DER THEOLOGE
Ausgabe Nr. 24 b


Eine Momentaufnahme zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Verbrechen, Vergehen, Skandale und
Verharmlosung von Grausamkeiten in der Kirche


Was wäre in Kirchenkreisen wohl für ein Aufschrei ertönt, wenn auch nur ein einziger der hier dokumentierten Sachverhalte nicht - wie geschehen - innerhalb oder im Umfeld der Kirche, sondern bei Gottsuchern außerhalb der Kirche vorgefallen wäre? Am kirchlichen Umgang mit Verbrechen und Vergehen in den eigenen Reihen bzw. außerhalb bewahrheitet sich auch das Jesuswort über die Theologen: "Weh euch, ihr Schriftgelehrten! Die Mücken siebt ihr aus, die Kamele jedoch verschluckt ihr!“ (Matthäusevangelium 23, 24)

Aufgrund der Fülle des Materials aus jüngster Zeit kann nur auf einen kleinen Ausschnitt der Verbrechen, Skandale und Tragödien hingewiesen werden. Dabei wird sehr wohl deutlich unterschieden zwischen z. B. Unterschlagungen einerseits und z. B. Morden andererseits. Um jedoch eine zu detaillierte Aufsplitterung der hier dokumentierten Geschehnisse zu vermeiden, erfolgt auf dieser Seite nur eine Unterteilung in "strafrechtlich verfolgte" Taten und "nicht strafrechtlich verfolgte" Taten bzw. "Vorkommnissen ohne Bezug zum Strafrecht". In beiden Bereichen werden die Ereignisse einfach in chronologischer Reihenfolge aneinander gereiht, ohne Bewertung und ohne deshalb das eine Ereignis mit einem anderen zu vergleichen.

Dabei ist zu berücksichtigen: Keiner von uns ist vollkommen, und jeder von uns macht Fehler, auch schwere. Und wir sind nicht die Richter über diese Dinge und über betroffene Personen, denn jeder wird eines Tages sein eigener Richter sein durch das Gesetz von Saat und Ernte (vgl. Der Theologe Nr. 2). Doch wir zeigen Zusammenhänge auf.
Und da die Kirche sich nicht scheut, vor der angeblichen "Gefährlichkeit" anderer Gemeinschaften zu warnen, wird ihr hier einmal selbst
der Spiegel vorgehalten, verbunden mit dem Hinweis: "Nicht die anderen sind es, ihr selbst seid es, vor denen ihr warnen solltet!" In euren Reihen geschahen und geschehen diese Verfehlungen.

Dabei sind die "Söhne und Töchter der Kirche" einerseits "nur" fehlerhafte Menschen wie die anderen auch. Doch sie repräsentieren auch eine Institution, über die der Historiker Karlheinz Deschner einmal erklärte: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche [PS: das Wort "christlich" ist dann ein Etikettenschwindel bzw. Betrug], ganz besonders die römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
Die Anzahl und die Grässlichkeit dieser Verbrechen werfen dabei die Frage auf: Handelt es sich hier wirklich "nur" um Verirrungen von einer ursprünglich vielleicht "guten Idee"? Oder zeigt hier eine Institution und ein Glaube sein oft verstecktes Gesicht? Jesus von Nazareth selbst sprach von den "Früchten", an denen man einen guten oder einen schlechten Baum erkennen könne.

Oftmals sind auf manche Art schwere "Sünder" in den eigenen kirchlichen Reihen dabei ausdrücklich nicht diejenigen, die sich an der Diskriminierung Andersgläubiger beteiligen. Sondern es waren oft die vordergründigen "Saubermänner", die sich persönlich zunächst nichts Gravierendes zuschulden kommen ließen, welche dann aber die Weichen für sehr großes Unrecht gegenüber Andersdenkenden stellten (vgl. z. B. den guten persönlichen Ruf des Inquisitors Konrad von Marburg). Dabei ist auch der Zusammenhang wichtig. Würden sich die Meinungsführer der Kirche und ihre "Sekten-, und Weltanschauungsbeauftragten" mehr mit dem eigenen Sumpf und seinen Ursachen beschäftigen anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen, könnte viel Rufmord verhindert werden. Und der Nährboden, von wo aus Rufmord eines Tages wieder Schlimmeres herauswachsen kann, würde allmählich ausgetrocknet.

Deshalb wird nicht mehr hin genommen, wenn die Kirchen Stimmung gegen Andersgläubige machen, während man schlimmeres Verhalten in den eigenen Reihen deckt oder verharmlost. Oder wenn man sagt "Das hat doch gar nichts mit unserem Glauben zu tun", während man bei Minderheiten umgekehrt behauptet, ein eventuell schlimmes Verhalten eines Anhängers müsse in dessen Glauben begründet sein, und es wird deshalb der ganzen Gemeinschaft angehängt. Und es wird auch nicht mehr hin genommen, wenn man bei Vergehen in den eigenen Reihen beschwichtigend sagt "Wir sind eben alle Sünder", während man kleinere Fehler oder falsche Anschuldigungen gegenüber anderen dafür instrumentalisiert, vor Andersdenkenden bzw. der "gefährlichen Sekte" zu warnen.

Insgesamt sollte diese Aufstellung
jedoch genügen, um wenigstens die einseitige staatliche Subventionierung des kirchlichen Tuns in Zukunft zu stoppen und die beiden Großkirchen endlich mit anderen Gemeinschaften gleichzustellen, wie es das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschlands schon seit 1949 fordert.
Die sexuellen Verbrechen sind dabei so umfangreich, dass sie nicht hier, sondern in einer eigenen Ausgabe zusammengestellt sind.

Inhalt

Anlass für die Veröffentlichungen

"An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen"

Inquisition und Sektenbeauftragte

Den Kirchen wird der Spiegel vorgehalten

Auszüge aus der Mord-Bilanz in der Kirche

Strafrechtlich verfolgte Taten

Pfarrer schmuggelt Drogen und ist beteiligt an Porno-Verbreitung

Pfarrer erschleicht Zuschüsse

Buchhalter der Kirche veruntreut Geld zum Umbau einer Luxusyacht

Tod durch Erfrieren: Engagierte Lutheranerin brachte sich und ihre drei Kinder um

Evangelische Kirchenchristin brachte neun Säuglinge um, Innenminister lenkt ab

Private Hinrichtungen: Evangelischer Aushilfskantor brachte drei Menschen um

Katholische Pfarrgemeinderätin zu lebenslanger Haft verurteilt: Neun hilflose Menschen getötet

Katholischer Priester ermordet schwangere Geliebte und schneidet sie in Stücke

Nach intensivem Bibelstudium Tochter zu Tode geschüttelt

Engagierte Protestantin bringt vier bis sechs Patienten um. Sie möchte 5.Gebot ändern

Evangelische Kirche kommt nicht nur Ruhe: Drogen, Diebstahl, Selbstmorde

Streit um Sex: Evangelischer Bibelfanatiker ersticht seinen Sohn

Messerstecherei, Unterschlagung, evtl. Erpressung: Katholische Kirche kommt nicht zur Ruhe

 Priester wegen Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42 Entführungen angeklagt

Stellvertretender Dekan verspielte Spendengelder im Casino

Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor ersticht seine Frau

Evangelische Pastorin wegen Stalking verwarnt

Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester wegen 101 Straftaten angeklagt

     Priester mit Messer beim Diebstahl in Sex-Shop ertappt - Porno-DVDs sicher gestellt

Gläubiger junger Mann erschießt seine ganze Familie

Mord: "Gute Seele der Gemeinde" überschüttet Kinder und sich mit Benzin und zündet alle an

Folter und Gewaltherrschaft in kirchlichen Kinderheimen

Eigene Kirche "ausgeplündert": Evangelischer Finanzchef zu sechs Jahren Haft verurteilt

Katholik brachte pflegebedürftige Mutter bei privatem Exorzismus versehentlich um

Volltrunken über rote Ampel: EKD-Ratsvorsitzende von Polizei abgeführt

Schwerer Vorwurf gegen die evangelische Diakonie: Schutzbefohlene schwer misshandelt


Nicht strafrechtlich verfolgte Taten bzw.
Vorkommnisse oder Sachverhalte ohne Bezug zum Strafrecht


Pfarrer schlägt auf dem Wochenmarkt zu

Ein Beispiel für Mobbing

Streit um Testament - Kirche erkennt Widerruf einer Seniorin nicht an

Kampagne gegen Kirchenaussteiger, "Unbedenklichkeitsbescheinigungen" für Kirchentreue

 Abtreibung: Katholische Kirche ächtet 11-Jährige und beschließt für sie die "ewige Hölle"

Evangelische und katholische Heime in der Bundesrepublik: Ein Ort von Leiden und Qualen

Evangelische Inquisition macht Geschäft einer allein erziehenden Mutter kaputt

"Hostienschändung" schlimmer als Kinderschändung? Kirchengänger von Dekan angegriffen

Nach Kirchenaustritt: Kirche "outet" Homosexuellen

Die Lehre von Opus Dei, dem "Motor der Kirche": Abtötung von bestimmten Regungen

Heinrichsfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher

Keine Tiere erlaubt: Priester verweist blinde Frau mit Blindenhund aus der Kirche

Bundestag untersucht Misshandlungen von Kindern in kirchlichen Heimen

11-jähriges Mädchen von Priester geohrfeigt, weil sie Hostie nicht sogleich schluckte

Offener Streit von zwei Priestern während kirchlicher Trauung - Eskalation bis zur Ohrfeige

Kongo: Katholische Hilfsorganisationen unterstützten massakrierende Rebellen

Folter und brutaler Missbrauch im römisch-katholischen Karmeliter-Kinderheim in Lehmen


 

Auszüge aus der Mord-Bilanz in der Kirche

Mord an Andersgläubigen im eigenen Land; Inquisition: Jahrhunderte lang; ca. eine Million Tote
Mord an Andersgläubigen im eigenen Land und außerhalb; Judenmord; viele Millionen Tote
Mord an Andersgläubigen in anderen Ländern, v. a. Moslems; Kreuzzüge: viele Millionen Tote
Mord an Ureinwohnern eroberter Länder, z. B. Indianer: ca. 100 Millionen Tote, der größte Völkermord aller Zeiten
Mord an Kriegsgegnern und deren Familien; zahllose von der Kirche inspirierte und gesegnete Kriege; viele Millionen Tote
Mord an Behinderten; gefordert, beteiligt oder geduldet, z. B. im Dritten Reich; Tausende von Toten
Mord an Regimegegnern von Diktaturen unter direkter kirchlicher Beteiligung, z. B. in Argentinien;
(mehr dazu hier; oder unsere Meldung hier)

Mord an Volksgruppen innerhalb eines Staates unter direkter kirchlicher Beteiligung;  z. B. Serben in den 40-er Jahren in Kroatien oder Tutsi in den 90-er Jahren Ruanda
Mord an Tieren; Abwertung als "seelenlose" Wesen und Freigabe zur Schlachtung; Milliarden und Billionen von Toten

 

Strafrechtlich verfolgte Taten


2001-2003

28.11.2001 – Pfarrer wegen Drogenschmuggels verurteilt - "Der 49-jährige Pfarrer N. N. war im Oktober 1997 wegen Drogenschmuggels zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, wovon er 22 Monate verbüßte. Anschließend hatte ihn die Kirche suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet, wogegen der Theologe Berufung einlegte. Dies sicherte ihm die Fortzahlung der Hälfte seines bisherigen Gehalts bis zur endgültigen Entscheidung. Der Pfarrer engagiert sich auch bei einem Unternehmen, das über das Internet Porno-Bilder und Videoclips von Homosexuellen vertreibt" (zit. nach idea-spektrum). [2009] - Wie der Konflikt ausging, ist nicht näher bekannt.


16.10.2002Zuschüsse erschlichen – Gericht verurteilt bayerischen Pfarrer (idea-spektrum). "Weil er für Jugendfreizeiten Teilnehmerlisten fälschte und mit Hilfe einer Gabenkasse einen Parallelhaushalt für seine Gemeinde führte, ist jetzt ein evangelischer Pfarrer in München zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Die Strafe wird für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt."
Der Pfarrer "machte den Finanzskandal in Münchens Evangelischem Kirchengemeindeamt mitverantwortlich für sein Verhalten. Im Frühjahr 2000 konnte die Kirchenbehörde über den Verbleib vom mehr als 11 Millionen Euro  vorübergehend keine Auskünfte geben, weshalb auch die betroffene Kirchengemeinde ohne ordentlichen Haushalt arbeiten musste."


22.10.2002 – "Mit Millionenbetrug Kindheitstraum erfüllt – Buchhalter des Evangelischen Regionalverbands angeklagt" (Main-Echo). Der evangelische Finanzexperte hat mit den veruntreuten 1,3 Millionen DM den Umbau eines Minensuchbootes zur Luxusyacht finanziert.



Ab 2005


8.3.2005 - Tod durch Erfrieren: Engagierte Lutheranerin brachte sich um und nahm ihre drei Kinder mit - Die Vize-Vorsitzende des evangelischen Kirchenvorstands von Groitzsch bei Leipzig, U. B., galt als "Eckpfeiler" der lutherischen Kirchengemeinde. Jetzt wurde sie mit ihren drei Töchtern erfroren in einer Feldsenke aufgefunden. Neben den Toten lagen zwei Bibeln. Hinsichtlich der Todesursache wird noch ermittelt. Unmittelbar vor dem Tod versuchte Frau B. noch, mit dem Bürgermeister wegen der Sanierung der Kirche Kontakt aufzunehmen. Auch die Kinder (4, 8 und 10 Jahre) kamen regelmäßig in die evangelische Kirchengemeinde. Sie wolle sich ihrem Gott nähern, soll die engagierte Lutheranerin kurz vor dem tragischen Ereignis einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge gesagt haben (4.3.2005).
Welches sind mögliche Hintergründe? Ihr Vorbild Martin Luther lehrte z. B., dass der Mensch keinen freien Willen habe - er werde entweder von Gott oder dem Teufel gesteuert, was man an dessen Leben erkennen könne. Glaubte Frau B. vielleicht, sie werde vom Teufel gesteuert und wollte sie womöglich deshalb ihrem Leben ein Ende machen? Hierzu kann auf Martin Luther verwiesen werden, der davor warnte, sich allzu sehr mit dem von ihm gelehrten Gott zu beschäftigen und zuviel wissen zu wollen. Unweigerlich stürze man nach Luther aus der Höhe seiner Spekulation ab, geht "zu Boden", gerate in "sichere Verzweiflung", renne wie gegen eine eiserne Mauer und breche sich auf jeden Fall den Hals. "Zuletzt habe sich die Frau immer stärker in das Studium der Heiligen Schrift vertieft", bestätigt auch
Spiegel online (7.3.2005). Die Kirche, für die in der Bibel das verbindliche Wort Gottes steht, will mit dem Tod ihrer Mitarbeiterin jedoch nichts zu tun haben. Wehe aber, ein Angehöriger einer religiösen Minderheit wäre unter diesen Umständen tot aufgefunden worden! Die Kirche würde zur Hexenjagd blasen, und die Minderheit müsste mit dem Allerschlimmsten rechnen. Bei einem Täter aus den Reihen der Kirche traut sich aber offenbar keiner aus dem Umfeld des Dramas, eine kritische Rückfrage zu stellen.
Das besonders Infame bei den Berichten über die Familientragödie von Groitzsch: Obwohl die Frau evangelisch-lutherisch war, verdächtigten die Inquisitoren der Kirche kleinere Gemeinschaften, denen sich die Lutheranerin vielleicht insgeheim genähert haben könnte. Die beargwöhnten Mormonen mussten sich deshalb öffentlich rechtfertigen, dass sie nichts damit zu tun haben.
Näheres zu den Abgründen der lutherischen Lehre lesen sie bei:

http://www.theologe.de/theologe1.htm, einem fiktiven Gespräch zwischen einem Journalisten und einem Theologen, dort u. a. in den Kapiteln Rechtfertigung?, Wer ist Gott? und Nicht die Bibel allein.
 



5.8. / 15.8.2005 / 16.5.2006 - Evangelische Kirchenchristin brachte neun Säuglinge um - Evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) lenkte ab und beschuldigte die DDR - Wie ist der Mord an neun Säuglingen durch die eigene Mutter zu erklären? Brandenburgs evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm von der CDU, ein ehemaliger General aus Westdeutschland, antwortet dazu in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel: "Ich glaube, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung eine der wesentlichen Ursachen ist für die Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft" (zit. nach Spiegel online, 3.8.2005). Das Kirchenmitglied Jörg Schönbohm antwortet dabei so, wie es im Laufe der Geschichte sonst immer die kirchliche Inquisition praktiziert hatte: Die Fehler und Verbrechen der eigenen Kirche werden nach außen auf andere projiziert, und diese Außenstehenden werden dann dafür heftig bekämpft. So auch hier.
 
Zu den Einzelheiten:
Immer wenn Jörg Schönbohm das Sonntagsläuten der Kirchenglocken hört, denkt er daran, "wie ich mit meinen Kindern während ihrer Konfirmation in die Kirche ging" (Berliner Morgenpost, 25.4.2004). Daran denken vielleicht auch die Eltern der mutmaßlichen Neunfach-Mörderin Sabine H.: "Oft gingen die Eltern mit den Töchtern zur Kirche", berichtete die Presse (Bild, 2.8.2005). Es ist die evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirche, deren Glocken heute wie damals in Brieskow-Finkenheerd läuten. Der Vater von Sabine H. saß dort als Kirchenvorsteher sogar im Leitungsgremium der evangelischen Gemeinde (Spiegel Nr. 32/2005), und die heutige Pfarrerin Christiane Mantschew versicherte jetzt den Angehörigen von Sabine H.: "Wir lassen euch auf diesem schweren Weg nicht allein" (Antenne Brandenburg, 3.8.2005).

"Sabine wurde von ihren Eltern sehr religiös erzogen. Sie waren sehr streng mit ihr und ihrer Schwester Jutta", schreibt Bild nach Befragung ihres Geliebten Bernd B. am 3.8.2005 "Deshalb hatte sie so ein großes Bedürfnis nach Geborgenheit", so wörtlich die Aussage des Geliebten. Und eine ehemalige Mitschülerin erklärt, dass Sabine sich "schon früh mit vielen Männern eingelassen habe" (Spiegel online, 3.8.2005), womöglich, um dieses Bedürfnis nach Geborgenheit zu stillen. So zumindest wäre eine nahe liegende Schlussfolgerung - und nicht eine "von der SED erzwungene Proletarisierung" der jungen Frau, wie das der streitbare Kirchenmann von der CDU gern hätte, um die mögliche Mitverantwortung seiner Kirche zu leugnen und die Tragödie einem politischen Gegner in die Schuhe schieben zu können. Das Gegenteil ist nachweisbar. Denn die Familie von Sabine H. war eine kirchliche Insel in der sonst vom Kommunismus geprägten materialistischen Umwelt. "Die waren doch kirchlich, das war ein gutes Elternhaus" und "die Sabine war doch als Kind so intelligent", so die Nachbarin glaubhaft (Spiegel online, 3.8.2005).

Eine strenge kirchliche Erziehung steht im Katholizismus und im Protestantismus zudem auf Kriegsfuß mit einer Empfängnisverhütung durch Pille, Kondome und andere Verhütungsmittel. Auch dieses Thema spielt hier eine Rolle: "Von Verhütung hat sie nicht viel gehalten", sagte die Staatsanwältin Anette B. über die Täterin (Spiegel online, 3.8.2005). Und auch hier scheidet die DDR als Verantwortliche für eine solche Lebenseinstellung aus. Denn die SED war nicht gegen Verhütung. So fragt auch der Spiegel, ob vielleicht "der verwerfliche Einfluss einer allzu christlichen Erziehung" als ein möglicher Erklärungsansatz für die Tötungen taugen könnte (Nr. 32/2005). Hinzu kommt, dass die Morde bzw. Tötungen von 1988 bis 1999 erfolgten; davon also nur einer in der DDR und acht bereits unter CDU- bzw. SPD-Regierungen der Bundesrepublik.

Der Innenminister und die Säuglingstöterin haben auf jeden Fall eines gemeinsam. Sie gehören beide der evangelischen Kirche an, sind also Glaubensgeschwister in der Tradition Martin Luthers. Allein schon dieser Sachverhalt nötigt dazu, hier einmal näher hinzuschauen. Und dabei stößt man auch auf wesentliche Teile der Lehre Martin Luthers, die heute kaum mehr jemandem bekannt sind, die jedoch Auskunft darüber geben, warum aus der Sicht Luthers solche grausamen Verbrechen passieren. Konkret: Martin Luther lehnt die Willensfreiheit des Menschen ab. Der Mensch sei entweder von Gott oder vom Teufel "besessen", die jeweils als "Reiter" auf ihm sitzen und sein Verhalten steuern. Wesentlich dabei nach Luther ist: Der Mensch könne aus eigener Anstrengung bzw. "Entscheidungsfreiheit" nicht von einem zum anderen Reiter laufen oder denjenigen der beiden Reiter abschütteln, der einen gerade beherrscht. "Sondern die Reiter selbst streiten darum, ihn festzuhalten und zu besitzen" (Martin Luther, Vom geknechteten Willen, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften WA 18, S. 637, 7-22). Und noch heute ist die evangelische Lehre von diesen Aussagen geprägt. Denn bis heute lehrt die evangelisch-lutherische Kirche verbindlich, dass der Mensch in den heilsnotwendigen Glaubensfragen in diesem Sinne keine Entscheidungsfreiheit habe (Augsburger Konfession CA XVIII), was viele Menschen in tiefe Verzweiflung stürzen kann (Näheres lesen Sie dazu in Der Theologe Nr. 1 - Wer folgt Luther nach und wer folgt Christus nach?). Eine Entscheidungsfreiheit wird also nur für kleinere, nicht heilsnotwendige Bereiche anerkannt.

Was könnte dies mit den Kindstötungen an der Oder zu tun haben? Folgende Schlussfolgerung ist denkbar: Wer als Kind oder Jugendlicher mit einem solchen Glauben aufwächst oder damit in Berührung kommt, der steht zumindest in Gefahr, die Verantwortung für das eigene Leben und für das Leben anderer nicht oder nicht ausreichend wahrzunehmen. Folgerichtig fragt die heutige evangelisch-lutherische Pastorin von Brieskow-Finkenheerd, Christiane M., im Zusammenhang der neun toten Kinder auch: "Wo war Gott?" (Berliner Zeitung, 4.8.2005) Also nicht: "Was hat der Mensch nur getan?" Sondern: "Wo ist Gott gewesen? Was hat er getan oder unterlassen?" Und diese Fragen stellt man nicht nur angesichts der grausigen Funde in Brieskow-Finkenheerd. So fragen die evangelischen Kirchenleute immer, wenn ein Verbrechen oder eine Katastrophe geschieht. Und das ist aus ihrer Sicht auch folgerichtig. Denn wenn Gott und der Teufel um die Zügel streiten würden, um den Menschen "reiten" zu können, dann müsste man in der Tat Gott fragen, warum er den Teufel nicht von Sabine H. weggetrieben hätte und sich selbst an dessen Stelle gesetzt hätte. Die grausame Antwort Martin Luthers darauf ist die Prädestination, die Vorherbestimmung des menschlichen Schicksals - angeblich durch Gott. Was für eine Glaube dieses "großen Deutschen"! Zwar lehrt die heutige lutherische Kirche nur noch die "Vorherbestimmung der zum Heil Geretteten", doch für die andere Gruppe, die "Verdammten", bringt das im Ergebnis nicht die geringste Verbesserung. Auch wenn ihr Schicksal nun nicht mehr als von Gott vorherbestimmt dargestellt wird wie bei Martin Luther, sondern nur noch als "vorhergesehen", so läuft es nämlich im Ergebnis auf das gleiche hinaus: Verdammt ist nun mal verdammt. Hier tun sich furchtbare Abgründe auf.
Anstatt also Gott (als vermeintlich zweiten Schuldigen nach der DDR) zu verdächtigen, sollte lieber gefragt werden: "Wo war die Kirche? Was lehrt die Kirche? Wo hat sie dazu beigetragen, dass es so weit kommen konnte?"

"Jede totalitäre Herrschaft verdirbt die guten Sitten, knechtet den freien Willen," kommentiert Claus Christian Malzahn die Ereignisse in Spiegel online (5.8.2005). So könnte man in diesem Zusammenhang schlussfolgern: Luthers Staatsverständnis war das einer totalitären Herrschaft (vgl. die Staatslehre von Luther und der evangelischen Kirche), und die Untertanen wie die Herrscher haben nach Luther sowieso keinen freien, sondern eben einen "geknechteten Willen". Doch der Journalist meinte - ganz auf der Linie des CDU-Innenministers - ebenfalls die DDR ...

Der evangelische Ex-General ruderte nach deutlicher Kritik auch aus seiner eigenen Partei etwas zurück und entschuldigte sich, dass er Menschen "verletzt" habe (Main-Post, 5.8.2005). Gleichzeitig legte er aber kräftig nach: "Wertevermittlung" sei in der DDR "sehr klein geschrieben" gewesen. "Und in der DDR war es ja auch so, dass man gut dabei fuhr, wenn man nicht zu sehr Anteil nahm am Nachbarn oder anderen Dingen." Ist das zutreffend? So hatte er es vielleicht in bestimmten politischen "Fortbildungs"-Veranstaltungen über Ostdeutschland gelernt, bevor er dort sein Regierungsamt angetreten hat. Seine Deutungen im Zusammenhang der Säuglingstötungen würde er allerdings "heute anders formulieren" (Main-Echo, 5.8.2005). Gleichzeitig weist er eine Verbindung mit der Bundestagswahl zurück. "In den Wahlkampf gehört das aber nicht rein" (Bild, 5.8.2005).

Auch wenn Innenminister Jörg Schönbohm mit seinen Thesen wenig Zustimmung fand - sein Ablenkungsmanöver vom religiösen Umfeld seiner Glaubensschwester Sabine H. war ein voller Erfolg. Und darauf kam es wohl in erster Linie an, ganz gleich, ob dies nun bewusst oder unbewusst geschah. Denn anstatt über die nachgewiesene kirchliche Erziehung bzw. Sozialisation der Täterin zu sprechen, diskutierten die Medien in diesem Zusammenhang über die Politik und die Mentalität der Menschen in der DDR. Und zur Ablenkung gehört auch, wenn man nicht so genau auf die Täterin und ihr kirchliches Umfeld schauen will, sondern das Gewicht der Berichterstattung stattdessen auf das angebliche "Weggucken" der benachbarten Atheisten verlagern will. Auch dazu Jörg Schönbohm: "Mir geht es um die Teilnahmslosigkeit, das Weggucken" (Bild, 4.8.2005). Natürlich auch ein wichtiges Thema, aber hier ist die Gewichtung verkehrt. Denn zuerst sollte man auf den Täter und sein Umfeld schauen, dann kann man unter Umständen als zweites die Nachbarn in Blick nehmen. Dies wird auch von Spiegel online nicht ausreichend berücksichtigt, wo nun plötzlich das "Konzept der sozialistischen Dörfer (ohne Kirche)" ins Schussfeld gerät. Und der Autor Claus Christian Malzahn steht darüber hinaus sogar in Gefahr, zum Demagogen zu werden, wenn er es als "politisch notwendig" erklärt, darüber nachzudenken, "warum in Frankfurt Oder neun Säuglinge von ihrer Mutter umgebracht worden sind - und nicht in Frankfurt am Main" (5.8.2005). Ohne einen statistisch exakten Vergleich der Anzahl und Schwere von Verbrechen im Verhältnis zu den Einwohnerdaten einer bestimmten Region sind solche Aussagen nur politische Brandstiftung. Erst wenn das Frankfurt an der polnischen Grenze nachgewiesenermaßen deutlich schlechter abschneiden sollte als das Frankfurt mit den Bank-Hochhäusern (was zu bezweifeln ist; trotz der bestimmte Verbrechen begünstigenden Grenzlage zu Osteuropa), könnte man über mögliche Ursachen in dieser Richtung nachdenken.

Dieses hier dargelegte kirchliche Ablenkungsmanöver von den eigenen Vergehen, Versäumnissen und Lehren ist übrigens eine in der Politik der Kirche vielfach bewährte Methode. Und es wird immer wieder versucht. Auch beim Selbstmord einer engagierten Lutheranerin im vergangenen Winter in Groitzsch bei Leipzig, bei dem die Frau ihre drei Kinder "mitnahm", wurde der Verdacht von einzelnen Kirchenleuten zuerst auf die völlig unbeteiligten Mormonen gelenkt. Und obwohl neben den erfrorenen Leichen eine Bibel gefunden wurde, sah sich die Kirche wie immer als nicht betroffen ...
Lesen Sie dazu auch: Groitzsch bei Leipzig - Engagierte Lutheranerin ging mit ihren Kindern in den Tod

... PS: Neue furchtbare Tragödie am 7.8.2005: Eine Mutter (30) tötete ihre zwei kleinen Kinder (5 Jahre und 22 Monate) - diesmal im Westen Deutschlands, in Essen.

8.8.2005 - Übrigens: Wäre Sabine H. römisch-katholisch, bräuchte die Polizei mit ihr nach katholischem Glauben nur zum Weltjugendtag nach Köln zu fahren. Dort könnte sie nach römisch-katholischer Lehre eine vollständige Vergebung ihrer Sünden und einen ebenso vollständigen Ablass ihrer Sündenstrafen und damit den sofortigen Zugang zum Himmel erhalten. Die ermordeten Säuglinge jedoch müssten nach katholischer Lehre ewig auf die Anschauung Gottes verzichten (die mildeste Form der Hölle), da sie vor ihrem Tod nicht getauft wurden.
(Lesen Sie dazu auch in der Schrift der Freien Christen, Ausgabe Nr. 6, wie die katholische Kirche jungen Eltern droht) Es sei denn, der katholische Gott würde sich (inoffiziell) doch erbarmen und einen "Heilsweg" finden, was manche katholische Amtsträger nicht mehr ausschließen möchten (nachdem es allerdings Jahrhunderte lang ausgeschlossen wurde).
Es ist zum Gotterbarmen mit diesen Kirchen, die trotz solcher abstruser Lehren vom Staat über Wasser gehalten werden. Nämlich durch die staatlichen Subventionen, ca. 14,15 Milliarden € pro Jahr, für innerkirchliche Zwecke und weitere ca. 10 Milliarden € jährlich für kirchliche Sozialleistungen
(siehe www.stop-kirchensubventionen.de), mit denen sich die Kirchen fälschlicherweise gerne selbst schmücken. Dabei zahlen alles wir Bürger.
 



7.12.2005 / 13.10.2006 - Private Hinrichtungen: Evangelischer Aushilfskantor brachte drei Menschen um -
N. N. (35), Aushilfskantor in der Katharinenkirche in Werda/Sachsen, erschoss am 1.12. und 2.12.2005 kaltblütig seine ehemalige Freundin, seinen ehemaligen Chef und seinen ehemaligen Schwager. Seine Freundin hatte ihn verlassen, sein Chef hatte ihn vor ca. einem Jahr entlassen und sein Schwager hatte einst seiner Schwester, der Frau von N. N., geraten, sich von ihrem Mann zu trennen (idea-spektrum, 7.12.2005). Zu Beginn der Adventszeit entschied nun der ehrenamtliche Kirchenmitarbeiter, die Menschen hinzurichten, die ihn am meisten geärgert hatten. Ob Luthers tückisches Wort "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer" dazu beitrug, die Hemmschwelle für die Tat zu senken, müsste untersucht werden.
 



19.1. / 22.2.2006 - Katholische Pfarrgemeinderätin zu lebenslänglicher Haft verurteilt - Neun hilflose Menschen getötet - Der Prozess gegen M. G. aus Wachtberg in Nordrhein-Westfalen ist am 22.2.2006 zu Ende gegangen. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat sie als Altenpflegerin zwischen 2003 und 2005 insgesamt neun Frauen im Alter zwischen 79 und 93 im Alten- und Pflegeheim Limbachstift mit einem Kissen erstickt. Ihre Geständnisse hatte sie zuletzt widerrufen, was für das Gericht jedoch nicht glaubwürdig war. Das Gericht stellte außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest, so dass eine Freilassung der Pflegerin auf Bewährung nach 15 Jahren Haft ausgeschlossen ist. Die engagierte Katholikin "half ... im Pfarrgemeinderat der Kirche, spielte Bariton und Ventilposaune" (Bild, 19.6.2006). Sie litt nach Angaben der Verteidigung an "Minderwertigkeitskomplexen" und der "Gier nach Anerkennung". Dies ist insofern von gesellschaftlicher Bedeutung (und wird auch nur deshalb hier erwähnt), da die kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten in Verbund mit den Medien eine massive Hexenjagd auf religiöse Minderheiten eröffnen würden (siehe dazu Der Theologe Nr. 12 - Der Sektenbeauftragte, der neue Inquisitor), wenn ein Angehöriger einer solchen kleineren Gemeinschaft auch nur einen Bruchteil der Verbrechen begehen würde, die bei Mitgliedern der Großkirchen sehr häufig passieren. Dabei projizieren die kirchlichen Theologen die Verbrechen, Skandale und krankhaften Persönlichkeitsstörungen in den eigenen Reihen immer wieder auf die kleinen Gruppen und ihre Anhänger (siehe dazu z. B. den Theologen Nr. 1 über die Projektionen der evangelisch-lutherische Lehre auf Andersgläubige) und versuchen, diese damit zu verleumden. Erst im vergangenen Jahr wurde ein Mitglied der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, das eine ausgeprägt evangelische Erziehung erhielt, nach der Ermordung von neun ihrer Kinder festgenommen. Der ebenfalls evangelische Innenminister Jörg Schönbohm lenkte damals vom kirchlichen Hintergrund ab, indem er die Verhältnisse in der DDR beschuldigte.
 



20.4.2006 -
Gleich nach dem Urbi et Orbi: Priester erwürgt schwangere Geliebte und schneidet sie in Stücke - doch Kirche warnt weiter vor Andersgläubigen - Kaum war das "Urbi et Orbi" in Rom gesprochen (und der "Ablass" von allen "Sündenstrafen" erteilt), beging ein römisch-katholischer Priester in Mexiko gleich ein besonders schlimmes neues Verbrechen. Er erwürgte nach der Ostermesse seine schwangere Geliebte und zerschnitt sie anschließend in Stücke. Die Leichenteile packte er in Tüten und warf sie in der Nähe des Friedhofs weg. Laut der Mutter des Opfers "habe die Tochter den Priester kennen gelernt, als sie 13 Jahre alt war". Beide haben bereits ein gemeinsames Kind. Derzeit wird ermittelt, ob der "Hochwürden" ein Serientäter sein könnte.
Siehe dazu http://www.netzeitung.de/vermischtes/393433.html.
Der grausame Mord an der Frau ist ein weiterer Anlass für die Frage: Wann beginnt die Kirche, vor ihren eigenen Leuten zu warnen statt vor religiösen Minderheiten? Denn das, was die kirchlichen "Sektenbeauftragten" den Anhängern kleinerer Gemeinschaften unterstellen, sind meist Projektionen der eigenen Fehler, Vergehen und Verbrechen. Und wovor man bei missliebigen religiösen Minderheiten warnt, sind bei näherem Hinsehen vielfach dokumentierte Auswirkungen bzw. Auswüchse des eigenen kirchlichen Glaubens. In diesem Fall kann gefragt werden, ob der mindestens zweimal jährlich gewährte vollständige "Ablass" aller "Sündenstrafen" für gläubige Katholiken (zu Weihnachten und zu Ostern) nicht dazu beiträgt, die Hemmschwelle für neue "Sünden" und "Verbrechen" zu senken.
 



5.6. / 14.6.2006 - Nach intensivem Bibelstudium fünfjährige Tochter zu Tode geschüttelt? Vater verhaftet - Seit einem schweren Verkehrsunfall hat der Mann aus Wila im Schweizer Kanton Zürich "intensiv die Bibel studiert", schreibt das Oltner Tagblatt (27.5.2006). "Ich will meine Kinder nach alttestamentarischen Vorstellungen erziehen", so der 40-Jährige im Bekanntenkreis. Nach dem Motto "Frauen seien den Männern untertan" [Anmerkung: steht auch im Neuen Testament; Epheser 5, 22 und drei weitere Stellen] "habe der Vater seine Kinder [die Töchter S. (8) und G. (5)] mit Brutalität erzogen und immer wieder hart bestraft", z. B. durch Schläge, Schleifen durch die Wohnung, stundenlanges Stehen und Essensentzug ... "Zudem hätten beide Töchter kaum das Haus verlassen dürfen und fast kein Spielzeug besessen." Am 9.5.2006 starb nun die Tochter G. an einer Gehirnblutung, aller Wahrscheinlichkeit nach unmittelbar nach einer schweren "Züchtigung" durch den Vater. Im Alten Testament, das dieser in seiner Erziehung verwirklichen wollte, heißt es z. B.: "Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben" (2. Mose 21, 17). Oder: "Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn [oder eine Tochter] hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen ... So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun ..." (5. Mose 21, 18-21). Oder: "Lass nicht ab, den Knaben [das Mädchen] zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er sein Leben behalten; du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode" (Sprüche 23, 13). Für das Kind gilt demgegenüber schlicht und einfach: "Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat" (Sprüche 23, 22).
Zwar ist der Mann im vorliegenden Fall kein Mitglieder einer der beiden Großkirchen, er hält sich jedoch hinsichtlich der Bibel an deren Lehre, weswegen die Tragödie hier auch mit aufgelistet ist. So ist nach kirchlicher Lehre sowohl das Neue als auch das Alte Testament "reines" "Wort Gottes" (siehe dazu die Einleitung in Der Theologe Nr. 8). Trotz wiederholter Kritik und vieler Anfragen weigern sich die beiden Großkirchen bis jetzt massiv, Stellen wie die hier genannten davon auszunehmen, "reines Gotteswort" zu sein. Damit leisten sie mutmaßlichen Verbrechen wie dem in Wila/Schweiz Vorschub.
Der Bibelanhänger aus dem Kanton Zürich soll sich zuletzt sogar mit Jesus identifiziert haben. Dass Jesus keine Kinder schlug und auch solche Anweisungen weder gab noch bestätigte, hinderte den Vater aber nicht daran, die "alttestamentliche" Erziehung beizubehalten. Der Polizei gegenüber sagte er aus, seine Tochter sei die Treppe hinunter gefallen, was aber nicht mit der Art ihrer tödlichen Verletzungen übereinstimmt (vgl. dazu auch unten die Meldung Streit um Sex: Evangelischer Bibelfanatiker ersticht seinen Sohn).
 



7.10.2006 / 18.4. / 29.6.2007 / 12.4.2010 - Von schwer kranken Patienten genervt? Engagiertes evangelisches Gemeindemitglied bringt vier, fünf, sechs oder mehr Menschen um / Sie möchte 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") ändern - Die Krankenschwester I. B. (54) aus Berlin-Reinickendorf arbeitete auf der kardiologischen Intensivstadion des Berliner Klinikums Charité. Zwei schwerkranken Patienten soll sie vor kurzem die 1000-fache Überdosis des Blutdruck senkenden Medikaments Nitroprussid-Natrium verabreicht haben. Auch ein dritter Mord (eine 48 Jahre alte Frau, die sie am 19.9.2006 zu Tode spritzte, während deren Mann arglos an ihrem Krankenbett saß), vierter Mord (eine Woche später ein 52 Jahre alter Mann) und fünfter Mord wird ihr vorgeworfen sowie zwei weitere Mordversuche. Geständig ist sie jedoch "nur" bei vier Morden. Für fünf Morde wurde sie schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt.
I. B. ist überzeugte evangelische Kirchenchristin, "ging regelmäßig zum Gottesdienst", lächelte meist milde und summte kirchliche Lieder. "An Weihnachten legte sie Nachbarn kleine Präsente vor die Tür" (Bild, 7.10.2006). Und "zum Kirchentag habe sie sogar Besucher in ihrer kleinen Wohnung einquartiert" (Die Welt, 7.10.2006). Doch keiner kannte bisher ihr grausames Geheimnis, wenn sie ihre Spritze zog. Bei ihrem ersten Mord soll sie wütend über die Unruhe des Mannes gewesen sein und sich geärgert haben, dass sie kurz vor Schichtende einen solchen Fall betreuen sollte" (Bild, 18.4.2007). Das war möglicherweise das Todesurteil für den Mann.
Weil I. B. so kirchlich war, wurde "Mitleid" mit den Kranken als Mordmotiv vermutet. Doch Isabelle H., Direktorin der Charité-Klinik für Psychiatrie, glaubt nicht daran: "Bei der Tötung von Patienten schwingen sich Krankenschwestern meist in einer Art größenwahnsinnigen Fantasie zu Herren über Leben und Tod auf. Mitleid und Mitgefühl sind aller Erfahrung nach nur vorgeschoben" (Bild, 7.10.2006; vgl. auch http://www.netzeitung.de/vermischtes/445519.html). Auch die ermittelnde Polizisten habe "den Eindruck gehabt, dass die Angeklagte von den schwer kranken Patienten genervt gewesen sei" (Netzeitung, 9.5.2007).
Sie selbst erklärte dazu gegenüber dem Berliner Psychiater Alexander Böhle: "Die ´von Menschen gemachten zehn Gebote gehören dringend überarbeitet` ... Das Gebot ´Du sollst nicht töten` sollte man umformulieren in ´Du sollst nicht Schaden zufügen`. Doch was ist Schaden?" Der Psychiater fragte sie, "ob sie sich denn als eine Agentin des göttlichen Willens verstehe. Das lehnte sie ab. Sie sei nur eine am göttlichen Willen Mitwirkende" (Spiegel online, 22.6.2007).
In den evangelischen Sonntagsgottesdiensten verheimlichen die Pfarrer derweil die dunklen Abgründe der evangelischen bzw. lutherischen Lehre. Oder sie jonglieren damit. So lehrt z. B. Martin Luther: "Wenn Gott lebendig macht, tut er es also, indem er tötet, wenn er rechtfertigt, tut er es also, indem er schuldig macht, wenn er in den Himmel führt, tut er es, indem er in die Hölle führt, wie die Schrift sagt: ´Der Herr tötet und macht lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus`, 1 Sam 2" (Weimarer Ausgabe der Lutherschriften 18, S. 633, vgl. Der Theologe Nr. 1). Nach dem Glauben Luthers tötet Gott durch die menschliche Obrigkeit. Und "die Hand, die ... tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen, sondern Gottes Hand" (Weimarer Ausgabe 19, S. 623-662). Von Martin Luther sind viele vergleichbare Glaubenssätze überliefert (vgl. auch Der Theologe Nr. 3), und es ist nahe liegend, dass er dadurch auch zum Anstifter von manchen religiösen Tötungsphantasien wurde und wird. So haben z. B. einige seiner Nachfolger in der evangelischen Diakonie entschieden, behinderte Menschen "dem Schöpfer zurückzugeben" (Beleg dafür in Der Theologe Nr. 3). Und auch das 5. Gebot haben beiden Großkirchen ohnehin schon geändert und interpretiert es als "Du sollst nicht morden" (so wird es z. B. bereits in der Einheitsübersetzung zitiert), um das "Töten" im Krieg rechtfertigen zu können.

Anstatt hier einmal die Zusammenhänge zu untersuchen, verleumdet der Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, jedoch friedfertige Kirchenaussteiger, die sich in kleineren Gemeinschaften versammeln, und warnt vor ihnen - obwohl er die Aufgabe hätte, in seiner eigenen Kirche z. B. die Verbrecher zu finden (vgl. dazu Der Theologe Nr. 12 über die Aufgabe von Pfarrer und Gemeinde und den Beruf des "Sektenbeauftragten"). "Ich glaubte die Patienten bei ihr in guter Obhut", so der Kardiologie-Direktor über die evangelische Krankenschwester.

Innerhalb der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg (mit Bischof Wolfgang Huber an der Spitze) wurde innerhalb eines guten Jahres damit zum zweiten Mal eine Serientäterin entlarvt. Erst im Mai dieses Jahres wurde das ausgeprägt evangelisch aufgewachsene Kirchenmitglied Sabine H. wegen der Tötung von neun ihrer neugeborenen Kinder verurteilt. Und Anfang des Jahres wurde eine engagierte römisch-katholische Krankenschwester wegen neunfachen Mordes im Dienst verurteilt.
Bei Irene Bauer sind viele ihrer ehemaligen Patienten schon eingeäschert oder verwest. Die genaue Zahl der Opfer wird sich deshalb vielleicht nicht ermitteln lassen. Zu Beginn des Prozesses am 18.4.2007 bittet I. B. die Angehörigen ihrer Opfer zwar formal um "Vergebung". Doch sie zeigt dabei nur "Bedauern", "aber keine Reue" (Bild, 18.4.2007). Sie rechtfertigt die Morde weiter damit, die Opfer "in deren Willen und zu deren Wohl" getötet zu haben. Doch warum hat sie dann z. B. eine schwerkranke Frau in Gegenwart ihres Mannes umgebracht, die sich gewünscht hatte, nach Hause verlegt zu werden, um dort in Ruhe sterben zu können?
Auch drei Jahre später ist sie weiter uneinsichtig: "Ich bereue nichts" (spiegel.de, 12.4.2010). Das braucht sie gemäß der Lehre ihrer Kirche für ihr Seelenheil auch nicht. Hauptsache, sie glaube.
 



12.11.2006 / 17.6.2007 - Evangelische Kirche kommt nicht zur Ruhe: Drogen, Diebstahl, Selbstmorde - Die evangelische Kirche kommt nicht zur Ruhe. Zeitgleich zur Selbstverbrennung von Pfarrer Weißelberg in Erfurt rumorte es in der Gemeindeversammlung von St. Nikolai in Eckernförde. Dort wurde die Pfarrerin auf eine andere Stelle versetzt, da "ihrem Mann Drogenhandel vorgeworfen wird" (Eckernförder Zeitung, 8.11.2006). Das evangelische Pfarrhaus stand damit im Verdacht, Umschlagsplatz für Rauschgift gewesen zu sein. Und der Küster wurde erhängt aufgefunden, nachdem ihm Diebstahl von Spendengeldern bei der "Kollekte" nachgewiesen und er deshalb entlassen wurde.

Aktualisierung:
Im Juni 2007 fliegt der evangelische
Dom in Halberstadt als Drogendepot bzw. Drogenumschlagsplatz auf. Der verantwortliche Küster war gleichzeitig Dealer für Heroin, Kokain und Marihuana. Er wurde jetzt nach 18 Dienstjahren entlassen.
 



26.2.2007 - Streit um Sex: Evangelischer Bibelfanatiker ersticht seinen Sohn - Seit vielen Jahren versucht der 12-fache Familienvater K. K. aus Ratzeburg, andere Menschen zu einem Leben nach der Bibel zu bekehren. Eine Zeitlang ist der Bundesgrenzschutzbeamte im Vorruhestand Mitglied der evangelisch-lutherischen St.-Ansverus-Gemeinde, spendet dort 10 % seines Einkommens. Doch die Gemeinde ist ihm nicht bibeltreu genug, und so tritt er dort wieder aus und wandert reihum in andere evangelische Gemeinden, eckt überall mit seiner Bibeltreue an. Seiner Frau erklärt er, dass er nach den Anweisungen von Paulus im Brief an die Kolosser leben möchte, wo es heißt: "Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt" (3, 18). Die Kinder werden ebenfalls bibelgläubig erzogen und müssen ihm gehorsam sein. Sie "müssen gezüchtigt werden", auch "das steht schon in der Bibel", so K. K. (Spiegel Nr. 9/2007). Und was die Bibel betrifft, hat der Mann auch Recht. Die Züchtigung der Kinder durch die Eltern wird dort sogar mehrfach als angebliches Gotteswort weiter gegeben. Z. B. im Hebräerbrief, wo es heißt: "Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Seid ihr aber ohne Züchtigung, ... so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder" (12, 7-8). Oder im besagten Kolosserbrief in Vers 20: "Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig dem Herrn." Wohlgemerkt: In allen Dingen. Hierzu gehört natürlich auch der Sex. "Ein Christ darf sich nur mit einem unberührten Mädchen einlassen", so K. K. zu seinen ältesten Söhnen.
Der zweitälteste Sohn hält diese Erziehung bald nicht mehr aus und nimmt Drogen. Und: "In Geesthacht zieht er sich vor einer evangelischen Kirche aus, legt die Kleider in Kreuzform vor das Portal, rennt nackt durch die Stadt und springt von einer Brücke in die Elbe." Er kommt die Psychiatrie. Der älteste Sohn T. (22) wehrt sich immer häufiger, zieht zuhause aus und streitet mit dem Vater, so auch kurz vor der Familientragödie, an deren Ende er getötet wird.

Der Sohn zum Vater: "Moderne Mädchen sind keine Jungfrauen mehr." Der Vater zum Sohn: "Du lügst." Der Sohn: "Dann besorg mir doch bis morgen eine Jungfrau." Der Vater: "Das ist unmöglich. Das kann ich nicht." Der Sohn mutmaßlich: "Dann gehe ich jetzt los und vergewaltige eine 13-Jährige" (Der Spiegel).
Es gibt allerdings "nicht den geringsten Anhaltspunkt, dass Thomas K. wirklich eine solche Tat vorhatte", so später der Lübecker Oberstaatsanwalt. "Wenn er sich tatsächlich so geäußert habe, dann höchstens, um den Vater zu provozieren." Sein Vater sieht das jedoch anders und rammt dem Sohn an dieser Stelle der Auseinandersetzung ein Messer in den Rücken. Der Sohn verblutet.

"Ich musste es tun", so der Vater. Mit seiner Tat habe er eine Todsünde verhindert. Gott sei sein Zeuge. Und auch mit dieser letzten tödlichen Züchtigung hat der Vater die Bibel auf seiner Seite. So heißt es im 5. Buch Mose: "Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes ... So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun ..." (18-21)
Nach dem Glauben der beiden großen Kirchen ist die ganze Bibel, Altes und Neues Testament, reines Wort Gottes (siehe dazu die kirchlichen Bekenntnisse in "Der Theologe Nr. 8"). Und Karl K. kann zu seiner Verteidigung zudem noch vorbringen, dass er mit seiner Tat die Gemeinschaft entlastet hätte, die gemäß der Bibel den Sohn hätte töten müssen. Er allein habe es auf sich genommen, den Willen des Gottes der Bibel zu erfüllen.

Wenn Karl K. also demnächst wegen Mord oder Totschlag angeklagt wird, dann sollten auch Vertreter der Organisationen mit auf der Anklagebank sitzen, die bis heute behaupten, die Bibel wäre reines Gotteswort (vgl. dazu auch oben die Meldung Nach intensivem Bibelstudium Tochter zu Tode geschüttelt?).
 



12.4. / 1.5.2007 - Tödliche Messerstecherei, Unterschlagung und unbekannte Gründe für evtl. Erpressung - katholische Kirche kommt nicht zur Ruhe - In Deutschland leben die beiden Großkirchen sprichwörtlich "wie Maden im Speck". Sie erhalten jährlich staatliche Milliardensubventionen, staatliche Gehaltszahlungen für Führungspersonal, genießen staatlichen Kirchensteuereinzug, Steuerbefreiungen, "Gefälligkeiten" und Zuwendungen in unüberschaubaren Höhen (siehe www.stop-kirchensubventionen.de).
In Vechta, das sich "Klein-Vatikan im Oldenburger Land" nennt, nahmen sich Kirchenführer allerdings noch mehr. Die Rechnungsführerin der Kirchengemeinde St. Georg zweigte von 2002-2006 insgesamt 105.000,00 Euro der Friedhofseinnahmen auf das eigene Konto ab und ließ sich das Defizit von der Stadt Vechta "zu Lasten des Steuerzahlers" ausgleichen (Spiegel online, 12.4.2007). Ähnlich trieb es ihr Vorgesetzter, der Propst des Bischöflich Münsterschen Offizialats Vechta. Er unterschlug Spendengelder "im sechsstelligen Bereich", nach eigenen Angaben "für karitative Zwecke". Spiegel online schreibt: "Vermutungen, J. S. sei von dem Oberhaupt der Großfamilie, R. B., erpresst worden, wollte der Anwalt des Priesters nicht kommentieren ... Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte gleichwohl gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass ein Zeuge den Pfarrer ´als Opfer einer Erpressung dargestellt` habe." Und falls dies zutrifft: Womit machte sich der geistliche Leiter des Bischöflichen Offizialats in dieser Höhe erpressbar?
Viel härter als den enttarnten Räuber im Talar, der also vielleicht noch anderweitig erpresst wird (und für den dann Gutgläubige hätten zahlen müssen), traf es einen anderen Priester. Ein Strichjunge beteuerte, einen vom Bistum Trier nach Brasilien entsandten Würdenträger in Notwehr erstochen zu haben. Der Priester habe seinerseits mit einem Messer auf ihn eingestochen, als er sich gegen dessen Zudringlichkeiten zu wehren versucht habe, so der junge Mann. Der Priester war u. a. theologischer Lehrer für den Priesternachwuchs in Brasilien (mehr dazu siehe hier).

Hier soll nicht über diese Dinge, die nur die Spitze eines Eisbergs darstellen und im Einzelfall - wie beim Priester-Ausbilder in Brasilien - noch auf Glaubhaftigkeit überprüft werden müssen, geurteilt werden. Doch der Staat sollte schon jetzt aufhören, die Kirche und ihre Praktiken mit Milliarden aus dem allgemeinen Steueraufkommen zu finanzieren. Kleinere religiöse Gemeinschaften werden ja auch nicht vom Staat finanziert. Stattdessen werden sie in so genannten "Sektenbroschüren" staatlich schikaniert. Doch warum klären die deutschen Staatsbeamten darin nie über die katholische und die evangelischen "Großsekten" auf? (Siehe dazu z. B. auch den Beitrag über das Opus Dei) - vielleicht, weil die Religionsfreiheit im Grundgesetz und das Gleichbehandlungsgebot gegenüber allen gesetzestreuen Gemeinschaften nur liberale Fassaden sind. Stattdessen gibt es faktisch zwei Staatskirchen (was den Steuerzahler zudem doppelt so teuer kommt wie nur eine Staatskirche).
 



7.7.2007 - Im Namen der Kirche: Katholischer Priester wegen Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42 Entführungen angeklagt - Am 5.7.2007 begann in La Plata in Argentinien der Prozess gegen den deutschstämmigen römisch-katholischen Priester C. W. (69). Der Seelsorger war Polizeipfarrer und galt als einer der engsten Vertrauten von Ramón Camps, dem Sicherheitschef von Buenos Aires in der Zeit der Militärdiktatur (1976-1983), während der mehrere Tausend Bürger spurlos und für immer verschwanden. Die Verbrechen des Würdenträgers von Wernich sind kein Einzelfall. Römisch-katholische Bischöfe haben Politiker und Militärs z. B. beraten, wie sie Andersdenkende möglichst unauffällig hinrichten können (mit Drogen voll pumpen und aus dem Flugzeug werfen), und sie haben verantwortlichen Politikern und Militärs die Vergebung ihrer Sünden und den späteren Eintritt in den "Himmel" zugesprochen (mehr dazu siehe hier). Nach römisch-katholischer Lehre behält Hochwürden (wörtlich: H.H. = "Hochwürdiger Herr") C. W. auch beim Nachweis seiner Beteiligungen an den Morden und Folterungen das Recht, stellvertretend für "Gott" den Menschen die Vergebung zusprechen zu können, selbst wenn die eigenen Sünden des Würdenträgers als "Todsünden" beurteilt werden (mehr dazu hier; und wer hier nicht zustimmt, muss nach katholischer Lehre in die ewige Hölle). Doch möglicherweise werden die Untaten von der Kirche ja auch gerechtfertigt, denn der Priester hatte sie ja als Seelsorger im Staatsdienst ausgeübt.

Der Historiker Karlheinz Deschner schrieb im Jahr 1986: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).

 



27.10. / 28.2.2008 - Mindestens 25.000 Euro fehlen - Stellvertretender Dekan wegen Verdachts der Veruntreuung vom Dienst entbunden / Spendengelder im Casino verspielt - Die Frankenpost schreibt: "Wegen des Verdachts auf Veruntreuung von mindestens 25.000 Euro aus der Hilfswerkkasse des Dekanatsbezirks hat der Landeskirchenrat gestern Pfarrer N. N. mit sofortiger Wirkung vom Dienst als Pfarrer in der Kirchengemeinde Erkersreuth (Dekanatsbezirk Selb) entbunden" (27.10.2007;
mehr dazu siehe
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/bayerntitelseite/art2445,733977)
. Es wird weiter ermittelt. Pfarrer Wanner war bis zu seiner Entbindung vom Dienst auch stellvertretender Dekan des Dekanats Selb sowie 2. Vorsitzender des Diakonischen Werks der Dekanate Selb und Wunsiedel und ist dadurch in einem Bereich tätig gewesen, der vielfach von Spenden lebt. Von 1989-1998 war er hauptamtlich auch als stellvertretender Vorsitzender des Diakonischen Werks in Hof tätig.
Wie die Frankenpost am 31.10.2007 berichtet, sei der Amtsträger nach Hinweisen aus der Bevölkerung "öfters in tschechischen Spielcasinos gewesen", und sie fragt: "Verspielte der Pfarrer das Geld?"
(siehe dazu auch nachfolgende Aktualisierung)

Aktualisierung (28.2.2008): - "Viele Christen des evangelischen Dekanats Selb müssen sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass ein Teil ihrer Spenden, die sie in den Jahren 2006 und 2007 für die Diakonie gaben, im Ascher Spielcasino verspielt worden sind", schreibt die Frankenpost (28.2.2008). Der Diakonie-Pfarrer und stellvertretende Dekan N. N. fuhr nachts über die Grenze nach Tschechien und verlor Spendengelder in Höhe von 31.500 Euro unter anderem beim Pokern. Der Staatsanwalt erklärte dazu u. a., dass "die Spenden, die der Pfarrer im großen Stil verprasst habe, in mühevoller Kleinarbeit gesammelt worden. Sie stammten oft von Menschen, für die auch kleine Spenden ein großes Opfer bedeuteten". Nun wurde der Amtsträger zu einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Den Schaden solle er wieder gut machen. Nur womit? Auch privat habe er Schulden von derzeit 29.000 Euro, entstanden hauptsächlich durch Sex-Service-Dienste aus dem Internet, in die er sich über den "Pfarreranschluss" eingewählt habe.

 




26.5.2008 / 21.1.2009 - Er hat sie gebeten, sich nicht umzudrehen, und sie glaubte an eine Überraschung: Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor ersticht seine Frau / Kurz darauf "besuchte er seine Lieblingskirchen" und musizierte bei evangelischer Trauung / Täter "schiebt die Schuld indirekt auf Gott" / Lebenslängliche Haft - Professor H. R. (63) aus Gmund am Tegernsee hat seine Frau erstochen und wurde dafür zu einer lebenslänglichen Haftstraße verurteilt.

"Durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten"

Zu den Hintergründen: Professor H. R. (63) bekleidete das "höchste Musikfunktionärs- und das profilierteste künstlerische Amt, das die bayerischen Protestanten zu vergeben haben" (Sonntagsblatt Nr. 51 vom 19.12.2004). Neben seinem Amt als Landeskirchenmusikdirektor (LKMD) war er auch Professor für Kirchenmusik an der Universität Bayreuth. Sein Lied "Die Sonne geht auf. Christ ist erstanden" steht im Evangelischen Kirchengesangbuch. Er hatte u.a. die "die hoch gerühmte Kantorenstellung an St. Sebald" in Nürnberg inne (Nürnberger Nachrichten, 21.1.2009), und er führte vor allem in Coburg-St.Moriz und später in Nürnberg und München große Oratorien auf (siehe z. B. http://www.bachchor-coburg.de/chor/geschichte.htm), und es gibt auch Musik von ihm zu kaufen. "Ohne Leidenschaft geht´s nicht", so der oberste evangelische Kirchenmusiker Bayerns bei seiner Verabschiedung im Jahr 2004. Und das Sonntagsblatt schreibt weiter, R. sei "durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten". Am 19.5.2008 hatte er dann seine Ehefrau B. R. (59), eine Pfarrerstochter, in der gemeinsamen Wohnung in Gmund-St.Quirin am Tegernsee mit einem Küchenmesser erstochen. "Die evangelische Pfarrerin von Bad Wiessee, Irene Geiger-Schaller, erklärte, die Gemeinde sei ´völlig fassungslos`. R. habe sich als Mitglied des Kirchenvorstands und nebenamtlicher Organist sehr im Gemeindeleben engagiert" (Neue Presse, 27.5.2008). Und nach Bekanntwerden der Tat hat auch die ehemalige Kirchengemeinde des Ehepaares in Coburg einen Konzertgottesdienst "für Familie R." gehalten.

"Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen"

Am 20.1.2009 begann der Prozess. "Das Paar führte ein wohlhabendes Leben" (Abendzeitung, 21.1.2009). Doch Professor R. war hoch verschuldet, hatte nach seinen Angaben Angst, seiner Frau die Wahrheit über die Finanzen zu sagen. "Ich hatte das Gefühl, dass uns die finanzielle Last erschlägt. Das hätte sie nicht verkraftet", so sagt der Kirchenmusikdirektor (Altmühlbote, 21.1.2009). "´Da habe ich den Plan gefasst, uns zu töten`, sagt R. Seine Frau habe er nicht zurücklassen wollen ´mit dem ganzen Mist`" (Fränkischer Tag, 21.1.2009). Doch ob sich seine Frau für so viel "Rücksicht" einst im Jenseits bei ihrem Mann bedanken wird? Aus Bitten seiner Tochter habe er dann den Selbstmord nicht ausgeführt. So "könne es ihm niemand vorwerfen, dass er den Wunsch der Tochter erfüllt und auf den Selbstmord verzichtet habe" (Altmühlbote, 22.1.2009). Doch diese Aussagen des Ex-Kantors über seine Selbstmordpläne sind "nach den Worten des Sachverständigen" "zweifelhaft" (Süddeutsche Zeitung, 22.1.2009). Auch das Gericht sieht es anders als der Angeklagte: "´Die Tat ist die Kumulierung Ihres vorherigen Verhaltens. Ihres Charakters`, sagt der Vorsitzende Richter Weitmann zum Angeklagten. Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen ... ´Das Leben der Frau ist vernichtet worden, damit sie bis zum Tod den Eindruck hatte, mit einem Strahlemann verheiratet zu sein`" (Nürnberger Nachrichten, 23.1.2009).

Ein Versuch, "Gott" mit in Verbrechen hinein zu ziehen

Anders der Kirchenmusiker: Er "schiebt die Schuld indirekt auf den lieben Gott", so die tz vom 21.1.2009. Die tz begründet ihren Satz mit R.s Worten: "Ich habe Gott gebeten, mir einen Weg zu zeigen. Es kam nichts." Und in der Zeit werden seine Worte wie folgt dargelegt: "Gott  ... habe sich in Schweigen gehüllt. Sein Leben lang habe er selbst für Gott musiziert und den Menschen musikalische Brücken gebaut, auf denen sie zum Christentum gefunden hätten, schreibt R. sinngemäß in einem Brief, und in der dunkelsten Stunde habe Gott ihn, H. R., im Stich gelassen. ´Gott kann grausam sein und ungnädig`" (29.1.2009). Auf diese Weise versucht er, "Gott" mit in sein Verbrechen hinein zu ziehen. Hierzu merkt Die Zeit jedoch an, "dass auf R. eine Pension im höheren Verwaltungstarif wartete, dass seine Frau B. ebenfalls verdiente, dass er eine 74.000 Euro-Abfindung von der Landeskirche kassiert hatte und wohlhabende Freunde und Verwandte besaß".
Und zum angeblichen Schweigen Gottes kann gesagt werden: Der Gott, den Jesus lehrte, tat Seinen Willen z. B. durch die Zehn Gebote kund. Nach evangelisch-lutherischer Lehre sind jedoch die Zehn Gebote ("Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht ehebrechen", "Du sollst nicht lügen" u. a.) anders als bei Jesus von Nazareth (z. B. Matthäus 19, 17) kein Weg zu Gott bzw. zum Seelenheil (näheres dazu siehe hier). Es komme dafür stattdessen auf den Glauben an.

"Die Ehefrauen dieser Leute leben noch"

 Doch es gibt weitere Hintergründe: Der Landeskirchenmusikdirektor a.D. hatte "während seiner 35-jährigen Ehe fast ständig verschiedene Geliebte gehabt" (Altmühlbote, 22.1.2009). Hinzu kamen zwei außereheliche Kinder. "´Es entsteht der Eindruck, dass Sie während der Ehe permanent zwei- oder dreigleisig gefahren sind`, bemerkte der Vorsitzende Richter Walter Weitmann" (Münchner Merkur, 21.1.2009). "2001 wurde er Vater eines Sohnes, dessen Mutter er die Partnerschaft versprochen hatte. Der Angeklagte: ´Ich wollte mit meiner Frau eine Lösung zu dritt finden. Sie hat abgelehnt`" (tz, 21.1.2009). Darauf hin ließ er die Frau sitzen und kümmerte sich nach Aussage des Richters auch nicht mehr um das Kind (tz, 22.1.2009). "Dreimal hatte er [zuvor] eine junge Studentin geschwängert. Zweimal trieb sie auf sein Drängen ab, beim dritten Mal, im Jahr 1992, brachte sie das Baby zur Welt, ein Mädchen. Er zahlte keinen Unterhalt für das Kind" (tz). "Da haben Sie das Mädchen alleine sitzen lassen mit ihrem Elend", so der Richter (tz). Davon wusste seine Frau nichts. Und er selbst interessierte sich nicht einmal für den Geburtstag seiner beiden unehelichen Kinder und kannte ihn nicht. Auf dessen Frage, "ob er sein Geld ´mit den vielen Frauen verprasst` habe, brach R. in Tränen aus" (Abendzeitung, 21.1.2009). Wohin das Geld geflossen sei, war in der Gerichtsverhandlung - abgesehen von einem sehr verlustreichen Immobiliengeschäft - letztlich nicht nachvollziehbar. Der Landeskirchenmusikdirektor warb bei der Verhandlung auch um Sympathie und sprach, an die Besucher gewandt: "Gibt es irgendjemanden in diesem Raum, der 35 Jahre lang verheiratet war und keine Krise hatte?" (Die Zeit, 29.1.2009) Doch der Richter fiel nicht auf den rhetorisch versierten Kirchenmann herein: "Herr R., die Ehefrauen dieser Leute leben alle noch", so seine nüchterne Antwort.

Messerstich in den Rücken, in das Herz und in den Bauch

Die Nürnberger Nachrichten schreiben über den Tathergang: "Den Ermittlungen zufolge wandte ihm die Frau am Tatabend den Rücken zu, als er die Küche betrat. Er soll sie gebeten haben, sich nicht umzudrehen – und sie soll in dem Glauben gehorcht haben, er wolle sie mit den Unterlagen für die geplante Andalusien-Reise überraschen" (18.1.2009). In Wirklichkeit hielt er ein 15 cm langes Küchenmesser in seiner Hand und stach zu- nach Angaben seines Verteidigers, "um ihr den Schrecken des Todes" zu "ersparen" (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009). Und in der Abendzeitung heißt es weiter: "B. drehte sich um, fragte: ´Was ist denn los?` R.: ´Sie hat das gesagt, als ob sie Mitleid mit mir hätte oder mit mir reden wollte`" (21.1.2009). Da hielt ihr der Kirchenmusikdirektor a.D. den Mund zu und stach noch zweimal zu, einmal ins Herz, dann in den Bauch.
Danach nahm er Schmuck, offenbar von seiner Frau, an sich und fuhr bis nach Ostdeutschland, "besuchte seine Lieblingskirchen", zündete Kerzen für seine Frau an (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009). Die Neue Presse Coburg schreibt, dass er am folgenden Tag zunächst "ein paar Schmuckstücke in München" verkauft hatte, "um seine ´Gedächtnisfahrt` zu finanzieren. Zuvor hatte er an der Frühmesse teilgenommen" (21.1.2009). Und nach seiner Rückkehr musizierte bei einer evangelischen Hochzeit (Münchner Merkur, 21.1.2009). Die Leiche seiner Frau ließ er die ganze Zeit über in der Wohnung liegen. Es dauerte sechs Tage, bis die Vermieterin sie fand. Danach floh der Musiker, stellte sich jedoch schließlich der Polizei und gestand. Das Landgericht München II verurteilte ihn am 22.1.2009 zu lebenslänglicher Haft.

Trägt Martin Luthers Lehre zur Enthemmung beim Sündigen bei?

Laut der Lehre Martin Luthers besitzt der Mensch keinen freien Willen, sondern wird entweder von Gott oder vom Teufel "geritten" (siehe hier). Zudem lehren die beiden Großkirchen, dass Jesus bei seiner Kreuzigung angeblich alle Sünden der Menschen weg genommen habe.
Und so textete auch H. R. in seinem Lied: "Mit unseren Sünden ist Christus gestorben und hat für uns dadurch Freiheit erworben". Diese Lehre hat sowohl bei Martin Luther (siehe Der Theologe Nr. 3) als auch bei vielen seiner Nachfolger (vgl. auch Der Theologe Nr. 21 über Pastor Klaus Geyer) offenbar mit zu einer Enthemmung beim Töten beigetragen, da auch diese Sünde nach diesem Glauben ja von Christus hinter her weggenommen würde (zum Sachverhalt siehe jedoch Der Theologe Nr. 35 über die evangelische Rechtfertigungslehre). Und auch der protestantische Musikdirektor hatte ja vor der Tat zu seinem Gott gebetet (siehe hier).
Und Martin Luther lehrte ja im Zusammenhang seines Glaubens sogar weiter: "Pecca fortiter, sed fortius fide" (= Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer). Wie ist das, wenn sich ein Nachfolger Luthers diese bekannte Aussage zum Leitsatz macht, wie das vielfach geschieht? Sticht er dann im Konfliktfall nicht vielleicht schneller zu oder drückt schneller ab oder schlägt schneller zu als jemand, den sein Gewissen vielleicht im letzten Moment noch davon abhält?

"Unheilige Allianz" von "Beamtentum und Metaphysik"

Die erneute furchtbare Familientragödie in der evangelisch-lutherischen Kirche sollte deshalb dazu führen, die Lehre Martin Luthers einmal darauf hin zu prüfen, inwieweit sie bei solchen Verbrechen mit eine Rolle spielten könnte, z. B. die angebliche Wegnahme aller Sünden nur durch Glauben (siehe oben), der Lehrsatz vom "tapfer Sündigen" (siehe oben) und die Leugnung eines freien Willens. Nach der Lehre Martin Luthers wird nämlich der Mensch entweder von Gott oder vom Teufel "geritten". Der Mensch könne sich jedoch nicht für den einen oder anderen entscheiden, sondern Gott und der Teufel machen das unter sich aus, wer jeweils gewinnt. Das glaubt man kaum, doch so ist die Lehre Luthers. Was könnte also der lutherische Musikdirektor dann dafür, falls sich der Teufel hier nach lutherischer Lehre gegen Gott durchgesetzt hat? (zum Sachverhalt allgemein aus evangelisch-lutherischer Sicht siehe hier) Und Die Zeit schreibt: "Was ist das für eine Kirche, in der Beamtentum und Metaphysik eine so unheilige Allianz eingehen, dass ein leitender Kirchenmusiker kein Verantwortung mehr auf sich nimmt?" (29.1.2009) So sollte auch einmal geprüft werden, wie weit diese Lehre überhaupt mit den ethischen Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft im Einklang steht und ob sich Martin Luther als Vorbild z. B. für Schüler im Religionsunterricht überhaupt eignet (vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 3). Wäre der Täter Mitglied einer kleineren Glaubensgemeinschaft, würde man eine solche Prüfung sicher vornehmen. Doch wann wird einmal Martin Luther hinterfragt und der lutherische Glauben? Zu den Hintergründen siehe auch Der Theologe Nr. 1.

PS: Wir urteilen nicht über Landeskirchenmusikdirektor a.D. (LKMD a.D.) H. R. Sondern er steht für uns hier als Vertreter einer Institution, die selbst eine hochproblematische Ethik vertritt und Vergehen in den eigenen Reihen auf andersgläubige Minderheiten projiziert und diese bekämpft statt sich einmal selbst zu hinterfragen (siehe dazu Der Theologe Nr. 12). Einige weitere grundsätzliche Hinweise dazu, warum wir deshalb solche Meldungen aus den Reihen der Kirche veröffentlichen, lesen Sie in unserer Einleitung.

 



17.9.2008 - Evangelische Pastorin wegen Stalking verwarnt - Nach dem Landgericht in Detmold im Jahr 2005 untersagte nun auch das Amtsgericht Lemgo einer Pfarrerin jede Kontaktaufnahme mit einem Arzt, dem sie seit Jahren "nachstellt". Die Pastorin war bis jetzt uneinsichtig und wird mit den Worten zitiert: "Für Gefühle kann man nichts. Ich weiß, dass ich sein Typ bin". Sie zeigt dies in Briefen, Telefonanrufen und Geschenken vor der Haustür. "Inzwischen musste der Internist seine Wohnung wechseln und sagte öffentliche Vorträge ab" (idea-spektrum, 17.9.2008).
 



29.9. / 18.10.2008 / 25.11.2009 - Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester aus Freiburg wegen 101 Straftaten verurteilt / In der Rechtsgeschichte beispiellos mildes Urteil wegen Geständnisses, das der Priester ein Jahr später aber widerruft / Priester bringt nun seinerseits Opfer auf die Anklagebank / Innerkirchliches Verfahren wird verschleppt / "Bischof, wo bist du?" / Opfer des Priesters fordern Wiedergutmachung von Erzdiözese - Wegen zahlreicher Verbrechen stand in Freiburg ein 39jähriger römisch-katholischer Priester vor Gericht. Ihm wurde unter anderem "Erpressung, Betrug, Untreue, Nötigung und Körperverletzung in insgesamt 101 Fällen vorgeworfen" (swr.de, 29.9.2008; siehe auch:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,581128,00.html)
. So hat er z. B. im Jahr 2005 Spenden für die Kirche gesammelt, das Geld aber für sich behalten. Auch die Erzdiözese Freiburg habe er finanziell betrogen, dazu vier Privatpersonen. Der Priester pflegte einen aufwändigen Lebensstil und hatte mehrere Geliebte, lebte jedoch offiziell im Zölibat. Seine Haupt-Geliebte vor Gericht: "Ich wusste, dass er andere Frauen hatte. Manchmal hat er ihnen Liebesnachrichten geschrieben, sie versehentlich auf mein Handy geschickt" (Bild, 4.10.2008). Der Priester habe seine Partnerin  zudem "körperlich misshandelt, bedroht und systematisch unter Druck gesetzt". Und: "Wenn er aggressiv wurde, ging sein erster Griff an den Gürtel. Mit dem schlug er mich."
In der Konsequenz der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre beider Großkirchen aus dem Jahr 1999 gilt laut der Zeitschrift Das Weisse Pferd:
"Die Kirchen und jeder kirchlich Gläubige dürfen sich ... des Heils geschenkweise gewiss sein, ganz gleich, wie viel Verbrechen von ihnen zu verantworten sind und ob diese alle bereinigt sind". In ihren eigenen Bibeln steht jedoch: "Was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galater 6, 7).

Das Urteil am 17.10.2008 erfolgte schließlich nach "einer Absprache der Prozessparteien" (Fränkische Nachrichten, 18.10.2008). Der Würdenträger gesteht alles und verspricht hier und da Wiedergutmachungen. Dafür wird er wegen vielfachen Betrugs und Körperverletzung nur zu einer beispiellos milden Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

Mit diesem Urteil in der Tasche ließ er dann ca. ein Jahr später die Bombe platzen. Er widerrief Teile seines Geständnisses und seiner Reue und ging nun gegen sein damaliges Hauptopfer vor.
Hintergrund: Die traumatisierte Frau hat "offen und selbstkritisch" ein anonymisiertes Buch unter dem Titel Bischof - wo bist du? geschrieben, um ihre Leidensgeschichte mit der Kirche aufzuarbeiten: "
Von ihrer Entdeckung, dass sie nicht die einzige Geliebte des römisch-katholischen Geistlichen war. Von ihren Erfahrungen mit der Kirchenhierarchie" (Badische Zeitung, 30.10.2009). Dagegen ging der Priester nun vor und stoppte vorerst die Auslieferung des Buches. Weiterhin hat er seine Hauptgeliebte vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe jetzt seinerseits verklagt. Die Badische Zeitung veröffentlichte ihren Artikel dazu unter der Überschrift: "Verurteilter Priester will sein Opfer vor Gericht bringen" (http://www.badische-zeitung.de/freiburg/verurteilter-priester-will-sein-opfer-vor-gericht-bringen).
Angesprochen auf die innerkirchlichen Maßnahmen gegen den "Serientäter" im Talar erklärte der Generalvikar der Diözese Freiburg, Fridolin Keck: Das kirchliche Verfahren gegen den verurteilten Priester sei "unmittelbar nach Abschluss des Strafverfahrens vor dem Landgericht Freiburg, Anfang Dezember 2008, eröffnet worden" (31.10.2009, http://www.badische-zeitung.de/freiburg/generalvikar-ist-verwundert). Laut Erzbistum hänge dieses Verfahren aber "von der Kooperationsbereitschaft der Beteiligten ab, die jedoch nicht erzwungen werden könne". Die Badische Zeitung hatte auch an anderer kirchlicher Stelle nachgefragt und schreibt weiter: "Das vom Dienstherrn des Priesters gegen diesen angekündigte kirchliche Verfahren, so der zuständige Offizial Stephan Burger, ´läuft noch`. Nach anderen Quellen ist es indes angeblich noch gar nicht eröffnet
" (30.10.2009). Der Priester ist also weiterhin mit allen Rechten im Amt.

Der Sachverhalt wirft auch seine Schatten auf ein anderes laufendes Verfahren, das gerade beim Verwaltungsgericht Freiburg gegen das Erzbistum anhängig ist. Dem Bistum soll sich zwar weiterhin "katholisch" nennen dürfen, aber nicht mehr "christlich" - aufgrund der vielen Widersprüche und Gegensätze zu Christus zu seiner Lehre.

Aktualisierung: Opfer fordern von Kirche Wiedergutmachung - Der Spiegel schreibt in seiner Druckausgabe Nr. 48/2009 über den Priester Frank B. unter anderem wie folgt (Zitate aus Der Spiegel, verbindende Bemerkungen von uns):
- "Mal schenkte er einer Freundin einen Audi, mal gönnte er sich selbst für über 70.000 Euro einen Mercedes-Benz, mal ließ er sein Appartement mit teuren Möbeln ausstatten." Um seinen Lebensstil zu finanzieren, "erschwindelte er sich hohe Kredite von seiner Kirche".
- "Die Ex-Geliebte G. E. und ihre Tante fordern vom Bistum jenes Geld zurück, das Frank B. ihnen abgeluchst hat, um seine Schulden bei der Kirche zu begleichen ... Gudrun Eigner verkaufte ihr Haus auf Drängen von B. ... und überwies aus dem Erlös mehr als 80.000 Euro an die Erzdiözese." Doch das Geld reichte dem Pfarrer nicht, und er nötigte deshalb G. E., ihm noch mehr Geld zu besorgen. Diese wandte sich darauf hin Hilfe suchend an ihre Tante. "Um ihrer Nichte zu helfen, gewährte die Tante ihr ein zinsloses Darlehen von 83.000 Euro." Der Pfarrer legte zu diesem Zweck die Tante zuvor herein, indem er "in voller geistiger Montur" behauptete, ihre Nichte "könne nicht mit Geld umgehen" und er habe "es sich als Pfarrer zur Aufgabe gemacht, deren Vermögensverhältnisse zu ordnen." Die Tante fiel auf den kriminellen Würdenträger in Ausübung seines seelsorgerlichen Amtes im Dienste der Erzdiözese Freiburg herein. Und das Geld kam deshalb gar nicht bei der Nichte an, "sondern landete gleich auf dem Konto des Pfarrers, der damit den noch offenen Posten bei der Kirche bezahlte. Den Rest verwendete er für sich selbst."
- "Im Prozess stellte sich heraus, dass der Pfarrer auch andere Frauen um Geld geprellt hatte, wenn auch um kleinere Beträge."
- Jetzt gewährte die Kirche ihrem Priester immerhin ein neues Darlehen in Höhe von 40.000 Euro, womit der Priester einen Teil seiner Schuld bei Gudrun Eigner zurückzahlte. "Für die geprellte Tante fühlt sich das Erzbistum indes ´nicht zuständig`, ließ Erzbischof Zollitsch ... mitteilen. "In einem Brief appellierte die Tante
[deshalb] an ´Moral und Anstand` des Oberhirten, ´das von uns erpresste Geld, das Ihnen zugeflossen ist, zurückzuerstatten ... Zumal sie auf die 83.000 Euro als Alterssicherung angewiesen sei." Doch die Kirche zahlt es nicht zurück. Der inzwischen beurlaubte Pfarrer jedoch "werde vom Kirchensteuerzahler mit monatlich 1600 Euro versorgt".
Unsere Kommentierung: Die beiden Großkirchen erhalten pro Jahr von allen deutschen Steuerzahlern über 14 Milliarden Euro an staatlichen Subventionen, z. B. für Bischofsgehälter und Gehälter von anderen höheren Amtsträgern. Die Tante von Gudrun Eigner bleibt dabei jedoch auf der Strecke.
 



7.1.2009 - Römisch-katholischer Priester beim Diebstahl von Porno-DVDs mit Messer in der Hosentasche ertappt / Polizei stellt 230 Porno-DVDs in Klosterzelle in Maria Laach sicher / Priester von seinem Besitz "überrascht" - Sieben Monate auf Bewährung und 300 € Strafe, so das Strafmaß für Pater Ambrosius aus dem renommierten Benediktiner-Kloster in Maria Laach in der Eifel, nachdem er beim Diebstahl von vier Porno-DVDs gefasst wurde. Erschwerend kam hinzu: Bei der Tat hatte er ein Taschenmesser in seiner Hosentasche. Das Gericht wertete die genauen Umstände als "Diebstahl mit Waffen". Nachdem der Priester Einspruch erhob, kommt es jetzt in Würzburg zur öffentlichen Verhandlung. Die Main-Post schrieb: "Der Besitzer des Sex-Shops glaubt, dass der DVD-Diebstahl des 51-Jährigen nicht sein einziger war. Offenbar hat der Pater, der mehrmals jährlich beruflich in Würzburg zu tun hatte, den Laden regelmäßig besucht. Auf jeden Fall fanden Polizeibeamte, die das Zimmer des Priesters in einem Kloster durchsuchten, 230 Porno-DVDs für Schwule. 42 davon stammen nach Angaben des Würzburger Oberstaatsanwalts Erik Ohlenschlager aus dem Würzburger Sex-Shop. Ihr Wert soll rund 1900 Euro betragen. Bei der Durchsuchung sei der Pater ´selbst überrascht gewesen, dass er so viele Porno-DVDs hat?`, sagte Ohlenschlager" (7.1.2009).
Das Volksempfinden ist ja überwiegend so, dass man vermutet, dass Priester, die sich in eine Klosterzelle zurückziehen, dort vor allem beten. Doch wer kennt schon die Gedanken und die Träume dieser Männer? Und wer weiß, was alles getan wird, wenn sich Menschen unbeobachtet fühlen? Darüber soll hier nicht geurteilt werden. Doch Jesus von Nazareth lehrte weder ein Priester- noch ein Pfarramt noch den Rückzug in Traumwelten oder in abgeschiedene Klosterzellen. Er war ein Mann des Volkes und stand mitten im Leben. Und die Menschen, vor allem die Gläubigen, sollten sich nicht mehr täuschen lassen von Amt, Würden, Talaren und Kutten und angeblichen Berufungen zu kirchlichen Ämtern. Von Gott kommen solche Berufungen nicht. Hinter den kirchlichen Gewändern kommt der nackte Mensch zum Vorschein, und in dem Menschen ist eine einfache Seele inkarniert. So wie bei dir und mir. Nicht mehr und nicht weniger.
Zum Vergleich: Zweierlei Maß?
- "In einem Umfang, der nicht unerheblich war", lud der Domkapellmeister der Münchner Frauenkirche legal Pornobilder auf seinen Laptop (Abendzeitung, 12.1.2009). Während Priester selbst bei Straftaten manchmal nicht einmal versetzt werden, wurde der Domkapellmeister aufgrund hausinterner Richtlinien vom Erzbistum München und Freising entlassen.
 



12.4. / 31.7.2009 -  18-Jähriger in Haft und sein Freund hat bereits gestanden: Gläubiger junger Mann hat in der Nacht zum Karfreitag offenbar seine ganze Familie erschossen / Anklage: Er wollte an das Geld seiner Familie - Lesen Sie hier
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25.9. / 8.10.2009 - Dreifach-Mord an Kindern: "Streng katholisch" aufgewachsene Pfarramtssekretärin überschüttet ihre drei Kinder und sich mit Benzin und zündet alle an - Sie war die "gute Seele der Gemeinde" - Bestialischer Feuermord bei Berlin - Vor einigen Jahren legte sich eine Vize-Vorsitzende eines lutherischen Kirchenvorstands mit ihren drei Kindern bei eisigen Temperaturen zum Erfrieren auf ein Feld (siehe hier). Wie sie eine mögliche Gegenwehr der Kinder ausschaltete, ist bis heute nicht bekannt.
C. W., die römisch-katholische Pfarrbüro-Sekretärin aus Berlin-Altenglienicke, die "gute Seele der Gemeinde", gab ihren Kindern, elf, zehn und sechs Jahre alt, vorher Tabletten, wahrscheinlich als Betäubungsmittel. Doch man fand Benzindämpfe in den Lungen der verkohlten Leichen. Das heißt: Sie verbrannten bei lebendigem Leibe im Auto der Familie - ein bestialischer Dreifach-Mord. Denn selbst dann, wenn man einen Menschen vor dem Mord betäubt, die Seele ist voll schmerzempfindlich - ganz abgesehen davon, dass man wohl aufwacht, wenn man am ganzen Leib zu brennen beginnt. Der Ehemann wusste nichts und wurde von den Abschiedsnotizen der Frau entlastet (u. a. Bild, 25.9.2009). Die Nachbarin, "die in einem nahen Seniorenheim lebt, hatte das Ehepaar immer sonntags beim Kirchgang gesehen" (Berliner Morgenpost, 25.9.2009).
"´Sie kam gestern noch zur Arbeit, alles war ganz normal. Sie war die gute Seele der Gemeinde`, sagte der Pfarrer" der römisch-katholischen Kirchengemeinde Christus König in Adlershof ...  (Berliner Zeitung, 25.9.2009; Tagesspiegel, 25.9.2009). C. W. war nicht nur seit 15 Jahren Sekretärin der Gemeinde, sie war auch "überaus engagiert im Frauenverein der Kirchgemeinde aktiv", so eine Nachbarin (Berliner Morgenpost, 25.9.2009).
"Vermutlich litt die streng katholisch aufgewachsene Frau unter schweren Depressionen" schreibt die Berliner BZ (25.9.2009). Doch die veräußerlichte Kult- und Dogmenreligion des Katholizismus mit seinen Drohbotschaften gegen Abweichler und Aussteiger gibt immer weniger Menschen Halt. Viele Anhänger werden stattdessen in unsägliche seelische Not gestürzt, mit der sie nicht mehr klar kommen. Nur eines soll nach kirchlicher Lehre angeblich noch schlimmer sein als die Hölle, die die streng katholische C. W. ihren Kinder und sich selbst zubereitete: die ewige Hölle für Kirchenaussteiger und Ungläubige, die sich der katholischen Kirche nicht anschließen, obwohl sie diese kennen. Doch das trifft auf C. W. nicht zu, denn sie blieb immer treu katholisch, weswegen ihre Morde gar keine so schlimmen Konsequenzen haben als wenn sie z. B. aus der Kirche ausgetreten wäre. "Der Herr nimmt die Schuldigen und Unschuldigen auf ...", so deshalb auch der Weihbischof bei ihrer römisch-katholischen Beerdigung (Bild, 8.10.2009). Fragt sich nur, welcher "Herr" sie im Jenseits in Empfang genommen hat.
Mit Christus, der die Menschen zur Selbsterkenntnis und zur Heilung von seelischem Leid führt und der das Halten der Gebote und das Gesetz von Saat und Ernte lehrte, hat das alles nichts zu tun. Katholisch und christlich sind zweierlei. Auch lehrte Christus keine ewige Hölle, sondern ein Ende jedes Leids - allerdings erst, wenn alles Negative wieder gut gemacht ist (z. B. Matthäus 5, 25-26). Der katholische Betrug und das christliche Leben sind letztlich nicht vereinbar.
 



17.11./ 2.12.2009 - Großbritannien: Waisenkinder über kirchliche Einrichtungen als Zwangsarbeiter und Sex-Objekte nach Australien deportiert - bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts.
http://www.fr-online.de/top_news/2084424_Waisentransport-nach-Australien-Vom-Empire-verstossen.html
Betroffen sind ca. eine halbe Million Kinder seit Ende des 2.Weltkriegs. Die Regierung Australiens hat sich jetzt entschuldigt, die Kirchen noch nicht. Doch auch aus Deutschland werden immer mehr Grausamkeiten enthüllt. 75 % aller Heime waren dort in kirchlicher Hand. Siehe die nachfolgenden Zeilen:

Unvorstellbares Leid in der Bundesrepublik Deutschland: Folter und Gewaltherrschaft in den kirchlichen Kinderheimen
http://www.welt.de/politik/deutschland/article5239904/Die-Gewaltherrschaft-in-deutschen-Kinderheimen.html
Die Auszüge erinnern teilweise an die Zeit der früheren Inquisition bzw. teilweise auch an eine Fortsetzung der Konzentrationslager nach 1945: "Ich habe es gekriegt im Namen von Gottvater, Sohn und Heiligem Geist". Ordensschwester schlagen mit ihren Gürteln unbarmherzig zu, die mit den "drei Knoten der Dreieinigkeit" verknotet wurden. Andere Nonnen liefen ständig mit der Peitsche umher, um Kinder zu schlagen / Kinder wurden zusammengeschlagen und die ganze Nacht im Nachthemd auf kalten zugigen Flur gestellt, andere in den Schweinestall gesperrt und dort mit Schweinefutter gefüttert, andere mussten ihr Erbrochenes essen / Pfarrer hat Kinder im Beichtstuhl zur Strafe dafür vergewaltigt, dass das Kind sein Geschlechtsteil berührt hat. Nach ihm wurde 2005 ein kirchliches Haus benannt. / Ein Mädchen bekam eine neue Identität: "Du bist die Geburt des Teufels. Deinen Namen kannst du hier vergessen. Ab heute bist du Nummer 22." Usw. usf. Auch ein neues Buch ist erschienen über ein evangelisches Kinderheim. Es heißt Endstation Freistatt. Betroffen sind in Deutschland ca. 700.000 Kinder.

2.12.2009 - Die Süddeutsche Zeitung vom 13.11.2009 beschreibt den "Rückmarsch der Kirche in den Fundamentalismus" und schreibt u. a.:
"Der Rückmarsch in den Fundamentalismus ist auch ein Politikum. Die evangelische wie die katholische Kirche haben in Deutschland bis in die 1970er Jahre Straflager für Jugendliche ab 14 Jahren betrieben ... Die Opfer verlangen nun mit Recht, aber bisher vergebens, auch eine theologische Aufarbeitung dieser Verbrechen. Die Affinität christlicher Opferkult- und Moralvorstellungen zur Gewalt ist ein Kennzeichen des christlichen Fundamentalismus ..."
Aus diesem und vielen weiteren Gründen fordern wir: Die evangelische und die katholische Kirche dürfen sich nicht mehr christlich nennen.
 




21.12.2009 - Eigene Kirche "regelrecht ausgeplündert": Sechs Jahre Haft - Finanzchef der Evangelisch-Reformierten Kirche in Bayern veruntreute 7,5 Millionen Euro - Einer der drei Leiter der Evangelisch-Reformierten Kirche in Bayern wurde wegen Untreue in 66 Fällen zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Kirchenführer habe "unter Ausnutzung und Überschreitung seiner Befugnisse Gelder von Bankkonten der Kirche an sich gebracht und für private sowie eigene geschäftliche Zwecke verwendet zu haben. Es handelt sich laut der umfangreichen Anklage um einen Betrag von 7.581.775,57 Euro. Der Gesamtschaden habe ursprünglich 8,5 Millionen Euro betragen, so Justizsprecher Thomas Koch auf Anfrage" (Nürnberger Nachrichten, 4.12.2009). Nach einer Meldung der Nürnberger Nachrichten habe der Kirchenfinanz-Chef seine Kirche "regelrecht ausgeplündert". Der Amtsträger verspekulierte die ihm anvertrauten Gelder u. a. in der Türkei und in China.


 


 


21.12.2009 -
Katholik brachte seine Mutter bei privatem Exorzismus versehentlich um - Weil seine pflegebedürftige Mutter einen "irren Blick" bekam, versuchte ein 54-jähriger Katholik in Sulz am Neckar einen Exorzismus an ihr, weil er glaubte, der Teufel würde seine Mutter besetzen. Dabei "schlug er ihr mehrmals mit einer Bibel auf den Körper. Am Abend ging er nochmals zu seiner Mutter, die in einem Mehrfamilienhaus in der Wohnung über ihm wohnte. Er schlug sie erneut mit der Bibel und drückte sie am ganzen Körper" (Stuttgarter Zeitung, 21.12.2009). Danach flößte er ihr ein Beruhigungsmittel ein, an dem sie erstickte. Der Gläubige litt nach Auffassung des Gerichts zum Tatzeitpunkt an einer "akuten Psychose". Er wurde in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.
 

 



23.2. / 28.2.2010 - In Fastenzeit volltrunken über rote Ampel: EKD-Ratsvorsitzende von Polizei abgeführt / Bischöfin drohen bis zu einem Jahr Gefängnis / Später eventuell zum "Idiotentest" / Bischöfin "an größere Mengen Alkohol gewöhnt"? / Margot Käßmann zurück getreten / Wie lange kann sich Papst Benedikt XVI. noch im Amt halten? - Anlässlich der Fahrt der EKD-Vorsitzenden Dr. Margot Käßmann im Vollrausch (1,54 Promille) durch die Innenstadt von Hannover, bei der sie u. a. auch eine rote Ampel überfuhr, verteidigte sie der bekannte lutherische Theologe Friedrich Schorlemmer aus der Lutherstadt Wittenberg: "Margot Käßmann steht in ihrem Amt unter einer enormen Spannung. Und Alkohol löst nun mal Spannungen und baut Stress ab" (Bild, 23.2.2010). Noch im Jahr 2007 kritisierte sie allerdings öffentlich das mangelnde Verantwortungsbewusstsein von Autofahrern, "wenn Alkohol oder Drogen mit im Spiel sind". Vor einem Jahr sagte sie zudem, dass in der kirchlichen Fastenzeit für sie Alkohol "tabu" sei (stern.de, 23.2.2010). Und derzeit ist wieder die kirchliche Fastenzeit: "Sieben Wochen ohne" - unter diesem Motto läuft in der Evangelischen Kirche in Deutschland auch in diesem Jahr von Aschermittwoch bis Ostersonntag die kirchliche Fastenaktion. Da ist es schon ein Unding, dass sich ausgerechnet die Bischöfin beim diesjährigen Alkoholfasten ihrer Kirche offenbar ausklinkt. Und bei ihrer Promillefahrt hätte sie aufgrund ihrer Verantwortungslosigkeit zudem Menschen bei einem Verkehrsunfall töten können. Zunächst gab sie ein Glas Wein zu, später ein "Glas" Prosecco und zwei "Gläser" Wein, wobei sie allerdings nichts über die Größe der "Gläser" sagte.

Martin Luther trank noch viel mehr und vor allem täglich
Doch: Auch Bischöfin an "größere Mengen Alkohol gewöhnt"?

Ein Fürsprecher der "alkoholsündigen" Bischöfin wäre dabei sicher auch Kirchengründer Martin Luther selbst, der aufgrund seines Dauer-Alkoholpegels nie fahrtüchtig gewesen wäre. Das Magazin Focus berichtete, dass dem "massigen Mann" "zu jeder Mahlzeit" "knapp zwei Liter Südwein serviert" wurde. "Zwischendurch trank er obendrein reichlich Neumburgisch Bier" (Focus Nr. 6/1996). Und dass seine Nachfolgerin Margot Käßmann es überhaupt "schaffte, mit 1,54 Promille die Straße zu treffen, grenzt an ein Wunder" (focus online, 23.2.2010). Das "Wunder" erklärt der Psychologe Jürgen Schattschneider: "Wenn jemand noch so viel Handlungsfähigkeit beweist, dass er sein Auto findet, in Gang setzen und dann auch noch unfallfrei eine längere Strecke fahren kann, ohne an der nächsten Mauer zu landen, dann muss man von einer Gewöhnung an Alkohol ausgehen ... Wer also einen Wert von weit über einem Promille erreichen kann, der muss seinen Körper über einen längeren Zeitraum, womöglich über Jahre an größere Mengen Alkohol gewöhnt haben" (Berliner Zeitung, 25.2.2010).

Andere Fürsprecher der EKD-Ratsvorsitzenden zitieren wie immer in solchen Fällen mit einer gewissen Selbstzufriedenheit das Jesuswort "Wer von Euch ohne Sünde ist", also in diesem Fall noch nie mit einem Vollrausch Auto fuhr, "der werfe den ersten Stein". So, als ob man mit diesem Bibelwort immer locker alle Klagen abwehren könne. Doch das könnte - symbolisch gesprochen - dieses Mal daneben gehen. So wie man sich derzeit auch die Anekdote von einem katholischen Bischof erzählt, auf den ein Steinhagel niederprasselte, nachdem er aufgebrachten Bürgern entgegen hielt: "Wer von Euch noch nie ein Kind geschändet hat oder einen Kinderschänder gedeckt hat, der werfe den ersten Stein".

Margot Käßmann drohen bis zu einem Jahr Gefängnis oder hohe Geldstrafe /
 Auch Ausschluss vom Abendmahl im Gespräch

Margot Käßmann geriet u. a. auch in die Kritik, als sie, die selbst seit 2007 geschieden ist, versuchte, das Thema "Ehescheidung" biblisch zu verbrämen. Doch jetzt war die Kritik heftiger. "Der Gesetzgeber bestraft solche Trunkenheitsfahrten mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder mit einer Geldstrafe", so Gregor Rose, Fachanwalt für Strafrecht in München (Focus online, 23.2.2010). Sicher wird sie ihre Fahrerlaubnis verlieren, voraussichtlich für ein Jahr. Und "ob die Bischöfin bei der erneuten Beantragung der Fahrerlaubnis eine medizinisch-psychologische Untersuchung - den so genannten "Idiotentest" - absolvieren muss, entscheidet die Führerscheinstelle" (Spiegel online, 23.2.2010). Bei einem privaten Termin am Samstag, den 20.2.2010 kam es offenbar zu einem Alkohol-Exzess, da man für diesen Alkoholspiegel in sehr kurzer Zeit z. B. eine ganze Flasche Wein alleine oder ca. vier Bier trinken müsste. Die Bischöfin saß auch nicht alleine im Auto. Wer ihr Begleiter, ein Mann (bild.de, 28.2.2010), um ca. 23 Uhr auf der Fahrt in ihre Wohnung war, ist nicht bekannt.
Und ausgerechnet in dieser Woche diskutiert das evangelische Magazin idea-spektrum in seiner Titelgeschichte das Thema Kirchenzucht - Schwere Sünder vom Abendmahl ausschließen? (Nr. 8/2010) Wenn diese Frage innerhalb der Kirche bejaht wird und man als "schwere Sünden" z. B. diejenigen Taten definiert, bei denen sich der Gläubige strafbar macht, dann kann es Margot Käßmann sogar passieren, dass sie zwar weiterhin das kirchliche Abendmahl einsetzen und austeilen darf, jedoch selbst weder die Hostie in den Mund nehmen noch den Wein in der Kirche trinken darf.

Nun muss erst recht der Papst zurück treten

Welt.de schrieb, dass sich Margot Käßmann kaum in ihrem Amt halten kann, "auch wenn die grobe Fahrlässigkeit, die sie begangen hat, nicht annähernd mit den schweren Menschenrechtsverletzungen auf eine Stufe gestellt werden kann, die jetzt die Katholische Kirche erschüttern" (23.2.2010). Nun ist sie zurück getreten. Das heißt aber dann auch: Nachdem Margot Käßmann zurück getreten ist, muss jetzt erst recht Papst Benedikt XVI. zurücktreten, der über Jahrzehnte die Kinderschänder-Verbrecher durch die Anordnung strengster Geheimhaltung bei Androhung der ewigen Hölle bei Zuwiderhandlung deckte. Auf jeden Fall aber können die Gläubigen austreten. Vor allem, wer als Christ leben möchte, der sollte austreten, denn die Lehren der Kirche haben mit Christus nichts zu tun, und die Kirchenführer tun auch nicht, was Christus wollte.

Heilsames Erschrecken

Nach dem Rücktritt von Margot Käßmann steht noch nicht fest, wer die Hannoversche Landeskirche als Beklagter in dem Prozess vor dem Verwaltungsgericht Hannover am 16. März 2010 vertritt. In dem Prozess geht es darum, ob sich die evangelische Kirche aufgrund ihrer Lehre und aufgrund ihrer Vergehen in Vergangenheit und Gegenwart noch "christlich" nennen darf.
"Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe", ließ Margot Käßmann über die EKD mitteilen (z. B. ndr.de, 23.2.2010). Und erschrecken sollte sie auch, wenn sie in der Klageschrift der Freien Christen einmal nachliest, was ihre Kirche alles schon aus der Lehre von Jesus von Nazareth gemacht hat. Dies könnte für sie dann zu einem heilsamen Erschrecken werden.
Die Freie Christen für den Christus der Bergpredigt haben die Hannoversche Landeskirche stellvertretend für alle evangelischen Kirchen in Deutschland verklagt, sich nicht mehr "christlich" nennen zu dürfen. Stellvertretend für die römisch-katholische Kirche wird gegenüber der Erzdiözese Freiburg mit Bischof Robert Zollitsch an der Spitze geklagt.
Und Bischof Robert Zollitsch ist zusätzlich jetzt wegen Strafvereitelung und Vertuschung von Straftaten angeklagt.
 



9.3.2010 - Schwerer Vorwurf gegen die evangelische Diakonie: Schutzbefohlene schwer misshandelt - "Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt derzeit gegen 17 ehemalige Mitarbeiter des evangelischen Sozialwerks". "Von den Vorwürfen betroffen ist die Firma Educon, ein Tochterunternehmen der zur Diakonie Rheinland gehörenden Graf-Recke-Stiftung" (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,682590,00.html). "Die Graf-Recke-Stiftung ist nach eigenen Angaben eine der ältesten diakonischen Einrichtungen Deutschlands".
 


Nicht strafrechtlich verfolgte Taten bzw.
Vorkommnisse oder Sachverhalte ohne Bezug zum Strafrecht



7.8.2002 – "Am Wochenmarkt – Pfarrer schlägt zu" (Frankenpost) - "Das Opfer: Ein Markthändler. Dieser hat inzwischen Anzeige wegen Körperverletzung erstattet." Der Händler hatte seinen Wagen nach Ansicht des Pfarrers zu nahe an der Eingangstür des Pfarrhauses geparkt. Eine wütende "Predigt" hat den Markthändler zunächst nicht von der Sicht des Pfarrers überzeugen können. "Wie seitens der Polizei zu erfahren ist, war der Budenbetreiber durch den Schlag des Pfarrers zu Boden gegangen. Ob es zu einem Gerichtsverfahren kommen wird, darüber entscheide gegebenenfalls die ermittelnde Staatsanwaltschaft."
 



13.8.2003 - Mobbing an einem kirchlichen Journalisten - "Solidarität mit dem Journalisten haben 17 Schriftleiter evangelischer Wochenzeitungen bekundet. Die Zustellung der Kündigung, während Burghold krank zu Hause war, sei ´Mobbing der Kirche`. Der Vorgang sei ein ´abschreckendes Beispiel dafür, wie ein kompetenter und weit blickender leitender Mitarbeiter geschasst wird`, heißt es in dem Protestschreiben" (zit.  nach idea-spektrum).
 



7.7.2005 - Seniorin wollte 600.000,00 € lieber ihrem Sohn vererben als der Kirche - Kirchenvertreter erkennt Widerruf des Testaments nicht an - In Oberwiesenacker, Stadt Velburg, zwischen Nürnberg und Regensburg, versah der Priester J. Z. seinen Dienst von 1996 bis 2003. Einem Bericht des Donaukurier Ingolstadt zufolge (30.6.2005) erhielt der Priester von der Seniorin Sophie Hollweck ab Mitte der 90er Jahre "Wertpapiere und Immobilien im Wert von über einer halben Million Euro," "angeblich", um eine Stiftung für Waisenkinder im Kosovo davon zu gründen. 100.000,00 € sollte das Seraphische Liebeswerk des katholischen Kapuzinerordens erhalten. Im Jahr 2002 änderte die Frau ihr Testament zugunsten ihres Sohnes Günther Hollweck. Doch der Vertreter des katholischen "Liebeswerkes" erkennt das geänderte Testament nicht an. Die Frau "wusste angeblich nicht mehr, was sie tat", so der Kirchenmann, als sie das Geld letztlich doch ihrem Kind vermachen wollte. Der Sohn hofft dennoch, wenigstens dieses Geld noch zu bekommen. Die halbe Million, die Pfarrer Z. noch zu Lebzeiten seiner Mutter erhielt, hat er nämlich schon abgeschrieben. Doch was ist mit der Stiftung für Waisenkinder im Kosovo, die davon ins Leben gerufen werden sollte? Der Donaukurier schreibt wörtlich: "Aufschlussreich ist eine Stellungnahme der Diözese Eichstätt. Dort geht man davon aus, dass das Geld zum Privatvermögen Z.s gehört. Ob bereits eine Stiftung errichtet wurde, ist dem Bistum nicht bekannt." Mittlerweile wurde der Priester, der 1992 im Dom zu Eichstätt seine Priesterweihe erhielt, an die Pfarrei Ingolstadt - St. Konrad versetzt. Dort bezeichnete er aufmüpfige Ministranten lt. Donaukurier als "christliche Krüppel" und erteilte ihnen Hausverbot. "Sein Verständnis von Christentum soll mittelalterliche Züge tragen, wie er ganz allgemein mehr von der Hölle und der Verdammnis statt von Liebe und Erlösung predige", so der Donaukurier. Möglicherweise hat der Pfarrer aber nur die römisch-katholische Lehre besser verstanden als es viele Gemeindeglieder wahrhaben wollen. Der Theologe Nr. 18 gibt Aufschluss über die umfassende Höllen- und Verdammnislehre der Kirche. Und jeder Katholik kann selbst testen, ob er trotz seiner Kirchenmitgliedschaft und seines Vermögens, das er womöglich der Kirche spenden will, nach katholischer Lehre ebenfalls dort enden soll. Es sind nämlich weit mehr Katholiken betroffen, auch engagierte Mitarbeiter, als man sich das in den katholischen Gemeinden vorstellen kann. Pfarrer Z. hingegen hat offenbar doppelt vorgesorgt: Für das Diesseits mit einer zusätzlichen halben Million € aus dem Vermögen seines ehemaligen Gemeindegliedes. Und für das Jenseits mit einem rigorosen Katholizismus, um in den Himmel zu kommen. Man sollte dem Priester jedoch nicht Unrecht tun, falls er die halbe Million mittlerweile doch für Waisenkinder im Kosovo ausgegeben hat. Am besten sollte er selbst Auskunft geben können, falls er die Wahrheit sagt. Das Bistum Eichstätt veröffentlicht im Internet seine Adresse. Und für alle, welche der Kirche ebenfalls Geld spenden wollen, sei auf die Web-Seite www.stop-kirchensubventionen.de verwiesen. Dort kann man sich informieren, was die Kirche ohnehin schon hat bzw. immer wieder vom Staat bekommt.
 



6.4. / 10.4.2006 - Moderne Inquisition: Kirchliche Kampagnen gegen Betriebe von Aussteigern und "Unbedenklichkeitsbescheinigungen" für treue Kirchenmitglieder - Weil Busunternehmer Karl Auer aus Rotthalmünster in Niederbayern es wagte, aus der Kirche auszutreten, führt Pfarrer J. T. "einen regelrechten Kreuzzug gegen den Abtrünnigen", schreibt die Abendzeitung Nürnberg (5.4.2006). Der Pfarrer hat alle erreichbaren Katholiken aufgefordert, das Busunternehmen deswegen zu boykottieren. Dazu ließ er z. B. "seine Sekretärin bei Vereinen der Umgebung anrufen", berichtet Auer der AZ (6.4.2006) und ist überzeugt, dass dadurch auch Datenschutzbestimmungen verletzt werden. Die Vorsitzende des Caritasverbandes, Hannelore R., hielt sich jedoch nicht daran. Sie fuhr mit Senioren ins Grüne und hatte dazu einen Busfahrt mit Karl Auer organisiert. Die Strafe: Sie musste ihren Schlüssel zum Pfarrheim abgeben.
Der römisch-katholische Pfarrgemeinderat und die Diözese Passau unterstützen den "Kreuzzug" des Amtsträgers. Dass Karl Auer durch die Milliarden-Subventionen für die Kirchen aus dem allgemeinen Steuertopf die Kirche weiterhin zu einem erheblichen Teil mitfinanzieren muss (siehe www.stop-kirchensubventionen.de), spielt für diese keine Rolle. Auch nicht, dass seine Frau und seine Kinder weiterhin Mitglieder der römisch-katholischen Kirche sind, und dass der Busunternehmer aufgrund der gemeinsame Einkommenssteuererklärung mit seiner Ehefrau weiterhin sehr viel Kirchensteuer zahlen muss.
Nach römisch-katholischer Lehre gilt bis heute der "unfehlbare" Glaubenssatz: "[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 381; mehr dazu in Der Theologe Nr. 18). Umso schlimmer für den, der vor seinem Tod die Kirche verlässt. Er müsse nach amtlicher römisch-katholischer Lehre erst recht in das "ewige Feuer", auch wenn man das nicht so gern zugibt. Diese Menschen sollen aber nicht erst im Jenseits grausamste Qualen erleiden. Schon auf Erden versucht die Kirche seit Jahrhunderten, Kirchenaussteigern oder Andersgläubigen das Leben schwer oder gar zur Hölle zu machen. Früher durch Hinrichtungen und Konfiszierung des Vermögens, im Dritten Reich und heute z. B. durch Boykotte. Hier tut sich auch die evangelische Kirche maßgeblich hervor. Erinnert sei an den Boykott gegenüber jüdischen Geschäften am 1.4.1933, für dessen Unterstützung sich die Nazis später bei den Großkirchen herzlich bedankten. Der Evangelische Presseverband für Württemberg schrieb dazu rückblickend am 18.6.1933: "Wer sein Volk in der Gefahr im Stich lässt, der ist nicht nur ein Feigling, sondern er vergeht sich gegen Gottes Willen! Der Boykott und andere Maßnahmen gegen den jüdischen Einfluss waren ´kriegerische` Handlungen, entsprungen aus der Notwehr" (Mehr dazu in Der Theologe Nr. 4).
Heute rufen die Kirchen zur "Notwehr", wenn Angehörige religiöser Minderheiten, die als angebliche "Sekten" beschimpft werden, von ihrer Hände Arbeit leben möchten und nicht von staatlichen Subventionen auf Kosten der Allgemeinheit schmarotzen wie die Kirchen (die sich sogar die Gehälter ihres Führungspersonals vom Staat bezahlen lassen). So rufen die Kirchen immer wieder auch zum Boykott von Läden auf, die von Kirchenaussteigern betrieben werden, oder diese Betriebe werden in geschäftsschädigender Absicht mit Unwahrheiten und Lügen in den Schmutz gezogen. Mussten Betriebsinhaber oder Arbeitnehmer während des Dritten Reiches auch in der Kirche "Ariernachweise" vorzeigen, um einem Boykott oder der Entlassung aus dem Dienst zu entgehen, gibt es mittlerweile so genannte "Unbedenklichkeitsbescheinigungen", die praktisch einen ähnlichen Zweck erfüllen. "Um ´schwarze Schafe` leichter aussortieren zu können, stellt das Kirchensteueramt so genannte ´Unbedenklichkeitsbescheinigungen` aus - ein Papier, nach dem Karl Auer auffallend oft gefragt wird", schreibt die Abendzeitung (6.4.2006).
Deshalb unser Appell: "Wehret den Anfängen! Kauft bei Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind! Vergebt Aufträge an Kirchenaussteiger! Fahrt mit den Bussen von Karl Auer! Damit auch morgen ein Kirchenaustritt noch möglich ist ..."
 



31.8.2006 / 6.3.2009 - Kirche beschließt öffentliche Ächtung eines vergewaltigten 11-jährigen Kindes und Verbannung in die ewige Hölle - weil wegen gesundheitlicher Gefahren eine Abtreibung vorgenommen wurde - Kardinal Alfonso Lopez Trujillo aus Kolumbien ist einer der bekanntesten Führungspersönlichkeiten der römisch-katholischen Kirche weltweit. Er ist der Präsident des Päpstlichen Familienrates und als Kurienkardinal einer der einflussreichsten Männer im Umfeld von Papst Benedikt XVI. Jetzt demonstriert der Kurienkardinal an einem 11-jährigen Mädchen  exemplarisch seine angebliche Macht über Himmel und Hölle. T-online schreibt dazu wörtlich:

"Die katholische Kirche in Kolumbien will hart durchgreifen: Nachdem ein vergewaltigtes Mädchen abgetrieben hat, soll es exkommuniziert werden. Kardinal Alfonso Trujillo will zudem alle an dem Schwangerschaftsabbruch Beteiligten ausschließen [was nach katholischer Lehre die ewige Verbannung in die Hölle nach sich zieht]. Das betrifft die Eltern, die Ärzte und Krankenschwestern, aber auch Politiker und Gesetzgeber. In Kolumbien ist die Abtreibung bis auf wenige Ausnahmen verboten. Der oberste Gerichtshof des Landes hatte in diesem Fall den Abbruch genehmigt und die Entscheidung mit den Gefahren für die Elfjährige gerechtfertigt ... Die Abtreibung ist eine der wenigen Taten, für die das katholische Kirchengesetzbuch seit 1983 die automatische Exkommunikation aller Beteiligten vorsieht [von Papst Johannes Paul II. in diesem Sinne verschärft]. Wird eine so genannte Tatstrafe durch eine Spruch wie jetzt in Kolumbien noch ausdrücklich untermauert, handelt es sich um eine besonders schwere Form der Ausschlusses und der öffentlichen Ächtung" (T-online, 31.8.2006).

Dies bedeutet nach römisch-katholischer Lehre auch: Das vergewaltigte Kind muss nach seinem Tod grausame niemals endende Qualen erleiden. Demgegenüber sollen die zahllosen römisch-katholischen Priester, die Kinder vergewaltigten, später den Himmel betreten, wenn sie zuvor die Beichte in der kirchlich korrekten Form abgelegt hätten. Weiterhin dürfen sie auch ohne kirchenrechtliche Beichte "heilsnotwendige" Sakramente spenden und z. B. den Menschen aus dem Volk die Sünden vergeben. Auch sollen sich die zahllosen römisch-katholischen Menschenschlächter der Inquisition mittlerweile im Himmel tummeln.
Siehe dazu auch unsere Meldung vom 6.3.2009.

PS: Unabhängig von den hier geschilderten Umständen sind wir grundsätzlich keine Befürworter von Abtreibungen. Doch schweigen wir nicht, wenn sich eine Institution, die wie keine andere mit schlimmsten Verbrechen belastet ist, hier anmaßt, ewiger und gnadenloser Scharfrichter über Menschen zu sein, die sich in schlimmsten Notsituationen anders verhalten haben als das kirchliche Dogma es fordert. Vielleicht könnte das Mädchen damit getröstet werden, dass man in der Hölle für Exkommunizierte schneller zur Liebe Gottes finden kann als im kirchlichen Himmel.
 



4.10. / 7.10.2006 - Evangelische und katholische Heime in der Bundesrepublik - ein Ort von Leiden und Qualen - Seitdem das Buch des Katholiken Peter Wensierski, Schläge im Namen des Herrn, auf dem Markt ist, melden sich immer mehr ehemalige Heimkinder mit ihren teilweise traumatischen Erfahrungen durch die kirchliche Erziehung. Manche Kinder wurden offenbar auch durch Denunziation von Nachbarn ihren Eltern entrissen und in die kirchlichen Heime zwangseingewiesen. Das Evangelische Sonntagsblatt schreibt, "dass es damals [in den 50-er und 60-er Jahren] viel leichter war, ein Kind in ein Heim einweisen zu lassen. Manchmal genügten Hinweise aus der Nachbarschaft, dass die Fürsorge kam und die angeblich verwahrlosten Kindern ins Heim steckte. ´Die Damen und Herren von der Fürsorge waren gefürchtet`, erinnert sich ein Insider" (Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 40/2006).
Die evangelisch-lutherische Innere Mission in München trat jetzt die Flucht nach vorne an und bat die ehemaligen Heimkinder aus Feldkirchen bei München um Berichte über ihre Erfahrungen. Dabei zeigte es sich, dass manche ehemalige Bewohner die Zeit verklärten, etwa unter dem Motto: "Sie war hart, aber damals war es eben so." Oder: "Ich hab viel fürs Leben gelernt." Oder: "Eins auf die Rübe, ... das hat eben dazugehört." Das Evangelische Sonntagsblatt in Bayern bemühte sich um eine Gegenüberstellung von positiven ("die schönste Zeit") und negativen Aussagen und schrieb u. a. wörtlich:

- Regelrecht ins Gehirn eingebrannt haben sich die Schläge, die "die Frau Direktorin", wie sie alle Kinder nannten, austeilte.
- Die Frau schlug zu, "bis mein kleiner Popo ganz grün und blau war." "Wir waren immer in Angst."
- "Dinge, die so einfach nicht in Ordnung waren". Etwa, dass Kindern unterstellt wurde, sie hätten gestohlen. Oder dass sie tagsüber kein Wasser trinken und nicht vor Mitternacht auf die Toilette gehen durften.
- Dass Kinder geschlagen wurden, war normal.
- Im November 1958 besuchte Oberstlandesgerichtsrat Friedrich Meinzolt, der damalige Vorsitzende der Inneren Mission, das Haus. Obwohl viel gerichtet worden war, sei der Mann "innerlich sehr betrübt gewesen, als er die Aufenthaltsräume und Schlafräume sah", heißt es in dem Bericht. Sein Urteil nach dem Besuch: "Hier könnte ich nie ein Kind hereingeben." Eine Psychologin sagte nach einem Besuch: "Hier erleiden die Kinder einen Milieuschaden."
- Die "tüchtigste Erzieherin", [deren] Boshaftigkeiten keine Grenzen mehr kannte.
- "Der [Heimleiter] hat mich den ganzen Flur entlang gehauen, mit einem Stock, mit der Hand und mit dem Fuß, bis ich am Boden lag" [wegen eines Apfels, den das Kind unterwegs von einem Baum nahm]. Während der Diakon [dennoch] als "ganz in Ordnung" bezeichnet wird, ist seine Frau eher als "sadistischer Hausdrache" in Erinnerung.
- ... Strafaktion, als jemand Quarkbrote fand, die die Heimkinder weggeschmissen hatten. "Wir konnten die matschigen Dinger nicht mehr sehen - vor allem auch, weil die Dorfkinder meistens dicke Butterbrote hatten." "Wir mussten dann im Hof in Reih und Glied antreten und die - mittlerweile verschimmelten - Brote essen."

Aus anderen Heimen gibt es auch Berichte von Sexualverbrechen. Besonders die römisch-katholischen Heime in Irland gelten bisher als dafür berüchtigt. Hier wurde ein sexuell missbrauchtes Kind z. B. auch nach der Tat ermordet. Doch in Deutschland und in manchen anderen Ländern sind die Tragödien noch gar nicht alle aufgearbeitet. Besonders schlimm ist dabei auch, dass die Untaten und teilweise Verbrechen im Namen von Jesus, dem Christus, verübt wurden und die Kinder zum Glauben an ihn gezwungen wurden. Jesus und Kirche sind jedoch Gegensätze und die Kirchen haben nichts mit ihm zu tun. (vgl. dazu Der Theologe Nr. 25 - Die Kirche - ein totalitärer Götzenkult) - Lesen Sie dazu auch unsere Meldung vom 20.2.2006.
 



1.12.2006 / 7.3.2007 -
Evangelische Inquisition macht Geschäft einer allein erziehenden Mutter kaputt - Früher hätte man sie wahrscheinlich als Hexe verbrennen lassen. Heute wird "nur" die berufliche Existenz ruiniert. Was die allein erziehende Mutter Frieda König erlebte, die sich mit einem "Bioenergetischen Zentrum" in Fürnheim/Mittelfranken selbstständig machen wollte, darüber berichtete die bekannte deutsche Wochenzeitung Die Zeit bereits am 2.11.2006. Pfarrer G. N. aus dem Nachbarort Weiltingen wollte das Bioenergetische Zentrum nämlich nicht einfach hinnehmen, sondern er machte seine Abneigung öffentlich. Die Zeit schrieb:

"Auf Flugblättern warb sie für ihren ´Bioenergetischen Schnupperkurs` und die entspannende Wirkung von ´Räucherstoffen und Räucherritualen` - für vollständig harmlose Dinge also, auch wenn ihr Nutzen vielleicht nicht jedermann einleuchtet. Pfarrer Niekel aber witterte Teufelszeug. Mit Rückendeckung des Sektenbeauftragten der Landeskirche, Wolfgang Behnk, veröffentlichte er im kirchlichen Gemeindeboten ´wegen der vielen Widersprüche zum Evangelium` eine deutliche Warnung. Es sei ´äußerste Vorsicht geboten, sich mit diesen Dingen einzulassen.` Frieda König wurde zwar nicht namentlich erwähnt, doch verbreitete sich das kirchliche Verdikt im Ort wie ein Lauffeuer. Die Folgen beschreibt Frau König in einer eidesstattlichen Erklärung: Sie selbst und ihre Kinder würden mit nächtlichen Telefonanrufen belästigt und von Nachbarn und früheren Freunden geschnitten. Ihr kleines Geschäft hat sich erledigt. Im Dorf geht das Gerücht um, sie wolle die Gemeinde mit einer Sekte unterwandern."

Vor allem Letzteres kommt - auch wenn es wie hier wohl frei erfunden ist - einem gesellschaftlichen Todesurteil gleich, weil die kirchlichen Interessenvertreter den Staat, den Großteil der Medien und der Justiz und sogar die Wirtschaft entsprechend indoktriniert haben und auf diese Weise faktisch beherrschen. So gelang es dem oben erwähnten "Sektenbeauftragten" Wolfgang Behnk z. B. auch, nur mit falschen Verdächtigungen eine ganze EDV-Firma kaputt zu machen, obwohl dort nachweislich sehr gute Arbeit geleistet wurde. Dabei sind es die kirchlichen "Großsekten" selbst, deren Glaube und Praktiken teilweise so inhuman und destruktiv sind, dass es nahe liegend wäre, wenn jemand "äußerste Vorsicht" raten würde, "sich mit diesen Dingen einzulassen".

Mehr über den Glauben des evangelischen Sektenbeauftragten Dr. W. Behnk, von Pfarrer G. N. und von deren Kirche lesen Sie in: Der Theologe Nr. 1
Und hier mehr zum Glauben der römisch-katholischen Kirche: Der Theologe Nr. 18 (vgl. dazu auch Sexualverbrechen wie am Fließband an Kindern)
Zu den Methoden der modernen Inquisition lesen Sie: Der Theologe Nr. 12. Diese Ausgabe wurde zuletzt um das Kapitel Zerstörung von Familien erweitert, da uns mehrfach vertrauliche Details bekannt wurden, die wir dort in allgemeiner Form thematisierten.

PS: Ein Silberstreif am Horizont wurde wieder "aufgelöst": Frieda König hatte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern wegen Ruf- und Geschäftsschädigung verklagt und bekam zunächst Recht. Das Bayerische Verwaltungsgericht hatte den Sachverhalt geprüft und hielt dem "Inquisitor" der Kirche vor, sich nicht genügend hinreichende Anhaltspunkte für seine "Abqualifizierung" verschafft zu haben, welche der Klägerin schwer geschadet haben. Doch die Kirche ging in die Berufung - eine für sie bislang ungewohnte Rolle - und brachte die Justiz wieder auf "Kurs". Zuvor stellte sich die gesamte Pfarrerschaft des Dekanats hinter die Pfarrer N. und Behnk. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gab der Berufung statt. Immerhin hat es die Kirche nicht mehr ganz so leicht: Früher durfte sie Andersdenkende nur auf Verdacht niedermachen und Andersdenkende sogar ohne Verhandlung hinrichten lassen
(vgl.  z.B. http://www.theologe.de/elisabeth_von_thueringen.htm#Inquisition)
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13.1. / 25.1.2007 - Weil er die Hostie nicht korrekt in den Mund steckte: Mann von Dekan körperlich angegriffen. "Hostienschändung" schlimmer als Kinderschändung? - Einer dpa-Meldung vom 12.1.2007 zufolge hat der katholische Stadtdekan J. E. während einer Messe in der Bonifatiuskirche in Wiesbaden einen Gläubigen geschlagen, nachdem dieser die zuvor vom Dekan geweihte Backoblate nicht katholisch korrekt in den Mund steckte, sondern nur an ihr geknabbert und sie dann in seine Tasche gesteckt hatte. Daraufhin soll der Priester laut gerufen haben "Wo ist die Oblate, wo ist die Oblate?" sowie den Mann im Verlauf der Feier so kräftig geschlagen haben, dass dieser mehrere Prellungen am ganzen Körper und einen geschwollenen Knöchel erlitt. Nach Aussage des Geistlichen hätte dieser den Gläubigen aber nur in "Notwehr" "festgehalten", weil der Gläubige seinerseits den Dekan getreten hätte (Frankfurter Rundschau, 13.1.2007). Auch andere Gläubige hätten dem Mann "die Arme auseinander gezogen". Ob dieser "die Hostie letztlich mitgenommen oder doch gegessen hat, konnten weder Staatsanwaltschaft noch Bistum sagen", schreibt dpa weiter.

Nach römisch-katholischem Glauben wird die Oblate durch die katholische Zeremonie real in Fleisch vom Körper von Jesus verwandelt, was für viele Nichtkatholiken eine wenig appetitliche und kannibalische Vorstellung ist. Für die Katholiken ist das Ergebnis dieser so genannten "Transsubstantiation" dann angeblich real der "Leib Christi" (siehe dazu einige offizielle römisch-katholische Lehrsätze zu Oblate bzw. Hostie). Und diesen z. B. in einer Tasche mit aus der Kirche hinaus zu nehmen, gilt nach katholischem Recht als "sehr schwere Sünde". Der Kirchenbesucher erklärte dazu: "Ich wollte sie mir zu Hause mal näher angucken." Was der Mann dabei vermutlich unterschätzte: "Im katholischen Kirchenrecht ist das die schwerste Straftat, die man begehen kann", erläutert dazu Thomas Schüller, der Kirchenrechtler der Diözese Limburg. Das Eingreifen des katholischen Dekans sei notwendig gewesen, wenn auch nicht der körperliche Kontakt (Frankfurter Rundschau, 13.1.2007).
 
Dabei hatte der Wiesbadener Gottesdienstbesucher noch Glück. Zwar erstattete die katholische Kirche bereits Strafanzeige wegen "Störung der Religionsausübung". (Hier werden wieder einmal Täter und Opfer vertauscht.) Doch umgekehrt zeigte der Gläubige auch den in der katholischen Hierarchie "obersten" Priester der Landeshauptstadt Wiesbaden wegen "gefährlicher Körperverletzung" an. Außerdem wird das kultische "Delikt" - es zählt zur Kategorie der "Hostienschändung" bzw. von "Hostienfrevel" - in Deutschland nicht mehr so massiv bestraft wie in einigen anderen Ländern. In früherer Zeit wurde jedoch auch in Deutschland vor allem jüdischen Mitbürgern "Hostienschändung" unterstellt, und diese wurden dafür verfolgt und hingerichtet (siehe unten). Verfolgungen und harte Strafen gibt es jedoch weiterhin in anderen Ländern.

Einige Beispiele aus unserer Zeit aus Indonesien:
Ein muslimischer Händler "empfing" die Oblate und nahm sie mit nach draußen. Urteil: Sieben Jahre Haft ohne Bewährung. In "Selbstjustiz" zündeten die katholischen Gottesdienstbesucher zudem darauf hin alle Verkaufsbuden auswärtiger moslemischer Händler in Brand (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 12.4.2002).
Einem katholischen Mädchen fiel die Hostie beim Empfang auf den Boden. Darauf hin wurde sie von anderen Gottesdienstbesuchern tätlich angegriffen. Möglicherweise drohte eine "Lynchjustiz". Unter den Angreifern und den Beschützern des verängstigten Mädchens kam es zu schweren Ausschreitungen (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 12.4.2002).
Eine Frau hat die Oblate in der Kirchenbank aus dem Mund genommen und unter ihren Sitz gelegt. Warum, wird nicht berichtet. Urteil: Vier Jahre Haft ohne Bewährung (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 29.6.2002).
Ein junger Protestant ging mit seiner römisch-katholischen Freundin zur Messe. Aus unbekannten Gründen steckte er ebenfalls die Hostie nicht in den Mund, worauf hin die Gottesdienstbesucher auf ihn losgingen. Seine Gesundheit und sein Leben waren jetzt akut in Gefahr. Die Polizei wurde gerufen und konnte den Mann erst durch Abfeuern von Schüssen in die Luft aus der Gewalt der Katholiken befreien. Darauf hin stürmten die gewaltbereiten Katholiken die Polizeistation und brannten sie nieder, ebenfalls das Polizeiauto. Auch die beiden benachbarten Polizeistationen wurden anschließend von den Katholiken niedergebrannt, es gab viele Verletzte
(The Jakarta Post, Sinar Indonesia Baru, 9.2.2005).

Dies ist nur eine kleine Auswahl unter Dutzenden von ähnlichen Vorfällen. Als "aufgeklärter" Europäer mag man vielleicht vermuten: In Deutschland wäre das aber nicht möglich. Doch was ist mit dem Stadtdekan von Wiesbaden? (siehe oben)
Zwar hat der Amtsträger mittlerweile "angeboten", sich "dafür zu entschuldigen" (FR, 13.1.2007). Doch wozu wären er und seine Priesterkollegen im religiösen Eifer noch alles fähig? Und wie beurteilen z. B. die deutschen katholischen Missionare in Indonesien die Strafmaßnahmen in ihrem Gastland? Diese missbilligten nun nicht etwa die siebenjährige Kerkerhaft für den Muslim, der eine Hostie mit nach draußen nehmen wollte, sondern sie schrieben auf ihrer Homepage: "Das Urteil beschämt so manche deutsche Richter, die die Verunglimpfung christlicher Symbole und Werte zumeist ´auf Kosten der Staatskasse` einstellen".
(Ursprüngliche Quelle www.steyler.de/content/de/aktuell/nachrichten/02/nachrichten-2002-09-02.php4 nicht mehr erreichbar) In Deutschland sollte sich die Justiz nach Überzeugung der katholischen Experten also offenbar ein Beispiel an den indonesischen Richtern nehmen.

Bei der Hostie kennt die Kirche keine Gnade. In Berlin werden im Jahr 1510 vor der Marinenkirche 38 Juden hingerichtet, alle anderen vertrieben. Die Anschuldigung: Einige Juden hätten angeblich gestohlene Hostien verkauft. Später stellte sich heraus: Die Vorwürfe waren falsch. Es war ein von der Kirche lancierter Justizmord. Der Hintergrund: Die
"Ausmerzung" der religiösen Minderheit (siehe dazu: Der Glaube der Kirchen, Nr. 382).

Im Grunde genommen bestätigen diese Vorfälle die Analyse des bekannten deutschen Philosophen Karl Jaspers in seinem Werk Der philosophische Glaube: Der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe nach wie vor "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (9. Auflage, 1988, Seite 73).

Doch damit nicht genug. Der Tübinger Religionswissenschafter Günter Kehrer erklärt gemäß einer dpa-Meldung vom 5.2.2006, dass der falsche Umgang mit der Hostie nicht nur die "schwerste Straftat" nach dem Kirchenrecht sei (siehe oben). Sondern es gilt darüber hinaus:
"Hostienschändung ist [im Katholizismus] eine Sünde, die nie vergeben werden kann, für sie gibt es ewiges Fegefeuer [also "ewige Hölle"]. Dagegen ist Gott im Islam barmherzig, es gibt nichts, was nicht verziehen werden könnte."

Siehe dazu auch unsere Meldung: Mädchen von Priester geohrfeigt, weil sie die Hostie nicht sogleich schluckte. Das Kind ist jetzt in psychologischer Behandlung.
 



28.2.2007 - Nach Kirchenaustritt - "Kirche outet Homosexuellen" - Die Frankfurter Rundschau berichtet am 27.2.2007 unter der Überschrift Kirche outet Homosexuellen nach Austritt über einen massiven Verstoß gegen den Datenschutz. Das für Kirchenaustritt zuständige Amtsgericht in Frankfurt informierte nach dem Austritt des Mannes die römisch-katholische Kirche - allerdings nicht nur über den Austritt, sondern auch über dessen "eingetragene Lebenspartnerschaft". In seiner streng katholischen Familie hatte der Mann diese bis dahin verheimlicht, doch nach deren Bekanntgabe durch das Amtsgericht an die Kirche kannte bald sein ganzes Heimatdorf seine sexuelle Gesinnung. Mit schlimmen Folgen: "Nach dem unfreiwilligen Outing in seiner früheren Heimatgemeinde im ländlichen Raum brach die Familie mit dem Homosexuellen. In dem Dorf werde er wie ein Aussätziger behandelt, klagte er. Dokumentiert hat den Fall der Hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronnefitsch ... Bei dem Kirchenaustritt hätte die Information über die eingetragene Lebenspartnerschaft nicht an die Kirche gehen dürfen. Nur die Daten über Ehen zwischen Mann und Frau dürfen weitergegeben werden, kritisiert der Rechtsprofessor in seinem Bericht." Eines blieb dem Ex-Kirchenmitglied allerdings erspart: Früher hätte man ihn wahrscheinlich verbrannt. Die spätere ewige Hölle dichtet man ihm jedoch auch heute noch an.
 



10.4.2007 - Opus Dei - der Motor der katholischen Kirche: Abtötung bestimmter Regungen - Alles, was die kirchlichen "Sektenbeauftragten" neuen religiösen Bewegungen - meist zu Unrecht - vorwerfen, praktizieren sie in Wirklichkeit selbst. Beispiel Opus Dei: Dessen Gründer Josemaría Escrivá de Balaguer (1902-1975) wurde am 6.10.2002 von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. Es handelt sich also bei Opus Dei nicht um eine römisch-katholische Randerscheinung, sondern um eine Bewegung aus dem Zentrum. Viele halten den einflussreichen Orden für den eigentlichen Motor der römisch-katholischen Kirche. Worum es dabei unter anderem geht (z. B. ein tugendhaftes Leben durch "Abtötung" bestimmter Reize und Regungen zu erreichen), darüber berichtete das ZDF in Frontal 21 am 10.4.2002. Der komplette Text der Sendung ist einsehbar unter http://www.zdf.de/ZDF/download/0,5587,5000716,00.pdf.
 



7.7. / 8.7.2007 - Heinrichsfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher - Nicht nur in Argentinien stehen derzeit Verbrechen mit kirchlicher Beteiligung oder unter kirchlicher Anleitung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses (siehe dazu diese Meldung). Auch in Deutschland ist dies - wenn auch weit gehend unausgesprochen - der Fall. So feiert z. B. das Erzbistum Bamberg im Jahr 2007 sein 1000jähriges Jubiläum. Bistumsgründer ist der König und spätere Kaiser Heinrich II., der in unzähligen Kriegen immer wieder unschuldiges Menschenblut vergossen hat (mehr dazu hier). Nach ihm ist auch das Heinrichsfest benannt, das am 7.7. und 8.7.2007 in Bamberg gefeiert wurde. Das Bistum Bamberg wurde mit dem Ziel gegründet, Andersgläubige wirkungsvoller vernichten zu können. Wörtlich heißt es in einem Dokument aus dem Jahr 1146 anlässlich der Heiligsprechung Heinrichs: "... dass das Heidentum der Slawen [die z. B. im angrenzenden Fichtelgebirge lebten] vernichtet werde." Dies lief auf die Zwangsbekehrung bzw. Ermordung der Menschen hinaus. Ein schlimmes Kriegsverbrechen war auch das grausame Massaker Heinrichs an den Einwohnern der italienischen Stadt Pavia in der Nacht vom 14. auf den 15.5.1004. Die Bevölkerung hatte zuvor die Krönung Heinrichs zum König der Langobarden missbilligt, die seiner späteren Kaiserkrönung im Jahr 1014 voraus ging. Die Kinder auf dem Heinrichsfest in Bamberg ließ man deshalb Heinrichs-Kronen basteln. Mehr zum Gründer des Bamberger Bistums und zu seiner Geschichte lesen Sie in Der Theologe Nr. 29 - 1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern.

Zum Vergleich: Auch die Protestanten in Bayern feiern ihren "Kriegsherren". Anlässlich des 50. Todestages von Landesbischof Hans Meiser hatte man das Jahr 2006 zum "Meiserjahr" erklärt. Der Landesbischof bejubelte z. B. den Überfall Nazi-Deutschlands auf Belgien, die Niederlande und Frankreich und die Besetzung dieser Länder im Jahr 1940 als einen Sieg, "wie er ähnlich in der Geschichte der Völker nicht gefunden wird." Doch bei der Ehre für Bischof Meiser regt sich allmählich Widerstand. So geht es seit 2006 in der öffentlichen Diskussion auch um die Umbenennung von Meiserstraßen. Ausführlich in Der Theologe Nr. 11.

Unsere Bitte: Die Kirchen können ihre Antisemiten, Inquisitoren, Kriegsherren und Menschenschlächter gerne feiern oder "bedenken" wie sie wollen, solange sie nicht gegen geltende Gesetze verstoßen (solches wird in begrenztem Umfang ja z. B. auch bei Neonazis nicht geahndet). Und das werden die Kirchen auch im 21. Jahrhundert weiter tun, denn sie haben sich in ihrem Wesen nicht geändert, sondern nur dem demokratischen Zeitgeist angepasst (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 12). Aber sie sollen dies tun als römisch-katholische oder z. B. evangelisch-lutherische Kirche. Mit Jesus, dem Christus, hat das alles jedoch nicht das Geringste zu tun, denn er lehrte und verkörperte das Gegenteil von dem, was die Kirche aufs Ganze gesehen lehrt und tut. Deshalb sollten die Kirchen endlich so ehrlich sein und sich nicht mehr "christlich" nennen. Siehe dazu auch Der Theologe Nr. 25.
 



7.1.2009 - Keine Tiere erlaubt! Priester verweist blinde Frau mit Blindenhund aus dem "Gottesdienst" - "Tiere seien in einem christlichen Haus nicht gestattet" - Mit dieser Begründung forderte der katholische Pfarrer einer Pfarrei in Verona/Italien eine blinde Frau auf, "ihren Hund umgehend aus der Kirche zu entfernen" (Bild, 7.1.2009). Die blinde Katholikin versuchte zu erklären. Sie brauche ihren Hund, er zeige ihr den Weg. Doch der Priester blieb hart. "Hund und Halterin mussten den Gottesdienst verlassen."
Hintergrund: Vielleicht das dieses Erlebnis der blinden Frau innerlich die Augen geöffnet. Selbst wenn ein anderer Priester vielleicht "gnädiger" gewesen wäre: Die Kirche hat den Tieren die unsterbliche Seele abgesprochen und hat auch in ihrem "Himmel" keinen Platz für ein Tier (vgl. dazu Der Theologe Nr. 7 - Jesus und die Urchristen waren Freunde der Tiere).
Unser Vorschlag: Tierfreunde und ehrliche Gottsucher sollten in der Regel keine Kirche aus Stein mehr betreten. Die Natur ist der schönste Dom und der Himmel ist seine Kuppel. Oder, wie schon der Urchrist Stephanus oder der große jüdische Gottesprophet Jesaja sagten: "Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind" (Apostelgeschichte 7, 48; vgl. Freie Christen Nr. 1 - Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein).
 


 


24.3.2009 - Bundestag untersucht Zwangsarbeit und Misshandlungen von Kindern in kirchlichen Heimen
- Die Angst ging um in der jungen Bundesrepublik Deutschland: Kindern und Jugendlichen, die von 1945 bis in die 70er-Jahre hinein nicht ins Schema passten, drohte das Heim, zu 75 % ein evangelisches oder römisch-katholisches Heim, die übrigen Heime waren staatlich. Bereits wenn ein Kind unehelich war, konnte es der Mutter weg genommen werden, wenn ein "besorgter" Nachbar die Mutter bei den Behörden wegen ihres Lebenswandels denunzierte. Initiativen ehemalige Heimkinder möchten jetzt, dass die Opfer für die Menschenrechtsverletzungen entschädigt werden. Betroffen sind ca. eine halbe Million ehemalige Heimkinder. Ein Runder Tisch des Deutschen Bundestags sammelt zunächst Fakten. Worum es geht, dokumentiert u. a. auch ein Artikel des Evangelischen Sonntagsblattes aus München, Nr. 10/2009:
- "Betroffene sprechen von Freiheitsentzug, Demütigung, gar Misshandlung, was ihnen widerfuhr".
Ein Beispiel: Das ehemalige Heimkind Sonja Djurovic, heute 59 Jahre alt, damals im Mädchenheim "Ruth", das das Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe in Neuenmarkt-Wirsberg in Oberfranken führte. Der heutige Rektor der Hensoltshöhe entschuldigte sich nach Bekanntwerden der damaligen Situation bei der Betroffenen.
- "´Wir wurden gequält, tagein, tagaus.` Sechs Tage in der Woche eingesperrt, nähte sie, Damenkleidung - und zwar im Akkord, schon als 15-jähriges Mädchen. Die jungen Schneiderinnen erhielten für ihre Tätigkeit 15 Mark Taschengeld im Monat. Doch zum Ausgeben blieb nicht viel: Shampoo und Seife mussten sie davon selbst kaufen - und zwar im Heim."
Sozialbeiträge wurden in der Regel nicht bezahlt. Die Kinder wurden als Arbeitssklaven missbraucht.
- "Nur sonntags zum Kirchgang durften die Mädchen raus, aber ´... in Zweierreihen und im Gänsemarsch`".
- "Briefe wurden zensiert, Radiohören war verboten ... Selbst bei den wenigen erlaubten Fernsehsendungen durfte nicht gesprochen werden, und die Mädchen tauschten sich über Zettel aus. Wer das Redeverbot brach, musste zur Strafe eine Zeit lang einfach zusammengeflickte Hauskleider tragen, in denen man wie eine ´Vogelscheuche` aussah."
- "Immer wieder hätten die jungen Schneiderinnen, damit sie aus diesem Heimgefängnis wenigstens ins Krankenhaus gelangen konnten - oder weil sie Selbstmord begehen wollten? - Stecknadeln geschluckt! Aber die Diakonissen wussten ein probates Gegenmittel: Sauerkraut zum Abführen mussten die Mädchen essen, und also blieben sie eingesperrt im Heim."
Das Sonntagsblatt schreibt allgemein:
"´Die Kirchen müssen sich entschuldigen, wir Opfer wollen vor allem Genugtuung`, fordert ein Sprecher des Vereins [ehemaliger Heimkinder]. Die Kirchen müssten das Geschehene aufarbeiten, den Opfern psychologische und therapeutische Hilfen bieten, aber auch finanzielle Entschädigungen gewähren. Auch finanziell machen sich die Jahre im Heim bemerkbar. So ist in jedem konkreten Fall zu klären, ob ´Ehemalige` eine niedrige Rente bekommen, da die Heimbetreiber keine Sozialversicherungsbeiträge abführten, obwohl die Jugendlichen ja gearbeitet haben."
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom 20.2.2006 und 4.10.2006

 

 



 

22.8.2009 - Mädchen von Priester geohrfeigt, weil sie die Hostie nicht sogleich schluckte. Das Kind ist jetzt in psychologischer Behandlung - Die Eltern eines kleinen Mädchens in einem kleinen Dorf im Norden Kolumbiens zeigten einen katholischen Priester an. Er habe ihre 11-jährige Tochter geschlagen, weil das Kind nicht die Hostie geschluckt habe, sondern sie in die Hand nahm, um sie, die Hostie, seinen Geschwistern zu zeigen. Samuel Martinez, der Vater des 11-jährigen Mädchens, erklärte im Fernsehen, das habe in der "El Santísimo Cristo" Kirche stattgefunden im Dorf La Loma. "Das Mädchen schluckte die Hostie nicht gleich, sondern lief zu seinen Geschwistern, um sie diesen zu zeigen. Der Priester rannte hinter ihr her, nahm ihr die Hostie wieder weg und gab ihr eine Ohrfeige", erklärte der Vater, der das Benehmen des Paters Ramón Muñoz bedauerte. Die Mutter gab an, sie und ihr Kind waren innerlich wie gelähmt vor Panik, und sie konnten wegen der Überraschung nicht handeln. Unterdessen erhält des Mädchen psychologische Behandlung. Die Eltern gaben diesen Fall in die Hände der Gerichtsbarkeit. Die lokalen Medien konnten bis jetzt den Priester [für eine Stellungnahme] nicht ausfindig machen (EFE, Bogota, Colombia, ago. 19, 2009, ins Deutsche übersetzt).
Siehe dazu auch unsere Meldung:
Weil er die Hostie nicht korrekt in den Mund steckte: Mann von Dekan körperlich angegriffen. "Hostienschändung" schlimmer als Kinderschändung?
 

 




4.9.2009 -
Zwei Priester streiten sich während kirchlicher Trauung: Eskalation bis zur Ohrfeige -
Hochzeitspaare wünschen sich meist, dass ihre kirchliche Trauung der schönste Tag in ihrem Leben sein soll. Normalerweise rechnet man nicht damit, dass das Tor in die Kirche zum vereinbarten Zeitraum verschlossen ist, der Priester einen anderen Eingang finden muss, ein anderer Priester darauf hin die Hochzeitsfeier stört und dafür während der Feier eine Ohrfeige von seinem Kollegen bekommt. Doch auf keine "Tradition" ist mehr Verlass, denn genau das ist passiert und hat sicher mehr gesessen als jedes Wort der Predigt. Wie Braut, Bräutigam und Hochzeitsgesellschaft reagierten, wurde nicht berichtet.
(http://www.welt.de/vermischtes/article4461246/Pfarrer-ohrfeigt-bei-Trauung-anderen-Geistlichen.html#article_comment, 4.9.2009)

 

 


 


30.11.2009 - Katholische Hilfsorganisationen unterstützten Rebellen, die im Kongo Massaker verübten - Siehe
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2009%2F11%2F27%2Fa0164&cHash=615b7b776b -
Aufgrund von Massakern ist unseres Wissens bisher noch kein Katholik exkommuniziert worden.
 

 




28.2.2010 -
Folter und brutaler Missbrauch im römisch-katholischen Karmeliten-Kinderheim in Lehmen - "Nonnen sollen Heimkinder gezwungen haben, Erbrochenes aufzuessen. Dreckige Wäsche wurde Zeitzeugen zufolge mit Stockschlägen in den Unterleib bestraft. Und wer sein Bett einnässte, habe stundenlang in eiskaltem Wasser ausgeharrt - so soll es um 1960 im Kinderheim des Klosters Lehmen in Rheinland-Pfalz zugegangen sein" (Spiegel online, 22.2.2010). Der Anwalt des Klägers habe "rund 20 ehemalige Heimkinder gefunden, die diese Vorwürfe zumindest in Teilen bestätigen können. ´Mittlerweile sind es so viele, dass man es gar nicht bestreiten kann`, meint der Anwalt." Der Kläger und andere ehemalige Heimkinder leiden seit der Folter und den Misshandlungen durch die Nonnen an schweren seelischen Störungen. Die Angeklagten sind allerdings mittlerweile tot. Die Leiterin der Karmeliten erklärte: "Ohne Beweise wolle sie das Andenken der Schwestern ´nicht mit Schmutz bewerfen`". So gebe es auch ehemalige Heimkinder mit schönen Erinnerungen. Nun: Wenn sie im Diesseits keine Beweise findet und den Opfern nicht glauben sollte, dann werden sie ihr in ihrem katholischen Himmel einst umso heftiger um die Ohren fliegen. Denn spätestens dann wird alles offenbar, und die kirchlichen Täter müssen erleiden, was sie ihren Kinderopfern angetan haben, auch wenn es nicht alle waren, die ihnen anvertraut waren, sondern nur bestimmte.
 

 




 

Anmerkungen und Hintergründe:

(1) Diese Aufstellung könnte wohl endlos fortgesetzt werden. Dennoch verbreitet die Kirche weiterhin Unwahrheiten und Verleumdungen über religiöse Minderheiten anstatt sich mehr um die Verhältnisse in ihren eigenen Reihen zu kümmern. Deshalb sollte ihnen hier einmal der Spiegel vorgehalten werden. Und auch die Politiker sollten sich einmal diesen Spiegel betrachten. Denn sie finanzieren die Kirchen auch noch zu einem großen Teil aus der Staatskasse. Wenn in den Kirchen solche Zustände herrschen, ist das zwar deren Sache und gegebenenfalls Sache des Staatsanwalts. Doch es sollten nicht alle Steuerzahler, auch die Kirchenaussteiger, die Kirchen mit Milliarden-Subventionen jährlich mitfinanzieren müssen und die kirchlichen Verhältnisse auf diese Weise mit unterstützen müssen.

(2)
Wenn es Zeiten und Orte in der Geschichte gab, wo die Kirche ihre Gegner nicht hinrichten konnte, so pflegte sie doch in solchen Zeiten häufig die Verleumdung oder gar den Rufmord. Daraus wurde dann unter veränderten Umständen oft bald wieder der Mord.
Und heute ist eine Zeit, in der die Kirche die Meinungsfreiheit in den westlichen Demokratien vielfach für den Rufmord an Andersgläubigen nützt (siehe Der Theologe Nr. 12 - Der Sektenbeauftragte, der neue Inquisitor).
Es sind vor allem die so genannten "Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten" der beiden Konfessionskirchen, die sich anmaßen, gesellschaftliche Richter darüber zu sein, welche Religion "unbedenklich" und welche "bedenklich" oder gar "gefährlich" sei. Dabei werden regelmäßig die eigenen Abgründe und Gefährlichkeiten auf andere Gemeinschaften projiziert (klassisch z. B. in der Warnung vor irgendwelchen "Gurus", während man den eigenen "unfehlbaren" Papst als "Standard" und "normal" betrachtet). In zahllosen Fällen geschieht hier schweres Unrecht, das Anhängern kleinerer religiöser Gemeinschaften schon manche berufliche Existenz gekostet hat. Dabei wurde durch die scheinheilige kirchliche "Sorge" über einen angeblichen oder tatsächlichen Missstand schon oftmals eine Hexenjagd der Medien in Gang gesetzt, bei denen die kirchlichen "Sektenbeauftragten" dann als angeblich "besorgte" "Experten" in Szene gesetzt wurden.
Dass hier in Wirklichkeit der Wolf Kreide gefressen hat, sollte man nicht merken. Und auch nicht, dass die kirchlichen Rundfunkräte und "Medienbeauftragten" bei solchen Anlässen den eigenen "Weltanschauungsbeauftragten" in die Hände spielen, um gemeinsam religiöse Minderheiten gegebenenfalls öffentlich "hinrichten" zu können (die einen hinter den Kulissen, die anderen davor).

Noch bietet die Gesetzgebung in den westlichen Ländern religiösen Minderheiten einen gewissen Schutz, auch wenn dieser ausgehöhlt, unterwandert oder durch kirchengebundene Richter faktisch außer Kraft gesetzt wird. Wer dabei die Geschichte der Kirche kennt und zu verstehen versucht, der wird jedoch dem bekannten deutschen Philosophen Karl Jaspers zustimmen, der in seinem Buch Der philosophische Glaube schrieb: Der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe nach wie vor "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (9. Auflage, 1988, Seite 73).
 
Damit jedoch zu gegebener Zeit  die Stimmung in der Gesellschaft auch gegen die "Ketzer" aufbereitet sei, wird in unserer Zeit immer wieder gegen sie "geschürt", um dieses Feindbild am Leben zu erhalten. Dabei ist das Negative oder vermeintlich Negative, was die Kirchen gegen einzelne "Sekten" und "Ketzer" vorbringen, meist nur ein Bruchteil von dem, was in ihren eigenen Reihen passiert.

 

Wegen der unübersehbaren Fülle der Verbrechen und Vergehen in der Kirche wird die Ausgaben Der Theologe Nr. 24b an dieser Stelle abgeschlossen. Die Fortsetzung lesen Sie in Der Theologe Nr. 43 (Schwarzbuch "Katholische Kirche") und Der Theologe Nr. 44 (Schwarzbuch "Evangelische Kirche"). 


 

Hier lesen Sie die Ausgabe Nr. 24 - Die Kirche und die Hölle auf Erden
Und hier lesen Sie die Ausgabe Nr. 24 a über sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche.
Lesen Sie auch Der Theologe Nr. 21 über den Pastor, der seine Frau getötet haben soll - Pfarrer Klaus Geyer und die evangelisch-lutherische Lehre vom grausamen Gott

Über Skandale zum Thema "Kirche und Geld" lesen Sie auch die Ausgabe Nr. 38


 

Der Text kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 24 b: Verbrechen, Vergehen, Skandale und Verharmlosung von Grausamkeiten in der Kirche
, Wertheim 2005, zit. nach http://www.theologe.de/kirche_verbrechen_skandale_verharmlosungen.htm, Fassung vom 16.11.2014, Copyright © und Impressum siehe hier.

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