DER THEOLOGE
Nr. 46
Warum zahlt der Staat immer noch
so
viele Milliarden Euro an die Kirche?
Die Geschichtsfälschung der Kirchen-Lobbyisten als
Verspottung unserer Demokratie
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Gesprächsbeiträge Nr.
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Kirchensteuerzahler:
100.000 bis 150.000 Euro nur für die Kirche
Ca. 15 Milliarden Euro jährliche Staatszahlungen für die
Kirche in Deutschland - ein Überblick
Exakte Zahlen aus Baden-Württemberg: "Raubzug" der
Kirche erst 2007 erneuert
Auszug aus dem Vertrag zwischen dem "Heiligen Stuhl" und dem
Freistaat Bayern vom 8.6.1988
Auszug aus dem Loccumer Vertrag zwischen der
Evangelischen Kirche und Niedersachsen von 1955
Die "Ausplünderung" Ostdeutschlands durch die Kirche
Landesrechnungshof Schleswig-Holstein fordert
Kürzungen der Kirchensubventionen um 2/3
Ein Leserbeitrag: Staatsmilliarden für die Kirche auf dem
Prüfstand
Schwarzes "Violettbuch Kirchenfinanzen"
Aktuelle Subventions-Skandale
Fußbodenheizung und bequeme Sitzbänke für Andacht
vor Massenmörder-Denkmal
Listiger Papst - Kirche bekommt mehr Milliarden, wenn
sie auf Privilegien langfristig verzichtet und sich dafür kurzfristig erneut
entschädigen lässt
Bundesrepublik
oder Hostienrepublik? Politiker müssen bei bestimmten Gesetzesänderungen erst die Erlaubnis
der Kirche einholen
Priesterjahr 2010: Niedrigste Zahl an
Priesterweihen seit Ende des 2. Weltkriegs / Millionenteure Staatsfinanzierung
der Priesterausbildung beenden
Immobiliensteuer
in Italien: Nur die Kirche, und alle
kirchlichen Betriebe sind komplett befreit / Pfarrergehälter in der Schweiz vom
Staat bezahlt
Millionenbetrug: Abt festgenommen
Kirchensteuereinnahmen wuchsen 2011 "in
den Himmel"
Der unermessliche Reichtum des Vatikan
Spanien: Staat ist nahe dem Bankrott, doch
Immobilien-Grundsteuer-Befreiung für die Kirche bleibt
Der Vatikan wird zu einem großen
Teil von der Bundesrepublik Deutschland und allen ihren Bürgern finanziert
Schweizer Gericht entscheidet: Bürger muss
jährliche kirchliche Forderung aus dem Jahr 1357 nicht mehr bezahlen
Selbstentlarvung: Wie Politiker die Kirchen
weiterhin mit Milliarden an Euro überschütten wollen
Literatur und TV
Im nachfolgenden Text werden Wortbeiträge von Demokraten wieder gegeben, die sich gegen die massive Geschichtsfälschung der Kirche und ihrer Lobbyisten mit "Aufklärung" zur Wehr setzen.
1
Nach über 200 Jahren tut sich etwas bei einigen Politikern in Deutschland. Unter
der Überschrift "Jagd auf die Kirchenmäuse" schreibt das Magazin Der Spiegel,
Ausgabe Nr. 30/2010: "Bis heute müssen die Bundesländer den Kirchen
Entschädigungen für Enteignungen im 19. Jahrhundert zahlen. Jetzt wollen
Politiker von Kiel bis Saarbrücken den Kirchenfürsten die Alimente kürzen – doch
die pochen auf alte Rechte."
Die Rede ist von ca. 459 Millionen Euro, welche die deutschen Bundesländer bisher
Jahr für Jahr an die beiden deutschen Wohlstands- und Machtkirchen, die römisch-katholische Kirche und die evangelische Kirche,
bezahlen. Und dies, obwohl die Anzahl der Kirchenmitglieder auf unter 60 % der
Bevölkerung geschrumpft ist und die meisten der einst durch Säuglingstaufe
rekrutierten Mitglieder mit ihrer Kirche gar nichts mehr am Hut haben. Dabei
sind diese 459 Millionen Euro ja nur ein ganz kleiner Teil der jährlichen
Staats-Gelder für die beiden Großkirchen in Deutschland. Durch direkte
staatliche Zuwendungen und den Verzicht des Staates auf Einnahmen bekommen die
Kirchen
jährlich ca. 15 Milliarden Euro an staatlichen Subventionen (http://www.stop-kirchensubventionen.de/). Dabei ist die
Kirche überhaupt nicht bedürftig. Der renommierte Politologe Dr. Carsten Frerk errechnete allein
für Deutschland ein Vermögen beider Großkirchen zusammen in Höhe von ca. 500 Milliarden
Euro, welches die Kirche dank der astronomischen Staats-Subventionen, die sie
Jahr für Jahr erhält, gar nicht
antasten muss (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-20899199.html).
Einen Teil der Subventionen machen z. B. die Befreiung der Kirche von allen
Steuern aus, alleine 3,5 Milliarden Euro der staatlich finanzierte
konfessionelle Religionsunterricht, ca. 650 Millionen Euro die Ausbildung der
Priester und Pfarrer auf Staatskosten usw. usf. Nach anderen Quellen sind manche
Kosten sogar noch weit höher. Und wenn in einem bestimmten Jahr ein bestimmter
Betrag ermittelt worden war, dann ist eine jährliche Steigerung um ca. 1 %
seither realistisch.
Hierbei ist grundsätzlich noch zu unterscheiden zwischen Vergünstigungen, die
nicht nur speziell die Kirchen bekommen und den Zahlungen und Privilegien, die
ausschließlich die Kirche bekommt. Und nur darum soll es in diesem Gespräch gehen, und deshalb
ist unsere Zahl auch etwas niedriger als die bei Carsten Frerk in seinem im Jahr
2000 erschienenen Standardwerk Finanzen und Vermögen der Kirche in
Deutschland errechneten
Kirchen-Subventionen von ca. 20 Milliarden Euro jährlich. Wir gehen von ca. 15
Milliarden Euro aus, welche die Kirchen vom Staat bekommen, und zwar zusätzlich zur Kirchensteuer, die der
Staat und die Arbeitgeber für die Kirche einziehen und welche der Kirche jährliche Einnahmen von ca.
neun Milliarden Euro beschert. Und diese ganzen Milliarden werden nun nicht oder
nur zu einem sehr geringen Teil für soziale Zwecke verwendet, was viele
Zeitgenossen irrtümlich vermuten. Denn Tatsache ist: Die kirchlichen
Sozialeinrichtungen Diakonie und Caritas werden obendrein zusätzlich mit ca. 50
Milliarden Euro jährlich vom Staat finanziert, also zusätzlich zu den ca. 15
Milliarden Euro Staatsgeldern und den neun Milliarden Euro Kirchensteuern. So berichtet
Spiegel online am 8.6.2010. Das heißt: Der Staat bezahlt, die Kirche jedoch
bestimmt über die Arbeitsabläufe und über das Personal, z. B., dass ein Arzt in
einem katholischen Krankenhaus entlassen wird, wenn er zum zweiten Mal heiratet.
Das ist die Situation in den staatlich finanzierten kirchlichen
Sozialeinrichtungen.
2
Kann man bei den
vielen Staats-Zahlungen an die Kirche überhaupt noch folgen? Also 15 Milliarden
plus neun Milliarden plus 50 Milliarden. Doch worum geht es nun genau bei den
459 Millionen Euro jährlich, den "Kirchenmäusen", wie Der Spiegel
schreibt, welche immer mehr Politiker jetzt nicht mehr widerspruchslos und in
vollem Umfang an die Großkirchen abführen möchten? Sie sind Teil der 15
Milliarden Euro Staatsgelder für die Kirche, und es handelt sich dabei um einen
Teil der so genannten "Dotationen", zu deutsch "Schenkungen,
Zuwendungen, Mitgift", an denen jetzt einmal der Hebel angesetzt werden könnte. Dieser
Teil der Dotationen wird für die Besoldung der Bischöfe, Priester, Pfarrer und
für andere Würdenträger in der Kirchenbürokratie verwendet (spiegel.de
schreibt am 8.6.2010 von 440 Millionen Euro, doch wer weiß?) Im Spiegel
heißt es dazu: "Der Betrag steht den Kirchen zur freien Verfügung.
Verwendungsnachweise sind nicht vorgesehen. Häufig verschwindet Geld gleich in
geheimen Kassen, wie der des ´Bischöflichen Stuhls` vieler katholischen Diözesen.
Auch werden keine Steuern fällig." Wie prall das Konto des ´Bischöflichen
Stuhls` gefüllt ist, wissen nur wenige.
Nur der
Bischof und seine engsten Vertrauten kennen diesen Schattenhaushalt, kein
Finanzamt darf Einblick nehmen und die Ein- und Ausgaben stehen in keinem
kirchlichen Haushaltsplan. Und das alles legal. Niemand sonst darf solche Konten
führen, nur die Kirche.
3
Und warum diese Geldströme für die Kirche? Diese staatlichen
Milliardenausschüttungen an die Kirche gehen angeblich zurück auf das Jahr 1803.
Damals hatte Napoleon die Grenze Frankreichs bis an den Rhein ausgedehnt, zu
Lasten deutscher Landesfürsten. Den deutschen Fürsten des "Heiligen Römischen Reiches
Deutscher Nation" bot Napoleon im Gegenzug aber an, sich östlich des Rheins
dafür einen Ausgleich zu holen, worauf hin sich die deutschen Landesherren
Lehen der Fürstbischöfe aneigneten. Die Kirche wurde also überhaupt nicht
"enteignet", es wurden lediglich Lehen, welche niemals im Eigentum der Kirche
waren (!), neu verteilt.
Doch um die damaligen Kirchenfürsten nicht gegen sich aufzubringen, dachten sich
die Konstrukteure der Neuordnung 1803 etwas aus, wovon auch diese profitieren
konnten. Der Spiegel schreibt: "Allerdings verpflichteten sich die Landesherren,
die Kirchengebäude ´fest und bleibend` auszustatten, die ´Pensionen für die
aufgehobene Geistlichkeit` zu zahlen und zum ´Aufwand für Gottesdienste,
Unterrichts- und andere gemeinnützige Anstalten` beizutragen."
Das Dokument, in dem dies festgelegt ist, ist der so genannte
Reichsdeputationshauptschluss vom 25.2.1803.
Wörtlich heißt es darin z. B. in § 50: "Den sämtlichen
abgetretenen geistlichen Regenten ist nach ihren verschiedenen Graden auf
Lebenslang eine ihrem Range und Stande angemessene freie Wohnung mit Meublement
und Tafelservice, auch den Fürstbischöfen und Fürstäbten des ersten Ranges ein
Sommeraufenthalt anzuweisen; wobei sich von selbst versteht, dass dasjenige, was
ihnen an Möbeln eigentümlich zugehört, ihnen gänzlich überlassen bleibe, das
aber, was dem Staate zugehört, nach ihrem Tod an diesen zurückfalle."
Das heißt nun aber im Klartext: Mit
den Dotationen war die damals lebende Geistlichkeit gemeint. Nirgends ist davon
die Rede, dass die Unterhaltszahlungen nach deren Tod auf ihre Nachfolger
übergehen. Die einzige längerfristige Verpflichtung, die der Staat 1803 im
Reichsdeputationshauptschluss einging,
bestand in der Ausstattung der verbleibenden Domkirchen.
Dennoch berufen sich die
Kirchenjuristen seit über 200 Jahren auf diesen Reichsdeputationshauptschluss, wenn es darum geht, dass der Steuerzahler dem
Kirchenpersonal bis heute ein sorgenfreies Leben finanziert. Denn in Anknüpfung an die
Vereinbarung von 1803 wurden in endloser Folge seither Konkordate und
Kirchenverträge geschlossen, und zwar mit beiden
großen Kirchen, und dies alles völlig zu Unrecht.
Doch seither wird bezahlt: Die Landesfürsten haben gezahlt, das deutsche
Kaiserreich hat gezahlt, die Weimarer Republik hat gezahlt, der Katholik Adolf Hitler und das
Dritte Reich haben gezahlt und die Bundesrepublik zahlt, Jahr für Jahr, seit
über 200 Jahren – Millionen und Abermillionen, ja aufs ganze gesehen Milliarden
und Abermilliarden, und mit Zins und Zinseszins bewegt man sich bereits im
Billionenbereich. Die
Zahlungen wurden immer wieder verlängert, aufgestockt und erweitert und Vergünstigungen auf
Vergünstigungen für die Kirche aufgetürmt.
4
Ja, aber
das kann doch nicht ewig so weiter gehen! Genau das dachten sich auch schon die
Politiker vor knapp 100 Jahren. Deshalb wurde in die Weimarer Reichsverfassung
von 1919 der Artikel 138 aufgenommen, dass diese Zahlungen an die Großkirchen "abgelöst", das heißt
beendet werden sollen. Doch weder die Politiker der Weimarer Republik noch die
Nationalsozialisten wollten sich hier mit der Kirche anlegen. So musste dieses
Verfassungsgebot 30 Jahre später, im Jahr 1949, wiederholt werden, und es wurde
jetzt
als Artikel 140 in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen.
Doch wieder passierte nichts. Jetzt [2013] schon seit 64 weiteren Jahren – nichts,
nichts und wieder nichts. Denn die
maßgeblichen Politiker sind zum überwiegenden Teil alle katholisch und
evangelisch und sie dienen ihrer Kirche im politischen Alltag als Lobby. Und die
Kirche will natürlich, dass die Zahlungen weitergehen, oder sie verlangt so
unverschämt hohe Ablösesummen für deren Beendigung, dass selbst Politiker,
welche zwischenzeitlich darüber nachdachten, das Gebot des Grundgesetzes zu
erfüllen, bisher immer kapitulierten. Und so werden Jahr für Jahr Hunderte von
Millionen und Milliarden weiterhin bezahlt.
Und so schrieb etwa die Süddeutsche Zeitung am 22.8.2008 in diesem
Zusammenhang: "Parteivorsitzende
werden von ihrer Partei, Gewerkschaftssekretäre von ihrer Gewerkschaft, die
Unternehmensvorstände von ihrem Unternehmen bezahlt. Nur die leitenden Herren
der Kirche, die Bischöfe, werden nicht von ihrer Kirche, sondern vom Staat
bezahlt ... Wer vor 205 Jahren von Napoleon enteignet wurde, ist besser dran als
derjenige, dem dies vor 60 Jahren durch die Sowjets geschah." Der bekam nämlich
keine Entschädigung.
5
Ablösesummen? Das kennt man sonst zum Beispiel bei Fußball-Profis. Wie kann man
sich das denn vorstellen? Worum geht es denn da genau? In der Verfassung steht
doch nur, dass die Zahlungen durch die Gesetzgebung abgelöst, das heißt beendet
werden sollen. Von "Ablösesummen" steht dort nichts.
6
Was hier also in der Bundesrepublik Deutschland Jahr für Jahr geschieht, ist
deshalb ein
unfassbarer Skandal im Milliardenbereich. Und man muss hier zunächst einmal
unterscheiden zwischen einerseits den Dotationen der Länder, also den Geldzuwendungen der
deutschen Bundesländer an die Großkirchen. Und andererseits den Dotationen der
Kommunen, der Städte und Gemeinden. Beide sollen gemäß des Verfassungsgebotes
abgelöst, das heißt beendet werden.
Doch schauen wir einmal genauer hin, zunächst, was die Bundesländer betrifft:
Hier haben die Kirchen in Deutschland im 20. Jahrhundert mit den Bundesländern
so genannte Staatsverträge bzw. Konkordate abgeschlossen, in denen die
Zahlungen des Staates im Gegensatz zum Verfassungsgebot festgeschrieben wurden.
Dabei orientierte man sich z. B. an den Einkommen von hohen staatlichen
Regierungsbeamten und legte dann unter anderem fest: Jedes Mitglied eines
katholischen Domkapitels oder eines evangelischen Landeskirchenrats bekomme
genauso viel Geld vom Staat wie dieser oder jener Regierungsbeamte. Der
Staatsvertrag des Freistaates Bayern mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Bayern stammt z. B. aus dem Jahr 1924.
Apropos: Unter Napoleon wurde den evangelischen Kirchen kein Cent, keine Wiese
und kein Acker weg genommen. Die vermeintlichen "Enteignungen" betrafen nur
staatliche Lehen (!) an römisch-katholische Fürstbischöfe. Doch seit weit über
Hundert Jahren lassen sich heute auch die Luther-Kirchen dafür "entschädigen" -
aufgrund der Volksverdummung angeblicher "Enteignungen"; in Wirklichkeit sind
diese ganzen Milliardenverschiebungen für die Kirche ein einziger Spott auf die
Demokratie
Und zu diesen Dotationen der Bundesländer hinzu kommen noch weitere
Millionenzahlungen von Städten und Gemeinden an die Kirche, die vertraglich
ebenfalls in das 19. Jahrhundert und noch weiter zurück reichen und die von der Kirche seither
gnadenlos eingetrieben werden, die so genannten kommunalen Dotationen.
7
Nun gibt es ja aber erste Politiker, die dieses gigantische und dauernd
sprudelnde Leck in den Staatshaushalten zumindest eindämmen möchten.
Und als normal denkender Staatsbürger geht man eigentlich davon aus, dass
es auch im Ermessen der Politiker liegt, die Subventionen an die Kirche
vielleicht wenigstens einmal um 10 % zu kürzen, so wie der Staat ja derzeit
überall spart. Oder dass die Politiker auch entscheiden können, solche
Subventionen ganz zu streichen. Denn die Priester werden immer weniger, die
Skandale und Verbrechen in der Kirche häufen sich, man denke nur an die
unzähligen Kinderschänder-Verbrechen durch Priester und Pfarrer, und die Kirchen
werden immer leerer: Nur noch gut 10 % der Katholiken und 3,5 % der Protestanten
besuchen die konfessionellen Gottesdienste. Und man denkt als unbefangener
Zeitgenosse, es sind doch die Politiker, welche in Deutschland Gesetze beschließen oder die
Staatshaushalte aufstellen und den Geldfluss überwachen. Doch dieses normale
Empfinden entspricht bei dem Verhältnis von Staat und Kirche leider nicht der
Realität. Denn die Politiker haben sich in Deutschland den Kirchenführern auf
Gedeih und Verderb ausgeliefert – und zwar solange, wie sie sich weiter an die
skandalösen Verträge und Konkordate mit der Kirche gebunden fühlen, die ihre
kirchenhörigen Vorgänger z. B. vor ca. 90 Jahren unterschrieben haben. Denn
diese so genannten Staatsverträge und Konkordate aus dem 20. Jahrhundert sind
in ihrem Kern nichts anderes als sittenwidrige unseriöse Knebelverträge und
schon von daher nichtig; so wie man sich heute mit Recht auch nicht mehr an die
Gesetze und Verträge der NS-Diktatur gebunden fühlt - mit Ausnahme natürlich des
Konkordats von Nazi-Deutschland mit dem Vatikan aus dem Jahr 1933. Hier wird
anerkannt, was der "Führer" damals zugunsten der Kirche festlegte. Und für die
meisten solcher sittenwidrigen Verträge und Konkordate wurde damals vereinbart:
Der Staat dürfe die Millionen und
Milliarden für die Kirche zu einem späteren Zeitpunkt angeblich nur mit Zustimmung des Zahlungsempfängers, nämlich der
Kirche, kürzen oder gar ganz einbehalten.
Wie absurd dieses Denken ist, zeigt auch folgende Überlegung: Selbst wenn alle
Gläubigen, die in der Kirche kein geistliches Amt bekleiden, aus der Kirche
austreten würden, müsste der Staat nach dieser Logik die Bischöfe und
Kirchenführer anschließend weiterhin aus dem Staatshaushalt bezahlen; also auch
dann, wenn es gar keine Gläubigen mehr gibt. Die kirchlichen Würdenbesitzer würden
dann zwar nur noch sich selbst und ihre Priester verwalten, aber der Staat
müsste die Millionen dafür weiter bereit stellen.
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Der Spiegel zitiert hierzu die Schlussbestimmung des
Vertrages des
Landes Rheinland-Pfalz mit der evangelischen Kirche, in der es heißt: "Das
Land wird eine Ablösung ohne Zustimmung der Kirche nicht durchführen." Oder in
dem Vertrag des Freistaates Bayern mit der evangelischen Kirche heißt es
am Ende: Die Verpflichtung des Staates "kann von keiner Seite durch einseitige
Erklärung gelöst werden." Das heißt: Der Staat, vertreten durch die Lobbyisten
der evangelischen und katholischen Kirche, den evangelischen und katholischen
Politikern, hat sich in diesen Knebelverträgen für alle Zeiten und
Ewigkeiten an die Großkirchen gebunden. Aufgrund dieser Situation heißt es nun
im Spiegel: "Muss ein Land wie Nordrhein-Westfalen wegen solcher
Traditionen heute noch hohe Summen zum Beispiel an die überaus wohlhabende
Kölner Erzdiözese von Kardinal Joachim Meisner bezahlen – verdammt in alle
Ewigkeit? Die bisherigen Regierungen in Düsseldorf haben das so gesehen."
9
Die bisherigen Regierungen? Das waren doch auch wieder
fast ausschließlich katholische und
evangelische Politiker, nämlich wiederum die Lobby ihrer Kirche, die den Staat für ihre
Konfessionskirchen seit Jahrhunderten nach Strich und Faden ausnehmen. Deshalb
lesen wir auch weiter im Spiegel: "Für die Kirchen hätte es kaum besser
kommen können. Die praktisch endlosen Entschädigungen lassen die
Enteignungen von 1803 wie das vielleicht beste Geschäft ihrer Geschichte
aussehen."
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Doch noch einmal die Frage: Sind solche Knebelverträge nicht sittenwidrig und deshalb null und nichtig?
Oder wie soll man es bezeichnen, wenn die Kirchenführer den Politikern mit einer
angeblich ewigen Hölle drohen, wenn sie sich nicht der kirchlichen Lehre und z.
B. dem Papst unterwerfen? Oder wie soll man es bezeichnen, wenn die Vertreter
der Kirche das religiöse Abhängigkeitsgefühl von Politikern dazu missbrauchen, dass man
sie unterschreiben lässt, dass sie und ihre Nachfolger für alle Zeiten bezahlen
müssen? Das hat doch mit Recht und Ordnung nichts zu tun. Das ist doch blanke
Einschüchterung und Ausbeutung der Bevölkerung.
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Aus diesem Grund wurde auch im Jahr 2010 Verfassungsbeschwerde gegen diese
Zahlungen erhoben. Die Behauptung von heutigen Politikern, die Verträge mit den
Kirchen seien "unkündbar", wurde als "lauter Ausreden" bezeichnet. Die "Verluste"
durch Entzug der Lehen der Fürstbischöfe
aus dem Jahr 1803 wurden durch die Staatsleistungen der letzten 200 Jahre
doppelt, dreifach und x-fach ausgeglichen. Dass der Staat hierfür immer noch bezahlt,
ist ein massiver Verfassungsverstoß. Und bereits seit 1919 durften solche
verfehlten Altleistungen
nicht durch neue Verträge verlängert oder ersetzt werden.
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Doch das völlige Gegenteil passierte. Obwohl es das Grundgesetz der
Bundesrepublik Deutschland seit 1949 erneut vorschreibt, diese Staatsleistungen
an die Großkirchen endlich abzulösen, wurden grundgesetzwidrig in den
90er-Jahren des 20. Jahrhunderts stattdessen neue Staatsleistungen an die Großkirchen beschlossen,
die scheinheilig und dummdreist mit der Politik Napoleons begründet wurden. Und
wer muss seither zusätzlich zahlen? Die neuen ostdeutschen Bundesländer sind es,
die vornehmlich durch ihre CDU-Regierungen im Rekordtempo zu neuen Zahlmeistern
für die Kirche gemacht wurden. Schnell wurden Konkordate und Staatsverträge nach
dem Vorbild der grundgesetzwidrigen westlichen Verträge auch mit dem Osten
ausgehandelt – vielfach durch Politiker, die fest im Katholizismus und
Protestantismus des Westens verwurzelt waren und die jetzt im Osten Deutschlands
das Sagen hatten. Und so müssen auch die Menschen in diesen Regionen, wo der
Anteil der Kirchenmitglieder unter 25 % liegt, jetzt seither Millionen über
Millionen für das Großkirchen-Personal stemmen. Im Jahr 2010 handelt es sich
dabei um insgesamt 93 Millionen Euro Dotationen allein aus den ostdeutschen
Bundesländern für die Kirche – und das angeblich, wie im Westen, von nun an bis
"in Ewigkeit", das
heißt: solange die Kirche das Geld möchte. Und die Kirche will das Geld
natürlich haben, auch wenn der neue katholische Papst 2013 medienwirksam von
einer "Kirche der Armen" spricht: Mit ein paar Hundert Milliarden in der Tasche
und Pfründen für jede Fußzehe lässt es sich leicht "arm" sein. Und die meisten Einwohner im Osten Deutschlands hatten hier in der Freude über die deutsche
Einheit nicht gemerkt, wie sie hier sogleich von Politik und Kirche über den
Tisch gezogen wurden.
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Prophetische Worte über die konfessionellen Großkirchen
"Das Sein-, Besitzen- und
Habenwollen hat die kirchlichen Obrigkeiten in all den Jahrhunderten
überheblich gemacht. Der Ewige befürwortet nicht diese Einstellung. Auch
wenn sie den Herrn mit dem Munde loben und preisen, sind ihnen doch ihre
Reichtümer und Bankeinlagen der Halt. An diesem Äußeren und Vergänglichen
messen sie ihre Macht. Jesus Christus, der Sohn der Himmel, hat jedoch mit
diesen weltlichen Gepflogenheiten nichts gemeinsam, deshalb auch nicht mit
den beiden Konfessionen. Beide Konfessionen sind nur nach dem Schein eine
Christuskirche, jedoch nicht nach ihrem Sein. Das heißt, sie leben nicht,
was ihnen der Nazarener vorlebte." |
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Und deshalb die Frage an die verantwortlichen Politiker in Ost und West: Ist
euch die Kirchenbürokratie, der die Gläubigen scharenweise davonlaufen, immer
noch wichtiger als soziale Gerechtigkeit z. B. gegenüber Hartz IV-Empfängern und
kinderreichen Familien? Warum verlangt Ihr nicht von den Kirchen, dass sie sich
selbst finanzieren, statt auf sittenwidrige Weise weiter Jahr für Jahr den Staat
auszubeuten? Nur
noch ein geringer Prozentsatz der Kirchenmitglieder erscheint hin und wieder zum
Sonntagsgottesdienst ihrer jeweiligen Konfession, bei den Katholiken noch ca. 10
%, bei den Protestanten noch ca. 3,5 %. Die Kirchenbänke sind leer und der
staatliche Geldstrom kommt folglich vor allem einer Kirchenbürokratie zugute,
der die Gläubigen längst davongelaufen sind.
14
Nun hat es ja in den vergangenen Jahren immer
wieder einmal Versuche einzelner Kommunalpolitiker gegeben, der Macht der Kirche
wenigstens in ihrem Dorf oder in ihrer Stadt die Stirn zu bieten. Wenn z. B. die
Dorfkirche aufwändig renoviert wurde und die Kirche dem Gemeinderat anschließend
die Rechnung präsentierte, welche die politische Gemeinde in größte
existenzielle Not stürzte, dann sagte so mancher Bürgermeister empört: "Das können wir nicht bezahlen". Doch dann
konfrontierten ihn die Finanzexperten und Juristen der Kirche mit "Napoleon" und alten
vermeintlichen "Verpflichtungen" aus früheren Jahrhunderten, welche dem Dorf
eine so genannte "Baulast" für die Kirche
oder für Kirchenglocken und dergleichen auferlegte. Damit stieß die Kirche die empörten Bürger
immer wieder vor den Kopf und kassierte weiter ohne Ende. Schuld daran sind also
in diesem Fall die so
genannten "kommunalen Dotationen", also angebliche Zahlungsverpflichtungen von
Städten und Gemeinden gegenüber der Kirche aus dem 19. oder aus noch früheren
Jahrhunderten, von der Kirchenlobby auch "Tradition" genannt.
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Nun glaubten manche vernünftigen Politiker, man könne das Verfassungsgebot der
Bundesrepublik Deutschland, die Zahlungen an die Kirche endlich abzulösen, also
einzustellen, wenigstens in ihrem Dorf oder in ihrer Stadt in die Tat umsetzen.
Doch wer das glaubte, erlebte die nächste bitterböse Überraschung. Denn die
Kirche verlangt dafür astronomische "Ablösesummen", z. B. in Form einer Vorauszahlungen der
Dotation für die nächsten 100 Jahre. Dann sei die politische Gemeinde im übernächsten
Jahrhundert von der Zahlung befreit, so die Schröpfungsexperten der Kirche.
16
Dies alles ist keine Satire. Es ist Realität
in Deutschland, das als Land der "Dichter
und Denker" gilt. Doch in Wirklichkeit kann man in Deutschland den Staat mit einem Ross vergleichen
und die Kirche mit dem Reiter. Das heißt: Die Kirche hat die Zügel in der Hand
und sie kann mit dem Staat machen, was sie will. Der Reiter lenkt das Ross
dorthin, wohin der Reiter will, nicht dorthin, wohin das Ross selber will. Und
sie quetscht einen Tausender nach dem anderen, eine Million nach der anderen aus
ihm heraus, eine Milliarde nach der anderen. Und das solange, wie
das Ross den Reiter nicht abwirft.
17
Das ARD-Magazin
Panorama berichtete z. B. am 17.10.2002, dass eine
Gemeinde in Unterfranken wenigstens eine kleine Zahlungsverpflichtung gegenüber
der Kirche loswerden wollte, neben den vielen großen, die man auch noch hatte
(http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2002/erste7860.html; siehe auch den
aktualisierten Beitrag im Jahr 2009 unter
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2009/panoramakirche100.html).
Es ging hierbei um 130 Euro, welche die Kommune der Kirche jährlich bezahlen
muss, den Gegenwert einer Lieferung von Roggen für die Ernährung des
Dorfpfarrers in früheren Jahrhunderten. Die Kirche stimmte im Prinzip zu – aber
nur unter der Bedingung, dass der Gemeinderat den Roggen für den Dorfpfarrer für
die nächsten 100 Jahre vorfinanziert, mit Zins und Zinseszins versteht sich, was
praktisch bedeutete: Wenn die politische Gemeinde einmalig 32.000 Euro bezahle, würde ihr
die jährliche Zahlung von 130 Euro für den Roggen in Zukunft erlassen.
18
Solche Beispiele gibt es in Hülle und Fülle. Bei einer Kleinstadt in Bayern
(Karlstadt) verlangte die katholische Kirche im Jahr 1997 eine halbe Million DM
Ablösesumme, wie der Lokalpresse zu entnehmen war. Doch diesen Betrag konnte die
Stadt nie und nimmer aufbringen. Seither zahlt man deshalb weiter notgedrungen jährlich an
die Kirche. Das Verfassungsgebot nach Beendigung dieser Zahlungen wird von der
Kirche auf solche Art und Weise immer wieder praktisch ausgehebelt und die kommunalen
"Dotationen" bleiben auf diese Weise bestehen. Letztlich verhöhnt die Kirche auf
diese Weise die Verfassungen der Weimarer Republik und der Bundesrepublik
Deutschland, und die Politiker lassen sich diese Verhöhnung des Staates
gefallen. Manche machen dies sehr gerne, weil sie sich in Wirklichkeit als Kirchenmänner und
Kirchenfrauen fühlen, die eben beruflich ein politisches Amt innehaben und in
ihrem Amt vor allem ihrer Kirche dienen wollen. "Gewieft" ist die noch mildeste
Umschreibung einer solchen Politik. Dabei folgen sie den Forderungen, wie es die
kirchlichen Lehren von ihnen als "Gläubige" im Staatsdienst auch verlangen: Sei
es die katholische Lehre über die Pflichten der katholischen "Laien" im
Unterschied zu den Priestern oder die evangelische Lehre, wo von Martin Luther
eine so genannte "Zwei-Reiche-Lehre" entwickelt
wurde (mehr dazu z. B. hier),
wonach Staat und Kirche einander dienen sollen; eine Lehre, in der für viele
gleichberechtigte Religionsgemeinschaften in einer Gesellschaft kein Platz ist,
die aber ungeniert z. B. an deutschen Gymnasien zum Abiturwissen zählt. Die
Jugendlichen werden also auf Staatskosten im Sinne der "Zwei-Reiche-Lehre"
indoktriniert und nicht im Sinne einer Demokratie unterrichtet. Und wohin das
früher oder später wieder führt, wenn es nicht endlich gestoppt wird, wer weiß?
19
Ein weiterer Skandal in diesem Zusammenhang: Die besagte Kleinstadt, welche die
von der Kirche geforderte halbe Million DM Ablösesumme für die Ablösung der
Dotationen nicht aufbringen konnte, muss gemäß der Presseberichterstattung aus
dem Jahr 1997 auch Jahr für Jahr weiterhin eine katholische Pfarrstelle
finanzieren, die bereits 1984 aufgelöst worden war. Doch die Kirche bestand
dennoch weiter auch auf der staatlichen Finanzierung dieser Stelle, die es schon
lange gar nicht mehr gab. Das Argument der Kirchen-Finanz-Juristen: Die Stadt
muss aufgrund der so genannten "Observanz", dem seit mehreren Jahrhunderten
geltenden Gewohnheitsrecht, weiter zahlen – völlig egal, ob diese Pfarrstelle
überhaupt noch existiert oder nicht, rechtlich maßgeblich sei angeblich die "Observanz". Es sei denn, wie gesagt: Man
befreie sich mit einer halben Million DM Ablösesumme von allen
Zahlungsverpflichtungen.
20
Andere Kommunen beißen nun tatsächlich in diesen saueren Apfel und holen alles
Ersparte aus den hintersten Winkeln zusammen, um die maßlosen Forderungen der
Kirche zu erfüllen und die Dotationen abzulösen und dann aber frei zu sein. Dazu
schreibt Der Spiegel: "Für hessische Kommunen, die ebenfalls unter alten
Verträgen zu leiden hatten, wurden 2003 Erleichterungen beschlossen. Drei Jahre
lang hatten Land und Kommunen mit der Geistlichkeit verhandeln müssen – dann
erst verzichteten die Kirchen, gegen eine Abfindung von 150 Millionen Euro (!), etwa
auf die ´Gründonnerstagseier` für den Pfarrer von Ludwigsau, die staatliche
Instandhaltung der Kirchturmuhr in Kriftel und etliche weitere
Gewohnheitsrechte." Und dann beschweren sich die deutschen Bürger 2013 über die
Praktiken in Griechenland und Zypern, doch auf dem Auge, das die eigenen
Praktiken sehen könnte, wird man systematisch blind gehalten.
21
Unfassbar,
könnte man sagen. Die meisten Menschen haben lange Zeit nicht gewusst, in welchem Ausmaß die
Kirche in Deutschland den Staat finanziell praktisch in der Hand hat und die
kirchengläubigen Politiker sich Jahr für Jahr wieder unterwerfen – viele gerne, aber
immer mehr von ihnen unwillig, weil sich irgendwann doch das Gewissen der
Politiker meldet und man diesen beispiellosen Raubzug
aus der Staatskasse nicht mehr
hinnehmen möchte. Und dann beschweren sich die deutschen Bürger 2013 über die
Praktiken in Griechenland und Zypern, doch auf dem Auge, das die eigenen
Praktiken sehen könnte, wird man systematisch blind gehalten.
Weiter heißt es
im
Spiegel: "Neben den Dotationen werden häufig auch noch hohe Summen für den
Unterhalt kirchlicher Bauten fällig. Allein für den Einbau einer Hauptorgel in
der Trierer Konstantin-Basilika zahlt Rheinland-Pfalz dieses Jahr [also 2010]
868.000 Euro. Nicht zuletzt dank der üppigen Zuwendungen leisten sich manche
Kirchenfürsten eindrucksvolle Projekte. So bekam der Freiburger Erzbischof
Robert Zollitsch, heute Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in seinem
Münster einen komplett umgestalteten Altarraum inklusive neuem Bischofsstuhl aus
rotem Granit. Die Kosten dafür: 450.000 Euro."
22
Wenn die Katholiken Bischof
Robert Zollitsch
einen neuen Altarraum und einen neuen Bischofsstuhl aus rotem Granit für 450.000
Euro spendieren, dann sollen sie das von mir aus tun. Das stört mich nicht, wenn
die Gläubigen ihren Kult und die Zeremonien von Bischof Robert Zollitsch selber
bezahlen. Aber das alles bezahlen ja gar nicht die Gläubigen. Sondern der Staat.
Das heißt: Wir alle. Moslems, Juden, Atheisten, Urchristen, Agnostiker, wir alle
müssen unser Geld zusammen legen, damit Robert Zollitsch einen Bischofsstuhl aus
rotem Granit bekommt. Und warum ist
das so? Weil die Politiker in Deutschland sich der Kirche unterworfen haben und
zahlen, zahlen und nochmals zahlen. Und weil das Staatsross in Deutschland den
kirchlichen Reiter immer noch nicht abgeworfen hat, obwohl der Reiter das Ross
ständig in eine bestimmte Richtung zwingt, die gegen das Ross gerichtet ist,
nämlich den finanziellen Abgrund.
23
Und müsste man nicht auch sagen: Der Staat finanziert auch die pädophilen und
kriminellen Priester? Denn man pumpt Milliarden über Milliarden in ein Milieu,
das zunächst diese Verbrechen hervor brachte und in dem die Verbrechen dann jahrzehntelang
vertuscht und verschwiegen wurden. Damit macht sich doch der Staat schuldig an
den unzähligen Kinderschänderverbrechen durch Pfarrer und Priester. Denn würde
der Staat nicht Jahr für Jahr dieses Kirchensystem und Kirchenmilieu mit
Milliarden und Millionen aufrecht erhalten, dann hätte sich dort schon längst
etwas ändern müssen. Und umgekehrt: Wo so
viele Staatsgelder eingestrichen werden ohne irgendeinen Leistungsnachweis, da
braucht es einen auch nicht zu wundern, dass viele Nutznießer dieses Systems in
den Sumpf von Müßiggang und Verbrechen abgeglitten sind.
Weiter heißt es im
Spiegel: "Im Regensburger Dom wurde der Altarraum für
immerhin 100.000 Euro neu gestaltet: aus liturgischen Gründen, heißt es im
Bistum. Der Bischofssessel wurde ins rechte Licht gerückt und steht nun nicht
mehr am Rand, sondern im Zentrum."
24
Das ist ja kaum zu ertragen. Bischof Gerhard Ludwig Müller sitzt also jetzt dank 100.000
Euro Staatsgeldern im Zentrum seines Kultes. "Aus liturgischen Gründen", von mir
aus, könnte jemand sagen, aber was hat denn das mit dem Staat zu tun? Und was hat diese Ausbeutung
des Staates durch die Kirche mit Jesus von Nazareth zu tun? Nichts, aber auch
gar nichts. Jesus wollte keine Priester und keine Kirchen aus Stein. Er wollte
keinen Altarraum und keinen Bischofssessel und keine goldverzierten Kanzeln, von
denen Theologen ihre Sonntagsreden schwingen. Alles das stammt aus antiken
heidnischen Götzenkulten. Und auch die kirchliche Lehre hat nichts, aber auch
gar nichts mit Jesus von Nazareth zu tun. Jesus hat kein einziges Dogma
eingesetzt, Er hat keine Kriege befürwortet und keine Andersgläubigen hinrichten
lassen und in die ewige Hölle verdammt. Die Kirche nennt sich "christlich" und
sie beutet bis heute den Staat aus. Doch sie ist "katholisch" oder "evangelisch",
jedoch niemals "christlich". Und wenn sie schon den Staat ausnimmt nach Strich
und Faden, und die gewählten Politiker lassen dies zu oder betätigen sich
ungeniert als Lobby der Kirche, dann sollte die Kirche sich wenigstens nicht "christlich" nennen.
25
Weiter heißt es im Spiegel:
"Zwei Nonnen als persönliche Haushälterinnen gehören in vielen
Bischofsresidenzen zum guten Ton" – auf Staatskosten, versteht sich – "Genauso
wie ein persönlicher ´Zeremoniat` im Mitarbeiterstab, zu dessen Aufgaben es
zählt, Seiner Exzellenz im passenden Moment die Mitra auf- und abzusetzen."
26
Der Zeremoniat darf hier aber nicht
verwechselt werden mit dem "Benefiziat", dem "Dignitär", dem "Kanoniker" oder dem Leiter der bischöflichen Knabenseminare, die
natürlich auch alle vom Staat bezahlt werden und folglich auch ihre fürstlichen
Pensionen. So finanziert der Freistaat Bayern jetzt z. B. den süßen Lebensabend
von Erzbischof Walter Mixa im Frauenkloster mit 7.800 Euro monatlich – netto,
versteht sich.
Seine Untaten sind ja alle verjährt.
27
Was wir jetzt hier vorgetragen haben, sind aber nur die angeblichen
Zahlungsverpflichtungen des deutschen Staates in Milliardenhöhe gegenüber der
Kirche. Überhaupt noch nicht berücksichtigt sind in den 15 Milliarden Euro plus
neun Milliarden Euro plus 50 Milliarden Euro pro Jahr diejenigen Gelder für die Kirche,
die freiwillig vom Staat, dem Bund, den Ländern und Kommunen, für die Kirche
gegeben werden, was neue unübersehbare Millionensummen ausmacht oder gar
Milliarden.
28
Doch was kann man sich darunter vorstellen? Ganz einfach: Nehmen wir
einmal an, die Kirche müsste die Renovierung ihres Kultgebäudes - was eigentlich
selbstverständlich sein sollte - einmal selbst
finanzieren, ohne eine staatliche "Baulast-Verpflichtung" aus früheren
Jahrhunderten. Dann wendet man sich an den Stadt- oder Gemeinderat etwa mit
folgender Argumentation: Wenn Besucher nun in die Stadt oder das Dorf kommen, dann
würden sich diese ja auch für die Kirche interessieren. Das Herausputzen der Kirche
und die Darstellung des kirchlichen Brimboriums sei also vor allem ein
Aushängeschild für die Stadt, sozusagen eine "kulturelle" Aufgabe, die fest in
der Tradition dieser Kommune verankert sei und wofür die Stadt
doch sicher wie immer bezahlen werde.
Dass in früheren Jahrhunderten die Bürger den Bischof womöglich schon einmal aus
der Stadt jagten (wie in Würzburg im 14. Jahrhundert, worauf sich die Kirche
grausam an den Bürgern rächte) und sie sich von den Klerikern nicht mehr länger
auspressen lassen wollten wie Zitronen, wird natürlich in diesen Zusammenhängen
nicht erwähnt. Und so findet man z. B. in den Lokalausgaben der Tageszeitungen immer wieder
Meldungen von der Art, dass der Gemeinderat z. B. einen hohen sechsstelligen Betrag für die
Außenrenovierung der Kirche bewilligt habe. Und später heißt es: Man habe noch einmal
einen hohen sechsstelligen Betrag bewilligt, dieses Mal für die Innenrenovierung usw.,
denn die Touristen möchten ja auch die Kirche von innen sehen und dabei
natürlich einen guten Eindruck von der Stadt in Erinnerung behalten usw.
Und aus diesem Grund lehnt auch das Kulturministerium von Mecklenburg-Vorpommern
durch seinen Sprecher Ulf Tielking Kürzungen der Kirchensubventionen mit dem Argument ab: "Kirchen sind oft der
einzige stabile Kulturträger vor Ort" (Der Spiegel Nr. 39/2010) – eine Verhöhnung der Bevölkerung, für die
Kultur und Freizeit etwas anderes bedeutet als Kirche; ob Musik, Theater, Kino,
Kunst oder Sport oder manches andere mehr. Und außerdem: Was hat eine Familie,
die sich keine drei Mahlzeiten am Tag mehr leisten kann, von dem Kulturträger
Kirche mit seinem weltfremden Kultgepränge und seinen grausigen
Reliquienkammern?
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Staat und Kirche als Ross und Reiter
Die
Staaten sind mit einem Ross zu vergleichen. An seiner Mähne und seinem
Schweif hängen die Völker. Die Völker füttern das Ross. Doch auf dem Ross
sitzt auch ein Reiter, der Einfluss auf das Ross nimmt und es zu lenken
versucht (und dessen Name "Geheimnis" ist). Die Völker füttern auch diesen
Reiter, so dass es dem Reiter gut geht. Immer weniger jedoch den Völkern.
Und wohin werden sie vom Reiter gelenkt? Die nahe Zukunft wird es zeigen.
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Doch die Kirche versteht es meisterhaft, auch die Gelder staatlicher
oder privater Stiftungen in die eigene Tasche zu leiten. Dazu nur ein Beispiel
von unzähligen: Im Jahr 1927, in einer Zeit großer sozialer Not in Deutschland,
wurde – wie andere Stiftungen auch – die staatliche Oberfrankenstiftung gegründet, mit dem Stiftungszweck, die
"Volkswohlfahrt unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse der
Bevölkerung" zu fördern. Aus diesem Stiftungsvermögen wurden nun im Jahr 2008
eine halbe Million Euro für eine neue Orgel in einer großen evangelischen Kirche
der Region bewilligt, der evangelischen Stephanskirche in Bamberg. Ob das wohl im Sinne der Stifter ist?
30
Oder weitere Beispiele: Eine Kirchengemeinde möchte ein neues Geschirr für
Messwein und Hostien mit einem Überzug aus reinem Gold. Dafür werden in diesem
Fall Gelder aus einem Fonds für die Förderung strukturschwacher Regionen in
Deutschland beantragt. Und wie ist es, wenn eine Kirchengemeinde eine Immobilie für ihre Jugendmission
nützen will, was sie ja tun kann, wenn sie das möchte und auch selbst bezahlt?
Der Umbau wird aber weit gehend von einem staatlichen Jugendförderungsprogramm
finanziert usw. usf. Was sich hier alles deutschlandweit addiert, kann gar nicht
ermessen werden. Letztlich sind es unser aller Steuern.
31
Aber es gibt ja einen kleinen Funken Hoffnung am Horizont. Nämlich die
Politiker, die jetzt wenigstens einmal die Dotationen für die Kirchen kürzen
wollen, also den relativ kleinen Betrag von 459 Millionen Euro pro Jahr. Dazu zählen z. B. derzeit der
haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Carsten Schneider, der
die Zahlungen als "unangemessen und nicht mehr zeitgemäß" kritisierte und einige
FDP-Politiker. Und so brachte auch die Bundestagsfraktion der Linken einen
entsprechenden Antrag in den Bundestag ein, der im März 2013 auch im
Innenausschuss beraten wird. Doch die über 70 Mitglieder des Innenausschusses
sind wiederum Kirchenlobbyisten, von der Kirche indoktrinierte Opportunisten
oder schlicht Unwissende, so dass die größte Hoffnung zunächst darin besteht,
die Kartoffel heiß zu halten, um das Zeitfenster für weitere Aufklärung zu
nützen.
Ob hier Papst Jorge Mario Bergoglio etwas ändert? Wenn er eine "Kirche der
Armen" will, sollten wir ihm beim Wort nehmen, auch wenn der Wegfall von ein
paar Milliarden die Kirche noch lange nicht "arm" macht. Aber es ist zumindest
eine Richtungsanzeige. Aus diesem Grund unser Appell an den "Lenker des
Erdkreises" in Rom, der auch die deutsche Kirche lenken kann: "Eine neue
Petition zur Abschaffung der staatlichen Kirchensubventionen in Deutschland ist
in Vorbereitung. Wir gehen davon aus, dass Sie diese Petition ebenfalls
unterschreiben. Mit ihrer prominenten Unterstützung haben wir eine Chance. Mit
Dank im Voraus."
Wenig überraschend ist dabei, dass die nachgeordneten Ränge der
Kirchenhierarchie und die evangelischen "Häretiker" jeweils im Vorfeld immer
Widerstand signalisieren. So
erklärte etwa der Sprecher der EKD, Reinhard Mawick, die Zahlungen seien "keine
staatlichen Geschenke an die Kirche, sondern Rechtsverpflichtungen". Und Der
Spiegel schreibt dazu: "Verhandlungen mit der Kirche jedoch sind schwierig –
selbst für Experten sind die über Jahrhunderte angehäuften Ansprüche kaum noch
zu durchschauen. Schon die antiquierten Formulierungen in den Haushaltsplänen
mancher Länder zeigen, dass hier nicht die Gegenwart bezahlt wird, sondern die
Vergangenheit."
32
Das ist interessant. Es wird also die Vergangenheit bezahlt. Wir haben gehört,
dass die Kirche im Jahr 1803 bei der so genannten "Säkularisation" "Enteignungen" hinnehmen musste,
in Wirklichkeit aber nur die Aufkündigung der Lehen von 20 Fürstbischöfen
erfolgte, also von Besitzungen, die der Kirche ohnehin nicht gehörten, sondern
über die sie nur im staatlichen Auftrag verfügte. Und daraus folgte aufgrund der
seitherigen staatlichen "Entschädigungs"-Zahlungen laut Spiegel wohl "das
beste Geschäft ihrer Geschichte". Aber kaum jemand fragt, wie die Kirche denn bis
zum Jahr 1803 diesen Besitz und die Lehensrechte überhaupt erworben hat, für den sie bis heute von
der Bundesrepublik Deutschland Jahr für Jahr mit Milliarden von Euro "entschädigt"
wird.
Wir zitieren dazu einmal aus dem Brockhaus-Lexikon von 1824 zu dem Stichwort
"Säkularisation" vor:
"Die Säkularisation
enthält, aus rechtlichem Gesichtspunkt betrachtet, durchaus nichts Ungerechtes,
da die geistlichen Regenten nicht durch den Willen der von ihnen regierten
Völker, sondern durch bloße Anmaßung zu ihrer Herrschaft gelangt waren, mithin
kein wohl erworbenes Recht hatten."
Noch deutlicher schreibt es das seriöse bürgerliche Mayer´s
Konversationslexikon von 1851. Darin heißt es, dass die "geistlichen
Regenten in der Regel wider den Willen der von ihnen regierten Völker durch
Anmaßung, Erbschleicherei, List und Betrug und dergleichen zu ihrer Herrschaft
und zu ihren Reichtümern gelangt sind".
33
Jetzt wird immer klarer, warum Der Spiegel über die Kirche schreibt, dass
hier das "beste Geschäft ihrer Geschichte" wurde. Und diesem "besten Geschäft"
ging schon lange zuvor auch der etwa gleich große Betrug ihrer Geschichte voraus. Um das Jahr 800 ließ die
Kirche nämlich eine Urkunde fälschen, wonach Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert
dem damaligen Papst Silvester angeblich die ganze Westhälfte des Römischen
Reiches geschenkt habe. Und von dieser gefälschten Schenkungsurkunde leitete die
Kirche den Anspruch auf einen Kirchenstaat und unermessliche staatliche Zahlungen zu ihren Gunsten ab. Diese Fälschung
ist mittlerweile unbestritten. Rückzahlungen leistete die Kirche jedoch nie.
34
Für die angebliche Vergebung ihrer Sünden durch einen Priester und die
angebliche himmlische Belohnung überschrieben Menschen in allen Jahrhunderten all
ihren Besitz der Kirche, dazu sich selbst oft als Leibeigene. Die Einwohner
ganzer Dörfer und Städte wurden auf diese Weise zu Kirchensklaven. Oft waren es
die Klöster, die den Menschen alles genommen haben. Urkunden darüber befinden
sich teilweise bis heute in einzelnen Familiendokumenten. Als Sklaven mussten
die Menschen manchmal auch in einen Kreuzzug ziehen und noch mehr herbeischaffen. Wurde,
was selten vorkam, ein Sklave einmal freigelassen, musste er im Gegenzug sein
gesamtes Vermögen der Kirche übereignen.
35
Das Vermögen der im Krieg gefallenen Kreuzfahrer
fiel natürlich auch an die Kirche. Oder das Hab und Gut der unzähligen in der
Inquisition und Hexenverfolgung hingerichteten Menschen. Es wurde zwischen
Bischof und katholischen bzw. evangelischen Fürsten aufgeteilt (mehr dazu bei
Henry
Charles Lea, Geschichte der Inquisition, Bd. 1, Aalen 1980). Die Opfer mussten
sogar ihren Schauprozess, ihre Folterqualen und ihren Henker aus eigener Tasche
bezahlen. Auch das Vermögen der Kinder der Ermordeten ließ die Inquisition im
Auftrag der Kirche einziehen.
Hier ein Beispiel für die Folter- und Hinrichtungskosten, die das Opfer selbst
an Kirche und Staat bezahlen musste,
wie es in einem Dokument aus dem Folter-Museum in Rüdesheim einsehbar ist:
- Einen Lebenden zu vierteilen, 15 kr.
- Den Scheiterhaufen aufrichten, die Asche des Verbrannten in fließendes Wasser
werfen, 30 kr.
- Eine Hexe lebend verbrennen, 14 kr.
- Eine Person mit dem Schwert töten, 10 kr.
- Einen Menschen henken, 18 kr.
- Einen Körper ziehen, 5 kr.
- Ohren und Nase abschneiden, 5 kr.
- In den Bock spannen, 8 kr.
- Ein Streich mit der Spitzrute, 1 kr.
- Schnüre zum Bockspannen, Aufziehen und Gewichte anhängen, die Beinschrauben
anlegen, 30 kr.
36
Um möglichst schnell an das Geld der Menschen zu kommen, presste die kirchliche
Inquisitionsbehörde ihren Opfern in der Folter auch Geständnisse ab. Aus dem
Blutgeld der Inquisition konnte dann z. B. Papst Johannes XXII. im Jahre 1317 sechs
neue Bistümer kaufen. Der Autor
Henry Charles Lea schreibt in seinem Buch
Geschichte der Inquisition, Bd. 1, Aalen 1980: "Hätten nicht alle
Beteiligten an der Inquisition, also am Raubmord an Andersgläubigen, gut
verdient, wäre die Inquisition bald im Sande verlaufen. Denn viele Menschen,
auch Fürsten, fühlten in ihrem Inneren, dass hier der Papst etwas Teuflisches
angeordnet hatte" (S. 597). Noch heute stehen viele Bauwerke, die einst mit diesen
Blutgeldern errichtet worden, z. B. das bekannte Schloss Johannisburg in
Aschaffenburg, die einstige Zweitresidenz der Erzbischöfe von Mainz.
|
Martin Luther:
Die Grundlage des kirchlichen Besitzes und der
unermesslichen staatlichen Zahlungen für die Kirche ist der Betrug der so
genannten Konstantinischen Schenkung - eine Urkunde, welche die
Kirche um das Jahr 800 fälschen ließ, wonach Kaiser Konstantin dem Papst
Silvester als Dank für die Taufe das ganze weströmische Reich geschenkt habe
(siehe hier). Martin Luther schrieb hierzu: |
37
Bereits seit dem 4. Jahrhundert war die Kirche die einzige Staatsreligion im
Römischen Reich. Für Andersgläubige wurde schon damals ein Versammlungsverbot
und die Todesstrafe eingeführt. Die Häuser, in denen sich diese Menschen
getroffen hatten, wurden von den staatlichen Behörden der katholischen Kirche
geschenkt. So also hat sich der kirchliche Besitz allmählich vermehrt.
38
Im 15. Jahrhundert ließ die Kirche die Länder Lateinamerikas ausplündern und
ihre Bewohner versklaven und ihren Besitz konfiszieren. Im Jahr 1452
legitimierte Papst Nikolaus V. den Sklavenhandel durch eine Bulle, indem er den
portugiesischen König ermächtigte, "... die Länder der Ungläubigen zu erobern,
ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in die ewige Knechtschaft zu
zwingen" (zit. nach Friedhelm
Othegraven, Litanei des Weißen Mannes, Struckum 1986,
S. 101). Mit dem ersten Gold aus der Süd-Amerika-Beute ließ Papst Alexander VI.
dann die Decke von Santa Maria Maggiore in Rom verzieren (S. 115). Es
handelt sich dabei um diejenige Kirche, in der die Anhänger des späteren Papstes
Damasus I. im Jahr 366 die Anhänger des Papst-Kandidaten Ursinus ermorden
ließen. 137 Gläubige wurden erstochen und massakriert und die Papstwahl
zugunsten von Damasus damit vor entschieden. Die Kirche ist also mit Blutgold
aus Südamerika verziert. Und sogleich nach seiner Papstwahl eilte auch Papst
Jorge Mario Bergoglio am 14.3.2013 gleich am nächsten Morgen genau in diese
Kirche, um dort vor einer Maria-Götzenfigur zu beten, vielleicht aber auch, um
dem Odem der argentinischen Militärdiktatur (über 30.000 gefolterte und
ermordete Menschen) noch einmal zu spüren, die ohne den Pakt mit der Kirche gar
nicht möglich gewesen wäre und währenddessen er in Argentinien Jesuitenführer
war.
Dies ist nur ein
kleines
Beispiel von vielen. Die geraubten Goldschätze hat man bis heute natürlich nicht zurück
gegeben. Der größte Teil wurde eingeschmolzen und daraus z. B. goldene
Monstranzen für die Kirche gegossen. Oder man hat den Altar der Kathedrale von
Sevilla in Spanien damit überzogen.
Dazu ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe:
"Die Kirche
hat einen guten Magen / Hat ganze Länder aufgefressen / Und doch noch nie sich
übergessen / Die Kirch' allein, meine liebe Frauen / Kann ungerechtes Gut
verdauen" (Mephistopheles in Faust I, Vers 2836 ff.).
Und Goethe weiter in seinem Gedicht
Kirchengeschichte:
"Mit
Kirchengeschichte, was hab ich zu schaffen? / Ich sehe weiter nichts als Pfaffen
/ ... Es ist die ganze Kirchengeschichte / Mischmasch von Irrtum und Gewalt."
39
Schließlich nimmt die Kirche
darüber hinaus die Menschen durch den Ablasshandel aus. Um angeblich deren
Verweilzeit im jenseitigen Fegefeuer mithilfe eines Ablassbriefes zu
verkürzen, verlangt die Kirche seit Jahrhunderten von den Menschen Zahlungen
über Zahlungen. Wenn das nicht reichte, wurden darüber hinaus systematisch Urkunden
gefälscht oder Verstorbene nachträglich zu "Ketzern" erklärt, um den Erben das
Geld weg nehmen zu können. Papst Alexander III. verfügte, dass jedes Testament ungültig
ist, das nicht in Gegenwart eines Priesters aufgesetzt worden ist. Usw. usf.
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Als die Stedinger Bauern bei Bremen im 13. Jahrhundert sich vom Bischof
hintergangen fühlten, setzten sie die Bezahlung der Abgaben an den Bischof aus.
Darauf hin setzte die Kirche das Instrument der Inquisition ein. Papst Gregor
IX. ließ seine Dominikaner-Mönche den Kreuzzug gegen die Stedinger Bauern
predigen. Die Bauern wurden dann durch das Fürsten- und Ritterheer unter
Führung von Erzbischof Gebhard II. massakriert und ihr Vermögen eingezogen. Das
Geld musste eben an die "richtige" Stelle, ob ohne weitere Leichen oder über
Berge von neuen Leichen war für die Kirche sekundär.
41
Wir sehen also: Ab dem Jahr 1803 mussten die
katholischen Fürstbischöfe in Deutschland auf die üppigen Einnahmen aus ihren
Reichslehen verzichten, eine Beschneidung der kirchlichen Geldvermehrung also. Doch wie ist dieser kirchliche Besitz überhaupt entstanden? Müsste man
nicht sagen "Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld"? Und heute? In seinem
Bestseller Die Heilige Mafia des Papstes erwähnt Robert Hutchison eine Reihe
mysteriöser Todesfälle, die alle in geschäftlichem oder persönlichem
Zusammenhang mit dem Vatikan oder einer ihr nahe stehenden Gruppe stehen.
42
Welches moralische Recht hat also die Kirche, bis heute von der Bundesrepublik
Deutschland jährlich Millionen- und Milliardenentschädigungen dafür zu fordern,
dass es im Jahr 1803 zu einigen Besitzverschiebungen kam, die noch dazu
ethisch-moralisch geboten waren? Denn wie hatte
denn die Kirche das, was sie damals hergeben musste, einst erworben? Und selbst wenn es rechtmäßig gewesen wäre, was ja überhaupt nicht der Fall ist: Die
Verluste der Kirche aus dem Jahr 1803 wurden durch die Staatsleistungen der
letzten 200 Jahre doppelt, dreifach, zehnfach, ja x-fach ausgeglichen. Dass der Staat hierfür
immer noch bezahlt, ist ein massiver Verfassungsverstoß.
43
Wir decken in dieser Darlegung deshalb einen der größten Skandale der Bundesrepublik
Deutschland auf: Die jährlichen Millionen- und Milliardenzahlungen des
Staates an die beiden Großkirchen, obwohl diese Zahlungen schon seit 1919 bzw.
seit 1949 beendet werden sollen. Jetzt endlich, ab dem Jahr 2010, wagen sich die
ersten Politiker scheu und mit viel zu großem Respekt vor dem Jahrhunderte
langen Blutsaugen an dieses Thema.
Und in diesem Zusammenhang möchten wir auch
noch eine weitere Frage stellen:
Ist es
eigentlich legitim, dass der Staat mit Steuergeldern einen Klerus finanziert,
dessen Sittenlosigkeit offenbar keine Grenzen mehr kennt und dessen
Kinderschänder-Verbrechen
von den Bischöfen so lange wie nur irgend möglich vertuscht werden? Und dabei
geht es längst nicht mehr um Einzelfälle, wie gerade das Jahr 2010 erwiesen hat
und wie die folgenden Jahre mehr und mehr erweisen.
Wir möchten in diesem Zusammenhang einmal betonen: Wir haben nichts gegen die
katholische und gegen die evangelische Kirche, solange sie sich nur katholisch
oder evangelisch nennen, aber nicht christlich. Denn mit Jesus, dem Christus,
hat das kirchliche Gebaren in Vergangenheit und Gegenwart nichts zu tun.
44
Und wir haben auch gar nichts dagegen, wenn die Kirche mit dem Geld ihrer
Gläubigen das tut, was sie möchte und wozu sie von ihren Gläubigen ermächtigt
wird. Doch wir nehmen es nicht länger hin, dass wir alle, Moslems, Juden,
Urchristen, Atheisten, Agnostiker und Menschen aller Religionen und Kulturen in
Deutschland, die katholischen und evangelischen Priestermänner und ihren Hofstaat
finanzieren müssen. Und wir fordern die verantwortlichen Politiker dazu auf,
endlich zu handeln, so wie es das deutsche Grundgesetz verlangt und diese
Zahlungen sofort und ersatzlos zu beenden.
45
Und so mancher
fragt sich vielleicht auch: Was kann ich als Einzelner tun? Jeder kann z. B.
mithelfen, um aufzuklären: Z. B. durch Leserbriefe oder durch einen Brief an die
Politiker. Für immer mehr Menschen ist es ein lohnenswertes Ziel, dass in
Deutschland nicht länger der kirchliche Reiter bestimmen kann, wohin er das
Staatsross lenkt. Sondern dass alle Bürger gleiche Rechte und Pflichten
erhalten, wie es auch der Sinn des deutschen Grundgesetzes ist. Bleiben Sie
wachsam.
|
Baden-Württemberg erneuerte "Raubzugs"-Zahlungen erst im Jahr 2007 Obwohl die Milliardenzahlungen des Staates an die beiden deutschen Großkirchen gemäß der Weimarer Reichsverfassung und dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland abgelöst = beendet werden sollten, überschütteten alle im Landtag von Stuttgart vertretenen Parteien (CDU, SPD, FDP, GRÜNE) die Großkirchen und ihre Kirchenführer mit neuen Millionen ohne jegliche zeitliche Befristung. Man spricht bei der Jahrhunderte langen Staatsfinanzierung der Großkirchen mittlerweile vom größten "Raubzug" aller Zeiten. Das sollte der Bürger auch bedenken, wenn im März 2011 in Baden-Württemberg erneut gewählt wird. Die Steuermillionen aller Bürger für die Römisch-katholische Kirche
Die Vereinbarung des Landes
Baden-Württemberg mit der Erzdiözese Freiburg und mit der Diözese
Rottenburg-Stuttgart vom 31. Oktober 2007 heißt im Juristendeutsch
bezeichnenderweise Römisch-katholische Kirchenvereinbarung Baden
Württemberg RkKiVBW. Diese Bezeichnung ist entlarvend, denn eigentlich
wäre die Vereinbarung ja eine "staatliche". Doch faktisch handelt es in der
Tat um
eine "römisch-katholische" Vereinbarung (= eine Vereinbarung der
Kirchenlobbyisten zur staatlichen Unterstützung der römisch-katholischen
Kirche) unter Missbrauch
des Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Steuermillionen aller Bürger für die Evangelische Kirche
Gleicher Geldsegen wie auf die Erzdiözese
Freiburg und die Diözese Rottenburg wird natürlich auch auf die Evangelische
Kirche in Baden und in Württemberg ausgegossen. Dort heißt das monströse
Gebilde Vertrag des Landes Baden-Württemberg mit der Evangelischen
Landeskirche in Baden und mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
(Evangelischer Kirchenvertrag Baden-Württemberg – EvKiVBW) vom 17. Oktober
2007. Auch hier die entlarvende Formulierung "Evangelischer Vertrag" (vgl.
oben "Römisch-katholische Vereinbarung"). Als ob die Politiker damit
zugeben, dass es kein Vertrag im Interesse des Staates ist, sondern eben ein
"evangelischer" Vertrag, bei dem der Staat zum üppigen Wohl der
evangelischen Kirche ausgenutzt wird.
Da kommt leicht eine
halbe Milliarde und mehr jährlich zusammen
Alleine die hier aufgeführten jährlichen
Teilsummen des Landes Baden-Württemberg für "kirchenregimentliche Zwecke"
belaufen sich im Jahr 2010 bereits auf:
Juchzen im
Landtag: Geldgeschenke über Geldgeschenke
Alles das beschloss der Landtag in Stuttgart
am 18.12.2007 in einem eigenen Gesetz zu dem Evangelischen Kirchenvertrag
Baden-Württemberg und zu der Römisch-katholischen Kirchenvereinbarung
Baden-Württemberg
(http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/2000/14_2169_d.pdf). Der
Beschluss erfolgte einstimmig mit den Stimmen aller Abgeordneter der
CDU, der SPD, der FDP/DVP und der GRÜNEN. Nach der Abstimmung juchzte der
FDP-Abgeordnete Dieter Kleinmann laut in den Applaus aller Politiker hinein
die Worte "Sehr schön, wunderbar"
(http://www.landtag-bw.de/Wp14/Plp/14_0037_18122007.pdf). Dieter
Kleinmann ist auch Theologe und Evangelischer Pfarrer, einer der unzähligen
Kirchen-Lobbyisten im Landtag.
Stoppt die
Staatsfinanzierung des Kirchenapparats
Wir fordern jedoch: Komplettstreichung der staatlichen Finanzierung des
Kirchenapparates. Die Kirchen sollen diesen mit ihrer Kirchensteuer und
Spenden selbst finanzieren. Die Abermillionen aus dem allgemeinen
Steueraufkommen des Staates
sollen den Bürgern sowie sinnvollen Projekten für die Allgemeinheit zugute
kommen und nicht dem "Kirchenregiment" der katholischen und
evangelischen Großkirche. |
|
CDU, CSU, FDP, SPD und
die Kirchenlobby in den anderen Parteien wollen,
Der Erzbischof von München und Freising,
Reinhard Marx, wurde vom Papst am 20.10.2010 zum Kardinal ernannt. Damit
darf er nun "Purpur" tragen. Sein Gehalt zahlt weiter wie
bisher der bayerische Steuerzahler. Ein Grundgehalt von B 10 (10.709,20
Euro; mehr als ein Botschafter oder Bundesbankdirektor oder der Präsident
des Bundesnachrichtendienstes, die "nur" B 9 bekommen) vom Staat (und
nicht von der Kirche) plus alle möglichen Zulagen wie mietfreie
Dienstwohnung in bester Lage. Aus dem Leben des neuen Kardinals
Das nimmt der Staat dem Volk
Hier ein Auszug aus dem Vertrag zwischen
dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Bayern vom 8.6.1988; der Vertrag
ist am 22.7.1988 in Kraft getreten und liest sich streckenweise wie eine
einzige "Geldflussmaschine" - weg von den Bürgern und hin auf die Bankkonten
der Kirchenfürsten. Dort heißt es z. B. in Artikel 10, § 1 wörtlich. Der Staat wird der Kirche "das Fehlende ergänzen"
f) Die Fonds, Einkünfte, beweglichen und
unbeweglichen Güter der Domkirchen und ihrer Fabriken werden erhalten werden
und, wenn sie zur Unterhaltung der genannten Kirchen, zu den Ausgaben für
den Gottesdienst und zur Besoldung der nötigen weltlichen Diener nicht
hinreichen, wird der Staat das Fehlende ergänzen. Der Politiker bekommt den Eid, der Bischof die Millionen
Am 23.10.2010 kommt es nun zu einem neuen
Höhepunkt des deutschen Staatskirchentums, das speziell von der CSU in
Bayern gepflegt wird.
Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nimmt Bischof Konrad Zdarsa von
Augsburg den Amtseid ab. Früher leisteten die Bischöfe der beiden
deutschen Großkirchen den Treueeid auf Adolf Hitler und den NS-Staat ("Ich
schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden: Ich werde dem Führer des
Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, treu und gehorsam sein, die
Gesetze beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen, so wahr mir
Gott helfe"). Am 23.10.2010 fährt
Bischof Konrad Zdarsa aus Augsburg nun in den Prinz-Carl-Palais nach
München, um bei Horst Seehofer (CSU) den Treueeid auf denjenigen Staat zu
schwören, der den Kirchen wie oben dokumentiert Jahr für Jahr Abermillionen
schenkt. Das ist zwar inhaltlich ein großer Unterschied zu den Schwüren der
Bischöfe im Dritten Reich. Aber das gemeinsame daran ist, dass immer bei
denen geschworen wird, welche den Bischöfen das Gehalt und die spätere
Pension bezahlen. Der Politiker bekommt also den Eid und der Bischof
dafür die Millionen. Kirche befolgt nur Vorschriften der ihr genehmen "staatlichen Autoritäten"
Dass die Kirchenfürsten und ihre Gläubigen
nicht jedem Staat die Treue schwören wie dem gegenwärtigen Staat und der
früheren Hitler-Diktatur, beweist der Katholische Katechismus.
Im Lehrsatz Nr. 2242 lesen wir
nämlich: "Der Bürger hat die Gewissenspflicht, die Vorschriften der
staatlichen Autoritäten nicht zu befolgen, wenn diese Anordnungen den
Forderungen ... des Evangeliums widersprechen." PS: Ein vergleichbarer Vertrag wurde zwischen der CSU-Regierung des Freistaates Bayern und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bereits am 20.11.1984 abgeschlossen. So erhält z. B. auch der evangelisch-lutherische Landesbischof Johannes Friedrich das B-10-Grundgehalt von 10.709,29 Euro plus sehr viele Zulagen und Vergünstigungen (z. B. keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung; mietfreie Dienstwohnung in bester Lage; Kinderzulagen usw.) Auch in Bayern wird wieder gewählt
PS: In Bayern wird erst im Jahr 2013
wieder gewählt. Im Jahr 2003 erhielt die CSU noch 60,7 % der gültigen
Stimmen. Im Jahr 2008 waren es dann nur noch 43,4 % der gültigen Stimmen.
Setzt sich diese Entwicklung proportional fort, sind es im Jahr 2013 noch
ca. 26,1 %. Helfen Sie mit, damit die Verhältnisse aus dem
Jahr 1817 im zukünftigen Bayern nicht mehr teure Gegenwart für den Staat
sind, sondern endlich der Vergangenheit angehören! Helfen Sie mit, dass die
Kirche
im 21. Jahrhundert
aus ihren früheren
Blutgeld-Raubzügen keine Subventionsansprüche mehr aus der Demokratie
heraus pressen kann. Wählen Sie deshalb nicht CSU oder SPD oder andere
Parteien, die es anders wollen als die Mehrheit der Bevölkerung es
gerechterweise schon lange will! |
|
Staatskirchentum im Loccumer Vertrag von 1955
Damit hier nicht der falsche Eindruck
entsteht, nur die
Kirche in Süddeutschland würde vom Staat üppig finanziert, hier ein Auszug
aus dem Loccumer Vertrag vom 19.3.1955, den das Land Niedersachsen
mit der Evangelischen Kirche abgeschlossen hat, und der die bis dahin
geleisteten staatlichen Millionenzahlungen an die Kirche neu regelt. Einen
vergleichbaren Vertrag hat Niedersachsen natürlich auch mit der katholischen
Kirche abgeschlossen und natürlich haben auch alle anderen Bundesländer
vergleichbare Verträge mit beiden deutschen Staatskirchen abgeschlossen. Im
§ 16, Absatz 1 des Loccumer Vertrages heißt es z. B.: |
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1994: Evangelischer Pfarrer und Kirchenjurist
im Staatsdienst unterschreibt
auf staatlicher Seite (!) die angeblich unendliche Zahlungsverpflichtung des Landes Sachsen gegenüber der Kirche durch die Kirche
Während sich die Bürger Ostdeutschlands
Anfang der 90er-Jahre noch über die deutsche Einheit freuten, wurden hinter
den Kulissen bereits die Staatsknebelverträge der neuen ostdeutschen
Bundesländer mit der Kirche ausgehandelt, die der Kirche Jahr für Jahr
mehrere Hundert Millionen Euro Geschenke aus dem Staatshaushalt sichern, die
sich Jahr für Jahr unabhängig von der Wirtschaftslage zudem automatisch erhöhen. Beispiel Sachsen. Dort hatte damals die CDU die absolute Mehrheit. Im Herbst 2010 möchten nun SPD, FDP, Grüne und Linke den 1993 ausgehandelten "Staatsvertrag" des Landes Sachsen, also damals der CDU allein, mit der evangelischen Kirche nachverhandeln (http://www.mdr.de/mdr-figaro/journal/7845013.html) und ernten dafür den Spott von CDU und Kirche. Hier gebe es nichts mehr zu verhandeln. Die Millionen fließen unbegrenzt in vereinbarten Höhen, basta. Die Millionen für die Kirche "sind verfassungsrechtlich abgesichert und stehen natürlich nicht zur Disposition - weder für uns noch für den Staat", so Landesbischof Jochen Bohl aus Dresden (zit. nach idea-spektrum Nr. 44/2010 vom 4.11.2010). Wenn man sich diesen "Vertrag" und seine Folgen heute näher betrachtet, dann stehen einem jedoch die Haare zu Berge. In dem am 24.6.1994 rechtskräftig verabschiedeten Staatsvertrag (http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/129362/publicationFile/13184/Vertrag_Sachsen_EvKirch.pdf) wird der Kirche zunächst die Komplettfinanzierung von konfessionellem Religionsunterricht ("Kindermission" auf Staatskosten), Pfarrerausbildung, umfassende Bau- und Renovierungszahlungen und vieles mehr für alle Zeiten zugesichert und zusätzlich jährliche Steuermillionen aus dem allgemeinen staatlichen Steueraufkommen zur Besoldung des Kirchenpersonals. So beträgt alleine dieser staatliche Zusatz-Zuschuss nur für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen im Jahr 2010 21,9 Millionen Euro. Die katholische Kirche bekommt natürlich genauso diese Zahlungen, in der Höhe im entsprechenden Verhältnis ihrer Mitgliederzahl. Die Politiker von SPD, FDP, Grünen und Linken irritiert vor allem, dass überall im Haushalt gekürzt werden müsse, jeder also sparen müsse. Nur beim Geld für die Kirche muss (!) im Gegensatz dazu die Staatsleistung erhöht werden. Eine Kündigung oder Veränderung dieses Vertrages durch spätere Regierungen wurde von der CDU damals vertraglich ausgeschlossen, es sei denn, die Kirche möchte selbst, dass gekürzt wird - ein Vertrag, der schon von vorneherein eine Verhöhnung des Rechtsstaates ist. Wörtlich lautet der Artikel 25 des Vertrages: "Die Vertragsparteien werden zwischen ihnen etwa bestehende Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung dieses Vertrages oder über die Einhaltung des Paritätsgebotes im Zusammenhang mit Regelungen dieses Vertrages auf freundschaftliche Weise beilegen." Das heißt z. B.: Wenn die Kirche sagt: "Wenn ihr uns von den 22 Millionen eine weg nehmt, dann sind wir nicht mehr eure Freunde", dann können die Politiker angeblich nichts tun und müssen der Kirche auch diese Million geben. Oder sie trauen sich endlich einmal, nicht mehr die "Freunde" der Kirche zu sein. Unterzeichnet haben das Gesetz zur Inkraftsetzung des Vertrages auf der Seite des Staates (!) damals der katholische Ministerpräsident Dr. Kurt Biedenkopf, Ehrendoktor der katholischen Universität Brüssel, und der evangelische Pfarrer, Theologe und Kirchenjurist der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Dr. Steffen Heitmann, nebenbei Präsident des Evangelischen Siedlungswerkes, der damals von der CDU zum staatlichen Justizminister gemacht worden war. Die Kirche war also unter sich und konnte sich die Millionen nach Gutdünken vorne und hinten rein schieben. Sowohl auf staatlicher als auch auf kirchlicher Seite saßen also die Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, und so erscheint der seitherige Millionenabfluss vom Staat in Richtung Kirche als eine kircheninterne Formsache. Ein besonderer Skandal sind die historischen Begründungen für die jährlich anwachsenden Steuermillionen. In der Kirche nennt man immer wieder die Zauberzahl "1803", in der einiger Kirchenbesitz säkularisiert, das heißt verstaatlicht wurde. In Sachsen war jedoch seit der Neuordnung nach der Reformation der sächsische Kurfürst gleichzeitig der Landesbischof bzw. oberste Repräsentant der evangelisch-lutherischen Kirche. Das heißt: Die evangelische Kirche wird in Sachsen und anderswo heute dafür "entschädigt", dass sie selbst in der Reformationszeit und danach katholische Besitzungen "säkularisierte". Gerhard Rampp, Finanzexperte des Bundes für Geistesfreiheit, schreibt: "Prof. Johannes Neumann (Tübingen) wies darauf hin, dass die Aneignung der Kirchengüter im 16. Jahrhundert oft auf fragwürdige Weise erfolgte. Zudem waren der sächsische Kurfürst und seine Rechtsnachfolger bis 1918 in Personalunion Landesbischöfe. Änderungen der kirchlichen Besitzverhältnisse durch Entscheidungen von Kurfürsten waren also gleichzeitig Maßnahmen des Landesbischofs, für die sich die Kirche nun am Staat schadlos halten wolle. Die Abmachung ermögliche nun auch katholische Forderungen wegen der 1659 erfolgten Annexion katholischer Bistümer durch den evangelischen Landesbischof und Kurfürst - wiederum auf Staatskosten" (http://www.diealternativen.de/meditationkirche-und-geld.htm). Doch das ist nicht die einzige Dreistigkeit. Denn die Kirchenoberen fragten sich weiter: Wer "entschädigt" uns denn im Zeitraum zwischen der ersten Minute der deutschen Einheit am 3.10.1990 und der In-Kraft-Setzung des Zahlungsvertrages an die Kirche am 24.6.1994? Auch für diesen Zeitraum forderte die evangelische Kirche deshalb 40 Millionen DM. Und warum? Auch für die Zeit von Oktober 1990 bis Juni 1994 wolle die Kirche vom Staat entschädigt werden. Und zwar "als Ausgleich für kirchlichen [katholischen] Grundbesitz, den sich die [evangelischen (!)] Landesfürsten vor über 400 Jahren nach der Reformation (!) angeeignet hatten". Das ostdeutsche Bundesland, fest in kirchlicher Hand, zahlte selbstverständlich auch diese 40 Millionen, damit die Kirche keinen einzigen Tag seit der Wiedervereinigung einmal keine Entschädigung bekomme. Denn sie tue ja so viel Gutes und Soziales, wie es immer heißt. Doch das "Gute", das man damit meint, wird ja ebenfalls weitgehend komplett (!) vom Staat mit Milliarden finanziert (Altenheime, Krankenhäuser, Kindergärten u. a.) und nicht etwa von der Kirche selbst. Diese zahlt nur einen kleinen Beitrag dazu. PS: Im Jahr 2011 war wieder Evangelischer Kirchentag, in diesem Jahr in Dresden. Das Land Sachsen finanzierte diesen Kirchentag mit 5,5 Millionen Euro zu einem maßgeblichen Teil. Damit man diese darüber hinaus gehenden Millionen für die Kirche aber besser im Landeshaushalt des Bundeslandes Sachsen verstecken konnte, wurde diese Kirchensubvention dort unter dem Stichwort "Wirtschaftsförderung" versteckt. Denn auch die Regierungspolitiker wissen: Nur noch ca. 20 % der Bewohner sind dem Namen nach "evangelisch", davon die übergroße Mehrheit ohne jede kirchliche Bindung und ohne kirchliches Interesse. Und das führt dazu, dass eben Unverfrorenheit und Subventionen manchmal gut versteckt wird. Auf diese Weise wird vor allem Ostdeutschland von der Kirche regelrecht "ausgeplündert", vor allem wegen der Unwissenheit der Menschen, die mit der Kirche schon lange nichts mehr am Hut haben. Doch so ganz langsam beginnen wenigstens einige Politiker, sich zu fragen: In welchem Land und in welcher Staatsform leben wir eigentlich? |
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Landesrechnungshof Schleswig-Holstein Die Beamten des Landesrechnungshof trotzen den leeren kirchlichen Drohungen mit der ewigen Hölle und bringen die Vernunft, den gesunden Menschenverstand und das Abwägen ins Spiel. Zwar reicht es noch nicht zur notwendigen Forderung, die staatlichen Millionenzahlungen an die Großkirchen ersatzlos zu streichen, doch immerhin hält man eine Kürzung um 2/3 für sogar rechtlich geboten. So heißt es in dem Jahresbericht des Landesrechungshofes für 2011:
In den anderen
Bundesländern sieht es genauso aus oder sogar noch schlimmer. Keiner der
Politiker der Großparteien CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen denkt daran, den
Verfassungsauftrag zu erfüllen. Sie scheren sich einen "Dreck" um unsere
Verfassung und küssen dem Papst lieber den Ring.
Stattdessen übernimmt die Kirchenlobby immer mehr Politiker-Ämter, damit
diese maßlose und verfassungswidrige Lobby-Politik unwidersprochen
fortgesetzt werden kann - ein Hohn für unsere Demokratie. |
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Leserbeitrag
1) Die Kritik: Die Spende für jeden
gemeinnützigen Verein kann man von der Steuer absetzen. Da könnte der Staat noch
viel mehr streichen, z. B. die Parteienfinanzierung. Da fehlt mir der Vergleich
zu den Gesamtsummen.
2) Die Kritik:
Wenn die Lehrer
an den Schulen keinen konfessionellen Religionsunterricht geben, dann Ethik.
Das macht an den Kosten null aus.
4) Die Kritik: Ja,
die Kirchen und die Denkmalpflege - unsere
kulturelle Basis ist das lateinische Abendland und seine Wurzeln sollte man
nicht kappen!
5) Die Kritik: Na ja, man hat
sich bei der Säkularisation darauf geeinigt: der Staat bekommt alle
Besitztümer, dafür bezahlt er Gehälter und Pensionen. Ein Rechtsstaat ist
ein Rechtsstaat, das müsste in einem neuen Vertrag behandelt werden. Die
staatliche Pension für Bischof Mixa
heranzuziehen ist etwas polemisch, da gäbe es viele andere schlechte
Beispiele.
6) Die Kritik: Bei kirchlichen Hilfs- und
Missionswerken nehmen die
Kirchen öffentliche Aufgaben wahr und schießen Beträge aus
der Kirchensteuer zu! Wenn der Staat das alleine macht, kostet ihn das
viel mehr. Mission wird wohl nicht subventioniert.
8) Die Kritik: Wenn man alle "Subventionen",
die auch nach Definition des Subventionsberichts beileibe nicht alle
Subventionen sind, den Kirchen "entziehen" würde, dann ginge es
ihnen noch deutlich schlechter. Nur würde die Differenz eben nicht dem Staat
zufließen, nur zu geringem Anteil, und er müsste selbst deutlich mehr Aufwand
leisten. Der Verfasser
dieser Aufstellung mag die Kirche nicht. Das halte ich für tolerabel, ich
selbst bin ja auch nicht Mitglied in einer verfassten Kirche. Aber in seiner
Argumentation sollte man doch die Kirche im Dorf lassen und nicht Äpfel mit
Birnen vergleichen. |
Auskunft über die Staatsfinanzierung der
Kirchen gibt vor allem das Violettbuch Kirchenfinanzen - Wie der
Staat die Kirchen finanziert des Politologen Dr. Carsten Frerk
(Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2010). In der Zeitschrift idea-spektrum
(Nr. 04/2011 vom 26.1.2011) ist der Autor im Gespräch mit Prof. Hans
Michael Heinig, dem Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der EKD.
Nachfolgend daraus nur einige wenige Sätze von Carsten Frerk, welche aber deutlich machen, wie in
Deutschland die Kirche immer noch mittelalterlich finanziert wird.
Kirche verfehlt Kriterien für
Gemeinnützigkeit
Anmerkung: Die Kirche könnte, wie viele
andere Einrichtungen auch, natürlich die "Gemeinnützigkeit" beantragen, was
weiterhin erhebliche finanzielle Vorteile bedeuten würde. Doch angesichts Hunderter von
Kinderschänderverbrechen von Priestern und Pfarrern und deren
jahrzehntelanger Vertuschung, angesichts von Höllendrohungen gegen
Andersgläubige, von unzähligen ekklesiogenen Neurosen durch kirchliche
Erziehung, angesichts der konfessionellen Lehre, dass
gute Taten für das Seelenheil nichts nützen oder aufgrund der verbindlichen
Vorschrift, Säuglinge zu Mitgliedern zu machen (und vielem mehr) würde es
der Kirche wohl nicht gelingen, die Kriterien für eine legale
gesellschaftliche "Gemeinnützigkeit" zu
erfüllen. Allein der in der katholischen Kirche als für alle Zeiten
"unfehlbar" erklärte Lehrsatz, dass jeder, der
nicht in der Kirche verharrt oder noch zu Lebzeiten in sie eintritt, später
dem "ewigen Feuer" verfallen wird, ist in keiner Weise mit den Voraussetzungen für
die Verleihung der "Gemeinnützigkeit" vereinbar. Tatsache ist jedoch: Die
Kirche bekommt vom Staat immer noch weit mehr Privilegien als wirklich
"gemeinnützige" Einrichtungen, welche die Kriterien dafür erfüllen.
Schwarzes
"Violettbuch
Kirchenfinanzen"
In Nordrhein-Westfalen finanziert die Kirche
beispielsweise "nur 12 % der Kosten für einen
Platz in einer kirchlichen Kindertagesstätte, 88 % trägt der Staat ... Wozu
sind also kirchliche Kindertagesstätten gut? Zur Missionierung, also zur
Erziehung künftiger Kirchensteuerzahler! Und dafür zahlt die Kirche nur 12 %
der gesamten Kosten - das ist doch ein Spottpreis".
Carsten Frerk weist auch darauf hin, dass z. B. eine kirchliche
Kindertagesstätte in Hamburg sogar zu 100 % von der Stadt finanziert wird,
jedoch durch den kirchlichen Träger automatisch den Eindruck erweckt werde, dies wäre eine kirchliche Leistung.
Und auf die Frage des Reporters an den Vertreter der EKD, ob die Kirche in kirchlichen
Einrichtungen tatsächlich missioniert, antwortet dieser: "Das will ich hoffen! Jede
kirchliche Einrichtung hat einen missionarischen Auftrag."
Carsten Frerk: "Lesen
Sie den Subventionsbericht der Bundesregierung. Der Sonderabzug der
Kirchensteuer von der Einkommensteuer [wodurch dem Staat pro Jahr
drei Milliarden Euro entgehen] wird dort damit
begründet, dass damit die sozialen Dienste der Kirche für die Gesellschaft
anerkannt werden ... Das hat sich inzwischen grundlegend geändert. Die
Kirchengemeinden haben heute keine Gemeindeschwestern mehr, sondern es gibt
heute die Einrichtungen von Caritas und Diakonie, die zu 98 % von den
Krankenkassen refinanziert werden. Damit ist der Grund für die
Steuerbegünstigung der Kirchen entfallen."
Carsten Frerk weiter: "Meine Frage ist:
Warum haben die Kirchen immer noch dieses hohe Ansehen? Weil sie nicht
transparent sind und weil sie vorsätzlich lügen. Und mein Buch liefert dafür
die Belege. Das katholische Hilfswerk wirbt ´Mit Zorn und Zärtlichkeit an der Seite der Armen` - aber
eben nicht mit dem Geld der Kirche, sondern mit dem des Staates. Oder
Ex-Bischöfin Margot Käßmann und ihr Rücktritts-Spruch: ´Niemand kann tiefer
fallen als in Gottes Hand` - ja, das lässt sich leicht sagen, wenn ich bis
zur Pensionierung monatlich mehr als 10.000 Euro auf Kosten der
Allgemeinheit bekomme" [PS: Carsten Frerk benennt hier das vom Staat
bezahlte Bischofsgehalt; die ebenfalls vom Staat bezahlte Bischofspension liegt etwas
niedriger; Bischof Mixa bekommt ca. 7.000 Euro pro Monat staatliche Pension] ... "Die Kirche ist die beste Geschäftsidee aller Zeiten".
Über die Mitglieder der Kirche: "Die
Mehrheit wurde nach der Geburt zwangsgetauft".
Und über den Staat: "Absurd ist es, dass
der Staat den Kirchen damit [der staatlichen Finanzierung der Kirche]
eine immerwährende Bestandsgarantie gibt."
Jahr für Jahr zahlt muss also der deutsche Staat
bzw. der Steuerzahler die Staats-Amtskirchen weiterhin mit ca. 15 Milliarden
Euro subventionieren. Doch es muss endlich damit vorbei sei, dass
unterwürfige Politiker sich den Kirchen-Himmel dadurch verdienen wollen,
dass
sie die maßlosen kirchlichen Milliardenansprüche an das Gemeinwohl, die
teilweise aus "Verträgen" von 1803 herrühren, erfüllen. In unserem Land muss
z. B. dringend eine Energiewende herbei geführt werden, was einiges an Geld
kostet. Und der einfache Bürger
darf nicht noch mehr geschröpft werden, weil er sich dann nichts mehr
leisten kann. Hier wird also jeder Euro gebraucht. Und nicht dafür, um
Institutionen künstlich am üppigen Leben zu erhalten, die in nahezu 2000
Jahren unsere Zivilisation an und in den Abgrund geführt haben und die sich mit
"Gott" und "Christus" schmücken, obwohl sie damit nichts zu tun haben.
Die
kirchlichen Priester knüpfen in ihrer Lehre und ihrem Tun vielmehr an antike
Götzenkulte an, nicht aber an dem unbequemen Zeitgenossen Jesus von
Nazareth. Und in deren Reihen wurden zuletzt schwerste Verbrechen an Kindern
über Jahrzehnte systematisch vertuscht.
Mit den maßlosen Kirchensubventionen werden der Staat und seine Bürger missbraucht für die Aufrechterhaltung
dunkler Parallel-Welten, die endlich auf sich selbst gestellt und anderen
Organisationen gleich gestellt werden müssen, wenn Demokraten die Demokratie
ernst nehmen und eine gerechte Politik im Interesse des Volkes machen
anstatt sich zum Büttel der Großkirchen zu
erniedrigen. Selbst der Papst schämt sich jetzt offenbar für die Überhäufung
seiner Kirche mit staatlichen Millionen und Milliarden und fordert ebenfalls
einen Verzicht auf die Privilegien.
Würden hier alle skandalösen Privilegien und Subventionen des Staates an die Kirchen
aufgezählt, man würde in einem Jahr nicht zu Ende lesen können, was sich
hier alles summiert. Doch in dieser Rubrik werden beispielhaft einige Fakten
benannt, so dass doch noch so mancher aufgerüttelt wird, und in unserer
Gesellschaft noch ein wenig mehr Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit
entstehen kann.
27.5.2011 -
Neue
Staats-Millionen für die Renovierung des Doms in Würzburg
- Weil die Kirchenbänke im Dom für die
wenigen verbliebenen Besucher verhältnismäßig hart sind, ruft die Kirche auch in
Würzburg nach dem Staat. Das Main-Echo schreibt: "Dringend
erneuerungsbedürftig ist auch die Elektrik und die Bodenheizung. Neue Bänke
aus Holz sollen den Gottesdienstbesuch etwas sitzbequemer machen. Der
Freistaat, der die Baulast für den Dom trägt, übernimmt 62 Prozent der
Kosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro, den Rest die Diözese"
(Main-Echo, 27.5.2011;
http://www.main-netz.de/nachrichten/region/frankenrhein-main/franken/art4005,1663173).
In ihrer Andacht können sich die Gläubigen dann mit angenehmerem
Sitzfgefühl z. B. der Betrachtung der Statuen der drei Massenmörder
Julius Echter (1545-1617), Johann Gottfried I. von Aschhausen (1575-1622)
und Philipp Adolf von Ehrenberg (1583-1631) hingeben. Sie sind als "Hexenbrenner" in die Geschichte eingegangen, die
Hunderte Frauen, Männer, Greise und Kinder im Auftrag der
römisch-katholischen Kirche in einen grausamen Tod geschickt haben.
Der
Würzburger Dom wurde zuletzt 1987/88
(innen) und 2006 (außen) renoviert, ebenfalls überwiegend auf Staatskosten.
Die neue Heizung und die neuen Bänke kommen bei einem Besucheraufkommen von
z. B. 50 Personen bei einer Messe 0,00038 % der Bewohner Würzburgs zugute.

Huldigung für Bischof Julius Echter im Würzburger Dom (links):
"Unter Julius wurden auch
Hexenverfolgungen in starkem Maße wieder aufgenommen und nahmen zum Teil
entsetzliche Formen an" (Wikipedia, Stand: 27.5.2011). Außerdem
hat er die jüdischen Mitbürger enteignet, die bei der Judenvertreibung
seines Vorgängers, Bischof Friedrich, übrig geblieben sind. Zu
62 % auf Staatskosten erfolgt jetzt die Innenrenovierung des
Domes, welches auch das Echter-Denkmal und das Echter-Grab beinhaltet. Im
Volksmund wird Echter wegen seiner Verbrechen an Andersgläubigen auch "Schlächter" genannt.
Huldigung für Bischof Johann Gottfried I. von Aschhausen im
Würzburger Dom (rechts): "Unter
seiner Regierung nahmen die Hexenverfolgungen große Ausmaße an. 1612/1613
und 1617/1618 starben im Hochstift Bamberg 300 Personen in den Flammen der
Scheiterhaufen. Allein 1617 wurden 102 Menschen im Hochstift als Hexen
hingerichtet." Bischof Johann Gottfried I. von Aschhausen war sowohl Bischof von
Bamberg als auch von Würzburg. Er wird mit einem Denkmal im Würzburger Dom geehrt,
sein Grab ist im Bamberger Dom (siehe
hier). Die Gläubigen, die sich am
Aschhausen-Denkmal in Würzburg in Stille versenken, bekommen eine neue Bodenheizung, damit
ihre Füße beim Gebet nicht so schnell kalt werden.
Huldigung für Bischof Philipp Adolf von Ehrenberg (Foto noch nicht
vorhanden):
Bischof Philipp Adolf von Ehrenberg trieb die
Ermordungen von Menschen, die sich der Kirche nicht bedingungslos
unterwarfen, auf die Spitze, und seine Verbrennungstechnik gilt als ein
Vorläufer der Verbrennungsöfen in NS-Deutschland, z. B. für Auschwitz: "Im Stift brannten über 900
Hexen, allein in der Stadt Würzburg an die 200. Die Hexenverfolgung
erfasste Menschen aller Stände: Adlige, Ratsherren und Bürgermeister wurden
neben einfachen Leuten verbrannt. 20 % der in Würzburg Verbrannten waren
Priester und Ordensleute. Einsatz für angeklagte Hexen führte zum eigenen
Prozess. Im würzburgischen Gerolzhofen wurden Verbrennungsöfen installiert,
um die rund 200 Menschen pro Jahr ´fristgerecht` verbrennen zu können. Erst
das Reichskammergericht und der Tod von Philipp Adolf am 16. Juli 1631
beendeten die Prozesse" (Wikipedia, Stand: 27.5.2011). Bischof
Philipp Adolf von Ehrenberg hat ein besonders großes Monument im
Würzburger Dom zu seiner Ehre erhalten, das die Monumente seiner Vorgänger
(siehe Fotos) an Massivität noch
übersteigt und um das herum auf Staatskosten jetzt eine verbesserte Elektrik
gelegt wird.
Hier noch einige weitere Exzellenzen, die im
Würzburger Dom, der weitgehend auf Kosten des Staates unterhalten
wird, verehrt werden: Bischof Gottfried I. (organisierte im 11.
Jahrhundert einen Kreuzzug nach Jerusalem, dem Tausende von Menschen zum
Opfer fielen), Bischof Rudolf II. von
Scherenberg (ließ den 18jährigen Bußprediger Hans Böhm, den "Pfeifer (bzw.
"Pauker") von Niklashausen", 1476 auf dem Scheiterhaufen verbrennen),
Bischof Konrad II. von Thüngen (schlug 1525 den Aufstand der Bauern
und den Protest der Bürger der Stadt Würzburg in einem fast beispiellosen
Gemetzel nieder;
8.000 Tote in zwei Stunden; der Bischof drohte der Stadt Würzburg, über die
er thronte, zudem mit
totaler Zerstörung bei Nichtunterwerfung unter ihn, den Bischof; er ließ auch den Bürgermeister und
bekannten Bildhauer Tilman
Riemenschneider foltern und wahrscheinlich verstümmeln), Bischof
Friedrich von Wirsberg (verfolgte 1560 die jüdischen Mitbürger
und vertrieb sie aus Würzburg; wurde im Dom begraben; nach diesem
antisemitischen Gewalttäter ist bis heute das Wirsberg-Gymnasium im Würzburg
benannt), Bischof Carl Philipp von Greiffenclau zu Vollraths (griff
sich die 70jährige
Nonne Maria Renata Singer und ließ sie 1749 auf dem Scheiterhaufen verbrennen; auch er bekam nach seinem Tod 1754 ein Grab im Würzburger Dom), Bischof Josef Stangl
(er gab die Erlaubnis zum Exorzismus an der Studentin Anneliese Michel, an
deren Folgen sie 1974 starb; er bestritt die Erlaubnis, wurde aber der
Falschaussage überführt und soll danach an geistiger Umnachtung gestorben
sein; er weihte auch Joseph Ratzinger zum Erzbischof von München und
Freising).
2.10. /
12.10.2011-
Papst wünscht
"Befreiung" der
deutschen Kirche von Privilegien, deutsche Bischöfe sind offiziell dagegen. Ist
der Papst der bessere Taktiker, denn für eine "Befreiung" würde die Kirche
neue Milliardenentschädigungen fordern?
- Joseph Ratzinger, der listige
Greis im Oberpriester-Gewand, hat seine Exzellenzen und Eminenzen in
Freiburg möglicherweise nur scheinbar vor den Kopf gestoßen, als er sagte: "Die
von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann
sich besser ... der ganzen Welt zuwenden."
Der erste Teil des Satzes ist, nebenbei gesagt, Verfassungsgebot seit 1919.
Doch bislang fuhr die Kirche und die in der Politik maßgebliche Kirchenlobby
am besten damit, die Verfassung hier einfach zu ignorieren und das Gegenteil
zu tun. Nun aber könnte die Rechnung für die
Kirche anderweitig besser aufgehen. Denn obwohl die Kirche schon x-fach für
angebliche Enteignungen von regionalen kirchlichen Besitztümern aus dem Jahr 1803
"entschädigt" wurde (in Wirklichkeit waren dies überwiegend Reichslehen und
gar kein kirchlicher "Besitz"), würde die Kirche auf einer einmaligen
astronomischen Ablösesumme bestehen, falls die Privilegien tatsächlich
beendet würden. In Einzelfällen verlangte die Kirche bis jetzt z. B.
den 100-fachen Jahresbetrag einer Staatsleistung als
Abschlagszahlung. Zahlt eine Kommune z. B. aufgrund der über 200 Jahre alten
Knebelverträge bis jetzt pro Jahr 100.000 Euro an die Kirche, könne sich die
politische Gemeinde mit einer Einmalzahlung von 10.000.000,00 Euro (zehn
Millionen) Millionen davon
"befreien". Und weil keine staatliche Stelle solche horrenden Einmalzahlungen
aufbringen kann, wurden die fetten Pfründen einfach Jahr für Jahr
weiter ausbezahlt.
Und bisher weigern sich nun die von der
Kirchenlobby gesteuerten oder indoktrinierten Parteien CDU, CSU, SPD, FDP
und GRÜNE, die Privilegien anzutasten. Nur die Linken wollen 2012 einen
Gesetzesentwurf für die Verfassungsgebote von 1919 und 1949 einbringen.
"Darin schlagen die Linken als Ablösesumme das Zehnfache des
Jahresbetrags
der Zahlungen an die Kirchen vor" (Der Spiegel Nr. 40/2011). Das
wären für den Sonderposten der Dotationen, den unmittelbaren
Staatszahlungen, 4,6 Milliarden Euro. Darin zeigt sich auch die teilweise
Indoktrinierung der Linken durch die Kirche. Wie ist sonst erklärbar,
dass selbst die Linken mit dem hier mit dem Faktor 10 in die Milliarden
hinein multiplizieren, obwohl die Ansprüche der Kirche seit
Jahrzehnten abgegolten sind und laut dem Politologen Dr. Carsten
Frerk die Kirche schon heute einige Milliarden zu viel erhaltenes Geld
zurück bezahlen müsste.
Bleibt sich die Kirche treu, wird
sie das jetzt schon astronomisch hohe Angebot der Linken noch einmal
verzehnfachen wollen und 46 Milliarden fordern. Und am Ende würde sie vielleicht
43,7 neue
Milliarden Euro vom Staat auf die Kirchenkonten überwiesen bekommen und würde sich auch noch
wehleidig als Opfer einer neuen Kirchenfeindlichkeit darstellen. Denn
selbst der Schatzmeister der Linken, Raju Sharma, wird für sein
4,6-Milliarden-Euro-Angebot an die Kirche schon angefeindet: "Man wird
schnell als Kirchenfeind niedergemacht, wenn man das Thema angeht" (zit.
nach Der Spiegel Nr. 40/2011). Und der Generalsekretär der CSU,
Alexander Dobrindt, mächtig gestärkt durch den Monolog des katholischen
Diktators im Deutschen Bundestag, denkt bereits wieder laut über ein
"Verbotsverfahren" gegenüber der Partei nach, in der es nicht ganz so
viele unverschämte Kirchenlobbyisten gibt als anderswo (focus.de, 3.10.2011).
Doch viele weitere Subventionen wären damit
noch gar nicht angetastet, wenn zunächst die Dotationen "abgelöst" werden,
wie im Gesetzesentwurf der Linken geplant, also die unmittelbaren
Zahlungen der Bundesländer und Kommunen aufgrund einiger
Besitzstandsveränderungen im Jahr 1803.
In
den Folterkellern der Inquisition: Opfer mussten sogar ihre Peiniger selbst
bezahlen. Ihr Besitz und der ihrer Familie wurde meist eingezogen. Auch so
wuchs das Vermögen der Kirche. Es gilt: Der Reichtum der
Kirche ist Blutgeld.
Der Papst denkt jedoch langfristig. Griechenland
ist faktisch längst pleite, Portugal, Irland, Spanien und Italien folgen womöglich
bald, und irgendwann rutscht auch Deutschland noch weiter ab. Ob die Kirche
auch im Jahr 2021 aufgrund des allgemeinen Niedergangs noch so massiv die
Milliarden vom deutschen Steuerzahler absahnen kann, ohne dass die große
Mehrheit der Bürger auf die Barrikaden geht, ist mehr als fraglich.
Da fährt sie um einiges besser, sich jetzt das ganze Jahrhundert im
voraus ausbezahlen zu lassen, denn wer weiß, ob es in 100 oder 200
Jahren überhaupt noch Menschen auf der Erde gibt. Prognosen seriöser
Wissenschaftler bezweifeln dies, weswegen die Kirche nun bereits als
erste rufen könnte: "Gebt uns die Milliarden im voraus! Denn nach uns die Sintflut".
Die Sorge des Papstes um die über
Jahrhunderte unveränderbare Botschaft
seiner Kirche und die Sorge seiner Eminenzen und Exzellenzen um die Milliardenpfründen
harmonieren also viel besser als es dargestellt wird.
Deshalb kann nur eines gelten: Subventionen streichen, und zwar
sofort und ohne (!) Ablösesumme. In den vergangenen 200 Jahren
haben die Kirchen schon einen weit höheren Wert als "Entschädigung"
bekommen als der von ihnen in den Jahrhunderten zuvor zusammen geraubte
"Besitz" überhaupt wert war.
Lesen Sie dazu auch:
Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld
10.10.2011 -
Man kann es kaum
glauben, und doch ist es wahr: Bundestag, Landtage
und Kommunalparlamente (die "Legislative") dürfen bei Milliarden- und
Millionenzahlungen für die Kirche nicht mehr selbst entscheiden und Gesetze
erlassen. Sie müssen die Kirche vorher um Erlaubnis bitten. Das ist die
Hostienrepublik. In Schleswig-Holstein stimmt die Kirche nicht zu und beharrt
auf ihren Millionengeschenken. Da hilft nur ein radikaler Schnitt: Verfassung-
und sittenwidrige so genannte Konkordate und
Staatskirchenverträge endlich (!) für null und nichtig erklären
- Allmählich verstehen die deutschen Bürger, auf
welche dreiste Art und Weise die Kirchenlobby in der Politik im letzten
Jahrhundert das Land quasi in eine Hostienrepublik verwandelt haben. Die
Politiker haben so genannte "unkündbare" Konkordate und Staatsverträge mit den
beiden deutschen Großkirchen abgeschlossen, die diesen seit Jahrzehnten auf´s
Ganze gesehen Milliarden über Milliarden aus dem Staatshaushalt garantieren,
zusätzlich zur Kirchensteuer. Zuletzt wurden alle neuen
ostdeutschen Bundesländer auf diese Weise über den Tisch gezogen. Zusätzlich haben die Politiker auch die
Gesetzgebung aus der Hand gegeben (ein eklatanter Verfassungsverstoß)
und sich verpflichtet, diese Zahlungen nur mit Zustimmung des Zahlungsempfängers
ändern zu dürfen. Und dieser stimmt natürlich nicht zu.
So verhandelt z. B. das Land
Schleswig-Holstein seit Dezember 2010 vergeblich mit der evangelischen
Nordelbischen Kirche um eine geringfügige Kürzung des jährlichen
staatlichen 12-Millionen-Geschenks an die Evangelische Kirche zu erreichen. Doch die
Männer im Talar denken gar nicht daran.
Warum sollten sie auch? Die Kirche in Deutschland steht in diesen Dingen über
dem Staat, weil die Kirchenlobby in der Politik den Staat gegenüber den
Kirchenmillionen und -milliarden gezielt handlungsunfähig gemacht hat. In
Schleswig-Holstein war es 1957 die CDU. Mehr zur Situation in Schleswig-Holstein
hier und bei
www.shz.de/nachrichten/schleswig-holstein/artikeldetail/article/111/minister-greift-kirche-an-zu-wenig-verzicht.html
In allen anderen Bundesländern ist es ähnlich. Deshalb hilft hier nur ein
radikaler Schnitt: Sofort alle Konkordate und Staatsverträge mit den Großkirchen
ersatzlos kündigen wegen Verfassungs- und Sittenwidrigkeit. Auch der Papst hatte
bei seinem Deutschlandbesuch den Stopp dieser unseligen Subventionen gefordert.
Auch die katholischen Politiker können deshalb handeln, ohne sich von der Kirche
mit einer angeblich "ewigen Verdammnis" einschüchtern lassen zu müssen. Dann
könne man neu überlegen, wie das unselige parasitäre Verhältnis von Staat und
Kirche endlich getrennt und nach ethischen Prinzipien fair neu organisiert
werden kann.
11.11.2011
-
Priesterjahr 2010:
Niedrigste Zahl an Priesterweihen seit Ende des 2. Weltkriegs /
Millionenteure Staatsfinanzierung der Priesterausbildung beenden
- Neue Studie über die "Glaubensrepublik Deutschland":
http://www.jesus.de/blickpunkt/detailansicht/ansicht/-/181067graeben-zwischen-glaeubigen-und-unglaeubigen-tiefer-geworden.html.
Interessant u. a.: Im "Priesterjahr 2010" war in Deutschland bisher der
niedrigste Stand an Priesterweihen seit dem Ende des 2. Weltkriegs. Es kamen
in ganz Deutschland 79 neue Priester hinzu. Die Staatsmillionen für die
katholisch-theologischen Fakultäten fließen jedoch weiter ungebrochen - bei 650.000.000,00
Euro Staatsleistungen pro Jahr für die theologischen Fakultäten
insgesamt ca. 325.000.000,00 Millionen Euro pro Jahr allein für das
Studienfach Katholische Theologie.
Lässt man einmal die Lehramts-Studenten für den konfessionellen
Religionsunterricht außen vor (die ja auch unnötig wären, wenn es statt
kirchlichem Konfessionsunterricht an staatlichen Schulen einen Lebenskunde-,
Ethik- und Religionsunterricht für alle Schüler gäbe wie das Fach LER in
Brandenburg und Berlin), dann könnte man hochrechnen:
Der deutsche Steuerzahler muss für die Ausbildung eines neuen katholischen
Priesters derzeit 4,11 Millionen Euro bezahlen, von denen dann nicht wenige
noch mit dem Zwangszölibat nicht zurecht kommen und manche im
Sumpf krimineller oder anrüchiger Handlungen an Kindern versunken sind
oder ein scheinheiliges Doppel-Leben führen. Hier sollte der Staat unbedingt bei strafbaren
Handlungen tätig werden, sich ansonsten - vor allem finanziell - aber
komplett heraus halten. In den letzten Jahrzehnten war es umgekehrt: Der Staat bezahlte, und
Sex-Verbrechen an Kindern wurden vielfach innerkirchlich vertuscht.
Wenn nun im Jahr 2011 wieder ca. 75-80 neue Priester hinzu kämen und wieder
325 Millionen Euro Staatsgelder für die Priesterausbildung locker gemacht
werden, kann man diese Hochrechnung
Jahr für Jahr aktualisieren.
Das Geld sollte man aber lieber dafür einsetzen, Lebenskunde- und
Ethiklehrer auszubilden, bei denen es nicht auf die Konfession ankommt.
Jeder Lehrer ohne Ansehen seiner Konfession oder Weltanschauung kann sich
dafür dann auf seine Eignung hin prüfen lassen und gegebenenfalls als
Fachlehrer ausbilden lassen. Hierbei kommt es dann darauf an, dass er
sich in Weltanschauung und Lebensführung an den positiven Werten der Demokratie und des deutschen
Grundgesetzes orientiert. Und das ließe ich ohne großes Aufhebens auch
schnell in die Realität umsetzen, sobald die Politiker ihre
Kirchenhörigkeit aufgeben würden.
10. / 11.12.2011
-
Neue
Immobiliensteuer in Italien: Nur der reichste Immobilienbesitzer, die
Kirche, und alle kirchlichen Betriebe sind befreit / Riesenskandal
in der Schweiz: Kanton Lausanne und andere Kantone zahlen die
Pfarrergehälter: Klage abgewiesen
- Dem italienischen Staat entgehen durch die Steuerbefreiung für alles, was
mit Kirche zu tun hat, alleine bei der Immobiliensteuer ca. drei Milliarden Euro
jährlich. "Allein
in Rom besitzt die Kirche 23.000 Immobilien und Grundstücke, ihr Vermögen in
der Hauptstadt wird auf neun Milliarden Euro geschätzt"
(http://derstandard.at/1323222535280/Italien-spart-Kirchliche-Steuerprivilegien-sorgen-fuer-Unmut).
Ca. 30.000 kirchliche Organisationen besitzen in Italien 22 % aller
Immobilien. Darunter sind viele profitorientierte Betriebe, denen durch
die Steuerbefreiung ein skandalöser Vorteil gegenüber der Konkurrenz
verschafft wird. Wenigstens diese sollen zwar ab dem 1.1.2013
ebenfalls die Immobiliensteuer zahlen - es sei denn, in diesen
Unternehmen befinde sich eine kleine Kapelle oder ein Gebetsraum. Dann
greift wieder die Steuerbefreiung. Aufgrund dieses Tricks ist es sehr
fraglich, ob der Staat je einen Cent Steuer von einer kirchlichen
Einrichtung bekommt ...
Siehe: Die Lobby des Vatikan übernimmt in Italien die Regierung unter
http://www.theologe.de/kirche_staat.htm#Lobby_des_Vatikan
Und in der Schweiz erklärten
kirchlich indoktrinierte Richter weiterhin die Bezahlung der Pfarrer
durch den Staat als rechtmäßig und die Klage einer Atheistin auf
anteilmäßige Steuerermäßigung als unrechtmäßig. Das Mittelalter ist
Gegenwart
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/bundesgericht_atheisten_pfarrerloehne_1.13574037.html
Die Kirche ist vergleichbar einem
großen Staubsauger, der aus allen Völkern Energie = Milliarden an Euro
absaugt und sie dafür auch noch geistig in die Irre führt, denn weder
stimmen die kirchlichen Lehren noch haben sie etwas mit Christus und
Gott zu tun. Lediglich ein paar Aspekte der christlichen Lehre werden in
das kirchliche Kult- und Priestergebäude mit hinein projiziert.
26.12.2011 -
Millionenbetrug:
Abt festgenommen - Der nahezu
bankrotte griechische Staat rückte mit einem Großaufgebot an Polizei gegen
das Kloster Athos vor. Der Abt der griechischen Mönchsrepublik wurde
festgesetzt. "Er soll riesige Summen Geld unterschlagen und gewaschen
haben". Mit ihm wird Anklage gegen 31 weitere Männer erhoben, wahrscheinlich
alles Kirchenmänner. So wie die katholische Kirche durch Urkundenfälschung
einst log, der Kaiser hätte ihr als Dank für die Taufe angeblich große Teile
des römischen Reiches geschenkt (die so genannte "Konstantinische
Schenkung"), worauf sich bis heute der Vatikanstaat gründet und woraus
Milliardenzahlungen des Staates an die Kirche resultieren, so erdreisteten
sich auch die orthodoxen Mönche, nach demselben Milliarden-Schmarotz-Betrug
vorzugehen:
"Funktioniert haben soll das so: Der Abt und seine Mönche haben dem Staat
mit einer Urkunde aus dem 14. Jahrhundert weisgemacht, dass ihnen ein See im
Norden des Landes gehört. Die Regierung tauschte den See dann im Jahr 2005
gegen Eigentumsrechte an Staatsimmobilien, die den Geistlichen wiederum
satte Gewinne bescherten"
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805733,00.html).
Die Klöster der Kirche sind seit je her auf Urkundenfälschungen
spezialisiert und darauf, den Staat und seine Bürger zu betrügen und
übers Ohr zu hauen, was der Kirche bis heute satte Gelder bringt (http://www.das-weisse-pferd.com/00_11/kirche_geld_3.html).
An dieser Stelle nur noch ein kleines von unzähligen Beispielen aus
Deutschland: Um das Jahr 1700 gewährte das reiche Kloster Triefenstein
in Unterfranken der Gemeinde Esselbach ein Darlehen. Als die Gemeinde das
Darlehen per Boten pünktlich zurückzahlen wollte, wurde der Vertreter der
Gemeinde von den Kirchenmännern betrunken gemacht und faktisch an der
Geldübergabe gehindert. Gegen Mitternacht war dann die Frist für die
Rückzahlung des Darlehens verstrichen, und die Kirche konfiszierte darauf
hin den Gemeindewald. Ca. 300 Jahre später kaufte (!) die politische
Gemeinde dann den vom Kloster einst geraubten Wald zurück.
So und so ähnlich erwarb die Kirche ihre Reichtümer und Geldansprüche bis in
unsere Zeit.
21.1.2012 -
Kirchensteuereinnahmen 2011 massiv gestiegen. Einnahmen wuchsen "in den
Himmel" - Die
Kirchensteuereinnahmen der Diözese Würzburg wuchsen "laut Finanzdirektor
Siedler 2011 ´in den Himmel`, lagen allein in der Diözese Würzburg bei 139
Millionen Euro". "Das Gesamthaushaltsvolumen der Diözese beträgt 2012 knapp
153 Millionen Euro. Dies ist das höchste Etatvolumen, das die Diözese je
verzeichnete" (Mainpost, 21.1.2012). Und dies,
obwohl alleine in der Diözese Würzburg elf Priester Verbrechen begangen haben, meistens an Kindern,
Dunkelziffer bzw. womöglich noch nicht aufgedeckte Verbrechen noch nicht mit
hochgerechnet.
Zusätzlich zur Kirchensteuer bekommt die Kirche noch weitere Subventionen,
Privilegien, staatliche Geschenke, die alle Steuerzahler aufbringen müssen,
da die verantwortlichen Politiker nach wie vor vielfach in erster Linie auch
Kirchen-Lobbyisten sind. Auch Diakonie und Caritas werden mit ca. 50
Milliarden Euro pro Jahr vom Staat finanziert. Und auch der Papstbesuch
wurde zu über 100 Millionen Euro vom Staat, also von allen Steuerzahlern,
finanziert. Nicht aufgeführt sind jeweils die Gelder des so genannten
"Bischöflichen Stuhls", über den die Kirche keinem gegenüber zur
Rechenschaft verpflichtet ist.
Zudem genießt die Kirche völlige Steuerfreiheit.
8.4.2012 -
Der unermessliche
Reichtum des Vatikan und der Kirche: Die Tonne Gold ist das wenigste
- Die Wirtschaftswoche berichtet, "wo
der Papst das Geld hortet". Ein interner Bericht aus dem Jahr 2008 wurde der
britischen Zeitung The Tablet zugespielt.
90 Millionen
Euro pro Jahr erhält der Vatikan aus den einzelnen römisch-katholischen
Kirchen der Welt, einen großen Teil davon aus Deutschland. Der deutsche
Steuerzahler subventioniert die katholische Kirche mit Millionen und auf´s
Ganze gesehen (mit Priesterausbildung, konfessioneller Religionsunterricht
u.v.m.) Milliarden, und die katholische Kirche leitet einen großen Teil
der deutschen Steuergelder weiter nach Rom.
Auf ca. 520
Millionen Euro beläuft sich der Wert der Aktien und Wertpapieren,
welche der Vatikan an den Börsen dieser Welt angelegt hat
340,6 Millionen
Euro sind die Bargeld-Reserven des Vatikan, also die "Handkasse".
Der Wert der
Vatikan-Immobilien in Frankreich, England und der Schweiz liegt bei 424
Millionen Euro. Der Wert der Vatikan-Immobilien in Italien liegt weit
darüber. 50.000 Immobilien werden "mindestens" veranschlagt. Würde
man vom durchschnittlichen Wert einer Immobilie in vorsichtiger Höhe von
400.000 Euro ausgehen, käme man hier auf weitere 20 Milliarden Euro. "Allein
die Kongregation für die Evangelisierung der Völker, die Propaganda Fide,
besitzt Immobilien und Grundstücke im Wert von 53 Millionen Euro. 2007
sprudelten aus dieser Quelle rund 56 Millionen Euro".
Reines Gold
in Barrenform gegossen im Gewicht von einer Tonne (ausreichend zum
Gießen von "Goldenen Kälbern" vor allen größeren katholischen Kirchen der
Welt)
Doch: "Auch die veröffentlichte
Geheim-Bilanz hilft nicht entscheidend, die wahren Vermögenswerte der Kirche
zu beziffern. Denn zu den Immobilien, Aktien- und Barvermögen kommen auch
unveräußerliche Werte, etwa Kunstgemälde. Vorsichtige Kenner schätzen das
Vatikan-Vermögen auf über zwei Milliarden Euro, nicht wenige sprechen gar
von einem 12-Milliarden-Vermögen." (http://www.wiwo.de/politik/europa/katholische-kirche-wie-reich-ist-der-vatikan-wirklich/6479072.html).
Doch das ist vermutlich viel zu niedrig geschätzt, wenn man nur mal unsere
kleine Hochrechnung mit den Immobilien in Italien bedenkt. Zudem: "Max
Parisi recherchierte für die Zeitung La Padania nochmals die
Eigentumsverhältnisse in Rom und kam in seinem Artikel vom 21.6.1998
zum Schluss, dass jetzt bereits schon fast 1/3 aller Häuser Roms im
Besitze des Vatikans sind. Dies und vieles mehr lesen Sie unter
http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html
Zum Vergleich: Pro Tag (!) sterben ca. 10.000 Kinder weltweit an
Unterernährung. Um hier dagegen zu halten, macht der Vatikan keinen Euro
locker, fordert nur gelegentlich die Gläubigen zum Spenden auf.
Dazu der Politiker Heiner Geißler:
"Die
Nächstenliebe, die Jesus propagiert habe, sei nicht Ausdruck von
Gutmenschentum, sondern knallharte Pflicht. Nämlich, ´denen zu helfen,
die in Not sind, und dies geht weltweit nur durch eine Veränderung der
Strukturen.` Strukturen, die Benedikt XVI. allerdings nicht anprangert,
bemängelt Geißler. Weder kritisiere das Kirchenoberhaupt die
Kriminalität der Investmentbanker noch die Habgier der Spekulanten"
(taz.de, 8.4.2012).
Doch dies ist auch klar: Der Vatikan ist Teil dieser Strukturen und
sitzt mit denen im selben Boot, die davon am meisten profitieren.
26.5.2012 -
Spaniens Staat ist
nahe dem Bankrott, doch die Steuerbefreiung für die Kirche bleibt
- Auch die in Spanien unermesslich reiche Kirche sollte mit zur
Immobiliengrundsteuer heran gezogen werden, wie alle anderen
Immobilienbesitzer auch. Doch die offenbar um ihr Seelenheil besorgte
kirchentreue Regierung lehnte einen entsprechenden Antrag ab. Die
einseitigen Subventionsverträge zwischen dem Staat und dem "Heiligen Stuhl"
von 1979 werden auch in Spanien nicht angetastet (kath.net, 26.5.2012).
Zahlen müssen nur die anderen.
12.7.2012 -
Der Vatikan wird zu einem großen Teil von der Bundesrepublik Deutschland und
allen ihren Bürgern finanziert
- Zusätzlich zu den jährlichen Milliardenzahlungen des deutschen Staates an
die beiden deutschen Großkirchen, gibt es auch noch einen massiven Geldfluss
aus Deutschland, um die Priesterhierarchie im Vatikan zu bezahlen.
Dazu heißt es auf der Web-Site der Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche"
mit Datum vom 4.11.2009: "Deutschland
steht nach Angaben des Vatikans zusammen mit den Vereinigten Staaten von
Amerika und Italien an der Spitze der Geberländer zur Finanzierung des
Vatikans. Nach einer anderen Schätzung finanziert Deutschland etwa ein
Drittel der Ausgaben des Vatikans."
(http://www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=318)
Dies ist auch von daher bemerkenswert, da die meisten führenden
deutschen Politiker nach angeblich "unfehlbarer" römisch-katholischer Lehre
ewig verdammt sind. Sie bezahlen also diejenigen, die sie später in das
"ewige Feuer" schicken möchten.
Lesen Sie mehr dazu unter: Der Theologe Nr. 18
und Der Theologe Nr. 19.
15.1.2013 - Die Kirche vergeht -
Schweizer Gericht entscheidet: Bürger muss
jährliche kirchliche Forderung aus dem Jahr 1357 nicht mehr erfüllen - Im
Jahr 1357 erhielt der Schweizer Konrad Müller aus Näfels von der katholischen
Kirche einen "Ablass" von seinen vermeintlichen Sündenstrafen (nachdem im Streit
mit Müller ein Bekannter zu Tode kam) - aber nur, wenn er und seine Erben oder
Käufer seiner Grundstücke "bis in alle Ewigkeit" ein Feuer in einer katholischen
Kapelle unterhalten. Dafür sollten alle Nussbäume auf den Grundstücken Müllers
der Reihe nach gefällt werden und dafür den Brennstoff liefern.
Diese sind mittlerweile alle gefällt, doch die Erben, Nacherben und Käufer
dieser Grundstücke zahlten Jahr für Jahr weiter, Jahrzehnt für Jahrzehnt,
Jahrhundert für Jahrhundert, 654 Jahre lang. Dies bedeutete für den heutigen
Inhaber eines der beiden ehemaligen Müllerschen Grundstücke zuletzt 70 Franken
pro Jahr für die Stromkosten des zwischenzeitlich auf elektrisches Licht
umgestellten "ewigen Feuers". Denn der Priester verlangte nun mal 1357 ein Feuer
"bis in alle Ewigkeit", damit Konrad Müller den kirchlichen "Ablass" von seinen
"Sündenstrafen" bekommt.
Als einer der heutigen Grundstücksbesitzer von der Kirche nun wieder eine
Zahlungsaufforderung in Höhe von 1400 Franken als Vorauszahlung für den
Strom der nächsten 20 Jahre erhielt, wollte er nicht mehr bezahlen. Darauf hin
wurde er von der römisch-katholischen Kirchengemeinde St. Hilarius in Näfels im
Kanton Glarus verklagt, um damit zur Bezahlung des für den Ablass von 1357
befohlenen "ewigen Lichts" gezwungen zu werden - Dahinter steckt die kirchliche
Anschauung, dass Konrad Müller wieder im "Fegefeuer" leiden müsste, wenn die
Forderung des damaligen Priesters für die angebliche Wirksamkeit des Ablasses
nicht "bis in alle Ewigkeit" weiter erfüllt würde.
Nun ist das Urteil des Kantonsgerichts Glarus ergangen: Spätestens seit 1849
seien die Erben, Nacherben Konrad Müllers bzw. die Käufer der Grundstücke
aufgrund der "Bereinigung des Hypothekarwesens" nicht mehr zahlungspflichtig.
Doch die Forderung der Kirche ist in Wirklichkeit schon von Anfang an aus
juristischer Sicht sittenwidriger Unfug. Doch immerhin ist es jetzt seit 1849
juristisch vom Tisch.
Die Kirche muss stattdessen die Gerichtskosten sowie eine Entschädigung für den
von ihr Angeklagten bezahlen (Die Rheinpfalz, 10.1.2013).
Und so, wie die
Kirche im schweizerischen Näfels Jahrhundert für Jahrhundert abkassierte,
zuletzt 163 Jahre auch juristisch sicher zu Unrecht, so
ähnlich ist es auch in Deutschland: Unverändert kassieren katholische
Kirchengemeinden auch in Deutschland meist von - den der Pleite nahen - Kommunen
Zahlungen aufgrund von Verpflichtungen aus dem Mittelalter, z. B. so genannte Reichnisse, meist für die "Ernährung" der Pfarrer, die aber heute
durch ein A-13-Grundgehalt mit jährlichen Steigerungen üppig sicher gestellt
wird. Doch die "Reichnisse" werden trotzdem weiter einkassiert. Und die Kirche kennt auch in Deutschland keine Gnade und
beharrt juristisch auf ihren Forderungen, es sei denn, der Schuldner zahlt z. B.
100 Jahre im Voraus - mehr dazu z. B. unter
http://www.stop-kirchensubventionen.de/dotationen_gemeinden.html.
Zum Vergleich: Die Kirche
maßt sich auch an,
Andersgläubige "bis in alle
Ewigkeit" in das grausame Höllenfeuer zu verfluchen.
Ein einzelner
Grundstücksbesitzer hatte also ein wenig Mut und Rückgrat und ein Schweizer
Gericht hatte Erbarmen. Und eine Frage ist: Haben bald auch deutsche Richter Mut
und Erbarmen, diesen Wahn wenigstens im 21. Jahrhundert zu stoppen? Doch ob es
so kommt oder so: Laut dem Maya-Kalender hat ein "neues Zeitalter" begonnen und
auf welche Art auch immer wird dieser Unsinn in naher Zukunft vergehen, denn der
Nachruf für die Großkirche ist schon geschrieben; auch
wenn die Kirchengemeinde Näfels die Ablassforderung von 1357 bis auf weiteres auf eigene
Stromkosten bezahlt. In der "Ewigkeit Gottes" wird eines Tages keine Kirche mehr sein. Es
besteht dann nur noch die vage Erinnerung an eine der furchtbarsten Verirrungen
der Menschheitsgeschichte (siehe 1700 Jahre blutige Kirchengeschichte), die
überwunden wurde.
11.3.2013 -
Wie die Politiker
immer noch vor der Kirche auf die Knie fallen und sie mit Milliarden an Euro
überschütten wollen, ist eine Selbstentlarvung
- Es sind auch noch Spätfolgen einer Jahrtausende alten Indoktrination und
Manipulation der Menschen durch die kirchlichen Obrigkeiten, die den
Politikern aber letztlich gar nichts nützen. Sie werden gemäß angeblich
unfehlbarer Höllenlehre
trotzdem später ewig verdammt, weswegen man das Verhältnis von Staat und
Kirche auch als eine extreme Ausprägung eines Sado-Masochismus deuten kann.
Dabei versuchen die Politiker, die Bevölkerung in ihren Extrem-Masochismus
gegenüber den Kirche mit hinein zu ziehen.
Derzeit berät der Innenausschuss der Bundestages über die seit fast 100
Jahre von der Verfassung geforderte Beendigung der Staatssubventionen für
die beiden deutschen Großkirchen. Doch die gewählten Politiker nehmen die
Verfassung immer noch nicht richtig ernst. Noch nicht viel Hoffnung hat in
der gegenwärtigen Konstellation deshalb der Kirchenexperte und Politologe
Dr. Carsten Frerk:
http://hpd.de/node/15222?page=0%2C1
Aber es kommt auch
immer mehr in Bewegung.
Lesen Sie dazu auch:
Der Theologe Nr. 38 - Der Gott Mammon und seine
Kinder
Freie Christen Nr. 3 - Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld
Weitere Meldungen zum Thema "Kirche und Geld" finden Sie in:
Der Theologe Nr. 16: Die Päpste Johannes Paul
II., Benedikt XVI. und das
Papsttum im Vatikan
Der Theologe Nr. 23: Das Staatsross und sein
kirchlicher Reiter
Sowie die
Serie
über "Kirche und Geld" in der Zeitschrift Das Weisse Pferd
Hier weitere Links:
Interview mit dem Politiker Wolfgang Kubicki, Mitglied der
Evangelisch-Lutherischen Kirche
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1104286/Kubicki-Keine-Privilegien-der-Kirche-?setTime=9#/beitrag/video/1104286/Kubicki-Keine-Privilegien-der-Kirche-
(Doch Achtung: Die Position des FDP-Politikers entspricht nicht
der seiner Partei, der FDP, die auf
"Kirchenkurs" ist)
ZDF-Bericht von Frontal21 vom 3.8.2010 über die
skandalösen Kirchensubventionen
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,8095680,00.html
ZDF-Bericht vom 24.9.2010 - Die Kirche und ihre Finanzen
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1145848/Schluss-mit-den-historischen-Privilegien#/beitrag/video/1145848/Schluss-mit-den-historischen-Privilegien
sowie einen kurzen Bericht dazu:
http://sonntags.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,8115417,00.html
ARD-Bericht Panorama vom 17.10.2002
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2002/erste7860.html
ARD-Bericht Panorama vom 4.6.2009
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2009/panoramakirche100.html
Eine Presseerklärung vom 4.8.2010 zu
einer
Verfassungsbeschwerde
http://www.christus-oder-kirche.de/downloads/pressemeldung-staatsdotationen-an-kirchen-verf.pdf
Zu diesem Thema erhalten Sie über den Theologen auch gratis die
Broschüren:
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