Freie Christen für den Christus der Bergpredigt



Die Bethlehem-Geschichte
von der Geburt des Jesus von Nazareth

 


 

 

Vorbemerkung:
Die Geschichte von der Geburt von Jesus ist vor allem in der Fassung bekannt geworden, wie sie in der Bibel überliefert ist. Doch die Bibel enthält auch zahlreiche Unwahrheiten - wie die Legende einer Jungfrauengeburt, wonach Maria ohne das Zutun von Josef schwanger geworden sei. Diese Legende hat die Kirche aus antiken Götzenkulten übernommen und auf Maria und Jesus hin umformuliert. Und die kirchlichen Theologen haben weitere schwer wiegende Unwahrheiten hinzu gefügt; vor allem, dass Jesus, der Christus, mit dem Ziel in diese Welt gekommen sei, sich später kreuzigen zu lassen. Das war jedoch nicht sein Wille, sondern das Ziel seiner Gegner, die ihn am Marterkreuz endgültig zum Schweigen bringen wollten. Er hat sich nur nicht dagegen gewehrt, sondern hat dieses maßlose Unrecht lediglich aufgezeigt. Hinzu kommen kleinere kirchliche Erfindungen, wie etwa, dass die "Weisen aus dem Morgenland" "Heilige Drei Könige" gewesen sein sollen. Doch diese Männer waren weder "heilig" noch waren sie "Könige", sondern sie waren Sterndeuter aus dem Orient, welche die Vorgänge am Himmel und im Kosmos beobachteten und deuten konnten.
Und vieles ist in der Bibel auch gar nicht beschrieben, was sich damals ereignet hat. Davon spricht der Evangelist Johannes, wenn er schreibt: "Es sind noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn aber eins nach dem anderen aufgeschrieben werden sollte, so würde, meine ich, die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären"
(21, 25).
 
Manches Geschehen aus dem Leben von Jesus steht allerdings in urchristlichen Schriften außerhalb der Bibel, und einige dieser Inhalte sind in der nachfolgenden Weihnachtsgeschichte berücksichtigt. Dabei kann man heute nicht mehr wissen, ob sich nun jedes Detail exakt so zugetragen hat oder ob es vielleicht hier und da ein wenig anders war. Doch der Sinn und die Botschaft der Bethlehem-Geschichte sind klar. Und alle Ereignisse, von denen diese Geschichte handelt, sind gleichzeitig auch ein Symbol für die Menschheit.
Dabei wird eines deutlich: Die Verniedlichung der Geburt von Jesus durch die kirchliche Tradition - "Kindlein in der Krippe", "Jesulein süß" und dergleichen - entspricht nicht dem, was sich damals in großer Not zugetragen hat. Auch passt es nicht zusammen, wenn man in unserer Zeit in Weihnachtsgottesdiensten und bei Adventsnachmittagen den Kindern von "Ochs und Eselein" und von den Schafen und Lämmchen der Hirten erzählt und später beim Festessen das Fleisch der geschlachteten Tiere bedenkenlos verzehrt. Maria und Josef hätten sicher nicht zugestimmt, wenn man auch nur eines der Tiere im Stall von Bethlehem erstochen, ausgeweidet, gegrillt und anschließend verzehrt hätte.

Letztlich hat die alljährliche Verniedlichung der Geburt von Jesus an Weihnachten den Zweck, den größten Propheten aller Zeiten zum Schweigen zu bringen. Und diesem Zweck dient auch der Umstand, dass Jesus heute in den Kirchen immer noch am Kreuz hängt, obwohl vordergründig gesagt wird, dass er auferstanden sei. Dass man den Menschen immer wieder einen getöteten Gottessohn zeigt, damit Priester und Theologen stattdessen das Wort ergreifen, wird nicht zugegeben, sondern man behauptet, dieser Foltertod sei angeblich für unsere "Erlösung" notwendig gewesen. Doch wer das Kruzifix mit dem sterbenden Jesus mit gesundem Menschenverstand und offenem Herzen auf sich wirken lässt, der weiß oder ahnt, welcher Frevel hier dauerhaft zur Schau gestellt wird.
Die Verniedlichung des Jesus-Babys und die dauernde Verehrung des "Gekreuzigten" haben letztlich die gleiche geistige Ursache: Das "Kindlein in der Krippe" kann noch nicht reden, und der "tote Mann am Kreuz" kann nicht mehr reden, um z. B. die träge und veräußerlichte Christenheit aufzurütteln. Und das wiederum ist der Wille derjenigen, die heute das Wort  ergreifen und dabei ein bequemes Leben führen, die Priester und Theologen, die Jesus niemals eingesetzt hat.

Die nachfolgende Bethlehem-Geschichte kann mithelfen, einen Gegenpol zu dieser Tradition des "Alle Jahre wieder ändert sich nichts" zu bilden. Sie eignet sich zum Vorlesen (z. B. mit wechselnden Sprechern) sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche und Kinder. Wer gut hinhört, für den werden die Ereignisse vor 2000 Jahren vielleicht ganz neu lebendig. Und wer dadurch besser erfasst, was damals wirklich geschah, für den könnte das Weihnachtsfest zu einem echten Fest der Liebe und des Verstehens werden, das auch nicht ohne Folgen für die weitere Zeit bleiben wird.



1

Einst lebte in der kleinen Stadt Nazareth Josef, ein ordentlicher und sehr geschickter Zimmermann, mit seinen Söhnen. Seine Frau war vor einiger Zeit gestorben, und die Söhne sind bereits erwachsen. Und Josef, der Witwer, hat wieder eine Frau geheiratet, mit Namen Maria. Sie ist deutlich jünger als er. Weil Maria als Kind sehr in sich gekehrt und verschlossen war, hatten ihre Eltern sie in den Tempel von Jerusalem unter die Obhut der Priester gegeben, damit sie dort eine gute Erziehung bekäme. Doch der veräußerlichte Tempelkult hatte Maria, die sehr einfühlsam ist und auch klar denkt, nie etwas bedeutet.
So ist Maria froh, dass sie den Tempel wieder verlassen kann, als Joseph sie zur Frau nimmt. Die Söhne Josefs jedoch freuen sich darüber nicht. Sie glauben, ihr Vater könne in seinem Alter seine Begierden nicht mehr im Zaum halten, und er habe sich deshalb diese junge Frau genommen. Doch Joseph, der Zimmermann, ist ein rechtschaffener und vernünftiger Mann mit einem guten Charakter, der einfach das Richtige tun möchte. Wenn er betet, dann ist er mit Gott in seinem Herzen verbunden und er bittet um die innere Führung für sein Leben. Ähnlich ist es bei Maria. Sie hört auch die Stimme des geistigen Schutzwesens an ihrer Seite, der gemäß der Überlieferung der Engel Gabriel genannt wird. Viele Menschen glauben an einen Schutzengel, der jedem von uns zur Seite steht und uns durch feine Impulse warnen oder helfen kann, wenn wir wachsam sind und lernen, auf die Stimme unseres Herzens zu hören. So ist es bei Maria und Josef. Beide empfangen in ihrem Inneren den Auftrag, Eltern eines Kindes zu werden. In diesem Kind soll der Christus inkarnieren, der erstgeborene Sohn des Schöpfergottes selbst. Er kommt mit dem großen Auftrag auf die Erde, die Menschen, die sich in dieser Welt verirrt haben, wieder zurück Gott in ihre ewige Heimat zu führen. Bald aber müssen Josef und Maria den Spott der Bewohner Nazareths ertragen, die sagten: "Schaut, der alte Mann und die junge Frau! Und jetzt ist sie auch noch schwanger!" Auch die Söhne Josefs stimmen ein in diesen Spott und klagen: "Wir sind arm, doch jetzt müssen wir auch noch Marias Mund mit stopfen und bald auch ihr Kind ernähren."

2
In jenen Tagen ergeht ein Befehl des römischen Kaisers Augustus: Alle Bewohner des Reiches müssen an einer Volkszählung teilnehmen und sich in Steuerlisten eintragen. Und für Josef und seine Familie bedeutet das: Sie müssen sich in der Stadt Bethlehem im Süden des Landes in die Steuerlisten eintragen lassen, über 100 km von Nazareth entfernt, weil Joseph ursprünglich aus Bethlehem stammt. Von ihm und seinen Söhnen würde die Besatzungsmacht die Reise wohl verlangen, so denkt sich Josef. Doch muss wirklich auch Maria auf diese anstrengende Reise mitkommen? Denn Maria ist nun hochschwanger, und das Kind könnte jeden Tag zur Welt kommen. Außerdem ist es doch die kalte und lichtarme Jahreszeit, und von Nazareth nach Bethlehem geht es oft durch unwegsames Gelände. Und woher würde die Familie auf dieser Reise genug zu essen bekommen? So viel Vorräte haben sie gar nicht, dass es als Proviant für den langen Weg reichen würde.

 

3
Doch keine Bitte um Schonung der Frau hilft. Ob krank, ob schwanger oder hoch betagt – wen interessiert von den Reichen und Mächtigen die Not der Armen? Und wer kann sich in ihre Sorgen einfühlen? Der Statthalter Roms hat es so befohlen, und deshalb muss sich die ganze Familie Josefs mitten in der kalten Zeit zu Fuß auf die beschwerliche Reise machen. Josef und seine Söhne gehen zu Fuß, und Maria reitet auf dem Rücken eines Esels – durch Wälder und auf sandigen Pfaden, über Bäche und Hügel und auf steinigem Gelände. Josef ist voller Fürsorge für Maria und das Kind in ihrem Leib. Und auch der treue Esel tut seinen Dienst – immer auf der Hut, dass er auf unwegsamem Gelände nicht den Halt verliert; oder dass Maria plötzlich den Halt auf ihm verlieren könnte. Niemand kann Maria die Ruhe geben und die Umgebung, die sie jetzt dringend braucht. Außerdem fehlt es immer wieder an Nahrung. Manchmal nehmen sie Kräuter am Wegesrand zu sich. Oder sogar Wurzeln. Diese sind wie kleine Geschenke. Doch satt wird davon keiner. Und Josef kann seine Sorge um seine Frau und das noch nicht geborene Kind kaum verbergen. Doch er und Maria halten sich in ihren Herzen fest an Gott, und sie vertrauen auf Seinen Schutz und Seine Hilfe, damit Er ihnen die Kraft für alles gibt, was der Tag und die Zukunft bringen mag.
 

4
Endlich erschöpft und durchfroren in Bethlehem angekommen, lassen sich Josef und seine Familie bei der Volkszählung in die Steuerlisten eintragen. Danach sehnen sich alle nach einer warmen Unterkunft, um etwas zu schlafen und sich zu erholen. Doch wer wird sie aufnehmen? Die Familie geht von einer Herberge zur anderen und klopft an. Doch eine hochschwangere Frau, und noch dazu bettelarm? Und jeden Augenblick könnte das Kind zur Welt kommen? Wer fühlt sich ein in die Menschen und ihre Not, die nur um einen bescheidenen kleinen Schlafplatz bitten? Das bringt nur Probleme, so denkt sich der kaltherzige Mensch. Und so kommt es dann: In einem Quartier nach dem anderen werden sie abgewiesen. Niemand möchte die arme Familie aufnehmen. Josef und Maria, die Söhne Josefs und der tapfere Esel ziehen hilflos durch die Straße. Maria spürt, wie sich das Kind in ihrem Körper bewegt und geboren werden möchte. Soll sie es nun etwa auf der Straße zur Welt bringen? Und würde es nicht gleich erfrieren in der großen Kälte ohne Dach über dem Kopf? Maria fleht in ihrer Verzweiflung in ihrem Inneren zu Gott um Hilfe.
Die Dunkelheit bricht bereits herein, und als Joseph ein weiteres Mal anklopft, öffnet eine ebenfalls arme Bauersfrau die Türe. Sie sieht die Not der Familie und denkt sich: "Wenigstens in unserem Stall könnte ich sie unterbringen." Und sie sagt: "Ein Zimmer habe ich nicht. Aber einen brüchigen Stall. Dort sind einige Tiere untergebracht. Dort könnt ihr bleiben in der Nacht, wenn ihr das wollt!"
Der Stall ist in eine Felsenhöhle hineingebaut, und es ist eine besonders kalte Nacht. Und an der Seite der Familie stehen ein Ochse, ein Pferd, ein Esel, ein Schaf, und auch eine Katze mit ihren Jungen, und auch einige Tauben sitzen auf den Balken im Stall. Doch ein Feuer darf die Familie dort nicht anzünden. Nur die Körperwärme der Tiere strahlt den Menschen wenigstens ein klein wenig Wärme zu. Und die Tiere schauen die Menschen mit gütigen Augen an und heißen sie willkommen. Maria und Josef sind dankbar und beten zu Gott: "Wenigstens ein Dach über den Kopf wird Dein Sohn haben."

 

5
Da beginnen bei Maria auch schon die Wehen. Die junge Frau liegt mitten im Stroh für die Tiere, und sie hat starke Schmerzen. Kein Arzt und keine Hebamme sind zur Stelle wie bei den reichen Frauen. "Gott, Vater", so ringt Maria in ihrem Herzen, "in der Fremde und unter den einfachsten Verhältnissen, nicht einmal unter den Menschen, sondern unter den Tieren, kommt Dein Sohn auf diese Welt." Dann fällt sie völlig entkräftet ins Stroh. Denn schon der lange Ritt auf dem Esel ging über ihre Kräfte. Und die Söhne Josefs beginnen zu zweifeln, ob Maria die Nacht überhaupt überleben würde. Und sie zweifeln auch an dem, was Josef und Maria zu ihnen sagten warum die beiden heirateten und was mit dem Kind ist, das nun geboren wird. "Diese Erbärmlichkeit!", so die Söhne Josephs. "Wenn das etwas mit Gott zu tun haben soll, warum sorgt Gott dann nicht besser für Seinen Sohn und für dessen Eltern!"

 

6
Doch diese Geburt ist für die Welt ein Symbol. Gott zeigt damit der Menschheit, dass die Tierwelt den Menschen achtet und ihm Unterschlupf gewährt; ganz anders als der reiche Mensch! Es sind arme Menschen, die den Stall zur Verfügung stellten, so wie auch Jesus später sagt: "Nicht bei den Reichen werde ich Wohnung nehmen."
Und so nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Noch in dieser Nacht bringt Maria Jesus mitten unter den Tieren zur Welt. Die Tiere im Stall sind ruhig, und sie nehmen liebevoll Anteil am Leben der Menschen, den Gästen in ihrer halb zerfallenen Unterkunft. Die Tiere leben in der Einheit mit dem großen Schöpfergeist und sie spüren, dass hier etwas Großes geschieht.

 

7
Der Stall in Bethlehem und die Geburt in der Fremde, weit weg vom irdischen Heimatort, bedeuten: Jesus wird in seinem Erdenleben keinen irdischen Heimatort haben, an dem er sich zuhause fühlen kann. Sie bedeuten aber auch: Gott ist überall: im Tier, in der Natur, in der einfachsten Hütte. Er wohnt nicht in goldenen Palästen und nicht in reich verzierten und geschmückten Tempeln und Kirchen, sondern in einem Herzen, das von der Liebe zu Gott erfüllt ist.
Ein Tier weicht zur Seite und überlässt Maria seinen Futtertrog, damit sie das neugeborene Kind dort hinein legen kann. Das Tier geht dafür mit an die Krippe der anderen Tiere. Dieses Symbol bedeutet: Die Tiere leben miteinander. Nur der habgierige und um sein Ich kreisende Mensch kümmert sich weder um Essen noch Unterkunft für seinen Bruder und seine Schwester.

8
Ganz in der Nähe dieser Ereignisse haben auch Hirten mit ihren Schafen ihr Quartier aufgeschlagen. Naturverbundene Menschen haben eine sehr sensible Seele. Und die Hirten spüren in dieser Nacht, dass Gott ihnen nahe ist, wie sie es bisher noch nicht erfahren haben. Die Flammen ihres Lagerfeuers und in ihren Lampen scheinen viel heftiger zu züngeln als sonst. Und in ihrem Inneren hören auch sie die Stimme eines Geistwesens, eines Engels, der zu ihnen spricht, dass ganz in ihrer Nähe gerade der Messias, der Befreier der Menschen, geboren wird. Doch sie können dieses außergewöhnliche Geschehen - die heftig züngelnden Flammen und die Stimme in ihrem Inneren - nicht wirklich erfassen. So sprechen sie miteinander: "Was geschieht hier mit uns?" Der eine sagt so, ein anderer so. Einer der Hirten schlägt vor: "Wir sollten in Richtung Bethlehem ziehen, um zu schauen." Andere sagen: "Wir bleiben hier am Feuer." Und so sind es schließlich einige Hirten, die ihre Lampen entzünden und nach Bethlehem gehen. Dort kommen sie direkt an dem halb zerfallenen Stall in der Felsenhöhle vorbei, in dem gerade das Kind geboren wurde, und sie sehen dort neben den Tieren auch einige Menschen. Noch liegt der neugeborene Mensch hilflos in einem Futtertrog für Tiere. Als Mann wird er später sagen: "Ich bin der gute Hirte. Ich rufe alle Menschen guten Willens. In Israel. Und in allen anderen Völkern dieser Erde! Höret meine Stimme: Das Friedensreich ist nahe herbeigekommen!"
Die Hirten merken, wie die Menschen frieren und dass sie alle sehr hungrig sind, und sie sehen das Kind. Da spricht der Älteste der Hirten: "Ich hole etwas von unserem Schafkäse und bringe noch ein paar Schafe mit. Dann zieht die eisige Luft nicht so herein, und es wird ein klein wenig wärmer." Aus den Hirten spricht die Güte ihres Herzens, und sie geben alles, was sie können. Auch ihr Besuch ist ein Symbol für die Welt. Er bedeutet: Die armen und schlichten Menschen werden Gott schneller erkennen und das Rechte tun als die Reichen und Stolzen. Und nach ihrem Besuch ziehen die Hirten wieder ihres Weges, zurück an ihren Lagerplatz und tief beschenkt in ihrem Inneren.

9
Da klopft eine ältere Frau am Stall an. Sie hatte gehört, dass in dieser Stallhöhle ein Kind geboren wurde und bringt etwas Brot mit. Und sie nimmt das Kind in den Arm und fasst sich ein Herz: Sie führt Josef und seine Familie noch in der Nacht heraus aus dem Stall zu ihrem ärmlichen Zuhause. Auch diese Unterkunft bietet nicht viel. Doch es ist jetzt wenigstens ein warmes Quartier. Und die Frau versorgt Maria und das Kind mit allem, was sie geben kann.

10
In dieser Zeit sind auch einige Sterndeuter aus dem Orient auf der Reise. Sie wissen von einer Prophezeiung. Der Befreier, der Erlöser der Menschen, würde unter einer ganz bestimmten Sternenkonstellation aus dem Heiligtum Gottes kommen. Und er würde sich auf der Erde in einen einfachen sterblichen Menschenkörper inkarnieren. Dieser Mann wird der lang ersehnte König sein, der Messias, auf den das Volk Israel schon seit vielen Hundert Jahren wartet; und der eines Tages auch zum König der anderen Völker wird. Diese Sternenkonstellation, von der die Prophezeiung einst kündete, zeigt sich jetzt am Himmel.
Und es geschieht, dass auch König Herodes in Jerusalem von der Reise der weisen Männer erfährt. So lässt er die Männer an seinen Hof rufen und spricht zu ihnen: "Sucht sorgfältig nach dem Kind. Wenn ihr es dann gefunden habt, sagt mir wieder Bescheid, so dass auch ich kommen und es anbeten kann."
Der König redet süß. Doch finster sind seine Gedanken. "Wenn hier ein Kind geboren wird, das König werden soll", so seine Gedanken, "dann werde ich das nicht zulassen. Denn wer hier König ist und später König wird, das bestimme ich." Und der König plant, das Kind zu finden, um es dann töten zu lassen. Doch das Reich des Christus wird nicht von dieser Welt sein.

11
Die Männer aus dem Orient, dem Morgenland, ahnen von dem furchtbaren Plan des Herodes nichts. So ziehen sie mit ihren Kamelen und Eseln voll freudiger Erwartung weiter ihres Weges, nachdem sie vom Hof des Herodes aufgebrochen sind. Und der Stern geleitet ihren Weg.
Nach einiger Zeit jedoch ist auf einmal der Stern verschwunden. Bestürzt schauen die Sterndeuter einander an.
"Wo ist der Stern? Warum ist er nicht mehr am Firmament zu sehen? Was ist geschehen?" Sie steigen von den Tieren ab. Sie sind verzweifelt und wissen nicht weiter. Wohin nun? Und was tun? Es kann doch nicht sein, dass der Stern plötzlich nicht mehr zu sehen ist. Und sie fangen an, zu ihrem Gott um Hilfe und Führung zu beten. Während sie beten, fällt ihnen plötzlich auf, wie erschöpft die Kamele und Esel sind und wie die Tiere vor Durst leiden. Und so nehmen sie ihnen ihre schwere Lasten ab und suchen nach Wasser zum Trinken. Und sie finden schon bald einen Brunnen, denn ihre Reise steht unter einem guten Stern. Und was geschieht? Gerade als sie Wasser für ihre durstigen Tiere schöpfen, spiegelt sich auf der Wasserfläche plötzlich wieder der Stern, den sie verloren hatten. Die Männer greifen sich an die Stirn, und ihre Freude ist unbeschreiblich, und sie danken Gott für diese Führung und Hilfe. Sie hatten so eifrig auf den Stern geblickt, dass sie gar nicht merkten, wie ihre Tiere von der großen Anstrengung müde und durstig geworden sind. Denn sie sind schwer mit Proviant, mit Geschenken und mit allerlei Habseligkeiten für die Reise beladen. Glücklich setzen sie mit den Tieren ihren Weg fort.

12
Und so kommen auch die weisen Männer aus dem Orient in die Stadt Bethlehem, und sie finden dort das Haus, an dem das Kind und seine Eltern untergekommen sind. Wenn die Prophezeiung stimmt, dann haben sie hier, an diesem Ort, den Menschen gefunden, der später der König und Diener aller Menschen werden würde. Die drei Männer treten ein und gehen auf die Knie. Dann öffnen sie ihre Tücher und breiten ihre mitgebrachten Gaben aus. Und während sie die Macht Gottes in dem Kind anbeten, werden auch sie selbst im Inneren tief beschenkt, und sie legen sich danach zur Ruhe. Doch während sie schlafen, hören sie im Traum eine Stimme: "Kehrt nicht wieder zu König Herodes zurück, wie ihr es ihm versprochen habt". Die Sterndeuter erwachen und sind erschrocken. Was ist zu tun? Jeder hat die Warnung vernommen. Und sie wissen, was zu tun ist und sie befolgen die Warnung ihres Traumes. Nach ihrem Brauch zünden sie ein Feuer an, und dankend beten sie Gott in der Flamme an für die erneute Führung. Und so ziehen sie auf einem ganz anderen langen Weg zurück in den Orient, von wo sie einst aufgebrochen sind.

13
In Bethlehem ist Josef immer noch sehr besorgt. Denn Maria ist nach der Geburt noch ganz erschöpft. Sie braucht Ruhe, damit sie wieder zu Kräften kommt und die Familie sich auf den Rückweg nach Nazareth machen kann. Noch weiß die Familie nicht, wie ihnen der Rückweg mit dem neugeborenen Kind gelingen soll. Denn erneut steht ein beschwerlicher Fußmarsch bevor. Doch größer als die Sorge ist Josefs Zuversicht, und Josef und Maria spüren jeden Augenblick: Gott ist ganz nah und Er wird ihnen wieder beistehen.
Doch es ist nicht nur der geplante Rückweg, der Josef Sorgen macht.
Etwas Böses liegt in der Luft. Jemand hatte gehört, dass Herodes dunkle Pläne schmieden würde und nach einem bestimmten Kind sucht, um es in den Königspalast bringen zu lassen. Als Josef und Maria davon hören, wissen sie sofort, dass ihr Kind gemeint ist. Und nachdem Josef eingeschlafen ist, träumt auch er schwer und ein Bote Gottes erscheint ihm im Traum und spricht: "Fliehe mit dem Kind und seiner Mutter nach Ägypten und bleibe dort, bis dir weiteres gesagt wird." Als Josef das hört, fährt ein furchtbarer Schreck in seine Glieder. Und er weiß auch: Sie dürfen jetzt keine Zeit mehr verlieren.

14 
Und sogleich, noch mitten in dieser Nacht, machen sich Josef und Maria mit Jesus auf. Sie fliehen zu Fuß aus Bethlehem - jedoch nicht zurück nach Nazareth, sondern weiter in die entgegen gesetzte Richtung - nach Süden in Richtung Ägypten
. Murrend folgen auch die Söhne Josefs, und sie klagen: "Warum müssen wir fliehen? Warum kann Gott Seinen Sohn nicht anders schützen?" Doch sie gehorchen ihrem Vater Josef und fliehen zusammen mit Maria, Josef und Jesus in Richtung Ägypten.
Maria ist die Anstrengung im Gesicht und an ihrer Haltung anzumerken, jedoch auch ihr volles Vertrauen in die Führung Gottes. So ziehen Maria, Josef und seine Söhne also nach Ägypten. Und es wird eine sehr sehr lange Reise, viel länger als der Weg von Nazareth nach Bethlehem. Doch Gott weiß die Familie erneut zu beschützen und ihnen immer den Weg zu zeigen und für genügend Nahrung zu sorgen. Nach vielen Tagen in Ägypten angekommen, finden sie dort eine neue Bleibe und finden auch Arbeit und Brot.

15 
Sieben lange Jahre ziehen nun ins Land, bis eines Tages der Bote Gottes wieder erscheint. Josef sieht ihn erneut in einem Traum und er hört, wie er spricht: "König Herodes ist gestorben. Stehe auf und nimm das Kind und seine Mutter und kehre zurück in das Land Israel." Und so geschieht es. Die Familie zieht zurück nach Nazareth und lässt sich dort in einem kleinen Häuschen nieder.

16 
Weitere Jahre ziehen ins Land. Der eitle und herrschsüchtige Herodes ist lange tot, doch es droht dem heran wachsenden Jesus nun eine weit größere Gefahr: Es sind die Priester, Theologen und Schriftgelehrten, die sich zwischen Gott und das Volk stellen und die den Menschen vorschreiben, was sie zu glauben haben und die keinen Widerspruch aus dem Volk dulden. Und es ist die römische Besatzungsmacht, die bei jeder Form der Unruhe in ihrer Provinz mit Gewalt einschreitet.
Nichts von dem, was in den kommenden Jahren geschieht, ist vorher bestimmt, denn der Wille aller Menschen ist frei. Wie also wird der erwachsene Jesus einen Auftrag erfüllen? Und wer wird ihm dabei zu Seite stehen? Und wer wird ihn bekämpfen und verraten?
Die Zeit vergeht und Josef, der alte irdische Vater, stirbt. Er kann seinen jüngsten Sohn nicht mehr schützen. Doch in dem Menschen Jesus ist der Christus, der Gottessohn, inkarniert. Und die Macht Gottes ist in jedem Augenblick bei ihm.

 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Die Bethlehem-Geschichte von der Geburt des Jesus von Nazareth, Freie Christen für den Christus der Bergpredigt, Marktheidenfeld 2003, zit. nach http://www.theologe.de/jesus_geburt.htm, Fassung vom 24.12.2013. Diese Weihnachtsgeschichte darf für private nicht kommerzielle Zwecke vorgetragen, gegebenenfalls gekürzt werden.
Copyright © und Impressum siehe hier.

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Weitere Literatur zur Vorbereitung auf eine Innere Weihnacht:

Lesen Sie hier auch
eine Weihnachtsgeschichte von drei Kindern, die einen Weihnachtsbaum suchen, doch auf einmal kommt ihnen eine ganz andere Idee ...
Die Gänse klagen - ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, die Gänse am Leben zu lassen
Was der große sterbende Baum im Vatikan uns sagen könnte

sowie das Büchlein Wer war Jesus von Nazareth? Seine Kindheit und Jugendjahre (bitte Cover links anklicken) aus dem Gabriele-Verlag Das Wort, in dem einige der hier verwendeten Quellen zitiert sind und wo es auch um den Auftrag und das spätere Leben von Jesus geht. Es ist eine Alternative aus dem Geist der Wahrheit zu dem Buch von Ex-Papst Joseph Ratzinger, Jesus von Nazareth. Prolog. Die Kindheitsgeschichten, in dem der Theologieprofessor auf seine katholische Art die Bibel missversteht.

... Und zum Vergleich bleibend aktuelle Nachrichten und Hintergründe zum blutigen Weihnachtsfest:
Unschuldige Tiere als Opfer der Menschen - Grausame Schlachtungen im kirchlichen Christentum, Judentum, Islam und Hinduismus / Für ein Weihnachts- und Silvestermenü vegetarisch
Weihnachten - das Fest der toten Tiere
Verhöhnung von Christus - 10.000 sterbende Kinder pochen jeden Tag an die schweren Tore des Vatikan

Die Geburtstage von Buddha und Jesus

Die wahre Wein-Nacht - über die kirchliche Inquisition


 

 

Das alljährliche Schlachtfest
in der brutalen Christenheit

In ihren "Gottesdiensten" bestaunt die Christenheit in ihren Weihnachtskrippen "Ochs, Lämmchen und Eselein" im Stall zu Bethlehem. Dabei haben sie für ihren Gaumengenuss die Tiere bereits zu Millionen unter furchtbaren Qualen schlachten lassen, die Brüder und Schwestern der Tiere von Bethlehem. Das alles ist die Tradition der Theologen und Priester, die schon die Feinde des Jesus von Nazareth waren und die den Tieren die unsterbliche Seele und die Leidensfähigkeit absprechen. Focus.de schreibt auch vom veräußerlichten kirchlich geprägten "Fest der Völlerei" (25.12.2012).

Lesen Sie selbst den Gegensatz zu der Lehre des Jesus, des Christus, der auch ein Freund der Tiere war:

"Wenn wir also das Verbot des Tötens nicht auf das Pflanzenreich anwenden, weil es da keine Empfindung gibt, desgleichen nicht auf die unvernünftige Tierwelt mit ihren fliegenden, schwimmenden, laufenden und kriechenden Geschöpfen, weil ihnen im Unterschied von uns keine Vernunft verliehen ist, weswegen auch nach der gerechten Anordnung des Schöpfers ihr Leben und Tod unserem Nutzen dienen muss." (Der römisch-katholische "Heilige" Augustin, De Civitate Dei I, 20)

Es spiele keine Rolle, ob man Tiere gut oder schlecht behandle, und "keiner sündigt, indem er eine Sache zu dem verwendet, wozu sie bestimmt ist."  (Der römisch-katholische "Heilige" Thomas von Aquin, Summa theologica II. 64. I)

"Ich rufe auch die Heiligen an. Ich bin mit Augustinus, mit Bonaventura, mit Thomas von Aquin befreundet. Man sagt dann auch zu solchen Heiligen: ´Helft mir!`" (Der katholische Papst Joseph Ratzinger in Licht der Welt, Freiburg 2010, S. 32)

"Hatte nicht schon der junge Theologieprofessor Ratzinger, damals also noch nicht Bischof, Kardinal oder Papst, in seinen Vorlesungen vor seinen Theologiestudenten vollmundig getönt, es könne dem Reh oder Hasen gar nichts Besseres passieren, als geschossen zu werden und auf dem Teller des Menschen zu landen, denn damit erfülle das Tier seine Bestimmung, die der Schöpfergott ihm zugeteilt habe." (Der ehemalige katholische Theologieprofessor Hubertus Mynarek in: Papst ohne Heiligenschein, Sonderdruck, Odernheim 2006, S. 4)

"Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt." (Katechismus der Katholischen Kirche, verfasst von Joseph Ratzinger, Lehrsatz Nr. 2418)

"Unter Gefühle verstehe ich Sympathie, Schuld, Verzeihung, Gewissen, Barmherzigkeit, Liebe. All das kann ein Tier nicht empfinden. Gott hat den Menschen die Welt geschenkt. Eine Welt, in der nur der Mensch lachen, lieben und denken kann." (Der Kapuziner-Abt Bruder Paulus, Nachfolger des Franz von Assisi, erklärt den heutigen Menschen im Auftrag der Kirche den angeblichen Unterschied zwischen Mensch und Tier, Bild, 22.2.2003)

Vielleicht haben Sie auch einmal etwas "stille Zeit" und schauen den unten empfohlenen Film, der aufzeigt, wie die Lehre der Priester und Theologen in die Tat umgesetzt wird. Eventuell nur in Ausschnitten, weil man nicht alles auf einmal verkraftet. Und wenn, dann schauen Sie ihn sich vielleicht ohne deutsche Untertitel an. Lassen Sie einfach die Bilder auf sich wirken. Die Zeit dafür lohnt sich. http://www.earthlings.com/

Copyright © und Impressum siehe hier.

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