DER THEOLOGE
Nr. 58



 Der Kreuzestod von Jesus hätte nicht sein müssen.
Was bedeutet "Erlösung" durch Christus?
 
 


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Was genau ist damals mit Jesus passiert?

Jesus starb keinen Sühnetod und es gibt keine ewige Verdammnis

Die Kreuzigung als Zeichen der Unbeugsamkeit der Menschen und der Erlöserfunken

Die tiefenpsychologische Deutung des Kruzifix


Die Lehre vom stellvertretenden Sühnetod von Jesus ist Göteznkult
Jesus wollte ein Friedensreich aufbauen, keinen Opfertod sterben
Jesus hat sich trotzdem "hingegeben"
Vor dem Tod am Kreuz
Das Sterben von Jesus als Symbol für die Menschheit
Die falsche Drohbotschaft einer ewigen Hölle
Evangelische Kirche verstößt gegen eigenes Bekenntnis


Der gekreuzigte Jesus als Symbol für die Menschen

Die Passion Christi (Filmbesprechung)
 


Was genau ist damals mit Jesus passiert?

Die Christenheit gedenkt am Karfreitag der Kreuzigung von Jesus von Nazareth. Was ist damals mit diesem Mann passiert?

Hier zunächst ein Auschnitt aus Frank Thadeusz, Mordsache Jesus Christus, in Der Spiegel Geschichte, Nr. 6/2011, S. 77:
"´Ich finde es außergewöhnlich, dass Jesus überhaupt in der Lage war, den Opfergang zum Kalvarienberg anzutreten`, sagt Frederik Zugibe [Chefpathologe aus den USA und Experte beim Thema Folterverletzungen und Kreuzigung aus medizinischer Sicht] ...
Offenkundig sah Jesus seinem Schicksal durchaus nicht mit Gelassenheit entgegen. Während des letzten Treffens mit seinen Jüngern schwitzte er Blut - unter Medizinern ein deutliches Symptom für starken Stress oder gar Todesangst ..."
Dramatisch "war die ... Folterung mit dem Flagrum, einer Art Peitsche mit mehreren Lederriemen, in deren Enden scharfe Knochensplitter oder Bleikegel eingeflochten waren. ´Das ist, als würde einem ein Baseball mit voller Wucht gegen die Rippen geschmettert - es verursacht einen sehr heftigen Schmerz, der Wochen anhalten kann`, sagt Zugibe.
Vielleicht wurde Jesus mit der nach jüdischem Recht höchstzulässigen Anzahl von 40 Hieben bestraft. ´Es gibt wenig Zweifel, dass die brutale Auspeitschung ein wesentlicher Grund für sei frühes Ableben war`, sagt Zugibe. Insbesondere Brustkorb und Lungen hatten wohl schweren Schaden genommen.
Blutüberströmt und besudelt mit Erbrochenem wurde Jesus dann einer Marter zugefügt, die nur für ihn ersonnen worden war: Die römischen Soldaten setzten ihm eine geflochtene Krone aus Gemeinem Stechdorn auf und schlugen mit einem Stock auf seinen Kopf ein. Diese Folter sei bisher als bloße Schmähung des ´Königs der Juden` unterschätzt worden ... Tatsächlich jedoch habe die sadistische Krönung Jesus seinem Ende deutlich näher gebracht. Schmerzen wie nach der Behandlung mit einem glühenden Schürhaken seien die Folge gewesen ...
Der geschundene Heiland war bereits dem Tode nah, als seine Peiniger ihn am Kreuz fixierten. Die Römer nutzten wohl dicke Eisennägel von zwölf Zentimeter Länge. Wurden sie durch die Fersen getrieben, rissen zahlreiche Nervenbündel entzwei. ´Jesus erlitt einen der schlimmsten Schmerzzustände, die der Menschheit bekannt sind`, folgert Zugibe ... Bei jeder kleinsten Bewegung am Kreuz raste der Schmerz wie ein Stromstoß durch den Körper ... Erst nach einer gefühlten Ewigkeit trat der erlösende Tod ein."

So weit die Darlegung aus Der Spiegel Geschichte. Und man könnte sagen: Das alles wollte auch die Kirche, die behauptet, das alles habe so sein müssen, und die in den folgenden Jahrhunderten sich ähnlich grausame Foltermethoden für ihre Gegner ausdachte (siehe hier). In Wirklichkeit wollten das der "Teufel" und die teuflischen Mächte, damit Jesus kapituliert.
Und gemessen an diesem Geschehen sind die verkitschten kirchlichen Weihnachts- und Osterfeste mit ihren kulinarischen Fleischgenüssen (in Wirklichkeit grausamen Tierkinderopfern) ein einziger Spott und Hohn.

 



Jesus starb keinen Sühnetod, und es gibt keine ewige Verdammnis

Vielen Menschen wurde von Kind auf in der Kirche und in kirchlichen Gemeinschaften erzählt, dass Jesus sich habe ans Kreuz nageln müssen, um dort unsere Schuld und unsere Sünden zu tragen, und um sie uns auf diese Weise wegzunehmen. Weiterhin wird dort gelehrt, dass ein Mensch zu seinen Lebzeiten dieses "Geschenk" für sich annehmen bzw. in Anspruch nehmen müsse, sonst würde ein angeblicher "Zorn Gottes" über ihm bleiben und er müsse dafür die ganze Ewigkeit in der ewigen Verdammnis entsetzlich leiden müssen. Wenn letzteres aber stimmen würde, dann wäre die Sünde und das Grauen größer als die Liebe Gottes. Doch was für ein "Gott" würde sich eine solche "Schöpfung" ausdenken und diese unter diesen Umständen installieren? Wäre es dann nicht viel besser gewesen, dies gar nicht erst zu tun?
Doch das ist noch nich alles. Wenn Jesus wirklich am Kreuz von Golgatha alle unsere Sünden "weggenommen" haben soll, warum sind dann die "Christen", die daran glauben, so große Sünder? Wenn die Sünden doch angeblich "weg genommen" seien, warum sündigen die Gläubigen dann weiter? Da kann doch etwas nicht stimmen. Entweder die Sünden sind weg oder sie sind da.
Wenn also Jesus die Sünden gerade dieser Menschen auf sich genommen habe, warum hat die Kirchenchristenheit dann so unsägliches Leid, Elend und Sündengrauen über die Menschheit und den Planeten Erde gebracht? Müsste man dann nicht vermuten, Gott hätte die Sündenlast vielleicht nur deshalb weg genommen, damit sich die auf diese Weise kurzzeitig Entlasteten nun wieder frohen Mutes mit neuen Sünden belasten können. Das aber ist die schlimmste Gottesvorstellung, die überhaupt denkbar ist - ein Glaube, bei dem man grenzenlos sündigen und Verbrechen begehen könne, weil einem von dem betreffenden Gott ja am Ende allein dank des rechten Galubens alle Sündenlasten weggenommen würden.
Ein Blick in die Religionsgeschichte zeigt, dass dieses Denken mit Jesus überhaupt nichts zu tun hat, es ist letztlich eine Verhöhnung des Mannes aus Nazareth. Dieses Denken kommt also auch nicht von Gott, sondern es stammt aus Götzenkulten der Antike und wurde im kirchlichen Christentum nur auf die Spitze getrieben.

 Die Lehre vom stellvertretenden Sühnetod von Jesus ist Götzenkult

Die Lehre von einem angeblich stellvertretenden Sühnetod von Jesus kommt aus dem antiken Judentum bzw. Heidentum und setzt einen zornigen Gott voraus, den man durch Menschen- oder Tieropfer umstimmen oder besänftigen könne, wie ausführlich in Der Theologe Nr. 37 nachlesbar ist. Jesus lehrte demgegenüber einen liebenden Vater, der keine äußeren Opferhandlungen will und braucht, sondern der um das Vertrauen der Menschen wirbt und der ihnen selbst dann nachgeht, wenn sie schon "verloren" zu sein scheinen (z. B. Gleichnis vom "verlorenen" Sohn). Die Kirche hat nun aber - ausgehend vom Hebräerbrief des Neuen Testaments - die alten heidnischen Vorstellungen vom zornigen Gott wieder erweckt, welche die Israeliten einst aus Ägypten übernommen hatten. Und man hat sie nun dahin gehend variiert, dass anstelle der bisherigen grausamen Tier- oder gar Menschenopfer jetzt Christus das Opfer sei und von nun an der Glaube an diese angeblich notwendige und deshalb von Christus freiwillig erbrachte Opfertat nötig sei, um "gerettet" zu werden.
Doch wie gesagt. Das ist die Lehre des Hebräerbriefes, dessen Verfasser noch nicht einmal bekannt ist. Manche schreiben den Brief dem Paulus zu, weswegen er es Ende des 4. Jahrhunderts doch in die Bibel "schaffte", nachdem auch sein Inhalt schon damals als höchst suspekt galt. Der bekannte Kirchlehrer Origenes sagte z. B., es fehle der Beweis, dass ihn ein Apostel geschrieben habe. Und sprachwissenschaftlichen Untersuchungen zufolge ist z. B. die Einleitung und der Schluss nachweislich gefälscht (siehe z. B. C. Breytenbach; Paulus, die Evangelien und das Urchristentum). Im Brockhaus Konversationslexikon heißt es zum Sachverhalt:
"Der Brief an die Hebräer wurde im Abendlande bis ins 4. Jahrh. als nichtpaulinisch vom Kanon ausgeschlossen" (S. 956; http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=122270).

Und auf diesen zweifelhaften, im Urchristentum abgelehnten und in der Kirche umstrittenen Brief wird nun die ganze kirchliche Sühnopferlehre gegründet. Hinzu kommen noch Aussagen des Paulus, der Jesus allerdings überhaupt nicht kannte (vgl. Der Theologe Nr. 5). Doch auch bei ihm kommt das Wort "Sühnopfer" z. B. nur an einer einzigen Stelle vor, in Römer 3, 25 und damit ist in Wirklichkeit etwas anderes gemeint. Das Wort "hylasterion" ist nämlich das Wort für den Deckel der "Bundeslade" Israels mit den beiden Cherubim, den Erzengeln. Die Bundeslade enthielt das Wertvollste, was das Volk hatte, die Gesetzestafeln mit den von Gott durch Seinen Propheten Mose geoffenbarten Zehn Geboten. Das heißt sinngemäß. So wie die beiden Engelwesen einst die wertvolle unverfälschte Gottesbotschaft bewachten, so ist Christus nun selbst an ihre Stelle getreten und hat den Willen und die Botschaft Gottes in vielen Details den Menschen nahe gebracht.

Der Sühnopfer-Gedanke in dem Paulusbrief geht zurück auf die Fälschung der Priesterschrift im Alten Testament, eine der Quellenschriften für die fünf "Mosebücher". Die Priester waren es, die den Opfergedanken vor allem aus Ägypten mitbrachten und in die Religion einführten. Demnach durfte der Oberpriester nur einmal im Jahr vor die Bundeslade treten und musste dazu einen Stier und einen Widder schlachten. Der Qualm des verbrennenden Stieres sorgte dann dafür, "dass die [Rauch-]Wolke vom Räucherwerk den Gnadenthron bedeckte" [hylasterion = Gnadenthron = der Deckel der Bundeslade, der den Thron Gottes symbolisiert] (3. Mose 16, 13). Dann besprengte der Priester die Bundeslade erst mit dem Stierblut und dann mit dem Widderblut. Das heißt: Die Priester haben die Bundeslade und den Gottesthron auf furchtbarste Art und Weise durch Tierschächtungen geschändet.

Darauf haben die wahren Gottespropheten Israels immer wieder unter Lebensgefahr eindringlich hingewiesen, wie z. B. Jeremia: "Denn Ich habe euren Vätern, als ich sie aus Ägypten heraus führte, nichts gesagt und nichts befohlen, was Brandopfer und Schlachtopfer betrifft" (7, 22). Jeremia wurde auf Veranlassung der Priester darauf hin in eine Schlammgrube geworfen, wo er verhungern sollte, doch die Babylonier retteten sein irdisches Leben.
Wenn diese Lehre vom "Sühnopfer" aber nicht von Gott kommt, von wem dann? Von der Priesterkaste, die das Volk bis heute in allen Religionen und Kulten von Gott weg führen will. Und so haben auch die Priester der Kirche die Sühnopfervorstellungen mit in ihre Verfälschung des Christentums hinüber genommen. Doch es ist purer Götzenkult und wurde von allen Gottespropheten bekämpft.

Und so kommt das Wort "Sühnopfer" auch an keiner einzigen Stelle in den Evangelien vor und auch sonst bei Paulus nicht. Auch das Wort "Opfer" kommt in diesem Zusammenhang nur bei den Paulus-Schülern vor, nicht einmal bei Paulus selbst. Und zwar einmal im Epheserbrief eines Paulusschülers, in 5, 2, wobei nicht klar ist, was der Schreiber hier eigentlich meint. Von einem "Sühnopfer" ist jedenfalls nicht die Rede. Und in den vier Evangelien sowieso kein Mal. Nur der Hebräerbrief spricht mehrfach von "Opfer", wobei die Theologen ja noch nicht einmal wissen, wer ihnen dieses "Ei" unterschoben hat. Es ist wirklich ein haarsträubender Befund.

Jesus wollte ein Friedensreich aufbauen, keinen Opfertod sterben

Doch was wollte Jesus stattdessen wirklich? Er war also nicht auf dieser Erde, um ein endgültiges Opferlamm für einen zornigen und anders nicht zu besänftigenden Gott zu sein, sondern um ein Friedensreich ("Reich Gottes") mit den Menschen aufzubauen. Dafür hat er die Menschen in die Nachfolge gerufen, und dafür hat er ihnen auch den gütigen Gott gelehrt. Und wer das bejahte, der hatte in seinem persönlichen Leben die Aufgabe, auch nach Seinen Geboten zu leben. Zum Opfer der damaligen Priester und Schriftgelehrten und der römischen Obrigkeit wurde Jesus erst, als die Menschen ihn im Stich gelassen hatten - sowohl die Bevölkerung, obwohl er sehr vielen Menschen zuvor Gutes getan hatte; als auch seine unmittelbaren Anhänger und Jünger. Das geht alles auch aus der Bibel hervor.
Im kirchenchristlichen Abendland sind wir nun aber daran gewöhnt, die Bibel, und vor allem das Neue Testament, mit der Brille der alten heidnischen Sühnetod-Vorstellung zu lesen, weil die Institutionen Kirche und ihre Priester, Pfarrer und Theologen es uns so beibrachten. So werden auch viele Bibelstellen in diese Richtung interpretiert, die ursprünglich in einem ganz anderen Zusammenhang standen oder auch ganz anders verstanden werden können. Dies kann hier nicht ausführlich dargelegt werden, doch zumindest am Beispiel einiger in der Christenheit bekannter Redewendungen augezeigt werden.

Jesus hat sich trotzdem "hingegeben"

So kann man sagen, dass Jesus die Schuld seiner Jünger vielfach "trug", aber ganz praktisch und nicht dogmatisch im Sinne einer Sühnopferlehre. Z. B., indem er immer wieder deren Fehler ausbügelte oder sich schützend vor sie stellte. In diesem undogmatischen Sinne kann man auch richtig sagen: Jesus hat sich für uns geopfert. Er hat sich nämlich bis zur letzten Konsequenz für die anderen Menschen eingesetzt und er ist seinem Auftrag nie untreu geworden. Deshalb hat er auch - im übertragenen Sinn - sein Blut "für uns vergossen", denn er selbst hätte es leichter haben können. Doch er ist den letztlich einzig noch möglichen Weg für einen wahren Gottesboten zu Ende gegangen, nachdem die Mitmenschen versagt hatten: Den Weg der Standhaftigkeit trotz Folter und Todesurteil und den Weg der großen Einsamkeit. Und man könnte - wenn man so will - in diesem Sinne von "Gottes Lamm" sprechen, wenn man das Lamm als ein Symboltier für die Unschuld versteht. Und Jesus hat mit seinem Leben und Sterben auch seine eigenen Worte wahr gemacht, dass man diejenigen, die den Leib töten können, nicht zu fürchten braucht. Und von seinen Seelenkämpfen bis zu seinem Tod, vor allem im Garten Gethsemane, schreibt ja auch das Neue Testament.

Vor dem Tod am Kreuz

Wäre eine Erlösung für Menschen erst nach einem angeblichen stellvertretenden Sühnetod möglich gewesen, dann hätte Jesus auch das "Gleichnis vom verlorenen Sohn" nicht erzählen dürfen. Oder er hätte hinzufügen müssen, dass es erst gelten werde, nachdem er als "Opfer" gestorben und wieder auferstanden sein würde. So aber erzählte er vom liebenden Vater und von unserer Rückkehr zu Ihm, völlig unabhängig von seinem späteren Sterben. Nirgends spricht Jesus von einem zornigen Gott, dessen Zorn er durch seinen späteren grausamen Tod besänftigen müsse, um die Menschen erlösen zu können. Nur einmal ist bei einem eventuellen Jesuswort ohne einen solchen Zusammenhang von einem "Lösegeld" (lutron) die Rede (Markus 10, 45; parallel Matthäus 20, 28) - wahrscheinlich ein späterer kirchlicher Einschub in den Text -, wobei als Empfänger dieses "Lösegelds" ja eher Satan bzw. die Mächte der Finsternis in Betracht kämen als Gott, falls dieses Wort doch einmal tatsächlich gefallen sein sollte. Nach dem Motto: Wenn die "Finsternis" Jesus in die Hände bekommt, dann bleiben womöglich andere von ihr verschont.

Das Sterben von Jesus als Symbol für die Menschheit

Dass sich dieser Tod, der nicht so hätte kommen müssen, irgendwann abzeichnete, das hat Jesus mehr  und mehr geahnt und auch Andeutungen darüber gemacht. Die dabei empfundenen Ängste sind kaum vorstellbar. Im Garten Gethsemane hat er Blut geschwitzt, so heißt es. Und dies ist aus medizinischer Sicht bei Todesangst möglich. Aber dass es so kam, war nicht der Wille Gottes, sondern der Wille der finsteren Mächte und der bösartige Wille von Menschen. Diese haben es so "beschlossen" (vgl. Lk. 22, 20-22), und die Ereignisse sind letztlich auch deshalb so gekommen, da andere Menschen, die versprochen haben, Jesus die Treue zu halten, versagt haben. So gesehen ist das Leben und Sterben von Jesus auch ein Symbol für die Menschheit in ihrer Gottverlassenheit, die sich für Untreue, Feigheit und Trägheit entscheidet anstatt Jesus nachzufolgen.

Die falsche Drohbotschaft einer ewigen Hölle

Und bis heute werden nun viele Menschen von der Drohbotschaft der Kirche mit ihrer angeblich ewigen Hölle davon abgehalten, Christus zu vertrauen. Und hier kann man ebenfalls sagen, dass es in der Bibel wohl keine Lehre von der ewigen Verdammnis gibt wie sie von den beiden Großkirchen gelehrt wird. Denn auch hier werden einzelne Bibelstellen mit der Brille dieser Verdammnislehre gelesen, an die man sich durch das kirchliche Dogma gewöhnt hat. Doch bei genauem Hinschauen ist das keineswegs sicher und oft sogar nachweislich falsch, dass es bei den scheinbaren biblischen Belegen um eine unendliche Verdammnis geht. Dazu wurde eine eigene Ausgabe des Theologen verfasst, die Ausgabe Nr. 19, www.theologe.de/theologe19.htm. Allerdings wird jeder Mensch einst das ernten müssen, was er gesät hat, wenn es nicht rechtzeitig bereinigt und wieder gutgemacht ist (vgl. dazu Der Theologe Nr. 2).

Einiges zum Thema steht ja auch in Der Theologe Nr. 2 (Es gibt keinen strafenden Gott) und auf den übrigen Seiten in Der Theologe Nr. 1, z. B. was die evangelisch-lutherische Kirche über die ewige Verdammnis lehrt.

Evangelische Kirche verstößt gegen eigenes Bekenntnis

Dass die Sühnopferlehre eine grobe Verfälschung der ursprünglichen christlichen Lehre ist, wird mehr und mehr auch in den Institutionen Kirche so gesehen. Das führt dort zu einem Glaubenskampf, da sich innerkirchlich nun die Vertreter der Sühnopferlehre und die Zweifler bzw. diejenigen, welche die Verfälschung aufzeigen, gegenüber stehen. Doch Faktum ist: Die Sühnopfer-Lehre ist unverzichtbarer Teil der evangelischen und katholischen Lehre und wer erkannt hat, dass sie falsch ist, stellt sich klar außerhalb der Kirche. Doch das tun nicht alle. Vor allem die evangelische Kirche gerät deshalb hinsichtlich ihrer Sühnetod-Lehre in immer größeres Chaos, nachdem vor allem prominente Vertreter das eigene Bekenntnis hier plötzlich anzweifeln oder gar widerrufen.

Die nachfolgenden Details versuchen, die evangelische Lehre zu diesem Thema darzulegen und sind deshalb recht schwere Kost. Um eine einfache Antwort auf die Frage "Starb Jesus eine Sühnetod?" zu bekommen, sind sie nicht mehr wichtig. Dazu reicht bereits alles bisher Gesagte. Für den speziell am evangelischen Glauben Interessierte sei jedoch noch das Folgende hinzugefügt:

Hier also die teilweise komplizierten Details für den, der sich näher mit der evangelischen Lehre und den innerkirchlichen Konflikten dazu beschäftigen möchte:
Ausgerechnet der EKD-Chef und Hoffnungsträger des deutschen Protestantismus, Nikolaus Schneider, Präses der Rheinischen Kirche in Düsseldorf, streitet diese kirchliche Kernlehre ab. Die Tageszeitung Die Welt schreibt: "Nikolaus Schneider, Präses der großen Rheinischen Landeskirche, glaubt nicht, dass Jesus am Kreuz stellvertretend die Strafe der Menschen auf sich genommen hat. Gott brauche kein Sühneopfer, "denn es muss ja nicht sein Zorn durch unschuldiges Leiden besänftigt werden", sagte Schneider kürzlich" (28.3.2010).
Klare Worte, wenn auch nicht evangelisch, denn in den bis heute verbindlichen Grundlagen der Kirche, den Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche (u. a. Göttingen 1982), auf die alle evangelischen Pfarrer auch in den so genannten "unierten" evangelischen Kirchen vereidigt werden (wo sich die Lutheraner mit den "Reformierten", die sich an den Schweizer "Reformatoren" Zwingli und Calvin orientieren, zusammengeschlossen haben), heißt es unmissverständlich:

"Es ist allein ein einziges, wahrhaftiges Sühneopfer, Opfer für die Sünde, in der Welt gewesen, nämlich der Tod Christi ... Denn der Prophet [Jesaja] hat das Wort Schuldopfer auf Christi Tod bezogen, anzuzeigen, dass die Schuldopfer im Gesetz nicht das rechte Opfer wären, die Sünde zu bezahlen, sondern es müsste ein anderes Opfer kommen, nämlich Christi Tod, wodurch Gottes Zorn sollte gesühnet werden ... Darum bleibt dieses fest stehen, dass nur ein einzig Opfer gewesen ist, nämlich der Tod Christi ... Gottes Zorn zu versühnen" (Apologie der Konfession XXIV; S. 355).

Dieses bis heute verbindliche Bekenntnis formulierte damals der "Reformator" Philipp Melanchthon.
Deshalb hofft man in der evangelischen Kirche auch inständig, dass der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider seine Ablehnung dieses Kernsatzes nicht wiederholt. Doch dessen Kirche, die Evangelische Kirche im Rheinland, hat die Vorstellung ihres Präses in einem Kirchenpapier zur Sühnetodvorstellung mit dem Titel Aus Leidenschaft für uns gerade erst (Düsseldorf 2010) sogar bekräftigt. Darin wird das bisherige evangelische Bekenntnis glatt abgelehnt. Wörtlich heißt es dort in seltener Klarheit: "War der Tod Jesu ein Sühneopfer? Die Frage lässt sich einfach beantworten: Er war es nicht" (S. 30).

Und in der kopflastigen Begründung der kirchenamtlichen Glaubensaussage heißt es dazu weiter:
"In der Bibel dient die kultische Handlung der Realisierung von Gottes Vergebung. Vergebung bedeutet, dass das menschliche Verhalten die Beziehung zu Gott nicht mehr belastet. Die Änderung des Verhaltens und ein Wieder-gut-Machen da, wo es möglich ist, sind untrennbar damit verbunden. In Lebenszusammenhängen und Rechtssystemen, in denen vergeltende Sühne selbstverständlich ist, mag der Satz ´Gott selber ist erschienen zur Sühne für sein Recht` (Evangelisches Gesangbuch 16, 2) eine Veranschaulichung für Vergebung sein. Er meint: Gott selbst stellt die von ihm geforderte Gerechtigkeit her, er vollbringt die geforderte Sühneleistung, ein begangenes Übel muss nicht durch Zufügung eines vergleichbaren Übels ausgeglichen werden. So zeigt er sich als der gnädige Gott, der einen anderen Weg wählt. Der Mensch wird entlastet von dem, was er ohnehin nicht leisten kann: sein gestörtes Verhältnis zu Gott wieder gut zu machen. Dort aber, wo der Sühnegedanke nicht mehr beheimatet ist, liegt das Missverständnis nahe, es ginge Gott gewissermaßen persönlich darum, Sünde durch Zufügung eines Übels, das die Menschen oder stellvertretend für sie Jesus ertragen müssen, auszugleichen. Der Gedanke der Wiederherstellung der Gerechtigkeit geht verloren ... [Doch] Gott fordert nicht ein Menschenopfer, er gibt sich selbst."
 
Falls man das intellektuell verstehen möchte, ist daran zutreffend, dass Gott in der Tat niemals ein "Menschenopfer" forderte. Doch so richtig wird die Götzenlehre eines Sühnetods doch nicht verworfen. Sie "mag", so das Zugeständnis in bestimmten "Lebenszusammenhängen" "eine Veranschaulichung für Vergebung sein". Auch das ganze Drumherum an der Erklärungen der Rheinischen Kirche ist nicht eindeutig und es bleibt in der Schwebe, so dass der ganze kirchliche Unsinn damit eher noch angereichert als verringert wird.
In Wirklichkeit wurde Jesus schlicht deshalb hingerichtet, weil das Volk von den damaligen Priestern und Theologen aufgewiegelt wurde. Und dies war möglich, weil die Menschen ihm nicht gefolgt sind und weil sie Jesus und seine Friedensbotschaft, die Bergpredigt, verraten haben. Und das ist heute leider nicht anders als damals.


Doch was soll der evangelisch Gläubige jetzt glauben? Soll er sich weiter an das verbindliche Bekenntnis halten, welches lautet: "Darum bleibt dieses fest stehen, dass nur ein einzig Opfer gewesen ist, nämlich der Tod Christi, Gottes Zorn zu versühnen"? Oder soll er sich an die Änderung der Lehre halten, die jetzt im Rheinland gilt und die lautet: "Der Tod Jesu war kein Sühnopfer", sondern eine Art Entlastung. Für den einfachen Gläubigen ist damit ein ziemliches Chaos entstanden. Vielleicht könnte man die kirchliche Antwort am ehesten mit folgendem Satz zusammenfassen: "Das ist alles nicht so wichtig, zahle einfach Kirchensteuer!"


 



Die Kreuzigung als Zeichen der Unbeugsamkeit der Menschen und der Erlöserfunken

In einer "Botschaft aus dem All" aus dem Jahr 1989 werden durch Prophetenwort die Hintergründe der Kreuzigung von Jesus erläutert. Sie war demnach überhaupt nicht nötig für die Erlösung, sondern war das "Zeichen für die Unbeugsamkeit der Menschen". In dieser "Offenbarung" heißt es, dass Christus selbst, der in dem Menschen Jesus von Nazareth einverleibt = inkarniert war, hier zu uns Menschen spricht und über das damalige Geschehen aufklärt.
Die Frage nach dem Autor wird an dieser Stelle aber nicht weiter thematisiert. Zur Prophetie seit Jesus von Nazareth siehe auch hier. Jeder mag dies für sich selbst bedenken.

"Mein Auftrag als Jesus von Nazareth, des Christus Gottes, war, den Erlöserfunken (mehr dazu siehe hier) in die Seelen der Menschen einzusenken. Mein Leiden und der physische Tod waren das Zeichen für die Unbeugsamkeit der Menschen. Hätten sich die Söhne und Töchter Gottes aus dem Geschlechte David von Johannes und auch von Mir rufen lassen und wären sie dem Christus in Jesus treu gefolgt, so wären weitere Söhne und Töchter Gottes aus anderen Geschlechtern hinzugekommen, um Mir getreu nachzufolgen. Daraus hätte sich ein Volk ergeben, welches bewusst das Volk David für das Friedensreich Jesu Christi hätte sein können. Weil das Geschlecht David, das im Auftrag des Erlöserwerkes steht, in der Sünde verblieb, umhüllte Ich Mich mit einem Teil seiner Schuld sowie Teilen der Schuld einzelner aus anderen Geschlechtern.
Dadurch konnte Ich gefangen genommen werden. Und so begann das Leiden. Wäre das Geschlecht David nicht in der Sünde verblieben, so hätte Ich wohl den Erlöserfunken allen Seelen und Menschen gebracht; jedoch die Leiden und den physischen Tod am Kreuze hätte Ich dann nicht erdulden müssen. So litt Ich für die Söhne und Töchter der Menschen, weil sie nicht bewusst Söhne und Töchter Gottes wurden, indem sie Gottes Willen erfüllten. Wäre das Geschlecht David zu Mir gestanden, so hätte das ganze Geschehen einen anderen Verlauf genommen. Und hätte das gesamte jüdische Volk - einschließlich seiner Schriftgelehrten und Pharisäer - den Sohn Gottes an- und aufgenommen, indem sie das Gesetz Gottes erfüllt hätten, dann wäre die Teilkraft in der Urkraft geblieben. Denn wer das ewige Gesetz erfüllt, bedarf keiner Stütze."

(aus: Das ist Mein Wort, Alpha und Omega, Das Evangelium Jesu, Die Christus-Offenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen, Verlag Das Wort, Marktheidenfeld 2003, Kapitel 6, S. 93-94, zit. nach http://www.das-wort.com/deutsch/gottesprophetie-aktuell/das-ist-mein-wort---alpha-und-omega.php)

Warum ist der "Erlöserfunke" (oben auch "Teilkraft aus der [göttlichen] Urkraft" genannt) demnach notwendig gewesen? Den Menschen drohte aufgrund ihres Fehlverhaltens - und in der Folge dieses Fehlverhaltens auch der ganzen Schöpfung - eine Auflösung aller Formen. So wird es heute weiterhin von manchen östlichen Meistern oder Weisheitslehrern als Zielpunkt des Schöpfungs- und Evolutionsgeschehens gelehrt. Und was für manchen vielleicht "neutral" oder "empfindungslos" klingt, wäre in Wirklichkeit mit unsäglichen Schmerzen und Qualen verbunden. Dahinter stecken Pläne von Geistwesen, Gott auf diese Weise besiegen zu können und sich dadurch Seiner Schöpferkraft zu bemächtigen.
Wird das heute weiterhin gelehrt? Buddhismus und Hinduismus sind teilweise von ähnlich formulierten Vorstellungen wie bei der Lehre der "Auflösung aller Formen" geprägt, so dass nicht immer sicher ist, ob gemäß der jeweiligen hinduistischen oder buddhistischen Lehr-Richtung die geistigen Schöpfungsformen erhalten bleiben sollen oder eben nicht.
Der "Erlöserfunke" stoppte nun aber diese Entwicklung in Richtung drohender Auflösung. Er stammt aus dem "geistigen Erbe" des Christus, das in der Schöpfung allgegenwärtig ist. Und er verhindert, dass sich auch die menschliche Seele irgendwann auflösen kann bzw. dass die Energie der Seele in eine Art unpersönliches "Nirwana" oder in einen unpersönlichen "Urstrom" eingeht. Gleichzeitig ist der Erlöserfunke als Kraft und als Stütze, d. h. als zusätzliche Energie, in jeder einzelnen Seele aktiv. Damit hilft der "Erlöserfunke" den Menschen, nach den Geboten Gottes zu leben und die Aufgaben ihres Lebens positiv zu meistern. Dieses kosmische Geschehen, das Jesus, der Christus, vollbrachte, ist den östlichen Religionen wie Buddhismus und Hinduismus und den östlichen Meistern und Weisheitslehrern nicht bekannt bzw. es wird dort offensiv abgelehnt. Stattdessen wird in diesen Traditionen entweder die Auflösung aller Formen gelehrt. Oben eben die Erhaltung der Formen und deren Eingehen in ein "Nirvana" (oder "Nirwana", dem "Erlöschen" falscherr persönlicher Vorstellungen) oder eine Identität mit dem "Brahman" (der Absolutheit, der "heiligen" Kraft), ohne dass dabei aber Christus und der Christusfunke berücksichtigt werden.

Diese Christus-Erlöserkraft ist jedem Menschen und jeder Seele dabei von Christus nur geliehen. Das heißt: Kehrt die Seele dank dieser Hilfe zurück in ihre ewige Heimat, in das "Urprinzip des Lebens", bringt sie gleichzeitig auch diese Leihgabe zurück, und der "Funke" geht wieder unmittelbar ein in das geistige Potenzial des Christus, von dem er gegeben wurde.
Und nur auf diese Weise gelangt auch eine bereits weit entwickelte Seele einst zurück in die "Absolutheit" der reinen Schöpfung, in das "Urprinzip des Lebens".

In diesem Zusammenhang ist auch das Jesuswort zu verstehen: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich" (Johannes 14, 6). Manche Seelen und Menschen kommen auch ohne das Bewusstsein um diese Kraft sehr weit voran auf ihrem Weg, wenn sie ein diszipliniertes Leben nach den Geboten Gottes führen oder z. B. auf einem hinduistischen oder buddhistischem Weg viele Schritte zur selbstlosen Liebe gehen. Auf der Zielgeraden des Evolutionsweges haben aber auch sie die Aufgabe, den Erlöserfunken, der auch in ihnen wirkt, zurück zu bringen. Aufgrund des freien Willens muss jedoch kein Geistwesen dies tun, so dass es auch "lange" die Einstellung vertreten kann, dass es Christus nicht brauche. Ist das Geistwesen irgendwann dann doch dazu bereit, den Erlöserfunken zurück zu bringen, ist damit "automatisch" die Anerkennung verbunden, dass Christus in der Schöpfung allgegenwärtig ist und dass er damit auch in ihm, dem einzelnen Geistwesen, wirkt. Damit ist für manches Wesen die letzte große Hürde vor der Rückkehr in die ewige Heimat genommen.

Dies alles, wovon hier berichtet wird, können wir aber leider erst mithilfe unseres Verstandesdenkens darlegen, weil uns die durch Prophetenwort dazu gegebenen Botschaften aus der geistigen Welt in jeder Hinsicht überzeugt haben.
Das heißt: Auch dieser aus unserem Bewusstsein hier vorgebrachte Inhalt geht zurück auf verschiedene Botschaften aus dem All. Um seine Dimension zu erfassen und zu erfahren, müssen auch wir noch viele Schritte tun.

Zur Ergänzung: Obwohl Christus in der Schöpfung allgegenwärtig ist, ist er nicht identisch oder "wesenseins" mit dem Vater-Mutter-Gott, dem Schöpfergott, wie die kirchliche Dreieinigkeitslehre behauptet, sondern auch er ist "Geschöpf" und damit "Kind". So ist das Verhältnis von Jesus, dem Christus, zum Schöpfergott genau wie bei jedem anderen Menschen das Verhältnis eines Kindes zum "Vater" bzw. dem "Vater-Mutter-Gott". Und so betete auch Jesus gemäß den Worten der Bibel "Abba, mein Vater"
(Markus 14, 36) und er lehrte: "Der Vater ist größer als ich" (Johannes 14, 28).

Viele Menschen tun sich mit der Darlegung dieser geistigen Hintergründe allerdings sehr schwer und sie fragen sich, ob es denn notwendig sei, dies zu wissen oder sich in Gedanken darüber zu vertiefen. Notwendig ist es sicher nicht, diese Einzelheiten zu kennen, um ein ethisch und charakterlich vorbildlicher Mensch zu werden. Doch in der festen Zuversicht, dass die Kraft des Christus in uns wirkt, haben viele Zeitgenossen überhaupt erst die innere Basis gefunden, ihr Leben zu meistern und auch größere Schwierigkeiten zu überwinden. Und dieses Kraftpotenzial ist ja auch real und wird unbewusst auch von vielen in Anspruch genommen, die dessen Herkunft gar nicht kennen.
Und ein guter Analytiker, der seinen Glauben auch mit dem Verstand erfassen möchte, wird natürlich Näheres wissen wollen. Und auch für Menschen, die an den großen Zusammenhängen im Kosmos und auf der Erde interessiert sind, sind diese Informationen zentral. Weitere Hinweise aus dem unmittelbaren Erleben finden Sie deshalb hier.



 

Die tiefenpsychologische Botschaft des Kruzifix
Der Auferstehungsglaube als Fremdkörper in der Kirche

Auszug aus: "Freie Christen Nr. 6" - Sterben und Tod und was dann?

Der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek weist darauf hin, dass sich die kirchlichen Lehren von der Auferweckung der Leiber, d. h. der Leichen und womöglich auch der Aschenreste (bis hin zu einer leiblichen Himmelfahrt Marias gemäß der katholischen Lehre) letztlich mit dem Urwissen der Menschheit von der Unsterblichkeit der Seele nicht vereinbaren lassen. Und, so Mynarek: "Wenn sie [die Kirche] ehrlich zu sich selber wäre, glaubte sie nicht einmal an die Auferstehung der Toten." Mynarek hat - vor allem während seiner Zeit als Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien - in Kirchenkreisen, vor allem in den führenden Ebenen, viele Amtsträger kennen gelernt, die gar nicht an die Auferstehung glaubten, obwohl sie vordergründig anders predigten (vgl. dazu Hubertus Mynarek, Herren und Knechte der Kirche, http://www.mynarek.de/literatur.html).

Dass der Auferstehungsglaube ein Fremdkörper in den Kirchen ist, lässt sich auch tiefenpsychologisch untermauern. So wird dort nicht oder nur selten der auferstandene Jesus gezeigt, sondern meist das Kruzifix mit dem unter furchtbarem Leid sterbenden Jesus.

Papst Johannes Paul II. trug zum Beispiel bei öffentlichen Auftritten meist ein Kruzifix mit einem gekrümmten sterbenden Jesus an einem Stab demonstrativ vor sich her. Dies ist vom Bild her ähnlich wie bei kriegerischen Volksstämmen, welche manchmal die Leichen oder Skalps ihrer getöteten Gegner triumphierend vor sich hertrugen. Vordergründig soll in der Kirche die Botschaft zwar eine andere sein, nämlich: "So hat uns Jesus erlöst." Die tiefere Bedeutung könnte jedoch die Vorstellung sein: "So haben wir Jesus besiegt."

Dazu passt, dass die Kirchen die Lehren von Jesus vielfach in ihr Gegenteil verkehrt haben. Und würde Jesus heute zu den Kirchen sprechen und nicht "tot am Kreuz hängen" oder mehr oder weniger "in Frieden ruhen", was würde er wohl über die kirchlichen Würdenträger sagen? "Ihr Heuchler, ihr Schlangenbrut, ihr übertünchten Gräber!"? Mit diesen und ähnlichen Worten ging er mit den Theologen und Schriftgelehrten seiner Zeit ins Gericht (siehe Matthäusevangelium, Kapitel 23). Und würde er heute anders reden?

 

 

Der gekreuzigte Jesus als Symbol für die Menschen

Auszug aus: "Der Theologe Nr. 2" - Reinkarnation

Der Journalist: Sie haben vorhin von einem schwerwiegenden Schicksal gesprochen [einer Frau, die bei einem Raubüberfall getötet wurde]. Was haben Sie damals [als evangelischer Theologe] den Angehörigen der ermordeten Frau gesagt? Und was würden Sie heute anders sagen, wenn Sie noch einmal in diese Situation kommen würden?

Der Theologe: Ich halte es für gut, wenn bei einer solchen Abschied- oder Trauerfeier auch Menschen aus dem Verwandten-, Freundes- oder Bekanntenkreis zu Wort kommen können, falls sie das möchten und dazu in der Lage sind. In unserer Gesellschaft spricht allerdings meist nur ein Pfarrer oder anderer Redner. Damals als evangelischer Vikar verglich ich das Schicksal der jungen Frau mit Jesus von Nazareth, der unschuldig den Tod durch Kreuzigung erlitt und der sterbend rief: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" So wollte ich trösten, indem ich sinngemäß weitergab: "Auch ihm erging es nicht besser." Aber ein echter Trost ist das nicht. Denn wie viel nützt einem das, wenn man wieder glücklich und froh werden möchte, wenn man dann hört, ein anderer leidet genauso schlimm oder gar schlimmer?

Der Journalist: Die Worte von Jesus am Kreuz gehen dennoch vielen Menschen nahe.

Der Theologe: Je eindrücklicher man das Leiden von Christus vermitteln kann, so erhoffen sich gerade manche Theologen, desto eher könne das vielleicht trösten. Doch macht man sich dabei wirklich bewusst, wie es Jesus von Nazareth bei den entsetzlichsten und unverschuldeten Folterqualen wirklich erging? Oder projiziert man nur das eigene Leid, wie immer dies auch verursacht ist, nur in dieses Geschehen hinein? Das Schicksal von Jesus dient einem gemäß einer bestimmten Frömmigkeit dann vor allem als eine Art Spiegel für das eigenen Leid. Oder man sucht eben auf diese Weise eine Verbindung zu Gott, obwohl man eigentlich das Gefühl hat, Er habe einen verlassen. Eventuell heißt es auch, Gott selbst sei in Jesus gefoltert, gequält oder ermordet worden. Damit soll eine bestimmte Art zu glauben vertieft werden, dass Gott bzw. Jesus einen aus deren eigener Erfahrung heraus verstehen. Doch vielen helfen solche Gedanken nicht, und sie drehen sich weiter in ihren Schmerzen, ohne die Gründe dafür zu finden. Deshalb wird dann von Theologen noch hinzugefügt, dass Jesus später auferstanden sei, was von Betroffenen aber oft nur als Vertröstung empfunden wird. Denn es gibt ihnen wiederum nicht die Möglichkeit, hier und jetzt Hilfe oder Linderung zu erfahren, und die Verzweiflung bleibt.
Letztlich wird den Menschen von der Kirche nicht nur das Gesetz von Ursache und Wirkung verschwiegen, sondern auch, worin die Erlösung genau besteht, nämlich in der Übertragung des göttlichen Erlöserfunkens von Christus in alle Seelen und Menschen, und zwar als zusätzliche Kraft, Hilfe und Stütze [weitere Hintergründe siehe oben].
Und man geht im Grunde genommen recht unbedarft mit diesem grausamen Geschehen und seiner kosmischen Bedeutung um.

Der Journalist: Was aber hat nun Jesus mit den Worten "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?" gemeint?

Der Theologe: Die Lehre von Jesus ist ja sehr schlicht und klar und für jedes Kind verständlich. Was seine letzten irdischen Lebensminuten betrifft, wird allerdings eine Dimension berührt, die man nicht so leicht in menschliche Worte fassen kann und wo besonders spürbar wird: Der menschliche Intellekt verfehlt das Geschehen und man sieht nur mit dem Herzen gut. Und in diesem Sinne kann zuallererst gesagt werden: Es ist etwas Entsetzliches, was hier geschah. Und als zweites würde ich dann sagen: Diese Worte von Jesus am Kreuz sind ein Symbol für die Situation der Menschen, wie so vieles andere im Leben des Jesus von Nazareth auch.

Der Journalist: Was ist dann aber genau damit gemeint? Oder: Was ist dann der Sinn dieses Symbols?

Der Theologe: Christus wählte allein schon durch seine Inkarnation in einen materiellen Körper auf der Erde äußerlich den Weg großer Gottferne. Denn die Erde könnte man auch als den am weitesten von Gott entfernten Punkt des Kosmos bezeichnen. Und in seinem Erdenkörper selbst kam es dann zu einer weiteren negativen Steigerung: Jesus erlebte furchtbarstes Leiden, vor allem bei der Hinrichtung am Kreuz, was ja äußerlich auch als eine Steigerung der Gottferne gesehen werden kann, da Gott das Glück und die Herrlichkeit ist.
Jesus durchlitt also im Äußeren den extremsten Punkt der Gottferne, den Menschen sich selbst und anderen antun und den ein daran leidender Mensch in seiner Verzweiflung als "Gottverlassenheit" deuten kann. Natürlich ist man nie wirklich von Gott verlassen. Aber die Worte am Kreuz, unter unvorstellbaren und entsetzlichsten Schmerzen gesprochen, sind auch keine "rhetorische Frage". Die ganze Situation selbst symbolisiert die Antwort auf die Frage nach dem Warum. Die Frage ist also gestellt, und sie wird vom Ereignis selbst und seinen Umständen beantwortet.

Denn die ganze schaurige Situation zeigt auf: Dieses Leiden ist alles von Menschen gemacht, die ihrerseits Gott verlassen haben und die gegen ihren Nächsten wüten - hier gegen einen wunderbaren Menschen, der ihnen nichts angetan hat, und zwar auf bestialischste und hinterhältigste Art. Doch anstatt ihren eigenen Zustand zu begreifen, der ihnen durch das Mordopfer Jesus am Kreuz vor Augen gehalten wird, machen Menschen Gott weiterhin Gott für ihr Leiden verantwortlich, oder sie suchen eine Antwort im angeblichen Verhalten Gottes anstatt bei sich selbst.
Doch die Tragödie von Golgatha macht auch unmissverständlich klar: Nicht Gott hat Jesus ans Kreuz gebracht, sondern die Menschen. Das Verhalten der Menschen ist also die Antwort auf die Frage Warum. Die Menschen sind es, die ihren Nächsten in die furchtbare äußere Gottferne treiben, in Leiden und grausamen Tod, obwohl Gott Herrlichkeit und Glück ist.
Gott hat den Gottessohn also den Menschen überlassen, die ihrerseits Gott verlassen haben, und Er hat in deren freien grausamen Willen nicht eingegriffen, weil Er solches niemals tut. In diesem Sinne hat Er Jesus dieses Schicksal nicht erspart, so dass er, der Christus, solange der Spiegel für die Menschen sein wird, wie diese das Kreuz aufgrund ihrer Gottferne ebenfalls erleiden müssen.

Der Journalist: Das heißt dann: Das reale Leiden von Jesus ist ein Symbol für das Leiden der Menschen. Dazu passt dann ja auch das bekannte Wort des römischen Prokurators Pontius Pilatus angesichts der Folterungen von Jesus: "Ecce Homo", zu deutsch "Siehe, der Mensch" (Johannesevangelium 19, 5).

Der Theologe: So ist es. "Siehe, der Mensch!" So müssen die Menschen und alle Kreatur weltweit unter ihren zu Bestien gewordenen Brüdern und Schwestern leiden; und unter den Feiglingen, wie Pilatus selbst einer war, da er die Kreuzigung nicht verhindert hat; und unter denen, denen die Folter ihres Gegners noch nicht genug ist und die weiter nach der Steigerung der Folter durch den Foltertod lechzen.
"Ecce homo", siehe der Mensch - ein Symbol für die ganze Menschheit.
Und so erfüllte sich auf diese Weise auch die Ankündigung des Propheten Jesaja: "Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen" (53, 4).
Im Anblick des gekreuzigten Jesus kann aber auch jeder Mensch mit noch nicht ganz erkaltetem Herz erkennen, was diesem Menschen angetan wurde und was sich Menschen untereinander und anderen Lebewesen antun. Und sie könnten aus dieser Erschütterung heraus augenblicklich ihrem Leben eine neue Richtung geben.

Der Journalist: Kann der gequälte Jesus einem also trotzdem helfen, dass es einem selbst bald wieder besser geht?

Der Theologe:
Wenn man dadurch ansatzweise das Mitfühlen lernt und sich das Herz für den Nächsten auf diese Weise mehr öffnet, dann schon.
Aber so ist es eben sehr oft nicht. Wenn jemand immer wieder auf das Kruzifix blickt und das Leid von Jesus bedenkt und dabei auch seine persönlichen Leidempfindungen vertieft, kann dies sogar dazu führen, dass sich das eigene Leiden verschlimmert, verbunden mit weiterhin um sich selbst kreisendem Selbstmitleid.
Ich habe in einer Wohnung einmal eine Figur des gekreuzigten Jesus hängen sehen. Auf dieses so genannte "Kruzifix" aus Holz hatte der Bewohner eigenes Blut gerieben, so dass sein Blut zum Blut der Jesusfigur wurde. Oft wenn es ihm schlecht ging, schaute er dann auf diese Figur und suchte Trost im Gebet. Mit einem solchen Verhalten setzt man sich aber der Gefahr aus, dass das eigene Leid im Selbstmitleid sich sogar so weit verfestigt, dass man nur mit allergrößter Mühe wieder davon loskommt.
 
Heute erscheint mir das Kruzifix mit dem sterbenden oder toten Jesus auch wie ein Symbol für ein Verharren in Leid und Elend, obwohl es einen Weg heraus gibt. Auch der Mann, von dem ich hier erzähle, sagt heute, dass er auf diese Weise letztlich keine Hilfe fand. Und von manchen Menschen wird sogar berichtet, dass ihr Körper nach einer bestimmten Zeit an den Stellen blutete, an denen die Nägel den Körper des Jesus von Nazareth durchbohrten. Möglicherweise ist das eine noch viel weitergehende Form dieser gefährlichen Identifizierung, womit aber keinem geholfen ist.
Denn Jesus hängt schon lange nicht mehr als Sterbender am Kreuz. Er lebt, und er will, dass wir mit ihm leben und glücklich sind. Man könnte auch sagen: Er möchte in uns auferstehen und dafür gibt er uns doch die Kraft, und diese Kraft ist in uns. Ein Symbol dafür ist z. B. eine brennende Kerze oder ein Kreuz ohne Corpus.

Der Journalist:
Kreuz ohne Corpus oder Kruzifix mit Corpus. Ist das wirklich ein so großer Unterschied?


Der Theologe: Ja. Denn das Kreuz mit dem sterbenden oder toten Körper, das Kruzifix, ist ein Todeszeichen, das unbewusst eine vermeintliche Niederlage des Mannes aus Nazareth symbolisiert. Und es ist ja ein Zustand, der so bald wie nur irgendwie möglich beendet gehört. Ein "leuchtendes" Kreuz ohne Corpus wäre demgegenüber ein "Lebenssymbol", eine Art Auferstehungskreuz. Dessen Bedeutung ist dann: Auch diese grausame Hinrichtungsmethode konnte Jesus und das, wofür er einstand, nicht zur Strecke bringen. Nur der irdische Körper konnte getötet werden. Doch der Geist in Jesus, dem Christus, war stärker und ließ sich auch in dieser für uns letztlich nicht nachvollziehbaren Situation nicht beugen. Und auch uns schenkt er diese Kraft.
Und, um auf das eingangs erwähnte Beispiel anlässlich einer Beerdigung zurück zu kommen: Die frohe Botschaft des christlichen Glaubens hat nichts damit zu tun, dass es Jesus wohl noch schlechter erging als einem selbst. Und sie liegt auch nicht darin, dass ich eines Tages in den Himmel auferstehe, wenn ich nur glaube, dass Jesus dorthin auferstanden ist. Die Frage ist nämlich: Bin ich dann wirklich im "Himmel"? Die Hoffnung, dass eines Tages alles Leid ohne unser Zutun weg gewischt sein könnte, ist sehr gefährlich.

Der Journalist: Wieso?

Der Theologe: Weil niemand außer Kraft setzen kann, was auch in der Bibel bezeugt ist: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Wer anderes lehrt,
täuscht die Menschen und wiegt sie in falscher Sicherheit. Außerdem: Wenn ich glaube, dass das Leid spätestens nach dem Tod vorbei ist, dann gebe ich mir möglicherweise gar nicht die Mühe, die Ursache der jetzigen Leiderfahrungen bei mir selbst zu finden und die mir geschenkten Tage zu nützen, um an mir zu arbeiten, eventuell andere um Vergebung zu bitten. Und mehr noch: Wer glaubt, dass man alleine durch Glaube nach dem Tod plötzlich leidensfrei sein könne, für den ist auch das schreckliche Leid anderer Menschen auf dieser Erde nicht mehr ganz so schlimm. Und der wird sich auch weniger anstrengen, um mitzuhelfen, es aus der Welt zu schaffen. Er wird bestrebt sein, den Leidenden den aus seiner Sicht richtigen Glauben zu bringen. Und zu diesem Zweck versucht er vielleicht auch, ihnen im Äußeren zu helfen. Die Hilfe ist aber nicht selbstlos, sondern vielfach Teil einer Missionsstrategie.
Die falschen kirchlichen Vertröstungen begünstigen darüber hinaus, dass das Leiden sich sogar verschlimmert, wenn die noch nicht erkannten und noch nicht aufgearbeiteten Ursachen weiter wirken.
Dies gilt auch über den Tod hinaus.
So könnte man sagen: Was nützen denn alle Kruzifixe und Kreuze, wenn ich nicht heraus finde, warum ich leide? Oder warum andere Menschen gequält werden? Oder Tiere?
Und eine Erlösung vom Leid der Seele durch den Tod gibt es eben nicht. Der Tod nimmt uns nichts und er gibt uns nichts. Es geht drüben an der Stelle weiter, wo es hier aufgehört hat. Und hier ist es angebracht, dass alle kleinlaut und demütig werden, man selbst eingeschlossen. Und jeder, der lautstark anderes verkündet, dem kann man letztlich nur in aller Bescheidenheit entgegen halten: Warten wir´s ab.
 

 

 

Film »Die Passion Christi«

Der Kreuzestod war nicht notwendig

Seit nahezu 2000 Jahren gedenken Menschen des Leidens und der Hinrichtung des Jesus von Nazareth. Kurz vor Ostern im Jahr 2004 zeigten die Kinos in den westlichen Ländern »Die Passion Christi« in allen Einzelheiten. Unterschwellig könnte dies auf den Eindruck abzielen, dass Er letztlich besiegt wurde. Doch was geschah damals wirklich?

 »Das alles war notwendig«, lehren die Kirchen, »damit wir erlöst werden«. Nein, »das Leiden und der Kreuzestod hätten nicht sein müssen«, heißt es in der durch Prophetenmund gegebenen Botschaft aus dem All Das ist Mein Wort aus dem Jahr 1989 (http://www.das-wort.com/deutsch/gottesprophetie-aktuell/das-ist-mein-wort---alpha-und-omega.php). Vielen Gottsuchern fällt ein Stein vom Herzen, wenn sie sich zu dem Glauben durchgerungen haben, dass Gott niemals ein Blutopfer von Seinem Sohn zur Erlösung der Menschen forderte. Sondern dass Jesus zum Opfer hartherziger Menschen wurde – damals und immer wieder in den letzten 2000 Jahren.

Mitfühlen

Im Vordergrund des zweistündigen Films steht manchmal die Darstellung der Gewalt an Jesus, was dem Streifen in den meisten Filmkritiken zum Vorwurf gemacht wurde: »Nur Blut, Schmerzen, Hass«, »Pornografie der Gewalt«, »Frohe Botschaft für die Sado-Maso-Szene« (Die Zeit); »Nur Schrecken, keine Reinigung« (Die Welt); »Brutale Phantasie« (Süddeutsche Zeitung). In diesem Zusammenhang wurde vielfach kritisiert, dass in einer Zeit, in der die Brutalität in den Gesellschaften weltweit zunimmt, der Film auch noch die Vorlieben solcher Zuschauer bediene, die sich mit Gewaltdarstellungen »voyeuristisch« unterhalten würden. Doch kann das sein? Oder schauen sich Gewalt-Voyeure nicht von vorne herein andere Filme an?
Viele Menschen sollten diese Szenen sehen. Denn so schlimm war es tatsächlich gewesen. Und wer nicht wegschaut, kann jetzt vielleicht besser mit dem leidenden Jesus mitfühlen und erahnen, was Er für die Menschen getan hat.

Doch die wenigsten Zuschauer können einen solchen Film jedoch unvoreingenommen betrachten. Denn wir leben in einer Gesellschaft, in der die katholische Kirche das Leiden und den Tod des Jesus seit Jahrhunderten auf ihre Weise gedeutet hat – eine Deutung, die Millionen von Menschen verinnerlicht haben: Demnach stünde hinter dem Geschehen ein zorniger Gott, der den Tod des Jesus als blutiges Sühneopfer für die Sünden der Menschen benötigte, um die daran Glaubenden zu erretten, während die anderen ewig verdammt würden. Mit dieser Deutung wird bis heute versucht, Gottsucher an die Sakramente und Rituale der veräußerlichten kirchlichen Kult-Religion zu binden, die das Verbrechen an Jesus täglich im »Messopfer« symbolisch wiederholt. Dabei erklären die katholischen Theologen, bei diesem Vorgang würde »real« Wein in das Blut von Christus und Brot in seinen Leib verwandelt, den sich die Gläubigen zur Festigung ihrer Erlösung dann einverleiben. Viele kirchlich gebundene Menschen steigerten sich in der Vergangenheit sogar so massiv in das damalige Hinrichtungsgeschehen hinein, dass es immer wieder zu Selbstgeißelungen oder gar zu Selbstkreuzigungen kam. Doch das hat Jesus nie gewollt, und auf diese Weise kommt man Ihm, wenn man Ihm selber glauben möchte, auch nicht näher. Denn Er gab z. B. als Sein Vermächtnis weiter, »einander zu lieben, wie Ich euch geliebt habe«, wie es etwa im Johannesevangelium in der Bibel zu lesen ist. Jesus hat immer wieder betont, dass es auf das Tun des Guten ankomme, und Er lebte es den Menschen auch vor. Mit der kirchlichen Version des Erlösungsglaubens hat dies aber nichts zu tun.

Die dämonische Bedeutung des Kruzifixes

Auch die Kirchenvertreter beklagen, dass in dem Film zu viel Blut fließt und zu wenig über die Botschaft von Jesus berichtet wird. Doch haben nicht ausgerechnet die Institutionen Kirche über Jahrhunderte Grauen und Blut über die Menschheit gebracht? So müssten sie sich eigentlich selbst anklagen. Außerdem: Der Regisseur und gläubige Katholik Mel Gibson hat es in seiner Kirche gelernt, dass es angeblich auf die Kreuzigung ankomme. Und nach evangelischem Glauben genüge sogar »allein« der Glaube an die oben dargelegte »Heilsbedeutung« des Kreuzestodes Jesu. Das Tun eines Menschen spiele für das Heil keine Rolle – ein krasser Widerspruch zur Lehre Jesu.
Vielen Menschen, denen die Kreuzes-Frömmigkeit schon immer unheimlich war, fiel es deshalb wie Schuppen von den Augen, als sie in der durch Prophetenmund 1989 gegebenen Botschaft aus dem All Das ist Mein Wort gelesen haben, wie Christus die Hintergründe dieser blutigen kirchlichen Symbolik erläutert: »Die Dämonen schufen das Kreuz mit dem Corpus. Damit wollen sie Meine Niederlage symbolisieren. Doch das Kreuz und der Gekreuzigte wurden und sind ihr Kreuz und ihre Niederlage. Der wahre Christ gedenkt Meiner Auferstehung, da er in Mir und durch Mich auferstanden ist … Deshalb halten diejenigen Menschen das Kreuz mit dem Corpus hoch, die noch ihre Sünden hochhalten, die ihr niederes Ich schätzen.«

Die meisten Christen und ihre Anführer sind nach wie vor weit von dem großen Geist entfernt, der durch Jesus von Nazareth wirkte, und von Seiner Kraft der selbstlosen Liebe. Dabei könnte diese Kraft in jedem Menschen wirken, wenn man Seine Lehre befolgte. Denn Jesus war nicht auf dieser Erde, um sich hinrichten zu lassen, sondern um die Menschen in die innere Freiheit zu führen und mit ihnen die Erde im Geiste Gottes zu gestalten. Er wollte keine äußere Religion mit Priestern und goldverbrämten Häusern aus Stein, sondern Er lehrte, »das Reich Gottes ist inwendig in euch«. Wozu dann also immer wieder das Kruzifix mit der Darstellung Seiner Hinrichtung?

Die Erlösung

Was Jesus lehrte, z. B. die Bergpredigt, ist über alle Jahrhunderte hinweg noch teilweise in der Bibel enthalten. Der tiefere geistige Hintergrund bei Seinem Tod jedoch war den Menschen früher und heute verborgen und wurde erst in der Botschaft aus dem All Das ist Mein Wort von Christus aufgedeckt. Demnach hat sich ein Teil der Kraft des Christus, die aus der Urkraft Gottes stammt, zum Zeitpunkt Seines leiblichen Todes in alle Menschen und Seelen als Erlöserfunke eingepflanzt – ein für das menschliche Auge unsichtbarer Vorgang in der geistigen Welt. Hätten mehr Menschen vor der Zeit Jesu nach den Geboten Gottes gelebt, so die Offenbarung, dann hätte auf der Erde schon damals das Friedensreich begonnen, das die großen Propheten Israels vorhergesagt hatten und das Jesus, der Christus, mit Seinen Nachfolgern auf der Erde aufbauen wollte. Und der »Erlöserfunke«, der seit dem Geschehen auf dem Hügel Golgatha allen Menschen und Seelen Kraft gibt, ihr »Sündhaftes« zu erkennen und zu bereuen und ihr Leben im Sinne der Gottes- und Nächstenliebe neu zu gestalten, hätte nicht übertragen werden müssen.
Christus erklärt auch, wie bedrohlich sich die Situation für die gesamte Menschheit in den Tagen vor Seiner Hinrichtung vor 2000 Jahren zugespitzt hatte. Die Erlösertat war schließlich notwendig geworden, um einen noch tieferen Fall der Menschen in Barbarei und Grausamkeit zu verhindern, aus dem heraus dann keine Befreiung mehr möglich gewesen wäre. Die Zukunft des Planeten Erde und seiner Bewohner und die Möglichkeit der Rückkehr zu Gott für alle Menschen und Seelen hing tatsächlich an dem Verhalten eines Einzelnen. Jesus der Christus hat damit die ganze Schöpfung gerettet.
Christus offenbarte dazu: »Denn hätte Ich nur eine Sünde begangen, z. B. ein ungesetzmäßiges Wort gesprochen oder Mich auf irgendeine Art und Weise verteidigt, dann hätte die Erlösertat nicht vollzogen werden können.« Und: »Ich zweifelte nicht und sündigte nicht, und so konnte das ‘Vollbracht’ gesprochen werden, damit die Teilkraft aus der Urkraft, ein Teil Meines geistigen Erbes, in Funken in die Seelen einfließen konnte. Weder die Verhöhnung noch der Spott mit dem Purpurmantel und der Dornenkrone und dem Rohrstock konnten Mich zur Sünde bewegen. Ich blieb im Ewigen, in dem Ich Bin, Christus.«
So blieb also der Anteil der Urkraft Gottes in Jesus unbelastet und konnte dadurch zur Erlöserkraft werden, die in jedem Menschen als stützende und helfende Energie wirkt.

Niedergang – und Hoffnung

Die Erlösung ist also ganz anders erfolgt, als von den Kirchen gelehrt. In Das ist Mein Wort erklärt Christus dazu: »Was während zweitausend Jahren fälschlicherweise in Meinem Namen aufgebaut wurde, schwindet dahin: eine Macht, die sich zwar christlich nannte und nennt, jedoch nicht christlich war und ist, die auf vielerlei Art und Weise Meinen Namen, Christus, missbrauchte und missbraucht.« Gleichzeitig gibt Er Hoffnung und Trost: »Die Neue Zeit erwacht und wird aus den Trümmern der Vergangenheit erstehen. Die Meinen werden verwüstetes Land wieder zum Blühen bringen durch ihre selbstlose Arbeit.« Dann wird niemand mehr gefoltert und gekreuzigt, und auch die Tiere und die Natur müssen nicht mehr bestialisch leiden. Das ist es, was Jesus wollte, und für den Durchbruch dieser Neuen Zeit tat Jesus alles, was Ihm nur irgendwie möglich war, und dafür war Er bereit, auch den ärgsten Feind zu lieben.
 
Wenn nun so mancher, der gestern noch im Kino weinte, heute damit beginnt, die Lehre Jesu zu verwirklichen und sich Ihn zum Vorbild nimmt, dann waren diese Tränen nicht umsonst geweint. Denn der Gott, den Jesus von Nazareth uns nahe brachte, zeigte durch Jesus Seine Liebe auch während dieses grausamen Verbrechens. So ließ sich Jesus nicht dazu verleiden, Seine Gegner und Peiniger zu beschimpfen oder zu verurteilen. Im Gegenteil: Er betete für sie mit den Worten »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun«, womit Er seine Lehre der Feindesliebe auch im Augenblick größter Anfechtung durchhielt.
Wenn wir uns aber ausschließlich mit dem Leid auseinandersetzen, vergessen wir, dass Christus in uns auch auferstehen will, indem wir Seine Lehre Schritt für Schritt erfüllen. Nur dadurch können wir Gott näher kommen.


Filmbesprechung aus: Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 4/04; aktualisiert am 6.1.2012

 

Der Text kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Herausgeber Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 58: Der Kreuzestod von Jesus hätte nicht sein müssen. Was bedeutet Erlösung durch Christus? Wertheim 2007, zit. nach http://www.theologe.de/kreuzigung.htm, Fassung vom 31.1.2012.



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