DER THEOLOGE
Nr. 24
Den Kirchen wird der Spiegel vorgehalten
Kirchlicher Glaube
und die Hölle auf Erden
Vorwort:
Die grausame Lehre von einer ewigen Hölle zählt zu den wesentlichen Glaubenssätzen
der römisch-katholischen und der vielen evangelischen Kirchen
(siehe
"Der Theologe Nr. 19": Es gibt keine ewige Hölle).
Ihren eigenen Anhängern, die sich an die dafür nötigen Bedingungen der jeweiligen
Konfession halten, verspricht die Kirche demgegenüber einen
"ewigen Himmel".
Dass die Kirche aber - unabhängig von nicht beweisbaren Überlegungen über das
Jenseits - schon vielfach die "Hölle auf Erden"
bereitete, ist unbestritten.
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Aktuell: Über die jetzt [2010-2012] aufgedeckten Kinderschänder-Verbrechen in der Kirche berichten wir in Der Theologe Nr. 24 a: Sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche und in Der Theologe Nr. 43: Schwarzbuch Katholische Kirche bzw. in Der Theologe Nr. 44: Schwarzbuch Evangelische Kirche. |
Umstritten ist hierbei nur, ob nur einzelne "Söhne und Töchter der Kirche" (wie es die katholische Kirche immer sagt) in "schwere Sünde" verfielen (Papst Benedikt XVI. spricht von "guten und schlechten Fischen" im "Netz der Kirche" bzw. von "Sündern in der Kirche") oder ob die Kirche auch als Ganzes das Gegenteil von dem repräsentiert, was sie vorgibt - so, wie es der Großinquisitor im Roman Die Brüder Karamasov von Fjodor M. Dostojewski dem wieder gekommen Jesus ins Gesicht sagt: "Wir sind schon seit langer Zeit nicht mehr mit dir im Bunde, sondern mit ihm" (vgl. auch den kirchliche Götter-Kult in Der Theologe Nr. 25). Demnach gäbe es zwar viele Menschen guten Willens in der Kirche, die sich auch um eine Jesusnachfolge bemühen. Doch gerade sie würden den eigentlichen geistigen Hintergrund der Kirche und den Kern ihres Wesens verschleiern. Und an sie wäre deshalb auch das Wort des Sehers Johannes gerichtet: "Geht hinaus [wörtlich auch übersetzbar mit: "Tretet aus ..."] aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4).
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"Tretet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen!" (Bibel, Offenbarung des Johannes 18, 4) |
Jesus von Nazareth selbst sprach von den
"Früchten", an
denen man einen guten oder schlechten Baum erkennen könne.
Und im Hinblick
auf die Kirche erklärte der Historiker Karlheinz Deschner einmal:
"Nach
intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in
Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20.
Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so
fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die
christliche Kirche [PS: das Wort "christlich" ist dann ein
Etikettenschwindel bzw. Betrug], ganz besonders die römisch-katholische Kirche"
(in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
Die Anzahl und die Grässlichkeit dieser Verbrechen
werfen dabei die Frage auf: Handelt es sich hier wirklich
"nur" um Verirrungen von einer ursprünglich vielleicht
"guten Idee"? Oder zeigen hier eine Institution und ein
Glaube einen Teil ihres Gesichts?
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Aus der Mord-Bilanz der Kirche (Auswahl)
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Legendär ist in diesem Zusammenhang auch das Wort des
Indianer-Häuptlings Hatuay auf dem Scheiterhaufen, dessen Seele die katholischen Peiniger noch
in letzter Minute "retten" wollen: Der Häuptling
fragt, ob er
in dem "Himmel", der ihm bei Annahme des
katholischen Glaubens in Aussicht gestellt wird, auch die katholischen Eroberer wieder sehen
würde. Als seine Frage bejaht wird, entscheidet er sich ohne weiteres Zögern für die
"Hölle".
Der Anlass für diese Ausgabe des
Theologen ergibt sich jedoch aus der
Gegenwart. Wenn es Zeiten und Orte in der Geschichte gab, wo die Kirche ihre
Gegner nicht ermorden konnte, so pflegte sie doch in solchen Zeiten häufig
den Rufmord. Daraus wurde dann unter veränderten Umständen oft wieder
der Mord.
Und heute ist eine Zeit, in der die Kirche die Meinungsfreiheit in den
westlichen Demokratien vielfach für Verleumdungen Andersgläubiger nützt
(siehe
"Der Theologe Nr. 12": Der
Sektenbeauftragte, der neue Inquisitor). Es sind vor allem die so
genannten "Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten" der beiden
Konfessionskirchen, die sich anmaßen, gesellschaftliche Richter darüber zu
sein, welche Religion "unbedenklich" und welche
"bedenklich"
oder gar "gefährlich" sei. Dabei werden regelmäßig die eigenen
Abgründe und Gefährlichkeiten auf andere Gemeinschaften projiziert
(klassisch z. B. in der Warnung vor irgendwelchen
"Gurus",
während man den eigenen "unfehlbaren" und im Vatikan
mit absoluter Vollmacht in allen Bereichen regierenden Papst als
"Standard"
und "normal" betrachtet). In
zahllosen Fällen geschieht hier schweres Unrecht, das Anhängern
kleinerer religiöser Gemeinschaften schon manche berufliche Existenz
gekostet hat. Dabei wurde durch die scheinheilige kirchliche
"Sorge"
über einen angeblichen oder tatsächlichen Missstand schon oftmals eine Hexenjagd
der Medien in Gang gesetzt, bei denen die kirchlichen
"Sektenbeauftragten"
dann als angeblich "besorgte" "Experten"
in Szene gesetzt wurden. Dass
hier in Wirklichkeit der Wolf Kreide gefressen hat, sollte man nicht merken.
Und auch nicht, dass die kirchlichen Rundfunkräte und
"Medienbeauftragten"
bei solchen Anlässen den
eigenen "Weltanschauungsbeauftragten"
in die Hände spielen, um gemeinsam
religiöse Minderheiten öffentlich "hinrichten"
zu können (die einen hinter den
Kulissen, die anderen davor).
Noch bietet die Gesetzgebung in den westlichen Ländern religiösen
Minderheiten einen gewissen Schutz, auch wenn dieser ausgehöhlt,
unterwandert oder durch kirchlich indoktrinierte bzw. kirchengebundene Richter
faktisch außer Kraft gesetzt wird.
Wer dabei die Geschichte der Kirche kennt und zu verstehen versucht, der
wird jedoch dem bekannten deutschen Philosophen Karl Jaspers zustimmen, der
in seinem Buch Der philosophische Glaube schrieb: Der
"biblisch fundierte
Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe nach wie vor
"ständig
auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen"
(9. Auflage,
1988, Seite 73).
Damit jedoch zu gegebener Zeit die Stimmung in der Gesellschaft auch
gegen die "Ketzer"
aufbereitet ist, wird in unserer Zeit immer wieder gegen sie
"geschürt",
um das Feindbild am Leben zu erhalten. Dabei ist das Negative oder
vermeintlich Negative, was die Kirchen gegen einzelne
"Sekten"
und "Ketzer"
vorbringen, meist nur ein Bruchteil von dem, was in ihren eigenen Reihen
passiert.
Aus diesem Grund wird den Kirchen in dieser Zusammenstellung einmal der Spiegel vorgehalten,
verbunden mit dem Hinweis: "Nicht die anderen sind es, ihr selbst
seid es, vor denen ihr warnen solltet! In Euren Reihen
geschahen und geschehen diese Verfehlungen." Dabei ist zu berücksichtigen:
Keiner von uns ist vollkommen, und jeder von uns macht Fehler, auch schwere.
Und wir sind nicht die Richter über diese Dinge und über betroffene
Personen, denn jeder wird eines Tages sein eigener Richter sein durch das
Gesetz von Saat und Ernte (vgl.
Der Theologe
Nr. 2). Doch wir zeigen Zusammenhänge auf. So sind die
"Söhne
und Töchter der Kirche" einerseits
"nur" fehlerhafte
Menschen wie die anderen auch. Doch sie repräsentieren auch eine
Institution, durch die bis heute unermesslich viel Unrecht (Kriege, Morde
usw.) in diese Welt gekommen ist und die wie keine andere Organisation der
Welt "zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit
Verbrechen belastet ist"
(Der Historiker Karlheinz Deschner,
Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 43, siehe
oben). Oftmals sind die
schweren anderweitigen "Sünder" in den eigenen kirchlichen Reihen dabei
ausdrücklich nicht diejenigen, die sich an der bösartigen Diskriminierung
Andersgläubiger beteiligen. Sondern es waren oft die
"Saubermänner",
die sich persönlich nichts Gravierendes zuschulden kommen ließen, welche
dann aber großes Unrecht gegenüber Andersdenkenden verübten
(vgl. z. B. den guten persönlichen Ruf des Inquisitors
Konrad von Marburg).
Doch ist der Zusammenhang wichtig. Würden sich die Meinungsführer der Kirche
und ihre "Sekten-, und Weltanschauungsbeauftragten"
mehr mit dem
eigenen Sumpf und seinen Ursachen beschäftigen anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen,
könnte viel Rufmord eingedämmt bzw. verhindert werden. Und der Nährboden, wo aus Rufmord
eines Tages wieder Schlimmeres herauswachsen kann, würde allmählich ausgetrocknet.
Deshalb wird nicht mehr hin genommen, wenn die Kirchen Stimmung gegen
Andersgläubige machen, während man schlimmeres Verhalten in den eigenen
Reihen deckt oder verharmlost. Und es wird nicht mehr geduldet, wenn man bei Vergehen in den
eigenen Reihen beschwichtigend sagt "Wir sind eben alle Sünder",
während man kleinere Fehler oder falsche Anschuldigungen gegenüber anderen
dafür instrumentalisiert, vor Andersdenkenden bzw. der
"gefährlichen
Sekte" zu warnen.
Diese Ausgabe des
Theologen ist
nicht systematisch geordnet, sondern erfolgt chronologisch aufgrund von Tagesereignissen.
Sie unterscheidet lediglich zwischen der "Hölle im Pfarrhaus"
im ersten Teil und zwischen Ereignissen, die Kirchenmitglieder betreffen, im
zweiten Teil (unter der Überschrift Taufe, Glaube und
das Grauen).
Diese Zusammenstellung wird solange
fortlaufend ergänzt wie die moderne kirchliche Inquisition weiterhin zündelt
und ihr schmutziges Geschäft
betreibt ...
Vorwort
"Ihr seid es selbst!"
1.) Die Hölle im Pfarrhaus
(mit Einführung)
Gleich nach dem Urbi et Orbi: Priester
erwürgt schwangere Geliebte und schneidet sie in Stücke
Katholischer Priester zieht Nonne aus
und sticht in Form von umgedrehtem Kreuz mit Messer auf sie ein
Protest gegen Islam: Evangelischer Pfarrer verbrennt
sich bei lebendigen Leib
Ehemaliger Ministrant wollte offenbar mit ihm Schluss
machen: Dekan wirft sich vor Güterzug
"Perverser Pfarrer" belästigte Kinder
Deutschland: Dekan schlägt Kirchenbesucher wegen "Hostienschändung" -
Haftstrafen in Indonesien
Streit um Streicheln? Strichjunge ersticht
Priesterausbilder
Katholischer Priester der Beteiligung an sieben Morden und 31 Folterungen
angeklagt
Sexualverbrechen von Priestern: 660
Millionen Dollar Entschädigung für 500 Opfer
Bayern: Priester verhaftet / Ministranten sollten mindestens 18 Jahre alt
sein
Schweigegelder der Kirche decken pädophilen Priester. Dieser nutzt Deckung
für weitere Verbrechen
Verhöhnung: Bischof Müller vergleicht
verfehlte Personalpolitik mit Jesus von Nazareth
Der
Schmutz hinter festlichen Gewändern - 5.000 pädophile Priester in den USA
missbrauchten Kinder
Katholischer Priester vergewaltigte 12-Jährigen mindestens zehn Mal -
Opfer
bricht nach 14 Jahren zusammen
Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester
nach 101 Straftaten wegen Betrugs und
Körperverletzung verurteilt
HIV-positiver Jugendpfarrer missbrauchte Jugendlichen und Tiere
Kinder nach Beichten von Pfarrern
vergewaltigt
Kinderschänder-Verbrechen durch
Priester: Neue Informationen aus Alaska und Irland
Pädophile Priester vor Strafe geschützt
und innerkirchlich befördert
Irland: Vergewaltigung von Kindern durch
Priester an der Tagesordnung
Kinderschändung: Argentinischer
Erzbischof zu acht Jahren Haft verurteilt
Unzählige
Seelenmorde - Zig-Tausende Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern
2.)
Die Taufe, der Glaube und das
Grauen
Tod durch Erfrieren: Engagierte Lutheranerin brachte
sich um und nahm ihre drei Kinder mit
Evangelische Kirchenchristin brachte neun
Säuglinge um - evangelischer Innenminister lenkt ab
Private Hinrichtungen - Evangelischer
Aushilfskantor brachte drei Menschen um
Katholische Pfarrgemeinderätin zu
lebenslänglicher Haft verurteilt: Neun hilflose Menschen getötet
Deutschland: Der Missbrauch von Kindern und
Jugendlichen in den kirchlichen Heimen
Nach intensivem Bibelstudium fünfjährige Tochter zu
Tode geschüttelt? Vater verhaftet
Kirche beschließt Ächtung und
"ewige Hölle" für vergewaltigtes 11-jähriges Mädchen -
wegen Abtreibung aufgrund
"gesundheitlicher Gefahren"
Ausschreitungen von Katholiken in Indonesien
Evangelische und katholische Heime in der
Bundesrepublik: ein Ort von Leiden und Qualen
Evangelischer Mesner hängte sich auf - Ehemann der
Pfarrerin als Drogenhändler beschuldigt u.a.
Engagiertes evangelisches
Gemeindeglied brachte vier, fünf, sechs oder mehr Menschen um
Über 1.000 Kinderporno-Bilder und zwei Videos bei
hohem katholischen Kirchenjuristen gefunden
Streit um Sex: Evangelischer Bibelfanatiker
ersticht seinen Sohn
Vergewaltigungen von Kindern und
mafiaähnliche Vorfälle in "evangelischem Dorf" Eschenau
Streng gläubige Katholikin warf
Neugeborenes aus dem 10. Stock
Ex-Priesteramtskandidat vergewaltigte wahrscheinlich über 200 Jungen
Katholik
als "einer der kaltblütigsten Täter der deutschen Justizgeschichte"
"Inzest-Drama" in
katholischer Familie: Verhinderte kirchliche
"Anti-Sekten-Stimmung" frühere Aufklärung?
Er hatte sie gebeten, sich nicht
umzudrehen: Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor ersticht
seine Frau
Misshandlung von
Kindern in kirchlichen Heimen
Streng gläubige Katholikin erschlägt Mutter mit Kruzifix
Evangelisch
gläubiger junger Mann brachte seine ganze Familie um
Mord:
"Gute Seele" der katholischen Gemeinde überschüttet Kinder und sich mit Benzin und zündet alle an
Folter und Gewaltherrschaft in
kirchlichen Kinderheimen
Kongo:
Katholische Hilfsorganisationen unterstützten massakrierende Rebellen
Anklage wegen 81-fachen Mordversuchs an
Zeugen Jehovas
|
... doch sie warnen vor friedfertigen Menschen mit anderem Glauben. |
Lesen Sie auch:
Ausgabe Nr. 24 a: enthält noch mehr sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 24 b:
enthält noch mehr
andere Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 21: Pfarrer Geyer und
die evangelisch-lutherische Lehre vom grausamen Gott
Jesus von
Nazareth wollte weder Priester noch Pfarrer, geschweige denn eine Hierarchie von
kirchlichen Amtsträgern. Die evangelischen und katholischen Pfarrhäuser standen
deshalb nie unter seinem Segen. Und in mehreren Fällen eskaliert dort
auch die Gewalt.
So untersucht Der
Theologe Nr. 21 z. B. den Totschlag an der Theologin und Pfarrfrau Veronika
Geyer-Iwand im Jahr 1997. Ihr Mann, Pfarrer Klaus Geyer, wird aufgrund eines
Indizienprozesses als Täter verurteilt. Er bestreitet die Tat und gibt nebenbei
Einblicke in seine Theologie (siehe
"Der Theologe Nr. 21": Pfarrer Geyer und die evangelisch-lutherische Lehre vom
grausamen Gott).
Neben dem Mord an Veronika Geyer-Iwand
(siehe
oben) gibt es auch weitere Fälle von Mord, Totschlag oder Mordversuch,
manchmal mit nachfolgendem Selbstmord. Brutal z. B.
die Tat von Pfarrfrau K. aus Schwarzenbach an der Saale: Mordversuch an ihren Kindern durch Autoabgase und Selbstmord durch Werfen vor fahrendes Auto
-
aus
Verzweiflung über ihren Mann, Pfarrer Günter K. Oder die Taten von Pfarrer Pandy aus
Belgien, der gleich mehrere nahe Familienangehörige der Reihe nach ermordet.
Und in Österreich wird z. B. der deutsche Priester Volker S. wegen Mordversuch
an einem Strichjungen zu 12 Jahren Haft verurteilt. Nach vorzeitiger
Haftentlassung biss er einem anderen Strichjungen massiv in den Penis (siehe
hier).
Auch Selbstmorde in der Kirche häufen sich in den letzten Jahren
(was die Kirche dazu lehrt, siehe z. B.
hier):
Vizepräses Dr. K. (Selbstmord durch Autoabgase), Pfarrer Rudolf B.
(Selbstmord durch Erhängen), Theologe Lothar R. (lässt sich von einem Zug
überrollen) sind nur wenige aus einer langen Reihe, alle evangelisch.
In Deutschland geriet auch das Theologenehepaar Moosdorf und seine vier gemeinsamen Kinder ins Rampenlicht. 1997 hält
der Pfarrer das
Zusammenleben mit seiner Frau nicht mehr aus und zieht 1998 mit einer anderen
Frau zusammen (MDR, 25.3.2003). Im Sorgerechtsstreit um die Kinder siegt
der Pfarrer gegen die Pfarrerin und erhält die Kinder zugesprochen. Die
Pfarrerin bringt sich darauf hin im Jahr 2001 um. Erinnert sei auch an Pfarrer
Rolf Günther aus Falkenstein, der sich bereits 1978 während des evangelischen
Gottesdienstes mit Benzin übergoss und verbrannte. Er sah sich "in seinem Ringen
gegen ´Sektierer`" "von der Amtskirche alleingelassen" (Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 17.9.2008).
Und erst Ende 2006 wirft sich der katholische Dekan Dr. Klaus Peter K.
vor einen fahrenden Güterzug. Hintergrund ist hier offenbar eine homosexuelle
Beziehungskrise zu einem ehemaligen Ministranten (siehe unten).
|
"Protestantische
Konfession und Druck der Verhältnisse |
Hinzu kommen
zahlreiche Verbrechen und Vergehen von Pfarrern in den letzten Jahren, in sehr vielen
Fällen Vergewaltigungen oder Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen: z. B. durch Pfarrer Rainer S.,
der nach Kindsmissbrauch in der Psychiatrie kommt. Oder durch Pfarrer Harry R. aus Schkeuditz,
der wegen Missbrauchs von Jugendlichen in 42 Fällen angeklagt wird. Er filmte auch den
Sex mit seinem Hund und zeigt das Video offenbar in der Jugendarbeit. Oder Pfarrer X. aus dem
Oberbergischen Kreis, der im pfarrerlichen Ehebett immer wieder seine Tochter
vergewaltigt - zwischen deren 10. und 17. Lebensjahr.
Bei den Sexualverbrechen von Pfarrern an Kindern, sowohl Jungen als
auch Mädchen, wurden in den USA bis zum Jahr 2002 schon über 1.000
Verfahren gegenüber 1.600 römisch-katholischen Priestern durchgeführt, und die römisch-katholische Kirche hat dort schon über eine Milliarde
Dollar an Schmerzens- und Schweigegeldern gezahlt.
Untersuchungen, inwieweit es sich dabei um "berufsbedingte" Verbrechen
handelt, dauern noch an.
Genauere Zahlen sind noch erschreckender. Einer Information des
italienischen Informationsdienstes axteismo.press2@yahoo.it vom 19.4.2007 waren von 1950-2002
4.392 Priester in den USA angeklagt, sich an Kindern sexuell vergangen zu haben,
wobei die Zahl der tatsächlichen Täter deutlich höher angenommen wird. Die Zahl
stammt nämlich aus dem von den Bischöfen selbst in Auftrag gegebenen
John-Jay-Report
und wird von Opfer-Vertretern als weit untertrieben
betrachtet (siehe z. B.
http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp)
Und in Irland haben in den 50er-Jahren kirchliche Amtsträger Kinder in römisch-katholischen Heimen
nicht nur sexuell missbraucht, sondern es kam hinterher auch zu mindestens einem
Mord
(siehe z.B.
http://www.das-weisse-pferd.com/99_19/katholische_heime.html).
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"Ich
bin froh, dass mein Sohn nie Ministrant war."
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Lt. Spiegel (Nr. 13/2001)
bzw. Tagesspiegel vom 21.3.2001 liegen zudem aus 23 Ländern
Verbrechensberichte vor, wonach katholische Bischöfe und Priester Nonnen oder
andere Frauen vergewaltigten oder unter Androhungen zum Sex gezwungen haben.
Dies erinnert an den "heiligen" Kirchenvater Johannes
Chrysostomos [bzw.
Chrysostomus] (354-407), der erklärte: "Die Weiber
sind hauptsächlich dazu bestimmt, die Geilheit der Männer zu befriedigen."
Im "Heiligenkalender” ist ihm der 13. September gewidmet. An diesem Tag wird
der "große Kirchenlehrer" und
"Heilige" vor allem in der römisch-katholischen
Kirche besonders verehrt, aber auch in der evangelischen und in der
anglikanischen Kirche gibt es ein offizielles Gedenken an den Mann.
Auf vielen Gebieten verbreiteten Priester
und Theologen regelrecht die "Hölle" auf Erden. In Ruanda sind katholische Amtsträger im Jahr 1994 z. B. maßgeblich an den
Massakern an 800.000 Angehörigen des Tutsi-Stammes
beteiligt. Im Unterschied zu den hauptsächlich römisch-katholischen Hutus
sind die Tutsi v. a. Anhänger von Naturreligionen. Ein römisch-katholischer Priester lockt die Opfer
1994 z. B. in seine Kirche und lässt sie dort
mit einem einfahrenden Bulldozer gegen die Wand drücken und zermalmen. Der
"Hochwürden" kann später in einem italienischen Kloster
untertauchen. Zwei römisch-katholische Nonnen werden jedoch in Belgien zu Haftstrafen verurteilt,
weil sie Flüchtlinge mit Benzin übergossen und angezündet haben, so dass diese
qualvoll verbrannten (z. B. Spiegel Nr. 1/2000, Main-Post 19.4.2001).
In der Münchner
Abendzeitung wird schon 1998 eine Serie veröffentlicht, die den Titel
trägt: "Die Hölle im Pfarrhaus". Es ist angesichts dieser menschlichen Tragödien eine besondere
Infamie, wenn der evangelisch-lutherische Kirchenrat Dr. Wolfgang Behnk (mit
Billigung seines damaligen Landesbischofs Dr. Johannes Hanselmann) z. B. völlig unbescholtenen religiösen Minderheiten
unterstellt, bei ihnen könnte sich in Zukunft unter bestimmten
Voraussetzungen vielleicht ein "Massenselbstmord" ereignen (Näheres
dazu siehe Der Theologe Nr. 12).
Dies ist umso gravierender, da diese
Menschen weder in ihrem Denken noch in ihrem Tun den geringsten
Anhaltspunkt für eine solche Anschuldigung liefern. Demgegenüber ignoriert der
offizielle "Weltanschauungsbeauftragte" der Kirche in diesem Zusammenhang die tatsächlichen
und massiert auftretenden Selbstmorde von Kirchenmitgliedern und von Pfarrern sowie die
zahllosen Verbrechen in diesen Kreisen, darunter sehr viele Morde. Das
Magazin Focus schreibt z. B. unter Berufung auf den Historiker und
Buchautor Udo Grashoff: "Protestantische Konfession und
Druck der Verhältnisse erhöhen die Bereitschaft zum Selbstmord" (Nr. 19/2006). Er erklärt dies am
Beispiel der früheren DDR und schreibt: "Die
Freitodneigung ging in der DDR in dem Maß zurück, wie auch die strenge
evangelisch-lutherische Prägung zerfiel, die gerade in Sachsen und Thüringen
tief wurzelte." Faktisch werden von der Kirche die eigenen
Verzweiflungen und Grausamkeiten auf andere
projiziert, was die übliche Methode der Inquisition über viele
Jahrhunderte war und leider immer noch ist.
Da sowohl die evangelisch-lutherische
als auch die römisch-katholische Kirche durch ihre "Sektenbeauftragten", die man
als "neue Inquisitoren" bezeichnen kann, religiöse Minderheiten wegen ihrer
angeblichen Gefährlichkeit bekämpfen, soll ihnen hier nachfolgend unter dem
Titel Die
Kirche und die Hölle auf Erden fortlaufend der Spiegel vorgehalten werden. Denn das, was
sie anderen meist zu Unrecht unterstellen, sind vielfach Projektionen
ihrer eigenen Gefährlichkeit bzw. Niedertracht ...
Ereignisse im und um das Pfarrhaus ab Ostern 2006, chronologisch geordnet
20.4.2006 -
Gleich nach dem Urbi et
Orbi: Priester erwürgt schwangere Geliebte und schneidet sie in Stücke - doch
Kirche warnt weiter vor Andersgläubigen -
Kaum war das "Urbi et Orbi" in Rom gesprochen (und
der "Ablass" von allen "Sündenstrafen" erteilt), beging ein
römisch-katholischer Priester in Mexiko gleich ein besonders schlimmes neues Verbrechen.
Er erwürgte nach der Ostermesse seine schwangere Geliebte und zerschnitt
sie anschließend in Stücke. Die Leichenteile packte er in Tüten und warf sie in
der Nähe des Friedhofs weg. Laut der Mutter des Opfers "habe die Tochter den Priester kennen gelernt, als sie 13 Jahre alt war". Beide
haben bereits ein gemeinsames Kind. Derzeit wird ermittelt, ob der "Hochwürden"
ein Serientäter sein könnte.
Siehe
dazu
http://www.netzeitung.de/vermischtes/393433.html.
Der grausame Mord an der Frau ist ein weiterer Anlass für die Frage: Wann beginnt
die Kirche, vor ihren eigenen Leuten zu warnen statt vor religiösen
Minderheiten? Denn das, was die kirchlichen "Sektenbeauftragten" den Anhängern
kleinerer Gemeinschaften unterstellen, sind meist Projektionen der eigenen
Fehler, Vergehen und Verbrechen. Und wovor man bei missliebigen religiösen Minderheiten
warnt, sind bei näherem Hinsehen vielfach dokumentierte Auswirkungen bzw.
Auswüchse des eigenen kirchlichen Glaubens. In diesem Fall kann gefragt
werden, ob der mindestens zweimal jährlich gewährte vollständige "Ablass"
aller "Sündenstrafen" für gläubige Katholiken (zu Weihnachten und
zu Ostern) nicht dazu beiträgt, die Hemmschwelle für neue "Sünden"
und "Verbrechen" zu senken.
11.5. / 13.5.2006 -
Katholischer Priester zieht Nonne
aus und sticht in Form eines umgedrehten Kreuzes auf sie ein -
Der 68-jähriger römisch-katholischer Priester Father Gerald
Robinson wird in Toledo/Ohio/USA zu 15
Jahren Haft verurteilt. Bereits im Jahr 1980 hat er als
42-Jähriger am Ostersamstag seine enge Mitarbeiterin Margaret Ann Pahl in der
Krankenhauskapelle erstochen. Der körperlich überlegene Pfarrer zog der Nonne in der Sakristei die
Unterwäsche aus, wickelte sie in die Altardecke
der Kirche ein und stach mit seinem Brieföffner 31 Mal zu. Dabei ergab sich
auf der Decke die Form eines auf
den Kopf gestellten Kreuzes. Die Ordensschwester hatte zuvor den
Karfreitags-Gottesdienstes des Priesters kritisiert. Das auf dem Kopf
stehende Kreuz gilt als ein Symbol für den “Teufel” und in der
Horror-Literatur muss man auf diese Weise die "Boten des Teufels" töten (Toledo Blade,
7.2.2006; Bild, 11.5.2006; dpa, 12.5.2006). Der bekannte Kirchenlehrer Tertullian
(um 200) bezeichnete die Frau einst als "Einfallspforte des Teufels".
Und bereits in früheren Jahrhunderten wurden Zehntausende von Frauen auf den
Scheiterhaufen hingerichtet, weil die Kirche ihnen vorwarf, mit dem Teufel im
Bunde zu sein. Oft ging den Ermordungen ein "gescheiterter"
Exorzismus an den Frauen voraus.

Nach außen wirkt Father Robinson für viele Vertrauen erweckend ...
Die
Polizei wurde 2003 erneut auf den Würdenträger aufmerksam, der die ganze
Zeit über als
Hauptverdächtiger galt. Eine Frau klagte ihn und Mitarbeiter seines
Seelsorge-Teams nun an, sie als Kind sexuell missbraucht zu haben. In diesem
Zusammenhang wurden auch die Ermittlungen zum Mord an Margaret Ann Pahl wieder aufgenommen.
Und aufgrund genauerer Ermittlungsmethoden konnte nun der Brieföffner von "Hochwürden" Rev. Robinson eindeutig als Mordwaffe identifiziert werden.
Im Unterschied zu anderen Mördern begründen kirchliche Amtsträger
ihre Verbrechen nicht selten theologisch. so war auch Father Robinson zur
Urteilsverkündung im Priestergewand erschienen. Und sein Verteidiger, der
Freispruch aufgrund nicht ausreichender Beweise gefordert hatte, erklärte
nach dem Urteil, dies sei sein beruflich "schlimmster Tag", und er fügte den
merkwürdigen Satz hinzu: "Ich bin nie stolzer gewesen, ein Katholik zu sein" (kreuz.net, 12.5.2006).
1.11. / 16.11.2006 -
Protest gegen
Islam: Evangelisch-lutherischer Pfarrer verbrennt sich bei lebendigem Leibe
- Pfarrer Roland Weißelberg (73) aus Windischholzhausen bei Erfurt gingen die
Warnungen der Kirche vor dem Islam nicht weit genug. Deshalb fährt er am
Reformationstag, den 31.10.2006, in das legendäre Augustinerkloster nach
Erfurt (Martin Luther lebte dort sechs Jahre als Mönch und wurde dort 1507 zum
Priester geweiht), wo an diesem Morgen der Kantaten-Gottesdienst stattfindet. Als
in der Kirche gerade das Abendmahl vorbereitet wird, übergießt sich der Pfarrer in
der Baugrube unmittelbar neben der Kirche mit Benzin und zündet sich an. Der
Tagesspiegel schreibt dazu: "Da der Mann zuvor im Kreuzgang des Klosters
gesehen worden war, habe er möglicherweise eine Selbstverbrennung während des
Gottesdienstes geplant. Er sei vielleicht nur deshalb auf die Baustelle
ausgewichen, weil das Westportal der Augustinerkirche ausnahmsweise verschlossen
war"
(1.11.2006).
Dort steht nämlich um 10.43 Uhr gerade der Kirchenchor und singt "Ave
verum corpus" (= "Gegrüßt seiest du, wahrer Leib") von Wolfgang Amadeus Mozart,
als den Sängern beißender Geruch brennenden Fleisches in die Nase steigt.
Erste Kirchenbesucher laufen nach draußen und sehen mit Entsetzen die Katastrophe.
Mit seinem Selbstmord habe er "seine große Sorge über die
Ausbreitung des Islams zum Ausdruck bringen wollen", so die Pröpstin Elfriede Begrich (Spiegel online, 1.11.2006) über Pfarrer Roland Weißelberg, den sie
"als
sehr belesenen und aktiven Christen" beschrieb, der noch vor 14 Tagen selbst
einen evangelisch-lutherischen Gottesdienst zelebriert hat. Immer wieder warnte
der evangelische Pfarrer vor den "Nachfolgern Mohammeds". Die
Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt dazu: "Wie kann ein so
eloquenter, gottesfürchtiger, vernünftiger und bis zuletzt agiler und vitaler
Mann ein Fanal setzen gegen eine Bedrohung, die zumindest in Erfurt bis heute
weitgehend abstrakt geblieben ist?" (FAZ, 3.11.2006)
Verhältnismäßig wenige
Moslems leben in Thüringen in Frieden mit ihren Nachbarn und ihrer Umgebung. Ironie des Schicksals: In der
Spezialklinik in Halle/Saale rang ein muslimischer Arzt vergeblich um das Leben
des evangelischen Theologen (idea-spektrum Nr. 45/2006). Die Frau des
Pfarrers, Ingelore Weißelberg, hat sich bei ihm inzwischen entschuldigt.
PS: Bereits in der DDR war Pfarrer Weißelberg öffentlich bekannt. So hatte er z. B. am 21.4.1988 eine Veranstaltung unter dem Titel Christlicher Glaube und marxistische Weltanschauung im Gespräch moderiert (Utopie kreativ, H. 129/139 (Juli/August 2001), S. 709-721).
Welches sind mögliche Hintergründe des Selbstmords? Pfarrer Uwe Edom, sein Nachfolger im
Pfarramt in Windischholzhausen erinnert sich an ein Gespräch, in dem Pfarrer
Roland Weißelberg "bedauert habe, dass der Islam zu stark werde, dass das
Christentum zu wenig Profil habe und deshalb untergehe" (FAZ, 3.11.2006*). Bei Martin
Luther, dessen geistige Nähe Pfarrer Weißelberg im Erfurter Augustinerkloster
vor seinem Tod suchte, war das noch anders.
Martin Luther wollte die Ausbreitung des Islam in Europa mit aller Gewalt
verhindern, und er ging deshalb rigoros vor. Um einen moslemischen
Einfluss in Europa zu unterbinden, rief er zum gnadenlosen Krieg gegen die
Türken, deren Heer vor Wien stand. In dieser Situation predigte Martin Luther:
Die "Christen" sollen "mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen,
morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... werden sie darüber
erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie ewiglich" (Eine
Heerpredigt wider den Türken, Anno 1529; Tomos 4, S. 494b-496). Wer also
im Krieg gegen den Islam ums Leben kommt, wurde von Luther selig bzw. heilig
gesprochen, was vielleicht auch die Hemmschwelle des Thüringer Pfarrers zum
Selbstmord senkte. "Der 73-Jährige habe bereits seit Jahren die Haltung der
Kirche kritisiert und bei Treffen und Versammlungen mehr Aufmerksamkeit für die
Auseinandersetzung mit dem Islam gefordert, sagte die Erfurter Pröpstin Elfriede
Begrich unter Verweis auf die Ehefrau des Mannes" (Tagesspiegel). Pfarrer
Weißelberg beschwor immer wieder die Bedrohung des kirchlichen Christentum durch
den Islam und wollte mit seiner geistig toten Kirche nicht kampflos untergehen, sondern
forderte, "dass die Christen ihr Europa verteidigen müssten" (Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung, 5.11.2006). "Der Islam ist dran", so Weißelberg in
den letzten zwei, drei Jahren im Pfarrer-Ruheständler-Konvent, der ihm als
Plattform diente.
Der lutherische Pfarrer muss extrem verzweifelt über seine Kirche gewesen sein. Eine erste
Reaktion in der von ihm gewünschten Richtung kam vom Magdeburger Bischof Axel Noack, der
sich im Zusammenhang des Selbstmords neben dem Entsetzen über die Tat auch für "ein klares Bekenntnis der Moslems
zur Gewaltfreiheit" aussprach (Tagesspiegel). Auch brachte der Bischof
die Haltung Martin Luthers gegenüber den "Türken vor Wien" von sich aus ins
Gespräch und erklärte im Interview: "Er [Luther] meinte, dass wir von den
Türken neu lernen könnten, was Glaube ist" (Spiegel online, 3.11.2006).
Die evangelische Kirche stellt Martin Luther bis heute immer wieder als
beispielhaft hin und untergräbt damit eine Orientierung an ethisch wertvollen,
christlichen und demokratischen Werten. Denn was Martin Luther u. a. gemeint
hat, als er der Christenheit die kriegerischen Osmanen aus dem 16. Jahrhundert
als Glaubensvorbild hinstellt, wird ja aus seiner Heerpredigt deutlich (siehe oben).
Ruth Meili, Pfarrerin, Mitglied der Kirchenleitung der Kirchenprovinz Sachsen
und Leiterin der evangelischen Communität Casteller Ring (CCR), die das
Augustinerkloster betreuen, hat übrigens mit Pfarrer Weißelberg am Tatort noch
gebetet. Sie hat dabei gesagt, "dass er sich mit dieser Tat nicht von Gott
getrennt habe"
(FAZ, 3.11.2006) bzw. "dass Gott mit ihm sei" (idea-spektrum Nr. 45/2006).
Auch wenn nicht klar wird, wie die Theologin ihre Worte genau gemeint hat, so ist
für die Protestanten Gott auf jeden Fall Gott auch ein "grausamer Gott" (siehe
z. B. Der Theologe Nr. 1).
Das Verhalten der Theologin Meili kommentierte der Kurator Lothar Schmelz von
der Klosterleitung mit den Worten: "Es hat sich gezeigt, dass wir hier im
Kloster eine Art Familie sind" (Tagesspiegel). Pfarrer Uwe Edom,
Nachfolger Weißelbergs im Pfarramt in Windischholzhausen "glaubt, dass Weißelberg sich bewusst am Reformationstag verbrannt habe. Das sei
schließlich der Tag der kirchlichen Erneuerung"
(idea-spektrum Nr. 46/2006).
Doch wehe, Ähnliches wäre im Umfeld einer religiösen Minderheit passiert! Oder man hätte einer Minderheit etwas Ähnliches zu Unrecht anhängen können! Dann hätte niemand von einer "Familie“ gesprochen. Stattdessen hätten wie Berichte wohl gelautet: "Sektenführerin verspricht Horror-Jünger das Paradies“ / "Kirche warnt: Reißt der nächste Sekten-Selbstmörder auch andere mit den Tod?“ / "Angst um die Sekten-Kinder" / "Kirche fordert: Der Staat darf nicht zuschauen“ / "Todessekte: Gründer erklärt Terror-Soldaten zu Märtyrern“ / "Sektenbeauftragter warnt vor falsch verstandener Toleranz" usw.
* Solche und ähnliche Vorahnungen zur Zukunft der
Kirche häufen sich. Die Kirche wird überwiegend noch von staatlichen
Milliarden-Subventionen am Leben gehalten (vgl.
www.stop-kirchensubventionen.de).
13.11. /
28.3. / 18.8.2007 -
Ehemaliger Ministrant wollte offenbar mit ihm Schluss machen - Katholischer
Dekan wirft sich vor Güterzug - den Gläubigen galt er als "Lichtgestalt"
- In der Nacht um 3 Uhr werden nach katholischem Volksglauben die "bösen Geister"
losgelassen. Am 11. November 2006 war es 3.19 Uhr, als sich der katholische Präses
und Dekan des unterfränkischen Dekanats Lohr und Pfarrer von Lohr-St.Michael, Dr.
Klaus-Peter Kestler, kurz hinter dem Bahnhof Lohr in Richtung Aschaffenburg vor
einen Güterzug wirft. "Das Bischöfliche Ordinariat geht davon aus, dass der
55-Jährige freiwillig aus dem Leben geschieden ist", schreibt die Lokalpresse
(Main-Post, 13.11.2006). Sein Tod erspart der Kirche die Aufdeckung eines weiteren Skandals. Gegen den Vorgesetzten der Priester
im Dekanat Lohr lief nämlich ein Ermittlungsverfahren "wegen Nötigung in
einem besonders schweren Fall". Von einem "jungen Mann", "der in enger Verbindung mit dem
Geistlichen gestanden haben soll", ist zunächst die Rede (Main-Post).
Kurze Zeit später erfahren die Zeitungsleser mehr. Demnach pflegte der Würdenträger, der Bischof
Friedhelm Hofmann bei der Leitung des Bistums Würzburg unterstützte, offenbar
seit einigen Jahren ein "sexuelles Verhältnis" mit einem
ehemaligen Ministranten, das allerdings erst begonnen haben soll, als der
Jugendliche bereits "das 16. Lebensjahr vollendet hatte" (Main-Echo, 14.11.2006).
Der geistliche Leiter des Dekanats Lohr lebte womöglich in totaler psychischer
Abhängigkeit zu dem jungen Mann und soll mit Selbstmord gedroht haben, falls der
mittlerweile 22-Jährige die homosexuelle Beziehung beendet. Dieser mögliche
Hintergrund würde zumindest Überlegungen zu anderen Selbstmord-Motiven bzw.
Todesursachen entkräften. Durch den "plötzlichen Tod" von Dr.
Kestler werden jedoch keine Ermittlungen mehr wegen dieser Nötigungs-Klage mehr durchgeführt, welche der
Kirche auch sehr schaden könnten. Es gilt offiziell die "Unschuldsvermutung". Und
zudem erhält Dr. Kestler als Dekan und Mitglied im Priesterrat des
Bistums unter diesen Umständen auch ein standesgemäßes römisch-katholisches
Begräbnis (Eucharistiefeier mit Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand und Predigt von
Domkapitular Heinz Geist) und einen "ehrwürdigen" Platz im Würzburger Priestergrab.
Auch die Mitarbeiter und Gläubigen der Gemeinden stellen sich in mehreren (mit
dicken Kreuzen und Bibelversen ausgestatteten) Todesanzeigen
demonstrativ und "dankbar" hinter ihren "H. H. Dekan" (= "Herrn Hochwürdig(st)en
Dekan") (Main-Echo, Main-Post, 16.11.2006).
Johannes W., Leiter des Diözesanbüros, sagte über seinen ehemaligen Chef
sogar: "Für uns war er eine Lichtgestalt" und ohne ihn ist es
dunkler um uns" (Main-Post, 20.11.2006). Für andere wurde es jedoch
anscheinend mit ihm dunkler. Dabei stellt sich für Unbeteiligte auch die Frage: Wer
steht jetzt selbstlos und ohne eigene Interessen dem ehemaligen Ministranten zur
Seite, der sich offenbar auch mit Selbstmord-Drohungen nicht erpressen ließ?
Hat er sich kurze Zeit später
ebenfalls umgebracht bzw. kam auf die gleiche Weise wie der Dekan ums Leben?
(siehe hier)
Der
junge Mann und seine Familie haben laut Panorama (ARD, 16.8.2007) schwere
Vorwürfe auch gegen den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann erhoben. Dieser
"habe den Missbrauch unter der Decke halten wollen. Der damals 17-Jährige
... sei ein Jahr lang von Kestler zu sexuellen Handlungen gezwungen
worden" (Main-Echo, 17.8.2007). Die katholische Kirche wies
durch ihren Generalvikar Karl Hillebrand die Vorwürfe jedoch zurück.
Erst ca. eine Woche vor den tragischen Ereignissen beklagte der
Pfarrgemeinderat von Lohr-St. Michael unter Vorsitz von Dr. Kestler, dass es
immer schwieriger sei, v. a. bei Beerdigungen "Ministranten aufzutreiben"
(Main-Post, 3.11.2006). Man kritisierte v. a. die Einstellung mancher
Eltern, obwohl mittlerweile allgemein bekannt ist, dass katholische Eltern sich
aufgrund von Sexualverbrechen oder körperlichen Annäherungswünschen von kirchlichen Amtsträgern scheuen, ihren
Kindern den Ministrantendienst zu erlauben. Die Einstellung "Ich bin froh, dass
mein Sohn nie Ministrant war" (Tagesspiegel, 25.2.2002) ist inzwischen
weit verbreitet.
Und der in diesem Fall ins Licht von Ermittlungen gerückte Dekan ist kein kleiner katholischer Fisch. Präses Kestler
war in leitender Funktion (neben Weihbischof Helmut Bauer, Domvikar Paul
Weismantel und drei weiteren Personen) auch Mitglied im Geschäftsführenden
Ausschuss des Priesterrats der Diözese Würzburg. Und dieser hat wiederum
die Aufgabe, "den Bischof in der Leitung der Diözese zu unterstützen" (POW
(= Pressedienst des Ordinariats Würzburg),
4.5.2005). Klaus-Peter Kestler war zudem der "Verantwortliche
für Priesterausbildung" (Main-Post, 20.11.2006). Die Vorwürfe treffen die römisch-katholische Kirche also einmal
mehr ins Mark. Doch nun erklärt der Oberstaatsanwalt
plötzlich: "Mit dem Tod des 55-Jährigen sei das Ermittlungsverfahren beendet ...
Damit ist klar, dass die Vorwürfe nicht aufgeklärt werden und für den Priester
die Unschuldsvermutung gilt." Es wäre allerdings weltweit nahezu
einmalig, dass sich ein zu Unrecht Verdächtigter seiner Verteidigung (bzw. der
Aufklärung des Sachverhalts) durch Selbstmord entzieht.
Offensichtlich besteht
jedoch ein starkes Interesse
"Dritter", dass
dieser Sachverhalt unter dem Teppich gekehrt bleibt, was durch den
Tod des Beschuldigten natürlich möglich ist, nicht jedoch bei einem
Strafverfahren wegen schwerer Nötigung, das eingeleitet worden wäre, wenn der
Dekan am Leben geblieben wäre. Aus diesem Grund
bleiben auch offene Fragen nach dem Grad der Freiwilligkeit des Selbstmords.
Immerhin hatte Dekan Dr. Kestler erst vor wenigen Wochen öffentlich
gepredigt: "Hoffnungslosigkeit, Verbitterung und Verzweiflung sind mit dem
christlichen Glauben nicht vereinbar" (Main-Post, 26.9.2006). Und
weiter: Die
Jungfrau Maria sei die "Ursache unserer Freude" und "die echte Freude fängt da
an, wo der Spaß aufhört". Sollte es sich bei dieser Predigt nur um oberflächliches
Wortgeflimmer handeln? Dr. Kestler "galt als blitzgescheiter Theologe, der tiefschürfende
Auslegungen geben konnte" (Main-Echo, 13.11.2006).
Im Zusammenhang des Ermittlungsverfahrens ließ die Kirche zudem ein
psychiatrisches Gutachten über ihren Dekan anfertigen. Laut Bistumssprecher Bernhard Schweßinger habe dies
- wie auch die Predigt Kestlers - "keine Hinweise auf einen geplanten Suizid
gegeben" (Main-Post, 13.11.2006).
Und noch einen Tag vor seinem Tod habe Kestler vor Schülern von seiner
bevorstehenden Romreise geschwärmt.
|
Die Lehre der Kirche zu Mord und Selbstmord
Offiziell wird
von der römisch-katholischen Kirche sowohl der Mord als auch der Selbstmord
als "Todsünde" verurteilt. Betrifft es jedoch Personen aus dem eigenen
Umfeld (z. B. die Morde von Heiligen oder die Selbstmorde von heutigen
Würdenträgern), verschweigt man in der Regel die eigene Lehre und
streut den Menschen Sand in die Augen. So heißt es z. B. offiziell: |
Für den Sonntag, den 12.11.2006, war ursprünglich geplant, die
zwischenzeitliche Versetzung von Dekan Dr. Kestler "in den einstweiligen
Ruhestand" öffentlich zu machen, um die der Würdenträger zuvor "gebeten" hatte.
Nun kam es anders, und es predigte in Lohr der Würzburger Domkapitular Dr. Heinz Geist anlässlich des
Todes des Dekans. Der Domkapitular wählte dabei die für kirchliche Informationspolitik
unverwechselbaren und typischen Worte: "Gott scheint uns ohne
Antwort zu lassen" (Main-Post, 13.11.2006). Und: Das
Geschehene werde "wohl für immer unbegreiflich bleiben" (Main-Echo, 13.11.2006).
Und einige Tage später in Lohr: "Der Tod von Klaus-Peter bleibt ein Geheimnis"
(Main-Post, 20.11.2006). Damit fasst der
Domkapitular allerdings weniger den Sachverhalt, sondern mehr den Wunsch seiner
Kirche in Worte. Denn wenn es nach "Gott" und der Öffentlichkeit ginge, ließen
sich die "Geheimnisse" sehr wohl lüften und das Geschehen könnte
durchaus "begreiflich"
gemacht und aufgearbeitet werden.
Dass die tragischen Vorgänge wahrheitsgemäß aufgeklärt werden,
ist in der Tat unwahrscheinlich. Zum einen ließ Bistumssprecher Bernhard Schweßinger bereits
verlauten, das Geschehen werde "wohl für immer
(Hervorhebung durch die Redaktion) unbegreiflich bleiben"
(siehe oben). Zum anderen
gibt es mittlerweile eine unübersehbare Fülle von
Berichten über Schweigegelder bzw.
Entschädigungszahlungen der Kirche. Allein in den
USA geht man von ca. einer Milliarde Dollar Entschädigungszahlungen
(http://www201.focus.de/politik/ausland/vatikan_nid_38246.html?drucken=1)
und 399 Millionen Dollar an Schweigegeldern aus (ntv,
31.3.2006). Und zum dritten hat sich die
lokale Main-Post (die in der Vergangenheit
selten
eine Gelegenheit ausließ, eine religiöse Minderheit in der Region
(vgl. unten) "in die
Pfanne zu hauen") bereits auf die Richtlinien des
Deutschen Presserats berufen, bei der "Schilderung näherer
Begleitumstände" bei Selbsttötungen "größtmögliche Zurückhaltung" zu üben
(15.11.2006).
Trotz der höchsten innerkirchlichen Geheimhaltungsstufe sind jedoch auch in Deutschland viele Schweigegeldzahlungen
bekannt geworden (http://www.zeit.de/archiv/2002/20/200220_priester.xml?page=2),
und auch in Australien, England, der Schweiz usw. und wohl in nahezu allen Ländern
der Erde (vgl. z. B.
http://www.gottes-suche.de/12.3.3.%20Missbrauch%202003.html). Die
Kirchen lassen sich v. a. in Deutschland wiederum vom Staat, d. h. von den
Steuerzahlern subventionieren. Zudem untersagt die römisch-katholische Kirche
Kirchenangehörigen und dem Opfer eines Sexualverbrechens bei Strafe der Exkommunikation, über die Taten
öffentlich zu sprechen. Dies wurde 1962 unter Papst Johannes XXIII. angeordnet und im
Jahr 2001 von Papst Johannes Paul II. und Joseph Kardinal Ratzinger bestätigt.
Und es bedeutet praktisch die angebliche ewige Hölle für das
Opfer, wenn es außerhalb der Kirche auspackt. So kann man davon
ausgehen, dass die vielen dennoch aufgedeckten Fälle nur die Spitze des Eisbergs
sind und die Gefahren für Kinder und Jugendliche noch weit größer sind als
bisher angenommen.
*Weitere Hintergründe: Dekan Dr. Klaus-Peter Kestler arbeitete im Dekanat Lohr auch mit dem evangelischen Dekan Michael Wehrwein zusammen, der mit inquisitorischem Kleingeist und bürokratischer Regelmäßigkeit gegen religiöse Minderheiten (z. B. Zeugen Jehovas, Universelles Leben) vorgeht und der "die ökumenische Zusammenarbeit" mit Dr. Kestler in der Jugendarbeit lobte (Würzburger Katholisches Sonntagsblatt Nr. 50, 11.12.2005). An den Verleumdungen der kleineren Gemeinschaften durch die evangelisch-lutherische Kirche hat sich der katholische Dekan jedoch - zumindest öffentlich - nicht beteiligt.
Der evangelische Dekan von Lohr, Michael Wehrwein,
holte in diesem Zusammenhang z. B. den evangelischen "Sektenbeauftragten" Dr. Wolfgang Behnk
in das Dekanat Lohr (1996, 1997 und 1998), der bei diesen Vorträgen vor ökumenischer Zuhörerschaft über die
unbescholtenen
Anhänger des Universellen Lebens herzog und diesen an anderer Stelle sogar einen möglichen "Massenselbstmord" anzudichten
versuchte - obwohl dort, anders als in der Kirche, das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten")
konsequent befolgt wird.*
Die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers in Erfurt
(siehe
unten)
und der Selbstmord des katholischen Dekans in Lohr sind dabei nur die letzten
Vorfälle einer langen Reihe von fortlaufenden Selbstmorden von kirchlichen
Würdenträgern (siehe dazu auch die anderen
Meldungen auf dieser Seite)
und Tausenden von Morden und Selbstmorden jährlich unter den kirchlich Gläubigen.
Daran zeigt sich, wie die Kirche eigene Verfehlungen und Verbrechen oftmals
auf unschuldige Dritte zu projizieren versucht.
Dabei lassen sich die Medien nicht selten von der Kirche instrumentalisieren. So veröffentlichte bzw.
zitierte die freundschaftlich mit der Kirche verbundene lokale Zeitung
Main-Post jahrelang ungeniert Unwahrheiten und kirchliche Verleumdungen über religiöse Minderheiten
mit schlimmen Folgen für die Betroffenen (Näheres siehe z. B.
in der
Dokumentation
www.steinadler-schwefelgeruch.de),
während sie sich bei tatsächlichen Verfehlungen aus den Reihen der Verleumder
"größtmögliche Zurückhaltung" auferlegt
(15.11.2006, siehe auch oben).
*
PS: Als die
evangelische Kirche die bösartige
Verleumdung von einem möglichen Massenselbstmord von Urchristen in die Welt
setzte, kamen Fernsehteams mit Hubschraubern angeflogen, um über den Häusern der
Beschuldigten ihre Runden zu drehen. Werden diese Teams jetzt vielleicht auch die
Bahnstrecken im Raum Lohr abfliegen, um nach gefährdeten Nachahmungstätern
Ausschau zu halten? Immerhin galt den Gläubigen der Dekan, der sich vor den
Güterzug warf, als "Lichtgestalt"
(siehe
oben) und Vorbild. Oder wird einmal die
ganze "Todeszone" von Erfurt
bis Würzburg (Thüringen und Würzburg gelten wegen starker kirchlicher Bindungen
von Teilen der Bevölkerung
als "Selbstmord-Hochburgen";
Focus Nr. 19/2006 für
Thüringen; Main-Post,
3.7.1999, für Würzburg) unter Beobachtung genommen? In Erfurt brachte sich ein evangelischer
Pfarrer um, der ebenfalls vielen als Vorbild galt (siehe
unten; der Lohrer Dekan und der Erfurter Pfarrer wurden
übrigens am selben Tag (17.11.2006) beigesetzt). Und
besonders um Weihnachten herum eskalieren viele Familienkrisen. Oder setzen sich
die Medien nur in Bewegung, wenn die Kirche die Stimmung gegen religiöse
Minderheiten anheizt?
PS:
Bereits neun Tage
nach dem Selbstmord von Dekan Kestler wurde der nächste unterfränkische Priester
von einem Zug überrollt und getötet. Bei Pfarrer i. R. Günther
Schwarzkopf aus Alzenau soll es jedoch kein Selbstmord gewesen sein, sondern ein
Unfall. Der Würdenträger soll in der Nacht vom 20.11.2006 am Münchner Hauptbahnhof
im Alkohol-Rausch auf die Gleise gefallen sein, wo er dann von einer S-Bahn überfahren
wurde. Der Geistliche wirkte von 1984 bis 1994 in einem Ortsteil von Klingenberg
am Main, wo im Jahr 1974 die katholische Studentin Anneliese Michel nach einem
kirchlich angeordneten Exorzismus an Auszehrung starb
(siehe "Der Theologe Nr. 9" - Todesfalle Kirche: Warum
musste Anneliese Michel sterben?).
Und hierzu noch eine ergänzende Information: Pfarrer Schwarzkopfs Nachfolger in
Klingenberg, Pfarrer Guido Sauer (1995-1999), hat sich übrigens im Februar
2007 vom Priesteramt suspendieren lassen. Gründe wurden nicht bekannt.
Die Meldung über den Tod von Dekan Kestler hat bereits zu vielen Reaktionen geführt. Unter der Rubrik "Frage und Antwort" lesen Sie einen Antwortbrief auf einen kritischen Leserbeitrag.
PS:
Ca. drei Wochen
nach dem anscheinenden Selbstmord des Dekans soll sich Berichten aus der Bevölkerung zufolge
ein junger Mann an nahezu der gleichen Stelle vor den Zug geworfen haben, an der
dies auch Dekan Kestler getan hatte. Und Fragen aus der Bevölkerung dazu
lauteten: War es der ehemalige Ministrant, der mit dem Dekan Schluss machen
wollte?
5.1.2007 -
"Perverser Pfarrer
belästigte Kinder", schreibt Focus online (5.1.2007). Erst vor
fünf Wochen wiesen wir unter der Rubrik Aktuell auf
"Sexualverbrechen
wie am Fließband" durch pädophile Pfarrer und Priester hin und
schrieben: "Eltern, die unter diesen Umständen ihren Kinder noch das
Ministrieren erlauben, handeln zumindest grob fahrlässig. Experten warnen
schon lange vor Amtsträgern, welche von der doppelbödigen Sexualmoral der
Kirche ´verkorkst` wurden." Jetzt gestand erneut ein Pfarrer aus
Nordrhein-Westfalen sexuelle "Grenzüberschreitungen" an Kindern,
u.a. im Messdienerlager (z.B.
http://www.taz.de/pt/2007/01/05/a0078.1/text). Viele Priester leiden
an der alltäglichen Trostlosigkeit zwischen dem Messe-Lesen am Altar und dem
einsamen Pfarrhaus und wünschen sich z. B. die seelische und körperliche Zuwendung
lebensfroher Kinder.
13.1. / 25.1.2007 -
Weil er die Hostie nicht
korrekt in
den Mund steckte: Mann von Dekan körperlich angegriffen.
"Hostienschändung" schlimmer als Kinderschändung? -
Einer dpa-Meldung vom 12.1.2007 zufolge hat der katholische
Stadtdekan
Johannes zu Eltz während einer Messe in der Bonifatiuskirche in Wiesbaden einen Gläubigen geschlagen,
nachdem dieser
die zuvor vom Dekan geweihte Backoblate nicht katholisch korrekt in den Mund
steckte, sondern nur an ihr geknabbert und sie dann in seine Tasche gesteckt
hatte. Daraufhin soll der Priester laut gerufen haben "Wo ist die Oblate, wo ist
die Oblate?" sowie den Mann im Verlauf der Feier so kräftig geschlagen haben, dass dieser mehrere Prellungen am
ganzen Körper und einen geschwollenen Knöchel erlitt. Nach Aussage des
Geistlichen hätte dieser den Gläubigen aber nur in "Notwehr"
"festgehalten", weil der Gläubige
seinerseits den Dekan getreten hätte (Frankfurter Rundschau, 13.1.2007).
Auch andere Gläubige hätten dem Mann "die Arme auseinander gezogen". Ob dieser "die Hostie letztlich mitgenommen oder doch gegessen hat, konnten weder
Staatsanwaltschaft noch Bistum sagen", schreibt dpa weiter.
Nach römisch-katholischem Glauben wird die Oblate durch die katholische
Zeremonie real in Fleisch vom Körper von Jesus verwandelt, was für viele Nichtkatholiken
eine wenig appetitliche und kannibalische Vorstellung ist. Für die
Katholiken ist das Ergebnis dieser so genannten "Transsubstantiation" dann
angeblich real der "Leib Christi" (siehe dazu
einige offizielle römisch-katholische
Lehrsätze zu Oblate bzw. Hostie). Und diesen z. B. in
einer Tasche mit aus der Kirche hinaus zu nehmen, gilt nach katholischem Recht als "sehr schwere Sünde".
Der Kirchenbesucher erklärte dazu: "Ich wollte sie mir zu Hause
mal näher angucken." Was der Mann dabei vermutlich unterschätzte: "Im katholischen Kirchenrecht ist das die schwerste
Straftat, die man begehen kann", erläutert dazu Thomas Schüller, der
Kirchenrechtler der Diözese Limburg. Das Eingreifen des katholischen Dekans sei
notwendig gewesen, wenn auch nicht der körperliche Kontakt (Frankfurter
Rundschau, 13.1.2007).
Dabei hatte der Wiesbadener Gottesdienstbesucher noch Glück. Zwar erstattete die
katholische Kirche bereits Strafanzeige wegen "Störung der Religionsausübung".
(Hier werden wieder einmal Täter und Opfer vertauscht.) Doch umgekehrt zeigte der
Gläubige auch den in der katholischen Hierarchie "obersten" Priester der
Landeshauptstadt Wiesbaden wegen "gefährlicher Körperverletzung" an. Außerdem
wird das kultische
"Delikt" - es zählt zur Kategorie der "Hostienschändung"
bzw. von "Hostienfrevel" - in Deutschland nicht mehr so massiv bestraft wie in einigen anderen
Ländern. In früherer Zeit wurde jedoch auch in Deutschland vor
allem jüdischen Mitbürgern "Hostienschändung" unterstellt, und diese
wurden dafür
verfolgt und hingerichtet (siehe unten).
Verfolgungen und harte Strafen gibt es jedoch weiterhin in anderen Ländern.
Einige
Beispiele aus unserer Zeit aus Indonesien:
Ein muslimischer Händler
"empfing" die Oblate und nahm sie mit nach draußen. Urteil: Sieben Jahre Haft
ohne Bewährung. In "Selbstjustiz" zündeten die
katholischen Gottesdienstbesucher zudem darauf hin alle Verkaufsbuden auswärtiger moslemischer Händler
in Brand (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 12.4.2002).
Einem katholischen
Mädchen fiel die Hostie beim Empfang auf den Boden. Darauf hin wurde sie von
anderen Gottesdienstbesuchern tätlich angegriffen. Möglicherweise drohte
eine "Lynchjustiz". Unter den Angreifern und den Beschützern des verängstigten
Mädchens kam es zu schweren Ausschreitungen (zum Sachverhalt: siehe
Vatikanradio, 12.4.2002).
Eine Frau hat die Oblate
in der Kirchenbank aus dem Mund genommen und unter ihren Sitz gelegt. Warum,
wird nicht berichtet. Urteil:
Vier Jahre Haft ohne Bewährung (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio,
29.6.2002).
Ein junger Protestant ging
mit seiner römisch-katholischen Freundin zur Messe. Aus unbekannten Gründen
steckte er ebenfalls die Hostie nicht in den Mund, worauf hin die
Gottesdienstbesucher auf ihn losgingen. Seine Gesundheit und sein Leben waren
jetzt akut in Gefahr. Die Polizei wurde gerufen und konnte den Mann erst durch
Abfeuern von Schüssen in die Luft aus der Gewalt der Katholiken befreien. Darauf
hin stürmten die gewaltbereiten Katholiken die Polizeistation und brannten sie nieder,
ebenfalls das Polizeiauto. Auch die beiden benachbarten Polizeistationen
wurden anschließend von den Katholiken niedergebrannt, es gab viele
Verletzte (The Jakarta Post,
Sinar Indonesia Baru, 9.2.2005).
Dies ist nur eine kleine Auswahl unter Dutzenden von ähnlichen Vorfällen. Als
"aufgeklärter" Europäer mag man vielleicht vermuten: In Deutschland wäre das
aber nicht möglich. Doch was ist mit dem Stadtdekan von Wiesbaden?
(siehe oben)
Zwar hat der Amtsträger mittlerweile "angeboten", sich "dafür zu entschuldigen"
(FR, 13.1.2007). Doch wozu wären er und seine Priesterkollegen im
religiösen Eifer noch alles fähig?
Und wie beurteilen z. B. die deutschen katholischen Missionare in Indonesien die
Strafmaßnahmen in ihrem Gastland? Diese
missbilligten nun nicht etwa die siebenjährige Kerkerhaft für den Muslim, der eine
Hostie mit nach draußen nehmen wollte, sondern sie schrieben auf ihrer Homepage:
"Das Urteil beschämt so manche deutsche Richter, die die
Verunglimpfung christlicher Symbole und Werte zumeist ´auf
Kosten der Staatskasse` einstellen".
(Ursprüngliche Quelle www.steyler.de/content/de/aktuell/nachrichten/02/nachrichten-2002-09-02.php4
nicht mehr erreichbar) In Deutschland sollte sich die Justiz nach
Überzeugung der katholischen Experten also offenbar ein Beispiel an den
indonesischen Richtern nehmen.

Bei
der Hostie kennt die Kirche keine Gnade. In Berlin werden im Jahr 1510 vor der
Marinenkirche 38 Juden hingerichtet, alle anderen vertrieben. Die Anschuldigung:
Einige Juden hätten angeblich gestohlene Hostien verkauft. Später stellte sich
heraus: Die Vorwürfe waren falsch. Es war ein von der Kirche lancierter Justizmord. Der Hintergrund: Die
"Ausmerzung"
der religiösen Minderheit
(siehe dazu: Der Glaube der Kirchen,
Nr.
382).
Im Grunde genommen bestätigen diese Vorfälle die Analyse des bekannten deutschen
Philosophen Karl Jaspers in seinem Werk
Der philosophische Glaube: Der "biblisch fundierte
Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe nach wie vor "ständig
auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (9. Auflage,
1988, Seite 73).
Doch damit nicht genug. Der Tübinger Religionswissenschafter Günter Kehrer
erklärt gemäß einer dpa-Meldung vom 5.2.2006, dass der falsche Umgang mit
der Hostie nicht nur die "schwerste Straftat" nach dem Kirchenrecht sei (siehe
oben). Sondern es gilt darüber hinaus:
"Hostienschändung ist [im Katholizismus] eine Sünde, die nie vergeben werden kann,
für sie gibt es ewiges Fegefeuer [also "ewige Hölle"].
Dagegen ist Gott im Islam barmherzig, es gibt nichts, was nicht verziehen werden
könnte."
12.4.2007 - Streit
um Streicheln? - Strichjunge ersticht Priester-Ausbilder -
Als
der 18jährige Strichjunge aus dem Norden Brasiliens die Berührung des
Priesters abgewiesen haben soll, sei es zum Streit und zur Messerstecherei
zwischen den Männern gekommen. So die Erklärung des jungen Mannes. Der Priester starb, der Strichjunge trug
tiefe Schnittwunden an Hand und Arm davon. Er beteuerte, er habe in Notwehr
gehandelt. Er hätte den Amtsträger in einem Einkaufszentrum getroffen und
"sei mit ihm nach Hause gegangen, um im Internet zu surfen". Der Geistliche,
Hochwürden Wolfgang H., stammt aus dem Bistum Trier in Deutschland und war
in Brasilien in der Ausbildung des Priesternachwuchses tätig. Die Angaben
des jungen Mannes werden derzeit auf Glaubwürdigkeit überprüft (Spiegel
online, 12.4.2007).
7.7.2007 -
Im Namen der Kirche: Katholischer Priester
wegen Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42 Entführungen
angeklagt - Am 5.7.2007 begann in
La Plata in Argentinien der Prozess gegen den deutschstämmigen
römisch-katholischen Priester Christian von Wernich (69). Der Seelsorger war
Polizeipfarrer und galt als einer der engsten Vertrauten von Ramón Camps, dem
Sicherheitschef von Buenos Aires in der Zeit der Militärdiktatur (1976-1983),
während der mehrere Tausend Bürger spurlos und für immer verschwanden. Die Verbrechen des Würdenträgers von Wernich sind kein
Einzelfall. Römisch-katholische Bischöfe haben Politiker und Militärs z. B.
beraten, wie sie Andersdenkende möglichst unauffällig hinrichten können
(mit Drogen voll pumpen und aus dem Flugzeug werfen), und sie haben
verantwortlichen
Politikern und Militärs die Vergebung ihrer Sünden und den späteren Eintritt
in den "Himmel" zugesprochen (mehr dazu siehe
hier).
Nach
römisch-katholischer Lehre behält Hochwürden (wörtlich: H.H. = "Hochwürdiger
Herr") Christian von Wernich auch
beim Nachweis seiner Beteiligungen an den Morden und Folterungen das Recht,
stellvertretend für "Gott" den Menschen die Vergebung zusprechen zu können,
selbst wenn die eigenen Sünden des Würdenträgers als "Todsünden" beurteilt werden (mehr dazu
hier; und wer hier nicht zustimmt, muss
nach katholischer Lehre in die ewige Hölle). Doch möglicherweise
werden die Untaten von der Kirche ja auch gerechtfertigt, denn der Priester
hatte sie ja als Seelsorger im Staatsdienst ausgeübt.
Der Historiker Karlheinz
Deschner schrieb im Jahr 1986: "Nach intensiver Beschäftigung mit der
Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit,
einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der
Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen
belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische
Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
15.7. / 24.8.2007 -
Sexualverbrechen von Priestern in der Diözese Los Angeles: 660 Millionen
Dollar Entschädigung für 500 Opfer / Haftpflichtversicherungen müssen 227
Millionen zahlen - die Spitze eines Eisbergs.
Bereits 10.000 Kirchen-Opfer haben in den USA geklagt. Der jetzige Vergleich
mit den 500 Opfern erspart der römisch-katholischen Kirche zunächst weitere
Prozesse. Trotz der finanziellen Entschädigung bleiben oft tiefe Wunden. Ein
Mann, der den Tränen nahe ist, erklärt im Fernsehen: Die Summe könne ihm
seine Kindheit "nicht zurück geben" (ZDF, Heute, 16.7.2007).
Und das Opfer Mary Ferell erklärt: "Das Geld zeigt nur die ungeheuerliche
Schuld. Ich würde es zurückgeben, könnte ich dafür meine Kindheit wiederhaben"
(Süddeutsche Zeitung, 16.7.2007). Der Religionswissenschaftler
Prof. Dr. Hubertus Mynarek rät in diesem Zusammenhang deshalb: "Kinder
sollten am besten gar keinen Kontakt zu Priestern haben" (Das Weisse
Pferd Nr. 6/2002). Denn das Risiko ist überdurchschnittlich groß, und
Eltern handeln mittlerweile verantwortungslos, wenn sie ihren Kindern noch
gestatten, sich im Umfeld eines Priesters zu bewegen bzw. wenn sie sie ohne
Begleitung eines Erziehungsberechtigten in die katholische Kirchengemeinde gehen
lassen. In der Diözese Los
Angeles kam man z. B. in 75 % aller katholischen Kirchengemeinden
Sexualverbrechen an Kindern auf die Spur. Die Süddeutsche Zeitung
schreibt: "Es stellte sich heraus, dass in drei Vierteln der 288 Pfarreien der
Diözese im Laufe der Jahre mindestens einer der 221 Priester, Mönche oder
Laienlehrer Dienst getan hatte, denen Kindsmissbrauch vorgeworfen wurde. Und es
stellte sich ebenso heraus, dass die Kirche in vielen Fällen Bescheid wusste
und, wenn überhaupt - nur Täter versetzte - und sie einfach weitergewähren ließ"
(16.7.2007). Dabei wurde einer der Priester
vom zuständigen Kardinal Mahoney immer wieder in eine andere Kirchengemeinde
versetzt, nachdem er in der jeweils vorherigen Kinder missbrauchte. Auf
diese Weise brachte er es auf 17 Pfarrstellen (El pais, 16.7.2007).
Wer jedoch glaubt, die Kirche würde jetzt reinen Tisch machen, der irrt. "Die
Erzdiözese veröffentlichte mehrere Schuldbekenntnisse, gab zu, die Täter und
nicht die Opfer geschützt zu haben, und weigerte sich dennoch, Unterlagen heraus
zu geben, in denen Missbrauchsfälle dokumentiert waren - und die Fehlreaktion
der Kirchenhierarchie. Am Ende kommt die Einigung die Kirche in Los Angeles
vielleicht tatsächlich noch vergleichsweise billig" (Süddeutsche Zeitung,
16.7.2007).
Zudem lässt sich die Kirche einen großen Teilbetrag von ihren
Haftpflicht-Versicherungen rückerstatten. Hierbei geht es um 227 Millionen
Dollar. Von den Zahlungen an die Kirche sind auch zwei deutsche Gesellschaften
betroffen. Während die Allianz-Versicherung den Schaden durch die klerikalen
Sex-Verbrechen noch nicht bezifferte, geht die Münchner Rück von "mehr als
10 Millionen Euro" aus (Financial Times Deutschland, 17.7.2008).
Lesen Sie zur aktuellen gerichtlichen Einigung in den USA auch:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,494499,00.html
31.8. / 7.9.2007 -
Wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestrafter Priester von
Kirche wieder in Gemeinde eingesetzt / "Grausames Experiment mit der Seele
unserer Kinder" / Priester nach erneutem Sexualverbrechen
verhaftet / Vertuschungspolitik der Kirche von Staatsanwaltschaft gedeckt? /
"Der Bischof muss hart bestraft werden" / Ministranten sollten mindestens 18 Jahre alt sein
- Die erste Agenturmeldung zum Thema lautete wie folgt: "Ein
wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter katholischer Pfarrer aus dem Landkreis
Regensburg soll sich erneut an einem Kind vergangen haben. Gegen
den 39-Jährigen sei wegen Fluchtgefahr ein Haftbefehl erlassen worden,
teilte die Nürnberger Justizpressestelle mit. Die Staatsanwaltschaft wirft
dem Mann vor, sich mehrere Jahre lang an einem Ministranten vergangen
zu haben. Erst im Juli war bekannt geworden, dass das Bistum Regensburg den
Mann trotz seiner einschlägigen Vorstrafe wieder in der Gemeindeseelsorge
einsetzt hat. Bereits vor acht Jahren hatte er sich als Kaplan im
niederbayerischen Viechtach an mindestens einem Jungen vergangen" (Bild
online, 31.8.2007;
Aktualisierung am 1.9.2007:
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/01/pfarrer-missbrauch/haft-ministranten-regensburg,geo=2422192.html).
Nach kurzer Zeit stellte sich dann heraus, dass der im Jahr 2000 verurteilte
Priester sich seither "mehrere Jahre" erneut an einem Ministranten
an seinem neuen Dienstort vergangen habe. In einer dpa-Meldung
heißt es dazu: "Der Bürgermeister von Riekofen, Armin Gerl, warf der
Kirchenleitung Versagen vor. Sie hätte die Gläubigen schon vor Jahren über
die kriminelle Vergangenheit des Priesters aufklären müssen ... Der
Rathauschef kritisierte weiter, das Bistum hätte dem vorbestraften
Geistlichen ´auf die Finger schauen` müssen. ´Die Schuld muss man dem
Ordinariat geben`", das sich seinerseits damit verteidigte, der Priester sei
"laut einem Gutachten geheilt" gewesen (3.9.2007). Dem
widerspricht der Leiter der "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch
an Kindern", der Sozialpädagoge Johannes Heibel: "Unter Fachleuten ist es
unumstritten, dass Pädophilie eine Neigung ist, die sich nicht therapieren
lässt" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Doch noch vor fünf Wochen,
als die Passauer Neue Presse erstmals von den neuen Vorwürfen gegen
Pfarrer Peter K. berichtete (Quelle siehe auch
http://www.gegensexuellegewalt.at/2007/07/kath-kirche-und-der-umgang-mit/), wiegelte der Generalvikar des Bistums
Regensburg, Michael Fuchs, ab. "Von dem Pfarrer gehe keine Gefahr für Kinder
mehr aus, hieß es" (PNP, 3.9.2007).
Deutliche Kritik übt Johannes Heibel sowohl an der Kirchenleitung als auch
an der Staatsanwaltschaft: "Der Priester kam im Jahr 2000 mit einem
Strafbefehl ohne öffentliche Verhandlung davon. Für mich sieht
das so aus, dass die Vertuschungspolitik der Kirche von der
Staatsanwaltschaft gedeckt wurde. Wäre der Täter zum Beispiel ein einfacher
Arbeiter gewesen und kein Pfarrer, dann wäre die Justiz sicher anders
vorgegangen." Und: "Die Macht der Kirche in Bezug auf unser Rechtssystem
ist nicht von der Hand zu weisen. Dafür gibt es auch Beispiele aus anderen
Bundesländern. Aber so ein Fall ist doch kein Kavaliersdelikt, den man unter
der Hand regeln kann" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Und
weiter: "Sexueller Missbrauch, begangen von einem Pfarrer, richtet oft noch
einen größeren seelischen Schaden an als sexuelle Gewalt vom eigenen Vater."
Aktualisierungen am 6.9. und 7.9.2007: Nach Recherchen des Magazins quer
(Bayerischer Rundfunk, 6.9.2007) gingen die Verbrechen des Pfarrers
in Riekofen über seinen einstigen Missbrauch in Viechtach hinaus. Und Opfer
seien diesmal nicht nur ein Ministrant, sondern mehrere, denen der
Amtsträger in Einzelgesprächen offenbar zunächst aus einem sexuellen
Aufklärungsbuch vorlas, bevor er zum Praktischen überging bzw. übergehen
wollte. In einer Erklärung des Pfarrgemeinderats Riekofen vom 6.9.2007
heißt es, es hätten zudem "zahlreiche versuchte sexuelle Übergriffe
stattgefunden" (z. B. Main-Post, 7.9.2007). Und mittlerweile
ist auch bekannt, dass der Regensburger Bischof Ludwig Müller bei der
Verleihung der Pfarrstelle an den pädophilen Priester gegen einen
Beschluss der deutschen Bischöfe verstieß, verurteilte Sexualtäter nicht
mehr im Gemeindedienst einzusetzen. Aus diesem Grund ist es auch
verständlich, wenn Johannes Heibel von der "Initiative gegen Gewalt und
sexuellen Missbrauch an Kindern" fordert: "Der Bischof muss hart bestraft
werden" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007).
Und mehr noch:
Der Pfarrgemeinderat Riekofen beklagt, dass der Priester während seiner
juristischen Bewährungszeit keineswegs nur im "Altenheim" eingesetzt wurde,
sondern bereits im Gemeindedienst.
Das Bistum habe sich auf ein "grausames Experiment mit den Seelen
unserer Kinder" eingelassen (z. B. Main-Post, 7.9.2007).
Dafür sollte der Bischof zumindest zurück treten.
Mehr dazu z. B. in der Passauer Neuen Presse:
http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-17207669&Ressort=bay&Ausgabe=&RessLang=bay&BNR=0
Doch leider ist es immer dasselbe, hundertfach, tausend- und zehntausendfach,
Ausnahmen nicht bekannt: Die Kirche fordert von ihren Priestern sexuelle
Enthaltsamkeit. Und während diese vordergründig immer wieder mit Worten wohlgeformte
und hohle Predigten
halten, werden hinter den Kulissen sexuelle Ausschreitungen und Verbrechen in
unübersehbarem Ausmaß praktiziert. Dabei verstecken sich die kirchlichen Würdenträger
in der Öffentlichkeit hinter ihren festlichen Gewändern. Und was wird
darunter und dahinter nicht alles verborgen? Und hierzu schweigt die Kirche, vertuscht
und spielt herunter, so weit das irgendwie möglich ist.
"Die Kirche arbeitet mit allen Tricks", so der Leiter der Initiative
gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch, Johannes Heibel
(Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007).
Deshalb kann sich der Bürger nur noch selbst helfen, was z. B. auch
bedeutet: Die Kinder schützen und nicht mehr in die Kirche schicken und
auf jeden Fall von Priestern fernhalten. In der Diözese Los Angeles
waren die Kinder z. B. in 75 % aller Pfarreien in mittelbarem oder
unmittelbarem Kontakt mit Sexualverbrechern, meist den Priestern selbst
(siehe unten).
In Deutschland gibt es noch keine so detaillierten Zahlen.
Doch auch hier müsste einiges geschehen, z. B. ein Handeln des
Gesetzgebers. So könnte z.
B. das Jugendschutzgesetz dahin gehend erweitert werden, dass der
römisch-katholischen Kirche grundsätzlich untersagt wird, Ministranten unter
18 Jahren zu beschäftigen, weil die Gefahr für die Jugendlichen und
Kinder, sexuell missbraucht zu werden, einfach zu groß ist.
Doch auch wenn von einer bestimmten Anzahl von Priestern keine sexuelle
Bedrohung für Kinder ausgeht, so droht ihnen durch den Priester
auf jeden Fall eine Gottesvergiftung durch die kirchlichen Lehren (siehe
dazu auch Der Theologe Nr. 18).
17.9. / 18.9.2007 -
Schweigegelder der Kirche, um pädophilen Priester zu schützen. Dieser nutzt
die Deckung für neue Verbrechen - Die Sexualverbrechen an Kindern in
Riekofen in Bayern hätten leicht verhindert werden können. Doch das Bistum
Regensburg startete stattdessen ein "grausames Experiment mit den Seelen von
Kindern" (Pfarrgemeinderat Riekofen) (siehe
hier) und drehte seither an der
Wahrheit, dass sich die Balken biegen.
Die Fakten:
Mittlerweile scheint klar, dass der Priester die Ministranten "einzeln
eingeladen und aus einem Sexualkundebuch vorgelesen" habe (Der Spiegel
Nr. 38/2007). "Dann habe der Priester die Jungs oft gefragt, ob sie
schon einmal Sex hatten. Anschließend soll er zudringlich geworden sein.
´Die Übergriffe`, mutmaßt der Vater [eines Jungen], ´waren wohl wesentlicher
schlimmer als das Geschehen in Viechtach [wo der Priester einem Neunjährigen
an das Geschlechtsteil fasste und einen Zwölfjährigen dazu brachte, sich vor
ihm nackt auszuziehen]. 100 Kinder sind jetzt Zeugen und sollen die
"Übergriffe" in Riekofen bzw. mögliche Versuche dazu jetzt genauer
schildern.
|
Es ist genug. "Es könnte einer der schlimmsten Sex-Skandale in der deutschen Katholischen Kirche werden." (Spiegel online, 17.9.2007) |
Vertuschungen, Schweigegelder, Verdrehungen der Wahrheit (=
Lügen) der Kirchenoberen:
Die Opfer des
Priesters in Viechtach [dem vorausgehenden Dienstort des Priesters] bekamen
insgesamt 6.500 DM Schweigegeld vom Bistum.
Dafür gehen die Eltern
nicht zur Polizei, sondern lassen das Bistum die Vergehen "intern regeln".
Eine schriftliche
Zusicherung, dass der Priester nicht wieder mit Jugendlichen arbeiten wird,
bekamen die Eltern der Opfer ausdrücklich nicht: Eine solche Zusicherung könne "nicht
gutgeheißen werden", doch der künftige Einsatz werde "erst aufgrund einer
sorgfältigen Entscheidung erfolgen," so die Erklärung des Bistums an die
Eltern (Der
Spiegel Nr. 38/2007).
Auch einen Vorbehalt
einer evtl. späteren Anzeige wies das Bistum zurück: "Da der künftige
seelsorgerliche Einsatz von Herrn K. allein im Kompetenzbereich des
Bischöflichen Ordinariats verbleiben soll, wobei bei Art und Zeitpunkt des
Einsatzes die Vorfälle berücksichtigt werden, können wir es nicht
akzeptieren, dass ... eine Anzeige vorbehalten bleibt." Das heißt: Die 6.500
DM gab es nur nach Unterschrift der Eltern unter diese Bedingung.
Da der Priester dann aber von einem Mitwisser angezeigt wurde, kam es zu
einer Bewährungsstrafe (siehe hier),
welche die Kirche im Lebenslauf des Würdenträgers dann allerdings vertuschte,
indem man einfach den Dienstort, an dem es passierte, aus dem Lebenslauf
strich.
"Die Kirche habe erst
eine vierjährige Therapie abgewartet, bevor K. wieder in die Nähe von
Kindern eingesetzt wurde, sagte Bistumssprecher Jakob Schötz noch vergangene
Woche" (Der Spiegel Nr. 38/2007). Doch Tatsache ist: Zwar setzte man
ihn sogleich schwerpunktmäßig im Altenheim ein, doch nur wenige Monate (!) nach
Beginn der dreijährigen "Bewährungszeit" firmte der Priester im Frühjahr
2001 bereits aushilfsweise die Kinder in Riekofen und segnete "dabei mindestens einen
Jungen, der laut Zeugenaussagen zu seinen späteren Opfern zählen sollte."
Und bereits von hier an, also ab 2001, hatte der pädophile Priester in
Riekofen wieder die Kinder im Visier und begann mit der
"Ministrantenarbeit". Schließlich wurde der Priester von Bischof Gerhard
Ludwig Müller nach der "Bewährungszeit" als ordentlicher Priester von
Riekofen eingesetzt, obwohl die Deutsche Bischofskonferenz den Gläubigen
und der Gesellschaft versprochen hatte, verurteilte Sexualstraftäter nicht
mehr als Seelsorger für Kinder einzusetzen. Der Bischof von Regensburg hielt
sich jedoch nicht daran. Und so wurde es dem pädophilen Priester leicht
gemacht, wieder seinen sexuellen Vorlieben nachzugehen: "Überhaupt bemühte sich der junge Kirchenmann rührend um die
Jugend ... schaffte es, rund 100 Schüler aus der Gemeinde als Ministranten
zu werben" (Der Spiegel Nr. 38/2007). Und auch bei dem Gutachten, das nach kirchlicher Rechtfertigung angeblich die "Heilung"
des Priesters behauptete, handelte es sich nur um eine Stellungnahme des
persönlichen Therapeuten des Priesters.
Die Mutter der in
Viechtach missbrauchten Jungen hat "die Kirche in Regensburg" "mehrfach"
"vor so etwas gewarnt", nachdem sie die Schweigevereinbarung unterzeichnet
hatte. Doch die Kirche vertuschte und verharmloste, was das Zeug hielt und
setzte sich nach Zahlung der 6.500 DM selbstherrlich über alle Warnungen
hinweg.
Man wird sehen, wie sich der Bischof und seine Leute diesmal
wieder aus der Situation herauszuwinden versuchen. Zu bedenken ist hierbei
auch, dass die Kirchenmitglieder ja Kirchensteuer zahlen und
obendrein Spenden an die Kirche geben. "Für wo am Nötigsten"
heißt es oft bei der Zweckbestimmung von Spenden an die Kirche. Damit
hätte man wohl im Ernstfall genügend Spielraum für weitere Schweigegelder
oder Schmerzensgelder.
PS: Erst im Sommer 2004 wurde bekannt, "dass ein Pfarrer in
Falkenberg [im Bistum Regensburg] über einen Jungen hergefallen war. Die
Eltern des Opfers wandten sich an das Bistum, wurden aber nach eigenen
Aussagen hingehalten. Erst als sie dann doch zur Polizei gingen, wurde der
Priester aus dem Verkehr gezogen" (Der Spiegel Nr. 38/2007).
Deshalb der Aufruf: Sofort zur Polizei gehen und sich nicht
mitschuldig an den Vertuschungspraktiken der Kirche machen (auch
nicht gegen Schweigegeld). In der Diözese Los Angeles/USA waren zuletzt
in 75 % aller Kirchengemeinden Sexualstraftäter tätig, meist die Priester
selbst.
Deshalb die weiteren Aufrufe: Ministrieren soll vom Gesetzgeber im
Jugendschutzgesetz erst ab 18 Jahren
erlaubt werden. Und: Kinder sollten gar keinen unmittelbaren Kontakt zu
Priestern haben oder nur in Begleitung Erwachsener.
Aktualisierung: Die Vertuschung geht weiter; siehe z. B.
http://www.fnweb.de/nachrichten/politik/20070921_srv0000001490516.html
21.9.2007 -
Verhöhnung: Bischof Gerhard Ludwig
Müller vergleicht verfehlte Personalpolitik mit Jesus von Nazareth
- Bischof Gerhard Ludwig Müller, der gegen
die "Leitlinie" der Deutschen Bischofskonferenz verstoßen hatte und entgegen
dieser "Linie" einen verurteilten Sexualstraftäter an Kindern wieder im
Gemeindedienst mit Kindern eingesetzt hatte, wäscht seine Hände in Unschuld.
Mehr noch: Er vergleicht sich mit Jesus von Nazareth. Der Bischof wörtlich:
"Wenn Jesus auch den schlimmsten Sündern verziehen hat, wie konnte man
dem Pfarrer da eine zweite Chance versagen?" (Spiegel online, 21.9.2007)
Hier wird Jesus, der Christus, einmal mehr verhöhnt. Denn:
Die Jünger und Nachfolger von Jesus sind keine praktizierenden Pädophilen -
im Unterschied zu Tausenden von katholischen Priestern.
Jesus von Nazareth hat keine Verbrechen vertuscht wie die römisch-katholische
Kirche, sondern er hat die Menschen zur aufrichtigen Reue geführt, im
Einzelfall auch öffentlich. Und wer ehrlich bereut und die Geschädigten um
Vergebung gebeten hatte, dem sagte er: "Gehe hin und sündige hinfort nicht
mehr". Nach echter Reue und ehrlicher Vergebungsbitte muss man jedoch im
katholischen Pädophilen-Sumpf lange suchen. Meist ging es darum, die Vergehen
mit Biegen und Brechen zu verharmlosen bzw. durch Schweigen auszusitzen, evtl.
mit der Hilfe von Schmerzens-, bzw. Schweigegeld. Zudem wurden die Opfer immer
wieder eingeschüchtert.
Eine "zweite Chance" hätte aus katholischer Sicht sein können, den
vorbestraften Priester nicht mehr im Gemeindedienst einzusetzen, sondern
anderweitig. Doch der Bischof setzte den Straftäter ausgerechnet in dem
Bereich wieder ein, in dem er straffällig geworden ist, und er ließ es zu, dass
der Priester dort sogar seinen Tätigkeitsschwerpunkt setzte. Und bei alledem
stellte der Bischof ihm weder eine in das Vergehen eingeweihte Aufsichtsperson
zur Seite, noch schaute man dem Täter selbst hin und wieder auf die Finger, was
wenigstens ein Minimum an Vorsichtsmaßnahmen gewesen wäre. Für dieses grob
fahrlässige eigene Fehlverhalten (ob es bereits als kriminell gelten könnte,
müssten die weltlichen Richter entscheiden) Jesus von Nazareth zu missbrauchen,
ist schäbig.
Bischof Müller wähnt sich in dieser Personalsache im Bund mit Jesus. Doch der
Mann aus Nazareth hätte niemals einen vorbestraften Sexualtäter mit pädophiler
Neigung (über deren "Heilungs"-Chance auch Psychologen sehr skeptisch urteilen)
in seinem Namen unbeaufsichtigt auf Kinder losgelassen. Sondern Jesus war hier
sehr drastisch: "Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum
Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein an den Hals
gehängt und er ins Meer geworfen würde" (Markus 9, 38).
PS: Aus sehr vielen Prozessen gegenüber pädophilen Sexualverbrechern im
Priestergewand ist bekannt, dass die Opfer durch die Taten auch ihren Glauben an
Gott verloren hatten.
Aktualisierung: Priester zu drei Jahren Haft verurteilt / Justiz
und Bischof kritisieren sich gegenseitig; siehe z. B.
http://www.br-online.de/bayern1/mittags-in-niederbayern-und-der-oberpfalz/riekofen-regionalnews-prozess-ID1205232408718.xml?_requestid=135428.
http://www.haz.de/newsroom/weltimspiegel/zentral/weltimspiegel/art699,547814,2
Mehr zu den Vorgängen in Riekofen siehe hier.
Und: Wie können Eltern ihre Kinder schützen - Lesen Sie
hier
Grundsätzlich: Die Kirche kann sich gerne römisch-katholisch nennen. Doch
sie sollte bei all´ ihrem Treiben und Tun wenigstens Jesus von Nazareth aus dem
Spiel lassen. Denn nicht nur das Fehlverhalten ihrer Würdenträger widerspricht
Jesus, dem Christus. Auch die offizielle römisch-katholische Lehre (siehe z.
B. Der Theologe Nr. 18) hat nichts mit Jesus zu
tun. Außerdem hatte Jesus niemals Priester gewollt, die sich mit speziellen
Gewändern vom Volk abheben möchten, auf Kanzeln stehen oder auf einem äußeren
Altar Zeremonien praktizieren. Jesus war ein Mann des Volkes, nicht der Kirche.
Das kirchliche Brimborium und Schaugepränge stammt demgegenüber aus den antiken
Götzenkulten.
17.4.2008 - Der Schmutz hinter den
festlichen Gewändern - Papst "schämt sich" für ca. 5.000 pädophile Verbrecher im
Priestertalar in den USA. Doch keine Vergebungsbitte -
Es ist
wie immer. 13.000 Kinder wurden in den USA Opfer von ca. 5.000
römisch-katholischen Priester, und der Papst empfinde darüber "tiefe Scham" und
kündigt Entlassungen von pädophilen "Hochwürden" und Hilfe für die Opfer an.
Doch den Satz "wir bitten alle Opfer um Vergebung" hat er einmal mehr nicht
gesagt. Zudem weist auch der Opfer-Verband Snap (Suvivors Network of
those Abused by Priests = "Überlebenden-Netzwerk von denen, die von
Priestern missbraucht wurden") darauf hin, dass z. B. noch immer "hunderte
Bischöfe willentlich und wiederholt" Gemeindemitglieder hintergingen, gegenüber
der Polizei schwiegen und Kinder weiter Risiken aussetzten (Spiegel online,
17.4.2008).
Betty Ianny, heute 50 Jahre alt und früher eines der Missbrauchsopfer,
kritisiert deshalb auch den Papst: "Er spricht davon, Scham zu empfinden, doch
das ist himmelschreiend weit entfernt von der Scham, mit der Opfer ihr ganzes
Leben leben müssen."
Die Kirche hatte zwischen 1980-2002 ca. eine Milliarde Dollar an sexuell
missbrauchte Kinder und Jugendliche und ihre Angehörige bezahlt, wenn diese
schweigen. Seit 2002 folgten immerhin weitere zwei Milliarden Dollar an
Entschädigungszahlungen. Doch für viele Opfer kommen diese Gelder zu spät.
Eine kleine Gruppe Demonstranten hielt ein Plakat mit Fotos von 60 Kindern aus
ihrer Umgebung hoch. Ca. ein Viertel der Fotos hatten einen schwarzen Rand.
Die jungen Menschen hatten Selbstmord begangen. Ihnen droht nach
römisch-katholischer Lehre zudem eine "ewige Hölle" (siehe
Der Theologe Nr. 18). Die pädophilen Priester
kämen später jedoch in den Himmel, wenn sie korrekt römisch-katholisch glauben.
6.10.2008 -
Mehrfache Vergewaltigung eines 12-Jährigen -
Katholischer Priester und Ex-Jugendpfarrer zu drei Jahren und neun Monaten Haft
verurteilt - Opfer brach 14 Jahre später zusammen -
In der
schier unendlichen Liste von Sexualverbrechen von Pfarrern an Kindern wird jetzt
wieder eine Tat strafrechtlich gesühnt. Der heute 67-jährige Horst G.,
ehemaliger langjähriger Priester von St. Franziskus in Bottrop-Welheim, darf
seinen nächsten runden Geburtstag vermutlich hinter Gittern feiern. Er hatte in
den 90-er Jahren als Priester einen damals 12-jährigen Jungen mindestens zehnmal
sexuell missbraucht. Angeklagt waren 15 Fälle. Tatort war jeweils das
Schlafzimmer des Pfarrers im Pfarrhaus. Der Verurteilte arbeitete zeitweise auch
als Stadtjugendseelsorger in Gelsenkirchen.
"Das Opfer des Pfarrers erinnert sich, dass seine schulischen Leistungen
abfielen. Er sei auch aufsässig geworden, sagt der [heute] 26-Jährige. Als er
sich jetzt bei der Polizei offenbarte, brach er zusammen, musste in die Klinik"
(Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 22.9.2008). Auch an einigen seiner Geschwister
soll sich der Priester vergangen haben.
Mehr dazu hier:
http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/rhein-ruhr/2008/9/22/news-78544493/detail.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bottrop/2008/9/22/news-78552449/detail.html
http://www.kreuz.net/article.7294.html
29.9. / 17.10.2008 / 25.11.2009 -
Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester aus Freiburg wegen 101
Straftaten verurteilt / In der Rechtsgeschichte beispiellos mildes Urteil
wegen Geständnisses, das der Priester ein Jahr später aber widerruft / Priester
bringt nun seinerseits Opfer auf die Anklagebank / Innerkirchliches Verfahren
wird verschleppt / "Bischof, wo bist du?" / Opfer des Priesters fordern
Wiedergutmachung von Erzdiözese -
(zur Aktualisierung dieser Meldung siehe
unten) Wegen zahlreicher Verbrechen stand in
Freiburg ein 39jähriger römisch-katholischer Priester vor Gericht. Ihm wurde
unter anderem "Erpressung, Betrug, Untreue, Nötigung und Körperverletzung in
insgesamt 101 Fällen vorgeworfen" (swr.de, 29.9.2008; siehe auch:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,581128,00.html). So hat er
z. B. im Jahr 2005 Spenden für die Kirche gesammelt, das Geld aber
für sich behalten. Auch die Erzdiözese Freiburg
habe er finanziell betrogen, dazu vier Privatpersonen. Der Priester pflegte
einen aufwändigen Lebensstil und hatte mehrere Geliebte, lebte jedoch
offiziell im Zölibat. Seine Haupt-Geliebte vor Gericht: "Ich wusste, dass er
andere Frauen hatte. Manchmal hat er ihnen Liebesnachrichten geschrieben,
sie versehentlich auf mein Handy geschickt" (Bild, 4.10.2008). Der
Priester habe seine Partnerin zudem "körperlich misshandelt,
bedroht und systematisch unter Druck gesetzt". Und: "Wenn
er aggressiv wurde, ging sein erster Griff an den Gürtel. Mit dem schlug er
mich."
In der Konsequenz der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre beider Großkirchen
aus dem Jahr 1999 gilt laut der Zeitschrift Das Weisse Pferd:
"Die Kirchen
und jeder kirchlich Gläubige dürfen sich ... des Heils geschenkweise gewiss
sein, ganz gleich, wie viel Verbrechen von ihnen zu verantworten sind und ob
diese alle bereinigt sind" (http://www.das-weisse-pferd.com/98_15/oekumene.html).
In der Bibel steht jedoch: "Was der Mensch sät, das wird er ernten"
(Galater 6, 7).
Das Urteil am 17.10.2008 erfolgte schließlich nach "einer Absprache der
Prozessparteien" (Fränkische Nachrichten,
18.10.2008). Der Würdenträger gesteht alles und verspricht hier und da
Wiedergutmachungen. Dafür wird er wegen vielfachen Betrugs und Körperverletzung
nur zu einer beispiellos milden Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.
Mit diesem Urteil in
der Tasche ließ er dann ca. ein Jahr später die Bombe platzen. Er widerrief
Teile seines Geständnisses und seiner Reue und ging nun gegen sein damaliges
Hauptopfer vor.
Hintergrund: Die traumatisierte Frau hat "offen und selbstkritisch" ein
anonymisiertes Buch unter dem Titel Bischof - wo bist du? geschrieben, um
ihre Leidensgeschichte mit der Kirche aufzuarbeiten: "Von
ihrer Entdeckung, dass sie nicht die einzige Geliebte des römisch-katholischen
Geistlichen war. Von ihren Erfahrungen mit der Kirchenhierarchie" (Badische
Zeitung, 30.10.2009). Dagegen ging der Priester nun vor und stoppte vorerst
die Auslieferung des Buches. Weiterhin hat er seine Hauptgeliebte vor dem
Oberlandesgericht Karlsruhe jetzt seinerseits verklagt. Die Badische Zeitung
veröffentlichte ihren Artikel dazu unter der Überschrift: "Verurteilter Priester will sein Opfer vor Gericht bringen"
(http://www.badische-zeitung.de/freiburg/verurteilter-priester-will-sein-opfer-vor-gericht-bringen).
Angesprochen auf die innerkirchlichen Maßnahmen gegen den "Serientäter" im Talar
erklärte der Generalvikar der Diözese Freiburg, Fridolin Keck: Das kirchliche Verfahren gegen den verurteilten Priester sei
"unmittelbar nach Abschluss des Strafverfahrens vor dem Landgericht Freiburg,
Anfang Dezember 2008, eröffnet worden" (31.10.2009,
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/generalvikar-ist-verwundert).
Laut Erzbistum hänge dieses Verfahren aber "von der Kooperationsbereitschaft der
Beteiligten ab, die jedoch nicht erzwungen werden könne".
Die Badische Zeitung hatte auch an anderer kirchlicher Stelle
nachgefragt und schreibt weiter:
"Das vom Dienstherrn des Priesters gegen
diesen angekündigte kirchliche Verfahren, so der zuständige Offizial Stephan
Burger, ´läuft noch`. Nach anderen Quellen ist es indes angeblich noch gar nicht
eröffnet"
(30.10.2009). Der
Priester ist also weiterhin mit allen Rechten im Amt.
Der Sachverhalt
wirft auch seine Schatten auf ein anderes laufendes Verfahren, das gerade beim
Verwaltungsgericht Freiburg gegen das Erzbistum anhängig ist. Dem Bistum soll
sich zwar weiterhin "katholisch" nennen dürfen, aber nicht mehr "christlich" -
aufgrund der vielen Widersprüche und Gegensätze zu Christus zu seiner Lehre
(siehe hier).
Aktualisierung: Opfer fordern
von Kirche Wiedergutmachung - Der Spiegel schreibt in seiner
Druckausgabe Nr. 48/2009 über den Priester Frank B. unter anderem wie
folgt
(Zitate aus Der Spiegel,
verbindende Bemerkungen von uns):
- "Mal schenkte er einer Freundin einen Audi, mal gönnte er sich selbst für über
70.000 Euro einen Mercedes-Benz, mal ließ er sein Appartement mit teuren Möbeln
ausstatten." Um seinen Lebensstil zu finanzieren, "erschwindelte er sich hohe
Kredite von seiner Kirche".
- "Die Ex-Geliebte Gudrun Eigner und ihre Tante fordern vom Bistum jenes Geld
zurück, das Frank B. ihnen abgeluchst hat, um seine Schulden bei der Kirche zu
begleichen ... Gudrun Eigner verkaufte ihr Haus auf Drängen von B. ... und
überwies aus dem Erlös mehr als 80.000 Euro an die Erzdiözese." Doch das Geld
reichte dem Pfarrer nicht, und er nötigte deshalb Gudrun Eigner, ihm noch mehr
Geld zu besorgen. Diese wandte sich darauf hin Hilfe suchend an ihre Tante. "Um
ihrer Nichte zu helfen, gewährte die Tante ihr ein zinsloses Darlehen von 83.000
Euro." Der Pfarrer legte zu diesem Zweck die Tante zuvor herein, indem er "in voller geistiger Montur"
behauptete, ihre Nichte "könne nicht mit Geld umgehen" und er habe "es sich als
Pfarrer zur Aufgabe gemacht, deren Vermögensverhältnisse zu ordnen." Die
Tante fiel auf den kriminellen Würdenträger in Ausübung seines seelsorgerlichen Amtes im Dienste
der Erzdiözese Freiburg herein. Und das Geld kam deshalb gar nicht bei der
Nichte an, "sondern landete gleich auf dem Konto des Pfarrers, der damit den
noch offenen Posten bei der Kirche bezahlte. Den Rest verwendete er für sich
selbst."
- "Im Prozess stellte sich heraus, dass der Pfarrer auch andere Frauen um Geld
geprellt hatte, wenn auch um kleinere Beträge."
- Jetzt gewährte die Kirche ihrem Priester immerhin ein neues Darlehen in Höhe
von 40.000 Euro, womit der Priester einen Teil seiner Schuld bei Gudrun Eigner
zurückzahlte. "Für die geprellte Tante fühlt sich das Erzbistum indes ´nicht
zuständig`, ließ Erzbischof Zollitsch ... mitteilen. "In einem Brief
appellierte die Tante
[deshalb]
an ´Moral und Anstand` des Oberhirten, ´das von uns
erpresste Geld, das Ihnen zugeflossen ist, zurückzuerstatten ... Zumal sie
auf die 83.000 Euro als Alterssicherung angewiesen sei." Doch die Kirche zahlt
es nicht zurück. Der inzwischen beurlaubte Pfarrer jedoch "werde vom
Kirchensteuerzahler mit monatlich 1600 Euro versorgt".
Unsere Kommentierung: Die beiden
Großkirchen erhalten pro Jahr von allen deutschen Steuerzahlern über 14
Milliarden Euro an staatlichen Subventionen, z. B. für Bischofsgehälter und
Gehälter von anderen höheren Amtsträgern. Die Tante von Gudrun Eigner bleibt
dabei jedoch auf der Strecke.
7.1.2009 -
HIV-positiver römisch-katholischer Jugendpfarrer
missbraucht 15-Jährigen / Priester vergewaltigte auch Tiere -
Ein
weiterer schwerer Skandal erschüttert die römisch-katholische Kirche in den USA. Der
Jugendpfarrer von Shelbyville in Kentucky (47) missbrauchte regelmäßig einen
15-jährigen Jugendlichen, der ihm anvertraut war. Der Priester ist zudem
HIV-positiv und verschwieg offenbar seinem Sex-Opfer die Infizierung. In diesem
Zusammenhang kam auch heraus. Der
Würdenträger vergewaltigte auch Tiere und wird jetzt auch wegen "Sodomie"
angeklagt (Bild, 7.1.2009).
12.11.2009 -
Kinder nach harmlosen Beichten von Pfarrern vergewaltigt
- Verbrechen durch die Kirche in der Bundesrepublik Deutschland
- Erst ganz
allmählich wird aufgearbeitet, was in den kirchlichen Heimen in den 50er-,
60er-, 70er-, und teilweise auch 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts geschah. Die
Frankfurter Rundschau schreibt z. B. am 12.11.2009: "Heimkinder
mussten damals in den hessischen Horror-Häusern im Nachthemd stundenlang im
zugigen Flur stehen, sich von einer Nonne in eine eiskalte Badewanne tunken
oder vom Pfarrer nach einer harmlosen Beichte vergewaltigen lassen. Sie leiden
bis heute. Ihre Leben sind weitgehend ruiniert."
25.11. / 5.12.2009 -
Massenhafte Vergewaltigungen und sexuelle Missbräuche von Kindern durch
katholische Priester weltweit - Eine weitere Spitze des Eisbergs:
Diözese
Fairbanks/USA zahlt jetzt 10 Millionen Dollar Entschädigung an ca. 300
Opfer.
http://www.focus.de/politik/ausland/missbrauchsopfer-us-bistum-zahlt-millionen-entschaedigung_aid_457258.html
Die eher niedrige Summe steht damit in Verbindung, dass die Diözese sich als
"insolvent" betrachtet. Der römisch-katholische Orden
Christian Brothers aus
Irland
hat jetzt 161 Millionen Euro für Opfer von jahrzehntelange
Kinderschänder-Verbrechen angeboten,
die heute noch leben. Mittlerweile ist ein neuer Report in Vorbereitung. Dieses
Mal geht es um die Kinderschänder-Verbrechen von Priestern der Erzdiözese
Dublin, der größten des Landes (http://de.news.yahoo.com/2/20091125/tts-irischer-orden-will-161-millionen-eu-c1b2fc3.html)
Vertuschung: Der Herr (Kirche) ist nicht besser als sein Knecht
(Politiker)
- Während in Deutschland gerade der
Vertuschungsskandal der Bundeswehr in
Afghanistan für Aufsehen sorgt, wurde in Irland ein neuer
Untersuchungsbericht veröffentlicht: Der Nordbayerische Kurier
schreibt am 27.11.2009: "Katholische Kirche vertuschte Missbrauch - Staat
schaute weg"
(http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/1285759/details_8.htm).
Im Artikel heißt es: "Die erschreckenden Vorgänge wurden demnach
vertuscht, weil den Oberen der Ruf der Kirche wichtiger war als das Wohl der
Kinder, die eigentlich im Namen Jesu unter ihrem Dach erzogen und betreut werden
sollten. Statt die Polizei bei Missbrauchsvorwürfen gegen Priester
einzuschalten, versetzte die Kirchenleitung die kriminellen Geistlichen in
andere Gemeinden. Vier Erzbischöfe gaben dem Bericht zufolge ihre
erschreckenden Informationen nicht weiter." Und daran scheint sich bis heute
nichts geändert zu haben. Der Bericht dokumentiert, wie die pädophilen Priester
Hunderte von Übergriffe auf "wehrlose Kinder" durchführten. "Der Chef der
irischen Polizei, Fachtna Murphy, entschuldigte sich für das damalige Versagen
der Ermittler."
28.11.2009 -
Es ist mehr als
genug: Pädophile Priester vor Strafe geschützt und stattdessen innerkirchlich
befördert
- Untersuchungsbericht des Justizministeriums in Irland. Die
Neue Zürcher Zeitung schreibt:
"Daraus geht klar hervor, dass die
Kirchenführung im Zeitraum zwischen 1975 und 2004 systematisch ihre Priester vor
strafrechtlichen Konsequenzen schützte und sie bei erwiesener Pädophilie sogar
noch beförderte. Der Kontakt dieser Priester mit Kindern wurde nicht
unterbunden." Weiterhin wird enthüllt, "dass die Erzdiözese 1987 eine
Versicherungspolice gegen Schadenersatzforderungen von Opfern abgeschlossen
hatte" (27.11.2009). Während im letzten Untersuchungsbericht, dem
Ryan-Report, "die brutalen Vergehen und ihre unfassbare Zahl im Zentrum standen,
ging es diesmal um die Vertuschung durch Kirche und Staat", wobei es allein in
der relativ kleinen Diözese Dublin um 180 beschuldigte bzw. zu einem großen Teil
schon überführte Priester geht, was ja noch nicht alle sind.
Und wer diese Kirche als Mitglied mit seinen Steuern unterstützt, ob in Irland,
in Deutschland oder anderswo, der macht sich an diesen Verbrechen mitschuldig,
genauso wie es der Seher Johannes in der Bibel voraus geschaut hat, weswegen er
die Menschen aufrief: "Tretet aus von ihr mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an
ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen (Offenbarung 18, 3-4).
PS: Wann wird in Deutschland der erste Report des Justizministeriums
erscheinen? Oder soll er gezielt verhindert werden?
28.12.2009 -
Irland:
Vergewaltigung von Kindern durch Priester "an der Tagesordnung" -
"Tausende" Kinder als Opfer / Vier Bischöfe zum Rücktritt gezwungen /
Auch Rücktrittsforderungen gegen den Papst
- Es sind keine "bedauerlichen Einzelfälle" von "Söhnen und Töchtern der
Kirche", welche der Sünde noch nicht vollständig entsagt haben, wie es
in kirchlichen Erklärungen manchmal sinngemäß heißt. Sondern: In der
Erzdiözese Dublin in Irland waren die Vergewaltigungen von Kindern "an
der Tagesordnung", also vielfach das Übliche. "Über hundert" pädophile
Priester begingen im seelsorgerlichen Dienst von 1975-2004 allein in
dieser einen Diözese aktenkundig ungestraft ihre
Kinderschänder-Verbrechen. Bei Entdeckung erfolgte Versetzung, ohne dass
im neuen Seelsorgebezirk des Verbrechers die "Kinder beschützt wurden".
Die staatlichen Behörden wurden entweder nicht verständigt oder, wo sie
verständigt wurden, schwiegen auch sie "autoritätsgläubig" im
Angesicht der Macht
der Kirche (Der Tagesspiegel, 28.12.2009), so dass immer mehr
Seelen von Kindern "zerstört" werden konnten.
Und wegen dieser gezielten
Vertuschungs-Politik von Kirche und Staat kann auch davon ausgegangen
werden, dass längst noch nicht alle Verbrechen ans Tageslicht gekommen
sind. Der Papst feilt derweil an ausgeklügelten Worten zu den
Verbrechen, was natürlich einige Zeit in Anspruch nimmt. Ein geplanter
"Hirtenbrief" ist deshalb noch nicht erschienen. Missbrauchsopfer haben
für diesen "langen Atem" des Vatikan wenig Verständnis und werfen dem Papst vor,
er betrachte die Aufdeckung "teilnahmslos". Vier von fünf Bischöfen
mussten bereits zurück treten. Der Sprecher des Vatikans Federico Lombardi versucht derweil, die Verbrechen anderweitig herunter zu
spielen. Es sei "das besondere Problem eines einzelnen Landes". Doch was
ist dann mit den USA? Was mit den anderen Ländern, in denen derzeit ein
Verbrechen nach dem anderen aufgedeckt wird?
Oder mit den 23 Ländern, in
denen z. B. systematische Vergewaltigungen von Nonnen durch Priester
und Bischöfe schon aktenkundig sind? Usw. usf. Wieso soll ein Priester, dem weltweit
eine Eheschließung verboten wird, eher ein Sexualstraftäter sein, wenn
er Ire ist? Das ist doch kein Problem des Landes Irland, wie der Vatikan
zu beschwichtigen versucht, sondern ein Problem der römisch-katholischen
Kirche weltweit. Irische Medien wehren sich deshalb auch gegen diese
kirchliche Taktik und berichten z. B. auch über zahllose Sex-Verbrechen von
Priestern in anderen Ländern.
Und
populäre Zeitgenossen wie die Sängerin Senead O´Connor fordern
auch den Rücktritt des Papstes.
6.1.2010 -
Kindsmissbrauch - Argentinischer Erzbischof und drittmächtigster
Katholik des Landes zu acht Jahren Haft verurteilt - Erst im
Juni wurde in Argentinien ein katholischer Priester und Leiter einer
Stiftung für Kinder wegen Kinderschänder-Verbrechen zu 15 Jahren Haft
verurteilt. In beiden Fällen haben die Opfer trotz der kirchlichen
Exkommunikations-Drohungen vor Gericht ausgesagt. Lesen Sie:
http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/erzsuende-eines-erzbischofs/
4.2. / 5.2.2010 -
Unzählige Seelenmorde - Zigtausende von Sex-Verbrechen von
Priestern an Kindern
-
Stern.de erinnert am 4.2.2010 anlässlich der
Kinderschänder-Verbrechen im Canisius-Kolleg in Berlin (mehr dazu in
Der Theologe Nr. 24a - Sex-Verbrechen in der
Kirche) nur an einige wenige der schlimmen
Fälle. Und es werden immer mehr:
http://www.stern.de/panorama/die-schlimmsten-faelle-kindesmissbrauch-in-der-katholischen-kirche-1540757.html
Doch die Kirche sitzt immer noch auf dem hohen
Ross und auf ihren Geldsäcken voll staatlicher Milliarden-Subventionen, spricht zehntausendfach von
"bedauerlichen Einzelfällen" ... Hier die Zusammenstellung von
stern.de, die nur einen kleinen Bruchteil der tatsächlichen
Verbrechen der Priester erfasst.
- Tausende von Kindern in Irland in der Obhut der Kirche als
Opfer sexueller Gewalt im 20. Jahrhundert. 300 neue Opfer zwischen 1975
und 2004. Der Staat hilft der Kirche und ihren verbrecherischen
Priestern und zahlt die 1,3 Milliarden Euro Entschädigung für die Opfer
überwiegend aus der Staatskasse.
- Italien: "67 ehemalige Absolventen einer katholischen
Taubstummen-Schule in Verona
werfen ihren ehemaligen Betreuern sexuellen Missbrauch vor. Unter Eid
nennen einige der Opfer die Namen von 24 Geistlichen und
Kirchenmitarbeitern."
- Kanada: Der römisch-katholische Priester Charles Sylvestre "hatte sich
schuldig bekannt, zwischen 1954 und 1985 insgesamt 47 Mädchen
sexuell missbraucht zu haben"
- "Ein Domkapitular in Bamberg soll sich zwischen 1978 und 1984 an
acht Schülern vergangen haben". Die Staatsanwaltschaft
nimmt keine Ermittlungen auf. Die Taten seien "verjährt" (PS:
Eines der Opfer brachte sich später um. Eine Verbindung zu dem
Verbrechen wurde wegen der Einstellung der Ermittlungen nichts
zweifelsfrei nachgewiesen). Siehe auch
hier.
- Schweiz, Juli 2008: "In dem Bistum Lausanne, Genf und Freiburg soll es
28 Fälle von sexuellem Missbrauch durch mehrere
Priester gegeben haben". Die Taten sind fast alle "verjährt".
- Australien: Tausende von Kindern als Sex-Opfer der Priester.
Bereits über 100 Priester und Verantwortliche der katholischen Kirche
rechtskräftig verurteilt.
- Kroatien: Jungen und Mädchen in einem Waisenhaus der Caritas in
Brezovica wurden Opfer von Sex-Verbrechen.
- Österreich, September 2004: "In der Diözese Feldkirch in Vorarlberg
wird zwei Kaplänen vorgeworfen, sich an mindestens zehn Jugendlichen
vergangen zu haben." Einer der Täter ist ein bekannter Fernsehpfarrer.
Die Taten sind verjährt, Ermittlungen wurden eingestellt.
- USA: Über Jahrzehnte haben Priester Tausende von Kindern sexuell
missbraucht. Erzbischof Bernard Law aus Boston tritt wegen
Vertuschung zurück. (Dabei hat er sich vermutlich nur an das
Geheimhaltungsgesetz des Vatikan gehalten.)
- Österreich 1995: Kardinal Hans Hermann Groer, Vorsitzender der
österreichischen Bischofskonferenz muss zurücktreten "wegen des Vorwurfs
sexuellen Missbrauchs an Jugendlichen". Er bittet um Vergebung, "wenn"
er dabei Schuld auf sich geladen habe.
Deshalb auch noch einmal an dieser Stelle. Die Päpste haben die
Geheimhaltungsgesetze für Kinderschänder-Verbrechen von Priestern beschlossen
und tragen auf diese Weise eine entscheidende Verantwortung dafür, dass sich die
Verbrechen im Geheimen immer mehr ausweiten konnten. Deshalb:
Papst Benedikt XVI., treten Sie zurück.
|
Anmerkung: Diese Meldung markierte erst den Anfang einer Welle von Kinderschänder-Verbrechen, welche vor allem in Deutschland im Winter und Frühjahr 2010 aufgedeckt wurden. Wegen der unfassbaren Fülle von Verbrechen, wurden einzelne Meldungen dazu nur in "Der Theologe Nr. 24 a" - Sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche dokumentiert. |
2.) Taufe, Glaube und das Grauen
Ereignisse ab 2005 chronologisch geordnet
8.3.2005 -
Tod durch
Erfrieren: Engagierte Lutheranerin brachte sich um und nahm ihre drei Kinder mit
-
Die Vize-Vorsitzende des evangelischen Kirchenvorstands von Groitzsch
bei Leipzig, Ulrike Bantle, galt als "Eckpfeiler" der lutherischen
Kirchengemeinde. Jetzt wurde sie mit ihren drei Töchtern erfroren in
einer Feldsenke aufgefunden. Neben den Toten lagen zwei Bibeln.
Hinsichtlich der Todesursache wird noch ermittelt. Unmittelbar vor dem Tod versuchte
Frau Bantle noch, mit dem Bürgermeister wegen der Sanierung der Kirche
Kontakt aufzunehmen. Auch die Kinder (4, 8 und 10 Jahre) kamen regelmäßig in
die evangelische Kirchengemeinde. Sie wolle sich ihrem Gott nähern, soll
die engagierte Lutheranerin kurz vor dem tragischen Ereignis einem
Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge gesagt
haben (4.3.2005).
Welches sind mögliche Hintergründe? Ihr Vorbild Martin Luther lehrte
z. B., dass der Mensch keinen freien
Willen habe - er werde entweder von Gott oder dem Teufel gesteuert, was
man an dessen Leben erkennen könne. Glaubte Frau Bantle vielleicht, sie
werde vom Teufel gesteuert und wollte sie womöglich deshalb ihrem Leben ein Ende
machen? Hierzu kann auf Martin Luther verwiesen werden, der davor warnte, sich
allzu sehr mit dem von ihm gelehrten Gott zu beschäftigen und zuviel
wissen zu wollen. Unweigerlich
stürze man nach Luther aus der Höhe seiner Spekulation ab, geht "zu
Boden", gerate in "sichere Verzweiflung", renne wie
gegen eine eiserne Mauer und breche sich auf jeden Fall den Hals. "Zuletzt habe sich die Frau immer stärker in das Studium der
Heiligen Schrift vertieft", bestätigt auch
Spiegel online
(7.3.2005). Die Kirche,
für die in der Bibel das verbindliche Wort Gottes steht, will mit dem Tod ihrer Mitarbeiterin jedoch nichts zu tun haben.
Wehe aber, ein Angehöriger einer religiösen Minderheit wäre unter
diesen Umständen tot aufgefunden worden! Die Kirche würde zur Hexenjagd blasen,
und die Minderheit müsste mit dem Allerschlimmsten rechnen. Bei einem
Täter aus den Reihen der Kirche traut sich aber offenbar keiner aus dem
Umfeld des Dramas, eine kritische Rückfrage zu stellen.
Das besonders
Infame bei den Berichten über die Familientragödie von Groitzsch: Obwohl
die Frau evangelisch-lutherisch war, verdächtigten die Inquisitoren der Kirche
kleinere Gemeinschaften, denen sich die Lutheranerin
vielleicht insgeheim genähert haben könnte. Die beargwöhnten Mormonen
mussten sich deshalb öffentlich rechtfertigen, dass sie nichts damit zu
tun haben.
Nach einem Leitspruch Martin Luthers gilt
auch: "Sündige tapfer, aber glaube
noch tapferer!" Hat die Kirchenangestellte mit diesem "Trost" ihre
Kinder umgebracht? Nach evangelischem Glauben kommt sie allein durch
Glauben und aufgrund ihrer Taufe dennoch sofort in den Himmel, was die
Hemmschwelle senkt, Böses zu tun. Diesen Unsinn glauben aber immer
weniger Menschen.
Näheres zu den Abgründen der lutherischen Lehre lesen sie bei:
http://www.theologe.de/theologe1.htm, einem fiktiven Gespräch
zwischen einem Journalisten und einem Theologen, dort u. a. in den Kapiteln
Rechtfertigung?,
Wer ist Gott? und Nicht die Bibel
allein.
5.8. / 15.8.2005 / 16.5.2006 -
Evangelische Kirchenchristin brachte neun
Säuglinge um - Evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) lenkt ab und
beschuldigt die DDR - Wie ist der Mord an neun Säuglingen durch
die eigene Mutter zu erklären? Brandenburgs evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm von der CDU,
ein ehemaliger General aus Westdeutschland, antwortet dazu in einem Interview mit dem
Berliner Tagesspiegel:
"Ich glaube, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung eine der
wesentlichen Ursachen ist für die Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft"
(zit. nach Spiegel online, 3.8.2005). Das Kirchenmitglied Jörg
Schönbohm antwortet dabei so, wie es im Laufe der Geschichte sonst immer die kirchliche Inquisition
praktiziert hatte: Die Fehler und Verbrechen der eigenen Kirche werden nach
außen auf andere projiziert,
und diese Außenstehenden werden dann dafür heftig bekämpft. So auch hier.
Zu den Einzelheiten:
Immer wenn Jörg
Schönbohm das Sonntagsläuten der Kirchenglocken hört, denkt er daran, "wie
ich mit meinen Kindern während ihrer Konfirmation in die Kirche ging"
(Berliner Morgenpost, 25.4.2004).
Daran denken vielleicht auch die Eltern der mutmaßlichen Neunfach-Mörderin
Sabine H.: "Oft gingen die Eltern mit den Töchtern zur Kirche", berichtete
die Presse (Bild, 2.8.2005). Es ist die evangelisch-lutherische
Martin-Luther-Kirche, deren Glocken heute wie damals in Brieskow-Finkenheerd
läuten. Der Vater von Sabine H. saß dort als Kirchenvorsteher sogar im
Leitungsgremium der evangelischen Gemeinde (Spiegel Nr. 32/2005), und die
heutige Pfarrerin Christiane Mantschew versicherte jetzt den Angehörigen von Sabine
H.: "Wir lassen euch auf diesem schweren Weg nicht
allein" (Antenne Brandenburg, 3.8.2005).
"Sabine
wurde von ihren Eltern sehr religiös erzogen. Sie waren sehr streng mit ihr
und ihrer Schwester Jutta", schreibt Bild nach Befragung ihres
Geliebten Bernd B. am 3.8.2005. "Deshalb hatte sie so ein großes Bedürfnis nach
Geborgenheit", so wörtlich die Aussage des Geliebten. Und eine
ehemalige Mitschülerin erklärt, dass Sabine sich "schon früh mit vielen Männern eingelassen
habe" (Spiegel online, 3.8.2005), womöglich, um dieses Bedürfnis
nach Geborgenheit zu stillen. So zumindest wäre eine nahe liegende
Schlussfolgerung - und nicht eine "von der SED erzwungene Proletarisierung"
der jungen Frau, wie das
der streitbare Kirchenmann von der CDU gern hätte, um die mögliche Mitverantwortung
seiner Kirche zu leugnen und die Tragödie einem politischen Gegner in die
Schuhe schieben zu können. Das Gegenteil ist nachweisbar. Denn die Familie von Sabine
H. war eine kirchliche Insel in der sonst vom Kommunismus geprägten
materialistischen Umwelt. "Die waren doch kirchlich, das war ein gutes
Elternhaus" und "die Sabine war doch als Kind so intelligent", so die
Nachbarin glaubhaft (Spiegel online, 3.8.2005).
Eine strenge kirchliche Erziehung steht im Katholizismus und im
Protestantismus zudem auf Kriegsfuß mit einer Empfängnisverhütung durch
Pille, Kondome und andere Verhütungsmittel. Auch dieses Thema spielt hier
eine Rolle: "Von Verhütung
hat sie nicht viel gehalten", sagte die Staatsanwältin Anette Bargenda über
die Täterin (Spiegel online, 3.8.2005). Und auch hier scheidet die DDR
als Verantwortliche für eine solche Lebenseinstellung aus. Denn die SED war
nicht gegen Verhütung. So fragt auch der Spiegel, ob vielleicht "der
verwerfliche Einfluss einer allzu christlichen Erziehung" als ein
möglicher Erklärungsansatz für die Tötungen taugen könnte (Nr. 32/2005). Hinzu kommt, dass die Morde bzw. Tötungen von 1988 bis
1999 erfolgten; davon also nur einer in der DDR und acht bereits unter CDU- bzw.
SPD-Regierungen der Bundesrepublik.
Der Innenminister und die
Säuglingstöterin haben auf jeden Fall eines gemeinsam. Sie gehören beide der evangelischen
Kirche an, sind also Glaubensgeschwister in der Tradition Martin Luthers.
Allein schon dieser Sachverhalt nötigt dazu, hier einmal näher hinzuschauen.
Und dabei stößt man auch auf wesentliche Teile der Lehre Martin Luthers, die
heute kaum mehr jemandem bekannt sind, die jedoch Auskunft darüber geben,
warum aus der Sicht Luthers solche grausamen Verbrechen passieren. Konkret:
Martin Luther lehnt die Willensfreiheit
des Menschen ab. Der Mensch sei entweder von Gott oder vom Teufel "besessen",
die jeweils als "Reiter" auf ihm sitzen und sein Verhalten
steuern. Wesentlich dabei nach Luther ist: Der Mensch könne aus eigener Anstrengung bzw. "Entscheidungsfreiheit"
nicht von einem zum anderen Reiter laufen oder denjenigen der beiden
Reiter abschütteln, der einen gerade beherrscht.
"Sondern die Reiter selbst streiten darum, ihn festzuhalten und zu besitzen"
(Martin Luther, Vom geknechteten Willen, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften WA 18, S. 637, 7-22).
Und noch heute ist die evangelische Lehre von diesen Aussagen geprägt. Denn
bis heute lehrt die evangelisch-lutherische Kirche verbindlich, dass der Mensch
in den heilsnotwendigen Glaubensfragen in diesem Sinne keine
Entscheidungsfreiheit habe (Augsburger Konfession CA XVIII), was
viele Menschen in tiefe Verzweiflung stürzen kann (Näheres lesen Sie dazu in
"Der
Theologe Nr. 1": Wer folgt Luther nach und wer folgt Christus nach?).
Eine Entscheidungsfreiheit wird also nur für kleinere, nicht heilsnotwendige
Bereiche anerkannt.
Was könnte dies mit den Kindstötungen an der Oder zu tun haben? Folgende
Schlussfolgerung ist denkbar: Wer als Kind oder Jugendlicher mit einem solchen Glauben aufwächst oder damit in
Berührung kommt, der steht
zumindest in Gefahr, die Verantwortung für das eigene Leben und für das
Leben anderer nicht
oder nicht ausreichend wahrzunehmen. Folgerichtig fragt die heutige evangelisch-lutherische
Pastorin von Brieskow-Finkenheerd, Christiane Mantschew, im Zusammenhang der
neun toten Kinder auch: "Wo war Gott?" (Berliner Zeitung, 4.8.2005) Also nicht: "Was hat der Mensch nur getan?" Sondern: "Wo ist
Gott gewesen?
Was hat er getan oder unterlassen?" Und diese Fragen stellt man
nicht nur angesichts der grausigen Funde in
Brieskow-Finkenheerd. So
fragen die evangelischen Kirchenleute immer, wenn ein Verbrechen oder eine
Katastrophe geschieht. Und das ist aus ihrer Sicht
auch folgerichtig. Denn wenn Gott und der Teufel um die Zügel streiten
würden, um den Menschen "reiten" zu können, dann müsste man in der Tat Gott
fragen, warum er den Teufel nicht von Sabine H. weggetrieben hätte und sich
selbst an dessen Stelle gesetzt hätte. Die grausame Antwort Martin
Luthers darauf ist die Prädestination, die Vorherbestimmung des menschlichen
Schicksals - angeblich durch Gott. Was für eine Glaube dieses "großen
Deutschen"! Zwar lehrt die heutige lutherische Kirche nur noch die
"Vorherbestimmung der zum Heil Geretteten", doch für die andere Gruppe, die
"Verdammten", bringt das im Ergebnis nicht die geringste
Verbesserung. Auch wenn ihr Schicksal nun nicht
mehr als von Gott vorherbestimmt dargestellt wird wie bei Martin Luther, sondern nur noch
als "vorhergesehen", so läuft es nämlich im Ergebnis auf das gleiche
hinaus: Verdammt ist nun mal verdammt. Hier tun sich furchtbare Abgründe auf.
Anstatt also Gott (als vermeintlich zweiten Schuldigen nach der DDR) zu
verdächtigen, sollte lieber gefragt werden: "Wo war die Kirche?
Was lehrt die Kirche? Wo hat sie dazu beigetragen, dass
es so weit kommen konnte?"
"Jede totalitäre Herrschaft verdirbt die
guten Sitten, knechtet den freien Willen," kommentiert Claus
Christian Malzahn die Ereignisse in Spiegel online (5.8.2005). So könnte man
in diesem Zusammenhang schlussfolgern:
Luthers Staatsverständnis war das einer totalitären Herrschaft (vgl. die
Staatslehre von Luther und der
evangelischen Kirche), und die
Untertanen wie die Herrscher haben nach Luther sowieso keinen freien, sondern eben einen "geknechteten
Willen". Doch der Journalist meinte - ganz auf der Linie des CDU-Innenministers -
ebenfalls die DDR
...
Der evangelische Ex-General ruderte nach deutlicher Kritik auch aus seiner eigenen Partei etwas zurück und entschuldigte sich, dass er
Menschen "verletzt" habe (Main-Post, 5.8.2005). Gleichzeitig legte er aber
kräftig nach: "Wertevermittlung" sei in der DDR "sehr klein geschrieben"
gewesen. "Und in der DDR war es ja auch so, dass man gut dabei fuhr, wenn
man nicht zu sehr Anteil nahm am Nachbarn oder anderen Dingen." Ist das
zutreffend? So hatte
er es vielleicht in bestimmten politischen "Fortbildungs"-Veranstaltungen über
Ostdeutschland gelernt, bevor er dort sein Regierungsamt
angetreten hat. Seine
Deutungen im Zusammenhang der Säuglingstötungen würde er allerdings "heute anders
formulieren" (Main-Echo, 5.8.2005). Gleichzeitig weist er eine Verbindung mit der Bundestagswahl zurück.
"In den Wahlkampf gehört das aber nicht rein" (Bild, 5.8.2005).
Auch wenn Innenminister Jörg Schönbohm mit seinen Thesen wenig Zustimmung fand - sein Ablenkungsmanöver
vom religiösen Umfeld seiner Glaubensschwester Sabine H. war ein voller Erfolg.
Und darauf kam es wohl in erster Linie an, ganz gleich, ob dies nun bewusst oder unbewusst
geschah. Denn
anstatt über die nachgewiesene kirchliche Erziehung bzw. Sozialisation der Täterin zu
sprechen, diskutierten die Medien in diesem Zusammenhang über die Politik
und die Mentalität der Menschen in der DDR. Und zur Ablenkung gehört auch, wenn man
nicht so genau auf die Täterin und ihr kirchliches Umfeld schauen will,
sondern das Gewicht der Berichterstattung stattdessen auf
das angebliche "Weggucken" der benachbarten Atheisten verlagern will.
Auch dazu Jörg Schönbohm: "Mir geht es um die Teilnahmslosigkeit, das
Weggucken" (Bild, 4.8.2005).
Natürlich auch ein wichtiges Thema, aber hier ist die Gewichtung verkehrt. Denn zuerst sollte man auf den Täter und sein Umfeld
schauen, dann kann man unter Umständen als zweites die Nachbarn in Blick
nehmen. Dies wird
auch von Spiegel online nicht ausreichend berücksichtigt, wo nun
plötzlich das "Konzept der
sozialistischen Dörfer (ohne Kirche)" ins Schussfeld gerät. Und
der
Autor Claus Christian Malzahn steht darüber hinaus sogar in Gefahr, zum Demagogen
zu werden, wenn er es
als "politisch notwendig" erklärt, darüber nachzudenken, "warum in Frankfurt Oder neun Säuglinge
von ihrer Mutter umgebracht worden sind - und nicht in Frankfurt am Main"
(5.8.2005). Ohne einen statistisch exakten Vergleich der Anzahl und
Schwere von Verbrechen im Verhältnis zu den Einwohnerdaten einer bestimmten
Region sind solche Aussagen nur politische Brandstiftung. Erst wenn das Frankfurt an der
polnischen Grenze nachgewiesenermaßen deutlich schlechter abschneiden sollte
als das Frankfurt mit den Bank-Hochhäusern (was zu bezweifeln ist; trotz der
bestimmte Verbrechen begünstigenden Grenzlage zu Osteuropa), könnte man über
mögliche Ursachen in dieser Richtung nachdenken.
Dieses hier dargelegte kirchliche Ablenkungsmanöver von den eigenen Vergehen,
Versäumnissen und Lehren ist übrigens eine in der Politik der Kirche
vielfach bewährte Methode. Und es wird immer wieder versucht. Auch beim Selbstmord einer engagierten Lutheranerin im
vergangenen Winter in Groitzsch bei Leipzig, bei dem die Frau ihre drei
Kinder "mitnahm", wurde der Verdacht von einzelnen
Kirchenleuten zuerst auf die völlig unbeteiligten Mormonen gelenkt.
Und obwohl neben den
erfrorenen Leichen eine Bibel gefunden wurde, sah sich die Kirche wie immer
als nicht betroffen ...
Lesen Sie dazu auch:
Groitzsch bei Leipzig - Engagierte Lutheranerin ging mit ihren Kindern in
den Tod
... PS: Neue furchtbare Tragödie am 7.8.2005: Eine Mutter (30) tötete ihre zwei kleinen Kinder (5 Jahre und 22
Monate) - diesmal im Westen Deutschlands, in Essen.
8.8.2005 - Übrigens: Wäre Sabine H. römisch-katholisch, bräuchte die Polizei mit ihr
nach katholischem Glauben nur zum Weltjugendtag nach Köln zu fahren. Dort
könnte sie nach römisch-katholischer Lehre eine vollständige Vergebung ihrer
Sünden und einen ebenso vollständigen Ablass ihrer Sündenstrafen und damit
den sofortigen Zugang zum Himmel erhalten. Die ermordeten Säuglinge jedoch müssten nach
katholischer Lehre ewig auf die Anschauung Gottes verzichten (die mildeste
Form der Hölle), da sie vor
ihrem Tod nicht getauft wurden. (Lesen
Sie dazu auch in der Schrift der Freien Christen, Ausgabe Nr. 6, wie die
katholische Kirche jungen Eltern droht) Es sei denn, der katholische Gott würde sich (inoffiziell) doch erbarmen
und einen "Heilsweg" finden, was
manche katholische Amtsträger nicht mehr ausschließen möchten (nachdem es
allerdings Jahrhunderte lang ausgeschlossen wurde).
Es ist zum Gotterbarmen mit
diesen Kirchen, die trotz solcher abstruser Lehren vom Staat über Wasser gehalten
werden. Nämlich durch die staatlichen Subventionen, ca. 14,15 Milliarden €
pro Jahr, für innerkirchliche Zwecke und weitere ca. 10 Milliarden € jährlich
für
kirchliche Sozialleistungen (siehe
www.stop-kirchensubventionen.de), mit denen sich die Kirchen
fälschlicherweise gerne selbst schmücken. Dabei zahlen alles wir Bürger.
7.12.2005 /
13.10.2006 - Private Hinrichtungen:
Evangelischer Aushilfskantor brachte drei Menschen um -
Jens S. (35),
Aushilfskantor in der Katharinenkirche in Werda/Sachsen, erschoss am 1.12. und
2.12.2005 kaltblütig seine ehemalige Freundin, seinen ehemaligen Chef und seinen
ehemaligen Schwager. Seine Freundin hatte ihn verlassen, sein Chef hatte ihn vor
ca. einem Jahr entlassen und sein Schwager hatte einst seiner Schwester, der
Frau von Jens S., geraten, sich von ihrem Mann zu trennen (idea-spektrum,
7.12.2005). Zu Beginn der Adventszeit entschied nun der ehrenamtliche
Kirchenmitarbeiter, die Menschen hinzurichten, die ihn am meisten geärgert
hatten. Ob Luthers tückisches Wort "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer"
dazu beitrug, die Hemmschwelle für die Tat zu senken, müsste untersucht werden.
19.1. / 22.2.2006 -
Katholische Pfarrgemeinderätin zu
lebenslänglicher Haft verurteilt - Neun hilflose Menschen getötet
- Der Prozess gegen Michaela G. aus Wachtberg in Nordrhein-Westfalen ist
am 22.2.2006 zu Ende gegangen. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat sie als Altenpflegerin
zwischen 2003 und 2005 insgesamt neun Frauen im Alter zwischen 79 und 93 im
Alten- und Pflegeheim Limbachstift mit einem Kissen erstickt. Ihre Geständnisse hatte
sie zuletzt widerrufen, was für das Gericht jedoch nicht glaubwürdig war. Das
Gericht stellte außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest, so dass eine
Freilassung der Pflegerin auf Bewährung nach 15 Jahren Haft ausgeschlossen ist. Die engagierte Katholikin "half ... im
Pfarrgemeinderat der Kirche, spielte Bariton und Ventilposaune" (Bild, 19.6.2006).
Sie litt nach Angaben der Verteidigung an "Minderwertigkeitskomplexen" und der
"Gier nach Anerkennung". Dies ist insofern von gesellschaftlicher Bedeutung (und wird auch
nur deshalb hier
erwähnt), da die kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten
in Verbund mit den Medien eine massive Hexenjagd auf religiöse Minderheiten
eröffnen würden (siehe dazu "Der Theologe Nr. 12" - Der
Sektenbeauftragte, der neue Inquisitor), wenn ein Angehöriger einer solchen
kleineren Gemeinschaft auch nur einen Bruchteil der Verbrechen begehen würde, die bei
Mitgliedern der Großkirchen sehr häufig passieren. Dabei projizieren
die kirchlichen Theologen die Verbrechen, Skandale und krankhaften
Persönlichkeitsstörungen in den eigenen Reihen immer wieder auf die kleinen Gruppen
und ihre Anhänger
(siehe dazu z. B. den Theologen Nr. 1 über die
Projektionen der evangelisch-lutherische Lehre auf
Andersgläubige) und versuchen, diese damit zu verleumden. Erst im vergangenen Jahr wurde
ein Mitglied der
Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg,
das eine ausgeprägt evangelische
Erziehung erhielt, nach der Ermordung von neun ihrer Kinder festgenommen. Der
ebenfalls evangelische Innenminister Jörg Schönbohm lenkte damals vom
kirchlichen Hintergrund ab, indem er die Verhältnisse in der DDR beschuldigte.
20.2. / 22.2.2006 -
Bundesrepublik Deutschland - Der Missbrauch von
Kindern und Jugendlichen in den kirchlichen Heimen -
Erst allmählich
fällt Licht auf ein bislang dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte.
"In den fünfziger und sechziger Jahren wurden
Hunderttausende Kinder und Jugendliche in den Heimen einem oft gnadenlosen
Erziehungssystem von Zucht und Ordnung ausgeliefert", schreibt Spiegel online
(20.2.2006) über die kirchlichen oder staatlichen Heime. Und: "Ihr Schicksal
teilten in der jungen Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre hinein mehr als
eine halbe Million Menschen in über 3.000 Erziehungsheimen". Sie sagen: "Wir
wurden gedemütigt, entrechtet, seelisch wie körperlich misshandelt und manche
von uns als jugendliche Zwangsarbeiter benutzt." Beispielhaft berichten eine
Frau, die früher in einem katholischen Heim und ein Mann, der in einem
evangelischen Heim leben mussten. Schläge im Namen des Herrn heißt das
neu erschienene Buch zu diesem Thema, das der Katholik Peter Wensierski
geschrieben hat.
Den vollständigen Artikel
lesen Sie bei:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,401598,00.html
PS: In vergleichbaren
römisch-katholischen Kinderheimen in Irland wurden unzählige Kinder zudem von
Priestern sexuell missbraucht und in einem Fall sogar anschließend getötet.
Lesen Sie dazu den Artikel in:
http://www.das-weisse-pferd.com/99_19/katholische_heime.html
Lesen Sie dazu auch unsere Meldung vom 4.10.2006.
5.6. / 14.6.2006 -
Nach intensivem Bibelstudium fünfjährige Tochter
zu Tode geschüttelt? Vater verhaftet - Seit einem schweren
Verkehrsunfall hat der Mann aus Wila im Schweizer Kanton Zürich "intensiv die
Bibel studiert", schreibt das Oltner Tagblatt (27.5.2006). "Ich will
meine Kinder nach alttestamentarischen Vorstellungen erziehen", so der
40-Jährige im Bekanntenkreis. Nach dem Motto "Frauen seien den Männern untertan"
[Anmerkung: steht auch im Neuen Testament; Epheser 5, 22 und drei weitere
Stellen] "habe der Vater seine Kinder [die Töchter Salomé (8) und Gabriela
(5)] mit Brutalität erzogen und immer wieder hart bestraft", z. B. durch Schläge,
Schleifen durch die Wohnung, stundenlanges Stehen
und Essensentzug ... "Zudem hätten beide Töchter kaum das Haus verlassen dürfen
und fast kein Spielzeug besessen." Am 9.5.2006 starb nun die Tochter Gabriela an
einer Gehirnblutung, aller Wahrscheinlichkeit nach unmittelbar nach einer
schweren "Züchtigung" durch den Vater. Im Alten Testament, das dieser in seiner
Erziehung verwirklichen wollte, heißt es z. B.: "Wer Vater oder Mutter flucht,
der soll des Todes sterben" (2. Mose 21, 17). Oder: "Wenn jemand einen
widerspenstigen und ungehorsamen Sohn [oder eine Tochter] hat, der der Stimme
seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen,
ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den
Ältesten der Stadt führen ... So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt,
dass er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun ..." (5.
Mose 21, 18-21). Oder: "Lass nicht ab, den Knaben [das Mädchen] zu
züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er sein Leben
behalten; du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode"
(Sprüche 23, 13).
Für das Kind gilt demgegenüber schlicht und einfach:
"Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat" (Sprüche 23, 22).
Nach der Lehre der beiden Großkirchen ist sowohl das Neue als auch das Alte
Testament "reines" "Wort Gottes" (siehe dazu die Einleitung in
Der
Theologe Nr. 8). Trotz wiederholter Kritik und vieler Anfragen
weigern sich die beiden Großkirchen bis jetzt massiv, Stellen wie die hier genannten davon
auszunehmen, "reines Gotteswort" zu sein. Damit leisten sie
mutmaßlichen Verbrechen wie dem in Wila/Schweiz Vorschub.
Der Bibelanhänger aus dem Kanton Zürich soll sich zuletzt sogar mit Jesus
identifiziert haben. Dass Jesus keine Kinder schlug und auch solche Anweisungen
weder gab noch bestätigte, hinderte den Vater aber nicht daran, die
"alttestamentliche" Erziehung beizubehalten. Der Polizei gegenüber sagte er aus,
seine Tochter sei die Treppe hinunter gefallen, was aber nicht mit der Art ihrer
tödlichen Verletzungen übereinstimmt (vgl. dazu auch
unten die Meldung Streit um Sex: Evangelischer
Bibelfanatiker ersticht seinen Sohn).
31.8.2006 -
Kirche beschließt öffentliche Ächtung eines
vergewaltigten 11-jährigen Kindes und Verbannung in die ewige Hölle - weil wegen
gesundheitlicher Gefahren eine Abtreibung vorgenommen wurde -
Kardinal Alfonso Lopez Trujillo aus Kolumbien ist einer der bekanntesten Führungspersönlichkeiten der römisch-katholischen Kirche weltweit.
Er ist der Präsident des Päpstlichen Familienrates und als Kurienkardinal einer
der einflussreichsten Männer im Umfeld von Papst Benedikt XVI. Jetzt demonstriert
der Kurienkardinal an einem 11-jährigen Mädchen exemplarisch seine angebliche Macht über Himmel und
Hölle. T-online schreibt dazu wörtlich:
"Die katholische Kirche in
Kolumbien will hart durchgreifen: Nachdem ein vergewaltigtes Mädchen abgetrieben
hat, soll es exkommuniziert werden. Kardinal Alfonso Trujillo will zudem alle an
dem Schwangerschaftsabbruch Beteiligten ausschließen [was nach katholischer
Lehre die ewige Verbannung in die Hölle nach sich zieht]. Das betrifft die
Eltern, die Ärzte und Krankenschwestern, aber auch Politiker und Gesetzgeber. In
Kolumbien ist die Abtreibung bis auf wenige Ausnahmen verboten. Der oberste
Gerichtshof des Landes hatte in diesem Fall den Abbruch genehmigt und die
Entscheidung mit den Gefahren für die Elfjährige gerechtfertigt ... Die
Abtreibung ist eine der wenigen Taten, für die das katholische Kirchengesetzbuch
seit 1983 die automatische Exkommunikation aller Beteiligten vorsieht [von Papst
Johannes Paul II. in diesem Sinne verschärft]. Wird eine so genannte Tatstrafe
durch eine Spruch wie jetzt in Kolumbien noch ausdrücklich untermauert, handelt
es sich um eine besonders schwere Form der Ausschlusses und der öffentlichen
Ächtung" (T-online, 31.8.2006).
Dies bedeutet nach römisch-katholischer
Lehre auch: Das vergewaltigte Kind muss nach seinem Tod grausame niemals endende
Qualen erleiden. Demgegenüber sollen die zahllosen römisch-katholischen
Priester, die Kinder vergewaltigten, später den Himmel betreten, wenn sie zuvor
die Beichte in der kirchlich korrekten Form abgelegt hätten. Weiterhin dürfen
sie auch ohne kirchenrechtliche Beichte "heilsnotwendige"
Sakramente spenden und z. B. den Menschen aus dem Volk die Sünden vergeben. Auch
sollen sich die zahllosen römisch-katholischen Menschenschlächter der
Inquisition mittlerweile im Himmel tummeln.
PS: Unabhängig von den hier geschilderten Umständen befürworten
wir nicht eine Abtreibung. Im Gegensatz zur Kirche sind wir aber keine Richter
über das Verhalten von Menschen im Umgang mit schlimmen Notsituationen.
Vielleicht könnten das Mädchen und seine Familie damit getröstet werden, dass
man in der kirchlichen Hölle schneller zur Liebe Gottes finden kann als im
kirchlichen Himmel.
22.9.2006 -
Ausschreitungen von Katholiken in Indonesien -
In Indonesien
liefern sich Katholiken (ca. 4 % der Bevölkerung) und Protestanten (ca. 8 %)
einerseits und Moslems andererseits (ca. 87 %) seit Jahren furchtbare Gemetzel mit zahllosen Toten.
Jetzt wurden auf der Insel Sulawasi drei
Katholiken hingerichtet, die
dafür verurteilt wurden, im Jahr 2000 Übergriffen auf Moslems angezettelt zu
haben, die zu Ausschreitungen zwischen Muslimen und Kirchenchristen führten (ca. 1.000 Tote).
Nun kam es erneut zu Gewaltexzessen aufgebrachter Kirchenanhänger mit
Brandstiftungen, Plünderungen sowie Attacken gegen staatliche Gebäude (dpa,
22.9.2006). Papst Benedikt XVI. hatte vergeblich versucht, die Hinrichtungen
der drei zu verhindern, die erklärt hatten, sie seien unschuldig. Die Gewalt von
katholischer Seite verurteilte er anscheinend nicht bzw. es gibt derzeit keine
Berichte darüber.
Wird hier
ein endzeitliches Szenario vorweg genommen, das bald auch auf andere Länder
übergreift?
Jede Seite rechtfertigt neue Massaker und
gewalttätige Übergriffe dabei auch mit den Massakern und gewalttätigen
Übergriffen der anderen Seite. Die darin verwickelten Mitglieder der
römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Kirche sollten sich als erstes
ausdrücklich von Jesus von Nazareth distanzieren, und sich dazu bekennen: "Wir
stehen in der Tradition der Päpste, die Krieg und Gewalt als mögliches Mittel
der Auseinandersetzung befürworteten, und von Martin
Luther, der im Konfliktfall auch Massaker befürwortete, und wir bekennen uns
zur Lehre vom ´gerechten Krieg`, so wie er im Katholizismus und Protestantismus
bis heute geglaubt wird. Doch mit Jesus, dem Christus, haben wir nichts zu tun."
Dies wäre auch ein deutliches Signal an die islamische Welt, dass einerseits
Kirche, Vatikan und Luthertum und andererseits christlicher
Glaube in der Nachfolge des Jesus von Nazareth im Kern Gegensätze sind.
PS: Welche Macht die Kirche in Indonesien - trotz der
zahlenmäßigen Übermacht der Moslems -
teilweise hat, zeigt auch folgendes Beispiel aus dem Jahr 2005: Ein Mann, der
eine römisch-katholische Hostie nicht während der Veranstaltung zerkaute und
schluckte, sondern mit nach außen nahm, wurde beobachtet, denunziert,
festgenommen und zu acht Jahren Haft verurteilt.
4.10. / 7.10.2006 -
Evangelische und katholische Heime in der
Bundesrepublik - ein Ort von Leiden und Qualen -
Seitdem das Buch des
Katholiken Peter Wensierski, Schläge im Namen des Herrn, auf dem Markt
ist, melden sich immer mehr ehemalige Heimkinder mit ihren teilweise
traumatischen Erfahrungen durch die kirchliche Erziehung. Manche Kinder
wurden offenbar auch durch Denunziation von Nachbarn ihren Eltern entrissen und in die
kirchlichen Heime zwangseingewiesen. Das Evangelische Sonntagsblatt
schreibt, "dass es damals [in den 50-er und 60-er Jahren] viel leichter war, ein
Kind in ein Heim einweisen zu lassen. Manchmal genügten Hinweise aus der
Nachbarschaft, dass die Fürsorge kam und die angeblich verwahrlosten Kindern ins
Heim steckte. ´Die Damen und Herren von der Fürsorge waren gefürchtet`, erinnert
sich ein Insider" (Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 40/2006).
Die evangelisch-lutherische Innere Mission in München trat jetzt die Flucht
nach vorne an und bat die ehemaligen Heimkinder aus Feldkirchen bei München
um Berichte über ihre Erfahrungen. Dabei zeigte es sich, dass manche ehemalige
Bewohner die Zeit verklärten, etwa unter dem Motto: "Sie war hart, aber damals
war es eben so." Oder: "Ich hab viel fürs Leben gelernt." Oder: "Eins auf die
Rübe, ... das hat eben dazugehört." Das Evangelische Sonntagsblatt in
Bayern bemühte sich um eine Gegenüberstellung von positiven ("die schönste
Zeit") und negativen Aussagen und schrieb u. a. wörtlich:
- Regelrecht ins Gehirn eingebrannt haben sich die Schläge, die "die Frau
Direktorin", wie sie alle Kinder nannten, austeilte.
- Die Frau schlug zu, "bis mein kleiner Popo ganz grün und blau war." "Wir waren
immer in Angst."
- "Dinge, die so einfach nicht in Ordnung waren". Etwa, dass Kindern unterstellt
wurde, sie hätten gestohlen. Oder dass sie tagsüber kein Wasser trinken und
nicht vor Mitternacht auf die Toilette gehen durften.
- Dass Kinder geschlagen wurden, war normal.
- Im November 1958 besuchte Oberstlandesgerichtsrat Friedrich Meinzolt, der
damalige Vorsitzende der Inneren Mission, das Haus. Obwohl viel gerichtet worden
war, sei der Mann "innerlich sehr betrübt gewesen, als er die Aufenthaltsräume
und Schlafräume sah", heißt es in dem Bericht. Sein Urteil nach dem Besuch: "Hier
könnte ich nie ein Kind hereingeben." Eine Psychologin sagte nach einem
Besuch: "Hier erleiden die Kinder einen Milieuschaden."
- Die "tüchtigste Erzieherin", [deren] Boshaftigkeiten keine Grenzen mehr
kannte.
- "Der [Heimleiter] hat mich den ganzen Flur entlang gehauen, mit einem Stock,
mit der Hand und mit dem Fuß, bis ich am Boden lag" [wegen eines Apfels, den das
Kind unterwegs von einem Baum nahm]. Während der Diakon
[dennoch] als "ganz in Ordnung" bezeichnet wird, ist seine Frau eher als
"sadistischer Hausdrache" in Erinnerung.
- ... Strafaktion, als jemand Quarkbrote fand, die die Heimkinder weggeschmissen
hatten. "Wir konnten die matschigen Dinger nicht mehr sehen - vor allem auch,
weil die Dorfkinder meistens dicke Butterbrote hatten." "Wir mussten dann im
Hof in Reih und Glied antreten und die - mittlerweile verschimmelten - Brote
essen."
Aus anderen Heimen gibt es auch Berichte von Sexualverbrechen. Besonders
die römisch-katholischen Heime in Irland gelten bisher als dafür berüchtigt.
Hier wurde ein sexuell missbrauchtes Kind z. B. auch nach der Tat ermordet
(siehe http://www.das-weisse-pferd.com/99_19/katholische_heime.html).
Doch in
Deutschland und in manchen anderen Ländern sind die Tragödien noch gar nicht
alle aufgearbeitet. Besonders schlimm ist dabei auch, dass die Untaten und
teilweise Verbrechen im Namen von Jesus, dem Christus, verübt wurden und die
Kinder zum Glauben an ihn gezwungen wurden. Jesus und Kirche sind jedoch
Gegensätze und die Kirchen haben nichts mit ihm zu tun. (vgl. dazu
"Der Theologe Nr. 25": Die Kirche - ein
totalitärer Götzenkult) -
Lesen Sie dazu auch unsere Meldung vom 20.2.2006.
7.10.2006 / 18.4. / 29.6.2007 /
12.4.2010 -
Von schwer kranken Patienten genervt? Engagiertes evangelisches Gemeindemitglied
bringt vier, fünf, sechs oder mehr Menschen um / Sie möchte 5. Gebot ("Du sollst
nicht töten") ändern -
Die Krankenschwester Irene Becker (54) aus Berlin-Reinickendorf arbeitete auf der kardiologischen
Intensivstadion des Berliner Klinikums Charité. Zwei schwerkranken Patienten
soll sie vor kurzem die 1000-fache Überdosis des Blutdruck senkenden Medikaments Nitroprussid-Natrium
verabreicht haben.
Auch ein dritter Mord (eine 48 Jahre alte Frau, die sie am 19.9.2006 zu Tode
spritzte,
während deren Mann arglos an ihrem Krankenbett saß), vierter Mord
(eine Woche später ein 52 Jahre alter Mann) und fünfter Mord wird ihr
vorgeworfen sowie zwei weitere Mordversuche. Geständig ist sie jedoch "nur" bei
vier Morden. Für fünf Morde wurde sie schließlich zu lebenslanger Haft
verurteilt.
Irene Becker ist
überzeugte evangelische Kirchenchristin, "ging regelmäßig zum Gottesdienst",
lächelte meist milde und summte kirchliche Lieder.
"An Weihnachten legte sie Nachbarn kleine Präsente vor die Tür"
(Bild, 7.10.2006). Und "zum Kirchentag habe sie sogar Besucher in ihrer
kleinen Wohnung einquartiert" (Die Welt, 7.10.2006). Doch keiner kannte bisher
ihr grausames Geheimnis, wenn sie ihre Spritze zog. Bei ihrem ersten Mord soll
sie wütend über die Unruhe des Mannes gewesen sein und sich geärgert haben, dass
sie kurz vor Schichtende einen solchen Fall betreuen sollte" (Bild, 18.4.2007).
Das war möglicherweise das Todesurteil für den Mann.
Weil Irene Bauer so kirchlich war, wurde "Mitleid" mit den Kranken als Mordmotiv
vermutet. Doch Isabelle Heuser, Direktorin der Charité-Klinik für Psychiatrie,
glaubt nicht daran: "Bei der Tötung von Patienten schwingen sich
Krankenschwestern meist in einer Art größenwahnsinnigen Fantasie zu Herren über
Leben und Tod auf. Mitleid und Mitgefühl sind aller Erfahrung nach nur
vorgeschoben" (Bild, 7.10.2006; vgl. auch
http://www.netzeitung.de/vermischtes/445519.html). Auch
die ermittelnde Polizisten habe "den Eindruck gehabt, dass die Angeklagte von
den schwer kranken Patienten genervt gewesen sei" (Netzeitung, 9.5.2007).
Sie selbst erklärte dazu gegenüber dem Berliner Psychiater Alexander Böhle:
"Die ´von Menschen gemachten zehn Gebote gehören dringend überarbeitet`
... Das Gebot ´Du sollst nicht töten` sollte man umformulieren in ´Du sollst
nicht Schaden zufügen`. Doch was ist Schaden?" Der Psychiater fragte sie,
"ob sie sich denn als eine Agentin des göttlichen Willens verstehe. Das lehnte
sie ab. Sie sei nur eine am göttlichen Willen Mitwirkende" (Spiegel online,
22.6.2007).
In den evangelischen Sonntagsgottesdiensten verheimlichen die Pfarrer
derweil die dunklen Abgründe der evangelischen bzw. lutherischen Lehre. Oder sie
jonglieren damit. So lehrt z. B. Martin Luther:
"Wenn Gott lebendig macht, tut er es also, indem er tötet, wenn er rechtfertigt,
tut er es also, indem er schuldig macht, wenn er in den Himmel führt, tut er es,
indem er in die Hölle führt, wie die Schrift sagt: ´Der Herr tötet und macht
lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus`, 1 Sam 2"
(Weimarer Ausgabe der Lutherschriften 18,
S. 633, vgl. Der Theologe Nr. 1). Nach dem
Glauben Luthers tötet Gott durch die menschliche Obrigkeit. Und "die Hand, die
... tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen, sondern Gottes Hand"
(Weimarer Ausgabe 19, S. 623-662). Von Martin
Luther sind viele vergleichbare Glaubenssätze überliefert (vgl. auch
Der Theologe Nr. 3), und es ist nahe liegend,
dass er dadurch auch zum Anstifter von manchen religiösen Tötungsphantasien
wurde und wird. So haben z. B. einige seiner Nachfolger in der evangelischen
Diakonie entschieden, behinderte Menschen "dem Schöpfer zurückzugeben"
(Beleg dafür in Der Theologe Nr. 3).
Und auch das 5. Gebot haben beiden Großkirchen ohnehin schon geändert
und interpretiert es als "Du sollst nicht morden" (so wird es z. B. bereits in
der Einheitsübersetzung zitiert), um das "Töten" im Krieg rechtfertigen
zu können.
Anstatt hier einmal die Zusammenhänge zu untersuchen, verleumdet der
Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg,
Thomas Gandow, jedoch friedfertige Kirchenaussteiger, die sich in kleineren
Gemeinschaften versammeln, und warnt vor ihnen - obwohl er die Aufgabe hätte, in seiner eigenen Kirche
z. B. die Verbrecher zu finden (vgl. dazu Der Theologe Nr. 12
über die Aufgabe von Pfarrer und
Gemeinde und den Beruf
des "Sektenbeauftragten"). "Ich glaubte die Patienten bei ihr in guter
Obhut", so der Kardiologie-Direktor über die evangelische Krankenschwester.
Innerhalb der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg (mit Bischof Wolfgang
Huber an der Spitze) wurde innerhalb eines
guten Jahres damit zum zweiten Mal eine Serientäterin entlarvt. Erst im Mai
dieses Jahres wurde das ausgeprägt evangelisch aufgewachsene Kirchenmitglied Sabine H.
wegen der Tötung von neun ihrer neugeborenen Kinder verurteilt. Und Anfang
des Jahres wurde eine engagierte
römisch-katholische Krankenschwester wegen neunfachen Mordes im Dienst
verurteilt.
Bei Irene Becker sind viele ihrer ehemaligen Patienten schon eingeäschert oder
verwest. Die genaue Zahl der Opfer wird sich deshalb vielleicht nicht ermitteln lassen.
Zu Beginn des Prozesses am 18.4.2007 bittet Irene B. die Angehörigen ihrer Opfer
zwar formal um "Vergebung". Doch sie zeigt dabei nur "Bedauern", "aber keine Reue"
(Bild, 18.4.2007). Sie rechtfertigt die Morde weiter damit, die Opfer "in deren Willen und zu deren
Wohl" getötet zu haben. Doch warum hat sie dann z. B. eine schwerkranke
Frau in Gegenwart ihres Mannes umgebracht, die sich gewünscht hatte, nach Hause
verlegt zu werden, um dort in Ruhe sterben zu können?
Auch drei Jahre später ist sie weiter uneinsichtig: "Ich bereue nichts"
(spiegel.de, 12.4.2010). Das braucht sie gemäß der Lehre ihrer Kirche für
ihr Seelenheil auch nicht. Hauptsache, sie glaube.
12.11.2006 / 17.6.2007 -
Evangelische Kirche kommt nicht
zur Ruhe: Drogen, Diebstahl, Selbstmorde -
Die
evangelische Kirche kommt nicht zur Ruhe. Zeitgleich zur Selbstverbrennung von
Pfarrer Weißelberg in Erfurt rumorte es in der Gemeindeversammlung von St.
Nikolai in Eckernförde. Dort wurde die Pfarrerin auf eine andere Stelle
versetzt, da "ihrem Mann Drogenhandel vorgeworfen wird" (Eckernförder
Zeitung, 8.11.2006). Das evangelische Pfarrhaus stand damit im Verdacht,
Umschlagsplatz für Rauschgift gewesen zu sein. Und der Küster wurde erhängt
aufgefunden, nachdem ihm Diebstahl von Spendengeldern bei der "Kollekte"
nachgewiesen und er deshalb entlassen wurde.
Aktualisierung:
Im
Juni 2007 fliegt der evangelische
Dom in Halberstadt als Drogendepot bzw.
Drogenumschlagsplatz auf. Der verantwortliche Küster war gleichzeitig Dealer für
Heroin, Kokain und Marihuana. Er wurde jetzt nach 18 Dienstjahren entlassen.
11.1. / 5.9.2007 -
1.010
Kinderporno-Bilder und zwei Videos bei hohem katholischen Kirchenjuristen gefunden
/ Pädophilie in der Kirche weit verbreitet
- Auf einer ihrer Internetseiten wirbt ein deutsches Bistum für das
Elisabethjahr 2007 (vgl. dazu
www.theologe.de/elisabeth_von_thueringen.htm), und gleich daneben wird
u. a. der
Vorsitzende Richter des Kirchlichen Arbeitsgerichts vorgestellt (Anmerkung:
Der Link auf die Seite des Bistums, wo der Richter mit vollem
Namen genannt wird, wurde von uns entfernt, nachdem dessen Anwalt uns am
4.9.2007 mit Hinweis auf das "allgemeine Persönlichkeitsrecht"
erklärte, dass eine
"identifizierende Berichterstattung" in diesem Fall nicht mehr
zulässig sei).
Auf dessen Computer wurden Ende vergangenen Jahres 1.010 kinderpornografische Fotos und zwei Videos gefunden. Der
oberste Jurist des kirchlichen Gerichts ist z. B. auch bei Arbeitsgerichtsprozessen pädophiler Priester
zuständig. Im Hauptberuf ist er der
Präsident eines hohen Gerichts in einem deutschen Bundesland, und zuvor war er u. a.
Richter an einem Gerichtshof dieses Landes und Jurist im
Justizministerium. Die katholische Sexualmoral hat
allerdings nicht nur bei ihm eine zweite geheime Seite. Bei ihm wurde
sie nur entdeckt.
Mehr dazu stand z.B. in der Hessisch-Niedersächsischen
Allgemeinen
(Der dort mittlerweile entfernte Artikel war unter
"http://www.hna.de/kasselstart/LINKTHIRD00_20061215224109_Kein_Prozess_fuer_X..."
einsehbar).
Am 10.1.2007 wurde der Gerichtspräsident nun zu neun Monaten Haft auf
Bewährung und 4.800 Euro Geldstrafe verurteilt.
Die Pädophilie ist in der Kirche offenbar noch viel weiter verbreitet als
bekannt (siehe auch unsere Meldung vom
1.12.2006). So ist das
renommierte Priesterseminar in St. Pölten z. B. so mit Pädophilie und
anderen sexuellen Praktiken hinter der Maske des Zölibats durchsetzt, dass
es im Jahr 2004 vorüber gehend geschlossen wird. Und erst im November 2006
warf sich in Bayern ein hoher Amtsträger und Mitglied der
Bistumsleitung offenbar aus Liebeskummer vor einen Zug, weil ein ehemaliger
Ministrant mit ihm Schluss machen wollte (siehe dazu die Meldung vom
13.11.2006). Und vor wenigen Tagen
erst gestand wieder ein Priester sexuelle "Grenzüberschreitungen" an Kindern
(Meldung vom 5.1.2007).
Und:
Einer Information des italienischen Informationsdienstes axteismo.press2@yahoo.it vom 19.4.2007 zufolge waren von 1950-2002
4.392 Priester in den USA angeklagt, sich an Kindern sexuell vergangen zu haben,
wobei die Zahl der tatsächlichen Täter deutlich höher angenommen wird. Die Zahl
stammt nämlich aus dem von den Bischöfen selbst in Auftrag gegebenen
John-Jay-Report
und wird von Opfer-Vertretern als weit untertrieben
betrachtet (siehe z. B.
http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp).
Anmerkung:
Hier wird nicht über die sexuellen Verbrechen und Praktiken innerhalb
der Kirche gerichtet.
Doch die Kirche
sollte nicht mehr behaupten, ihr Kult und das Treiben ihrer angeblichen
"Mittler" zu Gott hätten etwas mit Christus zu tun.
Außerdem sollte sie damit aufhören, vor anderen unbescholtenen
Gemeinschaften zu warnen. Stattdessen könnte sie ihr gut bezahlten "Beauftragten" dafür
einsetzen, die Täter in den eigenen Reihen zu finden und so die
schlimmen Schäden zumindest einzudämmen.
26.2.2007 -
Streit um Sex: Evangelischer Bibelfanatiker ersticht
seinen Sohn
- Seit vielen Jahren versucht der 12-fache
Familienvater Karl K. aus Ratzeburg, andere Menschen zu einem Leben nach der
Bibel zu bekehren. Eine Zeitlang ist der Bundesgrenzschutzbeamte im Vorruhestand Mitglied der evangelisch-lutherischen St.-Ansverus-Gemeinde, spendet dort 10 % seines Einkommens. Doch die Gemeinde
ist ihm nicht
bibeltreu genug, und so tritt er dort wieder aus und wandert reihum in andere
evangelische Gemeinden, eckt überall mit seiner Bibeltreue an. Seiner Frau erklärt er, dass er nach den Anweisungen
von Paulus im Brief an die Kolosser leben möchte, wo es heißt: "Ihr
Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt" (3,
18). Die Kinder werden ebenfalls bibelgläubig erzogen und müssen ihm
gehorsam sein. Sie "müssen gezüchtigt werden", auch "das steht schon in der
Bibel", so Karl K. (Spiegel Nr. 9/2007). Und was die Bibel betrifft,
hat der Mann auch Recht. Die Züchtigung der Kinder durch die Eltern wird dort
sogar mehrfach als angebliches Gotteswort weiter gegeben. Z. B. im Hebräerbrief,
wo es heißt: "Denn wo ist ein Sohn, den
der Vater nicht züchtigt? Seid ihr aber ohne Züchtigung, ... so seid ihr
Ausgestoßene und nicht Kinder" (12, 7-8). Oder im besagten
Kolosserbrief in Vers 20: "Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in
allen Dingen; denn das ist wohlgefällig dem Herrn." Wohlgemerkt: In allen
Dingen. Hierzu gehört natürlich auch der Sex. "Ein Christ darf sich nur mit
einem unberührten Mädchen einlassen", so Karl K. zu seinen ältesten Söhnen.
Der zweitälteste Sohn hält diese Erziehung bald nicht mehr aus und nimmt
Drogen. Und: "In Geesthacht zieht er sich vor einer evangelischen Kirche aus,
legt die Kleider in Kreuzform vor das Portal, rennt nackt durch die Stadt und
springt von einer Brücke in die Elbe." Er kommt die Psychiatrie. Der älteste
Sohn Thomas (22) wehrt sich immer häufiger, zieht zuhause aus und streitet
mit dem Vater, so auch kurz vor der Familientragödie, an deren Ende er getötet
wird.
Der Sohn zum Vater: "Moderne Mädchen sind keine Jungfrauen mehr." Der Vater
zum Sohn: "Du lügst."
Der Sohn: "Dann besorg mir doch bis morgen eine Jungfrau." Der Vater: "Das ist
unmöglich. Das kann ich nicht." Der Sohn mutmaßlich: "Dann gehe ich jetzt los
und vergewaltige eine 13-Jährige" (Der Spiegel).
Es gibt allerdings "nicht den
geringsten Anhaltspunkt, dass Thomas K. wirklich eine solche Tat vorhatte", so
später der Lübecker Oberstaatsanwalt. "Wenn er sich tatsächlich so geäußert
habe, dann höchstens, um den Vater zu provozieren." Sein Vater sieht das jedoch
anders und rammt dem Sohn an dieser Stelle der Auseinandersetzung ein Messer in
den Rücken. Der Sohn verblutet.
"Ich musste es tun", so der Vater. Mit seiner Tat habe er eine
Todsünde verhindert. Gott sei sein Zeuge. Und auch mit dieser letzten tödlichen
Züchtigung hat der Vater die Bibel auf seiner Seite. So heißt es im 5. Buch
Mose: "Wenn jemand
einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters
und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht
gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der
Stadt führen und zu dem Tor des Ortes ... So sollen ihn steinigen alle Leute
seiner Stadt, dass er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun
..." (18-21)
Nach dem Glauben der beiden großen Kirchen ist die
ganze Bibel, Altes und Neues Testament, reines Wort Gottes (siehe dazu
die kirchlichen Bekenntnisse in "Der Theologe
Nr. 8"). Und Karl K. kann zu seiner Verteidigung zudem noch vorbringen,
dass er mit seiner Tat die Gemeinschaft entlastet hätte, die gemäß der Bibel den
Sohn hätte töten müssen.
Er allein habe es auf
sich genommen, den Willen des Gottes der Bibel zu erfüllen.
Wenn Karl K. also demnächst wegen Mord oder Totschlag angeklagt wird, dann
sollten auch Vertreter der Organisationen mit auf der Anklagebank sitzen, die
bis heute behaupten, die Bibel wäre reines Gotteswort (vgl. dazu auch
oben die Meldung Nach intensivem Bibelstudium Tochter zu
Tode geschüttelt?).
17.6. / 28.10.2007 / 21.8.2008 -
Vergewaltigungen von Kindern und mafiaähnliche Vorfälle in "evangelischem" Dorf
/ Bedenkliche Rolle der Kirche
- Im "evangelischen" unterfränkischen Dorf
Eschenau
hat es über 30 Jahre gedauert, bis lange verschwiegene Vergewaltigungen von
Kindern und jugendlichen Mädchen
ans Licht der Öffentlichkeit gerieten. "Mädchen ab sechs Jahren sollen keine Jungfrauen mehr sein"
(Magazin
Neun 7,
http://www.neun7.de/exklusiv/artikel/art48,16700.html?fCMS=e400705b2fa1daeacec428a32116cb1c),
und es gebe "Täter und Mittäter". Eines der bisher bekannten
acht Opfer
erklärte: "Anfang der 70er Jahre sei sie
[als Mädchen] bei einem Sommerfest der evangelischen
Pfarrjugend auf brutalste Art vergewaltigt worden"
(PS: Eine andere Vergewaltigung soll sogar im evangelischen Pfarrhaus stattgefunden haben). Und: "Wenn ich jetzt sehe,
wie uns Dorfbewohner als Nestbeschmutzer beschimpfen und am liebsten fortjagen
wollten, dann weiß ich, wie es uns vor 30 Jahren ergangen wäre
(Main Post, 15.6.2007, ZDF/Mona Lisa, 17.6.2007).
Ein anderes Opfer - sie wurde zwischen ihrem 4. und 14. Lebensjahr immer wieder
vergewaltigt - klagt,
"ihre Mutter sei auf der Straße wegen ihrer
´Huren-Tochter` angefeindet worden, ihr Vater beim Zeitungsaustragen von einem
Hof gejagt worden". Und: "Die Reaktionen sind genau so,
wie ich sie vor 30 Jahren befürchtet habe. Auch deshalb habe ich geschwiegen"
(Neun 7, siehe oben).
Die Frau, Heidi Marks, die inzwischen mit ihrem Mann in den USA lebt und dort als Lehrerin
arbeitet, hatte zwischenzeitlich ihr Quartier
in ihrem Heimatdorf fluchtartig aufgeben müssen. Denn die Gastwirte wurden "im Namen
mehrerer Dorfbewohner" genötigt, das frühere Opfer "loszuwerden". Wenn
nicht, werde "etwas Schlimmes passieren" (Main-Post, 5.6.2007). Zwei der
bisher ermittelten Opfer sind junge Mädchen, die erst vor kurzem als Kinder
sexuell missbraucht wurden. Und vermutlich ist erst die "Spitze des Eisbergs" sichtbar
geworden. So schimpften auch Frauen aus dem Umfeld der Täter, "das
alles sei doch nicht so schlimm und habe fast jeder schon mal erlebt"
(Main-Post, 23.5.2007; mehr dazu siehe unten).
"Er sei nun schon über 30 Jahre bei der Justiz und habe
viel gesehen, sagte Staatsanwalt Joseph Düsel in einer persönlichen Einschätzung
der Geschehnisse. Aber einen vergleichbaren Fall mit derart dramatischen
Ereignissen und menschlichen Tragödien habe er bislang noch nicht erlebt"
(Main-Post, 24.5.2007). Doch die zum größten
Teil evangelische Bevölkerung will davon offenbar überwiegend nichts
wissen: "90 Prozent der Bevölkerung
ist überzeugt, dass da nichts war", erklärte
zwischenzeitlich ein junger Mann
(Bayerischer Rundfunk, Zeitspiegel, 4.6.2007).
Fast alle Einwohner von Eschenau gehören der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Bayern an, während es im Hauptort Knetzgau, in den Eschenau eingemeindet ist,
kaum Evangelische gibt, dafür überwiegend Katholiken.
Einer der evangelischen Beschuldigten (die als "Ehrenmänner" galten bzw. gelten) hat sich
mittlerweile durch Selbstmord der Verantwortung entzogen.
Der evangelischen Kirche wird
dabei vorgehalten, die Verbrechen zunächst verharmlost und klein geredet zu haben.
So sagt eine der Frauen, die jetzt nach langem Schweigen zur Polizei gegangen ist, über die
Kirche: "Von ihr kam keine seelsorgerische Hilfe"
(Main-Post, 5.6.2007). Und eine andere: "Das sind wir an Wände
gerannt. Wir haben ja versucht, irgendetwas zu machen. Ich hab´ Briefe
geschrieben bis zum Landesbischof. Und wir hatten keine Hilfe von der
kirchlichen Seite. Und das finde ich wirklich traurig" (Quer, 18.10.2007).
Und Pfarrerin Elfi Trautvetter-Ferg wird in der
Passauer Neuen Presse
mit den Worten zitiert: "Im
Nachbardorf ist das Gleiche passiert, und da hat kein Hahn danach gekräht"
(Main Post, 5.6.2007; während die Theologin diesen Satz mittlerweile in
dieser Form dementiert, bekräftigt der Autor des Artikels den Inhalt des Zitats;
vgl. dazu die Anmerkung über Pheromone). Über die Dorfpfarrerin wurde weiter berichtet, "dass
sie offenbar [nur] die
´Täterfamilien` betreue und zu verstehen gegeben habe, dass sich die Opfer lieber
´Seelsorger von außerhalb` suchen sollten".
Auf diese Weise stellte sich die Kirche zu Beginn der Auseinandersetzungen anscheinend an die Seite
der Täter. Zumindest hielt ihr Heidi Marks vor, "sich nicht um die
Opfer, besonders um ihre alten Eltern zu kümmern". Die Pfarrerin habe
"sonntägliche Friedensgebete initiiert, ohne Predigt, nur ein Lied und
Bibeltexte. Aber auch in den Predigten während der Gottesdienste wird nicht
erwähnt, was das Dorf bewegt. Da geht es, wie etwa am Pfingstsonntag, um den
neuen französischen Schnellzug und darum, dass wir ein Tempolimit fürs Leben
bräuchten" (Stern, 14.6.2007, zit. nach
http://www.gegensexuellegewalt.at/2007/05/auch-ich-wurde-in-diesem-kinderheim/).
Der inhaftierte Täter, "gegen den sich
die Vorwürfe richten, und seine Familie stehen der evangelischen Kirchengemeinde
sehr nahe, was ihnen wahrscheinlich die Zuwendung der Ortspfarrerin
einbrachte", schreibt die Main-Post (23.6.2007).
Und auch der Beschuldigte, der sich das Leben nahm, war angesehener
evangelischer Landwirt, Vorsitzender des Jägervereins und guter Kirchgänger. Und deshalb musste auch der zuständige evangelische Dekan einräumen: "´Sehr
viele Gespräche` hätten stattgefunden und fänden
weiterhin statt. Möglicherweise wurde aber nur mit
´Täterfamilien` gesprochen"
(Main-Post, 8.6.2007).
Ansonsten berief er sich auf das "Seelsorgegeheimnis". Ähnlich äußerte
sich die Pfarrerin selbst:
"Sexualverbrechen
sind kein Stoff für die Presse, sondern für die Seelsorge und die Therapie"
(Main-Post, 5.6.2007).
Als Außenstehender fragt man sich dabei natürlich,
ob sie hierbei die Justiz vergessen hat. Oder ob es vielleicht einen Sachverhalt
gibt, für den zwar auch die Justiz zuständig wäre, der für diese aber ein
"Geheimnis" bleiben soll. "Für ihren beruflichen Bereich als
Geistliche" hat Pfarrerin Elfi Trautvetter-Ferg sich gegenüber der
Staatsanwaltschaft auf jeden Fall auf ihr
"Zeugnisverweigerungsrecht" berufen (Main-Post, 23.6.2007).
Das heißt: Es ticken wohl noch andere "Zeitbomben".
Inzwischen fordert wenigstens der Ortssprecher (der mit einem der Opfer
verwandt ist) eine lückenlose Aufklärung: "Auch wenn jemand mit den Tätern gut befreundet war, muss er doch
noch unterscheiden können, was gut und was böse ist!"
Weiter
deutet er an, "dass sich nun mehr und mehr
Opfer aus der Deckung trauen und sich inzwischen, wenn schon nicht der Polizei,
so doch anderen betroffenen Frauen offenbart haben. Es könnte viel mehr Taten
gegeben haben, als sie gegenwärtig juristisch greifbar sind"
(Main-Post, 14.6.2007).
Zwischenzeitlich steht sogar der Mietvertrag der Ortssprechers und stellvertretenden
Feuerwehr-Kommandanten auf dem Spiel. Die Main-Post schreibt: "Er
wohnt im ehemaligen Pfarrhaus von Eschenau. Es gibt offenbar Bestrebungen, dass
sein Mietvertrag nicht mehr verlängert werden soll. Vermieterin ist ausgerechnet
die Kirchengemeinde. Und auch die Initiatoren der Unterschriftenliste gegen ihn
sollen der Kirchengemeinde nahe stehen". Derweil
traut sich der Vater eines der Opfer "nicht mehr in die Kirche" (23.6.2007).
Der inhaftierte Täter hat jetzt teilweise gestanden, und er wurde bereits zu
vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Ein großer Teil der Taten ist
bereits verjährt. Den massiven Anklagen gegen den Mann, der Selbstmord beging,
wird allerdings nicht mehr nach gegangen. Und ob es noch weitere Täter oder
Mitwisser gibt, wird noch ermittelt. Derzeit [Oktober 2007] wird wegen der
mutmaßlichen Vergewaltigung einer 11-Jährigen nach einem möglichen dritten Täter
gesucht.
Und obwohl die Kirche von Vermittlungsangeboten spricht, werfen
Freunde und Verwandte der Opfer ihr weiterhin vor, "zu lange
geschwiegen zu haben" und bedrohte Angehörige der Opfer nicht zu schützen. Die
Kirche lässt hingegen erklären: "Eine Mediation
[Anmerkung: = Vermittlung] sei erst dann sinnvoll, wenn sich die Aufregung -
auch in den Medien - gelegt habe", so Johannes Minkus, Sprecher der
evangelischen Kirche in Bayern (Main-Post, 17.10.2007). Jesus von
Nazareth sprach jedoch nicht von einer "Mediation", sondern er forderte zur
"Buße" und zur Umkehr auf, wozu auch die Reue gehört. Auch war er ein unbequemer
Zeitgenosse und deckte kein Unrecht zu. Jesus
lehrte auch nicht, dass man sich bei Anschuldigungen durch Selbstmord weiteren
Rückfragen entziehen könne und nach dem Prinzip "Sündige tapfer, aber
glaube noch tapferer" sein Seelenheil erlangen könne. Letzteres ist
Teil der Lehre Martin Luthers, der auch darauf bestand, dass man aus eigenem
Willensentschluss nichts dagegen tun könne, wenn man "vom Teufel geritten" wird,
da entweder der Teufel oder Gott einen im Griff hätten (siehe dazu
www.theologe.de/theologe1.htm#Freier_Wille_geleugnet).
Doch während die Kirche mit ihrem "Mediations-Angebot" wartete, stellte sie vor Ort am
16.10.2007 den evangelischen Gemeindesaal für eine private Versammlung der
Familie eines Beschuldigten zur Verfügung. Veranstalterin ist die Witwe des
Mannes, der sich
im Frühjahr erhängt hat, und ihr Rechtsanwalt ist der Referent und bezichtigt
neben einem überlebensgroßen Kruzifix und einem Altar die Opfer u. a. der Unwahrheit. Dazu
zitiert er aus den Vernehmungsprotokollen von Opfern bei der Polizei. Die Main-Post schreibt:
"Norbert Hauck war einer der Teilnehmer der
Versammlung. Er sagt: ´Ich schäme mich jetzt dafür, ein Eschenauer zu sein.` Nur
ein oder zwei Leute hätten den Mut gehabt, den ´hetzenden Worten gegen die
Opfer` offen zu widersprechen - danach hätten diese den Saal unter höhnischem
Beifall der Versammlung aber verlassen müssen. ´Nach der gut einstündigen
Veranstaltung meinten manche, sie seien richtig überrumpelt worden von den Reden
des Anwalts`, berichtet Hauck. Ulrich Hagmann, Redakteur
des Bayerischen Fernsehens, der die Versammlung mitverfolgt hat: ´So etwas habe
ich in meiner Laufbahn noch nicht erlebt.` Am Dienstagabend patrouillierten
Streifenwagen im Ort. Familien von Opfern hatten darum gebeten. In Eschenau
regiert die Angst. ´Jetzt herrscht offener Bürgerkrieg`, sagt Norbert Hauck am
Tag danach." Eines der Vergewaltigungsopfer erklärt: "Man hat
gedroht, uns Backsteine ins Fenster zu werfen." Das Haus der Familie M.
wurde angespuckt und "mir hat man vor die Füße gespuckt" (Main-Post,
19.10.2007). Und im Fernsehbeitrag des Bayerischen
Rundfunks heißt es: "Es
ist zu vermuten, dass sich noch nicht alle Opfer gemeldet haben. Doch wegen der
aufgeheizten Stimmung im Dorf werden sie es sich gut überlegen, ob sie aussagen
wollen. Die Gefahr ist groß, dass ihre schlimmsten Erlebnisse im Pfarrsaal
ausgebreitet und sie vor versammelter Gemeinde verhöhnt werden" (Quer,
18.10.2007). Immerhin betrachtet es die Kirche im nachhinein als falsch, den
evangelischen Gemeindesaal für die private Versammlung zur Verfügung gestellt zu
haben.
Heidi Marks hat vor ihrer Rückreise in die USA jedenfalls auf
einen Abschiedsbesuch bei ihren Eltern verzichtet, um deren Sicherheit nicht zu
gefährden. Die ersten Verwandten eines Opfers sind bereits aus Eschenau weggezogen, weil sie die
Anfeindungen nicht mehr ausgehalten haben (z. B. Main-Post, 17.10.2007).
Eigentlich hatten sich Hans B. und seine Familie mit dem eigenen Haus für drei
Generationen "einen Lebenstraum erfüllt" (Süddeutsche Zeitung, 27.10.2007).
Doch weil sie den Opfern glauben, "wurde B. zunächst verboten, andere Höfe des
Dorfes zu betreten. Dann durchbohrten sie ihm die Autoreifen. Und schließlich
wurde B. zugetragen, dass einer sich im Wirtshaus darüber verbreitet habe, man
könne ihm auch noch ´den Bauch aufschlitzen.`" B. war bis 2002 Ortsprecher
von Eschenau. Jetzt ist auch sein Nachfolger zurückgetreten und auch "der
Bürgermeister [aus dem Hauptort Knetzgau] resigniert" (Süddeutsche Zeitung,
27.10.2007).
Der Hauptverursacher der Situation: Der angesehene evangelische
Dorfbauer, Jäger und Kirchgänger, der sich nach den Aussagen mehrerer Opfer und
auch anderer Dorfbewohner, die ihn belastet hatten, aufhängte. Sein letzter
Coup: Er behauptete in einem Brief einfach seine "Unschuld" und verhinderte
anschließend durch den Selbstmord neutrale Ermittlungen. Seine kirchliche
Beerdigung war darauf hin die größte, die Eschenau je erlebt hatte, und nach
evangelisch-lutherischer Lehre könne er jetzt unter Umständen "allein durch
Glauben" "selig" sein (vgl. dazu
"Der Theologe Nr. 35" - Gefährliche Rechtfertigungslehre). Die Eltern
eines der Missbrauchsopfer wurden eigens von der evangelischen Pfarrerin vorher
angerufen, bei der Beerdigung besser nicht zu erscheinen. Und Norbert Hauck, der in der
Versammlung im evangelischen Gemeindesaal (siehe oben)
über den "wohl angesehensten Mann des Dorfes" (Süddeutsche Zeitung,
27.10.2007), sagte, "dass dieser Mann auch ihm, Hauck, als nicht ganz so
heilig bekannt war", musste sich darauf hin vom Anwalt von dessen Witwe einiges
sagen lassen. Die Süddeutsche Zeitung umschreibt die Aussage des Anwalts
so: "Er würde gerne wissen, wie viele Eschenauer auf den Friedhof kommen werden,
wenn er, der Fabrikarbeiter Hauck, erst einmal auf diesem liege" (27.10.2007).
PS: Ein Ende der Auseinandersetzungen in Eschenau ist nicht
absehbar. Aus Gründen des Umfangs kann diese hier aber nicht weiter dokumentiert
werden [Stand: 27.10.2007]. Eine Dokumentation der bisherigen
und nachfolgenden Ereignisse können Sie jedoch nachlesen unter
http://www.mainpost.de/mainfranken/fb/derfalleschenau/index.html
Man stelle sich vor, das alles wäre innerhalb von
Anhängern einer kleineren
Gemeinschaft passiert. Wie hätten die
"Weltanschauungsbeauftragten" der Kirche dann reagiert? So jedoch lenken
sie weiter von den Vorfällen in den eigenen Reihen ab und
erheben anderweitig falsche Anschuldigungen gegenüber religiösen Minderheiten
(vgl.
www.theologe.de/theologe12.htm).
Deshalb die Frage: Wann kümmern sie sich endlich um
die eigene "Weltanschauung" und über Abweichungen davon
und über negative Folgen in den eigenen Kirchengemeinden? Das wäre eigentlich ihr
Dienstauftrag (siehe
www.theologe.de/theologe12.htm#Allgemeinkirchliche_Aufgabe).
So könnte z.B. der evangelische Weltanschauungsbeauftragte Dr. Wolfgang Behnk den Eschenauern die
Ereignisse in ihrem Dorf anhand der Lehre Dr. Martin Luthers deuten
und ihnen auf diese Weise zu einem vertieften Verständnis ihres evangelischen
Glaubens helfen (siehe dazu auch hier).
Lesen Sie hier mehr zur Lehre von Martin Luther
und der Evangelisch-lutherischen Kirche über das Wesen des Menschen:
1) www.theologe.de/theologe1.htm,
insbesondere
www.theologe.de/theologe1.htm#12
2)
www.theologe.de/luther_geyer.htm
insbesondere:
http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#Gebote
http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#Iwand
www.theologe.de/luther_geyer.htm#toeten
http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#Verfuegungsgewalt
Aktualisierung: Nachdem die evangelisch-lutherische Kirche ihre späte
"Mediation" (= Vermittlungsbemühung) im Dorf mittlerweile [2008] abgeschlossen
hat, erschien jetzt das Buch von Heidi Marks im Fackelträger-Verlag in
Köln. Der Titel: Als der Mann kam und mich mitnahm. Die
Veröffentlichung wirft auch im Nachhinein kein gutes Licht auf die Pfarrerin des
Dorfes. So heißt es u. a.:
- Als die Pfarrerin kurz darauf Giselas Tochter sah, zeigte sich mit dem Finger
auf sie und sagte: "Bei der anderen ist es ja verjährt und bei dir ist ja nicht
viel passiert" (S. 132).
- Er [ein Journalist] erzählte Folgendes: "Ich war gestern Abend in Ihrem Dorf
in der Kirche beim Friedensgottesdienst. Als ich die Kirche verließ, kam die
Frau Pfarrer auf mich zu und sagte: ´Jetzt haben wir die Amerikanerin endlich
aus dem Dorf gejagt` ..." (S. 140)
Auch die Bemühungen des Regionalbischofs Wilfried Beyhl erscheinen nicht so edel
wie in der Lokalpresse teilweise veröffentlicht. So schreibt Heidi Marks:
- So bemerkenswert das Engagement des Regionalbischofs in der Presseerklärung
auch klang, bei seinem Spontanbesuch traf Beyhl kaum jemanden in Eschenau an.
Das Opfer Renate Rosenbaum war ebenso nicht zu Hause wie Sofie Holst, der der
Bischof - so kontrollierte an Tag darauf die Süddeutsche Zeitung - lediglich eine
Visitenkarte dagelassen habe. Was er aber machte, war, alle Journalisten über
seinen Besuch zu informieren. " Sich nicht anzumelden und dann öffentlich zu
erklären, man habe fünf Familien in Eschenau besucht, ist eines Bischofs nicht
würdig", sagt Sofie Holst später der Süddeutschen Zeitung. Einen zumindest
erreichte der Bischof: Heidi Marks´ Vater Adam Siebert ... Siebert wusste, dass
bereits drei Konfirmanden den Besuch in der Kirche bestreikten. "In diese Kirche
wollen die nicht mehr gehen" (S. 234).
Anmerkung: Seit einiger Zeit gibt es Überlegungen
und Untersuchungen, dass Sexualverbrechen in dörflichen landwirtschaftlichen
Umgebungen überdurchschnittlich ansteigen. Der denkbare Hintergrund: In der
Massentierhaltung arbeitet man teilweise mit Sexualduftstoffen, den so genannten
Pheromonen, um die Paarungsbereitschaft der Tiere zu erhöhen.
Dieser permanente "Fortpflanzungsdunst" springt
wahrscheinlich auch auf Menschen über und macht sie unter Umständen sexuell
enthemmter. Eine kühne, aber dennoch seriöse These und vielleicht auch ein
Faktor zur Aufarbeitung der Geschehnisse in Eschenau und in anderen Dörfern, in
denen ähnliches geschah bzw. geschieht. Einer der beiden mutmaßlichen Täter in
Eschenau war auch direkt als Landwirt tätig. Lesen Sie dazu z. B.
Gülle-Pheromone als Auslöser von Sexualverbrechen?
in
http://www.das-weisse-pferd.com/02_12/fortpflanzung.html#Sexualverbrechen
18.9. / 20.9.2007 -
Streng gläubige Katholikin warf ihr
Neugeborenes aus dem 10. Stock -
Die Mutter
(Monika K. aus Hamburg, 27 Jahre alt, "streng gläubige Katholikin"), die ihr Neugeborenes 30 Minuten nach der Geburt in
eine Plastiktüte steckte und von einem Hochhausbalkon warf, kommt mit einer
milden Strafe davon: drei Jahre und neun Monate Haft für Totschlag wegen
verminderter Zurechnungsfähigkeit (http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/18/urteil-mutter-hamburg/baby-10-stock,geo=2514186.html).
Bevor sie das Verbrechen gestand, hatte sie noch ihren islamischen Freund der
Tat bezichtigt: Er habe "das Baby in eine Tüte gestopft und vom Balkon geworfen"
(Bild, 5.9.2007). Die Polizei glaubte ihr und verfolgte zunächst den
Freund. Die Frau machte ihm zudem Vorwürfe, sie nicht heiraten zu wollen. Außerdem hätte er sie mit
anderen Frauen betrogen und viele Nächte in Spielsalons verbracht.
Der Mann erklärte hingegen: "Sie hatte Angst vor ihren katholischen Eltern.
Sie wollten keinen Moslem als Schwiegersohn. Aber das ist keine Entschuldigung.
Ich wäre für das Kind da gewesen." Und: "Sie ist so eiskalt." Der erste
Polizist am Tatort sagte vor Gericht aus: "´Es war schrecklich, das Kind in der
Folie. Ich fasste einen Knöchel an, sah das Blut.` Kurz nach seiner Aussage
brach der erfahrene Polizist zusammen, schlug sich die Hände vors Gericht – und
weinte" (Bild, 5.9.2007).
Zum Hintergrund: Ein Katholik muss nach der Lehre seiner
Kirche bei einer Eheschließung auch katholisch heiraten. Von dieser "Formpflicht"
einer katholischen Trauung kann
der einzelne Katholik jedoch unter bestimmten Bedingungen befreit werden, z.
B. wenn ein islamischer oder evangelischer Partner keine katholische Trauung
möchte. In
diesem Fall ist diese "Befreiung von der Formpflicht" (= Dispens) nur möglich, wenn die Frau der Kirche
versprochen hätte, das von ihrem islamischen Freund gezeugte Kind katholisch
zu taufen und zu erziehen. Dies ist die Bedingung der Kirche.
Andernfalls macht sich die Frau nach dem katholischen Kirchenrecht strafbar (siehe
hier). Die Folge: Ihr droht der Ausschluss von den katholischen Sakramenten, und sie gefährdet
damit nach katholischer Lehre ihr Seelenheil und das Seelenheil des Kindes - ein furchtbares
Droh- und Druckmittel gegenüber gläubigen Katholiken. Deshalb die Frage: Hat der Glaube
der sogar "streng" katholischen Frau sie deshalb
möglicherweise zu
dieser Verzweiflungstat getrieben? Hat sie das Kind vielleicht unbewusst lieber
getötet als zuzulassen, dass es vielleicht zu einem kleinen Moslem wird?
Denn die römisch-katholische Lehre sieht vor:
Bei einem ungetauft
gestorbenen oder ermordeten Säugling: Die "Internationale Theologische
Kommission" des Vatikan kam im April 2007 nach dreijähriger Beratung zu der
Schlussfolgerung, "dass es theologische Grundlagen und ernst zu nehmende
Liturgien gibt, die hoffen lassen, dass ungetaufte Säuglinge erlöst werden,
wenn sie sterben" (zit.
nach Spiegel online, 20.4.2007). Die bisherige Vorstellung einer Art
leidensfreien ewigen "Vorhölle" als endgültiger Bestimmungsort dieser Kinder sei
"zu
streng" gewesen.
Bei einem Moslem:
Hier gilt weiterhin folgender "unfehlbare" Lehrsatz:
[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] "glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz
Nr. 381, siehe hier).
Konkret: Hätte der moslemische Vater also einer
katholischen Taufe des Säuglings nicht zugestimmt und seinen Sohn
stattdessen islamisch erzogen, wäre das Kind nach römisch-katholischem
Dogma von der ewigen Verdammnis bedroht gewesen. Denn es
hätte durch seine Mutter diesen Glauben zunächst kennen gelernt. Und es hätte sich
nach "unfehlbarer" katholischer Lehre später von seiner islamischen
Erziehung distanzieren und in die Kirche eintreten müssen, um dem
angeblichen Schicksal grässlicher ewiger Höllenqualen zu entgehen (PS: Auch wenn diese
Lehrentscheidung heute
in der katholischen Kirche nicht besonders hervorgehoben wird, so wurde es eben doch als
"unfehlbare" "irrtumslose" Entscheidung des päpstlichen Lehramtes
so festgelegt, und die
Gläubigen werden bewusst oder unbewusst damit und geängstigt und innerlich
gebunden).
Von daher sollte geprüft werden, ob im Zusammenhang des Säuglingsmords
bzw. -totschlags auch ein Verfahren gegen den Papst bzw. gegen seinen
Stellvertreter vor Ort, dem Bischof von Hamburg, als Garanten und als
Verantwortlichen für die
römisch-katholische Verdammnis-Lehre, eröffnet werden muss.
22.10.2007 -
Ex-Priesteramtskandidat vergewaltigte
wahrscheinlich über 200 Jungen - Der gläubige Katholik Christopher
Paul Neil (32) aus Maple Rich/Kanada soll "Hunderte Kinder" vergewaltigt haben -
offenbar allesamt Jungen, die jüngsten sechs Jahre alt (Bild,
20.10./22.10.2007). Neil wollte ursprünglich katholischer Priester werden und ließ sich
von 1995-1999 im Priesterseminar zum katholischen Würdenträger ausbilden. Kurz
vor Ende der Ausbildung brach er diese jedoch ab und arbeitete dafür als Englischlehrer und
Jugendbetreuer in Südkorea, Vietnam und Thailand. Dort wurde er jetzt verhaftet.
Lesen Sie dazu auch
"Der Theologe Nr. 24 a":
Sex-Verbrechen - und Vergehen in der Kirche
PS:
Bevor jemand als Pädophiler tätig wird, hat er sich oft jahrelang damit
beschäftigt. In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2004 das Priesterseminar in St. Pölten/Österreich
geschlossen, nachdem dort u. a. Kinderpornographie auf Computer herunter geladen
wurde: insgesamt 40.000 Fotos und zahlreiche Filme. Der Wiener Pastoraltheologe
Paul Zulehner forderte zuvor den zuständigen Bischof Kurt Krenn auf, er solle
sich eingestehen: "Ich bin krank, mir setzt der Alkohol sehr zu" und er sei
nicht mehr in der Lage, "solche Zustände zu verhindern"
(http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E8691E7C1B7354A8DBE14E63E1991D2C9~ATpl~Ecommon~Scontent.html)..
29.10.2007 -
Katholik als "einer
der kaltblütigsten Täter der deutschen Justizgeschichte"
- Ronny
Rieken brachte in den 90er-Jahren zwei Mädchen um, vergewaltigte mindestens
14 weitere. Er war Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die ARD
bringt um 21 Uhr eine Dokumentation. Welche Bedeutung hat die
Konfessionszugehörigkeit? Um die konfessionellen Weltanschauungsbeauftragten zu
fragen: Wie hätten sie reagiert,
wenn Rieken keiner der "Söhne und Töchter der Kirche" gewesen wäre, sondern einer religiösen
Minderheit angehört hätte?
Siehe
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,513506,00.html.
28.4. / 5.5.2008 -
"Inzest-Drama" in katholischer Familie in Österreich - Verhinderte kirchliche "Anti-Sekten-Stimmung"
frühere Aufklärung? -
Der Elektro-Ingenieur Josef Fritzl aus
Amstetten in Niederösterreich (73), der seine Tochter 24 Jahre lang in einem
Kellerverlies ohne Sonnenlicht gefangen hielt und mit ihr sieben Kinder
zeugte, ist nach Angaben der Berliner Morgenpost Mitglied der römisch-katholischen Kirchengemeinde Amstetten-St.-Stephan und zahlt seinen Kirchenbeitrag an die katholische
Kirche in Österreich. "Wir haben hier eine funktionierende Gemeinde", sagt
Diakon Engelbert Lagler betroffen (Berliner Morgenpost, 29.4.2008).
Die Fritzl-Kinder wurden lt. Bild in der benachbarten katholischen
Kirchengemeinde Amstetten-St.-Marien in das kirchliche Leben eingeführt. "Die
drei Kinder, die die Familie adoptiert hat, wurden bei uns getauft und
bekamen in unserer Kirche die Erste Heilige Kommunion", so Pfarrer Franz
Halbartschlager (Bild, 5.5.2008).
Josef Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth nach deren Aussagen mit 11 Jahren das erste
Mal sexuell missbraucht, was dieser jedoch bestreitet. Seit ihrem 18. Lebensjahr sperrte er sie dann
auf jeden Fall 24
Jahre lang in sein dunkles Kellerverlies ein und missbrauchte sie dort
ständig - vor den Augen der Kinder. Drei davon (19, 18 und 5 Jahre) sahen niemals Sonnenlicht. Eines starb. Und
über die drei anderen log er: Elisabeth habe sich mit 18 Jahren einer
"Sekte" angeschlossen, habe die drei Babies jeweils nachts vor
seine Türe
gelegt und sei ohne weitere Kontaktaufnahme wieder in der "Sekte"
abgetaucht. Josef und seine Frau Rosemarie Fritzl haben diese drei Kinder
dann adoptiert. Fritzl hatte seine Tochter einst gezwungen, einen Brief zu
schreiben, in dem die damals 18-Jährige gebeten haben soll,
nicht nach ihr zu suchen," so ein Pressebericht (http://diepresse.com).
Und: "Mit dieser Darstellung soll er auch die Behörde getäuscht haben, die
ihm die [drei] Kinder anvertrauten. Der Verdächtige soll die Tochter [zudem]
gezwungen haben, [weitere] handschriftliche Briefe zu verfassen, um seine Behauptungen
zu untermauern" (Main-Post, 30.4.2008).
In der von
Kirchenvertretern über Jahrzehnte geschürten Anti-Sekten-Stimmung wird diese
erfundene Geschichte von den Behördenvertretern, in der Kirchengemeinde und
bei den Nachbarn bereitwillig geglaubt, denn sie passt genau in das von der
modernen "Inquisition" der Kirche gezeichnete "Sektenschema".
So fragt niemand nach. Fritzl "habe diese Geschichte mit einer
derartigen Sicherheit erzählt, dass niemand Verdacht geschöpft habe. ´Er war
so überzeugend, wie er gelitten hat und wie seine Familie [deswegen]
gelitten hat`", so der Bekannte Anton G. (Focus online, 3.5.2008).
Doch der Horror
passierte eben einmal mehr nicht bei einer von den Kirchen als "Sekte"
verteufelten kleinen Glaubensgemeinschaft, sondern wieder
einmal in den eigenen Reihen.
Jetzt flog alles auf, nachdem
Josef Fritzl
seine - mit seiner mittlerweile 42-jährigen Tochter Elisabeth gezeugte
- 19jährige Tochter Kerstin ins Spital ließ, nachdem diese todkrank wurde.
Zunächst versuchte der Katholik Fritzl die alte Masche: Seine Tochter
Elisabeth habe
ihre bei der "Sekte" todkrank gewordene erwachsene Tochter vor der Tür abgelegt,
damit Fritzl ihr helfe. Der katholische Pfarrer gab ihr bereits die "letzte
Ölung" (Bild, 5.5.2008), doch mittlerweile
geht es ihr besser. Als zur Ermittlung des Krankheitsverlaufs
polizeilich nach der Mutter gesucht wurde und diese nach Fritzls Plan dafür kurzzeitig die
"Sekte" verlassen soll, fliegt alles auf. Denn Elisabeth Fritzl packt aus, als man ihr
versichert hat, niemals mehr Kontakt zu ihrem Vater haben zu müssen.
Warum spielt es eine Rolle, dass Josef Fritzl römisch-katholisch ist?
Der Grund ist einfach: Welche Pogrom-Stimmung würden nämlich die kirchlichen
"Sektenbeauftragten" jetzt in den
Massenmedien anstimmen, wenn auch nur ein Bruchteil dessen, was in ihren Reihen passierte,
bei einer kleineren Gemeinschaft geschehen
wäre? Ganz Europa wäre gegen diese "Sekte" und alle anderen kleinen
Gemeinschaften aufgehetzt worden. Denn die Journalisten hätten die
Kirchenvertreter vermutlich auch gefragt, ob so etwas auch bei anderen kleinen
Gemeinschaften möglich sei, und die modernen Inquisitoren hätten wohl wieder
gesagt "Ja", so wie sie schon früher solche Anlässe geschickt genutzt
hatten, um alle ihnen missliebigen Andersgläubige über einen Kamm zu scheren und
niederzumachen. Doch einmal mehr ist der Täter römisch-katholisch. Aus
diesem Grund verschweigen die meisten Berichte das Glaubensbekenntnis
von Josef Fritzl. Würde er einer religiösen Minderheit angehören, wäre dies
völlig anders.
PS:
Sollte Josef Fritzl seine Taten übrigens bei einem Priester beichten und
dafür die kirchliche "Absolution" erhalten, kommt er nach
römisch-katholischer Lehre später trotzdem in den "Himmel". Und sollte seine
Tochter Elisabeth z. B. aufgrund ihrer Erlebnisse den Glauben an den "Gott" der katholischen Kirche
verloren haben, muss sie dafür später nach römisch-katholischer Lehre in die
ewige Hölle.
Lesen Sie dazu auch: "Der Theologe Nr.
18" - Der Glaube der Kirche
"Der Theologe Nr. 12" - Der
Sektenbeauftragte - der neue Inquisitor
26.5.2008 / 22.1.2009 -
Er hat sie
gebeten, sich nicht umzudrehen, und sie glaubte an eine Überraschung:
Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor ersticht seine Frau / Kurz darauf "besuchte er seine
Lieblingskirchen" und musizierte bei evangelischer Trauung / Täter "schiebt die Schuld indirekt auf Gott" /
Lebenslängliche Haft - Professor Hans-Martin Rauch (63) aus
Gmund am Tegernsee hat seine Frau erstochen und wurde dafür zu einer
lebenslänglichen Haftstraße verurteilt.
"Durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten"
Zu den Hintergründen: Professor Hans-Martin Rauch (63) bekleidete das "höchste Musikfunktionärs- und das profilierteste künstlerische Amt, das die bayerischen Protestanten zu vergeben haben" (Sonntagsblatt Nr. 51 vom 19.12.2004). Neben seinem Amt als Landeskirchenmusikdirektor (LKMD) war er auch Professor für Kirchenmusik an der Universität Bayreuth. Sein Lied "Die Sonne geht auf. Christ ist erstanden" steht im Evangelischen Kirchengesangbuch. Er hatte u.a. die "die hoch gerühmte Kantorenstellung an St. Sebald" in Nürnberg inne (Nürnberger Nachrichten, 21.1.2009), und er führte vor allem in Coburg-St.Moriz und später in Nürnberg und München große Oratorien auf (siehe z. B. http://www.bachchor-coburg.de/chor/geschichte.htm), und es gibt auch Musik von ihm zu kaufen. "Ohne Leidenschaft geht´s nicht", so der oberste evangelische Kirchenmusiker Bayerns bei seiner Verabschiedung im Jahr 2004. Und das Sonntagsblatt schreibt weiter, Rauch sei "durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten". Am 19.5.2008 hatte er dann seine Ehefrau Barbara Rauch (59), eine Pfarrerstochter, in der gemeinsamen Wohnung in Gmund-St.Quirin am Tegernsee mit einem Küchenmesser erstochen. "Die evangelische Pfarrerin von Bad Wiessee, Irene Geiger-Schaller, erklärte, die Gemeinde sei ´völlig fassungslos`. Rauch habe sich als Mitglied des Kirchenvorstands und nebenamtlicher Organist sehr im Gemeindeleben engagiert" (Neue Presse, 27.5.2008). Und nach Bekanntwerden der Tat hat auch die ehemalige Kirchengemeinde des Ehepaares in Coburg einen Konzertgottesdienst "für Familie Rauch" gehalten.
"Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen"
Am 20.1.2009 begann der Prozess. "Das Paar führte ein wohlhabendes Leben" (Abendzeitung, 21.1.2009). Doch Professor Rauch war hoch verschuldet, hatte nach seinen Angaben Angst, seiner Frau die Wahrheit über die Finanzen zu sagen. "Ich hatte das Gefühl, dass uns die finanzielle Last erschlägt. Das hätte sie nicht verkraftet", so sagt der Kirchenmusikdirektor (Altmühlbote, 21.1.2009). "´Da habe ich den Plan gefasst, uns zu töten`, sagt Rauch. Seine Frau habe er nicht zurücklassen wollen ´mit dem ganzen Mist`" (Fränkischer Tag, 21.1.2009). Doch ob sich seine Frau für so viel "Rücksicht" einst im Jenseits bei ihrem Mann bedanken wird? Auf Bitten seiner Tochter habe er dann den Selbstmord nicht ausgeführt. So "könne es ihm niemand vorwerfen, dass er den Wunsch der Tochter erfüllt und auf den Selbstmord verzichtet habe" (Altmühlbote, 22.1.2009). Doch diese Aussagen des Ex-Kantors über seine Selbstmordpläne sind "nach den Worten des Sachverständigen" "zweifelhaft" (Süddeutsche Zeitung, 22.1.2009). Auch das Gericht sieht es anders als der Angeklagte: "´Die Tat ist die Kumulierung Ihres vorherigen Verhaltens. Ihres Charakters`, sagt der Vorsitzende Richter Weitmann zum Angeklagten. Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen ... ´Das Leben der Frau ist vernichtet worden, damit sie bis zum Tod den Eindruck hatte, mit einem Strahlemann verheiratet zu sein`" (Nürnberger Nachrichten, 23.1.2009).
Ein Versuch, "Gott" mit in Verbrechen hinein zu ziehen
Anders der Kirchenmusiker: Er
"schiebt die Schuld indirekt auf den lieben Gott",
so die tz vom 21.1.2009.
Die tz
begründet ihren Satz mit Rauchs Worten: "Ich habe Gott gebeten, mir einen Weg zu zeigen. Es
kam nichts." Und in der ZEIT werden seine Worte wie folgt dargelegt: "Gott ... habe sich in Schweigen gehüllt. Sein Leben lang habe er selbst für Gott
musiziert und den Menschen musikalische Brücken gebaut, auf denen sie zum
Christentum gefunden hätten, schreibt R. sinngemäß in einem Brief, und in
der dunkelsten Stunde habe Gott ihn, Hans-Martin R., im Stich gelassen.
´Gott kann grausam sein und ungnädig`" (29.1.2009). Auf diese
Weise versucht er, "Gott" mit in sein Verbrechen hinein zu ziehen. Hierzu merkt
DIE ZEIT jedoch an, "dass auf R. eine Pension im höheren
Verwaltungstarif wartete, dass seine Frau Barbara ebenfalls verdiente, dass
er eine 74.000 Euro-Abfindung von der Landeskirche kassiert hatte und
wohlhabende Freunde und Verwandte besaß".
Und zum angeblichen Schweigen Gottes kann gesagt werden: Der Gott, den
Jesus lehrte, tat Seinen Willen z. B. durch die Zehn Gebote kund. Nach evangelisch-lutherischer Lehre sind
jedoch die Zehn
Gebote ("Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht ehebrechen", "Du
sollst nicht lügen" u. a.) anders als bei Jesus von Nazareth (z. B. Matthäus
19, 17) kein Weg zu Gott bzw. zum Seelenheil (näheres dazu siehe
hier). Es komme dafür stattdessen auf den
Glauben an.
"Die Ehefrauen dieser Leute leben noch"
Und es gibt weitere Hintergründe: Der Landeskirchenmusikdirektor a.D. hatte
"während seiner
35-jährigen Ehe fast ständig verschiedene Geliebte gehabt"
(Altmühlbote, 22.1.2009). Hinzu kamen zwei außereheliche Kinder. "´Es entsteht der Eindruck, dass Sie während der
Ehe permanent zwei-
Messerstich in den Rücken, in das Herz und in den Bauch
Die Nürnberger Nachrichten schreiben über den Tathergang: "Den Ermittlungen zufolge wandte ihm die
Frau am Tatabend den Rücken zu, als er die Küche betrat. Er soll sie gebeten
haben, sich nicht umzudrehen - und sie soll in dem Glauben gehorcht haben,
er wolle sie mit den Unterlagen für die geplante Andalusien-Reise
überraschen" (18.1.2009). In Wirklichkeit hielt er ein 15 cm langes Küchenmesser in seiner Hand und stach zu -
nach Angaben seines Verteidigers, "um ihr den Schrecken des Todes" zu
"ersparen" (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009).
Und in der Abendzeitung heißt es weiter: "Barbara drehte sich um,
fragte: ´Was ist denn los?` Rauch: ´Sie hat das gesagt, als ob sie Mitleid mit
mir hätte oder mit mir reden wollte`"
(21.1.2009). Da
hielt ihr der Kirchenmusikdirektor a.D. den Mund zu und stach noch zweimal zu, einmal
ins Herz, dann in den Bauch.
Danach nahm er Schmuck, offenbar von seiner Frau, an sich und fuhr bis
nach Ostdeutschland, "besuchte seine Lieblingskirchen",
zündete Kerzen für seine Frau an (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009). Die
Neue Presse Coburg schreibt, dass er am folgenden Tag zunächst
"ein paar Schmuckstücke in München" verkauft hatte, "um seine
´Gedächtnisfahrt` zu finanzieren. Zuvor hatte er an der Frühmesse
teilgenommen" (21.1.2009). Und nach
seiner Rückkehr
musizierte bei einer
evangelischen Hochzeit (Münchner Merkur, 21.1.2009). Die Leiche seiner
Frau ließ er die ganze Zeit über in der Wohnung liegen. Es dauerte sechs Tage,
bis die Vermieterin sie fand. Danach floh der Musiker, stellte sich jedoch
schließlich der Polizei und gestand. Das Landgericht München II verurteilte ihn
am 22.1.2009 zu lebenslänglicher Haft.
Trägt Martin Luthers Lehre zur Enthemmung beim Sündigen bei?
Versucht man das Geschehen mithilfe der Lehre
Martin Luthers zu begreifen, dann kann man zunächst sagen:
Laut der Lehre Martin Luthers besitzt der Mensch keinen freien Willen,
sondern wird entweder von Gott oder vom Teufel "geritten" (siehe
hier). Zudem lehren
die beiden Großkirchen, dass Jesus bei seiner Kreuzigung angeblich alle
Sünden der Menschen weg genommen habe.
Und so textete auch Hans-Martin
Rauch in seinem Lied: "Mit unseren Sünden ist Christus gestorben und hat für
uns dadurch Freiheit erworben". Diese Lehre hat sowohl bei Martin Luther (siehe
Der Theologe Nr. 3) als auch bei vielen
seiner Nachfolger (vgl. auch Der Theologe
Nr. 21 über Pastor Klaus Geyer) offenbar mit zu einer Enthemmung
beim Töten beigetragen, da auch diese Sünde nach diesem Glauben ja von
Christus hinter her weggenommen würde (zum Sachverhalt siehe jedoch
Der Theologe Nr. 35 über die
evangelische Rechtfertigungslehre). Und auch der protestantische
Musikdirektor hatte ja vor der Tat zu seinem Gott gebetet (siehe
hier).
Und Martin Luther
lehrte ja im Zusammenhang seines Glaubens sogar weiter: "Pecca fortiter, sed
fortius fide" (= Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer). Wie ist
das, wenn sich ein Nachfolger Luthers diese bekannte Aussage zum Leitsatz
macht, wie das vielfach geschieht? Sticht er dann im Konfliktfall nicht
vielleicht schneller zu oder drückt schneller ab oder schlägt schneller zu
als jemand, den sein Gewissen vielleicht im letzten Moment noch davon
abhält?
"Unheilige Allianz" von "Beamtentum und Metaphysik"
Die erneute
furchtbare Familientragödie in der evangelisch-lutherischen Kirche sollte
deshalb dazu führen, die Lehre Martin Luthers einmal darauf hin zu prüfen, inwieweit
sie bei solchen Verbrechen mit eine Rolle spielten könnte, z. B. die
angebliche Wegnahme aller Sünden nur durch Glauben (siehe oben), der
Lehrsatz vom "tapfer Sündigen" (siehe oben) und die Leugnung
eines freien Willens.
Nach der Lehre
Martin Luthers wird nämlich der Mensch entweder von Gott oder vom Teufel "geritten". Der
Mensch könne sich jedoch nicht für den einen oder anderen entscheiden, sondern
Gott und der Teufel machen das unter sich aus, wer jeweils gewinnt. Das
glaubt man kaum, doch so ist die Lehre Luthers. Was könnte also der
lutherische Musikdirektor dann dafür, falls sich der Teufel hier nach
lutherischer Lehre gegen Gott durchgesetzt hat? (zum Sachverhalt allgemein aus
evangelisch-lutherischer Sicht siehe
hier)
Und DIE ZEIT schreibt: "Was ist das
für eine Kirche, in der Beamtentum und Metaphysik eine so unheilige Allianz
eingehen, dass ein leitender Kirchenmusiker kein Verantwortung mehr auf sich
nimmt?" (29.1.2009)
So sollte auch einmal geprüft werden, wie weit
diese Lehre überhaupt mit den ethischen Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft
im Einklang steht und ob sich Martin Luther als Vorbild z. B. für Schüler im
Religionsunterricht überhaupt eignet (vgl. dazu auch
Der Theologe Nr. 3). Wäre der Täter Mitglied
einer kleineren
Glaubensgemeinschaft, würde man eine solche Prüfung sicher vornehmen. Doch wann
wird einmal Martin Luther hinterfragt und der lutherische Glauben? Zu den
Hintergründen siehe auch Der Theologe Nr. 1.
PS:
Wir urteilen nicht über Landeskirchenmusikdirektor a.D. (LKMD a.D.) Hans-Martin Rauch. Sondern er steht für
uns hier als Vertreter einer Institution, die selbst eine hochproblematische
Ethik vertritt und Vergehen in den eigenen Reihen auf andersgläubige
Minderheiten projiziert und diese bekämpft statt sich einmal selbst zu
hinterfragen (siehe dazu Der Theologe Nr. 12). Einige
weitere grundsätzliche Hinweise dazu, warum wir
deshalb solche Meldungen aus den Reihen der Kirche veröffentlichen, lesen Sie
hier in unserer Einleitung.
24.3.2009 -
Bundestag untersucht Zwangsarbeit und Misshandlungen von Kindern in kirchlichen
Heimen -
Die Angst ging um in der jungen Bundesrepublik
Deutschland: Kindern und Jugendlichen, die von 1945 bis in die 70er-Jahre hinein
nicht ins Schema passten, drohte das Heim, zu 75 % ein evangelisches oder
römisch-katholisches Heim, die übrigen Heime waren staatlich. Bereits wenn ein
Kind unehelich war, konnte es der Mutter weg genommen werden, wenn ein
"besorgter" Nachbar die Mutter bei den Behörden wegen ihres
Lebenswandels denunzierte. Initiativen
ehemalige Heimkinder möchten jetzt, dass die Opfer für die
Menschenrechtsverletzungen entschädigt werden. Betroffen sind ca. eine halbe
Million ehemalige Heimkinder. Ein Runder Tisch des Deutschen Bundestags sammelt
zunächst Fakten. Worum es geht, dokumentiert u. a. auch ein Artikel des
Evangelischen Sonntagsblattes aus München, Nr. 10/2009:
- "Betroffene sprechen von Freiheitsentzug, Demütigung, gar Misshandlung, was
ihnen widerfuhr".
Ein Beispiel: Das ehemalige Heimkind Sonja Djurovic, heute 59 Jahre alt,
damals im Mädchenheim "Ruth", das das Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe in
Neuenmarkt-Wirsberg in Oberfranken führte. Der heutige Rektor der Hensoltshöhe
entschuldigte sich nach Bekanntwerden der damaligen Situation bei der
Betroffenen.
- "´Wir wurden gequält, tagein, tagaus.` Sechs Tage in der Woche eingesperrt,
nähte sie, Damenkleidung - und zwar im Akkord, schon als 15-jähriges Mädchen.
Die jungen Schneiderinnen erhielten für ihre Tätigkeit 15 Mark Taschengeld im
Monat. Doch zum Ausgeben blieb nicht viel: Shampoo und Seife mussten sie davon
selbst kaufen - und zwar im Heim."
Sozialbeiträge wurden in der Regel nicht bezahlt. Die Kinder wurden als
Arbeitssklaven missbraucht.
- "Nur sonntags zum Kirchgang durften die Mädchen raus, aber ´... in
Zweierreihen und im Gänsemarsch`".
- "Briefe wurden zensiert, Radiohören war verboten ... Selbst bei den wenigen
erlaubten Fernsehsendungen durfte nicht gesprochen werden, und die Mädchen
tauschten sich über Zettel aus. Wer das Redeverbot brach, musste zur Strafe eine
Zeit lang einfach zusammengeflickte Hauskleider tragen, in denen man wie eine
´Vogelscheuche` aussah."
- "Immer wieder hätten die jungen Schneiderinnen, damit sie aus diesem
Heimgefängnis wenigstens ins Krankenhaus gelangen konnten - oder weil sie
Selbstmord begehen wollten? - Stecknadeln geschluckt! Aber die Diakonissen
wussten ein probates Gegenmittel: Sauerkraut zum Abführen mussten die Mädchen
essen, und also blieben sie eingesperrt im Heim."
Das Sonntagsblatt schreibt allgemein:
"´Die Kirchen müssen sich entschuldigen, wir Opfer wollen vor allem Genugtuung`,
fordert ein Sprecher des Vereins [ehemaliger Heimkinder]. Die Kirchen müssten
das Geschehene aufarbeiten, den Opfern psychologische und therapeutische Hilfen
bieten, aber auch finanzielle Entschädigungen gewähren. Auch finanziell machen
sich die Jahre im Heim bemerkbar. So ist in jedem konkreten Fall zu klären, ob
´Ehemalige` eine niedrige Rente bekommen, da die Heimbetreiber keine
Sozialversicherungsbeiträge abführten, obwohl die Jugendlichen ja gearbeitet
haben."
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom
20.2.2006 und
4.10.2006
25.3.2009 -
Streng gläubige
Katholikin erschlägt Mutter mit Kruzifix -
Im weltberühmten
katholischen Wallfahrtsort Lourdes in Frankreich erschlug eine 34-jährige streng
gläubige Katholikin ihre 81 Jahre alte ebenfalls streng gläubige Mutter im
Schlaf. Die Tatwaffe: Ein Kruzifix (siehe dazu auch unten).
Die Täterin hatte sich eigenen Angaben zufolge zuvor in einer "Vision" "als
Teufel gesehen" (Abendzeitung, 25.3.3009). Nach dem Mord hatte sie selbst
die Polizei alarmiert.
Warum wir solche Meldungen dokumentieren, siehe hier.
12.4. / 7.5. / 31.7.2009
-
18-Jähriger in
Haft und
sein Freund hat bereits gestanden: Gläubiger junger Mann hat in der Nacht zum Karfreitag
offenbar seine
ganze Familie erschossen / Anklage: Er wollte an das Geld seiner Familie
- Lesen Sie hier.
25.9. / 28.9.
/ 8.10.2009 -
Dreifach-Mord
an Kindern: "Streng katholisch" aufgewachsene Pfarramtssekretärin überschüttet ihre drei Kinder und sich
mit Benzin und zündet alle an - Sie war die "gute Seele der Gemeinde"
und sei jetzt beim "Herrn"
- Bestialischer Feuermord bei Berlin - Vor einigen Jahren legte sich
eine Vize-Vorsitzende eines lutherischen Kirchenvorstands mit ihren drei
Kindern bei eisigen Temperaturen zum Erfrieren auf ein Feld (siehe
hier). Wie sie eine mögliche Gegenwehr der Kinder ausschaltete, ist bis
heute nicht bekannt.
Ursula W., die römisch-katholische Pfarrbüro-Sekretärin aus Berlin-Altenglienicke,
die "gute Seele der Gemeinde", gab ihren Kindern, elf, zehn
und sechs Jahre alt, vorher Tabletten, wahrscheinlich als Betäubungsmittel.
Doch man fand Benzindämpfe in den Lungen der verkohlten Leichen. Das heißt: Sie
verbrannten bei lebendigem Leibe im Auto der Familie - ein bestialischer
Dreifach-Mord. Denn selbst dann, wenn man einen Menschen vor dem Mord betäubt,
die Seele ist voll schmerzempfindlich - ganz abgesehen davon, dass man wohl
aufwacht, wenn man am ganzen Leib zu brennen beginnt. Der Ehemann wusste nichts und
wurde von den Abschiedsnotizen der Frau entlastet (u. a. Bild, 25.9.2009). Die
Nachbarin, "die in einem nahen Seniorenheim lebt, hatte das Ehepaar immer
sonntags beim Kirchgang gesehen" (Berliner Morgenpost, 25.9.2009).
"´Sie kam gestern noch zur Arbeit, alles war ganz normal. Sie war die
gute Seele der Gemeinde`, sagte der Pfarrer" der römisch-katholischen
Kirchengemeinde Christus König in Adlershof ... (Berliner
Zeitung, 25.9.2009; Tagesspiegel, 25.9.2009). Christa W. war nicht
nur seit 15 Jahren Sekretärin der Gemeinde, sie war auch "überaus engagiert im
Frauenverein der Kirchgemeinde aktiv", so eine Nachbarin (Berliner
Morgenpost, 25.9.2009).
"Vermutlich litt die streng katholisch aufgewachsene Frau unter schweren
Depressionen" schreibt die Berliner BZ (25.9.2009). Doch die veräußerlichte Kult- und Dogmenreligion des Katholizismus mit seinen
Drohbotschaften gegen Abweichler und Aussteiger gibt immer weniger Menschen Halt. Viele
Anhänger werden stattdessen in unsägliche seelische Not gestürzt, mit der sie
nicht mehr klar kommen. Nur eines soll nach kirchlicher Lehre angeblich noch
schlimmer sein als die Hölle, die die streng katholische Ursula W. ihren Kinder
und sich selbst zubereitete: die ewige Hölle für Kirchenaussteiger und
Ungläubige, die sich der katholischen Kirche nicht anschließen, obwohl sie diese
kennen. Doch das trifft auf Christa W. nicht zu, denn sie blieb immer treu
katholisch, weswegen ihre Morde gar keine so schlimmen Konsequenzen haben als
wenn sie z. B. aus der Kirche ausgetreten wäre.
"Der Herr nimmt
die Schuldigen und Unschuldigen auf ...", so deshalb auch der Weihbischof bei
ihrer römisch-katholischen Beerdigung (Bild, 8.10.2009). Fragt sich nur,
welcher "Herr" sie im Jenseits in Empfang genommen hat.
Mit Christus,
der die Menschen zur Selbsterkenntnis und zur Heilung von seelischem Leid führt
und der das Halten der Gebote und das Gesetz von Saat und Ernte lehrte,
hat das alles nichts zu tun. Katholisch und christlich sind zweierlei. Auch
lehrte Christus keine ewige Hölle, sondern ein Ende jedes Leids - allerdings
erst, wenn alles Negative wieder gut gemacht ist (z. B. Matthäus 5, 25-26).
Der katholische Betrug und das christliche Leben sind letztlich nicht vereinbar.
17.11./ 2.12.2009 -
Großbritannien: Waisenkinder über kirchliche Einrichtungen als Zwangsarbeiter
und Sex-Objekte nach Australien deportiert
- bis in die 70er-Jahre des 20.
Jahrhunderts.
http://www.fr-online.de/top_news/2084424_Waisentransport-nach-Australien-Vom-Empire-verstossen.html
Betroffen sind ca. eine halbe Million Kinder seit Ende des 2.Weltkriegs. Die
Regierung Australiens hat sich jetzt entschuldigt, die Kirchen noch nicht. Doch
auch aus Deutschland werden immer mehr Grausamkeiten enthüllt. 75 % aller Heime
waren dort in kirchlicher Hand. Siehe die nachfolgenden Zeilen:
Unvorstellbares Leid in der Bundesrepublik Deutschland: Folter und
Gewaltherrschaft in den kirchlichen Kinderheimen
http://www.welt.de/politik/deutschland/article5239904/Die-Gewaltherrschaft-in-deutschen-Kinderheimen.html
Die Auszüge erinnern teilweise an die Zeit der früheren Inquisition bzw.
teilweise auch an eine Fortsetzung der Konzentrationslager nach 1945: "Ich
habe es gekriegt im Namen von Gottvater, Sohn und Heiligem Geist".
Ordensschwester schlagen mit ihren Gürteln unbarmherzig zu, die mit den "drei
Knoten der Dreieinigkeit" verknotet wurden. Andere Nonnen liefen ständig mit der
Peitsche umher, um Kinder zu schlagen / Kinder wurden zusammengeschlagen und die
ganze Nacht im Nachthemd auf kalten zugigen Flur gestellt, andere in den
Schweinestall gesperrt und dort mit Schweinefutter gefüttert, andere mussten ihr
Erbrochenes essen / Pfarrer hat Kinder im Beichtstuhl zur Strafe dafür
vergewaltigt, dass das Kind sein Geschlechtsteil berührt hat. Nach ihm wurde
2005 ein kirchliches Haus benannt. / Ein Mädchen bekam eine neue Identität: "Du
bist die Geburt des Teufels. Deinen Namen kannst du hier vergessen. Ab heute
bist du Nummer 22." Usw. usf. Auch ein neues Buch ist erschienen über ein
evangelisches Kinderheim. Es heißt Endstation Freistatt. Betroffen sind
in Deutschland ca. 700.000 Kinder.
2.12.2009 - Die
Süddeutsche Zeitung vom 13.11.2009 beschreibt den "Rückmarsch der Kirche
in den Fundamentalismus" und schreibt u. a.:
"Der Rückmarsch in den
Fundamentalismus ist auch ein Politikum. Die evangelische wie die katholische
Kirche haben in Deutschland bis in die 1970er Jahre Straflager für Jugendliche
ab 14 Jahren betrieben ... Die Opfer verlangen nun mit Recht, aber bisher
vergebens, auch eine theologische Aufarbeitung dieser Verbrechen. Die Affinität
christlicher Opferkult- und Moralvorstellungen zur Gewalt ist ein Kennzeichen
des christlichen Fundamentalismus ..."
Aus diesem und vielen weiteren Gründen fordern die Freien Christen:
Die evangelische und die katholische Kirche dürfen sich nicht mehr
christlich nennen. Die Freien Christen haben dazu auch eine ausführliche
Dokumentation vorgelegt.
30.11.2009 -
Katholische Hilfsorganisationen unterstützten Rebellen, die im Kongo Massaker
verübten -
Siehe
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2009%2F11%2F27%2Fa0164&cHash=615b7b776b
- Aufgrund von Massakern ist unseres Wissens bisher noch kein Katholik
exkommuniziert worden.
1.8.2009 / 26.1.2010 -
Religionsbekämpfung in Deutschland - Nur Ladehemmung eines Maschinengewehrs
verhinderte Massaker an Zeugen Jehovas / Anklage wegen 81-fachen Mordversuchs -
In Deutschland besteht durch den Rufmord und die
Verleumdungen der evangelischen und katholischen Sektenbeauftragten gegenüber
religiösen Minderheiten die Religionsfreiheit leider nur auf dem Papier (siehe dazu
Der Theologe Nr. 12). Wem die Kirche das
Etikett "Sekte" anheftet, der wird immer wieder ausgegrenzt, diskriminiert, vor
Gericht benachteiligt, und ihm werden vielfach normale bürgerliche Rechte nicht gewährt
(siehe dazu auch in Der Theologe Nr. 4).
Zudem wird schon den Schülern im staatsfinanzierten konfessionellen Religionsunterricht das
Feindbild "Sekte" eingeimpft. Zu den beliebten Anschuldigungen der Kirche
gehört, dass "Sekten" angeblich die Familien
zerstören würden.
Weil seine 61jährige Stieftochter schon vor über 40 Jahren Mitglied bei den Zeugen Jehovas
wurde, wollte sich der 82-jährige Horst A. aus Halle in Westfalen im Jahr 2009 an dieser Glaubensgemeinschaft
rächen.
Nach kirchlicher Lehre würde die Tochter durch den Abfall von der kirchlichen
Lehre später ewig verdammt (siehe dazu Der Theologe
Nr. 19 und Der Theologe Nr. 18). Und nur die
plötzliche Ladehemmung seines Maschinengewehrs verhinderte offenbar ein Massaker
mit vielen Toten im Königreichsaal der Zeugen Jehovas in Bielefeld. Seit dem
25.1.2010 muss sich Horst A. nun wegen 81-fachen versuchten Mordes vor dem
Landgericht in Bielefeld verantworten.
Während manche deutschen Medien das geplante Blutbad zum Anlass nahmen, um kirchliche
Vorwürfe gegen die Zeugen Jehovas zu wiederholen, verschweigt man die Konfession
des verhinderten Massenmörders. Die Süddeutsche Zeitung schreibt
allerdings über ihn: "Zudem missbillige er ihre Bibelauslegung zutiefst"
(26.1.2010), wozu z. B. gehört, dass die Zeugen Jehovas unter Berufung auf
den Friedenslehrer Jesus von Nazareth Wehrdienst und Kriege ablehnen. Horst A.
kämpfte demgegenüber im 2. Weltkrieg in der deutschen Wehrmacht als Soldat an
der Ostfront - mit dem ausdrücklichen Segen aller katholischen und evangelischen
Bischöfe in Deutschland. Die Zeugen Jehovas wurden in dieser Zeit
zu Hunderten in den Konzentrationslagern
ermordet. Weitere sachdienliche Hinweise, auch im Hinblick auf eine
eventuelle geistige Mittäterschaft, nehmen wir
entgegen.
Zum Sachverhalt:
http://www.haller-kreisblatt.de/hk-templates/nachrichtendetails/datum/2009/08/01/zum-toeten-fest-entschlossen/
|
Wegen der unübersehbaren Fülle der Verbrechen und Vergehen in der Kirche werden die Ausgaben Der Theologe Nr. 24, 24a und 24b an dieser Stelle abgeschlossen. Die Fortsetzung lesen Sie in Der Theologe Nr. 43 (Schwarzbuch "Katholische Kirche") und Der Theologe Nr. 44 (Schwarzbuch "Evangelische Kirche"). |
Lesen Sie auch:
Ausgabe Nr. 24 a: enthält noch mehr sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 24 b:
enthält noch mehr
andere Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 21:
Pfarrer Geyer und die
evangelisch-lutherische Lehre vom grausamen Gott
Sowie gratis
erhältlich die Aufklärungsschrift:
Das Priesterjahr - Lasset die Kinder zu mir kommen, denn sie sind ohne
Arg - Schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrer Postadresse an
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|
Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
interessanter Texte.
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Inhaltsverzeichnis
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1 - Luther-Evangelische Lehre
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[
2 - Reinkarnation
]
[
3 - Luther-Christus
]
[ 4 - Kirche-Holocaust
]
[
5 - Paulus
] [
7 - Urchristentum-Tiere
]
[ 8 - Bibel
] [
12 - Sektenbeauftragte ]
[
14 - Hieronymus-Bibel ]
[ 15
- Qumran ] [
16 - Papst ]
[
17 - Organspende ]
[
18 - Glaube der Kirche
]
[
19 - Keine ewige Hölle ]
[
20 - Propheten ]
[ 23 - Kirche-Staat
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[
25 - Götzenkult Kirche ]
[
28 - Luther-Juden ]
[
31 - Tiere-Kirche ] [
33 - Zehn Gebote ]
[ 34 -
Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre
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[
40 -Taufe ] [
41- Apokalypse ]
[ 45 -
Maria ]
[ 46 - Kirchensubventionen
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[ 47 - Gotteserfahrung
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[ 48 - Positives Denken
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[ 49 - Prädestination ]
[ 50 - Genmanipulation
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[
51 - Petrus-Kirche ]
[ 53 - Atomkraft
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[ 54 - Papst Ratzinger
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[ 55 - Beichtgeheimnis
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[
57 - Pius XII. ]
[ 58
- Kreuzigung ]
[ 59 - Abendmahl ] [
60 - Mahnmal für Kirchenopfer
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[ 61 - Nachruf auf Kirche
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[ 62 - Reliquien
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[ 63 - Pfarrer
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[
64 - Hildegard von Bingen ]
[ 66 - Kaiser Konstantin
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[
FC 1 - Kirchenaustritt
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