DER THEOLOGE
Nr. 23
Deutschland: Staat und Kirche sind nicht getrennt
Das Staatsross
und sein kirchlicher Reiter
Staat und Kirche sind in Deutschland nicht wirklich getrennt. Die Kirche kann
mit einem Reiter verglichen werden, der auf dem Ross, dem Staat sitzt, und
diesen lenkt. Nahezu alle einflussreichen Politiker fallen vor der Kirche auf
die Knie und bringen als Geschenke ganze Säcke voller Euro aus den
Staatseinnahmen mit. So wird die Kirche z. B. trotz knapper Kassen pro Jahr mit
ca. 15 Milliarden Euro aus den allgemeinen Steuermitteln subventioniert, soziale
Subventionen (noch einmal ca. 50 Milliarden jährlich)
noch gar nicht mitgerechnet
(vgl.
www.stop-kirchensubventionen.de).
Bischofsgehälter, Priesterausbildung, konfessioneller Religionsunterricht und
vieles
mehr zahlt in Deutschland der Staat. Und die reiche Kirche
(Vermögen lt. Carsten
Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland, Aschaffenburg 2002, ca.
500 Milliarden Euro) ist zudem von allen Steuern befreit.
Und da die Lobby der
Kirche nahezu in jeder politischen Gemeinde oder Stadt die Mehrheit hat, werden
auf diese Weise kaum mehr vorstellbare Leistungen an die Kirchen zusätzlich erbracht.
Doch der deutsche Staat-und-Kirche-Verbund ist nicht nur
in finanzieller Hinsicht eine Goldgrube für die
Großkirchen. Politiker sind vielfach auch auf anderen Gebieten Gehilfen der katholischen und der evangelischen Kirche und fangen
sofort an zu "laufen",
wenn der Bischof oder seine Beauftragten anrufen. Vor allem bei der modernen
Inquisition, der grundgesetzwidrigen Bekämpfung religiöser Minderheiten, lassen
sich der Staat und seine Vertreter (auch in vielen Behörden) immer wieder von der Kirche
für deren Zwecke einspannen. Die Kirche agitiert dabei vielfach im
Verborgenen und versucht, Politiker für ihre Bekämpfung Andersgläubiger zu
gewinnen. Dies geschieht möglicherweise unter dem Zeichen
"Schwarzer Rosenkranz" (vgl.
hier).
Nachfolgend eine Zusammenstellung von Kurzmeldungen,
ergänzt um einige weitere Informationen. Lesen Sie diese Meldungen und Sie
wissen, was in diesem Land geschieht und wer immer noch die Zügel in seinen Händen
hält.
2005
60 Jahre Befreiung des
Konzentrationslagers Auschwitz. Kirchliche Mitverantwortung ignoriert
Philipp Melanchthon
war kein Vorläufer der Gewissensfreiheit - im Gegenteil
Kirchliche
Diskriminierung der Zeugen Jehovas - Oberverwaltungsgericht Berlin macht nicht
mit
Von Präsident George W.
Bush bis Islamischer Dschihad: Alle huldigen dem Papst
Die Vertreter der
Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls
Regierung
und Volk - Spart Euch die Kirche: Überfüllte Veranstaltung in Erfurt
Aussteiger suchen unabhängigen Politiker: Wer fällt nicht vor den Kirchen auf
die Knie?
Zugriff auf das Volk wird immer fester, Reiche und Privilegierte bekommen immer mehr
Religionsunfreiheit in Deutschland
"Kluge Bayern"
überwiegend ewig verdammt - trotz zwischenzeitlichem vollständigen Ablass
Sparen Sie sich die Kirche:
Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln
Kanzlerkandidatin Angela Merkel: Papst sei für viele die Erfüllung der religiösen
Sehnsucht
Buddha-Statue auf
dem Piz Badile als Protest gegen Gipfel-Kruzifixe
Kirchliche
Medienlobby contra Esoterik-Sender - Wer protestiert gegen kirchliche
Verführung?
2006
Evangelische
Inquisition: Steht die SPD-Politikerin Carla Bregenzer noch auf dem Boden des
Grundgesetzes?
Kindererziehung:
Staat liefert sich noch mehr den ewig verdammenden Kirchen aus
Bundestagsabgeordnete:
Der Reiter auf dem Ross
"Schlimmste
Steuererhöhung aller Zeiten für die Bürger" - nur Milliardengeschenke für
Kirchen bleiben
Nahost: Kriegsstimmung in
der evangelischen Kirche
Keine
öffentliche Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Vorgeschmack auf
Polizeistaat?
Ministerpräsident Edmund Stoiber: "Symbiose" von Staat und Kirche.
Zutreffender wäre:
"Parasitäres Verhältnis"
USA: Sorge um Religionsfreiheit in Deutschland
Evangelischer
CDU-Generalsekretär macht Islam für Gewalt verantwortlich und verschweigt die
Verantwortung
des kirchlichen Christentums
Über eine
halbe Milliarde Euro mehr Kirchensteuereinnahmen im Jahr 2006
Am Pranger: Kirche will
Andersgläubige in der Gesellschaft überall aufspüren
Jäger in
Richtergewand lehnen Antrag auf 10 Jahre "Ruhen der Eigenjagd" ab
Inquisitionsprozess in Würzburg: Soll Kirchenopfer eingeschüchtert werden?
2007
Kampf gegen
Klimakatastrophe und Intoleranz - Wird in Deutschland der Bock zum
Gärtner gemacht?
Sexualverbrechen an Kindern:
Kirchliche Vertuschung von Staatsanwaltschaft gedeckt?
Kampf der Kulturen in Deutschland:
Katholische Politiker wollen Islam klein halten
2008
Gewalt und Massenmord mit
evangelisch-lutherischer Rechtfertigungslehre entschuldigt
NS-Debatte: Warum so viele Deutsche zu Mördern wurden
Ist eine
millionenschwere Kirchenorgel "Volkswohlfahrt"
unter besonderer
Berücksichtigung
des
Sozialen?
CSU
will Bischöfe weiter vom Staat bezahlen lassen - Kräftige Wahlniederlage
CSU/FDP-Koalition in Bayern:
"Chamäleon" FDP knickt vor der CSU und den Kirchen ein
2009
CDU-Politiker
verneigen sich weiter vor Joseph Ratzinger / Staat als Ross, Kirche als Reiter
2010: Kommt der Papst schon wieder
oder fahren die Abgeordneten mit der Bahn nach Rom?
Berlin: Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als
Wahlpflichtfach
Der Reiter tadelt sein Ross: Kardinal Meisner fordert Bundeskanzlerin
auf, sich beim Papst zu entschuldigen
Volksbegehren über
die Macht der Kirche in Deutschland / Kirche schleicht jetzt durch Hintertür
27.Mai: Kreuzzug der Kirche gegen die
Stedinger Bauern vor 775 Jahren
Staatssubventionen - Wie lange kann sich
die Kirche noch an den Milliarden festkrallen?
Protest der GRÜNEN gegen Gleichstellung der Zeugen Jehovas mit
den Kirchen in Bremen
Steigbügelhalter der modernen Inquisition: Der
tiefe Fall der Bundes-SPD
Welcher
Politiker kriecht der Kirche am besten in den Schoß? CDU/CSU will SPD
schlagen
Bundeskanzlerin Merkel wünscht Gespräche mit dem Papst
Skandal in Nordrhein-Westfalen:
Ablehnung nicht kirchlich getaufter Kinder in Staatsschulen
Es ist genug: Erfüllung des Grundgesetzes statt Pfarrhausrenovierungen
auf Staatskosten
Heute-Moderator wurde
römisch-katholisch
Ein
Staatsbischof im Bayerischen Landtag
Das
katholische Kruzifix in staatlichen Einrichtungen ist nicht rechtmäßig
Die deutschen Politiker
klammern sich immer mehr an die Kirche
Kirchen-Lobbyist fordert neue Ethik-Steuer und
Steuerbefreiung für Kirchenmitglieder
2010
Arbeitgeber
Kirche - "von Nächstenliebe keine Spur"
Kirche will
CDU noch mehr auf Kirchenkurs bringen
Die
"Langlebigkeit alter Privilegien" - "Wie der Staat der Kirche dient"
Angela
Merkel, Sigmar Gabriel, Guido Westerwelle - alles Lutheraner
Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Welcher Politiker ist am
kirchlichsten?
FDP
wird immer mehr zur Kirchenpartei
SPD-Generalsekretärin: Papst ist "der Chef vom Ganzen"
"Ende
des demokratischen Sektors" in Deutschland: Kirche beansprucht faktisch
eigene Justiz
Sexueller Missbrauch:
Staat bezahlt die Gehälter der Leiter und Erzieher von bischöflichen
Knabenseminaren
Wegen
Kirchenaustritt von der Schule gefeuert? Der Gegenangriff der Kirche
gegen ein Mädchen mit Zivilcourage
Bischof
Mixa - neue Vorwürfe
Wie lange leben wir noch in einer
"Bundeskirchenrepublik"?
Wie lange
noch "alimentieren" die Politiker die kirchliche Parallelwelt?
Die schier unendlichen
Staatsmilliarden für die Kirche
Kardinal-Höffner-Kreis der CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten
Bundespräsidentenwahl: Wen auch immer Sie wählen, Sie wählen die Kirche
Hoffnungsträgerin der SPD wird
evangelisch-lutherisch / Der Beauftragte der Kirche bei der Regierung
als Täufer
2011
"Wen immer Sie
wählen, Sie wählen u n s!" Auch Ministerpräsident Kretschmann ist ein
Mann der Kirche
Die Kirche brachte zuletzt einen nach dem anderen ihrer Leute in höchste
politische Ämter
Bischof Robert Zollitsch
bestellt die deutschen Bundestagsabgeordneten zum Rapport
Unfassbar: Staatlicher Verdienstorden für
Bischof Zollitsch u. a. wegen Papstbesuch
Kein Platz für
Laizisten-Arbeitskreis in der SPD - SPD endgültig zur kirchlichen Partei
mutiert
Philip Rösler vom
Zentralkomitee der Katholiken wird neuer FDP-Chef
Joseph Ratzinger schenkt lutherischem
CSU-Politiker Markus Söder schwarzen Rosenkranz. Was steckt dahinter?
Die Kirchenlobby im Deutschen Bundestag:
Die sechste Fraktion, die virtuelle Fraktion, die dunkle Fraktion
Bildungsministerin Schavan will die Theologie
an der Universität stärken und Bibel bei der Jugend verbreiten
Katholischer Ministerpräsident Haseloff würde es ohne Sonntagsmesse
nicht aushalten
CDU Düsseldorf bestätigt
Rechtmäßigkeit der Verbrennung zweier "Ketzerinnen" aus dem Jahr 1738
Kirchlich gebundene Richter
entscheiden über Fälle, in denen die Kirche Prozesspartei ist. Das darf
nicht sein
Italien: Die Lobby des Vatikan übernimmt die Regierung
Rehabilitierter Bischof Williamson fordert Katholizismus als
Staatsreligion und teilweises Verbot anderer Religionen
2012
Wurde das Verhalten des Bundespräsidenten
aufgedeckt,
weil er es wagte, den Papst öffentlich zu kritisieren?
Seelische Grausamkeit des Priesters gegenüber Kind im katholischen
Religionsunterricht
Deutschland: Der Verrat des Staates an der
Wissenschaft
Anhang:
Die Zwei-Schwerter-Theorie der römisch-katholischen Kirche
Angst um unsere gute Demokratie: Die Unterordnung aller Staaten und aller katholischen
Politiker unter den Vatikan
2005
28.1.2005 / 11.9.2009 -
60 Jahre Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz
- Damit sich solche Grauen nicht wiederholen können, ist es nötig,
die Wurzeln der Verbrechen zu finden und den Anfängen zu wehren. Eine
wesentliche Wurzel wird jedoch beim Gedenken an die Millionen Opfer
meist ignoriert bzw. verschwiegen. Adolf Hitler rechtfertigte sich
nämlich damit, "dass er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was
die Kirchen in 1500 Jahren gegen sie getan habe" (Friedrich Heer,
Gottes erste Liebe, Berlin 1986, S. 406). Vor allem Martin Luther
tat sich mit seiner Forderung nach Judenpogromen hervor: Man soll
ihre "Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken", ihre Häuser
zerbrechen. "Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall
tun". Aller Besitz soll ihnen weggenommen werden und den "jungen und
starken Juden" soll man in die Hand geben "Flegel, Axt, Karst, Spaten,
Rocken und Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der
Nasen". Wer auf jüdische Art Gott öffentlich lobt, soll, so Luther,
hingerichtet werden (Belege bei: Martin Luther, Von den Juden
und ihren Lügen, Tomos 8, Jena 1542; zitiert nach der im Dritten Reich
heraus gegebenen Volksausgabe von H. L. Parisius;
im einzelnen auch nachzulesen in "Der
Theologe Nr. 4" - siehe unten; sowie ausführlich in
"Der Theologe Nr. 28", Martin Luther
und die Juden).
Wie verträgt sich aber das notwendige Gedenken an Auschwitz und die
gleichzeitige Ehrung Martin Luthers? Die Kirchen forderten in der
Weimarer Republik und im Dritten Reich den Staat auf, gegen religiöse
Minderheiten vorzugehen und sie bekämpften sowohl "Juden" als auch
"Sekten". Heute verschweigen sie am liebsten ihre Verantwortung am
Judenmord, verleumden aber wie eh und je wieder andere Minderheiten
(Lesen Sie dazu
"Der Theologe 4": Die evangelische Kirche und der Holocaust -
Dokumentation sowie den Anhang
Die katholische Kirche und
der Holocaust).
Aktualisierung: Im Mai 2006
besucht Papst Benedikt XVI. Auschwitz. Am 11.9.2009 erscheint darüber
eine Dokumentation der Zeitung Die Welt mit dem Titel: Der
Versuch, aus Tätern Opfer zu machen.
9.2.2005 -
Philipp Melanchthon war kein Vorläufer für Gewissensfreiheit -
im Gegenteil
- Bei der Suche nach Vorläufern des modernen Europa
versuchen die Kirchen immer wieder, ihre alten Inquisitoren
unterzubringen. Ein Beispiel: Ein epd-Artikel über die
Europäische Melanchthon-Akademie in Bretten/Baden, der von mehreren
Tageszeitungen kritiklos übernommen wurde, so auch von der Würzburger
Main-Post am 11.1.2005. Das sollte nicht unwidersprochen bleiben.
Lesen Sie
hier eine Entgegnung, die von der Main-Post auch in gekürzter
Form übernommen wurde.
24.3.2005 /
18.11.2006 -
Kirchliche Diskriminierung der Zeugen Jehovas - Das
Oberverwaltungsgericht Berlin macht nicht mit - Ekklesiogene Neurosen in den
Kirchen
- Was ist, wenn ein Staat auch einer kleineren Religionsgemeinschaft ähnliche
Rechte verleihen könnte wie sie die beiden großen Quasi-Staatskirchen
"Evangelisch" und "Katholisch" seit Jahrhunderten in
immer neuen Formen genießen! So entschied
das Oberverwaltungsgericht Berlin, dass das Land Berlin auch den Zeugen
Jehovas den Status einer "Körperschaft des Öffentlichen Rechts" verleihen
muss, was z.
B. mit einigen Steuerbefreiungen verbunden ist. Der Aufschrei und der
Protest der Kirchen folgte sofort. So verwies die Evangelische Kirche
sogleich auf kritische Berichte von einzelnen Aussteigern bei den Zeugen
Jehovas. Wörtlich erklärte z. B. der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber: "Man
muss ja auch fragen, wer sonst Auskunft geben soll, wenn nicht diejenigen
Menschen, die tatsächlich unter Druck geraten" (Spiegel
online, 24.3.2005). Als Außenstehender kann man aber zurückfragen: Warum
sollen nur Abtrünnige befragt werden und aus Gründen der Ausgewogenheit nicht auch
diejenigen, die sich bei dieser Gemeinschaft wohl fühlen? Wendet man nämlich denselben Maßstab, den Bischof Huber hier einfordert,
einmal bei der
evangelischen und der katholischen Kirche an, hätte dies schon lange
dazu führen müssen, dass die beiden Großkirchen
ihre maßlosen Privilegien (vgl.
www.stop-kirchensubventionen.de) verlieren. So berichten nämlich Aussteiger aus den
beiden Amtskirchen seit Jahren z. B. von Einschüchterungen der Menschen
mit Höllendrohungen. Oft finden diese Einschüchterungen nicht direkt statt,
sondern werden sehr subtil eingesetzt. Die Folgen sind vielfach so genannte
"ekklesiogene" Neurosen oder Psychosen,
durch welche kirchlich Gläubige bereits zu Hunderten aus der Bahn geworfen
wurden. Davon betroffen
sind meist Menschen, die sich trotz schwerwiegender Probleme mit der
kirchlichen oder biblischen Lehre oder bestimmten kirchlichen
Moralvorstellungen nicht von diesen lösen können. Erst Anfang März
2005 nahm in Groitzsch bei Leipzig eine engagierte lutherische Kirchenvorständin
ihre drei minderjährigen Kinder mit den Tod. Sie warteten mit zwei Bibeln in
eisiger Kälte auf den Tod durch Erfrieren. Hinzu kommen
sexueller
Missbrauch von Kindern durch kirchliche Amtsträger und vieles mehr.
Man
stelle sich vor, wie das Urteil des Oberverwaltungsgerichts womöglich ausgefallen wäre,
wenn auch nur eines dieser Vergehen, die in den Kirchen an der Tagesordnung
sind, bei den Zeugen Jehovas passiert wäre. Außerdem wurde gerade
diese Gemeinschaft auf unmittelbare oder mittelbare Veranlassung der Kirchen
von den Nationalsozialisten verfolgt, was über 1.000 der "Zeugen" nicht überlebten.
Ein Auszug aus der Schrift
Der Theologe
Nr. 4, Die evangelische Kirche und der Holocaust, der dies dokumentiert,
ist hier einsehbar. Schon aus diesem Grund hätten die Kirchenvertreter
allen Grund, freiwillig vom hohen Ross zu steigen und ihr Inquisitionsgebaren
nach ca. 1800 Jahren endlich zu beenden.
Lesen Sie dazu auch Ein Kirchenaussteiger
berichtet.
3.4.2005 -
Von Präsident Bush bis Islamischer Dschihad -
alle huldigen dem Papst - Das Geschehen in Rom nach dem Tod
von Papst Johannes Paul II. und die weltweiten Reaktionen erinnern in diesen Tagen viele
Christen an die biblische Prophezeiung des Matthäusevangeliums, wo der
"Versucher" Jesus von Nazareth "alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht"
anbietet und ihm verheißt: "Das alles
will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest"
(Matthäus 5, 9).
10.4. / 12.6.2005 -
Beerdigung des Papstes: Die Vertreter der
Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls
-
Wem das Wort "Diktatur" zu hart erscheinen mag oder wer es nicht
annehmen
will, der lese das offizielle Lehrbuch der römisch-katholischen Kirche von
Josef Neuner und Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden und
ihren Lehrverkündigungen, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz
Weger, 12. Auflage, Regensburg 1986 ...
Die Kirche will zudem, "dass alle Völker in die Kirche eintreten"
(Nr. 370). Was
könnte das bedeuten? Z. B. für Europa, das nach dem Willen der Kirche
demnach ein römisch-katholischer Kontinent werden soll? Der
bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers warnte eindringlich: Der "biblisch
fundierte Absolutheitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf
dem Sprung, die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der
philosophische Glaube, 9. Auflage, 1988, S. 73). Doch die Staatsmänner
dieser Erde, welche eigentlich die Werte der gegen die Kirche erkämpften
Demokratie verteidigen sollen, werfen sich der Diktatur des Heiligen Stuhls
an den Hals oder vor die Füße. Hier stellt sich gerade in diesen Tagen die Frage: Wo sind noch
wahrhafte Demokraten, welche noch für die Ideen von Freiheit,
Gleichheit, Einheit, Menschenrechten und Toleranz einstehen? Und gibt es in Europa wenigstens einen
Politiker, der nicht vor der Kirche auf die Knie fällt?
12.5.2005 -
"Regierung und Volk - Spart Euch die Kirche!" -
Überfüllte Veranstaltung der Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer
der Kirche" am 25.4.2005 in Erfurt
- Obwohl sich manche Zeitungen
geweigert hatten, Anzeigen zu drucken, die auf die Veranstaltung hinweisen
sollten, mussten
immer wieder Stühle geholt werden, bis schließlich ca. 250 Besucher in einem
Saal im Radisson-Hotel Platz fanden. Auch das Hotel machte Schwierigkeiten
und teilte dem Veranstalter vorab mit, dass es eine Spende an eine kirchliche Einrichtung
überweisen würde, die doppelt so hoch sein soll wie der Betrag, der durch
die kirchenkritische Veranstaltung eingenommen werde - sozusagen eine freiwillige
moderne Ablasszahlung. Was die Besucher
der so umkämpften und überfüllten Veranstaltung an dem Abend dann zu hören bekamen, waren überwiegend Fakten über die staatliche
Finanzierung der Großkirchen auch in den ostdeutschen Bundesländern
sowie aufschlussreiche Hintergründe über den Einfluss der Kirche im Raum Erfurt
im Lauf der Geschichte. Auf dem Podium saß neben Professor Dr. Hubertus Mynarek,
dem Ex-Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien, auch
Dieter Potzel, ehemaliger evangelischer Pfarrer und Herausgeber von Der Theologe.
Sein
Redebeitrag in Erfurt ist
hier einsehbar.
Die
Eingangsreferate aller Podiumsteilnehmer sind einsehbar
unter
http://www.kirchenopfer.de/downloads/erfurtbroschuere5.pdf.
25.5.2005 -
Wahlen in Deutschland - die "überlegene"
katholische Religion / Aussteiger suchen unabhängigen Politiker - wer fällt
nicht vor der Kirche auf die Knie?
- Ist es ein Zufall, dass die
derzeitigen politischen Umwälzungen in Deutschland ausgerechnet vom Wahlsieg
von CDU-Politiker Jürgen Rüttgers in Nordrhein-Westfalen ausgelöst wurden, der kurz zuvor noch
erklärte: Die katholische Kirche und ihr Menschenbild sei allen anderen
Religionen "überlegen" (Spiegel online, 22.4.2005)? Rein
optisch wurde dazu in der Nähe von Köln für den Weltjugendtag im August
2005 ein riesiger Hügel
aufgeschüttet. Von dort aus wird Benedikt XVI. vor Hunderttausenden von
"unten liegenden" und zu ihm
aufblickenden Jugendlichen die Messe zelebrieren. Und wer die ausgefeilten
Bedeutungen von Symbolen, Ritualen und Zeremonien in der Kirche kennt, weiß
genau, dass es hier nicht nur darum geht, dass man den Papst besser sieht.
Durch die Winkelzüge der Politik fällt dieses Ereignis nun auch mitten in den Bundestagswahlkampf.
Zu diesem Anlass suchen viele besorgte Aussteiger aus
den Kirchen einen wählbaren Politiker, der weder in Köln noch vor dem
Fernsehgerät niederkniet und der nicht huldvoll zu Papst Benedikt XVI. auf den Hügel emporschaut.
Bitte schicken Sie uns eine E-Mail,
wenn Sie selbst dieser Politiker sind oder wenn Sie einen kennen, der diese
Bedingungen erfüllt.
Ansonsten siehe auch hier.
29.5.2005 / 18.11.2006 -
Mehrwertsteuererhöhung von CDU
und CSU
geplant - der Zugriff auf das Volk wird immer fester, die Reichen und
Privilegierten bekommen immer mehr
- 77 % der Bürger wollten
einer Umfrage Ende Mai zufolge CDU, CSU oder SPD wählen. Offenbar genug, so dass
deren Politiker sich getrauen, nach der Wahl eine Mehrwertsteuererhöhung durchzudrücken,
was "insbesondere die Bezieher niedriger Einkommen und die Familien mit
Kindern vergleichsweise stark belasten" wird (Prof. Peffekoven,
Universität Mainz lt. Monitor, 9.6.2005). Die Reichen und Privilegierten
werden anderweitig mehrfach entschädigt, während der Mittelständler immer mehr
unter Wasser gedrückt wird. Konkret heißt das z. B.: 31 Millionen Bürger mit durchschnittlichem bzw.
geringem Einkommen müssen bei einer Erhöhung der Umsatzsteuer um 3 % einer Hochrechnung zufolge auf diese
Weise 4,5 Milliarden
€ pro Jahr mehr zahlen (der einzelne ca. 300 € mehr).
Besserverdienende würden dafür nach dem CDU-Plan "Konzept 21" zur Reform der
Lohn- und Einkommensteuer um ca. 4 Milliarden € pro Jahr steuerlich
entlastet (Monitor vom 9.6.2005 rechnete noch mit 4 % Erhöhung und kam daher
auf 6 Milliarden Mehreinnahmen bzw. 400 € mehr Last für den geringer
Verdienenden).
Grundsätzlich kann man beobachten: Die verantwortlichen Politiker überlegen hauptsächlich, wie man die einfache
Bevölkerung noch mehr beschneiden und ihnen noch mehr wegnehmen kann und wie
man möglichst viel in den eigenen Schlund und den seiner Günstlinge und
Vasallen stecken kann, die man als Lobby vertritt (Wenn es
Ausnahmen gibt, bitte melden!).
So sollen alleine im Gesundheits- und
Sozialministerium kurz vor der Abwahl der SPD/Grünen-Regierung noch schnell 126
Beförderungen durch gewunken werden. Denn warum sollen nur die
Krankenkassen-Bosse die Bürger abzocken, die sich das, was man v. a. durch
Leistungseinsparung bei den Bürgern holte, in die eigenen Taschen steckten
und ihre Spitzengehälter noch einmal kräftig erhöhten? Auch
die Pressesprecherin von SPD-Minister Clement bekommt schnell noch 1.300,00
€ mehr im Monat. Ob es für ihre Verdienste bei der Ideenfindung ist, wie
man die Bezüge von Arbeitslosengeld-Empfänger noch weiter stutzen kann?
Demnächst
soll man nun auch noch Fernsehgebühren auf den Internet-Anschluss
bezahlen, auch wenn man den Computer gar nicht zum Fernsehen verwendet. Und, und, und ...
Die Reichen und Privilegierten werden immer reicher, und wer sich heute noch im Mittelstand
wähnt, dem droht das Schicksal, Schritt für
Schritt in Richtung Armut gedrückt zu werden. Mit den Bürgern kann man es ja machen. Die Reichen und Privilegierten sichern sich
derweil ihre Pfründe und Zusatzeinnahmen mehrfach ab. Zu ihnen gehören auch die
Kirchenoberen und ihre sogar von Steuern befreiten Institutionen. Die maßlosen Subventionen (14-20 Milliarden
€
jährlich für rein innerkirchliche Zwecke, nicht für Soziales)
für die Großkirchen werden wieder einmal nicht
angetastet, sondern sollen ebenfalls noch ausgeweitet werden, damit die
Kirche ihr Milliarden-Vermögen (lt. Experten alleine in Deutschland ca. 500
Milliarden €) nicht antasten muss. Die Kirchenoberen bedanken sich mit
ihrem "Segen". Staat und Kirche kungeln wie immer auf Kosten der
Bevölkerung. Nebenbei fallen dabei z.
B. weitere 15 Millionen € ab, die man dem Bürger aus der Tasche zieht,
damit er beim Weltjugendtag in Köln im Angesicht von Papst Benedikt XVI.
leichter auf die Knie fallen kann, und vermutlich ist ein großer Teil der
Kosten hier (wieder einmal) noch gar nicht eingerechnet.
Deshalb: Nicht
länger schweigen und ertragen! Stoppt die Umverteilung der Euros vom Volk zu den
Privilegierten! Und:
http://www.spart-euch-die-kirche.de/stopptdieabzocker/index.html
- eine Petition an den Bundestag, damit die Politiker nicht mehr alles
mit sich machen lassen - zum Schaden von uns Steuerzahlern!
11.6.2005 -
Religionsunfreiheit in Deutschland -
Ein erschütternder Bericht über die berufliche Laufbahn eines
EDV-Spezialisten, der einmal beim Verlag der Zeugen Jehovas gearbeitet
hatte. Lesen Sie
Religionsunfreiheit in
Deutschland - ein Land im Griff der modernen Inquisition!
15.8.2005
-
"Kluge Bayern" überwiegend
ewig verdammt
- und die Teilnehmer am
Weltjugendtag auch, trotz zwischenzeitlichem vollständigem Ablass
- Der CSU-Chef und überzeugte Katholik und Ministerpräsident Edmund Stoiber bescheinigt seinen
politischen und kirchlichen Gefolgsleuten Klugheit. 59 % der Bayern gehören
der römisch-katholischen Kirche an, und etwa genauso viele wählten bisher
CSU. "Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile
wie in Bayern", so Ministerpräsident Stoiber im Hinblick auf die weniger kirchliche und
CDU/CSU-freundliche Bevölkerung in Ostdeutschland. Und auf deren
Wahlverhalten (über 20 % wählen Linkspartei) angesprochen behauptete er: "Nur die dummen
Kälber wählen ihren Metzger selber."
Doch wahrscheinlich weiß weder Edmund
Stoiber noch sein überwiegend katholisches Wahlvolk in Bayern, dass der
römisch-katholische "Metzger" unter den Kirchenmitgliedern längst
vorsortiert hat, wer trotz seiner Kirchenmitgliedschaft und "klugen"
politischen Wahl in die
ewige Verdammnis muss. Nämlich alle, die aufgrund der verbindlichen Kirchenlehre
"ausgeschlossen" sind. Und wer ist alles davon betroffen?
Überzeugen Sie sich selbst und machen Sie den
Glaubenstest!
Und was Edmund Stoiber vermutlich auch nicht weiß: Die Mehrheit der Bayern, die
römisch-katholisch ist und CSU wählt,
wird den Test nicht bestehen. Und auch die Mehrheit der Jugendlichen nicht,
die in Köln dem Papst zujubelt und fälschlicherweise glaubt, sie können in
wesentlichen Lehrfragen auch eigene abweichende Ansichten haben. Diese
Jugendlichen werden in den kirchenfreundlichen Medien als selbstbewusst
vorgestellt, um die angebliche
Offenheit der Kirche zu demonstrieren. Bleiben sie jedoch bei ihren
Ansichten oder entfernen sie sich sogar noch weiter von den kirchlichen
Lehren, müssen sie
nach katholischem Glauben später ebenfalls in die Hölle. Der Papst macht
derweil gute Miene zum bösen Spiel, da er "hofft", dass sich die
jungen Menschen irgendwann noch vollständig unterwerfen. Wer es nicht tut, dem nützt auch der vollkommene
Sündenablass in Köln und dereinst
die letzte Ölung nichts. Und wem das jetzt
schon klar ist, der kann sich ja schon heute überlegen, ob er noch weiterhin
Kirchensteuer bezahlen möchte.
12.8 / 20.8.2005 -
"Sparen Sie sich die Kirche"
- Kirchenkritische Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln -
Am Donnerstag, den 18.8.2005, fand parallel zur
Ankunft des Papstes das Podiumsgespräch zum Papstbesuch mit Professor Dr.
Hubertus Mynarek im Theaterhaus in Köln statt, zu dem ca. 150 Besucher kamen, obwohl die Presse keine
Veranstaltungshinweise veröffentlichte. Der bekannte Kirchenkritiker und Buchautor war früher
Professor für Katholische Theologie und Dekan an der Universität Wien. Unter
der Überschrift Angriff auf Kirche, Papst und Kardinal berichtete
später immerhin der Kölner Stadtanzeiger über den Abend
(20.8.2005), der von der
Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" veranstaltet
wurde. So heißt es dort: "´Ist die
halbe Welt verrückt geworden`, fragte der Religionswissenschaftler zu
Beginn seiner Ausführungen. ´Da kommt der Großinquisitor nach Köln, und die
Politiker liegen auf dem Bauch.`"
Hubertus Mynarek berichtete weiterhin u. a. über
seine Begegnungen und Erfahrungen mit Joseph Ratzinger.
Z. B. hatte dieser als
Theologieprofessor bei einem Vortrag in Bamberg einst eingeräumt, dass Jesus keine
Priester eingesetzt habe, womit er zumindest einen Widerspruch zwischen
Jesus und Kirche zugegeben hatte. Zum Ereignis "Weltjugendtag" sagte Mynarek wörtlich: "Warum kommen so viele
Jugendliche zum Weltjugendtag? Sie haben Defizite an Aufklärung und viele
Ehen sind kaputt. Viele haben Sehnsucht nach dem Vater. Da kommt nun einer
und nennt sich Stellvertreter Gottes. Die Leute glauben einfach, sie
brauchen keine Beweise mehr. Obwohl der Ratzinger-Papst 140 Theologen
suspendiert hat und seine Organisation Millionen Morde auf dem Gewissen hat.
Die Leute glauben an einen gütigen Papst. Doch die Begeisterung hat keine
Basis."
Mit auf dem Podium war auch der ehemalige evangelische Pfarrer Dieter
Potzel, der u. a. erklärte: "Den Jugendlichen in Köln wird die Wahrheit über
die römisch-katholische Lehre verschwiegen." Und die Versöhnungsgeste des
Papstes gegenüber den Juden sei scheinheilig, denn sie gelten nach
römisch-katholischer Lehre als ewig verdammt, wenn sie nicht vor ihrem Tod
katholisch würden. Und die evangelische Kirche habe sowohl Christus als auch
ihren Gründervater Luther
verraten, der im Gegensatz zu seinen Nachfolgern einst heftige Kritik an der
katholischen Kirche geübt hatte. Potzels Beitrag ist hier
stichpunktartig einsehbar. Ein Aufsatz von Professor Mynarek über
Benedikt XVI. siehe unter
http://www.kirchenopfer.de/53498897771297d4c/5349889827123bc01.php. Die "Initiative Mahnmal" fordert ein Mahnmal für die Millionen
Opfer der Kirche gerade in Köln, der reichsten Diözese der Welt mit einer
der blutigsten Vergangenheiten.
25.8. / 28.8.2005 -
Kanzlerkandidatin Angela Merkel
(CDU): Papst sei für viele die Erfüllung religiöser Sehnsucht -
Obwohl
die römisch-katholische Kirche die evangelische Pfarrerstochter Angela
Merkel offiziell ewig verdammt (siehe dazu
Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381), lobt diese
den von der Kirche so genannten "Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und
Stellvertreter Christi auf Erden" (zit. nach "Päpstliche Insignien" auf
der Web-Seite der Deutschen Bischofskonferenz
http://www.dbk.de/vatican/in_vatican_17.html
*)
mit monumentalen und kritiklosen Worten: "Ich bin
nach diesem Treffen mehr denn je überzeugt: Papst Benedikt XVI. ist genau
die Persönlichkeit, um die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach einem
religiösen Bekenntnis und einem festen Wertefundament zu erfüllen"
(idea-spektrum Nr. 35/2005), so Frau Angela Merkel. Während sich die
CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin freute, dass
sie Joseph Ratzinger in Köln die Hand schütteln durfte, wurde keine der
drei amtierenden evangelischen
Bischöfinnen (Margot Käßmann, Maria Jepsen und Bärbel Wartenberg-Potter) zum
Treffen mit dem Papst eingeladen, obwohl die Evangelische Kirche in
Deutschland (EKD)
gerne wenigstens eine der drei Frauen dem Papst vorgestellt hätte. Doch die
römisch-katholische Kirche hat der EKD vorgeschrieben, wie sie ihre
Delegation zusammensetzen muss und nur namentliche Einladungen für die
"Begegnung" verschickt.
Auch darin zeigt sich, was Experten schon lange beobachten: Die evangelische
Kirche scheint nur noch ein Anhängsel der katholischen zu sein.
PS: Die
Beurteilung der Frau durch "große" Katholiken lesen Sie bei
http://www.jubeljahr2000.de/frauen.html.
* Diese Ehrentitel für den Inhaber des Stuhles Petri standen
jeweils im Zentrum der Papstkrönung, bis Papst Johannes Paul I. im Jahr 1978 die
Krönung abschaffte (eine seiner ganz wenigen Entscheidungen vor seinem
plötzlichen und nicht für alle überraschenden Tod). Dennoch gilt der
Inhalt der Huldigung natürlich für die nachfolgenden Päpste weiter.
12.10.2005 -
Buddha-Statue auf dem Piz Badile als Protest
gegen Gipfel-Kruzifixe - Verschiedene Südtiroler
Bergsteigergruppen (PS: Südtirol gehört zu Italien) wehren sich dagegen, dass die römisch-katholische Kirche
auf jedem Berggipfel in den Alpen ein Kruzifix mit dem geschundenen Leichnam
von Jesus, irgendein anderes Kreuz oder Statuen angeblich Heiliger
aufstellt. Als
sichtbares Zeichen des Protests transportierten die Bergfreunde eine
Buddha-Statue auf den 3.000 Meter
hohen Piz Badile. "Die 20 Kilogramm schwere Figur
soll erst wieder ins Tal gebracht werden, wenn am Berg keine Heiligenbilder
mehr zu sehen seien, sondern nur noch Fels und Eis", so die Initiative
(idea-spektrum Nr. 41/2005), die sich gegen die Vereinnahmung der Natur
durch die Kirche wendet. Die katholische Kirche reagierte prompt, und ein
Zusammenschluss von Priestern hat sich die Entfernung des Buddha zum Ziel
gesetzt. Durch ihren österreichischen Informationsdienst kath.net
ließ man hierzu die Stellungnahme des Theologen Don Augusto Azzalini
verbreiten, in der es unter anderem heißt: "Unsere Berge dürfen nicht von
anderen Religionen verunreinigt werden, die nicht zu unserer Kultur
gehören".
Auch in anderen Zusammenhängen wird von Katholiken und Protestanten die
Bedeutung von Europa als eines angeblich kirchlichen Kontinents
hervorgehoben und als Argument gegen einen möglichen Beitritt der Türkei
angeführt. Der Kampf um einen Rückschritt ins Mittelalter oder um einen
Schritt vorwärts zu mehr Religionsfreiheit und -gleichheit in Europa
entbrennt derzeit an vielen Fronten.
24.10.2005 -
Kirchliche Medienlobby
protestiert gegen Esoterik-Sender - Wer protestiert gegen kirchliche
Verführung? Weil die Satelliten-Betreibergesellschaft Astra jeden
Abend ab 21 Uhr einen esoterischen Beratungsdienst ausstrahlt, "protestieren
nun Eltern und kirchliche Medienexperten" (Evangelisches Sonntagsblatt
Bayern, 23.10.2005). Da die Sendezeit bis 21 Uhr an den Kinderkanal KI.KA
vermietet ist, befürchten die kirchlichen Glaubenswächter und die von ihnen
instrumentalisierten "Eltern", dass Kinder, die das Programm um 21 Uhr nicht
wechseln, "krassem Aberglauben und schlimmster Scharlatanerie ausgesetzt"
würden.
Obwohl der Staat die beiden Großkirchen jährlich mit Milliardenbeträgen
subventioniert und dabei gegenüber anderen Gemeinschaften massiv
privilegiert, ist das den Kirchen nicht genug. Unverhohlen verstärkt man
auch in unserer Zeit auf vielen Ebenen die moderne Inquisition gegen
Andersgläubige. Doch ist jetzt Zeit, dass der Spieß herumgedreht wird und
sich Proteste zunächst gegen die staatliche Subventionierung kirchlicher
Programme in den Medien richtet. Weiterhin sollen alle Sender und Anbieter
prüfen, ob sich die Ausstrahlung von Sendungen einer bestimmten Religion mit den
eigenen Programmgrundsätzen vereinbaren lässt, wenn diese Religion z. B. die
Unterwerfung aller Menschen und Völker unter ihren Glauben fordert und die
ewige Hölle für Abweichler, Aussteiger und Andersgläubige lehrt. Diese
Prüfung soll vor allem dem Schutz der Kinder vor seelischer Grausamkeit und
religiösem Fanatismus dienen.
Lesen Sie dazu den Theologen Nr. 18 über den
Glauben der römisch-katholischen Kirche (z. B. über die
Unterwerfung unter den Papst oder
die ewige Hölle) oder den
Theologen Nr. 1 über den Glauben der evangelisch-lutherischen Kirche
(z. B. dass niemand aus freiem Willen der ewigen Verdammnis entrinnen könne) und
fragen Sie sich: Soll mein Kind in diesem Geist erzogen oder durch
Fernsehen, Radio usw. in diese Richtung beeinflusst werden?
Dazu eine weitere Frage: Soll der
Staat, d. h. wir, alle Bürger, weiterhin jährlich 2.500.000.000 (2,5
Milliarden) € für den konfessionellen Religionsunterricht bezahlen. Dort
werden bereits Kinder und Jugendliche gegen religiöse Minderheiten in
Deutschland aufgehetzt (v. a. in den Lehrplänen des 9. Schuljahres) und in
die Schablonen katholischer oder evangelischer Kirchenmeinungen
hineinmanipuliert.
Deshalb fordern wir als Sofort-Maßnahme: "Für
Religionsfreiheit und Toleranz an unseren Schulen! Stoppt die staatliche
Finanzierung des konfessionellen Religionsunterrichts! Verwendet 50 % des
Geldes für einen konfessionsfreien Werteunterricht, in dem die Achtung vor
dem Nächsten, auch des Andersdenkenden, im Mittelpunkt steht. Und die
anderen 50 % (da es in Deutschland zwei Großkonfessionen gibt, muss der
Staat hier immer doppelt bezahlen, was bei einem überkonfessionellen
Werteunterricht nicht notwendig ist) investiert für den Schutz unserer Umwelt, damit
unsere Kinder auch morgen noch auf diesem Planeten leben können."
Zum Thema "Moderne Inquisition der Kirche" lesen Sie auch das Buch des
Religionswissenschaftlers Hubertus Mynarek, Die
neue Inquisition.
2006
31.1.2006 -
Steht die Politikerin
Carla
Bregenzer (SPD) noch auf dem Boden des Grundgesetzes? - Aufklärung über
evangelische Inquisition -
Was ist nur in diese Frau gefahren? Wenn
Menschen mit urchristlicher Gesinnung aus ihrer religiösen Überzeugung heraus
für vegetarische Ernährung eintreten, dann sorgt sich die baden-württembergische
Landtagsabgeordnete und selbsternannte "Sektenexpertin" Carla Bregenzer (SPD) gleich um das geistige Wohlergehen der
Bürger und nimmt dies zum Anlass für eine Landtagsanfrage.
Nicht nur in dieser Anfrage, sondern immer wieder weckt die überzeugt
evangelische Politikerin in der Bevölkerung gezielt Ängste vor religiösen
Minderheiten. Diese Ängste und Vorurteile werden von den großen Kirchen seit
Jahrhunderten geschürt. Viele der von der Kirche verfolgten Minderheiten wie z.
B. die Katharer oder die Bogumilen achteten die Natur und lebten vegetarisch.
Das war der Kirche schon immer ein Dorn im Auge.
Heute werden solche Ängste und Vorurteile von der Kirche willfährigen Politikern
wie Carla Bregenzer in der Bevölkerung verbreitet. Will sie damit Mitglieder für
die SPD oder für die evangelisch-lutherische Kirche werben, der sie angehört?
Schon Martin Luther forderte die Obrigkeiten auf, alle Prediger, die nicht von
ihm ordiniert waren, dem "Meister Hans“, dem Henker, zu übergeben. Und nicht nur
das: Er forderte die Landesherren zum brutalen Hinrichten der rebellischen Bauern auf. Er
hetzte in hasserfüllter Weise gegen die Juden, deren Synagogen man anzünden und
deren Talmude man verbrennen solle, die man zur Zwangsarbeit schicken solle usw.
Er ließ im lutherischen Gebiet ebenso grausam Hexen foltern und verbrennen, wie
es in katholischen Gebieten geschah. Und: Martin Luther leugnete den freien
Willen des Menschen, der die Grundlage jeglicher demokratischen Gesellschaft ist.
Wer aber den Bürger nicht für mündig hält und ihm kein Selbstbestimmungsrecht
zugesteht, wie kann der eine demokratische Gesellschaft aufbauen? Steht also die
evangelisch-lutherische Kirche wirklich auf dem Boden des Grundgesetzes – und
mit ihr die Politikerin Carla Bregenzer, ein Mitglied dieser Kirche, das in der
Öffentlichkeit kleinere Glaubensgemeinschaften bekämpft?
Würde Martin Luther
heute seine Rundumschläge gegen religiöse und soziale Minderheiten öffentlich
verkünden, so müsste sich umgehend der Verfassungsschutz mit ihm beschäftigen.
Doch Martin Luther muss gar nicht wiedergeboren werden. Es gibt ja Politiker,
die sein Ungeist auch heute noch umzutreiben scheint. Politiker, die glauben,
sie müssten die "unmündigen Bürger" davor bewahren, eigene
Entscheidungen zu treffen – und sei es auch nur in Bezug auf ihre Ernährung ...
Das Verhalten der protestantischen SPD-Inquisitorin Carla Bregenzer gibt in
dieser Hinsicht zu denken. Denn es weist ohne Zweifel Merkmale einer totalitären
Denkweise auf. Deshalb: Seien Sie wachsam! Denn wie sagt schon ein bulgarisches
Sprichwort: "Hast du den Bären heute in Nachbars Weinberg gesehen? Erwarte ihn
morgen in deinem!“
PS: Mehrere Bürger wehren sich jetzt gegen das Gebaren der Inquisitorin unter
dem Deckmantel der SPD. Lesen Sie dazu einen Handzettel, der über die "Arbeit" der
Politikerin aufklärt unter
http://www.aussteiger.cc/gefaehrlichesekten/index.html.
20.4. / 9.5.2006 -
Kindererziehung: Staat liefert sich noch mehr
den ewig verdammenden Kirchen aus - Die evangelisch-lutherische Familienministerin Ursula von
der Leyen (CDU) praktiziert die exklusive Umarmung mit den beiden Großkirchen.
Bereits jetzt ist jeder zweite (überwiegend staatlich finanzierte)
Kindergartenplatz in Deutschland in Kirchenhand. Viele Kommunen haben
schon lange kapituliert und sich für die Finanzierung kirchlicher anstelle von
gemeindeeigenen oder städtischen Kindergärten entschieden. Andere Bewerber um
die Trägerschaft eines Kindergartens haben gegenüber den Kirchen im Ernstfall keine Chance.
Diese Entwicklung könnte durch das neu gegründete "Bündnis für Erziehung" weiter
forciert werden, wozu der zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtete Staat
nur die katholische und die evangelische Kirche als Gründungsmitglieder hinzu gebeten hat.
Damit wirft sich der Staat einmal mehr den beiden Institutionen an den Hals, die
Aussteiger und Andersgläubige in die ewige Hölle verdammen wollen (der Beweis
dafür - siehe z. B. bei Der Theologe Nr. 19),
auch wenn das offiziell lieber unter den Teppich gekehrt wird. Damit wird
unseren Kindern ein sehr schlechter Dienst erwiesen. Viele Eltern haben mangels
Angeboten schon jetzt keine Möglichkeit, ihr
Kind in einen nichtkirchlichen Kindergarten zu schicken, um es vor den seelisch
vielfach krank machenden Kirchenlehren zu schützen. Und um stattdessen einen
Platz in einem kirchlichen Kindergarten zu bekommen, sehen sich viele Eltern
gezwungen, in die Kirche einzutreten. Auch viele Erzieher
müssen kirchlich fest gebunden sein, um überhaupt eine Chance auf einen Arbeitsplatz
zu haben.
Welche weiteren Werte werden nun durch die Kirchen vermittelt? Lesen Sie
dazu z. B. Der Theologe Nr. 18: Der Glaube der
römisch-katholischen Kirche und Der Theologe
Nr. 1 über den Glauben der evangelisch-lutherischen Kirche und darin z.
B. das Kapitel Als Kind in der evangelischen
Kirche. Was einer jungen Frau widerfuhr, die eine besonders gute
Katholikin sein wollte, lesen Sie in Der
Theologe Nr. 9.
Vermutlich ist die Familienministerin über die kirchlichen Werte nicht umfassend
informiert, denn die "Zehn Gebote" und andere positive Werte*, an die sie z. B. denkt, spielen dort nur
eine nebensächliche Rolle und werden vielfach verwässert bzw. gebrochen.
Doch die CDU-Ministerin sieht Staat und Kirche auf engste verbunden und setzt
staatliche und kirchliche "Werte" offenbar gleich, wenn sie z. B. erklärt: "Auf
christlichen [Anmerkung: zutreffender wäre "kirchlichen"] Werten basiert unsere
gesamte Kultur" (ARD-Tagesschau, 20.4.2006).
Und entlarvend fügt sie hinzu: "So wie man die eigene Muttersprache lernt,
müssen wir erst unsere eigene Position klären, damit wir uns später für andere
Religionen öffnen können" (Spiegel online, 20.4.2006). Doch vielleicht hat die
Ministerin in ihrem kirchlichen Eifer auch einfach vergessen, dass der Staat
nach dem deutschen Grundgesetz keine kirchliche "Position" vertritt
und nicht auf dem Schoß der "Mutter Kirche" sitzt, sondern dass er dem
gleichberechtigten Miteinander aller Religionen verpflichtet ist - einem Wert,
der in der Geschichte gegen den massiven Widerstand der Kirche erkämpft wurde und geschützt werden muss.
Doch die evangelische Ministerin bevorzugt einmal mehr die Institutionen,
die Andersgläubigen und möglichen Aussteigern mit grausamen Höllenstrafen für
alle Ewigkeiten droht (siehe z. B. den
"unfehlbaren" katholischen Lehrsatz Nr. 381). Und an anderer
Stelle sagt sie einmal über die Aufgabe der Pfarrer: "Man muss Pastorinnen und Pastoren gestatten, dass sie
Spiegelbild unserer Gesellschaft sind." Das erinnert an die Lehre einer
gegenseitigen Durchdringung von Staat und Kirche, die den Schülern auf
Staatskosten z. B. auch im konfessionellen Religionsunterricht beigebracht wird - dort heißt das dann
auf evangelischer Seite "Zwei-Reiche-Lehre" (nach Martin Luther) oder "Lehre von der Königsherrschaft
Christi" (nach dem bekannten evangelischen Theologen Karl Barth), wonach die "Christengemeinde" die "Bürgergemeinde"
immer wieder an die kirchliche "Wahrheit" erinnern soll, bis der Staat
irgendwann zum "Spiegelbild" der kirchlichen Staatsvorstellungen geworden sei. Persönlich
bekennt die
Ministerin dabei: "Ich habe mich in der
Kirche immer aufgehoben gefühlt" (Marktkirche Hannover, 18.11.2003).
Andersgläubige und Gewerkschafter sehen sich beim "Bündnis für Erziehung"
nun ausgeschlossen. "Wir sind vor die Tür gesetzt", es ist eine "Missachtung",
erklärte z. B. der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ARD-Tagesschau,
20.4.2006). Im Herbst 2006 möchte die Ministerin das Bündnis zwar "erweitern", doch die
jetzt Ausgeschlossenen sehen das vielfach nur als eine "Einladung zweiter Klasse".
Das jetzt geschlossene "Bündnis für christliche [kirchliche] Erziehung"
(Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft GEW, Marianne Demmer) sei
ein "Affront gegen andere Religionen" (FDP-Politiker Hans-Michael Goldmann). Und
die Grünen fordern die Ministerin auf, das Bündnis zurückzuziehen. Deren
Geschäftsführerin Steffi Lemke sprach von einem "christlichen [kirchlichen]
Erziehungsdogma", das offenbar installiert werden soll, und Marianne Demmer von
der GEW wehrt sich dagegen mit den Worten, Deutschland sei kein Gottesstaat
(dpa, 20.4.2006). Und der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan J.
Kramer, warnte vor einem "Rückschritt ins Mittelalter" (Netzeitung, 21.4.2006). Zu den Reaktionen auf die erneute Bevorzugung der massiv
privilegierten Großkirchen durch den
Staat, siehe auch:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5449146,00.html
http://www.netzeitung.de/deutschland/393418.html
http://www.netzeitung.de/spezial/judenindeutschland/393829.html
* Anmerkung: Die Ministerin meint "Verantwortung".
Doch ihre evangelische Kirche leugnet die Verantwortung der Menschen und einen
freien Willen für ihr Seelenheil. Die Geretteten werden von Gott dafür
vorherbestimmt, und wer ewige verdammt wird, würde Gott vorhersehen. Keine
Vergangenheit, sondern gültiger Glauben bis heute!
(Siehe dazu
Das evangelisch-lutherische Bekenntnis in
Der Theologe Nr. 1). Sie meint "Respekt",
doch die katholische Kirche respektiert z. B. keine anderen Glaubensrichtungen,
sondern fordert von allen die Unterwerfung
unter den Papst. Dies ist eine "unfehlbare" kirchliche Glaubenswahrheit bis heute!
Ursula von der Leyen meint
"Aufrichtigkeit", doch Papst Innozenz III. erklärte im Jahr 1199 für die Zukunft
Richtung weisend bis in die Gegenwart: "Treu
und Glauben braucht einem Ketzer [gegenüber] nicht gehalten zu
werden, und der Betrug, gegen ihn geübt, wird
geheiligt." Unzählige Andersgläubige mussten dies auch so erleben.
Dazu gehört Jan Hus,
der sich beim Konzil von Konstanz auf die Zusicherung freien Geleits verlassen
hatte und aufgrund dieser Gutgläubigkeit 1415 dort auf dem Scheiterhaufen
verbrannte. Ursula von der Leyen meint schließlich "Zivilcourage", doch ihre Kirche passte sich bis zur totalen
Unterwürfigkeit den Machthabern des Dritten Reiches an und war sogar eine der
treibenden Kräfte der Entwicklung, die in den Holocaust mündete. Lesen Sie dazu
Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der
Holocaust. Die Geschichte der
Kirche im Dritten Reich eignet sich z. B. auch, um aufzuzeigen, wie fehlende
Zivilcourage oder gar der Kampf gegen couragierte Bürger das Leid noch erheblich
steigerte. So wehrte sich der z. B. der evangelische Landesbischof Meiser
(siehe Der Theologe Nr. 11) aus München mit Vehemenz
gegen die Behandlung der "Judenfrage" auf einer kirchlichen Synode oder duldete
aus Staatshörigkeit und Opportunismus die Abholung behinderter Mitbürger zur Vergasung, während andernorts
(in Bethel) ein
einfacher Protest dies
verhindert hatte. Dies sind nur wenige Beispiele aus einer unübersehbaren Fülle.
Ganze Bücher ließen sich dazu schreiben.
Alle Freiheitswerte des deutschen
Grundgesetzes, auf denen unsere Demokratie beruht, mussten im Laufe der
Geschichte gegen den Widerstand der Kirchen durchgesetzt werden.
Man hat den Eindruck: Um den
Teufel auszutreiben, hat sich die Familienministerin Ursula von der Leyen mit
dem Beelzebub verbündet.
9.5.2006 -
Aktueller Bundestag - Der
Reiter auf dem Ross - Alle im Bundestag vertretenen Fraktionen haben einen
Experten berufen, der in ihrer Partei bzw. Fraktion für "Kirchen und
Religionsgemeinschaften" zuständig ist, also z. B. auch bei Fragen der Kürzung
oder Streichung von Kirchensubventionen. Das Amt heißt "Beauftragter für Kirchen
und Religionsgemeinschaften". Die Lobby der Amtskirchen besetzt diese Stellen in
allen Parteien zu 100 %, wie aus einem Bericht der Zeitschrift idea-spektrum
vom 22.3.2006 hervorgeht. Im einzelnen sind dies folgende Politiker.
SPD
Kerstin Griese (39), MdB seit 2000. Frau Griese ist Tochter eines evangelischen
Pfarrers, "jeden Sonntag leitete sie den Kindergottesdienst". "Ich gehe gerne in
die Kirche", sagt sie. Und: "´Ich bin doch in der Kirche mehr verwurzelt als in
meiner Partei`". Seit 2003 ist Kerstin Griese auch Mitglied der EKD-Synode. Frau
"Griese beobachtet, dass in ihrer eigenen Partei die Haltung gegenüber den
Kirchen freundlicher geworden sei." Und sie weist darauf hin: "´In unserer
Fraktion gibt es sogar mehr Theologen als in den anderen Parteien.`" Der
EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber gebe nach der Überzeugung von Frau
Griese "unserer Kirche auf großartige Weise Stimme und Gesicht". So weit die SPD
zur Kirche.
CDU
Ingrid Fischbach (48), MdB seit 1998, gehört dem Zentralkomitee der deutschen
Katholiken an. "Als ´Tischmutter` traf sie sich in ihrer Heimatstadt
Wanne-Eickel alle 14 Tage mit Kindern ihrer Gemeinde und bereitete sie auf die
Kommunion vor." "Wenn sie in ihrem Wahlkreis unterwegs ist, besucht sie fast
jede Woche die Messe." Sie bekennt: Die Kraft für ihre Arbeit als Politikerin
"schöpfe ich aus dem [römisch-katholischen] Glauben". Und sie betont: "In keiner
Partei spielt der christliche Glaube eine so große Rolle wie bei uns." Neben
ihrer Tätigkeit als Parlamentarierin ist Frau Fischbach auch Präsidentin des
Katholischen Deutschen Frauenbundes. Das ist also die Ansprechpartnerin der
Kirche in der CDU.
Und was ist mit der Opposition?
Bündnis 90 / Die Grünen
Josef Winkler (31), MdB seit 2002, ist der Sohn einer indischen Katholikin.
"Als
Kind sang Winkler im Kirchenchor der St.-Martins-Gemeinde in Bad Ems, seit einem
Jahr ist er Mitglied im Pfarrgemeinderat" der römisch-katholischen Kirchengemeinde.
"Mir liegt viel daran, dass bei den Grünen das Verständnis für
Entscheidungen der katholischen Kirche wächst", beschreibt Winkler seine
Position. Das zu dem maßgeblichen Mann der Grünen. Vielleicht ist es ja bei der
FDP anders.
FDP
Hans-Michael Goldmann (59), MdB seit 1998, ist katholisch aufgewachsen, war
Messdiener und katholischer Pfadfinder. Goldmann beschreibt die Position der FDP
so: "In unserer Partei gibt es zwei Lager: ein konfessionelles und eines, das
die Kirchen ablehnt. Die Kirchenkritiker äußern sich offensiver, so dass
manchmal der Eindruck entsteht, die FDP sei kirchenfeindlich." Diesem Eindruck
will Goldmann entgegenwirken. Er gehört wie die Beauftragte von der CDU, Frau
Fischbach, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an. "Etwa jeden zweiten
Sonntag geht er in die Kirche, manchmal auch unter der Woche." Er ist allerdings
auch gegenüber moslemischen und humanistischen Werten offen. „Wir können uns
alle unter einem Gott vereinen“, so sein Glaube. Das christliche Abendland sei
gefährdet, "weil es zuwenig Christen gibt, die ihren Glauben im Alltag sichtbar
machen." Was immer das für den Kirchen-Lobbyisten in der FDP heißt. Und was ist mit der Linkspartei?
PDS / Linkspartei
Bodo Ramelow (50) ist im Jahr 2000 wieder bewusst in die evangelische Kirche
eingetreten. "Ich hatte mich schon lange mit dem Gedanken beschäftigt, mich mit
der Amtskirche zu versöhnen", so der PDS-Abgeordnete aus Thüringen. "Im Bundestag
ist er nach Gregor Gysi und Oskar Lafontaine als stellvertretender
Fraktionsvorsitzender der drittwichtigste Mann der Fraktion." DDR bedeute für
ihn "40 Jahre Kirchenfeindlichkeit". Die Linkspartei müsse die Politik der
früheren SED auch als eigene Schuld anerkennen. Sein Wunsch für einen der
nächsten Parteitage der PDS bzw. der Linkspartei: "Ich wünsche mir, dass uns
eines Tages auf dem Parteitag ein Bischof die Bibel als Maßstab
gesellschaftlicher Verantwortung auslegt." (PS: Wir empfehlen der
Linkspartei Kardinal Meissner
aus Köln, der ja auch schlechte Erfahrungen in der DDR machte.)
So weit also unsere Politiker.
11.5.2006 -
"Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten"
für die Bürger - nur Milliardengeschenke an die Kirchen bleiben / Papstbesuch
verschlingt weitere Millionen - Mehrwertsteuererhöhung, Kürzung der
Pendlerpauschale, Erhöhung der Versicherungssteuer, Kürzung der
Sparerfreibeträge, Erhöhung der Steuern auf Benzin und sehr vieles mehr sind ab 1.1.2007 schon beschlossen.
Und jetzt wird auch schon über PKW-Maut und über Gesundheits-Solidaritätsbeitrag
zusätzlich zur Krankenversicherung nachgedacht und über noch einiges mehr. Die deutsche
Boulevard-Zeitung Bild spricht von der "schlimmsten Steuererhöhung aller
Zeiten" (11.5.2006). Während in den Nachbarländern die Abgabenlast für die
Bürger überwiegend gesenkt wird, werden sie in Deutschland kräftig angehoben. Im
Unterschied zu den Nachbarn hat Deutschland aber auch den teuren Klotz "Kirche" am
Bein. Dieser schlägt jährlich mit ca. 14,15 Milliarden Euro Subventionen für
Priesterausbildung, Bischofsgehälter, Kirchen- und Pfarrhausrenovierung usw. zu
Buche, bzw. er führt wegen der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer (eine
von der Steuer abzugsfähige Steuer ist ohnehin ein deutsches Phänomen) zu hohen
Einnahmeverlusten (vgl. dazu
www.stop-kirchensubventionen.de).
"Mit etwas Sparwillen besteht für eine Erhöhung [der Mehrwertsteuer] überhaupt
kein Grund", erklärt Holger Menzel vom Einzelhandelsverband HDE (Bild, 11.5.2006).
Doch von reduzierten Zahlungen an die Großkirchen wollen die Politiker nichts
wissen. Im Gegenteil. Allein
die Sicherheitsmaßnahmen für den bevorstehenden Papstbesuch im September
sollen den Bürger weitere ca. 50 Millionen Euro kosten. Und die Einbußen
für die Unternehmen (z. B. wegen Sperrung der Autobahn für die Papstmesse in
Regensburg oder wegen Absperrungen der Innenstadt in München zur
Hauptgeschäftszeit) sollen von diesen einfach hingenommen werden. Es käme
demgegenüber günstiger, wenn der deutsche Staat jedem katholischen
Pilger eine Rückfahrkarte nach Rom schenken würde, damit er Joseph Ratzinger
dort bejubeln
kann (so z. B. der Vorsitzende der bayerischen Polizeigewerkschaft Harald
Schneider in der
Mittelbayerischen Zeitung, 1.2.2006).
Auch bekommen die Kirchen weiter von fast jeder Kommune freiwillige Zuschüsse
in Höhe von Zig-Tausenden von Euro. Das Paradoxe dabei: Städte und Gemeinden
müssen Grundstücke und Immobilien verkaufen, um ihren Haushalt zu decken und der Kirche
weiterhin Geschenke machen zu können. Die Großkirchen tasten jedoch bei
Finanzbedarf ihr immenses Vermögen (in Deutschland nach Der Spiegel
Nr. 49/2001
derzeit ca. 500 Milliarden Euro) in der Regel nicht an, weil es natürlich für
sie vorteilhafter ist, wenn der Staat für sie bezahlt.
Und Steuererhöhungen
berühren sie ohnehin kaum. Die Kirche muss weder Mehrwertsteuer abführen noch
Schenkungs- oder Erbschaftssteuer noch Grundsteuer, Körperschaftssteuer, Kapitalertragssteuer noch
sonst welche Steuern
zahlen. Dies alles und vieles mehr wird ihnen in Deutschland geschenkt. Der
Hintergrund: Die meisten namhaften Politiker sind in ihrem Amt
gleichzeitig Lobby der beiden Großkirchen. So wird das Geld den Kirchen wohl
weiter sprichwörtlich "vorne und hinten rein gesteckt". Und die Bürger
müssen es bezahlen.
Und gehen kirchliche Betriebe trotz dieser beispiellosen Geschenke pleite,
springt unter Umständen wieder der Staat ein - wie im Falle des Deutschen
Ordens, dessen Schulden der bayerische Staat beglich, nachdem er ihm zuvor
entgegen den gängigen Richtlinien den Status einer Körperschaft öffentlichen
Rechts verliehen hatte. Zum tieferen Verständnis: Ministerpräsident Edmund
Stoiber ist gleichzeitig "Laienbruder" dieses Ordens (mehr dazu
hier).
* PS: Eine Petition für die Einstellung der Milliardenzahlungen
finden Sie bei
http://www.spart-euch-die-kirche.de/stopptdieabzocker/index.html.
19.7.2006 - Nahost - Kriegsstimmung in der evangelischen
Kirche
-
siehe die
Meldungen in "Der Theologe Nr. 6 - Die evangelische Kirche
- immer für den Krieg"
8.9. / 14.9.2006 -
Keine öffentliche
Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Erleben wir einen
Vorgeschmack auf einen Polizeistaat? - "Die Münchner Polizei will beim
Besuch von Papst Benedikt XVI. ... energisch gegen papstkritische Demonstranten
vorgehen", so Polizeipräsident Schmidbauer (Süddeutsche Zeitung, zit. nach
Würzburger katholisches Sonntagsblatt Nr. 37/2006). Die mit der Kirche
verfilzte Staatsmacht (Ministerpräsident Edmund Stoiber spricht von einer
"Symbiose"; Hessischer Rundfunk, 13.9.2006;
siehe
unten) hatte schon 1980 brutal zuschlagen lassen, als sich
behutsame und vorsichtige Kritik in der Öffentlichkeit zeigte.
Der Verfasser des "Theologen" war damals
zufällig Augenzeuge des Geschehens in Mainz. In der Presse wurde damals kaum
etwas Kritisches berichtet. Und heute auch nicht.
Anders der Umgang des Staates mit möglichen Straftätern: Freies Geleit vom
deutschen Staat gab es nämlich für einen Großspender an die römisch-katholische
Kirche aus Liechtenstein, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur
Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die
Staatsmacht sicherte ihm zu, ihn nicht zu verhaften, damit er Benedikt XVI. in
Regensburg persönlich treffen und wieder unbehelligt nach Liechtenstein flüchten
kann. Vielleicht denken sich die Kirchenmitglieder in der deutschen Justiz: Den
Staat und seine Bürger zu bestehlen und das Geld der Kirche zu geben - das kann
doch nicht wirklich ein Verbrechen sein. Der Staat kann doch hinterher wieder
die Steuern erhöhen ...
14.9. / 15.11.2006 -
Ministerpräsident Edmund Stoiber: "Symbiose" von
Staat und Kirche - Zutreffender wäre jedoch die Bezeichnung "parasitäres Verhältnis" -
"Wenn der größte Sohn Bayerns als Papst
zurückkehrt in seine Heimat, dann ist das eben ein schöner Moment, den man nie
vergessen wird", so Ministerpräsident Edmund Stoiber in der Sendung Benedikt
Backstage (HR, 13.9.2006) über den weit über 100 Millionen Euro teuren
Papstbesuch in Bayern. Es ist ein "Jahrhundertereignis, wenn nicht ein
Jahrtausendereignis", so der CSU-Vorsitzende (Spiegel online, 14.9.2006).
Und: „Natürlich, Trennung von Staat und Kirche, das ist ja auch der große
Schritt nach der Aufklärung gewesen. Aber wir haben eine gute Zusammenarbeit
und Symbiose, und sicherlich ist in Bayern die Zusammenarbeit von Staat und
Kirche vielleicht besser als woanders, und ich glaube, das bekommt allen ganz
gut“ (HR, 13.9.2006). Laut Duden bedeutet "Symbiose": "´Zusammenleben`
ungleicher Lebewesen zu gegenseitigem Nutzen." Schon der Sachverhalt der
"Symbiose" hätte nichts mit dem deutschen Grundgesetz zu tun, das die
Religionsfreiheit für einander gleichberechtigte Religionsgemeinschaften in
einem religiös neutralen Staat vorsieht, der keine Religion bevorzugen oder
benachteiligen darf. Doch ist es überhaupt eine Symbiose von Staat und Kirche,
wie Edmund Stoiber sagt? Haben also beide einen offensichtlichen Vorteil? Der Nutzen für die Kirche
ist offensichtlich. Der Staat jedoch wird von der Kirche finanziell ausgesaugt
ohne dass er davon einen nachweisbaren Nutzen hat. So wäre das Wort
"parasitäres Verhältnis" zwischen Kirche und Staat wohl zutreffender. Laut Duden
bedeutet "parasitär" "schmarotzerhaft". Und "schmarotzen" bedeutet
wiederum "auf Kosten anderer leben". In Deutschland lebt die
Kirche mindestens zu 14-15 Milliarden Euro jährlich auf Staatskosten (für Gehälter,
Priesterausbildung, Baumaßnahmen, Steuerbefreiungen usw.). Die Subventionen für
soziale Dienste der Kirche in Höhe von weiteren ca. Milliarden Euro jährlich
sind dabei nicht mitgerechnet. (Die Kirche verwendet dieses Geld zwar zum großen
Teil sinnvoll, erntet dafür jedoch zu Unrecht die Lorbeeren, die der Staat
bekommen müsste. Viele Bürger sind nur noch deshalb Kirchenmitglieder, weil sie
irrtümlich glauben, die Kirche würde soziale Dienste überwiegend selbst
finanzieren.)
17.9.2006 -
Außenministerium der USA besorgt über
Religionsfreiheit in Deutschland - Als die USA nach dem 2. Weltkrieg
die Bundesrepublik Deutschland mit aufbauten, war die Religionsfreiheit dabei
ein wesentlicher Baustein. Auch im Grundgesetz wurde die Religionsfreiheit
verankert. Über 50 Jahre später sieht die Wirklichkeit leider anders aus. So
kritisierte das US-Außenministerium unter Führung von Condoleeza Rice in seinem
am 15.9.2006 in Washington veröffentlichten Bericht über die weltweite Lage der
Religionsfreiheit erneut und mit Recht die "anhaltende Diskriminierung von
religiösen Minderheiten in Deutschland" (siehe z. B.
http://www.merkur-online.de/nachrichten/vermischtes/weltspiegel/art85,711666.html).
In kaum einen Land der westlichen Welt werden religiöse Minderheiten so massiv
als "Sekten" beschimpft, ausgegrenzt, rufermordet und in ihrer Existenz bedroht
wie in der Bundesrepublik Deutschland. Dahinter stecken die beiden
privilegierten Großkirchen, die römisch-katholische und die evangelische, welche
die staatlichen Behörden und die Medien unterwandert haben und für die
Verleumdung kleinerer Gemeinschaften missbrauchen. So sind z. B. einflussreiche
Stellen mit Anhängern der Kirche besetzt, die von dort gegen Andersgläubige
vorgehen (z. B. in Berlin; siehe z. B. Berlin-Hauptstadt der Intoleranz
in http://www.das-weisse-pferd.com/99_16/berlin.html und
http://www.das-weisse-pferd.com/99_20/arier_paragraph.html). Gleichzeitig lassen
die Kirchen selbst sich großzügig vom Staat finanzieren (vgl.
www.stop-kirchensubventionen.de).
Der Bericht aus den USA hat dabei allerdings nur die Spitze des Eisbergs
aufgezeigt.
Deutschland und seine Kirche war früher ein Zentrum von Inquisition, Hexen- und
Kreuzzugswahn. Und die sich im 16. Jahrhundert vom Katholizismus abspaltende
lutherische Kirche ließ Andersdenkende einst genauso brutal verfolgen wie ihre
Mutterkirche und ist bei der Diskriminierung im 21. Jahrhundert sogar gegenüber
der katholischen Kirche deutlich führend.
Lesen Sie dazu: Der Theologe Nr. 12 - Der
"Sektenbeauftragte": der neue Inquisitor
Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche
und der Holocaust
Religionsunfreiheit in Deutschland heute -
zwei Erfahrungsberichte
Die Verfolgung der
Zeugen Jehovas durch die
Kirchen in der Weimarer Republik
und im Dritten Reich
Der Theologe Nr. 23 - Das Staatsross und sein
kirchlicher Reiter
Der Theologe Nr. 1 - Luther oder Christus? Woran glaubt
ein "Sektenbeauftragter"?
Der Theologe Nr. 10 - Die Zwickauer Propheten - von
Martin Luther verfolgt
Und die Bücher: Hubertus Mynarek, Die
neue Inquisition, Marktheidenfeld 1999
Gerhard Besier / Erwin Scheuch, Die neuen
Inquisitoren, Zürich - Osnabrück 1999
Matthias Holzbauer, Der Steinadler und sein Schwefelgeruch, Das neue Mittelalter
(aktualisiert unter
www.steinadler-schwefelgeruch.de)
30.9. / 13.10.2006 -
Evangelischer
CDU-Generalsekretär macht Islam für Gewalt verantwortlich und verschweigt die
Verantwortung des kirchlichen Christentums - "Das
Problem religiös motivierter Gewalt ist heute fast ausschließlich ein Problem
des Islam", so der neue Vorwurf des evangelischen CDU-Spitzenpolitikers. Außerdem
fühle er sich von den Moslems beleidigt, wenn er ihnen als "Ungläubiger" gilt
(Netzeitung, 30.9.2006). Nicht beleidigt ist er allerdings, dass ihm die
katholische Kirche nicht einmal zugesteht, einer "Kirche" anzugehören, da der
Vatikan die Evangelischen nicht als Kirche anerkennt (siehe
hier). Auch geht der Generalsekretär der CDU in seiner Frontstellung gegen den Islam darüber
hinweg, dass die Kriege der USA gegen Länder der islamischen Welt zu
einem großen Teil religiös motiviert sind. So hat der evangelische Präsident George
W. Bush z. B. vor dem Irak-Krieg angeblich von Gott den Auftrag dazu erhalten,
und die meisten Mitglieder der US-Regierung bekennen sich zu ihrem überzeugten
protestantischen Glauben. Ca. eine halbe Million Tote soll dieser Krieg und
seine Folgen bisher gefordert haben (nach Angaben des
US-"Verteidigungsministeriums" Pentagon sind es höchstens 50.000), der mit Lügen
begründet wurde (siehe
http://www.netzeitung.de/spezial/irak/445891.html). Viele moslemische
Zivilisten wurden dabei in Einzelfällen von kirchenchristlichen Eroberern
kaltblütig ermordet (Siehe z. B.
http://focus.msn.de/politik/ausland/irak_nid_36983.html). Und auch die CDU-Bundestagsabgeordneten
in Deutschland stimmten 1999
einstimmig für die Bombardierung Jugoslawiens und holten sich dabei den Segen
ihrer Kirche (vgl. dazu den Artikel "Weg mit dem scheinheiligen ´C`! - CDU
soll sich nicht christlich nennen";
http://www.das-weisse-pferd.com/99_12/cdu_scheinheilig.html). Ebenso war
es 2002 bei dem Angriff auf Afghanistan, wo man mithalf, die islamistische
Taliban-Regierung weg zu bomben. Jetzt wies die Entwicklungshilfe-Ministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul darauf hin, dass die Taliban durch das teilweise
brutale Verhalten der kirchengläubigen Besatzer in der Bevölkerung immer mehr
Zulauf gewinnen (bild.de, 30.09.2006).
Und schließlich ist es das Vorbild von Ronald Pofallas
Glauben, Martin Luther, der wie kaum ein anderer zur Gewalt im Namen der
Religion aufrief (siehe dazu Der Theologe Nr. 3). So forderte Martin Luther z. B. wörtlich: "... weil die Christen ...
ein jeglicher von seiner Obrigkeit, zum Streit wider die Türken gefordert und
berufen werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen Untertanen (wie sie
denn gewisslich tun, so sie rechte Christen sind) und mit Freuden die Faust
regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie
immer mögen, weil sie eine Ader regen können ... werden sie darüber
erschlagen, wohlan, so sind sie nicht allein Christen, sondern auch gehorsame,
treue Untertanen gewesen, die Leib und Gut in Gottes Gehorsam bei ihren
Oberherrn zugesetzt haben. Selig und heilig sind sie ewiglich"
(Eine Heerpredigt wider den Türken, D. Mar. Luther. Anno 1529; Tomos
4, S. 494 b-496).
Bis heute hat sich die
evangelische Kirche z. B. nicht von Martin Luther distanziert, der zudem die
Todesstrafe für Juden (wenn sie ihren Glauben in der Öffentlichkeit
praktizieren) und Andersgläubige forderte und vielfach
durchsetzte. Die Kirche ehrt ihn aber wie eh und je als "großen Deutschen" und "Vorbild im
Glauben".
Hinzu kommt die subtile Gewalt der Diskriminierung und Ausgrenzung religiöser
Minderheiten in Deutschland, die überwiegend "religiös motiviert" ist
(Konkurrenz für die Kirchen), denn die Betroffenen stehen oftmals oder gar meistens loyal zum
Staat und haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Siehe dazu
Der Theologe Nr. 12 und den zutreffenden
Bericht des US-Außenministeriums über die
Einschränkung der Religionsfreiheit in Deutschland.
Schließlich unterschlägt der evangelische
CDU-Spitzenpolitiker auch die Praxis von einzelnen israelischen Siedlergruppen
im Nahen Osten, die sich mit Gewalt bestimmte Landstriche von den Moslems holen
wollen, weil es ihnen im Alten Testament so versprochen wurde (siehe dazu
Der Theologe Nr. 26).
Nicht erwähnt von Roland Pofalla wird in diesem Zusammenhang auch, dass in gemischt-religiösen Ländern wie
Indonesien die Gewalt gegen den Andersgläubigen gleichermaßen von Moslems
und Kirchenchristen ausgeht (siehe hier). Und
es gäbe noch viele Beispiele mehr. Doch es passt natürlich einfacher in ein
Schwarz-Weiß-Weltbild, wenn man wie der CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagt:
"Das Problem religiös motivierter Gewalt ist heute fast ausschließlich ein
Problem des Islam." So wird mit der Zeit ein immer explosiveres Szenario herauf
beschworen, begleitet von der Melodie: "Wir können nichts dafür, schuldig sind die
Moslems."
PS: Mittlerweile haben Anhänger der regierungstreuen dänischen Volkspartei
DVP, deren Mitglieder überwiegend auch Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirche
sind,
den Propheten Mohammed als urinierendes Kamel dargestellt. Zur Erinnerung: Für
Moslems gilt bereits eine einfache bildhafte Darstellung oder eine Film, in dem
Mohammed durch einen seriösen Schauspieler dargestellt wird, als eine Verletzung
des religiösen Empfindens. Die DVP beschimpfte die Moslems im obigen
Zusammenhang als "Menschen, die sich ganz offensichtlich auf einem
zivilisatorischen, kulturellen und geistigen Niveau des Jahres 1005 statt 2005
befinden" (Netzeitung, 8.10.2006). Und in Deutschland soll ab Dezember
2006 in der Deutschen Oper wieder der Kopf Mohammeds abgeschlagen werden. Im
kirchenchristlichen Abendland wird gerade getestet, wie weit man mit seiner Arroganz und
Dekadenz noch gehen kann. Mittlerweile hat sich der dänische Ministerpräsident
Rasmussen jedoch scharf von der Mohammed-Darstellung aus den Reihen der DVP
distanziert.
Lesen Sie dazu auch den Artikel Die Kreuzzüge sind noch lebendig (http://www.das-weisse-pferd.com/01_11/kreuzzuege.html).
26.10. / 21.12.2006 -
565
Millionen Euro mehr Kirchensteuereinnahmen - Kirchen jubeln -
Jubel
in den Kirchen: Gegenüber dem Jahr 2005 steigen die Kirchensteuereinnahmen wegen
der guten Konjunktur im Jahr 2006 für beide Großkirchen zusammen um 7,3 % =
565.000.000 Euro an (dpa, 20.12.2006). Bereits aus einer Statistik der
laufenden Kirchensteuereinnahmen in der Zeitschrift idea-spektrum (Nr. 43/2006)
im
Herbst ließen sich ca. 400 Millionen mehr hochrechnen, die jetzt noch deutlich
übertroffen werden. Hinzu kommen die ungebrochenen Staatssubventionen
von ca. 14,15 Milliarden Euro für innerkirchliche Zwecke plus außerordentliche
Millionenzahlungen wie für die Papstbesuche 2005, 2006 und jetzt wieder 2007 (die kirchlichen Sozialdienste werden mit ca.
10 Milliarden Euro übrigens zusätzlich auch überwiegend vom Staat
bezahlt). Allein die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern nimmt im laufenden
Jahr 30.000.000 Euro mehr ein als erwartet, nachdem man schon im Jahr zuvor
6.400.000 Euro mehr eingenommen hatte als 2004 (Fränkischer Tag, 23.11.2006)
- und das, obwohl die Zahl der Mitglieder deutlich gesunken ist. Und auch für
2007 wird eine weitere Steigerung der Kirchensteuereinnahmen erwartet (dpa,
20.12.2006).
Während in Deutschland allmählich trotz "Aufschwung" (für wen?) die neue Armut um sich greift und mancher
Normalverdiener nicht mehr weiß, was er noch einsparen soll, um über die Runden
zu kommen (als nächstes werden die
Krankenkassenbeiträge z. B. schon wieder drastisch erhöht; siehe dazu
http://www.bild.t-online.de/BTO/tipps-trends/geld-job/aktuell/2006/12/21/krankenkassen-schock/krankenkassen-schock.html), überlegen die Kirchenführer
derzeit, wie sie die Mehreinnahmen anlegen. "Am rigorosen Sparkurs soll aber
festgehalten" werden, schreibt idea. Die Kirchen sind bekannt für ihre
üppigen Rücklagen, frei nach dem der Bibel entlehnten Motto: "Ihr sollt euch
Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost nicht fressen und wo
die Diebe nicht einbrechen und stehlen", also z. B. Wertpapiere.
Experten haben einmal errechnet, dass ein Kirchensteuerzahler ein Jahr seiner
Lebensarbeitszeit nur für die Kirche arbeitet und dabei Kirchensteuern bis
zur Höhe des Wertes einer Eigentumswohnung zahlt (siehe auch
www.stop-kirchensubventionen.de).
11.12. / 13.12.2006 -
Moderne "Judensterne" -
Kirche will Andersgläubige in der Gesellschaft überall aufspüren und an den Pranger
stellen - Nun ist es amtlich: Das Landgericht München hat unter dem
Aktenzeichen Az 15 0 135511/05 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Bayern erlaubt, einen "rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Betrieb mit
einer als Sekte diffamierten Religionsgemeinschaft in Verbindung" zu bringen.
Obwohl die kirchlichen Diskriminierungen das Grundrecht auf Religionsfreiheit
anderer aushöhlen und praktisch immer wieder außer Kraft setzen (wenn sich die
Kirche anschließend mit staatlichen oder privatrechtlichen Boykotten gegen die
von ihr bekämpfte Gruppierung durchsetzt), erklärten die drei Richterinnen
ausgerechnet unter Berufung auf die Religionsfreiheit (!) das kirchliche
Verhalten für rechtens. Um nämlich "die grundgesetzlich garantierte
Religionsfreiheit wahrnehmen zu können, sei es zwingend notwendig zu erfahren,
´wer mit wem in Verbindung steht`" (Main-Post, 11.12.2006). Das Gericht
betonte hierbei, "dass mittlerweile viele Menschen Kontakte zu
Glaubensgemeinschaften jeglicher Art und deren Aktivitäten kategorisch
ablehnten". Und daraus zog es dann die sinngemäße Schlussfolgerung: Um ihre
"Religionsfreiheit" leben
zu können, sei es für die evangelische Kirche und ihre Sympathisanten
"zwingend notwendig" zu wissen, in welchen Firmen, Vereinen, Institutionen usw.
sich Angehörige oder Sympathisanten religiöser Minderheiten befinden. Praktisch ging es um
ein Einkaufsland in Marktheidenfeld, in dem rund 360 Mitarbeiter beschäftigt
seien, von denen nur etwas weniger als zwei Drittel der Beschäftigten Mitglieder
der Großkirchen seien. "Etwa ein Drittel" stünden demgegenüber "dem Universellen Leben ´nahe`". Dass diese von den Kirchen
angeprangerte urchristliche Gemeinschaft nur deshalb von einigen Menschen
"abgelehnt" wird, weil sie von der Evangelisch-Lutherischen Kirche auf das
Niederträchtigste verleumdet und verhetzt wird (was von evangelischen Richtern
wiederum seit Jahren gedeckt wird; 77 Strafanzeigen wurden von der Justiz
abgeschmettert), davon spricht das Gericht jedoch nicht. So entstand
einer untadeligen Firma im konkreten Fall wegen der kirchlichen Schmutzkampagne ein
nachweisbarer Schaden von
1,3 Millionen Euro. Und erst 1998 gelang es der Evangelisch-Lutherischen Kirche
in Bayern,
nur mit
einer völlig haltlosen Verdächtigung eine ganze Firma kaputt zu machen.
Leider haben die
drei Richterinnen vor Urteilsverkündung versäumt, ihre eigene Konfessionszugehörigkeit bekannt zu
geben, was ihr Urteil vermutlich vollends zur Farce gemacht hätte (wenn sie
evangelisch oder katholisch sind und ihrem Bischof z. B. mit ihrem Urteil
"dienen" möchten. Lesen Sie dazu auch:
Neutrale Richter gesucht: also nicht katholisch
und nicht evangelisch, wo z. B. auf die evangelische Lehre Bezug
genommen wird, dass Richter in ihrem Amt ihrer Kirche zu "dienen" haben).
Doch durch das Skandal-Urteil von München müsste jetzt auch offen gelegt werden, wo die Kirche und ihre Lobby überall ihre Finger im Spiel hat.
Und so
müsste eigentlich jede Firma und jede Institution, jede Behörde und jedes
Gericht von nun an öffentlich machen, welcher ihrer Vertreter mit der Kirche und
ihren modernen Inquisitoren "in Verbindung steht". Auch bei
verurteilten Straftätern müsste folglich öffentlich gemacht wird, welcher
Verbrecher mit der Kirche "in Verbindung steht" und z. B.
gleichzeitig zu seinen Verbrechen die Kirche durch Zahlung von Kirchensteuern unterstützt.
Ein Urteil,
das von den Priestern und Pfarrern als
weiterer Triumph der modernen Verfolgung Andersgläubiger gefeiert wird, könnte
sich so womöglich zum Bumerang für die letztlich totalitären Großsekten "Evangelische
und Katholische Kirche" entwickeln. Denn immer mehr Menschen lehnen die zu
einem großen Teil staatsfinanzierten Kirchen
und ihr scheinheiliges und machthungriges Getue mittlerweile ab und wollen
nichts unterstützen, was mit ihnen in irgendeiner Verbindung steht.
11.12.2006 -
Tierfreundliche
Landwirte wollen auf eigenem Grund und Boden 10 Jahre nicht jagen - von Jägern
im Richtergewand abgelehnt.
Lesen Sie den
Bericht zu einem denkwürdigen Prozess.
14.12.2006 / 23.1.2007 -
Inquisitionsprozess in Würzburg: Soll Kirchenopfer
eingeschüchtert werden?
- Unter den Augen von internationaler Presse und Fernsehen ist Deutschland seit
Donnerstag, den 14.12.2006, um einen Justizskandal reicher: "Was die evangelische Kirche über mich und
meine Freunde auf bösartige Weise, zu Unrecht und mit schlimmen Folgen
seit Jahren verbreitet ("Sekte", "totalitär", "Antisemitismus"
usw.), das gebe ich der Kirche zurück", dachte sich der Journalist Matthias Holzbauer, der sich zu den Urchristen im
Universellen Leben zählt. Er tat es mit einigen Exemplaren eines Flugblatts, das
er in der Nähe seines Marktstands in München verteilen ließ, wo er als Verkäufer nebenberuflich tätig war.
Tags zuvor hatte die Kirche mithilfe einer riesigen Bild-Zeitungs-Schlagzeile
einmal mehr versucht, den seit 15 Jahren tadellosen und auf hohem Niveau
geführten Lebensmittelstand letztlich zu vernichten. An allen Bild-Verkaufskästen
Münchens waren die Verleumdungen des evangelisch-lutherischen Kirchenrats Dr.
Wolfgang Behnk über die "dubiose Sekte" auf dem Viktualienmarkt die
Top-Meldung des Tages. Und weil der Kirche ihre falschen Beschuldigungen von
allen deutschen Gerichten als zulässige Meinungsäußerungen erlaubt werden, ahnte
Holzbauer nichts Böses, als er den kirchlichen Verleumdern im Flugblatt einmal den Spiegel
vorgehalten hatte. Vor allem, weil seine
Charakterisierungen der Kirche der Wahrheit entsprechen bzw. weil
sie durch entsprechend dargelegte "Sachbezüge" zumindest zulässige Meinungsäußerungen
waren. Außerdem wurde bereits mehrfach nachgewiesen, wie die evangelische Kirche
ihre eigenen Abgründe auf religiöse Minderheiten projiziert (z. B. in
Der Theologe Nr. 1).
Doch nun erhielten die kirchlichen Inquisitoren wieder einmal Schützenhilfe von der Justiz, dieses Mal aus dem Amtsgericht Würzburg. Zwar darf die Kirche aufgrund der besagten "Meinungsfreiheit" religiöse Minderheiten in Deutschland nahezu grenzenlos verleumden, diskriminieren und in ihrer Existenz zu vernichten suchen, was der ehemalige Katholik Holzbauer am Beispiel seiner Glaubensgemeinschaft sogar in einem Buch anhand zahlloser Beispiele dokumentierte (www.steinadler-schwefelgeruch.de). Bei seinem Versuch, sich zu wehren, hätte der Journalist aber angeblich eine Grenze überschritten und die Kirche beleidigt bzw. geschmäht; obwohl er sogar mehrfach von seinem Handzettel als einem "Hilferuf" auch an die Adresse der Justiz sprach, um ihn und die Urchristen vor kirchlicher Verleumdung und Volksverhetzung besser zu schützen (vgl. dazu www.theologe.de/theologe12.htm). Doch dies interessierte den Richter Dr. Stühler wenig. Der betrachtete ihn als den "Täter" und nicht die Kirche und ihre "Verleumdungsbeauftragten".
Während die meisten Besucher den Schuldspruch und die Verurteilung Holzbauers zu einer deftigen Geldstrafe und zur Übernahme der Gerichtskosten mit Empörung und lautstarkem Protest quittierten, war der evangelisch-lutherische "Verleumdungsbeauftragte" Dr. Wolfgang Behnk umgekehrt natürlich erfreut über die uneingeschränkte Unterstützung, die die Kirche einmal mehr durch die deutsche Justiz erfahren durfte. Er ging auf den Richter zu und drückte ihm nach Abschluss der Verhandlung einen Zettel in die Hand. Einige Zuschauer beobachteten den Vorgang (siehe Foto links), und einer rief: "Herr Behnk gratuliert dem Richter zu seinem Urteil". Und wer weiß, was zudem auf dem Zettel zu lesen war.
Der kirchliche
Beauftragte Behnk (rechts hinten, verdeckt von einem Mann im
Vordergrund) versucht seit 14 Jahren, die
urchristliche Glaubensgemeinschaft, welcher der "Angeklagte" Matthias Holzbauer
angehört, mit Rufmord nieder zu machen (siehe
www.steinadler-schwefelgeruch.de). Nach der Verurteilung
des Kirchenkritikers Holzbauer durch Richter Hubert Stühler (links) überreichte Kirchenrat
Wolfgang Behnk dem Richter
eine unbekannte Nachricht.
Immerhin verfügt Dr. Behnk über einen Ausweis, wonach ihn alle Behörden bei seiner
Verleumdungsarbeit unterstützen sollen. Und schließlich lehrt die Evangelisch-Lutherische Kirche unter Berufung auf Martin
Luther bis in die heutige Zeit sogar unverhohlen, dass Kirchenmitglieder in Staat, Justiz oder Medien der Kirche auch in
ihrem Beruf dienen sollen (Dies wird beschrieben in der so genannten "Zwei-Reiche-Lehre",
die Martin Luther für einen von ihm angestrebten totalitären Obrigkeitsstaat kirchlicher Prägung entwickelte;
mehr dazu hier). Diese Lehre müssen
sogar die Schüler im staatlich finanzierten evangelischen Religionsunterricht in
Deutschland lernen.
Auch dem
Verfasser des Theologen (der früher auch Abiturprüfer im Fach
Evangelische Religionslehre war) wurde bereits von einem deutschen
Gericht das "Unrecht"
zugesprochen, als ein Pfarrer gegen ihn geklagt hatte. Siehe dazu:
Neutrale Richter
gesucht - also nicht katholisch und nicht evangelisch.
Auf die Frage,
welcher Konfession der Richter selbst angehört, was bereits einiges erklären könnte, gab dieser keine Antwort. Eine besondere Ohrfeige für den Angeklagten
war das vordergründige richterliche Lippenbekenntnis, angeblich "weltanschaulich neutral"
urteilen
zu wollen, während er sich aber bei seiner Entscheidung nicht einmal ansatzweise bemühte, die
Rechtsauffassungen von Kläger und Beklagtem gegeneinander abzuwägen. So wäre es
z. B. ohne weiteres möglich gewesen, die einzelnen begründeten Vorhaltungen
Holzbauers an die Kirche ("Inquisitionssekte", "antisemitisch",
"totalitär")
unterschiedlich zu bewerten. Auch wurde
bei dem Urteil nicht berücksichtigt, wie massiv und Existenz bedrohend Holzbauer und seine Freunde zuvor von der Kirche
"beleidigt" und "geschmäht" worden waren (Außerdem: Was sind eine
Handvoll
Flugblätter gegen die Schlagzeile der Bild-Zeitung! Und was sind einige
Hundert Urchristen gegen die mit Milliarden an Steuergeldern staatlich
subventionierte evangelische Amtskirche!). Stattdessen
lächelte der Richter dem klagenden Ober-"Staatsanwalt" Dr. Dietrich Geuder nicht nur vertraut zu, sondern
entschied auch ohne Wenn und Aber in dessem Sinne. Für den Richter, der sein
Glaubensbekenntnis nicht verraten wollte (damit der Prozess nicht von
vorneherein im Verdacht steht, zur Farce zu werden), war der von der Kirche verleumdete
Journalist "ohne Zweifel"
schuldig.
Entsprechend geschockt reagierten einige Zuschauer, vor allem aus dem
Ausland: "Wie in einem Inquisitionsprozess". Und: "Wie früher unter dem Zeichen
des Kruzifix." Und mancher fühlte sich auch daran erinnert, wie es vor
allem die evangelische Kirche war, die vor ca. 70-80 Jahren durch Boykottaufrufe
und Schmähungen zuerst viele Jahre lang die berufliche Existenz einer anderen religiösen Minderheit in
Deutschland ruinierte. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt wurden - wie aus der
Geschichte bekannt ist - auch die Personen selbst grausam verfolgt und umgebracht
- weil die Eskalation der Verleumdung und des Rufmords zu keinem Zeitpunkt
gestoppt wurde, sondern v. a. von der evangelisch-lutherischen Kirche pausenlos
geschürt wurde.
Die Fülle an Beweisen dafür siehe bei
www.theologe.de/theologe4.htm,
vgl. dazu auch
www.theologe.de/martin_luther_juden.htm;
www.theologe.de/theologe4.htm#Antisemitismus_im_NT.
Mehr zum Justizskandal in Würzburg lesen Sie hier in
der Presseerklärung der Freien Christen
und in der Aktualisierung des Buches
Der Steinadler und sein Schwefelgeruch - das neue Mittelalter.
Eine ausführliche Beschreibung dieses Prozesses und des
Prozesses für das Ruhen der Eigenjagd lesen Sie in
der Broschüre
Wie in Würzburg das Recht verbogen wird.
Das Skandal-Urteil von Würzburg ermutigt die kirchlichen Inquisitoren,
noch schärfer als bisher gegen Andersgläubige vorzugehen und die
Religionsfreiheit des deutschen Grundgesetzes weiter auszuhöhlen, weil ihnen das
Urteil signalisieren könnte: Wenn sich jemand wehrt, kümmern wir von der Justiz
uns schon darum.
Kuriosität am Rande: Matthias Holzbauer las während des Prozesses u. a. folgende
Erklärung vor:
"In den letzten 20
Jahren wurde
in 77 Fällen Strafanzeige gegen Kirchenvertreter und deren
Handlanger erstattet, und zwar wegen Beleidigung, Verleumdung, übler Nachrede,
Geschäftsschädigung, Volksverhetzung, Falschaussage vor Gericht, Beschimpfung
eines religiösen Bekenntnisses, Nötigung, Erpressung und Anstiftung zur
Sachbeschädigung. Keine einzige dieser Strafanzeigen führte je zu einer Anklage.
Der jetzige Anklagevertreter, Herr Dr. Dietrich Geuder, war immer besonders
großzügig, wenn es darum ging, solche Strafanzeigen einzustellen ..." Auch die
Konfessionszugehörigkeit des "Staatsanwalts" kann man nur erahnen.
Allgemein gesprochen:
Bereits jetzt die Folge der jahrelangen Ignorierung der kirchlichen Volksverhetzung durch die
Justiz: Die Täter konnten immer skrupelloser vorgehen. Und nun kann man an
manchen Beispielen auch
noch aufzeigen: Was die Kirche über andere ungestraft
behaupten darf, dürfen diese jedoch nicht ungestraft über die Kirche sagen. Obwohl es
im ersten Fall falsch ist, sich im zweiten jedoch vielfach nachweisen lässt.
So also wird
in Deutschland mit
zweierlei Maß gemessen und jedem Bürger einmal mehr zu bedenken gegeben, wer
womöglich der
"Reiter" ist, der in Deutschland auf dem "Staatsross" sitzt und es lenkt.
|
Die Konfessionszugehörigkeit von Staatsanwalt und Richtern
Da die Konfessionszugehörigkeit von Staatsanwaltschaft und
Richter in dem Prozess vor dem Amtsgericht Würzburg nicht
genau geklärt werden konnten, hier noch zur Vollständigkeit ein Auszug aus
der bis heute gültigen Lehre der katholischen Kirche (PS: Immerhin gibt
es in Würzburg auch einen bekannten Domvikar mit Namen "Stühler"). So heißt es dort z. B.: "Deshalb muss sie [die
katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen,
was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte.
Somit kommt der Kirche aus der ihr
... übertragenen Machtvollkommenheit
nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren
nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen,
wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern"
(Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung,
Regensburg 1992, Lehrsatz Nr. 382). |
2007
8.7. / 11.7.2007 -
Kampf gegen
Klimakatastrophe und Intoleranz: Wird in Deutschland der Bock zum Gärtner
gemacht? - Während über eine Milliarde Menschen weltweit
Rock-Konzerte besuchten oder teilweise über Fernsehen verfolgten, die auf die
drohende
Klimakatastrophe hinwiesen, feierte das Erzbistum Bamberg zu Ehren seines
Gründers Heinrich II. das Heinrichsfest (siehe
Meldung hier). Der Kirche ging es anlässlich der
Bistumsgründung vor 1000
Jahren um die Vernichtung des "Heidentums"
in Europa. Und die
beiden Themen haben miteinander zu tun, auch wenn es auf den ersten Blick
nicht so scheint.
Das geistesgeschichtliche symbolkräftigste Datum im Zusammenhang der
"Vernichtung des Heidentums" ist nämlich die Fällung der großen Donars-Eiche in Geismar bei
Kassel durch den römisch-katholischen Missionar und späteren "Heiligen" Bonifatius im
Jahr 724 (siehe hier).
Den "Heiden" sollte von der Kirche der Glaube an das
Göttliche in der Natur und an deren Beseeltheit ausgetrieben werden.
Dies war ein Glaube, der auch mit großem Respekt, Achtung und Ehrfurcht vor der Natur
verbunden war. Und wären die Naturreligionen vom Katholizismus nicht
ausgemerzt worden (vgl. hier), würde
es heute anders auf unserem Planeten aussehen. Und die Menschen in
Europa wären nicht so abgestumpft gegenüber der Schöpfung Gottes.
In vielen Jahrhunderten hat die Kirche dabei immer auch versucht,
nicht nur andere Glaubensrichtungen zu bekämpfen, sondern die Andersdenkenden
selbst zu verfolgen und auszurotten, was auch Martin Luther und
seine Nachfolger vielfach so hielten (vgl. z. B.
Der Theologe Nr. 1 und Nr. 3).
Von daher hat man den Eindruck, dass die evangelische Bundeskanzlerin Angela Merkel den
Bock zum Gärtner macht, wenn sie ausgerechnet die Kirchen dazu auffordert,
ihr "Wächteramt" in Sachen Toleranz in Europa wahrzunehmen. "Toleranz ist für mich die Seele Europas", so die Kanzlerin (Netzeitung,
8.7.2007) -
ein hoher Wert, der im Laufe der Geschichte allerdings gegen die Kirchen erkämpft werden musste und bis
heute muss. Von daher macht man in der Tat den Bock zum Gärtner, wenn
ausgerechnet die Kirchen radikalen intoleranten Islamisten die Stirn bieten
sollen, wie sich das Angela Merkel wünscht.
Jüngstes Beispiel: Die massive Behinderung der Hollywood-Verfilmung
des Lebens des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg durch
den deutschen Staat. Der
Grund: der persönlichen Glaube des Hauptdarstellers Tom Cruise. Aus diesem
Grund nehmen einmal mehr die Medien in den USA ihr "Wächteramt"
gegen die religiöse Intoleranz staatlicher und anderer Stellen in Deutschland wahr, wo viele
kleinere Gemeinschaften seit je her über einen negativen Kamm geschoren und
pauschal und vielfach ungeprüft verleumdet und diskriminiert werden (Dies geschieht
auch im staatsfinanzierten konfessionellen Religionsunterricht, wo
bereits die Kinder in Deutschland in diesem Sinne indoktriniert werden). So heißt es z. B. in einem Kommentar der
US-amerikanischen Tageszeitung Philadelphia Daily
News über die Verbote, den Stauffenberg-Film an Original-Schauplätzen zu
drehen: "Wie könnte man besser an die Nazi-Zeit erinnern als dadurch, dass
man einen Mann wegen seines Glaubens an seiner Arbeit behindert" (mehr
dazu bei
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,491982,00.html).
Die Verursacher dieser Kampagnen früher und
heute sind die Kirchen und ihre Büttel in Staat, Politik, Medien und Justiz (siehe dazu Der Theologe Nr.
12). Tatsächlich haben diese in der Nazi-Zeit sowohl gegen Juden
als auch gegen so genannte "Sekten" massiv gekämpft (siehe dazu eine
Fülle von Belegen und Quellen in
Der Theologe Nr. 4). Und nach 1945 blieben aus bekannten Gründen nur
noch die "Sekten" übrig, gegen die man seither weiter mit "bewährten" Methoden
der Intoleranz oder des Rufmords
vorgeht (siehe hier).
Schon der
Begriff "Sekte" ist eine Rufmord, weil die Kirche alleine schon dadurch die
Existenz des Angegriffenen ruinieren kann. Deshalb sollte man das Wort
"Sekte" eine Zeitlang nur noch für die beiden Großsekten "Katholische
und Evangelische ´Kirche`" verwenden. Schließlich sind
beide Institutionen auch "Abspaltungen" ("Sekte"
kommt von lateinisch "secare" = abspalten) vom Urchristentum. Auf diese Weise würden die
"Herren der Kirche" und geheimen "Reiter des Staats-Rosses" (vgl. dazu
Der Theologe Nr. 23) am eigenen Leib zu
erfahren beginnen, was sie seit Jahrhunderten anderen antun, so dass
vielleicht doch noch der eine oder andere zur Besinnung kommt.
(PS:
Die römisch-katholische Kirche erkennt die evangelische sowieso nicht als
"Kirche" an (siehe z. B.
http://www.mainpost.de/aaw/brennpunkte/art112,4043940), so dass es
auch den überzeugten Katholiken nicht schwer fallen sollte, zumindest die
Evangelischen schon einmal als "Sekte" zu bezeichnen. Der nächste Schritt
wäre dann die Selbsterkenntnis über die "Sekte", der man selber angehört.)
Und auch beim Klimaschutz sind die "Kirchen-Sekten" - wenn überhaupt - nur
Trittbrettfahrer, wenn sie sich in dieser Richtung äußern oder gar - wie in
Bayern - in ein "Bündnis für Umwelt" mit dem Staat einbezogen werden.
Hier wird der Bock mit zum Gärtner gemacht. Geht man nämlich den geistesgeschichtlichen Wurzeln für die
sich anbahnende Katastrophe auf den Grund, stößt man auf die kirchliche Christenheit als
den Hauptverantwortlichen
für die zunehmend apokalyptischeren Ereignisse. Lesen Sie die Gründe dafür
in der Meldung:
Die Erde schüttelt allmählich
die menschliche Zivilisation ab: Menschen haben sich ihren besten Freund zum
Feind gemacht.
31.8. / 6.9.2007 -
Wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestrafter Priester von
Kirche wieder in Gemeinde eingesetzt - Vertuschungspolitik der Kirche von Staatsanwaltschaft gedeckt? -
Siehe dazu nachfolgende
erste Agenturmeldung: "Ein
wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter katholischer Pfarrer aus dem Landkreis
Regensburg soll sich erneut an einem Kind vergangen haben. Gegen
den 39-Jährigen sei wegen Fluchtgefahr ein Haftbefehl erlassen worden,
teilte die Nürnberger Justizpressestelle mit. Die Staatsanwaltschaft wirft
dem Mann vor, sich mehrere Jahre lang an einem Ministranten vergangen
zu haben. Erst im Juli war bekannt geworden, dass das Bistum Regensburg den
Mann trotz seiner einschlägigen Vorstrafe wieder in der Gemeindeseelsorge
einsetzt hat. Bereits vor acht Jahren hatte er sich als Kaplan im
niederbayerischen Viechtach an mindestens einem Jungen vergangen" (Bild
online, 31.8.2007;
Aktualisierung am 1.9.2007:
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/01/pfarrer-missbrauch/haft-ministranten-regensburg,geo=2422192.html).
Mittlerweile stellte sich heraus, dass der im Jahr 2000 verurteilte
Priester sich seither "mehrere Jahre" erneut an einem Ministranten
an seinem neuen Dienstort vergangen habe.
Deutliche Kritik übte der Sozialpädagoge Johannes Heibel, der Leiter der
Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern, sowohl an der Kirchenleitung als auch
an der Staatsanwaltschaft: "Der Priester kam im Jahr 2000 mit einem
Strafbefehl ohne öffentliche Verhandlung davon. Für mich sieht
das so aus, dass die Vertuschungspolitik der Kirche von der
Staatsanwaltschaft gedeckt wurde. Wäre der Täter zum Beispiel ein einfacher
Arbeiter gewesen und kein Pfarrer, dann wäre die Justiz sicher anders
vorgegangen." Und: "Die Macht der Kirche in Bezug auf unser Rechtssystem
ist nicht von der Hand zu weisen. Dafür gibt es auch Beispiele aus anderen
Bundesländern. Aber so ein Fall ist doch kein Kavaliersdelikt, den man unter
der Hand regeln kann" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Und
weiter: "Sexueller Missbrauch, begangen von einem Pfarrer, richtet oft noch
einen größeren seelischen Schaden an als sexuelle Gewalt vom eigenen Vater."
Doch die Justiz ist oftmals von der Kirche unterwandert. So hängt sogar in jedem
Gerichtssaal in Bayern ein Kreuz, meist ein Kreuz mit dem gekrümmten Corpus des
sterbenden Jesus, so wie es vor allem in der katholischen Kirche verwendet wird
(zur Bedeutung siehe hier). Auch
dies kann als Symbol dafür gedeutet werden, welcher Macht sich die Richter - oft
unterschwellig - verpflichtet fühlen, auch wenn sie vordergründig
weltanschauliche Neutralität vorgeben. Und wenn es nach CDU-Generalsekretär
Roland Pofalla geht, dann sollen demnächst deutschlandweit Kruzifixe in
Gerichtssälen hängen.
21.9.2007 -
Kampf der Kulturen in
Deutschland: Katholische Politiker wollen Islam klein halten
-
Der künftige CSU-Vorsitzende Erwin Huber ist
als bekennender Katholik ein Gegner von großen Moscheen in Deutschland.
Wörtlich erklärt er:
"Wir lassen uns den christlichen Charakter unseres
Landes nicht durch monströse Moscheebauten verschandeln" (Netzeitung,
3.9.2007). Mit Christus und "christlich" hat eine solche
Einstellung jedoch nicht das Geringste zu tun.
Nun hat der scheidende CSU-Vorsitzende
und ebenfalls bekennende Katholik Edmund Stoiber noch einmal nachgelegt und
präzisiert:
"Es gibt eine in Jahrhunderten gewachsene Leitkultur in Deutschland.
Also: Bei aller Toleranz - Kathedralen müssen größer sein als Moscheen"
(Bild, 21.9.2007).
Worte sind schnell ausgesprochen. Doch in diesem Fall lohnt es sich, einmal
in die Worte hinein zu empfinden. Welcher Inhalt wurde in die Worte
hineingelegt?
Jesus von Nazareth wollte keine Kirchen und Kathedralen, da jeder Mensch
selbst ein "Tempel" Gottes sein soll. Lesen Sie dazu
"Freie Christen Nr. 1" - Es braucht keine
Kirchen aus Stein: Darum treten Sie aus. Sie sind nicht allein.
Mehr zu der "in Jahrhunderten gewachsenen Leitkultur" lesen Sie z. B. unter
www.kirchenopfer.de
Lesen Sie auch den Artikel: Sie galten als "Fremdkörper" im kirchliche
geprägten "Volksleben": "Die Juden passten nicht in die deutsche Leitkultur
der 30er-Jahre",
http://www.das-weisse-pferd.com/00_23/leitkultur.html
Siehe auch
oben: Evangelischer CDU-Generalsekretär
macht Islam für Gewalt verantwortlich und verschweigt Verantwortung des
kirchlichen Christentums
Sowie mehr zu
Papst Benedikt XVI. und der Islam
Und:
Kardinal Lehmann möchte in
Riad/Saudi-Arabien eine Messen lesen - Hintergründe
2008
13.1.2008 -
Gewalt und Massenmord mit
evangelisch-lutherischer Rechtfertigungslehre "entschuldigt"
- In die Verbrechen der NS-Zeit waren zu Hunderttausenden evangelische
Bürger und Amtsträger als Täter verstrickt. Siehe dazu
"Der Theologe Nr. 4", Die evangelische Kirche und
der Holocaust. Nun hat auch die Theologin Katharina von Kellenbach
in einem Vortrag in der Evangelischen Akademie in Arnoldshain dargelegt,
dass NS-Täter "die evangelische Lehre von der Rechtfertigung des Sünders zur
eigenen Entschuldigung genutzt" haben (epd, 27.11.2007). Die
evangelische Lehre, wonach die Rechtfertigung "dem Menschen ohne eigenes
Zutun und ohne gute Werke zuteil" würde, "hätten die Täter als Einladung zu
einer ´Schwamm-drüber`-Haltung verstanden, die ein Vergessen ohne Reue und
Lebensänderung gestatte". So haben viele der NS-Täter "ihre Entschuldigung
mit der theologischen Rechtfertigungslehre gestützt".
Anlass für den Vortrag in Arnoldshain war die Aufdeckung des Sachverhalts,
dass die Evangelische Kirche in Hessen-Nassau (EKHN) den rechtskräftig
verurteilten NS-Verbrecher Matthes Ziegler 1949 in den Pfarrdienst
übernommen hatte.
Zum Vergleich: In Bayern rechtfertigte der damalige Landesbischof
Hans Meiser das Verhalten aller Pfarrer während der NS-Diktatur. Die
damalige US-Militärregierung für Deutschland stufte damals 156 evangelische
Pfarrer wegen Verbrechen bzw. Vergehen in die "höchste
Entlassungskategorie", doch Meiser stellte sich hinter alle 156 (siehe
hier). Nicht einmal bei den zehn "schlimmsten" Fälle war er bereit,
diese auch innerkirchlich irgendwie zu ahnden (siehe
hier). Die Kirche
rechtfertigte alle. Darunter auch Pfarrer Friedrich Wilhelm Auer, der
während des Krieges die Ermordung aller jüdischer Mitbürger in einer Nacht
forderte, wenn die Alliierten weiter Luftangriffe fliegen würden (siehe
hier).
Die von Martin Luther entwickelte evangelische Rechtfertigungslehre hat
nichts mit Jesus von Nazareth tun. Sie ist also evangelisch, aber nicht
christlich. Siehe dazu "Der
Theologe Nr. 36", Gefährliche Rechtfertigungslehre, Allein der Glaube führt
in den Abgrund. Zwar hatte Luther gedacht, dass die Anhänger seiner
Lehre aus der "Freude" über die "Rechtfertigung" heraus "gute Werke" tun.
Doch nicht nur das Beispiel der NS-Zeit in Deutschland zeigt, welche Früchte
seine Lehre trägt. Auch er selbst hatte bereits Hinrichtungs- und
Ermordungsaufrufe damit gerechtfertigt.
Siehe dazu
"Der Theologe Nr. 3", So spricht Martin Luther - So
spricht Jesus von Nazareth über den Gegensatz zwischen Luther und
Jesus.
9.3.2008 -
NS-Debatte und kirchliche
Tötungserlaubnis: Warum so
viele Deutsche zu Mördern wurden - Das Magazin Der Spiegel
berichtet in seinem Titel in der Ausgabe Nr. 11/2008 über Die
Täter - Warum so viele Deutsche zu Mördern wurden. Hierzu enthüllt
Der Theologe Nr. 4 geistesgeschichtliche
Hintergründe. Die Kirchen als selbsternannte moralische Instanzen des Landes
haben zwar dem Einzelnen das Morden untersagt - nicht jedoch, wenn dieser im
staatlichen Auftrag handele. In diesem Zusammenhang wurde auch das 5. Gebot
"Du sollst nicht töten" in "Du sollst nicht morden" abgeschwächt (zuletzt
wieder in der evangelisch-katholischen Einheitsübersetzung des Neuen
Testaments), um z. B. das Töten im Krieg oder Todesstrafen zu
rechtfertigen. Dies sei dann kein "Morden", sondern "nur" "Töten". Damit
wird dann scheinbar das "Morden" untersagt, doch für das Opfer ist es
einerlei, ob es "ermordet" oder "nur" "getötet" wurde, denn tot ist nun mal
tot. Und wer mag gerade im Rückblick auf die Verbrechen der NS-Zeit diese
kirchliche Unterscheidung anwenden und bei den NS-Verbrechen z. B. nur von
"Töten" sprechen? Und hier lehren vor allem Martin Luther und die
evangelische Kirche den Gehorsam gegenüber der Obrigkeit einschließlich des
Tötens und des Mordens, das man in diesem Zusammenhang dann als "nur"
"Töten" kaschiert. Die Kirche begründet es mit Paulus, der in der Bibel
lehrt: "Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen
Gehorsam ... Wer sich daher der staatlichen Gewalt widersetzt, stellt sich
gegen die Ordnung Gottes ... Denn nicht ohne Grund trägt sie [die staatliche
Gewalt] das Schwert. Sie steht im Dienst Gottes und vollstreckt das Urteil
an dem, der Böses tut" (Römerbrief, Kapitel 13, 1-5, Einheitsübersetzung).
U. a. aufgrund dieser Bibelstelle wurden Tausende von Kirchenmitgliedern und
Bibelgläubigen zu Mördern im staatlichen Auftrag. Die Bischöfe und
Kirchenobrigkeiten haben es ihnen so gelehrt. So trägt also letztlich die
Kirche einen Großteil der Verantwortung für die Enthemmung in der
Bevölkerung, im Auftrag der jeweiligen Regierung bzw. Obrigkeit morden zu
dürfen, das man dann als "nur" "töten" verbrämt.
Der Theologe Nr. 4 zeigt am Beispiel der evangelischen Kirche, wie
sie die Menschen in den NS-Staat hineinführte und den Soldaten wie
selbstverständlich das Töten befahl. Und einzelne
Pfarrer konnten sogar die Hinrichtung von jüdischen Mitbürgern fordern, ohne
je dafür belangt zu werden.
28.4.2008 -
Ist eine
millionenschwere Kirchenorgel "Volkswohlfahrt" unter besonderer
Berücksichtigung des Sozialen?
Am 27.4.2008 wurde in der evangelisch-lutherischen
Kirchengemeinde Bamberg-St.Stephan die neue Orgel
eingeweiht, die nach Information des Evangelischen Sonntagsblattes
ca. eine Million Euro gekostet hatte, wovon die staatliche
Oberfrankenstiftung 500.000,00 € bezahlte. Doch hat Jesus, der Christus gesagt: "Kauft euch von euren Schätzen teuerste
Musikinstrumente und Kunstschätze, um mich damit zu ehren"? Es hat
stattdessen gesagt: "Was ihr nicht getan habt einem von diesen
Geringsten [mit euren Säcken voller Euros], das habt ihr mir auch nicht
getan" (Matthäus 25, 45). Das ist Christus. Das andere ist
Kirche. Beides zusammen geht nicht.
Lesen Sie dazu auch: "Freie Christen Nr. 1" - Gott wohnt nicht in Kirchen
aus Stein
"Der Theologe Nr. 29" - 1000 Jahre Bistum
Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern
PS:
In der Satzung der 1927 gegründeten Oberfrankenstiftung wird der Stiftungszwecke in § 2 (1) wie
folgt formuliert: "Die Stiftung verfolgt gemeinnützige Zwecke auf dem
Gebiet der Volkswohlfahrt unter besonderer Berücksichtigung der
sozialen Verhältnisse der Bevölkerung" - wobei allgemein auch "Kunst
und Kultur" sowie "Denkmalschutz" gefördert werden können (§ 2 (2.1.)),
obwohl nicht verständlich ist, wie dies mit dem Stiftungszweck in
Einklang stehen soll. Schließlich bedeutet "Volkswohlfahrt" z. B.
"Volksgesundheit, Wohnungs- und Siedlungswesen, Jugendwohlfahrt und
Allgemeine Fürsorge" (siehe den Wikipedia-Eintrag über das "Preußische
Ministerium für Volkswohlfahrt").
Und wie im Einzelfall gar die Teilfinanzierung
einer millionenschweren Kirchenorgel als "Volkswohlfahrt unter
besonderer Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse der Bevölkerung"
interpretiert werden kann, mag jeder selbst beurteilen. Vor allem, wenn
man bedenkt, wie das Volk immer ärmer wird, währen die Kirchen in
Deutschland über ein Vermögen von ca. 500 Milliarden Euro verfügen
(siehe z. B. Der Spiegel Nr. 49/2001; oder; oder
http://www.das-weisse-pferd.com/02_01/abzocker.html).
25.9. / 28.10.2008 -
CSU will Bischöfe weiter vom Staat bezahlen / Kräftige Wahlniederlage
- Die CSU wehrt sich vehement dagegen, die Bischofsgehälter nicht mehr
wie bisher vom Staat bezahlen zu lassen, wie es die Grünen fordern (http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/konkordat-csu-gruene-ID1219491609336.xml).
Sie maßt sich sogar an, die Grünen deshalb mit der SED zu vergleichen.
Dann müsste man aber auch Jesus von Nazareth mit der SED vergleichen. Denn
Jesus wollte weder eine Institution Kirche mit Pfarrern, Priestern und
Bischöfen geschweige denn eine staatliche Finanzierung dieser modernen
"Schriftgelehrten". Im Gegenteil. Er rief aus: "Weh euch ihr
Schriftgelehrten ..." (Matthäusevangelium, Kapitel 23).
In Bayern stehen alleine 290 römisch-katholische Würdenträger auf den
staatlichen Gehaltslisten, nicht nur Bischöfe, sondern auch die
Hierarchie-Bereiche darunter. Und auch die Evangelischen dürfen proportional
dazu Säcke voller Geld aus der Staatskasse entwenden. Für die CSU ist es
selbstverständlich, dass auch Humanisten, Atheisten, Freidenker, Urchristen,
Moslems und Juden das Zeremonien-Brimborium und die
Drohungen mit der ewigen Verdammnis (siehe Der
Theologe Nr. 18) mit finanzieren müssen. Es ist Zeit, diese absurde
"Selbstverständlichkeit" zu beenden.
Ein erster Schritt hierzu ist die Landtagswahl gewesen, die der kirchlichen
Partei CSU Verluste von ca. 18 % bescherte.
Und wenn der CSU-Koalitionspartner
FDP einmal zu sich selber stehen würde und tatsächlich "liberal" wäre,
könnte endlich an der skandalösen staatlichen Kirchenfinanzierung
gerüttelt werden. Doch die FDP ist vor CSU und Kirchen eingeknickt (siehe
nachfolgende Meldung).
PS:
Zum CSU-Wahl-Desaster hinzu kommt, dass
der evangelische Ministerpräsident
Günther Beckstein nach römisch-katholischer Lehre ernsthaft auch noch von der ewigen Verdammnis bedroht ist, obwohl er
als Innenminister zum Papstbesuch 2006 bei Regensburg eigens die Autobahn A
3 sperren ließ. Das ist
leider keine Satire, sondern gerne verschwiegener, aber doch bitterer
römisch-katholischer Ernst. Siehe dazu dieses
angeblich "unfehlbare" Dogma.
Und auch die viel beschworene Ökumene ist in Wirklichkeit eine
Augenwischerei. Die Fakten u. a. hier.
28.10.2008 -
CSU/FDP-Koalition in Bayern: "Chamäleon" FDP knickt vor der CSU und den Kirchen
ein -
Einst gab es einmal das FDP-Papier von
1974 Freie Kirche im freien Staat, das vom damaligen FDP-Bundesparteitag
beschlossen wurde. Darin heißt es unter anderem: "Die bestehenden
Staatsverträge mit den Kirchen (Kirchenverträge und Konkordate) sind wegen ihres
Sonderrechtscharakters kein geeignetes Mittel, die Beziehungen zwischen Kirche
und Staat zu regeln. Deshalb dürfen solche Verträge nicht neu abgeschlossen
werden. Die bestehenden Kirchenverträge und Konkordate sind, soweit sie noch
gültig sind, in gemeinsamer Übereinkunft aufzuheben. Ihre Gegenstände sind,
soweit erforderlich, durch Gesetz oder Einzelvereinbarungen neu zu regeln" (http://www.payer.de/religionskritik/FDP1974.htm).
Diese Verträge sichern den Kirchen jährlich staatliche Subventionen in Höhe von
ca. 15 Milliarden Euro, zusätzlich zu den sozialen Subventionen (nochmals ca. 10
Milliarden). Geht es jedoch darum, die Privilegien der Kirche auch nur zu einem
Bruchteil von dem in Frage zu stellen, was man hier großmundig verkündete,
knickt die FDP rückgratlos ein.
Was nützt es da, dass man die FDP in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl noch
1994 erklärte: "Deshalb muss der Staat sich, gebunden an das Grundgesetz,
weltanschaulich-religiös neutral verhalten"? (http://ibka.org/artikel/miz94/fdp.html)
Wie die Wirklichkeit in Bayern trotz FDP-Regierungsbeteiligung weiterhin
aussieht, beschreibt der evangelische Nachrichtendienst idea wie folgt:
"´Die bayerische FDP hat sich hier der sehr viel stärkeren CSU gefügt`, sagte
der evangelische Politiker [Günther Beckstein] der in Würzburg erscheinenden
katholischen Zeitung ´Die Tagespost` (Ausgabe 28. Oktober). So sei es gelungen,
ein Bekenntnis zu den christlichen Symbolen in den Koalitionsvertrag aufzunehmen
... Zur Frage, ob mit der FDP-Beteiligung an der Landesregierung das
traditionell gute Verhältnis zu den Kirchen in Bayern belastet sein könnte,
sagte Beckstein, das zu verhindern, werde Aufgabe des neuen Ministerpräsidenten
Horst Seehofer sein" (idea, 28.10.2008).
So spielt also die Musik. Von wegen Konkordate aufgeben oder auch nur einen
einzigen Krümel der Staatsmillionen für die Kirchen antasten, die diese Jahr für
Jahr einstreicht. So stehen alleine in Bayern 290 römisch-katholische
Würdenträger auf den staatlichen (!) Gehaltslisten, nicht etwa den kirchlichen.
Dafür wird dann auch die evangelisch-lutherische Großkirche in dieser
Größenordnung proportional "finanziert" und, und, und ...
Und die FDP-Politiker können erleichtert den Beichtstuhl verlassen, frei nach
dem Motto: Politiker zum Priester: "Eure Privilegien bleiben euch erhalten".
Darauf hin der Priester zum Politiker: "Dann sind dir deine Sünden vergeben." [PS:
Ein Priester kann überhaupt keine Sünden vergeben, doch noch immer lassen sich
die Gläubigen bluffen und in die Irre führen; vgl. dazu
hier]
2009
5.2.2009 -
CDU-Politiker verneigen sich weiter vor Joseph Ratzinger
/ "Fast symbiotisches" oder "parasitäres" Verhältnis von Staat und Kirche? /
Staat als Ross, Kirche als Reiter - Der Staat ist in Deutschland
vergleichbar einem Ross, auf dem ein Reiter sitzt. Und der Reiter ist die
Kirche. Das heißt auch: Nicht das Ross entscheidet, wo es lang geht, sondern der
Reiter. Das es so ist, bestätigte einmal auch der Chef der CDU-Landesgruppe im
Bundestag in Berlin, Georg Brunnhuber. Er sagte im Hinblick auf die Kritik der
evangelisch-lutherischen Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel am
Papst: "Öffentliche Aufforderungen an den Heiligen Vater führen garantiert
ins Leere" (Spiegel online, 5.2.2009). Der Papst ist nach dieser
Sichtweise immer
der Absender von öffentlichen Aufforderungen, niemals der Empfänger. Und so soll
es nach dem Willen der meisten Politiker auch bleiben. Denn schließlich gilt der
Papst den Katholiken auch als einziger Mensch auf der Erde bei Lehrentscheidungen
als "unfehlbar".
Rückenwind für Kritik an der evangelischen Kanzlerin kommt auch von den von
Benedikt XVI. rehabilitierten Piusbrüdern. So sagte z. B. Richard Williamson
wörtlich: "Protestanten bekommen ihre Befehle vom Teufel" (Spiegel online,
3.2.2009). Dieser Rückenwind ist zwar für die Politiker nicht willkommen,
aber die Piusbrüder-Bischöfe gehören eben seit der Aufhebung ihrer
Exkommunikation wieder zur Kirche dazu.
Erst vor wenigen Tagen sprach der
CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer davon, dass das Verhältnis von
römisch-katholischer Kirche und Staat in Bayern "fast symbiotisch"
ist (Süddeutsche Zeitung, 23.1.2009). Damit knüpft er nahtlos an
seinen Vorvorgänger Edmund Stoiber an, der im Jahr 2006 als Ministerpräsident
von einer "Symbiose" zwischen Staat und Kirche sprach (siehe
oben). Und sowohl Edmund Stoiber als
auch Horst Seehofer missachten so auf krasse Weise die
Verfassung des Freistaates Bayern, in welcher die Freiheit und Gleichheit der Religionen
festgeschrieben ist. Zudem verteilen sie eine Ohrfeige an 43 % der Bürger Bayerns, welche
nicht der römisch-katholischen Kirche angehören. Zudem eine falsche
Umschreibung: Denn bei einer Symbiose kann der eine nicht ohne den anderen
leben. Das gilt zwar für den Reiter, der ein Ross braucht, um zu reiten. Nicht
aber für das Ross, das den Reiter abschütteln muss, um frei zu sein, um seinen
eigenen Weg zu finden.
Der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek bezeichnet das Verhältnis
von Kirche und Staat deshalb auch nicht als "fast symbiotisch", sondern in
Vorträgen vielfach als "parasitär".
Dies gilt mehr und mehr auch für Italien, wo der Vatikan von allen
Vorteilen des benachbarten italienischen Staates profitiert, jedoch keine
Pflichten hat - weder zahlt er Steuern noch Kosten für die zur Verfügung
gestellte Infra-Struktur und alle Leistungen des Staates Italien an den Vatikan,
noch gilt für den Vatikan in Zukunft die italienische Gesetzgebung.
7.2.2009 -
1900-2010: 20 Jahre "Wiedervereinigung" in Deutschland. Dazu
soll der Papst wieder nach Deutschland kommen / Riesige Kosten für den Steuerzahler.
Unser Alternativvorschlag: Der Bundestag fährt mit der Bahn nach Rom
- Im Jahr 2005 war Papst Benedikt XVI. das erste Mal als Inhaber des "Stuhles
Petri" in Deutschland, vor allem beim Weltjugendtag in Köln. Im Jahr 2006 folgte
dann bereits der zweite Besuch, vor allem in München, Regensburg und Altötting.
Jetzt ist der dritte Besuch geplant, 2010 in Berlin. Ein Papstbesuch ist jedes
Mal mit allerhöchsten Sicherheitsmaßnahmen und riesigen Kosten verbunden. Der
Anlass soll dieses Mal das 20jährige Jubiläum der Wiedervereinigung Deutschlands
sein.
So kann vermutet werden, dass auf diese Weise der Staat alles zahlt, während
sich sonst die Kirche wenigstens beteiligte. Deshalb unser
Alternativvorschlag: Alle Bundestagsabgeordneten, die dies wollen, fahren mit
der Bahn nach Rom und zurück und sprechen dort mit dem Papst und können, wenn
sie dies möchten, sich vom ihm segnen lassen. Das kommt viel kostengünstiger.
25.2.2009
-
Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als
Wahlpflichtfach / Integrationsbemühungen in Berlin gefährdet - In
Berlin besuchen Schüler aller Nationen, Kulturen und Religionen ab der 7. Klasse
einen gemeinsamen Ethik-Unterricht. Darüber hinaus können die Schüler freiwillig
einen Religionsunterricht ihrer Konfession besuchen. Das soll nach dem Willen
der beiden deutschen Großkirchen und der CDU ab dem kommenden Schuljahr anders
werden. Die Schüler sollen sich dann aus dem Ethikunterricht für alle abmelden
können und stattdessen einen konfessionellen Unterricht der evangelischen oder
römisch-katholischen Kirche erhalten können - doch nicht etwa auf Kosten der
betreffenden Kirche, sondern auf Staatskosten.
Über das "Volksbegehren" "Pro Reli" wird nun am 26.4.2009 entschieden.
Die Parteien SPD, Linke und
DIE GRÜNEN riefen die Bürger jedoch dazu auf, die bisherige Regelung
beizubehalten: "Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sprach sogar davon, dass
der Erfolg des Volksentscheides die Integration in der Hauptstadt gefährde.
Schule habe die Aufgabe, die Gesellschaft zusammenzuführen. Das sei nicht
möglich, wenn sich Schüler zwischen ihrer Religion und einer gemeinsamen
Wertevermittlung entschieden müssten" (idea-spektrum Nr. 9/2009).
So ist es. Schon viel zu lange finanzieren die meisten anderen Bundesländer den
Konfessionskirchen eine "Kindermission" in der Schule auf Staatskosten. Doch das
ist nicht die Aufgabe der staatlichen Schulen. Und schon gar nicht ist es
gerechtfertigt, wenn die Steuerzahler pro Jahr fast drei Milliarden Euro für
diesen kirchlichen Unterricht an staatlichen Schulen ausgeben müssen. Für eine
konfessionelle Erziehung sind gegebenenfalls Eltern, Konfirmanden- und
Firmunterricht zuständig, nicht jedoch der weltanschaulich neutrale Staat.
27.3.2009 -
Der Reiter tadelt sein Ross: Kardinal Meisner fordert Bundeskanzlerin
auf, sich beim Papst zu entschuldigen / Der Co-Reiter: Evangelische Kirche
beruft Politiker in Kirchen-Synode - In Deutschland ist der
Staat das Ross und die Kirche der Reiter, der das Ross letztlich lenkt. Und
dies, solange sich das Ross das gefallen lässt (siehe dazu
Der Theologe Nr. 23). Daran erinnert in
diesen Tagen auch Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Kardinal Meisner
über Bundeskanzlerin Merkel: "Ich finde, dass eine der größten
Fehlleistungen die öffentliche Papstschelte der Bundeskanzlerin war
... Auch der Ton war völlig unangemessen ...
Ich kann da nur sagen: Zeigen Sie Größe und entschuldigen Sie sich, Frau
Bundeskanzlerin!"
(Bild, 27.3.2009)
Der unausgesprochene Hintergrund: Nach römisch-katholischer Lehre gilt: "Dem römischen Papst sich zu
unterwerfen, ist für alle Menschen
unbedingt zum Heile notwendig. Das
erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir"
(Bulle Papst Bonifaz
VIII. (Foto links) "Unam Sanctam", 1302;
zählt zu den angeblich unfehlbaren
Lehrentscheidungen der Päpste). Und dies gilt natürlich aus katholischer
Sicht auch für eine evangelische Pfarrerstochter aus Mecklenburg.
Im Jahr 2005 hatte die damalige
Kanzlerkandidatin Angela Merkel Joseph Ratzinger noch mit den Worten gehuldigt,
er sei für viele die "Erfüllung der religiösen Sehnsucht" (siehe
hier).
PS: Glauben Sie, dass Sie sich diesem
Mann (Foto links; es ist ein Porträt des Papstes, der diese "unfehlbare" Lehre
"verkündet"
hatte) und seinen Nachfolgern unterwerfen müssen, um nach Ihrem Tod in den Himmel zu kommen? Tun
Sie es, wenn Sie es möchten. Wenn jedoch nicht, raten wir zum Kirchenaustritt.
Denn dann wären Sie nach katholischer Lehre ohnehin schon verdammt.
Derweil stärkt die evangelische Kirche ihre Position als Co-Reiter auf
dem Staatsross. Sie beruft bekannte Politiker aller Parteien in ihre neue
EKD-Synode, die sich dann natürlich in ihren Parteien wiederum für die Kirche
einsetzen. "Berufen wurden Bundestagsvizepräsidentin Katrin
Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), der Staatsminister im Kanzleramt und
Mitglied des Rates der EKD, Hermann Gröhe (CDU), die Vorsitzende des
Familienausschusses im Bundestag, Kerstin Griese (SPD), sowie der Vorsitzende
des Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP). Der frühere bayerische
Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) wird von der bayerischen Landeskirche
in die EKD-Synode entsandt" (idea-spektrum, 27.3.3009).
Kerstin Griese ist bereits die "Beauftragte" der
SPD für "Kirchen und Religionsgemeinschaften" und gab zu, in der Kirche "mehr
verwurzelt" zu sein als in der SPD (siehe
hier).
Bezeichnend: Alle im Bundestag vertretenen Parteien haben den Posten des
"Beauftragten für Religionsgemeinschaften" ausschließlich mit aktiven
Mitgliedern der Großkirchen besetzt. Und diese wiederum gehen bekanntlich massiv
gegen kleinere Gemeinschaften vor, die sie vielfach als "Sekten" verleumden. Von
einem weltanschaulich neutralen Staat ist man in der Praxis weit entfernt, was
auch dieses Beispiel veranschaulicht.
23.4. / 26.4.2009 -
Volksbegehren
über die Macht der Kirche in Deutschland - Pro Ethik gewinnt gegen
Pro Reli / Jetzt schleichen sich dafür die Herren der Kirche in den
Ethikunterricht - Es ging am Sonntag in Berlin
nicht nur darum, dass die Kirche in Berlin einen staatlich finanzierten
konfessionellen Religionsunterricht als Wahlpflichtfach an den Schulen einführen
wollte - statt eines verbindlichen Ethik-Unterricht für alle wie bisher, gleich
welcher Religion oder Konfession jemand ist. Es ging bei diesem kirchlichen
Ansinnen nach "Kindermission" auf Staatskosten um die Macht des kirchlichen
"Reiters" über das "Staatsross" - auch in der nächsten Generation (siehe
dazu Der Theologe Nr. 23). Auch werden in
einem konfessionellen Religionsunterricht religiöse Minderheiten vielfach
als "Sekten" verteufelt (vor allem in den Lehrplänen der 9. Klassen) und
schon Kinder und Jugendliche auf schlimme Art und Weise indoktriniert und
zur Diskriminierung erzogen - hierfür gibt es erschreckende Beispiele aus
den anderen Bundesländern. Die kirchliche Initiative hatte die ganze
Millionenstadt Berlin flächendeckend plakatiert und setzte dabei auf
prominente Unterstützer wie den Moderator Günther Jauch oder den
Fußball-Bundesliga-Profi Arne Friedrich. Ob die Berliner der Kirche
standhalten oder "geschluckt" werden, wie bereits 13 der übrigen deutschen
Bundesländer (alle bis auf Bremen und Brandenburg), hatten sie letztlich
selbst in der Hand. Und sie haben sich erfolgreich gewehrt - 51,3 % der
Wähler lehnten den konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als
Wahlpflichtfach ab. Und, auf alle Wahlberechtigten bezogen, stimmten nur
14,2 % der Wahlberechtigten für das kirchliche Begehren.
Doch die Indoktrination des Staates
durch die Kirchen kennt viele Wege. So versucht man zu Schuljahresbeginn
2009, die Kinder im Ethikunterricht gegen religiöse Minderheiten in Position zu
bringen. Die dem kirchlichen Interesse entsprechende "staatliche" "Leitstelle
für Sektenfragen" (die Konfession des Leiters, des SPD-Politikers Stefan
Barthel, wird nicht bekannt gegeben) stellt dazu für die Ethik-Lehrer neue Medien
über "konfliktträchtige Anbieter auf dem Lebenshilfemarkt" zur Verfügung, was
nichts anderes ist als neues Inquisitions-Material der Großkirchen oder
unmittelbar von dort inspiriert (Newsletter der
Senatsverwaltung für Bildung,
Wissenschaft und Forschung, 28.8.2009). Denn als "konfliktträchtig" gelten
alle Gemeinschaften, die den Vertretern der evangelischen und katholischen
Kirche nicht Honig um den Mund schmieren und die beiden Großkirchen deshalb ein
Dorn im Auge sind. Und fast immer leiten Mitglieder und Interessenvertreter der
Kirchen solche offiziell staatlichen Stellen.
Mehr zum Thema:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-kirche-in-der-schule/
Berlin: Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als
Wahlpflichtfach
Sind die Werte, die die Kirchen vertreten, christlich?
24.4.2009 -
27.Mai - Kreuzzug
der Kirche gegen die Stedinger Bauern vor 775 Jahren: Bis zu 11.000 Bauern getötet
-
Schlacht bei Altenesch wird jetzt nachgespielt
- Am 27.5.2009 jährt sich zum 775. Mal die Schlacht bei Altenesch westlich
von Bremen (1234), bei der das Kreuzzugsheer von Erzbischof Gerhard II. die Stedinger
Bauern niedermetzelte und auf Scheiterhaufen verbrennen ließ. Die Gründe: Die Bauern hätten nicht den richtigen Glauben und seien "Ketzer".
Aufgrund des Religionsedikts von Kaiser Friedrich II. von 1224 seien sie deshalb
auszurotten. Zudem wollten sie dem Erzbischof keine Abgaben zahlen, so wie
Ihnen das zunächst versprochen worden war, da sie im Gegenzug die Wesermarsch
urbar machen. Darauf hin wurden die Bauern und ihre
Familien zuerst von der Kirche exkommuniziert. Dann wurden die Männer brutal ermordet.
Die Täter bekamen von der Kirche als Belohnung denselben "Ablass von
Sündenstrafen" wie die Kreuzfahrer nach Palästina. Das von Papst Gregor IX. angeordnete Massaker wird jetzt
am 775. Jahrestag in der Nähe des Schlachtdenkmals von 100 Schauspielern
nachgespielt (Nordwestzeitung, 24.4.2009).
Zum Sachverhalt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stedingerkrieg
Hintergrund: Das Edikt von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen
gegen Nichtkatholiken aus dem Jahr 1224, zit. nach
http://www.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/kapitel-1.html#Die%20%E2%80%9ES%C3%A4uberungen%E2%80%9C%20beginnen
"Wer der Ketzerei überführt war,
sollte entweder auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, oder man sollte ihm die
Zunge herausreißen, ´da sie mit dieser Gott gelästert hätten`. Das Haus des
Ketzers wurde zerstört. Wer aus Todesangst seine ´Irrlehren` widerrief, sollte
„begnadigt“ werden – zu lebenslangem Kerker. Unter den damaligen Bedingungen –
Kälte, Ratten, Feuchtigkeit – war dies ein Todesurteil auf andere Art, das viele
dazu brachte, ihre Glaubensüberzeugung wieder zu bekunden, um lieber schnell auf
dem Scheiterhaufen zu sterben.
Das Edikt Friedrichs II. enthielt auch die Sippenhaft: Die Nachkommen der
Häretiker bis in die zweite Generation hinein durften keine öffentlichen Ämter
ausüben. ´Eine Ausnahme wurde nur für Kinder gestattet, die ihre Eltern selbst
angezeigt hatten.` ´Die Obrigkeit wurde durch Eid verpflichtet, alles nur
Mögliche zur Aufspürung der Ketzer zu tun. Ein Magistrat, der sich dabei
saumselig zeigte, verwirkte sein Amt.` Wenige Jahre später, 1229, beschloss die
Synode von Toulouse: ´Die Herren der verschiedenen Distrikte sollen in Villen,
Häusern und Wäldern den Häretikern fleißig nachforschen lassen und ihre
Schlupfwinkel zerstören. Wer künftig noch auf seinem Gebiet einen Häretiker
weilen lässt, sei es gegen Geld oder aus sonst einem Grunde, der verliert ...
dies Besitztum auf immer und sein Leib ist seinem Obern zu gebührender Strafe
verfallen.`"
14.8.2009 -
Steigbügelhalter der
modernen Inquisition: Der tiefe Fall der Bundes-SPD -
Kurz vor den Bundestagswahlen versinkt die
Bundestagsfraktion der SPD,
eine Partei mit einer teilweise positiven Geschichte, immer mehr in Würde- und
Niveaulosigkeit. Nachdem man sich in der Partei in der jüngeren Vergangenheit vielfach den
kirchlich orientierten "C"-Parteien angedient hat, versucht man jetzt sogar, CDU und CSU bei der
Anbiederung an die beiden Großkirchen zu übertreffen. So hat die
SPD-Bundestagsfraktion unter der heuchlerischen Unterüberschrift "Solidarische
Bürgergemeinschaft und demokratischer Staat" vor kurzem eine eigene Broschüre mit dem Titel
Ansprechpartner für Sekten- und Weltanschauungsfragen veröffentlicht
(http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_datei/0,,10653,00.pdf). Die
"Ansprechpartner" sind dabei vollständig die offiziellen modernen Inquisitoren der
Kirchen und einige wenige (wahrscheinlich ebenfalls fast alle
Kirchenmitglieder), die mit diesen zusammen arbeiten. Diese Leute betrachten die
beiden Großkirchen als "normal" und religiöse Minderheiten je nach Kirchennähe
als weniger oder sehr gefährlich, wobei sie letztere mit niederträchtigen
Verleumdungen und Rufmord überziehen (siehe dazu
http://www.theologe.de/theologe12.htm).
Das unfreiwillige Eigentor der so genannten
Genossen von der "SPD"-Bundestagsfraktion ist dabei eine Checkliste, um diese angeblich
gefährlichen Sekten zu erkennen.
Darin heißt es u. a.: "Die Gruppe hat einen Meister, ein Medium, einen Führer,
einen Guru, der allein im Besitz der ganzen Wahrheit ist." Das passt eigentlich
ziemlich gut auf den angeblich unfehlbaren Lehrsatz der römisch-katholischen
Kirche, der lautet: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen ist für alle
Menschen unbedingt zum Heile notwendig" (mehr dazu siehe bei
Der Theologe Nr. 18, Der Glaube der Kirche;
hier die Lehrsatz-Nr. 430).
Oder: "Die Lehre der Gruppe gilt als einzig echtes, ewig wahres Wissen." Das
erinnert an den ebenfalls angeblich unfehlbaren Lehrsatz Nr. 375:
"Es gibt nur e i n e
allgemeine Kirche der Gläubigen. Außer ihr wird keiner gerettet".
Oder an Nr.
391: "Die
Kirche ... ist eine immerwährende und unvergängliche Gesellschaft. Auf dieser
Welt ist nach ihr keine andere Heilsordnung zu erwarten, die vollständiger und
vollkommener wäre."
Oder an Nr. 392: "Kirche ... ist die Säule und
Grundfeste der Wahrheit, also frei und unberührt von jeder Gefahr des Irrtums
und der Falschheit."
Und noch ein dritter Punkt dieser Checkliste der "SPD": Gewarnt wird von Sätzen
wie: "Meine Gruppe ist die Elite und die übrige Menschheit ist krank und
verloren, solange sie nicht mitmacht bzw. sich retten lässt." Das passt prima
zum ebenfalls als "unfehlbar" geltenden nachfolgenden Lehrsatz der
römisch-katholischen Kirche: "[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr
(der
Kirche)
anschließt" (Nr. 381).
Usw. usf. Diese Gegenüberstellung könnte
endlos erweitert werden und ließe sich auch mit der lutherischen Kirche
durchführen.
Also, liebe Freunde der "SPD": Hört auf die Warnungen eurer
Bundestagsfraktion und macht den "Check" Eurer
Bundestagsfraktion und tretet dann massenhaft aus den beiden Großsekten
Katholisch und Evangelisch aus!
25.8.2009 -
Wahlen: Welcher
Politiker kriecht der Kirche am besten in den Schoß? CDU/CSU will SPD schlagen
- Nachdem die SPD rechtzeitig vor den
Wahlen vor allen kleineren Glaubensgemeinschaften warnte, die nicht katholisch
oder evangelisch-lutherisch sind oder von den Großkirchen als bequeme Mitläufer
anerkannt werden (nächste Meldung), legen CDU und CSU jetzt nach.
So lobte Kanzleramtsminister Thomas de
Maiziere von der CDU bei einem Kirchentreffen in Dresden die Kirchentage
und verriet: "Jeder Politiker ist beleidigt, wenn er dazu nicht eingeladen
wird."
Und der adlige CSU-Katholik und
"Hoffnungsträger" Deutschlands, Wirtschaftsminister Karl Theodor von
Guttenberg, huldigt dem Papst und dessen "Sozialenzyklika" Caritas in
Veritate. Unter anderem schreibt der Baron, der Papst
"macht ... auf ein
wichtiges Charakteristikum unserer Gesellschaftsordnung und insbesondere der
Marktwirtschaft aufmerksam: Unsere Ordnung braucht Glauben, Zuversicht
und ist keinesfalls beliebig."
Doch es ist auch
nicht beliebig, wer so etwas sagt und was dieser dann in diese Worte hinein
legt! So können die gleichen Worte, von unterschiedlichen Menschen gesprochen,
gerade das Gegenteil aussagen. Deshalb: Hört, hört!
Zwar nennt der
Wirtschaftsminister neben den Werten des von ihm kirchlich verstandenen
"Christentums" auch Aufklärung und Humanismus, doch am Ende wird der
CSU-Minister selbst zum kirchlichen "ökumenischen" Prediger
und schreibt:
"Die Enzyklika schließt zutreffend mit der Feststellung, der Mensch wisse ohne
Gott nicht, wohin er gehen soll. Oder, um es in den Worten von Martin Niemöller
[einem ehemaligen evangelischen Kirchenführer] auszudrücken: Die Kirche soll
wieder dafür sorgen, dass die Gemeinde versteht, was Glauben ist, und dass sie
den Glauben lebt" (Cicero, Nr. 8/2009).
Was diese salbungsvollen Worte bedeuten sollen, bleibt unkonkret. Verständlich
ist jedoch, wenn es anderweitig heißt "Guttenberg gegen staatliche
Boni-Begrenzung" (Focus.de, 22.8.2009), womit der führende Katholik
an den evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich anknüpft, der sich gegen
die Begrenzung von Managergehältern aussprach und die einfachen Leute vor dem
Neid warnte (siehe hier).
Und wie soll nun die Kirche dafür sorgen,
dass sie den Glauben lebt? Tatsächlich hat die Kirche das Abendland
und die ganze Welt in ca. 1.700 Jahren zu dem Abgrund geführt, in den die
Zivilisation bereits gefallen
ist, auch wenn äußerlich noch vieles funktioniert. Die Kirche hat die Welt mit Glaubenskriegen,
Intoleranz
und Egomanie überzogen, die sich hinter festlichen Gewändern versteckt, und sie
hat durch die Trennung des Menschen (als angebliches alleiniges "Ebenbild
Gottes") von den Tieren und der Natur die Einheit der Schöpfung zerstört, was
früher oder später den Kollaps bringt. Gleichzeitig oktroyierte sie den Menschen
haarsträubende Glaubenssätze auf, deren Nichtbefolgung angeblich eine ewige
Verdammnis nach sich ziehe, was unzählige natürlich denkende, aber
eingeschüchterte Menschen in
seelisches Elend und Not stürzte.
Und wie wird es wohl weiter gehen, wenn
dieselben Leute anfangen, eine Erneuerung zu versprechen? Der Philosoph Karl
Jaspers warnte schon vor Jahren massiv davor, die Kirche wieder "dafür sorgen"
zu lassen, dass es besser werde mit der Welt.
Denn nach wie vor steht der „biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch“
der Kirchen „ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu
entflammen“ (Der philosophische
Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73).
Wenn also der Papst
in seiner so genannten
Enzyklika von einer neuen "Weltautorität" spricht, und seine Untertanen
wie Karl Theodor von Guttenberg und die anderen Politiker stimmen zu, dann
sollte man genau hinhören, was zwar nicht ausdrücklich gesagt, aber vielleicht
durchaus auch gemeint sein könnte. Wir alle haben ja schon ca. 1.900 Jahre
Erfahrung mit der Kirche ...
„Ein wegweisendes Urteil für alle Länder Europas!“
Mit diesen Worten begrüßte Alfred Schulte, Sprecher der Freien Christen für
den Christus der Bergpredigt in allen Kulturen weltweit das Urteil des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum Kruzifixstreit in Italien.
Der Gerichtshof hatte einer Italienerin recht gegeben, die ihre Kinder davor
bewahren möchte, im Schulzimmer mit einem Kruzifix konfrontiert zu sein. Eine
strikte Trennung von Kirche und Staat ist nach den Worten Schultes ein Gebot im
Sinne des Jesus von Nazareth, der sagte: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers
ist und Gott, was Gott gebührt!“
„Gerade als Christen, die das geistige Erbe des Nazareners ernst nehmen, haben
wir großes Verständnis für die Mitbürger in vielen Ländern Europas, die Anstoß
nehmen an einer gewaltverherrlichenden Darstellung eines gefolterten und grausam
getöteten Menschen – gerade, wenn Kinder damit konfrontiert werden“, so Schulte.
„Den ersten Christen waren solche Darstellungen völlig unbekannt. Und noch im 3.
Jahrhundert schrieb ein Frühchrist namens Minucius Felix: »Auch Kreuze beten wir
nicht an und wünschen sie nicht anzubeten«. Würde man statt dessen nur das
urchristliche Symbol schlichter Holzkreuze verwenden, wäre der Konflikt
vermutlich gar nicht entstanden.“
Die bildhafte Darstellung des gekreuzigten Körpers symbolisiere gerade nicht den
Sieg des Jesus, des Christus, über Leid und Tod, sondern verewige auf makabre
Weise Seine angebliche Niederlage gegen die Mächte der Finsternis. „Der tote
Mann am Kreuz kann nichts mehr sagen – und das kommt den Priestermännern sehr
gelegen, die Ihn nicht nur ans Kreuz gebracht haben, sondern bis heute unter
Seinem Namen Seine Lehre in ihr Gegenteil verkehren. Deshalb haben wir die
Vatikankirche und die Lutherkirche auf Unterlassung verklagt: Sie sollen sich
nicht mehr ‚christlich’ nennen!“
In der 36-seitigen Klageschrift der Freien Christen gegen die deutsche
Vatikankirche (nachzulesen unter www.christus-oder-kirche.de) werden an
die deutschen Bischöfe unter anderem die Worte gerichtet: „Täglich nageln Sie
Jesus, den Christus, erneut ans Kreuz, weil Sie das Gegenteil dessen tun, was Er
wollte. Und dann schleppen Sie Ihn, der doch auferstanden ist, als toten Mann am
Kreuz im Triumphzug durch die Straßen wie eine Trophäe, die Sie zur Strecke
gebracht haben.“ Nähere Informationen:
www.christus-oder-kirche.de, Telefon 09391-50 42 13.
Mittlerweile rief Walter Mixa, Bischof von Augsburg,
"die politisch Verantwortlichen dazu auf, ´das Urteil schlichtweg zu
ignorieren`" (tz, 12.11.2009). Da das
Urteil jedoch auch für Deutschland verbindlich ist, stellt der Aufruf des
Bischofs eine Aufforderung zum Rechtsbruch dar, womit der Bischof einmal mehr
die wahre Gesinnung des Katholizismus gegenüber der Demokratie entlarvt, sobald
die Kirche den Staat einmal nicht in ihrem Sinne lenken kann.
2010
12.1.2010 -
"Focus online":
"Arbeitgeber Kirche - von Nächstenliebe keine Spur"
-
Am 7.1.2010 meldet Focus online, wie die beiden Großkirchen mit
ihren Arbeitnehmern umgehen. Unter der Überschrift Arbeitgeber Kirche -
von Nächstenliebe keine Spur berichtet das Magazin z. B. über eigene
staatlich garantierte Sonderrechte bei Kündigungen im Gegensatz zur staatlichen Gesetzgebung. Oder
über massive Eingriffe in das Privatleben der Angestellten. So wurde z. B.
eine Lehrerin von der Kirche gefeuert, nur weil sie einen geschiedenen Mann
geheiratet hatte, obwohl sie sich nichts hatte zuschulden kommen lassen.
Auch wird von allen 1,3 Millionen Beschäftigten ein bestimmter
konfessioneller kirchlicher Glaube verlangt.
Der Öffentlichkeit hat man bislang noch mit frommen Worten Sand in die Augen
gestreut und lieber anderen den eigenen Unrat oder die Missstände
zugesprochen, den man vor der eigenen Tür hätte beseitigen sollen. Die
eigene Unmoral wird anderen angehängt, die sich um Anstand, Benehmen, Ethik,
Moral und Stil bemühen, wie zum Beispiel die Urchristen im Universellen
Leben aller Kulturen weltweit. Einige der Urchristen haben unter diesen
Vorzeichen auch eigene Betriebe gegründet, in denen Menschen völlig
unterschiedlicher Glaubensrichtungen (z. B. Moslems, evangelische und
katholische Christen, Urchristen) zusammen arbeiten. Diese Betriebe werden
seit Jahren ausgerechnet von den kirchlichen Wirtschaftskonzernen (allein in
Deutschland 50.000 Betriebe) verleumdet, deren eigene brutale und
zwielichtige Machenschaften jetzt wieder ein Stück aufgedeckt wurden.
14.1.2010 -
Kirche will CDU
noch mehr auf Kirchenkurs bringen - "Sorge um das ´C`" - Verklagte
Kirchenführer reisen zur CDU-Klausurtagung an
-
Die Kirche ist unzufrieden mit der CDU und hat Angst, die Regierungspartei
könnte die großen Staatskirchen-Konzerne nicht wie bisher massiv
privilegieren und deren Vorstellungen und Interessen in der Politik zu wenig berücksichtigen.
Erzbischof Reinhard Marx aus München-Freising redet dabei Klartext: "Was mir
fehlt, ist ein dezidiertes Bekenntnis zum christlichen Glauben und zur
Kirche. Im CDU-Grundsatzprogramm ist ganz allgemein von ´christlichen
Werten` die Rede. Das ist mir viel zu wolkig"
(http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,671064,00.html).
Die Werte, wozu Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Einheit oder
Gerechtigkeit gehören, sind dem Bischof demnach zu "wolkig". Und
diese Sicht ist
verständlich, da seine Kirche diese Werte auch nicht praktiziert. Anstatt
also die christlichen Werte mit konkreten politisch-ethischen Inhalten im
Sinne des Jesus, des Christus, zu füllen, verlangt Erzbischof Reinhard
Marx also ein "dezidiertes Bekenntnis" der CDU "zur
Kirche", als ob die CDU zusammen mit FDP, SPD, GRÜNEN und teilweise
Linken die Kirche nicht schon sowieso mit Privilegien und Milliarden-Subventionen
regelrecht überschüttet.
17.1.2010 -
"Wie der Staat der
Kirche dient" - "Gerhard Czermaks Religions-Lexikon enthüllt die
Langlebigkeit alter Privilegien" -
Die bekannte Politikerin Ingrid Matthäus-Meier (SPD, früher FDP)
schreibt in der Frankfurter Rundschau vom 2.1.2010 einen
Artikel mit dem Titel Wie der Staat der Kirche dient. Es handelt sich
um eine Besprechung des Buches des Juristen Gerhard Czermak,
Religion und Weltanschauung in Gesellschaft und Recht, Aschaffenburg 2009.
Dabei erinnert die Autorin u. a. an folgendes:
- "Trotz allerhöchster Staatsverschuldung verstößt die Politik gegen das
seit 90 (!) Jahren bestehende Verfassungsgebot (Artikel 138 Weimarer
Reichsverfassung in Verbindung mit Grundgesetz Artikel 140), die
Staatsleistungen etwa für die Besoldung von Bischöfen abzulösen, die den
Kirchen für Enteignungen im Jahr 1803 (!) zugesprochen wurden."
- Verfassung: "Von einem Kirchensteuereinzug durch den Staat über die
Arbeitgeber steht da nichts."
Vielleicht wollen die deutschen Politiker die Umsetzung der Gebote der
Verfassung bis zum "Jüngsten Tag" hinaus schieben - in der Hoffnung, für
diese verfassungswidrige Haltung dann von den jenseitigen
kirchenfreundlichen Instanzen belohnt zu werden. Doch das böse Erwachen
kommt dann bestimmt.
20.1.2010 -
SPD-Chef Sigmar
Gabriel ist ein "bewusster Lutheraner"
- Er sei ein "bewusster Lutheraner", so zitierte der Kirchenbote
Osnabrück den damaligen SPD-Ministerpräsidenten von Niedersachsen,
Sigmar Gabriel (26.1.2003). Nachdem die Katholiken jedoch immer
sauerer werden, dass alle Parteiführer von CDU, SPD und FDP Lutheraner sind
(auch CDU-Chefin Angela Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle), kommt ihnen
nun SPD-Chef Sigmar Gabriel entgegen und sagte gegenüber der Hildesheimer
Allgemeinen Zeitung: "Ich bin Lutheraner und gehöre damit zu den
Katholiken unter den Protestanten" (zit. nach idea-spektrum Nr. 3/2010,
20.1.2001). Was es genau bedeutet, was die drei führenden deutschen
Politiker glauben, das lesen Sie in "Der Theologe
Nr. 1" - Wer folgt Luther nach, und wer folgt Christus nach?
28.1.2010 -
Konkurrenz für CDU/CSU, SPD und GRÜNE - Die FDP wird immer mehr zur
Kirchenpartei / Bald FDP-Ehrenmitgliedschaft für Joseph Ratzinger?
- Ob in Bayern als Juniorpartner der CSU oder sonstwo. Die meisten
profilierten FDP-Politiker in Deutschland sind mittlerweile stramme
Kirchenanhänger (wie z. B. der engagierte Katholik Philipp Rösler im
Gesundheitsministerium, gleichzeitig Mitglied beim ZdK, dem Zentralkomitee der
Katholiken, oder der konservative EKD-Mann und Beinahe-Minister Otto Fricke,
der parlamentarische Geschäftsführer der FDP, oder der katholische
FDP-Kirchenbeauftragte Otto Goldmann, der auf jeden Fall verhindern will,
dass jemand den Eindruck hat, die FDP könnte kirchenkritisch
sein (idea-spektrum, 22.3.2006)).
Alte FDP-Papiere aus dem 20. Jahrhundert über die Trennung von Kirche
und Staat sind spätestens seit dem Todessprung von Jürgen Möllemann im Jahr
2002 nur noch folkloristische Restbestände aus einer vergangenen Zeit. Auch der Chef Guido Westerwelle
fühlt sich wohl in seiner evangelischen Haut und in seiner evangelischen
Kirche. Dazu passt es dann, dass der Chef der nordrhein-westfälischen FDP,
der Protestant Andreas Pinkwart, im Wahlkampf auch noch in Bonn auf die
Kirchenkanzel steigt, um ebenfalls die 3 % Kirchgänger unter den
Protestanten zu umwerben, deren Interessen ja bereits durch die meisten
anderen Parteien vertreten werden. Und da fällt dann auch der "gute alte" Wirtschaftsminister
Rainer Brüderle als Mitglied der evangelischen Kirche nicht aus der Reihe.
Zuletzt verteidigte der FDP-Bundestagsabgeordnete Pascal Kober sogar das
feudale Staatskirchenrecht in Deutschland als "beste denkbare Lösung", wobei
es jedem aufrechten Demokraten eiskalt den Rücken hinunter lief. Und
gleichzeitig kritisierte MdB Pascal Kober die Humanistische Union, die sich
im Sinne des deutschen Grundgesetzes für eine Trennung von Kirche und Staat
einsetzt. Der führende FDP-Politiker habe den Eindruck, dass sie den Kirchen
"bestimmte Dinge nicht gönnt" (KNA, 24.1.2010). Frei nach
dem Motto: "Reden Sie doch nicht dauernd von Haiti oder Afrika. Gönnen
Sie doch dem Papst einmal seine Tonne Gold auf der Vatikanbank! Und
Ihnen wird es gleich besser ergehen."
Die Humanistische
Union hat z. B. 38 Privilegien der Kirche in Deutschland aufgezählt,
die dem Neutralitätsgebot des Staates in konfessionellen Angelegenheiten widersprechen
bzw. nicht mit dem staatlichen Gleichheits-. und Gleichbehandlungsgrundsatz
gegenüber allen seinen Bürgern vereinbar ist. Doch damit ist sie bei der FDP ("Fürstbischöfliche Deutsche
Partei?") schon seit langem an der falschen Adresse. Es scheint, die FDP
habe die SPD und die GRÜNEN im Hinblick auf die Vertretung kirchlicher
Interessen bereits überholt und kommt diesbezüglich nun langsam auf Augenhöhe
mit CDU und CSU. Es fehlt nur noch die FDP-Ehrenmitgliedschaft für
Joseph Ratzinger.
4.2.2010 -
CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE im Bundestag machen Kirchen-Lobbyisten zu
Religionsbeauftragten
- Die Bedeutung der beiden kirchlichen Großinstitutionen in Deutschland
nimmt in der Bevölkerung immer mehr ab. Weit mehr als ein Drittel der
Bevölkerung gehört keiner Großkonfession an, und von den Mitgliedern ist der
größte Teil auch nur aufgrund der kirchlichen "Einschüchterungs-Taufen
für Säuglinge" einst Mitglied geworden. Freiwillig wären sie später nie
eingetreten. Dennoch setzen die etablierten Bundestagsparteien bei
Religionsfragen weiterhin auf die Kirchen-Lobby.
Hier die Religionsbeauftragten (nach idea-spektrum Nr. 5 von 3.2.2010),
die auch für religiöse Minderheiten zuständig sind, die von der Kirche
diskriminiert werden:
Maria Flachsbarth,
Religionsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, gehört dem
rechtskatholischen Kardinal-Höffner-Kreis an.
Siegmund Ehrmann von
der SPD war früher Vorsitzender des konservativ protestantisch
ausgerichteten CVJM ("Christlicher Verein Junger Männer") und ist im
Aufsichtsrat des Neukirchener Erziehungsvereins, der dem Diakonischen Werk
der Evangelischen Kirche angehört.
Stefan Ruppert von der
FDP, der Partei mit dem zuletzt stärksten Umarmungskurs gegenüber der
Kirche, stammt aus der Jugendarbeit der evangelischen Christuskirche in
Oberursel und promovierte zu dem Thema "Kirchenrecht und Kulturkampf"
Josef Philip Winkler von den GRÜNEN war bereits
Religionsbeauftragter. Das Mitglied eines römisch-katholischen
Pfarrgemeinderates will um Verständnis für Vatikan und Kirche werben.
Damit ist der althergebrachte Proporz zwischen evangelisch und katholisch
hergestellt. Bleibt noch
Raju Sharma von den
Linken. Er ist konfessionslos.
18.2.2010 -
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles: Papst ist der "Chef vom Ganzen"
- Gerät die SPD noch mehr unter die Fittiche "seiner Heiligkeit"?
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles antworte auf die Frage der Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung, ob sie den Papst ernst nehme: "Aber
selbstverständlich. Er ist der Chef vom Ganzen" (zit. nach Passauer Neue
Presse, 25.1.2010). Siehe dazu auch
http://www.freie-christen.com/andrea-nahles_spd_demokratie.html
26.2.2010 -
"Arroganz der
Macht": Kirche beansprucht eigene interne Justiz in Deutschland / Bischof
hält Gesetz der Bundesrepublik für "lächerlich"
- Nachfolgend ein Auszug aus dem
Artikel
Hier endet der
demokratische Sektor
aus der Frankfurter Rundschau (25.2.2010). Der Kirche wird
vorgeworfen, eine
Parallelgesellschaft in der Gesellschaft
aufgebaut zu haben und dem Hamburger Weihbischof Hans-Joachim Jäschke
wird zudem ein Verstoß gegen das 8. Gebot vorgeworfen. Seine Lüge wurde
jedoch in der Sendung entlarvt, worauf hin Bischof Jäschke nur lächelte.
Weiterhin heißt es:
"Der Bischof geht nicht auf das Opfer zu, stellt sich auf seine Seite
sondern er schlägt noch einmal auf den Mann ein. Schlimmer als Jaschke hätte
kein Gegner die katholische Kirche darstellen können. Aber es gab noch
etwas. Als Bischof Jaschke darauf angesprochen wurde, dass die katholische
Kirche sich weigere, die Staatsanwaltschaft zu informieren, leugnete er das
heftigst, nur um zwei Sätze später zu sagen, dass es ´keinen Automatismus`
gebe, der von einem Verdacht auf sexuellen Missbrauch zu einer Meldung bei
der Staatsanwaltschaft führe. Die Kirche behält sich das Recht vor, selbst
zu entscheiden, ob ein Verdacht bestätigt oder widerlegt wird. Erst wenn er
von den entsprechenden Gremien als bestätigt betrachtet wird, wird die
Staatsanwaltschaft informiert. Jaschke sagte das im Brustton der
Überzeugung. Er verstand noch nicht einmal, was für ein Affront in diesen
Sätzen steckt.
Die Kirche hält es für selbstverständlich, dass sie über einen eigenen
[illegalen]
Rechtsraum verfügt.
Herr Jaschke sah darin kein Problem, sondern hielt die Vorstellung - die
doch Gesetz der Bundesrepublik ist -, dass Kindesmissbrauch immer der
Staatsanwaltschaft gemeldet werden muss, für lächerlich
... Angesprochen auf das Gesetz, wedelte der Bischof - wieder lächelnd -
mit einem Memorandum der Bischöfe aus dem Jahr 2002. Eine
Demonstration der Arroganz der Macht war das."
Hier der ganze Artikel:
http://www.fr-online.de/top_news/2353306_TV-Kritik-Hart-aber-fair-Hier-endet-der-demokratische-Sektor.html
28.2.2010 -
Sexueller Missbrauch:
Staat bezahlt die Gehälter der Leiter und Erzieher von bischöflichen
Knabenseminaren
- Unzählige Kinder wurden in den römisch-katholischen
Erziehungseinrichtungen in den letzten Jahrzehnten geschändet. Doch das ist
nicht der einzige Skandal. Der Staat zahlt dieses Erziehungssystem.
Allein in Bayern finanziert das Bundesland bis heute 15 Leiter und 33
Erzieher an den bischöflichen Priester- und Knabenseminaren durch
Subventionen aus dem Staatshaushalt
(Carsten
Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Aschaffenburg 2002,
S.104).
Vergleichbar ist es in den anderen Bundesländern. Doch werden die
staatsfinanzierten Priester oder ihre Untergebenen kriminell, betrachtet es
die Kirche immer noch als eine Art "innerkirchliche Angelegenheit", bei der
- im Widerspruch zur staatlichen Gesetzgebung - erst der Bischof den
Kriminalfall prüft und innerkirchlich selbstherrlich entschieden wird, ob
man auch die staatlichen Gesetze anwenden möchte oder anstelle der
weltlichen Richter vorab entscheidet, dass das Verbrechen oder Vergehen nicht
verfolgt wird. Die staatlichen Gelder werden aber ungeniert weiter
eingesteckt.
1.5. / 6.5.2010 -
Ein Mädchen wegen Kirchenaustritt beinahe vom Gymnasium gefeuert? Der
Gegenangriff der Kirche gegen ein 17jähriges Mädchen
mit Ethik und Zivilcourage / Zum Vergleich: Der Bischof und das Mädchen - Die
17-jährige Schülerin aus Illertissen bei Ulm hat keinen Amoklauf geplant,
hat nicht mit Drogen gehandelt, hat keine Mitschülerin geschlagen, keine
jüngere Schülerin sexuell missbraucht oder eine
Geldbörse gestohlen. Nein, sie hat Charakter gezeigt und ist angesichts der
unzähligen Kinderschänder-Verbrechen von Priestern aus der Kirche
ausgetreten, wie Hunderttausende andere Mitbürger auch. Das wäre ihr nun
beinahe zum
Verhängnis geworden und ihr drohte der Schulausschluss ab dem kommenden
Schuljahr. Dann stimmte der Einsatz des CSU-Landrats, der Druck der
Öffentlichkeit und ihr eigenes Einlenken die Kirche und den
römisch-katholischen Schulträger "milde".
Die Schülerin will sich "nach eigener Aussage
nämlich weiterhin mit den Wertvorstellungen und den Erziehungs- und
Bildungszielen der Schule identifizieren" (z.B. abendzeitung.de,
6.5.2010).
Was den Skandal der Schulausschlussdrohung möglich macht: Das
römisch-katholische "Kolleg der Schulbrüder" in Illertissen ist das einzige
Gymnasium am Ort, so dass die Schüler im Ort selbst keine Wahlmöglichkeit haben, und
es wird trotz dieser Praktiken zu 100 % vom Staat, das heißt komplett von unseren
Steuergeldern, finanziert. Dies hindert die Kirche aber nicht daran,
allen Schülern bei Kirchenaustritt grundsätzlich mit dem Schulausschluss zu drohen,
auch wenn in diesem Fall jetzt doch nicht davon Gebrauch gemacht wurde. Was
für eine Pädagogik! "Die ´Augsburger Allgemeine Zeitung` meldete, in
jüngster Zeit hätten mehrere Schüler des Illertissener Gymnasiums über einen
Kirchenaustritt nachgedacht, seien dann aber wieder davon abgerückt"
(focus.de, 30.4.2010). Verständlich. Durch die
Drohung der Kirche an die Jugendlichen mit ewiger Verdammnis im Jenseits und
mit Schulausschluss auf Erden geht natürlich die Angst bei Jugendlichen um,
die Worte des Propheten Johannes in die Tat umzusetzen, welcher in seiner
Apokalypse schreibt: "Tretet aus von ihr, mein Volk", gemeint ist die "Hure
Babylon", ein Symbol für die endzeitliche Kirche (Offenbarung 18, 4).
Durch Einschüchterung werden auch viele Jugendliche weiter in der
Kirche gehalten.
Doch nun wurde die Welt der Priestermänner auch in Illertissen erschüttert: "Eine
Zehntklässlerin machte ernst." Die Erzdiözese Augsburg unter Bischof Walter Mixa sitzt dabei wie gewohnt auf dem hohen Ross, wie einst Bischof Walter Mixa selbst gegenüber
den von ihm
geschlagenen Kinder, bis er, unter Druck gesetzt, sich plötzlich doch an
seine Untaten zu "erinnern" begann, die er zunächst vehement geleugnet
hatte
Und nun? Der Bischof schlug, log, veruntreute Presseberichten zufolge Gelder
und versuchte, die Öffentlichkeit auszutricksen. Und in Schrobenhausen auf
der Straße haben wir noch anderes gehört, was bisher nicht berichtet wurde ... Doch Walter Mixa wird
schlimmstenfalls nach gewisser Aussitz-Zeit ins Kloster versetzt und soll
dann nach dem Tod den Himmel betreten.
Das Mädchen trat aus der Kirche aus,
in welche sie nicht freiwillig eingetreten war -
ihr drohte der Schulverweis, was schlimme Folgen haben kann, wenn sie später
einen Ausbildungsplatz sucht. Und später drohen ihr nach
römisch-katholischer Lehre weiterhin die ewigen Höllenqualen, auch wenn man
sie jetzt doch auf der Schule belässt.
Jeder der sich, wie schon zuvor die Opfer von Bischof
Mixa, von der Macht der Kirche nicht einschüchtern lässt, löst in der Kirche Irritationen
aus. Denn das ist man dort nicht gewohnt: "Wir
haben vorgegebene Wege, die man hätte gehen können. Die Mutter hat einen
anderen Weg beschritten. Sie hat mit der Zeitung geredet, nicht mit uns",
erklärt Friedrich Haas von der Diözese Augsburg
(focus.de, 30.4.2010).
Trotz des Kompromisses zwischen Kirche und Mädchen fordern wir: Entweder die Kirche gesteht den Schülern die volle
Religionsmündigkeit zu, und zwar ohne Wenn und Aber, oder die staatlichen Milliarden werden gestrichen.
Durch den nun entstandenen zusätzlichen öffentlichen Druck auf die Kirche
hat sich die "Schlange" in diesem Fall zwar zurück gezogen, doch
keineswegs geändert. Und etwas anderes als die Erschütterung ihrer Arroganz und
das Zurückdrehen beim staatlichen Geldhahn hilft leider bei der Kirche
nicht.
Mehr z.B. bei
http://www.focus.de/schule/schule/unterricht/religion/schulverweis-wegen-kirchenaustritt-die-vertrauensfrage_aid_503506.html
4.5.2010 -
Wie lange leben wir noch in einer "Bundeskirchenrepublik"?
- Lesen Sie dazu:
http://www.taz.de/1/debatte/sonntazstreit/artikel/1/regiert-gott-in-deutschland-mit/
Lediglich die Überschrift Regiert Gott in Deutschland mit? ist
irreführend. Denn die Kirchen führen den Namen "Gott" zwar im Munde, haben
aber nicht viel mit Ihm zu tun.
10.6.2010 -
Die
schier unendlichen staatlichen Milliardenzahlungen für die Wölfe im Schafspelz
-
Aktuell siehe:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,699422,00.html
Wer bezahlt die katholischen Kanoniker und Erzieher an den bischöflichen
Knabenseminaren? Die Kirche? Nein: Der Staat. Und warum werden diese Unsummen,
welche die Großkirchen seit 1803 jährlich bekommen, auch von der
Merkel/Westerwelle-Regierung schon wieder nicht angetastet, obwohl sich der
deutsche Staat schon 1919 und dann neu 1949 dazu verpflichtet hatte? Doch im
Interview erklärt Prof. Dr. Horst Herrmann:
"Das Kaiserreich hat gezahlt, die Weimarer Republik hat gezahlt, Hitler hat
gezahlt und die Bundesrepublik zahlt immer noch." Lediglich die DDR erfüllte
in diesem Fall das Verfassungsgebot und beendete die Zahlungen, weswegen die
neuen Bundesländer sich seit 1991 beeilten, ab jetzt ebenfalls wieder zahlen zu
dürfen, was seit den 90er-Jahren in ganz Ostdeutschland vertraglich verankert
und von den neuen Regierungen zusammen mit den Kirchenmännern gefeiert wurde.
Die Kirche versucht, der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen, indem sie oft
so tut, als würden damit ihre sozialen Dienstleistungen bezahlt. Das stimmt aber
nicht.
Diese zahlt natürlich auch der Staat, aber extra: Über 50 Milliarden Euro
Staatsgelder jährlich gibt es alleine für die beiden Hauptwerke Caritas und Diakonisches Werk
(spiegel.de, 8.6.2010), während die Kirche dort jedoch alleine das Sagen
hat, z. B., was das Personal betrifft. Und ca. 20 Milliarden Euro für die Kirche gibt es jährlich nochmals extra und das alles nochmals
extra zur Kirchensteuer. Und in keinem Land der Welt ist es bequemer, Priester
(ca. 4.000 bis 5.000 Euro Monatsgehalt) oder Bischof (8.000 bis 12.000 Euro
Monatsgehalt) zu sein als in Deutschland. Lesen Sie dazu auch neu
"Der Theologe Nr. 46" - Warum zahlt der
deutsche Staat immer noch so viele Milliarden Euro an die Kirche?
12.6.2010 -
Kardinal-Höffner-Kreis der
CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten - In der Bundestagsfraktion der CDU/CSU gibt es
neben Mitgliedern des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU z. B. auch einen
römisch-katholischen Kardinal-Höffner-Kreis. Am 20.5.2010 erklärten die
Bundestagsabgeordneten des Kardinal-Höffner-Kreises ihre
"Solidarität mit Papst Benedikt XVI. und der katholischen Kirche".
Darunter waren:
- Peter Aumer, MdB;
- Norbert Barthle, MdB, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Haushalt;
- Dr. Ralf Brauksiepe, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im
Bundesministerium für Arbeit und Soziales;
- Thomas Dörflinger, MdB;
- Marie-Luise Dött, MdB, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit;
- Ingrid Fischbach, MdB, stellvertretende Vorsitzende der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion;
- Dr. Maria Flachsbarth, MdB, Beauftragte für Kirchen und
Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Bundestagsfraktion;
- Norbert Geis, MdB;
- Markus Grübel, MdB, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Familie,
Senioren, Frauen und Jugend;
- Dr. Hermann Kues, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend;
- Dr. Michael Luther, MdB, Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen;
- Dr. Heinz Riesenhuber, MdB, Bundesminister a. D.;
- Karl Schiewerling, MdB, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales;
- Dr. Andreas Schockenhoff, MdB, stellvertretender Vorsitzender der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion;
- Johannes Singhammer, MdB, stellvertretender Vorsitzender der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion;
- Peter Weiß, MdB, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe;
- Willi Zylajew, MdB
Kein Wunder also,
dass die Kirche Jahr für Jahr Milliarden über Milliarden aus dem
Staatstopf bekommt. Auf diese Weise zahlt sich für die Kirche die
"Solidarität" = Lobbyarbeit in harten Euros aus. Zahlen müssen allerdings
wir alle, auch wenn wir Kardinal Höffner für einen verblendeten
Religionsführer halten.
12.6.2010 -
Bundespräsidentenwahl am 30.6.2010: Wen auch immer Sie wählen, Sie wählen die
Kirche
- Die Wahlmänner der im deutschen Bundestag vertretenen Parteien
wählen am 30.6.2010 den neuen deutschen Bundespräsidenten, der Horst Köhler,
einen überzeugten Protestanten, ablöst, der kurz zuvor noch behauptet hatte, die
Kirchen hätten angeblich einen "Auftrag von Gott", was Unsinn ist, in
Deutschland jedoch noch opportun. Die Kirchen haben sich aus antiken heidnischen
Götzenkulten heraus entwickelt und sich das Mäntelchen "christlich umgehängt,
haben aber mit Gott und Christus nichts zu tun. Der Nachfolger von Horst Köhler wird nun
entweder der evangelische Theologe und Pfarrer Joachim Gauck. Oder der Katholik
Christian Wulff, Mitglied des Kuratoriums von
ProChrist, einer Missionsbewegung der Kirche unter maßgeblicher Beteiligung
evangelischer Freikirchen. Und warum war die evangelische Politikerin Ursula von
der Leyen nicht möglich? "Eine evangelische Bundespräsidentin neben einer
evangelischen Kanzlerin, das sei den beiden katholischen Ministerpräsidenten
Roland Koch und Stefan Mappus zu viel gewesen, verlautete aus politischen
Kreisen in Berlin" (Evangelisches Sonntagsblatt, 13.6.2010;
PS: ein kleiner Fehler, denn Stefan Mappus ist evangelisch-lutherisch, muss
jedoch Rücksicht auf seine römisch-katholische Frau nehmen). Doch
Hauptsache evangelisch oder katholisch hat die Macht, so weiter das Denken der
politisch Mächtigen, auch wenn weit über 40 % der Deutschen gar nicht mehr
evangelisch oder katholisch sind und die Konfessionslosen längst die stärkste
Kraft im Land sind. Die Hydra mit ihren beiden großen Köpfen (dem katholischen
und dem evangelischen) will aber weiter die Zügel in der Hand behalten und über
ihre Politiker z. B. weiter ihre Kirchen finanzieren.
12.10.2010 -
Hoffnungsträgerin der SPD
tritt in die Evangelisch-Lutherische Kirche ein / Täufer war der
Beauftragte der Evangelischen Kirche bei der Landesregierung
- Manuela Schwesig (1974 in der DDR geboren), stellvertretende
SPD-Bundesvorsitzende, Gesundheitsministerin von Mecklenburg-Vorpommern und
Hoffnungsträgerin der SPD, tritt in die evangelisch-lutherische Kirche ein. Am
31.7.2010 empfing sie dazu im Dom von Schwerin die "heilige" Taufe. Auch ihr
Mann und ihr Sohn wurden auf diese Weise angeblich "von Gott angenommen".
Der Täufer war Landespastor Kirchenrat Martin Scriba, bis 2009 der Beauftragte
der evangelischen Kirche bei der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern,
seither Landespastor der Diakonie.
Mehrere Artikel, u. a. hier
http://www.ksta.de/html/artikel/1282655211493.shtml
http://www.ostsee-zeitung.de/nachrichten/mv/index_artikel_komplett.phtml?SID=c438144c100dc176cf2878d26600acd8¶m=news&id=2871205&print=1
Bei der Verabschiedung von Pastor Kirchenrat Martin Scriba als Beauftragter der
Kirche beim Staat hudelte der Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD): "Ich
danke Ihnen heute namens der Landesregierung für 10 Jahre verlässliche
politische Wegbegleitung und Zusammenarbeit, in denen Sie viele wertvolle
Impulse für unser Land gegeben haben."
Der Hintergrund: In jedem deutschen Bundesland hat die evangelische
und die katholische Kirche einen Beauftragten, der hauptberuflich nichts anderes
tut, als die Vorstellungen der Kirche an die Regierungspolitiker
zu übermitteln und auf deren Umsetzung zu dringen.
Will also ein Politiker die Kirchensubventionen kürzen, bekommt er sofort Besuch
von den beiden Beauftragten.
2011
13.4.2011 -
"Wen immer Sie wählen, Sie wählen u n s! Auch Ministerpräsident Kretschmann
(Die Grünen) ist ein Mann der Kirche - Sein "größter Wunsch": Zwei Stunden
mit dem Papst reden dürfen
- Es bewahrheitet sich einmal mehr der "apokalyptische" Satz: "Wen auch
immer Sie wählen, Sie wählen u n s!" Über Winfried Kretschmann, den neue
starke Mann von den GRÜNEN, schreibt das Evangelische Sonntagsblatt Nr.
15/2011:
- Er sollte Priester werden, trat dann als kritischer Student aus der Kirche
aus, aber bald wieder ein, denn: »Christ ist man in einer Gemeinschaft, das
geht anders nicht« [PS: aber nicht in einer Gemeinschaft, die im
Gegensatz zu Christus steht]
- "Die Grünen hätten ihm ... letztlich dazu verholfen, die katholische
Kirche zu ertragen."
- "´Wir werden aber Gott sei Dank evangelischer`, sagte Kretschmann. Man
müsse sich heute als ganz normaler Christ vor seine Institution stellen und
sie kritisch würdigen. Das könne man nicht, indem man sich stets davon
distanziert. Man müsse auch loyal zu seiner Kirche sein, ohne dabei
unkritisch zu werden."
- "Äußerungen wie »Jesus ja - Kirche nein« hält Kretschmann deshalb auch nur
für einen »blöden Spruch«", obwohl Jesus niemals eine Kirche gegründet und
Priester und Pfarrer eingesetzt hat.
- Winfried Kretschmann ist:
Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken
Mitglied im Diözesanrat im Bistum Freiburg
Was er als katholischer Laie in der Politik zu tun hat, siehe
hier.
Folglich:
Was ist der "größte Wunsch" des neuen
"grünen" Baden-Württemberg-Ministerpräsidenten Kretschmann? "Zwei Stunden
Gespräch mit dem Papst" (http://www.domradio.de/aktuell/72368/sein-groesster-wunsch-zwei-stunden-mit-papst.html)
21.4.2011 -
Die Kirche brachte
zuletzt einen nach dem anderen ihrer Leute in die höchsten politischen Ämter
24.4.2011 -
Bischof Robert
Zollitsch bestellt die Bundestagsabgeordneten zum Rapport
- Der Reiter schwingt die Peitsche und verlangt von den Rössern, der
Peitsche des Reiters zu folgen. Nach focus.de sagte der Chef der
Deutschen Bischöfe, der Stellvertreter des angeblichen "Stellvertreters
Christi" in Deutschland: "Die demokratische Grundeinstellung unserer
Abgeordneten wird sich an deren Präsenz im Bundestag während der Rede
zeigen. Es würde für sich sprechen, wenn jemand aus Protest dieser für unser
Land historischen Stunde fern bliebe" (22.4.2011)
Doch was hat die Papstrede mit Demokratie zu tun? Nichts. Das Gegenteil
ist richtig. In der Begründung der Petition "Keine Papstrede im
Bundestag" heißt es dazu: "Die Verfassung des Vatikanstaats kennt bis heute
weder Menschenrechte noch Gewaltenteilung. In Artikel 1 heißt es:
´Der Papst besitzt als Oberhaupt des Vatikanstaates die Fülle der
gesetzgebenden, ausführenden und richterlichen Gewalt.` Der Vatikanstaat ist
in diesem Sinne eine Ein-Mann-Diktatur und die Kirche ein geistiges
Zwangssystem, das die Persönlichkeitsrechte ihrer Mitglieder massiv
unterdrückt und den Frauen die Gleichberechtigung versagt.
Der ´Vatikanstaat` in seiner heutigen Form wurde im Jahr 1929 dem damaligen
Papst Pius XI. vom Faschistenführer Benito Mussolini ´geschenkt` – und zwar
als Dank für die jahrelange aktive Mitwirkung des Vatikan bei der
Abschaffung der italienischen Demokratie. Das ist historisch belegt und
unbestritten. Dies alles ist mit den Prinzipien einer freiheitlichen
Demokratie wie der Bundesrepublik Deutschland absolut unvereinbar, weswegen
auch inhaltlich kein wie immer gearteter Grund dafür bestehen kann,
ausgerechnet dieses ´Staatsoberhaupt` vor dem Deutschen Bundestag sprechen
zu lassen. Es ist ein Hohn, wenn sich die von uns demokratisch gewählten
Abgeordneten am 22.9.2011 am zentralen Ort der deutschen Demokratie, dem
Bundestag, versammeln, um die Ansichten des Papstes unwidersprochen in
Empfang zu nehmen, und wenn sie ihm hinterher auch noch kräftig
applaudieren" (entnommen der Begründung der Petition der Freien Bürger
http://www.freie-buerger-fuer-demokratische-werte.de/hiermit-unterstuetze-ich-die-petition/index.php)
Nun scheidet Bischof Robert Zollitsch schon im Vorfeld die Geister und
erhebt die Anwesenheit jedes Abgeordneten am 22.9. zum "Prüfstein".
Jeder Bundestagsabgeordnete muss sich also am 22.9.2011 für entscheiden. Folgt er Bischof Zollitsch und dem, was
Bischof Zollitsch und der Vatikan von "Demokratie" halten, dann hört er sich
die Papstrede an. Will er Bischof Zollitsch jedoch nicht zustimmen, dann
darf er sich unter diesen Umständen am 22.9.2011 auf keinen Fall im Reichstag die Rede
anhören. Hat er also ein anderes Demokratieverständnis als die
römisch-katholische Kirche, so ergibt sich durch den Vorstoß von Robert
Zollitsch daraus nur die Alternative: Den Papst wieder ausladen. Sollte dies
jedoch nicht gelingen und die Mehrheit der Abgeordneten unterwirft sich, dann zumindest: Wegbleiben.
1.5.2011 -
Unfassbar: Bischof Robert Zollitsch wegen kommendem Papstbesuch mit
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet
- Sie bekommen ihr Gehalt vom Staat und plündern die Staatskasse jährlich
mit weiteren Milliarden. Doch damit nicht genug: Die Kirchenführer hamstern auch die
staatlichen Titel und Ehrungen ein. So wurde Erzbischof Robert Zollitsch von
Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) jetzt mit dem Verdienstorden von
Baden-Württemberg ausgezeichnet. Zollitsch wurde unter anderem dafür gewürdigt,
"den Ruf Baden-Württembergs über die Landesgrenzen hinaus zu fördern. Als
Beispiele nannte Mappus den für September geplanten Besuch von Papst Benedikt
XVI. in Freiburg" (http://www.kna.de/webnews/kwn09/20110430-BD-1726.46OI-1.html).
Obwohl dieser Besuch das Land Baden-Württemberg Abermillionen Euro kosten wird
und nichts bringt außer Brimborium und katholische "Weltmission", kriegt der
Verursacher auch noch den höchsten staatlichen Orten. Auch daran sieht man: Der
Staat ist das Ross, die Kirche der Reiter.
PS: Die Freien
Christen haben gegen Bischof Zollitsch und sein Erzbistum geklagt. Sie sollen
sich nicht mehr "christlich" nennen. Doch die Richter hängen in Deutschland
leider genauso am Rockzipfel der Kirche wie die Politiker.
12.5.2011 -
Kein Platz für Laizisten-Arbeitskreis in der SPD - SPD endgültig zur kirchlichen
Partei mutiert - Als
vermutlich letztes Vorstandsmitglied ist das Talent Manuela Schwesig 2010
noch schnell in die
evangelisch-lutherische Kirche eingetreten. Dort ist man unter sich. Neben
dem lutherischen Vorsitzenden Sigmar Gabriel amtiert die straff katholische
Generalsekretärin Andrea Nahles, und auch der Protestant Frank-Walter Steinmeier
ließ zuletzt keine Gelegenheit aus, um sich der Kirche anzubuhlen. Folglich fiel
die Entscheidung im Vorstand auch einstimmig: Ein eigener
Laizisten-Arbeitskreis der SPD nach dem Muster von [Kirchen]-"Christen in der SPD"
wird abgelehnt.
"Die Anliegen der
kirchenkritischen Laizisten stünden der Tradition und Linie der Partei sowie dem
aktuellen Grundsatzprogramm entgegen, begründete der SPD-Vorstand seine
abschlägige Entscheidung", heißt es in einer kna-Meldung vom 12.5.2011.
Damit ist die SPD vollständig im Weihrauch-Dampfbad erstickt. Und sie hat
nicht mehr viel mit der SPD vor dem 2. Weltkrieg und auch in den
ersten Jahren danach zu tun. Dann kann der Papst ja mal kommen. Die SPD
wartet schon auf ihren "Bräutigam" aus Rom. Die Sozialdemokraten sollten sich
schämen.
Siehe dazu auch:
Andrea
Nahles: Der Papst ist der "Chef vom Ganzen" - Wir haben Angst um unsere gute
Demokratie.
12.8.2011 / 2.1.2012 -
Josef Ratzinger
schenkt dem lutherischen Politiker Markus Söder (CSU) einen schwarzen
Rosenkranz. Bringt er auch den Bundestagsabgeordneten ein solches "Geschenk"
mit? Schwarzer Rosenkranz - was
steckte oder steckt dahinter? - Es
ist ein kryptisches Geschenk, das der Papst dem evangelischen Politiker und
einstigen Umweltminister (später Finanzminister) Markus Söder von der CSU bei der Audienz
für ihn in Castelgandolfo gemacht hat: Einen "Rosenkranz", das heißt, eine
Schnur mit Perlen, die der Katholik zwischen den Fingern hält, während er genau
vorgeschriebene Gebetsworte spricht, hauptsächlich aus dem so genannten
Ave-Maria-Gebet, in dem es u. a. heißt: "Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für
uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes."
Jesus von Nazareth lehnte solche und
vergleichbare Gebetsmühlen ab und mahnte die Menschen in seiner Bergpredigt,
"nicht zu plappern wie die Heiden", sondern sich in einem Herzensgebet Gott, dem
liebenden himmlischen Vater, zuzuwenden und nicht, zu seiner leiblichen Mutter
Maria zu beten, wie es die Kirche im Gegensatz zu Jesus praktiziert.
Doch wenn der katholische Papst einem
evangelischen Politiker nun ein solches katholisches Gebetsinstrument schenkt,
welche Gedanken und Inhalte wird er wohl damit verbinden? Was liegt näher
als der Wunsch, dass der Politiker diese Gebetsschnur eines Tages auch im
katholischen Sinne verwenden möge? Und ob Papst Joseph Ratzinger bei seinem
Besuch in Deutschland im Herbst 2011 noch mehrere schwarze Rosenkränze in seinem
Gepäck hatte, wurde nicht bekannt. Denn "schwarzer Rosenkranz" - dies ist möglicherweise
auch ein geheimes Zeichen, das weit häufiger zum
Einsatz kommt als nur in diesem einen Fall, über welchen bild.de am
12.8.2011 berichtet hatte.
Und da im Katholizismus niemals ein Symbol
zufällig gewählt wird, ist dazu folgendes interessant: Der katholischen
Legende nach habe der "heilige" Dominikus, der vom Papst mit der Inquisition
bzw. der Ausrottung Andersgläubiger beauftragt wurde, den Rosenkranz im
Jahr 1208 bei einer Erscheinung der katholischen Maria empfangen, um die
urchristlichen Katharer in Südfrankreich erfolgreich ausrotten zu können.
Erneut für Aufsehen sorgte der Rosenkranz später bei der Schlacht im Golf von
Lepanto im Mittelmeer, als die katholische Flotte am 7.10.1571 die islamischen
Türken besiegte. "Der Sieg wurde dem ´Gebetssturm` zugerechnet, bei dem in
ganz Europa im Vorfeld der Seeschlacht das Rosenkranzgebet gebetet wurde"
(Wikipedia: Stand: 12.8.2011).
Am 7.10.1573 legte die katholische
Kirche daraufhin den 7. Oktober als Tag des alljährlich wiederkehrenden
Rosenkranzfestes fest. Und bekannt ist, dass die katholische Kirche bereits
ganze Städte, Länder und Kontinente der katholischen Marienfigur geweiht hat,
die mithilfe des Rosenkranzes permanent telepathisch = astral "angesendet" wird
(mehr zu wirklichen Maria siehe
hier).
Wenn der Papst also Rosenkränze verschenkt, dann kann man nur allen, die von diesem Geschenk
und ihren Empfängern Kenntnis haben, raten: Seien Sie wachsam! Handelt es sich
gar um einen schwarzen Rosenkranz, ist allerhöchste Wachsamkeit geboten. Und ist
ein schwarzer Rosenkranz vielleicht gar in Ihrem Besitz, als Geschenk von einem
hohen Kleriker, wissen Sie, was dadurch von Ihnen erwartet wird? Doch niemand
muss ein solches "Geschenk" annehmen und jeder kann es auch zurück geben ...
Lesen Sie dazu auch:
Wird Bundespräsident Christian Wulff fallen
gelassen, weil er sich dem Papst nicht unterworfen hatte?
1.10.2011 -
Die Kirchenlobby im Deutschen Bundestag: Die sechste Fraktion, die virtuelle
Fraktion, die dunkle Fraktion
- Fünf offizielle Fraktionen hat der Bundestag (CDU/CSU, SPD, GRÜNE, Linke,
FDP). Doch die sechste Fraktion, die die virtuelle Fraktion, die dunkle
Fraktion ist die mächtigste Fraktion: Es ist die Kirchenfraktion, die quer durch
alle Parteien geht und noch eine eigene schwarze Mehrheit bildet, solange
die Bürger noch so wählen.
Die Kirchemitglieder "bilden in der Politik
eine virtuelle sechste Fraktion, die parteiübergreifend hinter den Kulissen
mitmischt. Das äußerte Josef Winkler, stellvertretender Fraktionsvorsitzender
der Grünen im Bundestag"
(ead.de, 30.9.2011).
Die dunkle Fraktion wird überwiegend von Rom aus gesteuert, denn zunächst
alle katholischen Politiker müssen dem Pontifex maximus, dem Nachfolger des
Kaisers im Vatikan, gehorchen. Dafür gibt es viele verbindliche Lehrsätze in der
römisch-katholischen Kirche, letztlich alles Varianten der Forderung der Kirche,
dass sich alle Menschen für ihr Seelenheil dem
Papst unterwerfen müssen, auch wenn
sie dabei die Gesetze ihrer Länder brechen müssen.
Zu den neueren Anordnungen gehört z. B. der
Lehrsatz Nr. 2442 im
römisch-katholischen Katechismus. Dort heißt es wörtlich: "Es ist
nicht Sache der Hirten der Kirche, in die politischen Strukturen und
die Organisation des Gesellschaftslebens direkt einzugreifen.
Diese Aufgabe gehört zur Sendung der gläubigen Laien", also vor
allem der Politiker. Das heißt: Der Papst greift nicht direkt ein in die
Entscheidungen des Bundestages. Aber der Papst tut es indirekt, indem er
seine Anordnungen an die sechste Fraktion, die dunkle Fraktion übermittelt.
Dazu gehören auch die evangelischen Politiker, denn diese versuchen immer
wieder, es ihrer katholischen Mutterkirche recht zu machen, um eines Tages
vielleicht doch als "richtige" Kirche anerkannt zu werden, was ihnen Joseph
Ratzinger im Jahr 2000 unmissverständlich abgesprochen hat (http://www.das-weisse-pferd.com/00_18/joseph_ratzinger.html).
Und auch für die
evangelischen Politiker gilt z. B. folgender Bibelvers als Gottes Wort: "Und
wenn jemand vermessen handeln würde, dass er dem Priester nicht gehorcht, der
... im Dienst des Herrn, deines Gottes steht, ... der soll sterben, und du
sollst das Böse ... wegtun, auf dass alles Volk aufhorche und sich fürchte und
nicht mehr vermessen sei" (5. Mose 17, 12-13).
Und auch wenn die Todesstrafe momentan in Deutschland abgeschafft ist, so sind
auch die evangelischen Politiker in ihrem Inneren meist so kirchengebunden und
indoktriniert, dass auch sie tun, was die Kirche will. Und die Huldigung auch
der Evangelischen gegenüber dem katholischen Oberpriester in Rom wurde auch im
Reichstag in Berlin am 22.9.2011 offensichtlich. Deutschland wird also derzeit
noch vor allem von der sechsten Fraktion regiert, der dunklen Fraktion.
Die sechste Fraktion oder auch die "virtuelle Fraktion",
wie sie der
Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, Josef Winkler nennt, dient damit auch einem
virtuellen Gott, nämlich dem virtuellen Gott Baal, einem Götzen. Denn die
Kirchen missbrauchen seit Jahrhunderten nur den guten Namen von Christus und
dienen in Wirklichkeit dem modernisierten antiken Gott Baal. Dieser ist insofern
virtuell, da er als "Gott" gar nicht existiert und nur durch den Götzendienst
der Menschen, die an ihn glauben, Macht bekommt.
2.10.2011 -
Die Skandalflüge der römisch-katholischen Bildungsministerin Dr. Annette
Schavan mit der Luftwaffe zum Dinner beim Deutschen Botschafter im Vatikan, zum Papst und dann mit der Luftwaffe wieder zurück - für 150.000,00
Euro. Wozu? Bildungsministerin will Angebote der Theologie an Universitäten
erweitern und Jugendliche zum Bibellesen bringen.
Die deutsche Bildungsministerin Dr. Annette Schavan wünscht einen Ausbau der
katholischen Dogmenlehre an Universitäten auf Staatskosten! Es ging bei dem
Skandalbesuch der Kirchenlobbyistin in Rom Ende März um den Ausbau der
konfessionellen katholischen Theologie an den deutschen Universitäten - auf
Staatskosten versteht sich. Und um eine Privat(!)-Audienz bei Joseph
Ratzinger. Dr. Annette Schavan wörtlich über eines der Themen ihres
Militärflugs mit dem Flugtaxi der Luftwaffe:
"Das Verhältnis von Glaube und Vernunft ist eine der Grundfragen
schlechthin, und ich glaube, in der Universität des 21. Jahrhunderts wird
Theologie auch immer mehr als Orientierungswissenschaft gefragt sein.
Theologische Kompetenz wird in vielen anderen Berufen gefragt sein, und
das Angebot des Studiums könnte wunderbar weiterentwickelt werden auf diese
anderen Berufsfelder und Kompetenzbereiche und damit weit über Kirche hinaus
ausstrahlen."
(http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=474466)
Das heißt: Die Absurditäten der römisch-katholischen Dogmenlehre
(Biologische Jungfrauengeburt, reale Verwandlung von komprimiertem Mehl in
den Leib eines Menschen (angeblich Jesus), leibliche Himmelfahrt eines
Menschen (angeblich Maria), Zeugung eines Menschen (angeblich Maria) ohne
Erbsünde bei gleichzeitiger Zeugung aller anderen Menschen in Erbsünde,
Unfehlbarkeit des Papstes usw.) sollen wissenschaftlich mit dem Geld der
deutschen Steuerzahler intensiver ausgebaut werden und die
Schlussfolgerungen aus diesen Lehrgebäuden daraus auf alle
Wissenschaftsgebiete ausstrahlen. Unfassbar!
Doch nach dem
Papstbesuch legte die Ministerin noch einmal nach. Vor allem Jugendliche
sollen mehr die Bibel lesen. Wörtlich über die Bibel: "Sie gibt
Orientierung und entfaltet den großen Reichtum an Erfahrungen des Menschen
mit Gott. Sie hilft uns, die Grundlagen unserer Kultur zu verstehen"
(http://www.jesus.de/blickpunkt/detailansicht/ansicht/-/180053schavan-will-jugend-auf-bibel-neugierig-machen.html).
Damit dies auch gelingt, hat die Ministerin gleich selbst den
Kuratoriumsvorsitz einer "ökumenischen" Stiftung "Bibel und Kultur"
übernommen.
Das sind kirchenstaatsähnliche Verhältnisse! Wie auch zuletzt die
Papstansprache im Reichstag.
Für die römisch-katholische Kirche, der die Ministerin anhängt, ist die Bibel, so
wie sie vom Papst ausgelegt wird, unfehlbares Gotteswort (u. a.
hier):
Die vielen Grausamkeiten der Bibel waren nicht zuletzt die geistigen Wurzeln
für die grausame Kirchengeschichte und für unzählige Verbrechen der Kirche
an der Menschheit.
Siehe dazu: "Der Theologe Nr. 8" - Wie der
Teufel in der Bibel hauste
"Der Theologe Nr. 26" - Der Aufruf zum
Völkermord in der Bibel
Die grausamen Foltermethoden der Kirche
Deutsche Spitzenpolitiker auch nach dem Papstbesuch im kirchlichen Drogenrausch. Ministerpräsident würde es ohne Sonntagsgottesdienst "nicht aushalten". Er hat seit seiner Geburt vor über 57 Jahren erst eine Sonntagsmesse versäumt - Dr. Reiner Haseloff (CDU) ist römisch-katholischer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und regiert in Magdeburg. Er gehört zu der Minderheit von 3,5 % Katholiken im Land, die jedoch über einen schier unermesslichen Einfluss in Politik und Medien verfügen und vom Staat Millionen und Abermillionen an Subventionen erhalten. Unter dem Motto "Opium für die Politiker, Weihrauch für das Volk" kritisierten die Freien Bürger für demokratische Werte zuletzt den "Staatsbesuch" des Papstes auch in Ostdeutschland.
28.10. / 29.10.2011 -
Der Horror ist
uns schon wieder viel näher als man glaubt. Die CDU in Düsseldorf bestätigt die Hinrichtung zweier Frauen auf dem Scheiterhaufen bei lebendigen
Leibe im Jahr 1738. Die Frauen wurden zuvor auch gefoltert und ihr nackter
Körper wurde von katholischen Priestern vor der Hinrichtung nach "Teufelszeichen" abgesucht.
Die CDU stützt sich in ihrer Ablehnung der Rehabilitation auch auf das Gutachten
eines Theologen, wonach es "unstrittig" sei, dass die beiden verurteilten Frauen "in abergläubische
Praktiken" verwickelt gewesen seien.
Und eine Rehabilitierung der beiden Kirchenopfer würde bedeuten "dass die
Ratspolitiker ein Urteil aufheben würden, das ´nach langer Beweisaufnahme vom
damaligen landesherrlichen bergischen Schöffengericht` gefällt worden war. So
argumentiert Kulturdezernent Hans-Georg Lohe (CDU)". Außerdem sei die Stadt
Düsseldorf dafür "nicht zuständig". Lesen Sie dazu den Artikel in der
Rheinischen Post: Hexenurteil hat Bestand (27.10.2011)
http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/stadt-hexenurteil-hat-bestand-1.2530038
Ein Katholik im dazu gehörigen Leserbrief-Forum (der sich "Kellermeister" nennt) schlägt
im Nachhinein zur Güte "Scheiterhaufen
auf Bewährung" vor, wenn dies den Opfern helfen würde. Er schreibt:
"Wo
kommen wir hin, wenn gültige Rechtsurteile nach Jahrhunderten aufgehoben werden,
nur weil sie irgendwelchen Linken nicht passen?! Die Verurteilten waren ´in
abergläubische Praktiken` verwickelt. Das ist doch wohl sogar heute noch
strafbar (Störung der öffentlichen Ordnung, Verstoß gegen den Religionsfrieden,
etc.). Wenn das Verfahren nach damaligen Gesetzen neu aufgerollt wird, sollten
alle Umstände neu erwogen werden, auch BELASTENDE!
Hexerei war und ist ... im Mittelalter eben strafbar! Würde der Prozess neu
aufgerollt, würde die Schuld der Angeklagten zweifelsfrei durch Geständnisse
bewiesen [und] müssten unbestechliche Richter wieder zum selben Urteil kommen
(evtl. wäre auch Scheiterhaufen auf Bewährung möglich, aber damit ist den
Täterinnen ja auch nicht geholfen)."
"Scheiterhaufen auf Bewährung" würde übrigens heißen: Die beiden Frauen dürften
in Zukunft die betreffenden nichtkatholischen Riten nicht mehr vollziehen. Falls
sie diesen jedoch nicht abschwören, die ihnen gewährte "Bewährung" also nicht
nützen, würden sie lebendig verbrannt. Entlarvend an diesem Beitrag auch das
Wort "Mittelalter". Normalerweise zählt 1734 nicht mehr zum Mittelalter. Für die
Kirche ist jedoch auch das 21. Jahrhundert noch Mittelalter. Der berühmte
deutsche Philosoph Karl Jaspers schrieb: Nach
wie vor steht der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen
"ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen"
(Der philosophische
Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73).
Erst im Jahr 2005 legte der damalige Kardinal Joseph Ratzinger kurz vor seiner
Papstwahl ein gutes Wort für Inquisitionsprozesse der Vergangenheit ein, da die
Opfer trotz einiger bedauerlicher "Fehlurteile" immerhin eine Chance hatten,
sich zu verteidigen anstatt dass sie gleich standrechtlich ermordet worden
wären. Wörtlich sagte er: "Aber
man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr
verurteilt werden durfte ohne ´inquisitio`, das heißt, dass Untersuchungen
stattfinden mussten" (Kontraste, ARD, 3.3.2005). Und offenbar war das
Urteil des Bergischen Schöffengerichts von 1738 ja kein Fehlurteil, da es laut
CDU Düsseldorf "nach langer Beweisaufnahme" "gefällt worden war".
Seit
dem 100-Millionen-Euro teuren Deutschland-Besuch von Papst Benedikt XVI. haben diese
Kräfte überall wieder Aufwind. Papst Ratzinger sagte in seiner
berüchtigten Olympiastadion-Rede in Berlin am 22.9.2010 (zu der fast alle
CDU-Abgeordneten nach der Bundestagsrede des Papstes geeilt waren), dass
jeder sich entscheiden müsse: Sich entweder der Kirche unterwerfen oder nicht.
Wörtlich: "Vor diese Entscheidung ist
jeder von uns gestellt. Wie ernst sie ist, sagt uns der ´Herr` wiederum in
seinem Gleichnis: ´Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und
er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen`.
Dazu meint der heilige Augustinus: ´Eines von beiden kommt der Rebe zu,
entweder der Weinstock oder das Feuer`."
Damit wiederholte der Papst schlicht, was ohnehin bekannt ist und jeder auch in
den Dogmen der Kirche noch frei nachlesen kann. Es wird jedoch von Politikern
und "Kirchenverstehern" immer herunter gespielt wird, weil man einfach nicht
wahrhaben will, was Katholizismus im Kern bedeutet: Siehe dazu auch:
http://www.theologe.de/theologe18.htm
Die CDU-Stadträte von Düsseldorf und
der Leser der Rheinischen Post beurteilen den Prozess von 1738 also
offenbar ganz auf dieser Linie: Entweder
Kirche oder Feuer. Und die beiden Frauen hätten sich eben für das "Feuer"
entschieden.
So weit sind wir also schon wieder gekommen. Dagegen hilft nur: Aufklären,
aufklären und nochmals aufklären. Und austreten,
austreten und nochmals austreten, so dass keiner mehr übrig bleibt, der für die
perversen Priester die Scheiterhaufen anzündet - weder im Diesseits, wenn die
Zeitumstände es ihnen wieder erlauben würden, noch im katholischen
Jenseits.
31.10. / 3.11.2011 -
Kirchliche gebundene
Richter entscheiden über Fälle, in denen die Kirche Prozesspartei ist? Das darf
nicht sein
-
50 Milliarden Euro im Jahr zahlen alle Steuerzahler gleich welchen Glaubens für
die Caritas der Katholischen Kirche und die Diakonie der Evangelischen Kirche.
Diesen Betrag bekommt die Kirche zusätzlich neben der Kirchensteuer und neben
den ca. 15 Milliarden im Jahr an Subventionen bzw. staatlichem Einnahmeverzicht.
Anstatt mit den Milliarden an Steuergeldern neutrale staatliche Sozialwerke im
Sinne der Nächstenliebe aufzubauen oder weltanschaulich neutrale
Werke zu unterstützen, die offen sind für rechtschaffene Mitarbeiter aller
Glaubensrichtungen, fördert der Staat mit Milliarden und Abermilliarden die
nahezu monopolartig tätigen großkirchlich-konfessionellen Sozialeinrichtungen. Und diese gehen nicht selten knallhart vor. Ein
Nichtkirchenmitglied hat in der Regel überhaupt keine Chance auf einen
Arbeitsplatz oder fliegt hinaus, falls er aus der Kirche austritt.
Doch
auch die beschäftigten Katholiken müssen sehr vorsichtig sein. Ein Caritas-Mitarbeiter machte im Internet jetzt unter einem Pseudonym
Papstwitze (über deren genauen Inhalt nicht berichtet wurde), die er als
"Satire" bezeichnete. Doch der Krankenpfleger
wurde enttarnt, und die Leitung des Caritas-Krankenhauses entschied, den
enttarnten Pfleger fristlos zu feuern.
Nachdem man sich schließlich pro forma auf einen
Aufhebungsvertrag "einigte", wurde dem Mitarbeiter auch für drei Monate des
Arbeitslosengeld gestrichen. Dabei wurde der Rausschmiss als "Arbeitsaufgabe"
durch den Pfleger bewertet, obwohl er seine Arbeit niemals aufgeben wollte,
sondern in Wirklichkeit keine Chance auf eine Weiterbeschäftigung hatte. Doch die
Verweigerung des Arbeitslosengeldes sei zurecht erfolgt, so der Zwölfte Senat
des Landessozialgerichts in Stuttgart.
Sogar eine fristlose Kündigung mit anschließender Verweigerung von
Arbeitslosengeld wäre laut Gericht eine rechtmäßige
Entscheidung gewesen
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,795032,00.html).
Doch was
ist, wenn der Mitarbeiter zum Beispiel Monatsraten abzuzahlen hat für das mühsam
ersparte Eigenheim? Sehr wahrscheinlich sind die
Sozialrichter zumindest teilweise ebenfalls katholisch und damit laut katholischer Lehre verpflichtet, dem Papst
und der Kirche in ihren Urteilen zu gehorchen oder sie zu unterstützen.
Nun mag es ja sein, dass sich das Urteil auch dann begründen ließe, wenn die
Sozialrichter Atheisten wären. Doch es ist einfach grundsätzlich ein Unding,
wenn in ihrem Glauben der Kirche verpflichtete Richter hier entscheiden, die den
Grad ihrer Indoktrination gar nicht ermessen können. Und diese richterliche
Entscheidung - die wir in diesem Einzelfall nicht näher geprüft haben und über
die wir hier nicht urteilen - steht aber leider nicht für sich allein, sondern reiht sich ein in immer
mehr Entscheidungen im Sinne der Kirche und zum teilweise existenzbedrohenden
Nachteil ihrer Prozessgegner.
Selbst wenn also solche und
vergleichbare Urteile mit der "Loyalitätsverpflichtung" des Angestellten
gegenüber dem lehramtlich unfehlbaren Chef begründet werden, so
ist der Beigeschmack doch mehr als bitter. Zum einen aufgrund der
massiven Verfilzung von Staat und Kirche, welche die Neutralität des Staates
nicht mehr gewährleistet. Und zum anderen sind laut römisch-katholischer Lehre
katholische
Richter eben angewiesen, im Sinne der Kirche zu entscheiden, selbst wenn sie so tun, dass dies für sie
angeblich keine Rolle spiele und sie ihre Urteile anders begründen. Denn hat es etwas mit Gerechtigkeit zu tun, wenn konfessionell
gebundene (und laut kirchlicher Lehre an Papst und Bischof gebundene)
Richter überhaupt in solchen Sachen entscheiden dürfen?
Und auch die evangelischen Richter sind nach der lutherischen
Zwei-Reiche-Lehre (die den Schülern und späteren Jurastudenten bereits im
staatlich (!) finanzierten konfessionellen Religionsunterricht beigebracht wird)
verpflichtet, in ihrem Beruf der Kirche zu dienen, also auch ihre Urteile zugunsten
der Kirche zu fällen. Mehr dazu z. B.
hier).
Und in der "ökumenischen" Praxis heißt das dann: "Eine Krähe
hilft der anderen und hackt ihr kein Auge aus". Oder nach dem evangelischen
Motto: "Wir und die Unsrigen hofieren die katholische Kirche, um von dieser
vielleicht doch irgendwann als ´richtige`
Kirche anerkannt zu werden." Und Richter werden zusätzlich vielfach bei Richter-
bzw. Justiztagungen und -seminaren der Kirche entsprechend geschult, wie sie
"richtig" entscheiden können.
Und um konfessionelle Richter in solchen Verfahren wegen Befangenheit
abzulehnen, fehlt dem
Einzelnen wohl meist das Durchstehvermögen und das Geld. Denn der Bürger würde den
Prozess verlieren, weil die nächste Instanz und die übernächste und die letzte ebenfalls
in der Regel katholisch besetzt sind (nach dem kirchlichen Motto "An welche
Instanz Sie immer auch sich wenden, immer landen Sie bei U n s).
Und die höchsten deutschen Richter, die Verfassungsrichter,
holten sich ja gerade erst am 25.9.2011 im Freiburger Priesterseminar bei einer
ihnen gewährten Audienz den
päpstlichen Segen. Und wird sich jetzt noch einer getrauen, in seinen Urteilen
dem Segens-Spender aus Rom und seiner Kirche nicht zu entsprechen? Dann würde er ja gegen den "Segen"
handeln.
Bei Rechtssachen, an denen die
Kirche beteiligt sind, ist es folglich ein Hohn, wenn auch die Richter kirchlich sind.
Hier sollten nur neutrale Richter entscheiden dürfen. Ein neutraler Richter
hätte vielleicht mehr Verständnis dafür gehabt, dass einem Caritas-Mitarbeiter beim
Papst und seinen x-fachen Vertuschungen von Kinderschänderverbrechen (weswegen
gegen den Papst ja auch eine Strafanzeige beim Internationalen Strafgerichtshof
in Den Haag anhängig ist) mal der Kragen platzt; so, wie er auch Verständnis dafür hat, dass einem
DDR-Bürger bei Honecker mal der Kragen platze. Und dann wäre dem Krankenpfleger
vielleicht nicht auch noch das Arbeitslosengeld gestrichen worden.
Doch Caritas-Mitarbeiter müssen sich nun einmal Papst Ratzinger unterwerfen
(vgl. hier) und
dürfen auch anonym diesem Druck durch unangemessene Witze kein Ventil
verschaffen.
Früher hätte man den Krankenpfleger verbrannt. Jetzt
bekommt er drei Monate kein Gehalt und keine Arbeitslosenunterstützung und ist hinterher
erst einmal weiter arbeitslos. Von daher
gesehen
könnte er eigentlich "dankbar" sein für diesen "Fortschritt".
17.11.2011 -
Italien - Die Lobby des Vatikan übernimmt die Regierung
- Die neue Regierung unter Ministerpräsident Mario Monti wird vom Atheisten-
und Agnostikerverband UAAR (Union der rationalistischen Atheisten und
Agnostiker) als "Regierung Bagnasco" bezeichnet, benannt nach dem
Präsidenten der italienischen Bischofskonferenz Angelo Bagnasco. Der Grund:
Die Regierung wird
überwiegend von Vertretern der römisch-katholischen Kirche gebildet. Einige
hervor gehobene Beispiele: "Der Rektor
der Katholischen Universität wurde Minister für Kulturerbe, ein Lehrer
derselben Universität zum Minister für Beziehungen zum Parlament, der
Präsident einer kirchlichen Bewegung zum Minister für Gesundheit, ein
Anführer einer anderen kirchliche Bewegung zum Minister für die
Zusammenarbeit, ein Redner auf der [römisch-katholischen] Konferenz in Todi
zum Minister für Entwicklung" (http://hpd.de/node/12318).
Auf der Konferenz von Todi am 17.10.2011 erläuterte der Kardinal die
vatikanischen Vorstellungen für eine "erneuerte" Politik.
Und wie begann die "erneuerte Politik" am ersten Arbeitstag des neuen
Ministerpräsidenten?
Mit einem Priester, der für den Präsidenten die römisch-katholischen Messe
las. Dass unter diesen Umständen
an den jährlichen Staatssubventionen für die katholischen Kirche in Höhe von
ca. fünf Milliarden Euro gerüttelt wird, ist kaum vorstellbar. Opfer müssen
wohl andere bringen. Der Sekretär des UAAR,
Raffaele Carcano, spricht von einer
"Reklerikalisierung der italienischen Politik".
26.11.2011 -
Vom Papst rehabilitierter
Piusbruder-Bischof Williamson fordert die Staaten auf, den Katholizismus zur
Staatsreligion zu erheben und nichtkatholische Religionen in Ländern mit
katholischer Mehrheit zu verbieten - Die
Heilig- und Seligsprechung von katholischen Massenmördern und Schwerverbrechern
und deren Verehrung bis in unsere heutige Zeit hinein sind für alle
diejenigen, die es sehen wollen, schon lange eine Selbstentlarvung der Kirche,
die sich im Kern nie geändert hat; auch die tausendfache Vertuschung von
Sexualverbrechen an Kindern gehört dazu - zumindest so lange, bis rechtlich die "Verjährung"
einsetzt.
Und die verfassungsfeindliche Macht- und Scheiterhaufenkirche lässt immer
weitere Masken fallen. So wenn etwa Papst Benedikt XVI. am 22.9.2011 im Olympiastadion in
Berlin vor Scharen von führenden Politikern unwidersprochen allen Aussteigern aus der
Amts- und Machtkirche die ewige Hölle androhte (siehe z. B. unser
Nachruf).
Nur: So deutlich wie die konservative Piusbruderschaft sagen die offiziellen
Machthaber aus diplomatischen Gründen noch nicht, was sie denken, weil es noch
nicht wieder dem Zeitgeist entspricht. Man tastet sich jedoch immer weiter ins
Mittelalter zurück, und Unter- oder Nebenorganisationen wie die Piusbruderschaft
lassen schon einmal deutlichere Versuchsballons steigen. Der zwar "verboten",
aber dennoch "gültig" (!) zum Bischof geweihte Bischof Richard Williamson,
dessen Exkommunikation Benedikt XVI. Anfang 2010 aufgehoben hatte, wandte
sich in diesem Sinne jetzt in einem Hirtenbrief vom 25.11.2011 an die katholisch
Gläubigen und forderte darin, den Katholizismus zur "verpflichtenden
Staatsreligion" zu machen (wochenblatt.de, 26.11.2011).
Wörtlich heißt es
im Hirtenbrief weiter: "Deswegen hat jeder Staat grundsätzlich durch seine
Gesetze die Pflicht, den katholischen Glauben und seine Moral zu schützen
und zu fördern ... Katholiken mit dem Wissen, dass der Katholizismus die
einzig wahre Religion des einen wahren Gottes ist, können nur antworten: Der
Staat, als ebenfalls etwas von Gott Geschaffenes, ist verpflichtet, bestmöglich
Gottes einer und wahrer Religion zu dienen."
Und: Überall dort, wo Katholiken in
der Mehrheit seien, müsse "der Staat die öffentliche Ausübung der
nicht-katholischen Religionen verbieten" (wochenblatt.de, 26.11.2011).
Ein Hauptsitz der Piusbruderschaft ist Zaitzkofen bei Regensburg, wo die
Bruderschaft völlig unbehelligt ihre verfassungsfeindlichen Umtriebe pflegt.
Der ideale Partner des Katholizismus ist deshalb
die faschistische Diktatur, und
derjenige Papst, der
diese Allianzen meisterhaft pflegte, Pius XII., soll jetzt von Benedikt XVI.
auch selig gesprochen werden. Die Kirche macht immer deutlicher, wohin sie
zieht und wohin sie den Staat wieder mitziehen will.
2012
4.1. /
23.1.2012 -
Wird
Bundespräsident Christian Wulff deshalb so "auseinander genommen", weil er es gewagt hatte, den Papst öffentlich zu kritisieren? -
Alle Katholiken müssen sich für ihr Seelenheil
dem Papst unterwerfen - auch der katholische Bundespräsident Christian
Wulff von der CDU, solange er dem religiösen Zwangssystem des Katholizismus
die Treue hält. Da er sich nach seiner Scheidung eine zweite Frau genommen
hat, eine Protestantin, wurde ihm am 22.9.2011 im Olympiastadion in Berlin bei der
katholischen Messe mit dem Papst bereits die angeblich zur "Seligkeit" helfende
katholische Hostie
verweigert. Wäre er formal weiterhin mit seiner ersten Frau verheiratet und
hätte eine Liebhaberin und eventuell noch weitere Heimlichkeiten, hätte er
diese Hostie bekommen. Denn der äußere Schein muss dafür immer gewahrt
bleiben. Doch bei einer zweiten Ehe nach Scheidung kennt
die Kirche keinen Pardon. Die Ehefrau des Bundespräsidenten, Bettina Wulff, gilt den grauen Eminenzen im Vatikan
faktisch als seine "Konkubine", die zudem der ewigen Hölle verfallen
ist, sofern sie um die "Heilsnotwendigkeit" des Katholizismus weiß. Denn
sogar das so genannte Reformkonzil, das 2. Vatikanische Konzil, hatte 1964
verbindlich beschlossen: "Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die um
die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete
Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht
ausharren wollen" (Lumen Gentium 14). Und Bettina Wulff machte
2010 sogar Werbung für die evangelische Kindertaufe und hinderte viele Säuglinge
damit indirekt an deren Vereinnahmung durch die katholische
Kirche. Und um das Maß für manchen zu machen: Der
Bundespräsident begleitete seine Frau zuletzt immer wieder in die
evangelische Kirche St. Petri in Großburgwedel, "obwohl er doch katholisch
ist" (stern.de, 9.1.2012). Besser die
evangelische Hostie, die er dort evangelisch legal bekommt, als gar keine, so
denkt er sich vielleicht. Für die Machthaber in Rom und in den deutschen
Bischofsresidenzen verletzt er damit aber zusätzlich auch noch seine
Sonntagspflicht, die nur beim Besuch einer katholischen Messe erfüllt wäre.
So war er eigentlich von daher schon fast "untragbar" geworden.
(PS: Und wie ernst dies für die
katholische Kirche ist, zeigt auch folgendes
Beispiel.)
Was sagte der Bundespräsident auf dem Rollfeld?
Doch der Bundespräsident ließ sich bis dahin nicht einschüchtern
und nützte die Begrüßung und Verabschiedung des Papstes bei dessen
"Staatsbesuch" 2011 für einen Wunsch nach mehr Milde des Vatikan im Umgang mit der Ökumene
und mit Katholiken, die - wie er selbst - nicht mehr als hostienwürdig gelten.
So mahnte er den Papst zur Begrüßung:
"Wie barmherzig geht sie
[ die Kirche ] mit den Brüchen in den Lebensgeschichten von Menschen um? Wie
mit den Brüchen in ihrer eigenen Geschichte ...?
Und wollte der Präsident bei der Begrüßung etwa sagen, der Papst sei
unbarmherzig, wenn er ihm, Wulff, und vielen anderen in ähnlicher familiärer
Situation, die Hostie nicht mehr gibt? Oder bei der
Verabschiedung, wo Bundespräsident Christian Wulff "seiner Heiligkeit"
bescheinigt, auf dem richtigen Wege zu sein, und wo er die "Heiligkeit"
anschließend mit
folgenden Worten ermuntert, diesen Weg fortzusetzen:
"Wir wünschen uns, ... dass Sie dazu beitragen, dass die
Kirche den Menschen nahe bleibt. Und dass Sie die Fragen, die in den
vergangenen Tagen an Sie herangetragen wurden, weiter bewegen – in ´Herz und
Mund und Tat und Leben`. Wir kennen die Kraft Gottes, die Menschen zu allen
Zeiten überrascht hat."
Wulffs Worte waren zwar ausgeklügelt vorsichtig, doch jeder, der die
Botschaft hat hören wollen, hat sie hören können. So redet niemand, der sich
J. Ratzinger, dem "Fürsten dieser Welt" = dem obersten
Baals-Priester bedingungslos unterwirft. Folglich löste sie vor
allem Empörung bei denen
aus, die jede Kritik am Papst in die Nähe einer Gotteslästerung rücken.* Oder womit soll der Papst denn
nach seinem Heimflug in Zukunft
glaubensmäßig "überraschen"? Irgendeine Veränderung oder
vielleicht eine kleine Reform hatte Joseph Ratzinger doch bereits deutlich
ausgeschlossen. So bekam Christian Wulff drei Monate später
zwar seine
"Überraschung"; aber anders, als er sie sich vorgestellt hatte.
Und mit der Kraft Gottes hat sie auch nichts zu tun, sondern mit der anderen
Kraft.
Für den Bundespräsident belastend kam hinzu, dass
Christian Wulff das
schwarze Nest bereits in "tiefe Sorge" versetzt hatte,
als er am 3.10.2010 gesagt hatte, der Islam gehöre zu Deutschland. Wie aber
könne Deutschland dann noch das "Schwert der katholischen Kirche" sein, wie
es Papst Leo XIII. 1888 forderte, wenn nun auch noch der Islam dazu gehöre? Kann man
sich auf einen solchen Mann an der Spitze des Staates noch
verlassen? Außerdem: Was ist, wenn er auch so manches andere vielleicht in
Zukunft nicht
entsprechend absegnet, wenn er sich traut, so selbstständig zu denken?
Kardinal Meisner und der Springer-Verlag legen vor
Kardinal Joachim Meisner, der einflussreiche Erzbischof von Köln, forderte Christian Wulff bereits auf -
offiziell wegen seines Hauskredits von privat - auf seine
Weihnachtsansprache 2011 zu verzichten und stattdessen öffentlich zu
beichten: "Ich bin ein armer Sünder, ich habe versagt" (zit. nach
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13778369/Wulff-soll-auf-seine-Weihnachtsansprache-verzichten.html)
- normalerweise eine ungeheuerliche Anmaßung des Kardinals gegenüber dem
deutschen Staatsoberhaupt - etwa so, wie wenn ein deutscher Minister den
Papst im September dazu aufgefordert hätte, auf seine Bundestagsrede zu
verzichten und vor dem "Hohen Haus" nur den einen Satz zu
sagen: "Ich bin ein armer Sünder, ich habe versagt."
Dabei wäre dies berechtigt gewesen. Denn Papst Joseph Ratzinger
hat sich weit
größerer Vergehen schuldig gemacht als Bundespräsident Christian Wulff; vor allem Vertuschung und Begünstigung von Verbrechen an Kindern; oder auch
Förderung der AIDS-Ausbreitung durch Kondomverbot in Afrika. Deshalb ist auch
Strafanzeige beim Internationalen
Strafgerichtshof für Menschenrechte in Den Haag gestellt worden.
Nun ist weiterhin auch die Macht der Medien
bekannt. Wie tief man im Privatleben von Politikern nach möglichem
Fehlverhalten oder Schwachpunkten forscht oder ob man dies aus bestimmten Gründen bleiben lässt,
ist jeweils eine Entscheidung der Medien oder der mit ihnen verbandelten
Macht des schwarzen
Rosenkranzes. Und bekanntlich gehören der Springer-Konzern einerseits und der Papst
und die katholische Kirche andererseits ganz eng zusammen. Und so wurde man auch beim
Bundespräsidenten fündig. Offensichtlich hat sich der Bundespräsident neben
seinem hohen Gehalt als damaliger Ministerpräsident von Niedersachsen finanzielle Vorteile
verschafft, die teilweise Amigo-Praktiken entsprechen.
Es
stellt sich jedoch auch die Frage: Sollte der Bundespräsident nicht in
Wirklichkeit für
seine Kritik an Benedikt XVI. in die Mangel genommen werden, und hat man vor allem deshalb
sein Fehlverhalten enthüllt, das man sonst vielleicht nicht in dieser Weise angetastet
hätte?
Zum Vergleich: Dem CSU-Politiker
Franz Josef Strauß (1915-1988) wurden zahlreiche
Amigo-Affären nachgesagt bzw. darüber berichtet, ohne dass diese seiner Karriere schadeten. Aber
Franz Josef Strauß
kritisierte ja auch nie die schwarze Macht in Rom.
Bundespräsident Christian Wulff hat im Zusammenhang der Enthüllungen jedoch die Nerven verloren und
dann
oftmals so taktiert und anscheinend Sachverhalte so weit hinzubiegen
versucht, dass daraus die Diskussion um
seinen Verbleib im Amt
entstanden ist. Damit ist er offenbar in seine eigene "Falle"
getappt.
Denn bei näherem Hinsehen wäre manches im Prinzip gar nicht der Rede wert.
Wenn etwa ein Kreditvertrag, der am 25.11.2011 in allen Details mündlich
vereinbart wurde, erst am 21.12.2011 schriftlich unterzeichnet wurde und am
27.12.2011 bei der Bank unterschrieben einging, dann kann man dem
Bundespräsidenten daraus doch nicht im Ernst einen Vorwurf machen, wenn er
sich auf das Novemberdatum beruft. Und wenn seine Frau als Geschenk eines
Modekonzerns z. B. ein Abendkleid leihweise trägt, dann kann dies
auch auf ihre noch mangelnde Erfahrung im
Umgang mit solchen Angeboten zurück geführt werden. Und auch der Streit um
eine möglicherweise unbeabsichtigte von Wulff zu verantwortende
Staatsfinanzierung von ein paar Kochbüchern oder seine verschleierten
Vermischungen von staatlichem und privatem Handeln als ehemaliger
Ministerpräsident von Niedersachsen sind im
Vergleich z. B. zu Tausenden von vergewaltigten Kindern durch Priester nur
ein Randthema. Bei allen diesen Vorwürfen
könnte auch einmal das Jesuswort angewandt werden: "Wer von euch ohne Sünde
ist, der werfe den ersten Stein." Wer weiß, was dann alles bei
anderen noch zum Vorschein kommen würde! Doch hier geht es doch ganz offensichtlich
um etwas anderes. Bundespräsident Christian Wulff muss nun erleben, dass
er bei seinen Amigo-Affären ein paar "Freunde" vergessen hat, nämlich die
Ober-Amigos mit dem schwarzen Rosenkranz in der Tasche.
Und so hatte Kardinal Joachim Meisner bereits die Aufgabe der
Speerspitze bei den Anschuldigungen gegen den Bundespräsidenten übernommen, als er am 20.12.2011 einzig aufgrund der
Privat-Kredit-Affäre weiterhin sagte: "Wenn ihn als
Kirchenmann solche Anschuldigungen zu recht treffen würden, ´müsste ich
meinen Hirtenstab abgeben, dann müsste ich resignieren`" (WDR,
20.12.2011; katholisch.de, 21.12.2011).
Bedenkt man, aufgrund welcher Verbrechen und Betrügereien die Kirchenhirten
ihre Stäbe in der Vergangenheit nicht abgegeben haben und bis heute nicht
abgeben (ja sogar Mörder heilig gesprochen wurden), dann bezeugen diese Worte vor allem die Scheinheiligkeit der
Kirche.
"Unser Josef Ratzinger ist Papst Benedikt XVI. - Wir sind Papst" - Mit diesem Riesentransparent am Springer-Hochhaus in Berlin identifizierten sich die Zeitung Bild und der Springer-Verlag mit Joseph R. anlässlich seines apostolischen Staatsbesuchs im September 2011 in Deutschland. Er sei einer von "Uns". Doch der Bundespräsident stellte auch vorsichtig kritische Fragen und äußerte "Wünsche" statt nur zu huldigen. Ist er deshalb keiner mehr von "Uns"? Außerdem hatte er auch gesagt, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Auch das hat viele der "Unsrigen" sehr irritiert.
Doch seither sind erwartungsgemäß weitere Vorwürfe an den Bundespräsidenten hinzu gekommen. Und die Frage ist nun: Wird Christian Wulff also kurzfristig oder in Bälde fallen gelassen oder darf er, vielleicht unter neuen "schwärzeren" Bedingungen, doch weiter machen? Wenn z. B. der Papst ihn (inoffiziell) "begnadigen" würde, würde Wulff als Noch-Staatsoberhaupt damit wohl komplett auf "Kurs" gebracht werden können. Und genau das scheint bereits erreicht: Der Bundespräsident darf sich nichts mehr leisten, also kein wahres Wörtchen mehr, dass den Mächtigen neben ihm zu nahe geht. Und ein möglicher bequemerer Nachfolger steht aber auch schon bereit, wenn er doch wieder "sündigt" - der jetzige Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Er hatte den "Staatsbesuch" von Joseph Ratzinger durch seine Einladung überhaupt erst möglich gemacht. Und er hatte der Bitte des Vatikan, Joseph R. im Bundestag sprechen zu lassen, im Ältestenrat des Bundestages mehrheitsfähig gemacht. (http://www.freie-buerger-fuer-demokratische-werte.de/presse/verzweiflungsoffensive/index.html). Dafür könnte ihm noch eine größere Belohnung zustehen. Außerdem ist er im Gegensatz zur Wulff würdig, die katholische Hostie jederzeit zu empfangen.
Kirchliches Denken: Der Papst als "Sonne", der dem Staat und seinen Führern, dem "Mond", das Licht spende
PS: Wer ist der Papst? Als Stellvertreter "Gottes", "Lenker des Erdkreises" und "Vater der Fürsten und Könige" übt J. Ratzinger angeblich unfehlbar das "Lehramt" für den gesamten Kosmos aus. Ein gewöhnlicher Diktator kann zudem nur über das irdische Leben seiner Untertanen herrschen. Von J. Ratzinger wird behauptet, er sei nicht nur die personifizierte Legislative, Exekutive und Judikative seines Imperiums, sondern er habe angeblich auch die "Schlüssel des Himmelreichs" und die Stellung zu ihm entscheide auch über "ewige Hölle" oder "ewige Seligkeit". Sein Vorgänger Bonifatius VIII. verkündete deshalb "Was bin ich anderes als Gott?" und J. Ratzinger wird auch bereits als neuer "Christus auf Erden" gehuldigt (siehe hier). Und als der solchermaßen "höchste" Mensch am 22.9.2011 in Berlin ankam, reihte sich die gesamte Bundesregierung am roten Teppich zum Ehren-Spalier auf - ein in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland einmaliger Vorgang. Wie bei einem "Gott". Und wenige Stunden später durften dann noch einmal alle führenden Politiker und alle Regierungsvertreter im Bundestag Joseph R., dem "Sklaven aller Sklaven Gottes" (wie der Papst auch genannt wird), applaudieren. Fragen wurden ausdrücklich nicht zugelassen.
|
Die bis heute gültige
römisch-katholische Zwei-Schwerter-Lehre
Lehrbuch
Denzinger/Hünermann, Nr. 873
—
"Durch die Aussagen der Evangelien werden wir belehrt, dass in
dieser ihrer [der Kirche] Gewalt zwei Schwerter sind, nämlich das
geistliche und das zeitliche* ... Beide sind also in der
Gewalt der Kirche, nämlich das geistliche Schwert und das
materielle. Jedoch ist dieses f ü r die Kirche, jenes
aber v o n der Kirche zu handhaben. Jenes in der Hand
des Priesters, dieses in der Hand der Könige und Soldaten, aber auf
die Zustimmung und Duldung des Priesters hin. Es gehört sich aber,
dass ein Schwert unter dem anderen ist und die zeitliche Autorität
sich der geistlichen Gewalt unterwirft ... Denn wie die Wahrheit
bezeugt, muss die geistliche Gewalt die irdische Gewalt einsetzen
und richten, wenn sie nicht gut war ..."
* Der Papst bezieht
sich u. a. auf das Jesuswort "Zwei Schwerter sind genug", was
vermutlich als Abschreckung gegenüber möglichen Straßenräubern
gedacht war, ohne dass die Jünger es aber einsetzen sollten. Siehe
dazu hier. |
|
Das
Kirchenrecht und die Angst um unsere Demokratie
Andrea Nahles,
Generalsekretärin und stellvertretende Vorsitzende der SPD,
bezeichnete in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung vom 24.1.2010 den Papst als den "Chef vom
Ganzen", den sie ernst nehme. Nach der Lehre der
römisch-katholischen Kirche zählt sie zu den katholischen Laien im
Unterschied zu den Priestern, wie z. B. auch der
CSU-Parteivorsitzende Horst Seehofer oder der
CSU-Hoffnungsträger Karl-Theodor Freiherr von und zu
Guttenberg.
1 )
Der Codex Iuris Canonici:
2 )
Katholischer Katechismus:
3) Kirche fordert Politiker und Gläubige zum Rechtsbruch auf, wenn ein Staat dem Papst widerspricht
|
Links:
Staatliche Inquisition gegen eine Religionsgemeinschaft an einem Beispiel
ausgeführt in:
http://www.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/kapitel-3-14.html
Weitere Meldungen zum Thema "Kirche, Staat und Geld"
finden Sie auch in
Der
Theologe Nr. 38 - Der Gott Mammon und seine Kinder
|
Der Text kann
wie folgt zitiert werden: |
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite
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Inhaltsverzeichnis
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1 - Luther-Evangelische Lehre
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2 - Reinkarnation
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3 - Luther-Christus
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[ 4 - Kirche-Holocaust
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5 - Paulus
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7 - Urchristentum-Tiere
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Michel-Exorzismus ]
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12 - Sektenbeauftragte ]
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14 - Hieronymus-Bibel ]
[ 15
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16 - Papst ]
[
17 - Organspende ]
[
18 - Glaube der Kirche
] [
19 - Keine ewige Hölle ]
[
20 - Propheten ]
[ 23 - Kirche-Staat
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[ 24 - Kirche und Hölle auf
Erden ]
[
25 - Götzenkult Kirche ]
[
28 - Luther-Juden ]
[
31 - Tiere-Kirche ] [
32 - Sakramente der Kirche ]
[
33 - Zehn Gebote ]
[ 34 -
Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre
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[
40 -Taufe ] [
41- Apokalypse ]
[ 45 -
Maria ]
[ 46 - Kirchensubventionen
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[ 47 - Gotteserfahrung
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[ 48 - Positives Denken
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[ 49 - Prädestination ]
[ 50 - Genmanipulation
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51 - Petrus-Kirche ]
[ 53 - Atomkraft
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[ 54 - Papst Ratzinger
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[ 55 - Beichtgeheimnis
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57 - Pius XII. ]
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