamerikas mit dem Segen der Kirche, bei der Millionen von Indios ermordet wurden. Der Theologe Leonardo Boff spricht im Hinblick auf die Ermordung der amerikanischen Ureinwohner gar vom "größten Völkermord aller Zeiten" (Publik forum, 31.5.1991), die Rede ist von 20 bis 100 Millionen getöteten Ureinwohnern auf dem ganzen Kontinent.

Vatikan erhob bei Armenien den Zeigefinger. Die eigenen Gräuel wurden aber nicht erwähnt

Man könnte also durchaus sagen, dass auf Veranlassung bzw. mithilfe des Vatikan, historisch gesehen, die meisten Völkermorde stattgefunden haben. Umso verwunderlicher ist es, dass der Papst diese Fakten bei seiner Klage gegenüber den Mord an den Armeniern komplett ausblendete. Und auch Kardinal Marx aus München forderte bei einer ökumenischen Gedenkveranstaltung für Armenien zwar "Mut zur Ehrlichkeit gegenüber der eigenen Geschichte", sparte die Geschichte der eigenen Kirche jedoch aus.

20. Jahrhundert: Die Verwicklung des Vatikans in den Völkermord in Ruanda

Hier ist auch der Völkermord an der Volksgruppe der Tutsi in Ruanda mit ca. 800.000 Opfern im Jahr 1994 zu nennen, die der Papst am 12.4.2015 zwar beiläufig erwähnte, ohne jedoch auf die Beteiligung seiner eigenen Kirche hinzuweisen. Die Menschenrechtsgruppe African Rights schrieb: "Es gibt zwingende Beweise dafür, dass eine Reihe von Bischöfen, Priestern, Nonnen und Mönchen den Völkermord geduldet haben oder aktiv daran beteiligt waren." (gl, 15.5.1998)
Und der Der Spiegel schrieb: "Wenn es 1994 eine Institution gab, die dem Morden hätte Einhalt gebieten können, dann war es Ruandas katholische Kirche."
(Nr. 1/2000)
Doch das war nicht der Fall. Im Gegenteil: Aus deren Reihen stammte ja ein großer Teil der Täter. Erst Anfang 2015 warf ein UN-Richter dem Vatikan vor, Priester vor Strafverfolgung zu schützen, die am Völkermord in Ruanda aktiv beteiligt waren. Tatsächlich deckte der Vatikan Angeklagte und ließ sie teilweise nach Europa evakuieren.

Papst sprach im Hinblick auf die Gegenwart nur von Ermordungen durch Islamisten

Und nun beklagte sich ausgerechnet der Papst im Rom über das furchtbare Töten und dem Tode-Ausliefern durch die islamischen Osmanen 100 Jahre zuvor und verschwieg die Völkermorde und Verstrickungen seiner eigenen Kirche. Statt dessen sprach er nur von der Ermordung von Christen durch Muslime. Weshalb nicht auch davon, wie viele Menschen auf Betreiben der Kirche im Namen Gottes ermordet wurden? Im Namen Christi, der doch ein Pazifist war und jegliche Gewalt ablehnte?
"Wo es keine Erinnerung gibt, hält das Böse die Wunden offen", sagte der Papst. Fällt das nicht auf ihn und seine Kirche zurück? Muss man sich da wundern, dass viele Fanatiker aus den Reihen der Islamisten noch heute Rache nehmen wollen für die Kreuzzüge, weil sie bis heute fälschlicherweise glauben, diese seien von Christus und vom Gott der Christen angeordnet worden? Eine ehrliche Aufarbeitung der Vergangenheit - gleich in welchem Land und durch welche Täter - würde ohne Zweifel auf dieser Welt vieles leichter machen.

Verantwortlicher für katholische Völkermorde wird von Franziskus als leuchtendes Beispiel dargestellt

Doch was tut der Papst? Um das Maß voll zu machen, erwähnte er in seiner Predigt vom 12.4.2015 auch noch lobend den vom Vatikan heilig gesprochenen Bernhard von Clairvaux (Foto links). Er hat dies mit den Worten: "Der heilige Bernhard verweilt in einem seiner Kommentare zum Hohelied ausdrücklich beim Geheimnis der Wunden des Herrn und gebraucht kraftvolle, kühne Ausdrücke. Dies heute aufzugreifen ist von Nutzen Er sagt, dass ´durch die offenen Wunden des Leibes das Allerheiligste des Herzens [Christi] offen steht, das große Geheimnis der Liebe offen liegt und das Innere durch die Wunden offen ist`." Doch wer ist der Mann, der sich diese salbungsvollen Worte ausgedacht hat? Es ist der Kreuzzugs-Einpeitscher Bernhard von Clairvaux, der Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat, die von den Soldaten, die ihm glaubten, in Stücke gehauen wurden. Ausgerechnet einer der Hauptverantwortlichen für die katholischen Völkermorde wird - anlässlich der Klage über Massaker von Moslems vor 100 Jahren - als leuchtendes Vorbild hingestellt.

Lob auf Benedikt XV., der die Orthodoxen wieder dem Vatikan unterwerfen möchte

Auffallend ist noch ein weiteres: Papst Franziskus erwähnte in seiner Rede anlässlich des 100. Jahrestags der Verbrechen an den Armeniern auch lobend Papst Benedikt XV., über den Karlheinz Deschner schrieb, dass er während des 1. Weltkriegs den Völkern "seine schönen biblischen Sprüche zurief", während "er selber für eine Militärseelsorge verantwortlich" war, "die den katholischen Soldaten das gegenseitige Abmurksen als höchstes Pflichterfüllung befahl - die mörderischste Heuchelei der Weltgeschichte" - und zwar auf beiden Seiten der Front. (Opus Diaboli, 1988, S. 151f.)
Warum? Benedikt XV. hatte noch ein anderes Ziel, das auch seine Nachfolger bis hin zu Franziskus verfolgen. Karlheinz Deschner schreibt:
"So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen] Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum gewinnen sollten." (S. 152)
Stichwort "Vorposten" - Hier ist auch die strategische Bedeutung Armeniens im Machtkalkül des Vatikan sowie die Bedeutung der Armenisch-Katholischen Kirche zu bedenken, der eine Minderheit der Armenier angehört. Die heutigen Armenier, die der Papst mit seinen kalkulierten Worten entsprechend hofiert sind zu über 90 % orthodox und von Rom unabhängig.
Zur Erinnerung: Bis 1991 war Armenien ein Teil der Sowjetunion. Und ist es dann ein Zufall, dass in der Papstpredigt zum Gedenktag an die Ermordung der Armenier vor 100 Jahren auch die katholischen Minderheiten in der Ukraine und in Russland ausdrücklich positiv erwähnt werden, da die Katholiken dort genauso in der Minderheit seien wie in Armenien? Welche Strategie steckt hier dahinter?
 




Link
: Gesprächsrunde zu den Kreuzzügen:
Sind Täter und Opfer von damals heute wieder inkarniert?
Wie sich die Kirche entlarvt
CHRISTUS ODER VATIKAN
http://www.der-freie-geist.de/video/christus-oder-vatikan

 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 90, Warum sind die Kreuzzüge noch nicht beendet? Wertheim 2015, zit. nach http://www.theologe.de/kreuzzuege.htm, Fassung vom 29.3.2016,
Copyright © und Impressum siehe hier.

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