DER THEOLOGE
Nr. 13


Hintergründe zur Bibel

Wie die Priester die Macht
 über das Volk erlangten


Aus dem Alten Testament der Bibel ist bekannt, wie die israelitischen Propheten im 1. Jahrtausend vor Christus immer wieder gegen die Macht der Priester ihre Stimme erhoben. Die Priester sonderten sich vom Volk ab und behaupteten, sie könnten zwischen den einfachen Menschen und Gott vermitteln. In Wirklichkeit haben ihre Kulthandlungen nichts mit Gott zu tun, sondern sie dienen dem eigenen Machtanspruch. In den meisten Religionen haben sich die Priester zudem mit den politisch Mächtigen verbunden, und es gilt, was der deutsche Chanson-Sänger Reinhard Mey in einer Ballade besingt: Der Politiker sagt zum Kirchenmann "Halt du sie dumm, ich halt sie arm!"
Im frühen Israel regte sich jedoch vielfältig Widerstand. Nicht nur durch die Propheten, wie es im Alten Testament immer wieder bezeugt wird, sondern auch aus dem Volk. Oder durch "niedere" Priester, die sich gegen die Herrschaft von "Oberpriestern" wehren. Ein Beispiel dafür könnte die Familie und Anhängerschaft von Korach sein, in der Bibel abschätzig mit "Rotte Korach" bezeichnet. Sie waren gemäß dem biblischen Bericht nicht bereit, sich der zentralistischen Herrschaft des Priestertums - angeblich unter dem Oberpriester Aaron - zu unterwerfen und mussten grausam dafür büßen. Die Bibel erzählt die Geschichte aber aus der Parteinahme für eine Zentralmacht unter dem Oberpriester, ganz so, wie die späteren Priester über das Volk herrschten. Und sie stellt es so dar, als wären auch der Prophet Mose und sein Bruder Aaron Verfechter dieses absolutistischen und zentralistisch regierenden Priestertums. Aus anderen Quellen ist jedoch bekannt, dass Mose in Wirklichkeit ein großer Gottesprophet war und ihm eine Parteinahme für das Priestertum nur unterstellt wurde. Und weiter ist überliefert, dass Aaron auf der Seite Moses stand und nicht der Oberpriester war, den spätere Priester-Generationen in ihn hinein projizierten.

Wir gehen deshalb von folgendem Sachverhalt aus:
1) Aus der Überlieferung ist tatsächlich eine Rebellion von Korach und seinen Anhängern gegen Mose und Aaron bekannt. Der wahre Hintergrund könnte jedoch sein: Beide sind für Korach zu streng mit dem verwilderten Volk, das bei der Wüstenwanderung lieber seinen Begierden, Leidenschaften, Aggressionen und privaten Bequemlichkeiten nachhängt, als den Willen Gottes zu erfüllen. Der größte Teil des Volkes will also nicht mitziehen bei dem Versuch, zu einem Volk heran zu reifen, das die Gebote Gottes erfüllt. Durch Schicksalsschläge und Katastrophen kommen viele ums Leben, während Mose, Aaron und einige Getreue zunächst überleben.
2) Die späteren Priester deuten den Konflikt jedoch komplett in ihrem Sinne um und schreiben einige Jahrhunderte später eine ganz andere Version der Überlieferung nieder. Sie fälschen das Anliegen von Mose und Aaron und stellen es nun so dar, als ob das Volk nach Gottes Willen sich einer Priesterherrschaft hätte unterwerfen sollen. Und so habe sie es in ihre Bibel hinein geschrieben. Wäre es aber tatsächlich so gewesen, wie die Bibel es darstellt, dann wäre das Aufbegehren von Korach und dem Volk gegen Mose und Aaron im prophetischen Sinne gerechtfertigt gewesen, da es eine Rebellion gegen das Priestertum gewesen wäre, welches Gott niemals gewollt hat.
3) Der Theologe Nr. 13 nimmt zunächst diese biblische Geschichte beim Wort und zeigt auf, dass unter diesen Umständen Korach jedoch für die Wahrheit eingestanden hätte, die auch durch die großen Gottespropheten verkündet wurde. In der nachfolgenden Studie wird deshalb vom "Bibel-Mose", dem "Bibel-Aaron" und dem "Bibel-Korach" gesprochen. Die Erzählung in 4. Mose 16 zeigt demnach auf, wie aus der Sicht der Priester diese durch Vernichtung des Korach und seiner Anhänger die Macht über das Volk erlangt hatten. Diese Erzählung ist, so wie sie in der Bibel steht, also eine Selbstentlarvung des Priestertums.
4) Doch was war womöglich in der Wüste einst wirklich geschehen? Diese Wahrheit kann man oft auch nur ahnen. Wir gehen davon aus, dass unter 1) der wahre Kern steht. Mehr dazu siehe in Anhang Nr. 2.


Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?
Machtdemonstration des Priestertums
Das Volk wird zur Unterwerfung gezwungen
Der "Bann" an den Nachbarn
Der Widerstand der Propheten gegen Priester und verwildertem Volk

Jesus von Nazareth hätte die Wende bringen können
Das israelische Priestertum aus Ägypten
Mose, Aaron und das Volk
Blut, Blut, Blut - die Einsetzung der Priester
 



"Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des HERRN"?

Lt. 4. Mose 16 begehren viele Männer aus dem israelischen Stamme Levi, die bestimmte priesterliche Funktionen ausüben dürfen, und Männer aus dem Stamme Ruben (insgesamt 250) gegen das zentrale Priestertum auf und gegen dessen Recht, sich Gott exklusiv nähern zu können. Sie klagen gegen den Mose und den Aaron, wie sie die Bibel schildert, und sie pochen auf die Gleichheit aller Menschen vor Gott: "Ihr geht zu weit!", so ihre Worte. "Denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der HERR ist unter ihnen. Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des HERRN"? (V. 3)*

Der Mose der Bibel hält daraufhin dem Korach der Bibel und seinen Leuten vor: "Ihr sucht nun auch das Priestertum? Du und deine Rotte, ihr macht einen Aufruhr wider den HERRN! Es ist nicht Aaron, gegen den ihr murrt." (V. 10.11)

Hier taucht bereits zu Beginn des Konflikts das wirkungsvollste psychologische Einschüchterungsmittel der Priesterkaste auf: Wer sich gegen den Priester erhebt, erhebt sich angeblich gegen Gott. Oder, wie es heute oft in abgewandelter Form heißt: Wer gegen die Kirche ist, ist gegen Gott.

Doch die Männer um den Bibel-Korach lassen sich nicht einschüchtern: "Musst du auch noch über uns herrschen? ... Willst du den Leuten auch die Augen ausreißen?" (V. 13.14)

Was folgt, zeigt auf, mit welch´ drakonischen und grausamen Mitteln das Ober-Priestertum schließlich seine Herrschaft gesichert haben soll.

Machtdemonstration des Priestertums

Jetzt ordnet der Bibel-Mose angeblich eine Versuchsopferung an: Auf der einen Seite der Bibel-Aaron und seine Leute, auf der anderen der Bibel-Korach und seine Leute "mit ihren Frauen und Söhnen und kleinen Kindern" (V. 27). Der Bibel-Mose kündigt ein Gottesgericht an, das dann angeblich auch eingetreten sei: Ein Erdbeben und ein Feuersturm sollen die Menschen, die das Priestertum Aarons nicht anerkannten, vernichtet haben. Dies nährt die Legende, dass Priester angeblich das Geschehen der Natur beeinflussen können. Doch diese Legende ist so alt wie das Priestertum selbst und ist Unsinn. Wenn es ein Erdbeben gab, dann stand es nicht im Dienst des Priesterkultes von Aaron. Und wenn die Gegner des Oberpriestertums im Gegensatz zu dessen Befürwortern ums Leben gekommen sind, dann durch menschliche Gewalt.
Mit den Opferpfannen der Getöteten wird jetzt der Altar überzogen; "als Mahnzeichen, dass kein Fremder, der nicht vom Geschlecht Aarons ist, sich nahe, um Räucherwerk zu opfern vor dem HERRN, damit es ihm nicht gehe wie Korach und seiner Rotte". Und alles geschieht angeblich "wie der HERR zu ihm [dem Priester Eleasar] geredet hatte durch Mose".

Urheber des Geschehens sei also Gott. So hat man Ihn im Laufe der Geschichte vieler Völker immer wieder missbraucht – z. B. als Kriegsgott, welcher dem angeblichen Feind möglichst viele "Verluste" an Menschenleben zufügt.

Doch die schreckliche Machtdemonstration des Priestertums, wie es die Bibel schildert, kann den Widerstand der Menschen nicht brechen. Denn jetzt begehrt das Volk erst recht auf: "Ihr habt des HERRN Volk getötet" (17, 6).

Daraufhin soll der HERR nach Meinung der Oberpriester die vollständige Ausrottung des Volkes befohlen haben – als Strafe für den Ungehorsam gegen die Priester.

Und der HERR spricht, so heißt es im biblischen Text: "Ich will sie im Nu vertilgen" (V. 10). Und plötzlich soll eine "Plage" das Volk befallen haben, und weitere 14700 Menschen wären dabei umgekommen.
Die angebliche Wende in diesem furchtbaren Geschehen bringt nun der zuvor von einem Großteil der Bevölkerung verschmähte angebliche Oberpriester Aaron. Denn während des Massensterbens hätte er ein Räucheropfer vor Gott gebracht, um dessen angeblichen Zorn zu sühnen, was der Erzählung zufolge sofort gewirkt haben soll. Nach vollzogenem Opfer wäre Aaron wieder vor das Volk getreten, und das Sterben hört demnach zunächst auf.

Der Priester, gegen den sich die Rebellion wandte, tritt nach dieser Darstellung also auch als der "Retter" auf, der das Morden des angeblich zornigen Gottes stoppen konnte; und der sich jetzt selbst derer erbarmt, die seine Privilegien nicht anerkennen. Seine Rolle wird damit auch moralisch erheblich aufgewertet. Er erscheint nun vollends als der "Gute" gegenüber den "bösen" Sprechern der Bevölkerung. Und die verlogene Moral von der Geschichte wäre: Egal, was ist und was geschieht: Halte dich auf jeden Fall an den Priester! Denn er sei von Gott. Und nur er könne dich vor dessem angeblichen Zorn schützen.

Das Volk wird zur Unterwerfung gezwungen

Ein "Gotteszeichen" (ein grünender Stab) bekräftigt die Macht des Ober-Priestertums, und das verzweifelte Volk muss sich unterwerfen. Die übrig gebliebenen Menschen tun es aber nur widerwillig: "Siehe, wir verderben und kommen um; wir werden alle vertilgt und kommen um; wer sich naht zu der Wohnung des HERRN, der stirbt. Sollen wir denn ganz und gar untergehen?" (V. 27 und 28)

Der Priester in der biblischen Geschichte versucht den Leuten also weiszumachen, dass das Unheil von Gott gekommen sei. Und er nutzt deren Not und Verzweiflung für sich aus: Denn wehe, jemand maßt sich in Zukunft wieder an, von sich aus, also ohne den Priester, sich Gott nähern zu wollen. Denn vor allem darum geht es bei diesem Konflikt, so wie er in dieser Version der Geschichte erzählt wird: Um die Möglichkeit einer unmittelbaren Gotteserfahrung einerseits oder um den Zwang, einen Priester als "Mittler" dafür einschalten zu müssen andererseits. Die großen Gottespropheten und Jesus von Nazareth erhoben sich später ebenfalls gegen die angeblichen "Mittler" und wiesen die Menschen auf den "nahen" Gott hin, zu dem jeder ohne priesterliche Vermittlung kommen könne. Der Gott der Bibel zementiert an dieser Stelle jedoch die Rolle der Priester, und er gibt dem Volk Antworten in Form weiterer Kultvorschriften, z. B. immer wieder eine Kuh zu schlachten (Kapitel 19), was natürlich wiederum der Priester stellvertretend für das Volk durchzuführen habe.

Der "Bann" an den Nachbarn

Doch nicht nur im Inneren des Volkes fließt viel Blut. Neue Aufforderungen zum Völkermord gegen andere Völker kommen hinzu. Z. B. "gelobte Israel dem HERRN" in dieser Situation erneut ein Gelübde und sprach: "Wenn du dies Volk [Kanaan] in meine Hand gibst, so will ich an ihren Städten den Bann vollstrecken [d. h. alles umbringen]. Und der HERR hörte auf die Stimme Israels" und die Massaker an allen Bewohnern, einschließlich älterer Menschen, Kinder und Frauen, werden durchgeführt (21, 1-3).

Ob sich nach den inneren "Säuberungen" jetzt wegen des Völkermords an Nachbarn noch ein Gewissen regt? Sicher hätten aufrichtige Menschen, deren Rückgrat noch nicht gebrochen war, auch in dieser Situation nach Möglichkeiten des gewaltlosen Widerstands gesucht, wenn es denn so gewesen wäre, wie hier beschrieben. Doch als sich erneut einige Menschen aus dem Volk diesem totalitären Priester-Regime offen zu widersetzen versuchen, werden sie nun angeblich von Schlangen zu Tode gebissen (4. Mose 21, 4-9). Nur ein Hinaufblicken zu einem Schlangen-Mahnmal, einer eisernen Schlange, soll das Leben retten können – ein erneutes Zeichen für das angebliche Heil durch den Kult. Die eiserne Schlange markiert die totale und unumschränkte Herrschaft des Priestertums in der Innen- und Außenpolitik des Volkes. Und die Botschaft an alle Kritiker lautet schlicht: Wer sich widersetzt, ist des Todes. Und nur wer mitmacht, z. B. auch an den Vernichtungskriegen gegen Nachbarvölker, der soll weiterleben dürfen.

Und so könnte man an dieser Stelle bedenken: Was auch immer damals geschah – wer Geschichte später so darstellt oder deutet, wie dies im 4. Buch Mose geschieht, der verfolgt damit ein entsprechendes politisches Ziel auch für die Gegenwart.

Der Widerstand der Propheten gegen Priester und verwildertem Volk

Und Tatsache ist: Der Kampf gegen die gewalttätige Priester-Herrschaft über die Menschen in Israel ging weiter. Und er war auch in vollem Gang, als die Erzählung von der "Rotte Korach" einige hundert Jahre später niedergeschrieben wurde. Durch die vollmächtigen Propheten Israels wie Amos, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel, Hosea und viele andere wird dieses auf Hinrichtung, Einschüchterung, Kult und tägliche Tieropferungen basierende System vom 6.-8. Jahrhundert vor Christus an immer wieder in seinen Fundamenten erschüttert.
Und bereits Mose war ein solcher vollmächtiger Prophet gewesen und es ist eine besondere Tragödie, dass man ausgerechnet ihm die Einsetzung des Priestertums in den Mund geschoben hat.


So liegt in der damaligen Situation im Konflikt mit Korach vermutlich eine Rebellion gegen einen echten Gottespropheten wie Mose zu Grunde, weil Mose die Laster und Trägheiten der Menschen einschließlich ihrer Priester nicht unterstützte.
Denn Korach aus dem Priesterstamm Levi war im Unterschied zu Aaron wohl wirklich Priester.
Und Aaron, dem man später das Oberpriestertum unterschob, stand dem Mose - wie prophetische Quellen unserer Zeit darlegen - meist im Positiven zur Seite stand. Er hatte aber selbst nicht die innige Gottesverbindung wie Mose. Und so war er im Vergleich zu Mose auch nachgiebiger und weniger standfest gegenüber dem wilden und halsstarrigen Volk
, wie auch aus der Geschichte vom "Goldenen Kalb" deutlich wird, das Aaron auf Wunsch des Volkes schmieden ließ, als Mose längere Zeit abwesend war, um auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote zu empfangen (2. Mose 32).

Geht man von diesem Wahrheitskern aus, dann bedeutet das für die Rekonstruktion der tatsächlichen Ereignisse: Das Argument "Wir alle sind heilig", das Korach und seine Leute vorbrachten, wäre unter solchen Umständen eine scheinheilige Verschleierung der wahren Gründe für den Aufstand. Man missbraucht dann die Gleichheit aller Menschen vor Gott und versucht damit, sein eigenes sündhaftes und gottfernes Treiben gegenüber dem Propheten zu legitimieren, frei nach dem Motto: "Spiele dich nicht auf als etwas Besseres!"

So wie der Konflikt jedoch in der Bibel geschildert wird, richtet sich das Aufbegehren aber - wie hier geschilderte - eben nicht gegen einen wahren Gottespropheten und seine Getreuen, sondern gegen den Beginn einer gegen Gottes Willen gerichteten Priesterherrschaft. Und an deren Spitze stellen nachfolgende Priester-Generationen später dreist den Mose-Bruder Aaron, um dieser Herrschaftsform damit zusätzliche Autorität zu verleihen.
Die Kritik "Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?" ist in diesem Zusammenhang, also gegen die Priester gesprochen, dann berechtigt.
Die Bevölkerung Israels würde dann versuchen, den Anfängen zu wehren. Denn wer auf kultisch-priesterlichem Weg oder gar durch Tieropfer eine Verbindung zu Gott anstrebt, wie es über den Oberpriester und seine Gefolgsleute berichtet wird, der bezeugt damit nur seine Gottferne.
Somit wird die Geschichte vom Aufstand der "Rotte Korach", wie sie in der Bibel überliefert ist, zu einem eindrücklichen Dokument des gescheiterten Befreiungskampfes des Volkes gegen die Priesterherrschaft, auch wenn die wahre Geschichte dahinter möglicherweise anders war.

Jesus von Nazareth hätte die Wende bringen können

Und was die vielen Gottespropheten in ihrer Auseinandersetzung mit der Priesterherrschaft vorbereitet hatten, hätte später unter dem Propheten Jesus die Wende bringen können. Auch Jesus, der Krieg, Tieropfer und andere Opfer ablehnte und der gegen die Priester und Theologen Seines Volkes so drastisch wie kein anderer zuvor Seine Stimme erhob (Matthäusevangelium, Kapitel 23), wollte ein Umdenken herbeiführen. Er wollte jedem Menschen die Liebe Gottes nahe bringen, wofür es keine Priester und keinen Kult braucht. Im Gegenteil: Die Theologen führen die Menschen nach den Aussagen von Jesus in die Irre und in das Verderben (Matthäusevangelium 23, 13). Der ehrliche Gottsucher jedoch solle in ein "stilles Kämmerlein" gehen, so Jesus in der Bergpredigt (Matthäusevangelium 6, 5-13), wo jeder mit Gott, seinem himmlischen Vater, sprechen könne.

Dass jeder Mensch Gott in seinem Inneren erfahren kann, was heute manchen schon fast selbstverständlich klingen mag, ist jedoch zu allen Zeiten eine radikale Kampfansage an das Amts-Priestertum mit seinen maßlosen und gelogenen Ansprüchen, eine Verbindung zu Gott herstellen zu können. Und es zeigt, wovor die Priestermänner sich am meisten fürchteten und bis heute fürchten - vor der Gotteserfahrung der Menschen. Doch die Bevölkerung ließ sich zur Zeit von Jesus von Nazareth wieder von der Demagogie ihrer Priester einfangen anstatt dem friedfertigen Revolutionär Jesus den Rücken zu stärken. So ließ man Ihn – wie die anderen Propheten zuvor, z. B. Jeremia (vgl. dazu Der Theologe Nr. 20) – scheitern, indem man Ihm schließlich die Unterstützung bzw. Gefolgschaft versagte.

Doch wenn es auch später mit Jesus zu keinem Umschwung in der Gesellschaft kam: Dessen Botschaft vom Reich Gottes, das in jedem von uns ist, fiel damals in Israel vielfach auf fruchtbaren Boden und ist heute für alle Religionen aktueller denn je: Die Menschen brauchen keine Priester, denn in jedem Menschen, in jedem Tier, in jeder Pflanze, in der ganzen Natur, lebt Gott (vgl. dazu auch Freie Christen Nr. 1). Und näher kommt man Ihm durch das Leben nach Seinen Geboten. Und eines davon lautet ganz schlicht: "Du sollst nicht töten".

 

Anhang 1:

Das israelische Priestertum aus Ägypten
contra dem lebendigen Gott der Propheten Israels

Woher stammen die Priesterlehren im alten Israel? Dem großen Gottespropheten Mose wurden sie nur in den Mund gelegt. In Wirklichkeit stammen sie aus dem ägyptischen Priesterkult, den die Israeliten während ihrer Gefangenschaft in Ägypten kennen gelernt hatten und aus umliegenden Götzenkulten. Dafür einige Beispiele.

Der Ägyptologe Stefan Grunert weist auf Parallelen zwischen Ägypten und dem Alten Testament hin und schreibt: Die "Beziehungen" "zwischen dem altägyptischen Schlachten von Opfertieren und dem rituellen Schächten" späterer Religionen "werden kaum zufällig sein"
(Stefan Grunert, Die Schächtung im Totenopfer in: Martin Fitzenreiter, Steffen Kirchner, Tierkulte im pharaonischen Ägypten und im Kulturvergleich, Berlin 2003, S. 82; mehr dazu in Der Theologe Nr. 7).

Wenn man im Alten Testament die seitenlangen Ausführungen zur Ausgestaltung des Tempels, zu Reinheitsvorschriften oder zur Amtstracht der Priester liest, dann liegt auch hier der Gedanke an Ägypten sehr nahe. Hierzu einmal einige Zeilen aus dem Wissenschaftlichen Bibellexikon (www.bibelwissenschaft.de/wibilex, Deutsche Bibelgesellschaft 2007) zu dem Stichwort: Priester in Ägypten:
- "Die Priesterschaft des Tempels war hierarchisch organisiert."
- Oder: "Die wichtigste Quelle über die Priesterränge und ihre Dienstpflichten ist das sog. ´Buch vom Tempel`, ein Handbuch der Ägypter selbst zur architektonischen und personellen Ausstattung eines idealen Tempels."
- Oder: "Einige Ämter verfügten über eine charakteristische Amtstracht", die dann genau beschrieben wird.
- Oder es wird berichtet von "einer Reihe von Reinheitsvorschriften, denen sich die Priester unterziehen mussten. Dazu gehörten Regeln über sexuelle Enthaltsamkeit, Speisegebote und … Anweisungen zur körperlichen Hygiene."

Der Theologe Fritz Rienecker schreibt im Lexikon der Bibel, Wuppertal 1988: "Die Stelle 2. Mose 19, 22-24, wo Aaron vor den anderen Priestern bevorzugt wird, lässt es möglich erscheinen, dass er schon in Ägypten eine priesterliche Stellung inne gehabt hatte."

Wie sind denn die Ägypter im Krieg mit ihren Feinden umgegangen? Man hat sie bevorzugt zu Sklaven gemacht anstatt sie zu töten. Doch auch hier waren die Oberen Israels gute Schüler: Wenn die Nachbarvölker den Israeliten Sklavendienste leisten, dann sollen sie ebenfalls leben bleiben, so später das Alte Testament. Wenn sie dies nicht wollen, dann sollen sie vernichtet werden.

Der Stierkult in Ägypten - Als heiliger Stier und gleichzeitig "Gott" galt den Ägyptern Apis, vor allem wegen seiner Zeugungskraft. "Die Frauen entblößten sich vor Apis, was auf seinen Funktion als Gott der Fruchtbarkeit deutet". Auch wurde das männliche Geschlechtsteil manchmal mit dem Gott Apis identifiziert (aegypten-geschichte-kultur.de). Das so genannte "Goldene Kalb" bzw. "Goldene Stierbild", das der Oberpriester Aaron dem Volk während der Abwesenheit des Propheten Mose schmieden ließ, war demnach wohl eine goldene ägyptische Apis-Statue, wie es sie auch in Ägypten gab. Und man kann sich ausmalen, wie orgiastisch und enthemmt es beim "Tanz ums Goldene Kalb" zugegangen sein mag.

Zu diesem Thema siehe auch:
Der Theologe Nr. 37 - Die blutige Tempelkult und der Schöpfergott im eigenen Herzen

 
 

 

 

Anhang 2:

Mose, Aaron und das Volk

Zum Thema Mose, Aaron und das Volk einige weitere Überlegungen:

In Exodus 4, 16 heißt es über den Propheten Mose, der sich sehr schwer mit dem Reden tat (Exodus 4, 10), und über seinen Bruder Aaron: "Und er soll für dich um Volk reden; er soll dein Mund sein und du sollst für ihn Gott sein."
Die jüdische Kabbala-Mystik interpretiert dies unter anderem wie folgt: Da der unsichtbare Eine Gott durch den Propheten Mose sprach, sollte er, Mose, quasi für Aaron wie "Gott" sein (Eli Erich Lasch, Let there bei Freedom - The Bible Unveiled, Logos Publication, 1989, Paraschat Ki Tissah).

Das Bewusstsein des Propheten Mose ist - unter der Voraussetzung, dass er ein wahrer Gottesprophet ist, der den Willen Gottes umfassend offenbaren kann - zudem mit Gott geeint. Das bedeutet, dass alles, was Mose sagte und tat, praktisch auch dem Willen Gottes entsprach.

Weiterhin gibt Exodus 4, 16 einen möglichen Anhaltspunkt, warum man Mose später so viele heidnische Priesterlehren unterschieben konnte. In Wirklichkeit stammte manches davon vielleicht in der Tat von Aaron.
Zumindest kann man von Folgendem ausgehen: Aaron hat vieles sicher auch aus eigenem Antrieb und eigenem Bewusstsein gesagt. Doch da Aaron sonst immer auch die Stimme des Mose war, glaubten die Menschen, Mose bzw. am Ende gar "Gott" durch Mose hätten womöglich auch jenes gesagt, was nur die Meinung des Aaron war.

Wahre Gottespropheten haben aufgrund ihres vorbildlichen Lebenswandels im Gegensatz zu den Priestern ein erweitertes Bewusstsein, wodurch sie auch die Verbindung zu Gott in ihrem Inneren aufbauen können. Dies kann bei Mose vorausgesetzt werden, allerdings nicht bei Aaron. Und Mose hat folglich nichts mit priesterlichen Kulthandlungen oder gar mit bestialischen Tieropfern zu tun, deren Anordnung man Mose später andichtete (siehe unten). Und auch Aaron war wohl weit gehend frei davon.

Dass Mose in Wirklichkeit ein wahrer Gottesprophet war, geht auch aus 4. Mose 12 hervor.
Dort kommt es auch zu einem Aufbegehren von Aaron und seiner Schwester Miriam gegenüber ihrem Bruder Mose, da Mose mit Zippora, einer kuschitischen Frau verheiratet war, und nicht mit einer Frau aus dem eigenen Volk. Könne Mose mit einer solchen Ehefrau wirklich das Volk führen? Und Aaron und Miriam argumentierten weiter:
"Redet den der HERR allein durch Mose? Redet er nicht auch durch uns? Und der HERR hörte es. Aber Mose war ein sehr demütiger Mensch, mehr als alle Menschen auf der Erden" (Verse 2 und 3) und hat sich nicht verteidigt.
Da griff Gott selbst durch das Prophetische Wort für Seinen Diener Mose ein und erklärt den Unterschied zwischen dem Lehrpropheten Mose einerseits und Aaron und Miriam andererseits, durch die Gott nicht die Fülle offenbaren könne wie durch Mose, sondern nur das eine oder andere durch "Gesichte" oder "Träume".
Wörtlich: "Hört Meine Worte: Ist jemand unter euch ein Prophet des HERRN, dem will ich mich kundmachen in Gesichten oder will mit ihm reden in Träumen. Aber so steht es nicht mit Meinem Knecht Mose; ihm ist mein ganzes Haus anvertraut. Von Mund zu Mund rede ich mit ihm, nicht durch dunkle Worte oder Gleichnisse, und er sieht den HERRN in Seiner Gestalt. Warum habt ihr euch denn nicht gefürchtet, gegen Meinen Knecht Mose zu reden?" (Verse 6-8).
Und Aaron und Miriam bekommen einen "Denkzettel" (Miriam durch einen sieben Tage dauernden Aussatz), um danach wieder ihre Aufgabe an der Seite von Mose wahrzunehmen.


Zu diesem Thema siehe auch:
Der Theologe Nr. 37 - Die blutige Tempelkult und der Schöpfergott im eigenen Herzen

 

 

 

Anhang 3: Was die Bibel schreibt:

Blut, Blut, Blut -
Die angebliche Einsetzung des Priestertums durch Gott

Auf dem Berg Sinai erhielt der Gottesprophet Mose die 10 Gebote. Die Priester jedoch behaupteten nach dem Babylonischen Exil (nach 538 v. Chr.), Gott habe bei diesem Anlass (also über 700 Jahre zuvor) den ganzen Priesterkult eingesetzt. In dem Buch Das Buch der Bücher - Altes Testament, München 1980, zusammen gestellt und verfasst unter anderem von den renommierten Theologen Hanns Martin Lutz und Hermann Timm, mit einem Vorwort von Gerhard von Rad, heißt es dazu:

"Das Priestertum ist das älteste sakrale Amt in Israel und reicht sicher bis in die Anfänge des Jahweglaubens zurück. Das Ritual, das die Priesterschrift [eine Quellenschrift des Alten Testaments] schon für die Amtseinführung der ersten Priester voraus setzt, entstammt jedoch erst der nachexilischen Zeit [also nach 538 v. Chr.]. Die Zurückführung auf die Sinaioffenbarung soll die unverbrüchliche Gültigkeit dieses Rituals ausdrücken" (S. 68).

Also weniger beschönigend formuliert: Das Ritual der Priestereinsetzung ist eine Fälschung und wurde keineswegs dem Mose auf dem Berg Sinai von Gott so diktiert.

Lesen Sie nachfolgend einige Ausschnitte darüber in 2. Mose 29, wie die Priester ihr blutiges Handwerk begründet sehen. Der Stamm Levi war ja pauschal mit Priesterdiensten beauftragt. Nun sollte der Mosebruder Aaron aus dem Stamm Levi und seine Söhne speziell das Hohepriestertum von Gott aufgetragen bekommen haben. Zunächst wird die aufwändige genau vorgeschriebene Priesterkleidung beschrieben. Dann heißt es weiter:

"Und du [Moses] sollst den jungen Stier herzu führen vor die Stiftshütte, und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf den Kopf des Stieres legen. Und du sollst den Stier schlachten vor dem HERRN, vor der Tür der Stiftshütte, und sollst von seinem Blut nehmen und mit deinem Finger an die Hörner des Altars streichen und alles andere Blut an den Fuß des Altars schütten. Und du sollst alles Fett am Eingeweide nehmen und den Lappen an der Leber und die beiden Nieren mit dem Fett daran und sollst es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Aber Fleisch, Fell und Mist des Stieres sollst du draußen vor dem Lager mit Feuer verbrennen; denn es ist ein Sündopfer.
Und den einen Widder sollst zu nehmen, und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf seine Kopf legen. Dann sollst du ihn schlachten und sein Blut nehmen und ringsum an den Altar sprengen. Aber den Widder sollst du in seine Stücke zerlegen und seine Eingeweide und Schenkel waschen und sie zu seinen Stücken und seinem Kopf legen und den ganzen Widder in Rauch aufgehen lassen auf dem Altar; denn es ist dem HERRN ein Brandopfer, ein lieblicher Geruch [bzw. ein "beruhigender Duft"], eine Feueropfer für den HERRN.
Den anderen Widder aber sollst du nehmen, und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf seinen Kopf legen, und du sollst ihn schlachten und von seinem Blut nehmen und es Aaron und seinen Söhnen an das rechte Ohrläppchen streichen und an den Daumen ihrer rechten Hand und an die große Zehe ihres rechten Fußes, und du sollst das Blut ringsum an den Altar sprengen. Und du sollst von dem Blut auf dem Altar nehmen und Salböl und sollst Aaron und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider damit besprengen. So werden er und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider geweiht.

Danach sollst du nehmen das Fett  von dem Widder, den Fettschwanz und das Fett am Eingeweide, den Lappen an der Leber und die beiden Nieren mit dem Fett daran und die rechte Keule - denn es ist der Widder der Einsetzung und ein Brot und einen Ölkuchen und einen Fladen aus dem Korbe mit dem ungesäuerten Brot, der vor dem HERRN steht. Dann lege das alles auf die Hände Aarons und seiner Söhne und schwinge es als Schwingopfer vor dem HERRN. Danach nimm es von ihren Händen und lass es in Rauch aufgehen auf dem Altar über dem Brandopfer zum lieblichen Geruch vor dem HERRN; denn es ist ein Feueropfer für den HERRN. Und du sollst die Brust vom Widder der Einsetzung Aarons nehmen und sie vor dem HERRN schwingen. Das soll dein Anteil sein. So sollst du heiligen die Brust als Schwingopfer und die Keule als Hebopfer, die von dem Widder der Einsetzung Aarons und seiner Söhne genommen sind. Und das soll Aaron und seinen Söhnen gehören als ewiges Anrecht bei den Israeliten, denn es ist ein Hebopfer. Und ein Hebopfer vor den Israeliten soll es sein von ihren Dankopfern, ihr Hebopfer für den HERRN ...
Und du sollst den Widder der Einsetzung nehmen und sein Fleisch an einem heiligen Ort kochen. Und Aaron mit seinen Söhnen soll das Fleisch des Widders samt dem Brot im Korbe essen vor der Tür der Stiftshütte. Sie sollen die Stücke essen, mit denen die Sühnung für sie vollzogen wurde, als man ihre Hände füllte und sie weihte. Kein anderer darf sie essen, denn es ist heilig. Wenn aber etwas übrig bleibt von dem Fleisch der Einsetzung und von dem Brot bis zum Morgen, sollst du es mit Feuer verbrennen. Es darf nicht gegessen werden, denn es ist heilig.

So sollst du mit Aaron und seinen Söhnen alles tun, was ich dir geboten habe. Sieben Tage sollst du ihre Hände füllen und täglich einen jungen Stier zum Sündopfer schlachten zur Sühnung und sollst den Altar entsündigen, indem du die Sühnung an ihm vollziehst. Sieben Tage sollst du an dem Altar die Sühnung vollziehen und ihn weihen; so wird er ein Hochheiliges. Wer den Altar anrührt, der ist dem Heiligtum verfallen ...

Und dies sollst du auf dem Altar tun: Zwei einjährige Schafe sollst du an jedem Tage darauf opfern, ein Schaf am Morgen, das andere gegen Abend ... Das soll das tägliche Brandopfer sein bei euren Nachkommen am Eingang der Stiftshütte vor dem HERRN, wo ich euch begegnen und mit dir reden will." (Verse10-28.31-40.42)

Dies alles wird heute im Judentum nicht mehr praktiziert, da es weder eine Stiftshütte noch einen Tempel mehr gibt. Im kirchlichen Christentum hält man jedoch daran fest, dass dies exakt Gottes Anweisungen gewesen seien, obwohl es nur Erfindungen der Priester waren, worauf die großen Gottespropheten Israels immer wieder hingewiesen haben. Die Schrift, welche den ganzen Kult beinhaltet und die als Quellenschrift zum Teil des Alten Testaments wurde, heißt Priesterschrift, und die oben bereits zitierten Professoren für Altes Testament schreiben weiter:

 "Das Priesteramt hat für dieses Erzählungswerk eine überragende Bedeutung. Es ist die einzige sakrale Institution, über die Jahwe mit Israel verkehrt. Die Priester allein vertreten Israel vor Gott, und ausschließlich durch die Priester handelt Gott an seinem Volk." (S. 68)

Durch diesen Glauben, der in den hier zitierten Zeilen aus dem Alten Testament zum Ausdruck kommt, ist bereits der grundlegende Gegensatz zu den späteren wahren Gottespropheten (Jesaja, Jeremia, Daniel, Hesekiel, Hosea und viele mehr) aufgezeigt, durch die Gott sich tatsächlich für Sein Volk offenbaren konnte, während das hier dokumentierte kultische Religionstheater nichts anderes als eine blutige und vor allem für die Tiere grausame Selbstbeweihräucherung war.
Doch auch für die Menschen waren es grausame Einschüchterungs-Riten, denn bereits kleinere Abweichungen bedeuteten unter Umständen das Todesurteil auch für die Menschen.

So sollen mit Aaron seine vier Söhne Nadab, Abihus, Eleasar und Itamar durch den obigen Ritus zu Oberpriestern geweiht werden. Doch der Abschluss ihrer Priesterweihe war für Nadab und Abihus unglücklicherweise auch ihr Todestag. Wohl im Übermut der großen Ehre haben sie anschließend gleich einmal ihre Räucherpfannen ausprobiert. Nach der Bibel sei danach folgendes geschehen:

"Und Aarons Söhne Nadab und Abihu nahmen ein jeder seine Pfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten so ein fremdes Feuer vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte. Da fuhr ein Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, dass sie starben vor dem HERRN" (3. Mose 10, 1-2).
Das heißt, sie verbrannten bei lebendigem Leib.
Und wie reagierte ihr Vater Aaron gemäß dieser Überlieferung. "Und Aaron schwieg" (Vers 3d).
Damit beinhaltet diese Erzählung eine klare Botschaft der Einschüchterung.

Unglücklicherweise waren aber auch die beiden anderen Söhne Eleasar und Itamar mit dem ganzen Ritual überfordert und machten gleich zu Beginn ebenfalls einen Fehler. Die Bibel schreibt:

"Und Mose suchte den Bock des Sündopfers und fand ihn verbrannt. Und er wurde zornig über Eleasar und Itamar, Aarons Söhne, die ihm noch geblieben waren und sprach: ´Warum hat ihr das Sündopfer nicht gegessen an heiliger Stätte? Denn es ist ein Hochheiliges und der HERR hat es euch gegeben, dass ihr die Schuld der Gemeinde wegnehmen und sie vor ihm entsühnen sollt. Siehe, sein Blut ist nicht in das Heilige hinein gebracht worden. Ihr solltet das Opfer im Heiligen gegessen habe, wie ich geboten hatte`" (V. 16-18).

Doch der Bibel-Aaron hat hier angefangen, zu argumentieren: "Ich sollte heute essen vom Sündopfer? Sollte das dem HERRN gefallen?" (V. 19)
Und er konnte den Bibel-Mose milde stimmen, dass "heute" nicht der richtige Tag sei, vom Sündopfer zu essen.
"Als Mose das hörte, ließ er sich´s gefallen" (V. 20) und  Eleasar und Itamar blieben am Leben.

Diesen blutigen Kult soll also angeblich Mose auf dem Berg Sinai von Gott empfangen haben. Doch damit wird nicht nur der Gott der wahren Propheten, sondern auch der Gottesprophet Mose verhöhnt. Die Propheten haben es später alles klar gestellt.
Dafür mussten viele von ihnen ebenfalls sterben, wie Jesaja oder Jeremia. Und auch ihre Worte wurden später oftmals von Priestern und "Schriftgelehrten" "überarbeitet".

Niemals stammt auf jeden Fall eine solche Einsetzung der Priester - wie oben zitiert - von Gott oder von Mose.
 
 

 

 

Blutvergießen im Neuen Testament

"Fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne dass Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung."

(Hebräerbrief 9, 22)
 
 

 



Lesen Sie dazu auch Der Theologe Nr. 26 - Die Aufforderung zum Völkermord in der Bibel 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 13: Wie die Priester die Macht über das Volk erlangten, Wertheim 2003, zit. nach http://www.theologe.de/theologe13.htm, Fassung vom 4.2.2014;
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