Freie Christen für den Christus der Bergpredigt
Die Bethlehem-Geschichte
von der Geburt Jesu
Vorbemerkung:
Die Geschichte von der Geburt von Jesus ist vor allem in der Fassung bekannt
geworden, wie sie in der Bibel überliefert ist, und eine Interpretation der Bibel ist das Buch von
Papst Joseph Ratzinger, Jesus von Nazareth. Prolog. Die Kindheitsgeschichten.
Doch die
Bibel enthält
auch zahlreiche Unwahrheiten - wie die Legende einer Jungfrauengeburt, wonach Maria ohne das Zutun von Josef
schwanger geworden sei. Diese Legende hat die Kirche aus antiken Götzenkulten übernommen
und auf Maria und Jesus hin umformuliert. Und die kirchlichen Theologen haben
weitere schwer wiegende Unwahrheiten hinzu gefügt; vor allem, dass Jesus, der
Christus, auf dieser Welt gewesen sein soll, um sich später kreuzigen zu lassen.
Das war jedoch nicht sein Wille, sondern das Ziel seiner Gegner, die ihn auf
diese Weise endgültig zum Schweigen bringen wollten. Er hat sich nur nicht
dagegen gewehrt, sondern hat das Unrecht lediglich aufgezeigt. Hinzu
kommen kleinere kirchliche Erfindungen, wie etwa, dass die "Weisen aus dem
Morgenland" "Heilige Drei Könige"
gewesen sein sollen. Doch diese Männer waren weder "heilig" noch waren sie "Könige",
sondern sie waren Sterndeuter aus dem Orient, welche die Vorgänge am Himmel und im Kosmos
beobachteten.
Und vieles ist in der Bibel auch gar nicht beschrieben, was sich damals ereignet hat.
Davon spricht der Evangelist Johannes, wenn er schreibt: "Es sind noch viele
andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn aber eins nach dem anderen
aufgeschrieben werden sollte, so würde, meine ich, die Welt die Bücher nicht
fassen, die zu schreiben wären"
(21, 25).
Manches Geschehen aus dem Leben von Jesus steht allerdings in urchristlichen Schriften
außerhalb der Bibel, und einige dieser Inhalte wurden in der nachfolgenden
Weihnachtsgeschichte berücksichtigt. Dabei kann man heute nicht mehr wissen, ob
sich nun jedes Detail exakt so zugetragen hat oder ob es vielleicht ein wenig
anders war. Doch der Sinn und die Botschaft der Bethlehem-Geschichte sind klar,
und alle Ereignisse, von denen diese Geschichte handelt, sind gleichzeitig auch ein Symbol für
die Menschheit.
Dabei wird eines deutlich: Die Verniedlichung der Geburt von Jesus durch
die kirchliche Tradition - "Kindlein in
der Krippe", "Jesulein süß" und dergleichen - entspricht nicht dem,
was sich damals in großer Not zugetragen hat. Auch passt es nicht
zusammen, wenn man in unserer Zeit in Weihnachtsgottesdiensten und bei
Adventsnachmittagen den Kindern von "Ochs und Eselein" und von den Schafen und Lämmchen der Hirten erzählt und später
beim Weihnachtsessen das Fleisch der geschlachteten Tiere bedenkenlos verzehrt.
Maria und Josef hätten sicher nicht zugestimmt, wenn man auch nur eines der
Tiere im Stall von Bethlehem erstochen, gebraten und anschließend verzehrt hätte.
Letztlich hat die alljährliche Verniedlichung der Geburt von Jesus an
Weihnachten den Zweck, den größten Propheten aller Zeiten
zum Schweigen zu bringen. Und diesem Zweck dient auch der Umstand, dass Jesus
heute in den Kirchen immer noch am Kreuz hängt, obwohl doch gesagt wird, dass er
auferstanden sei.
Der Grund für die Verniedlichung oder die dauernde Verehrung des "Gekreuzigten" ist
nicht so schwer zu ermitteln: Das "Kindlein in der Krippe" kann
noch nicht reden, und der "tote Mann am Kreuz" kann nicht mehr reden, um z. B.
die träge und veräußerlichte Christenheit aufzurütteln. Und das wiederum
ist bequem für diejenigen, die stattdessen heute das Wort führen, die Priester
und Theologen, die Jesus niemals eingesetzt hat.
Die nachfolgende Bethlehem-Geschichte kann mithelfen, einen Gegenpol zu dieser
Tradition des "Alle Jahre wieder ändert sich nichts" zu bilden. Sie
eignet sich zum Vorlesen (z. B. mit wechselnden Sprechern) sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche und Kinder. Wer gut
hinhört, für den werden die Ereignisse vor 2000 Jahren vielleicht ganz neu lebendig. Und wer dadurch besser erfasst, was damals wirklich geschah, für den könnte das
Weihnachtsfest zu einem echten Fest der Liebe und des Verstehens werden, das
auch nicht ohne Folgen für die weitere Zeit bleiben wird.
1
Einst lebte in der kleinen Stadt Nazareth Josef, ein älterer und sehr geschickter
Zimmermann, mit seinen
Söhnen. Seine Frau war vor einiger Zeit gestorben, und die Söhne sind bereits erwachsen.
Und Josef, der Witwer, hatte wieder geheiratet, seine
junge Frau Maria. Weil Maria als Kind sehr in sich gekehrt und verschlossen
war, hatten ihre Eltern sie in den Tempel von Jerusalem unter die Obhut der Priester
gegeben, damit sie dort eine gute Erziehung bekäme. Doch der veräußerlichte Tempelkult hatte Maria,
die sehr einfühlsam ist und auch klar denkt, nie etwas bedeutet.
So ist Maria froh, dass sie den Tempel wieder verlassen kann, als Joseph sie zur Frau nimmt.
Die Söhne Josefs jedoch freuten sich darüber nicht. Sie glaubten, ihr Vater könne in seinem Alter
seine Begierden nicht mehr im Zaum halten, und er habe sich deshalb diese junge
Frau genommen. Doch Joseph, der Zimmermann, ist ein rechtschaffener und
vernünftiger Mann mit einem guten Charakter, der einfach das Richtige tun möchte.
Wenn er betet, dann ist er mit Gott in seinem Herzen verbunden und er bittet um
die Führung Gottes für sein Leben.
Ähnlich ist es bei Maria. Sie hörte auch die Stimme des Schutzwesen an ihrer Seite,
den wir heute Gabriel nennen.
Wir Menschen sprechen oft von einem Schutzengel, der jedem von uns
zur Seite steht und uns durch feine Impulse warnen oder helfen kann, wenn wir wachsam sind und lernen, auf
die Stimme unseres Herzens zu hören. Maria und Josef hörten in ihrem Inneren die
Stimme dieses Wesens, der von ihrer Aufgabe sprach, Eltern eines Kindes zu
werden. In diesem Kind soll Christus inkarnieren, der erstgeborene Sohn des
Schöpfergottes selbst. Er kommt mit dem großen Auftrag auf die Erde, die
Menschen, die sich in dieser materialistischen Welt verirrt haben, wieder zu Gott
in ihre ewige Heimat zu führen. Bald aber müssen Josef und Maria den Spott der Bewohner Nazareths ertragen, die sagten: "Schaut, der alte Mann und
die junge Frau! Und jetzt ist sie auch noch schwanger!" Auch die Söhne Josefs
stimmen manchmal ein in diesen Spott und klagen: "Wir sind arm, doch jetzt
müssen wir auch noch Marias Mund mit stopfen."
2
In jenen Tagen ergeht ein Befehl des
römischen Kaisers Augustus: Alle Bewohner des Reiches müssen an einer
Volkszählung teilnehmen und sich in Steuerlisten eintragen. Und für
Josef und seine Familie lautet der Befehl des Statthalters von Judäa: Sie müssen sich
in der Stadt Bethlehem im Süden des Landes in die
Steuerlisten eintragen lassen, über 100 km von Nazareth entfernt, weil
Joseph ursprünglich aus Bethlehem stammte. Von ihm und seinen Söhnen würden die
Besatzungsmacht die Reise wohl verlangen, so denkt sich Josef.
Doch muss wirklich auch Maria
auf diese anstrengende Reise mitkommen? Denn Maria ist
doch hochschwanger,
und das Kind könnte jeden Tag zur Welt kommen. Außerdem ist es
doch die kalte und lichtarme
Jahreszeit, und von Nazareth nach Bethlehem geht es oft durch unwegsames Gelände.
Und woher würde die
Familie auf dieser Reise genug zu essen bekommen? So viel Vorräte haben sie gar nicht, dass es
als Proviant für den langen Weg reichen würde.
3
Doch keine Bitte um Schonung der Frau
hilft. Ob krank, ob schwanger oder hoch betagt – wen
interessiert von den
Reichen und Mächtigen die Not der Armen? Und wer kann sich in ihre Sorgen
einfühlen? Der Statthalter Roms hat es so befohlen, und deshalb muss sich die ganze Familie Josefs mitten in der kalten Zeit zu Fuß auf die
beschwerliche Reise machen. Josef und seine Söhne gehen zu Fuß, und Maria reitet auf dem
Rücken eines Esels – durch Wälder und auf sandigen Pfaden, über Bäche und Hügel und auf steinigem
Gelände. Josef ist voller Fürsorge für
Maria und das Kind in ihrem Leib. Und auch der treue Esel tut seinen Dienst – immer auf der
Hut, dass er auf unwegsamem Gelände nicht den Halt verliert; oder dass Maria plötzlich den Halt
auf ihm verlieren könnte. Niemand kann Maria die Ruhe geben und die Umgebung, die sie
jetzt dringend braucht. Außerdem fehlt es immer wieder an Nahrung. Manchmal nehmen sie Kräuter
am Wegesrand zu sich. Oder sogar Wurzeln. Diese sind wie kleine Geschenke. Doch
satt wird davon keiner. Und Josef kann seine Sorge um seine Frau und das noch
nicht geborene Kind kaum verbergen. Doch er und Maria halten sich in ihren
Herzen fest an Gott, und sie vertrauen auf Seinen Schutz und Seine Hilfe, damit
Er ihnen die Kraft für alles gibt.
4
Endlich erschöpft und durchfroren in
Bethlehem angekommen, lassen sich Josef und seine Familie bei der Volkszählung
erfassen. Danach sehnen sich alle nach einer warmen Unterkunft, um etwas zu
schlafen und sich zu erholen. Doch wer wird sie aufnehmen? Die Familie geht von
einer Herberge zur anderen und klopft an. Doch eine hochschwangere Frau, und
noch dazu bettelarm? Und jeden Augenblick könnte das Kind zur Welt kommen? Wer fühlt sich ein in die Menschen und ihre Not, die nur um einen
bescheidenen kleinen Schlafplatz bitten? Das bringt nur Probleme, so denkt sich
der kaltherzige Mensch. Und so kommt es dann: In einem Quartier nach dem anderen werden sie abgewiesen. Niemand möchte die arme Familie aufnehmen. Josef und Maria, die Söhne Marias und der
tapfere Esel ziehen hilflos durch die Straße. Maria
spürt, wie sich das Kind in ihrem Körper bewegt und geboren werden möchte.
Soll sie es nun etwa auf der Straße zur Welt bringen? Und würde es nicht
gleich erfrieren in der großen Kälte ohne Dach über dem Kopf? Maria fleht in
ihrer Verzweiflung in ihrem Inneren zu Gott um
Hilfe.
Die Dunkelheit bricht bereits herein, und als Joseph ein weiteres Mal anklopft,
öffnet eine ebenfalls arme Bauersfrau die Türe. Sie sieht die Not der Familie
und denkt sich:
"Wenigstens in unserem Stall könnte ich sie unterbringen." Und sie
sagt:
"Ein Zimmer habe ich nicht. Aber einen brüchigen Stall. Dort sind einige
Tiere untergebracht. Dort könnt ihr bleiben in der
Nacht, wenn ihr das wollt!"
Der Stall ist in eine Felsenhöhle hineingebaut, und es ist eine
besonders
kalte Nacht. Und bei der Familie stehen ein Ochse, ein Pferd, ein Esel, ein
Schaf, und auch eine Katze mit ihren Jungen und einige Tauben sind im Stall. Doch ein Feuer darf die Familie dort nicht anzünden. Nur
die Körperwärme der Tiere strahlt den Menschen im Stall wenigstens ein klein wenig Wärme zu.
Und die Tiere schauen die Menschen mit gütigen Augen an und heißen sie
willkommen. Und Maria und Josef sind dankbar und beten zu Gott: "Wenigstens ein
Dach über den Kopf wird Dein Sohn haben."
5
Da
beginnen bei Maria auch schon die Wehen. Die junge Frau liegt mitten im Stroh für die Tiere, und
sie hat starke Schmerzen.
Kein Arzt und keine Hebamme sind zur Stelle wie bei den reichen Frauen. "Gott, Vater", so
ringt
Maria in ihrem Herzen, "in der Fremde und unter den einfachsten Verhältnissen,
nicht einmal unter den Menschen, sondern unter den Tieren, kommt Dein Sohn auf
diese Welt." Dann fällt sie völlig entkräftet ins Stroh, denn schon
der lange Ritt auf dem Esel ging über ihre Kräfte. Und die Söhne Josefs beginnen zu zweifeln, ob Maria
die Nacht überhaupt überleben würde. Und sie zweifeln wieder an dem, was Josef und
Maria zu ihnen sagten –
warum sie heirateten, und was mit dem Kind ist, das nun geboren wird.
"Diese Erbärmlichkeit!", so die Söhne Josephs. "Wenn das etwas mit Gott zu tun haben soll, warum sorgt
Gott dann nicht besser für Seinen Sohn und für dessen Eltern!"
6
Doch
diese Geburt ist für die Welt ein Symbol. Gott zeigt damit der Menschheit,
dass die Tierwelt den Menschen achtet und ihm Unterschlupf gewährt; ganz anders
als der reiche Mensch! Es sind arme Menschen, die den Stall zur Verfügung
stellten, so wie
auch Jesus später sagt: "Nicht bei den Reichen werde ich Wohnung nehmen."
Und so nehmen die Ereignisse ihren
Lauf. Noch in dieser Nacht bringt Maria Jesus mitten unter den Tieren zur Welt.
Die Tiere im Stall sind ruhig, und sie nehmen liebevoll
Anteil am Leben der Menschen, den Gästen in ihrer halb zerfallenen Unterkunft. Und
auch sie spüren, dass hier etwas
Großes geschieht. Denn die Tiere leben in der Einheit mit dem
großen Schöpfergeist.
7
Der Stall in Bethlehem und die
Geburt in der Fremde, weit weg vom irdischen Heimatort, bedeuten: Jesus wird in
Seinem Erdenleben keinen irdischen Heimatort haben, an dem Er sich zuhause
fühlen kann. Sie bedeuten aber auch: Gott ist
überall: im Tier, in der Natur, in der einfachsten Hütte. Er wohnt nicht in
goldenen Palästen und nicht in reich verzierten und geschmückten Tempeln und Kirchen, sondern in
einem Herzen, das von der Liebe zu Gott erfüllt ist.
Ein Tier weicht zur Seite und überlässt Maria seinen Futtertrog, damit sie das
neugeborene Kind dort hinein legen kann. Das Tier geht dafür mit an die Krippe der
anderen Tiere. Dieses
Symbol bedeutet: Die Tiere leben miteinander. Nur der habgierige und nur um sein
Ich kreisende Mensch kümmert sich weder um Essen noch Unterkunft für seinen
Bruder und seine Schwester.
8
Ganz in der Nähe dieser Ereignisse haben auch Hirten mit ihren Schafen
ihr Quartier aufgeschlagen. Naturverbundene
Menschen haben oft eine sehr sensible Seele. Und die Hirten spüren in dieser Nacht, dass Gott ihnen nahe ist,
wie sie es bisher noch nicht erfahren haben. Die Flammen ihres Lagerfeuers und in ihren
Lampen scheinen viel heftiger zu züngeln als sonst. In ihrem Inneren
hören auch sie die Stimme eines Geistwesens, eines Engels, der zu ihnen spricht,
dass ganz in ihrer Nähe gerade der Messias, der Befreier der Menschen,
geboren wird. Doch sie können dieses außergewöhnliche Geschehen - die heftig
züngelnden Flammen und
die Stimme in ihrem Inneren - nicht wirklich erfassen. Und sie sprechen miteinander: "Was geschieht hier
mit uns?" Der eine sagt so,
ein anderer so. Einer der Hirten sagt: "Wir sollten in Richtung Bethlehem ziehen, um zu schauen." Andere sagen: "Wir bleiben
hier am Feuer." Und so sind es einige Hirten, die ihre Lampen entzünden und
nach Bethlehem gehen. Dort kommen sie direkt an dem halb zerfallenen Stall
in der Felsenhöhle vorbei, in dem gerade das Kind geboren wurde, und sie
sehen dort neben den Tieren auch einige Menschen.
Noch liegt der neugeborene Mensch hilflos in einem Futtertrog für Tiere. Als
Mann wird er später sagen: "Ich bin der gute Hirte. Ich rufe alle Menschen guten
Willens. In Israel. Und in allen anderen Völkern dieser Erde! Höret meine
Stimme: Das Friedensreich ist nahe herbeigekommen!"
Die Hirten merken, wie die Menschen frieren und dass sie alle
sehr hungrig sind, und sie sehen das Kind. Da spricht der
Älteste der Hirten: "Ich hole etwas von unserem Schafkäse und bringe noch ein paar
Schafe mit. Dann zieht die kalte Luft nicht so herein, und es wird ein klein
wenig wärmer."
Aus den Hirten spricht die Güte ihres Herzens, und sie geben alles, was sie
können. Auch ihr Besuch ist ein Symbol für die
Welt. Er bedeutet: Die armen und schlichten Menschen werden Gott schneller
erkennen und das Rechte tun als die Reichen und Stolzen. Und nach ihrem
Besuch ziehen die Hirten
ziehen wieder ihres Weges, zurück an ihren Lagerplatz und tief beschenkt in ihrem Inneren.
9
Da klopft eine ältere Frau am
Stall an. Sie hatte gehört, dass in dieser Stallhöhle ein Kind geboren
wurde und bringt etwas Brot mit. Und sie nimmt das Kind in den Arm und fasst sich ein Herz: Sie führt
Josef und seine Familie noch in der Nacht zu ihrem ärmlichen Zuhause. Auch diese
Unterkunft bietet nicht viel. Doch es
ist jetzt ein warmes
Quartier. Und die Frau versorgt Maria und das Kind mit allem, was sie geben kann.
10
In dieser Zeit sind auch einige
Sterndeuter aus dem Orient auf der Reise. Sie wissen von einer
Prophezeiung. Der Befreier, der Erlöser der Menschen, würde unter einer ganz bestimmten Sternenkonstellation
aus dem Heiligtum Gottes kommen und sich auf der Erde in einen einfachen
sterblichen Menschenkörper inkarnieren. Dieser Mann wird der lang ersehnte König sein, der Messias,
auf den das Volk Israel schon seit vielen Hundert Jahren wartet; und der eines Tages auch
zum König der anderen Völker wird. Diese Sternenkonstellation, von der die
Prophezeiung einst kündete,
zeigt sich jetzt am Himmel. Doch das Reich des Christus wird nicht von dieser
Welt sein.
Und es geschieht, dass auch König Herodes in
Jerusalem von der Reise der weisen Männer erfährt. So lässt er die Männer an seinen Hof rufen
und
spricht zu ihnen: "Sucht sorgfältig nach dem Kind. Wenn ihr es dann gefunden
habt, sagt mir wieder Bescheid, so dass auch ich kommen und es anbeten kann."
Der König redet süß. Doch finster sind seine Gedanken. "Wenn hier ein Kind
geboren wird, das König werden soll", so seine Gedanken, "dann werde ich das
nicht zulassen. Denn wer hier König ist und später König wird, das bestimme
ich." Und der König plant, das Kind zu finden, um es dann töten zu
lassen.
11
Die Männer aus dem Orient, dem
Morgenland, ahnen von dem furchtbaren Plan des Herodes nichts. So ziehen
sie mit ihren Kamelen und Eseln voll freudiger Erwartung weiter ihres Weges,
nachdem sie vom Hof des Herodes aufgebrochen sind. Und der Stern
geleitet ihren Weg.
Nach einiger Zeit jedoch ist auf einmal
der Stern verschwunden. Bestürzt schauen die Sterndeuter einander an. "Wo
ist der Stern? Warum ist er nicht mehr am Firmament zu sehen? Was ist geschehen?" Sie steigen von den Tieren ab.
Sie sind verzweifelt und wissen nicht weiter. Wohin nun? Und was tun? Es kann doch nicht sein, dass
der Stern plötzlich nicht mehr zu sehen ist. Und sie fangen an, zu ihrem Gott um
Hilfe und Führung zu beten. Da fällt ihnen auf, wie erschöpft die
Kamele und Esel sind und wie die Tiere
vor Durst leiden. Und so nehmen sie ihnen ihre schwere Lasten ab und suchen nach
Wasser zum Trinken. Und sie finden schon bald einen Brunnen, denn ihre Reise
steht unter einem guten Stern. Und was geschieht? Gerade als sie Wasser für ihre durstigen Tiere schöpfen, spiegelt sich
auf der Wasserfläche plötzlich wieder der Stern, den sie verloren hatten.
Die Männer greifen sich an die Stirn, und ihre Freude ist unbeschreiblich, und
sie danken Gott für diese Führung und Hilfe. Sie hatten so eifrig auf den
Stern geblickt, dass sie gar nicht merkten, wie ihre Tiere von der
großen Anstrengung müde und durstig geworden sind.
Denn sie sind schwer mit Proviant, mit Geschenken und mit allerlei
Habseligkeiten für die Reise beladen. Glücklich setzen sie mit den Tieren ihren Weg fort.
12
Und so kommen auch die weisen
Männer aus dem Orient
in die Stadt Bethlehem, und sie finden dort das Haus, an dem das
Kind und seine Eltern untergekommen sind. Wenn
die Prophezeiung stimmt, dann haben sie hier, an diesem Ort, den Menschen gefunden, der später
der König und Diener aller Menschen werden
würde. Die drei Männer
treten ein und gehen auf die Knie. Dann öffnen sie ihre Tücher
und breiten ihre mitgebrachten Gaben aus. Und während sie die Macht Gottes in dem Kind
anbeten, werden auch sie selbst im Inneren tief beschenkt, und sie legen sich danach
zur Ruhe. Doch während sie schlafen,
hören sie im Traum eine Stimme: "Kehrt nicht wieder zu König Herodes zurück, wie ihr es ihm
versprochen habt". Die Sterndeuter erwachen und
sind erschrocken. Was ist zu tun? Jeder hat die Warnung vernommen. Und sie
wissen, was zu tun ist und sie befolgen die Warnung in dem Traum.
Nach ihrem Brauch zünden sie ein Feuer an, und dankend beten sie Gott in der
Flamme an für die erneute Führung. Und so ziehen sie auf einem
ganz anderen langen Weg zurück in den Orient,
von wo sie einst aufgebrochen sind.
13
In Bethlehem ist Josef immer noch
sehr besorgt. Denn Maria ist
nach der Geburt noch ganz erschöpft. Sie braucht Ruhe, damit sie
wieder zu Kräften kommt und die Familie sich auf den Rückweg nach Nazareth
machen kann. Noch weiß die Familie nicht, wie ihnen der Rückweg mit dem
neugeborenen Kind gelingen soll. Denn erneut steht ein beschwerlicher Fußmarsch
bevor. Doch größer als die Sorge ist Josefs Zuversicht, und Josef und Maria
spüren jeden Augenblick: Gott ist ganz nah und Er wird ihnen wieder beistehen.
Doch etwas
Böses liegt in der Luft. Jemand hatte gehört, dass Herodes dunkle Pläne
schmieden würde und nach einem bestimmten Kind sucht, um es in den Königspalast
bringen zu lassen. Und Josef und Maria wissen
sofort, dass ihr Kind gemeint ist.
Und nachdem Josef eingeschlafen ist, träumt auch er schwer und ein Bote
Gottes erscheint ihm im Traum und spricht: "Fliehe mit dem Kind und seiner
Mutter nach Ägypten und bleibe dort, bis dir weiteres gesagt wird."
Als Josef das hört, fährt ein furchtbarer Schreck in seine Glieder. Und er weiß
auch: Sie dürfen jetzt keine Zeit mehr verlieren.
14
Und sogleich, noch mitten in dieser
Nacht, machen sich Josef und Maria mit Jesus auf. Sie fliehen zu Fuß aus
Bethlehem – jedoch nicht zurück nach Nazareth, sondern weiter nach Süden in Richtung Ägypten.
Murrend folgen auch die Söhne Josefs, und sie klagen: "Warum müssen wir fliehen?
Warum kann Gott Seinen Sohn nicht anders schützen?" Doch sie gehorchen
ihrem Vater Josef.
Maria
ist die Anstrengung im Gesicht zu lesen, jedoch auch ihr volles Vertrauen in die Führung Gottes.
So ziehen Maria, Josef und seine Söhne also nach Ägypten. Und es wird eine sehr
sehr lange Reise, viel länger als der Weg von Nazareth nach Bethlehem. Doch Gott weiß
sie zu erneut zu beschützen und ihnen immer den Weg zu zeigen. Und sie bleiben in Ägypten
und leben und arbeiten dort. Und es dauert etwa sieben
Jahre, bis der Bote Gottes Josef erneut im Traum erscheint und spricht: "König
Herodes ist gestorben. Stehe
auf und nimm das Kind und Seine Mutter und kehre zurück in das Land Israel."
Und dort wird es bald zur Konfrontation kommen mit den Priestern und den
Schriftgelehrten, den Theologen. Sie werden Jesus, den Christus verleumden und
von der Besatzungsmacht foltern und töten lassen. Aber besiegen werden sie ihn
nicht.
|
Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
Weitere Literatur:
Lesen Sie hier auch
eine
Weihnachtsgeschichte von drei Kindern, die einen Weihnachtsbaum suchen, doch auf
einmal kommt ihnen eine ganz andere Idee ...
Und:
Die Gänse klagen - ein leidenschaftliches
Plädoyer dafür, die Gänse am Leben zu lassen
Was der große sterbende Baum im Vatikan uns
sagen könnte
... und bleibend aktuelle Nachrichten und Hintergründe zum blutigen
Weihnachtsfest:
Unschuldige Tiere als
Opfer der Menschen - Grausame Schlachtungen im kirchlichen Christentum,
Judentum, Islam und Hinduismus / Für ein Weihnachts- und Silvestermenü vegetarisch
Weihnachten - das Fest der toten Tiere
Verhöhnung von Christus - 10.000
sterbende Kinder pochen jeden Tag an die schweren Tore des Vatikan
Die Geburtstage von Buddha und
Jesus
Die wahre Wein-Nacht - über
die
kirchliche Inquisition
sowie das Buch Wer war Jesus von Nazareth? Seine Kindheit und
Jugendjahre (bitte Cover links anklicken) aus dem Gabriele-Verlag Das Wort, in dem einige der hier verwendeten
Quellen zitiert sind und wo es auch um den Auftrag und das spätere Leben des
Jesus geht.
|
Das alljährliche Schlachtfest der brutalen Christenheit
In ihren "Gottesdiensten" bestaunt die
Christenheit in ihren Weihnachtskrippen "Ochs, Lämmchen und Eselein" im
Stall zu Bethlehem. Dabei haben sie für ihren Gaumengenuss die Tiere bereits
zu Millionen unter furchtbaren Qualen schlachten lassen, die Brüder und
Schwestern der Tiere von Bethlehem. Das alles ist die Tradition der
Theologen und Priester, die den Tieren die unsterbliche Seele und die
Leidensfähigkeit absprechen, und die schon die Feinde des Jesus von Nazareth waren.
Focus.de schreibt auch vom "Fest der Völlerei" (25.12.2012).
|
Online-Zeitschrift "Der Theologe"
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite
[
www.theologe.de
]
Weitere Seiten mit Hintergrundinformationen finden Sie bei
[
Inhaltsverzeichnis
]
[
1 - Luther-Evangelische Lehre
]
[
2 - Reinkarnation
]
[
3 - Luther-Christus
]
[ 4 - Kirche-Holocaust
]
[
5 - Paulus
] [
7 - Urchristentum-Tiere
]
[ 8 - Bibel
] [
12 - Sektenbeauftragte ]
[
14 - Hieronymus-Bibel ]
[ 15
- Qumran ] [
16 - Papst ]
[
17 - Organspende ]
[
18 - Glaube der Kirche
]
[
19 - Keine ewige Hölle ]
[
20 - Propheten ]
[ 23 - Kirche-Staat
]
[
25 - Götzenkult Kirche ]
[
28 - Luther-Juden ]
[
31 - Tiere-Kirche ] [
33 - Zehn Gebote ]
[ 34 -
Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre
]
[
40 -Taufe ] [
41- Apokalypse ]
[ 45 -
Maria ]
[ 46 - Kirchensubventionen
]
[ 47 - Gotteserfahrung
]
[ 48 - Positives Denken
]
[ 49 - Prädestination ]
[ 50 - Genmanipulation
]
[
51 - Petrus-Kirche ]
[ 53 - Atomkraft
]
[ 54 - Papst Ratzinger
]
[ 55 - Beichtgeheimnis
]
[
57 - Pius XII. ]
[ 58
- Kreuzigung ]
[ 59 - Abendmahl ] [
60 - Mahnmal für Kirchenopfer
]
[ 61 - Nachruf auf Kirche
]
[ 62 - Reliquien
]
[ 63 - Pfarrer
]
[
64 - Hildegard von Bingen ]
[ 66 - Kaiser Konstantin
]
[
FC 1 - Kirchenaustritt
]
[
FC 3 - Reichtum der Kirche ]
[
FC 6 - Kirche und Tod ]
[
Englisch - Bible
]
[ Glaubenstest
] [
Michelrieth ]
[ Vaterunser ]
[ 2012
] [
2013 ] [
Spanisch - Teólogo ] [ 500 Jahre Reformation
] [
Urchristentum
]
[
Prophetie ]
[
Geburt von Jesus ]
[
Sex-Verbrechen von Priestern
]
[ Schwarzbuch Katholische
Kirche ]
[ Schwarzbuch Evangelische
Kirche ]
[
Kirchenaussteiger ]
[
Links
]
[
E-Mail ] [
Impressum
]