DER THEOLOGE
Nr. 24


Den Kirchen wird der Spiegel vorgehalten

Kirchlicher Glaube
 und die Hölle auf Erden


Vorwort:
Die grausame Lehre von einer ewigen Hölle zählt zu den wesentlichen Glaubenssätzen der römisch-katholischen und der vielen evangelischen Kirchen (siehe "Der Theologe Nr. 19": Es gibt keine ewige Hölle). Ihren eigenen Anhängern, die sich an die dafür nötigen Bedingungen der jeweiligen Konfession halten, verspricht die Kirche demgegenüber einen "ewigen Himmel". Dass die Kirche aber - unabhängig von nicht beweisbaren Überlegungen über das Jenseits - schon vielfach die "Hölle auf Erden" bereitete, ist unbestritten.

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Aktuell: Über später [2010-2014] aufgedeckte Kinderschänder-Verbrechen in der Kirche berichten wir in Der Theologe Nr. 24 a: Sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche und in Der Theologe Nr. 43: Schwarzbuch Katholische Kirche bzw. in Der Theologe Nr. 44: Schwarzbuch Evangelische Kirche.

Umstritten ist hierbei nur, ob nur einzelne "Söhne und Töchter der Kirche" (wie es die katholische Kirche immer sagt) in "schwere Sünde" verfielen (Papst Benedikt XVI. spricht von "guten und schlechten Fischen" im "Netz der Kirche" bzw. von "Sündern in der Kirche") oder ob die Kirche auch als Ganzes das Gegenteil von dem repräsentiert, was sie vorgibt - so, wie es der Großinquisitor im Roman Die Brüder Karamasov von Fjodor M. Dostojewski dem wieder gekommen Jesus ins Gesicht sagt: "Wir sind schon seit langer Zeit nicht mehr mit dir im Bunde, sondern mit ihm" (vgl. auch den kirchliche Götter-Kult in Der Theologe Nr. 25). Demnach gäbe es zwar viele Menschen guten Willens in der Kirche, die sich auch um eine Jesusnachfolge bemühen. Doch gerade sie würden den eigentlichen geistigen Hintergrund der Kirche und den Kern ihres Wesens verschleiern. Und an sie wäre deshalb auch das Wort des Sehers Johannes gerichtet: "Geht hinaus [wörtlich auch übersetzbar mit: "Tretet aus ..."] aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4).

"Tretet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen!" (Bibel, Offenbarung des Johannes 18, 4)

Jesus von Nazareth selbst sprach von den "Früchten", an denen man einen guten oder schlechten Baum erkennen könne. Und im Hinblick auf die Kirche erklärte der Historiker Karlheinz Deschner einmal: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche [PS: das Wort "christlich" ist dann ein Etikettenschwindel bzw. Betrug], ganz besonders die römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
Die Anzahl und die Grässlichkeit dieser Verbrechen werfen dabei die Frage auf: Handelt es sich hier wirklich "nur" um Verirrungen von einer ursprünglich vielleicht "guten Idee"? Oder zeigen hier eine Institution und ein Glaube einen Teil ihres Gesichts? 

Aus der Mord-Bilanz der Kirche (Auswahl)

Mord an Andersgläubigen im eigenen Land; Inquisition: Jahrhunderte lang; ca. eine Million Tote
Mord an Andersgläubigen im eigenen Land und außerhalb; Judenmord; viele Millionen Tote
Mord an Andersgläubigen in anderen Ländern, v. a. Moslems; Kreuzzüge: viele Millionen Tote
Mord an Ureinwohnern eroberter Länder, z. B. Indianer: ca. 100 Millionen Tote, der größte Völkermord aller Zeiten
Mord an Kriegsgegnern und deren Familien; zahllose von der Kirche inspirierte und gesegnete Kriege; viele Millionen Tote
Mord an Behinderten; gefordert, beteiligt oder geduldet, z. B. im Dritten Reich; Tausende von Toten
Mord an Regimegegnern von Diktaturen unter direkter kirchlicher Beteiligung, z. B. in Argentinien (mehr dazu hier; oder unsere Meldung hier)
Mord an Volksgruppen innerhalb eines Staates unter direkter kirchlicher Beteiligung;
z. B. Serben in den 40-er Jahren in Kroatien oder Tutsi in den 90-er Jahren Ruanda
Mord an Indianerkindern, meist auf indirekte Art, in Kanada und den USA im 20. Jahrhundert. Über 60 % der Kinder, die ihren Eltern weggenommen wurden, überlebten die kirchlichen Umerziehungsschulen nicht
Mord an Tieren; Abwertung als "seelenlose" Wesen und Freigabe zur Schlachtung; Milliarden und  Billionen von Toten
Seelenmord an Hunderttausenden von Kindern im 20. und 21. Jahrhundert durch Kinderschänder-Verbrecher im Talar

Legendär ist in diesem Zusammenhang auch das Wort des Indianer-Häuptlings Hatuay auf dem Scheiterhaufen, dessen Seele die katholischen Peiniger noch in letzter Minute "retten" wollen: Der Häuptling fragt, ob er in dem "Himmel", der ihm bei Annahme des katholischen Glaubens in Aussicht gestellt wird, auch die katholischen Eroberer wieder sehen würde. Als seine Frage bejaht wird, entscheidet er sich ohne weiteres Zögern für die "Hölle".

Der Anlass für diese Ausgabe des
Theologen ergibt sich jedoch aus der Gegenwart. Wenn es Zeiten und Orte in der Geschichte gab, wo die Kirche ihre Gegner nicht ermorden konnte, so pflegte sie doch in solchen Zeiten häufig den Rufmord. Daraus wurde dann unter veränderten Umständen oft wieder der Mord.
Und heute ist eine Zeit, in der die Kirche die Meinungsfreiheit in den westlichen Demokratien vielfach für Verleumdungen Andersgläubiger nützt
(siehe "Der Theologe Nr. 12": Der Sektenbeauftragte, der neue Inquisitor). Es sind vor allem die so genannten "Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten" der beiden Konfessionskirchen, die sich anmaßen, gesellschaftliche Richter darüber zu sein, welche Religion "unbedenklich" und welche "bedenklich" oder gar "gefährlich" sei. Dabei werden regelmäßig die eigenen Abgründe und Gefährlichkeiten auf andere Gemeinschaften projiziert (klassisch z. B. in der Warnung vor irgendwelchen "Gurus", während man den eigenen "unfehlbaren" und im Vatikan mit absoluter Vollmacht in allen Bereichen regierenden Papst als "Standard" und "normal" betrachtet). In zahllosen Fällen geschieht hier schweres Unrecht, das Anhängern kleinerer religiöser Gemeinschaften schon manche berufliche Existenz gekostet hat. Dabei wurde durch die scheinheilige kirchliche "Sorge" über einen angeblichen oder tatsächlichen Missstand schon oftmals eine Hexenjagd der Medien in Gang gesetzt, bei denen die kirchlichen "Sektenbeauftragten" dann als angeblich "besorgte" "Experten" in Szene gesetzt wurden. Dass hier in Wirklichkeit der Wolf Kreide gefressen hat, sollte man nicht merken. Und auch nicht, dass die kirchlichen Rundfunkräte und "Medienbeauftragten" bei solchen Anlässen den eigenen "Weltanschauungsbeauftragten" in die Hände spielen, um gemeinsam religiöse Minderheiten öffentlich "hinrichten" zu können (die einen hinter den Kulissen, die anderen davor).
Noch bietet die Gesetzgebung in den westlichen Ländern religiösen Minderheiten einen gewissen Schutz, auch wenn dieser ausgehöhlt, unterwandert oder durch kirchlich indoktrinierte bzw. kirchengebundene Richter faktisch außer Kraft gesetzt wird. Wer dabei die Geschichte der Kirche kennt und zu verstehen versucht, der wird jedoch dem bekannten deutschen Philosophen Karl Jaspers zustimmen, der in seinem Buch Der philosophische Glaube schrieb: Der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe nach wie vor "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (9. Auflage, 1988, Seite 73).
Damit jedoch zu gegebener Zeit  die Stimmung in der Gesellschaft auch gegen die "Ketzer" aufbereitet ist, wird in unserer Zeit immer wieder gegen sie "geschürt", um das Feindbild am Leben zu erhalten. Dabei ist das Negative oder vermeintlich Negative, was die Kirchen gegen einzelne "Sekten" und "Ketzer"
vorbringen, meist nur ein Bruchteil von dem, was in ihren eigenen Reihen passiert.

“Ihr seid es selbst”

Aus diesem Grund wird den Kirchen in dieser Zusammenstellung einmal der Spiegel vorgehalten, verbunden mit dem Hinweis: "Nicht die anderen sind es, ihr selbst seid es, vor denen ihr warnen solltet! In Euren Reihen geschahen und geschehen diese Verfehlungen." Dabei ist zu berücksichtigen: Keiner von uns ist vollkommen, und jeder von uns macht Fehler, auch schwere. Und wir sind nicht die Richter über diese Dinge und über betroffene Personen, denn jeder wird eines Tages sein eigener Richter sein durch das Gesetz von Saat und Ernte (vgl. Der Theologe Nr. 2). Doch wir zeigen Zusammenhänge auf. So sind die "Söhne und Töchter der Kirche" einerseits "nur" fehlerhafte Menschen wie die anderen auch. Doch sie repräsentieren auch eine Institution, durch die bis heute unermesslich viel Unrecht (Kriege, Morde usw.) in diese Welt gekommen ist und die wie keine andere Organisation der Welt "zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist" (Der Historiker Karlheinz Deschner, Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 43, siehe oben). Oftmals sind die schweren anderweitigen "Sünder" in den eigenen kirchlichen Reihen dabei ausdrücklich nicht diejenigen, die sich an der bösartigen Diskriminierung Andersgläubiger beteiligen. Sondern es waren oft die "Saubermänner", die sich persönlich nichts Gravierendes zuschulden kommen ließen, welche dann aber großes Unrecht gegenüber Andersdenkenden verübten (vgl. z. B. den guten persönlichen Ruf des Inquisitors Konrad von Marburg). Doch ist der Zusammenhang wichtig. Würden sich die Meinungsführer der Kirche und ihre "Sekten-, und Weltanschauungsbeauftragten" mehr mit dem eigenen Sumpf und seinen Ursachen beschäftigen anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen, könnte viel Rufmord eingedämmt bzw. verhindert werden. Und der Nährboden, wo aus Rufmord eines Tages wieder Schlimmeres herauswachsen kann, würde allmählich ausgetrocknet.
Deshalb wird nicht mehr hin genommen, wenn die Kirchen Stimmung gegen Andersgläubige machen, während man schlimmeres Verhalten in den eigenen Reihen deckt oder verharmlost. Und
es wird nicht mehr geduldet, wenn man bei Vergehen in den eigenen Reihen beschwichtigend sagt "Wir sind eben alle Sünder", während man kleinere Fehler oder falsche Anschuldigungen gegenüber anderen dafür instrumentalisiert, vor Andersdenkenden bzw. der "gefährlichen Sekte" zu warnen
.

Diese Ausgabe des
Theologen ist nicht systematisch geordnet, sondern erfolgt chronologisch aufgrund von Tagesereignissen. Sie unterscheidet lediglich zwischen der "Hölle im Pfarrhaus" im ersten Teil und zwischen Ereignissen, die Kirchenmitglieder betreffen, im zweiten Teil (unter der Überschrift Taufe, Glaube und das Grauen).
Diese Zusammenstellung wird solange fortlaufend ergänzt wie die moderne kirchliche Inquisition weiterhin zündelt und ihr schmutziges Geschäft betreibt ...


Vorwort

"Ihr seid es selbst!"

1.)
Die Hölle im Pfarrhaus (mit Einführung)

Gleich nach dem Urbi et Orbi: Priester erwürgt schwangere Geliebte und schneidet sie in Stücke

Katholischer Priester zieht Nonne aus und sticht in Form von umgedrehtem Kreuz mit Messer auf sie ein

Protest gegen Islam: Evangelischer Pfarrer verbrennt sich bei lebendigen Leib

Ehemaliger Ministrant wollte offenbar mit ihm Schluss machen: Dekan wirft sich vor Güterzug

"Perverser Pfarrer" belästigte Kinder

Deutschland: Dekan schlägt Kirchenbesucher wegen "Hostienschändung" - Haftstrafen in Indonesien

Streit um Streicheln? Strichjunge ersticht Priesterausbilder

Katholischer Priester der Beteiligung an sieben Morden und 31 Folterungen angeklagt

Sexualverbrechen von Priestern: 660 Millionen Dollar Entschädigung für 500 Opfer

Bayern: Priester verhaftet / Ministranten sollten mindestens 18 Jahre alt sein

Schweigegelder der Kirche decken pädophilen Priester. Dieser nutzt Deckung für weitere Verbrechen

Verhöhnung: Bischof Müller vergleicht verfehlte Personalpolitik mit Jesus von Nazareth

Der Schmutz hinter festlichen Gewändern - 5.000 pädophile Priester in den USA missbrauchten Kinder

Katholischer Priester vergewaltigte 12-Jährigen mindestens zehn Mal - Opfer bricht nach 14 Jahren zusammen

Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester nach 101 Straftaten wegen Betrugs und Körperverletzung verurteilt

HIV-positiver Jugendpfarrer missbrauchte Jugendlichen und Tiere

Kinder nach Beichten von Pfarrern vergewaltigt

Kinderschänder-Verbrechen durch Priester: Neue Informationen aus Alaska und Irland

Pädophile Priester vor Strafe geschützt und innerkirchlich befördert

Irland: Vergewaltigung von Kindern durch Priester an der Tagesordnung

Kinderschändung: Argentinischer Erzbischof zu acht Jahren Haft verurteilt

Unzählige Seelenmorde - Zig-Tausende Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern

2.) Die Taufe, der Glaube und das Grauen

Tod durch Erfrieren: Engagierte Lutheranerin brachte sich um und nahm ihre drei Kinder mit

Evangelische Kirchenchristin brachte neun Säuglinge um - evangelischer Innenminister lenkt ab

Private Hinrichtungen - Evangelischer Aushilfskantor brachte drei Menschen um

Katholische Pfarrgemeinderätin zu lebenslänglicher Haft verurteilt: Neun hilflose Menschen getötet

Deutschland: Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in den kirchlichen Heimen

Nach intensivem Bibelstudium fünfjährige Tochter zu Tode geschüttelt? Vater verhaftet

Kirche beschließt Ächtung und "ewige Hölle" für vergewaltigtes 11-jähriges Mädchen -
wegen Abtreibung aufgrund "gesundheitlicher Gefahren"

Ausschreitungen von Katholiken in Indonesien

Evangelische und katholische Heime in der Bundesrepublik: ein Ort von Leiden und Qualen

Evangelischer Mesner hängte sich auf - Ehemann der Pfarrerin als Drogenhändler beschuldigt u.a.

Engagiertes evangelisches Gemeindeglied brachte vier, fünf, sechs oder mehr Menschen um

Über 1.000 Kinderporno-Bilder und zwei Videos bei hohem katholischen Kirchenjuristen gefunden

Streit um Sex: Evangelischer Bibelfanatiker ersticht seinen Sohn

Vergewaltigungen von Kindern und mafiaähnliche Vorfälle in "evangelischem Dorf" Eschenau

Streng gläubige Katholikin warf Neugeborenes aus dem 10. Stock

Ex-Priesteramtskandidat vergewaltigte wahrscheinlich über 200 Jungen

Katholik als "einer der kaltblütigsten Täter der deutschen Justizgeschichte"

"Inzest-Drama" in katholischer Familie: Verhinderte kirchliche "Anti-Sekten-Stimmung" frühere Aufklärung?

Er hatte sie gebeten, sich nicht umzudrehen: Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor ersticht seine Frau

Misshandlung von Kindern in kirchlichen Heimen

Streng gläubige Katholikin erschlägt Mutter mit Kruzifix

Evangelisch gläubiger junger Mann brachte seine ganze Familie um

Mord: "Gute Seele" der katholischen Gemeinde überschüttet Kinder und sich mit Benzin und zündet alle an

Folter und Gewaltherrschaft in kirchlichen Kinderheimen

Kongo: Katholische Hilfsorganisationen unterstützten massakrierende Rebellen

Anklage wegen 81-fachen Mordversuchs an Zeugen Jehovas

... doch sie warnen vor friedfertigen Menschen mit anderem Glauben.

Lesen Sie auch:
Ausgabe Nr. 24 a: enthält noch mehr sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche

Ausgabe Nr. 24 b: enthält noch mehr andere Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 21:    Pfarrer Geyer und die evangelisch-lutherische Lehre vom grausamen Gott


1.) “Die Hölle im Pfarrhaus”

Jesus von Nazareth wollte weder Priester noch Pfarrer, geschweige denn eine Hierarchie von kirchlichen Amtsträgern. Die evangelischen und katholischen Pfarrhäuser standen deshalb nie unter seinem Segen. Und in mehreren Fällen eskaliert dort auch die Gewalt. So untersucht  Der Theologe Nr. 21 z. B. den Totschlag an der Theologin und Pfarrfrau Veronika Geyer-Iwand im Jahr 1997. Ihr Mann, Pfarrer Klaus Geyer, wird aufgrund eines Indizienprozesses als Täter verurteilt. Er bestreitet die Tat und gibt nebenbei Einblicke in seine Theologie (siehe "Der Theologe Nr. 21": Pfarrer Geyer und die evangelisch-lutherische Lehre vom grausamen Gott).

Neben dem Mord an Veronika Geyer-Iwand (siehe oben) gibt es auch weitere Fälle von Mord, Totschlag oder Mordversuch, manchmal mit nachfolgendem Selbstmord. Brutal z. B. die Tat von Pfarrfrau K. aus Schwarzenbach an der Saale: Mordversuch an ihren Kindern durch Autoabgase und Selbstmord durch Werfen vor fahrendes Auto - aus Verzweiflung über ihren Mann, Pfarrer Günter K. Oder die Taten von Pfarrer Pandy aus Belgien, der gleich mehrere nahe Familienangehörige der Reihe nach ermordet. Und in Österreich wird z. B. der deutsche Priester Volker S. wegen Mordversuch an einem Strichjungen zu 12 Jahren Haft verurteilt. Nach vorzeitiger Haftentlassung biss er einem anderen Strichjungen massiv in den Penis (siehe hier).

Auch Selbstmorde in der Kirche häufen sich in den letzten Jahren (was die Kirche dazu lehrt, siehe z. B. hier): Vizepräses Dr. K. (Selbstmord durch Autoabgase), Pfarrer Rudolf B. (Selbstmord durch Erhängen), Theologe Lothar R. (lässt sich von einem Zug überrollen) sind nur wenige aus einer langen Reihe, alle evangelisch. In Deutschland geriet auch das Theologenehepaar Moosdorf und seine vier gemeinsamen Kinder ins Rampenlicht. 1997 hält der Pfarrer das Zusammenleben mit seiner Frau nicht mehr aus und zieht 1998 mit einer anderen Frau zusammen (MDR, 25.3.2003). Im Sorgerechtsstreit um die Kinder siegt der Pfarrer gegen die Pfarrerin und erhält die Kinder zugesprochen. Die Pfarrerin bringt sich darauf hin im Jahr 2001 um. Erinnert sei auch an Pfarrer Rolf Günther aus Falkenstein, der sich bereits 1978 während des evangelischen Gottesdienstes mit Benzin übergoss und verbrannte. Er sah sich "in seinem Ringen gegen ´Sektierer`" "von der Amtskirche alleingelassen" (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.9.2008).
Und erst
Ende 2006 wirft sich der katholische Dekan Dr. Klaus Peter K. vor einen fahrenden Güterzug. Hintergrund ist hier offenbar eine homosexuelle Beziehungskrise zu einem ehemaligen Ministranten (siehe unten).

"Protestantische Konfession und Druck der Verhältnisse
erhöhen die Bereitschaft zum Selbstmord.
"

(Focus 19/2006; nach einer Studie des Suizid-Forschers Udo Grashoff)

Hinzu kommen zahlreiche Verbrechen und Vergehen von Pfarrern in den letzten Jahren, in sehr vielen Fällen Vergewaltigungen oder Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen: z. B. durch Pfarrer Rainer S., der nach Kindsmissbrauch in der Psychiatrie kommt. Oder durch Pfarrer Harry R. aus Schkeuditz, der wegen Missbrauchs von Jugendlichen in 42 Fällen angeklagt wird. Er filmte auch den Sex mit seinem Hund und zeigt das Video offenbar in der Jugendarbeit. Oder Pfarrer X. aus dem Oberbergischen Kreis, der im pfarrerlichen Ehebett immer wieder seine Tochter vergewaltigt - zwischen deren 10. und 17. Lebensjahr.

Bei den Sexualverbrechen von Pfarrern an Kindern, sowohl Jungen als auch Mädchen, wurden in den USA bis zum Jahr 2002 schon über 1.000 Verfahren gegenüber 1.600 römisch-katholischen Priestern durchgeführt, und die römisch-katholische Kirche hat dort schon über eine Milliarde Dollar an Schmerzens- und Schweigegeldern gezahlt. Untersuchungen, inwieweit es sich dabei um "berufsbedingte" Verbrechen handelt, dauern noch an. Genauere Zahlen sind noch erschreckender. Einer Information des italienischen Informationsdienstes axteismo.press2@yahoo.it vom 19.4.2007 waren von 1950-2002 4.392 Priester in den USA angeklagt, sich an Kindern sexuell vergangen zu haben, wobei die Zahl der tatsächlichen Täter deutlich höher angenommen wird. Die Zahl stammt nämlich aus dem von den Bischöfen selbst in Auftrag gegebenen John-Jay-Report und wird von Opfer-Vertretern als weit untertrieben betrachtet (siehe z. B. http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp) Und in Irland haben in den 50er-Jahren kirchliche Amtsträger Kinder in römisch-katholischen Heimen nicht nur sexuell missbraucht, sondern es kam hinterher auch zu mindestens einem Mord
(siehe z.B. http://www.das-weisse-pferd.com/99_19/katholische_heime.html)
.

"Ich bin froh, dass mein Sohn nie Ministrant war."
(Eine Katholikin lt. Tagesspiegel, 25.2.2002)

Lt. Spiegel (Nr. 13/2001) bzw. Tagesspiegel vom 21.3.2001 liegen zudem aus 23 Ländern Verbrechensberichte vor, wonach katholische Bischöfe und Priester Nonnen oder andere Frauen vergewaltigten oder unter Androhungen zum Sex gezwungen haben. Dies erinnert an den "heiligen" Kirchenvater Johannes Chrysostomos [bzw. Chrysostomus] (354-407), der erklärte: "Die Weiber sind hauptsächlich dazu bestimmt, die Geilheit der Männer zu befriedigen." Im "Heiligenkalender” ist ihm der 13. September gewidmet. An diesem Tag wird der "große Kirchenlehrer" und "Heilige" vor allem in der römisch-katholischen Kirche besonders verehrt, aber auch in der evangelischen und in der anglikanischen Kirche gibt es ein offizielles Gedenken an den Mann.

Auf vielen Gebieten verbreiteten Priester und Theologen regelrecht die "Hölle" auf Erden. In Ruanda sind katholische Amtsträger im Jahr 1994 z. B. maßgeblich an den Massakern an 800.000 Angehörigen des Tutsi-Stammes beteiligt.  Im Unterschied zu den hauptsächlich römisch-katholischen Hutus sind die Tutsi v. a. Anhänger von Naturreligionen. Ein römisch-katholischer Priester lockt die Opfer 1994 z. B. in seine Kirche und lässt sie dort mit einem einfahrenden Bulldozer gegen die Wand drücken und zermalmen. Der "Hochwürden" kann später in einem italienischen Kloster untertauchen. Zwei römisch-katholische Nonnen werden jedoch in Belgien zu Haftstrafen verurteilt, weil sie Flüchtlinge mit Benzin übergossen und angezündet haben, so dass diese qualvoll verbrannten (z. B. Spiegel Nr. 1/2000, Main-Post 19.4.2001).

In der Münchner Abendzeitung wird schon 1998 eine Serie veröffentlicht, die den Titel trägt:
"Die Hölle im Pfarrhaus". Es ist angesichts dieser menschlichen Tragödien eine besondere Infamie, wenn der evangelisch-lutherische Kirchenrat Dr. Wolfgang Behnk (mit Billigung seines damaligen Landesbischofs Dr. Johannes Hanselmann) z. B. völlig unbescholtenen religiösen Minderheiten unterstellt, bei ihnen könnte sich in Zukunft unter bestimmten Voraussetzungen vielleicht ein "Massenselbstmord" ereignen (Näheres dazu siehe Der Theologe Nr. 12). Dies ist umso gravierender, da diese Menschen weder in ihrem Denken noch in ihrem Tun den geringsten Anhaltspunkt für eine solche Anschuldigung liefern. Demgegenüber ignoriert der offizielle  "Weltanschauungsbeauftragte" der Kirche in diesem Zusammenhang die tatsächlichen und massiert auftretenden Selbstmorde von Kirchenmitgliedern und von Pfarrern sowie die zahllosen Verbrechen in diesen Kreisen, darunter sehr viele Morde. Das Magazin Focus schreibt z. B. unter Berufung auf den Historiker und Buchautor Udo Grashoff: "Protestantische Konfession und Druck der Verhältnisse erhöhen die Bereitschaft zum Selbstmord" (Nr. 19/2006). Er erklärt dies am Beispiel der früheren DDR und schreibt: "Die Freitodneigung ging in der DDR in dem Maß zurück, wie auch die strenge evangelisch-lutherische Prägung zerfiel, die gerade in Sachsen und Thüringen tief wurzelte." Faktisch werden von der Kirche die eigenen Verzweiflungen und Grausamkeiten auf andere projiziert, was die übliche Methode der Inquisition über viele Jahrhunderte war und leider immer noch ist.

Da sowohl die evangelisch-lutherische als auch die römisch-katholische Kirche durch ihre "Sektenbeauftragten", die man als "neue Inquisitoren" bezeichnen kann, religiöse Minderheiten wegen ihrer angeblichen Gefährlichkeit bekämpfen, soll ihnen hier nachfolgend unter dem Titel Die Kirche und die Hölle auf Erden fortlaufend der Spiegel vorgehalten werden. Denn das, was sie anderen meist zu Unrecht unterstellen, sind vielfach Projektionen ihrer eigenen Gefährlichkeit bzw. Niedertracht ...

 


Ereignisse im und um das Pfarrhaus ab Ostern 2006, chronologisch geordnet



20.4.2006 -
Gleich nach dem Urbi et Orbi: Priester erwürgt schwangere Geliebte und schneidet sie in Stücke - doch Kirche warnt weiter vor Andersgläubigen - Kaum war das "Urbi et Orbi" in Rom gesprochen (und der "Ablass" von allen "Sündenstrafen" erteilt), beging ein römisch-katholischer Priester in Mexiko gleich ein besonders schlimmes neues Verbrechen. Er erwürgte nach der Ostermesse seine schwangere Geliebte und zerschnitt sie anschließend in Stücke. Die Leichenteile packte er in Tüten und warf sie in der Nähe des Friedhofs weg. Laut der Mutter des Opfers "habe die Tochter den Priester kennen gelernt, als sie 13 Jahre alt war". Beide haben bereits ein gemeinsames Kind. Derzeit wird ermittelt, ob der "Hochwürden" ein Serientäter sein könnte.
Siehe dazu http://www.netzeitung.de/vermischtes/393433.html.
Der grausame Mord an der Frau ist ein weiterer Anlass für die Frage: Wann beginnt die Kirche, vor ihren eigenen Leuten zu warnen statt vor religiösen Minderheiten? Denn das, was die kirchlichen "Sektenbeauftragten" den Anhängern kleinerer Gemeinschaften unterstellen, sind meist Projektionen der eigenen Fehler, Vergehen und Verbrechen. Und wovor man bei missliebigen religiösen Minderheiten warnt, sind bei näherem Hinsehen vielfach dokumentierte Auswirkungen bzw. Auswüchse des eigenen kirchlichen Glaubens. In diesem Fall kann gefragt werden, ob der mindestens zweimal jährlich gewährte vollständige "Ablass" aller "Sündenstrafen" für gläubige Katholiken (zu Weihnachten und zu Ostern) nicht dazu beiträgt, die Hemmschwelle für neue "Sünden" und "Verbrechen" zu senken.
 



11.5. / 13.5.2006 - Katholischer Priester zieht Nonne aus und sticht in Form eines umgedrehten Kreuzes auf sie ein -
Der 68-jähriger römisch-katholischer Priester Father Gerald Robinson wird in Toledo/Ohio/USA zu 15 Jahren Haft verurteilt. Bereits im Jahr 1980 hat er als 42-Jähriger am Ostersamstag seine enge Mitarbeiterin Margaret Ann Pahl in der Krankenhauskapelle erstochen. Der körperlich überlegene Pfarrer zog der Nonne in der Sakristei die Unterwäsche aus, wickelte sie in die Altardecke der Kirche ein und stach mit seinem Brieföffner 31 Mal zu. Dabei ergab sich auf der Decke die Form eines auf den Kopf gestellten Kreuzes. Die Ordensschwester hatte zuvor den Karfreitags-Gottesdienstes des Priesters kritisiert. Das auf dem Kopf stehende Kreuz gilt als ein Symbol für den “Teufel” und in der Horror-Literatur muss man auf diese Weise die "Boten des Teufels" töten (Toledo Blade, 7.2.2006; Bild, 11.5.2006; dpa, 12.5.2006). Der bekannte Kirchenlehrer Tertullian (um 200) bezeichnete die Frau einst als "Einfallspforte des Teufels". Und bereits in früheren Jahrhunderten wurden Zehntausende von Frauen auf den Scheiterhaufen hingerichtet, weil die Kirche ihnen vorwarf, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Oft ging den Ermordungen ein "gescheiterter" Exorzismus an den Frauen voraus.

Nach außen wirkt Father Robinson für viele Vertrauen erweckend ...

Die Polizei wurde 2003 erneut auf den Würdenträger aufmerksam, der die ganze Zeit über als Hauptverdächtiger galt. Eine Frau klagte ihn und Mitarbeiter seines Seelsorge-Teams nun an, sie als Kind sexuell missbraucht zu haben. In diesem Zusammenhang wurden auch die Ermittlungen zum Mord an Margaret Ann Pahl wieder aufgenommen. Und aufgrund genauerer Ermittlungsmethoden konnte nun der Brieföffner von "Hochwürden" Rev. Robinson eindeutig als Mordwaffe identifiziert werden.

Im Unterschied zu anderen Mördern begründen kirchliche Amtsträger ihre Verbrechen nicht selten theologisch. so war auch Father Robinson zur Urteilsverkündung im Priestergewand erschienen. Und sein Verteidiger, der Freispruch aufgrund nicht ausreichender Beweise gefordert hatte, erklärte nach dem Urteil, dies sei sein beruflich "schlimmster Tag", und er fügte den merkwürdigen Satz hinzu: "Ich bin nie stolzer gewesen, ein Katholik zu sein" (kreuz.net, 12.5.2006).
 



1.11. / 16.11.2006 - Protest gegen Islam: Evangelisch-lutherischer Pfarrer verbrennt sich bei lebendigem Leibe - Pfarrer Roland Weißelberg (73) aus Windischholzhausen bei Erfurt gingen die Warnungen der Kirche vor dem Islam nicht weit genug. Deshalb fährt er am Reformationstag, den 31.10.2006, in das legendäre Augustinerkloster nach Erfurt (Martin Luther lebte dort sechs Jahre als Mönch und wurde dort 1507 zum Priester geweiht), wo an diesem Morgen der Kantaten-Gottesdienst stattfindet. Als in der Kirche gerade das Abendmahl vorbereitet wird, übergießt sich der Pfarrer in der Baugrube unmittelbar neben der Kirche mit Benzin und zündet sich an. Der Tagesspiegel schreibt dazu: "Da der Mann zuvor im Kreuzgang des Klosters gesehen worden war, habe er möglicherweise eine Selbstverbrennung während des Gottesdienstes geplant. Er sei vielleicht nur deshalb auf die Baustelle ausgewichen, weil das Westportal der Augustinerkirche ausnahmsweise verschlossen war" (1.11.2006). Dort steht nämlich um 10.43 Uhr gerade der Kirchenchor und singt "Ave verum corpus" (= "Gegrüßt seiest du, wahrer Leib") von Wolfgang Amadeus Mozart, als den Sängern beißender Geruch brennenden Fleisches in die Nase steigt. Erste Kirchenbesucher laufen nach draußen und sehen mit Entsetzen die Katastrophe.
Mit seinem Selbstmord habe er "seine große Sorge über die Ausbreitung des Islams zum Ausdruck bringen wollen", so die Pröpstin Elfriede Begrich (Spiegel online, 1.11.2006) über Pfarrer Roland Weißelberg, den sie "als sehr belesenen und aktiven Christen" beschrieb, der noch vor 14 Tagen selbst einen evangelisch-lutherischen Gottesdienst zelebriert hat. Immer wieder warnte der evangelische Pfarrer vor den "Nachfolgern Mohammeds". Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt dazu: "Wie kann ein so eloquenter, gottesfürchtiger, vernünftiger und bis zuletzt agiler und vitaler Mann ein Fanal setzen gegen eine Bedrohung, die zumindest in Erfurt bis heute weitgehend abstrakt geblieben ist?" (FAZ, 3.11.2006) Verhältnismäßig wenige Moslems leben in Thüringen in Frieden mit ihren Nachbarn und ihrer Umgebung. Ironie des Schicksals: In der Spezialklinik in Halle/Saale rang ein muslimischer Arzt vergeblich um das Leben des evangelischen Theologen (idea-spektrum Nr. 45/2006). Die Frau des Pfarrers, Ingelore Weißelberg, hat sich bei ihm inzwischen entschuldigt.

PS: Bereits in der DDR war Pfarrer Weißelberg öffentlich bekannt. So hatte er z. B. am 21.4.1988 eine Veranstaltung unter dem Titel Christlicher Glaube und marxistische Weltanschauung im Gespräch moderiert (Utopie kreativ, H. 129/139 (Juli/August 2001), S. 709-721).

Welches sind mögliche Hintergründe des Selbstmords? Pfarrer Uwe Edom, sein Nachfolger im Pfarramt in Windischholzhausen erinnert sich an ein Gespräch, in dem Pfarrer Roland Weißelberg "bedauert habe, dass der Islam zu stark werde, dass das Christentum zu wenig Profil habe und deshalb untergehe" (FAZ, 3.11.2006*). Bei Martin Luther, dessen geistige Nähe Pfarrer Weißelberg im Erfurter Augustinerkloster vor seinem Tod suchte, war das noch anders. Martin Luther wollte die Ausbreitung des Islam in Europa mit aller Gewalt verhindern, und er ging deshalb rigoros vor. Um einen moslemischen Einfluss in Europa zu unterbinden, rief er zum gnadenlosen Krieg gegen die Türken, deren Heer vor Wien stand. In dieser Situation predigte Martin Luther: Die "Christen" sollen "mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... werden sie darüber erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie ewiglich" (Eine Heerpredigt wider den Türken, Anno 1529; Tomos 4, S. 494b-496). Wer also im Krieg gegen den Islam ums Leben kommt, wurde von Luther selig bzw. heilig gesprochen, was vielleicht auch die Hemmschwelle des Thüringer Pfarrers zum Selbstmord senkte. "Der 73-Jährige habe bereits seit Jahren die Haltung der Kirche kritisiert und bei Treffen und Versammlungen mehr Aufmerksamkeit für die Auseinandersetzung mit dem Islam gefordert, sagte die Erfurter Pröpstin Elfriede Begrich unter Verweis auf die Ehefrau des Mannes" (Tagesspiegel). Pfarrer Weißelberg beschwor immer wieder die Bedrohung des kirchlichen Christentum durch den Islam und wollte mit seiner geistig toten Kirche nicht kampflos untergehen, sondern forderte, "dass die Christen ihr Europa verteidigen müssten" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 5.11.2006). "Der Islam ist dran", so Weißelberg in den letzten zwei, drei Jahren im Pfarrer-Ruheständler-Konvent, der ihm als Plattform diente.

Der lutherische Pfarrer muss extrem verzweifelt über seine Kirche gewesen sein. Eine erste Reaktion in der von ihm gewünschten Richtung kam vom Magdeburger Bischof Axel Noack, der sich im Zusammenhang des Selbstmords neben dem Entsetzen über die Tat auch für "ein klares Bekenntnis der Moslems zur Gewaltfreiheit" aussprach (Tagesspiegel). Auch brachte der Bischof die Haltung Martin Luthers gegenüber den "Türken vor Wien" von sich aus ins Gespräch und erklärte im Interview: "Er [Luther] meinte, dass wir von den Türken neu lernen könnten, was Glaube ist" (Spiegel online, 3.11.2006).
Die evangelische Kirche stellt Martin Luther bis heute immer wieder als beispielhaft hin und untergräbt damit eine Orientierung an ethisch wertvollen, christlichen und demokratischen Werten. Denn was Martin Luther u. a. gemeint hat, als er der Christenheit die kriegerischen Osmanen aus dem 16. Jahrhundert als Glaubensvorbild hinstellt, wird ja aus seiner Heerpredigt deutlich (siehe oben).

Ruth Meili, Pfarrerin, Mitglied der Kirchenleitung der Kirchenprovinz Sachsen und Leiterin der evangelischen Communität Casteller Ring (CCR), die das Augustinerkloster betreuen, hat übrigens mit Pfarrer Weißelberg am Tatort noch gebetet. Sie hat dabei gesagt, "dass er sich mit dieser Tat nicht von Gott getrennt habe" (FAZ, 3.11.2006) bzw. "dass Gott mit ihm sei" (idea-spektrum Nr. 45/2006). Auch wenn nicht klar wird, wie die Theologin ihre Worte genau gemeint hat, so ist für die Protestanten Gott auf jeden Fall Gott auch ein "grausamer Gott" (siehe z. B. Der Theologe Nr. 1). Das Verhalten der Theologin Meili kommentierte der Kurator Lothar Schmelz von der Klosterleitung mit den Worten: "Es hat sich gezeigt, dass wir hier im Kloster eine Art Familie sind" (Tagesspiegel). Pfarrer Uwe Edom, Nachfolger Weißelbergs im Pfarramt in Windischholzhausen "glaubt, dass Weißelberg sich bewusst am Reformationstag verbrannt habe. Das sei schließlich der Tag der kirchlichen Erneuerung" (idea-spektrum Nr. 46/2006).

Doch wehe, Ähnliches wäre im Umfeld einer religiösen Minderheit passiert! Oder man hätte einer Minderheit etwas Ähnliches zu Unrecht anhängen können! Dann hätte niemand von einer "Familie“ gesprochen. Stattdessen hätten wie Berichte wohl gelautet: "Sektenführerin verspricht Horror-Jünger das Paradies“ / "Kirche warnt: Reißt der nächste Sekten-Selbstmörder auch andere mit den Tod?“ / "Angst um die Sekten-Kinder" / "Kirche fordert: Der Staat darf nicht zuschauen“ / "Todessekte: Gründer erklärt Terror-Soldaten zu Märtyrern“ / "Sektenbeauftragter warnt vor falsch verstandener Toleranz" usw. 

* Solche und ähnliche Vorahnungen zur Zukunft der Kirche häufen sich. Die Kirche wird überwiegend noch von staatlichen Milliarden-Subventionen am Leben gehalten (vgl. www.stop-kirchensubventionen.de).
 



13.11. / 28.3. / 18.8.2007 - Ehemaliger Ministrant wollte offenbar mit ihm Schluss machen - Katholischer Dekan wirft sich vor Güterzug - den Gläubigen galt er als "Lichtgestalt" - In der Nacht um 3 Uhr werden nach katholischem Volksglauben die "bösen Geister" losgelassen. Am 11. November 2006 war es 3.19 Uhr, als sich der katholische Präses und Dekan des unterfränkischen Dekanats Lohr und Pfarrer von Lohr-St.Michael, Dr. Klaus-Peter Kestler, kurz hinter dem Bahnhof Lohr in Richtung Aschaffenburg vor einen Güterzug wirft. "Das Bischöfliche Ordinariat geht davon aus, dass der 55-Jährige freiwillig aus dem Leben geschieden ist", schreibt die Lokalpresse (Main-Post, 13.11.2006). Sein Tod erspart der Kirche die Aufdeckung eines weiteren Skandals. Gegen den Vorgesetzten der Priester im Dekanat Lohr lief nämlich ein Ermittlungsverfahren "wegen Nötigung in einem besonders schweren Fall". Von einem "jungen Mann", "der in enger Verbindung mit dem Geistlichen gestanden haben soll", ist zunächst die Rede (Main-Post).

Kurze Zeit später erfahren die Zeitungsleser mehr. Demnach pflegte der Würdenträger, der Bischof Friedhelm Hofmann bei der Leitung des Bistums Würzburg unterstützte, offenbar seit einigen Jahren ein "sexuelles Verhältnis" mit einem ehemaligen Ministranten, das allerdings erst begonnen haben soll, als der Jugendliche bereits "das 16. Lebensjahr vollendet hatte" (Main-Echo, 14.11.2006). Der geistliche Leiter des Dekanats Lohr lebte womöglich in totaler psychischer Abhängigkeit zu dem jungen Mann und soll mit Selbstmord gedroht haben, falls der mittlerweile 22-Jährige die homosexuelle Beziehung beendet. Dieser mögliche Hintergrund würde zumindest Überlegungen zu anderen Selbstmord-Motiven bzw. Todesursachen entkräften. Durch den "plötzlichen Tod" von Dr. Kestler werden jedoch keine Ermittlungen mehr wegen dieser Nötigungs-Klage mehr durchgeführt, welche der Kirche auch sehr schaden könnten. Es gilt offiziell die "Unschuldsvermutung". Und zudem erhält Dr. Kestler als Dekan und Mitglied im Priesterrat des Bistums unter diesen Umständen auch ein standesgemäßes römisch-katholisches Begräbnis (Eucharistiefeier mit Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand und Predigt von Domkapitular Heinz Geist) und einen "ehrwürdigen" Platz im Würzburger Priestergrab. Auch die Mitarbeiter und Gläubigen der Gemeinden stellen sich in mehreren (mit dicken Kreuzen und Bibelversen ausgestatteten) Todesanzeigen demonstrativ und "dankbar" hinter ihren "H. H. Dekan" (= "Herrn Hochwürdig(st)en Dekan") (Main-Echo, Main-Post, 16.11.2006). Johannes W., Leiter des Diözesanbüros, sagte über seinen ehemaligen Chef sogar: "Für uns war er eine Lichtgestalt" und ohne ihn ist es dunkler um uns" (Main-Post, 20.11.2006). Für andere wurde es jedoch anscheinend mit ihm dunkler. Dabei stellt sich für Unbeteiligte auch die Frage: Wer steht jetzt selbstlos und ohne eigene Interessen dem ehemaligen Ministranten zur Seite, der sich offenbar auch mit Selbstmord-Drohungen nicht erpressen ließ? Hat er sich kurze Zeit später ebenfalls umgebracht bzw. kam auf die gleiche Weise wie der Dekan ums Leben? (siehe hier)
Der junge Mann und seine Familie haben laut Panorama (ARD, 16.8.2007) schwere Vorwürfe auch gegen den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann erhoben. Dieser "habe den Missbrauch unter der Decke halten wollen. Der damals 17-Jährige ... sei ein Jahr lang von Kestler zu sexuellen Handlungen gezwungen worden" (Main-Echo, 17.8.2007). Die katholische Kirche wies durch ihren Generalvikar Karl Hillebrand die Vorwürfe jedoch zurück.

Erst ca. eine Woche vor den tragischen Ereignissen beklagte der Pfarrgemeinderat von Lohr-St. Michael unter Vorsitz von Dr. Kestler, dass es immer schwieriger sei, v. a. bei Beerdigungen "Ministranten aufzutreiben" (Main-Post, 3.11.2006). Man kritisierte v. a. die Einstellung mancher Eltern, obwohl mittlerweile allgemein bekannt ist, dass katholische Eltern sich aufgrund von Sexualverbrechen oder körperlichen Annäherungswünschen von kirchlichen Amtsträgern scheuen, ihren Kindern den Ministrantendienst zu erlauben. Die Einstellung "Ich bin froh, dass mein Sohn nie Ministrant war" (Tagesspiegel, 25.2.2002) ist inzwischen weit verbreitet.

Und der in diesem Fall ins Licht von Ermittlungen gerückte Dekan ist kein kleiner katholischer Fisch. Präses Kestler war in leitender Funktion (neben Weihbischof Helmut Bauer, Domvikar Paul Weismantel und drei weiteren Personen) auch Mitglied im Geschäftsführenden Ausschuss des Priesterrats der Diözese Würzburg. Und dieser hat wiederum die Aufgabe, "den Bischof in der Leitung der Diözese zu unterstützen" (POW (= Pressedienst des Ordinariats Würzburg), 4.5.2005). Klaus-Peter Kestler war zudem der "Verantwortliche für Priesterausbildung" (Main-Post, 20.11.2006). Die Vorwürfe treffen die römisch-katholische Kirche also einmal mehr ins Mark. Doch nun erklärt der Oberstaatsanwalt plötzlich: "Mit dem Tod des 55-Jährigen sei das Ermittlungsverfahren beendet ... Damit ist klar, dass die Vorwürfe nicht aufgeklärt werden und für den Priester die Unschuldsvermutung gilt." Es wäre allerdings weltweit nahezu einmalig, dass sich ein zu Unrecht Verdächtigter seiner Verteidigung (bzw. der Aufklärung des Sachverhalts) durch Selbstmord entzieht.

Offensichtlich besteht jedoch ein starkes Interesse "Dritter", dass dieser Sachverhalt unter dem Teppich gekehrt bleibt, was durch den Tod des Beschuldigten natürlich möglich ist, nicht jedoch bei einem Strafverfahren wegen schwerer Nötigung, das eingeleitet worden wäre, wenn der Dekan am Leben geblieben wäre. Aus diesem Grund bleiben auch offene Fragen nach dem Grad der Freiwilligkeit des Selbstmords. Immerhin hatte Dekan Dr. Kestler erst vor wenigen Wochen öffentlich gepredigt: "Hoffnungslosigkeit, Verbitterung und Verzweiflung sind mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar" (Main-Post, 26.9.2006). Und weiter: Die Jungfrau Maria sei die "Ursache unserer Freude" und "die echte Freude fängt da an, wo der Spaß aufhört". Sollte es sich bei dieser Predigt nur um oberflächliches Wortgeflimmer handeln? Dr. Kestler "galt als blitzgescheiter Theologe, der tiefschürfende Auslegungen geben konnte
" (Main-Echo, 13.11.2006). Im Zusammenhang des Ermittlungsverfahrens ließ die Kirche zudem ein psychiatrisches Gutachten über ihren Dekan anfertigen. Laut Bistumssprecher Bernhard Schweßinger habe dies - wie auch die Predigt Kestlers - "keine Hinweise auf einen geplanten Suizid gegeben" (Main-Post, 13.11.2006). Und noch einen Tag vor seinem Tod habe Kestler vor Schülern von seiner bevorstehenden Romreise geschwärmt.
 

Die Lehre der Kirche zu Mord und Selbstmord

Offiziell wird von der römisch-katholischen Kirche sowohl der Mord als auch der Selbstmord als "Todsünde" verurteilt. Betrifft es jedoch Personen aus dem eigenen Umfeld (z. B. die Morde von Heiligen oder die Selbstmorde von heutigen Würdenträgern),  verschweigt man in der Regel die eigene Lehre und streut den Menschen Sand in die Augen. So heißt es z. B. offiziell:
"Was ferner zum Leben selbst im Gegensatz steht, wie jede Art Mord, Völkermord, Abtreibung, Euthanasie und auch der freiwillige Selbstmord ...all dies und anderes Derartiges ist ohne Frage eine Schande, und indem es die menschliche Zivilisation zersetzt, entwürdigt es ... jene, die sich so verhalten ... und widerspricht in höchstem Maße der Ehre des Schöpfers" (2. Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 1965, zit. nach Denzinger/Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, Nr. 4327, Freiburg 2009).
Was ist nach katholischer Lehre die Folge eines Mordes oder auch eines Selbstmordes, die zu den "Todsünden" zählen. Wir zitieren aus dem offiziellen Lehrwerk: "Wirkungen der Todsünde: Feindschaft mit Gott: 1680; Verlust der Rechtfertigungsgnade 1705; Ausschluss aus dem Reich Gottes 835; Überführung in die Gewalt des Teufels 1347 1349 1521 1668; ewige Verdammung, Hölle 780 839 858 1002 1075 1306 ... Die Seelen der in einer aktuellen Todsünde Verstorbenen kommen in die Hölle (228 342) 839 858 926 1002 1075 1306; vgl. M  3d (Verwerfung des Menschen)" (Denzinger/Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, D3b, Freiburg 2009, S. 1634).
Vgl. dazu auch: Torwart Robert Enke wird nach kirchlicher Lehre ewig verdammt.


Für den Sonntag, den 12.11.2006, war ursprünglich geplant, die zwischenzeitliche Versetzung von Dekan Dr. Kestler "in den einstweiligen Ruhestand" öffentlich zu machen, um die der Würdenträger zuvor "gebeten" hatte. Nun kam es anders, und es predigte in Lohr der Würzburger Domkapitular Dr. Heinz Geist anlässlich des Todes des Dekans. Der Domkapitular wählte dabei die für kirchliche Informationspolitik unverwechselbaren und typischen Worte: "Gott scheint uns ohne Antwort zu lassen" (Main-Post, 13.11.2006). Und: Das Geschehene werde "wohl für immer unbegreiflich bleiben" (Main-Echo, 13.11.2006). Und einige Tage später in Lohr: "Der Tod von Klaus-Peter bleibt ein Geheimnis" (Main-Post, 20.11.2006). Damit fasst der Domkapitular allerdings weniger den Sachverhalt, sondern mehr den Wunsch seiner Kirche in Worte. Denn wenn es nach "Gott" und der Öffentlichkeit ginge, ließen sich die "Geheimnisse" sehr wohl lüften und das Geschehen könnte durchaus "begreiflich" gemacht und aufgearbeitet werden.

Dass die tragischen Vorgänge wahrheitsgemäß aufgeklärt werden, ist in der Tat unwahrscheinlich. Zum einen ließ Bistumssprecher Bernhard Schweßinger bereits verlauten, das Geschehen werde "wohl für immer (Hervorhebung durch die Redaktion) unbegreiflich bleiben" (siehe oben). Zum anderen gibt es mittlerweile eine unübersehbare Fülle von Berichten über Schweigegelder bzw. Entschädigungszahlungen der Kirche. Allein in den USA geht man von ca. einer Milliarde Dollar Entschädigungszahlungen (http://www201.focus.de/politik/ausland/vatikan_nid_38246.html?drucken=1) und 399 Millionen Dollar an Schweigegeldern aus (ntv, 31.3.2006). Und zum dritten hat sich die lokale Main-Post (die in der Vergangenheit selten eine Gelegenheit ausließ, eine religiöse Minderheit in der Region (vgl. unten) "in die Pfanne zu hauen") bereits auf die Richtlinien des Deutschen Presserats berufen, bei der "Schilderung näherer Begleitumstände" bei Selbsttötungen "größtmögliche Zurückhaltung" zu üben (15.11.2006).
Trotz der höchsten innerkirchlichen Geheimhaltungsstufe sind jedoch auch in Deutschland viele Schweigegeldzahlungen bekannt geworden (
http://www.zeit.de/archiv/2002/20/200220_priester.xml?page=2), und auch in Australien, England, der Schweiz usw. und wohl in nahezu allen Ländern der Erde (vgl. z. B. http://www.gottes-suche.de/12.3.3.%20Missbrauch%202003.html). Die Kirchen lassen sich v. a. in Deutschland wiederum vom Staat, d. h. von den Steuerzahlern subventionieren. Zudem untersagt die römisch-katholische Kirche Kirchenangehörigen und dem Opfer eines Sexualverbrechens bei Strafe der Exkommunikation, über die Taten öffentlich zu sprechen. Dies wurde 1962 unter Papst Johannes XXIII. angeordnet und im Jahr 2001 von Papst Johannes Paul II. und Joseph Kardinal Ratzinger bestätigt. Und es bedeutet praktisch die angebliche ewige Hölle für das Opfer, wenn es außerhalb der Kirche auspackt. So kann man davon ausgehen, dass die vielen dennoch aufgedeckten Fälle nur die Spitze des Eisbergs sind und die Gefahren für Kinder und Jugendliche noch weit größer sind als bisher angenommen.

*Weitere Hintergründe: Dekan Dr. Klaus-Peter Kestler arbeitete im Dekanat Lohr auch mit dem evangelischen Dekan Michael Wehrwein zusammen, der mit inquisitorischem Kleingeist und bürokratischer Regelmäßigkeit gegen religiöse Minderheiten (z. B. Zeugen Jehovas, Universelles Leben) vorgeht und der "die ökumenische Zusammenarbeit" mit Dr. Kestler in der Jugendarbeit lobte (Würzburger Katholisches Sonntagsblatt Nr. 50, 11.12.2005). An den Verleumdungen der kleineren Gemeinschaften durch die evangelisch-lutherische Kirche hat sich der katholische Dekan jedoch - zumindest öffentlich - nicht beteiligt. 

Der evangelische Dekan von Lohr, Michael Wehrwein, holte in diesem Zusammenhang z. B. den evangelischen "Sektenbeauftragten" Dr. Wolfgang Behnk in das Dekanat Lohr (1996, 1997 und 1998), der bei diesen Vorträgen vor ökumenischer Zuhörerschaft über die unbescholtenen Anhänger des Universellen Lebens herzog und diesen an anderer Stelle sogar einen möglichen "Massenselbstmord" anzudichten versuchte - obwohl dort, anders als in der Kirche, das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") konsequent befolgt wird.*
Die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers in Erfurt (
siehe unten) und der Selbstmord des katholischen Dekans in Lohr sind dabei nur die letzten Vorfälle einer langen Reihe von fortlaufenden Selbstmorden von kirchlichen Würdenträgern (siehe dazu auch die anderen Meldungen auf dieser Seite) und Tausenden von Morden und Selbstmorden jährlich unter den kirchlich Gläubigen. Daran zeigt sich, wie die Kirche eigene Verfehlungen und Verbrechen oftmals auf unschuldige Dritte zu projizieren versucht. Dabei lassen sich die Medien nicht selten von der Kirche instrumentalisieren. So veröffentlichte bzw. zitierte die freundschaftlich mit der Kirche verbundene lokale Zeitung Main-Post jahrelang ungeniert Unwahrheiten und kirchliche Verleumdungen über religiöse Minderheiten mit schlimmen Folgen für die Betroffenen (Näheres siehe z. B. in der Dokumentation www.steinadler-schwefelgeruch.de), während sie sich bei tatsächlichen Verfehlungen aus den Reihen der Verleumder "größtmögliche Zurückhaltung" auferlegt (15.11.2006, siehe auch oben).

* PS: Als die evangelische Kirche die bösartige Verleumdung von einem möglichen Massenselbstmord von Urchristen in die Welt setzte, kamen Fernsehteams mit Hubschraubern angeflogen, um über den Häusern der Beschuldigten ihre Runden zu drehen. Werden diese Teams jetzt vielleicht auch die Bahnstrecken im Raum Lohr abfliegen, um nach gefährdeten Nachahmungstätern Ausschau zu halten? Immerhin galt den Gläubigen der Dekan, der sich vor den Güterzug warf, als "Lichtgestalt" (siehe oben) und Vorbild. Oder wird einmal die ganze "Todeszone" von Erfurt bis Würzburg (Thüringen und Würzburg gelten wegen starker kirchlicher Bindungen von Teilen der Bevölkerung als "Selbstmord-Hochburgen"; Focus Nr. 19/2006 für Thüringen; Main-Post, 3.7.1999, für Würzburg) unter Beobachtung genommen? In Erfurt brachte sich ein evangelischer Pfarrer um, der ebenfalls vielen als Vorbild galt (siehe unten; der Lohrer Dekan und der Erfurter Pfarrer wurden übrigens am selben Tag (17.11.2006) beigesetzt). Und besonders um Weihnachten herum eskalieren viele Familienkrisen. Oder setzen sich die Medien nur in Bewegung, wenn die Kirche die Stimmung gegen religiöse Minderheiten anheizt?

PS:
Bereits neun Tage nach dem Selbstmord von Dekan Kestler wurde der nächste unterfränkische Priester von einem Zug überrollt und getötet. Bei Pfarrer i. R. Günther Schwarzkopf aus Alzenau soll es jedoch kein Selbstmord gewesen sein, sondern ein Unfall. Der Würdenträger soll in der Nacht vom 20.11.2006 am Münchner Hauptbahnhof im Alkohol-Rausch auf die Gleise gefallen sein, wo er dann von einer S-Bahn überfahren wurde. Der Geistliche wirkte von 1984 bis 1994 in einem Ortsteil von Klingenberg am Main, wo im Jahr 1974 die katholische Studentin Anneliese Michel nach einem kirchlich angeordneten Exorzismus an Auszehrung starb (siehe "Der Theologe Nr. 9" - Todesfalle Kirche: Warum musste Anneliese Michel sterben?).
Und hierzu noch eine ergänzende Information
: Pfarrer Schwarzkopfs Nachfolger in Klingenberg, Pfarrer Guido Sauer (1995-1999), hat sich übrigens im Februar 2007 vom Priesteramt suspendieren lassen. Gründe wurden nicht bekannt.

Die Meldung über den Tod von Dekan Kestler hat bereits zu vielen Reaktionen geführt. Unter der Rubrik "Frage und Antwort" lesen Sie einen Antwortbrief auf einen kritischen Leserbeitrag.

PS: Ca. drei Wochen nach dem anscheinenden Selbstmord des Dekans soll sich Berichten aus der Bevölkerung zufolge ein junger Mann an nahezu der gleichen Stelle vor den Zug geworfen haben, an der dies auch Dekan Kestler getan hatte. Und Fragen aus der Bevölkerung dazu lauteten: War es der ehemalige Ministrant, der mit dem Dekan Schluss machen wollte? Einige wissen darüber Bescheid. In den Medien wurde nichts berichtet ...

 



5.1.2007 - "Perverser Pfarrer belästigte Kinder", schreibt Focus online (5.1.2007). Erst vor fünf Wochen wiesen wir unter der Rubrik Aktuell auf "Sexualverbrechen wie am Fließband" durch pädophile Pfarrer und Priester hin und schrieben: "Eltern, die unter diesen Umständen ihren Kinder noch das Ministrieren erlauben, handeln zumindest grob fahrlässig. Experten warnen schon lange vor Amtsträgern, welche von der doppelbödigen Sexualmoral der Kirche ´verkorkst` wurden." Jetzt gestand erneut ein Pfarrer aus Nordrhein-Westfalen sexuelle "Grenzüberschreitungen" an Kindern, u.a. im Messdienerlager (z.B. http://www.taz.de/pt/2007/01/05/a0078.1/text). Viele Priester leiden an der alltäglichen Trostlosigkeit zwischen dem Messe-Lesen am Altar und dem einsamen Pfarrhaus und wünschen sich z. B. die seelische und körperliche Zuwendung lebensfroher Kinder.
 



13.1. / 25.1.2007 - Weil er die Hostie nicht korrekt in den Mund steckte: Mann von Dekan körperlich angegriffen. "Hostienschändung" schlimmer als Kinderschändung? - Einer dpa-Meldung vom 12.1.2007 zufolge hat der katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz während einer Messe in der Bonifatiuskirche in Wiesbaden einen Gläubigen geschlagen, nachdem dieser die zuvor vom Dekan geweihte Backoblate nicht katholisch korrekt in den Mund steckte, sondern nur an ihr geknabbert und sie dann in seine Tasche gesteckt hatte. Daraufhin soll der Priester laut gerufen haben "Wo ist die Oblate, wo ist die Oblate?" sowie den Mann im Verlauf der Feier so kräftig geschlagen haben, dass dieser mehrere Prellungen am ganzen Körper und einen geschwollenen Knöchel erlitt. Nach Aussage des Geistlichen hätte dieser den Gläubigen aber nur in "Notwehr" "festgehalten", weil der Gläubige seinerseits den Dekan getreten hätte (Frankfurter Rundschau, 13.1.2007). Auch andere Gläubige hätten dem Mann "die Arme auseinander gezogen". Ob dieser "die Hostie letztlich mitgenommen oder doch gegessen hat, konnten weder Staatsanwaltschaft noch Bistum sagen", schreibt dpa weiter.

Nach römisch-katholischem Glauben wird die Oblate durch die katholische Zeremonie real in Fleisch vom Körper von Jesus verwandelt, was für viele Nichtkatholiken eine wenig appetitliche und kannibalische Vorstellung ist. Für die Katholiken ist das Ergebnis dieser so genannten "Transsubstantiation" dann angeblich real der "Leib Christi" (siehe dazu einige offizielle römisch-katholische Lehrsätze zu Oblate bzw. Hostie). Und diesen z. B. in einer Tasche mit aus der Kirche hinaus zu nehmen, gilt nach katholischem Recht als "sehr schwere Sünde". Der Kirchenbesucher erklärte dazu: "Ich wollte sie mir zu Hause mal näher angucken." Was der Mann dabei vermutlich unterschätzte: "Im katholischen Kirchenrecht ist das die schwerste Straftat, die man begehen kann", erläutert dazu Thomas Schüller, der Kirchenrechtler der Diözese Limburg. Das Eingreifen des katholischen Dekans sei notwendig gewesen, wenn auch nicht der körperliche Kontakt (Frankfurter Rundschau, 13.1.2007).
 
Dabei hatte der Wiesbadener Gottesdienstbesucher noch Glück. Zwar erstattete die katholische Kirche bereits Strafanzeige wegen "Störung der Religionsausübung". (Hier werden wieder einmal Täter und Opfer vertauscht.) Doch umgekehrt zeigte der Gläubige auch den in der katholischen Hierarchie "obersten" Priester der Landeshauptstadt Wiesbaden wegen "gefährlicher Körperverletzung" an. Außerdem wird das kultische "Delikt" - es zählt zur Kategorie der "Hostienschändung" bzw. von "Hostienfrevel" - in Deutschland nicht mehr so massiv bestraft wie in einigen anderen Ländern. In früherer Zeit wurde jedoch auch in Deutschland vor allem jüdischen Mitbürgern "Hostienschändung" unterstellt, und diese wurden dafür verfolgt und hingerichtet (siehe unten). Verfolgungen und harte Strafen gibt es jedoch weiterhin in anderen Ländern.

Einige Beispiele aus unserer Zeit aus Indonesien:
Ein muslimischer Händler "empfing" die Oblate und nahm sie mit nach draußen. Urteil: Sieben Jahre Haft ohne Bewährung. In "Selbstjustiz" zündeten die katholischen Gottesdienstbesucher zudem darauf hin alle Verkaufsbuden auswärtiger moslemischer Händler in Brand (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 12.4.2002).
Einem katholischen Mädchen fiel die Hostie beim Empfang auf den Boden. Darauf hin wurde sie von anderen Gottesdienstbesuchern tätlich angegriffen. Möglicherweise drohte eine "Lynchjustiz". Unter den Angreifern und den Beschützern des verängstigten Mädchens kam es zu schweren Ausschreitungen (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 12.4.2002).
Eine Frau hat die Oblate in der Kirchenbank aus dem Mund genommen und unter ihren Sitz gelegt. Warum, wird nicht berichtet. Urteil: Vier Jahre Haft ohne Bewährung (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 29.6.2002).
Ein junger Protestant ging mit seiner römisch-katholischen Freundin zur Messe. Aus unbekannten Gründen steckte er ebenfalls die Hostie nicht in den Mund, worauf hin die Gottesdienstbesucher auf ihn losgingen. Seine Gesundheit und sein Leben waren jetzt akut in Gefahr. Die Polizei wurde gerufen und konnte den Mann erst durch Abfeuern von Schüssen in die Luft aus der Gewalt der Katholiken befreien. Darauf hin stürmten die gewaltbereiten Katholiken die Polizeistation und brannten sie nieder, ebenfalls das Polizeiauto. Auch die beiden benachbarten Polizeistationen wurden anschließend von den Katholiken niedergebrannt, es gab viele Verletzte
(The Jakarta Post, Sinar Indonesia Baru, 9.2.2005).


Dies ist nur eine kleine Auswahl unter Dutzenden von ähnlichen Vorfällen. Als "aufgeklärter" Europäer mag man vielleicht vermuten: In Deutschland wäre das aber nicht möglich. Doch was ist mit dem Stadtdekan von Wiesbaden?
(siehe oben) Zwar hat der Amtsträger mittlerweile "angeboten", sich "dafür zu entschuldigen" (FR, 13.1.2007). Doch wozu wären er und seine Priesterkollegen im religiösen Eifer noch alles fähig? Und wie beurteilen z. B. die deutschen katholischen Missionare in Indonesien die Strafmaßnahmen in ihrem Gastland? Diese missbilligten nun nicht etwa die siebenjährige Kerkerhaft für den Muslim, der eine Hostie mit nach draußen nehmen wollte, sondern sie schrieben auf ihrer Homepage: "Das Urteil beschämt so manche deutsche Richter, die die Verunglimpfung christlicher Symbole und Werte zumeist ´auf Kosten der Staatskasse` einstellen".
(Ursprüngliche Quelle www.steyler.de/content/de/aktuell/nachrichten/02/nachrichten-2002-09-02.php4 nicht mehr erreichbar) In Deutschland sollte sich die Justiz nach Überzeugung der katholischen Experten also offenbar ein Beispiel an den indonesischen Richtern nehmen.


Bei der Hostie kennt die Kirche keine Gnade. In Berlin werden im Jahr 1510 vor der Marinenkirche 38 Juden hingerichtet, alle anderen vertrieben. Die Anschuldigung: Einige Juden hätten angeblich gestohlene Hostien verkauft. Später stellte sich heraus: Die Vorwürfe waren falsch. Es war ein von der Kirche lancierter Justizmord. Der Hintergrund: Die
"Ausmerzung" der religiösen Minderheit (siehe dazu: Der Glaube der Kirchen, Nr. 382).

Im Grunde genommen bestätigen diese Vorfälle die Analyse des bekannten deutschen Philosophen Karl Jaspers in seinem Werk Der philosophische Glaube: Der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe nach wie vor "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (9. Auflage, 1988, Seite 73).

Doch damit nicht genug. Der Tübinger Religionswissenschafter Günter Kehrer erklärt gemäß einer dpa-Meldung vom 5.2.2006, dass der falsche Umgang mit der Hostie nicht nur die "schwerste Straftat" nach dem Kirchenrecht sei (siehe oben). Sondern es gilt darüber hinaus:
"Hostienschändung ist [im Katholizismus] eine Sünde, die nie vergeben werden kann, für sie gibt es ewiges Fegefeuer [also "ewige Hölle"]. Dagegen ist Gott im Islam barmherzig, es gibt nichts, was nicht verziehen werden könnte."
 



12.4.2007 - Streit um Streicheln? - Strichjunge ersticht Priester-Ausbilder - Als der 18jährige Strichjunge aus dem Norden Brasiliens die Berührung des Priesters abgewiesen haben soll, sei es zum Streit und zur Messerstecherei zwischen den Männern gekommen. So die Erklärung des jungen Mannes. Der Priester starb, der Strichjunge trug tiefe Schnittwunden an Hand und Arm davon. Er beteuerte, er habe in Notwehr gehandelt. Er hätte den Amtsträger in einem Einkaufszentrum getroffen und "sei mit ihm nach Hause gegangen, um im Internet zu surfen". Der Geistliche, Hochwürden Wolfgang H., stammt aus dem Bistum Trier in Deutschland und war in Brasilien in der Ausbildung des Priesternachwuchses tätig. Die Angaben des jungen Mannes werden derzeit auf Glaubwürdigkeit überprüft (Spiegel online, 12.4.2007).
 



7.7.2007 - Im Namen der Kirche: Katholischer Priester wegen Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42 Entführungen angeklagt - Am 5.7.2007 begann in La Plata in Argentinien der Prozess gegen den deutschstämmigen römisch-katholischen Priester Christian von Wernich (69). Der Seelsorger war Polizeipfarrer und galt als einer der engsten Vertrauten von Ramón Camps, dem Sicherheitschef von Buenos Aires in der Zeit der Militärdiktatur (1976-1983), während der mehrere Tausend Bürger spurlos und für immer verschwanden. Die Verbrechen des Würdenträgers von Wernich sind kein Einzelfall. Römisch-katholische Bischöfe haben Politiker und Militärs z. B. beraten, wie sie Andersdenkende möglichst unauffällig hinrichten können (mit Drogen voll pumpen und aus dem Flugzeug werfen), und sie haben verantwortlichen Politikern und Militärs die Vergebung ihrer Sünden und den späteren Eintritt in den "Himmel" zugesprochen (mehr dazu siehe hier).

Nach römisch-katholischer Lehre behält Hochwürden (wörtlich: H.H. = "Hochwürdiger Herr") Christian von Wernich auch beim Nachweis seiner Beteiligungen an den Morden und Folterungen das Recht, stellvertretend für "Gott" den Menschen die Vergebung zusprechen zu können, selbst wenn die eigenen Sünden des Würdenträgers als "Todsünden" beurteilt werden (mehr dazu hier; und wer hier nicht zustimmt, muss nach katholischer Lehre in die ewige Hölle). Doch möglicherweise werden die Untaten von der Kirche ja auch gerechtfertigt, denn der Priester hatte sie ja als Seelsorger im Staatsdienst ausgeübt.

Der Historiker Karlheinz Deschner schrieb im Jahr 1986: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
 



15.7. / 24.8.2007 - Sexualverbrechen von Priestern in der Diözese Los Angeles: 660 Millionen Dollar Entschädigung für 500 Opfer / Haftpflichtversicherungen müssen 227 Millionen zahlen - die Spitze eines Eisbergs. Bereits 10.000 Kirchen-Opfer haben in den USA geklagt. Der jetzige Vergleich mit den 500 Opfern erspart der römisch-katholischen Kirche zunächst weitere Prozesse. Trotz der finanziellen Entschädigung bleiben oft tiefe Wunden. Ein Mann, der den Tränen nahe ist, erklärt im Fernsehen: Die Summe könne ihm seine Kindheit "nicht zurück geben" (ZDF, Heute, 16.7.2007). Und das Opfer Mary Ferell erklärt: "Das Geld zeigt nur die ungeheuerliche Schuld. Ich würde es zurückgeben, könnte ich dafür meine Kindheit wiederhaben" (Süddeutsche Zeitung, 16.7.2007). Der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Hubertus Mynarek rät in diesem Zusammenhang deshalb: "Kinder sollten am besten gar keinen Kontakt zu Priestern haben" (Das Weisse Pferd Nr. 6/2002). Denn das Risiko ist überdurchschnittlich groß, und Eltern handeln mittlerweile verantwortungslos, wenn sie ihren Kindern noch gestatten, sich im Umfeld eines Priesters zu bewegen bzw. wenn sie sie ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten in die katholische Kirchengemeinde gehen lassen. In der Diözese Los Angeles kam man z. B. in 75 % aller katholischen Kirchengemeinden Sexualverbrechen an Kindern auf die Spur. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: "Es stellte sich heraus, dass in drei Vierteln der 288 Pfarreien der Diözese im Laufe der Jahre mindestens einer der 221 Priester, Mönche oder Laienlehrer Dienst getan hatte, denen Kindsmissbrauch vorgeworfen wurde. Und es stellte sich ebenso heraus, dass die Kirche in vielen Fällen Bescheid wusste und, wenn überhaupt - nur Täter versetzte - und sie einfach weitergewähren ließ" (16.7.2007). Dabei wurde einer der Priester vom zuständigen Kardinal Mahoney immer wieder in eine andere Kirchengemeinde versetzt, nachdem er in der jeweils vorherigen Kinder missbrauchte. Auf diese Weise brachte er es auf 17 Pfarrstellen (El pais, 16.7.2007).
Wer jedoch glaubt, die Kirche würde jetzt reinen Tisch machen, der irrt. "Die Erzdiözese veröffentlichte mehrere Schuldbekenntnisse, gab zu, die Täter und nicht die Opfer geschützt zu haben, und weigerte sich dennoch, Unterlagen heraus zu geben, in denen Missbrauchsfälle dokumentiert waren - und die Fehlreaktion der Kirchenhierarchie. Am Ende kommt die Einigung die Kirche in Los Angeles vielleicht tatsächlich noch vergleichsweise billig" (Süddeutsche Zeitung, 16.7.2007).
Zudem lässt sich die Kirche einen großen Teilbetrag von ihren Haftpflicht-Versicherungen rückerstatten. Hierbei geht es um 227 Millionen Dollar. Von den Zahlungen an die Kirche sind auch zwei deutsche Gesellschaften betroffen. Während die Allianz-Versicherung den Schaden durch die klerikalen Sex-Verbrechen noch nicht bezifferte, geht die Münchner Rück von "mehr als 10 Millionen Euro" aus (Financial Times Deutschland, 17.7.2008).
Lesen Sie zur aktuellen gerichtlichen Einigung in den USA auch:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,494499,00.html
 



31.8. / 7.9.2007 - Wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestrafter Priester von Kirche wieder in Gemeinde eingesetzt / "Grausames Experiment mit der Seele unserer Kinder" / Priester nach erneutem Sexualverbrechen verhaftet / Vertuschungspolitik der Kirche von Staatsanwaltschaft gedeckt? / "Der Bischof muss hart bestraft werden" / Ministranten sollten mindestens 18 Jahre alt sein - Die erste Agenturmeldung zum Thema lautete wie folgt: "Ein wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter katholischer Pfarrer aus dem Landkreis Regensburg soll sich erneut an einem Kind vergangen haben. Gegen den 39-Jährigen sei wegen Fluchtgefahr ein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Nürnberger Justizpressestelle mit. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich mehrere Jahre lang an einem Ministranten vergangen zu haben. Erst im Juli war bekannt geworden, dass das Bistum Regensburg den Mann trotz seiner einschlägigen Vorstrafe wieder in der Gemeindeseelsorge einsetzt hat. Bereits vor acht Jahren hatte er sich als Kaplan im niederbayerischen Viechtach an mindestens einem Jungen vergangen" (Bild online, 31.8.2007; Aktualisierung am 1.9.2007: http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/01/pfarrer-missbrauch/haft-ministranten-regensburg,geo=2422192.html).

Nach kurzer Zeit stellte sich dann heraus, dass der im Jahr 2000 verurteilte Priester sich seither "mehrere Jahre" erneut an einem Ministranten an seinem neuen Dienstort vergangen habe. In einer dpa-Meldung heißt es dazu: "Der Bürgermeister von Riekofen, Armin Gerl, warf der Kirchenleitung Versagen vor. Sie hätte die Gläubigen schon vor Jahren über die kriminelle Vergangenheit des Priesters aufklären müssen ... Der Rathauschef kritisierte weiter, das Bistum hätte dem vorbestraften Geistlichen ´auf die Finger schauen` müssen. ´Die Schuld muss man dem Ordinariat geben`", das sich seinerseits damit verteidigte, der Priester sei  "laut einem Gutachten geheilt" gewesen (3.9.2007). Dem widerspricht der Leiter der "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern", der Sozialpädagoge Johannes Heibel: "Unter Fachleuten ist es unumstritten, dass Pädophilie eine Neigung ist, die sich nicht therapieren lässt" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Doch noch vor fünf Wochen, als die Passauer Neue Presse erstmals von den neuen Vorwürfen gegen Pfarrer Peter K. berichtete (Quelle siehe auch http://www.gegensexuellegewalt.at/2007/07/kath-kirche-und-der-umgang-mit/), wiegelte der Generalvikar des Bistums Regensburg, Michael Fuchs, ab. "Von dem Pfarrer gehe keine Gefahr für Kinder mehr aus, hieß es" (PNP, 3.9.2007).

Deutliche Kritik übt Johannes Heibel sowohl an der Kirchenleitung als auch an der Staatsanwaltschaft: "Der Priester kam im Jahr 2000 mit einem Strafbefehl ohne öffentliche Verhandlung davon. Für mich sieht das so aus, dass die Vertuschungspolitik der Kirche von der Staatsanwaltschaft gedeckt wurde. Wäre der Täter zum Beispiel ein einfacher Arbeiter gewesen und kein Pfarrer, dann wäre die Justiz sicher anders vorgegangen." Und: "Die Macht der Kirche in Bezug auf unser Rechtssystem ist nicht von der Hand zu weisen. Dafür gibt es auch Beispiele aus anderen Bundesländern. Aber so ein Fall ist doch kein Kavaliersdelikt, den man unter der Hand regeln kann" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Und weiter: "Sexueller Missbrauch, begangen von einem Pfarrer, richtet oft noch einen größeren seelischen Schaden an als sexuelle Gewalt vom eigenen Vater."

Aktualisierungen am 6.9. und 7.9.2007: Nach Recherchen des Magazins quer (Bayerischer Rundfunk, 6.9.2007) gingen die Verbrechen des Pfarrers in Riekofen über seinen einstigen Missbrauch in Viechtach hinaus. Und Opfer seien diesmal nicht nur ein Ministrant, sondern mehrere, denen der Amtsträger in Einzelgesprächen offenbar zunächst aus einem sexuellen Aufklärungsbuch vorlas, bevor er zum Praktischen überging bzw. übergehen wollte. In einer Erklärung des Pfarrgemeinderats Riekofen vom 6.9.2007 heißt es, es hätten zudem "zahlreiche versuchte sexuelle Übergriffe stattgefunden" (z. B. Main-Post, 7.9.2007). Und mittlerweile ist auch bekannt, dass der Regensburger Bischof Ludwig Müller bei der Verleihung der Pfarrstelle an den pädophilen Priester gegen einen Beschluss der deutschen Bischöfe verstieß, verurteilte Sexualtäter nicht mehr im Gemeindedienst einzusetzen. Aus diesem Grund ist es auch verständlich, wenn Johannes Heibel von der "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern" fordert: "Der Bischof muss hart bestraft werden" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Und mehr noch: Der Pfarrgemeinderat Riekofen beklagt, dass der Priester während seiner juristischen Bewährungszeit keineswegs nur im "Altenheim" eingesetzt wurde, sondern bereits im Gemeindedienst. Das Bistum habe sich auf ein "grausames Experiment mit den Seelen unserer Kinder" eingelassen (z. B. Main-Post, 7.9.2007). Dafür sollte der Bischof zumindest zurück treten.
Mehr dazu z. B. in der Passauer Neuen Presse:
http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-17207669&Ressort=bay&Ausgabe=&RessLang=bay&BNR=0


Doch leider ist es immer dasselbe, hundertfach, tausend- und zehntausendfach, Ausnahmen nicht bekannt: Die Kirche fordert von ihren Priestern sexuelle Enthaltsamkeit. Und während diese vordergründig immer wieder mit Worten wohlgeformte und hohle Predigten halten, werden hinter den Kulissen sexuelle Ausschreitungen und Verbrechen in unübersehbarem Ausmaß praktiziert. Dabei verstecken sich die kirchlichen Würdenträger in der Öffentlichkeit hinter ihren festlichen Gewändern. Und was wird darunter und dahinter nicht alles verborgen? Und hierzu schweigt die Kirche, vertuscht und spielt herunter, so weit das irgendwie möglich ist. "Die Kirche arbeitet mit allen Tricks", so der Leiter der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch, Johannes Heibel (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Deshalb kann sich der Bürger nur noch selbst helfen, was z. B. auch bedeutet: Die Kinder schützen und nicht mehr in die Kirche schicken und auf jeden Fall von Priestern fernhalten. In der Diözese Los Angeles waren die Kinder z. B. in 75 % aller Pfarreien in mittelbarem oder unmittelbarem Kontakt mit Sexualverbrechern, meist den Priestern selbst (siehe oben). In Deutschland gibt es noch keine so detaillierten Zahlen. Doch auch hier müsste einiges geschehen, z. B. ein Handeln des Gesetzgebers. So könnte z. B. das Jugendschutzgesetz dahin gehend erweitert werden, dass der römisch-katholischen Kirche grundsätzlich untersagt wird, Ministranten unter 18 Jahren zu beschäftigen, weil die Gefahr für die Jugendlichen und Kinder, sexuell missbraucht zu werden, einfach zu groß ist.
Doch auch wenn von einer bestimmten Anzahl von Priestern keine sexuelle Bedrohung für Kinder ausgeht, so droht ihnen durch den Priester auf jeden Fall eine Gottesvergiftung durch die kirchlichen Lehren (siehe dazu auch Der Theologe Nr. 18).

 



17.9. / 18.9.2007 - Schweigegelder der Kirche, um pädophilen Priester zu schützen. Dieser nutzt die Deckung für neue Verbrechen - Die Sexualverbrechen an Kindern in Riekofen in Bayern hätten leicht verhindert werden können. Doch das Bistum Regensburg startete stattdessen ein "grausames Experiment mit den Seelen von Kindern" (Pfarrgemeinderat Riekofen) (siehe hier) und drehte seither an der Wahrheit, dass sich die Balken biegen.

Die Fakten
:
Mittlerweile scheint klar, dass der Priester die Ministranten "einzeln eingeladen und aus einem Sexualkundebuch vorgelesen" habe (Der Spiegel Nr. 38/2007). "Dann habe der Priester die Jungs oft gefragt, ob sie schon einmal Sex hatten. Anschließend soll er zudringlich geworden sein. ´Die Übergriffe`, mutmaßt der Vater [eines Jungen], ´waren wohl wesentlicher schlimmer als das Geschehen in Viechtach [wo der Priester einem Neunjährigen an das Geschlechtsteil fasste und einen Zwölfjährigen dazu brachte, sich vor ihm nackt auszuziehen]. 100 Kinder sind jetzt Zeugen und sollen die "Übergriffe" in Riekofen bzw. mögliche Versuche dazu jetzt genauer schildern.

Es ist genug. "Es könnte einer der schlimmsten Sex-Skandale in der deutschen Katholischen Kirche werden." (Spiegel online, 17.9.2007)

Vertuschungen, Schweigegelder, Verdrehungen der Wahrheit (= Lügen) der Kirchenoberen:
Die Opfer des Priesters in Viechtach [dem vorausgehenden Dienstort des Priesters] bekamen insgesamt 6.500 DM Schweigegeld vom Bistum.
Dafür gehen die Eltern nicht zur Polizei, sondern lassen das Bistum die Vergehen "intern regeln".
Eine schriftliche Zusicherung, dass der Priester nicht wieder mit Jugendlichen arbeiten wird, bekamen die Eltern der Opfer ausdrücklich nicht: Eine solche Zusicherung könne "nicht gutgeheißen werden", doch der künftige Einsatz werde "erst aufgrund einer sorgfältigen Entscheidung erfolgen," so die Erklärung des Bistums an die Eltern (Der Spiegel Nr. 38/2007).
Auch einen Vorbehalt einer evtl. späteren Anzeige wies das Bistum zurück: "Da der künftige seelsorgerliche Einsatz von Herrn K. allein im Kompetenzbereich des Bischöflichen Ordinariats verbleiben soll, wobei bei Art und Zeitpunkt des Einsatzes die Vorfälle berücksichtigt werden, können wir es nicht akzeptieren, dass ... eine Anzeige vorbehalten bleibt." Das heißt: Die 6.500 DM gab es nur nach Unterschrift der Eltern unter diese Bedingung.
Da der Priester dann aber von einem Mitwisser angezeigt wurde, kam es zu einer Bewährungsstrafe (siehe hier), welche die Kirche im Lebenslauf des Würdenträgers dann allerdings vertuschte, indem man einfach den Dienstort, an dem es passierte, aus dem Lebenslauf strich.
"Die Kirche habe erst eine vierjährige Therapie abgewartet, bevor K. wieder in die Nähe von Kindern eingesetzt wurde, sagte Bistumssprecher Jakob Schötz noch vergangene Woche" (Der Spiegel Nr. 38/2007). Doch Tatsache ist: Zwar setzte man ihn sogleich schwerpunktmäßig im Altenheim ein, doch nur wenige Monate (!) nach Beginn der dreijährigen "Bewährungszeit" firmte der Priester im Frühjahr 2001 bereits aushilfsweise die Kinder in Riekofen und segnete "dabei mindestens einen Jungen, der laut Zeugenaussagen zu seinen späteren Opfern zählen sollte." Und bereits von hier an, also ab 2001, hatte der pädophile Priester in Riekofen wieder die Kinder im Visier und begann mit der "Ministrantenarbeit". Schließlich wurde der Priester von Bischof Gerhard Ludwig Müller nach der "Bewährungszeit" als ordentlicher Priester von Riekofen eingesetzt, obwohl die Deutsche Bischofskonferenz den Gläubigen und der Gesellschaft versprochen hatte, verurteilte Sexualstraftäter nicht mehr als Seelsorger für Kinder einzusetzen. Der Bischof von Regensburg hielt sich jedoch nicht daran. Und so wurde es dem pädophilen Priester leicht gemacht, wieder seinen sexuellen Vorlieben nachzugehen: "Überhaupt bemühte sich der junge Kirchenmann rührend um die Jugend ... schaffte es, rund 100 Schüler aus der Gemeinde als Ministranten zu werben" (Der Spiegel Nr. 38/2007). Und auch bei dem Gutachten, das nach kirchlicher Rechtfertigung angeblich die "Heilung" des Priesters behauptete, handelte es sich nur um eine Stellungnahme des persönlichen Therapeuten des Priesters.
Die Mutter der in Viechtach missbrauchten Jungen hat "die Kirche in Regensburg" "mehrfach" "vor so etwas gewarnt", nachdem sie die Schweigevereinbarung unterzeichnet hatte. Doch die Kirche vertuschte und verharmloste, was das Zeug hielt und setzte sich nach Zahlung der 6.500 DM selbstherrlich über alle Warnungen hinweg.

Man wird sehen, wie sich der Bischof und seine Leute diesmal wieder aus der Situation herauszuwinden versuchen. Zu bedenken ist hierbei auch, dass die Kirchenmitglieder ja Kirchensteuer zahlen und obendrein Spenden an die Kirche geben. "Für wo am Nötigsten" heißt es oft bei der Zweckbestimmung von Spenden an die Kirche. Damit hätte man wohl im Ernstfall genügend Spielraum für weitere Schweigegelder oder Schmerzensgelder.

PS: Erst im Sommer 2004 wurde bekannt, "dass ein Pfarrer in Falkenberg [im Bistum Regensburg] über einen Jungen hergefallen war. Die Eltern des Opfers wandten sich an das Bistum, wurden aber nach eigenen Aussagen hingehalten. Erst als sie dann doch zur Polizei gingen, wurde der Priester aus dem Verkehr gezogen" (Der Spiegel Nr. 38/2007).
Deshalb der Aufruf: Sofort zur Polizei gehen und sich nicht mitschuldig an den Vertuschungspraktiken der Kirche machen (auch nicht gegen Schweigegeld). In der Diözese Los Angeles/USA waren zuletzt in 75 % aller Kirchengemeinden Sexualstraftäter tätig, meist die Priester selbst.
Deshalb die weiteren Aufrufe: Ministrieren soll vom Gesetzgeber im Jugendschutzgesetz erst ab 18 Jahren erlaubt werden. Und: Kinder sollten gar keinen unmittelbaren Kontakt zu Priestern haben oder nur in Begleitung Erwachsener.


Aktualisierung
: Die Vertuschung geht weiter; siehe z. B.
http://www.fnweb.de/nachrichten/politik/20070921_srv0000001490516.html

 



21.9.2007 - Verhöhnung: Bischof Gerhard Ludwig Müller vergleicht verfehlte Personalpolitik mit Jesus von Nazareth - Bischof Gerhard Ludwig Müller, der gegen die "Leitlinie" der Deutschen Bischofskonferenz verstoßen hatte und entgegen dieser "Linie" einen verurteilten Sexualstraftäter an Kindern wieder im Gemeindedienst mit Kindern eingesetzt hatte, wäscht seine Hände in Unschuld. Mehr noch: Er vergleicht sich mit Jesus von Nazareth. Der Bischof wörtlich:
"Wenn Jesus auch den schlimmsten Sündern verziehen hat, wie konnte man dem Pfarrer da eine zweite Chance versagen?" (Spiegel online, 21.9.2007)
Hier wird Jesus, der Christus, einmal mehr verhöhnt. Denn:
Die Jünger und Nachfolger von Jesus sind keine praktizierenden Pädophilen - im Unterschied zu Tausenden von katholischen Priestern.
Jesus von Nazareth hat keine Verbrechen vertuscht wie die römisch-katholische Kirche, sondern er hat die Menschen zur aufrichtigen Reue geführt, im Einzelfall auch öffentlich. Und wer ehrlich bereut und die Geschädigten um Vergebung gebeten hatte, dem sagte er: "Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr". Nach echter Reue und ehrlicher Vergebungsbitte muss man jedoch im katholischen Pädophilen-Sumpf lange suchen. Meist ging es darum, die Vergehen mit Biegen und Brechen zu verharmlosen bzw. durch Schweigen auszusitzen, evtl. mit der Hilfe von Schmerzens-, bzw. Schweigegeld. Zudem wurden die Opfer immer wieder eingeschüchtert.
Eine "zweite Chance" hätte aus katholischer Sicht sein können, den vorbestraften Priester nicht mehr im Gemeindedienst einzusetzen, sondern anderweitig. Doch der Bischof setzte den Straftäter ausgerechnet in dem Bereich wieder ein, in dem er straffällig geworden ist, und er ließ es zu, dass der Priester dort sogar seinen Tätigkeitsschwerpunkt setzte. Und bei alledem stellte der Bischof ihm weder eine in das Vergehen eingeweihte Aufsichtsperson zur Seite, noch schaute man dem Täter selbst hin und wieder auf die Finger, was wenigstens ein Minimum an Vorsichtsmaßnahmen gewesen wäre. Für dieses grob fahrlässige eigene Fehlverhalten (ob es bereits als kriminell gelten könnte, müssten die weltlichen Richter entscheiden) Jesus von Nazareth zu missbrauchen, ist schäbig.
Bischof Müller wähnt sich in dieser Personalsache im Bund mit Jesus. Doch der Mann aus Nazareth hätte niemals einen vorbestraften Sexualtäter mit pädophiler Neigung (über deren "Heilungs"-Chance auch Psychologen sehr skeptisch urteilen) in seinem Namen unbeaufsichtigt auf Kinder losgelassen. Sondern Jesus war hier sehr drastisch: "Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde" (Markus 9, 38).
PS: Aus sehr vielen Prozessen gegenüber pädophilen Sexualverbrechern im Priestergewand ist bekannt, dass die Opfer durch die Taten auch ihren Glauben an Gott verloren hatten.

Aktualisierung: Priester zu drei Jahren Haft verurteilt / Justiz und Bischof kritisieren sich gegenseitig; siehe z. B.
http://www.br-online.de/bayern1/mittags-in-niederbayern-und-der-oberpfalz/riekofen-regionalnews-prozess-ID1205232408718.xml?_requestid=135428.
http://www.haz.de/newsroom/weltimspiegel/zentral/weltimspiegel/art699,547814,2

Mehr zu den Vorgängen in Riekofen siehe hier.
Und: Wie können Eltern ihre Kinder schützen - Lesen Sie hier


Grundsätzlich
: Die Kirche kann sich gerne römisch-katholisch nennen. Doch sie sollte bei all´ ihrem Treiben und Tun wenigstens Jesus von Nazareth aus dem Spiel lassen. Denn nicht nur das Fehlverhalten ihrer Würdenträger widerspricht Jesus, dem Christus. Auch die offizielle römisch-katholische Lehre (siehe z. B. Der Theologe Nr. 18) hat nichts mit Jesus zu tun. Außerdem hatte Jesus niemals Priester gewollt, die sich mit speziellen Gewändern vom Volk abheben möchten, auf Kanzeln stehen oder auf einem äußeren Altar Zeremonien praktizieren. Jesus war ein Mann des Volkes, nicht der Kirche. Das kirchliche Brimborium und Schaugepränge stammt demgegenüber aus den antiken Götzenkulten.
 



17.4.2008 - Der Schmutz hinter den festlichen Gewändern - Papst "schämt sich" für ca. 5.000 pädophile Verbrecher im Priestertalar in den USA. Doch keine Vergebungsbitte - Es ist wie immer. 13.000 Kinder wurden in den USA Opfer von ca. 5.000 römisch-katholischen Priester, und der Papst empfinde darüber "tiefe Scham" und kündigt Entlassungen von pädophilen "Hochwürden" und Hilfe für die Opfer an. Doch den Satz "wir bitten alle Opfer um Vergebung" hat er einmal mehr nicht gesagt. Zudem weist auch der Opfer-Verband Snap (Suvivors Network of those Abused by Priests = "Überlebenden-Netzwerk von denen, die von Priestern missbraucht wurden") darauf hin, dass z. B. noch immer "hunderte Bischöfe willentlich und wiederholt" Gemeindemitglieder hintergingen, gegenüber der Polizei schwiegen und Kinder weiter Risiken aussetzten (Spiegel online, 17.4.2008).
Betty Ianny, heute 50 Jahre alt und früher eines der Missbrauchsopfer, kritisiert deshalb auch den Papst: "Er spricht davon, Scham zu empfinden, doch das ist himmelschreiend weit entfernt von der Scham, mit der Opfer ihr ganzes Leben leben müssen."
Die Kirche hatte zwischen 1980-2002 ca. eine Milliarde Dollar an sexuell missbrauchte Kinder und Jugendliche und ihre Angehörige bezahlt, wenn diese schweigen. Seit 2002 folgten immerhin weitere zwei Milliarden Dollar an Entschädigungszahlungen. Doch für viele Opfer kommen diese Gelder zu spät. Eine kleine Gruppe Demonstranten hielt ein Plakat mit Fotos von 60 Kindern aus ihrer Umgebung hoch. Ca. ein Viertel der Fotos hatten einen schwarzen Rand. Die jungen Menschen hatten Selbstmord begangen. Ihnen droht nach römisch-katholischer Lehre  zudem eine "ewige Hölle" (siehe Der Theologe Nr. 18). Die pädophilen Priester kämen später jedoch in den Himmel, wenn sie korrekt römisch-katholisch glauben.

 



6.10.2008 - Mehrfache Vergewaltigung eines 12-Jährigen - Katholischer Priester und Ex-Jugendpfarrer zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt - Opfer brach 14 Jahre später zusammenIn der schier unendlichen Liste von Sexualverbrechen von Pfarrern an Kindern wird jetzt wieder eine Tat strafrechtlich gesühnt. Der heute 67-jährige Horst G., ehemaliger langjähriger Priester von St. Franziskus in Bottrop-Welheim, darf seinen nächsten runden Geburtstag vermutlich hinter Gittern feiern. Er hatte in den 90-er Jahren als Priester einen damals 12-jährigen Jungen mindestens zehnmal sexuell missbraucht. Angeklagt waren 15 Fälle. Tatort war jeweils das Schlafzimmer des Pfarrers im Pfarrhaus. Der Verurteilte arbeitete zeitweise auch als Stadtjugendseelsorger in Gelsenkirchen.
"Das Opfer des Pfarrers erinnert sich, dass seine schulischen Leistungen abfielen. Er sei auch aufsässig geworden, sagt der [heute] 26-Jährige. Als er sich jetzt bei der Polizei offenbarte, brach er zusammen, musste in die Klinik" (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 22.9.2008). Auch an einigen seiner Geschwister soll sich der Priester vergangen haben.
Mehr dazu hier:
http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/rhein-ruhr/2008/9/22/news-78544493/detail.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bottrop/2008/9/22/news-78552449/detail.html
http://www.kreuz.net/article.7294.html
 



29.9. / 17.10.2008 / 25.11.2009 - Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester aus Freiburg wegen 101 Straftaten verurteilt / In der Rechtsgeschichte beispiellos mildes Urteil wegen Geständnisses, das der Priester ein Jahr später aber widerruft / Priester bringt nun seinerseits Opfer auf die Anklagebank / Innerkirchliches Verfahren wird verschleppt / "Bischof, wo bist du?" / Opfer des Priesters fordern Wiedergutmachung von Erzdiözese - (zur Aktualisierung dieser Meldung siehe unten) Wegen zahlreicher Verbrechen stand in Freiburg ein 39jähriger römisch-katholischer Priester vor Gericht. Ihm wurde unter anderem "Erpressung, Betrug, Untreue, Nötigung und Körperverletzung in insgesamt 101 Fällen vorgeworfen" (swr.de, 29.9.2008; siehe auch:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,581128,00.html)
. So hat er z. B. im Jahr 2005 Spenden für die Kirche gesammelt, das Geld aber für sich behalten. Auch die Erzdiözese Freiburg habe er finanziell betrogen, dazu vier Privatpersonen. Der Priester pflegte einen aufwändigen Lebensstil und hatte mehrere Geliebte, lebte jedoch offiziell im Zölibat. Seine Haupt-Geliebte vor Gericht: "Ich wusste, dass er andere Frauen hatte. Manchmal hat er ihnen Liebesnachrichten geschrieben, sie versehentlich auf mein Handy geschickt" (Bild, 4.10.2008). Der Priester habe seine Partnerin  zudem "körperlich misshandelt, bedroht und systematisch unter Druck gesetzt". Und: "Wenn er aggressiv wurde, ging sein erster Griff an den Gürtel. Mit dem schlug er mich."
In der Konsequenz der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre beider Großkirchen aus dem Jahr 1999 gilt laut der Zeitschrift Das Weisse Pferd:
"Die Kirchen und jeder kirchlich Gläubige dürfen sich ... des Heils geschenkweise gewiss sein, ganz gleich, wie viel Verbrechen von ihnen zu verantworten sind und ob diese alle bereinigt sind" (http://www.das-weisse-pferd.com/98_15/oekumene.html). In der Bibel steht jedoch: "Was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galater 6, 7).

Das Urteil am 17.10.2008 erfolgte schließlich nach "einer Absprache der Prozessparteien" (Fränkische Nachrichten, 18.10.2008). Der Würdenträger gesteht alles und verspricht hier und da Wiedergutmachungen. Dafür wird er wegen vielfachen Betrugs und Körperverletzung nur zu einer beispiellos milden Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

Mit diesem Urteil in der Tasche ließ er dann ca. ein Jahr später die Bombe platzen. Er widerrief Teile seines Geständnisses und seiner Reue und ging nun gegen sein damaliges Hauptopfer vor.
Hintergrund: Die traumatisierte Frau hat "offen und selbstkritisch" ein anonymisiertes Buch unter dem Titel Bischof - wo bist du? geschrieben, um ihre Leidensgeschichte mit der Kirche aufzuarbeiten: "
Von ihrer Entdeckung, dass sie nicht die einzige Geliebte des römisch-katholischen Geistlichen war. Von ihren Erfahrungen mit der Kirchenhierarchie" (Badische Zeitung, 30.10.2009). Dagegen ging der Priester nun vor und stoppte vorerst die Auslieferung des Buches. Weiterhin hat er seine Hauptgeliebte vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe jetzt seinerseits verklagt. Die Badische Zeitung veröffentlichte ihren Artikel dazu unter der Überschrift: "Verurteilter Priester will sein Opfer vor Gericht bringen" (http://www.badische-zeitung.de/freiburg/verurteilter-priester-will-sein-opfer-vor-gericht-bringen).
Angesprochen auf die innerkirchlichen Maßnahmen gegen den "Serientäter" im Talar erklärte der Generalvikar der Diözese Freiburg, Fridolin Keck: Das kirchliche Verfahren gegen den verurteilten Priester sei "unmittelbar nach Abschluss des Strafverfahrens vor dem Landgericht Freiburg, Anfang Dezember 2008, eröffnet worden" (31.10.2009, http://www.badische-zeitung.de/freiburg/generalvikar-ist-verwundert). Laut Erzbistum hänge dieses Verfahren aber "von der Kooperationsbereitschaft der Beteiligten ab, die jedoch nicht erzwungen werden könne". Die Badische Zeitung hatte auch an anderer kirchlicher Stelle nachgefragt und schreibt weiter:
"Das vom Dienstherrn des Priesters gegen diesen angekündigte kirchliche Verfahren, so der zuständige Offizial Stephan Burger, ´läuft noch`. Nach anderen Quellen ist es indes angeblich noch gar nicht eröffnet
" (30.10.2009). Der Priester ist also weiterhin mit allen Rechten im Amt.

Der Sachverhalt wirft auch seine Schatten auf ein anderes Verfahren, das beim Verwaltungsgericht Freiburg gegen das Erzbistum anhängig war. Dem Bistum soll sich zwar weiterhin "katholisch" nennen dürfen, aber nicht mehr "christlich" - aufgrund der vielen Widersprüche und Gegensätze zu Christus zu seiner Lehre (siehe hier).

Aktualisierung: Opfer fordern von Kirche Wiedergutmachung - Der Spiegel schreibt in seiner Druckausgabe Nr. 48/2009 über den Priester Frank B. unter anderem wie folgt (Zitate aus Der Spiegel, verbindende Bemerkungen von uns):
- "Mal schenkte er einer Freundin einen Audi, mal gönnte er sich selbst für über 70.000 Euro einen Mercedes-Benz, mal ließ er sein Appartement mit teuren Möbeln ausstatten." Um seinen Lebensstil zu finanzieren, "erschwindelte er sich hohe Kredite von seiner Kirche".
- "Die Ex-Geliebte Gudrun Eigner und ihre Tante fordern vom Bistum jenes Geld zurück, das Frank B. ihnen abgeluchst hat, um seine Schulden bei der Kirche zu begleichen ... Gudrun Eigner verkaufte ihr Haus auf Drängen von B. ... und überwies aus dem Erlös mehr als 80.000 Euro an die Erzdiözese." Doch das Geld reichte dem Pfarrer nicht, und er nötigte deshalb Gudrun Eigner, ihm noch mehr Geld zu besorgen. Diese wandte sich darauf hin Hilfe suchend an ihre Tante. "Um ihrer Nichte zu helfen, gewährte die Tante ihr ein zinsloses Darlehen von 83.000 Euro." Der Pfarrer legte zu diesem Zweck die Tante zuvor herein, indem er "in voller geistiger Montur" behauptete, ihre Nichte "könne nicht mit Geld umgehen" und er habe "es sich als Pfarrer zur Aufgabe gemacht, deren Vermögensverhältnisse zu ordnen." Die Tante fiel auf den kriminellen Würdenträger in Ausübung seines seelsorgerlichen Amtes im Dienste der Erzdiözese Freiburg herein. Und das Geld kam deshalb gar nicht bei der Nichte an, "sondern landete gleich auf dem Konto des Pfarrers, der damit den noch offenen Posten bei der Kirche bezahlte. Den Rest verwendete er für sich selbst."
- "Im Prozess stellte sich heraus, dass der Pfarrer auch andere Frauen um Geld geprellt hatte, wenn auch um kleinere Beträge."
- Jetzt gewährte die Kirche ihrem Priester immerhin ein neues Darlehen in Höhe von 40.000 Euro, womit der Priester einen Teil seiner Schuld bei Gudrun Eigner zurückzahlte. "Für die geprellte Tante fühlt sich das Erzbistum indes ´nicht zuständig`, ließ Erzbischof Zollitsch ... mitteilen. "In einem Brief appellierte die Tante
[deshalb] an ´Moral und Anstand` des Oberhirten, ´das von uns erpresste Geld, das Ihnen zugeflossen ist, zurückzuerstatten ... Zumal sie auf die 83.000 Euro als Alterssicherung angewiesen sei." Doch die Kirche zahlt es nicht zurück. Der inzwischen beurlaubte Pfarrer jedoch "werde vom Kirchensteuerzahler mit monatlich 1600 Euro versorgt".
Unsere Kommentierung: Die beiden Großkirchen erhalten pro Jahr von allen deutschen Steuerzahlern über 14 Milliarden Euro an staatlichen Subventionen, z. B. für Bischofsgehälter und Gehälter von anderen höheren Amtsträgern. Die Tante von Gudrun Eigner bleibt dabei jedoch auf der Strecke.
 



7.1.2009 - HIV-positiver römisch-katholischer Jugendpfarrer missbraucht 15-Jährigen / Priester vergewaltigte auch Tiere - Ein weiterer schwerer Skandal erschüttert die römisch-katholische Kirche in den USA. Der Jugendpfarrer von Shelbyville in Kentucky (47) missbrauchte regelmäßig einen 15-jährigen Jugendlichen, der ihm anvertraut war. Der Priester ist zudem HIV-positiv und verschwieg offenbar seinem Sex-Opfer die Infizierung. In diesem Zusammenhang kam auch heraus. Der Würdenträger vergewaltigte auch Tiere und wird jetzt auch wegen "Sodomie" angeklagt (Bild, 7.1.2009).
 



12.11.2009 -
Kinder nach harmlosen Beichten von Pfarrern vergewaltigt - Verbrechen durch die Kirche in der Bundesrepublik Deutschland - Erst ganz allmählich wird aufgearbeitet, was in den kirchlichen Heimen in den 50er-, 60er-, 70er-, und teilweise auch 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts geschah. Die Frankfurter Rundschau schreibt z. B. am 12.11.2009: "Heimkinder mussten damals in den hessischen Horror-Häusern im Nachthemd stundenlang im zugigen Flur stehen, sich von einer Nonne in eine eiskalte Badewanne tunken oder vom Pfarrer nach einer harmlosen Beichte vergewaltigen lassen. Sie leiden bis heute. Ihre Leben sind weitgehend ruiniert."
 



25.11. / 5.12.2009 - Massenhafte Vergewaltigungen und sexuelle Missbräuche von Kindern durch katholische Priester weltweit - Eine weitere Spitze des Eisbergs: Diözese Fairbanks/USA zahlt jetzt 10 Millionen Dollar Entschädigung an ca. 300 Opfer.
http://www.focus.de/politik/ausland/missbrauchsopfer-us-bistum-zahlt-millionen-entschaedigung_aid_457258.html
Die eher niedrige Summe steht damit in Verbindung, dass die Diözese sich als "insolvent" betrachtet. Der römisch-katholische Orden
Christian Brothers aus Irland
hat jetzt 161 Millionen Euro für Opfer von jahrzehntelange Kinderschänder-Verbrechen angeboten, die heute noch leben. Mittlerweile ist ein neuer Report in Vorbereitung. Dieses Mal geht es um die Kinderschänder-Verbrechen von Priestern der Erzdiözese Dublin, der größten des Landes (http://de.news.yahoo.com/2/20091125/tts-irischer-orden-will-161-millionen-eu-c1b2fc3.html)

Vertuschung: Der Herr (Kirche) ist nicht besser als sein Knecht (Politiker) - Während in Deutschland gerade der Vertuschungsskandal der Bundeswehr in Afghanistan für Aufsehen sorgt, wurde in Irland ein neuer Untersuchungsbericht veröffentlicht:  Der Nordbayerische Kurier schreibt am 27.11.2009: "Katholische Kirche vertuschte Missbrauch - Staat schaute weg"
(http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/1285759/details_8.htm)
.
Im  Artikel heißt es: "Die erschreckenden Vorgänge wurden demnach vertuscht, weil den Oberen der Ruf der Kirche wichtiger war als das Wohl der Kinder, die eigentlich im Namen Jesu unter ihrem Dach erzogen und betreut werden sollten. Statt die Polizei bei Missbrauchsvorwürfen gegen Priester einzuschalten, versetzte die Kirchenleitung die kriminellen Geistlichen in andere Gemeinden. Vier Erzbischöfe gaben dem Bericht zufolge ihre erschreckenden Informationen nicht weiter." Und daran scheint sich bis heute nichts geändert zu haben. Der Bericht dokumentiert, wie die pädophilen Priester Hunderte von Übergriffe auf "wehrlose Kinder" durchführten. "Der Chef der irischen Polizei, Fachtna Murphy, entschuldigte sich für das damalige Versagen der Ermittler."

 



28.11.2009 -
Es ist mehr als genug: Pädophile Priester vor Strafe geschützt und stattdessen innerkirchlich befördert - Untersuchungsbericht des Justizministeriums in Irland. Die Neue Zürcher Zeitung schreibt: "Daraus geht klar hervor, dass die Kirchenführung im Zeitraum zwischen 1975 und 2004 systematisch ihre Priester vor strafrechtlichen Konsequenzen schützte und sie bei erwiesener Pädophilie sogar noch beförderte. Der Kontakt dieser Priester mit Kindern wurde nicht unterbunden."  Weiterhin wird enthüllt, "dass die Erzdiözese 1987 eine Versicherungspolice gegen Schadenersatzforderungen von Opfern abgeschlossen hatte" (27.11.2009). Während im letzten Untersuchungsbericht, dem Ryan-Report, "die brutalen Vergehen und ihre unfassbare Zahl im Zentrum standen, ging es diesmal um die Vertuschung durch Kirche und Staat", wobei es allein in der relativ kleinen Diözese Dublin um 180 beschuldigte bzw. zu einem großen Teil schon überführte Priester geht, was ja noch nicht alle sind.
Und wer diese Kirche als Mitglied mit seinen Steuern unterstützt, ob in Irland, in Deutschland oder anderswo, der macht sich an diesen Verbrechen mitschuldig, genauso wie es der Seher Johannes in der Bibel voraus geschaut hat, weswegen er die Menschen aufrief: "Tretet aus von ihr mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen (Offenbarung 18, 3-4).
PS: Wann wird in Deutschland der erste Report des Justizministeriums erscheinen? Oder soll er gezielt verhindert werden?
 



28.12.2009 - Irland: Vergewaltigung von Kindern durch Priester "an der Tagesordnung" - "Tausende" Kinder als Opfer / Vier Bischöfe zum Rücktritt gezwungen / Auch Rücktrittsforderungen gegen den Papst - Es sind keine "bedauerlichen Einzelfälle" von "Söhnen und Töchtern der Kirche", welche der Sünde noch nicht vollständig entsagt haben, wie es in kirchlichen Erklärungen manchmal sinngemäß heißt. Sondern: In der Erzdiözese Dublin in Irland waren die Vergewaltigungen von Kindern "an der Tagesordnung", also vielfach das Übliche. "Über hundert" pädophile Priester begingen im seelsorgerlichen Dienst von 1975-2004 allein in dieser einen Diözese aktenkundig ungestraft ihre Kinderschänder-Verbrechen. Bei Entdeckung erfolgte Versetzung, ohne dass im neuen Seelsorgebezirk des Verbrechers die "Kinder beschützt wurden". Die staatlichen Behörden wurden entweder nicht verständigt oder, wo sie verständigt wurden, schwiegen auch sie "autoritätsgläubig" im Angesicht der Macht der Kirche (Der Tagesspiegel, 28.12.2009), so dass immer mehr Seelen von Kindern "zerstört" werden konnten.
Und wegen dieser gezielten Vertuschungs-Politik von Kirche und Staat kann auch davon ausgegangen werden, dass längst noch nicht alle Verbrechen ans Tageslicht gekommen sind. Der Papst feilt derweil an ausgeklügelten Worten zu den Verbrechen, was natürlich einige Zeit in Anspruch nimmt. Ein geplanter "Hirtenbrief" ist deshalb noch nicht erschienen. Missbrauchsopfer haben für diesen "langen Atem" des Vatikan wenig Verständnis und werfen dem Papst vor, er betrachte die Aufdeckung "teilnahmslos". Vier von fünf Bischöfen mussten bereits zurück treten. Der Sprecher des Vatikans Federico Lombardi versucht derweil, die Verbrechen anderweitig herunter zu spielen. Es sei "das besondere Problem eines einzelnen Landes". Doch was ist dann mit den USA? Was mit den anderen Ländern, in denen derzeit ein Verbrechen nach dem anderen aufgedeckt wird? Oder mit den 23 Ländern, in denen z. B. systematische Vergewaltigungen von Nonnen durch Priester und Bischöfe schon aktenkundig sind? Usw. usf. Wieso soll ein Priester, dem weltweit eine Eheschließung verboten wird, eher ein Sexualstraftäter sein, wenn er Ire ist? Das ist doch kein Problem des Landes Irland, wie der Vatikan zu beschwichtigen versucht, sondern ein Problem der römisch-katholischen Kirche weltweit. Irische Medien wehren sich deshalb auch gegen diese kirchliche Taktik und berichten z. B. auch über zahllose Sex-Verbrechen von Priestern in anderen Ländern. Und populäre Zeitgenossen wie die Sängerin Senead O´Connor fordern auch den Rücktritt des Papstes.
 



6.1.2010 - Kindsmissbrauch - Argentinischer Erzbischof und drittmächtigster Katholik des Landes zu acht Jahren Haft verurteilt - Erst im Juni wurde in Argentinien ein katholischer Priester und Leiter einer Stiftung für Kinder wegen Kinderschänder-Verbrechen zu 15 Jahren Haft verurteilt. In beiden Fällen haben die Opfer trotz der kirchlichen Exkommunikations-Drohungen vor Gericht ausgesagt. Lesen Sie: http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/erzsuende-eines-erzbischofs/
 



4.2. / 5.2.2010 - Unzählige Seelenmorde - Zigtausende von Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern - Stern.de erinnert am 4.2.2010 anlässlich der Kinderschänder-Verbrechen im Canisius-Kolleg in Berlin (mehr dazu in Der Theologe Nr. 24a - Sex-Verbrechen in der Kirche) nur an einige wenige der schlimmen Fälle. Und es werden immer mehr: http://www.stern.de/panorama/die-schlimmsten-faelle-kindesmissbrauch-in-der-katholischen-kirche-1540757.html
Doch die Kirche sitzt immer noch auf dem hohen Ross und auf ihren Geldsäcken voll staatlicher Milliarden-Subventionen, spricht zehntausendfach von "bedauerlichen Einzelfällen" ... Hier die Zusammenstellung von stern.de, die nur einen kleinen Bruchteil der tatsächlichen Verbrechen der Priester erfasst.
- Tausende von Kindern in Irland in der Obhut der Kirche als Opfer sexueller Gewalt im 20. Jahrhundert. 300 neue Opfer zwischen 1975 und 2004. Der Staat hilft der Kirche und ihren verbrecherischen Priestern und zahlt die 1,3 Milliarden Euro Entschädigung für die Opfer überwiegend aus der Staatskasse.
- Italien: "67 ehemalige Absolventen einer katholischen Taubstummen-Schule in Verona werfen ihren ehemaligen Betreuern sexuellen Missbrauch vor. Unter Eid nennen einige der Opfer die Namen von 24 Geistlichen und Kirchenmitarbeitern."
- Kanada: Der römisch-katholische Priester Charles Sylvestre "hatte sich schuldig bekannt, zwischen 1954 und 1985 insgesamt 47 Mädchen sexuell missbraucht zu haben"
- "Ein Domkapitular in Bamberg soll sich zwischen 1978 und 1984 an acht Schülern vergangen haben". Die Staatsanwaltschaft nimmt keine Ermittlungen auf. Die Taten seien "verjährt" (PS: Eines der Opfer brachte sich später um. Eine Verbindung zu dem Verbrechen wurde wegen der Einstellung der Ermittlungen nichts zweifelsfrei nachgewiesen). Siehe auch hier.
- Schweiz, Juli 2008: "In dem Bistum Lausanne, Genf und Freiburg soll es 28 Fälle von sexuellem Missbrauch durch mehrere Priester gegeben haben". Die Taten sind fast alle "verjährt".
- Australien: Tausende von Kindern als Sex-Opfer der Priester. Bereits über 100 Priester und Verantwortliche der katholischen Kirche rechtskräftig verurteilt.
- Kroatien: Jungen und Mädchen in einem Waisenhaus der Caritas in Brezovica wurden Opfer von Sex-Verbrechen.
- Österreich, September 2004: "In der Diözese Feldkirch in Vorarlberg wird zwei Kaplänen vorgeworfen, sich an mindestens zehn Jugendlichen vergangen zu haben." Einer der Täter ist ein bekannter Fernsehpfarrer. Die Taten sind verjährt, Ermittlungen wurden eingestellt.
- USA: Über Jahrzehnte haben Priester Tausende von Kindern sexuell missbraucht. Erzbischof Bernard Law aus Boston tritt wegen Vertuschung zurück. (Dabei hat er sich vermutlich nur an das Geheimhaltungsgesetz des Vatikan gehalten.)
- Österreich 1995: Kardinal Hans Hermann Groer, Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz muss zurücktreten "wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs an Jugendlichen". Er bittet um Vergebung, "wenn" er dabei Schuld auf sich geladen habe.
Deshalb auch noch einmal an dieser Stelle. Die Päpste haben die Geheimhaltungsgesetze für Kinderschänder-Verbrechen von Priestern beschlossen und tragen auf diese Weise eine entscheidende Verantwortung dafür, dass sich die Verbrechen im Geheimen immer mehr ausweiten konnten. Deshalb:
Papst Benedikt XVI., treten Sie zurück.

Anmerkung: Diese Meldung markierte erst den Anfang einer Welle von Kinderschänder-Verbrechen, welche vor allem in Deutschland im Winter und Frühjahr 2010 aufgedeckt wurden. Wegen der unfassbaren Fülle von Verbrechen, wurden einzelne Meldungen dazu nur in "Der Theologe Nr. 24 a" - Sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche dokumentiert.   

 


2.) Taufe, Glaube und das Grauen


Ereignisse ab 2005 chronologisch geordnet



8.3.2005
- Tod durch Erfrieren: Engagierte Lutheranerin brachte sich um und nahm ihre drei Kinder mit - Die Vize-Vorsitzende des evangelischen Kirchenvorstands von Groitzsch bei Leipzig, Ulrike Bantle, galt als "Eckpfeiler" der lutherischen Kirchengemeinde. Jetzt wurde sie mit ihren drei Töchtern erfroren in einer Feldsenke aufgefunden. Neben den Toten lagen zwei Bibeln. Hinsichtlich der Todesursache wird noch ermittelt. Unmittelbar vor dem Tod versuchte Frau Bantle noch, mit dem Bürgermeister wegen der Sanierung der Kirche Kontakt aufzunehmen. Auch die Kinder (4, 8 und 10 Jahre) kamen regelmäßig in die evangelische Kirchengemeinde. Sie wolle sich ihrem Gott nähern, soll die engagierte Lutheranerin kurz vor dem tragischen Ereignis einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge gesagt haben (4.3.2005).
Welches sind mögliche Hintergründe? Ihr Vorbild Martin Luther lehrte z. B., dass der Mensch keinen freien Willen habe - er werde entweder von Gott oder dem Teufel gesteuert, was man an dessen Leben erkennen könne. Glaubte Frau Bantle vielleicht, sie werde vom Teufel gesteuert und wollte sie womöglich deshalb ihrem Leben ein Ende machen? Hierzu kann auf Martin Luther verwiesen werden, der davor warnte, sich allzu sehr mit dem von ihm gelehrten Gott zu beschäftigen und zuviel wissen zu wollen. Unweigerlich stürze man nach Luther aus der Höhe seiner Spekulation ab, geht "zu Boden", gerate in "sichere Verzweiflung", renne wie gegen eine eiserne Mauer und breche sich auf jeden Fall den Hals. "Zuletzt habe sich die Frau immer stärker in das Studium der Heiligen Schrift vertieft", bestätigt auch
Spiegel online (7.3.2005). Die Kirche, für die in der Bibel das verbindliche Wort Gottes steht, will mit dem Tod ihrer Mitarbeiterin jedoch nichts zu tun haben. Wehe aber, ein Angehöriger einer religiösen Minderheit wäre unter diesen Umständen tot aufgefunden worden! Die Kirche würde zur Hexenjagd blasen, und die Minderheit müsste mit dem Allerschlimmsten rechnen. Bei einem Täter aus den Reihen der Kirche traut sich aber offenbar keiner aus dem Umfeld des Dramas, eine kritische Rückfrage zu stellen.
Das besonders Infame bei den Berichten über die Familientragödie von Groitzsch: Obwohl die Frau evangelisch-lutherisch war, verdächtigten die Inquisitoren der Kirche kleinere Gemeinschaften, denen sich die Lutheranerin vielleicht insgeheim genähert haben könnte. Die beargwöhnten Mormonen mussten sich deshalb öffentlich rechtfertigen, dass sie nichts damit zu tun haben.

Nach einem Leitspruch Martin Luthers gilt auch: "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer!" Hat die Kirchenangestellte mit diesem "Trost" ihre Kinder umgebracht? Nach evangelischem Glauben kommt sie allein durch Glauben und aufgrund ihrer Taufe dennoch sofort in den Himmel, was die Hemmschwelle senkt, Böses zu tun. Diesen Unsinn glauben aber immer weniger Menschen.
Näheres zu den Abgründen der lutherischen Lehre lesen sie bei:

http://www.theologe.de/theologe1.htm, einem fiktiven Gespräch zwischen einem Journalisten und einem Theologen, dort u. a. in den Kapiteln Rechtfertigung?, Wer ist Gott? und Nicht die Bibel allein.

 



5.8. / 15.8.2005 / 16.5.2006 - Evangelische Kirchenchristin brachte neun Säuglinge um - Evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) lenkt ab und beschuldigt die DDR - Wie ist der Mord an neun Säuglingen durch die eigene Mutter zu erklären? Brandenburgs evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm von der CDU, ein ehemaliger General aus Westdeutschland, antwortet dazu in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel: "Ich glaube, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung eine der wesentlichen Ursachen ist für die Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft" (zit. nach Spiegel online, 3.8.2005). Das Kirchenmitglied Jörg Schönbohm antwortet dabei so, wie es im Laufe der Geschichte sonst immer die kirchliche Inquisition praktiziert hatte: Die Fehler und Verbrechen der eigenen Kirche werden nach außen auf andere projiziert, und diese Außenstehenden werden dann dafür heftig bekämpft. So auch hier.
 
Zu den Einzelheiten:
Immer wenn Jörg Schönbohm das Sonntagsläuten der Kirchenglocken hört, denkt er daran, "wie ich mit meinen Kindern während ihrer Konfirmation in die Kirche ging" (Berliner Morgenpost, 25.4.2004). Daran denken vielleicht auch die Eltern der mutmaßlichen Neunfach-Mörderin Sabine H.: "Oft gingen die Eltern mit den Töchtern zur Kirche", berichtete die Presse (Bild, 2.8.2005). Es ist die evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirche, deren Glocken heute wie damals in Brieskow-Finkenheerd läuten. Der Vater von Sabine H. saß dort als Kirchenvorsteher sogar im Leitungsgremium der evangelischen Gemeinde (Spiegel Nr.  32/2005), und die heutige Pfarrerin Christiane Mantschew versicherte jetzt den Angehörigen von Sabine H.: "Wir lassen euch auf diesem schweren Weg nicht allein" (Antenne Brandenburg, 3.8.2005).

"Sabine wurde von ihren Eltern sehr religiös erzogen. Sie waren sehr streng mit ihr und ihrer Schwester Jutta", schreibt Bild nach Befragung ihres Geliebten Bernd B. am 3.8.2005. "Deshalb hatte sie so ein großes Bedürfnis nach Geborgenheit", so wörtlich die Aussage des Geliebten. Und eine ehemalige Mitschülerin erklärt, dass Sabine sich "schon früh mit vielen Männern eingelassen habe" (Spiegel online, 3.8.2005), womöglich, um dieses Bedürfnis nach Geborgenheit zu stillen. So zumindest wäre eine nahe liegende Schlussfolgerung - und nicht eine "von der SED erzwungene Proletarisierung" der jungen Frau, wie das der streitbare Kirchenmann von der CDU gern hätte, um die mögliche Mitverantwortung seiner Kirche zu leugnen und die Tragödie einem politischen Gegner in die Schuhe schieben zu können. Das Gegenteil ist nachweisbar. Denn die Familie von Sabine H. war eine kirchliche Insel in der sonst vom Kommunismus geprägten materialistischen Umwelt. "Die waren doch kirchlich, das war ein gutes Elternhaus" und "die Sabine war doch als Kind so intelligent", so die Nachbarin glaubhaft (Spiegel online, 3.8.2005).

Eine strenge kirchliche Erziehung steht im Katholizismus und im Protestantismus zudem auf Kriegsfuß mit einer Empfängnisverhütung durch Pille, Kondome und andere Verhütungsmittel. Auch dieses Thema spielt hier eine Rolle: "Von Verhütung hat sie nicht viel gehalten", sagte die Staatsanwältin Anette Bargenda über die Täterin (Spiegel online, 3.8.2005). Und auch hier scheidet die DDR als Verantwortliche für eine solche Lebenseinstellung aus. Denn die SED war nicht gegen Verhütung. So fragt auch der Spiegel, ob vielleicht "der verwerfliche Einfluss einer allzu christlichen Erziehung" als ein möglicher Erklärungsansatz für die Tötungen taugen könnte (Nr. 32/2005). Hinzu kommt, dass die Morde bzw. Tötungen von 1988 bis 1999 erfolgten; davon also nur einer in der DDR und acht bereits unter CDU- bzw. SPD-Regierungen der Bundesrepublik.

Der Innenminister und die Säuglingstöterin haben auf jeden Fall eines gemeinsam. Sie gehören beide der evangelischen Kirche an, sind also Glaubensgeschwister in der Tradition Martin Luthers. Allein schon dieser Sachverhalt nötigt dazu, hier einmal näher hinzuschauen. Und dabei stößt man auch auf wesentliche Teile der Lehre Martin Luthers, die heute kaum mehr jemandem bekannt sind, die jedoch Auskunft darüber geben, warum aus der Sicht Luthers solche grausamen Verbrechen passieren. Konkret: Martin Luther lehnt die Willensfreiheit des Menschen ab. Der Mensch sei entweder von Gott oder vom Teufel "besessen", die jeweils als "Reiter" auf ihm sitzen und sein Verhalten steuern. Wesentlich dabei nach Luther ist: Der Mensch könne aus eigener Anstrengung bzw. "Entscheidungsfreiheit" nicht von einem zum anderen Reiter laufen oder denjenigen der beiden Reiter abschütteln, der einen gerade beherrscht. "Sondern die Reiter selbst streiten darum, ihn festzuhalten und zu besitzen" (Martin Luther, Vom geknechteten Willen, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften WA 18, S. 637, 7-22). Und noch heute ist die evangelische Lehre von diesen Aussagen geprägt. Denn bis heute lehrt die evangelisch-lutherische Kirche verbindlich, dass der Mensch in den heilsnotwendigen Glaubensfragen in diesem Sinne keine Entscheidungsfreiheit habe (Augsburger Konfession CA XVIII), was viele Menschen in tiefe Verzweiflung stürzen kann (Näheres lesen Sie dazu in "Der Theologe Nr. 1": Wer folgt Luther nach und wer folgt Christus nach?). Eine Entscheidungsfreiheit wird also nur für kleinere, nicht heilsnotwendige Bereiche anerkannt.

Was könnte dies mit den Kindstötungen an der Oder zu tun haben? Folgende Schlussfolgerung ist denkbar: Wer als Kind oder Jugendlicher mit einem solchen Glauben aufwächst oder damit in Berührung kommt, der steht zumindest in Gefahr, die Verantwortung für das eigene Leben und für das Leben anderer nicht oder nicht ausreichend wahrzunehmen. Folgerichtig fragt die heutige evangelisch-lutherische Pastorin von Brieskow-Finkenheerd, Christiane Mantschew, im Zusammenhang der neun toten Kinder auch: "Wo war Gott?" (Berliner Zeitung, 4.8.2005) Also nicht: "Was hat der Mensch nur getan?" Sondern: "Wo ist Gott gewesen? Was hat er getan oder unterlassen?" Und diese Fragen stellt man nicht nur angesichts der grausigen Funde in Brieskow-Finkenheerd. So fragen die evangelischen Kirchenleute immer, wenn ein Verbrechen oder eine Katastrophe geschieht. Und das ist aus ihrer Sicht auch folgerichtig. Denn wenn Gott und der Teufel um die Zügel streiten würden, um den Menschen "reiten" zu können, dann müsste man in der Tat Gott fragen, warum er den Teufel nicht von Sabine H. weggetrieben hätte und sich selbst an dessen Stelle gesetzt hätte. Die grausame Antwort Martin Luthers darauf ist die Prädestination, die Vorherbestimmung des menschlichen Schicksals - angeblich durch Gott. Was für eine Glaube dieses "großen Deutschen"! Zwar lehrt die heutige lutherische Kirche nur noch die "Vorherbestimmung der zum Heil Geretteten", doch für die andere Gruppe, die "Verdammten", bringt das im Ergebnis nicht die geringste Verbesserung. Auch wenn ihr Schicksal nun nicht mehr als von Gott vorherbestimmt dargestellt wird wie bei Martin Luther, sondern nur noch als "vorhergesehen", so läuft es nämlich im Ergebnis auf das gleiche hinaus: Verdammt ist nun mal verdammt. Hier tun sich furchtbare Abgründe auf.
Anstatt also Gott (als vermeintlich zweiten Schuldigen nach der DDR) zu verdächtigen, sollte lieber gefragt werden: "Wo war die Kirche? Was lehrt die Kirche? Wo hat sie dazu beigetragen, dass es so weit kommen konnte?"


"Jede totalitäre Herrschaft verdirbt die guten Sitten, knechtet den freien Willen," kommentiert Claus Christian Malzahn die Ereignisse in Spiegel online (5.8.2005). So könnte man in diesem Zusammenhang schlussfolgern: Luthers Staatsverständnis war das einer totalitären Herrschaft (vgl. die Staatslehre von Luther und der evangelischen Kirche), und die Untertanen wie die Herrscher haben nach Luther sowieso keinen freien, sondern eben einen "geknechteten Willen". Doch der Journalist meinte - ganz auf der Linie des CDU-Innenministers - ebenfalls die DDR ...

Der evangelische Ex-General ruderte nach deutlicher Kritik auch aus seiner eigenen Partei etwas zurück und entschuldigte sich, dass er Menschen "verletzt" habe (Main-Post, 5.8.2005). Gleichzeitig legte er aber kräftig nach: "Wertevermittlung" sei in der DDR "sehr klein geschrieben" gewesen. "Und in der DDR war es ja auch so, dass man gut dabei fuhr, wenn man nicht zu sehr Anteil nahm am Nachbarn oder anderen Dingen." Ist das zutreffend? So hatte er es vielleicht in bestimmten politischen "Fortbildungs"-Veranstaltungen über Ostdeutschland gelernt, bevor er dort sein Regierungsamt angetreten hat. Seine Deutungen im Zusammenhang der Säuglingstötungen würde er allerdings "heute anders formulieren" (Main-Echo, 5.8.2005). Gleichzeitig weist er eine Verbindung mit der Bundestagswahl zurück. "In den Wahlkampf gehört das aber nicht rein" (Bild, 5.8.2005).

Auch wenn Innenminister Jörg Schönbohm mit seinen Thesen wenig Zustimmung fand - sein Ablenkungsmanöver vom religiösen Umfeld seiner Glaubensschwester Sabine H. war ein voller Erfolg. Und darauf kam es wohl in erster Linie an, ganz gleich, ob dies nun bewusst oder unbewusst geschah. Denn anstatt über die nachgewiesene kirchliche Erziehung bzw. Sozialisation der Täterin zu sprechen, diskutierten die Medien in diesem Zusammenhang über die Politik und die Mentalität der Menschen in der DDR. Und zur Ablenkung gehört auch, wenn man nicht so genau auf die Täterin und ihr kirchliches Umfeld schauen will, sondern das Gewicht der Berichterstattung stattdessen auf das angebliche "Weggucken" der benachbarten Atheisten verlagern will. Auch dazu Jörg Schönbohm: "Mir geht es um die Teilnahmslosigkeit, das Weggucken" (Bild, 4.8.2005). Natürlich auch ein wichtiges Thema, aber hier ist die Gewichtung verkehrt. Denn zuerst sollte man auf den Täter und sein Umfeld schauen, dann kann man unter Umständen als zweites die Nachbarn in Blick nehmen. Dies wird auch von Spiegel online nicht ausreichend berücksichtigt, wo nun plötzlich das "Konzept der sozialistischen Dörfer (ohne Kirche)" ins Schussfeld gerät. Und der Autor Claus Christian Malzahn steht darüber hinaus sogar in Gefahr, zum Demagogen zu werden, wenn er es als "politisch notwendig" erklärt, darüber nachzudenken, "warum in Frankfurt Oder neun Säuglinge von ihrer Mutter umgebracht worden sind - und nicht in Frankfurt am Main" (5.8.2005). Ohne einen statistisch exakten Vergleich der Anzahl und Schwere von Verbrechen im Verhältnis zu den Einwohnerdaten einer bestimmten Region sind solche Aussagen nur politische Brandstiftung. Erst wenn das Frankfurt an der polnischen Grenze nachgewiesenermaßen deutlich schlechter abschneiden sollte als das Frankfurt mit den Bank-Hochhäusern (was zu bezweifeln ist; trotz der bestimmte Verbrechen begünstigenden Grenzlage zu Osteuropa), könnte man über mögliche Ursachen in dieser Richtung nachdenken.

Dieses hier dargelegte kirchliche Ablenkungsmanöver von den eigenen Vergehen, Versäumnissen und Lehren ist übrigens eine in der Politik der Kirche vielfach bewährte Methode. Und es wird immer wieder versucht. Auch beim Selbstmord einer engagierten Lutheranerin im vergangenen Winter in Groitzsch bei Leipzig, bei dem die Frau ihre drei Kinder "mitnahm", wurde der Verdacht von einzelnen Kirchenleuten zuerst auf die völlig unbeteiligten Mormonen gelenkt. Und obwohl neben den erfrorenen Leichen eine Bibel gefunden wurde, sah sich die Kirche wie immer als nicht betroffen ...
Lesen Sie dazu auch:
Groitzsch bei Leipzig - Engagierte Lutheranerin ging mit ihren Kindern in den Tod

... PS: Neue furchtbare Tragödie am 7.8.2005: Eine Mutter (30) tötete ihre zwei kleinen Kinder (5 Jahre und 22 Monate) - diesmal im Westen Deutschlands, in Essen.

8.8.2005 - Übrigens: Wäre Sabine H. römisch-katholisch, bräuchte die Polizei mit ihr nach katholischem Glauben nur zum Weltjugendtag nach Köln zu fahren. Dort könnte sie nach römisch-katholischer Lehre eine vollständige Vergebung ihrer Sünden und einen ebenso vollständigen Ablass ihrer Sündenstrafen und damit den sofortigen Zugang zum Himmel erhalten. Die ermordeten Säuglinge jedoch müssten nach katholischer Lehre ewig auf die Anschauung Gottes verzichten (die mildeste Form der Hölle), da sie vor ihrem Tod nicht getauft wurden. (Lesen Sie dazu auch in der Schrift der Freien Christen, Ausgabe Nr. 6, wie die katholische Kirche jungen Eltern droht) Es sei denn, der katholische Gott würde sich (inoffiziell) doch erbarmen und einen "Heilsweg" finden, was manche katholische Amtsträger nicht mehr ausschließen möchten (nachdem es allerdings Jahrhunderte lang ausgeschlossen wurde).
Es ist zum Gotterbarmen mit diesen Kirchen, die trotz solcher abstruser Lehren vom Staat über Wasser gehalten werden. Nämlich durch die staatlichen Subventionen, ca. 14,15 Milliarden € pro Jahr, für innerkirchliche Zwecke und weitere ca. 10 Milliarden € jährlich für kirchliche Sozialleistungen
(siehe www.stop-kirchensubventionen.de)
, mit denen sich die Kirchen fälschlicherweise gerne selbst schmücken. Dabei zahlen alles wir Bürger.
 



7.12.2005 / 13.10.2006 - Private Hinrichtungen: Evangelischer Aushilfskantor brachte drei Menschen um - Jens S. (35), Aushilfskantor in der Katharinenkirche in Werda/Sachsen, erschoss am 1.12. und 2.12.2005 kaltblütig seine ehemalige Freundin, seinen ehemaligen Chef und seinen ehemaligen Schwager. Seine Freundin hatte ihn verlassen, sein Chef hatte ihn vor ca. einem Jahr entlassen und sein Schwager hatte einst seiner Schwester, der Frau von Jens S., geraten, sich von ihrem Mann zu trennen (idea-spektrum, 7.12.2005). Zu Beginn der Adventszeit entschied nun der ehrenamtliche Kirchenmitarbeiter, die Menschen hinzurichten, die ihn am meisten geärgert hatten. Ob Luthers tückisches Wort "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer" dazu beitrug, die Hemmschwelle für die Tat zu senken, müsste untersucht werden.
 



19.1. / 22.2.2006 - Katholische Pfarrgemeinderätin zu lebenslänglicher Haft verurteilt - Neun hilflose Menschen getötet - Der Prozess gegen Michaela G. aus Wachtberg in Nordrhein-Westfalen ist am 22.2.2006 zu Ende gegangen. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat sie als Altenpflegerin zwischen 2003 und 2005 insgesamt neun Frauen im Alter zwischen 79 und 93 im Alten- und Pflegeheim Limbachstift mit einem Kissen erstickt. Ihre Geständnisse hatte sie zuletzt widerrufen, was für das Gericht jedoch nicht glaubwürdig war. Das Gericht stellte außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest, so dass eine Freilassung der Pflegerin auf Bewährung nach 15 Jahren Haft ausgeschlossen ist. Die engagierte Katholikin "half ... im Pfarrgemeinderat der Kirche, spielte Bariton und Ventilposaune" (Bild, 19.6.2006). Sie litt nach Angaben der Verteidigung an "Minderwertigkeitskomplexen" und der "Gier nach Anerkennung". Dies ist insofern von gesellschaftlicher Bedeutung (und wird auch nur deshalb hier erwähnt), da die kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten in Verbund mit den Medien eine massive Hexenjagd auf religiöse Minderheiten eröffnen würden (siehe dazu "Der Theologe Nr. 12" - Der Sektenbeauftragte, der neue Inquisitor), wenn ein Angehöriger einer solchen kleineren Gemeinschaft auch nur einen Bruchteil der Verbrechen begehen würde, die bei Mitgliedern der Großkirchen sehr häufig passieren. Dabei projizieren die kirchlichen Theologen die Verbrechen, Skandale und krankhaften Persönlichkeitsstörungen in den eigenen Reihen immer wieder auf die kleinen Gruppen und ihre Anhänger (siehe dazu z. B. den Theologen Nr. 1 über die Projektionen der evangelisch-lutherische Lehre auf Andersgläubige) und versuchen, diese damit zu verleumden. Erst im vergangenen Jahr wurde ein Mitglied der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, das eine ausgeprägt evangelische Erziehung erhielt, nach der Ermordung von neun ihrer Kinder festgenommen. Der ebenfalls evangelische Innenminister Jörg Schönbohm lenkte damals vom kirchlichen Hintergrund ab, indem er die Verhältnisse in der DDR beschuldigte.
 



20.2. / 22.2.2006 - Bundesrepublik Deutschland - Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in den kirchlichen Heimen - Erst allmählich fällt Licht auf ein bislang dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. "In den fünfziger und sechziger Jahren wurden Hunderttausende Kinder und Jugendliche in den Heimen einem oft gnadenlosen Erziehungssystem von Zucht und Ordnung ausgeliefert", schreibt Spiegel online (20.2.2006) über die kirchlichen oder staatlichen Heime. Und: "Ihr Schicksal teilten in der jungen Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre hinein mehr als eine halbe Million Menschen in über 3.000 Erziehungsheimen". Sie sagen: "Wir wurden gedemütigt, entrechtet, seelisch wie körperlich misshandelt und manche von uns als jugendliche Zwangsarbeiter benutzt." Beispielhaft berichten eine Frau, die früher in einem katholischen Heim und ein Mann, der in einem evangelischen Heim leben mussten. Schläge im Namen des Herrn heißt das neu erschienene Buch zu diesem Thema, das der Katholik Peter Wensierski geschrieben hat. Den vollständigen Artikel lesen Sie bei: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,401598,00.html

PS: In vergleichbaren römisch-katholischen Kinderheimen in Irland wurden unzählige Kinder zudem von Priestern sexuell missbraucht und in einem Fall sogar anschließend getötet. Lesen Sie dazu den Artikel in:
http://www.das-weisse-pferd.com/99_19/katholische_heime.html

Lesen Sie dazu auch unsere Meldung vom 4.10.2006.
 



5.6. / 14.6.2006 - Nach intensivem Bibelstudium fünfjährige Tochter zu Tode geschüttelt? Vater verhaftet - Seit einem schweren Verkehrsunfall hat der Mann aus Wila im Schweizer Kanton Zürich "intensiv die Bibel studiert", schreibt das Oltner Tagblatt (27.5.2006). "Ich will meine Kinder nach alttestamentarischen Vorstellungen erziehen", so der 40-Jährige im Bekanntenkreis. Nach dem Motto "Frauen seien den Männern untertan" [Anmerkung: steht auch im Neuen Testament; Epheser 5, 22 und drei weitere Stellen] "habe der Vater seine Kinder [die Töchter Salomé (8) und Gabriela (5)] mit Brutalität erzogen und immer wieder hart bestraft", z. B. durch Schläge, Schleifen durch die Wohnung, stundenlanges Stehen und Essensentzug ... "Zudem hätten beide Töchter kaum das Haus verlassen dürfen und fast kein Spielzeug besessen." Am 9.5.2006 starb nun die Tochter Gabriela an einer Gehirnblutung, aller Wahrscheinlichkeit nach unmittelbar nach einer schweren "Züchtigung" durch den Vater. Im Alten Testament, das dieser in seiner Erziehung verwirklichen wollte, heißt es z. B.: "Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben" (2. Mose 21, 17). Oder: "Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn [oder eine Tochter] hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen ... So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun ..." (5. Mose 21, 18-21). Oder: "Lass nicht ab, den Knaben [das Mädchen] zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er sein Leben behalten; du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode" (Sprüche 23, 13). Für das Kind gilt demgegenüber schlicht und einfach: "Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat" (Sprüche 23, 22). Nach der Lehre der beiden Großkirchen ist sowohl das Neue als auch das Alte Testament "reines" "Wort Gottes" (siehe dazu die Einleitung in Der Theologe Nr. 8). Trotz wiederholter Kritik und vieler Anfragen weigern sich die beiden Großkirchen bis jetzt massiv, Stellen wie die hier genannten davon auszunehmen, "reines Gotteswort" zu sein. Damit leisten sie mutmaßlichen Verbrechen wie dem in Wila/Schweiz Vorschub.
Der Bibelanhänger aus dem Kanton Zürich soll sich zuletzt sogar mit Jesus identifiziert haben. Dass Jesus keine Kinder schlug und auch solche Anweisungen weder gab noch bestätigte, hinderte den Vater aber nicht daran, die "alttestamentliche" Erziehung beizubehalten. Der Polizei gegenüber sagte er aus, seine Tochter sei die Treppe hinunter gefallen, was aber nicht mit der Art ihrer tödlichen Verletzungen übereinstimmt (vgl. dazu auch unten die Meldung Streit um Sex: Evangelischer Bibelfanatiker ersticht seinen Sohn).

 



31.8.2006 - Kirche beschließt öffentliche Ächtung eines vergewaltigten 11-jährigen Kindes und Verbannung in die ewige Hölle - weil wegen gesundheitlicher Gefahren eine Abtreibung vorgenommen wurde - Kardinal Alfonso Lopez Trujillo aus Kolumbien ist einer der bekanntesten Führungspersönlichkeiten der römisch-katholischen Kirche weltweit. Er ist der Präsident des Päpstlichen Familienrates und als Kurienkardinal einer der einflussreichsten Männer im Umfeld von Papst Benedikt XVI. Jetzt demonstriert der Kurienkardinal an einem 11-jährigen Mädchen  exemplarisch seine angebliche Macht über Himmel und Hölle. T-online schreibt dazu wörtlich:

"Die katholische Kirche in Kolumbien will hart durchgreifen: Nachdem ein vergewaltigtes Mädchen abgetrieben hat, soll es exkommuniziert werden. Kardinal Alfonso Trujillo will zudem alle an dem Schwangerschaftsabbruch Beteiligten ausschließen [was nach katholischer Lehre die ewige Verbannung in die Hölle nach sich zieht]. Das betrifft die Eltern, die Ärzte und Krankenschwestern, aber auch Politiker und Gesetzgeber. In Kolumbien ist die Abtreibung bis auf wenige Ausnahmen verboten. Der oberste Gerichtshof des Landes hatte in diesem Fall den Abbruch genehmigt und die Entscheidung mit den Gefahren für die Elfjährige gerechtfertigt ... Die Abtreibung ist eine der wenigen Taten, für die das katholische Kirchengesetzbuch seit 1983 die automatische Exkommunikation aller Beteiligten vorsieht [von Papst Johannes Paul II. in diesem Sinne verschärft]. Wird eine so genannte Tatstrafe durch eine Spruch wie jetzt in Kolumbien noch ausdrücklich untermauert, handelt es sich um eine besonders schwere Form der Ausschlusses und der öffentlichen Ächtung" (T-online, 31.8.2006).

Dies bedeutet nach römisch-katholischer Lehre auch: Das vergewaltigte Kind muss nach seinem Tod grausame niemals endende Qualen erleiden. Demgegenüber sollen die zahllosen römisch-katholischen Priester, die Kinder vergewaltigten, später den Himmel betreten, wenn sie zuvor die Beichte in der kirchlich korrekten Form abgelegt hätten. Weiterhin dürfen sie auch ohne kirchenrechtliche Beichte "heilsnotwendige" Sakramente spenden und z. B. den Menschen aus dem Volk die Sünden vergeben. Auch sollen sich die zahllosen römisch-katholischen Menschenschlächter der Inquisition mittlerweile im Himmel tummeln.

PS: Unabhängig von den hier geschilderten Umständen befürworten wir nicht eine Abtreibung. Im Gegensatz zur Kirche sind wir aber keine Richter über das Verhalten von Menschen im Umgang mit schlimmen Notsituationen. Vielleicht könnten das Mädchen und seine Familie damit getröstet werden, dass man in der kirchlichen Hölle schneller zur Liebe Gottes finden kann als im kirchlichen Himmel.
 



22.9.2006 - Ausschreitungen von Katholiken in Indonesien - In Indonesien liefern sich Katholiken (ca. 4 % der Bevölkerung) und Protestanten (ca. 8 %) einerseits und Moslems andererseits (ca. 87 %) seit Jahren furchtbare Gemetzel mit zahllosen Toten. Jetzt wurden auf der Insel Sulawasi drei Katholiken hingerichtet, die dafür verurteilt wurden, im Jahr 2000 Übergriffen auf Moslems angezettelt zu haben, die zu Ausschreitungen zwischen Muslimen und Kirchenchristen führten (ca. 1.000 Tote). Nun kam es erneut zu Gewaltexzessen aufgebrachter Kirchenanhänger mit Brandstiftungen, Plünderungen sowie Attacken gegen staatliche Gebäude (dpa, 22.9.2006). Papst Benedikt XVI. hatte vergeblich versucht, die Hinrichtungen der drei zu verhindern, die erklärt hatten, sie seien unschuldig. Die Gewalt von katholischer Seite verurteilte er anscheinend nicht bzw. es gibt derzeit keine Berichte darüber.
Wird hier ein endzeitliches Szenario vorweg genommen, das bald auch auf andere Länder übergreift?
Jede Seite rechtfertigt neue Massaker und gewalttätige Übergriffe dabei auch mit den Massakern und gewalttätigen Übergriffen der anderen Seite. Die darin verwickelten Mitglieder der römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Kirche sollten sich als erstes ausdrücklich von Jesus von Nazareth distanzieren, und sich dazu bekennen: "Wir stehen in der Tradition der Päpste, die Krieg und Gewalt als mögliches Mittel der Auseinandersetzung befürworteten, und von Martin Luther, der im Konfliktfall auch Massaker befürwortete, und wir bekennen uns zur Lehre vom ´gerechten Krieg`, so wie er im Katholizismus und Protestantismus bis heute geglaubt wird. Doch mit Jesus, dem Christus, haben wir nichts zu tun." Dies wäre auch ein deutliches Signal an die islamische Welt, dass einerseits Kirche, Vatikan und Luthertum und andererseits christlicher Glaube in der Nachfolge des Jesus von Nazareth im Kern Gegensätze sind.

PS: Welche Macht die Kirche in Indonesien - trotz der zahlenmäßigen Übermacht der Moslems - teilweise hat, zeigt auch folgendes Beispiel aus dem Jahr 2005: Ein Mann, der eine römisch-katholische Hostie nicht während der Veranstaltung zerkaute und schluckte, sondern mit nach außen nahm, wurde beobachtet, denunziert, festgenommen und zu acht Jahren Haft verurteilt.
 



4.10. / 7.10.2006 - Evangelische und katholische Heime in der Bundesrepublik - ein Ort von Leiden und Qualen - Seitdem das Buch des Katholiken Peter Wensierski, Schläge im Namen des Herrn, auf dem Markt ist, melden sich immer mehr ehemalige Heimkinder mit ihren teilweise traumatischen Erfahrungen durch die kirchliche Erziehung. Manche Kinder wurden offenbar auch durch Denunziation von Nachbarn ihren Eltern entrissen und in die kirchlichen Heime zwangseingewiesen. Das Evangelische Sonntagsblatt schreibt, "dass es damals [in den 50-er und 60-er Jahren] viel leichter war, ein Kind in ein Heim einweisen zu lassen. Manchmal genügten Hinweise aus der Nachbarschaft, dass die Fürsorge kam und die angeblich verwahrlosten Kindern ins Heim steckte. ´Die Damen und Herren von der Fürsorge waren gefürchtet`, erinnert sich ein Insider" (Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 40/2006).
Die evangelisch-lutherische Innere Mission in München trat jetzt die Flucht nach vorne an und bat die ehemaligen Heimkinder aus Feldkirchen bei München um Berichte über ihre Erfahrungen. Dabei zeigte es sich, dass manche ehemalige Bewohner die Zeit verklärten, etwa unter dem Motto: "Sie war hart, aber damals war es eben so." Oder: "Ich hab viel fürs Leben gelernt." Oder: "Eins auf die Rübe, ... das hat eben dazugehört." Das Evangelische Sonntagsblatt in Bayern bemühte sich um eine Gegenüberstellung von positiven ("die schönste Zeit") und negativen Aussagen und schrieb u. a. wörtlich:

- Regelrecht ins Gehirn eingebrannt haben sich die Schläge, die "die Frau Direktorin", wie sie alle Kinder nannten, austeilte.
- Die Frau schlug zu, "bis mein kleiner Popo ganz grün und blau war." "Wir waren immer in Angst."
- "Dinge, die so einfach nicht in Ordnung waren". Etwa, dass Kindern unterstellt wurde, sie hätten gestohlen. Oder dass sie tagsüber kein Wasser trinken und nicht vor Mitternacht auf die Toilette gehen durften.
- Dass Kinder geschlagen wurden, war normal.
- Im November 1958 besuchte Oberstlandesgerichtsrat Friedrich Meinzolt, der damalige Vorsitzende der Inneren Mission, das Haus. Obwohl viel gerichtet worden war, sei der Mann "innerlich sehr betrübt gewesen, als er die Aufenthaltsräume und Schlafräume sah", heißt es in dem Bericht. Sein Urteil nach dem Besuch: "Hier könnte ich nie ein Kind hereingeben." Eine Psychologin sagte nach einem Besuch: "Hier erleiden die Kinder einen Milieuschaden."
- Die "tüchtigste Erzieherin", [deren] Boshaftigkeiten keine Grenzen mehr kannte.
- "Der [Heimleiter] hat mich den ganzen Flur entlang gehauen, mit einem Stock, mit der Hand und mit dem Fuß, bis ich am Boden lag" [wegen eines Apfels, den das Kind unterwegs von einem Baum nahm]. Während der Diakon [dennoch] als "ganz in Ordnung" bezeichnet wird, ist seine Frau eher als "sadistischer Hausdrache" in Erinnerung.

- ... Strafaktion, als jemand Quarkbrote fand, die die Heimkinder weggeschmissen hatten. "Wir konnten die matschigen Dinger nicht mehr sehen - vor allem auch, weil die Dorfkinder meistens dicke Butterbrote hatten." "Wir mussten dann im Hof in Reih und Glied antreten und die - mittlerweile verschimmelten - Brote essen."

Aus anderen Heimen gibt es auch Berichte von Sexualverbrechen. Besonders die römisch-katholischen Heime in Irland gelten bisher als dafür berüchtigt. Hier wurde ein sexuell missbrauchtes Kind z. B. auch nach der Tat ermordet (siehe http://www.das-weisse-pferd.com/99_19/katholische_heime.html). Doch in Deutschland und in manchen anderen Ländern sind die Tragödien noch gar nicht alle aufgearbeitet. Besonders schlimm ist dabei auch, dass die Untaten und teilweise Verbrechen im Namen von Jesus, dem Christus, verübt wurden und die Kinder zum Glauben an ihn gezwungen wurden. Jesus und Kirche sind jedoch Gegensätze und die Kirchen haben nichts mit ihm zu tun. (vgl. dazu "Der Theologe Nr. 25": Die Kirche - ein totalitärer Götzenkult) - Lesen Sie dazu auch unsere Meldung vom 20.2.2006.
 



7.10.2006 / 18.4. / 29.6.2007 / 12.4.2010 - Von schwer kranken Patienten genervt? Engagiertes evangelisches Gemeindemitglied bringt vier, fünf, sechs oder mehr Menschen um / Sie möchte 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") ändern - Die Krankenschwester Irene Becker (54) aus Berlin-Reinickendorf arbeitete auf der kardiologischen Intensivstadion des Berliner Klinikums Charité. Zwei schwerkranken Patienten soll sie vor kurzem die 1000-fache Überdosis des Blutdruck senkenden Medikaments Nitroprussid-Natrium verabreicht haben. Auch ein dritter Mord (eine 48 Jahre alte Frau, die sie am 19.9.2006 zu Tode spritzte, während deren Mann arglos an ihrem Krankenbett saß), vierter Mord (eine Woche später ein 52 Jahre alter Mann) und fünfter Mord wird ihr vorgeworfen sowie zwei weitere Mordversuche. Geständig ist sie jedoch "nur" bei vier Morden. Für fünf Morde wurde sie schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt.
Irene Becker ist überzeugte evangelische Kirchenchristin, "ging regelmäßig zum Gottesdienst", lächelte meist milde und summte kirchliche Lieder. "An Weihnachten legte sie Nachbarn kleine Präsente vor die Tür" (Bild, 7.10.2006). Und "zum Kirchentag habe sie sogar Besucher in ihrer kleinen Wohnung einquartiert" (Die Welt, 7.10.2006). Doch keiner kannte bisher ihr grausames Geheimnis, wenn sie ihre Spritze zog. Bei ihrem ersten Mord soll sie wütend über die Unruhe des Mannes gewesen sein und sich geärgert haben, dass sie kurz vor Schichtende einen solchen Fall betreuen sollte" (Bild, 18.4.2007). Das war möglicherweise das Todesurteil für den Mann.
Weil Irene Bauer so kirchlich war, wurde "Mitleid" mit den Kranken als Mordmotiv vermutet. Doch Isabelle Heuser, Direktorin der Charité-Klinik für Psychiatrie, glaubt nicht daran: "Bei der Tötung von Patienten schwingen sich Krankenschwestern meist in einer Art größenwahnsinnigen Fantasie zu Herren über Leben und Tod auf. Mitleid und Mitgefühl sind aller Erfahrung nach nur vorgeschoben" (Bild, 7.10.2006; vgl. auch http://www.netzeitung.de/vermischtes/445519.html). Auch die ermittelnde Polizisten habe "den Eindruck gehabt, dass die Angeklagte von den schwer kranken Patienten genervt gewesen sei" (Netzeitung, 9.5.2007).
Sie selbst erklärte dazu gegenüber dem Berliner Psychiater Alexander Böhle: "Die ´von Menschen gemachten zehn Gebote gehören dringend überarbeitet` ... Das Gebot ´Du sollst nicht töten` sollte man umformulieren in ´Du sollst nicht Schaden zufügen`. Doch was ist Schaden?" Der Psychiater fragte sie, "ob sie sich denn als eine Agentin des göttlichen Willens verstehe. Das lehnte sie ab. Sie sei nur eine am göttlichen Willen Mitwirkende" (Spiegel online, 22.6.2007).


In den evangelischen Sonntagsgottesdiensten verheimlichen die Pfarrer derweil die dunklen Abgründe der evangelischen bzw. lutherischen Lehre. Oder sie jonglieren damit. So lehrt z. B. Martin Luther: "Wenn Gott lebendig macht, tut er es also, indem er tötet, wenn er rechtfertigt, tut er es also, indem er schuldig macht, wenn er in den Himmel führt, tut er es, indem er in die Hölle führt, wie die Schrift sagt: ´Der Herr tötet und macht lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus`, 1 Sam 2" (Weimarer Ausgabe der Lutherschriften 18, S. 633, vgl. Der Theologe Nr. 1). Nach dem Glauben Luthers tötet Gott durch die menschliche Obrigkeit. Und "die Hand, die ... tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen, sondern Gottes Hand" (Weimarer Ausgabe 19, S. 623-662). Von Martin Luther sind viele vergleichbare Glaubenssätze überliefert (vgl. auch Der Theologe Nr. 3), und es ist nahe liegend, dass er dadurch auch zum Anstifter von manchen religiösen Tötungsphantasien wurde und wird. So haben z. B. einige seiner Nachfolger in der evangelischen Diakonie entschieden, behinderte Menschen "dem Schöpfer zurückzugeben" (Beleg dafür in Der Theologe Nr. 3). Und auch das 5. Gebot haben beiden Großkirchen ohnehin schon geändert und interpretiert es als "Du sollst nicht morden" (so wird es z. B. bereits in der Einheitsübersetzung zitiert), um das "Töten" im Krieg rechtfertigen zu können.

Anstatt hier einmal die Zusammenhänge zu untersuchen, verleumdet der Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, jedoch friedfertige Kirchenaussteiger, die sich in kleineren Gemeinschaften versammeln, und warnt vor ihnen - obwohl er die Aufgabe hätte, in seiner eigenen Kirche z. B. die Verbrecher zu finden (vgl. dazu Der Theologe Nr. 12 über die Aufgabe von Pfarrer und Gemeinde und den Beruf des "Sektenbeauftragten"). "Ich glaubte die Patienten bei ihr in guter Obhut", so der Kardiologie-Direktor über die evangelische Krankenschwester.

Innerhalb der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg (mit Bischof Wolfgang Huber an der Spitze) wurde innerhalb eines guten Jahres damit zum zweiten Mal eine Serientäterin entlarvt. Erst im Mai dieses Jahres wurde das ausgeprägt evangelisch aufgewachsene Kirchenmitglied Sabine H. wegen der Tötung von neun ihrer neugeborenen Kinder verurteilt. Und Anfang des Jahres wurde eine engagierte römisch-katholische Krankenschwester wegen neunfachen Mordes im Dienst verurteilt.
Bei Irene Becker sind viele ihrer ehemaligen Patienten schon eingeäschert oder verwest. Die genaue Zahl der Opfer wird sich deshalb vielleicht nicht ermitteln lassen. Zu Beginn des Prozesses am 18.4.2007 bittet Irene B. die Angehörigen ihrer Opfer zwar formal um "Vergebung". Doch sie zeigt dabei nur "Bedauern", "aber keine Reue" (Bild, 18.4.2007). Sie rechtfertigt die Morde weiter damit, die Opfer "in deren Willen und zu deren Wohl" getötet zu haben. Doch warum hat sie dann z. B. eine schwerkranke Frau in Gegenwart ihres Mannes umgebracht, die sich gewünscht hatte, nach Hause verlegt zu werden, um dort in Ruhe sterben zu können?
Auch drei Jahre später ist sie weiter uneinsichtig: "Ich bereue nichts" (spiegel.de, 12.4.2010). Das braucht sie gemäß der Lehre ihrer Kirche für ihr Seelenheil auch nicht. Hauptsache, sie glaube.

 



12.11.2006 / 17.6.2007 - Evangelische Kirche kommt nicht zur Ruhe: Drogen, Diebstahl, Selbstmorde - Die evangelische Kirche kommt nicht zur Ruhe. Zeitgleich zur Selbstverbrennung von Pfarrer Weißelberg in Erfurt rumorte es in der Gemeindeversammlung von St. Nikolai in Eckernförde. Dort wurde die Pfarrerin auf eine andere Stelle versetzt, da "ihrem Mann Drogenhandel vorgeworfen wird" (Eckernförder Zeitung, 8.11.2006). Das evangelische Pfarrhaus stand damit im Verdacht, Umschlagsplatz für Rauschgift gewesen zu sein. Und der Küster wurde erhängt aufgefunden, nachdem ihm Diebstahl von Spendengeldern bei der "Kollekte" nachgewiesen und er deshalb entlassen wurde.

Aktualisierung:
Im Juni 2007 fliegt der evangelische
Dom in Halberstadt als Drogendepot bzw. Drogenumschlagsplatz auf. Der verantwortliche Küster war gleichzeitig Dealer für Heroin, Kokain und Marihuana. Er wurde jetzt nach 18 Dienstjahren entlassen.
 



11.1. / 5.9.2007 - 1.010 Kinderporno-Bilder und zwei Videos bei hohem katholischen Kirchenjuristen gefunden / Pädophilie in der Kirche weit verbreitet - Auf einer ihrer Internetseiten wirbt ein deutsches Bistum für das Elisabethjahr 2007 (vgl. dazu www.theologe.de/elisabeth_von_thueringen.htm), und gleich daneben wird u. a. der Vorsitzende Richter des Kirchlichen Arbeitsgerichts vorgestellt  (Anmerkung: Der Link auf die Seite des Bistums, wo der Richter mit vollem Namen genannt wird, wurde von uns entfernt, nachdem dessen Anwalt uns am 4.9.2007 mit Hinweis auf das "allgemeine Persönlichkeitsrecht" erklärte, dass eine "identifizierende Berichterstattung" in diesem Fall nicht mehr zulässig sei). Auf dessen Computer wurden Ende vergangenen Jahres 1.010 kinderpornografische Fotos und zwei Videos gefunden. Der oberste Jurist des kirchlichen Gerichts ist z. B. auch bei Arbeitsgerichtsprozessen pädophiler Priester zuständig. Im Hauptberuf ist er der Präsident eines hohen Gerichts in einem deutschen Bundesland, und zuvor war er u. a. Richter an einem Gerichtshof dieses Landes und Jurist im Justizministerium. Die  katholische Sexualmoral hat allerdings nicht nur bei ihm eine zweite geheime Seite. Bei ihm wurde sie nur entdeckt. Mehr dazu stand z.B. in der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (Der dort  mittlerweile entfernte Artikel war unter
"http://www.hna.de/kasselstart/LINKTHIRD00_20061215224109_Kein_Prozess_fuer_X..." einsehbar
).

Am 10.1.2007 wurde der Gerichtspräsident nun zu neun Monaten Haft auf Bewährung und 4.800 Euro Geldstrafe verurteilt.

Die Pädophilie ist in der Kirche offenbar noch viel weiter verbreitet als bekannt (siehe auch unsere Meldung vom 1.12.2006). So ist das renommierte Priesterseminar in St. Pölten z. B. so mit Pädophilie und anderen sexuellen Praktiken hinter der Maske des Zölibats durchsetzt, dass es im Jahr 2004 vorüber gehend geschlossen wird. Und erst im November 2006 warf sich in Bayern ein hoher Amtsträger und Mitglied der Bistumsleitung offenbar aus Liebeskummer vor einen Zug, weil ein ehemaliger Ministrant mit ihm Schluss machen wollte (siehe dazu die Meldung vom 13.11.2006). Und vor wenigen Tagen erst gestand wieder ein Priester sexuelle "Grenzüberschreitungen" an Kindern (Meldung vom 5.1.2007).
Und: Einer Information des italienischen Informationsdienstes axteismo.press2@yahoo.it vom 19.4.2007 zufolge waren von 1950-2002 4.392 Priester in den USA angeklagt, sich an Kindern sexuell vergangen zu haben, wobei die Zahl der tatsächlichen Täter deutlich höher angenommen wird. Die Zahl stammt nämlich aus dem von den Bischöfen selbst in Auftrag gegebenen John-Jay-Report und wird von Opfer-Vertretern als weit untertrieben betrachtet (siehe z. B. http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp).

Anmerkung: Hier wird nicht über die sexuellen Verbrechen und Praktiken innerhalb der Kirche gerichtet. Doch die Kirche sollte nicht mehr behaupten, ihr Kult und das Treiben ihrer angeblichen "Mittler" zu Gott hätten etwas mit Christus zu tun. Außerdem sollte sie damit aufhören, vor anderen unbescholtenen Gemeinschaften zu warnen. Stattdessen könnte sie ihr gut bezahlten "Beauftragten" dafür einsetzen, die Täter in den eigenen Reihen zu finden und so die schlimmen Schäden zumindest einzudämmen.
 



26.2.2007 - Streit um Sex: Evangelischer Bibelfanatiker ersticht seinen Sohn - Seit vielen Jahren versucht der 12-fache Familienvater Karl K. aus Ratzeburg, andere Menschen zu einem Leben nach der Bibel zu bekehren. Eine Zeitlang ist der Bundesgrenzschutzbeamte im Vorruhestand Mitglied der evangelisch-lutherischen St.-Ansverus-Gemeinde, spendet dort 10 % seines Einkommens. Doch die Gemeinde ist ihm nicht bibeltreu genug, und so tritt er dort wieder aus und wandert reihum in andere evangelische Gemeinden, eckt überall mit seiner Bibeltreue an. Seiner Frau erklärt er, dass er nach den Anweisungen von Paulus im Brief an die Kolosser leben möchte, wo es heißt: "Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt" (3, 18). Die Kinder werden ebenfalls bibelgläubig erzogen und müssen ihm gehorsam sein. Sie "müssen gezüchtigt werden", auch "das steht schon in der Bibel", so Karl K. (Spiegel Nr. 9/2007). Und was die Bibel betrifft, hat der Mann auch Recht. Die Züchtigung der Kinder durch die Eltern wird dort sogar mehrfach als angebliches Gotteswort weiter gegeben. Z. B. im Hebräerbrief, wo es heißt: "Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Seid ihr aber ohne Züchtigung, ... so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder" (12, 7-8). Oder im besagten Kolosserbrief in Vers 20: "Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig dem Herrn." Wohlgemerkt: In allen Dingen. Hierzu gehört natürlich auch der Sex. "Ein Christ darf sich nur mit einem unberührten Mädchen einlassen", so Karl K. zu seinen ältesten Söhnen.
Der zweitälteste Sohn hält diese Erziehung bald nicht mehr aus und nimmt Drogen. Und: "In Geesthacht zieht er sich vor einer evangelischen Kirche aus, legt die Kleider in Kreuzform vor das Portal, rennt nackt durch die Stadt und springt von einer Brücke in die Elbe." Er kommt die Psychiatrie. Der älteste Sohn Thomas (22) wehrt sich immer häufiger, zieht zuhause aus und streitet mit dem Vater, so auch kurz vor der Familientragödie, an deren Ende er getötet wird.

Der Sohn zum Vater: "Moderne Mädchen sind keine Jungfrauen mehr." Der Vater zum Sohn: "Du lügst." Der Sohn: "Dann besorg mir doch bis morgen eine Jungfrau." Der Vater: "Das ist unmöglich. Das kann ich nicht." Der Sohn mutmaßlich: "Dann gehe ich jetzt los und vergewaltige eine 13-Jährige" (Der Spiegel).
Es gibt allerdings "nicht den geringsten Anhaltspunkt, dass Thomas K. wirklich eine solche Tat vorhatte", so später der Lübecker Oberstaatsanwalt. "Wenn er sich tatsächlich so geäußert habe, dann höchstens, um den Vater zu provozieren." Sein Vater sieht das jedoch anders und rammt dem Sohn an dieser Stelle der Auseinandersetzung ein Messer in den Rücken. Der Sohn verblutet.

"Ich musste es tun", so der Vater. Mit seiner Tat habe er eine Todsünde verhindert. Gott sei sein Zeuge. Und auch mit dieser letzten tödlichen Züchtigung hat der Vater die Bibel auf seiner Seite. So heißt es im 5. Buch Mose: "Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes ... So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun ..." (18-21)
Nach dem Glauben der beiden großen Kirchen ist die ganze Bibel, Altes und Neues Testament, reines Wort Gottes (siehe dazu die kirchlichen Bekenntnisse in "Der Theologe Nr. 8"). Und Karl K. kann zu seiner Verteidigung zudem noch vorbringen, dass er mit seiner Tat die Gemeinschaft entlastet hätte, die gemäß der Bibel den Sohn hätte töten müssen.
Er allein habe es auf sich genommen, den Willen des Gottes der Bibel zu erfüllen.

Wenn Karl K. also demnächst wegen Mord oder Totschlag angeklagt wird, dann sollten auch Vertreter der Organisationen mit auf der Anklagebank sitzen, die bis heute behaupten, die Bibel wäre reines Gotteswort (vgl. dazu auch oben die Meldung Nach intensivem Bibelstudium Tochter zu Tode geschüttelt?).
 



17.6. / 28.10.2007 / 21.8.2008 - Vergewaltigungen von Kindern und mafiaähnliche Vorfälle in "evangelischem" Dorf / Bedenkliche Rolle der Kirche - Im "evangelischen" unterfränkischen Dorf Eschenau hat es über 30 Jahre gedauert, bis lange verschwiegene Vergewaltigungen von Kindern und jugendlichen Mädchen ans Licht der Öffentlichkeit gerieten. "Mädchen ab sechs Jahren sollen keine Jungfrauen mehr sein" (Magazin Neun 7,
 
http://www.neun7.de/exklusiv/artikel/art48,16700.html?fCMS=e400705b2fa1daeacec428a32116cb1c), und es gebe "Täter und Mittäter". Eines der bisher bekannten acht Opfer erklärte: "Anfang der 70er Jahre sei sie [als Mädchen] bei einem Sommerfest der evangelischen Pfarrjugend auf brutalste Art vergewaltigt worden" (PS: Eine andere Vergewaltigung soll sogar im evangelischen Pfarrhaus stattgefunden haben). Und: "Wenn ich jetzt sehe, wie uns Dorfbewohner als Nestbeschmutzer beschimpfen und am liebsten fortjagen wollten, dann weiß ich, wie es uns vor 30 Jahren ergangen wäre (Main Post, 15.6.2007, ZDF/Mona Lisa, 17.6.2007). Ein anderes Opfer - sie wurde zwischen ihrem 4. und 14. Lebensjahr immer wieder vergewaltigt - klagt,
"ihre Mutter sei auf der Straße wegen ihrer ´Huren-Tochter` angefeindet worden, ihr Vater beim Zeitungsaustragen von einem Hof gejagt worden". Und: "Die Reaktionen sind genau so, wie ich sie vor 30 Jahren befürchtet habe. Auch deshalb habe ich geschwiegen" (Neun 7, siehe oben). Die Frau, Heidi Marks, die inzwischen mit ihrem Mann in den USA lebt und dort als Lehrerin arbeitet, hatte zwischenzeitlich ihr Quartier in ihrem Heimatdorf fluchtartig aufgeben müssen. Denn die Gastwirte wurden "im Namen mehrerer Dorfbewohner" genötigt, das frühere Opfer "loszuwerden". Wenn nicht, werde "etwas Schlimmes passieren" (Main-Post, 5.6.2007). Zwei der bisher ermittelten Opfer sind junge Mädchen, die erst vor kurzem als Kinder sexuell missbraucht wurden. Und vermutlich ist erst die "Spitze des Eisbergs" sichtbar geworden. So schimpften auch Frauen aus dem Umfeld der Täter, "das alles sei doch nicht so schlimm und habe fast jeder schon mal erlebt" (Main-Post, 23.5.2007; mehr dazu siehe unten).

"
Er sei nun schon über 30 Jahre bei der Justiz und habe viel gesehen, sagte Staatsanwalt Joseph Düsel in einer persönlichen Einschätzung der Geschehnisse. Aber einen vergleichbaren Fall mit derart dramatischen Ereignissen und menschlichen Tragödien habe er bislang noch nicht erlebt" (Main-Post, 24.5.2007). Doch die zum größten Teil evangelische Bevölkerung will davon offenbar überwiegend nichts wissen: "90 Prozent der Bevölkerung ist überzeugt, dass da nichts war", erklärte zwischenzeitlich ein junger Mann (Bayerischer Rundfunk, Zeitspiegel, 4.6.2007). Fast alle Einwohner von Eschenau gehören der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern an, während es im Hauptort Knetzgau, in den Eschenau eingemeindet ist, kaum Evangelische gibt, dafür überwiegend Katholiken.

Einer der evangelischen Beschuldigten (die als "Ehrenmänner" galten bzw. gelten) hat sich mittlerweile durch Selbstmord der Verantwortung entzogen.
Der evangelischen Kirche wird dabei vorgehalten, die Verbrechen zunächst verharmlost und klein geredet zu haben. So sagt eine der Frauen, die jetzt nach langem Schweigen zur Polizei gegangen ist, über die Kirche: "
Von ihr kam keine seelsorgerische Hilfe" (Main-Post, 5.6.2007). Und eine andere: "Das sind wir an Wände gerannt. Wir haben ja versucht, irgendetwas zu machen. Ich hab´ Briefe geschrieben bis zum Landesbischof. Und wir hatten keine Hilfe von der kirchlichen Seite. Und das finde ich wirklich traurig" (Quer, 18.10.2007). Und Pfarrerin Elfi Trautvetter-Ferg wird in der Passauer Neuen Presse mit den Worten zitiert: "Im Nachbardorf ist das Gleiche passiert, und da hat kein Hahn danach gekräht" (Main Post, 5.6.2007; während die Theologin diesen Satz mittlerweile in dieser Form dementiert, bekräftigt der Autor des Artikels den Inhalt des Zitats; vgl. dazu die Anmerkung über Pheromone). Über die Dorfpfarrerin wurde weiter berichtet, "dass sie offenbar [nur] die ´Täterfamilien` betreue und zu verstehen gegeben habe, dass sich die Opfer lieber ´Seelsorger von außerhalb` suchen sollten". Auf diese Weise stellte sich die Kirche zu Beginn der Auseinandersetzungen anscheinend an die Seite der Täter. Zumindest hielt ihr Heidi Marks vor, "sich nicht um die Opfer, besonders um ihre alten Eltern zu kümmern". Die Pfarrerin habe "sonntägliche Friedensgebete initiiert, ohne Predigt, nur ein Lied und Bibeltexte. Aber auch in den Predigten während der Gottesdienste wird nicht erwähnt, was das Dorf bewegt. Da geht es, wie etwa am Pfingstsonntag, um den neuen französischen Schnellzug und darum, dass wir ein Tempolimit fürs Leben bräuchten" (Stern, 14.6.2007, zit. nach http://www.gegensexuellegewalt.at/2007/05/auch-ich-wurde-in-diesem-kinderheim/).

Der inhaftierte Täter,
"gegen den sich die Vorwürfe richten, und seine Familie stehen der evangelischen Kirchengemeinde sehr nahe, was ihnen wahrscheinlich die Zuwendung der Ortspfarrerin einbrachte", schreibt die Main-Post (23.6.2007). Und auch der Beschuldigte, der sich das Leben nahm, war angesehener evangelischer Landwirt, Vorsitzender des Jägervereins und guter Kirchgänger. Und deshalb musste auch der zuständige evangelische Dekan einräumen: "´Sehr viele Gespräche` hätten stattgefunden und fänden weiterhin statt. Möglicherweise wurde aber nur mit ´Täterfamilien` gesprochen" (Main-Post, 8.6.2007). Ansonsten berief er sich auf das "Seelsorgegeheimnis". Ähnlich äußerte sich die Pfarrerin selbst: "Sexualverbrechen sind kein Stoff für die Presse, sondern für die Seelsorge und die Therapie" (Main-Post, 5.6.2007).
Als Außenstehender fragt man sich dabei natürlich, ob sie hierbei die Justiz vergessen hat. Oder ob es vielleicht einen Sachverhalt gibt, für den zwar auch die Justiz zuständig wäre, der für diese aber ein "Geheimnis" bleiben soll. "
Für ihren beruflichen Bereich als Geistliche" hat Pfarrerin Elfi Trautvetter-Ferg sich gegenüber der Staatsanwaltschaft auf jeden Fall auf ihr "Zeugnisverweigerungsrecht" berufen (Main-Post, 23.6.2007). Das heißt: Es ticken wohl noch andere "Zeitbomben".

Inzwischen fordert wenigstens der Ortssprecher (der mit einem der Opfer verwandt ist) eine lückenlose Aufklärung: "
Auch wenn jemand mit den Tätern gut befreundet war, muss er doch noch unterscheiden können, was gut und was böse ist!" Weiter deutet er an, "dass sich nun mehr und mehr Opfer aus der Deckung trauen und sich inzwischen, wenn schon nicht der Polizei, so doch anderen betroffenen Frauen offenbart haben. Es könnte viel mehr Taten gegeben haben, als sie gegenwärtig juristisch greifbar sind" (Main-Post, 14.6.2007). Zwischenzeitlich steht sogar der Mietvertrag der Ortssprechers und stellvertretenden Feuerwehr-Kommandanten auf dem Spiel. Die Main-Post schreibt: "Er wohnt im ehemaligen Pfarrhaus von Eschenau. Es gibt offenbar Bestrebungen, dass sein Mietvertrag nicht mehr verlängert werden soll. Vermieterin ist ausgerechnet die Kirchengemeinde. Und auch die Initiatoren der Unterschriftenliste gegen ihn sollen der Kirchengemeinde nahe stehen". Derweil traut sich der Vater eines der Opfer "nicht mehr in die Kirche" (23.6.2007).
Der inhaftierte Täter hat jetzt teilweise gestanden, und er wurde bereits zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Ein großer Teil der Taten ist bereits verjährt. Den massiven Anklagen gegen den Mann, der Selbstmord beging, wird allerdings nicht mehr nach gegangen. Und ob es noch weitere Täter oder Mitwisser gibt, wird noch ermittelt. Derzeit [Oktober 2007] wird wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 11-Jährigen nach einem möglichen dritten Täter gesucht.

Und obwohl die Kirche von Vermittlungsangeboten spricht, werfen Freunde und Verwandte der Opfer ihr weiterhin vor, "zu lange geschwiegen zu haben" und bedrohte Angehörige der Opfer nicht zu schützen. Die Kirche lässt hingegen erklären: "Eine Mediation [Anmerkung: = Vermittlung] sei erst dann sinnvoll, wenn sich die Aufregung - auch in den Medien - gelegt habe", so Johannes Minkus, Sprecher der evangelischen Kirche in Bayern (Main-Post, 17.10.2007). Jesus von Nazareth sprach jedoch nicht von einer "Mediation", sondern er forderte zur "Buße" und zur Umkehr auf, wozu auch die Reue gehört. Auch war er ein unbequemer Zeitgenosse und deckte kein Unrecht zu. Jesus lehrte auch nicht, dass man sich bei Anschuldigungen durch Selbstmord weiteren Rückfragen entziehen könne und nach dem Prinzip "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer" sein Seelenheil erlangen könne. Letzteres ist Teil der Lehre Martin Luthers, der auch darauf bestand, dass man aus eigenem Willensentschluss nichts dagegen tun könne, wenn man "vom Teufel geritten" wird, da entweder der Teufel oder Gott einen im Griff hätten (siehe dazu www.theologe.de/theologe1.htm#Freier_Wille_geleugnet).

Doch während die Kirche mit ihrem "Mediations-Angebot" wartete, stellte sie vor Ort am 16.10.2007 den evangelischen Gemeindesaal für eine private Versammlung der Familie eines Beschuldigten zur Verfügung. Veranstalterin ist die Witwe des Mannes, der sich im Frühjahr erhängt hat, und ihr Rechtsanwalt ist der Referent und bezichtigt neben einem überlebensgroßen Kruzifix und einem Altar die Opfer u. a. der Unwahrheit. Dazu zitiert er aus den Vernehmungsprotokollen von Opfern bei der Polizei. Die Main-Post schreibt:
"Norbert Hauck war einer der Teilnehmer der Versammlung. Er sagt: ´Ich schäme mich jetzt dafür, ein Eschenauer zu sein.` Nur ein oder zwei Leute hätten den Mut gehabt, den ´hetzenden Worten gegen die Opfer` offen zu widersprechen - danach hätten diese den Saal unter höhnischem Beifall der Versammlung aber verlassen müssen. ´Nach der gut einstündigen Veranstaltung meinten manche, sie seien richtig überrumpelt worden von den Reden des Anwalts`, berichtet Hauck. Ulrich Hagmann, Redakteur des Bayerischen Fernsehens, der die Versammlung mitverfolgt hat: ´So etwas habe ich in meiner Laufbahn noch nicht erlebt.` Am Dienstagabend patrouillierten Streifenwagen im Ort. Familien von Opfern hatten darum gebeten. In Eschenau regiert die Angst. ´Jetzt herrscht offener Bürgerkrieg`, sagt Norbert Hauck am Tag danach." Eines der Vergewaltigungsopfer erklärt: "Man hat gedroht, uns Backsteine ins Fenster zu werfen." Das Haus der Familie M. wurde angespuckt und "mir hat man vor die Füße gespuckt" (Main-Post, 19.10.2007). Und im Fernsehbeitrag des Bayerischen Rundfunks heißt es: "Es ist zu vermuten, dass sich noch nicht alle Opfer gemeldet haben. Doch wegen der aufgeheizten Stimmung im Dorf werden sie es sich gut überlegen, ob sie aussagen wollen. Die Gefahr ist groß, dass ihre schlimmsten Erlebnisse im Pfarrsaal ausgebreitet und sie vor versammelter Gemeinde verhöhnt werden" (Quer, 18.10.2007). Immerhin betrachtet es die Kirche im nachhinein als falsch, den evangelischen Gemeindesaal für die private Versammlung zur Verfügung gestellt zu haben.

Heidi Marks hat vor ihrer Rückreise in die USA jedenfalls auf einen Abschiedsbesuch bei ihren Eltern verzichtet, um deren Sicherheit nicht zu gefährden. Die ersten Verwandten eines Opfers sind bereits aus Eschenau weggezogen, weil sie die Anfeindungen nicht mehr ausgehalten haben (z. B. Main-Post, 17.10.2007). Eigentlich hatten sich Hans B. und seine Familie mit dem eigenen Haus für drei Generationen "einen Lebenstraum erfüllt" (Süddeutsche Zeitung, 27.10.2007). Doch weil sie den Opfern glauben, "wurde B. zunächst verboten, andere Höfe des Dorfes zu betreten. Dann durchbohrten sie ihm die Autoreifen. Und schließlich wurde B. zugetragen, dass einer sich im Wirtshaus darüber verbreitet habe, man könne ihm auch noch ´den Bauch aufschlitzen.`" B. war bis 2002 Ortsprecher von Eschenau. Jetzt ist auch sein Nachfolger zurückgetreten und auch "der Bürgermeister [aus dem Hauptort Knetzgau] resigniert" (Süddeutsche Zeitung, 27.10.2007).

Der Hauptverursacher der Situation: Der angesehene evangelische Dorfbauer, Jäger und Kirchgänger, der sich nach den Aussagen mehrerer Opfer und auch anderer Dorfbewohner, die ihn belastet hatten, aufhängte. Sein letzter Coup: Er behauptete in einem Brief einfach seine "Unschuld" und verhinderte anschließend durch den Selbstmord neutrale Ermittlungen. Seine kirchliche Beerdigung war darauf hin die größte, die Eschenau je erlebt hatte, und nach evangelisch-lutherischer Lehre könne er jetzt unter Umständen "allein durch Glauben" "selig" sein (vgl. dazu "Der Theologe Nr. 35" - Gefährliche Rechtfertigungslehre). Die Eltern eines der Missbrauchsopfer wurden eigens von der evangelischen Pfarrerin vorher angerufen, bei der Beerdigung besser nicht zu erscheinen. Und Norbert Hauck, der in der Versammlung im evangelischen Gemeindesaal (siehe oben) über den "wohl angesehensten Mann des Dorfes" (Süddeutsche Zeitung, 27.10.2007), sagte, "dass dieser Mann auch ihm, Hauck, als nicht ganz so heilig bekannt war", musste sich darauf hin vom Anwalt von dessen Witwe einiges sagen lassen. Die Süddeutsche Zeitung umschreibt die Aussage des Anwalts so: "Er würde gerne wissen, wie viele Eschenauer auf den Friedhof kommen werden, wenn er, der Fabrikarbeiter Hauck, erst einmal auf diesem liege" (27.10.2007).

PS: Ein Ende der Auseinandersetzungen in Eschenau ist nicht absehbar. Aus Gründen des Umfangs kann diese hier aber nicht weiter dokumentiert werden [Stand: 27.10.2007]. Eine Dokumentation der bisherigen und nachfolgenden Ereignisse können Sie jedoch nachlesen unter
http://www.mainpost.de/mainfranken/fb/derfalleschenau/index.html

Man stelle sich vor, das alles wäre innerhalb von Anhängern einer kleineren Gemeinschaft passiert. Wie hätten die "Weltanschauungsbeauftragten" der Kirche dann reagiert? So jedoch lenken sie weiter von den Vorfällen in den eigenen Reihen ab und erheben anderweitig falsche Anschuldigungen gegenüber religiösen Minderheiten (vgl. www.theologe.de/theologe12.htm). Deshalb die Frage: Wann kümmern sie sich endlich um die eigene "Weltanschauung" und über Abweichungen davon und über negative Folgen in den eigenen Kirchengemeinden? Das wäre eigentlich ihr Dienstauftrag (siehe www.theologe.de/theologe12.htm#Allgemeinkirchliche_Aufgabe). So könnte z.B. der evangelische Weltanschauungsbeauftragte Dr. Wolfgang Behnk den Eschenauern die Ereignisse in ihrem Dorf anhand der Lehre Dr. Martin Luthers deuten und ihnen auf diese Weise zu einem vertieften Verständnis ihres evangelischen Glaubens helfen (siehe dazu auch hier).

Lesen Sie hier mehr zur Lehre von Martin Luther und der Evangelisch-lutherischen Kirche über das Wesen des Menschen:
1) www.theologe.de/theologe1.htm, insbesondere www.theologe.de/theologe1.htm#12

2)
www.theologe.de/luther_geyer.htm
insbesondere: http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#Gebote  
http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#Iwand

www.theologe.de/luther_geyer.htm#toeten
http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#Verfuegungsgewalt

Aktualisierung: Nachdem die evangelisch-lutherische Kirche ihre späte "Mediation" (= Vermittlungsbemühung) im Dorf mittlerweile [2008] abgeschlossen hat, erschien jetzt das Buch von Heidi Marks im Fackelträger-Verlag in Köln. Der Titel: Als der Mann kam und mich mitnahm. Die Veröffentlichung wirft auch im Nachhinein kein gutes Licht auf die Pfarrerin des Dorfes. So heißt es u. a.:
- Als die Pfarrerin kurz darauf Giselas Tochter sah, zeigte sich mit dem Finger auf sie und sagte: "Bei der anderen ist es ja verjährt und bei dir ist ja nicht viel passiert" (S. 132).
- Er [ein Journalist] erzählte Folgendes: "Ich war gestern Abend in Ihrem Dorf in der Kirche beim Friedensgottesdienst. Als ich die Kirche verließ, kam die Frau Pfarrer auf mich zu und sagte: ´Jetzt haben wir die Amerikanerin endlich aus dem Dorf gejagt` ..." (S. 140)
Auch die Bemühungen des Regionalbischofs Wilfried Beyhl erscheinen nicht so edel wie in der Lokalpresse teilweise veröffentlicht. So schreibt Heidi Marks:
- So bemerkenswert das Engagement des Regionalbischofs in der Presseerklärung auch klang, bei seinem Spontanbesuch traf Beyhl kaum jemanden in Eschenau an. Das Opfer Renate Rosenbaum war ebenso nicht zu Hause wie Sofie Holst, der der Bischof - so kontrollierte an Tag darauf die Süddeutsche Zeitung - lediglich eine Visitenkarte dagelassen habe. Was er aber machte, war, alle Journalisten über seinen Besuch zu informieren. " Sich nicht anzumelden und dann öffentlich zu erklären, man habe fünf Familien in Eschenau besucht, ist eines Bischofs nicht würdig", sagt Sofie Holst später der Süddeutschen Zeitung. Einen zumindest erreichte der Bischof: Heidi Marks´ Vater Adam Siebert ... Siebert wusste, dass bereits drei Konfirmanden den Besuch in der Kirche bestreikten. "In diese Kirche wollen die nicht mehr gehen" (S. 234).

Anmerkung: Seit einiger Zeit gibt es Überlegungen und Untersuchungen, dass Sexualverbrechen in dörflichen landwirtschaftlichen Umgebungen überdurchschnittlich ansteigen. Der denkbare Hintergrund: In der Massentierhaltung arbeitet man teilweise mit Sexualduftstoffen, den so genannten Pheromonen, um die Paarungsbereitschaft der Tiere zu erhöhen. Dieser permanente "Fortpflanzungsdunst" springt wahrscheinlich auch auf Menschen über und macht sie unter Umständen sexuell enthemmter. Eine kühne, aber dennoch seriöse These und vielleicht auch ein Faktor zur Aufarbeitung der Geschehnisse in Eschenau und in anderen Dörfern, in denen ähnliches geschah bzw. geschieht. Einer der beiden mutmaßlichen Täter in Eschenau war auch direkt als Landwirt tätig. Lesen Sie dazu z. B. Gülle-Pheromone als Auslöser von Sexualverbrechen?
in
http://www.das-weisse-pferd.com/02_12/fortpflanzung.html#Sexualverbrechen

 



18.9. / 20.9.2007 - Streng gläubige Katholikin warf ihr Neugeborenes aus dem 10. Stock - Die Mutter (Monika K. aus Hamburg, 27 Jahre alt, "streng gläubige Katholikin"), die ihr Neugeborenes 30 Minuten nach der Geburt in eine Plastiktüte steckte und von einem Hochhausbalkon warf, kommt mit einer milden Strafe davon: drei Jahre und neun Monate Haft für Totschlag wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit (http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/18/urteil-mutter-hamburg/baby-10-stock,geo=2514186.html). Bevor sie das Verbrechen gestand, hatte sie noch ihren islamischen Freund der Tat bezichtigt:
Er habe "das Baby in eine Tüte gestopft und vom Balkon geworfen" (Bild, 5.9.2007). Die Polizei glaubte ihr und verfolgte zunächst den Freund. Die Frau machte ihm zudem Vorwürfe, sie nicht heiraten zu wollen. Außerdem hätte er sie mit anderen Frauen betrogen und viele Nächte in Spielsalons verbracht. Der Mann erklärte hingegen: "Sie hatte Angst vor ihren katholischen Eltern. Sie wollten keinen Moslem als Schwiegersohn. Aber das ist keine Entschuldigung. Ich wäre für das Kind da gewesen." Und: "Sie ist so eiskalt." Der erste Polizist am Tatort sagte vor Gericht aus: "´Es war schrecklich, das Kind in der Folie. Ich fasste einen Knöchel an, sah das Blut.` Kurz nach seiner Aussage brach der erfahrene Polizist zusammen, schlug sich die Hände vors Gericht – und weinte" (Bild, 5.9.2007).

Zum Hintergrund: Ein Katholik muss nach der Lehre seiner Kirche bei einer Eheschließung auch katholisch heiraten. Von dieser "Formpflicht" einer katholischen Trauung kann der einzelne Katholik jedoch unter bestimmten Bedingungen befreit werden, z. B. wenn ein islamischer oder evangelischer Partner keine katholische Trauung möchte. In diesem Fall ist diese "Befreiung von der Formpflicht" (= Dispens) nur möglich, wenn die Frau der Kirche versprochen hätte, das von ihrem islamischen Freund gezeugte Kind katholisch zu taufen und zu erziehen. Dies ist die Bedingung der Kirche. Andernfalls macht sich die Frau nach dem katholischen Kirchenrecht strafbar (siehe hier). Die Folge: Ihr droht der Ausschluss von den katholischen Sakramenten, und sie gefährdet damit nach katholischer Lehre ihr Seelenheil und das Seelenheil des Kindes - ein furchtbares Droh- und Druckmittel gegenüber gläubigen Katholiken. Deshalb die Frage: Hat der Glaube der sogar "streng" katholischen Frau sie deshalb möglicherweise zu dieser Verzweiflungstat getrieben? Hat sie das Kind vielleicht unbewusst lieber getötet als zuzulassen, dass es vielleicht zu einem kleinen Moslem wird?

Denn die römisch-katholische Lehre sieht vor:
Bei einem ungetauft gestorbenen oder ermordeten Säugling: Die "Internationale Theologische Kommission" des Vatikan kam im April 2007 nach dreijähriger Beratung zu der Schlussfolgerung, "dass es theologische Grundlagen und ernst zu nehmende Liturgien gibt, die hoffen lassen, dass ungetaufte Säuglinge erlöst werden, wenn sie sterben" (zit. nach Spiegel online, 20.4.2007). Die bisherige Vorstellung einer Art leidensfreien ewigen "Vorhölle" als endgültiger Bestimmungsort dieser Kinder sei "zu streng" gewesen.
Bei einem Moslem: Hier gilt weiterhin folgender "unfehlbare" Lehrsatz: [Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] "glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381, siehe hier).


Konkret: Hätte der moslemische Vater also einer katholischen Taufe des Säuglings nicht zugestimmt und seinen Sohn stattdessen islamisch erzogen, wäre das Kind nach römisch-katholischem Dogma von der ewigen Verdammnis bedroht gewesen. Denn es hätte durch seine Mutter diesen Glauben zunächst kennen gelernt. Und es hätte sich nach "unfehlbarer" katholischer Lehre später von seiner islamischen Erziehung distanzieren und in die Kirche eintreten müssen, um dem angeblichen Schicksal grässlicher ewiger Höllenqualen zu entgehen (PS: Auch wenn diese Lehrentscheidung heute in der katholischen Kirche nicht besonders hervorgehoben wird, so wurde es eben doch als "unfehlbare" "irrtumslose" Entscheidung des päpstlichen Lehramtes so festgelegt, und die Gläubigen werden bewusst oder unbewusst damit und geängstigt und innerlich gebunden).
Von daher sollte geprüft werden, ob im Zusammenhang des Säuglingsmords bzw. -totschlags auch ein Verfahren gegen den Papst bzw. gegen seinen Stellvertreter vor Ort, dem Bischof von Hamburg, als Garanten und als Verantwortlichen für die römisch-katholische Verdammnis-Lehre, eröffnet werden muss.

 



22.10.2007 - Ex-Priesteramtskandidat vergewaltigte wahrscheinlich über 200 Jungen - Der gläubige Katholik Christopher Paul Neil (32) aus Maple Rich/Kanada soll "Hunderte Kinder" vergewaltigt haben - offenbar allesamt Jungen, die jüngsten sechs Jahre alt (Bild, 20.10./22.10.2007). Neil wollte ursprünglich katholischer Priester werden und ließ sich von 1995-1999 im Priesterseminar zum katholischen Würdenträger ausbilden. Kurz vor Ende der Ausbildung brach er diese jedoch ab und arbeitete dafür als Englischlehrer und Jugendbetreuer in Südkorea, Vietnam und Thailand. Dort wurde er jetzt verhaftet.
Lesen Sie dazu auch
"Der Theologe Nr. 24 a": Sex-Verbrechen - und Vergehen in der Kirche


PS: Bevor jemand als Pädophiler tätig wird, hat er sich oft jahrelang damit beschäftigt. In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2004 das Priesterseminar in St. Pölten/Österreich geschlossen, nachdem dort u. a. Kinderpornographie auf Computer herunter geladen wurde: insgesamt 40.000 Fotos und zahlreiche Filme. Der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner forderte zuvor den zuständigen Bischof Kurt Krenn auf, er solle sich eingestehen: "Ich bin krank, mir setzt der Alkohol sehr zu" und er sei nicht mehr in der Lage, "solche Zustände zu verhindern" (http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E8691E7C1B7354A8DBE14E63E1991D2C9~ATpl~Ecommon~Scontent.html)..



29.10.2007 - Katholik als "einer der kaltblütigsten Täter der deutschen Justizgeschichte" - Ronny Rieken brachte in den 90er-Jahren zwei Mädchen um, vergewaltigte mindestens 14 weitere. Er war Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die ARD bringt um 21 Uhr eine Dokumentation. Welche Bedeutung hat die Konfessionszugehörigkeit? Um die konfessionellen Weltanschauungsbeauftragten zu fragen: Wie hätten sie reagiert, wenn Rieken keiner der "Söhne und Töchter der Kirche" gewesen wäre, sondern einer religiösen Minderheit angehört hätte?
Siehe http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,513506,00.html.

 



28.4. / 5.5.2008 - "Inzest-Drama" in katholischer Familie in Österreich - Verhinderte kirchliche "Anti-Sekten-Stimmung" frühere Aufklärung? - Der Elektro-Ingenieur Josef Fritzl aus Amstetten in Niederösterreich (73), der seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverlies ohne Sonnenlicht gefangen hielt und mit ihr sieben Kinder zeugte, ist nach Angaben der Berliner Morgenpost Mitglied der römisch-katholischen Kirchengemeinde Amstetten-St.-Stephan und zahlt seinen Kirchenbeitrag an die katholische Kirche in Österreich. "Wir haben hier eine funktionierende Gemeinde", sagt Diakon Engelbert Lagler betroffen (Berliner Morgenpost, 29.4.2008). Die Fritzl-Kinder wurden lt. Bild in der benachbarten katholischen Kirchengemeinde Amstetten-St.-Marien in das kirchliche Leben eingeführt. "Die drei Kinder, die die Familie adoptiert hat, wurden bei uns getauft und bekamen in unserer Kirche die Erste Heilige Kommunion", so Pfarrer Franz Halbartschlager (Bild, 5.5.2008).
Josef Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth nach deren Aussagen mit 11 Jahren das erste Mal sexuell missbraucht, was dieser jedoch bestreitet. Seit ihrem 18. Lebensjahr sperrte er sie dann auf jeden Fall 24 Jahre lang in sein dunkles Kellerverlies ein und missbrauchte sie dort ständig - vor den Augen der Kinder. Drei davon (19, 18 und 5 Jahre) sahen niemals Sonnenlicht. Eines starb. Und über die drei anderen log er:  Elisabeth habe sich mit 18 Jahren einer "Sekte" angeschlossen, habe die drei Babies jeweils nachts vor seine Türe gelegt und sei ohne weitere Kontaktaufnahme wieder in der "Sekte" abgetaucht. Josef und seine Frau Rosemarie Fritzl haben diese drei Kinder dann adoptiert. Fritzl hatte seine Tochter einst gezwungen, einen Brief zu schreiben,
in dem die damals 18-Jährige gebeten haben soll, nicht nach ihr zu suchen," so ein Pressebericht (http://diepresse.com). Und: "Mit dieser Darstellung soll er auch die Behörde getäuscht haben, die ihm die [drei] Kinder anvertrauten. Der Verdächtige soll die Tochter [zudem] gezwungen haben, [weitere] handschriftliche Briefe zu verfassen, um seine Behauptungen zu untermauern" (Main-Post, 30.4.2008).

In der von Kirchenvertretern über Jahrzehnte geschürten Anti-Sekten-Stimmung wird diese erfundene Geschichte von den Behördenvertretern, in der Kirchengemeinde und bei den Nachbarn bereitwillig geglaubt, denn sie passt genau in das von der modernen "Inquisition" der Kirche gezeichnete "Sektenschema". So fragt niemand nach. Fritzl "
habe diese Geschichte mit einer derartigen Sicherheit erzählt, dass niemand Verdacht geschöpft habe. ´Er war so überzeugend, wie er gelitten hat und wie seine Familie [deswegen] gelitten hat`", so der Bekannte Anton G. (Focus online, 3.5.2008). Doch der Horror passierte eben einmal mehr nicht bei einer von den Kirchen als "Sekte" verteufelten kleinen Glaubensgemeinschaft, sondern wieder einmal in den eigenen Reihen. Jetzt flog alles auf, nachdem Josef Fritzl seine  - mit seiner mittlerweile 42-jährigen Tochter Elisabeth gezeugte - 19jährige Tochter Kerstin ins Spital ließ, nachdem diese todkrank wurde. Zunächst versuchte der Katholik Fritzl die alte Masche: Seine Tochter Elisabeth habe ihre bei der "Sekte" todkrank gewordene erwachsene Tochter vor der Tür abgelegt, damit Fritzl ihr helfe. Der katholische Pfarrer gab ihr bereits die "letzte Ölung" (Bild, 5.5.2008), doch mittlerweile geht es ihr besser. Als zur Ermittlung des Krankheitsverlaufs polizeilich nach der Mutter gesucht wurde und diese nach Fritzls Plan dafür kurzzeitig die "Sekte" verlassen soll, fliegt alles auf. Denn Elisabeth Fritzl packt aus, als man ihr versichert hat, niemals mehr Kontakt zu ihrem Vater haben zu müssen.

Warum spielt es eine Rolle, dass Josef Fritzl römisch-katholisch ist? Der Grund ist einfach: Welche Pogrom-Stimmung würden nämlich die kirchlichen "Sektenbeauftragten" jetzt in den Massenmedien anstimmen, wenn auch nur ein Bruchteil dessen, was in ihren Reihen passierte, bei einer kleineren Gemeinschaft geschehen wäre? Ganz Europa wäre gegen diese "Sekte" und alle anderen kleinen Gemeinschaften aufgehetzt worden. Denn die Journalisten hätten die Kirchenvertreter vermutlich auch gefragt, ob so etwas auch bei anderen kleinen Gemeinschaften möglich sei, und die modernen Inquisitoren hätten wohl wieder gesagt "Ja", so wie sie schon früher solche Anlässe geschickt genutzt hatten, um alle ihnen missliebigen Andersgläubige über einen Kamm zu scheren und niederzumachen. Doch einmal mehr ist der Täter römisch-katholisch. Aus diesem Grund verschweigen die meisten Berichte das Glaubensbekenntnis von Josef Fritzl. Würde er einer religiösen Minderheit angehören, wäre dies völlig anders.

PS
: Sollte Josef Fritzl seine Taten übrigens bei einem Priester beichten und dafür die kirchliche "Absolution" erhalten, kommt er nach römisch-katholischer Lehre später trotzdem in den "Himmel". Und sollte seine Tochter Elisabeth z. B. aufgrund ihrer Erlebnisse den Glauben an den "Gott" der katholischen Kirche verloren haben, muss sie dafür später nach römisch-katholischer Lehre in die ewige Hölle.
 
Lesen Sie dazu auch: "Der Theologe Nr. 18" - Der Glaube der Kirche
                                    "Der Theologe Nr. 12" - Der Sektenbeauftragte - der neue Inquisitor

 



26.5.2008 / 22.1.2009 - Er hat sie gebeten, sich nicht umzudrehen, und sie glaubte an eine Überraschung: Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor ersticht seine Frau / Kurz darauf "besuchte er seine Lieblingskirchen" und musizierte bei evangelischer Trauung / Täter "schiebt die Schuld indirekt auf Gott" / Lebenslängliche Haft - Professor Hans-Martin Rauch (63) aus Gmund am Tegernsee hat seine Frau erstochen und wurde dafür zu einer lebenslänglichen Haftstraße verurteilt.

"Durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten"

Zu den Hintergründen: Professor Hans-Martin Rauch (63) bekleidete das "höchste Musikfunktionärs- und das profilierteste künstlerische Amt, das die bayerischen Protestanten zu vergeben haben" (Sonntagsblatt Nr. 51 vom 19.12.2004). Neben seinem Amt als Landeskirchenmusikdirektor (LKMD) war er auch Professor für Kirchenmusik an der Universität Bayreuth. Sein Lied "Die Sonne geht auf. Christ ist erstanden" steht im Evangelischen Kirchengesangbuch. Er hatte u.a. die "die hoch gerühmte Kantorenstellung an St. Sebald" in Nürnberg inne (Nürnberger Nachrichten, 21.1.2009), und er führte vor allem in Coburg-St.Moriz und später in Nürnberg und München große Oratorien auf (siehe z. B. http://www.bachchor-coburg.de/chor/geschichte.htm), und es gibt auch Musik von ihm zu kaufen. "Ohne Leidenschaft geht´s nicht", so der oberste evangelische Kirchenmusiker Bayerns bei seiner Verabschiedung im Jahr 2004. Und das Sonntagsblatt schreibt weiter, Rauch sei "durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten". Am 19.5.2008 hatte er dann seine Ehefrau Barbara Rauch (59), eine Pfarrerstochter, in der gemeinsamen Wohnung in Gmund-St.Quirin am Tegernsee mit einem Küchenmesser erstochen. "Die evangelische Pfarrerin von Bad Wiessee, Irene Geiger-Schaller, erklärte, die Gemeinde sei ´völlig fassungslos`. Rauch habe sich als Mitglied des Kirchenvorstands und nebenamtlicher Organist sehr im Gemeindeleben engagiert" (Neue Presse, 27.5.2008). Und nach Bekanntwerden der Tat hat auch die ehemalige Kirchengemeinde des Ehepaares in Coburg einen Konzertgottesdienst "für Familie Rauch" gehalten.

"Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen"

Am 20.1.2009 begann der Prozess. "Das Paar führte ein wohlhabendes Leben" (Abendzeitung, 21.1.2009). Doch Professor Rauch war hoch verschuldet, hatte nach seinen Angaben Angst, seiner Frau die Wahrheit über die Finanzen zu sagen. "Ich hatte das Gefühl, dass uns die finanzielle Last erschlägt. Das hätte sie nicht verkraftet", so sagt der Kirchenmusikdirektor (Altmühlbote, 21.1.2009). "´Da habe ich den Plan gefasst, uns zu töten`, sagt Rauch. Seine Frau habe er nicht zurücklassen wollen ´mit dem ganzen Mist`" (Fränkischer Tag, 21.1.2009). Doch ob sich seine Frau für so viel "Rücksicht" einst im Jenseits bei ihrem Mann bedanken wird? Auf Bitten seiner Tochter habe er dann den Selbstmord nicht ausgeführt. So "könne es ihm niemand vorwerfen, dass er den Wunsch der Tochter erfüllt und auf den Selbstmord verzichtet habe" (Altmühlbote, 22.1.2009). Doch diese Aussagen des Ex-Kantors über seine Selbstmordpläne sind "nach den Worten des Sachverständigen" "zweifelhaft" (Süddeutsche Zeitung, 22.1.2009). Auch das Gericht sieht es anders als der Angeklagte: "´Die Tat ist die Kumulierung Ihres vorherigen Verhaltens. Ihres Charakters`, sagt der Vorsitzende Richter Weitmann zum Angeklagten. Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen ... ´Das Leben der Frau ist vernichtet worden, damit sie bis zum Tod den Eindruck hatte, mit einem Strahlemann verheiratet zu sein`" (Nürnberger Nachrichten, 23.1.2009).

Ein Versuch, "Gott" mit in Verbrechen hinein zu ziehen

Anders der Kirchenmusiker: Er "schiebt die Schuld indirekt auf den lieben Gott", so die tz vom 21.1.2009. Die tz begründet ihren Satz mit Rauchs Worten: "Ich habe Gott gebeten, mir einen Weg zu zeigen. Es kam nichts." Und in der ZEIT werden seine Worte wie folgt dargelegt: "Gott ... habe sich in Schweigen gehüllt. Sein Leben lang habe er selbst für Gott musiziert und den Menschen musikalische Brücken gebaut, auf denen sie zum Christentum gefunden hätten, schreibt R. sinngemäß in einem Brief, und in der dunkelsten Stunde habe Gott ihn, Hans-Martin R., im Stich gelassen. ´Gott kann grausam sein und ungnädig`" (29.1.2009). Auf diese Weise versucht er, "Gott" mit in sein Verbrechen hinein zu ziehen. Hierzu merkt DIE ZEIT jedoch an, "dass auf R. eine Pension im höheren Verwaltungstarif wartete, dass seine Frau Barbara ebenfalls verdiente, dass er eine 74.000 Euro-Abfindung von der Landeskirche kassiert hatte und wohlhabende Freunde und Verwandte besaß".
Und zum angeblichen Schweigen Gottes kann gesagt werden: Der Gott, den Jesus lehrte, tat Seinen Willen z. B. durch die Zehn Gebote kund. Nach evangelisch-lutherischer Lehre sind jedoch die Zehn Gebote ("Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht ehebrechen", "Du sollst nicht lügen" u. a.) anders als bei Jesus von Nazareth (z. B. Matthäus 19, 17) kein Weg zu Gott bzw. zum Seelenheil (näheres dazu siehe hier). Es komme dafür stattdessen auf den Glauben an.

"Die Ehefrauen dieser Leute leben noch"

Und es gibt weitere Hintergründe: Der Landeskirchenmusikdirektor a.D. hatte "während seiner 35-jährigen Ehe fast ständig verschiedene Geliebte gehabt" (Altmühlbote, 22.1.2009). Hinzu kamen zwei außereheliche Kinder. "´Es entsteht der Eindruck, dass Sie während der Ehe permanent zwei- oder dreigleisig gefahren sind`, bemerkte der Vorsitzende Richter Walter Weitmann" (Münchner Merkur, 21.1.2009). "2001 wurde er Vater eines Sohnes, dessen Mutter er die Partnerschaft versprochen hatte. Der Angeklagte: ´Ich wollte mit meiner Frau eine Lösung zu dritt finden. Sie hat abgelehnt`" (tz, 21.1.2009). Darauf hin ließ er die Frau sitzen und kümmerte sich nach Aussage des Richters auch nicht mehr um das Kind (tz, 22.1.2009). "Dreimal hatte er [zuvor] eine junge Studentin geschwängert. Zweimal trieb sie auf sein Drängen ab, beim dritten Mal, im Jahr 1992, brachte sie das Baby zur Welt, ein Mädchen. Er zahlte keinen Unterhalt für das Kind" (tz). "Da haben Sie das Mädchen alleine sitzen lassen mit ihrem Elend", so der Richter (tz). Davon wusste seine Frau nichts. Und er selbst interessierte sich nicht einmal für den Geburtstag seiner beiden unehelichen Kinder und kannte ihn gar nicht. Auf die Frage des Richters, "ob er sein Geld ´mit den vielen Frauen verprasst` habe, brach Rauch in Tränen aus" (Abendzeitung, 21.1.2009). Wohin das Geld geflossen sei, war in der Gerichtsverhandlung - abgesehen von einem sehr verlustreichen Immobiliengeschäft - letztlich nicht nachvollziehbar. Der Landeskirchenmusikdirektor warb bei der Verhandlung auch um Sympathie und sprach, an die Besucher gewandt: "Gibt es irgendjemanden in diesem Raum, der 35 Jahre lang verheiratet war und keine Krise hatte?" (DIE ZEIT, 29.1.2009) Doch der Richter fiel nicht auf den rhetorisch versierten Kirchenmann herein: "Herr Rauch, die Ehefrauen dieser Leute leben alle noch", so seine nüchterne Antwort.

Messerstich in den Rücken, in das Herz und in den Bauch

Die Nürnberger Nachrichten schreiben über den Tathergang: "Den Ermittlungen zufolge wandte ihm die Frau am Tatabend den Rücken zu, als er die Küche betrat. Er soll sie gebeten haben, sich nicht umzudrehen - und sie soll in dem Glauben gehorcht haben, er wolle sie mit den Unterlagen für die geplante Andalusien-Reise überraschen" (18.1.2009). In Wirklichkeit hielt er ein 15 cm langes Küchenmesser in seiner Hand und stach zu - nach Angaben seines Verteidigers, "um ihr den Schrecken des Todes" zu "ersparen" (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009). Und in der Abendzeitung heißt es weiter: "Barbara drehte sich um, fragte: ´Was ist denn los?` Rauch: ´Sie hat das gesagt, als ob sie Mitleid mit mir hätte oder mit mir reden wollte`" (21.1.2009). Da hielt ihr der Kirchenmusikdirektor a.D. den Mund zu und stach noch zweimal zu, einmal ins Herz, dann in den Bauch.

Danach nahm er Schmuck, offenbar von seiner Frau, an sich und fuhr bis nach Ostdeutschland, "besuchte seine Lieblingskirchen", zündete Kerzen für seine Frau an (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009). Die Neue Presse Coburg schreibt, dass er am folgenden Tag zunächst "ein paar Schmuckstücke in München" verkauft hatte, "um seine ´Gedächtnisfahrt` zu finanzieren. Zuvor hatte er an der Frühmesse teilgenommen" (21.1.2009). Und nach seiner Rückkehr musizierte bei einer evangelischen Hochzeit (Münchner Merkur, 21.1.2009). Die Leiche seiner Frau ließ er die ganze Zeit über in der Wohnung liegen. Es dauerte sechs Tage, bis die Vermieterin sie fand. Danach floh der Musiker, stellte sich jedoch schließlich der Polizei und gestand. Das Landgericht München II verurteilte ihn am 22.1.2009 zu lebenslänglicher Haft.

Trägt Martin Luthers Lehre zur Enthemmung beim Sündigen bei?

Versucht man das Geschehen mithilfe der Lehre Martin Luthers zu begreifen, dann kann man zunächst sagen: Laut der Lehre Martin Luthers besitzt der Mensch keinen freien Willen, sondern wird entweder von Gott oder vom Teufel "geritten" (siehe hier). Zudem lehren die beiden Großkirchen, dass Jesus bei seiner Kreuzigung angeblich alle Sünden der Menschen weg genommen habe.
Und so textete auch Hans-Martin Rauch in seinem Lied: "Mit unseren Sünden ist Christus gestorben und hat für uns dadurch Freiheit erworben". Diese Lehre hat sowohl bei Martin Luther (siehe Der Theologe Nr. 3) als auch bei vielen seiner Nachfolger (vgl. auch Der Theologe Nr. 21 über Pastor Klaus Geyer) offenbar mit zu einer Enthemmung beim Töten beigetragen, da auch diese Sünde nach diesem Glauben ja von Christus hinter her weggenommen würde (zum Sachverhalt siehe jedoch Der Theologe Nr. 35 über die evangelische Rechtfertigungslehre). Und auch der protestantische Musikdirektor hatte ja vor der Tat zu seinem Gott gebetet (siehe hier).
Und Martin Luther lehrte ja im Zusammenhang seines Glaubens sogar weiter: "Pecca fortiter, sed fortius fide" (= Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer). Wie ist das, wenn sich ein Nachfolger Luthers diese bekannte Aussage zum Leitsatz macht, wie das vielfach geschieht? Sticht er dann im Konfliktfall nicht vielleicht schneller zu oder drückt schneller ab oder schlägt schneller zu als jemand, den sein Gewissen vielleicht im letzten Moment noch davon abhält?

"Unheilige Allianz" von "Beamtentum und Metaphysik"

Die erneute furchtbare Familientragödie in der evangelisch-lutherischen Kirche sollte deshalb dazu führen, die Lehre Martin Luthers einmal darauf hin zu prüfen, inwieweit sie bei solchen Verbrechen mit eine Rolle spielten könnte, z. B. die angebliche Wegnahme aller Sünden nur durch Glauben (siehe oben), der Lehrsatz vom "tapfer Sündigen" (siehe oben) und die Leugnung eines freien Willens. Nach der Lehre Martin Luthers wird nämlich der Mensch entweder von Gott oder vom Teufel "geritten". Der Mensch könne sich jedoch nicht für den einen oder anderen entscheiden, sondern Gott und der Teufel machen das unter sich aus, wer jeweils gewinnt. Das glaubt man kaum, doch so ist die Lehre Luthers. Was könnte also der lutherische Musikdirektor dann dafür, falls sich der Teufel hier nach lutherischer Lehre gegen Gott durchgesetzt hat? (zum Sachverhalt allgemein aus evangelisch-lutherischer Sicht siehe hier) Und DIE ZEIT schreibt: "Was ist das für eine Kirche, in der Beamtentum und Metaphysik eine so unheilige Allianz eingehen, dass ein leitender Kirchenmusiker kein Verantwortung mehr auf sich nimmt?" (29.1.2009)

So sollte auch einmal geprüft werden, wie weit diese Lehre überhaupt mit den ethischen Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft im Einklang steht und ob sich Martin Luther als Vorbild z. B. für Schüler im Religionsunterricht überhaupt eignet (vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 3). Wäre der Täter Mitglied einer kleineren Glaubensgemeinschaft, würde man eine solche Prüfung sicher vornehmen. Doch wann wird einmal Martin Luther hinterfragt und der lutherische Glauben? Zu den Hintergründen siehe auch Der Theologe Nr. 1.

PS: Wir urteilen nicht über Landeskirchenmusikdirektor a.D. (LKMD a.D.) Hans-Martin Rauch. Sondern er steht für uns hier als Vertreter einer Institution, die selbst eine hochproblematische Ethik vertritt und Vergehen in den eigenen Reihen auf andersgläubige Minderheiten projiziert und diese bekämpft statt sich einmal selbst zu hinterfragen (siehe dazu Der Theologe Nr. 12). Einige weitere grundsätzliche Hinweise dazu, warum wir deshalb solche Meldungen aus den Reihen der Kirche veröffentlichen, lesen Sie hier in unserer Einleitung.
 




24.3.2009 - Bundestag untersucht Zwangsarbeit und Misshandlungen von Kindern in kirchlichen Heimen
- Die Angst ging um in der jungen Bundesrepublik Deutschland: Kindern und Jugendlichen, die von 1945 bis in die 70er-Jahre hinein nicht ins Schema passten, drohte das Heim, zu 75 % ein evangelisches oder römisch-katholisches Heim, die übrigen Heime waren staatlich. Bereits wenn ein Kind unehelich war, konnte es der Mutter weg genommen werden, wenn ein "besorgter" Nachbar die Mutter bei den Behörden wegen ihres Lebenswandels denunzierte. Initiativen ehemalige Heimkinder möchten jetzt, dass die Opfer für die Menschenrechtsverletzungen entschädigt werden. Betroffen sind ca. eine halbe Million ehemalige Heimkinder. Ein Runder Tisch des Deutschen Bundestags sammelt zunächst Fakten. Worum es geht, dokumentiert u. a. auch ein Artikel des Evangelischen Sonntagsblattes aus München, Nr. 10/2009:
- "Betroffene sprechen von Freiheitsentzug, Demütigung, gar Misshandlung, was ihnen widerfuhr".
Ein Beispiel: Das ehemalige Heimkind Sonja Djurovic, heute 59 Jahre alt, damals im Mädchenheim "Ruth", das das Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe in Neuenmarkt-Wirsberg in Oberfranken führte. Der heutige Rektor der Hensoltshöhe entschuldigte sich nach Bekanntwerden der damaligen Situation bei der Betroffenen.
- "´Wir wurden gequält, tagein, tagaus.` Sechs Tage in der Woche eingesperrt, nähte sie, Damenkleidung - und zwar im Akkord, schon als 15-jähriges Mädchen. Die jungen Schneiderinnen erhielten für ihre Tätigkeit 15 Mark Taschengeld im Monat. Doch zum Ausgeben blieb nicht viel: Shampoo und Seife mussten sie davon selbst kaufen - und zwar im Heim."
Sozialbeiträge wurden in der Regel nicht bezahlt. Die Kinder wurden als Arbeitssklaven missbraucht.
- "Nur sonntags zum Kirchgang durften die Mädchen raus, aber ´... in Zweierreihen und im Gänsemarsch`".
- "Briefe wurden zensiert, Radiohören war verboten ... Selbst bei den wenigen erlaubten Fernsehsendungen durfte nicht gesprochen werden, und die Mädchen tauschten sich über Zettel aus. Wer das Redeverbot brach, musste zur Strafe eine Zeit lang einfach zusammengeflickte Hauskleider tragen, in denen man wie eine ´Vogelscheuche` aussah."
- "Immer wieder hätten die jungen Schneiderinnen, damit sie aus diesem Heimgefängnis wenigstens ins Krankenhaus gelangen konnten - oder weil sie Selbstmord begehen wollten? - Stecknadeln geschluckt! Aber die Diakonissen wussten ein probates Gegenmittel: Sauerkraut zum Abführen mussten die Mädchen essen, und also blieben sie eingesperrt im Heim."
Das Sonntagsblatt schreibt allgemein:
"´Die Kirchen müssen sich entschuldigen, wir Opfer wollen vor allem Genugtuung`, fordert ein Sprecher des Vereins [ehemaliger Heimkinder]. Die Kirchen müssten das Geschehene aufarbeiten, den Opfern psychologische und therapeutische Hilfen bieten, aber auch finanzielle Entschädigungen gewähren. Auch finanziell machen sich die Jahre im Heim bemerkbar. So ist in jedem konkreten Fall zu klären, ob ´Ehemalige` eine niedrige Rente bekommen, da die Heimbetreiber keine Sozialversicherungsbeiträge abführten, obwohl die Jugendlichen ja gearbeitet haben."
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom 20.2.2006 und 4.10.2006


 



25.3.2009 - Streng gläubige Katholikin erschlägt Mutter mit Kruzifix - Im weltberühmten katholischen Wallfahrtsort Lourdes in Frankreich erschlug eine 34-jährige streng gläubige Katholikin ihre 81 Jahre alte ebenfalls streng gläubige Mutter im Schlaf. Die Tatwaffe: Ein Kruzifix. Die Täterin hatte sich eigenen Angaben zufolge zuvor in einer "Vision" "als Teufel gesehen" (Abendzeitung, 25.3.3009). Nach dem Mord hatte sie selbst die Polizei alarmiert.
Warum wir solche Meldungen dokumentieren, siehe hier.

 



12.4. / 7.5. / 31.7.2009 -
18-Jähriger in Haft und sein Freund hat bereits gestanden: Gläubiger junger Mann hat in der Nacht zum Karfreitag offenbar seine ganze Familie erschossen / Anklage: Er wollte an das Geld seiner Familie - Lesen Sie hier.
 



25.9. / 28.9. / 8.10.2009 - Dreifach-Mord an Kindern: "Streng katholisch" aufgewachsene Pfarramtssekretärin überschüttet ihre drei Kinder und sich mit Benzin und zündet alle an - Sie war die "gute Seele der Gemeinde" und sei jetzt beim "Herrn" - Bestialischer Feuermord bei Berlin - Vor einigen Jahren legte sich eine Vize-Vorsitzende eines lutherischen Kirchenvorstands mit ihren drei Kindern bei eisigen Temperaturen zum Erfrieren auf ein Feld (siehe hier). Wie sie eine mögliche Gegenwehr der Kinder ausschaltete, ist bis heute nicht bekannt.
Ursula W., die römisch-katholische Pfarrbüro-Sekretärin aus Berlin-Altenglienicke, die "gute Seele der Gemeinde", gab ihren Kindern, elf, zehn und sechs Jahre alt, vorher Tabletten, wahrscheinlich als Betäubungsmittel. Doch man fand Benzindämpfe in den Lungen der verkohlten Leichen. Das heißt: Sie verbrannten bei lebendigem Leibe im Auto der Familie - ein bestialischer Dreifach-Mord. Denn selbst dann, wenn man einen Menschen vor dem Mord betäubt, die Seele ist voll schmerzempfindlich - ganz abgesehen davon, dass man wohl aufwacht, wenn man am ganzen Leib zu brennen beginnt. Der Ehemann wusste nichts und wurde von den Abschiedsnotizen der Frau entlastet (u. a. Bild, 25.9.2009). Die Nachbarin, "die in einem nahen Seniorenheim lebt, hatte das Ehepaar immer sonntags beim Kirchgang gesehen" (Berliner Morgenpost, 25.9.2009).
"´Sie kam gestern noch zur Arbeit, alles war ganz normal. Sie war die gute Seele der Gemeinde`, sagte der Pfarrer" der römisch-katholischen Kirchengemeinde Christus König in Adlershof ...  (Berliner Zeitung, 25.9.2009; Tagesspiegel, 25.9.2009). Christa W. war nicht nur seit 15 Jahren Sekretärin der Gemeinde, sie war auch "überaus engagiert im Frauenverein der Kirchgemeinde aktiv", so eine Nachbarin (Berliner Morgenpost, 25.9.2009).
"Vermutlich litt die streng katholisch aufgewachsene Frau unter schweren Depressionen" schreibt die Berliner BZ (25.9.2009). Doch die veräußerlichte Kult- und Dogmenreligion des Katholizismus mit seinen Drohbotschaften gegen Abweichler und Aussteiger gibt immer weniger Menschen Halt. Viele Anhänger werden stattdessen in unsägliche seelische Not gestürzt, mit der sie nicht mehr klar kommen. Nur eines soll nach kirchlicher Lehre angeblich noch schlimmer sein als die Hölle, die die streng katholische Ursula W. ihren Kinder und sich selbst zubereitete: die ewige Hölle für Kirchenaussteiger und Ungläubige, die sich der katholischen Kirche nicht anschließen, obwohl sie diese kennen. Doch das trifft auf Christa W. nicht zu, denn sie blieb immer treu katholisch, weswegen ihre Morde gar keine so schlimmen Konsequenzen haben als wenn sie z. B. aus der Kirche ausgetreten wäre.
"Der Herr nimmt die Schuldigen und Unschuldigen auf ...", so deshalb auch der Weihbischof bei ihrer römisch-katholischen Beerdigung (Bild, 8.10.2009). Fragt sich nur, welcher "Herr" sie im Jenseits in Empfang genommen hat.
Mit Christus, der die Menschen zur Selbsterkenntnis und zur Heilung von seelischem Leid führt und der das Halten der Gebote und das Gesetz von Saat und Ernte lehrte, hat das alles nichts zu tun. Katholisch und christlich sind zweierlei. Auch lehrte Christus keine ewige Hölle, sondern ein Ende jedes Leids - allerdings erst, wenn alles Negative wieder gut gemacht ist (z. B. Matthäus 5, 25-26). Der katholische Betrug und das christliche Leben sind letztlich nicht vereinbar.
 



17.11./ 2.12.2009 -
Großbritannien: Waisenkinder über kirchliche Einrichtungen als Zwangsarbeiter und Sex-Objekte nach Australien deportiert - bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts.
http://www.fr-online.de/top_news/2084424_Waisentransport-nach-Australien-Vom-Empire-verstossen.html
Betroffen sind ca. eine halbe Million Kinder seit Ende des 2.Weltkriegs. Die Regierung Australiens hat sich jetzt entschuldigt, die Kirchen noch nicht. Doch auch aus Deutschland werden immer mehr Grausamkeiten enthüllt. 75 % aller Heime waren dort in kirchlicher Hand. Siehe die nachfolgenden Zeilen:

Unvorstellbares Leid in der Bundesrepublik Deutschland: Folter und Gewaltherrschaft in den kirchlichen Kinderheimen
http://www.welt.de/politik/deutschland/article5239904/Die-Gewaltherrschaft-in-deutschen-Kinderheimen.html
Die Auszüge erinnern teilweise an die Zeit der früheren Inquisition bzw. teilweise auch an eine Fortsetzung der Konzentrationslager nach 1945: "Ich habe es gekriegt im Namen von Gottvater, Sohn und Heiligem Geist". Ordensschwester schlagen mit ihren Gürteln unbarmherzig zu, die mit den "drei Knoten der Dreieinigkeit" verknotet wurden. Andere Nonnen liefen ständig mit der Peitsche umher, um Kinder zu schlagen / Kinder wurden zusammengeschlagen und die ganze Nacht im Nachthemd auf kalten zugigen Flur gestellt, andere in den Schweinestall gesperrt und dort mit Schweinefutter gefüttert, andere mussten ihr Erbrochenes essen / Pfarrer hat Kinder im Beichtstuhl zur Strafe dafür vergewaltigt, dass das Kind sein Geschlechtsteil berührt hat. Nach ihm wurde 2005 ein kirchliches Haus benannt. / Ein Mädchen bekam eine neue Identität: "Du bist die Geburt des Teufels. Deinen Namen kannst du hier vergessen. Ab heute bist du Nummer 22." Usw. usf. Auch ein neues Buch ist erschienen über ein evangelisches Kinderheim. Es heißt Endstation Freistatt. Betroffen sind in Deutschland ca. 700.000 Kinder.

2.12.2009 - Die Süddeutsche Zeitung vom 13.11.2009 beschreibt den "Rückmarsch der Kirche in den Fundamentalismus" und schreibt u. a.:
"Der Rückmarsch in den Fundamentalismus ist auch ein Politikum. Die evangelische wie die katholische Kirche haben in Deutschland bis in die 1970er Jahre Straflager für Jugendliche ab 14 Jahren betrieben ... Die Opfer verlangen nun mit Recht, aber bisher vergebens, auch eine theologische Aufarbeitung dieser Verbrechen. Die Affinität christlicher Opferkult- und Moralvorstellungen zur Gewalt ist ein Kennzeichen des christlichen Fundamentalismus ..."
Aus diesem und vielen weiteren Gründen fordern die Freien Christen: Die evangelische und die katholische Kirche dürfen sich nicht mehr christlich nennen.
 



30.11.2009 - Katholische Hilfsorganisationen unterstützten Rebellen, die im Kongo Massaker verübten - Siehe
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2009%2F11%2F27%2Fa0164&cHash=615b7b776b -
Aufgrund von Massakern ist unseres Wissens bisher noch kein Katholik exkommuniziert worden.
 



1.8.2009 / 26.1.2010 - Religionsbekämpfung in Deutschland - Nur Ladehemmung eines Maschinengewehrs verhinderte Massaker an Zeugen Jehovas / Anklage wegen 81-fachen Mordversuchs - In Deutschland besteht durch den Rufmord und die Verleumdungen der evangelischen und katholischen Sektenbeauftragten gegenüber religiösen Minderheiten die Religionsfreiheit leider nur auf dem Papier (siehe dazu Der Theologe Nr. 12). Wem die Kirche das Etikett "Sekte" anheftet, der wird immer wieder ausgegrenzt, diskriminiert, vor Gericht benachteiligt, und ihm werden vielfach normale bürgerliche Rechte nicht gewährt (siehe dazu auch in Der Theologe Nr. 4). Zudem wird schon den Schülern im staatsfinanzierten konfessionellen Religionsunterricht das Feindbild "Sekte" eingeimpft. Zu den beliebten Anschuldigungen der Kirche gehört, dass "Sekten" angeblich die Familien zerstören würden.
Weil seine 61jährige Stieftochter schon vor über 40 Jahren Mitglied bei den Zeugen Jehovas wurde, wollte sich der 82-jährige Horst A. aus Halle in Westfalen im Jahr 2009 an dieser Glaubensgemeinschaft rächen. Nach kirchlicher Lehre würde die Tochter durch den Abfall von der kirchlichen Lehre später ewig verdammt (siehe dazu Der Theologe Nr. 19 und Der Theologe Nr. 18). Und nur die plötzliche Ladehemmung seines Maschinengewehrs verhinderte offenbar ein Massaker mit vielen Toten im Königreichsaal der Zeugen Jehovas in Bielefeld. Seit dem 25.1.2010 muss sich Horst A. nun wegen 81-fachen versuchten Mordes vor dem Landgericht in Bielefeld verantworten.
Während manche deutschen Medien das geplante Blutbad zum Anlass nahmen, um kirchliche Vorwürfe gegen die Zeugen Jehovas zu wiederholen, verschweigt man die Konfession des verhinderten Massenmörders. Die Süddeutsche Zeitung schreibt allerdings über ihn: "Zudem missbillige er ihre Bibelauslegung zutiefst" (26.1.2010), wozu z. B. gehört, dass die Zeugen Jehovas unter Berufung auf den Friedenslehrer Jesus von Nazareth Wehrdienst und Kriege ablehnen. Horst A. kämpfte demgegenüber im 2. Weltkrieg in der deutschen Wehrmacht als Soldat an der Ostfront - mit dem ausdrücklichen Segen aller katholischen und evangelischen Bischöfe in Deutschland. Die Zeugen Jehovas wurden in dieser Zeit zu Hunderten in den Konzentrationslagern ermordet. Weitere sachdienliche Hinweise, auch im Hinblick auf eine eventuelle geistige Mittäterschaft, nehmen wir entgegen.

Zum Sachverhalt:
http://www.haller-kreisblatt.de/hk-templates/nachrichtendetails/datum/2009/08/01/zum-toeten-fest-entschlossen/
 


 

Wegen der unübersehbaren Fülle der Verbrechen und Vergehen in der Kirche werden die Ausgaben Der Theologe Nr. 24, 24a und 24b an dieser Stelle im Jahr 2009 abgeschlossen. Die Fortsetzung lesen Sie in Der Theologe Nr. 43 (Schwarzbuch "Katholische Kirche") und Der Theologe Nr. 44 (Schwarzbuch "Evangelische Kirche"). Evtl. einzelne Aktualisierung werden aber auch weiterhin hier vorgenommen.


Lesen Sie auch
:
Ausgabe Nr. 24 a: enthält noch mehr sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 24 b: enthält noch mehr andere Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 21:    Pfarrer Geyer und die evangelisch-lutherische Lehre vom grausamen Gott

Sowie gratis erhältlich die Aufklärungsschrift: Das Priesterjahr - Lasset die Kinder zu mir kommen, denn sie sind ohne Arg - Schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrer Postadresse an info@theologe.de und wir schicken Ihnen das Heft kostenlos zu.
 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 24: Den Kirchen wird der Spiegel vorgehalten - Kirchlicher Glaube und die Hölle auf Erden", Wertheim 2006, zit. nach http://www.theologe.de/kirche_hoelle.htm, Fassung vom 21.11.2011,  
Copyright © und Impressum siehe hier.

 

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