DER THEOLOGE
Nr. 42
Wem dient die Kirche?
Die Institutionen Kirche und ihre Priester:
der Baals-Kult der Gegenwart
Im Alten Testament wird immer wieder von dem Gegensatz
zwischen dem Gott der Propheten und Seinem Widersacher, dem Baal, dem
"Götzen",
berichtet.
Die unerschrockenen
Gottespropheten Israels werden heute jedoch zu Unrecht von der kirchlichen Religion
vereinnahmt. Denn
nahezu alles, wogegen einst die
Propheten sprachen, wird heute in moderner Form auch von den Priestern der Großkirchen
praktiziert. Vordergründig wird zwar behauptet, man sei
"christlich",
in Wirklichkeit folgt man jedoch dem Baal auf Schritt und Tritt.
Baal ist also ein "Götze".
Man könnte sagen:
Er ist ein Gott, den sich die Menschen selbst ausgedacht haben. Baal ist also in
diesem Sinne nur ein Phantom oder ein virtueller Gott. Virtuell, das bedeutet:
Er ist Teil der virtuellen Welt, also der Schein- und Phantasiewelt der
Menschen. Doch das heißt nicht, dass es ihn nicht gibt. Denn hinter diesem
Gottesbild stehen natürlich bestimmte Kräfte, und das ist alles andere als
harmlos. Im Namen des Gottes Baal wurde den Völkern Angst und Schrecken
eingejagt. Es wurde in seinem Namen gefoltert und gemordet und die Unterwerfung
von Menschen erzwungen, und hinter Baal versteckten sich immer wieder Priester
und Könige.
Vergleichen Sie selbst die Aufzeichnungen zum Baals-Kult in der Geschichte und
dem kirchlichen Baalskult der Gegenwart!
Glaubt man an die Möglichkeit der
Reinkarnation, dann stellt sich zudem die Frage: Sind die Priester des Baal
aus der Antike auch in unserer Zeit wieder inkarniert und praktizieren die gleichen oder
ähnliche Kulte wie
früher? Nur eben heute meist in einem etwas anderen Gewand?
Diese Ausgabe des Theologen richtet sich dabei nicht gegen offizielle
Baals-Priester unserer Zeit, die ihre Kulte unverdeckt praktizieren, sofern
diese Kulte nicht gegen Recht und Gesetz und gegen den Schutz von Tieren
verstoßen. Sondern sie deckt den Etikettenschwindel der Priester auf, die sich
"christlich"
nennen, aber in Wirklichkeit dem Baal huldigen.
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Der Seher Johannes mahnt alle Menschen guten Willens dazu, die "Hure Babylon" zu verlassen: "Tretet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4). Wer ist die "Hure Babylon"? Wem wurde im antiken Babylon gehuldigt? Und wo finden wir diese Praktiken heute? Wo ist also das moderne Babylon? Und von wo mahnt uns der Seher, auszutreten? (siehe auch hier) |
Lesen Sie im 1. Kapitel
die Hinweise zu Baal in der Bibel und die Parallelen zur
römisch-katholischen Kirche.
Im 2. Kapitel erfahren Sie mehr von Baal
aus einigen erhaltenen Inschriften des antiken Stadtstaates Ugarit (ca.
1300 v. Chr.; heute Teil von Syrien) und aus anderen antiken Kulturkreisen,
die ebenfalls den Baal verehrten, wie z. B. die Punier in Karthago oder die
Phönizier oder auch die Ägypter. Die nachfolgenden Quellen entstammen den Werken
der Wissenschaftler Walter Beyerlin, Religionsgeschichtliches Textbuch zum Alten
Testament, Göttingen 1985 (abgekürzt mit B.) und Otto Kaiser, Texte aus der Umwelt des Alten
Testaments, 3 Bände, Gütersloh 1982-2005 (abgekürzt mit KI, KII
und KIII sowie mit K/E... für den Ergänzungsband). Aus diesen
Dokumenten gehen ebenfalls die Parallelen zum Katholizismus hervor. Der antike
Baalskult wurde über viele Jahrhunderte praktiziert und hat sich teilweise mit
anderen Kulten vermischt, z. B. dem Mithras-Kult. So traf in der Zeit nach
Christus das junge Urchristentum auf den so genannten "mithräischen Baalskult".
Ein Beispiel dazu aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. in Babylon: "Der König ...
rief als Eideszeugen Baal mit seinen Geheimnissen an und Mithras, der ... die
Planeten umlaufen lässt" (Reinhold Merkelbach, Mithras - ein
persisch-römischer Mysterienkult, 2. Auflage, Weinheim 1994, S. 24).
Die Entstehung der frühkatholischen Kirche ab dem späten 1.
Jahrhundert
stellt "religionsphänomenologisch" den Versuch dar, dem
mithräischen Baalskult der damaligen Zeit ein "christliches"
Gewand umzuhängen. Während die damaligen "Kirchenväter"
das "Heidentum"
offiziell verurteilten, entwickelten sie jedoch in Wirklichkeit eine Synthese
(= Mischung) aus seinen Inhalten mit einzelnen Elementen aus der
Jesusüberlieferung, die man für diese neue machtvolle Misch-Religion
vereinnahmte
(mehr dazu z. B. in Der
Theologe Nr. 25).
Und nach ihrer Verfestigung zur
römisch-katholischen Staatskirche des 4. Jahrhunderts wurden von dieser Kirche die wenigen
übrig gebliebenen Nachfolger von Jesus sogleich massiv verfolgt
(ihre Häuser wurden z. B. enteignet und der katholischen Kirche übereignet) und
mit der Todesstrafe bedroht (mehr dazu
hier) - wie die "Heiden",
deren unabhängige Existenz außerhalb der Kirche man nicht duldete,
deren Religion man in der Kirche aber im Wesentlichen übernahm. So ist
die römisch-katholische
Kirche nichts anderes als der Baals-Kult im Gewande der jeweiligen Zeit.
In dieser Ausgabe des Theologen wird dabei nicht speziell
der mithräische Baals-Kult aus der Zeit von Jesus untersucht. Dies wäre ein
Thema einer weiteren Studie; sondern im Mittelpunkt stehen seine Wurzeln im antiken Baals-Kult
früherer Jahre, also in der Zeit des Alten Testaments. Denn dort, im antiken
Baals-Kult, liegt die Wiege und der Ursprung der heute zahlenmäßig noch größten "Weltreligion",
des kirchlichen Christentums.
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Inhalt: |
1. Kapitel:
Baal in
der Bibel und im Katholizismus
1.1.
Was geschah um das Jahr 1300 v. Chr. in dem antiken Stadtstaat Ugarit, im Norden
des heutigen Syrien?
"Die verstorbenen Könige werden vergöttlicht und bekommen einen eigenen Kult.
Damit erreichten sie den gleichen Rang wie der Gott Baal selbst. Archäologische
Ausgrabungen bestätigten, dass fast jede Stadt ihren eigenen Tempel für die
Kulthandlungen hatte. Es gab heilige Pfähle oder Steine, die als Phallussymbol
angesehen wurden ..." (Wikipedia, Stand: 1.2.2010)
Bei Jeremia 11, 13 heißt es dazu: "Denn so viele Städte, so viele
Götter hast du ... so viele Schandaltäre habt ihr aufgerichtet, um
dem Baal zu opfern."
Zum Vergleich: Heute gibt es in der Kirche "Heiligsprechungen". Die
katholischen "Heiligen"
sind dabei die Nachfahren der antiken "Götter". Und: Zahlreiche Städte haben einen
katholischen so genannten "Schutzpatron", dem eigene Altäre
geweiht sind. Und es hat sich ein umfangreiches Brauchtum bzw. ein Kult um diesen
"Patron" herum entwickelt. Die Päpste gleichen hierbei den "verstorbenen Königen" Baals, und sie
erreichen in der Verehrung als angebliche "Stellvertreter Gottes"
ebenfalls einen
annähernd göttlichen Rang. Und was die "heiligen Pfähle", die "Phallussymbole",
betrifft, siehe dazu z. B. den großen
Obelisk auf dem Petersplatz in Rom, der Prototyp aller Phallussymbole. Und
welche Taten innerhalb der Priesterschaft diesem Symbol entsprechen, das wird
ebenfalls mehr und mehr offenbar
(siehe z. B. Der Theologe Nr. 43).
1.2.
König Ahasja von Juda (9. Jahrhundert vor
Christus) wird vom Gottespropheten Elia der Tod
nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung prophezeit, nachdem
der König sich in seiner Krankheit nicht an den Schöpfergott gewandt hatte, sondern an
Baal-Sebub, den Gott von Ekron.
Elia spricht: "Ist denn nun kein Gott in
Israel, dass ihr hingeht, zu befragen Baal-Sebub, den Gott von Ekron?" (2.
Könige 1, 3)
Wen bitten die Katholiken um Hilfe? Ausschließlich den Schöpfer-Gott? Oder
immer wieder einen "Heiligen", der bestimmte Gebrechen heilen oder lindern soll
oder der zumindest als "Fürbitter" zwischen Gott und den Menschen geschaltet
wird?
Für jede Krankheit ist im Katholizismus ein anderer "Heiliger" bzw.
ein anderer "Baal"
zuständig.
Und so spricht der Gottesprophet Jeremia: "Die Propheten weissagten im
Namen des Baal und hingen den Götzen an, die nicht helfen können" (2, 8).
Baals Hilfe nützt also nichts, ja, es gibt sie gar nicht. Auch das ist eine
Parallele zu den katholischen "Heiligen", die auch "nicht helfen
können", es sei denn, man berücksichtigt die
suggestive Wirkung ihrer Verehrung für den Gläubigen. Und so wie natürlich damals viele Baals-Anhänger riefen "Baal
hat geholfen", wenn sich z. B. eine körperliche Krankheit besserte, so rufen heute viele
Katholiken "Der Heilige hat geholfen", wenn sich die Dinge gemäß ihrer
Bitten entwickeln.
1.3.
In 1. Könige 18, 28 wird der
verzweifelte Versuch der Baals-Priester beschrieben, Baal gnädig zu stimmen.
"Und sie riefen laut und ritzten sich mit Messern und Spießen nach ihrer
Weise, bis ihr Blut herab floss."
Dies erinnert an unzählige masochistische Kult- und Bußpraktiken im Katholizismus
– von
den Mönchen und Nonnen, die sich selbst blutig schlagen oder Mitgliedern des
katholischen Ordens Opus Dei, die z. B. einen Nagelgürtel auf nackter Haut
tragen, bis hin zu den Praktiken auf den streng katholischen Philippinen, wo sich alle
Jahre wieder zur Karfreitag Gläubige ans Kreuz nageln lassen.
1.4.
Im Alten Testament stehen Priester und echte
Gottespropheten im Gegensatz zueinander. Doch bei Baal gab es sowohl Priester als auch Propheten. Priester und Propheten
standen also bei Baal nicht im Widerspruch, sondern sie ergänzten einander,
so wie in der Kirche heute. Dort dürfen kirchliche "Propheten" heute nur verdeutlichen, was die
Päpste und Priester zuvor
im Dogma und im Bekenntnis festgelegt hatten. Ansonsten müssen die Propheten
schweigen, so wie es auch beim Propheten Jesaja über seine Zeitgenossen heißt:
"Sie sind ein
trotziges Volk, missratene Söhne, Söhne, die auf die Weisungen des Herrn nicht
hören. Sie sagen zu den Sehern: ´Seht nichts!`, und zu den Propheten: ´Erschaut
für uns ja nicht, was wahr ist, sondern sagt, was uns schmeichelt; erschaut für
uns das, was uns täuscht`" (Jesaja 30, 9-10).
1.5.
2. Könige 17, 16 beschreibt im Zusammenhang des Baalsdienstes folgende
Praktiken: Zwei
gegossene Kälber, Kinderopfer (davon wird auch in Jeremia 19, 5; 32, 35
berichtet),
Wahrsagerei, Prostitution.
Zu den Kinderopfern der Kirche zählen heute z. B.
die 50.000 indianischen Kinder, die von 1920-1996 in den Umerziehungsschulen der
Kirche in Kanada und den USA gefoltert, vergewaltigt, zu Menschenversuchen missbraucht und schließlich
direkt oder indirekt getötet wurden, oder die man medizinisch unbehandelt
sterben ließ (siehe hier). Kinderopfer sind im weiteren Sinn auch alle die
Zehntausende von Kindern, die von den kirchlichen Baals-Priestern sexuell
missbraucht wurden und werden. Und im übertragenen Sinn auch die Tausende von
Priesterkindern, die von ihren Vätern verleugnet werden oder die aufgrund der
Problematik der Priesterschaft ihres Vaters in ihrem eigenen Leben später nicht
zurecht kommen.
1.6.
Jeremia beschreibt auch, wie die Anhänger des Baalskults leben: "Ihr seid Diebe,
Mörder, Ehebrecher und Meineidige und opfert dem Baal" (7, 9).
Ein
Vergleich mit der so genannten "Volkskirche" heute ist auch hier nicht abwegig. Auch darin tummeln sich "Diebe, Mörder, Ehebrecher und
Meineidige", und alle miteinander werden angeblich "allein aus Glauben" selig bzw. nach Beichte und
Absolution durch einen Priester. Dabei kann ein pädophiler Priester z. B. dem anderen
nach katholischer Lehre die Absolution erteilen. Nur sich selbst kann ein
Priester nicht lossprechen, aber er findet leicht einen zweiten, der noch
schlimmer ist als er. Und der kann ihn sofort los sprechen. Ein aktiver Glaube,
ein
positives ethisches Tun, spielt für das Seelenheil beim Baalskult kaum eine
Rolle. Gleiches gilt in der Kirche. Zwar werden dort auch ethische Werte vorgegeben,
empfohlen
und von einzelnen Gläubigen hier und da praktiziert, für das Seelenheil spiele das nach
kirchlicher Lehre aber keine Rolle.
Dies geht in beiden Großkirchen sogar so weit, dass gute Taten, hohe ethische
Werte, Treu und Redlichkeit vom kirchlichen Gott verworfen (!) werden, wenn die
edlen Menschen, die so leben, nicht der kirchlichen Religion angehören. So ist es
in den verbindlichen Dogmen und Bekenntnisschriften ausdrücklich verankert.
In der römisch-katholischen Kirche heißt es:
"So viel bedeutet die Einheit des Leibes
der Kirche, dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in
ihr bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der
Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so
viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so
kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit
der katholischen Kirche bleibt.`
(Fulgentius)" (Allgemeine Kirchenversammlung zu Florenz, 1442, zit. nach
Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, 13. Auflage, Regensburg 1992,
Lehrsatz Nr.
381, als "unfehlbar" markiert)
Und die "Werke", so heißt es auch im bis heute gültigen
evangelisch-lutherischen Bekenntnis, gefallen Gott "allein
in den Gläubigen" (Augsburger Konfession = CA; XX).
Die "guten Werk ohn Glauben" aber, so heißt es dort weiter, gefallen Gott nicht, sie seien "Sund",
also Sünde, was deutlich macht, dass es auch bei dieser Lehre letztlich nur
auf die evangelische Art des Glaubens ankommt.
Hierzu passt auch umgekehrt: Der israelitische König Ahab, der in der Zeit des Elia dem Baal huldigte,
beschlagnahmt diktatorisch den Weinberg des Nabot (1. Könige 21), ohne
dass er hierbei gegen das "Heil" in Baal verstoßen hätte. Auch hier
spielt das Tun letztlich keine Rolle, wenn der Kult vorschriftsmäßig praktiziert
wird.
1.7.
Immer wieder werden neue Altäre für Baal errichtet. Genau wie für
den katholischen oder den evangelischen Gott. Für diesen Gott braucht es immer einen Altar. Der Schöpfergott braucht
jedoch keine Häuser aus Stein und schon gar keine Altäre. Und Er wohnt auch
nicht in Häusern aus Stein., wie es der Prophet Jesaja und der Diakon
Stephanus im Neuen Testament eindrücklich beschreiben (z. B.
Apostelgeschichte 7, 57-58). Aber im Katholizismus
und bei Baal geht es nicht ohne. Steinhäuser mit Altären im Zentrum müssen
sein, und in jedem katholischen Kulthaus aus Stein muss ein Altar geweiht werden.
Wie bei Baal. Beim Katholizismus darüber hinaus mit einer angeblichen Reliquie
drin, eine Weiterentwicklung des Baals-Kults.
1.8.
2. Könige 23, 4 nennt "alle Geräte, die dem Baal ...
gemacht waren".
Wie die kirchlichen Kultgegenstände. Für den Schöpfergott braucht es
jedoch keinen einzigen Kultgegenstand. Für Baal bzw. den katholischen Gott sind die
Kirchen jedoch voll davon.
1.9.
Bei Baal wird auch geschworen (Jeremia
12, 16); wie im
Katholizismus und Protestantismus, und zwar beim kirchlichen Gott oder bei der Bibel. Jesus lehrt hingegen
ausdrücklich,
nicht zu schwören (Matthäus 5, 33-37). Und so auch der Jünger Jakobus,
was ebenfalls in der Bibel nachzulesen ist (Jakobus 5, 12).
Vgl. dazu auch ein Beispiel aus dem Persien des 4. Jahrhunderts nach Christus:
"Der König ... rief als Eideszeugen Baal mit seinen Geheimnissen
an und Mithras, der ... die Planeten umlaufen lässt" (Reinhold
Merkelbach, Mithras - ein persisch-römischer Mysterienkult, 2. Auflage, Weinheim
1994, S. 24).
Dieses Beispiel beinhaltet eine weitere Parallele: Der Gott der Institutionen
Kirche hat viele Geheimnisse - wie "Baal mit seinen Geheimnissen". Jesus, der
Christus und die wahren Gottespropheten haben die angeblichen "Geheimnisse Gottes"
jedoch gelüftet.
1.10.
Nach Jeremia 32, 29 wurden dem Baal auch "Räucheropfer"
dargebracht; vergleiche dazu den kirchlichen "Weihrauch" oder den barbarischen Umgang
der Kirche mit den Tieren, denen in der Kirche die unsterbliche Seele und ein
großer Teil der Leidensfähigkeit abgesprochen wird (vgl.
http://www.das-weisse-pferd.com/03_04/tiere_seele.html).
Bezeichnend ist hierzu auch: Unmittelbar vor der Prophezeiung des Friedens
zwischen Mensch und Tier beim Propheten Hosea spricht der Schöpfergott
durch den Propheten Hosea: "Denn ich will
den Namen der Baale von ihrem Munde wegtun, dass man ihrer Namen nicht mehr
gedenken soll. Und ich will zur selben Zeit für sie einen Bund schließen mit den
Tieren auf dem Felde, und mit den Vögeln unter dem Himmel ... usw." (2,
19-20).
Das heißt im Umkehrschluss: Unter Baal gibt es keinen Frieden zwischen Tieren und
Mensch. Exakt wie im Katholizismus. Laut Katholischem Katechismus darf sich
der Mensch der Tiere "zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen"
und unzählige grausame Tierversuche werden als "sittlich zulässig" betrachtet
(Nr. 2416). Dabei wird auch die Massentierhaltung befürwortet (siehe z.
B.
hier).
1.11.
Nach Hosea 2, 10 werden die Israeliten dafür getadelt, dass sie nicht
erkennen, "dass Ich [Gott] es bin, der ihr Korn, Wein und Öl gegeben hat und
viel Silber und Gold, das sie dem Baal zu Ehren gebraucht haben".
Baal zu Ehren werden also Silber und Gold gebraucht, vergleichbar den
prunkvollen Kirchen mit viel Gold und Silber.
Das steht auch bei Hosea 13, 2. Über die Baals-Anbeter heißt es dort: "Aus
ihrem Silber gießen sie Bilder, wie sie sich´s erdenken, Götzen, die doch nur
Schmiedehandwerk sind. Dann sagen sie von ihnen: Wer die Kälber küssen will, der
soll Menschen opfern."
Auch hier finden wir ähnliche Praktiken im Katholizismus. Alle möglichen Kultheiligtümer
werden von den Gläubigen verehrt oder gar geküsst. Und wer sich den Zugang dafür
verschaffen will,
muss z. B. Eintritt in den Schatzkammern der Kathedralen Eintritt dafür bezahlen. Und früher ließ die Kirche durch unzählige blutige "Menschenopfer" das Land erobern, wo die Kultstätten
stehen; z. B. beim katholischen Kreuzzug nach Jerusalem im Jahr 1099, bei dem die Kreuzfahrer dann
nach dem Massaker an der moslemischen Bevölkerung die Kultgegenstände vor Ort inbrünstig küssten
– so wie die Baals-Anhänger
ihre Kälber.
1.12.
Aus Baal-Sebub, dem Gott von Ekron
(siehe oben bei 1.2.), leitet sich das Wort "Beelzebub"
ab, heute umgangssprachlich für den "Teufel" verwendet. Schon in neutestamentlicher Zeit
war "Beelzebul" ein anderes Wort für den Satan. Die Priester warfen Jesus von
Nazareth vor, bei seinen Heilungen mit Beelzebul im Bunde zu sein, also mithilfe
des Gottes Baal zu heilen.
Jesus antwortete gemäß der Evangelien von Matthäus und Lukas
wie folgt: "Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet und ein
Haus fällt über das andere. Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie
kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die bösen Geister aus durch
Beelzebul. Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen
treiben eure Söhne sie aus? [Das ist offenbar eine Anspielung auf erfolglose
Heilungsrituale der Priesterkaste und ihrer Anhänger, wodurch diese entlarvt
würde. Denn würden die Priester antworten, sie und ihre Anhänger versuchen mit der Hilfe von
Gott zu heilen, dann würde dies bedeuten, dass
dieser Gott erfolglos ist. Beelzebul, mit dessen Hilfe jedoch Jesus nach Meinung
der Priesterkaste
heilen würde, wäre demgegenüber erfolgreich] Darum werden sie eure
Richter sein ..." (Lukas 11, 17-19).
Jesus prophezeite seinen Nachfolgern, dass man ihnen das gleiche vorwerfen werde
wie ihm. "Es ist für den Jünger genug, dass er ist wie sein Meister und der
Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebul genannt, wie viel mehr
werden sie seine Hausgenossen so nennen. Deshalb fürchtet euch nicht vor ihnen"
(Matthäus 10, 25-26).
Nachweisbar ist, dass die römisch-katholische Kirche während der grausamen
Zeit der Hexenverfolgungen zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert viele von ihr
Verfolgte, darunter ehrliche Christusnachfolger, angeklagt hatten, mit "Beelzebock"
im Bunde zu sein, also mit Baal bzw. dem Teufel, womit sich z. B. hier dieses Jesuswort
sogar wörtlich bewahrheitete. In Wirklichkeit waren die kirchlichen Ankläger, wie zur Zeit von Jesus
selbst, die Diener des Baal. Und nicht deren Opfer.
Baal wurde also nicht nur in der Zeit des Alten
Testaments verehrt. Noch viel mehr wird ihm in der Zeit des Neuen Testaments
gehuldigt. Jesus hängt in der Kirche als toter Mann am Kreuz. Den Götzen Baal hingegen hält
man dort am Leben (während diejenigen, die sich offiziell zu Baal bekannten,
in der kirchlichen Geschichte genauso verfolgt wurden wie die aufrichtigen
Nachfolger des Jesus von Nazareth). Die Kirche kreuzigt Jesus bis heute Tag für Tag,
auch in ihrem Messopfer und
in ihren widerchristlichen Praktiken und Verhöhnungen. Baal hingegen wird dort
gehuldigt, wie einst, so auch heute. Nur heute in der Kirche in anderem Gewand.
2. Kapitel:
Baal in den Kulturen der Antike und im Katholizismus
Die nachfolgenden Quellen und Belegstellen
stammen aus dem Buch Walter Beyerlin
(Hrsg.): Religionsgeschichtliches Textbuch zum Alten Testament,
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1985. Und aus dem dreibändigen Werk
von Otto Kaiser (Hrsg.): Texte aus der Umwelt des Alten Testaments, Gütersloh
1982-2005. Sie bestätigen noch einmal vieles, was schon
im 1. Kapitel dargelegt worden ist.
2.1.
In Ugarit um das Jahr 1300 v. Chr. wird Baal gepriesen:
"Wo ist der mächtige
Baal, der Herr, der Fürst
der Erde? ... Denn es lebe der mächtige Baal. Es existiert der Fürst, der Herr
der Erde ..." (B/S.237)
Oder:
"Der
allmächtige Baal ist unser König, unser Richter, über dem niemand steht!"
(KIII/S.1149)
Hier ist die Parallele zum katholischen Papst
offensichtlich, der als "Vater der Fürsten und der Könige, Rektor
der Welt" (beim Krönungsritual der Päpste) und als Lenker des Erdkreises" bezeichnet wird.
Und genau wie Baal der Richter ist, "über dem niemand steht", so heißt es in der
Verfassung des Vatikanstaates, in
Artikel 1: "Der
Papst besitzt als Oberhaupt des Vatikanstaates die Fülle der gesetzgebenden,
ausführenden und richterlichen Gewalt."
Und in
Artikel 16 der Verfassung des Vatikanstaats heißt
es weiter, der Papst kann "nach Billigkeit" jedes Urteil fällen, das er will.
Wörtlich heißt es: "Der Papst kann in jeder Zivil- oder Strafsache und in jedem
Stadium des Verfahrens die Untersuchung und die Entscheidung einer speziellen
Instanz übertragen, auch mit der Berechtigung, die
Entscheidung nach Billigkeit unter Ausschluss jedweden weiteren Rechtsmittels zu
fällen."
Mit anderen Worten könnte man dazu sagen: Die Herrschafts-Attribute des Baal
gehen hier auf seinen obersten
Priester auf der Erde über.
Und dahinter steht eben nicht der Schöpfergott, der nach der Botschaft des Jesus
überhaupt kein Richter ist (der Mensch richtet sich durch das Gesetz von Saat
und Ernte selbst), sondern derjenige, der auch im Neuen Testament als "Fürst
dieser Welt" (z. B. Johannes 16, 11) bezeichnet wird.
2.2.
Ein großer Teil der Quellen aus Ugarit handelt vom
Bau
eines prunkvollen Tempels für Baal, vergleichbar dem katholischen
Petersdom in Rom und zahllosen anderen prunkvollen Kathedralen und Domen des
Katholizismus. Eine Zeitlang war Baal in Ugarit "ohne Wohnung", so dass er eine
Klage anstimmte: "Nicht hat Baal ein Haus" (B/S.
222-226).
Baal brauchte also, wie der
katholische Gott, Häuser aus Stein, in denen er sich verehren lässt. Und so wie
die Kirche auf jedem der sieben Hügel Roms einen prachtvollen Steintempel für
ihren Gott errichten ließ, so wurde gemäß einer Inschrift auf einer Steintafel
auch der Baalstempel auf den Höhen, dem Berg bzw. dem Hügel erbaut und es heißt:
"[O Koschar, Baumeister!] Schnell sollst du ein Ha[us bauen], ... inmitten [der
Höhen des Zaphon], [auf dem Berg Baals, auf dem Hügel] [des Dagan] Sohnes"
(KIII/S.1111).
Doch der Schöpfergott wohnt nicht in Häusern aus Stein wie der
Gott Baal und der Gott des Katholizismus, was Stephanus, ein
Nachfolger des Jesus, den Priestern seiner Zeit entgegen hält:
"Aber der Allerhöchste
wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht
(Jesaja 66, 1-2): ´Der Himmel ist mein Thron und die Erde ist der Schemel meiner
Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen`, spricht der HERR, ´oder was
ist die Stätte meiner Ruhe? Hat nicht meine Hand das alles gemacht?` Ihr
Halsstarrigen, mit verstocktem Herzen und tauben Ohren, ihr widerstrebt allezeit
dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr" (Apostelgeschichte 7, 48-59).
Die Anhänger der goldenen Götzen-Steinkirchen waren von diesen Worten ins Mark getroffen, und die
Priester ließen Stephanus, nachdem er dies gesagt hatte, sofort ermorden.
Und die römisch-katholische
Kirche folgt auch hier nicht dem Gottesboten Stephanus, Jesus und den Propheten,
sondern sie folgt dem antiken Tempelkult und dem Baal, und sie baute seither auch für ihren Gott Dom auf Dom
und Kirche auf
Kirche
– an jedem Ort, in den sie ihren Fuß hat hinein setzen können. Unzählige
Arbeiter wurden über die Jahrhunderte auf diesen Baustellen geschunden und kamen ums Leben. Doch der Gott, für
Den Stephanus sein Leben hieß, hat damit nicht das
Geringste zu tun, Er ist dort nicht zu finden.
Die katholischen Kirchen sind
Tempel der menschlichen Eitelkeiten, des Herrscherkults und der religiösen
Prunksucht, niemals jedoch "Gotteshäuser". Ihre goldverbrämten Kirchen, Dome und
Kathedralen sind nichts anderes als die Baalstempel unserer Zeit.
Denn
schon über die Häuser das Baal hieß es:
"Das
Silber war zu Platten geworden,
das Gold
war geworden zu Ziegeln.
Es freute sich der allmächtige Baal:
´Ich habe mein Gebäude aus Silber
gebaut,
meinen Palast aus Gold.`
Baal bereitete die Ausstattung seines Gebäudes,
Hadd bereitete die Ausstattung seines Palastes."
(KIII/S.1167)
2.3.
Baals Gefährtin ist die Jungfrau Anat, was
vom Katholizismus sinngemäß übernommen wurde: Dort wird "Gott" verehrt und seine
angebliche Mutter, die
Jungfrau Maria. Anat, ein Vorbild für die kirchliche Maria, ist auch "Königin des Himmels" und "Mutter der Götter",
was der Katholizismus ebenfalls übernommen und auf die Mutter von Jesus
projiziert hat. Und Anat ist auch die Kriegsgöttin des Baal; auch das
vergleichbar der
katholischen Maria. Der Maria des Katholizismus wurden ganze Länder und Kontinente geweiht, nachdem
diese von
katholischen Heeren erobert und ihre Bewohner massakriert worden
waren.
2.4.
Im Katholizismus verbreitet sind so
genannte Votivgaben
– Gegenstände oder Bilder, die der Katholik
an "heiliger" Stätte als Zeichen des Dankes
für die Rettung aus einer Notlage oder für eine angebliche körperliche Heilung darbringt.
Diese Praktiken stammen ebenfalls aus dem Baals-Kult. Die Gläubigen brachten
Baal immer wieder Votivgaben,
"denn er
[Baal] hörte seine Stimme [die des Gläubigen], segnete ihn"
(B/S. 253).
2.5.
Baal wurden auch immer wieder Tieropfer
gebracht wie dem Gott der Priester im Alten Testament.
"Dann
bediente Radman
den
allmächtigen
Baal,
er gab Speisen dem Fürsten, dem Herrn der Erde.
Er
stellte sich
hin, um zuzubereiten und ihm Essen zu geben,
er
zertrennte Milchlämmer
vor ihm,
mit einem
gesalzenen Messer Filets eines Masttieres.
Er stand, er bewirtete und gab ihm zu trinken,
er
gab einen
Becher
in seine
Hand,
einen
Krug in seine beiden Hände:
Den
Becher eines mächtigen Anführers,
den Humpen eines Herrn des Himmels."
(KIII/S.1135)
Und weiter:
"Er [Hadd; offenbar der Priester des Baal] schlachtete Ochsen und Kleintiere,
er schlug nieder Stiere und herrliche Mastschafe,
Kälber von einem
Jahr,
ausgesonderte Böcklein, Zicklein.
Er
reichte
den Widder-Göttern Wein dar,
er
reichte den Lamm-Göttern Wein dar,
er
reichte den Ochsen-Göttern Wein dar,
er
reichte den Kuh-Göttinnen [Wein] dar,
Wieder
aßen sie, tranken die Götter,
und sie
wurden versorgt mit Milchlämmern,
mittels
eines gesalzenen Messers mit Filets vom Masttier.
Sie tranken aus Krügen Wein,
aus
goldenem Becher Blut der Rebstöcke."
(KIII/S.1167)
Hier scheinen bereits die modernen Großschlachthöfe im
kirchlichen Abendland im Bild vorweg genommen zu sein.
Doch wie sollen "Götter" auf diese Weise "schlemmen"? Nur, indem man die
riesigen Fleischberge der ermordeten unschuldigen Tiere einfach verbrennt? Oder
liegt es nicht nahe, dass bei dieser Gelegenheit vor allem die Priester selbst
ihrer Gaumenlust frönten? In der antiken Quelle haben wir dafür zwar nicht viele
Nachweise gefunden (siehe aber hier), und wir
wollen dies auch den antiken Baals-Priestern keinesfalls ausnahmslos
unterstellen. Es wird
jedoch von den Priestern im Alten Testament
berichtet. Ein großer Teil des Fleisches wurde dort von den Priestern selbst
verzehrt.
Und: In der Kirche hat man nun diese Tieropfer von ihrem religiösen Hintergrund gelöst und opfert
die Tiere in
unbeschreiblichem Ausmaß seither der eigenen Gaumenlust.
So fuhr auch bei der Unterzeichnung der
"Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" (Allein der Glaube mache
angeblich "gerecht" vor Gott; Augsburg, 31.12.1999) ein LKW einer Metzgerei vor
dem Gebäude vor, in dem die Kirchenführer tagten,
voll beladen mit Fleisch und Wurst, um die Amtsträger aus dem Vatikan und vom
Lutherischen Weltbund nach der gemeinsamen Zeremonie zu verköstigen. So die
eigene Beobachtung des Autors dieser Studie.
PS: In der Zeit des antiken Baalskults gab es noch keine Tierquälerei in
Massentierställen. Und es gab auch noch keine Massenfleischproduktion im Überfluss einerseits und
damit zusammen hängende Hungerkatastrophen andererseits.
Deshalb sind die heutigen Fleischgelage, die man manchem Würdenträger auch im
Gesicht und am Körperbau ansieht, um ein Vielfaches schlimmer als beim früheren Baal.
Ein weiteres Detail: Bei den Ess- und Trink-Kulten
gab es im Baals-Kult Bereiche, die für Frauen tabu waren. So wie heute im Katholizismus. Das Eucharistie-Mahl kann
dort nur von Männern zelebriert
werden, und vom Kelch mit dem Wein trinkt nur der katholische Priestermann.
Vergleichbar dazu heißt es über den Baals-Priester:
"Er dient Baal, dem Mächtigen, ehrt den
Fürsten, den Herrn der Erde. Er erhob sich, legte vor und speiste ihn. Er
zerteilte eine Brust vor ihm, mit scharfen Messer das Vorderstück des Masttieres
... Er gibt den Becher in seine Hand ... einen großen Humpen von gewaltigem Maß
... Einen heiligen Becher, nicht darf ihn schauen eine Frau" (B/S. 212).
2.6.
In den antiken Kulturen von Ugarit und Mari
wurde ein Kult praktiziert, der heute als Kult von "Sparagmos" (= In Stücke Reißen eines Opfers) und
"Omophagie" (= Verzehr von dessen rohem Fleisch) bezeichnet wird. Mit diesem
Sparagmos-Omophagie-Kult wurden Baal und seine Jungfrau Anat geehrt. Dieser Kult "spiegelt
archaische Verhältnisse einer Jägergesellschaft wider, die durch Sparagmos und
Omophagie eine rituelle Vereinigung mit dem Göttlichen anstrebte"
(Manfried Dietrich und Oswald Loretz, Rituale in ugaritischer Sprache,
zit. nach K/S.E211).
Der Kult ist damit ein Vorläufer der heutigen Hubertusmessen der Kirche und der kirchlichen Segnung der Jägergesellschaft, und er reicht bis in die
kirchliche Abendmahlslehre hinein, wo durch Verzehr des "Gottes" eine Art Vereinigung mit diesem Gott
erreicht werden solle wie bei Baal.
Die katholische und die lutherische Kirche
betrachten die Hostie als angeblichen "Leib Christi", und zwar ausdrücklich nicht
(!) symbolisch, sondern wie im Baalskult real und zwar ebenfalls –
wie bei Baal –
in Form von "rohem Fleisch"
und ausdrücklich nicht in der Vorstellung, dass dieser angebliche Leib in der
Hostie vor dem Verzehr
gebraten oder gekocht würde.
Im Baalskult gab es darüber hinaus ein Ritual, wonach Anat den Gott Baal
aufessen würde (K/S.E209). Die Religionswissenschaftler gehen jedoch
davon aus "dass die
Rede über das Verschlingen Baals durch Anat ... nicht wörtlich, sondern
allegorisch oder metaphorisch zu verstehen sei" (K/S.E210).
Dies
würde den späteren evangelisch-reformierten Vorstellungen entsprechen, wonach
der Gläubige den Leib Christi nur symbolisch zu sich nehme. Es gibt jedoch auch
die wörtliche Deutung des Baals-Rituals, die dem späteren römisch-katholischen
Verständnis entspricht.
Und die Parallelen gehen noch weiter. Anat würde "Fleisch und Blut" des Gottes
zu sich nehmen, der zu diesem Zeitpunkt "tot war oder für tot gehalten wurde",
und es handle sich deshalb bei diesem Kult um Anat und Baal womöglich um das rituelle "Trinken
von Flüssigkeiten eines toten Körpers" (K/S.E208).
Auch
hier hätte die Kirche nun die Praxis des Baalskults übernommen und ihrer Lehre
angepasst. Denn auch nach kirchlicher Lehre erlangt nur das Blut des
gerade eben hingerichteten, also toten Jesus die kirchliche Heilsbedeutung. Es
muss also in der Kirche unbedingt das Blut seines "getöteten Körpers"
sein, nicht
etwa eine Art "Blutspende" des lebendigen Jesus von Nazareth für den Gläubigen.
Erst der Tod des kirchlichen "Gottes" bringe nach jener Lehre das "Heil", und
das kirchliche Sakrament würde nach jener Lehre überhaupt nicht wirken, wenn
Jesus die Kreuzigung überlebt hätte.
Und so wie im Baalskult die
Götter und die Priester "aus
goldenem Becher Blut(!)
der Rebstöcke"
tranken, exakt so trinken die Pfarrer und Priester heute "aus goldenem Becher
Blut der Rebstöcke". Denn der kirchliche Abendmahlskelch ist in der Regel
aus Gold oder vergoldet,
und der darin dargebotene Wein wurde nach kirchlicher Lehre zuvor durch den Priester
angeblich in reales "Blut"
verwandelt. Es handelt sich also genau wie beim Baalskult um "Blut der
Rebstöcke" "aus goldenem Becher".
Und auch in den lutherischen Kirchen gilt gemäß der Lehre Martin
Luthers, dass "in, mit und unter" dem Wein das "wahre Blut" von Jesus getrunken
werde. Und auch bei den Lutheristen sind die Becher in der Regel aus Gold. Es handelt sich bei der so genannten
Eucharistie bzw. dem kirchlichen Abendmahl also um puren Baalskult.
Zwar lehrt die Kirche offiziell, Jesus selbst hätte
das Abendmahl bzw. die Eucharistie eingesetzt, doch das ist eine Irreführung.
Die Kirche hat einige Bibelstellen nach ihrem Gutdünken zurechtgebogen (mehr
dazu hier).
In Wirklichkeit lehrte Jesus beim Mahl in erster Linie die Dankbarkeit
gegenüber den Gaben der Natur (nicht gegenüber den Fleischspeisen) als Stärkung
für Leib und Seele und die Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfergott (mehr dazu siehe
hier), der
solches gegeben hat.
2.7.
Jesus und seine Jünger waren gekleidet wie das Volk. Nicht aber die
katholischen Priester. Sie sind umhangen von Kultgegenständen und allerlei
Dünkel. Auch das stammt aus antiken Götzenkulten wie dem Baalskult. Den
Baal von Tyrus konnte man z. B. erkennen an "Götterkappe, Lendenschutz,
Streitaxt und Lebenssymbol" (B/S.246).
2.8.
Woher kommt
eigentlich das Kirchenjahr mit seinen immer wieder kehrenden Festen und
Gedenktagen? Jesus von Nazareth hat jedenfalls keinen religiösen Festkalender gelehrt,
dessen Inhalte sich Jahr für Jahr wiederholten. Die Kirche hat dies aus anderen
Religionen übernommen, z. B. aus dem Baalskult.
In dem Buch
Texte aus der Umwelt des Alten Testaments
von Otto Kaiser heißt es: "Der Baal-Mythos wird auf diese Weise als ein
Naturmythos mit zyklischer Zeitstruktur verstanden: Das in ihm zu Wort kommende
Geschehen regele die Machtverhältnisse in der Natur. Der Vortrag des Mythos bei
einem jährlichen kultischen Fest
aktualisiere das Geschehen, das sich genauso im jahreszeitlichen Wechsel
vollziehe" (KIII/S.1092).
Ähnlich
hält es die Kirche mit ihrem Kirchenkalender und den damit verbundenen
Traditionen und dem Brauchtum.
2.9.
Baal war in vielen
antiken Stadtstaaten ein "Staatsgott"
(KIII/S.1094). Die
Kirche wurde im 4. Jahrhundert gleichfalls zur Staatsreligion im römischen Reich
und der "Christus der Institutionen Kirche" (nicht der wahre Christus) wurde
ebenfalls zum "Staatsgott". Bis heute sind z. B. in Deutschland
Staat und Kirche wie Ross und Reiter aneinander
gebunden. Der Staat ist das Ross, die Kirche der Reiter, der das Ross zu
lenken versucht.
In der Kirche wird seit Jahrhunderten über die Verhältnis von Staat und Kirche
debattiert. Im so genannten "Investiturstreit" des Mittelalters ging es darum, ob der Kaiser
über dem Papst stehe oder der Papst über dem Kaiser.
Die Position der Kirche ist
dabei eindeutig: "Dem römischen Papst
sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.
Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir"
(Bulle
Papst Bonifaz VIII. "Unam Sanctam" (1302),
gilt bis heute als "unfehlbar).
Martin Luther entwickelte hierzu die evangelische Zwei-Reiche-Lehre, wonach der
kirchliche Gott in beiden "Reichen", dem Staat und der Kirche, regiere (mehr
dazu hier).
Das ganze Abhängigkeitsgeflecht zwischen Staat und Kirche war auch im Baals-Kult
hinlänglich bekannt.
"So sei anzunehmen, dass der
im Baal-Zyklus entwickelte Begriff von göttlichem und weltlichem Königtum
nicht nur die politische Erhöhung des göttlichen Königs feiere, sondern implizit
auch das des menschlichen Königs und dessen Grenzen"
(Manfried
Dietrich und Oswald Loretz, Mythen und Epen in ugaritischer Sprache,
KIII/S.1095).
Das verdeutlicht auch folgende phönizische Inschrift aus dem 8. oder 9. Jahrhundert
vor Christus:
"Ich bin
Azitawadda, der Gesegnete
Baals, der Diener Baals, den zur Macht erhob Awarku, der König der Danunäer.
Baal machte mich den Danunäern zum Vater und zur Mutter" (KI/S.641), was
auch an den "Heiligen Vater" der Katholiken, den Papst erinnert.
Und so heißt es weiter in der Inschrift: "Und es segne Baal ... Azitawadda mit
Leben, Heil und mächtiger (Herrscher-)
Kraft
über jeden König" (KI/S.644), was an das spätere Krönungsritual der
Päpste erinnert, das den Papst zum "Vater
der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf
Erden" erhob (Deutsche Bischofskonferenz auf
http://dbk.de/vatican/in_vatican_17.html).
Antiker
Baals-Kult und Kirche – beides waren und sind totalitäre Herrschaftssysteme,
sind letztlich eins.
2.10.
In Karthago in
Nordafrika wurden dem Baal auch Kinder geopfert. Entsprechende
Inschriften aus dem 2. und 3. Jahrhundert vor Christus geben darüber Auskunft.
Baal wird das "Fleisch" der Kinder übergeben und offenbar wurden die
getöteten Kinder dazu auf einem Altar verbrannt. Als Ersatz waren auch Opfer mit
Lämmern möglich.
In
der wissenschaftlichen Literatur ist dazu folgendes zu lesen: "Dass
die Karthager das Kinderopfer geübt haben, ist uns durch antike Autoren bis hin
zu dem altkirchlichen Apologeten Tertullian bekannt. Die archäologische
Forschung hat im 19. und 20. Jh. Tausende von Stelen zutage gefördert. Dabei ist
ihr Zusammenhang mit dem Kinderopfer durch Ausgrabungen in Karthago und Sousse
wie in Sizilien und Sardinien gesichert" (Hans-Peter Roschinski, Punische
Inschriften zum MLK-Opfer und seinem Ersatz; KII/S.606).
Im Gegenzug
für das Kinderopfer erhoffte sich der Opfernde den "Segen" Baals und ein entsprechend gelingendes
Leben.
Hier einige Beispiele von Inschriften auf den Stelen:
"Für den Herrn, für Baal, eine Gabe. Seine Gabe ist ein mlk-Opfer für Baal"
(KII/S.611).
"Angesicht Baals, und für den Herrn, für Baal Hammon, die Gabe, die Arisch
weihte, der Sohn des Akbor, der des Abde schmun, des ´zu den Göttern
Gestellten`, (nämlich) sein Fleisch. Ihr möget seine Stimme hören, ihn segnen"
(KII/S.613).
"Weihgabe, die RGZ, Sohn des Mitton ilim, weihte für den Herrn, für Baal Hammon,
(nämlich) ein mlk-Opfer eines Menschen, sein Fleisch, in rechter Weise,
dass er seine
Stimme höre, ihn segne" (Inschrift; Hofra 32, KII/S.613).
Hans-Peter Roschinski schreibt weiter: "In
einigen Fällen –
aber nicht in Karthago
selbst –
heißt es in solchem Kontext
bšrm
btm. Die Formulierung
btm (b-tm)
ist hier ohne Zweifel auf
mlk m
und
bšrm
bezogen. Meist wurde
dafür die Übersetzung
´in
Vollkommenheit`
gewählt und damit
das eigene Kind als makelloses Opfer bezeichnet ...
Doch in Karthago kommt häufiger als anderenorts die
Formulierung bšrm
bntm vor ... Älter ist noch die Lesung
bšrm
bn tm, ´sein
Fleisch/Kind, ein vollkommener Sohn`"
(KII/S.606.608).
Hans-Peter Roschinski meint nun, das Wort "vollkommen" beziehe sich vermutlich
nicht auf das Opfer, sondern auf die Opferhandlung, die "vollkommen" sein müsse.
Andere Wissenschaftler jedoch beziehen das entsprechende Wort klar auf die Opfer
selbst.
Ist nun
deren Deutung zutreffend, ergibt sich daraus eine noch weiter gehende
Übereinstimmung des antiken Baals-Kults mit der kirchlichen Lehre: Notwendig sei ein
"makelloses" "vollkommenes" Opfer, damit der Kult wirksam sei. Zwar muss nach
kirchlicher Lehre auch das "Messopfer" durch den Priester in rechter, d.
h. "vollkommener" Weise durchgeführt werden, doch nach katholischer Lehre ist es
unverzichtbar, dass auch das Opfer "vollkommen" sei. Und so
haben die kirchlichen Theologen ihre Lehre dann auch konstruiert: Jesus von
Nazareth sei das "makellose" "vollkommene" Sühnopfer für die Sünden der Menschen gewesen, um
einen angeblich zürnenden Gott gnädig zu stimmen, was letztlich nur eine Variante des
Opferkults für Baal ist.
Der kirchliche Hintergrund dabei ist folgender: Nach römisch-katholischer Lehre
sind alle Menschen seit ihrer Zeugung
mit einer "Erbsünde" belastet, die ihnen, wenn man es bis ins
Detail zurück verfolgen möchte, beim Orgasmus des Vaters im
Zeugungsakt übertragen worden sein soll. Auch ein Kind, das noch nicht sündigte,
könne deshalb für die katholische und die evangelische Kirche nicht "vollkommen"
sein, da an ihm bereits die angebliche Erbsünde hafte. Ausgeschlossen von dieser "Erbsünde"
seien im Katholizismus nur die katholische Jesusfigur und die katholische
Maria-Figur, die nach dem entsprechenden Dogma von 1854 von ihrer Mutter Anna
"unbefleckt", also ohne angebliche Erbsünde, "empfangen" wurde. Somit wären die
katholische Jesusgestalt und die katholische Mariengestalt die einzigen, die für
ein "vollkommenes" katholisches Opfer überhaupt in Frage kämen, und aus den
Lebensgeschichten von Jesus und Maria heraus ließe sich dann nur Jesus für diese
Götzenkult-Deutung als "Sühnopfer" missbrauchen.
Durch Tausende von
Sex-Verbrechen katholischer Priester an Kindern im 20. Jahrhundert stellt
sich nun eine weitere Frage: Ob nämlich auch Baals-Priester früher Kinder sexuell missbraucht haben, bevor
sie sie auf dem Altar töteten? Es ist allerdings nur eine Frage. Da sein Gott Baal das "Fleisch"
der Kinder liebt, wäre zumindest die Überlegung nicht abwegig, ob dann auch
Baals-Priester der Antike das Fleisch
der Kinder "lieben" wollten, vielleicht in einer etwas anderen Form. Doch wir möchten den Baals-Priestern der Antike
nicht Unrecht tun. Aber was wir wissen: Kinderschänderverbrechen geschehen im
Umfeld des heutigen kirchlichen Baals-Kults, und zwar tausendfach.
Und wenn
heutige Priester in verschiedenen Religionen Kinder nicht umbringen (es sei denn
in geheimen verbrecherischen Kulten), dann hat das sicher einen wesentlichen
Grund in unserer humanen Rechtsordnung. Und ein Kult, gleich welcher Religion,
der auch Kinder mit einer Art "Erbsünde" behaftet sieht, könnte diese von vorne
herein auch gar nicht mehr als "vollkommenes" Opfer dem betreffenden Gott
darbringen, wie dies einst in Karthago geschah.
Doch die massenhaften Sex-Verbrechen an Kindern durch Priester sind nur eine moderne Variante
von "Kinderopfern" und werden zurecht auch als "Seelenmord"
bezeichnet. Und viele Kinder, nach deren "Fleisch" ein heutiger Priester einst verlangte,
haben sich später auch tatsächlich umgebracht, da sie mit ihrem Leben darauf hin nicht mehr
zurecht kamen.
2.11.
Im antiken Stadtstaat
Byblos im heutigen Libanon wurde eine Sarginschrift aus dem 10.
Jahrhundert v. Chr. gefunden. Sie lautet:
"Batnoam,
aus dem Hause des Priesters Palitbaal (= Baal ist meine Rettung) in einem
Grabgewand, einer Haube auf meinem (Kopf) und einem goldenen Lippenblech
auf
meinem Mund wie alle Damen königlicher Herkunft, die vor mir waren"
(KII/S.588f.).
Ähnliches ist in den katholischen Leichen- und Reliquienkult
übergegangen. Als "Heilige" verehrte Katholikinnen oder Katholiken oder
Päpste bekommen z. B. eine Haube auf den Kopf oder Schmuck mit ins Grab. Oder
goldene Masken oder eine andere Maske wie zuletzt Papst Johannes Paul II. Auf
seiner Leiche wurde im Gesicht z. B. eine hautfarbene Wachsmaske mit seinen
Gesichtszügen angebracht, damit die Gläubigen, die an der Leiche vorbei laufen,
ihn besser verehren können (http://theologe.de/theologe16.htm#Totenkult).
Der seit 1956 "selige" Papst Innozenz XI. im Schaukasten im Petersdom in Rom
(Foto: GNU-Lizenz für freie Dokumentation)
2.12.
So wie
die Kirche den "gerechten Krieg" erfunden hat und der Gott der Kirche bis ins
20. und 21. Jahrhundert auch für den Segen und den Sieg im Krieg angefleht wird, so
war es auch bei Baal. Und so wie Baal die Soldaten im Krieg segnete und
angeblich schützen konnte, so glaubten und
glauben auch die kirchlichen Soldaten: "Gott mit uns", was letztlich
bis heute
bedeutet: "Baal mit uns!"
So heißt es z. B. in einem Lied an Baal:
"Wenn ein
Starker euer Tor angreift,
ein Krieger eure Mauern,
dann werdet ihr eure Augen zu Baal erheben:
´O Baal, möchtest du nicht den Starken von unserem Tor vertreiben,
den
Krieger von unseren Mauern? ...
Baal sei uns gnädig.`
Zum Heiligtum, Baal, werden wir hochsteigen,
die Pfade des Heiligtums, Baal,
werden
wir gehen!"
(KII/S.819)
2.13.
Der Papst spendet alle Jahre wieder zu
Weihnachten und zu Ostern seinen Segen "Urbi et Orbi", "Der Stadt und dem
Erdkreis". Das haben vor ihm schon die Könige von Ugarit gemacht. Für´s jeweils
kommende Jahr betet der König von Ugarit Baal um den "Segen für die Stadt"
(KII/S.822).
Und während man früher eine Baalsstatue auf eine Rundreise "von Stadt zu
Stadt des Königreiches" schickte (KIII/S.1168), so werden bei
katholischen Prozessionen heute Statuen angeblicher "Heiliger" oder gar
Statuen der
katholischen Jesus- oder der Mariafigur herumgetragen.
Foto: Moderne Baals-Prozession:
Die Statue eines katholischen "Heiligen" wird von vier Gläubigen durch die Stadt
getragen
2.14.
Und so wie am Neujahrsfest der Gott
Baal alle Toten wieder belebt, so ist eine Variante dieser Vorstellung von der
Auferweckung der Toten auch in kirchliche Lehren übergegangen. Der Toten- und Auferstehungskult
wurde jedoch bei Baal als "Mythos" ( = "sagenhafte
Geschichte") mit den Jahreszeiten der Natur verbunden ("Auferweckung" entspricht
z. B. dem Frühling) und nicht wörtlich und einmalig auf einzelne Individuen
bezogen wie später in der Kirche. Folglich wurde dies im Baalskult auch Jahr für
Jahr wiederholt, und die alljährliche Wiederholung hat auch die Kirche z. B. für
ihr Osterfest übernommen.
Jesus und das Urchristentum lehrten demgegenüber die
Unsterblichkeit der Seele (Matthäus 10, 28 u.v.m.) und keinen sich
wiederholenden Toten- und Auferweckungsritus mit viel Brauchtum wie bei Baal.
Dieser wurde in etwas anderer Form von der Kirche übernommen, indem man z. B.
einen kirchlichen Festkalender erfand und ausgestaltete, wobei alle Jahr wieder,
ähnlich wie bei Baal, etwa am Toten- bzw. Ewigkeitssonntag der Toten gedacht
wird oder an Ostern der Auferstehung oder am Feiertag "Allerseelen" (am 2.
November) auf den Friedhöfen Lichter für die Verstorbenen entzündet werden.
Und welche Vorstellungen vom Tod stecken dahinter? In der evangelischen Kirche wird überwiegend die Unsterblichkeit der Seele
geleugnet, und es wird
stattdessen eine so genannte "Ganztod-Theorie" gelehrt. Der Mensch sterbe demnach angeblich
komplett, d. h. mit Leib und Seele, und er werde am Jüngsten Tag von Gott wieder auferweckt,
also als Toter neu belebt –
vom Grundprinzip wie bei Baal, in der evangelischen Variante allerdings
angeblich "einmalig", bei Baal "sich wiederholend".
Zum Urwissen aller höheren Kulturen gehört demgegenüber seit je her das Wissen um die
Unsterblichkeit der Seele. Dies wird zwar auch noch im Katholizismus geglaubt,
man hat es dort vor allem aus der griechischen Philosophie entlehnt (mehr dazu siehe
hier), doch das damit
verbundene Urwissen möglicher
Reinkarnationen wird in allen Großkirchen verworfen. Gemäß dieses Urwissens löst sich die unsterbliche
Seele beim Sterben von ihrer sterblichen Hülle, dem Körper. Und zu einem
späteren Zeitpunkt kann die Seele unter bestimmten Voraussetzungen wieder in einen neuen Menschenkörper
inkarnieren.
Der Baals-Kult und die Kirche halten das jedoch für nicht möglich
(vgl. Freie Christen Nr. 6 und
Der Theologe Nr. 2).
3. Kapitel:
Mithras und Baal - Der mithräische Baalskult, seine Vereinnahmung von
christlichen Elementen und die Entwicklung zum Katholizismus
Dieses Kapitel ist in
Vorbereitung. Erste Ausarbeitungen dazu finden sich in:
Der
Theologe Nr. 59 im Kapitel
Die
kirchlichen Lehren zur Eucharistie stammen aus dem Baalskult und antiken
Götzenkulten
Der Theologe Nr. 66 in den Kapiteln
Der katholische Heilige Konstantin und sein ständiger Begleiter, der Gott
Mithras,
Die Erfindung des dreieinigen Gottes durch den Mithras-Anhänger Konstantin
und
Katholizismus ist Baalskult im christlichen Gewand
Nachfolgend auch noch einige weitere Hinweise und Ausarbeitungen aus anderen Quellen:
"Der
Mithras-Kult entsteht um 1800 v.C. im persischen Baktrien, Zarathustra (630-553
v.C.) legt Details fest und das römische Militär praktiziert ihn intensiv bis
400 n.C. Der Gott der Welten Ahura-Mazda bekommt am 25. Dezember durch
unbefleckte Empfängnis den Sohn Mithras (Anahita). Der Kult hat ... 12 Apostel,
sieben Sakramente, ein Abendmahl, Wunder von Saoschjant, Seelenkult als
Auferstehung, Sintflut und jüngstes Gericht, Taufe, Kommunion, Leben in
Keuschheit, Eucharistie mit Brot und Wein sowie den Teufel als bösen Geist
Anromainyus. Weinachten wird ab 200 v.C. im Januar (11 Tybi) als Geburt des
ägyptischen Gottes Osiris gefeiert. Im Jahr 353 n.C. verlegt der Vatikan
Weihnachten als Geburt des fiktiven Jesu auf den Geburtstag von Gott Mithras." (emporda in
http://www.religionsforum-wogeheichhin.de/t553f23-Die-Baal-Lehre-und-Jesus-1.html)
"Pontifex Maximus nennt sich der mit Fischschwanztalar und Fischkopfhut
geschmückte oberste Baal-Priester Babylons, Gottes unfehlbarer Stellvertreter
lässt sich Ring und Schuhe küssen, seine Priester leben zölibatär wie
katholische Priester heute. Die Perser erobern 539 v.C. unter Kyros II Babylon,
der Pontifex Maximus flieht ins lydische Pergamon (Bergama zwischen Troja und
Izmir). Der letzte Attalide (546-133 v.C.) Atallus Philometor Euergetes
überträgt 133 v.C. den Baal-Titel und die Stadt dem Kaiser in Rom. Der
illegitime Sohn des Herrschers erhebt Anspruch auf die Stadt und den Titel, er
verliert gegen Rom. Kaiser Flavius Gratianus (359-383 n.C.) will den Baal-Titel
nicht, der Bischof von Rom ursupiert ihn mitsamt dem Affenkostüm aus Fischhut,
Talar, Hirtenstab und zwei Schlüsseln des Gottes Janus. Die Schlüssel werden 431
n.C. zu Schlüsseln Petri umgetauft. Der große Mumpitz im Himmel und sein
irdischer Claquer sind ein heidnisches Baal-Imperium." (emporda siehe
oben)
4. Kapitel:
Der Besuch
(Eine Geschichte)
Sprecher:
Es war einmal ein fremder Mann, der vor langer Zeit auf dieser Erde
wirkte. Er war der Hohepriester des Gottes Baal und er entschloss sich, in unserer
Zeit auf die Erde zurück zu kommen. Denn er wollte sehen, was aus seiner Religion
geworden ist. Der Fremde machte sich also auf den Weg zum ehemaligen Ort seiner
Herrschaft. Es war dies einst ein Zentrum für den gesamten Kontinent, wo er
damals selbst zu Ehren Baals die Stiere geschlachtet hatte. Es war nicht ganz
leicht für den Mann, sich in den heutigen Straßen der Stadt Rom, wo dieses
Zentrum einst lag, zu orientieren und alles wieder zu finden, wonach er suchte.
Denn die Zeiten haben sehr vieles gewandelt. Doch der einstige Ort seiner Blutopfer
zog den Fremden magisch an, so dass er ihn nicht verfehlte. Und er wurde dort bereits
von zwei Männern an einem Obelisken vor einem großen Dom erwartet. Die drei
Männern nickten sich zu, und der Fremde blickte sich um und er sagte:
Der fremde Mann:
Ihr habt diesen Ort weiter in Ehren gehalten, wie ich sehe.
Sprecher:
Die beiden Männer wirken erleichtert, als sie das hören.
Der eine Mann:
Ganz nach dem Befehl, so wie es in unseren Schriften heißt:
"Es freute sich der allmächtige Baal:
´Ich habe mein Gebäude aus Silber gebaut,
meinen Palast aus Gold.`"
Der fremde Mann:
Gut zitiert. Aus unseren heiligen Schriften aus der alten ehrwürdigen Zeit.
Der andere Mann:
Und wir haben auf der ganzen Erde noch viele weitere Gebäude aus Silber und Gold gebaut.
Und wir sind heute viel mächtiger als in früheren Zeiten.
Sprecher:
Der Fremde schaut leicht verstört.
Der fremde Mann:
Das mag ja sein. Bedenkt jedoch: Hinter euch steht Baal. Und nur er ist es, der mächtig ist. Deshalb vergesst niemals die Unterwerfung.
Denn das Bekenntnis unseres Glaubens lautet: "Der allmächtige Baal ist unser
König, unser Richter, über dem niemand steht!"
Der eine Mann:
Sei unbesorgt. Die Hierarchie, ehrwürdiger Fürst, ist uns oberstes Gebot.
Und die Herrschaft, von oben nach unten, das haben wir gut organisiert. Wir haben
dir hier die Verfassung unseres Staates mitgebracht. Gleich zu Beginn, wie du
hier lesen kannst, steht der Satz über
den, der auf dem heiligen Stuhl sitzt: Er allein, so heißt es dort, "besitzt als
Oberhaupt die Fülle der gesetzgebenden, ausführenden und richterlichen Gewalt".
Sprecher:
Der fremde Mann nickt und scheint mit dieser Auskunft zufrieden. Aber er macht nicht den Eindruck, als
wollte er sich weiter damit beschäftigen. Stattdessen
schaut er sich um in alle Richtungen.
Der fremde Mann:
Und auch unsere Gewänder habt ihr beibehalten. Ich erkenne alles wieder:
Unsere Göttermützen, unsere bestickten Gewänder, die Kultstäbe und die Binden um unsere Lenden. Und ich
sehe, es gibt hier viele von uns.
Der eine Mann:
Mehr als du zählen kannst.
Der fremde Mann:
Und die vielen Statuen der heiligen Männer der Vorzeiten hier auf den
Dächern. Beeindruckend. Es ist, als würden sie auf uns herab blicken, lebend,
und nicht tot.
Sprecher:
Und der fremde Fürst nickt erneut bedächtig und er wandelt mit seinen beiden
Begleitern weiter, in den Dom hinein.
Der fremde Mann:
Ich sehe hier die vielen Grabkammern und Grüfte mit den vielen ehrwürdigen
Körperteilen der Unsrigen. So wie Baal solches einst angeordnet hatte. Ich sehe, ihr pflegt unsere Tradition. Und
hier sogar ein Toter zum Anschauen; der in dem Glassarg dort drüben liegt mit Maske und
Beigaben aus Schmuck und Silber.
Der andere Mann:
Alles so, damit die Gläubigen kommen und es verehren können. Und alles nach dem
Willen Baals, wie es einst von unseren Vorvätern in Stein gemeißelt wurde. Der
ganze Dom hier ist voller Leichen, so wie es den Anordnungen Baals für unsere
Zeit entspricht.
Der fremde Mann:
Ich sehe, wie ihr die Tradition und das Brauchtum eurer Väter pflegt. Auch
mir kommen dazu
die Erinnerungen. Die Erinnerungen an unsere alten Zeiten, in denen alles gegründet wurde,
wie es auch in euren Geschichtsbüchern geschrieben steht. Und wo es auch heißt:
"Sie tranken aus Krügen Wein, aus goldenem Becher Blut der Rebstöcke."
Der andere Mann:
Das ist nicht die Vergangenheit, verehrter Fürst, das ist nicht Geschichte! Es
ist Gegenwart. In unserer Zeit, Fürst, wenn ich das hier sagen darf, in unserer
Zeit verwandeln
wir den Wein täglich
in Blut und wir trinken ihn aus goldenen Bechern. Und wir verwandeln auf unseren
Altären auch das Brot in Fleisch.
Der fremde Mann:
Die Altäre, natürlich. Was für ein prachtvoller Altar das hier ist - aus Marmor, Edelstein und
Edelholz! Und alle Altäre hier, ich spüre es, geheiligt durch Stücke von Leichen
der Unseren. Und das viele Gold. Ich bin zufrieden. Und wirklich in jeder
Stadt, wie es Baal einst angeordnet hat? Ein Altar in jeder Stadt?
Der eine Mann:
Viele Altäre in jeder Stadt. Dort finden täglich die Verwandlungen in das
Fleisch und in das Blut statt. Auch Baal wird mit uns zufrieden sein.
Der fremde Mann:
Habt ihr auch nicht vergessen, dass es heißt: "Einen heiligen Becher; nicht
darf ihn schauen eine Frau"? Denn hält eine Frau erst einmal den goldenen Becher
in der Hand, wird unsere Zukunft ungewiss sein.
Der andere Mann:
Es lässt sich nicht vermeiden, verehrter Fürst, dass in unserer Zeit die
Frauen den Kelch sehen. Aber trinken dürfen daraus nur die Priester.
Der fremde Mann:
Das ist richtig, Doch vergesst niemals die Abschreckung, damit man euch
nicht eines Tages die Kelche aus der Hand reißt! Und ich sehe, ihr habt es bereits
bedacht. Überall habt ihr einen toten Mann am Kreuz hängen. An allen zentralen
Punkten und in allen Ecken des Domes. Und sogar am Stab dessen, der auf dem
heiligen Stuhl sitzt, hängt der tote Mann. Ich
nehme an, es ist euer Feind, und wer eurem Tun feind ist, dem soll das eine
Warnung und Abschreckung sein!
Der andere Mann:
Edler Fürst, wir sind zutiefst angetan. Ihr habt ohne Umschweife die wahre
Bedeutung dieses toten Mannes erfasst. Doch den Gläubigen wird es anders gelehrt
...
Sprecher:
Und der andere Mann beginnt mehr und mehr innerlich zu beben.
Der andere Mann:
... Wir sagen ihnen: Die Hinrichtung dieses Mannes, die Marterung und Geißelung
seines Fleisches und das Fließen seines Blutes aus allen Wunden seines
Körpers und aus seinem Mund - das alles wäre notwendig gewesen für unsere Erlösung (Er beginnt schwer zu atmen).
Ein Blutopfer für den großen Baal, damit er uns gnädig sei. Und wir sagen: "Ihr
Menschen, betet dieses Opfer an, und in seinem erlösenden Blutstrom werdet ihr
aus der ewigen Hölle, in die ihr alle auf das Entsetzlichste verdammt seid,
mit heraus fließen. Ja, der rettende Strom des fließenden Blutes! Vorausgesetzt natürlich, ihr gehorcht uns und
ihr glaubt, was wir
euch unfehlbar lehren. Sonst wird die Verdammnis euer unwiderrufbares Schicksal
sein."
Sprecher:
Der fremde Mann schaut ungläubig.
Der fremde Mann:
Und die Leute glauben euch das?
Der eine Mann:
Die Menschen fürchten nichts so sehr wie das Leid und ihren eigenen Tod. Und
sie sehen unsere Macht. Deshalb glauben sie und sie suchen unsere Nähe. Oder sie
zahlen zumindest ihre Steuern und Beiträge. Und die
Abschreckung gelingt. Wir haben nicht mehr viele Feinde. Dafür Unzählige, die uns huldigen.
Der fremde Mann:
Ich sehe, ihr seid sehr klug. Doch seid ihr auch klug
genug? Werden die Menschen euch auf Dauer folgen? Und werden sie immer diese Ungleichheit akzeptieren?
Zwischen Mann und Frau, zwischen Priester und Volk? Zwischen Reich und Arm? Ich
gebe zu: Dieser Blut-Zauber ist sehr beeindruckend. Doch werden sich die
Menschen auf Dauer damit zufrieden geben?
Sprecher:
Der Fremde wird plötzlich unruhig.
Der fremde Mann:
Wo - sind die Stiere? Wo opfert ihr heute die Rinder für Baal? Wo kann ich heute
riechen den beruhigenden Geruch von Fleisch?
Der eine Mann:
Verehrter Fürst, sei ganz unbesorgt. Wir würden uns dazu gerne mit euch an
einen anderen Ort begeben. Etwas außerhalb des Zentrums dieser Stadt. Ihr wisst:
Der
Geruch von Blut und Fleisch, und das Schreien der Tiere, dies ist nicht für
jedermann ein Gefühl der Genugtuung und des Gehorsams gegenüber Baal. So wie es für euch und für
uns ist. Wir haben es deshalb vorgezogen, einen weiteren Ort etwas abseits von hier
zu gründen. Es liegt, werter Fürst, an der Verweichlichung vieler Menschen!
Schauen sie den Tieropfern in die Augen, beginnen sie, an Baal und an seinem
heiligen Willen zu zweifeln.
Sprecher:
Der fremde Mann ist erstmals sehr irritiert. Doch er ist mit dem Vorschlag
einverstanden, und die drei Männer begeben sich zum Schlachthof. Und der Besucher sieht
dort die
Waggons, aus denen die Stiere, die Schweine und die Schafe in die Hallen
getrieben werden, und er hört ihre Todesschreie und seine Augen weiten sich
staunend von Minute zu Minute mehr. Schließlich schient fast lustvolle Erregung ihn zu
übermannen.
Der fremde Mann:
So viele Opfer auf einmal! Ihr habt meine Erwartungen bei weitem
übertroffen. Doch wo sind die vielen Priester, die den Opfern die
Kehlen durchschneiden?
Der andere Mann:
Du warst lange nicht hier, Fürst. Viele der Priester wurden schon vor
Hunderten von Jahren zu Schächern, zu Schlächtern und zu Metzgern. Dieses Haus
hier wurde mit unserem Segen erbaut und steht täglich neu unter unserem Segen. Aber wir können die vielen Millionen
Tiere nicht alle mehr selbst töten. Denn Baal verlangt mehr Fleisch als damals,
als du noch unter uns warst und die Opfer brachtest. Und auch wir brauchen mehr Fleisch für uns: Für
Priester, für Gläubige, für Männer, Frauen. Kinder. Und auch unzählige der
Verdammten bekommen ihr Fleisch. Denn auch sie müssen beruhigt und abgelenkt
werden in unserer Welt, damit sie zu unserem Nutzen arbeiten oder uns zumindest
gewähren lassen.
Sprecher:
Und der fremde Fürst fällt am Eingang des Schlachthofs andächtig nieder auf seine Knie,
und er rezitiert mit freien Worten eine Liturgie aus dem Zyklus des Baal,
dessen Inhalt bis heute bezeugt wird:
Der fremde Mann:
"Ich bin der Gesegnete Baals, der Diener Baals, den er zur Macht erhob in
dieser Welt.
Baal machte mich in dieser Welt zum Vater und zur Mutter.
Ich schlachte Ochsen und Kleintiere.
Ich schlage nieder Stiere und herrliche Mastschafe,
Kälber von einem Jahr, ausgesonderte Böcklein, Zicklein.
Ich reiche den Ochsen-Göttern das Opfer.
Ich reiche den Kuh-Göttinnen das Opfer.
Ihr Götter, seid versorgt mit Milchlämmern, unseren Opfern."
Sprecher:
Und als der Fremde den liturgischen Gesang vor dem Schlachthof beendet
hatte, sagen ihm die beiden Männer:
Der eine Mann:
Seid gewiss. In jeder größeren Stadt dieser Welt gibt es einen solchen Ort
für Baal. Baal bekommt alle die Tiere, und er wird zufrieden sein.
Der fremde Mann:
Ich will nicht unhöflich sein ...
Sprecher:
...
so der Fremde.
Der fremde Mann:
Aber ihr wisst doch: Nicht nur Tiere. Baal liebt auch das Fleisch eurer
Kinder, makellose Opfer für euren Gott.
Der andere Mann:
Das, verehrter Fürst, ist in unserer Zeit verboten. Anders als einst in
Karthago oder Kanaan, wo unsere Religion gefürchteter war als anderswo. Doch die
Zeiten haben sich geändert, und wir können dafür den Segen nicht mehr geben.
Aber viele von uns berühren mit ihren Gliedern das Fleisch der Kinder. Und sie opfern
dabei deren Seelen, und sie tun dies im Verborgenen.
Und werden die Taten dennoch offenbar, erhalten die Unseren dafür die größtmögliche
Milde und Barmherzigkeit.
Der fremde Mann:
Ich sehe: Ihr habt mein Vertrauen verdient. Doch unsere Welt, die wir
beherrschen, ihr spürt es und ich spüre es, sie ist bedroht. Es gibt andere
Religionen, andere Systeme. Es gibt den Freiheitsdrang vieler Menschen. Alle
Jahre zum Fest, das wisst ihr, musste Baal einst die Stadt und die Länder
segnen, damit wir die Entwicklung in unseren Händen behalten.
Der eine Mann:
Auch dieser Segen, verehrter Fürst, ist weiter in unseren guten geweihten
Händen. Doch, wie du sagst, da die Zeiten immer unruhiger werden, nicht nur einmal:
Sondern zweimal, zweimal im Jahr, jeweils zu den Festen, im Winter und im
Frühjahr. Dann, wenn fast die ganze Welt uns andächtig zu Füßen liegt.
Der fremde Mann:
Gut.
Sprecher:
Der Fremde scheint beruhigt. Doch wird seine Miene auf einmal finsterer.
Der fremde Mann:
Ich denke auch an den Krieg. Ich erkenne an, ihr habt in allen Kriegen die
Waffen gesegnet, die gläubige Hände bedienen. Und ich sage euch: Dies wird
wieder notwendig sein. Schon sehr bald wird die Zeit wieder kommen. Denn die Gläubigen sind unsicher geworden. Nicht so ohne
weiteres würden sie wieder zu den Waffen greifen. Denn auch nicht so ohne
weiteres zu gewinnen ist ein Krieg in diesen Zeiten. Doch euch vertrauen sie. Und
nur mit eurem Segen
werden sie immer wieder das tun, was unvermeidlich ist. Baal vertraut euch.
Vergesst das nie.
Der andere Mann:
Wir werden es tun, wenn es wieder notwendig ist, wie wir es immer taten, als
es notwendig war. Und
wir sagen dann dazu: "Nur als letztes Mittel". Zu diesem "letzten Mittel",
dem Krieg, müssen
wir jetzt wieder greifen. Baals Wille geschehe.
Der fremde Mann:
So sei es.
Sprecher:
Und der Fremde hebt die Hände und beschwört segnend die Männer mit den Worten,
wie sie bis heute in den Baals-Schriften der alte Zeiten nieder gelegt sind, und
er spricht:
Der fremde Mann:
"Wenn ein Starker euer Tor angreift, ein Krieger eure Mauern,
dann werdet ihr eure Augen zu Baal erheben und sprechen:
´O Baal, möchtest du nicht den Starken von unserem Tor vertreiben, den Krieger
von unseren Mauern?`"
Und dann werdet ihr es mit Baals Hilfe selbst vollbringen.
Der eine Mann:
Wir sind tief berührt von euren Worten.
Sprecher:
Und der Fremde belässt es dabei, und er geht zurück an den Ort, an dem er
selbst einst die Stiere für Baal geschlachtet hatte, und er verschwindet in einer
der Grabkammern in dem großen Dom, und er wurde seither nicht mehr gesehen. Doch die
beiden Männer waren sich gewiss: Er würde immer um sie sein.
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Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
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