DER THEOLOGE
Nr. 38
Der Gott Mammon
und seine Kinder
Die Gesellschaft, die Kirche und das Geld
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Die nachfolgenden Meldungen
sind eine Zusammenstellung aus der Rubrik
"Der Theologe aktuell".
2006 / 2007
Skrupellose Kirche in Berlin und
Brandenburg -
Ausgetretene müssen wieder Kirchensteuer zahlen
Fehlende Austrittsbescheinigungen - Großkirchen
erschleichen sich Hunderttausende von Euro
2008
Landesbischof Friedrich gegen Begrenzung von Managergehältern
Turbulenzen um vergoldete Stele in
Haßfurt - Jesus wollte keine goldverbrämten Kirchen
Bankenpleite: Der
einfache Steuerzahler bezahlt wieder die Zeche
Auch
deutsche Steuerzahler finanzieren
Bankenpleite in den USA. Dafür Kirchensubventionen streichen
Evangelische Kirche verzockt 4,3 Millionen Euro bei Lehman Brothers
Die
"totale" Herrschaft des
Mammon:
US-Finanzminister war bis 2006 Chef von
Goldman Sachs
Finanzkrise:
Werden wir von Kriminellen ausgenommen?
Die Schere öffnet sich weiter:
Banken-Manager kassieren, Steuerzahler und Sparer haften
Astronomische
Bürgschaften: Irland gibt sich als
erstes Land damit praktisch auf
Wie der Gott
"Mammon" die Herrschaft übernahm
/ Banker fühlt sich als
Schwerverbrecher /
Zum Vergleich: Fünf Billionen Dollar
Schaden pro Jahr durch gnadenlose Abholzung der Wälder
Der Mittelstand
sinkt immer mehr ab
Bankrott-Manager belohnen sich mit 70 Milliarden Dollar "Sonderzuwendungen"
/ Vatikan hortet Gold
/
Sänger Udo
Lindenberg kritisiert Kirche
Die Schere: Bahnfahren
wird immer teurer, Bahn-Manager erwarten Boni-Millionen
Auch Millionen-Boni für Postbank-Manager
Spielcasino
Wirtschaft: So geht alles früher oder später kaputt
Evangelisch-lutherische Kirche verliert nochmals
200.000 Euro
Kirche spendiert Papst-Bruder Konzert für über
150.000 Euro
Erhöhung der Kirchensteuer ab 1.1.2009 - Deshalb:
Kirchenaustritt jetzt
Die etwas andere
Weihnachtserfahrung: Papst und Bischöfe kommen nicht durchs Nadelöhr
2009
Jahreswende 2008 / 2009: Kein Grund zum Feiern: Countdown der
Natur- und Wirtschaftskatastrophen
Bibelgläubiger Unternehmer kapitulierte und
ließ sich von Zug überrollen
Bankraub - früher illegal, heute legal? Die Herrschaft
des Gottes Mammon auch in Deutschland
Der "Raubzug" geht weiter: Bank-Bosse kassieren Zusatz-Millionen
Wie Großkonzerne den deutschen
Steuerzahler legal übers Ohr hauen -
Die Ethik-Krise hinter der Wirtschafts- und
Finanzkrise / Sonderboni usw.: Vorstände sahnen mächtig ab
Wie der Zusammenbruch des deutschen
Bankensystems in letzter Minute verhindert wurde
Umverteilung geht weiter: Staatshilfen von
Millionären eingesteckt
Kirchensteuer-Einnahme-Rekord 2008 - Jetzt geht es wieder etwas zurück
USA: Banken
moralisch bankrott - Kommt irgendwann die Sklaverei zurück? - Hurra, wir
sind alle HRE
Höllenfahrt
immer schneller: Noch nie so viele Hungernde und Hungertote, noch nie so
maßlose Spitzengehälter
Kirchlich orientierte Gewerkschaften: "Lohndrücker im Namen Gottes"
Evangelische Diakonie: Bonuszahlungen für Manager, horrende Abfindungen,
interne Zeitarbeitsfirma
Eine
Tonne Gold im Vatikan
Über 20
% der Immobilien Italiens gehören der Kirche
2010
Nach
BayernLB-Desaster nun 200 Milliarden neuer Schrott bei Hypo Real Estate
offensichtlich
Goldman Sachs
half, Staatsbankrott von Griechenland zu vertuschen
Lesen Sie dazu auch:
Freie Christen Nr. 3 - Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld
Weitere Meldungen zum Thema "Kirche und Geld" finden Sie in:
Der Theologe Nr. 16: Die Päpste Johannes Paul
II. Benedikt XVI. und das Papsttum im Vatikan
Der Theologe Nr. 23: Das Staatsross und sein
kirchlicher Reiter
Sowie die
Serie
über Kirche und Geld in der Zeitschrift Das Weisse Pferd
2006 / 2007
17.12. / 19.12.2006 -
Skrupellose Methoden der Kirche in Berlin und Brandenburg - Ausgetretene müssen wieder Kirchensteuer zahlen
- "Skrupellos" nannte Rechtsanwalt Karsten Sommer das "Geschäftsgebaren" v. a.
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Berlin-Brandenburg, das diese seit
einigen Jahren betreibt (Der Tagesspiegel, 13.3.2006). Zieht nämlich ein
Bürger neu in Berlin zu, reicht es nicht, wenn dieser erklärt, konfessionslos zu
sein. Er muss einen Kirchenaustritt schriftlich nachweisen können oder
verbindlich erklären, niemals getauft worden zu sein. Die Kirche ließ dann das
Taufregister seines Geburtsorts durchforsten, um diese Auskunft zu kontrollieren
(frei nach dem Motto "Sobald das Wasser über den Scheitel rinnt,
darfst du bald zahlen, liebes Kind"). Doch was
geschieht, wenn man irgendwann einmal getauft wurde, jedoch die spätere
Austritts-Bescheinigung nicht mehr findet oder nie eine solche erhalten hat? Dann kann man sich
nur durch sofortigen erneuten Kirchenaustritt (und erneute Zahlung der
Kirchenaustrittsgebühr) vor weiteren Forderungen der Kirche
schützen. Man muss dann "nur" vom ersten Kirchensteuer-Bescheid bis zur Wirksamkeit des zweiten
Austritts an die Kirche zahlen.
Manchmal
machte sich die Kirchensteuerbehörde nicht einmal die Mühe, einem Bürger seine
Taufe nachzuweisen und stempelte ihn einfach per
Behördenwillkür zum evangelischen oder katholischen Kirchenmitglied. So
berichtete z. B. der von Düsseldorf nach Berlin gezogene Hans Gabriel, er wurde
von der Kirchensteuerbehörde kurzerhand auf Verdacht als "römisch-katholisch"
erklärt, obwohl er niemals "römisch-katholisch" getauft wurde (Berliner
Zeitung, 19.1.2006) und ca. 1967 oder 1968 aus der evangelischen Kirche
ausgetreten war. Nur durch erneuten Austritt konnten er und seine Frau die Forderung der
Kirche schließlich auf 3.000,00 Euro begrenzen.
Vor allem gutgläubige ehemalige DDR-Bürger, die noch keine Erfahrungen mit den
Machenschaften der Kirche hatten, traf es hart. Sie erhielten bei ihrem ersten
Kirchenaustritt in den staatlichen Stellen der DDR keine Bescheinigungen, und die dort
zuständigen Amtsgerichte hoben die Austrittserklärungen nur 10 Jahre auf. Diese
sind also heute nicht mehr vorhanden. Obwohl der Bürger also nachweislich keinen
Fehler machte, nützt es ihm nichts. Die Kirchensteuer-Uhr tickt, und jeden
Monat, den er sich weigert, das schäbige "Spiel" mitzuspielen und erneut
gebührenpflichtig auszutreten, da er ja schon ausgetreten war, muss er wieder zahlen.
Zivilcourage wird in diesem Fall sehr teuer.
Die Kirche rechnet es sich selbst dabei als fair zu, dass sie offenbar nicht
darauf besteht, Kirchensteuer vier Jahre rückwirkend nachzufordern, wozu sie
juristisch sogar ermächtigt wäre (nicht zufällig besteht jeweils immer die
Hälfte der jeweiligen Kirchenleitungen aus professionellen Juristen). Sie erhob ihre Forderungen
"nur" vom Augenblick des ersten
neuen Bescheids und erließ nach eigenen Angaben davon noch einmal 50 %. Dass ihr
aber insgesamt 0 % zustehen, weil die Menschen rechtskräftig ausgetreten
waren und aufgrund der damaligen Rechtslage keine Bescheinigungen darüber
ausgestellt worden waren, erwähnt sie nicht. So wurde nämlich auch bei den
meisten Austritten im Westen Deutschlands keine Bescheinigung ausgestellt,
sondern dem Aussteiger nur ein Protokoll verlesen, das er unterschreiben musste
und das bei den Behörden-Akten verblieb.
Und bis vor kurzem gab es mit diesen Verfahren auch keine Probleme. Bis die Kirche in Berlin
und Brandenburg nach dem Ende der DDR auf die
Abzock-Idee kam, eine solche Bescheinigung von Neuzugezogenen einzufordern oder
andernfalls auch Ausgetretene wieder als Kirchensteuerzahler zur Kasse zu bitten. "Vor allem die Evangelische Kirche
Berlin-Brandenburg sei dabei ziemlich gnadenlos, sagt Ulrich Tünsmeyer,
Bildungsreferent beim Humanistischen Verband, der hunderte, meist ostdeutsche
Betroffene kennt" (Berliner Zeitung, 19.1.2006).
Ca. 3.600 Personen forscht die Kirchensteuerstelle in Berlin derzeit auf diese
Weise jährlich aus
(Der Tagesspiegel, 28.2.2006), pro Tag zehn Bürger. Diese Schikanen
beschränken sich derzeit auf Berlin und Brandenburg, doch wer weiß, ob nicht auch bald andere Landeskirchen
von diesem "Blut" "lecken" und
einen zusätzlichen Geldstrom
auf diese Weise in ihre Kassen lenken wollen (vgl. dazu eine
Serie über
Kirche und Geld in der Zeitschrift Das
Weisse Pferd). Die Kirche weiß sich vor allem bei der deutschen Justiz immer
in guten Händen: 39 Mal kam es deswegen zu Gerichtsverhandlungen. Und "alle
Fälle seien [nicht ganz überraschend] von der Landeskirche gewonnen
worden"
(Der Tagesspiegel, 13.3.2006).
Eine Möglichkeit der Solidarität mit den von der Kirche schamlos Abgezockten:
Sofort austreten und auf jeden Fall: Kirchenaustrittsbescheinigung verlangen und
sicher aufbewahren! Und was die wenigsten wissen: Durch die staatlichen
Milliardengeschenke an die Kirchen (pro Jahr über 14 Milliarden Euro, siehe
www.stop-kirchensubventionen.de)
muss jeder Aussteiger in Deutschland trotz allem die Kirche mit finanzieren - und
zwar pro Kopf durchschnittlich in doppelter Höhe seines theoretischen
Kirchensteuerbeitrags. So könnte man sich durch Kirchenaustritt wenigstens einen
Teil sparen.
PS: Doch die Kirche "droht" auch in diesem Fall den Bürgern weiter. Aus ihrer Sicht bleiben die einmal Getauften auch ohne Kirchensteuerzahlungen für alle Ewigkeiten Mitglieder der Kirche, aus der auch im 21. Jahrhundert angeblich niemand wirklich austreten könne (Der Beweis dafür siehe z. B. in der Schrift Freie Christen Nr. 1). Das erinnert an die frühere Verhalten der Kirche, dass Kirchensklaven niemals freigelassen werden dürfen (siehe hier). Doch niemand braucht sich von diesen wahnhaften Besitzansprüchen auf die Menschen einschüchtern zu lassen. Aus der Geschichte sind solche Gebaren vielfach von den Machtorganisationen bekannt, deren Zeit abläuft.
Und noch ein Tipp für werdende Eltern: Lasst Euer Kind nicht taufen. Gott und - wer daran glauben möchte - seine Schutzengel machen keine Unterschiede zwischen einem getauften und einem ungetauften Kind, und Jesus hat eine Kindertaufe niemals gewollt. Dass dies wichtig oder gar notwendig sei, ist alles nur die Einschüchterung der Kirche (siehe Der Theologe Nr. 40).
PS: Im Jahr 2006 haben sich die Kirchensteuereinnahmen um 7,3 % auf über eine halbe Milliarde Euro erhöht (565 Millionen). Für das Jahr 2007 erwarten die Kirche und die Wirtschaft weitere Steigerungen, und die Großverdiener werden sich die Gehälter wohl wieder maßlos erhöhen. Nur der einfache Bürger wird immer mehr ausgenommen.
Siehe dazu auch unsere nachfolgende Meldung vom 28.2.2007.
Links:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/07.03.2006/2391710.asp
http://www.kirchensteuern.de/Texte/RasterfahndungInBerlinZwangszuweisungenFebr2006.htm
28.2. / 13.3.2007 -
Fehlende
Austrittsbescheinigungen - Großkirchen demonstrieren ihre Macht und erschleichen
sich Hunderttausende von Euro -
Man könnte es "Betrug" nennen, was die Kirche in Berlin tut - obwohl es
juristisch nicht als "Betrug" gilt. Und obwohl die Kirche bereits in zahllosen
Zivilprozessen gegen Kirchenaussteiger gewonnen hat, ist sie schon jetzt der
moralische Verlierer ihrer eigenen Machenschaften.
Worum es dabei geht, musste als einer von vielen auch der Stern-Reporter Claus Lutterbeck und seine Ehefrau
erleben, nachdem sie ins Visier der kirchlichen Anwälte und Finanzbeamten
geraten waren. Die Kirche kassierte bei beiden rückwirkend für
die Jahre 2003 und 2004 über das Finanzamt Kirchensteuer ab - obwohl der Reporter schon
im Jahr 1976 ausgetreten war und seine Frau 1971. Nachdem die beiden neu in
Berlin zugezogen waren, respektierte die Kirche einfach die amtliche Eintragung
"konfessionslos" nicht mehr. Sie erklärte Claus Lutterbeck kurzerhand zum
Mitglied der evangelischen Kirche und seine Frau zum Mitglied der
römisch-katholischen Kirche und ließ bei beiden ohne Rücksprache einfach
abkassieren.
Erst nachdem das 1971 für Lutterbecks Frau zuständige katholische Pfarramt
ihr eine Kopie ihres damaligen Austritts zusandte, wurde ihr
der anteilige Betrag zurückerstattet. Doch "eine Entschuldigung gab es nicht.
Auch keine Auskunft darüber, wer dem Finanzamt die Falschmeldung gab, wir seien
Kirchenmitglieder," schreibt Lutterbeck im Stern (22.2.2007).
Aus anderen Quellen ist jedoch bekannt, dass die Kirche z. B. in der Kindheit
der Bürger nachforschen lässt (siehe
hier). Stößt sie dabei auf eine Säuglingstaufe, wird der Betroffene
unter Umständen wieder zum Kirchenmitglied gemacht. Dabei vertritt die Kirche die
Rechtsauffassung, dass ein ehemaliges Mitglied im Konfliktfall die Beweispflicht
seines Austritts hätte.
Und was das bedeuten kann, erlebte der Stern-Reporter selbst. Nachdem
auch er um eine Austrittsbestätigung gebeten hatte, erfuhr er bei der für ihn zuständigen
evangelischen Behörde in Bonn, dass
das Austrittsregister schlampig geführt wurde und nicht alle Austritte
eingetragen wurden. Offiziell klang dies jedoch so: "Eine Überprüfung in unserem
Archiv ergab, dass Herr Lutterbeck nicht aus der Kirche ausgetreten ist." Ein
Skandal, denn tatsächlich wurde nur kein Vermerk gefunden. Zunächst verschwiegen
wurden jedoch die erst später zugegebenen "Lücken" im Archiv. Und die
parallel angelegten Unterlagen
im Bonner Amtsgericht, bei dem der Austritt damals rechtmäßig erfolgte, hatte man
dort natürlich turnusgemäß nach 10 Jahren vernichtet.
Nicht schlampig und lückenhaft geführt werden jedoch die kirchlichen Taufregister, die als
Grundlagen für die Zahlungspflicht dienen. Und auch im Fall des Stern-Reporters
legten die Finanzbehörden ihm eines Tages eine Kopie seines Taufscheins vor und
erklärten ihm bei diesem Anlass, dass er verpflichtet sei, seinen Austritt zu
beweisen, wenn er die eingezogene Kirchensteuer zurück haben möchte. Und dieser gab sich alle Mühe: "Ich legte ... eine
Bescheinigung meines Arbeitgebers vor, wonach mir seit 1976 keine Kirchensteuer
abgezogen wurde. Ebenso ein Dokument des Einwohnermeldeamtes, das mir bei meiner
Heirat 1984 bescheinigt hatte, konfessionslos zu sein. Ich bot eine
eidesstattliche Erklärung meiner 80-jährigen Mutter an. Alles juristisch
irrelevant, triumphierte der Kirchenjurist Dr. Arne Ziekow, deutsche Richter
interessieren sich nur für das Austrittsdokument. Wo ich es herbekomme, sei mein
Problem, rechtlich sei die Kirche nicht verpflichtet, diese Dokumente
aufzubewahren. Da wünschte mir Dr. Ziekow viel Glück: Man sei schon oft verklagt
worden, ich dürfe raten, wie viele Prozesse man verloren hatte. Keinen! Er
lächelte sanft" (Stern, 22.2.2007).
Und solche Urteile haben wohl auch
damit zu tun, dass die meisten Richter entweder evangelisch oder katholisch sind
(siehe dazu auch die Meldung Neutrale Richter
gesucht!). Und was diesen Skandal besonders groß macht: In der Regel
wurde in den letzten Jahrzehnten bei einem Kirchenaustritt nämlich überhaupt kein
Austrittsdokument ausgehändigt. Weder in der Bundesrepublik geschweige denn in der
ehemaligen DDR. Dies geschah meist nur "auf Verlangen". Es genügten das amtliche
Protokoll der Austrittsbehörde und deren Meldungen an die Finanzbehörde und die
Kirchenbehörde. Deshalb besitzen Millionen von Bundesbürgern keine amtliche
Kirchenaustrittsbescheinigung - eine Zeitbombe, wenn das Beispiel der Kirchen in
Berlin und Brandenburg Schule macht.
Der Stern geht davon aus, dass die Kirche auf diese Weise wohl schon
"Hunderttausende von Euro" abgezockt hat - alles Geld, das sie
zu Unrecht aus gutgläubigen Menschen herausgepresst hat. Bei dem Reporter
erstattete die Kirche "bizarrerweise" schließlich die falsch eingezogene
Kirchensteuer für 2003, behielt aber zu Unrecht die ebenfalls falsch eingezogene
Kirchensteuer für 2004. Claus Lutterbeck legte Widerspruch ein, weil ihm diese
kirchliche Gnade zu wenig war, und er schreibt: "Auf eine Antwort oder das Geld
warte ich bis heute. Ob diese Abzocke rechtens ist, wird nun ein Berliner
Gericht entscheiden."
Wenn also schon ein versierter Journalist kaum gegen die Juristen der Kirche
ankommt, um wie viel mehr hat dann wohl ein einfacher Bürger Probleme, gegen die
evangelischen und katholischen Finanzhaie sein Recht zu bekommen.
Dazu ein Tipp:
Kinder gar nicht erst taufen lassen. Dann erspart man ihnen später die
Kirchensteuer. Die kirchlichen Lehren über die Taufe sind ohnehin eine Irreführung
und Schaumschlägerei.
Auch wollte Jesus niemals eine Kindertaufe; vgl. dazu z. B. unsere Meldung
hier, sowie die Meldung vom
17.12.2006 und
www.theologe.de/taufe_katholisch_evangelisch.htm
Doch das ist noch lang nicht alles: In Deutschland müssen auch
Kirchenaussteiger, Moslems, Juden usw. jährlich über 14 Milliarden Euro
zusätzliche Subventionen für die beiden Großkirchen aufbringen. Und dies
ebenfalls ganz "legal". Siehe dazu
www.stop-kirchensubventionen.de
2008
12.1. / 16.1.2008 -
Landesbischof
Johannes Friedrich gegen Begrenzung von Managergehältern
- Der
Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat sich beim
Jahresempfang der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft am 8.1.2008 in
Augsburg gegen eine Begrenzung von Managergehältern ausgesprochen. "Auf
keinen Fall dürfe diese Frage im Zusammenhang einer Neiddebatte geführt
werden" (idea, 8.1.2008). Der Abstand zu den niedrigsten Einkommen
müsse allerdings "vermittelbar" sein. Dies gelte z. B. für einen Manager, der
Arbeitsplätze erhalte und nicht abbaue. Ob das allerdings ein Monatsgehalt
von z. B. 300.000,00 € rechtfertigt, was in Deutschland vielfach vorkommt?
Das wären selbst bei einer straffen Sechs-Tage-Woche 12.000,00 € am Tag und
selbst bei einem 12 Stunden-Tag täglich 1.000,00 € in der Stunde - in
Wirklichkeit also viel mehr. Und in den USA und in anderen Ländern ist es
noch um ein Zigfaches mehr. Sowohl in Deutschland als auch weltweit klafft
die Schere zwischen Arm und Reich dabei immer weiter auseinander.
So kann man auch
fragen, wie die Haltung des deutschen Landesbischofs Friedrich bei der
Bevölkerung in Indien,
Sudan oder Mexiko ankommen würde? Würden es z. B. Arbeit suchende und
verzweifelte Slumbewohner für gerechtfertigt empfinden, wenn sie von der
Kirche belehrt werden, sie sollen nicht neidisch
sein, wenn andernorts jemand eine Million im Monat verdient?
Mit Jesus, dem
Christus, hat die Haltung des Landesbischofs jedenfalls nichts zu
tun. Denn es ist eine evangelische Einstellung, aber keine christliche. Und
es ein weiterer Verrat an dem Mann aus Nazareth, der sagte: "Weh
Euch, ihr Reichen!" (Lukas 6, 24) Und: "Eher kommt ein
Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in das Reich Gottes" (Markus 10,
24). So bezogen auch
Jesus selbst und seine Jünger keine "vermittelbaren"
Spitzengehälter. Sie waren Menschen des Volkes und keine Vertreter der
Oberschicht ihres Landes wie die Kirchenführer heute. Demgegenüber setzten
sich Urchristen außerhalb der Kirche zu allen Zeiten für Gerechtigkeit ein und
rechtfertigten nie die krassen Einkommensunterschiede, die in unserer Welt
von Jahr zu Jahr drastischer werden. Anders die Kirche, die selbst immensen
Reichtum aufhäuft (z. B. in Form von Immobilien, Gold und Aktienpaketen) und meist nur Spenden ihrer Mitglieder
vereinzelt an Notleidende
weitergibt.
Auch Landesbischof Johannes Friedrich verdient mit ca. 11.500,00 € im
Monat plus zahlreiche Vergünstigungen für kirchliche Verhältnisse ein Spitzengehalt
(das übrigens der Staat (!) - also alle Steuerzahler - bezahlen muss, und
nicht die Kirche). Viele "Kirchenschafe"
müssen hingegen mit 1.000,00 € oder 1.500,00 € im Monat auskommen. Vermittelbar werden diese
Unterschiede immer weniger. Vor allem, wenn man die Heizkosten nicht mehr
bezahlen kann. Oder wenn man nicht weiß, wie man ab Mitte des Monats sich
und seine Kinder durch den Monat bringen soll. Denn bei vielen geht es
bereits um die nackte Existenz - ein Problem, dass der Landesbischof bei
seinem Gehalt natürlich nicht kennt. Also kann er locker predigen, die
Geringverdienenden sollen nicht neidisch sein. Vielleicht fürchtet er aber
auch, dass die eingelullten "Kirchenschafe" diese Gegensätze bald nicht mehr
tolerieren und austreten. Dann sparen sie wenigstens die Kirchensteuer und
können von dem eingesparten Geld ihren Familien zumindest das kärgliche
Taschengeld etwas erhöhen. Die Armen und Hungernden dieser Welt werden sich
den überdimensionalen Gegensatz zwischen Arm und Reich auf Dauer jedenfalls nicht mehr
gefallen lassen. Die nackte Not setzt sie in Bewegung, und sie werden sich auch von einer materiell
satten "Kirche der Reichen" nicht mehr vertrösten lassen.
Vgl. dazu auch
www.stop-kirchensubventionen.de
Aktuell:
Die Nokia-Manager beschlossen, das Handy-Werk in Bochum zu schließen und die
Fertigung u. a. nach Rumänien zu verlagern. Dort betragen die Arbeits- bzw.
Personalkosten nur 10 % der Kosten in Deutschland, allerdings nicht bei den
Bossen. Diese streichen ihre Hunderttausende bzw. Millionen ein, gleich, wo
produziert wird. Ca. 2300 Mitarbeiter in Deutschland würden arbeitslos.
Vielleicht sind die rumänischen Arbeiter auch nicht so neidisch wie die
deutschen, wovor Landesbischof Friedrich gewarnt hat. Allerdings klafft in
Rumänien die Schere zwischen Superreich und Arm noch mehr auseinander und
bald auch noch mehr in Deutschland.
10.4. / 13.4.2008 -
Turbulenzen um vergoldete
Stele bei Katholiken in Haßfurt - Jesus von Nazareth wollte keine
goldverbrämten Kirchen aus Stein - In der bekannten katholischen
Ritterkapelle in Haßfurt in Unterfranken soll neu eine vergoldete Stele (ein
hoher freistehender Pfeiler) aufgestellt werden. Doch über 2.000 Bürger haben
sich jetzt in einer Unterschriftenaktion schon dagegen ausgesprochen (Fränkischer Tag, 10.4.2008). Dahinter steckt vielfach noch die Ahnung, auch bei gutwilligen
Katholiken, dass Jesus von Nazareth
niemals eine reiche Kirche mit goldverbrämten Kirchengebäuden aus Stein wollte. Und dass er
niemals wollte, dass Menschen in seinem Namen Kunstschätze anhäufen. Was
wäre das auch für ein Gott, der diesen Prunk braucht sowie die zahllosen Messen,
die dort gefeiert werden, und die
unzähligen Kultgewänder, Hüte und Mützen der Priester, den Samt und den Purpur? Und die
vielen Kniebeugen und den Weihrauch und die langen Litaneien und die Altäre, Stelen und
Säulen und den ganzen Pomp, der ja auch sehr viel Geld kostet. Jesus,
der Christus, wollte das alles nicht. Er
wollte stattdessen eine schlichte und kraftvolle Nachfolge (ohne Priester,
Altar, Sakramente, Rituale usw.) und, dass den Notleidenden geholfen wird.
Lesen Sie dazu:
"Freie Christen Nr. 1": Gott wohnt nicht in
Kirchen aus Stein - Darum treten Sie aus, Sie sind nicht allein.
19.9. / 21.9.2008 -
Die Schere von Arm und Reich
geht immer weiter auseinander. Beispiel: Finanzskandal und Bankenpleiten:
Der einfache Bürger bezahlt wieder die Zeche / Die kriegerische Regierung
Bush erhöht Schulden drastisch auf nun 11,3 Billionen Dollar -
"Der Steuerzahler zahlt die Zeche", so
Focus online Money am 19.9.2008 über die Finanz-Praktiken in den USA. Wörtlich
heißt es: "Die Bush-Regierung hat in nur wenigen Jahren ein Defizit
von rund 9,7 Billionen Dollar angehäuft [Anmerkung: Jeder Unternehmer
und jeder Privatmann, der vergleichbar wirtschaftet, wäre längst am Ende und
womöglich des betrügerischen Bankrotts angeklagt]. Durch Steuerschecks an
verschuldete Hausbesitzer in diesem Sommer und die Hilfen für gestrauchelte
Banken erhöht sich das Minus in diesem Jahr voraussichtlich um weitere 400
Milliarden Dollar – gut doppelt so viel wie im vergangenen Jahr mit 161,5
Milliarden Dollar. Damit überschreitet das Staatsdefizit in diesem
Budgetjahr, das im September endet, die
Zehn-Billionen-Marke",
genauer bis zu 11,3 Billionen (Spiegel online, 21.9.2008). Nun traut
sich wenigstens die Bundesregierung, der US-Regierung den Vorwurf zu machen,
alle in diesem Zusammenhang sinnvollen wirtschaftspolitischen Auflagen nach
dem Motto "Wir nicht" ignoriert zu haben und somit nicht nur das Desaster
verursacht, sondern auch andere Länder mit hinein gezogen zu haben.
Derweil wächst die Armut in den USA und den westlichen Ländern immer
weiter an, und der Mittelstand geht kaputt, während die Verelendung in den so
genannten Ländern der Dritten Welt ohnehin schon lange noch weiter zunimmt.
Die Schere
von Superreich und Arm geht weltweit immer weiter auseinander. Und die "Zocker"
bekommen für ihr desaströses Jonglieren mit Milliarden weiterhin Millionengehälter,
die sie sich zudem ständig massiv erhöhen, während der einfache Bürger mit immer
weniger auskommen muss. Nicht nur in den USA. Was das "Hilfspaket" der
US-Regierung für die Zocker-Banken betrifft, kritisiert hierzu der
Nobelpreisträger für Wirtschaft Joseph Stiglitz: "Der
700-Milliarden-Dollar-Plan sei nur eine ´kurzfristige Lösung`, mit der die
riskanten Anlagen in die Hände der Steuerzahler gelegt würden, sagte
Stiglitz der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (zit. nach
Spiegel online, 22.9.2008). "Kein privater Investor wolle diese Anlagen
haben, ´aber dem Steuerzahler drückt man sie auf. Das ist ungeheuerlich`,
kritisierte er." Und weiter: "Ich
frage mich, was ist das für eine Gesellschaft, in der wir zwar 85 Milliarden
Dollar für AIG [eine Zocker-Bank] haben, aber nicht für kranke Kinder
[weil die Regierung kein Geld für die Krankenversicherung von Kindern
aus armen Verhältnissen bezahlen wollte]? Das macht mich wütend."
Vielleicht sollten die "Zocker" und die mit ihnen verbündeten Politiker
einmal in ihrer eigenen Bibel lesen, in der z. B. durch den Propheten
Amos verkündet wurde: "Darum schicke ich Feuer ... es frisst
Jerusalems Paläste ... weil sie die Kleinen in den Staub treten und das
Recht der Schwachen beugen" (2, 5.7). Oder: "Weh denen, die das Recht
in bitteren Wermut verwandeln und die Gerechtigkeit zu Boden schlagen. Bei
Gericht hassen sie den, der zur Gerechtigkeit mahnt, und wer Wahres redet,
den verabscheuen sie. Weil ihr von Hilflosen Pachtgeld annehmt und ihr
Getreide mit Steuern belegt ... Ihr bringt den Unschuldigen in Not, ihr
lasst euch bestechen und weist den Armen ab bei Gericht" (5, 7-11.12b).
Und weiter: "Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen, ihr salbt euch mit
feinstem Öl und sorgt euch nicht um den Untergang Josefs" (6, 6).
Oder der Prophet Jesaja: "Dein Silber wurde zur Schlacke, dein Wein
ist verwässert" (1, 22). Und: "Ihr, ihr habt den Weinberg
geplündert; eure Häuser sind voll von dem, was ihr den Armen geraubt habt"
(4, 14). Und: "Weh euch, die ihr Haus an Haus reiht und Feld an Feld fügt,
bis kein Platz mehr da ist und ihr allein im Land ansässig seid" (5, 8).
Auch die anderen Propheten sprachen ähnlich. Z. B. Jeremia:
"Weh dem, der seinen Palast mit Ungerechtigkeit baut, seine Gemächer mit
Unrecht ... Hat dein Vater nicht auch gegessen und getrunken, dabei aber für
Recht und Gerechtigkeit gesorgt? Und es ging ihm gut. Dem Schwachen und
Armen verhalf er zum Recht. Heißt nicht das, mich wirklich erkennen? Spruch
des Herrn. Doch deine Augen und dein Herz sind nur auf deinen Vorteil
gerichtet ..." (22, 13.14-17) Und viele Stellen dieser Art mehr,
die deutlich machen, dass der Gott dieser Propheten nicht den Gegensatz
zwischen Superreich und Bettelarm möchte, wie er derzeit weltweit immer mehr
zunimmt (siehe dazu auch weitere Worte Gottes, gegeben
durch die Propheten Jeremia und Amos).
Und Jesus von Nazareth zog daraus folgende Schlussfolgerung für alle,
die ihm nachfolgen möchten: "Niemand kann zwei Herren dienen; er wird
entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen
halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem
Mammon" (Matthäus 6, 24). Die "Diener des Mammon" täuschen also die
Menschen, wenn sie behaupten, sie würden Jesus nachfolgen.
PS: Diese Bibelstellen
könnten sich auch die kirchlichen Vermögensverwalter und die Kirchenführer
in ihren Palais (= Schlösser und Palästen) durchlesen. So wird alleine das
Vermögen der beiden Großkirchen in Deutschland auf 500 Milliarden Euro
geschätzt (Der Spiegel Nr. 49/2001).
19.9. / 23.9.2008 - Pleite der US-Bank Lehman Brothers: Staatliche
Deutsche Landesbanken haben Forderungen von 1,7 Milliarden Euro - Zum
Ausgleich Kirchensubventionen stornieren / Bayern: 290 katholische
Würdenträger auf den staatlichen (!) Gehaltslisten; Geld stattdessen an die
Bürger auszahlen - Der deutsche
Steuerzahler wird zunehmend zur Kasse gebeten. Und immer mehr Bürger kämpfen
trotz Fleiß und gutem Willen wirtschaftlich ums Überleben. Doch wohin
geht das viele Geld, das der Staat abzieht? 550 Millionen Euro verlor
die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), nachdem man noch
schnell 300 Millionen in die USA überwiesen hatte, obwohl sich der Bankrott
schon abgezeichnet hatte. Und 1,7 Milliarden Euro steht Lehman Brothers zudem
bei den deutschen Landesbanken in der Kreide. Es seien doch nur "kleine"
Beträge, monieren manche Verantwortliche. Immerhin hatte die KfW 10 Milliarden
Euro bei der Pleite der Deutschen Industriebank (DIB) verloren, die im Jahr 2007
wiederum wegen der USA-"Immobilien-Krise" pleite ging. Das heißt:
Milliarden-Forderungen gegenüber den Schuldnern aus den USA waren verloren. Soll
man das alles einfach so hinnehmen?
Dann sind da z. B. als "Dauer-Ärgernis" auch die staatlichen
Milliarden-Subventionen an die beiden deutschen Großkirchen - pro Jahr ca.
14,15 Milliarden Euro (www.stop-kirchensubventionen.de).
Alleine in Bayern stehen z. B. 290 römisch-katholische Würdenträger aus
der oberen Hierarchie auf der staatlichen (!) Gehaltsliste
(siehe
http://www.arbeitsgemeinschaft-trennung-staat-kirche.de/Staatsleistungen%20an%20die%20Kirchen.htm).
Sie verkünden ihre Dogmen und praktizieren ihre Kulte, und der Bürger muss
es bezahlen.
Und weiter das Beispiel Bayern: Auch die BayernLB (Bayern Landesbank)
rechnet wegen der Lehman-Pleite mit "Ausfallrisiken" von 300 Millionen
Euro. "Kleinigkeiten", nachdem wegen der Finanzkrise bei der BayernLB bisher
schon insgesamt 4,9 Milliarden Euro "versenkt" werden mussten (Spiegel online,
19.9.2008). Wie wäre es, wenn die deutschen Bundesländer einmal ein
Jahr lang die Subventionen für die Großkirchen stornieren und die Kirchen
wenigstens einmal probeweise ein Jahr lang z. B. ihre Bischöfe und ihre
Priesterausbildung selbst bezahlen dürfen? Die entsprechenden Mittel
dafür dürften bei einem Vermögen der Kirchen in Deutschland von ca. 500
Milliarden Euro (Der Spiegel Nr. 49/2001) vorhanden sein. Die entsprechenden Konkordate
und Staatskirchenverträge müssten dann im gleichen Zug entsprechend geändert
werden. Damit könnte man das Desaster bei den Banken-Pleiten wenigstens
einigermaßen wieder auffangen. Sonst muss der einfache Steuerzahler wieder
für alles aufkommen. Für die Banken-Pleiten, für den Kirchen-Apparat, für
den Krieg in Afghanistan usw. ...
PS:
Geht es nach der Regierung der USA, soll es noch viel schlimmer werden, und auch die
Bürger Deutschlands sollen den amerikanischen Milliarden-Zocker-Banken und
ihren Millionären Geld
schenken, also dem Gott "Mammon" (vgl. Matthäus 6, 24)
sogar direkt ein Opfer bringen (siehe z.B.
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/09/23/banken-pleite/warum-sollen_20wir-milliarden-fuer-us-banken-zahlen.html)
Wer weiß, was noch alles auf uns zukommt, wenn das Opfer, wie es derzeit
aussieht, nicht freiwillig erbracht wird.
PS: In Bayern sind am 28.9.2008 Wahlen. Die "C"-Partei, die
für das Desaster der Landesbank entscheidend mitverantwortlich ist, hat
bereits die Abermillionen-Subventionen an den Kirchen-Apparat verteidigt.
Andere sagen jedoch: Das geht so nicht mehr weiter, dass z. B. Atheisten und
Muslime auch die katholischen Dogmenverkünder und Zeremonienmeister bezahlen
müssen. Der Bürger kann nicht grenzenlos "gemolken" werden. Der Wähler
entscheidet.
PS: Kleiner Lichtblick. Die Regierung will den Steuerzahler im
Jahr durchschnittlich um 320,00 € entlasten
(http://de.reuters.com/article/topNews/idDEKOE04564720080920).
Das ist gut. Wir haben weiter errechnet: Wenn der Staat die
Milliardensubventionen an die Kirchen streicht (nicht die jährlichen ca.
10 Milliarden Euro Subventionen für
die kirchlichen Sozialwerke, nur die darüber hinaus gehenden zusätzlichen Subventionen
von jährlich ca. 14.15 Milliarden Euro. vgl.
www.stop-kirchensubventionen.de),
dann könnte dafür jeder Steuerzahler pro Jahr 410,00 € bekommen. Damit
kann er z. B. eine Zusatzrente erwerben oder etwas kaufen, was er
dringend benötigt.
23.9.2008 / 13.1.2010 -
"Kirche verzockt Millionen" - Evangelisch-Lutherische Kirche hatte 4,3
Millionen Euro in hochriskante Anlagen bei Lehman Brothers investiert /
2010: Kirche hat noch weit über 25 weitere Millionen bei Lehman Brothers
-
Kaum hat die Luther-Dekade (=
Luther-Jahrzehnt bis zum 500. Jubiläum der Reformation im Jahr 2017; vgl.
hier) am
21.9.2008 begonnen, da folgt auch schon der erste Paukenschlag. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in
Oldenburg hatte ca. 1/12 ihres jährliches Kirchensteueraufkommens (ca. 51
Millionen Euro) bei der pleite gegangenen US-Bank Lehman Brothers in
hochriskante Anlagen investiert. Auch viele "Scherflein der Witwen und
Waisen" landeten also in den prallen Taschen der Zocker. Mehr dazu in der Nordwestdeutschen
Zeitung:
http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_artikel.php?id=1787941
http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_politik_meinung_artikel.php?id=1787977&printme=TRUE
Aktualisierung [25.2.2009] - Die 4,5 Millionen Euro (4,3 Millionen
plus 200.000 (siehe hier) sind einer Meldung von
idea-spektrum (Nr. 9/2009) zufolge definitiv verloren.
Aktualisierung
[13.1.2010] - Wie erst 2010 bekannt wurde, waren die Kirchen in Deutschland weit
intensiver bei der US-Pleite-Bank Lehman Brothers engagiert als bisher
angenommen. Verloren seien demnach auch: 4 Millionen der Versorgungskasse für
evangelische Pfarrer in Dortmund, 21,07 Millionen Euro der Versorgungskasse für
katholische Priester in Köln und eine unbekannte vermutliche Millionen Summe der
Diözese Eichstätt. Auch noch weitere kirchliche Institutionen können betroffen
sein, die bisher geschwiegen haben. Die Kirche klagt (Evangelisches
Sonntagsblatt Nr. 1, 3.1.2010).
24.9. / 26.9.2008 -
Die "totale" Herrschaft
des Mammon: US-Finanzminister Henry Paulson war bis 2006 alleiniger Chef von
Goldman Sachs / Präsidentschaftskandidat John McCain vergleicht Desaster mit
den Ereignissen des 11. September 2001 / Steuerzahler "hängen am Haken" / Folgt wieder ein Krieg? -
Henry Paulson ist als ehemaliger Boss bzw. Chief
Executive Officer (CEO; = alleiniger Vorstand eines Unternehmens) der
Zocker-Bank Goldman Sachs, verdiente dort im Jahr 2005 ca. 37 Millionen
Dollar im Jahr und sorgte dafür, dass auch seine Untergebenen privat
"säckeweise das Geld aus der Bank schleppen durften". Henry Paulson, genannt
"Hank" Paulson, ist einer der Hauptverantwortlichen für das
Banken-Desaster. "Unter seiner Verantwortung entstanden all jene
hochriskanten Finanzprodukte, die bis heute kaum jemand versteht. All diese
seltsam harmlos klingenden 3-Buchstaben-Kombinationen wie ´ABS`, ´CDS` und ´MBS`.
All diese ´Massenvernichtungswaffen`, an denen die Weltfinanzmärkte zu
kollabieren drohen – an denen aber gerade ... Goldman Sachs lange Zeit so
blendend verdiente" (Focus online, 24.9.2008;
http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/us-finanzminister-der-zocker-der-die-welt-retten-will_aid_335359.html). Nachdem
Paulson dann im Jahr 2006 zum obersten Finanzpolitiker der USA
"mutierte" (sprichwörtlich vom Bock zum Gärtner gemacht wurde), verschenkt er jetzt
700.000.000.000 Dollar an Steuergeldern ohne staatliche Aufsicht an die Zocker-Banken (durch
staatliches Aufkaufen von annähernd wertlosen Krediten). Praktisch
bekommen offenbar jetzt alle Reichen und Mächtigen Geld geschenkt, die kurz
vor dem Bankrott stehen
(vgl.
http://www.hartgeld.com/filesadmin/pdf/Art_2008-109_DerWendePunkt.pdf). Dadurch soll das
möglicherweise verbrecherische Finanzgebaren (derzeit ermittelt das FBI) "gerettet" werden, das er einst selbst entscheidend
verursachte und nebenbei "rettet er auch Goldman Sachs, seine ehemaligen
Kumpels – und nicht zuletzt auch sein eigenes Geld" (Focus online,
24.9.2008).
Der Ex-US-Präsident Jimmy Carter kritisierte in diesem
Zusammenhang, dass dies jeder US-amerikanischen Familie 10.000 Dollar kostet
(Bild-newsticker, 24.9.2008; ein Betrag, den mancher Finanz- und
Wettjongleur z.
B. in weniger als einer Stunde verdient, obwohl er nichts produziert, d. h.
"0 Wert" schafft).
Henry Paulson macht noch nicht einmal einen Hehl daraus und sagte der
Kongresspräsidentin Nancy Pelosi: "Sie machen sich Sorgen, dass die
Steuerzahler am Haken hängen könnten? Ach wissen Sie, die hängen doch schon
längst am Haken.“
Noch wehren sich die Europäer und wollen ihre Steuerzahler nicht auch an
diesem Haken aufspießen, und sie geben den USA derzeit kein Geld zur Rettung
ihres Bankrott-Systems (über 10 Billionen Dollar Staatsschulden).
Falls jedoch der Iran angegriffen wird und der Benzinpreis z. B. weltweit in
die Höhe schnellt, wird den Europäern schon ihr "Trotz" vergehen, so denkt
sich vielleicht mancher insgeheim. Dann würde manch´ anderer schon merken, was
"Herren der Welt" noch vermögen, auch wenn diese schon pleite sind.
Denn die Bomben funktionieren auch bei Bankrott (PS: Die
Rüstungsausgaben sind in den USA ca. 13 x höher als z. B. in Russland).
Jesus von Nazareth klärte dazu die Menschen auf: "Wer im Kleinsten treu ist,
der ist es auch im Großen. Und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der
tut es auch bei den großen." Und Jesus fragte weiter: "Wenn ihr im Umgang
mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch
dann das wahre Gut anvertrauen?" Und so gilt für Urchristen auch der
Satz: "Üb immer treu und Redlichkeit!" (Lukasevangelium 16, 10) Und in
der Bergpredigt erklärte Jesus, der Christus: "Ihr könnt nicht Gott dienen und
dem Mammon" (Matthäusevangelium 6, 24). Wenn also die Diener des
Mammon von "Gott" sprechen, welchen Gott meinen sie dann?
Mittlerweile verglich der republikanische Präsidentschaftskandidat
John McCain "die derzeitige Finanzkrise mit den Terroranschlägen vom 11.
September 2001" (Spiegel online, 25.9.2008). Damals folgte nach nur
wenigen Wochen auch der Beginn des Krieges in Afghanistan und kurze Zeit
später der Krieg im Irak. Kritiker warnen, die USA könnten vielleicht mit
einem neuen Krieg von ihrer eigenen Pleite ablenken wollen, und sie mahnen die
Völker zur Wachsamkeit, falls eine massive "Ablenkung" mit
verstärktem Säbelrasseln beginnen würde. Düstere Vorzeichen: Bei der letzten finanziellen
"Depression" in den USA von 1929-1939 brachte erst der 2. Weltkrieg die
"glückliche" Wende. Die Rüstungsindustrie boomte und zog die Mammon-Welt
wieder nach oben ...
25.9.2008 -
Finanzkrise: Werden
wir von Kriminellen beherrscht? / Prophetenworte gegen Betrüger und
Unterdrücker: Sie werden fallen.
Siehe dazu den Artikel in Focus online:
http://www.focus.de/finanzen/news/oezgenc_oekonomie/finanzkrise-nieten-in-nadelstreifen-nein-ganoven_aid_335699.html
Sollten Straftaten vorliegen, wäre es dann sinnvoll, den Tätern Milliarden
zu schenken und dabei zu hoffen, dass dann weitere Taten dieser Art in
Zukunft ausbleiben? Oder werden die Täter dann nicht sogar ermuntert, in
leicht veränderter Form weiter zu machen?
Vgl. dazu auch, was der echte Gottesprophet Jeremia
(vgl. zu den Propheten Der Theologe Nr. 20)
einst sagte: "Sie sind doch alle, vom Kleinsten bis zum Größten, nur auf
Gewinn aus; vom [falschen] Propheten bis zum Priester betrügen sie alle. Den
Schaden meines Volkes möchten sie leichthin heilen, indem sie rufen: Heil,
Heil! Aber kein Heil ist da. Schämen müssten sie sich, weil sie Gräuel
verüben. Doch sie schämen sich nicht; Scham ist ihnen unbekannt. Deshalb
müssen sie fallen, wenn die anderen fallen" (Jeremia 6, 13-15a).
Oder der echte Gottesprophet Amos: "Hört dieses Wort, die
ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt. Ihr sagt: ...
Wir wollen ... das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte
fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen
die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld. Beim Stolz
Jakobs hat der HERR geschworen: Keine ihre Taten werde ich jemals vergessen.
Sollte deshalb die Erde nicht beben, sollten nicht alle ihre Bewohner voll
Trauer sein? Sollte nicht die ganze Erde sich heben wie der Nil, aufgewühlt
sein und sich wieder senken wie der Strom von Ägypten? (Amos 8, 4-8)
Die Alternative dazu ist: "So spricht der HERR: Sorgt für Recht und
Gerechtigkeit, und rettet den Ausgeplünderten aus der Hand des Gewalttäters
... Hört ihr aber nicht auf diese Worte ... Zum Trümmerhaufen [wird] dann
dieser Palast (Jeremia 22, 3a.5).
Weitere "prophetische Gottesworte" zur Krise siehe
hier.
30.9. / 26.10. / 28.11.2008 /
12.2.2009 - Die
Schere öffnet sich weiter: Banken-Manager kassieren ab, Steuerzahler und Sparer
haften / BayernLandesbank bittet um Geld aus Berlin / Bürgschaften für Banken 2 1/2 x so groß wie gesamtes
Brutto-Inlandsprodukt: Irland gibt sich als erstes Land damit praktisch auf
/ Hypo Real Estate in München braucht 100 Milliarden Subventionen plus x
- Bankenskandal jetzt auch in Deutschland: Für die Rettung der Münchner
Hypo Real Estate bürgte der deutsche Steuerzahler (und damit
hauptsächlich die kleinen Leute und der Mittelstand, der den großen Teil der
Steuern zahlt) zunächst mit 26,6 Milliarden Euro für "faule US-Hypotheken" der Bank,
die sonst keiner kaufen will. Die Hypo-Real-Estate-Verantwortlichen
kassierten derweil weiter ihre unverschämten Spitzengehälter. Jetzt kam
heraus: Die Hypo Real Estate brauchte noch mal schnell 25 weitere Milliarden
vom Steuerzahler. Und vielleicht hinterher noch mal erst mal weitere 20 Milliarden.
Aktualisierung [11.2.2009]: Und, wie sich heraus stellte, reichten
diese über 70 Milliarden noch lange nicht und wieder nicht. Jetzt braucht
die Hypo-Real-Estate insgesamt 102 Milliarden und hat sie auch
bekommen. Das ist ein Drittel der Summe des gesamten Staatshaushalts. Ob das aber reicht, weiß auch noch niemand.
Aktualisierung [19.2.2009]: Jetzt braucht die Hypo Real Estate die
nächsten 20 Milliarden Euro, um nicht pleite zu gehen, macht bereits 122
Milliarden ...
Und allein die acht Bank-Bosse verdienen für das Desaster, für das sie
verantwortlich sind, zwischen 767.000,00 und 1.900.000,00 Euro im Jahr.
(Bild, 6.10.2008,
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/06/finanzkrise/hypo-real-chef-funke-seine-rente-ist-sicher.html).
Hinzu kommen Pensionszusagen für alle "Vorstandsmitglieder" von 24,34
Millionen Euro im Jahr. Vorschlag: Zusagen sofort streichen, sonst gibt es
keine neuen Milliarden. Die Vorstände
verdienten bereits am Zocken mit den Ersparnissen ihrer Kunden so viel, dass sie sich für ihre Pension selbst ein paar
Hunderttausend locker zurücklegen können.
[27.5.2009] - Wie massiv die Zocker-Banker die HRE (Hypo Real Estate) in den
Abgrund trieben, siehe den Prüfbericht unter
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,627127,00.html
Die Skandale sind fast
beispiellos. Jetzt wurde bekannt, dass die belgisch-französische Zocker-Bank Dexia, die vorläufig
ebenfalls von den Steuerzahlern "gerettet" wurde, für seine
Misswirtschaft gerade mal so eben 3,7 Millionen Euro Abfindung erhalten habe
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,581749,00.html).
Und wer weiß, was die anderen Skandal-Banker alles noch privat einstreichen.
Der Gott "Mammon" belohnt seine Diener und frisst seine Kinder.
Und auch die Bayerische Landesbank
BayernLB hat bereits angeklopft. "Notfalls brauchen wir eine Milliarde
plus x", so Sparkassen-Präsident Siegfried Naser
(http://www.sueddeutsche.de/finanzen/287/312203/text/).
Also: "Steuerzahler, gebt mir schnell man eine Subvention von ein paar
Milliarden. Das ist doch eine Kleinigkeit gegenüber den über 100 Milliarden für
die Hypo Real Estate." Also mal sehen, wer alles noch wie viele Milliarden
braucht? Zur Erinnerung: In Banken werden keine Werte erwirtschaftet. Man
handelt nur mit Werten, die andere erwirtschaftet haben oder auch nicht. Das
"plus x" wurde am 19.10.2008 konkretisiert: Es gehe um insgesamt ca. fünf
(!) Milliarden (Spiegel online, 19.10.2008), die man vom Staat
bräuchte. Und der Wert scheint sich weiter zu steigern. Bald waren es
bereits 5,4 Milliarden, welche die BayernLB aus Berlin möchte
(22.10.2008). Und nach kurzer Zeit sickerte dadurch, dass die BayernLB
auf jeden Fall zehn Milliarden insgesamt geschenkt braucht. Schließlich
ist von einem Rettungspaket in Höhe von 30 Milliarden Euro die Rede
(28.11.2008)
- wie sagte doch der Verantwortliche Siegfried Naser: "Eine Milliarde plus
x". Bei der Hypo Real Estate ist man mittlerweile bei 100 Milliarden
plus x.
Solange der Staat nicht gegen das Milliarden-Zocken und das künstliche Erzeugen von
Billionen-Geldblasen (kurze Erklärung siehe
http://goldblogger.de/weltgeschehen/wo-sind-die-billionen.html)
einschreitet,
werden wohl immer neue Milliarden verlangt.
Die Rentnerin Ingrid Otto wäre jedoch vermutlich schon mit 10.000 €
zufrieden. Ihr wurden an einem deutschen Bankschalter
US-Lehman-Zertifikate über 10.000,00 €
als angeblich "sicher" verkauft (ihre gesamten Ersparnisse). Nun wurden sie
plötzlich auf den Wert "0" gestellt
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,581478,00.html).
Die Dresdner Bank hatte
offenbar die dramatische Lage von Lehman Brothers gekannt. "Dennoch
hielt das Geldinstitut seine Berater offenbar an, Kunden, die
Lehman-Zertifikate halten, nicht zu informieren", so
Spiegel online am 1.10.2008
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,581679,00.html).
Bei den angekündigten "Entschädigungen" für Opfer der deutschen Tochter von
"Lehman Brothers" (26.10.2008) gehen die meisten Kleinanleger leer aus. Sie
hatten von ihrer Hausbank (z. B. vor allem Citibank) Zertifikate der
US-amerikanischen Zentrale erworben und dafür gibt es keine Entschädigung.
Die Schere zwischen Reich und Superreich einerseits und Arm auf der
anderen Seite öffnet sich unterdessen immer mehr. Nach einer Studie der
Internationalen Arbeitsorganisation ILO verdienen Chefs im Vergleich zu
ihren Angestellten von Jahr zu Jahr mehr. So verdienen in Deutschland z. B.
Topmanager ca. 148-mal mehr als ein Durchschnittsverdiener (Main-Post,
17.10.2008) und noch ein zig-faches mehr als ein einfacher Verdiener, in
den USA ist es noch drastischer. Gleichzeitig mit den Schwindel erregenden
Einkommenssteigerungen für die Chefs steigt die Zahl der Hungertoten weltweit
drastisch an.
Zu leicht lassen sich die Staaten dabei als Melkkuh für die
Superreichen missbrauchen und werden von diesen praktisch verhöhnt. Dazu passt auch das Gotteswort durch den Propheten
Jeremia: "Sorgt für Recht und Gerechtigkeit, und rettet den Ausgeplünderten
aus der Hand des Gewalttäters" (22, 3). Oder die Anklage des
Propheten Jesaja: "Eure Häuser sind voll von
dem, was ihr den Armen geraubt habt" (4, 14). Oder das
Jesuswort in Lukas 6, 24: "Weh euch ihr Reichen!"
Als erstes Land gab sich
Irland praktisch auf. Der Staat gibt den
Großbanken 400.000.000.000 Euro an Bürgschaften (400 Milliarden = 0,4
Billionen; bild.de, 30.0.2008). Das ist das 2 1/2-fache des gesamten
Bruttoinlandsprodukts. Anstatt die Praktiken des Finanz-Wahns zu beenden und
die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, gibt sich der Staat
im Ernstfall komplett auf und überreicht
den Banken-Chefs praktisch einen Blanko-Scheck für jedes denkbare Finanz-Desaster.
Damit wird der Staat zwar nicht formell, aber doch praktisch an die
Großbanken übereignet. Siehe dazu auch eine weitere Meldung über Irland
hier. Wer weiß, wann das nächste
Land folgt. Ungarn soll bereits kräftig wackeln, und die Atommacht Pakistan
soll auch nahezu bankrott sein.
In Deutschland wählte man einen Weg, bei dem sich der Staat zumindest
seiner Verantwortung für die Bürger bewusster ist. Er bürgt jetzt für alle
privaten Spareinlagen mit einer Summe von
über einer Billion Euro (Spiegel online, 6.10.2008). Mit einem
riesigen "Flicken" soll also das ganze kaputte System gerettet
werden. Es ist nur die Frage: Woher nimmt der Staat im Ernstfall das Geld?
Und wie lange hält dieser "Flicken"?
Island folgte jetzt, indem der
Staat per Notstandsgesetz "die komplette Kontrolle über das Bankengewerbe"
übernimmt. Das bedeutet allerdings keine Verstaatlichung, würde den
Politikern aber eine Verstaatlichung ermöglichen (Spiegel online,
7.10.2008).
Das gesamte weltweite Banken-Desaster erinnert auch an den größten Coup der Bankräuber
im Drama von Bertolt Brecht, Die Dreigroschenoper: Die
Bankräuber ändern eines Tages ihre Strategie und gründen jetzt eine Bank.
Und ihr Boss Mackie Messer triumphiert darauf hin mit den Worten: "Denn was ist der
Einbruch in eine Bank schon gegen die Gründung einer Bank!"
10.10. / 23.10.2008 -
Wie der Gott
"Mammon" die Herrschaft übernahm / Kleiner Banker fühlt sich als
Schwerverbrecher / Top-Banker retten mit Staatsgeldern ihr kaputtes System
und ihre Millionen / Doch Zusammenbruch des Öko-Systems finanziell noch
viel gravierender / Allein fünf Billionen Dollar pro Jahr Schaden durch gnadenlose
weltweite Abholzungen
- Unmerklich für den einfachen
Bürger vollzog sich in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts, was jetzt
kollabiert. Die totale Herrschaft des Gottes "Mammon" in den Ländern des
Westens. Und der große "Gott" ist weiter sehr hungrig und schreit täglich
nach mehr zum Fressen. Sein wesentliches Erkennungszeichen: Er schafft
selbst keinen einzigen Wert, sondern nimmt durch Tricks, Zocken und falsche
Situationsbeschreibungen andere
aus, die durch ihre Arbeit etwas erwirtschaften und ansparen möchten, z. B.
für ihre Alterssicherung.
Von Grund auf geändert wird jedoch auch durch den Zusammenbruch
nichts. So werden durch die 700.000.000.000,00 Dollar, die man z. B. dem
US-Steuerzahler zur Rettung des Mammon-Systems abnimmt, jetzt auch die
Millionengehälter, Provisionen, Pensionen und fetten Abfindungen der Manager
gesichert. Und in Deutschland ist es ähnlich -
gigantische Summen werden bezahlt, die man dem einfachen Bürger wohl in Zukunft
scheibchenweise abknöpft, um mit Flicken das kaputte System zu flicken, die
aber irgendwann auch nicht mehr halten.
Den Skandal dabei fasst der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach
in folgende Worte: "´In dem Milliardenpaket sind
Aufputschmittel enthalten, um das, was in die Krise geführt hat,
fortzusetzen`, sagte der emeritierte Professor für Christliche
Sozialwissenschaft der Stuttgarter Zeitung. ´Dieses Paket schützt
nicht den Sparer, sondern die für die Krise verantwortlichen Banken.` Es
gebe vier Prominente unter den Hauptverursachern der Krise:
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Commerzbank-Chef Martin Blessing, den
Präsidenten des Bankenverbandes, Klaus-Peter Müller, und den Finanzchef der
Allianz, Paul Achleitner [Anmerkung: allesamt Millionen-Verdiener]. ´Es ist auffällig, dass
die vier Herren mit am Tisch saßen, als das 500-Milliarden-Paket geschnürt
wurde`, sagte Hengsbach. Es gebe also eine wechselseitige Komplizenschaft"
(Netzeitung, 15.10.2008). Denn offenbar saßen die Verursacher nicht
als Angeklagte oder Beschuldigte dabei, von denen man Schritte zur Reue und
Wiedergutmachung einforderte, sondern - wie bisher - als angesehene
"Experten".
Die Banken haben mit
Wissen der Politiker in den letzten Jahren und Jahrzehnten weltweit eine
künstliche Geldblase in Höhe von ca. 600.000.000.000.000,00 Euro aufgepumpt - das heißt, es wurden den ahnungslosen Anlegern Billionen-Werte in
"Zertifikaten", "Derivaten" und ähnlichem undurchsichtigem Zeug ohne realen
Gegenwert vorgetäuscht (siehe z. B.
http://www.welt.de/finanzen/article2565675/Die-gefaehrlichen-Produkte-der-Finanzbranche.html).
Und die Politiker haben mit den "Dienern des Mammon" einen Pakt geschlossen,
aus dem sie - weil sie nicht können oder wegen der
wechselseitigen Verfilzung nicht wollen - nicht aussteigen, so dass man derzeit von einer
"Verbanklichung" oder "Mammonisierung" des Staates sprechen könnte, mit dem
der "Tanz auf dem Vulkan" weiter geht.
Mittlerweile bekennt ein erster Banker, dass er sich als
Schwerverbrecher fühlt, der ahnungslosen und vertrauenden Kunden
Schrott-Zertifikate angedreht hat. Mit hohen "Zielvorgaben" wurde er zuvor
von den Bank-Managern unter "unerträglichen" "Druck" gesetzt. Wichtige
Informationen über die "wahre" Situation habe auch er nicht erhalten. "Unser
System ist einfach nur korrupt und kaputt: Der Kunde wurde von den Bankchefs
als Milchkuh gesehen, aus dem immer höhere Renditen rausgeholt werden
müssen" (Bild, 11.10.2008).
Mehr dazu siehe auch:
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/2838/palaeste_fuer_die_chefs_koks_fuer_die_sekretaerin.html
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/11/erster-banker-packt-aus/wie-die-kunden-betrogen-werden.html
Der wegen Wirtschaftskriminalität einst zu sechs Jahren und neun Monaten
Haft verurteilte Ex-Baulöwe Jürgen Schneider hat dazu erklärt:
"Heute, muss ich sagen, ist mein Fall doch Peanuts gegen das, was sich die
Banken erlauben". Bild schreibt:
"Nach Ansicht des 74-Jährigen haben Bankmanager beim Handel mit faulen
Krediten ´die Spekulationen mit Vorsatz in die Höhe getrieben – genau wie
ich damals. Auch sie haben wie ich auf die Zukunft spekuliert. Das ist
Betrug und muss hart bestraft werden`" (23.10.2008;
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/22/interview-bau-loewe-juergen-schneider/bankster-gehoeren-in-den-knast.html).
PS: Wir sind keine Richter. Aber an der Stellungnahme von Jürgen
Schneider zeigt sich, dass es keine gesellschaftliche Übereinstimmung darüber
mehr gibt, was noch rechtens ist und was bereits Wirtschaftskriminalität.
Hierzu ist zu ergänzen:
"Die Menschheit verliert durch die
Umweltzerstörung mehr Geld als bei der aktuellen Finanzkrise. Besonders
teuer ist die Abholzung von Wäldern weltweit.
Sie verursacht Schäden bis zu fünf Billionen Dollar pro
Jahr (!), ergab eine EU-Studie"
(Spiegel online, 11.10.2008). Durch die gnadenlose Zerstörung des
Planeten Erde durch mächtige "Diener des Mammon" werden "Naturwerte"
unwiederbringlich zerstört, "die allen Menschen gehören". Zudem sind sie der
notwendige Lebensraum von Tieren, ohne die der Mensch nicht überleben kann.
Doch die Tiere werden vom Menschen, der selbsternannten "Krone der
Schöpfung", ja ohnehin aus Profitgier weltweit bestialisch vernichtet, im
übertragenen Sinne also auf dem Altar des Gottes "Mammon" zu Milliarden
grausamst gequält und abgeschlachtet. Nach römisch-katholischer Lehre haben die Tiere keine
unsterbliche Seele und sind nicht schmerzempfindlich wie der Mensch, was zu
den geistigen Hintergründen für das beispiellose Desaster gehört
(http://www.das-weisse-pferd.com/03_04/tiere_seele.html).
Siehe dazu:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,583396,00.html
http://www.theologe.de/theologe7.htm#4
Die Alternative dazu wäre die einfache Lehre des Jesus von
Nazareth gewesen, der auch die Tiere liebte (siehe dazu
Der Theologe Nr. 7) und den Menschen in der
Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5-7) die Goldene Regel
erklärte, die lautet: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut
ihr ihnen auch", was z. B. im Wirtschaftsleben bedeutet: "Üb immer Treu und
Redlichkeit".
12.10.2008 -
Der
Mittelstand sinkt immer mehr ab - Eindrücke aus den USA - Schon
seit langem zeichnet sich in den westlichen Industrieländern die "Schere"
ab, deren Klingen immer weiter auseinander gehen: Immer mehr Superreiche und
Milliardäre einerseits, und immer mehr Arme und Verelendete andererseits.
Der Mittelstand stirbt. Das aktuelle Finanzdesaster beschleunigt diese
Entwicklung: Die Bank-Manager kassieren weiter ihre Millionen. Und der
Staat, der das Geld der einfachen Steuerzahler sammelt, stützt mit diesen
Einnahmen vermehrt die Banken und vielleicht bald auch Konzerne, an deren
Spitze sich Milliardäre und Millionäre tummeln, welche nicht nur
erwirtschaftete Gelder
abschöpfen, sondern durch Finanztricks auch zusätzlich Geld von Anlegern
absaugen (siehe dazu hier). Was wird am Ende dieser Entwicklung stehen? Zeichnet sich in
Zukunft wieder eine neue Sklavenhaltergesellschaft ab? Eindrücke aus den USA
zeigen: Familien, die sich gestern noch im Mittelstand wähnten, bevölkern
jetzt in Zelten die Straßen -
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/12/finanzkrise-opfer/us-zeltstaedte-bestatter-grossbritannien.html
18.10. / 19.10.2008 -
Bankrott-Manager in den USA belohnen sich mit 70 Milliarden Dollar
"Bonuszahlungen" und "Sonderzuwendungen", bevor sie dann die staatlichen
Rettungs-Milliarden für ihre Misswirtschaft abholen / Keine
"Sonderzuwendungen" und "Boni" für Verhungernde /
Vatikan stieg um auf noch mehr Gold / Sänger Udo Lindenberg kritisiert
Kirche - Obwohl sie
zahllose Sparer leichtfertig um ihr Geld gebracht haben und der Steuerzahler
aufgrund ihres Zockens bis auf die Knochen ausgequetscht wird, gelten die
Bank-Manager weltweit weiter als ehrbare Millionäre. In den USA genehmigen
sie sich für ihre Bankrott-Wirtschaft jetzt Belohnungen in Höhe von 70
Milliarden Dollar an "Sonderzuwendungen" und Boni für das laufende Jahr. Der
Steuerzahler bezahlt mit seinem Geld für die Banken auch diese Sonderzuwendungen. So entscheiden die
Politiker. Wer weiß, wie
viel von den weltweit Billionenzahlungen der Staaten an die Banken sich die
Banker insgesamt in die eigenen Tasche stopfen.
Siehe
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,584916,00.html
Einen kleinen Einblick gibt ein Top-Banker, der bis zu 870 % Rendite
abzockte und seine Kollegen verhöhnt, dass sie sich "auf seine Geschäfte
eingelassen hätten" (Bild, 19.10.2008;
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/19/andrew-lahde/verhoehnt-manager-und-rechnet-mit-seinen-kollegen-per-brief-ab.html).
Allein 67,9 Millionen Dollar Bonuszahlungen zusätzlich zum "normalen"
Millionengehalt erhielt im Jahr 2007 der Boss von Godman Sachs, Lloyd
Blankfein (Münchner Merkur, 24./25.12.2007).
Was zu dieser Situation passt: Die US-Regierung Bush hatte die Zahl der FBI-Mitarbeiter
im Bereich Wirtschaftskriminalität seit 2001 gezielt um 600 reduziert.
Stattdessen hat man beim "Kampf gegen den Terror" das Personal erhöht. Die
Behörde hatte deshalb immer weniger Personal, um bei Wirtschaftskriminalität effektiv tätig werden zu können
(Bild, 19.10.2008). Bereits 2004 hatte das FBI vor kriminellen
Machenschaften "im Zusammenhang mit dem Hypothekenmarkt gewarnt", doch es
wurde weiter Personal gekürzt.
Gleichzeitig leiden ca. 900 Millionen Menschen bittere Hungersnot und 35.000
verrecken täglich, weil sie nichts zu essen haben. Bereits für 20 Milliarden
Euro jährlich bräuchte niemand mehr zu hungern - nur ein Bruchteil von
dem, was die Großbanken an Geschenken bekommen. Doch für die qualvoll
Verhungernden machen die Staaten das Geld nicht locker. Geschweige denn,
dass sie zumindest eine "Sonderzuwendung" bekommen oder wenigstens ein Bonus-Brötchen
(von dem in der Geschichte der Zivilisation beispiellosen Leidens und
Aussterbens der Tiere
weltweit gar nicht zu reden). "Mal schauen, wie lange
das noch gut geht", denken sich der Gott Mammon und seine Diener in
Wirtschaft, Politik, Kirche und Gesellschaft (siehe Matthäus 6, 24).
Und sie
fressen und fressen und fressen.
Dabei haben die Finanzexperten des Vatikan schon
früher als andere Banker das Desaster vorher gesehen und Risiko-Papiere im
Jahr 2007 "im großen Stil" verkauft und die Millionen so angelegt, dass bei
dem kommenden Desaster nichts passiert. "Insgesamt erwarb der Vatikan
Währung im Gegenwert von 520 Millionen Franken, sichere Anleihen für 800
Millionen und eine Tonne Gold im Wert von fast 30 Millionen Franken".
Und angesichts der Finanzkrise hat er jetzt - ohne nennenswerte Einbußen
hinnehmen zu müssen - verkündet, "das Geld
... nichts bedeutet" (Basler Zeitung, 14.10.2008). Doch warum
verkauft der Vatikan nicht wenigstens 100 kg Gold von seiner rechtzeitig neu
gekauften Tonne und hilft wenigstens ein paar qualvoll Leidenden? Nach Informationen der Zeitschrift Oggi aus dem Jahr 1952
(Nr. 42/1952) hortete der Vatikan schon damals nach den USA
den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Dessen Wert soll schon damals
3,5 Milliarden Euro betragen haben.
Dazu sagte der bekannte Sänger Udo
Lindenberg: "Früher wurden im Namen der Kirche ganze Völker und Kulturen
niedergemetzelt und der Vatikan ist auf geklautem Gold aufgebaut. Da kann
man doch nicht still halten" (Freies Wort [Tageszeitung von Suhl in
Thüringen], 2.10.2008; vgl. dazu die
Informationsschrift der Freien Christen Nr. 3, Der Reichtum der Kirche ist
Blutgeld).
Gottes Mühlen mahlen langsam, doch
sie mahlen ... Das "Weltgericht" (siehe Matthäus 25, 31 ff.) hat
bereits seine Plätze eingenommen.
25.10. / 1.11.2008 -
Die Schere: Bahnfahren
wird immer teurer. Doch Bahn-Manager bekommen für geplanten Börsengang Millionen-Boni
/ Dazu: Bis zu 37,5 % Steigerung der Gehälter und Boni bei den Vorständen /
Und: Trotz Millionen-Verluste Millionen-Boni für Postbank-Manager
- Unaufhaltsam und brachial vollzieht sich in unserer Gesellschaft das Prinzip der
Schere: Das Einkommensgefälle zwischen Superreich und Arm wird immer größer.
Wenn schon die Bank-Manager für ihre Misswirtschaft grandios Privatmillionen
über Privatmillionen absahnen, dann
möchten auch die Bahn-Manager ein größeres Stück vom Kuchen der Reichen und
Super-Reichen. Z. B. anlässlich des geplanten Börsengangs der Bahn
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,586564,00.html).
Doch damit nicht genug. Die Bahn-Bosse wollen sich unabhängig davon die
Gehälter und Bonuszahlungen um bis zu 37,5 % erhöhen (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,587612,00.html).
Immerhin, so die Bahn, liege die Vergütung immer noch "im unteren
marktüblichen Bereich". Das heißt: Warum sollen sich immer nur die anderen
Bosse den Hals vollstopfen bis zum Erbrechen? (geradezu
grotesk wirkt demgegenüber das Gefeilsche von Arbeitgebern und
Gewerkschaften um z. B. 2,2 % oder 2,5 % mehr Gehalt). Gleichzeitig werden die Preise
für das Bahnfahren derzeit gerade weiter erhöht - vielleicht eine
Art "Sonderopfer" der Bahnfahrer (von denen immer mehr Mühe haben,
das Geld für eine notwendige Bahnkarte anzusparen) für die Manager.
Interessant wäre in diesem Zusammenhang einmal die Aufschlüsselung des
zynischen Wortinhalts des Wortes "marktüblich"
Und "hurra": Auch die Postbank-Manager kriegen
Bonus-Millionen in Höhe eines gesamten Jahresgehaltes zusätzlich (also nicht
etwas eines 13. Monatsgehaltes wie bei manchen Arbeitnehmern, sondern von
zwölf (!)zusätzlichen Monatsgehältern) - trotz massiven Gewinneinbruchs und
Überlebenshilfe von einer Milliarde durch den Mutterkonzern Post. Man hätte
die gigantische Zusatzzahlung den Managern im Frühjahr versprochen, wenn sie
die Postbank zu einem lukrativen Preis an einen Großkäufer verscherbeln
könnten, der jetzt Deutsche Bank heißt.
Was waren das noch für Zeiten, wo
die Post noch die Post war und von seriösen Postbeamten geleitet wurde! Da
sind noch viele mit ihrem Postsparbuch an den Postschalter gegangen
und waren vielleicht sogar ein wenig stolz, Postkunde zu sein.
Jetzt ist es so:
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/11/01/postbank-gewaehrt-managern/sonderbonus-hoehe-eines-jahresgehaltes.html
Und was waren das noch für Zeiten, wo die Bahn noch die Bahn war und von
seriösen Bahnbeamten geleitet wurde! Da hat man sich noch am
Fahrkartenschalter eine Fahrkarte gekauft und man zahlte gerne den Preis.
Denn man konnte sicher sein, dass die Post- und Bahnbeamten sich nicht die Taschen vollstopfen mit Bonus-Millionen, die man als solider
Arbeitnehmer in Jahrzehnten nicht verdient.
Jesus von Nazareth lehrte unter anderem die Gerechtigkeit
(Matthäus 5, 6), und er forderte die Reichen auf, für die Armen
einzustehen. Doch nach der Lehre der Kirchen, vor allem der evangelischen,
genüge alleine der Glauben (siehe z. B.
Der Theologe Nr. 35). Das
aber hat Jesus niemals gelehrt.
Und der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich setzte sich z. B. erst
zu Jahresbeginn dafür ein, dass die Managergehälter nicht nach oben begrenzt
werden sollen (siehe hier).
Und bekanntlich werden ja weltweit auch nach unten keine Grenzen gesetzt. Das
ist dann eben die Schere. Sie öffnet sich so weit, dass die Kluft zwischen Oben
und Unten ein solches Ausmaß annimmt, dass alles auf einen noch nie da
gewesenen Siedepunkt zusteuert, der jedoch gleichzeitig der Kipppunkt sein
wird.
29.10. / 14.11.2008 -
Spielcasino Wirtschaft - So geht alles früher oder später kaputt / Kirche
mit im Boot der Reichen / USA: Geld aus dem staatlichen "Rettungspaket" für
Milliardäre und Millionäre
- Ohnmächtig merken Profi-Zocker, wie
schnell die Top-Zocker ihnen die Hosen
ausziehen können. Was derzeit z. B. mit den VW-Aktien passiert, zeigt, dass die
Bosse aus dem Finanzdesaster keine grundlegenden Konsequenzen für eine Verbesserung der
Lage ziehen. Im Gegenteil: Man versucht, das Casino "Wirtschaft und
Finanzen" zum
Ego-Vorteil einiger weniger immer weiter
zu perfektionieren. Diese stehen dann am Ende ganz oben, während andere in immer
größere Desaster fallen und dann nach der Hilfe des Staates rufen.
Dazu passt das Bild
der auseinander gehenden Schere: Auf der einen Seite wenige Super-Super-Reiche, die
immer noch reicher
werden und auf der anderen Seite immer mehr Arme, die allmählich bettelarm werden. Das hat mit dem
ursprünglichen Sinn eines fairen Handels nichts mehr zu tun. Der Gott
"Mammon" feilt hier stattdessen an seinem Meisterstück. Und so wird eine ganze Volkswirtschaft
zu einem gigantischen Wett- und Jonglierbüro. Es kommt immer weniger darauf
an, hochwertige Waren ehrlich und zu einem fairen Preis zu produzieren und
an die Bürger zu verkaufen, sondern mit immer gewiefterer Zockerei die
Milliarden und Millionen abzuschöpfen, die man überwiegend den arbeitenden Menschen
aus der Tasche zieht (oder indem man einfache Leute dazu verführt, mit
Lock-Kredittricks maßlos über ihre Verhältnisse zu leben wie in den USA, wo
vermutlich ca. Kredite in Höhe von ca. einer Billion Dollar nicht
zurückbezahlt werden können). Doch es wird immer mehr Verlierer geben und am Ende verlieren wohl
alle. So kann man im Hinblick auf Deutschland z. B. einmal fragen: Regieren eigentlich ein Bundeskanzler und
sein Kabinett das Land? Oder bereits zu einem großen Teil die Top-Zocker und
ihre Helfer?
Zum Thema siehe:
http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:VW-Aktien-Porsche-Image/643797.html.
Hier hilft jedoch kein "starker Mann", der das Desaster scheinbar zu
bändigen versucht und am Ende doch mit den Zockern in einem Boot sitzt;
sondern einzig die Besinnung auf die urchristlichen
Prinzipien "Freiheit, Gleichheit, Einheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit"
sowie der Grundsatz: "Üb immer Treu und Redlichkeit". Daraus würde auch ein
völlig anderer Umgang mit den Tieren und der Natur erwachsen, wenn diese
nämlich nicht mehr zur "Profitmaximierung" des Gottes Mammon und seiner
Diener ausgebeutet und malträtiert bzw. zu Millionen abgestochen und
erschossen werden. Auch sie brauchen ihren Lebensraum, und nur so könnte auch der Planet
Erde Schritt für Schritt allmählich wieder etwas gesünder werden.
Die Kirchen
jedoch haben den Menschen diese Achtung vor dem Planeten Erde und seinen
Geschöpfen nicht gelehrt, im Gegenteil (siehe
Der Theologe Nr. 7). Und statt Vorbild im ehrlichen "Bete und
arbeite" zu sein, lassen sich die Kirchenführer ungeniert vom Staat (!) bezahlen
(siehe z. B. hier)
und horten Berge an "Schätzen auf Erden" (vgl. Matthäus 6, 19 sowie die
Informationsschrift der Freien Christen Nr. 3, Der Reichtum der Kirche ist
Blutgeld).
In der gegenwärtigen Finanzkrise fehle nun bezeichnenderweise auch
"die Stimme der Kirche". So z. B. Holger Dohmen in einem Kommentar des
Hamburger Abendblatts (24.10.2008). Was könnte der Grund sein? Immerhin
meldete sich im Juli 2008 die Evangelische
Kirche Deutschlands (EKD) mit der "Denkschrift" Unternehmerisches Handeln
in evangelischer Perspektive zu Wort. Doch was mag diese bewirken?
In der Vergangenheit waren
einzelne positive Ansätze in anderen
"Denkschriften" in der Regel nur ein weiterer Kompromissversuch aus allen möglichen
faulen Kompromissen - und selbst das
meist noch um Jahre und Jahrzehnte zu spät. Damit wird nichts bewegt.
Dies scheint auch hier wieder der Fall zu sein, auch wenn der
EKD-Vorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, darauf hinwies, dass die Denkschrift auch
"vor zerstörerischem Handeln auf den Kapitalmärkten warne" (idea,
2.11.2008). Doch wird nichts wirklich angetastet bzw. angeprangert, was
die Reichen und Mächtigen ernsthaft stören könnte - ein Zeichen dafür, dass die Kirchenführer
letztlich immer mit ihnen in einem
Boot saßen und sitzen. So schreibt z.
B. die Wirtschaftswoche unter der Überschrift Frieden mit dem
Kapital über diese Denkschrift: "Auch die
Globalisierung wird in dem Kirchen-Papier im wesentlichen positiv
bilanziert. Denn sie ´eröffnet ärmeren Ländern die Möglichkeit, von
Investitionen ausländischer Unternehmen zu profitieren, offene Märkte zu
nutzen und ihr allgemeines Sozial- und Wohlstandsniveau zu verbessern`.
Jetzt komme es darauf an, das Konzept der sozialen Marktwirtschaft ´weltweit
tragfähig zu machen`" (5.7.2008).
Die weltweite Entwicklung geht jedoch
mit großem Tempo schon lange in eine völlig
andere Richtung: Armut und Verelendung nehmen sprunghaft
zu, und der Planet Erde liegt im Fieber und gerät durch zunehmende
Naturkatastrophen immer mehr aus den Fugen.
Gleichzeitig bekämpfte und bekämpft die Kirche seit je her unbequeme
Propheten und Mahner, welche die Ursachen dafür aufzeigen und die Menschen zur Umkehr rufen (als Beispiel
siehe
http://www.das-wort.com/cgi/gen_article.cgi?article=s449de&type=toc&rtopic=fueranalytiker).
Aktuell: Der Gott "Mammon" verhöhnt die Menschen
derweil immer mehr. So schütten 33 US-Pleitebanken jetzt riesige
Dividenden an ihre Aktionäre aus (darunter z. B. der Milliardär Warren
Buffet), insgesamt 163 Milliarden (!!) Dollar. Und woher kommt das Geld? Aus
dem Rettungsfonds (!!) der Regierung, also vom einfachen Volk. Und diese
Dividenden machen mehr als die Hälfte dessen aus, was man bis dahin von der US-Regierung kassierte
(immerhin: in Deutschland sind Dividenden aus Staatsgeschenken nicht erlaubt)
(
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/30/us-banken-hohe-dividende/
ausgeschuettet-rettungs-fonds-milliarden-verpulvert.html;
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/us-banken-stecken-staatshilfe-in-dividenden;2076240).
Das "Rettungspaket" der
US-Regierung stopfen sich also die Superreichen wieder zu einem großen Teil in die
eigene Tasche, während für die Verhungernden dieser Welt noch nicht einmal
ein kleines "Rettungspaket" geschnürt wurde; obwohl es nur einen Bruchteil von dem
kosten würde (ca. 20 Milliarden Euro jährlich), was man jetzt in den Schlund der
Banken und teilweise der Milliardäre und Millionäre wirft, die dort im Hintergrund
wirken.
Und während Autofahren zwischenzeitlich wegen der Benzinpreise fast zum
Luxus geworden ist und man nicht weiß, wie es sich weiter entwickelt,
machten die Öl-Multis und ihre Manager Rekordgewinne; der Konzern Exxon
Mobil wegen der zwischenzeitlich hohen Ölpreise z. B. den höchsten Quartalsgewinn, den je ein
Unternehmen in der Geschichte der USA erzielt hat
(http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/31/rekord-gewinne/fuer-oel-multis.html).
PS:
Doch die Pole schmelzen und die Wasser werden kommen, und zwar aufgrund
menschlicher Schuld
(http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/schmelzende-pole-mensch-als-schuldiger-ueberfuehrt_aid_344775.html).
31.10.2008 -
Evangelisch-lutherische Kirche verliert nochmals 200.000 Euro / Obere
Amtsträger werden in Deutschland vom Staat bezahlt -
Nachdem die
Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg schon durch die Pleite von
Lehman Brothers 4,3 Millionen Euro verloren hat, folgte nun ein weiterer Verlust
von 200.000 Euro aufgrund einer Einlage bei der US-Investmentbank Goldman
Sachs, die jetzt in eine sicherere Anlage umgewandelt wurde
(http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_artikel.php?id=1826705).
Der Vatikan hatte schon rechtzeitig vor Beginn der Finanzkrise zahlreiche
"unsichere" Anlagen u. a. in eine Tonne Gold umgewandelt (siehe
hier).
Bei dem 4,3 Millionen Euro Verlust handelte es sich kirchlichen Angaben
zufolge "nur" um "Zinsen aus [anderen] kirchlichen Rücklagen",
Höhe unbekannt. Die
Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg zählt zu den kleinsten
evangelischen Kirchen in Deutschland. Die Rücklagen der meisten anderen
evangelischen Kirchen sind folglich um einiges höher.
Siehe dazu auch unsere Meldung
hier.
Bei Spendenaktionen ruft die Kirche immer nur ihre Mitglieder dazu auf,
tastet nie das eigene Vermögen an. Dies wird für die evangelischen und die
katholische Kirche in Deutschland zusammen von Experten auf ca.
500.000.000.000 Euro (500 Milliarden) geschätzt (Carsten Frerk, Finanzen
und Vermögen der Kirchen in Deutschland, Aschaffenburg 2002). Zudem
erhalten die beiden Großkirchen jährlich vom Staat ca. 14,15 Milliarden Euro
staatliche Subventionen, soziale Subventionen (noch einmal ca. 10
Milliarden) noch nicht mitgerechnet. So wird z. B. das gesamte obere
Kirchenpersonal (Bischöfe, Weihbischöfe, Domkapitulare, Landesbischöfe,
Kirchenpräsidenten usw.) in beiden Großkirchen in Deutschland vom Staat
bezahlt - entweder direkt wie in Bayern (dort stehen z. B. allein die
Gehälter von 290 römisch-katholischen Würdenträgern auf den staatlichen
Subventionslisten; siehe z. B.
http://www.arbeitsgemeinschaft-trennung-staat-kirche.de/Staatsleistungen%20an%20die%20Kirchen.htm) oder indirekt durch "Pauschalzuschüsse" in anderen
Bundesländern. Und auch für die einfachen Pfarrer und Priester gibt es
staatliche Lohnzuschüsse vom Staat - dazu viele weitere Privilegien (vgl. dazu
www.stop-kirchensubventionen.de).
2.11.2008 -
Kirche
spendiert Papst-Bruder Konzert für über 150.000 Euro -
Der 85.
Geburtstag von Papst-Bruder Georg Ratzinger am 15.1.2009 wirft seine Schatten
voraus. Die Feier im Vatikan kostet über 150.000 Euro, wovon das Bistum
Regensburg 100.000 Euro übernimmt, "Gelder
aus Steuermitteln, Mieteinnahmen und Spenden"
(http://www.focus.de/panorama/welt/papstbruder-neuer-aerger-um-geburtstagsfeier_aid_345323.html).
Wie wäre es, wenn der Vatikan alle
"guten Katholiken" unter den Musikern bittet, einmal umsonst zu spielen.
Dann könnte man Eintritt verlangen und den Erlös für Not leidende Menschen
oder Tiere spenden. Und zur Feier des Tages (immerhin wird der Papst-Bruder
ja 85, der Papst selbst ist erst 81) schmilzt man von der eben auf den
Finanzmärkten erworbenen Tonne Gold mal 50 kg ab und legt den Gegenwert auf den
Konzert-Erlös oben drauf. Und wenn alles dann nicht nur eine PR-Maßnahme zur
Verbesserung des kirchlichen Images ist, sondern eine Herzensgabe, dann würde
einst der Mühlstein nicht so schwer sein, der einen
irgendwann in den Abgrund zieht.
9.11.2008 -
Spürbare Erhöhung
der Kirchensteuer ab 1.1.2009: Deshalb: Kirchenaustritt jetzt!
Still und heimlich kassieren die Kirchen wieder mit. Ab dem 1.1.2009 wird
die neue Abgeltungssteuer eingeführt, welche die bisherige
Kapitalertragssteuer ersetzt. Auf alle "private Kapitalerträge" kassiert der Staat jetzt 25 %
Abgeltungssteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag. Der bisher verheimlichte
Skandal: Auf die Abgeltungssteuer wird zusätzlich auch noch Kirchensteuer drauf
geschlagen, also 8 % in Bayern und Baden-Württemberg und 9 % in anderen
Bundesländern. Zusätzlich zu der Kirchensteuer, welche die Kirchen sowieso
schon bekommen.
Deshalb unser Tipp: Kirchenaustritt jetzt!
Alle Einzelheiten unter:
http://www.kirchenaustritt.de/
25.12. / 26.12.2008 -
"Weh euch Reichen!"
(Jesus) - Die etwas andere Weihnachtserfahrung: Papst und Bischöfe kommen nicht
durchs Nadelöhr - "Weh euch Reichen!" ruft Jesus (Lukas 6,24).
"Weh euch, die ihr jetzt satt seid! Denn ihr werdet hungern!" (V. 25)
Worte aus der Vollmacht. Und: "Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein
Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme" (Lukas 18, 25).
Seit Jahrzehnten verniedlichen die großen Kirchen das gewaltige
Weihnachtsgeschehen und ziehen dem später erwachsen gewordenen Jesuskind einen
Zahn nach dem anderen.
In diesem Jahr konnte man jedoch nicht anders als die Praktiken, die in die
Finanzkrise führten, zu kritisieren, nachdem ein Bischof sich z. B. noch zu
Jahresanfang, also bevor die Krise offenkundig wurde, gegen die Begrenzung von
Managergehältern aussprach (siehe hier).
Doch ob der Papst redet (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598350,00.html)
oder die Bischöfe
(http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/kultur/952/452654/text/)
- alles bleibt letztlich kraftlos, blass und unverbindlich.
Heribert Prantl, ein Journalist der Süddeutschen Zeitung, ist nur einer,
der den Theologen ein großes Stück voraus ist, wenn er z. B. schreibt: "Von
Jesaja bis Maleachi haben die Propheten Wirtschaftskriminalität und Korruption
angeprangert, Gott als den Gott der Armen und der kleinen Leute verkündet und
die Verlogenheit eines Kults angeprangert, der Gott benutzt, aber nicht ehrt.
´Ich hasse eure Feste, ich kann eure Feiern nicht riechen, eure fetten
Heilsopfer will ich nicht sehen, euer Harfenspiel nicht hören.` Feiern
angesichts schreiender Ungerechtigkeit empfindet der Prophet Amos als
gotteslästerlich. Vor dem Feiern kommt anderes: ´Das Recht ströme wie Wasser,
die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach`. Das ist eine zornige, strenge
und tröstliche Weihnachtsbotschaft. Darin steckt das innere Feuer für eine
bessere Lebensordnung" (http://www.sueddeutsche.de/politik/907/452610/text/3/).
In den Kirchen hört man solches in der Regel nicht oder nur unverbindlich allgemein oder bis
zur Unkenntlichkeit verharmlost. Die Bischöfe stehen derweil mit ihren feinen
Gewändern, teuren Ringen, hohen Mützen und goldenen Krummstäben vor dem
Nadelöhr. Im Gepäck hat jeder einen Teil des milliardenschweren Vermögens seiner
Kirche: ein paar Goldbarren, Immobilienbriefe und Wertpapiere aller Art, hinzu
genügend Schweizer Franken. "Für eine andere Zeit", so rechtfertigen sich
zur Verblüffung der Umstehenden
einige der Würdenträger, damit die Kirche dann, wenn es so weit sei, etwas geben
könne.
Doch diese Zeit hat schon lange begonnen. Täglich klopfen Frauen, die im neunten
Monat schwanger sind wie Maria, an die schweren Tore der Kirche. Oder Kinder,
die etwas anderen brauchen als einen kirchlichen Segen oder ein paar Almosen aus
dem Topf der staatlichen Subventionen. Und so stehen die Amtsträger ratlos vorm Nadelöhr
und kommen nicht durch - auch wenn man schweren Herzens ein paar Goldbarren
zurücklässt oder den Spitzhut abnimmt oder erst den Krummstab durchwirft, um dann
hinterher kriechen zu wollen. Es geht nicht. Auch der Bauch ist bei manchem
ein
großes Hindernis.
In viele Einzelteile verpackt steht auch der Stuhl Petri vor dem
Nadelöhr, doch nicht einmal die einzelnen Stücke passen durch. Man müsste ihn
weiter zersägen und zu Kleinholz schreddern, doch dann würde man ihn hinter dem
Nadelöhr nicht mehr wieder zusammenbauen können. Und so stellen sich die
Würdenträger vor das Nadelöhr und fangen an
zu predigen, die Hostie zu verteilen und zu beten, dass das Nadelöhr sich
vergrößere. Doch da können sie lange warten.
Und so bewahrheitet sich in diesen Tagen einmal mehr das Wort des Jesus von
Nazareth: "Weh euch Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das
Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein und die
hineinwollen, lasst ihr nicht hineingehen" (Matthäus 23, 13).
2009
1.1. / 4.1.2009 -
Jahreswende 2008/2009:
Kein Grund zum Feiern: Der Countdown der Wirtschafts-, Naturkatastrophen und Kriege hat
begonnen - Der Kalender der Maya endet im Jahr 2012. Dann folgt
wieder ein Jahr 0 (zu den Details:
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/12/23/maya-kalender/endet-geht-welt-in-vier-jahren-unter.html).
Zufall? Der Mensch hat sich durch eine weltweite barbarische Profit-Wirtschaft
mit immer höheren Gewinnen, Dividenden und "Boni" für die Superreichen die Natur
allmählich zum Feind gemacht, so dass die Erde im
Fieber liegt und sich schüttelt. Und immer mehr brechen deshalb die Naturkatastrophen über den Menschen und seine Zivilisation herein.
Diese wiederum betrachtet zunehmend wieder den Krieg als angebliche Lösung ihrer
Probleme (nach dem nicht funktionierenden Motto "Bringe ich meinen Feind um, ist
er weg"). Jeder, der mit offenen Augen und Ohren die Berichte liest, sieht und
hört, was geschieht. Und wir erfahren wohl längst nicht alles, was sich schon zusammengebraut
hat. Derweil ereignen sich auch zunehmend Wirtschaftskatastrophen, denn das
brutale Ego-System von Immer-mehr-superreich und Immer-mehr-bettelarm hat auch
in sich keinen Bestand.
Vgl. dazu auch einen interessanten zehn Jahre alten Artikel zur Jahreswende von
1998 auf 1999:
http://www.das-weisse-pferd.com/99_02/weissagung.html
Mehr zum Thema der Naturkatastrophen aus geistiger Sicht: Die
Erde schüttelt allmählich die menschliche Zivilisation ab: Menschen haben sich
ihren besten Freund zum Feind gemacht -
siehe
hier
8.1./ 1.4.2009 -
Bibelgläubiger Unternehmer
und Spekulant kapitulierte und ließ sich von Zug überrollen -
Der
grausame Selbstmord des evangelisch-lutherischen Milliardärs Adolf Merckle (74)hat
viele Menschen erschüttert. Nach dem Forbes-Magazin (3/2008) war Adolf
Merckle mit einem Vermögen vom umgerechnet 9,2 Milliarden Dollar der fünfreichste Deutsche.
Im Jahr 2006 erhielt er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, war zudem
Träger des Sächsischen Verdienstordens und Ehrendoktor sowie Ehrensenator
der Universitäten Tübingen und Ulm. Doch seine Arbeit war umstritten. So hat z. B. das Manager-Magazin unter dem Titel Der Pate von
Blaubeuren im Jahr 2003 einen kritischen Artikel über ihn und seine Firmen
veröffentlichte
(http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,270843,00.html).
Dort wird jedoch nicht berücksichtigt, was Merckle dann mit den Gewinnen
tat.
Schließlich hatte sich Adolf Merckle vor allem mit VW-Aktien
verzockt, denn er hatte mit so genannten Put-Options-Risiko-Papieren auf den Kursverfall
dieser Aktie spekuliert. Doch die Aktie schoss aufgrund des Verhaltens der
Porsche-Manager stattdessen in die Höhe,
erreichte in kurzer Zeit Wertsteigerungen von bis zu 300 % (http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:VW-Aktien-Porsche-Image/643797.html). Adolf Merckle hatte
nun an der Börse seinen "Meister" gefunden und dort nun ein Vermögen verloren.
Insgesamt war von ca.
eine Milliarde Euro die Rede. Und hier kennt der "Gott Mammon" nun einmal keine
Gnade. Die Folge: Merckles Unternehmens-Imperium geriet ins Wanken
(weltweit 100.000 Angestellte), die
Pharmazie-Firma "ratiopharm" musste jetzt von seinen Söhnen verkauft werden.
Adolf
Merckle sorgte auch für Aufsehen, als er z. B. zu Jahresbeginn 2004 allen 2.200
Mitarbeitern von "ratiopharm" in Ulm ein Buch schenkte, in dem für jeden Tag zwei Bibelverse abgedruckt
sind, so genannte "Losungen". Und bei anderer Gelegenheit hatte er auch ein Buch mit evangelischen Inhalten
des Journalisten und EKD-Synodalen Peter Hahne verschenkt.
Die "Losungen", so das Anschreiben
zum Geschenk im Jahr 2004, "helfen gegen Angst und
Hoffnungslosigkeit und geben Halt in der Unbeständigkeit des Alltags" (epd,
10.1.2004). Doch es gab keinen Bibelvers, der den evangelischen Milliardär
von seiner furchtbaren Tat abbringen konnte. Seine Leiche war "völlig
verstümmelt" (Bild, 8.1.2009). Vielleicht hätte es Adolf
Merckle geholfen,
wenn die Kirche nicht die Lehre von der Reinkarnation, vom Sinn der Lebensschule
Erde und das Wissen, dass es keine Zufälle gibt, aus der christlichen
Botschaft heraus gestrichen hätte (siehe dazu Der
Theologe Nr. 2; vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 8"
- Wie der Teufel in der Bibel hauste).
29.1. / 5.2.2009 -
Bankräuber - früher
illegal,
heute legal? / Die Herrschaft des Gottes Mammon auch in Deutschland -
Der SPD-Chef Franz Müntefering geißelte kürzlich "Manager als
moderne Raubritter" (Spiegel online, 4.1.2009). Könnte man z. B. im Hinblick
auf die Bank-Manager nicht auch oftmals eher von Bank-Räubern sprechen? Denn
beginnt nicht schon dort der "Raub", wenn ein Manager, der Bank, der er
vorsteht, Millionen für sein privates Wohlleben entnimmt - und zwar ohne ein
ethisch verantwortbares Maß und vor allem, wie jetzt weltweit deutlich wird,
ohne dass das Unternehmen dies erwirtschaftet hätte? Auch auf Unkenntnis können
sie sich nicht berufen, denn sie sind die Manager mit den Einblicken in den
betriebswirtschaftlichen Schrott und in die unseriösen und zerstörerischen
Machenschaften. Und wird es nicht offensichtlich zum "Raub", wenn sie diese
Entnahmen fortsetzen, obwohl ihre Banken vom Steuerzahler mit Milliarden
subventioniert werden?
Während jedoch
ein gefasster Bankräuber früher immer vor Gericht gestellt wurde, üben diese
Arten von Bankräubern heute, welche also vielfach ihre vom Steuerzahler mit Milliarden
subventionierten Banken z. B. neben ihren Top-Gehältern auch durch Milliarden-Bonus-Entnahmen plündern, ihr Handwerk legal aus,
was vor allem in den USA, aber auch in anderen Ländern geschieht.
Faktisch nehmen dabei die Politiker dem Steuerzahler das Geld weg, um über die
staatlichen Bankenhilfen auch die Milliarden und Millionen für die Top-Bankmanager
aufzubringen. Riesige Gehälter und
Erfolgsprämien für Bankrottwirtschaft heute statt Banküberfällen früher - das ist der
Unterschied. Die Gemeinsamkeit: Das Geld ist in beiden Fällen weg, und es hat
jemand an sich genommen, der es nicht verdient hat. Die gesellschaftliche Ethik
gerät durch die üblichen Praktiken solcher "Führungskräfte" völlig aus dem Ruder. Und die Politiker
schauen vielfach nur mit großen Augen und offenen Mündern zu. Vielleicht müsste
man für dieses Tun den Ausdruck "legale Verbrechen" erfinden, d. h.,
"Verbrechen", die der Gesetzgeber erlaubt. Doch sind es nicht
nur die Bank-Manager, sondern es sind wohl die meisten Konzerne mehr oder
weniger betroffen.
Ein weiteres
Problem: Wie will der Staat in den Schulen an die nächste Generation glaubwürdig vermitteln,
dass Spitzengehälter und Milliarden-Erfolgs-Entnahmen bei gleichzeitiger staatlicher
Subventionierung legal sind und dass diejenigen, die dies praktizieren, die erfolgreichsten Menschen der
Gesellschaft sind? Und wie will das Bildungssystem angesichts dessen den
Jugendlichen noch ethisch glaubwürdige Werte vermitteln? Schlimme Folgen werden
wohl schon bald spürbar sein.
Zwar verzichten immerhin viele "Bankrott-Manager" auch auf ihre "Boni", doch
ändert das nichts daran, dass die Schere zwischen Superreich und Bettelarm
sowohl in den Industrieländern als auch weltweit überall immer weiter
auseinander geht. Und auch ohne Bonus-Zahlungen beziehen viele Manager bankrotter
Systeme und Betriebe noch Spitzengehälter bisher unbekannten Ausmaßes. Und viele Verantwortliche dieser Entwicklung nennen sich auch noch
"Christen", doch Jesus, der Christus, hat das alles nicht gewollt.
Aktualisierung: Jetzt will US-Präsident Barack Obama den US-Zocker-Banken
für zwei Billionen Dollar ("Billionen" ist kein Schreibfehler) ihre wertlosen
Schrott-Papiere abkaufen
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,604302,00.html).
Woher er das Geld letztlich nimmt, sagt er jedoch nicht. Vielleicht denkt er
sich: Da mir meine Vorgänger durch Misswirtschaft und Kriege (PS: Bomben
und Raketen explodieren auch bei Bankrott) sowieso schon 10 Billionen Dollar
Staatschulden hinterlassen haben, kommt es auf diese zwei auch nicht mehr an.
Aktualisierung [5.2.]: Während die Meldung "Krise trifft Industrie
immer härter" verbreitet wurde (z. B. Bild, 5.2.2009), wurde
gleichzeitig folgende Meldung verbreitet "Dax-Konzerne wollen
Milliarden-Dividende ausschütten"
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,605681,00.html).
Während immer mehr Menschen ihre Arbeit verlieren oder notgedrungen kurzarbeiten
und ihre Firmen vielfach vor dem Kollaps stehen, zahlen die 30 größten an der
Börse notierten Konzerne Gewinnausschüttungen an Aktionäre "gemessen am
Börsenwert der Firmen" "so hoch wie nie" zuvor in der Geschichte. Das ist
die Herrschaft des Gottes Mammon auch in Deutschland: Die Arbeiter und
Angestellten werden zunehmend überflüssig und werden ganz allmählich in Richtung
Verarmung abgeschoben. Die Geldgeber kassieren jedoch satte Gewinne, obwohl die
Aufträge für die Industrie einbrechen. Das ist auch das Prinzip der Schere, nach
dem derzeit im Westen die Wirtschaft überwiegend funktioniert: Reiche werden
immer reicher, Arme immer ärmer und der Mittelstand bricht weg und die Politiker
haben die Aufgabe, solange immer neue Flicken auf dem maroden Gebilde
anzubringen, wie ihnen noch etwas einfällt.
Aktualisierung [10.2.]:
Riesenskandal in der
Schweiz: UBS-Bankrott-Bank macht 19,7 Milliarden Schweizer Franken an Verlust
und bekommt 66 Milliarden Schweizer Franken an Staatshilfe! Und zahlt
2,2 Milliarden Schweizer Franken zusätzliche Bonus-Zahlungen an die Manager.
Das ist der Gott Mammon. Er nimmt selbst dort, wo er verliert. Und er nimmt von
den einfachen Leuten. Und auch in der Schweiz: Staatliche Unterstützung fließt
in die privaten Taschen der Millionäre. Und das alles hat
nichts, aber auch gar nichts mehr mit irgendeiner Ethik zu tun (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,606674,00.html).
Lesen Sie dazu auch:
http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/milliardenpraemien-banker-in-den-usa-kennen-keine-skrupel_aid_365995.html
11.2. / 21.2. / 6.3.2009
-
Der "Raubzug" geht weiter: Bank-Bosse kassieren dank staatlicher Hilfen
immer weiter Zusatz-Millionen / "Unvertretbare Risiken" wegen "exzessiver
Bonus-Zahlungen" / Wenn Großbanken Staaten verhöhnen / Die Weherufe der Propheten hallen in der
Atmosphäre -
So demontieren sich die westlichen Gesellschaften
von innen: Die Banker entnehmen sich weiterhin grandiose Bonus-Belohnungen
(Summen, welche die meisten ehrlichen Arbeiter in Jahren nicht verdienen) bei
gleichzeitigen staatlichen Milliardenhilfen, um die Pleiten ihrer
Bankrott-Banken zu verhindern. Aktuell siehe
http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2009/02/11/gierige-banker/klagen-millionenpraemie-ein.html
und http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,607418,00.html
Wesentlich dabei ist: Die Banker belohnen sich mit
den Bonus-Zahlungen vor allem für ihre riskanten und hochspekulativen
Finanzpokergeschäfte. Anders ausgedrückt: "Exzessive
Bonuszahlungen verleiten Finanzmanager dazu, unvertretbare Risiken einzugehen.
Die Folgen sehen wir jetzt in der Finanzkrise", sagt EU-Kommissionspräsident
José Manuel Barroso (Bild, 21.2.2009). Das
ist eine Eigenschaft des Gottes Mammon: Es wird nicht mithilfe der Vernunft entschieden, sondern
die Gier nach Bonus-Millionen treibt die Banker vielfach in Bankrott- und
Ruin-Geschäfte zum Schaden der ganzen Zivilisation. Und die Politiker
pumpen Steuergelder über Steuergelder in das desaströse System, um noch
größeren Schaden abzuwenden, wie sie bekunden. Doch hat man die Probleme an
der Wurzel gepackt oder schaufelt man letztlich nur Milliarden oder bald gar
Billionen in Fässer ohne jeden Boden?
Ein besonders brutales Beispiel für die Verhöhnung der Staaten und
ihrer Bürger durch die Großbanken gibt die US-Großbank Merrill Lynch.
Die Financial Times schreiben: "Die US-Investmentbank Merrill
Lynch hat der New Yorker Staatsanwaltschaft zufolge ungeachtet von
Milliardenverlusten und Staatshilfen heimlich die Auszahlung von
Millionen-Boni beschleunigt ...
Insgesamt habe Merrill Lynch seinen gescheiterten Managern absichtlich
zulasten der Steuerzahler ´heimlich und verfrüht` großzügige Boni über
insgesamt 3,6 Milliarden $ ausgezahlt, schreibt Cuomo [der Oberstaatsanwalt
von New York] weiter. Mitte Januar vermeldete Merrill für das vierte Quartal
einen Verlust von 15,3 Milliarden $" (Financial Times, 25.2.2009).
Während 20
Milliarden Euro reichen würden, um alle Hungersnöte auf der Welt für ein Jahr
zu beenden - was aber die Politiker weltweit nicht aufbringen wollten und wollen - bekommt allein die
Münchner Bank Hypo Real Estate schon über 120 Milliarden Euro an Geschenken
bzw. Bürgschafts-Garantien, und es sollen weitere
Zeitbomben in Höhe von ca. 600 Milliarden Euro außerhalb der offiziellen Bilanz dort ticken, die aber angeblich
"sicher" seien. Auch daran zeigt sich der Gott Mammon: Einerseits
Hungertote, die man im Elend sterben lässt, andererseits Manager, Bosse,
Chefs, Vorstände, Vorstandsvorsitzende, Kapitalgeber und viele mehr, deren
Spitzengehälter in immer astronomischere Höhen galoppieren - abseits jeder
wirtschaftlichen Vernunft und Realität - und für deren Praktiken die Bürger
aller Länder mit ihren Steuern zahlen, wenn sie weltweites Chaos anrichten.
So fordert z. B. der entlassene Chef der Münchner Pleite-Bank, Georg
Funke, noch vier Jahre sein Top-Gehalt von der Bank, außerdem eine riesige
Betriebspension bis ans Lebensende
(http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2009/03/06/hre-ex-chef-georg-funke/pleite-banker-will-noch-4-jahre-gehalt-kassieren.html
oder:
http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/hypo-real-estate-gescheiterter-bankenboss-will-millionen-einklagen_aid_377660.html).
Über seine und seiner Kollegen maßlose Misswirtschaft siehe den Bericht
unter
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,627127,00.html
Die Maßlosigkeit, Irrealität und Anti-Ethik im Bereich der Banken und
Wirtschaft ist schier grenzenlos. Die verantwortlichen Millionäre scheinen
nicht zu begreifen oder wollen offenbar nicht begreifen, was passiert ist:
Ihre Läden sind pleite und zudem gigantisch verschuldet. Kein Unternehmer
kann seinen Betrieb an die Wand fahren, vom Staat im Anschluss daran
Milliarden über Milliarden für das Unternehmen kassieren und für sich privat
noch bis ans Lebensende Millionen über Millionen aus dem Pleite-Betrieb
heraus ziehen, obwohl dieser nichts anderes mehr ist als ein gigantischer
Sozialhilfeempfänger auf Kosten aller Bürger.
Siehe auch unsere Meldung über die moderne
Form des "Bankraubs".
Und auch die Weherufe der Propheten über die Reichen und Gierigen hallen
wieder in der Atmosphäre: Siehe hier.
8.3. / 11.3. / 27.3. / 25.9.2009 -
Wie Großkonzerne den deutschen
Steuerzahler legal übers Ohr hauen / Die Ethik-Krise hinter der Wirtschafts- und
Finanzkrise / Banken-Manager: Ein Insider packt aus / Einzelne
Hegde-Fonds-Manager genehmigten sich Vergütungen und Boni in Höhe von über einer
Milliarde Dollar im Jahr -
Die Wirtschafts- und Finanzkrise wird immer härter.
Und es wurde bereits in der Vergangenheit mit Tricks gezockt, die erst
allmählich ans Tageslicht kommen. Einer der Tricks ist ganz
einfach: Der Mutter-Konzern in den USA zieht alle Gewinne und noch weit mehr in die USA ab, wo niedrigere
Steuern zu bezahlen sind. Dadurch hat dann der Tochter-Konzern in Deutschland keinen
Gewinn mehr.
Und um sogar hohe Verluste zu erreichen, könnte man z. B. die
Lizenzgebühren für Patente, die in Deutschland bezahlt werden müssen, beliebig
hoch ansetzen, je nachdem, wie hohe Verluste man dort möchte. Um diese dann zu kompensieren, "muss" die
Tochterfirma, von der
man den Gewinn abgezogen hat, nun Kredite aufnehmen. Und dafür kassiert man dann
den deutschen Steuerzahler ab, indem man z. B. Gewinn mindernde "Schuldzinsen"
steuerlich geltend macht. So weit der legale Trick zu Lasten des deutschen Staates. Doch jetzt bittet man diesen Staat, also die Steuerzahler, sogar um
Milliardenhilfen. So ungefähr geschehen z. B. bei Opel/General Motors. Und wer weiß, ob
diese Gelder nicht auch ganz legal in die Taschen des Mutter-Konzerns geschmuggelt werden können. Man
bräuchte dort ja bloß irgendwelche Forderungen bzw. Kosten erhöhen. Und der
einfache Bürger steht ohnmächtig daneben. Siehe z.B.
http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2009/03/08/opel/politiker-empoert-ueber-steuerflucht.html
Und die Manager der Konzerne und Großbanken
nehmen die staatlichen Milliardengeschenke ja in der Regel auch als
Rettungspakete für ihre Privat-Millionen in Anspruch, die sie dank der
staatlichen Hilfszahlungen weiter dem Betrieb entnehmen können, wenn der Staat
das nicht unterbindet. Oder es sind die
Ex-Bosse wie Gerhard Funke von der Hypo Real Estate (HRE), die sich Gelder über Gelder privat
von der Firma erklagen wollen - was gar nicht
möglich wäre, wenn der Staat nicht mit 102 Milliarden Euro die Pleite verhindert hätte
(siehe z. B.
hier). Doch das reicht hinten und vorne nicht. Während Ex-Top-Manager Funke privat
eine Million nach der anderen bis an sein Lebensende von der Bank verlangt,
braucht die Hypo Real Estate die nächsten 10 Milliarden vom Staat (http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/hypo-real-estate-krisenbank-braucht-zehn-milliarden-euro_aid_379164.html).
Und während der Staat in der Regel keinen mittelständischen oder kleinen Betrieb vor dem
Bankrott rettet, besteht die Tendenz, dass er die Konzerne und Großbetriebe mit
Milliardenzahlungen rettet, weil dort mehr Leute beschäftigt sind und bzw. mit verwickelt sind. Doch
auch auf diese Weise geht letztlich der
Mittelstand zunehmend mit unter, und die Schere zwischen Reich und Arm
öffnet sich immer weiter.
Und steckt
hinter dieser globalen Wirtschafts- und Finanzkrise nicht eine fehlende Ethik?
Mit dem urchristlichen "Üb´ immer Treu und
Redlichkeit" hat das weltweite Wirtschafts- und Finanzgebaren schon längst nichts mehr zu tun.
Was lernen die Schüler dazu in den Schulen? Z. B. auch in den so genannten "Elite"-Schulen?
Welche Werte werden ihnen dort beigebracht? So verzichtet man in Deutschland in
fast allen Bundesländern auf einen überkonfessionellen Ethik-Unterricht im Sinne
der positiven Werte des deutschen Grundgesetzes. Stattdessen überlässt man das
Feld lieber dem speziellen Konfessionsunterricht der Kirchen (den auch die
meisten Verantwortlichen für die Krise durchlaufen haben), bietet Ethik nur
als Alternative für diejenigen an, die nicht in den - vom Staat finanzierten - kirchlichen Unterricht wollen
und das auch nicht überall (PS: Was die
römisch-katholische Kirche z. B. lehrt, siehe hier).
Anders in Berlin. Doch auch dort versuchen die Kirchen, auf Staatskosten ihren
speziellen Konfessionsunterricht als Alternative zu einem Ethik-Unterricht für alle,
den es dort seit 2006 gibt, durchzusetzen. So dass die bestehende Regelung - welche bei guten bzw. deutlich
verbesserten Lehrinhalten und guten Lehrern sehr gute Voraussetzungen für eine positive Wertevermittlung
bietet - erst in einem Volksentscheid am 26.4.2009 bestätigt werden muss (siehe dazu
hier).
Ein lesenswerter Ansatz zur Wertevermittlung siehe z. B.
hier.
Aktualisierung [10.3./14.3.] -
"Der dreiste Postbank-Raub" -
Millionen-Sonderboni trotz hoher Verluste bei den Postbank-Vorständen
- insgesamt eine Gehaltserhöhung um 54 % für das katastrophale
Verlustjahr 2008
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,612324,00.html).
Focus online schrieb dazu: "Der dreiste Postbank-Raub"
(http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/boni-der-dreiste-postbank-raub_aid_378996.html).
Immerhin ein Schritt in die richtige Richtung: Postbank-Chef Wolfgang
Klein ist - anders als die meisten anderen - einsichtig und will dafür 2009 auf
Gehalt verzichten. Im Jahr 2008 hatte er 3,3 Millionen Euro verdient. Das dürfte
auch 2009 noch reichen.
Lesen Sie auch:
Banken-Manager - ein
Insider packt über Hintergründe aus (Spiegel online, 23.3.009)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,614140,00.html
"Milliarden werden ohne Sinn und Verstand verschleudert"
(24.3.2009)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,615094,00.html
"Die miesen Tricks der Bonus-Mafia"
(25.3.2009)
http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/managergehaelter-die-miesen-tricks-der-bonus-mafia_aid_383672.html
"Hedge-Fonds-Manager schaufeln sich die Taschen voll"
(25.3.2009). Sie ziehen in den USA sogar schon die Milliarden ab, nicht nur
die Millionen. "Insgesamt strichen demnach vier Manager für 2008 jeweils mehr
als eine Milliarde Dollar an Vergütungen und Prämien ein"
http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2009/03/25/milliarden-fuer-hedge-fondsmanager/dax-bosse-verzichten.html
58 Millionen Euro Gehalt: Vorstände der Dresdner Bank sahnen
mächtig ab (27.3.2009)
http://www.mainpost.de/nachrichten/wirtschaft/topthemen/Dresdner-Bank-Chefs-lassen-sich-Abschied-vergolden;art30838,5047542
Dazu Finanzminister Peer Steinbrück: Sie fügen "unserem
Gesellschaftssystem schweren Schaden zu". Der Gott Mammon ist eben der
krasse Gegensatz zu "Treu und Redlichkeit" und zu den positiven ethischen
Werten. Es zeigt auch das Versagen des Bildungssystems. Denn die Bosse sind
gleichzeitig die hofierte "Elite" dieses Systems.
Aktualisierung: Unternehmen lassen kriminelle Manager gewähren
(Spiegel online, 25.9.2009;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,651061,00.html
8.7.2009 -
Wie der komplette Zusammenbruch des deutschen
Bankensystems in letzter Minute vorerst verhindert wurde
-
Lesen Sie das Protokoll des Schreckens unter
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,634872,00.html.
Sowie: http://www.heise.de/tp/blogs/8/141720
Doch wie lange hält der Flicken auf dem Mammon-System?
13.7.2009
-
Umverteilung geht
weiter: Staatshilfen von Millionären eingesteckt
- Die Umverteilung der Gelder geht weiter. Banken und Betriebe, die mit
Staatshilfen gerettet wurden, zahlen darauf hin weiter Millionen-Boni an
ihre Millionäre. Faktisch wird damit das Geld dem Steuerzahler genommen und
ein großer Teil davon dem Millionär gegeben. So arbeitet der Gott Mammon,
und die Politiker sind unfähig, das zu verhindern, oder sie wollen es auch
gar nicht verhindern. Jüngstes Beispiel:
http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2009/07/13/bank-chef-jens-nonnenmacher/bonus-trotz-staatshilfe.html
25.7.2009 -
Neuer Kirchensteuer-Einnahme-Rekord: 9,76 Milliarden Euro im Jahr 2008 -
jetzt geht es wieder etwas zurück -
In den
letzten beiden Jahren stiegen die Kirchensteuer-Einnahmen kräftig an. Die
evangelischen Kirchen nahmen so im Jahr 2007 9 % mehr ein als 2006. Dann
erhöhten sich 2008 die Einnahmen sogar um 10 % gegenüber 2007. Ähnlich war
es bei der römisch-katholischen Kirche. So erreichte man für das Jahr 2008
den Rekordwert von 9,76 Milliarden Euro Kirchensteuereinnahmen, 5,06
Milliarden Euro für die römisch-katholische Kirche, 4,7 Milliarden Euro für
die evangelischen Kirchen. Doch für die Jahre 2009 und 2010 drohen jetzt
wieder ein Rückgang um ca. 5-10 % auf frühere Rekordhöhen, obwohl
sich die Kirche sogar "ihren" Anteil an der neuen
Abgeltungssteuer seit 1.1.2009 sicherte (http://www.welt.de/politik/deutschland/article4186726/Katholiken-und-Protestanten-wird-das-Geld-knapp.html).
Deshalb greifen die Kirchenoberen wieder zum altbewährten Mittel, um den
Geldstrom aus vielen Kanälen in die Großkirchen hinein am Laufen zu halten.
So heißt es in der Welt: "Im Erzbistum Köln bleiben Kindergärten auf
der Strecke, auch Schulen und diakonischen Projekte" (25.7.2009).
Doch diese Rechnung ist eine Heuchelei. Denn die beiden Großkirchen geben
nur 8-10 % der eingenommenen Kirchensteuer für öffentlich-soziale Zwecke
aus, der Löwenanteil ist für die riesigen institutionellen Apparate. Und für
kirchliche Kindergärten zahlt zudem der Staat (!) durchschnittlich 70 - 80 %
der Kosten, für kirchliche Schulen gar ca. 100 % und auch für "diakonische
Projekte" zahlt der Staat zusätzlich. Alles zusätzlich zu den
Kirchensteuereinnahmen. Und es gibt noch eine dritte Einnahmequelle für die
Großkirchen. Neben der Kirchensteuer und der weitgehenden Staatsfinanzierung
der kirchlichen Sozialprojekte kommen noch einmal zusätzlich ca. 15
Milliarden Euro an Subventionen für Personalkosten, Priesterausbildung,
konfessionellen Religionsunterricht usw. hinzu (vgl. dazu
http://www.stop-kirchensubventionen.de). In Deutschland müssen also
alle Bürger die Groß-Kirchen bezahlen, obwohl es bereits mehr
Konfessionslose gibt als Katholiken oder Protestanten.
Mit Jesus von Nazareth haben die Institution Kirche und die Kirchensteuer
jedoch nichts zu tun. Er erklärte, dass man dem Staat Steuern zahlen muss
("Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist ..."). Von einer zukünftigen Steuer
für eine neu zu schaffende Institution Kirche, die der "Kaiser" für die
Kirche eintreiben soll, sprach er nicht. Wer also für Jesus ist, der tritt
aus.
1.8. / 14.8. / 5.10.2009 -
USA - Sozialhilfe für
Millionäre und Milliardäre: Banken moralisch bankrott / Goldman Sachs:
Siebenstellige Boni auch für durchschnittliche Angestellte / Island: Bank vor
Pleite von Großaktionären geplündert / Kommt irgendwann die
Sklaverei zurück? / "Gehaltsexzesse" auch in Deutschland: "Gierbanker schlagen wieder zu"
/ Hurra, wir sind alle HRE!
- Die Realität übertrifft
manchmal alle Schwarzmalereien. Die Generalstaatsanwaltschaft in New York deckte
jetzt auf, was im Jahr 2008 mit den Staatsgeldern der Regierung Bush-Rice für
die Großbanken passierte: Von den 175 Milliarden Dollar Staatshilfen wurden 32,6
Milliarden für Bonus-Zahlungen an die Millionäre in den Chefetagen der Banken
bezahlt (Main-Post, 1.8.2009), meist konfessionelle Kirchenchristen.
Und weiter: Diese Boni in Höhe von 32,6 Milliarden Dollar waren sogar höher als die vor allem durch die Staatshilfen
erzielten "Gewinne".
Das heißt: Es wurden mehr Milliarden an die wenigen Bosse entnommen als durch
die Wirtschaftstätigkeit und die Staatshilfen zusammen eingenommen wurden. Kein
gesellschaftskritisches Lehrbuch aus dem letzten Jahrhunderten hätte sich
diesen Horror bei der Beschreibung der westlichen Gesellschaftsordnung je
träumen lassen. Und: Sieht es in Deutschland wirklich ganz anders aus?
Und wohin wird diese Entwicklung führen? Die Betriebe gehen also trotz
Staatsmilliarden kaputt, wenn man mehr entnimmt als hinein gibt. Die Leute
verlieren die Arbeitsplätze, und zudem gehen die Staaten kaputt. Bleibt am Ende
eine kleine Minderheit übrig, die ihre "Geldspeicher" mit Waffengewalt überwacht,
während man mit dem Rest der Menschheit und dem, was von dem Planeten Erde noch
übrig ist, machen kann, was man will?
Und weiter: Die durch Staatshilfen
zwischenzeitlich gerettete US-Bank Goldman Sachs zahlt nicht nur
Millionen-Boni an die Bosse. Auch der durchschnittliche Angestellte kann
2009 mit einem Zusatzbonus von einer Million Dollar rechnen (Focus
online, 4.8.2009). Schön für die Angestellten, doch was ist mit den
Angestellten anderer Betriebe? Formiert sich hier nicht eine Art "Staat im
Staate"?
Und in Deutschland aktuell?
"Gierbanker schlagen wieder zu" - Neues von der HSH Nordbank und der Hypo
Real Estate (HRE) am 12.8.2009: Eine Sonderzahlung von 500.000 Euro an den
Vorstandschef der Bankrott-Hypo-Real-Estate, weil ein staatliches Gesetz
sein Gehalt mittlerweile auf 500.000 Euro "begrenzt". Und 100.000 Euro "Bleibeprämie" für
500-600 Mitarbeiter der HSH Nordbank, damit diese das vom Staat erhaltene Bank-Schiff
nicht verlassen und woanders kassieren.
(http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2009/08/12/skandalbank-hsh/zahlt-100000-euro-bleibepraemie-trotz-stellenabbau.html).
Spiegel online
schreibt von "Gehaltsexzessen" der Bosse (14.8.2009).
Aktualisierung:
Und wieder braucht die HRE viel, viel Geld von uns allen, um das Desaster zu
verlängern (13.9.2009), vielleicht zum sechsten, siebten oder achten
Mal (wer hat mitgezählt?). Plötzlich seien neue "unrealisierte
Verluste" in Höhe von 16,3 Milliarden aufgetaucht, die von den Bossen
offenbar so geschickt versteckt worden sind, dass man es erst jetzt merkt.
Praktisch heißt das: Die HRE braucht schon wieder 26 neue Milliarden, um
diesen Verlusten standzuhalten. Erst vor ein paar Wochen hat sich der
Vorstandschef eine Sonderzahlung von 500.000,00 Euro genehmigt, und wer
weiß, wer noch alles Sonderzahlungen bekommt. Die Politiker sollten einmal
ausrechnen, was jeder Deutsche bisher an Sonderopfern schon für die HRE
gebracht hat. Am besten
kann der einfache Bürger dies wohl verschmerzen, wenn er sich sagt: Nach
"Wir alle sind Papst" aus dem Jahr 2005 jetzt "Wir alle sind HRE" aus
dem Jahr 2009. Und dazu noch ein Vorschlag: Die Politiker sollen
entweder die Bundeswehr in Afghanistan finanzieren oder die HRE in
Deutschland, oder das Geld soll dafür verwendet werden, die Klima-Apokalypse
abzuwenden. Die Politiker sollen sich für eines entscheiden: Entweder Krieg
gegen die Taliban, Dauer-Rettung der HRE oder Verhinderung des Kollaps des
Planeten - das Geld reicht nur für ein Projekt, nicht für alle drei. Doch
wie es derzeit ausschaut, versuchen die Politiker, zwei davon
durchzubringen.
Und in Island, so stellte sich
heraus, trieb das Wirtschaftssystem auf andere Weise seine Blüten. Dort
haben die Großaktionäre und ihre Geschäftsfreunde die Kaupthing-Bank kurz
vor ihrem Bankrott geplündert. Als die Insider dem bevor stehenden
Bankrott ins Auge sahen, haben sie sich noch schnell Kredite in Höhe von
fünf Milliarden Euro ohne jegliche Sicherheit unter den Nagel gerissen,
bevor man das Schiff versenkte. Mit anderen Worten: Man hat die Bank
noch schnell geplündert, bevor jemand merkt, dass das Ende gekommen ist. Ein
Vorgeschmack, wie es vermutlich auch anderswo gehandhabt würde. Und das
alles legal.
Als es noch rechtzeitig war, haben
Propheten vor bedrohlichen Entwicklungen dieser Art gewarnt. Doch die Kirche hat sie
lächerlich gemacht und bekämpft, und sie hat damit verhindert, dass
rechtzeitig die Weichen hätten umgestellt werden können. Heute, nachdem
alles längst zu spät ist, hinkt - wie immer - die Kirche mit ihren Mahnungen
hintendrein - als ob es eine Strategie wäre, immer so lange zu warten, bis
das Ruder ohnehin nicht mehr herum gerissen werden kann.
Noch im Januar 2008 hatte sich Landesbischof
Johannes Friedrich dagegen ausgesprochen, die Managergehälter nach oben zu
begrenzen.
Mehr dazu siehe bei:
Aufruf an Bischof Huber
zur Umkehr
Aktualisierung (5.10.2009): Hurra! Und
schon wieder braucht die HRE-Zockerbank 10 Milliarden Euro Staatshilfe. Erst
vor drei Wochen brauchte man mal schnell 16,3 Milliarden, jetzt schon wieder
10 Milliarden. Dabei ist doch noch gar nicht Weihnachten. Wehe, wehe, wer
das letztlich alles bezahlen muss.
13.10. / 15.10.2009 -
Die Höllenfahrt der Menschheit wird immer schneller: Noch nie
gab es mehr Hungersnot auf diesem Planeten und noch nie gab es solche
Spitzengehälter
- Alles spitzt sich in den "letzten Tagen" dieser Zivilisation dramatisch zu. Z.
B. war der Gegensatz zwischen Hyper-Super-Reichen und Hungertoten, wofür
Politiker, Wirtschaftler und auch Kirchen in die Verantwortung tragen, noch nie
so krass wie im Jahr 2009. Folgende beiden Nachrichten wurden am 13.10.2009
zeitgleich verbreitet:
1) Mehr als eine Milliarde Menschen hungern und verhungern elendiglich -
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,655055,00.html
2) US-Banker mit neuen Rekord-Gehältern -
Auch Staats finanzierte Banken erhöhen die Einkommen der Bosse um teilweise 20
%. Damit werden die Gehälter des bisherigen Gehalts-Rekordjahres 2007 um 10 %
übertroffen zu einem neuen Rekordjahr 2009.
http://www.welt.de/finanzen/article4840583/Diese-US-Banken-zahlen-die-hoechsten-Gehaelter.html
Anstatt dass der Staat also dem Hungernden Brot
gibt, schenkt der dem Superreichen noch mehr Geld. Und das betrifft sicher nicht
nur die USA.
Spiegel online schreibt: "An der Wall-Street werden Rekordvergütungen
ausgezahlt, in Europa klagen Investmentbanker zu Dutzenden ihre Boni für das
Katastrophenjahr 2008 ein. In den Geldinstituten werden den Kunden
hemmungslos Zertifikate aufgeschwatzt - als hätte es die Finanzkrise nie
gegeben" (15.10.2009). Und die Politiker und Kirchenführer tun nichts
dagegen und schleichen sich insgeheim auch mit ins Boot der Superreichen und
Mächtigen, von wo man das Boot der Bettelarmen allmählich abzukoppeln
versucht. Doch die Bettelarmen können noch schwimmen, und ihre Wut wächst
...
24.11.2009
-
Kirchlich orientierte
"Gewerkschaften": Niedriglöhne noch weiter gedrückt
- Lesen Sie dazu
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/lohndruecker-im-namen-gottes/
4.12.2009 -
Evangelische
Diakonie: Bonuszahlungen und hohe Abfindungen für Manager sowie eigene
Zeitarbeitsfirma, um Lohnkosten für Angestellte und Arbeiter nach unten
drücken zu können - Die
Boni-Praktiken bei den Bankern schufen auch bei manchen Kirchenbossen
Begehrlichkeiten. Nun kam heraus: Die evangelisch-lutherischen Rummelsberger
Anstalten bei Nürnberg zahlten Sonderboni für Kirchenmanager und in
einem Fall eine für kirchliche Verhältnisse stattliche Abfindung für
einen Manager in Höhe von 450.000,00 Euro, weil sich offenbar zwei Bosse
nicht verstanden. Auf der anderen Seite werden die evangelischen
Kirchenmitglieder immer wieder zu Spenden für Rummelsberg gebeten,
teils mit Spendendosen, mit denen Kinder von Tür zu Tür ziehen. Und
um die Lohnkosten im unteren Lohnbereich weiter drücken zu können, hat die
Rummelsberger Einrichtung der Evangelisch-Lutherischen Kirche auch eine
eigene Zeitarbeitsfirma gegründet, die Arbeitskräfte für die Diakonie zu
"Dumping-Löhnen" "entleiht" anstatt die Menschen in einem ordentlichen
Arbeitsverhältnis zu beschäftigen.
Erst vor kurzem gerieten die Evangelischen Einrichtungen von Rummelsberg in
die Schlagzeilen. Der
leitende Ratsvorsitzende, ein evangelisch-lutherischer Pfarrer, musste wegen
gewalttätiger sexueller Missbrauchs-"Experimente" mit Diakonen-Schülern
gehen. Auch hier kam jetzt heraus, dass Ratsvorsitzender Karl Heinz
Bierlein zusätzlich
zu seinem Spitzengehalt noch eine weitere monatliche Zahlung in Höhe von
2.000 Euro erhalten hat
(z. B. http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1130010&kat=27),
wovon die Aufsichtsgremien nichts wussten..
"Vertrauen dahin", schreiben die Nürnberger Nachrichten am
30.11.2009.
Aktualisierung: Der Nachfolger von Direktor Karl Heinz
Bierlein in Rummelsberg, Rektor Wolfgang Bub, "wirft" nach ca. einem Jahr
bereits "hin". Einiges sei geschehen, "was für mich jenseits der Grenze des
Zumutbaren lag" (Süddeutsche Zeitung, 9.12.2009). In dem
Diakoniewerk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit 6100
Beschäftigten wird "mit harten Bandagen um die Richtung gekämpft".
12.12.2009 -
"Mehr als eine Tonne
Gold" in der Vatikanbank? -
Die Rheinpfalz schreibt am 28.11.2009, zu Beginn der diesjährigen Adventszeit:
"Die Vatikanbank ist einer der geheimsten Einrichtungen der Weltfinanz. Sie
veröffentlicht keinerlei Bilanz, unterstellt sich keinen internationalen
Kontrollen und ist - mitten in Italien - so etwas wie ein Steuerparadies. Ihr
Vermögen wird auf fünf Milliarden Euro geschätzt; außerdem liegt in ihren
Tresoren angeblich mehr als eine Tonne Gold". Jetzt gerät die Vatikanbank wieder
wegen des Vorwurfs in die Schlagzeilen, dass dort in großem Stil
Gelder der Mafia gewaschen
wurden.
25.12.2009 -
Über 20 % der
Immobilien Italiens gehören der Kirche - "´20
bis 22 Prozent der Immobilien in Italien gehören der Kirche`, zitierte die
Wirtschaftszeitschrift ´Il Mondo` vor zwei Jahren den Fachmann Franco Alemani
von der Gruppe Re, die Mönche und Ordensschwestern bei ihren
Immobiliengeschäften berät." Und sind von der Immobiliensteuer befreit.
Lesen Sie
mehr im Handelsblatt
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/_b=2503146,_p=5,_t=ftprint,doc_page=0;printpage
Mehr dort auch zu den Machenschaften der Vatikanbank
IOR ("Institut für gute Werke"). Wirtschaftsprofessor Prof. Dr. Mario Comana
erklärt, dass es "nichts Vergleichbares in der westlichen Welt gibt ..."
und dass es
"außerhalb jeder Kontrolle" agiert.
Das Handelsblatt weiter: "Auch der letzte Papst, der beim IOR aufräumen
wollte, Johannes Paul I., überlebte nur 33 Tage im Amt. Nur einen Tag nach der
Ankündigung, die Führungsriege zu entmachten, starb er am 28. September 1978
unter merkwürdigen Umständen." Und die Nonne, welche die Leiche fand,
verpflichtete sich zu "lebenslangem Stillschweigen" (sie wird wissen, was sonst
passiert).
Prof. Dr. Massimo Teodori bezeichnete die Vatikanbank als "eines der größten
Zentren der finanziellen Kriminalität Italiens zwischen den 70er-Jahren und den
90er-Jahren".
Und heute? Neue Details enthüllte zuletzt das Testament des verstorbenen Renato
Dardozzi, einem Insider der Finanzen des Vatikans. "Zu Lebzeiten wollte sich
Dardozzi wohl nicht mit dem IOR anlegen, das er eigentlich beaufsichtigen
sollte".
Lesen Sie auch:
Der Betrugs-Bankrott der Banco
Ambrosiano und das IOR - Roberto Calvi, der "Bankier Gottes", hängt tot unter
der Brücke der Barmherzigen Brüder in London.
9.1. / 13.1. / 30.1.2010 -
Nach
Milliarden-Desaster der BayernLB! Unfassbar: Hypo Real Estate - Nach 120
Milliarden Euro Subventionen nun neuer Schrott im
Wert von 200 Milliarden Euro entdeckt -
Es ist unfassbar, dass dies in Deutschland, und
gar im Musterland Bayern möglich ist. Bei der Hypo Real Estate aus
München, die wir alle schon mit 120 Milliarden Euro vor dem Bankrott schützen
mussten, wurde der nächste Schrott im Wert von neuen 200 Milliarden Euro gefunden
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,671019,00.html).
Erst
vor Tagen war ein neues 3,7-Milliarden-Desaster der Bayerischen Landesbank
BayernLB aufgedeckt worden, dass die CSU-Stoiber-Regierung zu
verantworten hat(http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,670086,00.html).
In diesem Zusammenhang ist bereits der Präsident des Bayerischen
Sparkassenverbandes Siegfried Naser zurück getreten (siehe
oben), bekommt jedoch weiter ein
Millionengehalt
(http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft-finanzen/trotz-ruecktritts-wegen-bayernlb-affaere-noch-millionen-naser-611363.html). Siegfried Naser hatte
bereits als ehemaliger katholischer Landrat von Kitzingen eine unrühmliche
Rolle beim Skandal-Verkauf des ehemaligen Kreiskrankenhauses Dettelbach gespielt
(http://www.das-weisse-pferd.com/02_09/dettelbach.html).
Damals machte er auf Druck der beiden Großkirchen den Umbau in eine Naturklinik
mit Millionenverlust für den Landkreis rückgängig. Die Klinik entstand dafür
andernorts mit großem Erfolg (www.naturklinik.com).
Mittlerweile wird in der Skandal-BayernLB nicht nur wegen Untreue ermittelt,
sondern es geht auch um "weitere Straftatbestände" (Bild, 13.1.2010).
14.2. / 16.2.2010 -
Griechenland
zahlte 300 Millionen Euro an US-Bank Goldman Sachs, um bevorstehenden
Bankrott zu vertuschen - Unfassbar: Sind die Wirtschaftstricks nicht schwere
Kapitalverbrechen? - Kennen Sie
das Instrument des Cross-Currency-Swap? Nein? Wir auch nicht. Aber alles
scheinbar legal. Oder auch nicht. Der damals verantwortliche deutsche
Finanzminister Hans Eichel zur Einführung des Euro in Griechenland: "Wir
sind einem offenkundigen Schwindel aufgesessen" (Focus online, 16.2.2010).
Doch eine Strafe gibt es nicht. Denn was soll´s? so sagen sich Banker und
Politiker: Hauptsache, es gibt bald wieder
Millionen-Boni und Diätenerhöhungen!
Lesen Sie mehr über einen Aspekt des
Finanzdesasters der westlichen Welt in
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,677750,00.html.
Lesen Sie dazu auch:
Freie Christen Nr. 3 - Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld
Weitere Meldungen zum Thema "Kirche und Geld" finden Sie in:
Der Theologe
Nr. 16: Die Päpste Johannes Paul II. Benedikt XVI. und das Papsttum
im Vatikan
Der Theologe Nr. 23: Das Staatsross und sein
kirchlicher Reiter
Sowie die
Serie
über "Kirche und Geld" in der Zeitschrift Das Weisse Pferd
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
interessanter Texte.
[
1 - Luther-Evangelische Lehre
]
[
2 - Reinkarnation
]
[
3 - Luther-Christus
]
[ 4 - Kirche-Holocaust
]
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