DER THEOLOGE
Nr. 58
Der Kreuzestod von Jesus hätte nicht sein
müssen.
Was bedeutet "Erlösung" durch Christus?
Was genau ist damals mit Jesus passiert?
Jesus starb keinen Sühnetod und es gibt
keine ewige Verdammnis
Die Kreuzigung als Zeichen der Unbeugsamkeit
der Menschen und der Erlöserfunken
Die tiefenpsychologische Deutung des Kruzifix
Die Lehre vom stellvertretenden
Sühnetod von Jesus ist Göteznkult
Jesus wollte ein Friedensreich aufbauen,
keinen Opfertod sterben
Jesus hat sich trotzdem "hingegeben"
Vor dem Tod am Kreuz
Das Sterben von Jesus als Symbol für die
Menschheit
Die falsche Drohbotschaft einer
ewigen Hölle
Evangelische Kirche
verstößt gegen eigenes Bekenntnis
Der gekreuzigte Jesus als Symbol
für die Menschen
Die Passion Christi (Filmbesprechung)
Die Christenheit gedenkt am Karfreitag der Kreuzigung von Jesus von Nazareth. Was ist damals mit diesem Mann passiert?
Hier zunächst
ein Auschnitt aus Frank Thadeusz, Mordsache Jesus Christus, in Der Spiegel Geschichte, Nr.
6/2011, S. 77:
"´Ich finde es außergewöhnlich, dass Jesus
überhaupt in der Lage war, den Opfergang zum Kalvarienberg anzutreten`, sagt
Frederik Zugibe [Chefpathologe aus den USA und Experte beim Thema
Folterverletzungen und Kreuzigung aus medizinischer Sicht] ...
Offenkundig sah Jesus seinem Schicksal durchaus nicht mit Gelassenheit
entgegen. Während des letzten Treffens mit seinen Jüngern schwitzte er Blut
- unter Medizinern ein deutliches Symptom für starken Stress oder gar
Todesangst ..."
Dramatisch "war die ... Folterung mit dem Flagrum, einer Art
Peitsche mit mehreren Lederriemen, in deren Enden scharfe Knochensplitter
oder Bleikegel eingeflochten waren. ´Das ist, als würde einem ein Baseball
mit voller Wucht gegen die Rippen geschmettert - es verursacht einen sehr
heftigen Schmerz, der Wochen anhalten kann`, sagt Zugibe.
Vielleicht wurde Jesus mit der nach jüdischem Recht höchstzulässigen Anzahl
von 40 Hieben bestraft. ´Es gibt wenig Zweifel, dass die brutale
Auspeitschung ein wesentlicher Grund für sei frühes Ableben war`, sagt
Zugibe. Insbesondere Brustkorb und Lungen hatten wohl schweren Schaden
genommen.
Blutüberströmt und besudelt mit Erbrochenem wurde Jesus dann einer Marter
zugefügt, die nur für ihn ersonnen worden war: Die römischen Soldaten
setzten ihm eine geflochtene Krone aus Gemeinem Stechdorn auf und schlugen
mit einem Stock auf seinen Kopf ein. Diese Folter sei bisher als bloße
Schmähung des ´Königs der Juden` unterschätzt worden ... Tatsächlich jedoch
habe die sadistische Krönung Jesus seinem Ende deutlich näher gebracht.
Schmerzen wie nach der Behandlung mit einem glühenden Schürhaken seien die
Folge gewesen ...
Der geschundene Heiland war bereits dem Tode nah, als seine Peiniger ihn am
Kreuz fixierten. Die Römer nutzten wohl dicke Eisennägel von zwölf
Zentimeter Länge. Wurden sie durch die Fersen getrieben, rissen zahlreiche
Nervenbündel entzwei. ´Jesus erlitt einen der schlimmsten Schmerzzustände,
die der Menschheit bekannt sind`, folgert Zugibe ... Bei jeder kleinsten
Bewegung am Kreuz raste der Schmerz wie ein Stromstoß durch den Körper ...
Erst nach einer gefühlten Ewigkeit trat der erlösende Tod ein."
So weit die Darlegung aus Der Spiegel
Geschichte. Und man könnte sagen: Das alles wollte auch die Kirche, die
behauptet, das alles habe so sein müssen, und die in den folgenden
Jahrhunderten sich ähnlich grausame Foltermethoden für ihre Gegner ausdachte
(siehe hier). In Wirklichkeit wollten
das der "Teufel" und die teuflischen Mächte, damit Jesus kapituliert.
Und gemessen an diesem Geschehen sind die verkitschten kirchlichen
Weihnachts- und Osterfeste mit ihren kulinarischen Fleischgenüssen (in
Wirklichkeit grausamen Tierkinderopfern) ein einziger Spott und Hohn.
Jesus
starb keinen Sühnetod, und es gibt keine ewige Verdammnis
Vielen Menschen wurde von Kind auf in der Kirche und in
kirchlichen Gemeinschaften erzählt, dass Jesus sich habe ans Kreuz nageln
müssen, um dort unsere Schuld und unsere Sünden zu tragen, und um sie uns
auf diese Weise wegzunehmen. Weiterhin wird dort gelehrt, dass ein Mensch
zu seinen Lebzeiten dieses "Geschenk" für sich annehmen bzw. in Anspruch
nehmen müsse, sonst würde ein angeblicher "Zorn Gottes" über ihm bleiben und
er müsse dafür die ganze Ewigkeit in der ewigen Verdammnis entsetzlich
leiden müssen. Wenn
letzteres aber stimmen würde, dann wäre die Sünde und das Grauen größer als
die Liebe Gottes. Doch was für ein "Gott" würde sich eine solche "Schöpfung"
ausdenken und diese unter diesen Umständen installieren? Wäre es dann nicht viel besser gewesen,
dies gar nicht erst zu tun?
Doch das ist noch nich alles. Wenn Jesus wirklich am Kreuz von Golgatha
alle unsere Sünden "weggenommen" haben soll, warum sind dann die "Christen",
die daran glauben, so große Sünder? Wenn die Sünden doch angeblich "weg
genommen" seien, warum sündigen die Gläubigen dann weiter? Da kann doch
etwas nicht stimmen. Entweder die Sünden sind weg oder sie sind da.
Wenn also Jesus die Sünden gerade dieser Menschen auf sich genommen habe,
warum hat die Kirchenchristenheit dann so unsägliches Leid, Elend und
Sündengrauen über die Menschheit und den Planeten Erde gebracht? Müsste man
dann nicht vermuten, Gott hätte die Sündenlast vielleicht nur deshalb weg
genommen, damit sich die auf diese Weise kurzzeitig Entlasteten nun wieder
frohen Mutes mit neuen Sünden belasten können. Das aber ist die schlimmste
Gottesvorstellung, die überhaupt denkbar ist - ein Glaube, bei dem man
grenzenlos sündigen und Verbrechen begehen könne, weil einem von dem
betreffenden Gott ja am Ende allein dank des rechten Galubens alle
Sündenlasten weggenommen würden.
Ein Blick in die Religionsgeschichte zeigt, dass dieses Denken mit Jesus
überhaupt nichts zu tun hat, es ist letztlich eine Verhöhnung des Mannes aus
Nazareth. Dieses Denken kommt also auch nicht von Gott, sondern es stammt
aus Götzenkulten der Antike und wurde im kirchlichen Christentum nur auf die
Spitze getrieben.
Die Lehre vom stellvertretenden Sühnetod von Jesus ist Götzenkult
Die Lehre von
einem angeblich stellvertretenden Sühnetod von Jesus kommt aus dem antiken
Judentum bzw. Heidentum und setzt einen zornigen Gott voraus, den man durch
Menschen- oder Tieropfer umstimmen oder besänftigen könne, wie
ausführlich in
Der Theologe Nr. 37
nachlesbar ist. Jesus lehrte
demgegenüber einen liebenden Vater, der keine äußeren Opferhandlungen will und braucht,
sondern der um das Vertrauen der Menschen wirbt und der ihnen selbst dann
nachgeht, wenn sie schon "verloren" zu sein scheinen (z. B. Gleichnis vom "verlorenen" Sohn).
Die Kirche hat nun aber - ausgehend vom Hebräerbrief des Neuen Testaments - die alten
heidnischen Vorstellungen vom zornigen Gott wieder erweckt, welche die
Israeliten einst aus Ägypten übernommen hatten. Und man hat sie nun dahin gehend variiert,
dass anstelle der bisherigen grausamen Tier- oder gar Menschenopfer jetzt Christus das Opfer sei
und von nun an der Glaube an diese angeblich notwendige und deshalb von Christus
freiwillig erbrachte Opfertat nötig sei, um "gerettet" zu
werden.
Doch wie gesagt. Das ist die Lehre des Hebräerbriefes, dessen
Verfasser noch nicht einmal bekannt ist. Manche schreiben den Brief dem Paulus
zu, weswegen er es Ende des 4. Jahrhunderts doch in die Bibel "schaffte",
nachdem auch sein Inhalt schon damals als höchst suspekt galt.
Der bekannte Kirchlehrer Origenes sagte z. B., es fehle der Beweis, dass ihn
ein Apostel geschrieben habe. Und sprachwissenschaftlichen Untersuchungen
zufolge ist z. B. die Einleitung und der Schluss nachweislich gefälscht
(siehe z. B. C. Breytenbach; Paulus, die Evangelien und das Urchristentum). Im Brockhaus Konversationslexikon heißt es zum Sachverhalt:
"Der Brief an die Hebräer wurde im Abendlande
bis ins 4. Jahrh. als nichtpaulinisch vom Kanon ausgeschlossen"
(S. 956; http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=122270).
Und auf diesen zweifelhaften, im Urchristentum abgelehnten und in der Kirche umstrittenen
Brief wird nun die ganze kirchliche Sühnopferlehre gegründet. Hinzu kommen noch
Aussagen des Paulus, der Jesus allerdings überhaupt nicht kannte (vgl.
Der Theologe Nr. 5). Doch auch bei ihm kommt das Wort "Sühnopfer"
z. B. nur an einer einzigen Stelle vor, in Römer 3, 25 und damit ist
in Wirklichkeit etwas anderes gemeint.
Das Wort "hylasterion" ist nämlich das Wort für den Deckel der "Bundeslade"
Israels mit den beiden Cherubim, den Erzengeln. Die Bundeslade enthielt das
Wertvollste, was das Volk hatte, die Gesetzestafeln mit den von Gott durch
Seinen Propheten Mose geoffenbarten Zehn Geboten. Das heißt sinngemäß. So
wie die beiden Engelwesen einst die wertvolle unverfälschte Gottesbotschaft
bewachten, so ist Christus nun selbst an ihre Stelle getreten und hat den
Willen und die Botschaft Gottes in vielen Details den Menschen nahe
gebracht.
Der Sühnopfer-Gedanke in dem Paulusbrief geht zurück auf die Fälschung
der Priesterschrift im Alten Testament, eine der Quellenschriften für
die fünf "Mosebücher". Die Priester waren es, die den Opfergedanken vor
allem aus Ägypten mitbrachten und in die Religion einführten. Demnach durfte
der
Oberpriester nur einmal im Jahr vor die Bundeslade treten und musste dazu
einen Stier und einen Widder schlachten. Der Qualm des verbrennenden Stieres
sorgte dann dafür, "dass die [Rauch-]Wolke vom Räucherwerk den Gnadenthron
bedeckte" [hylasterion = Gnadenthron = der Deckel der Bundeslade, der den
Thron Gottes symbolisiert] (3. Mose 16, 13). Dann besprengte der
Priester die Bundeslade erst mit dem Stierblut und dann mit dem Widderblut.
Das heißt: Die Priester haben die Bundeslade und den Gottesthron auf
furchtbarste Art und Weise durch Tierschächtungen geschändet.
Darauf haben die wahren Gottespropheten Israels immer wieder unter
Lebensgefahr eindringlich hingewiesen, wie z. B. Jeremia: "Denn Ich habe
euren Vätern, als ich sie aus Ägypten heraus führte, nichts gesagt und
nichts befohlen, was Brandopfer und Schlachtopfer betrifft" (7, 22).
Jeremia wurde auf Veranlassung der Priester darauf hin in eine Schlammgrube
geworfen, wo er verhungern sollte, doch die Babylonier retteten sein
irdisches Leben.
Wenn diese Lehre vom "Sühnopfer" aber nicht von Gott kommt, von wem dann?
Von der Priesterkaste, die das Volk bis heute in allen Religionen und Kulten
von Gott weg führen will. Und so haben auch die Priester der Kirche die
Sühnopfervorstellungen mit in ihre Verfälschung des Christentums hinüber
genommen. Doch es ist purer Götzenkult und wurde von allen Gottespropheten
bekämpft.
Und so kommt das Wort "Sühnopfer" auch an keiner einzigen Stelle in den Evangelien
vor und auch sonst bei Paulus nicht.
Auch das Wort "Opfer" kommt in diesem
Zusammenhang nur bei den Paulus-Schülern vor, nicht einmal bei Paulus
selbst. Und zwar einmal im Epheserbrief eines Paulusschülers, in
5, 2, wobei nicht klar ist, was der Schreiber hier eigentlich meint. Von
einem "Sühnopfer" ist jedenfalls nicht die Rede. Und in den vier Evangelien
sowieso kein Mal. Nur der Hebräerbrief spricht mehrfach von "Opfer", wobei
die Theologen ja noch nicht einmal wissen, wer ihnen dieses "Ei"
unterschoben hat. Es ist wirklich ein haarsträubender Befund.
Jesus wollte ein Friedensreich aufbauen, keinen Opfertod sterben
Doch was wollte Jesus stattdessen wirklich? Er war
also nicht auf
dieser Erde, um ein endgültiges Opferlamm für einen zornigen und anders nicht zu
besänftigenden Gott zu sein, sondern um ein Friedensreich ("Reich Gottes")
mit den Menschen aufzubauen. Dafür hat er die Menschen in die Nachfolge
gerufen, und dafür hat er ihnen auch den gütigen Gott gelehrt. Und wer das
bejahte, der hatte in seinem persönlichen Leben die Aufgabe, auch nach Seinen Geboten zu
leben. Zum Opfer der damaligen Priester und Schriftgelehrten und der
römischen Obrigkeit wurde Jesus erst, als die Menschen ihn im Stich gelassen
hatten - sowohl die Bevölkerung, obwohl er sehr vielen Menschen zuvor Gutes
getan hatte; als auch seine unmittelbaren Anhänger und Jünger. Das geht alles auch aus der Bibel hervor.
Im kirchenchristlichen Abendland sind wir nun aber daran gewöhnt, die Bibel, und vor allem das Neue Testament, mit der Brille der
alten heidnischen Sühnetod-Vorstellung zu lesen, weil die Institutionen
Kirche und ihre Priester, Pfarrer und Theologen es uns so beibrachten. So werden auch viele Bibelstellen in diese
Richtung interpretiert, die ursprünglich in einem ganz anderen Zusammenhang
standen oder auch ganz anders verstanden werden können. Dies kann hier nicht
ausführlich dargelegt werden, doch zumindest am Beispiel einiger in der Christenheit bekannter
Redewendungen augezeigt werden.
Jesus hat sich trotzdem "hingegeben"
So kann man sagen, dass Jesus die Schuld seiner Jünger vielfach "trug", aber ganz praktisch und nicht dogmatisch im Sinne einer Sühnopferlehre. Z. B., indem er immer wieder deren Fehler ausbügelte oder sich schützend vor sie stellte. In diesem undogmatischen Sinne kann man auch richtig sagen: Jesus hat sich für uns geopfert. Er hat sich nämlich bis zur letzten Konsequenz für die anderen Menschen eingesetzt und er ist seinem Auftrag nie untreu geworden. Deshalb hat er auch - im übertragenen Sinn - sein Blut "für uns vergossen", denn er selbst hätte es leichter haben können. Doch er ist den letztlich einzig noch möglichen Weg für einen wahren Gottesboten zu Ende gegangen, nachdem die Mitmenschen versagt hatten: Den Weg der Standhaftigkeit trotz Folter und Todesurteil und den Weg der großen Einsamkeit. Und man könnte - wenn man so will - in diesem Sinne von "Gottes Lamm" sprechen, wenn man das Lamm als ein Symboltier für die Unschuld versteht. Und Jesus hat mit seinem Leben und Sterben auch seine eigenen Worte wahr gemacht, dass man diejenigen, die den Leib töten können, nicht zu fürchten braucht. Und von seinen Seelenkämpfen bis zu seinem Tod, vor allem im Garten Gethsemane, schreibt ja auch das Neue Testament.
Wäre eine Erlösung für Menschen erst nach einem angeblichen stellvertretenden Sühnetod möglich gewesen, dann hätte Jesus auch das "Gleichnis vom verlorenen Sohn" nicht erzählen dürfen. Oder er hätte hinzufügen müssen, dass es erst gelten werde, nachdem er als "Opfer" gestorben und wieder auferstanden sein würde. So aber erzählte er vom liebenden Vater und von unserer Rückkehr zu Ihm, völlig unabhängig von seinem späteren Sterben. Nirgends spricht Jesus von einem zornigen Gott, dessen Zorn er durch seinen späteren grausamen Tod besänftigen müsse, um die Menschen erlösen zu können. Nur einmal ist bei einem eventuellen Jesuswort ohne einen solchen Zusammenhang von einem "Lösegeld" (lutron) die Rede (Markus 10, 45; parallel Matthäus 20, 28) - wahrscheinlich ein späterer kirchlicher Einschub in den Text -, wobei als Empfänger dieses "Lösegelds" ja eher Satan bzw. die Mächte der Finsternis in Betracht kämen als Gott, falls dieses Wort doch einmal tatsächlich gefallen sein sollte. Nach dem Motto: Wenn die "Finsternis" Jesus in die Hände bekommt, dann bleiben womöglich andere von ihr verschont.
Das Sterben von Jesus als Symbol für die Menschheit
Dass sich dieser Tod, der nicht so hätte kommen müssen, irgendwann abzeichnete, das hat Jesus mehr und mehr geahnt und auch Andeutungen darüber gemacht. Die dabei empfundenen Ängste sind kaum vorstellbar. Im Garten Gethsemane hat er Blut geschwitzt, so heißt es. Und dies ist aus medizinischer Sicht bei Todesangst möglich. Aber dass es so kam, war nicht der Wille Gottes, sondern der Wille der finsteren Mächte und der bösartige Wille von Menschen. Diese haben es so "beschlossen" (vgl. Lk. 22, 20-22), und die Ereignisse sind letztlich auch deshalb so gekommen, da andere Menschen, die versprochen haben, Jesus die Treue zu halten, versagt haben. So gesehen ist das Leben und Sterben von Jesus auch ein Symbol für die Menschheit in ihrer Gottverlassenheit, die sich für Untreue, Feigheit und Trägheit entscheidet anstatt Jesus nachzufolgen.
Die falsche Drohbotschaft einer ewigen Hölle
Und bis heute werden nun viele Menschen von der Drohbotschaft der Kirche mit ihrer
angeblich ewigen Hölle davon abgehalten, Christus zu vertrauen. Und hier
kann man ebenfalls sagen, dass es in der Bibel wohl keine
Lehre von der ewigen Verdammnis gibt wie sie von den beiden Großkirchen
gelehrt wird. Denn auch
hier werden einzelne Bibelstellen mit der Brille dieser Verdammnislehre gelesen, an
die man sich durch das kirchliche Dogma gewöhnt hat. Doch bei genauem
Hinschauen ist das keineswegs sicher und oft sogar nachweislich falsch, dass es
bei den scheinbaren biblischen Belegen um eine unendliche Verdammnis geht.
Dazu wurde eine eigene Ausgabe des Theologen verfasst, die Ausgabe Nr. 19,
www.theologe.de/theologe19.htm. Allerdings wird jeder Mensch
einst das ernten müssen, was er gesät hat, wenn es nicht rechtzeitig bereinigt und wieder gutgemacht ist (vgl. dazu Der Theologe Nr.
2).
Einiges zum Thema steht ja auch in
Der Theologe Nr. 2
(Es gibt keinen strafenden Gott)
und
auf den übrigen Seiten
in Der Theologe Nr. 1, z.
B. was die evangelisch-lutherische
Kirche über die ewige Verdammnis lehrt.
Evangelische Kirche verstößt gegen eigenes Bekenntnis
Dass die Sühnopferlehre eine grobe Verfälschung
der ursprünglichen christlichen Lehre ist, wird mehr und mehr auch in den
Institutionen Kirche so gesehen. Das führt dort zu einem Glaubenskampf, da sich
innerkirchlich
nun die Vertreter der Sühnopferlehre und die Zweifler bzw. diejenigen,
welche die Verfälschung aufzeigen, gegenüber stehen. Doch Faktum ist: Die
Sühnopfer-Lehre ist unverzichtbarer Teil der evangelischen und katholischen
Lehre und wer erkannt hat, dass sie falsch ist, stellt sich klar außerhalb
der Kirche. Doch das tun nicht alle. Vor allem die evangelische Kirche
gerät deshalb hinsichtlich ihrer Sühnetod-Lehre in immer größeres Chaos,
nachdem vor allem prominente Vertreter das eigene Bekenntnis hier plötzlich anzweifeln
oder gar widerrufen.
Die nachfolgenden Details versuchen, die evangelische
Lehre zu diesem Thema darzulegen und sind deshalb recht schwere Kost. Um
eine einfache Antwort auf die Frage "Starb Jesus eine Sühnetod?" zu
bekommen, sind sie nicht mehr wichtig. Dazu reicht bereits alles bisher
Gesagte. Für den speziell am evangelischen Glauben Interessierte sei jedoch
noch das
Folgende hinzugefügt:
Hier also die teilweise komplizierten Details für den, der sich näher
mit der evangelischen Lehre und den innerkirchlichen Konflikten dazu beschäftigen
möchte:
Ausgerechnet der EKD-Chef und Hoffnungsträger des
deutschen Protestantismus, Nikolaus Schneider, Präses der Rheinischen Kirche
in Düsseldorf, streitet diese kirchliche Kernlehre ab. Die Tageszeitung
Die Welt schreibt: "Nikolaus Schneider, Präses der großen Rheinischen
Landeskirche, glaubt nicht, dass Jesus am Kreuz stellvertretend die Strafe
der Menschen auf sich genommen hat. Gott brauche kein Sühneopfer, "denn es
muss ja nicht sein Zorn durch unschuldiges Leiden besänftigt werden", sagte
Schneider kürzlich" (28.3.2010).
Klare Worte, wenn auch nicht
evangelisch, denn in den bis heute verbindlichen Grundlagen der Kirche, den
Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche (u. a. Göttingen
1982), auf die alle evangelischen Pfarrer auch in den so genannten
"unierten" evangelischen Kirchen vereidigt werden (wo sich die Lutheraner
mit den "Reformierten", die sich an den Schweizer
"Reformatoren" Zwingli und Calvin
orientieren, zusammengeschlossen haben), heißt es unmissverständlich:
"Es
ist allein ein einziges, wahrhaftiges Sühneopfer, Opfer für die Sünde, in
der Welt gewesen, nämlich der Tod Christi ... Denn der Prophet [Jesaja]
hat das Wort Schuldopfer auf Christi Tod bezogen, anzuzeigen, dass die
Schuldopfer im Gesetz nicht das rechte Opfer wären, die Sünde zu bezahlen,
sondern es müsste ein anderes Opfer kommen, nämlich Christi Tod, wodurch
Gottes Zorn sollte gesühnet werden ... Darum bleibt dieses fest stehen, dass
nur ein einzig Opfer gewesen ist, nämlich der Tod Christi ... Gottes Zorn zu
versühnen" (Apologie der Konfession XXIV; S. 355).
Dieses
bis heute verbindliche Bekenntnis formulierte damals der "Reformator"
Philipp Melanchthon.
Deshalb hofft man in der evangelischen Kirche auch inständig, dass der
EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider
seine Ablehnung dieses Kernsatzes nicht wiederholt. Doch dessen Kirche, die
Evangelische Kirche im Rheinland, hat die Vorstellung ihres Präses
in einem Kirchenpapier zur Sühnetodvorstellung mit dem Titel
Aus Leidenschaft für uns gerade erst (Düsseldorf 2010) sogar bekräftigt. Darin wird
das bisherige evangelische Bekenntnis glatt abgelehnt. Wörtlich heißt es dort
in seltener Klarheit: "War der Tod Jesu ein Sühneopfer? Die Frage lässt sich einfach
beantworten: Er war es nicht" (S. 30).
Und in der kopflastigen Begründung der
kirchenamtlichen Glaubensaussage heißt es dazu weiter:
"In der Bibel dient die kultische Handlung der Realisierung von
Gottes Vergebung. Vergebung bedeutet, dass das menschliche Verhalten die
Beziehung zu Gott nicht mehr belastet. Die Änderung des Verhaltens und ein
Wieder-gut-Machen da, wo es möglich ist, sind untrennbar damit verbunden. In
Lebenszusammenhängen und Rechtssystemen, in denen vergeltende Sühne
selbstverständlich ist, mag der Satz ´Gott selber ist erschienen zur Sühne
für sein Recht` (Evangelisches Gesangbuch 16, 2) eine Veranschaulichung für
Vergebung sein. Er meint: Gott selbst stellt die von ihm geforderte
Gerechtigkeit her, er vollbringt die geforderte Sühneleistung, ein
begangenes Übel muss nicht durch Zufügung eines vergleichbaren Übels
ausgeglichen werden. So zeigt er sich als der gnädige Gott, der einen
anderen Weg wählt. Der Mensch wird entlastet von dem, was er ohnehin nicht
leisten kann: sein gestörtes Verhältnis zu Gott wieder gut zu machen. Dort
aber, wo der Sühnegedanke nicht mehr beheimatet ist, liegt das
Missverständnis nahe, es ginge Gott gewissermaßen persönlich darum, Sünde
durch Zufügung eines Übels, das die Menschen oder stellvertretend für sie
Jesus ertragen müssen, auszugleichen. Der Gedanke der Wiederherstellung der
Gerechtigkeit geht verloren ... [Doch] Gott fordert nicht ein Menschenopfer,
er gibt sich selbst."
Falls man das intellektuell verstehen möchte,
ist daran zutreffend, dass Gott in der Tat niemals ein "Menschenopfer"
forderte. Doch so richtig wird die Götzenlehre eines Sühnetods doch nicht
verworfen. Sie "mag", so das Zugeständnis in bestimmten
"Lebenszusammenhängen" "eine Veranschaulichung für Vergebung sein". Auch das
ganze Drumherum an der Erklärungen der Rheinischen Kirche ist nicht
eindeutig und es bleibt in der Schwebe, so dass der ganze kirchliche Unsinn
damit eher noch angereichert als verringert wird.
In Wirklichkeit wurde Jesus schlicht deshalb hingerichtet, weil
das Volk von den damaligen Priestern und Theologen aufgewiegelt wurde. Und
dies war möglich, weil
die Menschen ihm nicht gefolgt sind und weil sie Jesus und seine
Friedensbotschaft, die Bergpredigt, verraten haben. Und das ist heute leider
nicht anders als damals.
Doch was soll der evangelisch
Gläubige jetzt glauben? Soll er sich weiter an das verbindliche
Bekenntnis halten, welches lautet: "Darum bleibt dieses fest stehen, dass
nur ein einzig Opfer gewesen ist, nämlich der Tod Christi, Gottes Zorn zu
versühnen"? Oder soll er sich an die Änderung der Lehre halten, die jetzt
im Rheinland gilt und die lautet: "Der Tod Jesu war kein
Sühnopfer", sondern eine Art Entlastung. Für den einfachen Gläubigen ist damit ein ziemliches Chaos
entstanden. Vielleicht könnte man die kirchliche Antwort am ehesten mit
folgendem Satz zusammenfassen: "Das
ist alles
nicht so wichtig, zahle einfach Kirchensteuer!"
Die Kreuzigung als Zeichen der
Unbeugsamkeit der Menschen und der Erlöserfunken
In einer
"Botschaft
aus dem All"
aus dem Jahr 1989 werden
durch Prophetenwort die Hintergründe der Kreuzigung von Jesus
erläutert. Sie war demnach überhaupt nicht nötig für die Erlösung,
sondern war das "Zeichen für die Unbeugsamkeit der Menschen".
In dieser
"Offenbarung"
heißt es, dass Christus selbst, der in dem Menschen Jesus von Nazareth
einverleibt = inkarniert war, hier zu uns Menschen spricht und über
das damalige Geschehen aufklärt.
Die Frage nach dem Autor
wird an dieser Stelle aber nicht weiter thematisiert. Zur Prophetie
seit Jesus von Nazareth siehe auch
hier. Jeder mag dies für sich selbst bedenken.
"Mein Auftrag als Jesus von Nazareth, des Christus Gottes, war, den
Erlöserfunken
(mehr dazu siehe hier) in
die Seelen der Menschen einzusenken. Mein Leiden und der physische
Tod waren das Zeichen für die Unbeugsamkeit der Menschen. Hätten
sich die Söhne und Töchter Gottes aus dem Geschlechte David von
Johannes und auch von Mir rufen lassen und wären sie dem Christus in
Jesus treu gefolgt, so wären weitere Söhne und Töchter Gottes aus
anderen Geschlechtern hinzugekommen, um Mir getreu nachzufolgen.
Daraus hätte sich ein Volk ergeben, welches bewusst das Volk David
für das Friedensreich Jesu Christi hätte sein können. Weil das
Geschlecht David, das im Auftrag des Erlöserwerkes steht, in der
Sünde verblieb, umhüllte Ich Mich mit einem Teil seiner Schuld sowie
Teilen der Schuld einzelner aus anderen Geschlechtern.
Die tiefenpsychologische Botschaft des Kruzifix
Auszug aus:
"Freie Christen Nr. 6" - Sterben und Tod und was dann?
Dadurch konnte Ich gefangen genommen werden. Und so begann das
Leiden. Wäre das Geschlecht David nicht in der Sünde verblieben, so
hätte Ich wohl den Erlöserfunken allen Seelen und Menschen gebracht;
jedoch die Leiden und den physischen Tod am Kreuze hätte Ich dann
nicht erdulden müssen. So litt Ich für die Söhne und Töchter der
Menschen, weil sie nicht bewusst Söhne und Töchter Gottes wurden,
indem sie Gottes Willen erfüllten. Wäre das Geschlecht David zu Mir
gestanden, so hätte das ganze Geschehen einen anderen Verlauf
genommen. Und hätte das gesamte jüdische Volk - einschließlich
seiner Schriftgelehrten und Pharisäer - den Sohn Gottes an- und
aufgenommen, indem sie das Gesetz Gottes erfüllt hätten, dann wäre
die Teilkraft in der Urkraft geblieben. Denn wer das ewige Gesetz
erfüllt, bedarf keiner Stütze."
(aus:
Das ist Mein Wort, Alpha und Omega, Das Evangelium Jesu, Die
Christus-Offenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt
kennen, Verlag Das Wort, Marktheidenfeld 2003,
Kapitel 6, S. 93-94, zit. nach
http://www.das-wort.com/deutsch/gottesprophetie-aktuell/das-ist-mein-wort---alpha-und-omega.php)
Warum ist der "Erlöserfunke" (oben auch "Teilkraft aus der
[göttlichen] Urkraft" genannt) demnach notwendig gewesen? Den
Menschen drohte aufgrund ihres Fehlverhaltens - und in der Folge dieses
Fehlverhaltens auch der ganzen
Schöpfung - eine
Auflösung aller Formen.
So wird es heute weiterhin von manchen östlichen Meistern oder
Weisheitslehrern als Zielpunkt
des Schöpfungs- und Evolutionsgeschehens gelehrt. Und was für
manchen vielleicht "neutral" oder "empfindungslos" klingt,
wäre in
Wirklichkeit mit unsäglichen Schmerzen und Qualen verbunden. Dahinter stecken
Pläne von Geistwesen, Gott auf diese Weise besiegen zu können und
sich dadurch Seiner Schöpferkraft zu bemächtigen.
Wird das heute weiterhin gelehrt?
Buddhismus und Hinduismus sind teilweise von ähnlich formulierten Vorstellungen
wie bei der Lehre der "Auflösung aller Formen" geprägt, so
dass nicht immer sicher ist, ob gemäß der jeweiligen hinduistischen
oder buddhistischen Lehr-Richtung
die geistigen Schöpfungsformen erhalten bleiben sollen oder eben
nicht.
Der "Erlöserfunke" stoppte nun aber diese Entwicklung in Richtung
drohender Auflösung. Er stammt aus dem "geistigen Erbe" des
Christus, das in der Schöpfung allgegenwärtig ist. Und er
verhindert, dass sich auch die menschliche Seele irgendwann auflösen
kann bzw. dass die Energie der Seele in eine Art unpersönliches
"Nirwana" oder in einen unpersönlichen "Urstrom" eingeht.
Gleichzeitig ist der Erlöserfunke als Kraft und als Stütze, d. h.
als zusätzliche Energie, in jeder einzelnen Seele aktiv. Damit hilft
der "Erlöserfunke" den Menschen, nach den Geboten Gottes zu leben
und die Aufgaben ihres Lebens positiv zu meistern. Dieses kosmische Geschehen, das
Jesus, der Christus, vollbrachte, ist den östlichen Religionen wie
Buddhismus und Hinduismus und den östlichen Meistern und
Weisheitslehrern nicht bekannt bzw. es wird dort offensiv abgelehnt.
Stattdessen wird in diesen Traditionen entweder die Auflösung aller
Formen gelehrt. Oben eben die Erhaltung der Formen und deren Eingehen in ein "Nirvana" (oder "Nirwana",
dem "Erlöschen" falscherr persönlicher Vorstellungen) oder
eine Identität mit dem "Brahman" (der Absolutheit, der
"heiligen" Kraft), ohne dass dabei aber Christus
und der Christusfunke berücksichtigt werden.
Diese Christus-Erlöserkraft ist jedem Menschen
und jeder Seele dabei von Christus nur geliehen. Das heißt:
Kehrt die Seele dank dieser Hilfe zurück in ihre ewige Heimat, in
das "Urprinzip des Lebens",
bringt sie gleichzeitig auch diese Leihgabe zurück, und der "Funke"
geht wieder unmittelbar ein in das geistige Potenzial des Christus,
von dem er gegeben wurde.
Und nur auf diese Weise gelangt auch eine bereits weit entwickelte
Seele einst zurück in die "Absolutheit" der reinen Schöpfung, in das
"Urprinzip des Lebens".
In diesem Zusammenhang ist auch das Jesuswort zu verstehen: "Ich
bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater
denn durch mich" (Johannes 14, 6). Manche Seelen und
Menschen kommen auch ohne das Bewusstsein um diese Kraft sehr weit
voran auf ihrem Weg, wenn sie ein diszipliniertes Leben nach den
Geboten Gottes führen oder z. B. auf einem hinduistischen oder
buddhistischem Weg viele
Schritte zur selbstlosen Liebe gehen. Auf der Zielgeraden des Evolutionsweges haben
aber auch sie die Aufgabe, den Erlöserfunken, der auch in ihnen
wirkt, zurück zu bringen. Aufgrund des freien Willens muss
jedoch kein Geistwesen dies tun, so dass es auch "lange"
die Einstellung vertreten kann, dass es Christus nicht brauche. Ist
das Geistwesen irgendwann dann doch dazu bereit, den Erlöserfunken
zurück zu bringen, ist damit "automatisch" die Anerkennung
verbunden, dass Christus in der Schöpfung allgegenwärtig ist und
dass er damit auch in ihm, dem einzelnen Geistwesen, wirkt. Damit ist für
manches Wesen die letzte große Hürde vor der Rückkehr in die ewige Heimat
genommen.
Dies alles, wovon hier berichtet wird, können wir aber leider erst mithilfe unseres Verstandesdenkens
darlegen, weil uns die durch Prophetenwort dazu gegebenen
Botschaften aus der
geistigen Welt in jeder Hinsicht überzeugt haben.
Das heißt: Auch dieser
aus unserem Bewusstsein hier vorgebrachte Inhalt geht zurück auf
verschiedene Botschaften aus dem All.
Um seine
Dimension zu erfassen und zu erfahren, müssen auch wir noch viele
Schritte tun.
Zur Ergänzung: Obwohl Christus in der Schöpfung
allgegenwärtig ist, ist er nicht identisch oder "wesenseins" mit dem
Vater-Mutter-Gott, dem Schöpfergott, wie die
kirchliche
Dreieinigkeitslehre behauptet, sondern auch er ist "Geschöpf"
und damit "Kind". So ist das Verhältnis von Jesus, dem
Christus, zum Schöpfergott genau wie bei jedem anderen Menschen das
Verhältnis eines Kindes zum "Vater" bzw. dem "Vater-Mutter-Gott".
Und so betete auch Jesus gemäß den Worten der Bibel "Abba, mein
Vater"
(Markus 14, 36) und er lehrte: "Der Vater ist größer als ich"
(Johannes 14, 28).
Viele Menschen tun
sich mit der Darlegung dieser geistigen Hintergründe allerdings sehr schwer und
sie fragen sich, ob es denn notwendig sei, dies zu wissen oder sich
in Gedanken darüber zu vertiefen. Notwendig ist
es sicher nicht, diese Einzelheiten zu kennen, um ein ethisch und
charakterlich vorbildlicher Mensch zu werden. Doch in der festen
Zuversicht, dass die Kraft des Christus in uns wirkt, haben viele
Zeitgenossen überhaupt erst die innere Basis gefunden, ihr Leben zu meistern und
auch größere Schwierigkeiten zu überwinden. Und dieses
Kraftpotenzial ist ja auch real und wird unbewusst auch von vielen
in Anspruch genommen, die dessen Herkunft gar nicht kennen.
Und ein guter
Analytiker, der seinen Glauben auch mit dem Verstand erfassen
möchte, wird natürlich Näheres wissen wollen. Und auch für Menschen,
die an den großen Zusammenhängen im Kosmos und auf der Erde
interessiert sind, sind diese Informationen zentral. Weitere
Hinweise aus dem unmittelbaren Erleben finden Sie deshalb
hier.
Der Auferstehungsglaube als Fremdkörper in der
Kirche
Der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek weist darauf hin,
dass sich die kirchlichen Lehren von der Auferweckung der Leiber, d. h. der
Leichen und womöglich auch der Aschenreste (bis hin zu einer leiblichen
Himmelfahrt Marias gemäß der katholischen Lehre) letztlich mit dem Urwissen
der Menschheit von der Unsterblichkeit der Seele nicht vereinbaren lassen.
Und, so Mynarek: "Wenn sie [die Kirche] ehrlich zu sich selber wäre, glaubte
sie nicht einmal an die Auferstehung der Toten." Mynarek hat - vor
allem während
seiner Zeit als Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität
Wien - in Kirchenkreisen, vor allem in den führenden Ebenen, viele
Amtsträger kennen gelernt, die gar nicht an die Auferstehung glaubten,
obwohl sie vordergründig anders predigten
(vgl. dazu Hubertus Mynarek,
Herren und Knechte der Kirche,
http://www.mynarek.de/literatur.html).
Dass der Auferstehungsglaube ein Fremdkörper in den
Kirchen ist, lässt sich auch tiefenpsychologisch untermauern. So wird
dort nicht oder nur selten der auferstandene Jesus gezeigt, sondern meist
das Kruzifix mit dem unter furchtbarem Leid sterbenden Jesus.
Papst Johannes Paul II. trug zum Beispiel bei öffentlichen Auftritten meist ein Kruzifix mit
einem gekrümmten sterbenden Jesus an einem Stab demonstrativ vor sich her.
Dies ist vom Bild her ähnlich wie bei kriegerischen Volksstämmen, welche manchmal die Leichen oder
Skalps ihrer getöteten Gegner triumphierend vor sich hertrugen.
Vordergründig soll in der Kirche die Botschaft zwar eine andere sein,
nämlich: "So hat uns Jesus erlöst." Die tiefere Bedeutung könnte jedoch
die Vorstellung sein: "So haben wir Jesus besiegt."

Dazu passt, dass die Kirchen die Lehren von Jesus vielfach in ihr Gegenteil
verkehrt haben. Und würde Jesus heute zu den Kirchen sprechen und nicht "tot
am Kreuz hängen" oder mehr oder weniger "in Frieden ruhen", was würde er
wohl über die kirchlichen Würdenträger sagen? "Ihr Heuchler, ihr
Schlangenbrut, ihr übertünchten Gräber!"? Mit diesen und ähnlichen Worten
ging er mit den Theologen und Schriftgelehrten seiner Zeit ins Gericht
(siehe Matthäusevangelium, Kapitel 23).
Und würde er heute anders reden?
Der
gekreuzigte Jesus als Symbol für die Menschen
Auszug aus: "Der
Theologe Nr. 2" - Reinkarnation
Der Journalist:
Sie haben vorhin von einem schwerwiegenden Schicksal gesprochen
[einer Frau, die bei einem Raubüberfall getötet wurde]. Was haben Sie damals
[als evangelischer Theologe] den Angehörigen der ermordeten Frau gesagt? Und was würden Sie heute anders sagen, wenn
Sie noch einmal in diese Situation kommen würden?
Der Theologe:
Der Journalist:
Die Worte von Jesus am Kreuz gehen
dennoch vielen Menschen nahe.
Der Theologe:
Der Journalist:
Was aber hat nun Jesus mit den Worten "Mein Gott,
mein Gott, warum hast Du mich verlassen?" gemeint?
Der Theologe:
Die Lehre von Jesus ist ja sehr schlicht und klar und für jedes Kind
verständlich. Was seine letzten irdischen Lebensminuten betrifft, wird
allerdings eine Dimension berührt, die man nicht so leicht in menschliche Worte
fassen kann und wo besonders spürbar wird: Der menschliche Intellekt verfehlt
das Geschehen und man sieht nur mit dem Herzen gut. Und in diesem Sinne kann
zuallererst gesagt werden: Es ist etwas Entsetzliches, was hier geschah. Und als
zweites würde ich dann sagen:
Diese Worte von Jesus am Kreuz sind ein Symbol für die Situation der Menschen,
wie so vieles andere im Leben des Jesus von Nazareth auch.
Der Theologe:
Christus wählte allein schon durch seine Inkarnation in einen materiellen Körper
auf der Erde äußerlich den Weg großer Gottferne. Denn die Erde könnte man auch
als den am weitesten von Gott entfernten Punkt des Kosmos bezeichnen. Und in
seinem Erdenkörper selbst kam es dann zu einer weiteren
negativen Steigerung: Jesus erlebte furchtbarstes Leiden, vor allem bei der
Hinrichtung am Kreuz, was ja äußerlich auch als eine Steigerung der Gottferne gesehen
werden kann, da Gott das
Glück und die Herrlichkeit ist.
Der Journalist:
Kann der gequälte Jesus einem also trotzdem helfen, dass es einem
selbst bald wieder besser geht?
Der Journalist:
Wieso?
Der Theologe:
Letztlich wird den Menschen von der Kirche nicht nur das Gesetz von Ursache
und Wirkung verschwiegen, sondern auch, worin die Erlösung genau besteht,
nämlich in der Übertragung des göttlichen Erlöserfunkens von Christus in alle
Seelen und Menschen, und zwar als zusätzliche Kraft, Hilfe und Stütze [weitere Hintergründe siehe
oben].
Und man geht im Grunde genommen recht unbedarft mit diesem grausamen
Geschehen und seiner kosmischen Bedeutung um.
Der Journalist:
Was ist dann aber genau damit gemeint? Oder: Was
ist dann der Sinn dieses Symbols?
Jesus durchlitt also im Äußeren den extremsten Punkt der
Gottferne, den Menschen sich selbst und anderen antun und den ein daran
leidender Mensch in seiner Verzweiflung als "Gottverlassenheit" deuten kann.
Natürlich ist man nie wirklich von Gott verlassen. Aber die Worte am Kreuz,
unter unvorstellbaren und entsetzlichsten Schmerzen gesprochen, sind auch keine
"rhetorische Frage". Die ganze Situation selbst symbolisiert die Antwort auf die
Frage nach dem Warum. Die Frage ist also gestellt, und sie wird vom Ereignis
selbst und seinen
Umständen beantwortet.
Denn die ganze schaurige Situation zeigt auf: Dieses Leiden ist alles von
Menschen gemacht, die ihrerseits Gott verlassen haben und die gegen ihren
Nächsten wüten - hier gegen einen wunderbaren Menschen, der ihnen nichts angetan
hat, und zwar auf bestialischste und hinterhältigste Art. Doch anstatt ihren
eigenen Zustand zu begreifen, der ihnen durch das Mordopfer Jesus am Kreuz vor
Augen gehalten wird, machen Menschen Gott weiterhin Gott für ihr Leiden verantwortlich, oder sie suchen eine Antwort im
angeblichen Verhalten Gottes
anstatt bei sich selbst.
Doch die Tragödie von Golgatha macht auch unmissverständlich klar: Nicht Gott hat Jesus ans Kreuz gebracht, sondern
die Menschen. Das Verhalten der Menschen ist also die Antwort auf die Frage Warum. Die
Menschen sind es, die ihren Nächsten in die furchtbare äußere Gottferne treiben, in
Leiden und grausamen Tod, obwohl Gott Herrlichkeit und Glück ist.
Gott hat den
Gottessohn also den Menschen überlassen, die ihrerseits Gott verlassen haben, und
Er hat in deren
freien grausamen Willen nicht eingegriffen, weil Er solches niemals tut. In diesem Sinne hat Er Jesus dieses
Schicksal nicht erspart, so dass er, der Christus, solange der Spiegel für die
Menschen sein wird, wie diese das Kreuz aufgrund ihrer Gottferne ebenfalls
erleiden müssen.
Der Journalist:
Das heißt dann: Das
reale Leiden von Jesus ist ein Symbol für das
Leiden der Menschen. Dazu passt dann ja auch das bekannte Wort des römischen
Prokurators Pontius Pilatus angesichts der Folterungen von Jesus: "Ecce Homo",
zu deutsch "Siehe, der Mensch" (Johannesevangelium 19, 5).
Der Theologe: So ist es. "Siehe, der Mensch!" So müssen die Menschen und alle
Kreatur weltweit unter ihren zu Bestien gewordenen Brüdern und Schwestern leiden; und unter den
Feiglingen, wie Pilatus selbst einer war, da er die Kreuzigung nicht verhindert
hat; und unter denen, denen die Folter ihres Gegners noch nicht genug ist und
die weiter nach der Steigerung der Folter durch den Foltertod lechzen.
"Ecce homo", siehe der Mensch - ein Symbol für die ganze Menschheit.
Und so erfüllte sich auf diese Weise auch die
Ankündigung des
Propheten Jesaja: "Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf
sich unsere Schmerzen" (53, 4).
Im Anblick des gekreuzigten Jesus
kann aber auch jeder Mensch mit noch nicht ganz erkaltetem Herz erkennen, was diesem Menschen angetan wurde
und was sich Menschen untereinander und anderen Lebewesen antun. Und sie könnten
aus dieser Erschütterung heraus augenblicklich ihrem Leben eine neue Richtung geben.
Der Theologe:
Wenn man dadurch ansatzweise das Mitfühlen lernt und sich das Herz für den
Nächsten auf diese Weise mehr öffnet, dann schon.
Aber so ist es eben sehr oft nicht. Wenn jemand immer
wieder auf das Kruzifix blickt und das Leid von Jesus bedenkt und dabei auch seine persönlichen
Leidempfindungen vertieft, kann dies sogar dazu führen, dass
sich das eigene Leiden verschlimmert, verbunden mit weiterhin um sich selbst kreisendem
Selbstmitleid.
Ich habe in einer Wohnung einmal eine Figur des gekreuzigten Jesus hängen sehen. Auf
dieses so genannte "Kruzifix" aus Holz hatte der Bewohner eigenes Blut gerieben, so dass
sein Blut zum Blut der Jesusfigur wurde. Oft wenn es ihm schlecht ging, schaute er dann
auf diese Figur und suchte Trost im Gebet.
Mit einem solchen Verhalten setzt man sich aber der Gefahr aus, dass das eigene Leid
im Selbstmitleid sich sogar so weit verfestigt, dass man nur mit allergrößter Mühe wieder davon loskommt.
Heute erscheint mir
das Kruzifix mit dem sterbenden oder toten Jesus auch wie ein Symbol für ein Verharren in Leid
und Elend, obwohl es einen Weg heraus gibt. Auch der Mann, von dem ich hier
erzähle, sagt heute, dass er auf diese Weise letztlich keine Hilfe fand.
Und von manchen Menschen wird sogar berichtet, dass ihr Körper nach einer bestimmten Zeit an
den Stellen blutete, an denen die Nägel den Körper des Jesus von Nazareth durchbohrten.
Möglicherweise ist das eine noch viel weitergehende Form dieser gefährlichen Identifizierung,
womit aber keinem geholfen ist.
Denn Jesus hängt schon lange nicht mehr als Sterbender am Kreuz. Er lebt, und er will,
dass wir mit ihm leben und glücklich sind. Man könnte auch sagen: Er
möchte in uns auferstehen und dafür gibt er uns doch die Kraft, und diese Kraft
ist in uns. Ein Symbol dafür ist z. B. eine brennende Kerze oder ein Kreuz ohne
Corpus.
Der Journalist: Kreuz ohne
Corpus oder Kruzifix mit Corpus. Ist das wirklich ein so großer Unterschied?
Der Theologe: Ja.
Denn das Kreuz mit dem sterbenden oder toten Körper, das Kruzifix, ist ein
Todeszeichen, das unbewusst eine vermeintliche Niederlage des Mannes aus
Nazareth symbolisiert. Und es ist ja ein Zustand, der so bald wie nur
irgendwie möglich beendet gehört. Ein "leuchtendes" Kreuz
ohne Corpus wäre demgegenüber ein "Lebenssymbol", eine Art Auferstehungskreuz.
Dessen Bedeutung ist dann: Auch diese grausame
Hinrichtungsmethode konnte Jesus und das, wofür er einstand, nicht zur Strecke
bringen. Nur der irdische Körper konnte getötet werden. Doch der Geist in Jesus,
dem Christus, war stärker und ließ sich auch in dieser für uns letztlich nicht
nachvollziehbaren Situation nicht beugen. Und auch uns schenkt er diese Kraft.
Und, um auf das eingangs erwähnte Beispiel anlässlich einer Beerdigung zurück zu
kommen:
Die frohe Botschaft des christlichen Glaubens hat nichts damit zu tun, dass es
Jesus wohl noch schlechter erging als einem selbst. Und sie liegt auch nicht
darin, dass ich eines Tages in den Himmel auferstehe, wenn ich nur glaube, dass Jesus dorthin
auferstanden ist. Die Frage ist nämlich: Bin ich dann wirklich im "Himmel"?
Die Hoffnung, dass eines Tages alles Leid ohne unser Zutun weg gewischt sein könnte, ist
sehr gefährlich.
täuscht die Menschen und wiegt sie in falscher Sicherheit. Außerdem: Wenn ich
glaube, dass das Leid spätestens nach dem Tod vorbei ist, dann gebe ich mir
möglicherweise gar nicht die Mühe, die Ursache der jetzigen Leiderfahrungen bei
mir selbst
zu finden und die mir geschenkten Tage zu nützen, um an mir zu arbeiten,
eventuell andere um Vergebung zu bitten. Und mehr noch: Wer glaubt, dass man
alleine durch Glaube nach dem Tod plötzlich leidensfrei sein könne, für den ist
auch das schreckliche Leid anderer Menschen auf dieser Erde nicht mehr ganz so
schlimm. Und der wird sich auch weniger anstrengen, um mitzuhelfen, es aus der
Welt zu schaffen. Er wird bestrebt sein, den Leidenden den aus seiner Sicht
richtigen Glauben zu bringen. Und zu diesem Zweck versucht er vielleicht auch,
ihnen im Äußeren zu helfen. Die Hilfe ist aber nicht selbstlos, sondern vielfach
Teil einer Missionsstrategie.
Die falschen kirchlichen Vertröstungen begünstigen darüber hinaus, dass das Leiden sich sogar verschlimmert, wenn die noch
nicht erkannten und noch nicht aufgearbeiteten Ursachen weiter wirken.
Dies gilt auch über den Tod hinaus.
So könnte man sagen:
Was nützen denn alle Kruzifixe und Kreuze, wenn ich nicht heraus finde, warum
ich leide? Oder warum andere Menschen gequält werden? Oder Tiere?
Und eine Erlösung vom Leid der Seele durch den Tod gibt es eben nicht. Der
Tod nimmt uns nichts und er gibt uns nichts. Es geht drüben an der Stelle
weiter, wo es hier aufgehört hat. Und hier ist es angebracht, dass alle
kleinlaut und demütig werden, man selbst eingeschlossen. Und jeder, der
lautstark anderes verkündet, dem kann man letztlich nur in aller Bescheidenheit
entgegen halten: Warten wir´s ab.
Der Kreuzestod
war nicht notwendig Seit nahezu 2000 Jahren
gedenken Menschen des Leidens und der Hinrichtung des Jesus von Nazareth. Kurz vor Ostern im Jahr 2004 zeigten die Kinos in den westlichen Ländern
»Die Passion Christi« in allen Einzelheiten. Unterschwellig könnte dies auf den
Eindruck abzielen, dass Er letztlich besiegt wurde. Doch was geschah damals
wirklich?
»Das alles war notwendig«, lehren die Kirchen, »damit wir erlöst
werden«. Nein, »das Leiden und der Kreuzestod hätten nicht sein müssen«, heißt
es in der durch Prophetenmund gegebenen Botschaft aus dem All Das ist Mein Wort aus dem Jahr 1989
(http://www.das-wort.com/deutsch/gottesprophetie-aktuell/das-ist-mein-wort---alpha-und-omega.php). Vielen Gottsuchern fällt ein Stein vom Herzen,
wenn sie sich zu dem Glauben durchgerungen haben, dass Gott niemals ein Blutopfer von Seinem Sohn zur Erlösung der
Menschen forderte. Sondern dass Jesus zum Opfer hartherziger Menschen wurde –
damals und immer wieder in den letzten 2000 Jahren.
Mitfühlen
Im Vordergrund des zweistündigen Films steht
manchmal die Darstellung der Gewalt an Jesus, was dem Streifen in den meisten
Filmkritiken zum Vorwurf gemacht wurde: »Nur Blut, Schmerzen, Hass«, »Pornografie
der Gewalt«, »Frohe Botschaft für die Sado-Maso-Szene« (Die Zeit); »Nur Schrecken,
keine Reinigung« (Die Welt); »Brutale Phantasie« (Süddeutsche Zeitung). In diesem
Zusammenhang wurde vielfach kritisiert, dass in einer Zeit, in der die Brutalität
in den Gesellschaften weltweit zunimmt, der Film auch noch die Vorlieben solcher
Zuschauer bediene, die sich mit Gewaltdarstellungen »voyeuristisch« unterhalten
würden.
Doch kann das sein? Oder schauen sich Gewalt-Voyeure nicht von vorne herein
andere Filme an?
Doch die wenigsten Zuschauer können einen solchen Film jedoch
unvoreingenommen betrachten. Denn wir leben in einer Gesellschaft, in der die
katholische Kirche das Leiden und den Tod des Jesus seit Jahrhunderten auf ihre
Weise gedeutet hat – eine Deutung, die Millionen von Menschen verinnerlicht
haben: Demnach stünde hinter dem Geschehen ein zorniger Gott, der den Tod des
Jesus als blutiges Sühneopfer für die Sünden der Menschen benötigte, um die
daran Glaubenden zu erretten, während die anderen ewig verdammt würden. Mit
dieser Deutung wird bis heute versucht, Gottsucher an die Sakramente und Rituale
der veräußerlichten kirchlichen Kult-Religion zu binden, die das Verbrechen an
Jesus täglich im »Messopfer« symbolisch wiederholt. Dabei erklären die
katholischen Theologen, bei diesem Vorgang würde »real« Wein in das Blut von
Christus und Brot in seinen Leib verwandelt, den sich die Gläubigen zur
Festigung ihrer Erlösung dann einverleiben. Viele kirchlich gebundene Menschen
steigerten sich in der Vergangenheit sogar so massiv in das damalige
Hinrichtungsgeschehen hinein, dass es immer wieder zu Selbstgeißelungen oder gar
zu Selbstkreuzigungen kam. Doch das hat Jesus nie gewollt, und auf diese Weise
kommt man Ihm, wenn man Ihm selber glauben möchte, auch nicht näher. Denn Er gab
z. B. als Sein Vermächtnis weiter, »einander zu lieben, wie Ich euch geliebt
habe«, wie es etwa im Johannesevangelium in der Bibel zu lesen ist. Jesus hat
immer wieder betont, dass es auf das Tun des Guten ankomme, und Er lebte es den
Menschen auch vor. Mit der kirchlichen Version des Erlösungsglaubens hat dies
aber nichts zu tun.
Die dämonische Bedeutung des
Kruzifixes
Auch die Kirchenvertreter beklagen, dass in dem
Film zu viel Blut fließt und zu wenig über die Botschaft von Jesus berichtet
wird. Doch haben nicht
ausgerechnet die Institutionen Kirche über Jahrhunderte Grauen und Blut über die
Menschheit gebracht? So müssten sie
sich eigentlich selbst anklagen. Außerdem: Der Regisseur und gläubige Katholik
Mel Gibson hat es in seiner Kirche gelernt, dass es angeblich auf die Kreuzigung
ankomme. Und nach evangelischem Glauben genüge sogar »allein« der Glaube an die
oben dargelegte »Heilsbedeutung« des Kreuzestodes Jesu. Das Tun eines Menschen
spiele für das Heil keine Rolle – ein krasser Widerspruch zur Lehre Jesu.
Die
meisten Christen und ihre Anführer sind nach wie vor weit von dem großen Geist
entfernt, der durch Jesus von Nazareth wirkte, und von Seiner Kraft der
selbstlosen Liebe. Dabei könnte diese Kraft in jedem Menschen wirken, wenn man
Seine Lehre befolgte. Denn Jesus war nicht auf dieser Erde, um sich hinrichten
zu lassen, sondern um die Menschen in die innere Freiheit zu führen und mit
ihnen die Erde im Geiste Gottes zu gestalten. Er wollte keine äußere Religion
mit Priestern und goldverbrämten Häusern aus Stein, sondern Er lehrte, »das
Reich Gottes ist inwendig in euch«. Wozu dann also immer wieder das Kruzifix mit
der Darstellung
Seiner Hinrichtung?
Die Erlösung
Was Jesus
lehrte, z. B. die Bergpredigt, ist über alle Jahrhunderte hinweg noch teilweise
in der Bibel enthalten. Der tiefere geistige Hintergrund bei Seinem Tod jedoch
war den Menschen früher und heute verborgen und wurde erst in der Botschaft aus
dem All Das ist Mein Wort von Christus aufgedeckt.
Demnach hat sich ein Teil der Kraft des Christus, die aus der Urkraft Gottes
stammt, zum Zeitpunkt Seines leiblichen Todes in alle Menschen und Seelen als
Erlöserfunke eingepflanzt – ein für das menschliche Auge unsichtbarer Vorgang in
der geistigen Welt. Hätten mehr Menschen vor der Zeit Jesu nach den Geboten
Gottes gelebt, so die Offenbarung, dann hätte auf der Erde schon damals das
Friedensreich begonnen, das die großen Propheten Israels vorhergesagt hatten und
das Jesus, der Christus, mit Seinen Nachfolgern auf der Erde aufbauen wollte.
Und der »Erlöserfunke«, der seit dem Geschehen auf dem Hügel Golgatha allen
Menschen und Seelen Kraft gibt, ihr »Sündhaftes« zu erkennen und zu bereuen und
ihr Leben im Sinne der Gottes- und Nächstenliebe neu zu gestalten, hätte nicht
übertragen werden müssen.
Niedergang – und Hoffnung
Die Erlösung ist also ganz anders erfolgt, als von den Kirchen
gelehrt. In Das ist Mein Wort erklärt Christus dazu: »Was während zweitausend
Jahren fälschlicherweise in Meinem Namen aufgebaut wurde, schwindet dahin: eine
Macht, die sich zwar christlich nannte und nennt, jedoch nicht christlich war
und ist, die auf vielerlei Art und Weise Meinen Namen, Christus, missbrauchte
und missbraucht.« Gleichzeitig gibt Er Hoffnung und Trost: »Die Neue Zeit
erwacht und wird aus den Trümmern der Vergangenheit erstehen. Die Meinen werden
verwüstetes Land wieder zum Blühen bringen durch ihre selbstlose Arbeit.« Dann
wird niemand mehr gefoltert und gekreuzigt, und auch die Tiere und die Natur
müssen nicht mehr bestialisch leiden. Das ist es, was Jesus wollte, und für den
Durchbruch dieser Neuen Zeit tat Jesus alles, was Ihm nur irgendwie möglich war,
und dafür war Er bereit, auch den ärgsten Feind zu lieben.
Viele Menschen sollten diese Szenen sehen. Denn so schlimm
war es tatsächlich gewesen. Und wer nicht wegschaut, kann jetzt vielleicht
besser mit dem leidenden Jesus
mitfühlen und erahnen, was Er für die Menschen getan hat.
Vielen Menschen, denen die Kreuzes-Frömmigkeit schon immer unheimlich war, fiel
es deshalb wie Schuppen von den Augen, als sie in der durch Prophetenmund 1989
gegebenen Botschaft aus dem All Das ist Mein Wort gelesen haben, wie Christus die
Hintergründe dieser blutigen kirchlichen Symbolik erläutert: »Die Dämonen
schufen das Kreuz mit dem Corpus. Damit wollen sie Meine Niederlage
symbolisieren. Doch das Kreuz und der Gekreuzigte wurden und sind ihr Kreuz und
ihre Niederlage. Der wahre Christ gedenkt Meiner Auferstehung, da er in Mir und
durch Mich auferstanden ist … Deshalb halten diejenigen Menschen das Kreuz mit
dem Corpus hoch, die noch ihre Sünden hochhalten, die ihr niederes Ich
schätzen.«
Christus erklärt auch, wie bedrohlich sich die Situation für die gesamte
Menschheit in den Tagen vor Seiner Hinrichtung vor 2000 Jahren zugespitzt hatte.
Die Erlösertat war schließlich notwendig geworden, um einen noch tieferen Fall
der Menschen in Barbarei und Grausamkeit zu verhindern, aus dem heraus dann
keine Befreiung mehr möglich gewesen wäre. Die Zukunft des Planeten Erde und
seiner Bewohner und die Möglichkeit der Rückkehr zu Gott für alle Menschen und
Seelen hing tatsächlich an dem Verhalten eines Einzelnen. Jesus der Christus
hat damit die ganze Schöpfung gerettet.
Christus offenbarte
dazu: »Denn hätte Ich nur eine Sünde begangen, z. B. ein ungesetzmäßiges Wort
gesprochen oder Mich auf irgendeine Art und Weise verteidigt, dann hätte die
Erlösertat nicht vollzogen werden können.« Und: »Ich zweifelte nicht und
sündigte nicht, und so konnte das ‘Vollbracht’ gesprochen werden, damit die
Teilkraft aus der Urkraft, ein Teil Meines geistigen Erbes, in Funken in die
Seelen einfließen konnte. Weder die Verhöhnung noch der Spott mit dem
Purpurmantel und der Dornenkrone und dem Rohrstock konnten Mich zur Sünde
bewegen. Ich blieb im Ewigen, in dem Ich Bin, Christus.«
So blieb also der Anteil der Urkraft Gottes in Jesus unbelastet und konnte
dadurch zur Erlöserkraft werden, die in jedem Menschen als stützende und
helfende Energie wirkt.
Wenn nun so mancher, der gestern noch im Kino weinte, heute damit beginnt, die
Lehre Jesu zu verwirklichen und sich Ihn zum Vorbild nimmt, dann waren diese
Tränen nicht umsonst geweint. Denn der Gott, den Jesus von Nazareth uns nahe brachte, zeigte durch Jesus
Seine Liebe auch während dieses grausamen Verbrechens. So ließ sich Jesus nicht
dazu verleiden, Seine Gegner und Peiniger zu beschimpfen oder zu verurteilen. Im
Gegenteil: Er betete für sie mit den Worten »Vater, vergib ihnen, denn sie
wissen nicht, was sie tun«, womit Er seine Lehre der Feindesliebe auch im
Augenblick größter Anfechtung durchhielt.
Wenn wir uns aber ausschließlich mit dem Leid
auseinandersetzen, vergessen wir, dass Christus in uns auch auferstehen will,
indem wir Seine Lehre Schritt für Schritt erfüllen. Nur dadurch können wir
Gott näher kommen.
Filmbesprechung aus: Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 4/04;
aktualisiert am 6.1.2012
Der Text kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Herausgeber Dieter Potzel, Ausgabe Nr.
58: Der Kreuzestod von Jesus hätte nicht sein müssen. Was bedeutet Erlösung
durch Christus? Wertheim 2007, zit. nach http://www.theologe.de/kreuzigung.htm, Fassung vom
31.1.2012.
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Inhaltsverzeichnis
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1 - Luther-Evangelische Lehre
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2 - Reinkarnation
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[ 4 - Kirche-Holocaust
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5 - Paulus
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[ 24 - Kirche und Hölle auf
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25 - Götzenkult Kirche ]
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28 - Luther-Juden ]
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31 - Tiere-Kirche ] [
32 - Sakramente der Kirche ]
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33 - Zehn Gebote ]
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Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre
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40 -Taufe ] [
41- Apokalypse ]
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51 - Petrus-Kirche ]
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