DER THEOLOGE
Nr. 51
Die Lehre von Jesus und die Fälschungen der Kirche
Nicht Petrus, sondern Christus ist der
"Fels"
"Festschrift" zum Rücktritt von Joseph
Ratzinger als Papst und zur Wahl eines neuen Papstes im Jahr 2013
Wie kommt eigentlich die
römisch-katholische Kirche dazu, sich auf den Jesus-Nachfolger
Petrus zu berufen, ihn gar als ihren ersten "Papst" zu
vereinnahmen? Denn Petrus war ein Jünger von Jesus und hatte mit
einer dogmatischen und hierarchischen Kult- und Priesterorganisation
nichts zu tun. Darum soll es in dieser "Festschrift"
gehen. Und auch darum, wie in der Kirche ein bestimmtes "Petrusbild"
verbreitet wird, das man dann mit den eigenen kirchlichen
Vorstellungen vermischt, das aber nicht mehr viel mit dem einstigen
Jünger Petrus zu tun hat.
Dass auch das kirchliche Amts-Christentum
als Ganzes kaum etwas mit Jesus von Nazareth zu tun hat, das wird immer mehr
Menschen bewusst. Doch man kann in der Analyse noch einen Schritt
tiefer gehen. Die kirchlichen Wurzeln liegen gar nicht im einstigen
Urchristentum, sondern vor allem im Priestertum außerchristlicher
Religionen. Zusammenfassend könnte man sagen: im Baalskult. Die römisch-katholische Kirche ist letztlich der
Baalskult der Gegenwart
(siehe dazu
Der Theologe Nr. 42),
gegen den die jüdischen Gottespropheten immer ihre Stimme erhoben
haben. Der
Baalskult wurde z. B. im antiken Babylon betrieben, und wenn in der
Offenbarung des Johannes in der Bibel von der "Hure Babylon" die
Rede ist, dann beziehen dies immer mehr Bibelexperten auf die
endzeitliche Institution Kirche der Gegenwart (siehe dazu
Der Theologe Nr. 41). Die
Macht der Kirche beruht dabei auf einer weltlichen und einer geistigen
Säule, beide durch Betrug und Fälschung entstanden.
Die weltliche Säule ist der Vatikanstaat, hervorgegangen
aus der gefälschten so genannten Konstantinischen Schenkung. Die
Kirche ließ um das Jahr 800 eine Urkunde fälschen, wonach Kaiser
Konstantin als Dank für den Empfang der katholischen Taufe Papst
Silvester I. im Jahr 317 Rom, Italien und das ganze weströmische
Reich geschenkt haben soll. Nachdem der Frankenkönig Pippin III.
(der Vater Karls des Großen) auf die Fälschung herein gefallen war,
begann er auf Drängen des Papstes eine kriegerische
Auseinandersetzung gegen die Langobarden, um sie aus dem Umfeld des
Papstes zu vertreiben. Und nachdem der Papst im 19. Jahrhundert
selbst zwischenzeitlich
aus Rom vertrieben und sein Staat in die damaligen Grenzen der
Republik Italien eingegliedert wurde, setzte der faschistische
Diktator Benito Mussolini den Vatikanstaat 1929 als souveränen Staat
wieder neu in Kraft. Und Benito Mussolini schenkte der Kirche eine astronomische
"Entschädigungssumme"
hinzu, weil der Staat nun nicht mehr so groß war wie im Jahrhundert
zuvor. Die Kirche
befürwortete und segnete dafür die Eroberung Abessiniens durch das
faschistische Italien. Und der neue Vatikanstaat war dann auch der erste Staat
der Welt, der Nazi-Deutschland 1933 völkerrechtlich "anerkannte"
und er galt damals als der
einzige wirkliche "Freund" des neuen Deutschen Reiches.
So wusch also eine Hand die andere. Und der selbst erst vier Jahre alte
und von italienischen Faschisten
installierte Vatikanstaat gab damit auch den anderen Völkern die "Richtung"
vor, wie das Dritte "Deutsche Reich" zu
bewerten sei.
Und Vatikan und Papst segneten und unterstützten einige Jahre später auch die
faschistische Diktatur unter General Franco in Spanien (bis 1975)
und die Ermordung von Hunderttausenden von Republikanern im
spanischen Bürgerkrieg. Und sie unterstützten den Völkermord an den
orthodoxen Serben durch die streng katholische und faschistische
Ustascha-Regierung in Kroatien. So weit
vorab einige Anmerkungen zur weltlichen "Säule"
der Kirche.
Die geistige Säule des Kirche und ihres
Vatikanstaats ist ein gefälschtes Jesuswort, das dieser angeblich an Petrus
gerichtet hat und
wonach Er auf diesen
"Felsen" angeblich
Seine "Kirche"
bauen wolle. Das Wort ist an einer einzigen Stelle in
der Bibel überliefert und es wird von der Kirche auf die Päpste und
die Institution Kirche umgedeutet. Und um diese Fälschung geht es in dieser
Ausgabe des Theologen.
Andere Evangelisten
wissen von diesem Satz an Petrus nichts
Christus bzw. Gott ist der Fels
Vatikan bezeichnet Joseph
Ratzinger als "makellosen Felsen"
Jesus verleiht allen Menschen die so genannte "Schlüsselgewalt",
nicht nur Petrus
Petrus statt Christus: Der
Schachzug der Rom-Kirche
Petrus,
der vermeintliche Fels: Dreiste Fälschung in voller Absicht?
Eine Botschaft aus dem All über
Jesus, den Christus
Was
stand im Ur-Matthäusevangelium und was ist gefälscht?
Die Dogmen und Lehrentscheidungen der römisch-katholischen Kirche
Kirche verdammt nachträglich viele Kirchenväter und Heilige
Die Rechtfertigung, dass Jesus von Nazareth mit den Worten "Du bist
Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich Meine Kirche bauen"
(Matthäus 16, 18) die katholische Kirche installiert habe,
ist eine Verhöhnung des Mannes aus Nazareth, denn Jesus hat niemals eine solche Kirche
gewollt. Doch selbst wenn Jesus dies gesagt haben sollte: Sein
Jünger Simon Petrus hat ebenfalls nichts mit der römisch-katholischen
Kirche zu tun. Er wurde später nur, wie Jesus selbst, von der Kirche
auf schändliche Art und Weise vereinnahmt, nämlich als eine Art erster
"Bischof" bzw. erster "Papst" von Rom.
Drei Evangelisten und die Apokryphen wissen von diesem Satz an Petrus nichts
Das Wort von
Jesus an Petrus "Du bist Petrus, der Fels,
und auf diesen Fels will ich meine Kirche bauen" wird von der
Kirche also dreist auf die eigene Institution bezogen. Doch hat Jesus
überhaupt solches zu Petrus gesagt, und falls ja, was hätte Er dann
damit gemeint?
Schon dem "unstudierten" Bibelleser kann zunächst auffallen, dass diese vermeintlichen Worte von Jesus in drei von vier
biblischen Evangelien fehlen, vor allem in den bekannten "Petrusbekenntnissen" bei
den Evangelisten Lukas
und Markus. In der Theologie hat man nachgewiesen, dass das
Markusevangelium das älteste ist und dem Matthäus als eine Vorlage
diente, und dort heißt die betreffende Stelle wie folgt:
"Und Er [Jesus] fragte sie: ´Ihr aber, wer,
sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu Ihm: ´Du
bist Christus!` und Er gebot ihnen, dass sie niemandem von Ihm sagen
sollten" (Markus 8, 29-30).
Und auch in den
außerbiblischen Evangelien weiß man nichts von dem angeblichen Wort
von Jesus an Petrus. Einzig an dieser einen Stelle im
Matthäus-Evangelium
ist Petrus der "Fels", und man geht in der Theologie davon aus, dass
diese Formulierung
mit einer bestimmten Absicht einfach in
die Vorlage aus dem Markusevangelium hinein montiert wurde.
Vergleichen Sie selbst! Wie heißt es bei Matthäus? Der "fett"
gedruckte Teil entspricht der Vorlage des Evangelisten Markus, der
Rest dem Einschub des Matthäus.
"Er [Jesus] fragte sie: ´Wer sagt denn ihr,
dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: ´Du bist
Christus, des lebendigen Gottes Sohn!` Und Jesus antwortete und
sprach zu ihm: ´Selig bist du, Simon, Jonas Sohn` ... Und ich sage
dir auch: ´Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine
Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht
überwältigen ..." Da gebot er seinen Jüngern, niemandem zu
sagen, dass er der Christus sei" (Matthäus
16, 15-20).
Doch dieser Einschub des Matthäus passt überhaupt nicht in den Zusammenhang; auch nicht zu
dem, was sonst in den Evangelien steht, und das betrifft speziell auch das
Matthäusevangelium. Nur kurze Zeit später entbrennt nämlich
unter den Jüngern eine Auseinandersetzung darüber, wer denn nun
unter ihnen wohl der Größte sei (Markus 9, 33-37; Lukas 9,
46-48). Bei Matthäus ist diese Stelle schon wieder verfälscht und
es heißt dort jetzt: "Wer ist im Himmelreich der Größte?"
(Matthäus 18, 1-5) Aber immer
noch geht es auch bei Matthäus um "den Größten". Hätte
Jesus den Petrus zuvor in diesem kirchlichen Sinne zum "Felsen"
gemacht, wäre die Diskussion unter den Jüngern darüber überflüssig gewesen, denn
Jesus hätte sich ja schon für Petrus entschieden gehabt.
So stellt sich also gleich aus
mehreren Gründen
die Frage:
Wie kam es wohl zu diesem nachträglichen Einschub in
die Überlieferung von Jesus, wo er angeblich den Petrus zum "Felsen"
machte?
Eine nahe liegende
Spur ist folgende: Der griechische Name "Petrus"
bedeutet
schlicht "Fels",
genauso wie die hebräische Namensform "Kefas". "Fels"
wäre
also die Namensbedeutung der Eigennamens Petrus bzw. Kefas. Doch von den Jüngern hieß
überhaupt keiner "Petrus". Und mehr noch: Den Namen "Petrus"
gab es bis dahin im Griechischen überhaupt nicht, genauso wenig wie
den Namen "Kefas" im Aramäischen. Woher kommt aber dann der heute so
bekannte Name?
Angeblich sei es Jesus selbst gewesen, der den
Jünger Simon eines Tages in "Petrus" umbenannt habe
(Markus 3, 16), bzw. Er hätte ihn
eben nicht nur Simon, sondern "auch Petrus gerufen"
(Lukas 6, 14). Jesus hätte
also diesen Namen erfunden. Und das ist schon merkwürdig, da ja
der eigentliche Name von Petrus "Simon" war (so Matthäus 10, 12:
Simon, genannt Petrus)
Interessant ist dies auch deshalb, da ja ausgerechnet der Evangelist
Matthäus eine bekannte Vorliebe
für Wortspiele und Wortkonstruktionen hat, die man
vielfach auch an anderen Stellen seines Evangeliums findet, aber
nirgends sonst in der Bibel. Bekanntestes Beispiel dafür ist die Erfindung der so
genannten "Jungfrauengeburt" in Matthäus 1,
21-22. Maria sei deshalb Jungfrau gewesen, so
Matthäus, damit sich
Jesaja 7, 14 erfülle, wo von
einer "schwangeren Jungfrau" die Rede sei. Ein
Missgeschick allerdings, dass die
Hebräischkenntnisse des Evangelisten entweder mangelhaft sind oder
ihm eine fehlerhafte Fassung bzw. Übersetzung des Jesaja-Textes
vorlag. In
Jesaja 7, 14 ist nämlich keinesfalls von
einer "schwangeren Jungfrau" die Rede, sondern von einer
"schwangeren jungen Frau". So viel einmal zu den beliebten
Wortspielen von Matthäus mit seinen zweifelhaften "Wahrheitsgehalten".
Schon von daher ist es also alles andere als sicher, dass die Erzählung von dem Jünger
Simon, der von Jesus plötzlich "Petrus" genannt worden
sei, wirklich
stimmt. Möglicherweise wurde der Name "Petrus" nur für das obige
Wortspiel mit dem "Fels", der dieser Petrus sein soll, gebraucht und
deshalb zwei Generationen später erfunden und in die Evangelientexte
eingetragen. Mit dem Namen "Simon" hätte man das Wortspiel
nämlich nicht
machen können. Und vielleicht heißt Simon nur deshalb eben jetzt
"Petrus". Doch die Sache ist insgesamt weit ernster, denn
bekanntlich gründet ja die gesamte Rom-Kirche mit ihrem "Stuhl Petri"
auf diesem scheinbar harmlosen Wortspiel.
Christus bzw. Gott ist der Fels
Nun
behauptet also der Evangelist Matthäus, Jesus, der Christus,
habe das alles so gesagt. Doch hat Er das wirklich gesagt? Eine gute Erklärung für den möglichen
tatsächlichen Sachverhalt gibt ein
Evangelium außerhalb der Bibel. Dort lautet die Stelle
nämlich an einer entscheidenden Stelle etwas anders. Jesus von Nazareth spricht
hier: "Alle Wahrheit ist in Gott, und Ich zeuge für
die Wahrheit. Ich Bin der wahre Fels, und auf diesem Felsen werde
Ich Meine Gemeinde erbauen, und die Pforten der Hölle sollen sie
nicht überwältigen, und von diesem Felsen werden Ströme lebendigen
Wassers fließen, um den Völkern dieser Erde Leben zu spenden" (Das
Evangelium Jesu, Verlag Das Wort, Rottweil 1986, Kapitel 44, 4; mehr
dazu hier).
Das ist nun aber ein großer Unterschied, ob Jesus oder Simon Petrus
der "Fels" sei. Und nicht nur das Evangelium Jesu
sieht das so. Auch Paulus lässt überhaupt
keinen Zweifel daran, wer zu seiner Zeit noch der "Fels" ist.
Paulus wörtlich: "...
unsre Väter ... haben alle denselben geistlichen Trank getrunken;
sie tranken nämlich von dem Felsen, der ihnen folgte; der Fels
aber war Christus" (1. Korinther 10, 4).
Und dazu passen auch die Worte von Paulus an anderer Stelle: "Einen anderen
Grund [im Sinne eines felsigen Untergrunds] kann niemand legen als
den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus" (1. Korinther
3, 11). Und dazu passend heißt es auch in der Bergpredigt von
Jesus selbst bei Matthäus: "Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht
einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein
Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und
stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels
gegründet" (Matthäus 5, 25).
Es ist ein völlig abstruser Gedanke, dass Jesus hier gemeint haben könnte, man solle sein
Haus auf den "Felsen" Petrus bauen. Eindeutig überliefert
Matthäus hier, dass derjenige auf "Fels" baut, der die Worte von
Jesus (!) befolgt, was Petrus eben leider oft nicht tat.
Und wie ist es im Alten Testament? Dort ist der "Fels" immer Gott. Z. B. steht bei
Jesaja 26, 4: "Darum verlasst
euch auf den Herrn immerdar; denn Gott der Herr ist ein Fels
ewiglich". Oder Psalm 31, 4:
"Denn du [Gott] bist mein Fels und meine Burg". Oder
2. Samuel 22, 2: "Der Herr
ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter." Und viele weitere
Stellen dieser Art.
Und dann soll Jesus nach der
Kirchenlehre gekommen sein und anstelle von Gott oder
zusätzlich zu Ihm den Petrus zum "Felsen" gemacht haben? Kann das
wirklich sein? Und dann, nur fünf Verse später, hat Jesus zu
Petrus, der gerade eben noch zum "Fels" gemacht worden sein soll,
gesagt: "Satan, hebe dich hinfort von mir! Du bist mir ein
Ärgernis!" (Matthäus 16, 22-23)
Das würde dann ja ganz konkret heißen: Nach
Vers 18 würde die "Gemeinde", die auf den "Fels"
Petrus gebaut sei, von den "Pforten der Hölle" nicht
überwunden werden, und in
Vers 23 ist es damit faktisch schon wieder vorbei. Denn da wird das "Fundament", nämlich Petrus, als "Satan" zurecht
gewiesen. Mit anderen Worten: Wer auf den "Felsen"
Petrus baut, baut
auf "Satan". Und: Das behaupten nicht wir. Sondern das ergibt sich
eindeutig und klar aus dem Matthäusevangelium.
Natürlich kann man an allem herumtüfteln und herumdrehen bzw.
herumtricksen. Doch für
jeden
unvoreingenommenen Analytiker besteht bei dem Wort an Simon Petrus,
dem angeblichen "Fels" ein dringender
Tatverdacht der Fälschung.
Doch was bleibt als Faktum übrig?
Simon
könnte nun wohl seinem eventuell neuen Rufnamen
"Petrus" dadurch gerecht werden, indem er bestrebt ist, sein
Leben auf den "wahren
Felsen" Christus bzw. Gott zu bauen. Doch nicht, indem er sich
selbst als "Fels" versteht. Nur der Felsen Christus bzw.
Gott biete dem
Menschen nach biblischer Lehre also Halt. Und wer auf diesen Felsen baut und die Gebote Gottes
erfüllt, der könnte vielleicht seinerseits zu einer Art "Fels in der Brandung" einer
stürmischen und unruhigen Welt werden. Dies gilt dann aber auch für jeden anderen Menschen und nicht nur exklusiv für
den Jünger Simon, den man später noch zu Lebzeiten "Petrus" nannte;
oder eben erst in späteren Generationen, um weiter an der Legende von dem
angeblich ersten "Papst", dem "Fels", zu stricken.
Vatikan bezeichnet Joseph Ratzinger als "makellosen Felsen"
Und von dieser Legende bzw. Fälschung her gedacht, ist es für die Kirche nicht mehr weit, auch
spätere Päpste als angebliche "Felsen" zu bezeichnen, zum
Beispiel den 2013 zurück getretenen Papst Ratzinger. So
betonte der Kardinalstaatssekretär und höchste Vatikan-Beamte Angelo Sodano etwa zu Ostern
2010, Papst Ratzinger
sei "der makellose Fels der heiligen Kirche Christi".
"Makellos", das heißt "sündlos", rein, ohne jeglichen
Fehl und Tadel. Und der
nächste Schritt auf diesem kirchlichen Schleichpfad ist dann, den
Papst irgendwann gar völlig als "Christus" zu verehren,
wie dies der ranghöchste Vatikan-Kardinal
dann auch tatsächlich gegenüber Joseph Ratzinger tat. Eventuell um schon einmal vorab zu testen,
ob sich vielleicht Protest regt. Es regte sich keiner. So wird
also der
Götze Papst mehr und mehr zu einem neuen gottähnlichen Wesen
aufgebaut wie im Baalskult und damit zu einem neuen "Gott",
wie einst die "Gottkaiser" im alten Rom. Auch die
"Unfehlbarkeit" in
Lehrfragen wurde ihm 1870 ja schon zugesprochen; auch etwas, was
normalerweise in religiöser Verehrung einem Gott zugesprochen wird
und nicht einem Menschen. Anders jedoch der Katholizismus - bei
gleichzeitiger Verurteilung zu angeblich ewiger Verdammnis gegenüber
allen, die daran zweifeln - was die deutschen Politiker nicht daran
hinderte, 2011 den "Papst-Gott" um eine Grundsatzrede
im Deutschen Bundestag zu bitten und dem "makellosen Felsen" Joseph R.
auch noch tagelang auf Staatskosten mit "Sicherheitsstufe 1" (mit
Scharfschützen, Abfangjägern, Tausenden von Polizisten, Beamten und
Soldaten) seinen Besuch zu finanzieren und einiges mehr, was insgesamt wohl deutlich
über 100 Millionen Millionen Euro kostete. Und die vielen
Protestanten, deren Anführer
Martin Luther einst noch gegen das Papsttum Sturm lief, sind
aufs Ganze gesehen derweil zu Jasagern gegenüber der Romkirche
degeneriert, die untereinander allenfalls noch darum wetteifern, wer dem Papst die
Hand schütteln darf.
Die Schlange schleicht also besonders dreist umher und versprüht
eine Täuschung nach der anderen und züngelt eine Fälschung und
Irreführung nach der anderen aus ihrem Schlund heraus. Und wird
ihr nicht irgendwann - symbolisch gesprochen - der Kopf zertreten, setzt sie
früher oder später zu einem großen
eiskalten Atemzug an, öffnet plötzlich ihr überdimensionales Maul
und verschlingt sogar ein großes Tier, das sich noch kurz zuvor vor
ihrem Angriff sicher wähnte.
Jesus verleiht allen Menschen die so genannte "Schlüsselgewalt", nicht nur Petrus
Schlangengleich haben sich auch die kirchlichen Theorien immer weiter von der
christlichen Lehre weg
geschlichen: Angeblich hätte Simon Petrus
nach seiner Titulierung als "Fels" auch als einziger
der Jünger noch eine so
genannte "Schlüsselgewalt" bekommen
(Matthäus 16, 19), nämlich die "Schlüssel des
Himmelreiches", um damit auf der Erde "binden" und "lösen" zu
können. Und die Kirche behauptet nun deswegen, als selbsternannte "Nachfolgerin"
des Simon Petrus diese "Gewalt" von ihm sozusagen mit geerbt zu haben. Und
daraus leitet sie wiederum ihren anmaßenden Anspruch ab, "auf der
Erde" im Namen Gottes Sünden vergeben zu können und durch ihr
"Sakrament der Beichte" und durch weitere Sakramente und Rituale den
Menschen sogar den Himmel aufschließen zu können; und umgekehrt auch,
jemanden für immer in die ewige Hölle verbannen zu können - alles in
allem eine trickreiche und freche Verhöhnung Gottes.
Liest man nämlich im Matthäusevangelium
unvoreingenommen weiter, dann entdeckt man
schon wenig später, dass Jesus allen Nachfolgern bzw. zumindest
allen Jüngern, die Seine Worte hörten, diese "Schlüssel" gegeben
hat, und nicht nur Simon Petrus. Denn es heißt einige Abschnitte weiter
nämlich wörtlich: "Alles, was ihr auf Erden bindet, das
wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden
lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein"
(Matthäus 18, 18). Das ist
exakt der gleiche Inhalt wie die angebliche "Schlüsselgewalt" für
Simon Petrus. Und das
heißt praktisch nichts anderes als: Wovon sich ein
Mensch auf der Erde abhängig macht, daran wird er auch nach seinem
Tod gebunden sein. Und welche Belastungen er auf der Erde löst, z.
B. durch gegenseitige Vergebung, davon wird er auch nach seinem Tod
frei sein. Darum geht es also hier und nicht um eine erdreistete
kirchliche "Schlüsselgewalt" durch eine Kirche als einer
angeblichen "Erbin Petri" und einer angeblichen "Mittlerin" zu Gott.
Niemals können Priester Sünden vergeben, mit denen sie als Menschen
nichts zu tun haben.
Wie alle anderen Menschen auch können sie nur diejenigen Sünden
vergeben, die an ihnen persönlich begangen wurden, weshalb auch
die
ganze katholische Beichtpraxis samt "Beichtgeheimnis" ein großer
Schwindel ist, welches sich in unserer Zeit mehr und mehr zum
"Verbrechensgeheimnis" herausschält, wenn z. B. pädophile Verbrecher
im Talar ihre Verbrechen kirchenintern "beichten", und sich dann
dank des in Anspruch genommenen "Beichtgeheimnisses" der Anzeige bei
der Polizei und ihrer gerechten Verurteilung entziehen.
So können natürlich auch die kirchlichen "Oberhirten"
diesen "Schlüssel" für ihr persönliches lasterhaftes Leben in Anspruch nehmen,
wenn sie z. B. bereit wären, ihre Sünden oder gar Verbrechen mit der Hilfe von Christus
zu bereuen und ihre Opfer (unabhängig von einer juristischen
Verurteilung) um Vergebung bitten, aber sie können hier nicht für
andere handeln. Christus hat also keinen Menschen oder eine
Kirche mit einer
speziellen "Schlüsselgewalt" beauftragt, sondern Er hat
laut Matthäusevangelium jedem
Menschen den "Schlüssel" für sein eigenes Leben in die Hand gegeben,
um es in den Griff zu bekommen - nämlich Seine Kraft, die in jedem
von uns wirksam werden kann. Somit ist
Christus selbst der Schlüssel des Lebens, mit dessen Hilfe jeder das
Negative auflösen kann, das noch Gewalt über ihn hat.
Petrus statt Christus - Der Schachzug der Rom-Kirche
Doch es war aufs Ganze gesehen ein geschickter Schachzug der Rom-Kirche, nicht auf
Jesus, den Christus, den wahren Fels, aufzubauen, sondern Simon Petrus dazwischen zu
schieben. Und so könnte man weiter fragen: Fällt eigentlich niemandem auf, dass die
römisch-katholische Kirche ihren wichtigsten Sakralbau nicht Christuskirche,
sondern Peterskirche nennt? Und dass dieser Dom nicht auf einem
"Christusplatz", sondern auf dem Petersplatz in Rom steht?
Und weiter: Warum gibt es wohl einen Stuhl
Petri, aber nicht den Stuhl des Jesus, des Christus, in Rom? Der
Thron des Papstes steht dort im Vatikan im Zentrum. Und alles dreht sich um "Petrus",
der einmal Simon hieß. Doch der Fels wäre in Wahrheit Christus,
nicht jedoch der gefälschte Christus der Institution Kirche, die den
Petrus dazwischen geschoben hat. Simon Petrus erwies sich als
Mensch, der seinen Meister in der Stunde höchster Gefahr verleugnete
- dreimal, ehe der Hahn krähte. Doch Simon kehrte wenigstens um und
bereute: Er "ging hinaus und weinte bitterlich". Die Kirche aber
bereut nicht. Im Gegenteil: Sie setzt die Irreführung der Menschen
weiter ungeniert fort. Es ist nur die Frage, wie lange noch?
Der echte Christus ist für alle diejenigen gefährlich, die einen
religiösen Machtanspruch erheben. Denn Jesus von Nazareth lehrt auch die
Gleichheit und die Geschwisterlichkeit. Er kennt kein Oben und
Unten und keine kirchliche Hierarchie. Und alle irdische Macht zählt
bei ihm nicht. Deshalb ist der echte Christus für die Rom-Kirche
sehr gefährlich.
Petrus, der vermeintliche "Fels" - Dreiste Fälschung in voller Absicht?
Und man muss sich vor diesem Hintergrund
weiterhin fragen, ob der Satz von Simon Petrus, dem "Fels", in
Matthäus 16, 18 vielleicht sogar
mehr als ein zweifelhaftes bzw. zwielichtiges Wortspiel des
Evangelisten Matthäus war, nämlich ein dreiste Fälschung? Auch wenn wir hier keinen exakten Beweis
dafür führen können. Doch oben
haben wir ja bereits dargelegt, dass der nachfolgende
Vers 19 (mit des "Himmelreichs
Schlüsseln" für Simon Petrus) eine Verfälschung des ursprünglichen Satzes
in Matthäus 18, 18 ist, wo der
Inhalt dieser Vollmacht allen (!) Nachfolgern von Jesus übertragen wurde,
nicht nur dem Petrus.
Einiges spricht deshalb dafür, dass
Matthäus 16, 18 eine grobe Bibelfälschung der
antiken frühkatholischen Kirche in voller Absicht war.
Und dies ist übrigens in der
wissenschaftlichen Theologie mittlerweile völlig unumstritten,
wofür hier nur einige wenige Beispiele aus einigen Standardwerken
aufgeführt werden. Kein einziger namhafter Experte hält das
Jesuswort an Petrus mit dem Fels für "echt",
und die Liste ließe sich schier endlos erweitern.
Der bekannte Theologe Rudolf Bultmann spricht von der Urgemeinde,
die bestimmte Worte "Jesus in den Mund gelegt" hat. Wörtlich
schreibt er: "Aus der Urgemeinde stammen sicher (!) die Worte, in
denen der Auferstandene mit königlicher Geste dem Petrus die Leitung
der Gemeinde - die er sogar als s e i n e Gemeinde
bezeichnet - überträgt (Mt. 16, 17-19)" (Rudolf Bultmann,
Theologie des Neuen Testaments, Tübingen 1980, S. 51; "Urgemeinde"
ist hier allerdings ein irreführendes Wort für die frühkatholische
Gemeinde). Das heißt: Matthäus 16, 17-19 stammt nach dem
Theologen Rudolf Bultmann nicht von
Jesus, sondern von der frühkatholischen Gemeinde.
"Paulus hebt nie sein gutes Einvernehmen mit Kephas hervor ... Das
weist auf schärfere Gegensätze hin, und ihr Grund kann nicht
zweifelhaft sein: die Suprematie Petri als des ersten
Auferstehungszeugen und wohl auch als des ´Felsens`, des Fundamentes
der Kirche - jene Petrusauffassung, die schon im Namen des Apostels
zum Ausdruck kommt, später (!) ihren Niederschlag in Mt. 16, 18f.
gefunden hat und gegen die Paulus ... zu polemisieren scheint.
Dieser Anspruch auf Subordination, wie immer er auch begründet, ist auf
Widerstand gestoßen und hat vermutlich als Reaktion die
Parteibildung erst veranlasst ... zu eigenen Gruppen, wodurch auch
die Kephasleute, nunmehr isoliert, in die Rolle einer bloßen Gruppe
gedrängt wurden." (Philipp Vielhauer, Geschichte der
urchristlichen Literatur, Berlin . New York 1975, S. 137f.)
Vereinfacht ausgedrückt erklärt Professor Dr. Vielhauer hier:
Schon Paulus ist gegen die - erst lange nach Jesus entstandene -
Petrus-Legende vom "Fels" vorgegangen.
"Das Wort an Petrus in Mt. 16, 18 ...
ist zweifellos (!) nachösterlich, und, wie der Vergleich von Mt. 16,
16-20 mit der Vorlage Mk. 8, 28f. zeigt, spät (!) entstanden."
(H. Conzelmann, A. Lindemann, Arbeitsbuch zum Neuen Testament,
Tübingen 1998, S. 476 f;
das Wort "nachösterlich" ist dabei eine beschönigende
Formulierung für "gefälscht")
"Die ... Kirche ist nicht von Jesus
gegründet worden. Zwar führt das an Petrus gerichtete Wort vom
´Fels` die Stiftung der Kirche auf Jesus zurück, ... aber dieses
Aussagen sind mit größter Wahrscheinlichkeit nachösterlich (!), setzen
die Existenz der Kirche also bereits voraus."
(H. Conzelmann, A. Lindemann,
Arbeitsbuch zum Neuen Testament, Tübingen 1998, S. 521;
"nachösterlich" = "gefälscht")
"Schon in urchristlicher Zeit hat man den fragmentarischen
Charakter des Markustextes empfunden und Abhilfe geschaffen, indem
man die Erzählung (wie die Matthäusfassung ergibt) um eine
ausführliche Antwort Jesu erweiterte." (Das Buch der Bücher,
Neues Testament, herausgegeben von Hanns-Martin Lutz, Herbert Timm,
Eike Christian Hirsch, München 1972, S. 140;
im Klartext: man hat Jesus nachträglich eine Antwort in den Mund
geschoben; diese stammt also gar nicht von ihm)
"Eigentümlich ist die Zuspitzung auf
die Person des Petrus. Die Gemeinde [also nicht Jesus], die es
formulierte (!), hat in Petrus den Gewährsmann der christlichen
Tradition und Verkündigung gesehen." (Das Buch der Bücher, Neues
Testament, herausgegeben von Hanns-Martin Lutz, Herbert Timm, Eike
Christian Hirsch, München 1972, S. 170f.)
Nun könnte man einwenden, die hier genannten Wissenschaftler sind
alle oder überwiegend evangelisch. Und in der
Tat können nur Wissenschaftler diesen Sachverhalt unvoreingenommen
prüfen, die nicht an das katholische Dogma gebunden sind, welches
das Ergebnis der "Untersuchungen" bereits dogmatisch vorschreibt.
Römisch-katholische Theologen, die an das Dogma gebunden sind,
betreiben deshalb vielfach nur dem Schein nach "Wissenschaft" auf
Staatskosten. In Wirklichkeit müssen sie nur nach angeblichen
"Bestätigungen" für die Dogmen der Kirche suchen. Doch selbst die
dogmengebundenen katholischen Theologen können in unserer Zeit gar nicht mehr anders als die Fälschung
dieser Grundlage der katholischen Kirche zu bestätigen. Der Theologe
Hans Küng schreibt dazu in seinem Buch Kleine Geschichte der
katholischen Kirche:
"Doch nehmen heute auch katholische
Exegeten [= Bibelausleger] an, dass das berühmte
Wort von Petrus als dem
Felsen, auf dem Jesus seine
Kirche bauen werde (Mt 16,18 f.: Futur!)
und von dem die anderen Evangelien nichts wissen, kein
Wort des irdischen Jesus(!), sondern eine nachösterliche Bildung
der palästinischen Gemeinde bzw. des
Matthäus ist" (Berlin 2002, S. 31).
Eine Botschaft aus dem All über Jesus, den Christus
Zu dem allen gibt es auch noch eine interessante Variante zu den
Ergebnissen der
wissenschaftlichen Theologie. Demnach wurde das "Fels"-Wort nicht
einfach von der frühkatholischen Kirche erfunden, um die Macht der
Kirche zu begründen, sondern es sei - anstatt zu Petrus - über
Christus selbst gesagt worden.
Geht man nämlich davon aus, dass das apokryphe
Evangelium Jesu den Sachverhalt
richtig wieder gibt (siehe oben)
und dass Christus der "Fels" ist und nicht Simon Petrus, dann wird
auf einmal der
unmittelbare Zusammenhang der Erzählungen im
Matthäusevangelium sehr interessant.
In
Kapitel 17 ist nämlich von der so
genannten "Verklärung" bzw. geistigen Erscheinung von Jesus die Rede, wobei Jesus mit
Seinen
Jüngern inmitten von Felsen (!) auf einem hohen Berg steht. Nebenbei
gesprochen: Auch hier hat einmal mehr Simon nicht kapiert, worum es
geht, und er wollte für die (nicht materiellen) Seelen von Mose und
Elia eine Hütte bauen (17, 3-4).
Eine "Stimme vom Himmel" wird jedoch vernommen und preist Christus mit den
Worten "Dies ist Mein lieber Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe; den
sollt ihr hören" (17, 5). Man
könnte sagen: Schlicht und gut, und vor allem kurz und klar. Man könnte aber
auch sagen: Etwas dürftig und knapp, wie Christus hier gepriesen wird, wenn
man es einmal mit dem angeblichen Lobes-Hymnus auf Simon kurz zuvor
vergleicht, der viel eindrücklicher und umfassender ist. Eigentlich sollte doch
Christus größer sein als Simon Petrus.
Was könnte man daraus folgern? Es besteht eine gewisse
Wahrscheinlichkeit, dass es
sich bei dem Simon-Petrus-Lob ursprünglich um einen Christus-Hymnus
gehandelt habe, der in Wirklichkeit in den Zusammenhang der "Verklärung" bzw.
"geistigen Erscheinung" in Matthäus 17
gehört, und den ein kirchlicher Fälscher von dort einfach zu Simon Petrus nach
Kapitel 16 herüber gezogen hat.
Es würde auf jeden Fall den meisten Sinn machen, wenn die "Stimme aus dem Himmel"
über Christus gesprochen hätte: "Dies ist Mein lieber Sohn,
an dem Ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Auf diesen Felsen
will Ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht
überwinden" (Matthäus 17, 5; 16, 18b-19a).
Stand das Felsenwort ursprünglich in diesem Zusammenhang, dann
klingt diese "Botschaft aus dem All", dieser Christus-Hymnus, auch nicht so dürftig. Und
unmittelbar im Anschluss daran würde dann noch
Matthäus 16, 20 direkt dazu passen, wo
es heißt: "Da gebot Er [Jesus] seinen Jüngern, niemandem zu sagen,
dass Er der Christus sei". So ist alles plausibel und macht
Sinn und stimmt dann auch mit dem ganzen Zusammenhang überein: Erst
wäre das Bekenntnis durch die Stimme aus dem All zu
Christus erfolgt, und dann unmittelbar danach die Ermahnung von Jesus, darüber
noch mit keinem zu sprechen, weil die Zeit dafür noch nicht gekommen
sei. So also könnte alles gewesen sein.
Was stand im Ur-Matthäus-Evangelium und was ist alles kirchlich gefälscht?
Im apokryhen
Evangelium Jesu (siehe
oben) steht es zudem unmissverständlich
ebenso. Nicht Simon Petrus, sondern Jesus, der Christus,
ist der "Fels". Und dass es auch bei
Matthäus ursprünglich so
geheißen haben könnte,
dafür gibt es auch sprachwissenschaftliche Anhaltspunkte.
Und dann kam allem Anschein nach der frühkatholische Fälscher und bastelte aus
dem ursprünglichen Matthäusevangelium
seine Simon-Petrus-Huldigung zusammen, die man dann in einem
nächsten Schritt auf den
katholischen Papst übertrug. Die Huldigung des Simon als "Fels"
hätte der frühe Kirchenmann dann aus der Erscheinungsgeschichte in
Kapitel 17 heraus genommen, und
dazu die so genannte "Schlüsselgewalt" aus
Kapitel 18; und beides zusammen wäre von ihm dann in
Kapitel 16 zu einer neuen kirchlichen Mixtur verarbeitet
worden. Und auf diese
manipulierten Textmontagen bzw. diese Mixtur in
Kapitel 16 gründet sich seither
die katholische Kirche.
Wie gesagt: Letzteres muss sich nicht zwangsläufig so zugetragen
haben. Der katholischen Kirche hat man jedoch schon anderweitig viele
Fälschungen nachgewiesen, und eine angeblich exklusive Übertragung
einer "Schlüsselgewalt" an Simon Petrus bzw. die spätere Kirche ist ja in
diesem Zusammenhang schon nachgewiesenermaßen die Fälschung Nr. 1
(siehe oben). Und
die Übertragung des Namens "Fels" von Christus auf Simon Petrus ist
dann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Fälschung Nr. 2. Und vielleicht wurde nur dazu auch der
neue Rufname "Petrus" für den Jünger Simon erfunden, und
nicht einmal dieser
würde dann auf Jesus zurück gehen. Wer weiß.
Natürlich können wir dies nicht beweisen, und kirchliche Kritiker
könnten uns vorhalten, es wäre zwar sehr interessant, aber doch
teilweise spekulativ. Doch wer kann uns beweisen, dass es nicht so
war? Niemand. Aus diesem Grund bringen wir hier einige der Fakten
und ziehen mögliche Schlussfolgerungen daraus. Doch
jeder kann sich auch selbst ein Urteil bilden.
In diesem Zusammenhang ist es auch von Bedeutung, dass die wissenschaftliche Theologie
heute von einem
Ur-Matthäusevangelium weiß, das sich deutlich von dem
uns heute bekannten Matthäusevangelium unterscheidet. Davon
wusste auch der Kirchenvater Hieronymus im 4. Jahrhundert.
"Unglücklicherweise" ging es "verloren" bzw. es wurde von der Kirche
vernichtet (zum Sachverhalt siehe
hier). Warum, dürfte
jedem ehrlichen Gottsucher klarer sein.
Die Dogmen und Lehrentscheidungen der römisch-katholischen Kirche über den Satz im Matthäusevangelium
Tatsache ist nun weiterhin, dass die römisch-katholische Kirche, für
jeden interessierten Leser nachvollziehbar, aus dieser
Simon-Petrus-Konstruktion im
Matthäusevangelium die Vollmachten des heutigen
Papsttums ableitet. Und das ist nun nicht nur völlig unseriös und an
den Haaren herbei gezogen, das ist kompletter Unsinn, eine
Verhöhnung von Christus und eine Verdummung der Menschen. Und obwohl
mittlerweile auch die katholischen Theologen zugeben, dass das
Jesuswort an Petrus "nachösterlich", wie es beschönigend heißt, d.
h. gefälscht ist, wird diese
Tatsache von der Institution Kirche einfach ausgesessen, also ob es
sie nicht gäbe. Doch es handelt sich um den
größten Betrug der Menschheitsgeschichte, der im Verbund mit dem
zweitgrößten Betrug gesehen werden muss. Dieser ist die angebliche
"Konstantinischen Schenkung", die nachweislich im Mittelalter
gefälschte Schenkung eines Staatsgebietes von Kaiser Konstantin an
den Papst, als "Dank" für den Empfang der katholischen Taufe und einer
angeblichen Heilung. Dieser Betrug ist die "staatsrechtliche" (in
Wirklichkeit "staatsunrechtliche") Grundlage des heutigen
Vatikanstaates, der 1929 vom Diktator Benito Mussolini in den Lateranverträgen in seiner heutigen Form installiert wurde.
Die nachfolgenden Zitate
zum so genannten "Felsenwort", die den großen Betrug im
Wortlaut dokumentieren, stammen aus dem offiziellen Lehrwerk
Heinrich Denzinger/Peter Hünermann, Kompendium der
Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, 42.
Auflage, Freiburg 2009, abgekürzt DH.
Die katholische Kirche verdammt nachträglich die meisten Kirchenväter und viele ihrer Heiligen
Maßgeblich für die katholische Lehre sind dabei vor allem die
Dogmen des 1. Vatikanischen Konzils, weil im selben Zusammenhang
die angebliche Unfehlbarkeit des Papstamtes dogmatisch für alle
Zeiten und "Ewigkeiten" kirchlich festgelegt wurde. Wer diesen also
widerspricht, wird nach römisch-katholischer Lehre ewig verdammt.
Dazu gehören zahllose Kirchenväter und sogar "Heilige", die man auf
diese Weise spätestens im 19. Jahrhundert in die Hölle schickte.
Entweder durch unmittelbaren Verstoß gegen die Dogmen DH 3055
und DH 3058 oder durch mittelbaren Verstoß, denn auch weitere
Abweichungen von diesem Dogma werden nach dem Dogma DH 609
mit der angeblichen ewigen Verdammnis bestraft. Dies wurde auf dem
7. ökumenischen Konzil von Nizäa 787 beschlossen und gilt
auch in der orthodoxen Kirche und lautet: "Wer die gesamte
kirchliche Überlieferung, ob geschrieben oder ungeschrieben,
verwirft, der sei mit dem Anathema belegt" [ = ewig verdammt].
Oder eine andere Übersetzung dieses Dogmas, die seinen Sinn trifft:
Wer nicht die ganze kirchliche
Überlieferung annimmt, die geschriebene wie die ungeschriebene,
der sei ausgeschlossen." (NR, Nr. 85)
Einige Beispiele für
Kirchenvertreter, die verdammt werden, weil sie im Wort von Jesus an
Petrus keine Einsetzung des Papsttums erblickten.
Der "Heilige" Augustin. Er verstand Matthäus
16, 18 nämlich so, dass Jesus mit dem Felsen sich selbst gemeint
habe.
Augustin schreibt: "Darum
nämlich sprach der Herr: ´Auf diese Petra (Fels) werde ich meine
Kirche bauen`, weil Petrus gesagt hatte: ´Du bist Christus, der Sohn
des lebendigen Gottes`. Auf diese Petra also, welche du bekannt
hast, sagt er, werde ich meine Kirche bauen. ´Der Fels nämlich war
Christus`. Auf diesem Fundament ist auch Petrus selbst erbaut. Denn
ein anderes Fundament kann niemand legen als das, welches gelegt
ist, welches ist Christus Jesus" (Bibliothek
der
Kirchenväter, Aurelius
Augustinus, Vorträge über das Evangelium des hl. Johannes, Vortrag
Nr. 124, 5, übersetzt von Th. Specht, 1914).
So lässt sich das durchaus auch deuten. Matthäus 16, 18 hieße
also nach Kirchenvater und Kirchenlehrer Augustinus: "Du bist Petrus, und auf diesen
Felsen [der ich, Christus, bin und zu dem du dich gerade eben
bekannt hast, als du sagtest, ´Du bist Christus ...`] werde ich
meine Kirche bauen ..."
Augustin versteht das Jesuswort zudem nicht exklusiv an Petrus
gerichtet, sondern typologisch. Petrus sei Vorbild, und es gehe hier
nicht um die Vererbung eines Führungsamtes.
Und auch in seinen
Retractationes
verdeutlicht Augustinus seine Sichtweise und schrieb: "Denn es
wurde zu ihm [Petrus] nicht gesagt: ´Du bist der Fels`,
sondern: ´Du bist Petrus.` Der Fels aber war Christus."
Nun dazu die Frage: Hat man den "Heiligen" mittlerweile
im katholischen Himmel aufgespürt und womöglich verhaftet und
ausgewiesen? Und dann in die Hölle geschickt? Denn Augustinus
leugnet hier schlicht die geistige Grundlage des römisch-katholischen
Imperiums.
Der nächste Höllengenosse ist Kirchenvater und Kirchenlehrer
Tertullian (2. Jahrhundert). Nach seiner Überzeugung habe Jesus
die Verheißung nur Petrus persönlich gegeben und nicht einem
Bischof von Rom oder anderen Bischöfen.
Und der "Heilige" Cyprian von Karthago deutete die
Bibelstelle zwar als Einsetzung von Petrus zum "Leiter der Kirche"
(Über die Einheit der Kirche
4; vgl. 59. Brief). Doch jeder Bischof folge ihm in diesem Amt,
nicht etwa nur der Bischof von Rom.
Und der "Heilige" Ambrosius
deutet zwar Petrus als den "Fels", glaubt aber, hier sei keine
Kirchenleitung gemeint. Gemeint sei, dass Petrus als Person gemäß dieser Verheißung
nicht von den "Pforten der Unterwelt" überwältigt würde, bevor Jesus
wiederkommen würde.
Doch das
ist noch lange nicht alles. Erzbischof Peter Richard Kenrick von St.
Louis/USA legte in seinem Buch
An Inside
View
of
the
Vatican
Council (Ein
Augenzeugenbericht über das Vatikanische Konzil) (1870) dar, dass
von 86 Kirchenvätern nur 17 (!) die Auffassung vertreten hatten,
dass Jesus mit dem Ausdruck "Fels" überhaupt den
Petrus gemeint habe. Und selbst diese 17 haben es eben teilweise oder
deutlich anders interpretiert als es die Kirche später dogmatisiert
hat.
Was bleibt also von der Kirchenlehre und der Zurückführung von
Papst und Vatikan auf ein angebliches Wort von Jesus an Petrus?
Betrug, Betrug, Betrug. Lüge, Lüge, Lüge. Volksverdummung seit
Jahrhunderten, und das Volk und seine Politiker kriechen auf ihren
Knien und bedanken sich noch, obwohl sie auch noch alles bezahlen
müssen.
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Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
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