Freie Christen für den Christus der Bergpredigt
Information Nr. 6
Sterben und Tod - und was dann?
Das Geheimnis der Kirche und ein Blick hinter die
Nebelwand
Was lehrt das Christentum über das Leben nach
dem Tod? Auf dieser Seite erfahren Sie, was die Kirche lehrt, was in der
Bibel steht und was die Urchristen einst glaubten und bis heute glauben. Für
viele Menschen überraschend ist, dass im Urchristentum noch die Lehre von
der Reinkarnation verbreitet war. Erst die Kirche hat diese später verdammt.
Auf dieser Seite soll es auch darum gehen, wie kirchliche Amtsträger mit den
Todesopfern von Unglücken und Katastrophen und ihren Angehörigen umgehen,
mit welchen Worten sie auf die Menschen zu gehen und wie sie dabei immer
wieder ihre eigene Lehre verleugnen. Und steckt hinter den vielen schweren
Schicksalen wirklich ein "Geheimnis Gottes"? Oder würde der Blick hinter die
Nebelwand dieses angebliche Geheimnis lüften? Was ist das Geheimnis der
Kirche und was steckt hinter der kirchlichen Friedhofskultur? Auch dies sind
die Themen dieser Studie.
Teil 1
Sind Todeszeitpunkt und Schicksal der Seele im Jenseits
"Gottes
Geheimnis"?
Kirchlicher Nebel um den Tod
Nichts von dem, was sich
ein Mensch an materiellen Gütern auf dieser Erde erworben hat, kann er beim
Sterben mitnehmen. Denn Besitz und Reichtum bleiben, so vorhanden, auf
dieser Welt zurück und werden unter den Erben verteilt. Auch ist es sehr fraglich,
ob das Ansehen oder die Ehre, die sich ein Mensch erworben hat, ihm auch
nach dem Tod in einer möglicherweise anderen Welt entgegen gebracht werden.
Nach der Lehre der katholischen und der evangelischen
Kirche entscheidet sich allein während einer kurzen einmaligen Zeit auf der Erde das
ewige jenseitige
Schicksal des Menschen, das für diesen letztendlich der Himmel oder unendliche
Höllenqualen sein sollen. Den
"Schlüssel" zum Himmel besitze nur die
Kirche, so deren Lehre. Doch wer dies glaubt, riskiert nicht nur, dass er in
diesem Leben verzweifelt. Er muss unter Umständen als Seele im Jenseits
unter Schmerzen erleben, dass er von den Bischöfen und Pfarrern in die Irre
geführt und um die Chancen seines Lebens gebracht wurde.
Wer dem kirchlichen Glauben anhängt, kann zunächst einmal genauso fröhlich oder traurig sein wie ein Mensch, der einen anderen Glauben hat. Oftmals ist er sich gar nicht bewusst, was eigentlich genau in der römisch-katholischen oder den vielen evangelischen Kirchen gelehrt wird, deren Mitglied er durch die Taufe meist ohne seine Zustimmung im Säuglingsalter geworden ist. Bei genauerem Nachforschen würde er bald Ungereimtheiten, Widersprüche und Uneinigkeiten in den Kirchenlehren feststellen, die man schließlich unter dem Oberbegriff "Geheimnisse Gottes" glatt zu hobeln versucht, wie in den folgenden Ausführungen verschiedentlich dargelegt wird. Mit diesen "Geheimnissen" können sich viele Kirchenmitglieder einigermaßen abfinden, solange nicht schwere Krankheit oder Schicksalsschläge in ihr Leben eingetreten sind, z. B. durch den unerwarteten Tod eines nahen Angehörigen. Dann nämlich taucht ganz automatisch die Frage auf: Warum? Warum mein Partner, mein Freund, mein Verwandter? Warum dieses Leid? Und wo ist Gott? Oder ganz konkret: "Wo warst du, Gott, an diesem 22. Februar?" So predigte der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Dr. Wolfgang Huber, einmal bei der Bestattung eines ermordeten Mädchens.
Als vier Kinder von Mitarbeitern einer Kirchengemeinde auf der Rückfahrt von
einem Skiurlaub tödlich verunglückten, deuteten die Eltern deren Tod mit
einem "Wort Gottes", gegeben durch den Propheten Jeremia: "Ich habe euch je
und je geliebt, darum habe ich euch zu mir gezogen aus lauter Güte"
(Jeremia 31,3; idea-spektrum
Nr. 2/2002).
Für einen Außenstehenden stellt sich dazu die Frage: Müsste ein gerechter Schöpfergott
nicht alle Menschen "je und je"
lieben? Und wenn jemand dies glaubt, kann dies schweren Stunden auch zu einem
echten Trost werden. Doch kann das sein, dass speziell diese vier jungen Menschen von
diesem Gott vielleicht "aus lauter Güte" gar ins Jenseits gezogen wurden?
Ein weiteres Beispiel: In einem Spielunfall, bei dem sich der
9-jährige Sohn anderer Kirchenmitarbeiter im Jahr 1999 versehentlich
strangulierte, können die Eltern bis heute "keinen Sinn sehen". "Gott hat
sein Geschenk zurückgenommen", lautet ihre Erklärung (idea-spektrum Nr.
47/2003). War
also Gott letztlich der Täter bzw. der Verursacher des Unfalls?
Dass angeblich Gott bestimmt, wann genau die Menschen sterben, darin werden
die Kirchenmitglieder von ihrer Kirche bestärkt. "Im Tod ruft Gott den
Menschen zu sich", heißt es knapp im
Katechismus der Katholischen
Kirche (Nr. 1011). Und bei Bestattungen beten
die Priester und Pfarrer: "Nachdem der allmächtige Gott unseren lieben
Bruder bzw. unsere liebe Schwester abgerufen hat aus dieser vergänglichen Welt
..." Und in einem der offiziellen Textvorschläge für Beerdigungen durch evangelisch-lutherische Pfarrer
heißt es sogar: "Es hat dem allmächtigen Gott gefallen ...", den
Verstorbenen zu sich zu holen.
Plötzliche "ewige Vergeltung"?
Doch nach welchen Kriterien sollte sich Gott die Menschen jeweils "holen"? Weil er sie vielleicht besonders liebt oder eventuell im Jenseits braucht, wie man bei der Deutung des Todes der vier verunglückten Jugendlichen (siehe oben) vermuten könnte? Warum würden dann aber auch Menschen in jungen Jahren von ihm "geholt", die nicht an ihn glaubten und im übrigen auch kein besonders "Gott gefälliges" Leben führten? Da man gemäß der Kirchenlehre ihre nun auf sie zukommende Verdammnis vermuten müsste, hätte Gott sie doch noch einige Zeit im Diesseits lassen können, damit sie vielleicht doch noch in die Kirche und dort zur angeblich ewigen Seligkeit fänden? Denn glaubt man der römisch-katholischen Kirche, verhält es sich so: "Jeder Mensch empfängt im Moment des Todes in seiner unsterblichen Seele die ewige Vergeltung. Dies geschieht in einem besonderen Gericht, das sein Leben auf Christus bezieht - entweder durch eine Läuterung hindurch [damit ist das so genannte "Fegefeuer" gemeint, an dessen Ende dann der Himmel stehen soll] oder indem er unmittelbar in die himmlische Seligkeit eintritt oder indem er sich selbst sogleich für immer verdammt" (Katholischer Katechismus Nr. 1022).
Luther: Schon Säuglinge zur Verdammnis vorherbestimmt
Die
römisch-katholische Kirche lehrt also unmissverständlich diese drei
Möglichkeiten, wie es angeblich nach dem Tod weiterginge. Doch warum sollten sich Menschen selbst
"sogleich für immer" verdammen?
- die extremste Form, in der ein Masochismus überhaupt denkbar ist. In
früheren Lehraussagen der Kirche hieß es deshalb auch noch, dass es Gott sei, nicht der
Mensch selbst, der verdammt, und es ist offensichtlich, dass die Kirche
durch diese modernisierte Formulierung ihr Gottesbild etwas mehr der
modernen Zeit anpassen möchte. Oder handelt es sich nur um eine moderne
"Floskel", die weiter mit dem alten Inhalt gefüllt ist?
Der Reformator Martin Luther war sogar davon überzeugt, dass Gott
schon bei der Geburt eines Säuglings diesen entweder für die ewige Seligkeit
oder für die ewige Verdammnis vorher bestimmen würde. Zwar hat die evangelische
Kirche schon bald Luthers Lehre dahingehend geändert, dass Gott die ewige Verdammnis
nicht vorherbestimme, sondern "nur" vorhersehe
(mehr dazu siehe bei
Der Theologe Nr. 1) - was auch die katholische
Kirche lehrt - doch für den letztlich Verdammten läuft es auf das Gleiche
hinaus: Vorherbestimmt oder "nur" vorhergesehen - "ewig verdammt" bleibt nun mal
"ewig verdammt"!
Das ist die Lehre der Institutionen Kirche.
Zusammenfassend kann man sagen: Die Kirchen lehren, dass Gott den
Todeszeitpunkt eines Menschen kennt und diesen dann in diesem Augenblick
von der Erde wegnimmt, wobei das Erdenleben des Menschen, und dabei vor allem sein
Glaube, darüber bestimme, ob der
Mensch dann im Jenseits in die ewige Seligkeit eintreten könne oder ob er unwiderruflich
und endgültig in furchtbaren Höllenqualen leben müsse. Und alles dies würde
von Gott bereits bei der Zeugung des Menschen vorher gesehen.
An dieser
Stelle soll nun zunächst der Frage nachgegangen werden, ob und wie die kirchlich Gläubigen mit
dieser Lehre zurecht kommen.
Das katholische Bistum Trier hat im Internet eine "Klagemauer" für Trauernde eingerichtet und spricht diese mit den Worten an: "Das, was geschehen ist, ist so unbegreiflich, so unfair. Sie sind wütend, zornig, enttäuscht über Menschen, über Gott ... Die Klagemauer kann helfen, all das auszudrücken." Doch wohin soll dieses Klagen führen? Wenn Gott alle Toten nach seiner unergründlichen Vorsehung zu sich "holte" und dann für alle Ewigkeiten in sein Schwarz-Weiß-Schema einordnet und den einen Teil der Menschen mit unerbittlicher Strenge richtet oder einem geheimnisvollen "Selbstjustiz-Automatismus" (" ... indem er sich selbst sogleich für immer verdammt") überlässt, dann wäre nicht nur eine Klage sehr verständlich. Es wäre auch nahe liegend, im Namen der Gerechtigkeit gegen diesen Gott aufzubegehren und sich von ihm loszusagen.
Ist Gott grausig zu sich selbst?
Ein
evangelischer Missionar und Bibellehrer, dessen Schwiegersohn tödlich
verunglückt war, hat sich anders geholfen. In einem Bericht über den
Missionar heißt es über sein Gottesbild: "Weil Gott sich selbst in
Christus einen menschlich grausigen Tod zugemutet hat, kann er", also Gott,
"die Situation
verstehen"
(idea-spektrum Nr. 42/2003). Doch was nützt dem
Betroffenen die Vorstellung, dass Gott womöglich auch zu sich selbst grausig
gewesen sei und den Menschen, dem er angeblich Grausiges geschickt habe, deshalb verstehe? Abgesehen davon, dass Jesus
durch Menschen einen grausigen Tod erlitt und nicht durch Gott - wäre es
dann nicht besser, Gott machte den ganzen Grausigkeiten ein Ende?
Noch einen Schritt weiter als der Missionar ging ein evangelischer Pfarrer,
dessen Mutter Selbstmord beging, indem sie sich auf die Bahngleise legte.
Für den Pfarrer zeigte sich die "Liebe Gottes" schließlich "in der
Gewissheit, die ich bekam, dass Gott nicht einfach nur zuschaute, als meine
Mutter auf dem Gleis lag, ... sondern Jesus allein sich zu ihr legte, ja
sich mit überfahren ließ, um sie dann zu bergen" (idea-spektrum
Nr. 47/2003).
Ohne den Angehörigen zu nahe treten zu wollen, wird doch deutlich, dass dies eine aus der Verzweiflung geborene Konstruktion
ist, die für den
Augenblick durchaus trostreich sein kann, langfristig allerdings mehr
Fragen als Antworten hinterlässt. So wird Christus hier nicht als derjenige gesehen, der
den Menschen alle nur erdenklichen Hilfen gibt, um von einem geplanten Selbstmord Abstand
zu nehmen, z. B. durch Mahnungen über das Gewissen oder durch eine Begegnung
mit einem Mitmenschen. In der Glaubensvorstellung des Pfarrers vollzieht
Christus makabrerweise den Selbstmord der Frau mit, um gleich "Gevatter Tod"
die Verstümmelte anschließend mitzunehmen, auch wenn das Wort "bergen"
natürlich liebevoller klingt.
Drohung an mögliche Aussteiger
Dabei gilt dieser Trost, im Jenseits bei Christus zu sein, aus kirchlicher Sicht nur für diejenigen, welche dem kirchlichen Glauben die Treue halten. "Um ihn müssen wir nicht traurig sein", predigt deshalb ein anderer Pfarrer am Grab eines tödlichen verunglückten Kirchenmitglieds. "Trauern müssen wir um diejenigen, die sterben, ohne unseren Herrn angenommen zu haben" (idea-spektrum Nr. 29/2003). Und für diese würde es in der Tat gnadenlos brutal, sollte diese Lehre stimmen. Ein Schauer mag deshalb manchen Gläubigen damals durchzuckt haben, verbunden mit der Angst, die eigenen Zweifel an der Kirchenlehre oder der ins Auge gefasste Kirchenaustritt könnten womöglich das ewige Heil kosten. Labile und unsichere Kirchenmitglieder sehen vor ihrem inneren Auge womöglich schon den Pfarrer anlässlich ihres eigenen Todes zu den Angehörigen sprechen: "Um diesen müssen wir trauern, weil er gestorben ist und sich zuvor von ´unserem Herrn` losgesagt hat."
Theologen verstecken sich hinter "Geheimnissen Gottes"
Bei Unglücken und Katastrophen mit vielen Toten kommen die Kirchenvertreter
mit ihrer Unterscheidung von Gläubigen und Ungläubigen aber in die allergrößten
Erklärungsnöte. Die theologisch korrekte Aufteilung der Opfer in solche,
"die unseren Herrn angenommen hatten" und die anderen, die im Moment der
Katastrophe "sich selber für alle Ewigkeiten ewig verdammt hätten", erscheint
den Pfarrern und Priestern dann meist unpassend - genauso wie im Einzelfall gegebenen
Antworten wie "Gott habe die Opfer womöglich in Güte zu sich gezogen" oder
er habe "seine Geschenke zurückgenommen"
(vgl. oben).
Es scheint dann, als müssten die Wölfe nun besonders große Mengen an Kreide
verspeisen, wenn
die Bischöfe und Pfarrer plötzlich mit ihrer oben dargelegten Lehre hinter
dem Berg halten und stattdessen fast nur noch unkonkret von den
"Geheimnissen Gottes" sprechen.
Keine Vorstellung könne die "Unergründlichkeit Gottes" erfassen, so
etwa ein
Dekan bei einer Trauerfeier für die Opfer der ICE-Zugkatastrophe in Eschede
im Jahr 1998. Gott sei "uns zugewandt, aber er könne uns auch fremd und fern
werden," so die Fortsetzung der Predigt. Ob dafür allerdings Gott oder der Mensch
selbst die Verantwortung trägt, bleibt in der Rede des Theologen offen.
Und das ist Teil der kirchlichen Strategie. Denn immer wenn die
Kirchenvertreter im Dunkeln tappen, winden sie sich hinein in das Rankenwert
von angeblichen "Geheimnissen Gottes", die letztlich nichts anderes sind als
ihre eigenen Geheimnisse, die sie vor den Menschen verbergen. Der
größte Schwindel ist hierbei der Missbrauch des Namens "Gott" oder
"Christus". Denn wenn ein Pfarrer davon spricht, ob jemand "unseren
Herrn angenommen" hat, dann meint er eben nicht die Nachfolge Jesu im Sinne des
Urchristentums. Er meint damit den kirchlichen "Christus" bzw. den kirchlichen
"Gott",
die nicht mehr viel mit Jesus von Nazareth bzw. dem Schöpfergott zu tun
haben. Es sind letztlich Götzen, die sich bei der Lebensfrage nach dem "Warum" von Leid und Tod nicht in die
Karten schauen lassen. Stattdessen hätten sie eine Kirche mit Sakramenten und Zeremonien als
Mittlerin auf Erden
eingesetzt. Und deren Vertreter suchen die Gläubigen mit verworrenen Reden zu
vertrösten und zu besänftigen.
Bibel lehrt das Gesetz von Saat und Ernte
"Die bohrende, schneidende Frage nach dem Warum hat auch Jesus in seiner
letzten Stunde an Gott gestellt", so der österreichische Erzbischof Dr.
Georg Eder in
seiner Predigt an die Hinterbliebenen der Opfer des Seilbahnunglücks von
Kaprun im Jahr 2000. Aber in der Bibel sei keine Antwort überliefert, so der
Bischof. Und weiter: "Jesus
hat sicher eine Antwort erhalten, nur hat sie niemand von denen gehört, die
neben dem Kreuz standen." Kann das stimmen, was der Bischof hier
überraschend sagt? Keiner habe gehört, welche Antwort Jesus bekommen habe
und auch Er selbst habe zu keinem je mehr darüber gesprochen?
Für das Geschehen während der Kreuzigung ist das
schon möglich. Doch die Aussage des Erzbischofs, dass
auch sonst in der Bibel keine Antwort
überliefert sei, ist falsch. Denn in der Bibel wird z. B. das Gesetz von Saat und
Ernte gelehrt - fast durchgehend im Alten Testament, bei Jesus von Nazareth (z. B.
"Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet", "Wer das Schwert nimmt,
wird durch das Schwert umkommen" und viele Aussagen in dieser Richtung mehr)
und wörtlich sogar bei Paulus, der schrieb: "Irret Euch nicht. Gott lässt
sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten"
(Galaterbrief 6, 7). Wobei dieses
"Gesetz von Saat und Ernte" nur in Verbindung mit dem Liebesgebot richtig
verstanden werden kann. Praktisch heißt das z. B.: Wer das Negative erntet,
das er zuvor gesät hat, braucht Hilfe. So erklärt auch Paulus in diesem
Zusammenhang: "Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz
Christi erfüllen" (6, 2). Ein Mensch
in der Nachfolge Jesu macht sich also über das Schicksal seines Nächsten
keine theoretischen Gedanken, sondern er hilft mit, dass das Leid des
Nächsten gelindert oder bewältigt wird oder, wenn möglich, aufhört. Dazu
gehört der Trost, dass nichts, was auf dieser Welt geschieht, ein Zufall oder
eine geheimnisvolle Zuteilung eines unergründlichen Gottes ist, wie es in den
Kirchen gelehrt wird. Sondern dass die Seele eines jedes Menschen offenbar auf einem
Läuterungsweg ist, um wieder zu ihrem Ursprung und wahren Wesen, einem "Leben im Geiste Gottes",
zurückzufinden. Dazu gehört nach der urchristlichen Lehre, Böses mit Gutem zu überwinden und der Verzicht
auf jede Gewalt. Und bei diesem Läuterungsweg hilft auch das Wissen, dass
jede Seele früher oder später wieder zu einem "Leben in Gott" und damit auch
zum Frieden mit allen Menschen und der Natur zurückfinden kann, wenn er in
Zukunft nur noch Gutes sät - also keine
ewige Verdammnis, wie die Kirche lehren (vgl. dazu auch
"Der Theologe Nr. 19": Es gibt keine ewige
Verdammnis - auch nicht in der Bibel).
So weit einmal in aller Kürze eine Darlegung des Gesetzes von Saat und
Ernte, das zwar wörtlich und sinngemäß in der Bibel steht, von der Kirche
aber letztlich abgelehnt wird.
Dieser Weg, der den Gesetzmäßigkeiten von Saat und Ernte unterliegt, führt Seele und Mensch womöglich über viele Inkarnationen, wobei der Betreffende seinen jeweiligen Lebensweg, der viele Prüfungen beinhalten kann, selbst vorgeben kann. Das Wissen um die Reinkarnation hat auch Jesus von Nazareth vorausgesetzt (siehe "Der Theologe Nr. 2": Reinkarnation), und es war noch lange Zeit auch im Urchristentum verbreitet. Erst auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahr 553 wurde es endgültig aus dem Lehrgebäude des kirchenchristlichen Abendlandes verbannt. Damals wurde der Glaube, "dass die Seele eines Menschen [schon] vor der Geburt des Menschen existiert" und der Glaube, "dass einst alle Menschen wieder den Weg zu Gott finden" von der katholischen Kirche verdammt. Das eine (in der Theologie spricht man von der so genannten "Präexistenz" der Seele) ist die Voraussetzung für eine Reinkarnation, das andere (man spricht hier theologisch z. B. von "Allversöhnung") ihr Ziel. Ersatzweise führte die Kirche die Dogmen von der Erbsünde und der ewigen Verdammnis ein. Demnach würde Gott bei der Zeugung eines Kindes dessen Seele neu schaffen und im selben Augenblick mit der Erbsünde behaften lassen, die man dann letztlich für alles Leid verantwortlich macht. Und obwohl er die so genannte Erbsünde nur geerbt habe, müsse der Mensch laut kirchlicher Lehre für diese Sünde trotzdem volle Verantwortung tragen - im Extremfall bis hin zur ewigen Verdammnis. Und mit der Dogmatisierung dieses grausamen Endes nahm die Kirche den Menschen auch die Zuversicht, dass alles - wenn auch unter Umständen über viel Leid-Erfahrung und mehrere Inkarnationen - zu einem guten Ziel gelangt, einem glücklichen Leben aller Geschöpfe im Geiste Gottes. Stattdessen wurde die Lehre von einem Gott dogmatisiert, der nicht mehr reagieren will, wenn z. B. eine Seele im Jenseits tiefe Reue empfindet, nach Erbarmen ruft und den sehnlichsten Wunsch verspürt, ihre bösen Taten oder ihre Unterlassungen als Mensch wiedergutmachen zu wollen. Und das alles mit der Begründung, das hätte sie eben tun sollen, solange sie als Mensch auf der Erde war. Jetzt sei es ewig zu spät. Ein solcher Glaube bringt viel Verbitterung. Und kein Wunder, dass sich viele Menschen von einem solchen Gott auch abwenden. Doch das ist wiederum auch eine notwendige Voraussetzung, um zu dem Gott zu finden, den uns Jesus näher gebracht hat.
Denn der Schöpfergott, der auch der Vater-Mutter-Gott ist bzw. der Vater von Jesus, dem Christus, verhält sich anders als es die Kirchen lehren. In vielen Gleichnissen, wie denen vom "barmherzigen Samariter" oder dem "verlorenen Schaf", erklärt der Mann aus Nazareth die Güte Gottes, für die es nicht einen sekundenschnellen Schlussstrich für alle Ewigkeiten gibt. Und viele Propheten und wahre Gottesboten vor und nach Jesus von Nazareth bekamen aufgrund ihres erweiterten, mit Gott verbundenen Bewusstseins Einblick in die Vorgänge hinter der Nebelwand des Todes. So klärten sie z. B. die Menschen darüber auf, dass jede Seele bei der Inkarnation gemäß ihres eigenen Lebensplans ihre "Erdenzeit" bzw. "Dauer ihres Erdenlebens" mitbringe; allerdings nicht in Form eines punktgenauen Zeitpunkts, sondern im Rahmen einer gewissen Zeitspanne. Diese Spanne kann länger oder kürzer sein, und ob der Tod gleich an deren Beginn oder erst am Ende eintritt, liegt wiederum am jeweiligen Verhalten des Menschen. Die Ursachen können demnach mannigfach sein. Niemals jedoch steckt ein unergründlicher Ratschluss Gottes oder ein angebliches Geheimnis dahinter, das Gott vor uns verbergen würde. Der Schöpfergott, den auch Jesus lehrte, hat keine Geheimnisse und ist immer für den Menschen und für alle Seine Geschöpfe da.
Dank Gottes Führung gehen einem drohenden Schicksalsschlag in der Regel auch
Warnungen an den Menschen voraus, so dass der Mensch ein Schicksal gar nicht
unbedingt erleiden müsste. Ist der Einzelne wachsam, kann jede Lebenssituation
eine Botschaft für ihn beinhalten und ihm zur
Selbsterkenntnis dienen. Solche Impulse können ganz einfach sein:
"Fahr
langsamer",
"Tue
das nicht",
"Bring
das in Ordnung",
"Es
ist allerhöchste Zeit"
und ähnliches ... Demnach ist Gott letztlich ständig bestrebt, einem Menschen zu
helfen, zu einem glücklichen, gesunden
und kraftvollen Leben zurück zu finden, was Seinem Willen für jeden
Menschen und für jede Seele entspricht.
Dieses Wissen wird von den
Kirchen verworfen, verspottet und sogar bekämpft, weil man in
Krisensituationen vielfach nichts sagend die Verworrenheit der eigenen
Gedanken pflegt und in angebliche
"Geheimnisse Gottes"
abtaucht statt nach der Lebensaufgabe eines Menschen, z. B. eines
Hinterbliebenen, zu fragen. Oder die Lebensaufgabe eines Verstorbenen zu
bedenken, dessen Lebensspanne
gemäß den Vorgaben der eigenen Seele schon abgelaufen war und dessen Aufgabe
vielleicht schon erfüllt war oder in einem anderen Leben unter neuen
Voraussetzungen wieder beginnt. Und so bringen
die Kirchen viele Menschen um die Chancen ihres Lebens, die z. B. darin
bestehen würden, die Ursachen ihrer Leiden und Probleme zu ergründen, so dass
sie bewältigt
bzw. beendet werden können.
Kirchliche Zeremonien und Sterbe-Rituale
Ein Kult des Todes
und der Materie
"Herr, gib ihm und allen Verstorbenen die ewige Ruhe! Herr, lass sie ruhen in Frieden!" beten Priester und Pfarrer im kirchlichen Bestattungsritus. Doch die beschworene Totenruhe für die im kirchlichen Glauben Verstorbenen ist trügerisch und wird auch immer seltener geglaubt. Oder man verwendet die Worte mit einer wohl unfreiwilligen tieferen Bedeutung - wenn z. B. jemand auf den Grabstein des verstorbenen Ehegatten die Worte setzen lässt: "Ruhe in Frieden. Bis wir uns wieder sehen." Ist die friedvolle "Ruhe" dann womöglich wieder vorbei?, so könnte man fragen?
Was ist eigentlich mit der seit Jahrhunderten von den
Kirchen benutzten "Ruheformel" gemeint? Und wie lässt sich die angebliche
Totenruhe mit den kirchlichen Lehren von der Unsterblichkeit der Seele oder
der geglaubten Auferstehung der Toten am Jüngsten Tag vereinbaren? Die Seelen der
verstorbenen Gläubigen seien "in Gottes Hand", interpretiert der katholische
Theologieprofessor Dr. Marius Reiser. Und weiter: Der Ausdruck "Ruhe in
Frieden" bezeichne "die erlöste Existenz der Verstorbenen in der
Geborgenheit Gottes", deren Leib dann am Jüngsten Tag wieder auferweckt und
mit der unsterblichen Seele vereinigt werde.
Dass dies alles womöglich ganz anders ist, könnte man z. B. aus den Reaktionen
gläubiger Angehöriger schließen, denen diese kirchliche Lehre weder Beruhigung
noch Trost spendet. Menschen spüren intuitiv, dass irgendetwas nicht stimmt.
Der Religionswissenschaftler und ehemalige katholische Theologieprofessor
Hubertus Mynarek deutet die Totenruhe-Formel aus tiefenpsychologischer
Sicht dann auch ganz anders und für die Kirche provokativ: "´Requiescat in Pace`
(R.I.P.), ´Ruhe in Frieden` - Das ist nur eine
andere Wendung für den endgültigen Tod", so Mynarek. "Und sie bedeutet
letztlich: ´Ihr endet alle im Tode`" (Freie Christen Nr. 5, Voodoo auf katholisch,
Marktheidenfeld 2003, S. 33; siehe
hier). Mynarek, in den
70er-Jahren Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität
Wien, weist darauf
hin, dass die Kirche den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele im frühen
Mittelalter zwar von der griechischen Philosophie übernommen habe. Doch "in
Wirklichkeit ist die katholische Religion eine echte Mumien-Religion, eine
Mumien-Anbetungs-Religion, denn von den drei Elementen - Geist, Seele und
Körper - haftet sie immer wieder am Körperlichen".
Der Nachweis für diese These lässt sich erbringen: Die Kirche verehrt z. B. Teile der Leiche so genannter Heiliger als Reliquien. Und der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek schreibt hierzu: Die Kirche "hält die Mumienteile hoch. Da sie aber nicht so offensichtlich eine Mumienreligion sein will, nimmt sie nur die Mumien der Heiligen [also nicht aller Menschen] und lässt sie von den Menschen verehren, so dass also ein Mumienteil, eine Hand z. B. oder sogar eine Vorhaut von einem Heiligen, in einem Altar - in jedem Altar - eingebaut sein muss". Hier steht der Materialismus in der kirchliche Lehre offensichtlich in einem krassen Gegensatz zum Urchristentum. Denn dort heißt es z. B. noch: "Der Herr ist Geist. Und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!" (Paulus im 2. Korintherbrief 3, 17) Aber auch mit dem "Ruhe in Frieden" widerspricht die Kirche ihrer eigenen Bibel, in der Paulus z. B. schreibt: "Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galater 6, 7). Denn ohne Zweifel hat ein gläubiger Katholik - wenn überhaupt - nicht nur "Ruhe", "Frieden" und "Geborgenheit" gesät, und er wird gemäß der Bibel folglich auch nicht nur "Ruhe", "Frieden" und "Geborgenheit" ernten, sondern eben alles das, was er zuvor gesät hat.
Kirche ersetzte Tatglauben durch Sakramente
Allgemein könnte man sagen: Die Kirche ersetzte die innere Religion, die Jesus von
Nazareth brachte (Das Reich Gottes ist in (bzw. "inwendig") euch) und seine
Ethik der Bergpredigt bzw. seine Lehre
vom Tatglauben (Wer den Willen Gottes tut, wird in das Reich
Gottes kommen) durch äußere Kulthandlungen. Dabei bindet man ein angebliches
Handeln Gottes an das kirchliche Ritual. Dabei enthalten die meisten Rituale
eine bedrohlich Todessymbolik.
Beispiel Taufe: Bei der Wassertaufe soll der Täufling z. B. während
des Rituals von Gott angenommen werden. Er soll dabei "in den Tod von Jesus" hineingetauft werden (wieder ein
Todes-Ritual), um später wie dieser aufzuerstehen. Der "alte Mensch" werde
dabei
"ertränkt", auch schon der Säugling. Praktisch wird aber vor allem eine
Kirchenmitgliedschaft begründet, die man nach kirchlichem Glauben nicht
einmal durch einen Kirchenaustritt wieder kündigen könne (mehr dazu in
Freie Christen, Information
Nr. 1). Was sonst noch passiert, sind die Gefühle des Augenblicks
bzw. was man selbst in diese Handlung hinein legt. Alles andere ist nur
"heiße Luft" bzw. das "Geheimnis der Kirche".
Beispiel Beichte: Bei den Absolutionsworten nach einer
Beichte soll es wiederum Gott sein, der diesmal durch den Pfarrer vergibt.
Und der Beichtende
soll der Sünde fortan "abgestorben" (erneut die Todes-Symbolik) sein, wie es
sehr oft heißt. Was
natürlich meist nicht funktioniert, weil die Ursachen bzw. Wurzeln der
"Sünde" weiter wirken und den Menschen bei entsprechender Gelegenheit wieder
zu dem gleichen oder ähnlichem "sündhaften" Handeln veranlassen.
Die Eucharistie - ein kannibalisches Ritual ?
Schließlich das Abendmahl: Beim Abendmahl bzw. der Eucharistie wird
nahezu täglich die Hinrichtung von Jesus neu "vergegenwärtigt", auch dies
also ein schauerliches Tötungs-Ritual. Man deutet es als Blut-Opfer zur
Sühnung menschlicher Schuld, weil der in den Kirchen gelehrte Gott angeblich
früher blutige Tieropfer als Sühnung für menschliche Schuld forderte. Erst
durch den als Blut-Opfer gedeuteten grausamen Tod seines Sohnes seien diese
dann abgelöst worden. Wein und Brot sollen bei diesem Ritual nun in das
Fleisch von Jesus verwandelt werden (die Katholiken nennen es "Transsubstantiation"), wenn ein Priester die genau festgelegten
Wandlungsworte dazu spricht. Und hierbei stellt sich dann u. a. die
Frage: Erinnert das alles nicht an
Zaubersprüche, wie sie aus vielen Märchen und Sagen bekannt sind? Diese sollen auch nur dann wirken, wenn der Magier oder der
Zauberer exakt die richtige Zauberformel spricht. Ein falscher
Zauberspruch hingegen - und nichts soll demgegenüber passieren. Dabei handelt es sich
womöglich auch bei der Eucharistie um
nichts anderes als um Hokuspokus bzw. um einen faulen Zauber; es sei denn, jemand mobilisiert
in diesem Zusammenhang starke Gedankenkräfte, welche dann eine bestimmte
Wirkung hervorbringen können, wie es z. B. auch im Voodoo-Kult und bei
anderen magischen Kulten üblich ist. Die gewünschte Wirkung ist dann
aber nicht die Folge der Zauberformel, des Rituals oder
des kirchlichen Sakraments an sich, sondern die Folge der in diesem
Zusammenhang mobilisierten gedanklichen
Energien.
Beim kirchlichen Abendmahlssakrament wird
das aus einer einfachen Backoblate "umgewandelte" Fleisch von
Jesus, der "Leib Christi", am Ende vom Gläubigen
gegessen. Und diese Zeremonie wird in der katholischen Kirche nun nicht etwa als symbolisches Essen des
"Leibes Christi"
verstanden (wie z. B. in der evangelisch-reformierten Kirche in der
Schweiz oder in den Niederlanden),
sondern sie wird als tatsächlicher Verzehr eines Stückes "Körper"
von Jesus gedeutet. Dies gilt auch für die lutherischen Christen, bei
denen der "Zauber" allerdings nur während der Abendmahlshandlung anhalten
soll und für welche die Oblate trotz ihrer neuen Funktion als "Leib Christi"
auch ihre alte Funktion als schlichte Oblate beibehält - also keine
"Verwandlung" wie bei den Katholiken, sondern eine Doppelfunktion sowohl als
Oblate als auch als "Leib Christi". Deswegen ist für die
Lutheraner die Oblate nach dem Abschluss der kirchlichen Handlung auch nur
mehr wieder eine bloße Backoblate. Anders bei den Katholiken: Für sie bleibt
die von einem katholischen Priester einmal "umgewandelte" Oblate für alle
Zeiten ein Stück vom "Leib Christi", und ein "umgewandelter" "Wein" bliebe für
immer das "Blut Christi". Deshalb gibt es bei den Katholiken auch viele
denkbare Formen einer so genannten "Hostienschändung" (mehr dazu
siehe hier),
wenn z. B. der katholische Mesner nach der Eucharistie übrig gebliebene
Hostien in der Sakristei an seine Katze verfüttern würde. Der evangelische
Mesner könnte dies jedoch tun, ohne irgendetwas damit zu "schänden". Er
könnte für das nächste Abendmahl dann einfach wieder neue Oblaten aus der
Verpackung nehmen.
Die unterschiedlichen Lehren erweisen sich für die Katholiken in der konfessionellen
Klinikseelsorge als sehr praktisch: Während der katholische Priester die
angeblich ein für allemal in den Leib Christi "verwandelte" Oblate nämlich einfach
von Krankenzimmer zu Krankenzimmer tragen kann, muss der lutherische Pfarrer
in jedem Krankenzimmer mit dem ganzen Ritual komplett von vorne beginnen.
Dadurch schafft der katholische Krankenhauspfarrer erheblich mehr
Patientenbesuche in kürzerer Zeit.
Mit Jesus von Nazareth, dessen Leib dabei in beiden Fällen verzehrt werden
soll, hat dieser Kult in beiden Varianten jedoch nicht das Geringste zu tun.
Jesus traf sich mit seinen Jüngern zu einem feierlichen Essen und erinnerte
daran, wie er sich und sein Leben - gleich der Mutter Erde - bedingungslos
hingibt für seine Nächsten. Und da das Leben in allem ist - im Menschen wie
in den Früchten der Erde - kann ein gemeinsames Mahl auch zum Symbol für eine Gemeinschaft werden. Die Kirche jedoch
machte einen materialistischen Kult daraus, der den Gläubigen teilweise
absurdes Denken abverlangt. So muss der Katholik glauben, dass die "ganze
Brotsubstanz" sich komplett in den Körper von Jesus verwandle. Die bisherige
"Substanz von Brot" und damit dessen bisheriges "Wesen" solle komplett
verloren gehen, während jedoch die chemische Zusammensetzung des
Kultobjektes unverändert bleiben soll (was man ja auch in jedem
entsprechenden Labor nachweisen kann). Glaubt der Katholik dies alles jedoch nicht, käme
er für diesen seine Unglauben angeblich in die ewige Hölle (siehe z. B. bei
Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche).
Hält man dem Gläubigen dann aber
folgerichtig vor, nach
seinem eigenen Glauben habe er jetzt wie ein Kannibale ein Stück
"Menschenfleisch" gegessen, dann wird er dies in den meisten Fällen wohl
von
sich weisen, weil ihm diese Vorstellung dann unheimlich ist. Und doch ist sie
logisch, auch wenn die theologischen Wortakrobaten in den Kirchen ihre
eigene absurde Logik (siehe oben) zu konstruieren versuchen. So bleibt
am Ende nur die jeweilige Erfahrung des einzelnen Gläubigen, der
aber auch nicht immer das erlebt, was er sollte.
Beispiel: Der als "Kannibale von Rotenburg" bekannt gewordene Kirchenchrist
Armin Meiwes fühlte sich z. B. beim Verzehr seines von ihm zuvor
geschlachteten Bekannten Bernd Brandes
ähnlich wie beim kirchlichen Abendmahl, das er seit vielen Jahren zu sich
genommen hatte und weiter zu sich nimmt. In Haft besucht er sowohl den
katholischen als auch den evangelischen Gottesdienst und besucht regelmäßig
ein evangelisch-lutherisches Seminar, um seine Kenntnisse über den Glauben
zu vertiefen (http://www.klages-kriminologie.de/armin-meiwes.html).
Wie materieverhaftet und todesbezogen der Kirchenglaube sein kann, zeigt sich
weiterhin daran, dass dieses Ritual bzw. Sakrament des "eucharistischen
Opfers" auch für die verstorbenen Gläubigen dargebracht wird, "die noch
nicht vollständig gereinigt sind", also für die römisch-katholischen Seelen
im so genannten Fegefeuer, damit sie in das "Reich Christi, in das Reich des
Lichtes und des Friedens" eingehen können
(Katholischer Katechismus Nr. 1371). Dass die irdische katholische Kulthandlung der jenseitige Türöffner vom
dortigen Fegefeuer in ein Reich des Friedens
sein soll, ist für einen Menschen, der seinen Verstand gebraucht - gelinde
gesagt - eine "kühne Vorstellung". Bei einer weniger populären
Religionsgemeinschaft würde Vergleichbares von den kirchlichen
Sektenbeauftragten sicher als Scharlatanerie und
Bauernfängerei bezeichnet werden. Im Katechismus der Katholischen Kirche
heißt es jedoch dazu: "Wir glauben nämlich, dass die Seelen, für welche
während des heiligen, erhabensten Opfers gebetet wird, sehr großen Nutzen
davon haben"
(Nr. 1371).
Dass ein Gebet Nutzen bringen kann, soll hier nicht bestritten werden;
nämlich dann, wenn es sich um ein Herzensgebet handelt, welches mit dem sonstigen
Leben des Beters übereinstimmt. Doch nach katholischer Lehre muss es
lediglich während der Eucharistie gesprochen werden, um den "großen Nutzen"
zu erzielen. Wohin das führen kann, zeigen z. B. so genannte "Arme-Seelen-Zählgeräte", die es bis vor kurzem u. a. im katholischen Bayern
gab und welche der Beter bei der Totenmesse für den Verstorbenen bedienen
konnte. Das Gerät zeigt die Anzahl der Gebete an, denn es gilt hier das Prinzip:
Je mehr, desto besser. Ein solches Denken öffnet Fanatikern Tür und Tor, und
es kann auch zu schweren Zwangsneurosen führen. Denn welcher daran Glaubende wagt schon zu sagen, wann
genug gebetet wurde.
Der evangelische Materialismus
Die evangelische Kirche lehrt nun, dass diese
katholische Totenmesse eine "schreckliche Abgötterei" (Apologie XXIV)
sei, "unnütz und nichts", ein "unsäglicher großer Gräuel". Und: "Um dieser
großen, unsäglichen Gotteslästerung willen werden die Bischöfe schwere
Strafe von Gott gewarten müssen" - starke Worte, die zwar aus dem 16.
Jahrhundert stammen, jedoch bis heute offiziell verbindliche
Lehre der evangelisch-lutherischen Kirche sind. Doch die heutigen evangelischen Amtsträger
verschweigen oder verleugnen lieber diesen und andere Teile ihres
verbindlichen Bekenntnisses, um ihre
katholische Mutterkirche weiter nicht zu verärgern. Stattdessen biedern sie sich
der römisch-katholischen Kirche in einer noch nie gekannten Form an, um von dieser wenigstens als
"Kirche"
anerkannt zu werden (vgl. dazu
Der Theologe Nr. 16).
Und sie wünschen sich derzeit [2011] vor allem, ausgerechnet bei der
oben geschilderten kompletten und unwiderrufbaren
"Wesens- und Substanzverwandlung" von Brot und Wein ohne Änderung der
chemischen Zusammensetzung von den Katholiken eingeladen zu werden, während
ihr Gründervater Martin Luther diese "spitze Sophisterei" der Katholiken aus
verständlichen Gründen ablehnte (z. B. Schmalkaldische
Artikel, III. Teil, Vom Sakrament des Altars).
Auf der anderen Seite haben gerade die
Evangelischen den Materialismus auf die Spitze getrieben. Während die
katholische Kirche die Unsterblichkeit der Seele im Jahr 1513 zumindest
vordergründig dogmatisierte, ist dieser Glaube kein Bestandteil der
evangelischen Lehre geworden. Man spricht dort nur von "Tod und
Auferstehung". Viele protestantische Bischöfe, Theologen und Pfarrer,
darunter in Fachkreisen bekannte "große" Theologen des 20.
Jahrhunderts, lehnen den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele
ausdrücklich ab. Dazu
gehören Karl Barth ("Es bleibt kein Seelchen übrig"), Eberhard Jüngel
(Tod als "total abbrechende Verhältnislosigkeit"), Paul Althaus ("Wenn der Seele ihr
Leib genommen wird, wird sie auch sich selber genommen"). Stattdessen
vertreten die namhaften protestantischen Lehrer eine "Ganztod-These" und bekräftigen damit die Position des
Religionswissenschaftlers Hubertus Mynarek, dass die Formel "Ruhe im Frieden"
letztlich nur ein anderes Wort für den faktischen Tod ist. Zwar ergänzt man in der
evangelischen Kirche, dass Gott den "ganz Toten" später auferweckt (z. B. der
bekannte Theologe Werner Elert, der spekulierte: Wenn die Seele unsterblich
wäre, wäre die Auferweckung nur ein "halbes Werk"). Doch welcher evangelisch Gläubige
hat bei einem solchen zuvor angeblich totalen Abbruch des Lebens ein gutes Gefühl?
Das kann so nicht stimmen, denken sich deshalb auch gläubige Protestanten. Und
während in den Requiems der katholischen Kirche die Seelen der Verstorbenen
wenigstens noch einbezogen werden, kritisierten Luther und seine
Mitstreiter, es gebe an einem Toten schlicht nichts mehr zu handeln. Dabei
wird verkannt, dass sich die unsterbliche Seele beim Sterbeprozess erst
allmählich vom Körper löst und sich unter Umständen noch längere Zeit an
ihren ehemaligen Körper gebunden fühlt.
Der Tod sei nach evangelischer Sicht die "Verendgültigung" aller menschlichen
Lebensentscheidungen (Hans-Georg Pöhlmann, Abriss der Dogmatik, S. 375),
was auch aus katholischer Sicht für diejenigen zutrifft, denen nicht die
"Gnade" des Fegefeuers gewährt wird, um später doch noch den Himmel betreten
zu können. Diese Anschauung der "Verendgültigung" gipfelt nach der Lehre beider Kirchen
in der grausamsten aller Grausamkeiten, der ewigen Verdammnis, dem absoluten
und unveränderbaren schrecklichen Endzustand. Nach Martin Luther wird diese das
Schicksal der meisten Menschen sein, denn nur "wenige" würden gerettet
werden. Schlimmer: Nach den Reformatoren Martin Luther und Johannes Calvin
habe Gott bereits bei der Geburt vorher bestimmt, welcher Säugling später
gerettet und wer ewig verdammt würde. Das war jedoch den Mitstreitern
Luthers zu hart, und man versuchte, dies mit einem Trick abzumildern. Die
Vorherbestimmung gelte nur für die Rettung, was jedoch - dem gesunden
Menschenverstand zufolge - bedeutet, dass der nicht für die Rettung
vorherbestimmte Säugling eben dadurch zwangsläufig für die Verdammnis vorher
bestimmt sei, auch wenn dies nun nicht mehr direkt gesagt wird (mehr dazu
hier). Deshalb ist die
Abänderung der Lehre nur ein Trick.
Und mit diesen katholischen und evangelischen Verdammnis-Lehren werden bei den Menschen die Ängste, die mit den
kirchlichen Kulten in Verbindung stehen, noch weiter gesteigert.
Weckt Gott auch die Asche auf?
Der Materialismus in den Kirchen zeigt sich auch bei ihren
Bestattungs- und Auferstehungstheorien. Bis zum 2. Vatikanischen Konzil
(1962-1965) lehnte die katholische Kirche etwa die Feuerbestattung ab, weil
man sich z. B. nicht vorstellen konnte, wie Gott beim Jüngsten Gericht den zu
Asche gewordenen Leib wiedererwecken und mit der Seele vereinigen könne. Es
sollten bis 1965 wenigstens noch Knochen als Ausgangsbasis der
geglaubten Wiedervereinigung von Seele und Körper vorhanden sein. Seither hat sich der
Kirchenglaube dahingehend entwickelt, dass nach einer
Feuerbestattung die Asche wenigstens komplett erhalten bleiben müsse. So
brachten die Kirchen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen im Jahr 2003 den Teil des
neuen Bestattungsgesetzes zu Fall, das den Angehörigen ermöglichen sollte,
die Asche Verstorbener auf einem Friedhof zu verstreuen oder privat
aufzubewahren. Die Kirchen fürchteten z. B. die Auflösung eines Menschen "ins
Nichts" oder die Aufteilung der Asche auf mehrere Angehörige. So erklärte
der Beauftragte der römisch-katholischen Kirche bei der Landesregierung von
Nordrhein-Westfalen, Karl-Heinz Vogt, dazu: "Der Mensch ist als Ganzer ins
Leben gerufen und als Ganzer wird er auch wieder zurückgegeben an Gott -
entweder als Leiche, die bestattet wird oder eben auch als Asche, die aber
eben dann als Ganzes der Erde übergeben wird" (MDR 2003).
Gott eine
Leiche oder Aschenreste übergeben? Was ist das letztlich für eine Vorstellung?
Doch eine extrem materialistische. Der
evangelische Beauftragte bei der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen ging sogar noch einen
Schritt weiter: Er beschwor im Vorfeld der
Gesetzesänderung die Gefahr,
dass Angehörige "einen Menschen mit seiner Asche sozusagen ins Nichts
auflösen" könnten. Doch offenbar projiziert der Protestant hier nur die
trostlosen Lehren
seiner eigenen Kirche auf andere. Denn ein Großteil der evangelischen
Theologen will ja, wie gerade dargelegt, sogar die Seele von Verstorbenen ins
Nichts aufgelöst sehen. "Es bleibt kein Seelchen übrig", so etwa der
berühmte Theologe Karl Barth.
Beide
Großkirchen identifizieren also das Wesen des Menschen in einer Weise mit
dem verwesenden Leichnam bzw. der Toten-Asche, dass man zurecht von
einer materialistischen kirchlichen Lehre sprechen kann. In der philosophischen Literatur
ist manchmal auch vom "Vulgär-Materialismus" die Rede, und auch diese Bezeichnung
müssten sich die Kirchen wohl gefallen lassen trotz ihrer
"Auferstehungshoffnung".
Wenn die Seele neben dem Grab ihres ehemaligen Körpers ausharrt
So hat sich z. B. der Pastor der
evangelisch-lutherischen Kirche in Linstow in Mecklenburg-Vorpommern direkt
neben seiner ehemaligen Kirche bestatten lassen. Und auf seinem Grab steht
ein großes Kreuz mit der Aufschrift "Hier werden auferstehen Pastor Johann
Ferdinand Hartwig Hurtzig und seine Frau" (zit. nach idea-spektrum Nr.
47/2009). "Hier", das heißt also neben der verwesenden oder verwesten
Leiche, solle die Auferstehung einst stattfinden. Ein solcher Glaube kann
schlimme Folgen haben. Medial begabte Menschen sprechen immer wieder davon,
dass die Seelen von Verstorbenen neben oder auf ihren Gräbern hocken und
dort auf die "Auferstehung des Leibes" warten. Und es kommt vor, dass es
eine Seele oft Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte lang nicht schafft,
sich vom Grab ihres ehemaligen irdischen Leibes weg zu bewegen und ihren
jenseitigen Weg weiter zu gehen. Vielleicht aus Angst, sie könnte die
Auferstehung verpassen?
So viel an dieser Stelle zum Thema Grab- und Bestattungskultur. Jesus
von Nazareth sagte: "Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und
verkündige das Reich Gottes" (Lukas 9, 60). Die Kirche jedoch schuf
im Gegensatz dazu einen aufwändigen abendländischen Toten- und
Bestattungskult, da sie am Materiellen, letztlich am "Toten" haftet und
praktisch den Geist verleugnet, der alle materiellen Lebensformen durchatmet.
Es ist der Geist, der allen Lebensformen das Leben gibt und der sogar in der Lage ist,
sich von dem, was wir "Materie" nennen, zu lösen, so dass man z. B. auch von
teilmateriellen Formen spricht. Was
hier auf dem Gebiet der modernen Physik zuletzt erforscht wurde, beweist,
dass es die "Materie", wie wir sie früher zu kennen glaubten, letztlich nicht gibt und
dass sie in ihrem Innersten eben geistig ist (vgl. dazu z. B. ein
Interview mit dem bekannten Physiker Hans Peter Dürr
hier) und z. B. auch wellenförmig dargestellt werden kann.
Denkt man die Forschungergebnisse der modernen Quantenphysik zu Ende, so ist jede Lebensform in ihrem Wesen geistig und kann sich auch aus ihrer
materiellen Umhüllung entbinden, was zum Zerfall der materiellen Umhüllung
führt, was ja für alle sichtbar nach dem so genannten Tod mit dem Leib geschieht. Doch
keine Energie geht verloren. Dieses naturwissenschaftlich allgemein
anerkannte Prinzip gilt auch hier und würde dann bedeuten: Diese Lebensform ist in
geistige Energie übergegangen. Auf den Menschen bezogen: Seine unsterbliche
Seele hat ihre menschliche Umhüllung verlassen.
Die tiefenpsychologische Botschaft des Kruzifix
Der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek weist darauf hin,
dass sich die kirchlichen Lehren von der Auferweckung der Leiber, d. h. der
Leichen und womöglich auch der Aschenreste (bis hin zu einer leiblichen
Himmelfahrt Marias gemäß der katholischen Lehre) letztlich mit dem Urwissen
der Menschheit von der Unsterblichkeit der Seele nicht vereinbaren lassen.
Und, so Mynarek: "Wenn sie [die Kirche] ehrlich zu sich selber wäre, glaubte
sie nicht einmal an die Auferstehung der Toten." Mynarek hat - v. a. während
seiner Zeit als Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität
Wien - in Kirchenkreisen, vor allem in den führenden Ebenen, viele
Amtsträger kennen gelernt, die gar nicht an die Auferstehung glaubten,
obwohl sie vordergründig anders predigten
(vgl. dazu Hubertus Mynarek,
Herren und Knechte der Kirche,
http://www.mynarek.de/literatur.html).
Dass der Auferstehungsglaube eher ein Fremdkörper in den
Kirchen ist, lässt sich auch tiefenpsychologisch untermauern. So wird
dort nicht oder nur selten der auferstandene Jesus gezeigt, sondern meist
das Kruzifix mit dem sterbenden Jesus. Der Papst trägt z. B. ein Kruzifix mit
einem gekrümmten sterbenden Jesus an einem Stab demonstrativ vor sich her.
Dies ist vom Bild her ähnlich wie bei kriegerischen Volksstämmen, welche manchmal die Leichen oder
Skalps ihrer getöteten Gegner triumphierend vor sich hertrugen.
Vordergründig soll in der Kirche die Botschaft zwar eine andere sein,
nämlich: "So hat uns Jesus erlöst." Die tiefere Bedeutung könnte jedoch
die Vorstellung sein: "So haben wir Jesus besiegt."
Dazu passt, dass die Kirchen die Lehren von Jesus vielfach in ihr Gegenteil
verkehrt haben. Und würde Jesus heute zu den Kirchen sprechen und nicht "tot
am Kreuz hängen" oder mehr oder weniger "in Frieden ruhen", was würde er
wohl über die kirchlichen Würdenträger sagen? "Ihr Heuchler, ihr
Schlangenbrut, ihr übertünchten Gräber!"? Mit diesen und ähnlichen Worten
ging er mit den Theologen und Schriftgelehrten seiner Zeit ins Gericht
(siehe Matthäusevangelium, Kapitel 23).
Und würde er heute anders reden?
In ihrem aktuellen Weltkatechismus dokumentiert die katholische
Kirche selbst, wie sehr bei ihr das Fleischliche im Mittelpunkt steht. So
lautet etwa der Glaubenssatz Nr. 1015: "´Das
Fleisch ist der Angelpunkt des Heils` (Tertullian, res. 8,2). Wir glauben an
Gott, den Schöpfer des Fleisches; wir glauben an das Wort, das Fleisch
geworden ist, um das Fleisch zu erlösen; wir glauben an die Auferstehung des
Fleisches, in der sich die Schöpfung und die Erlösung des Fleisches
vollenden." Dieser Glaubenssatz klingt fast wie eine
Beschwörung. Und aus religionswissenschaftlicher Sicht ist der
römisch-katholische Glaube
auch gut mit Voodoo-Praktiken vergleichbar. Man denke in neuester Zeit
[2005] z. B.
an das Bestreben, dem verstorbenen Papst Johannes Paul II. evtl. das Herz
herauszuschneiden und in Polen als Reliquie separat auszustellen. Mit dem Mann aus Nazareth, auf
den man sich beruft, hat das alles jedoch nicht das Geringste zu tun. Jesus lehrte keinen
Opferkult. Ähnlich wie bei den großen Propheten vor ihm, war ihm der
Blutopfer-Gedanke und der dazugehörige Kult ein Gräuel, und die
Opfertier-Händler trieb er aus dem Tempel hinaus. Jesus ist nach der
überwiegenden Darstellung der biblischen Evangelien auch nicht auf die Erde
gekommen, um sich "opfern" zu lassen, sondern um mit seinen Anhängern ein
Friedensreich, das "Reich Gottes" auf der Erde, aufzubauen, im
Matthäusevangelium wird es "Himmelreich" genannt. Zum Opfer wurde
er erst, als die Menschen ihn im Stich ließen. Und beim "letzten Abendmahl"
mit seinen Jüngern setzte er auch keine Kulthandlung ein, sondern er bat darum, bei
jedem Essen und Trinken an ihn zu denken, der sich und sein Leben so
verschenkte wie die Mutter Erde sich an die Menschen verschenkt mit ihren
Gaben. Auch lehrte Jesus weder das Sammeln und Verehren von Reliquien noch
lehrte er, dass man Gott Leichen oder Aschen zurückbringen soll. "Heute noch
wirst du mit mir im Paradies sein", tröstete er den Mann, der neben ihm
hingerichtet wurde, und er fabulierte nicht - wie evangelische Theologen
heute - von einer
nun diesem Mann angeblich bevorstehenden "total abbrechenden Verhältnislosigkeit". Das Paradies hatte die Kirche jedoch anderweitig oft
versprochen - vor allem den Menschen, die sie Jahrhunderte lang
millionenfach in Kriege und Tod trieb, während Jesus im Gegensatz dazu die Feindesliebe lehrte
und mahnte: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen."
Und wer sich nur einen Funken Begeisterung für den Mann aus Nazareth bewahrt
hat, der kann wohl nicht hinnehmen, dass kirchliche Institutionen seine Lehre vielfach ins
Gegenteil verkehrten und seinen Namen bis heute für ihren
heidnisch-materialistischen Kult missbrauchen.
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Angst vor der "letzten Ölung"
Wie
die anderen kirchlichen Rituale bzw. Sakramente soll auch die äußere
Handlung der "letzten Ölung" an den Sterbenden etwas Inneres bewirken.
"Durch diese heilige Salbung und durch seine mildreiche
Barmherzigkeit verzeihe dir der Herr, was du gesündigt hast …",
lautet eine mögliche Formel, die der Priester dem Sterbenden zuspricht.
Es findet also nicht eine Vergebung von Mensch zu Mensch statt - über
Reue, Bitte um Vergebung, Wiedergutmachung und Nicht-mehr-Tun -, sondern
die Vergebung erfolgt angeblich durch vom Bischof "geweihtes"
Olivenöl.
Dass dieser "feste Wall" nichts als ein windiges Luftschloss sein könnte, kann man am schweren Sterben vieler Kirchenchristen erahnen, wenn auch nicht beweisen. Dass man das Leiden jedes sterbenden Katholiken, ganz gleich, wie gut oder böse er lebte, jedoch als "Teilnahme am Heilswerk Jesu" bezeichnet, ist ganz offensichtlicher ein besonders grober Missbrauch von Jesus, dem Christus. Und selbst bei tugendhaften Menschen sollte man sehr vorsichtig sein, ihr Schicksal mit seinem Schicksal zu vergleichen oder gar auf eine Ebene zu stellen. Um Christus wirklich nahe zu kommen, müsste der Mensch wohl erst das Brimborium und Gaukelspiel in seinem Namen beenden und ihn ohne Öl und Hostien und dafür mit einem ehrlichen Herzen suchen. Solange man jedoch einen "festen Wall" aus Olivenöl formen will und nicht aus einer innigen Verbindung zu Gott, zu den Menschen und zu Gottes Schöpfung, solange wird offen oder unterschwellig die nackte Angst bleiben, wenn der Todesbote im Priesterrock das Zimmer betritt.
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Strafandrohung an junge Eltern Wer seinen Säugling nicht kirchlich tauft ...
Not und Elend waren für die Kirche immer ein guter Nährboden, um mit
ihren Heilsangeboten bei den Menschen Gehör zu finden. Und diese
willigten ein, zahlten zeitlebens Kirchensteuer und verließen sich auf
die Heilsversprechen der Kirche: Wer glaubt und getauft ist, der wird
"selig" werden, heißt es z. B. in der evangelischen Kirche, wobei durch
das Handeln des Pfarrers oder Priesters bei der kirchlichen
Säuglingstaufe angeblich Gott handle und dieser das Kind beim Vollzug des
kirchlichen Sakraments annehmen würde. Doch was ist das für ein Gott,
der ungetaufte Kinder angeblich nicht so annimmt wie getaufte und der
diese im
Falle ihres Todes ewig im so genannten "limbus infantium" (dem Raum für
ungetauft verstorbene Kinder) ausharren lässt, wie es die katholische
Kirche seit Jahrhunderten vermutet bzw. lehrt? Zwar zeigt der Staat dem Herrschaftsanspruch der Kirchen über Leben und Tod heute Grenzen auf, doch das Grauen der Tradition sitzt noch vielen Menschen in den Gliedern. Um dieses zu mildern, trägt auch die Kirche selbst dem Zeitgeist Rechnung und vertraut mittlerweile ungetauft verstorbene Kinder der "Barmherzigkeit Gottes" an (Katholischer Katechismus Nr. 1261). Mit dieser Formulierung lässt sie bewusst offen, ob ihr Gott womöglich doch einen Heilsweg für diese Kinder habe. Ergänzend dazu ist die "Internationale Theologische Kommission" des Vatikan nach dreijähriger Beratung (PS: wer finanziert das?) im April 2007 zu der noch ein wenig weiter gehenden Schlussfolgerung gelangt, "dass es theologische Grundlagen und ernst zu nehmende Liturgien gibt, die hoffen lassen, dass ungetaufte Säuglinge erlöst werden, wenn sie sterben" (zit. nach Spiegel online, 20.4.2007). Die bisherige Vorstellung einer Art leidensfreien "Vorhölle" als ewiger Bestimmungsort dieser Kinder sei "zu streng" gewesen. Dennoch heißt es auch jetzt: "Es gebe gute Gründe zur Hoffnung, dass auch die ungetauften Kinder errettet werden, von sicherem Wissen könne jedoch keineswegs gesprochen werden" (zit. nach Netzeitung, 23.4.2007). Für Außenstehende immer noch schlimm genug. Außerdem bleibt die Angst, denn die Kirche hält sich weiter die Hintertüre offen zu dem, was sie zu diesem Thema Jahrhunderte lang zuvor gelehrt hat. Zudem flößt man den Eltern, die den Neugeborenen nicht taufen lassen, weiterhin Furcht und Schrecken ein. Sie würden ihre Kinder daran "hindern", "zu Christus zu kommen" (Nr. 1261). Und: "Die Eltern sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder innerhalb der ersten Wochen getauft werden; möglichst bald nach der Geburt", heißt es im Gesetzbuch der Katholischen Kirche Codex Iuris Canonici (CIC Can. 867). Die Begründung dafür steht wiederum im Katechismus. Auch die Kinder bedürfen der "Wiedergeburt in der Taufe, um von der Macht der Finsternis befreit und in das Reich der Freiheit der Kinder Gottes versetzt zu werden ... Die Kirche und die Eltern würden dem Kind die unschätzbare Gnade vorenthalten, Kind Gottes zu werden, wenn sie ihm nicht schon bald nach der Geburt die Taufe gewährten" (Nr. 1250). Wenn Eltern dies anders sehen, sind sie "Häretiker", denn es heißt im Katechismus auch: "Häresie nennt man die nach Empfang der Taufe erfolgte beharrliche Leugnung einer mit göttlichem oder katholischem Glauben zu glaubenden Wahrheit oder einen beharrlichen Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit" (Nr. 2089), wozu die Notwendigkeit der Taufe auch für Säuglinge gehört, damit diese angeblich das volle Heil erlangen. Die Folge dieser Leugnung oder des "beharrlichen Zweifels" steht in Can. 1364 des CIC: "Der Apostat [wer den katholischen Glauben ganz ablehnt], der Häretiker oder der Schismatiker [wer sich dem Papst nicht unterordnet] zieht sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu." Und eine Verfehlung, die mit einer Exkommunikation bestraft wird, zählt als "schwere Sünde". Und diese zieht wiederum die ewige Verdammnis nach sich (vgl. Josef Neuner, Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden und Lehrverkündigungen, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl Heinz Weger, Regensburg 1971, 13. Auflage 1992, S. 410, wo sich die Kirche ihren Priestern auch die Macht zur "Nachlassung der ewigen Sündenstrafen" zuspricht), weswegen die Kirche es ja auch in Todesgefahr ermöglicht, die Strafe auszusetzen (CIC can. 1335). Was aber passiert mit einem Katholiken, der sein Kind evangelisch taufen lässt, weil z. B. der Partner evangelisch ist? Dazu heißt es kirchenamtlich: "Eltern oder solche, die Elternstelle vertreten, welche die nichtkatholische [also z. B. evangelische] Taufe oder Erziehung ihrer Kinder veranlassen, sollen mit einer Beugestrafe oder einer anderen gerechten Strafe belegt werden" (CIC, can. 1366), und man lässt das Kirchenmitglied über die Schwere der Strafe hier im Unklaren, was zusätzliche Ängste auslösen kann. Eine besonders schwere Zwangsmaßnahme ist die Pflicht für Katholiken, einen Säugling in Todesgefahr auch gegen den Willen der Eltern katholisch zu taufen bzw. notzutaufen. Wörtlich heißt es: "In Todesgefahr wird ein Kind katholischer, ja sogar auch nichtkatholischer Eltern auch gegen den Willen der Eltern erlaubt getauft" (CIC, can. 868 § 2). Dies führte z. B. im 19. Jahrhundert dazu, dass ein von einem katholischen Kindermädchen in Bologna katholisch "notgetauftes" jüdisches Kind seinen verzweifelten Eltern weggenommen und direkt im Vatikan streng katholisch aufgezogen wurde (mehr dazu siehe hier). Alle die hier genannten Glaubensinhalte werden freilich in unserer Zeit nur selten direkt ausgesprochen. So findet sich im Katechismus z. B. nicht wortwörtlich der Satz, dass einer Exkommunikation eine "schwere Sünde" vorausgeht. Doch es wird natürlich selbstverständlich vorausgesetzt. Denn es wird im Grundsatz nur zwischen zwei Arten der Sünde unterschieden. Wörtlich heißt es nämlich u. a.: Die "Unterscheidung zwischen Todsünde und lässlicher Sünde wurde von der Überlieferung der Kirche übernommen" (Nr. 1854), wobei schon die Abwendung vom Gott der Kirche und die Hinwendung zu einem "minderen Gut" als Todsünde gilt (Nr. 1855). Früher ließ man die Menschen ja auch zu Tausenden deswegen hinrichten. Doch manche Schauerlichkeiten lässt man heute halt manchmal lieber unter die "Geheimnisse Gottes" fallen als sie direkt beim Namen zu nennen. Denn sonst würden noch weit mehr Zeitgenossen erkennen, wie Menschen durch den kirchlichen Glauben in Einschüchterung, Angst und Abhängigkeit gehalten werden.
Nachwort:
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Torwart Robert Enke nach kirchlicher Lehre
12.11. / 29.12.2009 / 19.11.2010 - Der Selbstmord des deutschen
Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke (32; Torwart von SV Hannover 96) am
10.11.2009 hat viele Menschen bestürzt und tief erschüttert. Robert Enke litt an schweren
Depressionen und hat sich auf einem Bahngleis in Empede bei Hannover von einem Regionalzug
überfahren lassen. Tags darauf wurde in der Marktkirche in Hannover eine
ökumenische Trauerandacht gehalten mit der damaligen evangelisch-lutherischen
Landesbischöfin Dr. hc. Margot Käßmann und dem katholischen Pfarrer und Anhänger
von Hannover 96, Heinrich Plochg. Der katholische Priester hielt auch die
Ansprache bei der großen Trauerfeier am 15.11.2009 in der AWD-Arena. Robert Enke hatte ihm nach einem Spiel einmal
seine Torwart-Handschuhe geschenkt. Die Kirchen sind dabei jedoch doppelzüngig. Nach außen bieten sie den Trauernden vermeintlich Trost und
Beistand an und organisieren z. B. eine solche ökumenische Andacht oder werden
eingeladen, bei Trauerfeiern Reden zu halten. Dabei
verschweigen sie den Menschen aber gezielt ihre Lehre, denn diese steigert die Tragödie
eines
Selbstmords ins Unerträgliche hinein, wenn sie stimmen würde. Und so verschwieg der katholische Priester
auch bei der großen Abschiedsfeier für Robert Enke die kirchliche Lehre und
versuchte stattdessen mit Worten von der Nähe Gottes zu trösten, welche aber seiner
eigenen Kirche widersprechen. Und Pfarrer Heinrich Plochg sagte weiter wörtlich: "Er
war nicht nur Idol, sondern ein Ideal, ein ideales Vorbild" (stern.de,
16.11.2009). Krasser kann der
Gegensatz zur gültigen Lehre der katholischen Kirche überhaupt nicht formuliert
werden, wonach Robert Enke als Selbstmörder unsere Zivilisation "schändete",
"zersetzte" und "entwürdigte" (siehe
hier), sich in "die Gewalt des Teufels"
begab und die "Rechtfertigungsgnade" damit für immer verloren habe
und deshalb den unendlichen Rest seiner ewigen Existenz in die Hölle müsse
(siehe hier). Das ist ohne Wenn und Aber die verbindliche
und unveränderbare römisch-katholische Lehre. Und welcher Katholik das nicht glaubt, müsse deswegen
ebenfalls angeblich später in die ewige Hölle. Dann sollte er aber auch gleich
aus der katholischen Kirche austreten. Pfarrer Heinrich Plochg hat die
Menschen in der AWD-Arena über die wahren Inhalte des Katholizismus getäuscht.
Gleich "dreimal" ewig verdammt:
Noch einmal zurück zu der Frage, was nun mit dem Verstorbenen
nach römisch-katholischer Lehre angeblich geschieht. Robert Enke war erstens mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit
konfessionslos, erfüllt also nicht einmal die erste
aus Sicht der Kirche "heilsnotwendige" Bedingung für das Seelenheil, nämlich eine kirchliche
Taufe.* Dass die Taufe für die Kirche tatsächlich "heilsnotwendig"
sei,
bekräftigt sie vielfach (z. B. unten). Wäre es
nicht so, könnte die Kirche ja auch das Instrument der "Nottaufe" abschaffen,
mit dem sie bei Todesgefahr einem Menschen schnell noch das "heilsnotwendige"
"Sakrament" unter vereinfachten Umständen spenden will, um damit angeblich seine
Seele zu retten. Deshalb ist bei Todesgefahr eines Nichtgetauften jedes Kirchenmitglied als Täufer
autorisiert. "Gespaltene Zungen": Sie reden süß und lehren tödlich
Gerade deshalb weisen wir hier mit Nachdruck auf die Heuchelei
der
Kirche hin, die nach außen mitmenschlich tut, jedoch ihre grausame Lehre
keineswegs zu
ändern gedenkt, wie zuletzt erst wieder der Eichstätter Bischof Gregor Maria
Hanke betonte (siehe hier).
Und ein gutes Verhältnis zur ehemaligen Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann und zu Pfarrer
Heinrich Plochg und ein guter Charakter reichen
eben nach kirchlicher Lehre für Robert Enke in keiner Weise für das spätere Seelenheil aus.
Und falls die Ex-Landesbischöfin das anders sehen sollte, dann müsste ihre Kirche hier sofort ihre Lehre
unmissverständlich ändern statt
scheinheilig "süß" predigen zu lassen, aber "tödlich bitter" zu lehren
und zu verdammen gleich dem Katholizismus. Denn dadurch werden die Menschen, die sich damit näher befassen und
dies glauben, in
noch größere Verzweiflung und Seelenpein geführt. Die Beweise
Hier einige Belegstellen, die das beweisen, was
wir oben dargelegt haben:
3) Katholische Kirche: Auch Fußballspieler Lukas Podolski droht nach katholischer Lehre die Hölle
Die römisch-katholische
Kirche lässt nach ihren Dogmen und Lehrentscheidungen auf diese Weise keinen
Zweifel daran, was nach ihrem Glauben mit Robert Enke passiert ist. Den
Fußballstürmer Lukas Podolski vom 1. FC Köln hat sie jedoch bis jetzt genauso
getäuscht wie zahllose andere Menschen. Nachdem Lukas Podolski im Länderspiel
Deutschland-Elfenbeinküste (2:2) zwei Tore für die deutsche
Fußball-Nationalmannschaft geschossen hatte,
sagte er: "Alle wissen ja, ich bin
Katholik. Die Tore waren für Robert. Der Robert schaut von oben zu" (taz,
21.11.2009). Mit dieser "ketzerischen" Haltung, wonach
Robert Enke "oben" sei und damit "gerettet", droht
auch Lukas Podolski die Verdammnis, wenn er sie nach entsprechender Aufklärung
nicht widerruft. Derzeit würde ihn nur eventuelle "unverschuldete"
"Unwissenheit" noch vor der Hölle bewahren.
* PS: In manchen Internet-Foren
wird zwar spekuliert, Robert Enke könnte katholisch gewesen sein, weil der katholische
Pfarrer Plochg an den Zeremonien beteiligt war. Auf allen katholischen Seiten
wird solches jedoch nicht bestätigt. Das Engagement des Priesters und
Hannover-96-Fans wird stattdessen mit seiner "persönlichen Begleitung der
Familie" begründet und mit den "engen Beziehungen zwischen der katholischen
Kirche in Hannover und Hannover 96" (kath-kirche-hannover.de). Außerdem
fand die erste Andacht in der evangelischen Kirche statt. Und Robert Enke
selbst, der die ersten Lebensjahre in der DDR aufwuchs, bezeichnete sich selbst
auch als "nicht gläubig" (siehe hier). |
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Grausame Lehre
Die evangelische Kirche ist noch um einiges
schlimmer und brutaler als die katholische, wenn es um den Tod geht. Nicht
nur, dass sie das Urwissen der Menschheit um die
Reinkarnation leugnet. Sie leugnet auch das Urwissen von der
Unsterblichkeit der Seele, das von der römisch-katholischen Kirche auf dem
Laterankonzil im Jahr 1513 dogmatisiert wurde. Auch leugnet sie, anders als
die katholische Kirche, jede Möglichkeit einer jenseitigen Läuterung. Und
nicht nur das. Sie leugnet
auch den freien Willen des Menschen in den Dingen, das ewige Heil betreffend
und lehrt stattdessen eine gnadenlose
Prädestination = Vorherbestimmung des Menschen. Diese gilt zwar auch im
Katholizismus, aber nirgends ist dieser Horror grausamer zu Ende gedacht als
im Protestantismus.
Was lehrten die
Reformatoren?
Die evangelischen Reformatoren klammern das
Thema der Unsterblichkeit der Seele weit gehend aus, sprechen
immer nur von Auferstehung. So heißt der zentrale evangelische Lehrsatz in
der Confessio Augustana CA XVII von 1530:
Wie Leonhard Hutter die Unsterblichkeit der
Seele
Zunächst versuchte nun der
Reformator Leonhard Hutter (1563-1616), die Angelegenheit für die
evangelische Kirche anders zu klären, indem er sich doch für die
Unsterblichkeit der Seele aussprach. Sein Standardwerk Compendium locorum
theologicorum wurde von Landesfürsten generationenlang zum offiziellen
Lehrbuch des Protestantismus an einigen Fürstenschulen bestimmt. Die "Seelentöter" - Der "Kahlschlag" der evangelischen Theologie
Professor Dr. Horst-Georg Pöhlmann beschreibt in seinem
Buch dann die Entwicklung in der evangelischen Kirche bis heute: 2010 - Der neue evangelische Katechismus: Auch die Seele müsse sterben
Alles das wird nun im neuen Evangelischen
Erwachsenen Katechismus (8. Auflage, Hannover 2010) bekräftigt. Die
Unsterblichkeit der Seele wird dort ebenfalls klar abgelehnt.
Das Alte Testament interpretiert die
evangelische Kirche demnach so: Es
"versteht
die Seele als den Kern des leiblichen Lebens, als das Prinzip seiner
Lebendigkeit" (S. 192). Biblische Belege für die Unsterblichkeit der Seele
Abgesehen davon, dass die von der Kirche kritisierte
griechische Philosophie das Urwissen der Menschheit über die Unsterblichkeit
der Seele in das kirchliche Abendland hinüber gerettet hat, so ist die
Bibeldeutung der Protestanten extrem eigenwillig. Alle biblischen Belege für
die Unsterblichkeit der Seele werden von ihr kategorisch geleugnet oder
uminterpretiert, weil sonst das eigene Glaubensgebäude in sich
zusammenfallen würde. Es darf also nicht sein. Genauso wie die
Belege und Spuren für die Reinkarnation in der
Bibel. Sie dürfen einfach nicht sein, damit der Protestantismus nicht
gefährdet wird und schon an der Bibel zerfällt. |
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15.6.2007 -
Neues Güte-Siegel
"Nicht vom Priester gesegnet" - Katholischer Stadtdekan verweigert Segnung
für Baumbestattungen auf Schweinfurter Friedhof - Die Stadt
Schweinfurt in Unterfranken bietet auf dem städtischen Friedhof im Stadtteil
Deutschhof neben den traditionellen Bestattungsformen jetzt auch
Baumbestattungen an. Für das Areal gilt "Nicht vom Priester gesegnet", was
für immer mehr Menschen gar nicht schlimm ist,
sondern im Gegenteil sogar eine neue Art Qualitäts-Merkmal bzw. Güte-Siegel
darstellt. Denn: Wenn Menschen im Einklang mit den Kräften und Elementen der
Natur leben und arbeiten und wenn sie die Erde und ihre Bewohner (Menschen, Tiere,
Pflanzen, Steine) nicht ausbeuten, dann erleben sie sich als Gesegnete
des Schöpfergottes. Der katholische Segen hingegen beinhaltet den
biblischen Befehl "Macht euch die Erde untertan" und die gewaltsame
Unterwerfung des Planeten bis auf den heutigen Tag. Der katholische Segen
beinhaltet auch, dass man allen Lebensformen außer dem Menschen eine
unsterbliche Seele bzw. Teilseele und eine Leidensfähigkeit abgesprochen
hat. So gibt es Befürchtungen, dass dieser Segen nicht nur nichts bringt,
sondern sogar Negatives bewirken könnte (mehr dazu siehe
hier).
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Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
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