DER THEOLOGE
Nr. 19
Es gibt keine ewige Verdammnis
Auch nicht in der Bibel
Die ehemalige katholische Theologieprofessorin Dr. Uta
Ranke-Heinemann schreibt: "Jesus war ein Anti-Höllen-Prediger, ihm wurden
lediglich jüdische Höllenvorstellungen in den Mund gelegt, wie der evangelische
Theologe Rudolf Bultmann [in: Geschichte der synoptischen Tradition,
Göttingen 1931] nachgewiesen hat. Das Christentum wurde die einzige
Weltreligion, in der die Hölle ewig dauert. Bei den Moslems z. B. dauert sie nur
solange ´Allah, der Allerbarmer, es will` (Sure 6, 128 und Sure 11, 107)"
(Beilage "Papst" der Zeitschrift Junge Welt vom 21.9.2011).
Doch selbst wenn alle biblischen Aussagen von Jesus auch tatsächlich von diesem
stammen würden, so lässt sich daraus - wie wir in dieser Ausgabe des
THEOLOGEN darlegen - keine "ewige Hölle" ableiten, so
dass man sagen kann: Die kirchliche Lehre von einer ewigen Verdammnis
stammt nicht von Jesus. Doch solches lehrt auch das Judentum nicht,
wie nachfolgend aufgezeigt wird. Und eine solche
Lehre entspricht auch nicht dem Gesamtzeugnis der Bibel, wenn man Altes und
Neues Testament zusammen betrachtet.
Diese Lehre ist stattdessen römisch-katholische bzw. evangelische Glaubenslehre, und
sie wird von den
Kirchen in die Bibel und in bestimmte Aussagen von Jesus hinein projiziert.
Worum geht es bei dieser kirchlichen Lehre genau? Die römisch-katholische Kirche hat diese
Lehraussage unumkehrbar als ihre Glaubens-"Wahrheit" und damit als "Dogma" definiert, was z. B. nachzulesen ist in dem Buch
Josef Neuner - Heinrich
Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, neu bearbeitet
von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger,
Regensburg 1971, 13. Auflage 1992, ISBN
3-7917-0119-3. Dort
ist dieser Glaube vor allem niedergelegt in den dogmatischen Lehrsätzen Nr.
891 -
905.
Ewig verdammt seien demnach alle, welche die
römisch-katholische Lehre nicht vollständig annehmen und nicht die
Entschuldigung einer
"unverschuldeten
Unkenntnis" haben. Die Belege hierfür finden sich im Einzelnen
aufgeführt in
Der Theologe Nr. 18.
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Würde Gott, der Ewige, nur eines Seiner Kinder strafen und in eine "ewige Verdammnis" sperren und ewigen Höllenqualen aussetzen müssen, dann wäre die Sünde größer als Gott! |
Die evangelisch-lutherische Kirche und die anderen evangelischen Kirchen
haben
am Kern dieser Lehre nichts geändert. Sie haben
allerdings den Kreis der angeblich
"ewig Verdammten" anders definiert
als die Papstkirche in Rom. Viele
aus katholischer Sicht ewig Verfluchte seien demnach durch den evangelischen Glauben gerettet,
der ihnen nach dem Hören der evangelischen Predigt und dem Empfang der
evangelischen Sakramente geschenkt würde (vgl. Augsburger Konfession, CA
V). Doch die aus evangelischer Sicht angeblich ewig Verfluchten trifft es insofern
besonders hart, da sie während ihres Erdenlebens aus freiem Willen ihr Schicksal
angeblich gar nicht wenden können
(vgl. Augsburger Konfession, CA XVIII). Sie würden vielmehr vom Teufel
selbst in die Hölle hinein geritten, ohne dass sie das verhindern könnten, wie
beispielsweise Martin Luther selbst in seiner
Schrift Vom geknechteten Willen darlegt
(siehe dazu
http://www.theologe.de/theologe1.htm#Keine_Seligkeit). Außerdem hat die evangelische Kirche
die Lehre vom
"Fegefeuer" als Vorstufe zum Himmel gestrichen, so dass es aus
evangelischer Sicht nach dem Tod
angeblich sofort heißen soll:
"Schwarz" oder
"Weiß".
Demgegenüber glaubt die römisch-katholische Kirche für eine dritte Gruppe noch an ein
"Fegefeuer"
vor deren Eintritt in den Himmel.
Besonders skurril stellt sich diese Situation für überzeugte protestantische
Theologen oder Prediger dar, die zum Teil vehement die Lehre von der ewigen
Verdammnis vertreten und zu deren Bekräftigung zahlreiche Bibelstellen anführen,
welche diesen Glauben angeblich belegen. Nach dem verbindlichen und
"unfehlbaren"
Lehrgut der römisch-katholischen Kirche
zählen nämlich ausgerechnet jene evangelischen Verfechter dieser furchtbaren Lehre später selber zu den ewig Verdammten, wenn sie
"sich nicht vor dem
Tod ihr [der römisch-katholischen Kirche]"
anschließen, wie es im Lehrsatz
Nr. 381
nachzulesen ist
(siehe dazu auch unten). Darüber sprechen der Papst und die katholischen Kirchenführer
allerdings nicht so gerne, da sie den Druck auf die Evangelischen im Rahmen der
"Ökumene"
nur vorsichtig erhöhen, und sie zitieren deshalb lieber aus
"harmloseren"
und unverbindlichen
ökumenischen Verlautbarungen.
Bei diesem Thema möchten wir vorab auch noch eines klarstellen: Uns geht es hier nicht darum,
die Bibel oder einzelne ihrer Inhalte zu verteidigen. Sondern uns geht es darum,
das grausame Gottesbild der Kirchen und teilweise auch der Bibel zu entlarven;
nämlich dort, wo auch die Bibel grausam ist. Und hier gibt es noch einiges
Schlimme, was mit Gott und Christus nichts zu tun hat (vgl. dazu
"Der Theologe Nr. 8" - Wie der Teufel in der Bibel
hauste), auch wenn die Bibel auf´s Ganze gesehen zumindest keine ewige
Verdammnis lehrt.
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Ewige Hölle
für alle? |
Wenn bibelgläubige Theologen der Kirchen jedoch streiten oder diskutieren wollen, ihre
Verdammnislehren trotz der nachfolgenden Darlegungen weiterhin mit ihrer Bibel
begründen zu wollen, dann mögen sie dies tun. Dann mögen sie sich auch weiterhin
ihre (Reiß-)Zähne an dem ausbeißen, was wir hier vortragen. Doch wenn der Tag
gekommen sein wird und sie für ihre Lehren Rechenschaft ablegen müssen, dann
wird ihnen vielleicht auch folgende Frage gestellt: "Wie lange wollt ihr euch noch hinter
eurer Bibel verstecken? Hättet ihr Sie mit Herz und Verstand gelesen, dann
hättet ihr manches anders verstehen können. Doch wo war euer Herz und wo war euer
Verstand? Wer seid ihr wirklich hinter eurer frommen Maske?"
Nachfolgend zunächst einige kirchliche
Lehrdokumente im Wortlaut. Anschließend gehen wir in dieser Studie der
Frage nach, welcher Zusammenhang zwischen Folter und Scheiterhaufen einerseits
und der kirchlichen Lehre der ewigen Verdammnis besteht. Weitere Inhalte siehe
im Inhaltsverzeichnis:
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(a) Quellentexte zur römisch-katholischen Kirche: Verbindliche bzw. sogar [bei Fettdruck] "unfehlbare" Lehraussagen der Römisch-Katholischen Kirche, zit. nach Josef Neuner - Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche, 13. Auflage, Regensburg 1992, Glaubenswahrheiten Nr. 381, 896, 898, 905, 891; dort finden Sie mehr Information zur Herkunft des Dogmas bzw. des Lehrsatzes:
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Folter und
Hinrichtung von Andersgläubigen
Beide Großkirchen lehren eine jenseitige ewige Verdammnis, in der die davon
Betroffenen furchtbare Qualen erleiden sollen. Bevor diese Lehre hier näher
untersucht wird, jedoch zunächst ein Blick ins Diesseits. Denn den kirchlichen Jenseitslehren entsprechen teils furchtbare kirchliche
Praktiken im Diesseits. So haben Kirchenlehrer im Laufe der
Geschichte auch bestialische
Folter- und Hinrichtungsmethoden gegenüber Andersdenkenden erfunden, die den
Eindruck erwecken, als seien sie ein Vorgeschmack auf eine spätere ewige
Verdammnis; nachzulesen z. B. unter
http://www.theologe.de/LInquisition.htm.
Nachfolgend hier ein Ausschnitt aus diesem Text:
"Da gab es z. B. die Wasserfolter: Der Körper des Angeklagten wurde auf
einer schräg liegenden Tischplatte festgebunden oder an straff gezogenen Seilen
frei in der Luft schwebend nur von einem Schemel in der Körpermitte gestützt.
Dann musste das Opfer Unmengen von Flüssigkeit schlucken: 6 Liter bei der
kleinen, 12 bei der großen Wasserfolter. Wer die Zähne zusammen presste, dessen
Mund wurde vom Henker mit einer eisernen Zange aufgerissen. Der goss dann
weiteres Wasser aus einer Literkanne in den Mund des Gequälten. Viele der Opfer
erstickten daran, oder sie platzten regelrecht, da After und Harnröhre verstopft
oder zugebunden worden waren ... Auch die so genannte ´Judaswiege` hatte es in sich. Das Inquisitionsopfer
wurde mithilfe einer Seilwinde nach oben gezogen und auf die Spitze einer hölzernen
Pyramide gesetzt. Sein ganzes Gewicht ruhte nun nur noch auf der Scheide oder dem After,
dem Hodensack oder dem Steißbein. Die Qual wurde noch dadurch vergrößert, dass der
Folterer das Opfer hochzog oder herabließ, es schaukelte oder immer wieder auf die Spitze
fallen ließ ... Allein schon die bloße Aufzählung der Folterwerkzeuge - der Daumen- und
Knieschrauben, der eisernen Mundsperren, der Werkzeuge zum Brandmarken, der Halsgeigen und
Halsketten, der um den Hals gehängten ´Rosenkränze` (Länge ein Meter, Gewicht
circa acht Kilo), der im Nacken des Ketzers verschlossenen Eisenringe, der eisernen
Käfige, der Kopfpressen und Schädelschrauben, der Kettengeißeln, der gedornten
Halskrausen, der Zwangsgürtel, der mit scharfen Zacken besetzten ´spanischen
Kitzler`, der Scheren, Platt- und Kneifzangen, des Folter-Rades usw. usf. - vermag
die perverse und erfinderische Leidenschaft der Inquisitoren und ihrer Helfershelfer zu
bezeugen, demonstriert die ungeheuerliche, das kirchliche Christentum vor allen anderen
Religionen auszeichnende ´Passion der Grausamkeit`. Man mauerte die Opfer ein oder ließ sie - als Zeichen der Gnade der Tyrannen! -
langsam verhungern, man ertränkte sie in Fässern, die mit Urin oder Jauche angefüllt
waren, man schnitt oder sägte ihre Zunge ab oder brannte sie aus, man röstete die Ketzer
auf glühendem Eisen oder erstickte sie durch das Anzünden feuchten Strohs. Nach der
Erfindung des Schießpulvers ließ man dieses in ihrer Nähe explodieren, so dass es die
Brust der armen Opfer aufriss. Der (Un-)Geist der Grausamkeit fand immer
neue Mittel, um
die Qualen der Inquisitionsopfer zu vergrößern" (zit. nach Hubertus
Mynarek, Die neue Inquisition, Marktheidenfeld 1999).
Die Anhänger religiöser Minderheiten wurden also schon zu deren Lebzeiten mit teilweise
unvorstellbarer Niedertracht von der Kirche verfolgt und getötet. Der gelegentliche
kirchliche Rechtfertigungsversuch, die Andersgläubigen wären letztlich von
staatlichen, nicht von kirchlichen Behörden hingerichtet worden, und die Kirche
hätte sogar um die "Schonung des Lebens" gebeten,
ist hierbei eine an Zynismus kaum mehr zu überbietende Verfälschung der
Tatsachen. Denn tatsächlich waren die staatlichen Behörden nur die Büttel der
kirchlichen. Und die kirchlichen Behörden bzw. die
von diesen vertretenen kirchlichen Lehren waren die Inspiratoren oder die
direkten Weisungsgeber. Und schließlich war die teilweise vorgeschriebene Bitte um "Schonung" nur eine
an Heuchelei nicht zu überbietende formale Floskel
mit gegenteiligem Inhalt als die Worte vordergründig zunächst suggerieren.
Warum?
Im evangelischen Lexikon Theologische Realenzyklopädie, Bd. XVI.,
Berlin, New York 1987 heißt es dazu zunächst wie folgt:
"Noch im 12. Jahrhundert galt
im kanonischen Recht der Grundsatz, dass ein Geständnis nicht durch Folter
erzielt werden dürfte"
(S. 192), wobei es sich hauptsächlich um "Streckbett, Wippgalgen und
Versengen der Füße" handelte (so das ebenfalls evangelische Standard-Lexikon
Religion in Geschichte und Gegenwart, RGG).
"Seit den
dreißiger Jahren des 13. Jh. kam sie [die Folter] aber bei einzelnen Gerichten zur Anwendung
und wurde in der von [Papst] Innozenz [IV.] erlassenen Bulle Ad extirpanda
(1252) ausdrücklich toleriert ..."
Und später heißt es schon etwas deutlicher: "Die Inquisition hat also den Vorreiter in der
Anwendung der Folter in Religionssachen gespielt, und ihre Regeln sind zur Norm
geworden."
Mit anderen Worten: Die Folter kam zunächst durch die Anordnungen der
katholischen Inquisition in die Prozesse um den Glauben der Angeklagten hinein.
Da das Opfer in einem Prozess aber laut Gesetz nur einmal gefoltert werden durfte,
wurde das Verfahren "nach jeder Sitzung ´unterbrochen` und später dann
´fortgesetzt`", "so dass es zu vielen Tagen Folter kommen konnte, die nur als
eine Folterung zählten".
Weiter heißt es wörtlich in der Theologischen
Realenzyklopädie: "Geständnisse, die unter Folter gemacht wurden, galten
nicht, wenn sie nicht anschließend außerhalb der Folterkammer bestätigt wurden:
Ein solches Geständnis galt als frei und nicht unter Zwang abgelegt." Doch dies
wurde von den Kirchenbeamten und kirchlichen Staatsbeamten unterlaufen. Denn:
"Wer [außerhalb der Folterkammer] darauf bestand, sein Geständnis
zurückzuziehen, wurde als unbußfertiger Ketzer behandelt und war dementsprechend
[auch] dem Feuertod verfallen."
Das Opfer der Kirche hatte in einer solchen Situation also keine Chance, selbst
wenn der Betroffene auch nach kirchlicher Lehre unschuldig gewesen wäre.
Entweder er wurde als (unter Folter) "geständiger" oder als (nach
Widerruf) "unbußfertiger" Ketzer hingerichtet.
Hierzu wurde der von der kirchlichen
Inquisitionsbehörde gefolterte und "überführte" Andersgläubige nun tatsächlich "weltlichen" Vollstreckungsorganen zur Hinrichtung übergeben, wie
Kirchenvertreter
manchmal scheinheilig säuseln, um die kirchliche Schuld kleiner erscheinen zu lassen.
Doch auch der
staatliche Henker und seine Vorgesetzten wollten ja nichts anderes sein als die
treuen Söhne und Töchter ihrer Kirche. Dabei war ihnen klar, dass die
manchmal formal
ausgesprochene "Bitte um Schonung" des Verurteilten durch das
Inquisitionsgericht nur eine heuchlerisch-zynische Leerformel war, womit die Kirche den
Anschein erwecken wollte, sie beflecke sich nicht mit Blut. Das also steckte
hinter der "Bitte um Schonung", wenn sie vorgetragen wurde, und jeder wusste, dass sie nicht ernst gemeint
war. Es ist vergleichbar der Scheinheiligkeit bei einer Papstwahl, wo der neu
gewählte Papst das Amt formal erst zweimal ablehnen müsse, bevor er beim dritten
Mal die Wahl annimmt.
Das
römisch-katholische Lexikon für Theologie und Kirche (1996)
schreibt zu diesem Sachverhalt betreffs der Schonungsbitte deshalb auch unmissverständlich: "Zu berücksichtigen ist, dass die Übergabe z.
Verbrennung an den welt. Arm erfolgte, weil die Kirche keine Blutgerichtsbarkeit
ausüben durfte, der dabei ausgesprochenen Bitte um Schonung des Lebens aber kaum
zu entsprechen war, da diejenigen, die diese Vollstreckung nicht zuließen,
selbst exkommuniziert u. der Häresie angeklagt wurden" (S. 528). Hätte eine staatliche
Behörde die formale "Bitte um Schonung" also ernst genommen, hätte man ihren Vertretern
anschließend ebenfalls den Prozess gemacht und sie hinrichten lassen.
Aus diesem Grund darf Kirche grundsätzlich nie nach ihren schönen oder honorigen Worten
gemessen werden, sondern immer nach ihren Taten.
Steigerung der Folter ins Unendliche
Und so weit zunächst zu den irdischen Qualen, die Menschen von der Kirche
bzw. auf deren Veranlassung zugefügt
worden sind.
Eine Steigerung der hier dargelegten bzw. angedeuteten "irdischen"
Verfolgung war nun vielfach nur noch denkbar durch Ausdehnung der Grausamkeiten
ins Unendliche.
Und hier liegt
eine wesentliche
tiefenpsychologische Wurzel kirchlicher Verdammnislehren. Und ein perverser
Sadismus kirchlicher Täter bei den Inquisitions-Tribunalen ist vielfach nachgewiesen. Auch
die oben dargelegten zynischen juristischen Praktiken zeigen dies auf. Hinzu
kommen dann die mit Worten nur unzureichend wiedergebbaren Folter-
und Tötungsmethoden unter den Augen der Peiniger, wie etwa bei
http://www.theologe.de/LInquisition.htm
nachlesbar.
Weiterhin lässt sich - zunächst allgemein gesprochen - die sadistische Sucht
belegen, die Qualen von Opfern immer weiter steigern zu wollen. Doch was geschah in dem Augenblick, als
das Opfer an den Folterungen gestorben war oder die Hinrichtung vollzogen war? Dann konnte
ein triebhafter Sadismus -
möglicherweise in Verbindung mit höchster sexueller orgiastischer Erregung - nicht weiter erregt
und eventuell befriedigt werden, höchstens noch bei Menschen mit einem krankhaften Trieb zur
Leichenschändung. Eine
weitere Steigerung wäre jedoch gedanklich unter der Voraussetzung
möglich, dass das Opfer nun nicht etwa von seinem bestialischen Leiden erlöst sei,
sondern dass erst jetzt die noch brutaleren Qualen für das Opfer beginnen würden und
diese auch nie mehr enden
würden - keinen Augenblick und ohne Pause. Diese
an Sadismus nicht mehr zu überbietende Denkmöglichkeit bietet solchen krankhaften
und kriminell veranlagten Menschen nun die Lehre der
römisch-katholischen Kirche,
und zwar sogar als unumstößliche und "unfehlbare"
Glaubenswahrheit. Es handelt sich um die Lehre der Kirche zur ewigen Verdammnis,
die später auch von den evangelischen Kirchen übernommen wurde. Die Qualen
würden also durch den Tod des Opfers nicht wirklich unterbrochen, wenn nun das
angeblich ewige Feuer fortsetze, was das zeitliche Feuer vorbereitete.

Den "Herren der Kirche" hat es nicht gereicht, Andersgläubige in ein angeblich "ewiges Höllenfeuer" zu schicken. Sie wollten schon auf dieser Erde hautnah erleben, wie ihre Nächsten bei lebendigem Leibe unter unsäglichen Schmerzen im Feuer verbrennen.
Die hier vorgetragenen Gedanken sind ein Ansatz, das Grauen zu erklären, indem man von den Folter- und Tötungsmethoden zurück auf die Lehre von der ewigen Verdammnis schließt. Tiefenpsychologisch ist jedoch auch der umgekehrte Schluss nachgewiesen - von den kirchlichen Verdammnislehren hin zu Folter und Mord. So glaubte z. B. der Seefahrer und Entdecker Christoph Kolumbus, dass "die Versklavung von Nichtchristen mit der Begründung gerechtfertigt sei, dass Heiden ohnehin zur ewigen Verdammnis verurteilt seien" (Friedhelm von Othegraven, Litanei des Weißen Mannes, Struckum 1986, S. 102). Kolumbus kidnappte aus diesem Grund offenbar ohne große Gewissensbisse zahllose Indianer und verschleppte sie nach Spanien, allein im Februar 1495 vier Schiffe mit je 500 Indianern im Alter von 12-35 Jahren (S. 101). Einer der Auftraggeber für den Sklavenkauf und -verkauf war der römisch-katholische Bischof Rodriguez de Fosca.

Die Indianer wurden von den römisch-katholischen Eroberern meist entweder versklavt oder hingerichtet. Beliebt war das gleichzeitige Aufhängen und Verbrennen von jeweils 13 Indianern "zu Ehren von Christus und den 12 Aposteln". Die Füße der amerikanischen Ureinwohner berührten gerade noch das Holz des Scheiterhaufens. Mit dem Wegbrennen des Holzes zog sich gleichzeitig der Strick um den Hals zu. Das war für die Kirchenchristen nicht so schlimm. Sie führten die Nichtkatholiken mit der Hinrichtung ja nur etwas schneller der "ewigen Verdammnis" zu, wo es für die Opfer der Kirche angeblich noch schlimmer kommen würde. Und dabei hatten sie sogar noch die große "Chance", sich während des langsamen Versengens auf diesem Spezial-Scheiterhaufen zur Kirche bekehren zu können und der angeblich "ewigen Verdammnis" dadurch in den letzten Sekunden ihres irdischen Lebens noch zu entgehen. Zudem konnten sie nun auf der Erde niemanden mehr zum "falschen Glauben" verführen. Also für jemanden, der an die kirchliche Lehre von der ewigen Verdammnis glaubt, gar nicht einmal eine so schlimme Sache, sondern eine nochmalige "Hilfe" zur Bekehrung, eine Art letzte "Gnade" ...
Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die Lehre von der ewigen
Verdammnis zu einer wüsten Enthemmung der kirchlichen Glaubensrichter und ihrer
Schergen gegenüber den nach ihrer Meinung von der ewigen Verdammnis Betroffenen
beiträgt.
Denn nach der Lehre der katholischen und evangelischen Kirche konnten auch die
furchtbarsten Inquisitoren und Folterknechte davon ausgehen, dass alles, was sie ihren
Opfern antun, noch lange nicht so schlimm sei als das, was das Opfer nach dem
Tod angeblich in der Hölle erwarten würde.
Und diese Lehre kann sogar dazu führen, dass sich
der kirchliche Inquisitor mit gutem Gewissen die allerschlimmsten
Foltermethoden ausdenkt, was ja vielfach auch geschehen ist. Er kann sich
nämlich in diesem
kirchlichen Milieu damit
rechtfertigen, dass er damit alles Menschenmögliche getan habe, um das Opfer in seinen
letzten Lebensminuten doch noch dazu zu bringen, sich der Kirche zu unterwerfen
und damit der vermeintlichen ewigen Verdammnis zu entgehen.
Zusammenfassend kann man sagen: Ob man mehr einen kausalen
Ursache-Wirkungs-Zusammenhang von der Inquisition zur Lehre von der ewigen
Verdammnis annehmen sollte oder vor allem umgekehrt, von der Verdammnislehre zur
Inquisition, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Eine Wechselwirkung
kann jedoch nicht bestritten werden.
Trügerische "Bekehrungen" in letzter Minute
Inwieweit sich die Kirche bei ihren Verdammnislehren auf die Bibel berufen
kann, gilt als umstritten. Im krassen Gegensatz zur Bibel stehen zunächst die
Auswahlkriterien der Kirche für Seligkeit oder Verdammnis. Denn in der Bibel,
sowohl im Alten als auch im Neuen Testament, wird das Gesetz von Saat und Ernte
gelehrt.
Demnach erntet derjenige Gutes, der zuvor Gutes gesät hat. Und derjenige erntet
Böses, der zuvor Böses gesät hat (vgl. dazu
Der Theologe Nr. 2). Diesen
Gedanken hat die Kirche zwar ansatzweise in ihre Glaubenslehre mit eingeflochten, wenn z. B. die katholische
Kirche lehrt, wer im Zustand einer schweren bzw. einer Todsünde sterbe, müsse in
die Hölle. Doch sowohl gemäß der katholischen als auch der evangelischen Lehre
soll sozusagen in letzter Sekunde auf dem Sterbebett noch Vergebung durch
einen Priester oder Pfarrer und damit noch eine 180-Grad-Wende
von der Hölle in den kirchlich geglaubten Himmel möglich sein. So könnte auf diese Weise z. B. ein Massenmörder
doch noch in den Himmel kommen. Seine Opfer müssten jedoch in die Hölle, wenn sie
vor ihrem Tod bewusst keine gläubigen Katholiken oder Protestanten waren.
Solche Lehren haben
jedoch mit der Bibel überhaupt nichts zu tun. Sie sind durch Jahrhunderte lange
Indoktrination allerdings tief im Unterbewusstsein vieler Menschen gespeichert, was
z. B. auch der bekannte katholische Fernseh-Entertainer Harald Schmidt in einem
Interview bestätigte, als er sagte: "Auf dem Sterbebett werden alle katholisch.
Diese Erfahrung habe ich selbst gemacht, denn ich war während des Zivildienstes
in einer Pfarrei beschäftigt. Da wurde der Pfarrer von so genannten Atheisten
schreiend ins Krankenhaus geholt, wenn der Tumor im Endstadium war"
(Interview mit der Weltwoche, zit. nach idea-spektrum Nr. 30/31/2005).
Doch den wenigsten auf diese Weise Sterbenden wird bewusst sein, welche
umfassenden Bedingungen die Kirche an den Eintritt in den von ihr gelehrten
"Himmel" knüpft und welche Ausschlusskriterien es gibt. Andere Katholiken wissen
es zeitlebens nicht. So gesehen wird der Priester den in letzter Minute
Bekehrten und manchen anderen vielleicht mit Worten in Richtung Himmel heben. Doch
innerlich weiß er, dass er ihn trotzdem in Richtung Hölle schicken muss. Und so
mancher Priester verdrängt diesen Zwiespalt und schiebt das "Geheimnis Gottes"
davor, und mancher betrinkt dies noch mit reichlich Alkohol. Entscheidend ist in
solchen dramatischen Situationen auch, dass die Kirche oft noch das Vermögen des
Verstorbenen erbt. Und um das Erbe auch tatsächlich erschleichen zu können, wird
der Sterbende dann
auch in dem aus kirchlicher Sicht falschen Glauben belassen, mit seinem Tun der ewigen Verdammnis entgehen zu können
bzw. seine Leidenszeit im
Fegfeuer verkürzen zu können (siehe dazu: Will Durant, Kulturgeschichte der
Menschheit, Band 6, München 1978, S. 454).
Der
Theologe Nr. 18 zählt Beispiele dafür auf, wer alles nach
römisch-katholischer Lehre in die Hölle muss. Biblisch ist das - wie bereits
gesagt - nicht, denn
in der Bibel geht es nur um das Verhalten der Menschen während ihres Erdenlebens,
nicht um das Für-Wahr-Halten irgendwelcher Glaubenslehren oder Dogmen oder um
angebliche Letzte-Minuten-Rettungseinsätze von Priestern.
Überlegungen zur kirchlichen Lehre: Ist Satan größer als Gott?
An dieser Stelle möchten wir
kurz darlegen,
was wir als Verfasser dieses Textes glauben. Wir glauben nicht an eine ewige
Verdammnis. Und es spielt für unseren Glauben auch keine Rolle, ob die
kirchlichen Lehren einer unendlichen Hölle biblisch belegbar sind oder
dort nur teilweise
belegbar sind oder gar nicht. Denn einen "Gott", der sich ab einem bestimmten
Zeitpunkt für alle Ewigkeiten von einem Großteil seiner Geschöpfe abwendet, auch wenn
sie verzweifelt nach ihm rufen, erkennen wir aus ethisch-moralischen
Gründen nicht an. Für uns ist ein solcher "Gott", der Menschen in einer ewigen Verdammnis die Hilfe verweigert,
nämlich ein dämonischer Götze bzw. der "leibhaftige" Gott der
Unterwelt. Denn er würde sich ja aktiv dafür entscheiden, ab
einem bestimmten Zeitpunkt nichts mehr für die von nun an "Verdammten" zu tun.
Die Schöpfung würde dann für immer zweigeteilt bleiben in Erlöste und ewig
Verdammte.
Hierzu könnte man sich ein solches Leiden auch einmal
nur ansatzweise vorzustellen versuchen. Wenn man dies tut und auf sich wirken
lässt, beginnt man vielleicht zu ahnen, dass kein Mensch bzw. keine Seele so
etwas überhaupt aushalten würden. Doch die Kirche lehrt
es. Und wäre diese Lehre richtig, dann wäre
damit auch das Satanische größer als die Liebe
Gottes. Denn es hätte einen großen Bereich für immer aus der von Gott geschaffenen
Schöpfung herausgerissen, und man müsste sogar annehmen, dass dieser Bereich
viel größer sei als der bei Gott verbliebene bzw. zu ihm zurückkehrende.
Gäbe es also eine ewige Verdammnis, wie es die Kirchen
lehren (die katholische Kirche sogar als "unfehlbare" Wahrheit), und seien dort
sogar viel mehr Menschen als im Himmel, wie es ebenfalls in den Kirchen
angenommen
wird, dann hätte der "Teufel" einen klaren Sieg gegenüber Gott errungen.
Man könnte es auch so sagen: Gäbe es tatsächlich eine ewige Verdammnis, dann
wäre die Sünde mächtiger als die Liebe Gottes. Und das würde auch bedeuten: Gott wäre letztlich ein
grausamer Gott, weil er viele oder gar die meisten seiner Kinder, die z. B. grausam leiden
und irgendwann bitter
bereuen und sehnlich darum bitten, alles Unrecht wieder gut zu machen, auf alle
Zeiten hin ignoriert. Oder er wäre zumindest der von "Satan" endgültig besiegte Gott, der
für alle Ewigkeiten nichts mehr für diese Menschen bzw. ihre Seelen tun kann.
Und hätte Martin Luther recht, dann wäre dieser Gott sogar so brutal, dass er
bereits bei der Zeugung eines später angeblich ewig verdammten Menschen diesen dafür
vorher bestimmt (http://www.theologe.de/theologe1.htm#Praedestination).
Wer dies glauben möchte, mag dies ja glauben. Aber über welchen Charakter ein
solcher Mensch verfügen mag, das lässt uns nur erschaudern.
Diese Lehre von der ewigen Verdammnis ist nun römisch-katholisch oder evangelisch,
und welches unermessliche Leid und welche Not durch diese beiden Machtkirchen
und ihre Kriege und Hinrichtungen in die Welt gekommen ist, ist bekannt.
Christlich ist eine solche Lehre nicht.
Denn Jesus, der Christus, hat nie einen solchen Gott gelehrt. Sondern er lehrte in seinen
Gleichnissen (z. B. vom verlorenen Sohn, vom verlorenen Schaf oder verlorenen
Groschen), dass Gott jedem Einzelnen nachgeht, um ihn in die Gemeinschaft bzw.
in die Einheit der Schöpfung zurückzuführen (auch das ist ein gravierender
Unterschied zur Inquisitions-Gemeinschaft der Kirchen). Dennoch berufen sich
auch Kirchenlehrer
auf die Bibel.
Da die Bibel
viele uneinheitliche, teils widersprüchliche und außerdem vieldeutige Aussagen
enthält (vgl. Der Theologe Nr. 8), bedarf es hier
der näheren Prüfung.
Dass die kirchlichen Auswahlkriterien unbiblisch sind, wurde ja oben schon kurz
dargelegt. Denn die
Kandidaten für eine so genannte "Hölle" in der Bibel sind immer Schwerverbrecher
oder Übeltäter oder "gottlose" Menschen in dem Sinne, dass
ihre Taten moralisch und ethisch verwerflich sind.
Die Kirche jedoch denkt
gleichermaßen Kirchenaussteigern dieses bestialische Schicksal zu, wie im
Hinblick auf die
römisch-katholische Kirche z. B. Der Theologe Nr. 18
darlegt. "Wer nicht die ganze kirchliche Überlieferung annimmt, die geschriebene
wie die ungeschriebene, der sei ausgeschlossen", lautet der "unfehlbare"
Lehrsatz Nr. 85 in dem römisch-katholischen Lehrwerk Der Glaube der Kirche, von
Josef Neuner
und Heinrich Roos, Regensburg 1992. Und im Canon 751 des römisch-katholischen
Kirchenrechts CIC (Corpus Iuris Canonici) wird auch zu den "Häretikern"
gerechnet, wer auch nur an einer "zu glaubenden Wahrheit" "beharrlich" zweifelt.
Und ein solcher Häretiker ist nach Canon 1364 § 1 ebenfalls exkommuniziert und
damit nach dem Tod ewig verdammt.
So weit also bereits ein erheblicher
Unterschied zwischen Bibel und Kirche bei der Auswahl der Betroffenen. Doch wie ist es
nun mit der Dauer
dieses furchtbaren Leidens?
In den folgenden Kapiteln wird der
Frage nachgegangen, ob sich die Kirchen wenigstens dann auf die Bibel berufen
können, wenn es um die Dauer des von ihr gelehrten jenseitigen Leidens geht. Ist wenigstens die Lehre von der Unendlichkeit einer Hölle
biblisch, oder missbraucht die Kirche auch hier die Bibel für ihre
Einschüchterungs-Zwecke?
Zunächst einmal wird hinsichtlich der
Dauer einer Entfernung von Gott in der Bibel genau das Gegenteil
gelehrt wie in der Kirche. So heißt es in Apostelgeschichte 3, 21: "Ihn
[Christus] muss der Himmel aufnehmen bis zu der Zeit, in der alles
wiedergebracht wird, wovon Gott geredet hat durch den Mund seiner heiligen
Propheten von Anbeginn." Was bedeutet nun "alles wiedergebracht"? Wörtlich heißt
es "Apokatastaseos ("…eos" = Genitiv von apokatastasis) panton" = "Die
Wiederherstellung von allen Dingen." "Apokatastasis panton" ist deshalb
auch zu einem fest stehenden Begriff für die von Theologen so genannte "Allversöhnungslehre"
geworden, wonach am Ende der Zeiten sozusagen als Zielpunkt wieder alles mit
allem versöhnt ist und der Ursprung von Gottes Schöpfung wiederhergestellt ist.
Es ist also nicht eine teilweise Wiederherstellung von irgendwelchen speziellen
Entwicklungen gemeint, ein bestimmter Teilbereich also. Sondern es geht um das Ganze
der ursprünglich guten Schöpfung Gottes. Sie bleibt demnach nicht für alle Zeiten
zweigeteilt, wie es die Kirchen lehren, sondern sie würde im Zeitlauf von
Äonen wieder vereint.
Auf diese biblische Anschauung hatte vor allem der
Gelehrte Origenes (185/186-254) hingewiesen, einer der zu seiner Zeit besten
Kenner des Urchristentums. Dabei wird angenommen, dass sich die von Gott
getrennten Lebewesen früher oder später freiwillig auf den Rückweg begeben, weil
sie die mit der gegensätzlichen Entscheidung verbundenen Leiden irgendwann nicht
mehr ertragen wollen und weil sie deshalb umkehren. Diese Lehre wurde aber von der Kirche auf der Synode und
später auf dem Konzil von Konstantinopel (im Jahr 543 bzw. 553) verflucht - eine
Lehrentscheidung, die bis heute Gültigkeit hat (siehe dazu den Lehrsatz
Nr. 891 bei Neuner-Roos,
a.a.O.).
Und so nehmen bis heute auch zahlreiche bibelgläubige kirchliche Theologen mit
intellektueller Gespreiztheit für sich in Anspruch, die Apostelgeschichte
besser zu verstehen als es einst Origenes getan habe, und sie werfen diesem Kenner
des Urchristentums 1700 Jahre später eine falsche Auslegung vor. So z. B. der
evangelisch-lutherische Gemeindepfarrer Dr. Tobias Eißler auf Bibel-TV am
22.10.2011. Der lutherische Theologe zieht für seine Argumentation auch den übernächsten Vers 23
zu Rate. Dort wird 5. Mose 18, 19 zitiert, wonach aus dem Volk "vertilgt"
werde, wer einen späteren Gottespropheten nicht hören werde. In der
Einheitsübersetzung der Bibel steht sogar "ausgemerzt", ein
Ausdruck aus dem römisch-katholischen Lehrwerk
mit grässlichen Folgen wie Folter und Hinrichtungen.
Doch hier ist es
interessant, noch ein wenig genauer hin zu sehen. Dann nämlich zeigt sich:
1) Die Apostelgeschichte hat 5. Mose 18,19 hier - bedingt durch
schwerwiegende Übersetzungsfehler - völlig falsch zitiert. Dort ist keineswegs
die Rede vom "vertilgen" oder "ausmerzen". Sondern, wer nicht auf den Prophet
höre, werde "zur Rechenschaft gezogen".
2) Dass im 5. Mosebuch überhaupt Jesus gemeint sei, ist willkürlich
interpretiert, und es wird mit Sicherheit von allen jüdischen Wissenschaftlern
bestritten, aber auch von dogmatisch ungebundenen Wissenschaftlern aus dem
kirchlichen Kulturkreis.
3) Doch selbst wenn man diese Stelle auf Jesus bezieht und auch noch völlig
falsch übersetzt, steht hier immer noch nichts von einer "ewigen Hölle".
"Vertilgt aus dem Volk" ist zwar immer noch grässlich genug und wurde von der
Kirche ja Jahrhunderte lang mithilfe von Scheiterhaufen, Guillotinen,
Schwertern, Verbrennungsöfen und einigem mehr so durchgeführt, wie sie es eben
verstehen wollte. Es bleibt aber eine zutiefst irdische Vorstellung. Wäre hier
aber eine
angebliche "ewige Verdammnis" gemeint oder mitgedacht gewesen, hätte der Verfasser der
Apostelgeschichte das ja ohne weiteres auch so schreiben können.
Doch in der Kirche wird geradezu nach biblischen
Begründungen für eine ewige Hölle für Andersgläubige gelechzt. Wohl deshalb, damit man
nicht zugeben muss, sich hier seit ein paar Jahrhunderten zu irren. Und
weil man wohl weiß, dass damit nur der erste Domino-Stein des abstrusen kirchlichen
Lehrgebäudes gefallen sein würde und weitere folgen werden. Die Kirchen legen also zu
diesem Verteidigungszweck ihrer schlimmen Lehre auch noch andere Bibelstellen vor, aus denen
sie glauben, eine angeblich ewige Verdammnis ableiten zu können und sie berufen sich hierbei
auch auf Jesus von Nazareth. Ist das seriös?
Wir folgen in dieser Studie nicht dem Ansatz des
renommierten evangelischen Bibelwissenschaftlers Rudolf Bultmann und seiner
Schüler, die zwischen Worten, die wohl tatsächlich von Jesus stammen und
solchen, die man ihm später in den Mund geschoben hat, unterscheiden. Der
Versuch einer solchen Unterscheidung ist zwar seriös, doch werden die Ergebnisse
dieser Studien auch in Fachkreisen immer umstritten bleiben. Aus diesem Grund untersuchen wir
die im Neuen Testament Jesus zugeschriebenen Worte einfach so, wie sie
überliefert sind und als wären sie allesamt tatsächlich von Jesus so gesprochen,
auch wenn vielfach Fälschungen nachgewiesen sind (siehe dazu
Der Theologe Nr. 14). Doch selbst, wenn man
Jesus alle Sätze genau so zuschreibt, wie sie heute in der Bibel stehen,
dann bleibt am Ende kein Platz für eine "ewige Hölle".
Angeführt wird in Kirchenkreisen vor allem
die Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus (Lukas 16, 19 ff). Der
reiche Mann muss nach seinem Tod demnach in die "Hölle", der auf der Erde arme Lazarus kommt in
"Abrahams
Schoß". Und auch hier beginnt bereits bei der Übersetzung die Verfälschung. Das griechische Wort für
"Hölle" im biblischen Urtext heißt nämlich "Hades", was "Unterwelt" bedeutet (siehe unten
weitere
Erklärungen dazu), keineswegs eine
"ewige Verdammnis".
Und was ist die Botschaft des Gleichnisses? Die Geschichte
vom reichen Mann und armen Lazarus ist
schlicht eine Veranschaulichung des Gesetzes von Saat und Ernte: Was der Mensch
hier auf der Erde getan oder unterlassen hat, das bestimmt seinen Aufenthaltsort
im Jenseits.
Und dazu heißt es in der Geschichte treffend weiter, es bestehe zwischen diesen
beiden Orten "eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüber will,
dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber" (V. 26), was
ebenfalls logisch ist, denn sonst würde ja der einst "reiche Mann"
den Ort, an dem er sich jetzt befindet, unverzüglich verlassen. Doch es ist eben kein Beleg für eine ewige
Hölle. Es heißt nur, dass ein Reicher nicht - wie auf der Erde - einfach von
einem bestimmten Ort wieder abreisen kann, wenn es ihm dort nicht gefällt, weil
er z. B. dort die Ernte seiner negativen Saat erleiden muss. Es heißt aber nirgends
in der Erzählung, dass sich an dieser Situation für alle Zeiten niemals irgendetwas
verändern
könne. Ein solches kirchlich-westlich-philosophisches Denken ist einem Gleichnis
aus dem semitischen Kulturkreis in jeder Hinsicht fremd, und ein solches Denken
gibt das Gleichnis nicht her, sondern wurde von der kirchlichen Dogmatik
nachträglich dort hinein projiziert.
Ein Lösungsansatz, der auch sehr gut mit der Geschichte
im Gleichnis vereinbar ist, könnte
wie folgt skizziert werden: Erst wer im Hades, d. h. in der Unterwelt, das Leid, das
er anderen zugefügt hatte, abgetragen bzw. abgebüßt hat (er muss also solange dort
verbleiben, bis dies geschehen ist und das kann durchaus sehr lange dauern) und der die inneren Ursachen für diese Seelenqual bereut
und bereinigt hat, findet einst den Weg von dort heraus. Und das entspricht exakt
auch der jüdischen Vorstellung, wie wir im nächsten Kapitel darlegen. Und in diesem Sinne hat es auch
Jesus klar an anderer Stelle gelehrt (siehe unten).
In der "Scheol" bzw. "Gehenna": Warten auf die Hilfe Gottes
Denn was war für das zeitgenössische Judentum die "Hölle"? Im Urtext des Alten Testaments steht
dort, wo im Deutschen von der "Hölle" die Rede ist, meistens "Scheol", das bedeutet
"Grube" oder "Grab". Die "Scheol" gilt als
Ort des Dunkels und der Verhüllung. Dort warten nach jüdischer Vorstellung die
Menschen auf die Hilfe Gottes und auf neues Leben (siehe
"Lexikon der Bibel" von Fritz Rienecker, Wuppertal 1988, Stichwort
"Hölle":
1. Samuel 2, 6 (der Herr …
führt in die Scheol und wieder herauf); Psalm 16, 10 (Du wirst mich nicht der Scheol überlassen);
49, 16 (Gott wird mich erlösen aus der Scheol)). So weit nur einige
Beispiele. Man muss
also laut biblischer Lehre ausdrücklich nicht ewig in der "Scheol", also in der
"Hölle", bleiben, sondern es
gibt einen Weg heraus. So steht es unmissverständlich im Alten Testament. Man
kann dies auch einmal mit dem Islam vergleichen, wo es heißt, die "Hölle" dauere so lange, wie Allah dies wolle
(Koran, Sure 6, 128 und Sure 11, 107). Hier könnte man als
Kritik anbringen: Nicht Allah entscheidet darüber, sondern jeder Mensch selbst
mit seinen Taten, seiner negativen Saat. Doch "ewig" ist die Hölle auch im Islam
nicht.
Und wie ist der Befund im Neuen Testament? Im
griechischen Urtext steht dort, wo die kirchlichen Theologen "Hölle"
übersetzen, entweder "Hades" oder "Gehenna". Was "Hades" bedeutet, wurde oben
anhand der "Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus" schon kurz skizziert
und dies wird weiter unten noch einmal in anderem Zusammenhang ausgeführt. Die Gehenna ist
ein Tal
südlich von Jerusalem, das sprichwörtlich als "Tal der Verdammten" galt, doch
eben nicht von angeblich "ewig Verdammten". So werden Leib und Seele des Menschen in
der Gehenna "verdorben", das heißt, sie leiden Schaden (Matthäus 10, 28). In
Matthäus 18, 8 und 9 ist von einer "Gehenna des Feuers" die Rede.
Zwar
heißt es auch, dass die Menschen in der Gehenna Feuer erwartet, das
eventuell "nicht verlöscht" (eine der mehreren Übersetzungsmöglichkeiten) bzw. "unermesslich" ist (eine andere Übersetzungsmöglichkeit; Markus 9, 43). Doch auch dies ist kein
Beleg für eine "unendliche Hölle" in der Bibel. Denn das griechische Wort "asbestos"
in seiner Bedeutung "unermesslich" weist zunächst "nur" darauf hin, dass hier jedes bekannte
und übliche Maß überschritten
würde.
Sinngemäß könnte man es deshalb auch mit "unerträglich" wiedergeben.
Doch auch für den, der hier mit "andauernd" übersetzen möchte oder "unauslöschlich"
übersetzt, gilt: Dies ist für diesen Fall dann sicher nicht katholisch-dogmatisch im Sinne von "unendlich" gemeint, sondern ganz
praktisch, so wie Jesus immer ganz praktisch zu seinen Zuhörern sprach und wie
sie es aus ihrem Erleben heraus verstehen konnten. Und das heißt hier: Man kann eben ein Feuer nicht bzw. nicht so ohne weiteres löschen, solange es
immer neue Nahrung erhält und brennt. Die kirchlich-philosophische Lehre einer in die Unendlichkeit
gedachten Feuersbrunst gibt diese Formulierung nicht her. Auch sie wurde dort nur
hinein projiziert.
Dazu passt auch ein Gleichnis, das Johannes der Täufer erzählt. Demnach werde die
Spreu vom Weizen
getrennt und komme danach in "asbestos" Feuer (Matthäus 3, 12). Der wesentliche Unterschied
zur kirchlichen Lehre ist in diesem Fall zunächst: Es handelt sich hier
ausdrücklich wiederum nur um ein Gleichnis, und in diesem Gleichnis (!)
brennt nur (!) Streu (!). Bei den
Opfern der Kirche brennen jedoch Menschen - bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen oder in der
kirchlichen "Hölle".
Und der zweite Unterschied zur kirchlichen Lehre ist schließlich die
Bedeutung des Wortes "asbestos", worauf ja oben schon hingewiesen wurde.
An diesem Gleichnis wird
nun aber noch klarer, was das Wort "asbestos" für
einen Sinn beinhaltet: Man könne das einmal brennende Feuer
eben nicht mit den üblichen Methoden löschen. Sondern die Spreu wird darin
faktisch verbrennen. Aber es wird keinesfalls erzählt, dass das Feuer für alle Ewigkeiten aus
dieser Spreu lodere und dass - anstatt dass die Spreu irgendwann ganz verbrannt ist
(!) - die Qual nie
ein Ende habe. Sondern Tatsache ist ganz praktisch: Irgendwann ist eben die Spreu komplett verbrannt und dann ist das
Feuer auch aus. Nur der einmal
in Gang gesetzte Verbrennvorgang lässt sich eben nicht stoppen, solange er von der
Spreu am Brennen gehalten wird. Sondern
das Feuer wird "unlöschbar" bis zur vollständigen Verbrennung der Streu lodern.
Doch danach ist Schluss.
Einen interessanten Aspekt ergänzt Markus 9, 49: Demnach
wird "jeder" mit Feuer "gesalzen" werden, was nach der Erläuterung der
katholisch-evangelischen Einheitsübersetzung ein "Läuterungsfeuer" sei, "das
die Gläubigen reinigt", was von katholischer Seite im Sinne der eigenen "Fegefeuer"-Lehre
gedeutet wird. Diese Stelle ist
insofern wichtig, da auch sie deutlich macht, dass "Feuer" eben nicht Vernichtung
oder unendliche Vergeltung bedeutet, sondern
Leid mit dem Ziel der Läuterung bzw. Reinigung des Menschen bzw. der Seele.
Die Hölle als Bestimmungsort für Theologen?
In
Matthäus 23, 15 und 33 wird die "Gehenna" von Jesus
schließlich als der Bestimmungsort der Theologen geschildert. Damals nannte
man die Bibelkundigen "Schriftgelehrte", heute würde man sagen "Theologen". Ihre Verfehlung
gemäß den ernsten Worten von Jesus: Sie machen aus einem
Menschen einen "Sohn der Gehenna", und Jesus hält ihnen vor: "Wie wollt
ihr
selbst der
´Krisis der Gehenna` entrinnen = dem ´Gerichtshof der Gehenna`"? Das klingt
etwas anders als das Kirchendeutsch Martin Luthers,
wonach Jesus rhetorisch fragt, wie die Schriftgelehrten der "höllischen Verdammnis" entrinnen
wollen. Denn der "Gerichtshof der Gehenna" ist eben nicht identisch mit der "höllischen
Verdammnis" gemäß den kirchlichen Lehrbüchern, auch wenn die
zeitgenössischen Theologen von Jesus dort ihre
schlimme Saat ernten, und wenn sie dort erleiden müssen, was sie anderen zuvor angetan haben,
z. B., indem sie sie in die Irre und unter Umständen in furchtbares Elend geführt
haben.
An wenigen anderen Stellen des Neuen Testaments ist
schließlich noch von
einer "Finsternis
mit Heulen und Zähneklappern" die Rede (wörtlich mit "Weinen und Knirschen";
Matthäus 8, 12; 22, 13; 25, 30) oder von einem "Kamin mit Weinen und
Knirschen"
(Matthäus 13, 42.50), aber auch hier nicht von einer unendlichen Verdammnis.
Und in
Markus 9, 48 wird der Schluss des Buches Jesaja
aufgegriffen (66, 25), wo der Prophet im Zusammenhang mit Bergen von Leichen ein
Bild gebraucht.
Die Szenerie wird verglichen mit einem sich "krümmenden Wurm"
dieser Menschen, der nicht zum "telos" = "Ziel" gelangt. D. h., man sieht
offenbar
nicht, wo dieser Wurm aus schier zahllosen aneinander gereihten "Gottlosen"
aufhört.
Oder die Bedeutung, die hier wie so oft in der Bibel nicht klar zu bestimmen ist, könnte sein:
Es ist die Seele des "Gottlosen", die hier mit einem Wurm verglichen würde, der nicht stirbt. Das Feuer würde
nicht gezähmt werden = nicht ausgehen = sich nicht legen, also nicht
verlöschen. So heißt es weiter und es ist ein mittlerweile schon bekanntes Bild. Die
Betroffenen leben also in diesen qualvollen Umständen weiter. Doch auch hier
wird keine Aussage darüber gemacht, wie sich das Schicksal der auf diese Weise
Leidenden weiter entwickelt. Gerade dem Alten Testament und seiner Vorstellung
von der "Scheol" ist die katholisch-philosophische Vorstellung der ins Endlose
verlängerten Zeit (oder dem "Anderen" zur Zeit, wie es in einer modernisierten
katholischen Theorie heißt) fremd. Dazu steht auch im Lexikon zur Bibel,
herausgegeben von Fritz Rienecker, Wuppertal 1988, unter dem Stichwort
"Hölle" klar zu lesen: "Scheol und Hades meinen nicht den endgültigen Strafort ..., sondern das
Totenreich, die Unterwelt", was ja oben am Beispiel der
"Scheol" schon
dargelegt wurde.
Christus hat die Schlüssel zum Hades
Deshalb hier noch einmal zurück zu dem Wort "Hades". Es
findet sich wie
"Gehenna" ebenfalls an
Stellen, an denen im Deutschen mit "Hölle" übersetzt wurde. So wird es z. B. in der
"Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus" verwendet, wie oben bereits
dargelegt. Da den zeitgenössischen
Lesern das Wort "Hades" auch aus der griechischen Mythologie vertraut ist,
versteht es sich daher auch von selbst, dass es hier nicht um eine "ewige Verdammnis" gehen kann. Denn wenn ein griechisch sprechender Zeitgenosse
"Hades" hört, dann kommen ihm sofort die bekannten Assoziationen der dunklen
Unterwelt in den Sinn und der Ruf der dort Herumirrenden nach Erlösung.azu passt, dass Christus nach dem Prophetenwort in
Offenbarung 1, 18 sagt:
"Ich habe die Schlüssel des Hades." Und zwar nicht, um letztlich das Tor abzuschließen
und keinen von dort mehr heraus zu lassen, wie es die Kirchen lehren (siehe z. B.
oben der Lehrsatz der evangelisch-lutherischen
Kirche). Sondern um -
notfalls immer wieder - in den Hades hinab zu steigen und den Menschen den Weg
von dort heraus zu zeigen. Und wie übersetzt z. B. Martin Luther diese Stelle? Jesus habe
nach Luther "die Schlüssel
des Todes und der Hölle". Doch Hades ist eben ausdrücklich nicht "Hölle" im kirchlichen
Sinn. Und wer anderes behauptet, und das sei einmal ungeschönt gesagt, ist ein
Bibelfälscher.
An dieser Stelle ein kleiner Exkurs zum Thema "Nahtoderfahrung", da es
Kirchenmitglieder gibt, die angeblich in einer "Nahtoderfahrung" eine "ewige
Hölle" gesehen hätten bzw. die gesehen haben wollen, dass Andersgläubige wie der
Weisheitslehrer Buddha dort leiden würden. Nahtoderfahrungen sind nur ein Indiz
dafür, dass das Bewusstsein durch den Tod nicht zerstört wird bzw. dass die
Seele unsterblich ist. Die Inhalte dieser Erfahrungen an der Schwelle vom
Diesseits zum Jenseits unterscheiden sich aber meist noch nicht wesentlich von
dem, was der Betroffene zu Lebzeiten dachte, wie er lebte und wie er glaubte.
Dies beweisen z. B. völlig gegenteilige Inhalte solcher Erfahrungen, je nachdem,
wer sie machte. Was dann das Jenseits aber tatsächlich alles beinhaltet, und wie
sich die Erfahrungen auch völlig ändern bzw. weiter entwickeln können, wenn
jemand nicht mehr ins Diesseits zurück kehrt, das alles können Nahtoderfahrungen
noch nicht beinhalten. Und die Person kann bei einer solchen Erfahrung auch kaum
unterscheiden, wo sie nur sich selbst und ihre eigenen "Seelenschatten" sah bzw.
wo sie in der Lage war, darüber hinaus zu schauen. Wer an Christus glaubt, der
glaubt und kann erfahren: Christus reicht uns immer die Hand, ob auf der Erde
oder in den jenseitigen Welten und natürlich auch im "Hades".
"Ein Äon lang" ist nicht "unendlich"
Kehren wir zurück zur sprachwissenschaftlichen
Betrachtung der Bibel. So muss man bei diesem Thema auch noch das Wort "aionios" =
"ewig" näher betrachten. Nach kirchlicher Deutung ist bei diesem Wort die ins Unendliche
verlängerte Zeit mitgedacht, auch wenn man andere Wortbedeutungen inzwischen ergänzt
hat. Doch hier kann man schon vorab sagen: Wörtlich heißt "aionios" "einen Äon
lang dauernd", also zwar sehr lange, eben "einen Äon lang", "eine Weltzeit
dauernd", oder [lediglich] "ein Menschenalter dauernd", aber eben
wiederum auch hier nicht
unendlich.
Und so leiden die Menschen zur Linken des Weltenrichters nach
Matthäus 25, 46 zwar sehr lange, aber nicht "ewig" im Sinne von "unvergänglich".
Auch das ist nachvollziehbar, wenn man z. B. an die Schuld von Diktatoren denkt,
welche im Krieg Hunderttausende von Menschen in Leid und Tod getrieben haben. Oder an
die Schuld von Kirchenheiligen, welche unzählige Menschen unter dem Anspruch
einer angeblich
"unfehlbaren Wahrheit" in die Irre und Verzweiflung geführt haben und um die
Chancen ihres Lebens gebracht haben.
Die
Abtragung dieser Schuld und ihrer unmittelbaren oder mittelbaren Folgen dauert eben "eine Weltzeit lang", aber irgendwann wird
es abgegolten sein, auch wenn der Zeitraum sehr lang ist. Nur unbelehrbare kirchliche
Sadisten wollen darüber hinaus noch eine "Ewigkeit" festschreiben, die
überhaupt niemals
aufhört.
Und so brennt es auch im "feurigen Pfuhl" in
Offenbarung 20, 10-15 "eis tous aionas ton aionon", also "von Äon zu Äon" bzw.
"von Menschenalter zu Menschenalter", also sehr lange aber nicht
unendlich.
Sehr interessant ist die Tatsache, dass
dieser Zusatz, der in den deutschen Bibeln mit "von Ewigkeit zu Ewigkeit"
übersetzt wird, in manchen der alten Handschriften überhaupt fehlt. Dies ist ein
deutliches Zeichen, dass
bei dieser Bibelstelle spätere kirchliche Überarbeitungen stattgefunden haben.
Das heißt mit hoher Wahrscheinlichkeit: Der Seher Johannes hat über die Dauer
dieses "Pfuhls" gar keine Aussage gemacht.
Und ebenfalls ein sprachlich unklarer
Text liegt bei der Gehenna-Stelle in Markus 9, 43-48 vor, gleichfalls ein
Zeichen für spätere Überarbeitung bzw. Fälschung. Unterschiedliche Textvarianten sind
immer Indizien dafür, dass hier nicht mehr die
ursprünglich gegebene Lehre vorliegt. Und wer weiß, was man bereits zuvor geändert hatte
und was sich davon gar nicht mehr nachweisen lässt.
Tatsache ist auch hier: Ein "feuriger Pfuhl" ist
schon grausam genug. Ein "feuriger Pfuhl", der "von Äon zu Äon" brennt, wie die
Hinzufügung lautet, ist noch eine
Steigerung. Aber ein "feuriger Pfuhl", der niemals zu brennen aufhört, das ist
eine Erfindung kirchlicher Höllenfürsten, die eines Tages voll des Dankes sein werden,
dass sie nicht selbst ewig an dem Ort ausharren müssen, den sie Andersgläubigen
zuvor zu Millionen zugedacht haben.
Schließlich:
An manchen Stellen, wo im Deutschen mit "Verdammnis" übersetzt wird (z. B.
Philipper 1, 28; Offenbarung 17, 11), steht im Griechischen auch das Wort "apoleia", was
man treffender mit "Verderben", "Untergang" übersetzen könnte.
Auch hier ist - wie immer - nicht von einer unendlichen Dauer die Rede, so dass sich das kirchliche
Dogma auch darauf nicht berufen kann.
Manche kirchliche Ausleger sehen dafür
aber Johannes 17, 12 als einen Beleg für eine ewige Verdammnis. Demnach sagt Jesus,
keiner der Jünger "geht unter" bis auf den "Sohn des Untergangs", womit Judas
gemeint ist. Dieses Wortspiel (untergehen - Untergang) steht bereits im griechischen Text: Keiner
"apoleto" bis
auf den "Sohn der Apoleia", so der Urtext wörtlich. Doch wie immer, so
auch hier: Weder im griechischen Wortsinn noch
im Deutschen bedeutet "Untergang" oder "Verderben" gleich Untergang oder
Verderben für alle Zeiten.
Ein weiterer Gedanke in diesem Zusammenhang zu Judas: In prophetischen
Neuoffenbarungen aus dem 20. Jahrhundert heißt es, Jesus habe Judas verziehen.
Das kann man zwar nicht beweisen, doch es ist mehr als nahe liegend, dass es stimmt. Es passt zu Jesus,
der ja sogar, während er am Kreuz furchtbare Qualen litt, den schier
unglaublichen Satz betete: "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie
tun" (Lukas 23, 34).
Und ist es nicht wahrscheinlich, dass er für Judas an
anderer Stelle ein ähnliches Gebet sprach oder dass er auch Judas in dieses Gebet mit einbezogen hatte?
Wenn aber Jesus Judas verziehen hat, warum schickt ihn die Kirche dann in die
"ewige Hölle"? Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Am Ende dieser Prüfung von Bibelstellen noch ein Blick auf die
Worte in
Daniel 12, 2,
wonach Menschen "unter der Erde schlafen", um dann entweder zum "ewigen Leben"
oder zur "ewigen Abscheu" bzw. "ewigen Schande" aufzuerstehen. Hier ist ein
bestimmtes Wort
interessant, das von den Höllen-Dogmatikern nicht gerne gehört wird. Es heißt nämlich wörtlich: "Von denen, die im Land des Staubes
schlafen, werden v i e l e erwachen", also nicht alle, wie es bei der
kirchlichen Ewigkeits- und Verdammnislehre sein müsste. Diese prophetische Vision kann also gar
nicht die spätere kirchliche Lehre beschreiben. Zudem hat auch das hebräische Wort für
"Ewigkeit", das hier verwendet wird, "olam", ähnlich wie im Griechischen,
ganz
andere Bedeutungen als die kirchlich-abendländische Deutung des Wortes "Ewigkeit". Im
Hebräischen ist nach dem wissenschaftlichen Handwörterbuch für das Alte
Testament von Wilhelm Gesenius, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1962, mit
"Ewigkeit" folgendes
gemeint: Weltzeit (vgl. Äon); verborgene, unbekannte Zeit; ferne Zeit;
Vorzeit; Urzeit; lange Zeit. Also auch hier der klare Befund: Sehr lange, aber
nicht unendlich bzw. ewig.
Wie kann man also den Befund dieser Studie
zusammenfassen? Der bekannte evangelische Theologe Fritz Rienecker
wagt getreu dem
evangelischen Bekenntnis zwar nicht, eine "zeitliche Begrenzung" der hier
geschilderten Zustände
in der Bibel zu behaupten. Doch eine zeitliche Unbegrenztheit kann man noch
weniger behaupten. Natürlich kann nicht
ausgeschlossen werden, dass der eine oder andere Bibelschriftsteller an eine
solche
Unbegrenztheit gedacht hat; so, wie man auch sonst manches in der Bibel findet,
was nicht von dem Gott stammen kann, den Jesus lehrte (vgl. dazu
http://www.theologe.de/theologe8.htm). Doch von einer unendlichen Hölle ist nirgends ausdrücklich
die Rede. Und bei genauerer Prüfung der Bibelstellen ergibt sich
also, dass eine bestialische Lehre von einer unendlichen Zeitdauer der Verdammnis aufs Ganze
gesehen auch nicht biblisch ist. Also ist es auch dem bibelgläubigen Leser
möglich, Herz und Verstand zu gebrauchen und zu einer anderen Entscheidung zu
kommen als es die drei Macht- und Großkirchen vorschreiben - wenn man neben der
katholischen und den evangelischen auch noch die orthodoxen hinzu zählt. Damit
widersprechen auch die so genannten "Evangelikalen" oder "Charismatiker" in vielen
protestantischen Landes- und Freikirchen, die ebenfalls eine "ewige Hölle"
lehren, ihrer Bibel oder deuten sie falsch.
Und dass kirchliche Theologen wie Fritz Rienecker
sich nicht gerne in Widerspruch zu ihrer Kirche stellen wollen, ist verständlich, da es deren Niedergang
und Ende beschleunigen würde; was bei dem einen oder anderen Theologen auch
existenzielle Ängste auslöst; und zwar sowohl diesseitiger als auch jenseitiger
Natur. Doch auch Fritz
Rienecker gibt im Lexikon zur Bibel (a.a.O.) unter dem Stichwort
"Hölle" zumindest zu: "Als das Reich, in dem der Satan herrscht, erscheint die Hölle
in der Heiligen Schrift jedoch nirgends."
In diesem Zusammenhang weisen umgekehrt nun auch manche Kirchenmitglieder darauf
hin, dass "ihr" Pfarrer ja auch nicht mehr an eine ewige Verdammnis glaube, weswegen man
als einfacher Gläubiger ja wohl auch nicht daran glauben müsse. Doch das zweite
ist unzutreffend.
Hierzu ist folgendes ganz grundsätzlich zu
sagen:
Einzelne Pfarrer kommen und gehen, und man lässt sie hier aus Gründen des
Zeitgeistes vielfach gewähren, obwohl sie dem Bekenntnis ihrer eigenen
Kirche widersprechen. Damit sollen gerade kirchenkritische Mitglieder
Kirchensteuer zahlend bei der
Stange gehalten werden. Die kirchlichen Dogmen und die kirchlichen Bekenntnisschriften jedoch werden nicht geändert.
Und sie stehen sowohl für die römisch-katholische als auch für die evangelischen Großkirchen
unverrückbar fest, und sie überdauern den Zeitgeist - ganz gleich, was einzelne Pfarrer
oder Priester zwischenzeitlich behaupten. Es sei denn, es würde eines Tages offiziell für nichtig
erklärt, was in der römisch-katholischen Kirche aber gar nicht möglich ist, weil man
damit die eigene Unfehlbarkeit in lehramtlichen Entscheidungen ad absurdum
führen würde.
Die sympathischen Pfarrer, die also nicht an die von ihren Kirchen
gelehrte ewige Verdammnis glauben, gelten demnach in ihren eigenen Institutionen
als verworfene bzw. später ewig verdammte Irrlehrer (siehe dazu die
Bekenntnisse der beiden Großkirchen), auch wenn
es praktisch aus Gründen des Zeitgeistes so niemand ausspricht.
Doch es gilt auch: Das unverrückbare Bekenntnis der Kirchen
und deren Interpretation der Bibel wird den Niedergang der Zivilisation nicht
überleben. Wenn die kommende von Menschen gemachte Klimakatastrophe die meisten
Menschen von der Erde weg genommen haben wird, dann ist auf diesem Planeten auch
Schluss mit Katholizismus und Protestantismus und mit den uferlosen Bibelstreitereien.
Doch schon heute lassen sich immer weniger Menschen einschüchtern und mit der
Drohbotschaft von einer angeblichen ewigen Hölle an der Kirchenstange halten;
bzw. am so genannten "Weinstock" der Kirche, wie es Papst Benedikt XVI. in seiner
Olympiastadion-Rede am 22.9.2011 in Berlin formulierte. Noch einmal hatte Joseph
Ratzinger dort Kirchenaussteigern damit gedroht, "ins Feuer geworfen" zu werden,
und der Staat hat die ganze Drohkulisse mit Abermillionen an Euro finanziert. Doch diese
Zeit läuft ab (siehe auch Nachruf), denn wir
leben in einer mächtigen Zeitenwende.
Eine Alternative
zu dieser kirchlichen Lehre kann mit wenigen Sätzen skizziert werden, und es
ist eine befreiende Botschaft für unzählige Menschen in der Gegenwart und
der Zukunft: "Was der Mensch
sät, das wird er ernten", heißt es auch wörtlich im Neuen Testament (Paulus,
Galater 6, 7). Es gibt also keinen kirchlich definierten Schwarz-Weiß-Endzustand, eventuell mit dem Zwischenstück
"Fegefeuer", sondern
immer eine Ernte
einer bestimmten Saat. Und wenn die Ernte natürlicherweise genau der Saat entspricht, dann ist
diese Ernte auch gerecht. Und so hat eine Schuld bei
aller denkbaren Schwere auch eine bestimmte Begrenzung. Und analog dazu wären
auch die Auswirkungen dieser Tat begrenzt.
Und
wenn man zudem einen gütigen Gott voraussetzt, dann zeigt Dieser immer einen nächsten Schritt, auch wenn der Weg heraus aus
schwerem Leid sehr lange dauern kann. Und damit es dazu,
also zu diesem schweren Leid,
gar nicht erst kommt, lehrte Jesus in der Bergpredigt
wie folgt
(Matthäus 5, 25-26): "Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch
mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte
und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest.
Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den
letzten Pfennig bezahlt hast."
Deutlicher kann man es nicht sagen.
Selbst für den ungünstigsten Fall gilt laut Jesus: "Du wirst herauskommen
(!). Doch
du musst auch den letzten
Pfennig zuvor bezahlt haben." Und weil das eben sehr lange dauern kann, versöhne
dich lieber gleich.
Und wenig später heißt es (5, 44): "Liebt eure Feinde und
bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im
Himmel."
Das ist offensichtlich der schnellste Weg aus jeder selbst geschaffenen Hölle
heraus. Ein unendliches Gequält-Werden,
wie es im kirchlichen Dogma von der ewigen Verdammnis angelegt ist, haben sich
kranke und vermutlich sadistische Kirchenköpfe ausgedacht, und sie werden eines
Tages auf Knien ihren Dank dafür stammeln, dass das, was nach ihren Vorstellungen andere erleiden
müssen, sie nicht selber trifft.
So dürfen also auch die Theologen früher oder später diesen Ort wieder
verlassen, den sie millionen- und milliardenfach Andersgläubigen ohne zeitliche
Begrenzung zugedacht haben.
Und so wird sich bewahrheiten, was Jesus von
Nazareth über die Theologen sagte, als er den Schriftgelehrten seiner Zeit
prophezeite: "Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Prostituierten kommen
eher ins Reich Gottes als ihr" (Matthäus 21, 31).
Doch irgendwann, wenn sie
von ihrem hohen Ross herab gestiegen oder herab gefallen sind und umgekehrt
sind, werden auch die Kirchenmänner und Theologen - offenbar mit als Letzte
unter allen Menschen - den Weg zurück zu Gott finden.
Anhang Nr. 1
Wie die Kirche eine angebliche "ewige Verdammnis"
erfunden hat
Das furchtbarste aller
katholischen Dogmen ist die Lehre von einer ewigen Verdammnis, der
Glaubensinhalt unendlicher pausenlosen Höllenqualen. Forscht man in den
kirchlichen Dogmensammlungen und veröffentlichten Lehrentscheidungen nach der
Herkunft dieses Glaubens, dann findet man die ältesten schriftlichen Belege für
diese Lehre in einzelnen römisch-katholischen Bekenntnissen, Briefen und
Synoden-Dokumenten des 5. Jahrhunderts. Der Glaube an eine ewige Hölle war aber
bereits in früheren Jahrhunderten Teil der katholischen
Überlieferung. Er wurde von einzelnen Kirchenlehrern und Kirchenvätern von
einigen Bibelstellen abgeleitet (siehe oben),
in denen man das Wort "aionios"
= "ein Äon lang"
als "ewig"
im Sinne von "unendlich"
interpretierte, obwohl auch ein "Äon"
einen zeitlichen Beginn und einen Abschluss hat. So kannten auch weder das
Judentum noch die wahren Gottespropheten des Alten Testaments, an die Jesus von
Nazareth anknüpfte, eine solche ewige Hölle - nur einen dunklen Ort, die so
genannte "Scheol",
in der die Menschen auf die Hilfe Gottes warten, um wieder heraus zu kommen
(siehe oben).
Erst die Kirche entwickelte die angeblich unendlichen Höllenqualen, wobei
man sich an der griechischen Vorstellung vom "Tartaros",
am Baals- bzw. Mithraskult oder an altägyptischen Vorstellungen
orientierte, wo von den dunkelsten Bereichen einer so genannten "Vernichtungsstätte"
die Rede ist. Doch während in antiken Götterkulten oft die Möglichkeit eines
Endes des Leids mitgedacht wird, hat die Kirche dies ausdrücklich
ausgeschlossen. Zudem werden in nahezu allen Götterkulten die Taten der
Verstorbenen "gewogen"
und als Maßstab für den jenseitigen Bestimmungsort zugrunde gelegt. In der
römisch-katholischen Kirche sollen jedoch bereits abweichende Meinungen vom
kirchlichen Dogma oder Zweifel daran mit "ewiger
Hölle" bestraft werden, auch wenn der von
der Kirche ewig Verdammte ein ethisch vorbildliches und gutes Leben führte. So
könnte man die Religion der Kirche von daher mit Recht als die grausamste und
grässlichste aller bestehenden Religionen bezeichnen.
Als eigentlicher "Vater"
der kirchlichen Verdammungslehren kann dabei der "heilige"
Bischof und Kirchenlehrer Augustinus von Hippo (356-430)
gelten. Augustinus war nämlich derjenige, der die katholische Überlieferung
einer angeblich ewigen Verdammnis bis in Einzelheiten hinein weiter entwickelt
und schriftlich ausformuliert hat, vor allem in seinem Werk De Civitate Dei
(= Der Gottesstaat)
(entstanden von 413-426) im 21. von 22
Büchern.
Zu diesem Zeitpunkt war die Lehre einer ewigen Verdammnis zwar bereits
Mehrheits-Meinung in der römisch-katholischen Kirche, weswegen Augustinus auch
bereits von der Lehre der "Kirche"
sprechen konnte. Doch andere
Überzeugungen wie die des Theologen Origenes (185-254)
von einer späteren Versöhnung aller Menschen mit Gott wurden noch gelegentlich
toleriert, aber von Augustinus nun bekämpft. Mit eiskalter und nahezu seelenloser intellektueller
Akrobatik versuchte der "Heilige"
dabei, das Ewige-Verdammnis-Dogma aus der Bibel abzuleiten (siehe
Anhang Nr. 2).
Denn Grundlage für
die Kirchenlehren war immer
die Bibel, welche aber nach dem Dogma der Kirche nur vom päpstlichen Lehramt richtig
ausgelegt werden könne. Und dies führte wiederum dazu, dass man die Bedeutung
von Bibelstellen bis zur Unkenntlichkeit verfälschte und verstümmelte oder gar
ins Gegenteil verkehrte, nur, um sie der Kirchenlehre anzupassen.
So setzt sich Augustinus in seinem Buch De Civitate Dei
auch mit anderen Bibelinterpretationen auseinander, die er anschließend
selbstherrlich zu widerlegen
versucht.
Augustinus war übrigens auch derjenige, der das Dogma einer
angeblichen Erbsünde erfunden hat, die seit Adam angeblich an alle Menschen
vererbt wurde und wofür auch jeder einzelne Mensch angeblich die ewige
Höllenstrafe verdient habe, wenn ihm diese Erbsünde nicht mithilfe der Kirche
und ihrer Priester vergeben würde. Außerdem hat der
"heilige"
Bischof
Augustinus eine Lehre vom "gerechten Krieg"
erfunden und das Foltern von Menschen als "Kur
für die Seele" verteidigt.
Augustinus hatte also im 5. Jahrhundert die Verdammnislehren der Kirche in ein
theologisches System gebracht. Doch erst die Synode und das Konzil von
Konstantinopel in den Jahren 543 und 554 verurteilte kirchenamtlich abschließend
die Lehre des Origenes von einer späteren "Allversöhnung" aller
Seelen und Menschen mit Gott. Es handelt sich um das berüchtigte Edikt des
Kaisers Justinian, wofür er die Zustimmung aller Bischöfe des Imperiums erzwang
und auch die Zustimmung von Papst Vigilius aus Rom einholte. In diesem Edikt
heißt es: "Wer sagt oder daran festhält, die Strafe der Dämonen und
gottlosen Menschen sei zeitlich und sie werde nach einer bestimmten Zeit ein
Ende haben bzw. es werde eine Wiederherstellung von Dämonen oder gottlosen
Menschen geben, der sei mit dem Anathema belegt" (zit. nach Denzinger-Hünermann, Kompendium der
Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg
2009, Lehrsätze Nr. 411; siehe auch Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Nr. 891).
Das heißt: Wer ab jetzt nicht an die ewige Verdammnis glaubt, der sei selbst
verflucht und damit "ewig verdammt". Dieses Edikt von Kaiser
Justinian hat die römisch-katholische Kirche in die Reihe ihrer verbindlichen
Lehrentscheidungen übernommen.
Nachfolgend noch einzelne weitere römisch-katholische
Bekenntnisse, Briefe und Synodendokumente aus dem 5. Jahrhundert, in denen
bereits von einer "ewigen Verdammnis" die Rede ist:
Nachweisbar ist in diesem Zusammenhang der Brief Consultenti tibi von
Papst Innozenz I. vom 20.2.405, in dem der Papst die Gewährung
der Hostie an Sterbende verfügte, die zuvor gesündigt hatten.
Papst Innozenz I. schreibt: "Es wird also zusammen mit der letzten Buße die
Kommunion gewährt, damit solche Menschen noch an ihrem letzten Ende mit
Erlaubnis unseres Erlösers vom immerwährenden Untergang befreit werden."
(zit. nach Denzinger-Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und
kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg 2009, Lehrsatz Nr. 212)
Diese grässliche Lehre "immerwährenden Untergangs" bzw. andauernder
pausenloser Höllenqualen steht möglicherweise auch im Zusammenhang mit der
Erhebung des Katholizismus zur alleinigen Staatsreligion im Jahr 380 und mit der
Verhängung der Todesstrafe gegenüber Anhängern anderer Glaubensrichtungen.
Ab dem 5. Jahrhundert ist die Lehre der ewigen Verdammnis in einzelnen
Lehrsaussagen der Kirche nun verstärkt nachweisbar.
Im
angeblich von Kirchenvater Athanasius (298-373) oder gar Papst Anastasius I.
(399-401) verfassten Glaubensbekenntnis, das aber
wahrscheinlich von einem unbekannten Kirchenautor zwischen 430 und 500
verfasst wurde, heißt es:
"Er [Christus] sitzt zur Rechten des Vaters; von dort wird er kommen, Lebende
und Tote zu richten. Bei seiner Ankunft müssen alle Menschen mit ihren Leibern
auferstehen und Rechenschaft ablegen über ihre eigenen Taten; und die Gutes
getan habe, werden in das ewige Leben eingehen; die aber Böses getan haben, ins
ewige Feuer." (zit. nach Denzinger-Hünermann, Kompendium der
Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg
2009, Lehrsatz Nr. 76)
Dieses Bekenntnis, heute Pseudo-athanasisches Bekenntnis Quicumque
genannt, wurde im Mittelalter in der Kirche dem Apostolischen und dem
Nicänischem Glaubensbekenntnis gleichgestellt.
Auf der
Synode von Arles im Jahr 473, die während der Regentschaft des "heiligen"
Papstes Simplicius stattfand, wurde der Priester Lucidus, der an eine
Vorherbestimmung zur Seligkeit und zur ewigen Verdammnis glaubte - so wie später
auch Martin Luther - zur Unterwerfung und Anpassung seiner Lehre an die
Mehrheitsmeinung gezwungen, wonach zwar eine "ewige Verdammnis" gelehrt wird,
aber nicht eine Vorherbestimmung einzelner Menschen für eine ewige Hölle durch
Gott. Dem Priester Lucidus wurde deshalb von den Kirchenoberen eine Erklärung
vorgelegt, die er unterschreiben musste. Darin heißt es:
"Euer Tadel ist öffentliches Heil, und euer Urteil Medizin. Daher halte auch ich
es für das beste Heilmittel, mich durch Anklage der vergangenen Irrtümer zu
entschuldigen und durch ein heilsames Bekenntnis reinzuwaschen ... Ich bekenne
auch, dass für Todsünden ewige Feuer und Flammen der Unterwelt bereitet sind:
denn den bis zum Ende fortbestehenden menschlichen Sünden folgt zurecht das
göttliche Urteil, das sich diejenigen gerechterweise zuziehen, die dies nicht
aus ganzem Herzen geglaubt haben." (zit. nach Denzinger-Hünermann, Kompendium
der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage,
Freiburg 2009, Lehrsätze Nr. 330 und 342)
Ende des
5. Jahrhunderts entstand in Südfrankreich auch die römisch-katholische
Bekenntnis-Formel Fides Damasi, die lange Zeit fälschlicherweise
Papst Damasus I. (4. Jahrhundert) zugeschrieben wurde.
Darin heißt es:
"Wir haben die Erwartung, dass wir von ihm [Christus] selbst entweder als Lohn
für unser gutes Verdienst das ewige Leben oder für unsere Sünden die Strafe der
ewigen Pein erlangen werden. Dies lies, dies halte fest, diesem Glauben
unterwirf deine Seele. So wirst du vom Herrn Christus das Leben und das Heil
erlangen." (zit. nach Denzinger-Hünermann, Kompendium der
Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg
2009, Lehrsätze Nr. 330 und 342)
Die langjährige Zuschreibung dieses Bekenntnisses an Damasus mag deshalb
überraschen, da ja ausgerechnet dieser Papst im Jahr 366 die Kirche Santa Maria
Maggiore in Rom von Söldnern stürmen ließ und darin 137 Anhänger von Ursinus,
seines Kontrahenten um den Papstthron, massakrieren ließ. Denn dieser "Sieg"
beim Kampf um den "heiligen Stuhl" wurde nicht durchgängig als "gutes Verdienst"
des Papstes betrachtet.
|
Stellen Sie sich vor, Sie halten einen Ihrer Finger in eine Kerze ...
Liebe Leserinnen, liebe Leser, was verstehen
Sie unter einer ewigen Verdammnis oder unter ewigen Höllenqualen? |
Anhang Nr. 2:
Wie sich der "heilige"
Bischof Augustinus die angeblich "ewige Verdammnis" für Abweichler vom
katholischen Glauben ausmalt
Die kirchlichen Pläne für ihre Kritiker
"Heiliger" Augustinus, De Civitate Dei, Der Gottesstaat, 21. Buch, Auszüge und Zitate aus
einzelnen Kapiteln
(zit. nach
http://www.unifr.ch/bkv/kapitel1919.htm; Lesen Sie dort selbst, wenn Sie
möchten, das ganze 21.
Buch des "Heiligen")
Ex-Papst Joseph Ratzinger schreibt:
"Ich rufe auch die Heiligen an. Ich bin mit Augustinus, mit Bonaventura, mit
Thomas von Aquin befreundet. Man sagt dann auch zu solchen Heiligen: ´Helft
mir!`" (Papst Joseph Ratzinger in Licht der Welt,
Freiburg 2010, S. 32). Doch wen bittet Papst Benedikt XVI. hier um Hilfe
und Erleuchtung? Lesen Sie selbst, was sein Freund Augustinus u. a. lehrt und
mit welchen Lehren er dem Papst Joseph Ratzinger unter Umständen zu "Hilfe" eilte.
Die
Zahl oben ist das jeweilige Kapitel in dem 21. Buch des Werkes Der
Gottesstaat. Es beginnt mit den sadistischen Vorstellungen des "Heiligen"
von einem grausam gequälten Menschen. Dies ist z. B. der Fall, wenn dieser wegen
seines "Unglaubens" gefoltert wird, was Augustinus befürwortet. Durch den Tod
erhofft er nun ein Ende seiner unbeschreiblichen Schmerzen. Doch dann soll das
Grauen weiter gesteigert werden und nie mehr enden. So will es die Kirche für
ihre Kritiker oder Gegner und so lehrt sie es. Der "Heilige" malt sich
dabei in
intellektuell spitzfindiger Perversion die Hölle für die Abweichler vom Glauben
folgendermaßen aus:
2
Diese Verbindung [von Leib und Seele
bei einem Menschen auf der Erde] ist eben derart, dass
die Seele vor den äußersten Schmerzen weicht und aus dem Leibe entflieht; denn
der Zusammenhalt zwischen den Gliedern und den Lebensbedingungen ist so gering,
dass er nicht imstande ist, einen Ansturm auszuhalten, der großen oder den
äußersten Schmerz mit sich bringt. Aber mit dem Leibe [im Jenseits], wie er alsdann sein wird,
wird die Seele noch überdies in einer Weise zusammengefügt sein, dass dieses
Band ... durch keinen Schmerz zerrissen wird ... Denn einen Tod gibt es auch
dann, aber einen ewigen Tod: die Seele ... wird die körperlichen Schmerzen
nie los durch den Tod. Der erste Tod vertreibt die Seele wider ihren
Willen aus dem Leibe, der zweite Tod hält die Seele wider ihren Willen fest im
Leibe.
3
... Und schließlich, falls es der Leib
ist, der den Schmerz in der Seele bewirkt, warum kann er der Seele wohl Schmerz,
aber nicht den Tod bringen? Offenbar deshalb, weil nicht notwendig das, was
Schmerz verursacht, den Tod verursachen muss. Warum sollte es also
unannehmbar sein, dass Feuerflammen jenen Leibern Schmerz verursachen können,
ohne ihren Tod herbeizuführen?
4
Warum heischt man dann von uns noch
erst Beispiele aus der Welt der Wirklichkeit, an denen wir glaubhaft machen
sollen, dass der Leib der Menschen, die mit ewiger Pein bestraft werden, der
Seele nicht verlustig gehe durch das Feuer und ohne Verzehrung brenne und ohne
der Vernichtung anheim zu fallen leide? Eine solche Eigenschaft wird dem Wesen
des Fleisches eben mitgeteilt werden von Gott, der den vielen Dingen, die wir
mit Augen sehen, so wunderbare und verschiedenartige Eigenschaften verliehen
hat, dass wir darüber nur deshalb nicht staunen, weil es ihrer so viele sind.
Wer sonst als ´Gott, der Schöpfer aller Dinge’, hat zum Beispiel dem Fleisch
des Pfauen die Eigenschaft verliehen, dass es sich vor Fäulnis bewahrt? Das
kam mir so unglaublich vor, dass ich es auf bloßes Hörensagen hin nicht annehmen
wollte; als mir darum einmal in Karthago ein Pfauenbraten vorgesetzt wurde, ließ
ich vom Brustfleisch ein hinreichend großes Stück zurückbehalten; nach Verlauf
einer Zeit, in der jedes andere gekochte Fleisch in Verwesung übergegangen wäre,
ließ ich es hervorholen und auftragen, und siehe, es machte sich dem Geruchssinn
in keiner Weise unangenehm bemerkbar. Wiederum aufbewahrt, zeigte es sich nach
mehr als dreißig Tagen im gleichen Zustand und ebenso auch nach einem Jahre, nur
dass es etwas trockener und ein wenig zusammengeschrumpft war.
8
Nun wird man etwa erwidern,
unsere Lehre
von den stets brennenden und nie sterbenden Menschenleibern sei deshalb
unannehmbar, weil die Natur des Menschenleibes, wie wir genau wüssten, völlig
anders eingerichtet sei ... denn die Natur des menschlichen Fleisches ist
eben nicht derart, das sei bekannt. Darauf könnten wir an der Hand der heiligen
Schriften eine Antwort geben ... Allein unsere Gegner schenken diesen Schriften
keinen Glauben, die darüber berichten, in welcher Beschaffenheit der Mensch im
Paradiese lebte und wie fern ihm die Unvermeidbarkeit des Todes lag - die ganze
mühsame Auseinandersetzung mit ihnen über die künftige Strafe der Verdammten
könnten wir uns ja sparen, wenn sie diesen Schriften Glauben beimäßen - ...
Wie es demnach Gott nicht unmöglich war, Naturen zu bilden nach Belieben, so ist
es ihm auch nicht unmöglich, die von ihm gebildeten Naturen nach Belieben
umzugestalten ... Uns müssen diese Vorkommnisse, die sich scheinbar wider
die Natur zutragen und die man als widernatürlich bezeichnet ... darauf ein
Hinweis oder Vorausweis sein, das ankündigen, dass Gott seine Vorherkündigung
über sein künftiges Verfahren mit dem Menschenleib auch ausführen wird, ohne
sich durch eine Schwierigkeit hindern, ohne sich durch ein Naturgesetz
Vorschriften machen zu lassen.
9
Eintreten wird also, ohne Zweifel wird
eintreten, was Gott durch seinen Propheten gesprochen hat über die ewige
Strafpein der Verdammten: "Ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht
erlöschen." Denn auch der Herr Jesus hat diese Worte, um sie noch dringender
einzuschärfen, wiederholt gebraucht, da wo er bildlich von Gliedern spricht, die
dem Menschen Ärgernis bereiten, und damit solche Menschen meint, die man liebt
wie seine Hauptglieder, und sie abzuschneiden befiehlt; da sagt er: "Besser ist
es für dich, verstümmelt in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen zur Hölle
zu fahren, in das unauslöschliche Feuer, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer
nicht erlischt." [Anmerkung: Weder die Gottespropheten noch Jesus, der
Christus, meinten damit eine "ewige Verdammnis"; siehe oben Der Theologe Nr. 19]
... Unter diesen Umständen mag sich jeder nach Belieben entscheiden und das
Feuer auf den Leib, den Wurm auf den Geist beziehen, dort im eigentlichen, hier
im übertragenen Sinn, oder Feuer und Wurm miteinander im eigentlichen Sinn auf
den Leib. Denn dass Leibeswesen auch im Feuer zu leben vermögen, in der Glut,
ohne verzehrt zu werden, in der Pein, ohne zu sterben, habe ich oben schon zur
Genüge dargetan; sie vermögen es durch Wunderwirkung ihres in jeder Hinsicht
allmächtigen Schöpfers. Wer diesem die Kraft dazu abspricht, der weiß nicht, von
wem all das Wunderbare herkommt, das er an allen Naturen anstaunt. [Anmerkung:
eine nicht mehr überbietbare zynische Verhöhnung des
Schöpfergottes durch den "Heiligen"] Denn er
ist es, Gott, der in dieser Welt alle die großen und kleinen Wunder vollbracht
hat, die ich erwähnt habe, und noch ungleich viel mehr, die ich nicht erwähnt
habe, und der sie alle eingegliedert hat der Welt, einem einzigen und dem
größten aller Wunder.
10
Denn ein und dasselbe Feuer ist es, das zur
Bestrafung der Menschen wie der Dämonen bestimmt ist, da ja Christus sagt:
"Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen
Engeln bereitet ist." [Anmerkung: Jesus lehrte das Gesetz von Saat und
Ernte, und auch in dieser Bibelstelle ist nur von einem "Äonen" langen
"Feuer" die Rede,
nicht etwa von einem unendlichen Feuer, wie es die Kirche lehrt; siehe oben].
Aber vielleicht haben auch die Dämonen eine ihnen eigentümliche Art von Leib,
wie Gelehrte angenommen haben, bestehend aus der uns umgebenden dicken und
feuchten Luft, deren Druck man beim Wehen des Windes verspürt. Und diese
Art Element ist immerhin der Einwirkung des Feuers zugänglich, sonst
würde es nicht brennen, wenn es erhitzt wird wie in den Bädern ... Es werden
also, wenn sie keine Leiber haben, die Geister der Dämonen oder vielmehr die
Geister-Dämonen, so unkörperhaft, wie sie sind, mit körperhaftem Feuer verbunden
werden zum Zweck ihrer Peinigung, ...auf wunderbare und
unaussprechliche Weise werden die Dämonen an das Feuer gebunden sein, von
diesem Pein in sich aufnehmend, aber ihm nicht das Leben gebend; ist ja auch
ihrerseits die Art, wie Geister mit Leibern verbunden sind und beseelte
Leibeswesen ausmachen, in jeder Hinsicht wunderbar und dem Menschen
unbegreiflich, obwohl doch der Mensch selbst ein solches Wesen ist. ... Dagegen
wird jene "Gehenna", die auch Feuer- und Schwefelpfuhl heißt, ein körperhaftes
Feuer sein und die Leiber der Verdammten peinigen, und zwar entweder wie die der
Menschen so auch die der Dämonen, bei den Menschen massige, bei den Dämonen
luftartige, oder lediglich bei den Menschen die Leiber mit ihren Geistern,
hingegen ohne Leiber die Dämonengeister, die dann an die körperhaften
Feuerflammen gebunden wären, um von ihnen Strafe entgegenzunehmen, nicht um
ihnen Leben zu verleihen. Denn für beide Arten von Wesen wird es nur ein Feuer
geben.
Teufel und
Augustinus
(Bildausschnitt im Bild von Michael Pacher)
(The
work of art depicted in this
image and the reproduction thereof are in the public domain
worldwide. The reproduction is part of a collection of reproductions
compiled by The Yorck Project.
The compilation copyright is held by
Zenodot Verlagsgesellschaft mbH and licensed under the GNU
Free Documentation License)
11
Von den Gegnern, wider die wir den
Gottesstaat vertreten, glauben manche, es liege in solchem Strafgericht eine
Ungerechtigkeit nach der Richtung hin, dass man für seine Sünden, die so groß
wie immer sein mögen, mit einer ewigen Strafe büßen müsse, da sie doch in kurzer
Zeit begangen worden sind.
Wird man irgend jemand verurteilen, so lang im Gefängnis zu weilen, als die Tat
währte, die ihn ins Gefängnis brachte? Hat nicht mit vollstem Recht ein Sklave,
der mit einem Wort oder tätlich in einem Nu seinen Herrn beleidigt oder verletzt
hat, jahrelange Strafen in Fesseln abzubüßen? Nun gar Geldbuße,
Brandmarkung, Verbannung oder Sklaverei, Strafen, die in der Regel in der Weise
verhängt werden, dass kein Nachlass gewährt wird, sind sie nicht ewigen Strafen
ähnlich, soweit es im irdischen Leben überhaupt sein kann, nur deshalb nicht
ewig, weil auch das Leben, das von solchen Strafen betroffen wird, nicht ewig
dauert? Und doch werden die Sünden, die mit so außerordentlich langdauernden
Strafen belegt werden, in kürzester Zeit begangen; und niemand gibt es, der der
Meinung wäre, die Qualen der Übeltäter müssten ebenso schnell durchgeführt
werden, wie ein Mord oder ein Ehebruch oder ein Heiligtumsraub oder sonst ein
Verbrechen sich abspielt, das man nicht nach der Zeitdauer zu bemessen hat,
sondern nach der Größe des Unrechts und der Ruchlosigkeit. Und wenn für ein
großes Verbrechen die Todesstrafe verhängt wird, gilt da in den Augen des
Gesetzes etwa die freilich sehr kurze Zeit der Beförderung vom Leben zum Tode
als die Strafe, und nicht vielmehr die auf immer währende Ausstoßung aus der
Genossenschaft der Lebenden? ... Kein Gesetz des irdischen Staates ist imstande,
einen Gerichteten dem Staat wieder zurückzugeben, kein Gesetz des himmlischen
Staates, den zum zweiten Tode Verurteilten dem ewigen Leben zurückzugeben.
Aber,
sagt man, wenn die zeitliche Sünde mit ewiger Pein bestraft wird, wie
bewahrheitet sich dann das Wort eures Christus: "Mit dem nämlichen Maße, womit
ihr messet, wird euch zurückgemessen werden"? Dabei übersieht man ja aber, dass
sich das Wort vom Gleichmaß nicht auf das Gleichmaß der Zeitdauer bezieht,
sondern auf eine Übereinstimmung bezüglich des Bösen, nämlich: wer Böses getan
hat, soll Böses erleiden. [Anmerkung: Hier verhöhnt Augustinus Jesus
von Nazareth einmal mehr, denn Jesus lehrte nicht wie die geistig toten
und perversen Theologen, sondern er war ein Mann mit Herz. Er lehrte das Gesetz von
Saat und Ernte, die Barmherzigkeit Gottes und die Waage der Gerechtigkeit auch in Bezug auf
eine Zeitdauer]
12
Jedoch dem menschlichen Empfinden
erscheint eine ewige Strafe deshalb hart und ungerecht, weil man hienieden bei
der Mangelhaftigkeit der vergänglichen Gefühle das Empfinden für die höchste und
reinste Weisheit gar nicht hat, um fühlen zu können, welcher Frevel schon
mit der ersten Auflehnung begangen worden ist. Denn je mehr der Mensch im
Genusse Gottes stand, um so größer die Ruchlosigkeit, womit er Gott verließ und
für ein ewiges Übel reif wurde, indem er jenes Gut in sich zerstörte, das ewig
hätte sein können. Von daher ist die ganze Masse des Menschengeschlechtes
verdammt ... und würden umgekehrt alle aus der Finsternis in das Licht
versetzt werden, so würde an keinem die Vergeltung in ihrer wahren Gestalt
offenbar werden. In diesem Zustande der Vergeltung befinden sich jedoch weit
mehr als in dem der Gnade; daran soll sich zeigen, was von Rechtswegen allen
gebühren würde.
13
Allerdings die Platoniker wollen
zwar keine Sünde unbestraft wissen, lassen aber alle Strafen nur zur Besserung
verhängt werden, wie die durch Menschengesetze so auch die durch Gottes
Anordnung auferlegten, sei es in diesem Leben oder, falls einer hienieden
verschont bleibt oder trotz der Strafen sich nicht bessert, nach dem Tode ...
Die Vertreter dieser Meinung erkennen nur reinigende Strafen nach dem Tode an.
16
Aber wie groß ist Gottes Erbarmen über die
Geräte des Erbarmens, die er zur Herrlichkeit voraus zubereitet hat! Selbst auch
die erste Altersstufe des Menschen, die Kindheit, die ohne jeden Widerstand dem
Fleisch ergeben ist, und die zweite, die frühe Jugend, wo die Vernunft diesen
Kampf noch nicht aufgenommen hat und fast allen fehlerhaften Neigungen
preisgegeben ist, weil in diesem Alter, trotzdem man da bereits sprechen
kann und demnach die infantia offenbar schon überschritten hat, der Geist noch
zu schwach ist, das Gebot zu erfassen, ich sage, selbst diese Altersstufen,
auch wenn man auf ihnen bereits das Leben beendigt, werden durch Gottes
Erbarmen, falls sie die Sakramente des Mittlers empfangen haben, nicht nur den
ewigen Strafen nicht zugeführt, sondern haben nach dem Tode nicht einmal
irgendwelche läuternde Peinen zu erdulden; denn sie sind nun aus der Macht der
Finsternis in das Reich Christi versetzt. Die geistige Wiedergeburt allein
reicht hin, nach dem Tode die Schuld unschädlich zu machen, welche man sich
nebst dem Tode durch die leibliche Geburt zugezogen hat ... Wer immer also
den ewigen Strafen entgehen will, muss nicht nur getauft, sondern auch
gerechtfertigt werden in Christo und so wirklich vom Teufel zu Christus
übergehen [Anmerkung: Wehe jedoch, das Kind sei nicht katholisch
getauft!] ... Doch hat man auch für das ewige Feuer sicher verschiedene
Abstufungen anzunehmen, wonach es je nach dem Maße der Missverdienste für
die einen leichter, für die anderen strenger sein wird, sei es, dass seine
Gewalt und Hitze je nach der verdienten Strafe für jeden eine andere ist, oder
dass es zwar gleichmäßig brennt, aber nicht als gleichmäßige Pein empfunden
wird.
|
Papst Joseph Ratzinger beruft sich auf Augustinus und droht austrittswilligen Katholiken auf diese Weise mit ewiger Hölle Papst Joseph Ratzinger (Benedikt XVI.) verglich bei seiner Olympiastadion-Rede am 22.9.2011 in Berlin die Katholiken mit Reben am Weinstock der katholischen Kirche. Die Kirchenmitglieder wurden ermahnt, nicht aus der Kirche auszutreten, auch wenn sie dort noch so viel Böses finden. Fallen sie nämlich von der Kirche ab, würden sie ins Feuer geworfen. Joseph Ratzinger zitierte als Autorität dazu den katholischen "Heiligen" Augustinus mit folgenden Worten: "Eines von beiden kommt der Rebe zu, entweder der Weinstock oder das Feuer; wenn sie nicht im Weinstock ist, wird sie im Feuer sein." Dieses Zitat machte sich der damalige Papst zustimmend zu eigen - eine kaum verhüllte Drohung mit dem angeblich ewigen Höllenfeuer. |
17
Nun werde ich aber noch mit unseren eigenen
mitleidigen Seelen verhandeln und mich friedlich auseinandersetzen müssen, mit
denen, die nicht glauben wollen, dass die Strafe eine ewige sein wird auch nur
für einen jener Menschen, die der Allgerechte der Pein der Hölle für würdig
erklärt, oder doch für gar alle, sondern meinen, nach Ablauf einer bestimmten,
je nach der Große der Sünde längeren oder kürzeren Frist würden sie daraus
befreit werden müssen. In diesem Punkte war Origenes sicher noch mitleidiger,
der sogar den Teufel samt seinen Engeln nach allerdings schwereren und länger
dauernden Strafen, wie sie ihren Missverdiensten entsprächen, diesen Peinen
entrissen und den heiligen Engeln beigesellt werden lässt. Jedoch ihn hat die
Kirche mit Recht abgelehnt, wegen dieser Anschauung sowohl, wie auch wegen
mancher anderen, besonders über einen endlosen Wechsel von Seligkeit und
Unseligkeit und ein unaufhörliches Hin- und Herschwanken zwischen den beiden
Zuständen in bestimmten Weltalterzeiten ... Wenn diese Meinung deshalb gut
und richtig wäre, weil sie mitleidsvoll ist, so müsste sie ja um so besser und
richtiger sein, je mehr sie mitleidsvoll wäre ... und gerät mit dem wahren
Gotteswort [Anmerkung: eine weitere Verhöhnung des Gotteswortes]
um so stärker in Widerspruch, je milder er zu empfinden sich schmeichelt [Anmerkung:
Wer so redet, ist das nicht eine robotergleiche Bestie? Und im Namen welchen Gottes?
Im Namen des Schöpfergottes nicht. Es gibt aber noch den "Gott der Unterwelt".]
18
Auch solche gibt es - und ich selbst habe
deren im Gespräche kennen gelernt -, die ... Gott noch weit mehr Mitleid und
Erbarmen gegen das Menschengeschlecht beilegen als die vorigen ... . Der
barmherzige Gott werde sie dann den Bitten und Fürsprachen seiner Heiligen
schenken. Denn diese würden sicher für sie bitten: wenn sie das schon taten zu
der Zeit, da sie an ihnen Feinde hatten, um wie viel mehr dann, wenn sie sie
demütig und Hilfe erflehend auf den Knien liegen sehen! Es sei doch nicht
anzunehmen, dass den Heiligen die Mitleidsader eintrockne [Anmerkung:
Die Sprache verrät den bösartigsten Zynismus des Autors], wenn sie im Besitz
allseitiger und vollendeter Heiligkeit sein werden; sie hätten ja dann zu einer
Zeit, da sie selbst nicht ohne Sünde waren, für ihre Feinde gebetet, und würden
nun, da sie eben von Sünden frei zu sein beginnen, für solche, die ihre Hilfe
anflehen, nicht beten! Oder wird Gott seine Kinder nicht erhören, die Bitten so
vieler und so trefflicher Kinder gerade dann nicht erhören, wenn ihre Heiligkeit
alle Hindernisse eines gottgefälligen Gebetes weggeräumt hat? ... Wenn er [Gott]
nun sogar damals [bei der Androhung des Untergangs der Stadt Ninive], so folgert
man, hat Schonung walten lassen, wo er doch seinen heiligen Propheten durch sein
Schonen betrüben sollte, so wird er erst recht barmherzig der demütig Flehenden
dann schonen, wenn alle seine Heiligen ihn um solche Schonung anrufen ... Und
wenn der Apostel sage: "Gott hat nämlich alle in Ungläubigkeit eingeschlossen,
um an allen Erbarmen zu üben", so wolle er damit andeuten, dass Gott niemand
verdammen wird. Doch erstrecken auch die Vertreter dieser Ansicht ihre Vermutung
nicht auf die Befreiung oder Nichtverdammung des Teufels und seiner Engel; nur
menschliches Mitempfinden, lediglich auf die Menschen gerichtet, bewegt sie, und
vorab ihr eigener Nutz und Frommen steht ihnen vor Augen: sie versprechen
sich von einem vermeintlich allgemeinen Erbarmen Gottes dem Menschengeschlechte
gegenüber irrigerweise Straflosigkeit für ihre verderbten Sitten. [Anmerkung:
Da dem "heiligen" Augustinus hier kein geeignetes Gegen-Argument einfällt, verleumdet er seine Gegner
einfach als Menschen mit "verderbten Sitten"]
23
Und zwar müssen wir zuerst darüber uns klar
werden, weshalb die Kirche die Annahme nicht dulden konnte, dass selbst dem
Teufel, wenn auch erst nach sehr schweren und langwierigen Strafen, Läuterung
oder Vergebung in Aussicht stehe ... Es ist nämlich durchaus nicht etwa an dem,
als hätten ... heilige und mit den alten und neuen Schriften wohl vertraute
Männer in großer Zahl, die Reinigung und die Himmelsseligkeit irgendwelchen,
noch so vielen Engeln nach irgendwelchen und beliebig großen Strafen missgönnt,
vielmehr stand ihnen klar vor Augen, dass der göttliche Urteilsspruch [Anmerkung:
eine Verhöhnung Gottes] nicht entkräftet oder abgeschwächt werden dürfe, den
der Herr nach seiner eigenen Vorhersage beim Gerichte fällen und aussprechen
wird ... und ebenso wenig die Weissagung der Geheimen Offenbarung: "Der Teufel,
der sie verführte, ward in den Feuer- und Schwefelpfuhl geworfen, und dahin auch
das Tier und der falsche Prophet; da werden sie Tag und Nacht gepeinigt werden
in die Weltzeiten der Weltzeiten." Wie dort "ewig", so heißt es hier "in die
Weltzeiten der Weltzeiten", womit die Heilige Schrift nur das zu bezeichnen
pflegt, was der Zeit nach kein Ende nimmt [Anmerkung: Genau das ist
falsch: Denn eine "Weltzeit" nimmt eine Ende]. Man kann darum
schlechterdings keinen anderen noch einen gerechteren und offener zutage
liegenden Grund ausfindig machen, weshalb wahre Frömmigkeit unbedingt daran
festhält, dass für den Teufel und seine Engel jede Rückkehr zur Gerechtigkeit
und zum Leben der Heiligen ausgeschlossen ist, als das Zeugnis der Schrift,
die niemanden irreführt; sie sagt, Gott habe des Teufels und seiner Engel nicht
geschont und sie seien von ihm einstweilen in der Weise vorverdammt worden, dass
sie in finstere Höhlen der Unterwelt hinab gestoßen und dorthin zur Aufbewahrung
bis zur Bestrafung durch das letzte Gericht übergeben wurden, wo alsdann das
ewige Feuer sie in Empfang nehmen wird, in welchem sie in die Weltzeiten der
Weltzeiten werden gepeinigt werden.
Wenn nun dem so ist, so kann man auch die verdammten Menschen, sei es alle
oder einen Teil davon, unmöglich ewigen Strafen, wenn auch nach noch so langer
Zeit, entrissen denken, ohne dass sofort der Glaube dahin sinkt, dass die Pein
der Dämonen ewig dauern wird. Wenn nämlich alle die oder auch nur einige von
denen, an die das Wort ergeht: "Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige
[Anmerkung: ein Übersetzungsfehler; es heißt "Äonen lang"]
Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist", nicht auf immer im ewigen
Feuer sein werden, so fällt jeder Grund hinweg zu glauben, dass der Teufel und
seine Engel auf immer darin sein werden. Oder wird etwa Gottes Urteilsspruch,
der gleichmäßig über die Bösen, ob Engel oder Menschen, gefällt wird, an den
Engeln sich bewahrheiten, an den Menschen sich falsch erweisen? So in der Tat
wird es sein, wenn nicht Gotteswort, sondern Menschenwitz die Oberhand behält.
Aber das ist ja nicht möglich, und so soll man, statt wider Gott die eigene
Weisheit aufzurichten, lieber der göttlichen Anordnung [Anmerkung:
eine Verhöhnung Gottes], so lang es noch Zeit ist, sich fügen, will man
nicht ewiger Pein anheim fallen. Und dann welche Folgerichtigkeit, die ewige
Strafpein nur für ein lange währendes Feuer zu halten, das ewige Leben dagegen
für endlos ... Ist das eine wie das andere ewig, so muss ja selbstverständlich
entweder beides zumal als lange während, jedoch einmal ein Ende nehmend gelten
oder ebenso beides zumal als immerwährend und nie ein Ende nehmend. Denn sie
sind beide genau nebeneinander gestellt, ewige Pein einerseits, ewiges Leben
anderseits. In ein und demselben Satz aber sagen: "Das ewige Leben wird ohne
Ende dauern, die ewige Pein wird ein Ende nehmen", das wäre doch zu widersinnig.
Weil also das ewige Leben der Heiligen ohne Ende dauern wird, so wird ohne
Zweifel auch die ewige Pein für die ihr Verfallenen kein Ende nehmen.
|
"Ich rufe auch die Heiligen an. Ich bin mit Augustinus, mit Bonaventura, mit Thomas von Aquin befreundet. Man sagt dann auch zu solchen Heiligen: ´Helft mir!`" (Papst Joseph Ratzinger in Licht der Welt, Freiburg 2010, S. 32) |
24
Derselbe Grund also, der jetzt die
Kirche abhält von der Fürbitte für die bösen Engel, ihre Feinde, wird auch dann
bei jenem Gericht, obwohl sie da an Heiligkeit vollkommen ist, ihrer Fürbitte
für die mit dem ewigen Feuer zu bestrafenden Menschen hindernd im Wege stehen.
Jetzt allerdings betet sie für ihre Feinde unter den Menschen, weil jetzt die
Zeit fruchtbarer Buße ist ... Wüsste sie übrigens von dem einen oder anderen
sicher, dass er zu denen gehöre, die, noch im irdischen Leben befindlich, doch
vorherbestimmt sind, ins ewige Feuer einzugehen mit dem Teufel, so würde sie für
einen solchen so wenig beten wie für den Teufel. Weil sie jedoch über
niemand in der Hinsicht Gewissheit hat, so betet sie für alle ihre Feinde,
genauer für alle am Leben befindlichen Feinde unter den Menschen, ohne indes für
alle erhört zu werden. Sie wird vielmehr nur für die erhört, die, trotzdem sie
der Kirche feindlich gegenüberstehen, doch in der Weise vorherbestimmt sind,
dass die Kirche in ihrem Gebete für sie Erhörung finden soll und dass aus den
Gegnern Kinder der Kirche werden sollen. Haben aber solche bis zu ihrem Tode ein
unbußfertiges Herz und bekehren sie sich nicht aus Feinden zu Kindern, betet
dann die Kirche etwa auch noch für sie, d. h. für den Geist solcher
Verstorbener? Sie unterlässt es, und zwar nur aus dem Grund, weil jeder, der
sich bei Lebzeiten nicht zu Christus hingewendet hat, bereits zur Teufelsseite
gerechnet wird ...
Demnach darf man den Psalmvers: "Wird Gott der Barmherzigkeit vergessen oder mit
seinen Erbarmungen zurückhalten in seinem Zorne?" keinenfalls in einem Sinne
auffassen, dass dabei Gottes Urteilsspruch über die guten Menschen als wahr, der
über die schlechten als falsch erscheint, oder der über die guten Menschen und
die bösen Engel als wahr, der über die bösen Menschen dagegen als falsch. Was da
der Psalm sagt, bezieht sich vielmehr auf die Gefäße des Erbarmens und die
Kinder der Verheißung [Anmerkung: Diese Einschränkung der
Barmherzigkeit auf die nur kirchlich Erwählten ist eine Verfälschung des Alten
Testaments], deren eines auch der Prophet selbst war ... denn eben in
diesem so mühseligen Leben, das Gottes Zorn ist, wandelt er die Gefäße des
Erbarmens zum Bessern, obwohl sein Zorn immer noch in dem Elend dieser
Vergänglichkeit lebendig ist; denn selbst mitten in seinem Zorne hält er nicht
zurück mit seinen Erbarmungen. Auf solche Weise also kommt die Wahrheit zu ihrem
Recht, die in jenem Verse des göttlichen Gesanges ausgesprochen ist, und so
erübrigt es sich von selbst, ihre Erfüllung auch noch dort zu suchen, wo die,
welche nicht zur Stadt Gottes gehören, mit der ewigen Pein bestraft werden. Will
man aber gleichwohl den Ausspruch selbst noch für die Qual der Gottlosen gelten
lassen, so sollte man ihn doch dahin auffassen, dass zwar ihnen gegenüber Gottes
Zorn fortbesteht, wie er als ewige Pein auch angekündigt ist, dass aber demnach
Gott in diesem seinem Zorne seine Erbarmungen nicht zurückhält und die Bösen
nicht mit aller verdienten Strafstrenge gepeinigt werden lässt; sie würden also
dann zwar nicht der ewigen Strafe ganz überhoben noch auch einmal ein Ende der
Strafe erreichen, jedoch mildere und leichtere Strafen erdulden, als sie
verdient hätten. Auf solche Weise würde es nämlich einmal mit dem Zorne Gottes
seine Richtigkeit haben, und hielte doch auf der anderen Seite Gott mit seinen
Erbarmungen mitten in seinem Zorne nicht zurück. Wenn ich mich indes einer
solchen Auffassung nicht entgegenstelle, so will ich ihr damit noch nicht das
Wort reden.
25
... nicht Recht haben sie, wenn sie für
die, welche die Einheit mit dem Leibe Christi aufgeben und in Häresie oder
selbst in heidnischen Aberglauben fallen, eine dereinstige Befreiung vom Feuer
der ewigen Strafpein in Aussicht nehmen. Da ist doch zunächst einmal zu
berücksichtigen, wie unannehmbar und von der gesunden Lehre weit abweichend die
Folgerung wäre, dass viele und fast alle, die gottlose Häresien gestiftet haben
unter Austritt aus der Kirche und Häresiarchen geworden sind, ein besseres Los
haben sollten als die, welche in deren Netze gerieten, ohne jemals Katholiken
gewesen zu sein; und das eben wäre der Fall, wenn diese Häresiarchen lediglich
durch den Umstand von der ewigen Pein befreit würden, dass sie in der
katholischen Kirche getauft wurden und früher das Sakrament des Leibes Christi
im wahren Leibe Christi empfangen haben; und doch ist selbstverständlich einer,
der vom Glauben abtrünnig und aus einem Abtrünnigen ein Bekämpfer des Glaubens
geworden ist, schlimmer als einer, der nicht erst abtrünnig geworden ist von
etwas, woran er nie festgehalten hat [Anmerkung: Mit anderen Worten:
Kirchenaussteiger treffe angeblich die schlimmste aller schlimmen Höllen].
Deshalb darf man sich auch ebenso wenig bei verkommenem und verwerflichem Wandel
in Sicherheit wiegen, als genüge es im Hinblick auf das Wort "Wer ausharrt bis
ans Ende, der wird gerettet werden", wenn man nur bis ans Ende in einer
Scheingemeinschaft mit der katholischen Kirche verharrt. [Anmerkung:
Hier stimmen wir dem "Heiligen" zu. Eine Kirchenmitgliedschaft ohne Zustimmung
zu diesen Darlegungen bringt nichts, woraus sich die Konsequenz für alle
Menschen guten Willens ergibt: Austreten!] Solche werden durch die
Verkehrtheit ihres Lebenswandels abtrünnig gerade eben von der Gerechtigkeit des
Lebens, die für sie Christus ist, sei es durch Hurerei oder durch Begehung
anderer Unreinigkeiten und Schandtaten an ihrem Leibe, die der Apostel nicht
einmal beim Namen nennen wollte, oder durch haltlose Hingabe an schändliche
Üppigkeit oder durch Verübung anderer Untaten, von denen der Apostel sagt, "dass
die, die solches tun, vom Reiche Gottes nicht Besitz nehmen werden". Demnach
werden die, die solches tun, nirgends anders sein als in der ewigen Pein, da sie
im Reiche Gottes nicht werden sein können ... Nicht bleiben also in Christus
die, die sein Glieder nicht sind. Glieder Christi sind aber die nicht, welche
sich zu Gliedern einer Buhlerin machen; sie müssten denn durch Buße das eine,
das Schlechte, aufgeben und durch Wiederversöhnung zum anderen, zum Guten,
zurückkehren.
26
In der Zwischenzeit übrigens zwischen dem
leiblichen Tode und dem Jüngsten Tag der Verdammnis und der Belohnung nach der
Auferstehung der Toten mögen immerhin die Geister von Verstorbenen durch ein
Feuer hindurchgehen, das die nicht spüren, die in ihrem Leben keine solchen
Sitten und Neigungen gehabt haben [Anmerkung: Hier ist die katholische
Fegefeuervorstellung angesprochen].
27
Wie jedoch eine solche Lebensführung
beschaffen sein muss und welches die Sünden sind, die den Zugang zum Himmelreich
versperren und dennoch durch die Verdienste heiliger Freunde Verzeihung
erlangen, das ausfindig zu machen ist sehr schwer, es genauer zu bestimmen sehr
bedenklich. Jedenfalls ist es mir bisher nicht gelungen, es herauszubringen, so
sehr ich mich darum bemüht habe. Und vielleicht bleibt es überhaupt verborgen,
damit der Eifer nicht erlahme, zur Vermeidung aller Sünden voranzuschreiten ...
Indes die Befreiung, die durch Gebet bewirkt wird, sei es durch eigenes oder
durch die Fürbitte von Heiligen, vermag nur zu erreichen, dass einer nicht ins
ewige Feuer verstoßen wird, nicht aber, dass er daraus nach noch so langer Zeit
erlöst wird, wenn er einmal dorthin verstoßen ist.
Das genüge als Antwort an die, die mit uns das Ansehen der heiligen Schriften
hochhalten, jedoch infolge unrichtigen Verständnisses die Gestaltung der Zukunft
sich so vorstellen, wie es ihnen passt, nicht so, wie es die Schrift verkündet.
Und mit dieser Entgegnung schließe ich, wie ich schon angekündigt habe, das
Buch.
|
Würde Gott, der Ewige, nur eines Seiner Kinder strafen und in eine "ewige Verdammnis" sperren und ewigen Höllenqualen aussetzen müssen, dann wäre die Sünde größer als Gott! Und so lehrt es die Kirche. |
Anhang Nr. 3:
Ökumene: Kirchen drohen sich trotz
vordergründig schöner Worte
weiterhin gegenseitig die
"ewige Verdammnis" an
Wie weit sich die Kirchen mit ihren (weitgehend staatsfinanzierten) intellektuellen Verrenkungen von jeder Gotteserfahrung entfernt haben, zeigt auch ein kurzer Blick auf die Ökumene.
Dazu die Frage: Drohen sich die römisch-katholische Kirche und z. B. die
evangelisch-lutherische Kirche weiterhin gegenseitig die ewige Verdammnis an? Oder haben
sie die
Verdammungsurteile aufgehoben?
Der Sachverhalt ist derzeit [2012] folgender: Was die gegenseitige Androhung der
Konfessionen mit der ewigen Verdammnis betrifft, haben die evangelischen
Kirchen seit dem Deutschlandbesuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1980 sich
sehr bemüht, diese aufzuheben.
Der "Erfolg" war ein Bericht der nach dem Papstbesuch
1980 eingerichteten "Gemeinsamen Ökumenischen Kommission" von 1985, in der
"erarbeitet" wurde, dass
die gegenseitigen Lehrverurteilungen aus dem 16. Jahrhundert die damaligen
Adressaten heute nicht mehr betreffen sollen. Auf katholischer Seite war vor allem
Kardinal Karl
Lehmann bei den Formulierungen engagiert. Doch auch Joseph Ratzinger war hier
mit tätig, schied jedoch nach
seiner Wahl zum Papst 2005 aus dem "Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und
katholischer Theologen" aus, der sich im Auftrag dieser "Gemeinsamen Kommission" um
die Detailfragen bei diesem Thema kümmerte.
Doch die Abschaffung der gegenseitigen Verdammnis
wurde niemals beschlossen, weder im Protestantismus noch im Katholizismus. Während die evangelischen Kirchen im Jahr 1994
eine Zustimmung zu dieser
zentralen Aussage, dass die früheren Lehrverurteilungen den jeweils anderen
nicht mehr träfen davon abhängig machten, dass auch die
römisch-katholische Kirche zustimme, spielte die Deutsche Bischofskonferenz am
21.6.1994 das Thema gleich herunter. Sie sprach nur von einer "wichtigen Etappe auf dem Weg zu einem gemeinsamen
Bekenntnis" und verwies, was eine Entscheidung betrifft, auf die Zuständigkeit des Vatikan.
Das heißt also: Der Vatikan hatte demnach für beide Großkirchen praktisch die
Entwicklung der Ökumene in der
Hand. Das war aus heutiger Sicht [2012] vor 18 Jahren. Doch wie hat der Vatikan
seither entschieden?
Die Antwort ist klar: Papst und Vatikan haben
nicht zugestimmt (!), sondern bis heute alles in
der Schwebe gelassen
(mehr dazu unten im
Anhang Nr. 2)
bzw. das Thema schlicht ausgesessen. So gelten also weiterhin die Dogmen und
Lehrsätze, in denen die Protestanten ewig verdammt werden, auch wenn man sich offiziell aus Gründen der päpstlichen
Diplomatie und des Zeitgeistes nicht auf diese Weise offiziell äußert.
So heißt es
z. B. bereits in der oben genannten Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz
aus dem Jahr 1994
wachsweich: "Dabei versetzt uns der gegenwärtige
Stand der Dialog-Ergebnisse leider noch nicht in die Lage, in jedem Fall
verbindlich zu entscheiden, ob die verbleibenden Unterschiede noch
kirchentrennenden Charakter haben oder als Ausdruck unterschiedlicher
theologischer Schulen im Verständnis des gemeinsamen Glaubens betrachtet werden
können."
Man könnte auch sagen: Außer Spesen bisher
nichts gewesen. Und aufgrund dessen sind die gegenseitigen Verdammungen
tatsächlich auch nicht aufgehoben, da ja auch die evangelischen Kirchen laut
ihren Erklärungen aus dem Jahr 1994 der
Aufhebung nur
zustimmen, wenn auch der Vatikan zustimmt. Doch der hält sich auch fast zwei
Jahrzehnte später
- gelinde gesagt - bedeckt und hütet sich strikt, auch nur einen weiteren
Schritt auf die Protestanten zuzugehen..Und er
wird wissen, warum. In der Öffentlichkeit wird jedoch so getan, als seien
aufgrund der oben zitierten Absichtserklärungen der besagten Kommission die
Verurteilungen aufgehoben, was einmal mehr eine gravierende Täuschung der Menschen
darstellt.
Und seit dem Papstbesuch 2011 in
Deutschland heißt die unterschwellige katholische Botschaft an die Protestanten einmal mehr:
"Unterwerft euch endlich wieder und kriecht zurück in den Bauch des großen
Tieres, um die ökumenische ´Einheit` zu vollenden." Wie sagte doch sinngemäß der
römisch-katholische Erzbischof Ludwig Schick kurz nach dem Amtsantritt von Papst
Joseph Ratzinger? "Wir
sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was ich
sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein." (ZDF, 31.5.2007)
Anhang 4:
Gelten die Protestanten am Ende als
"verkappte" Katholiken
oder doch als "ewig Verdammte"?
Das Dogma der
römisch-katholischen Kirche kennt keinen Spielraum.
Und folgender Lehrsatz Nr.
381 aus dem Standardwerk von Neuner-Roos, Der
Glaube der Kirche ist nach römisch-katholischer Lehre "unfehlbar":
381 -
"[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche,
dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr
bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der
Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so
viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so
kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der
Einheit der katholischen Kirche bleibt.`"
(Fulgentius)
In einem Kompendium zum Katholischen Katechismus auf den offiziellen
Vatikanseiten
www.vatican.va wird diese Lehre jedoch verharmlosend in modernere Sprache
umformuliert, ohne dass dadurch aber die klaren Dogmen aufgehoben sind. So heißt es
dort:
168.
Wer gehört zur katholischen Kirche? - Nr.
836-838 - Alle Menschen gehören auf verschiedene
Weise der katholischen Einheit des Gottesvolkes an oder sind ihr zugeordnet. Der
Kirche voll eingegliedert ist, wer sich, im Besitz des Geistes Christi, durch
die Bande des Glaubensbekenntnisses, der Sakramente und der kirchlichen Leitung
und Gemeinschaft mit ihr verbindet. Die Getauften, die diese katholische Einheit
nicht voll verwirklichen, stehen in einer gewissen, wenn auch nicht vollkommenen
Gemeinschaft mit der katholischen Kirche.
169. In welchem Verhältnis steht die
katholische Kirche zum jüdischen Volk? - Nr. 839-840
- Die katholische Kirche erkennt ihr Verhältnis zum jüdischen Volk in der
Tatsache, dass Gott dieses Volk als erstes unter allen Völkern erwählt hat, um
sein Wort aufzunehmen. Das jüdische Volk besitzt "die Sohnschaft, die
Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihm ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst
und die Verheißungen, sie haben die Väter, und dem Fleisch nach entstammt ihnen
der Christus" (Röm 9,
4-5). Im Unterschied zu den anderen nichtchristlichen Religionen ist der
jüdische Glaube schon Antwort auf die Offenbarung Gottes im Alten Bund.
170. Welche Verbindung besteht zwischen der katholischen Kirche und den
nichtchristlichen Religionen?
-
Nr. 841-845 - Es gibt eine Verbindung, die vor
allem auf dem gemeinsamen Ursprung und Ziel des ganzen Menschengeschlechtes
beruht. Die katholische Kirche anerkennt, dass alles, was sich in den anderen
Religionen an Gutem und Wahrem findet, von Gott kommt, ein Strahl seiner
Wahrheit ist, auf die Annahme des Evangeliums vorbereiten und zur Einheit der
Menschen in der Kirche Christi hindrängen kann.
171. Was bedeutet die Aussage:
"Außerhalb der Kirche kein Heil"?
-
Nr. 846-848 - Diese
Aussage bedeutet, dass alles Heil von Christus, dem Haupt, durch die Kirche,
seinen Leib, kommt. Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die
wissen, dass die Kirche von Christus gegründet wurde und zum Heil notwendig ist,
in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen. Zugleich können
durch Christus und seine Kirche diejenigen das ewige Heil erlangen, die ohne
eigene Schuld das Evangelium Christi und seine Kirche nicht kennen, Gott jedoch
aufrichtigen Herzens suchen und sich unter dem Einfluss der Gnade bemühen,
seinen durch den Anruf des Gewissens erkannten Willen zu erfüllen.
Was bedeuten nun diese verklausulierten Formulierungen praktisch?
Manche Katholiken möchten gerne so
tun, als ob die
Protestanten eben auf andere Weise als die Katholiken "der katholischen Einheit
des Gottesvolkes" angehören bzw. "ihr zugeordnet" seien. Sie könnten demnach
dann als "die Getauften gelten, die diese katholische Einheit nicht voll
verwirklichen", und nicht als diejenigen, die "nicht eintreten wollen" und
deshalb nicht gerettet würden.
Doch das sind würdelose theologische Spitzfindigkeiten, die bei
genauerem Hinsehen jeder Grundlage entbehren.
Jesus von Nazareth lehrte: "Eure Rede sei Ja, Ja, Nein, Nein. Was darüber
ist, das ist von Übel" (Matthäus 5, 37). Das heißt: Die Kirche ist
als Meisterin
im Verwischen von Klarheiten gemäß dieses Jesuswortes auch "Meisterin des
Übels". Und diese Unklarheiten sind ganz bewusst so gewollt, so dass man
sie jeweils nach Bedarf
auslegen bzw. verbiegen kann.
Wäre es anders, könnte die katholische Kirche ja ohne
weiteres sagen: "Die Protestanten würden auf ihre Weise gerettet."
Doch genau das wird eben ganz bewusst nicht gesagt, so dass die Situation immer auf eine eigentümliche und bedrohliche Art
in der Schwebe bleibt, so ganz nach dem katholischen Motto für die einfachen
Leute: "Lieber doch voll römisch-katholisch werden, man kann ja nie wissen."
Dagegen steht die befreiende Erfahrung aller freien Christen: Aus der Kirche
ausgetreten zu sein ist bereits eine Gotteserfahrung!
Anhang 5:
Die "ewig Verdammten" nach der bis heute
verbindlichen evangelisch-lutherischen
Augsburger Konfession (= Confessio Augustana = CA)
Derhalben werden verworfen alle Ketzereien, so diesem Artikel [über die angebliche Dreieinigkeit Gottes] zuwider seind [ausdrücklich genannt werden die Manichäer, Valentianer, Arianer, Eunomianer, Mahometisten, Samostaner]. (CA I)
Hieneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erbsund nicht fur Sund halten. (CA II)
Und werden verdammt die Wiedertaufer und andere, so lehren, dass wir ohn das leiblich Wort des Evangelii [das Predigtamt] den heiligen Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werk erlangen. (CA V)
So sind die Sakrament gleichwohl kräftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind ... Derhalben werden die Donatisten und alle anderen verdammt, so anderst halten. (CA VIII)
Derhalben werden die Wiedertaufer verworfen, welche lehren, dass die Kindertauf nicht recht sei. (CA IX)
Hie werden verworfen die, so lehren, dass diejenigen, die einst seind fromm worden, nicht wieder fallen mugen. Dagegen auch werden verdammt die Novatiani, welche die Absolution denen, so nach der Tauf gesündigt hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, dass man durch Glauben Vergebung der Sünde erlange, sondern durch unser Genugtun. (CA XII)
Hie werden verdammt die Wiedertaufer, so lehren, dass der obangezeigten [Polizei, Regierung, Fürsten, Richter, Todesstrafe, gerechte Kriege, Streit, Kauf und Verkauf, Eide, Eigentum, Ehe] keines christlich sei. Auch werden diejenigen verdammt, so lehren, dass christliche Vollkommenheit sei, Haus und Hof, Weib und Kind leiblich verlassen. (CA XVI)
Derhalben werden die Wiedertaufer verworfen, so lehren, dass die Teufel und verdammte Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden. Item, werden hie verworfen auch etlich judisch Lehren, die sich auch itzund eräugen, dass vor der Auferstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen vertilgen werden. (CA XVII)
Dann heißt es jedoch in Artikel CA IV auch:
"Weiter wird gelehrt, ... dass wir Vergebung der Sunde bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden umb Christus willen durch den Glauben, so wir glauben, dass Christus für uns gelitten habe und dass uns umb seinen willen die Sunde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Dann diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihme halten und zurechnen, wie Sant Paul sagt zun Romern am 3. und 4."
Demnach könnte es fast den Anschein haben, dass letztlich die hier angeführte knappe
Bedingung ("so wir glauben, dass Christus für uns gelitten habe und dass uns umb
seinen willen die Sunde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt
wird") ausreichen könnte, um nach evangelisch-lutherischer Lehre trotzdem ewiges Leben zu
bekommen, selbst wenn man wegen seiner Haltung zu den anderen Glaubensätzen
(siehe oben
CA I, CA V, CA VIII, CA IX, CA
XII) zu den
angeblich ewig Verdammten zählen würde. Ein solches Gedankenspiel würde
dann bedeuten: Zwar würde der Mensch
N.N. aufgrund der abweichenden Haltung nach den oben erwähnten Lehrsätzen nach
evangelisch-lutherischer Lehre verdammt, doch der evangelische Gott würde
ihm trotz seiner Abweichungen zu guter Letzt seinen "Glauben" gemäß
Artikel IV zur
"Gerechtigkeit" "zurechnen". Doch kann das stimmen? Es
stimmt nicht.
Sicher wird aber jemand so
zu argumentieren versuchen, der die
evangelische Lehre gegenüber kritischen Zeitgenossen zu verteidigen versucht.
Doch nimmt man diese Lehre dann nicht wirklich ernst. Doch dies sollte man auf jeden Fall tun,
denn bei ihrer Lehre versteht die Kirche keinen Spaß.
Und wenn man das
tut, muss man in Wirklichkeit von folgendem ausgehen: Bei dem zentralen evangelischen Glaubenssatz
"Allein der Glaube genüge" und seiner Erklärung in
CA IV
soll natürlich immer das ganze Glaubensgebäude (!) um diesen Glauben herum mitgedacht
werden, nicht nur eine Kurzfassung. Und deshalb könne jemand dann diese "Zurechnung"
seines Glaubens für das Seelenheil nach CA IV nicht für sich geltend machen, wenn er
bei
einem der oben genannten für die Kirche wesentlichen Bereiche des Glaubens
abweicht. Denn diese Bereiche sind ja keineswegs Randgebiete. Sondern sie sind
offizielles Bekenntnis und gehören also zum Zentrum der Lehre. Und wenn jemand
davon abweicht, dann würde er dadurch eben nur deutlich machen,
dass das Kernstück seines
Glaubens - "Allein der Glaube genüge" - bei ihm auch nicht stimmig sein kann. Denn würde
Wesentliches nicht mitgeglaubt, wäre es eben auch nicht der nach
CA IV gemeinte Glaube, so wie er
"zugerechnet" werden könnte.
Und genau deshalb wird ja eben bei Abweichungen
bei den oben aufgeführten Themen
(CA I, CA V, CA VIII, CA
IX, CA XII) ausdrücklich die
angeblich ewige Verdammnis des so angeblich falsch Glaubenden
festgeschrieben, auch wenn bei dem Betroffenen alles andere konform wäre. Denn dann
wäre es eben summa summarum logischerweise doch nicht der richtige Glaube, weil
etwas Wesentliches nicht damit übereinstimmt. Und deshalb
heißt es im evangelischen Bekenntnis auch ausdrücklich nicht: Die zugesprochene Verdammnis nach
CA I, CA V, CA VIII, CA IX und CA XII
gelte nicht, wenn der
Betreffende wenigstens
CA IV annehme.
Was folgt daraus? Die Menschen sollten sich nicht von den butterweichen Verharmlosungen ihrer
Lehre durch die heutigen evangelischen Pfarrer täuschen lassen. Und wer sich
evangelisch-lutherisch
nennt, der sollte sich diese Lehre konsequenterweise eben in dieser Weise aneignen,
wie sie gemeint ist. Mit
Jesus, dem Christus und der Wahrheit, die er brachte, hat die evangelische Lehre
ohnehin nichts zu tun.
Für den, der hier
nun tiefer einsteigen möchte, wird es jetzt allerdings noch komplizierter. Und
zwar in folgender Hinsicht: Interessanterweise
werden einzig bei der Abendmahlslehre nicht
diejenigen verdammt, die es anders glauben. Sondern hier werden ausnahmsweise
einmal nicht die
betroffenen Personen, sondern "nur" deren Lehre verdammt.
Wörtlich heißt der ganze
Artikel CA X:
"Von dem Abendmahl des Herren wird also gelehrt, dass wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei und da ausgeteilt und genommen werden. Derhalben wird auch die Gegenlehr verworfen."
Wobei nicht ganz klar
ist, welche "Gegenlehr" genau gemeint ist; die katholische oder die
evangelisch-reformierte, wobei es letztlich auf beide zutrifft.
Wer also den
Artikel CA X nicht so glaubt, den
Rest aber schon, würde dann wenigstens derjenige nach evangelisch-lutherischer
Lehre sicher nicht ewig verdammt? Dies scheint nun logischerweise so zu sein. Bei den
Details der Abendmahlslehre würden Abweichungen evangelischerseits demnach
nicht zum Verlust des Seelenheils führen, obwohl die Abweichungen als solche
"verworfen" werden. Und nur letzteres kann sicher aus
CA X
entnommen werden. Bei der Kindertaufe z. B. (CA IX)
ist es
jedoch anders. Hier kennt die Kirche bei Abweichungen nicht die geringste Gnade. Und hier wird
ja auch die Kirche in ihrer Substanz und in ihrem finanziellen Mark, nämlich der
Mitglieder-Rekrutierung schon im Säuglingsalter, getroffen (siehe dazu
Der Theologe Nr. 40).
Einige ausführlichere Gedanken zu diesem Thema siehe auch in
Der Theologe Nr. 18.
Wem das alles nicht behagt, der
könnte
einfach austreten.
Schon allein der Kirchenaustritt bringt einen Menschen Gott
ein Stück näher. Denn der Schöpfergott wollte niemals eine institutionalisierte
katholische oder evangelische Kirche mit Dogmen
und Bekenntnissen, die das Gehirn und das Gemüt des Menschen schwer belasten.
Und wer austritt, erfüllt deshalb in diesem Aspekt bereits den Willen Gottes. Und der
Staat sollte die katholische und evangelische "Wissenschaft" nicht länger mit
Millionen und Milliarden von Euro subventionieren, da sie an das Dogma und an
das Kirchenbekenntnis gebunden ist bzw. solches von den Theologen im
Kirchendienst verlangt wird. Der Staat sollte hingegen nur eine freie Forschung
fördern.
Das dadurch eingesparte Geld könnte
z. B. für eine gesunde Natur verwendet werden, die überlebenswichtig für den
ganzen Planeten ist und für alle seine Bewohner, und wo Menschen z. B. wirkliche Gotteserfahrung machen können
(mehr dazu z. B. in der
Schrift Freie Christen Nr. 1).
Anhang 6:
Torwart Robert Enke wird nach kirchlicher Lehre
angeblich ewig verdammt
Gigantischer Etikettenschwindel der Kirche
in der Öffentlichkeit
12.11. / 29.12.2009 / 27.9.2010 - Der Selbstmord des deutschen
Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke (32; Torwart von SV Hannover 96) am
10.11.2009 hat viele Menschen bestürzt und tief erschüttert. Robert Enke litt an schweren
Depressionen und hat sich auf einem Bahngleis bei Hannover von einem Regionalzug
überfahren lassen. Tags darauf wurde in der Marktkirche in Hannover eine
ökumenische Trauerandacht gehalten mit der evangelisch-lutherischen
Landesbischöfin Dr. hc. Margot Käßmann und dem katholischen Pfarrer und Anhänger
von Hannover 96, Heinrich Plochg. Der katholische Priester hielt auch die
Ansprache bei der großen Trauerfeier am 15.11.2009 in der AWD-Arena. Robert Enke hatte ihm nach einem Spiel einmal
seine Torwart-Handschuhe geschenkt. Die Kirchen sind dabei allerdings doppelzüngig. Nach außen bieten sie den Trauernden vermeintlich Trost und
Beistand an und organisieren z. B. eine solche ökumenische Andacht oder werden
eingeladen, bei Trauerfeiern Reden zu halten. Dabei
verschweigen sie den Menschen aber gezielt ihre Lehre, denn diese steigert die Tragödie des
Selbstmords ins Unerträgliche hinein, wenn sie stimmen würde. Und so verschwieg der katholische Priester
auch bei der großen Abschiedsfeier für Robert Enke die kirchliche Lehre und
versuchte stattdessen mit Worten von der Nähe Gottes zu trösten, welche aber seiner
eigenen Kirche widersprechen. Und Pfarrer Heinrich Plochg sagte weiter wörtlich: "Er
war nicht nur Idol, sondern ein Ideal, ein ideales Vorbild" (stern.de,
16.11.2009). Krasser kann der
Gegensatz zur gültigen Lehre der katholischen Kirche überhaupt nicht formuliert
werden, wonach Robert Enke als Selbstmörder unsere Zivilisation "schändete",
"zersetzte" und "entwürdigte" (siehe
hier), sich in "die Gewalt des Teufels"
begab und die "Rechtfertigungsgnade" damit für immer verloren habe
und deshalb den unendlichen Rest seiner ewigen Existenz in die Hölle müsse
(siehe hier). Das ist ohne Wenn und Aber die verbindliche
römisch-katholische Lehre. Und welcher Katholik das nicht glaubt, müsse deswegen
ebenfalls angeblich später in die ewige Hölle. Dann sollte er aber auch gleich
aus der katholischen Kirche austreten. Pfarrer Heinrich Plochg hat die
Menschen in der AWD-Arena über die wahren Inhalte des Katholizismus getäuscht.
Der Priester sprach dort auch das Vaterunser in der kirchlichen
Fassung, in der es über Gott heißt: "Führe uns nicht in Versuchung!" Das
bedeutet in diesem Zusammenhang: Gott habe wohl Robert Enke in Versuchung geführt, uns möge
er jedoch davor
bewahren. - Doch die Worte von Jesus sind in der Bibel falsch überliefert. In Wirklichkeit sprach Jesus
nämlich vertrauensvoll über Gott,
der keinen einzigen Menschen in Versuchung führt, was auch an anderer Stelle in
der Bibel unmissverständlich niedergeschrieben ist (Jakobus 1, 13-15). Denn bei Gott gilt: "Du
führst uns in der Versuchung" (siehe hier),
und das gilt für alle ausnahmslos. So ist der richtige Text, wie ihn die
Urchristen beteten. Die Kirchen halten jedoch beim Vaterunser an der falschen
Formulierung fest.
Gleich "dreimal" kirchlich verdammt: Nicht getauft, nicht kirchlich geglaubt und in angeblicher "Todsünde" verstorben
Noch einmal zurück zu der Frage, was nun mit dem Verstorbenen
nach römisch-katholischer Lehre geschieht. Robert Enke war erstens mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit
konfessionslos, erfüllt also nicht einmal die erste
aus Sicht der Kirche "heilsnotwendige" Bedingung für das Seelenheil, nämlich eine kirchliche
Taufe.* Dass die Taufe für die Kirche tatsächlich "heilsnotwendig"
sei,
bekräftigt sie vielfach (z. B. unten). Wäre es
nicht so, könnte die Kirche ja auch das Instrument der "Nottaufe"
abschaffen, mit dem sie bei Todesgefahr einem Menschen schnell noch das
"heilsnotwendige" "Sakrament" unter vereinfachten Umständen spenden will, um
damit angeblich dessen Seele zu retten. Deshalb ist bei Todesgefahr eines
Nichtgetauften jedes
Kirchenmitglied als Täufer
autorisiert.
Doch selbst wenn der Torwart noch in letzter Minute von einem Kirchenmitglied
"notgetauft" worden wäre, hat er zum zweiten offenbar auch nicht im Sinne der kirchlichen Lehren
geglaubt (siehe hier). Und so könnte ihm solches auch
nicht für sein
"Seelenheil" "zugerechnet" werden, wie es in den Kirchen gelehrt wird. Und drittens ist er in einer nach
katholischer Lehre schweren "Todsünde" verstorben, welche sowieso und
unmissverständlich angeblich die ewige Verdammnis nach sich ziehe, selbst wenn jemand nach
katholischer Lehre die ersten beiden Bedingungen erfüllen würde.
Es besteht also nach gültiger kirchlicher Lehre überhaupt kein Zweifel über das jenseitige
Schicksal von Robert Enke, auch wenn die Kirchenführer ihn als Menschen schätzten.
Doch die guten Taten, die ein Mensch zu Lebzeiten vollbrachte, sind weder nach
katholischer und erst recht nicht nach evangelischer Lehre für das Seelenheil
entscheidend, was einige der unten aufgeführten Belegstellen deutlich
machen.
Damit eines ganz klar ist: Wir halten
die kirchlichen Lehren für grausamen Unsinn, und wir glauben, dass der ewige und liebende Gott
den verstorbenen Robert Enke, seine Angehörigen und alle Trauernden trösten
möchte und dass Seine Hand auch jetzt in dieser Situation sie führen möchte und
führt, wenn der Mensch sich führen lässt - die Angehörigen im Diesseits und die
Seele von Robert Enke im Jenseits. Auch glauben wir, dass alles von Bedeutung ist, was jemand auf
dieser Erde an Ungutem oder an Gutem getan an, ob gegenüber Menschen oder
Tieren, denn alles wird im weiteren Leben gerecht gewogen (mehr dazu siehe z. B.
Der Theologe Nr. 2 oder
Freie Christen Nr. 6). Das ist auch das Urwissen der Menschheit.
"Gespaltene Zungen": Sie reden süß und lehren tödlich
Gerade deshalb weisen wir auf die Heuchelei
der
Kirche hin, die nach außen mitmenschlich tut, jedoch ihre grausame Lehre
keineswegs zu
ändern gedenkt, wie zuletzt erst wieder der Eichstätter Bischof Gregor Maria
Hanke betonte (siehe hier).
Und ein gutes Verhältnis zu Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann und zu Pfarrer
Heinrich Plochg und ein guter Charakter reichen
eben nach kirchlicher Lehre für Robert Enke nicht für das spätere Seelenheil aus.
Und falls die Landesbischöfin das anders sehen sollte, dann müsste ihre Kirche hier sofort ihre Lehre
unmissverständlich ändern statt
scheinheilig "süß" predigen zu lassen, aber "tödlich bitter" zu lehren
und zu verdammen gleich dem Katholizismus. Denn dadurch werden die Menschen, die sich damit näher befassen und
dies glauben, in
noch größere Verzweiflung und Seelenpein geführt.
Andere Gläubige dagegen würden endlich aufbegehren gegen dieses monströse doppelzüngige
Gebilde. Würde die Kirche ihren
Gläubigen nämlich reinen Wein über die wahre kirchliche Lehre
einschenken (auch im Hinblick auf Robert Enke), statt vordergründig mit Worten
über Mitmenschlichkeit die Zustimmung der Menschen erheischen zu wollen, dann würden
Zehntausende sofort austreten. Und das will die Kirche natürlich verhindern -
deswegen das verlogene "Spiel" in der
Öffentlichkeit. In indianischen Kulturen würde man von Menschen mit "gespaltener
Zunge" sprechen.
Jeder Mensch muss sich letztlich entscheiden:
Entweder für einen liebenden Gott und für Menschen wie Robert Enke und seine
Angehörigen und Freunde, die ihren Weg zu Gott weiter gehen dürfen, wenn sie
möchten - oder für die Dogmen und Bekenntnisschriften der Kirche und gegen
Menschen wie Robert Enke und die Hoffnung seiner Angehörigen und Freunde. Beides zusammen geht
nicht. Zwar kann eine Frau wie Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann mit ihrem
Charme und ihrer Redegewandtheit die kirchliche Lehre eine Zeitlang verschleiern und
umnebeln, doch auf Dauer lassen sich die Menschen nicht mehr irreführen.
Hier einige Belegstellen, die das
beweisen, was wir oben dargelegt haben:
1) Robert Enke und die Religion: "Ich
bin nicht gläubig ... Ich
weiß nicht, ob jemand das Leben lenkt. Aber so viel weiß ich: Man kann es nicht
ändern" (Frankfurter Rundschau,
24.12.2008).
2) Evangelische Kirche:
- Die Taufe "wirket Vergebung der Sünden, erlöst vom Tod und Teufel und gibt die
ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes
lauten, da unser Herr Christus spricht bei Markus ...: ´Wer da glaubet
und getauft wird, der wird selig. Wer aber nicht glaubet, der wird verdammt"
(Martin Luther, Kleiner Katechismus, Die Bekenntnisschriften der
Evangelisch-Lutherischen Kirche, Göttingen 1982, S. 516).
- "Weiter wird gelehrt, dass wir Vergebung der Sünde und Gerechtigkeit vor Gott
nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genugtun, sondern ... so
wir glauben, dass Christus für uns gelitten habe und dass uns um seinetwillen
die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen
Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen ..."
(Augsburger Konfession IV, zit. nach Die Bekenntnisschriften, a.a.O.)
- "Von der Taufe wird gelehret, dass sie nötig sei ..." (Augsburger
Konfession IX., zit. nach Die Bekenntnisschriften, a.a.O.).
-
"Wir bekennen, dass die
Taufe zur Seligkeit vonnöten sei"
(Apologie der Konfession IX.2., zit. nach Die Bekenntnisschriften, a.a.O.).
- "So kann ich auch rühmen, dass die Taufe kein Menschenwerk sei, sondern von
Gott selbst eingesetzt, dazu
ernstlich und streng geboten, dass wir uns müssen taufen lassen oder sollen nicht selig werden"
(Martin Luther, Großer Katechismus, zit. nach
Die Bekenntnisschriften, a.a.O., S. 692).
Und Robert Enke war offenbar weder "nötig" getauft
noch hat er in diesem Sinne geglaubt. Und sein "Verdienst" und "Werk" spielen
demnach keine Rolle.
3) Katholische Kirche:
- "[Die
heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,]
glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen
Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit
Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer
verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor
dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt. So viel
bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, dass die kirchlichen Sakramente nur
denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und dass nur ihnen Fasten,
Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen
Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für
den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er
nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt`
(Fulgentius)"
(zit. nach Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Nr. 381, siehe
hier).
-
"Außerhalb der Kirche kann niemand gerettet werden.
Freilich sind nicht alle, die in unüberwindlicher Unwissenheit über Christus und
seine Kirche leben, schon aufgrund dieser Unwissenheit ewig zu verdammen ... Er
[Christus] schenkt auch jedem seine Gnade, der sich nach Kräften müht, so dass
er die Rechtfertigung und das ewige Leben erreichen kann. Diese Gnade erhält
aber keiner, der von der Einheit des Glaubens oder von der Gemeinschaft der
Kirche aus eigener Schuld getrennt ist und so aus diesem Leben scheidet"
(zit. nach Neuner-Roos, Der Glaube der
Kirche, Nr. 369, siehe hier).
- "Was ferner zum Leben selbst im Gegensatz steht, wie jede Art Mord,
Völkermord, Abtreibung, Euthanasie und auch der freiwillige Selbstmord
... all dies und anderes Derartiges ist ohne Frage eine Schande, und indem es die
menschliche Zivilisation zersetzt, entwürdigt es ... jene, die sich so verhalten
... und widerspricht in höchstem Maße der Ehre des Schöpfers" (2.
Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 1965, zit. nach
Denzinger/Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen
Lehrentscheidungen, Nr. 4327, Freiburg 2009).
Dies und nichts anderes ist die Lehre der römisch-katholischen Kirche. Das
bekräftigte am 18.11.2009 noch einmal Bischof Gregor Maria Hanke aus Eichstätt.
Es sei an der Zeit, so der Bischof
"dass Christen noch mehr als bisher im Sinn des Zweiten Vatikanischen Konzils
und seiner Konstitution ´Gaudium et spes` ihren Weltauftrag wahrnehmen"
(http://www.domradio.de/aktuell/artikel_58639.html). Das heißt ganz klar:
Demnach habe Robert Enke in Schande dazu beigetragen, die menschliche
Zivilisation zu zersetzen und habe sich damit selbst entwürdigt und den Schöpfer
entehrt. Denn genau das steht in
Gaudium et spes.
- Der Selbstmord zählt deshalb für die katholische
Kirche auch unmissverständlich zu den
"Todsünden". Und hier
nach römisch-katholischer Lehre die angeblichen "Wirkungen der Todsünde: Feindschaft mit Gott: 1680
(Lehrsatznummer nach Denzinger/Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse); Verlust der
Rechtfertigungsgnade 1705; Ausschluss aus dem Reich Gottes 835; Überführung in
die Gewalt des Teufels 1347 1349 1521 1668; ewige Verdammung, Hölle 780 839 858
1002 1075 1306 ... Die Seelen der in einer aktuellen Todsünde Verstorbenen
kommen in die Hölle (228 342) 839 858 926 1002 1075 1306; vgl. M 3d
(Verwerfung des Menschen)" (Denzinger/Hünermann, Kompendium der
Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, D3b, Freiburg 2009, S.
1634).
Wer also für
Robert Enke ist, sollte unverzüglich aus der Kirche austreten.
Auch Fußballspieler Lukas Podolski droht nach katholischer Lehre die Hölle
Die römisch-katholische
Kirche lässt nach ihren Dogmen und Lehrentscheidungen auf diese Weise also nicht
den geringsten
Zweifel daran, was nach ihrem Glauben mit Robert Enke passiert ist. Den
Fußballstürmer Lukas Podolski von Arsenal London, früher 1. FC Köln. hat sie jedoch bis jetzt genauso
getäuscht wie zahllose andere Menschen. Nachdem Lukas Podolski im Länderspiel
Deutschland-Elfenbeinküste (2:2) zwei Tore für die deutsche
Fußball-Nationalmannschaft geschossen hatte,
sagte er: "Alle wissen ja, ich bin
Katholik. Die Tore waren für Robert. Der Robert schaut von oben zu" (taz,
21.11.2009). Mit dieser "ketzerischen" Haltung, wonach Robert Enke
"oben" sei und damit "gerettet", droht auch Lukas Podolski die
Verdammnis, wenn er sie nach entsprechender Aufklärung nicht widerruft. Denn es
gilt u. a. der "unfehlbare" Lehrsatz: "Wer nicht die ganze kirchliche
Überlieferung annimmt, die geschriebene wie die ungeschriebene, der sei
ausgeschlossen" (= verdammt; siehe hier).
Derzeit könnte Lukas Podolski nur eventuelle "unverschuldete" "Unwissenheit" noch vor der Hölle bewahren
(siehe hier).
Mit dem
christlichen Glauben hat der katholische Glaube jedoch nichts zu tun.
Nach
urchristlicher Lehre ist die Seele eines Menschen, der den Freitod bzw.
Selbstmord wählte, noch so lange "erdgebunden" wie seine Lebensspanne noch
gedauert hätte. Die Seele bleibt also - unsichtbar für die Menschen - auf der
Erde und bekommt mit, was ihre Angehörigen, Freunde usw. denken und fühlen. Das
ist für die Seele mit neuem zusätzlichen Leid verbunden. Doch dieses dauert
nicht "ewig". Auch diese Seele wird im Jenseits oder eventuell in einem weiteren
irdischen Leben ihren Weg weiter gehen und früher oder später
wieder an eine ähnliche Hürde geführt werden, der sie einst durch den Selbstmord
entkommen wollte - um die Hürde dieses Mal zu bewältigen.
Zum Thema "Depressionen" siehe auch:
"Der Theologe Nr. 48" - Positives Denken und Hilfe und Heilung bei Depressionen
* PS: In manchen Internet-Foren
wird zwar spekuliert, Robert Enke könnte römisch-katholisch gewesen sein, weil der katholische
Pfarrer Plochg an den Zeremonien beteiligt war. Auf allen katholischen Seiten
wird solches jedoch nicht bestätigt. Das Engagement des Priesters und
Hannover-96-Fans wird stattdessen mit seiner "persönlicher Begleitung der
Familie" erklärt und mit den "engen Beziehungen zwischen der katholischen Kirche
in Hannover und Hannover 96" (kath-kirche-hannover.de). Außerdem fand die
erste Andacht in der evangelischen Kirche statt. Und Robert Enke selbst, der die
ersten Lebensjahre in der DDR aufwuchs, bezeichnete sich selbst auch als "nicht
gläubig" (siehe hier).
Nachrichten zur angeblichen "ewigen Hölle"
29.6.2012 -
Erzbischof von Bamberg missbraucht Jesus von Nazareth und bedroht austrittswillige
Gläubige mit dem "Gericht Gottes"
- Bei wiesentbote.de, der Online-Zeitung für die Fränkische Schweiz,
heißt es am 14.6.2012 über den Auftritt von Erzbischof Schick beim
Heilig-Blut-Fest in Burgwindheim: "Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick
hat die Gläubigen aufgerufen, sich nicht durch VatiLeaks-Berichte oder andere
negative Schlagzeilen über die Kirche verunsichern zu lassen ... Vor dem
Gericht Gottes, mahnte Schick, werde sich niemand damit entschuldigen können zu
sagen: ´Damals gab es VatiLeaks und deshalb habe ich nicht mehr in deiner
Kirche, lieber Herr Jesus Christus, mitgemacht. Oder es gab im Bistum
Strukturveränderungen, deshalb habe ich mich von der Kirche und meiner Pfarrei
zurückgezogen. Weil wir keinen eigenen Pfarrer mehr hatten, habe ich nichts mehr
gemacht.` Jesus werde dann fragen: ´Warum hast du nicht auf deine eigene Berufung
und Sendung in Taufe und Firmung geschaut und entsprechend gehandelt? Warum hast
du nicht geändert, was du hättest ändern können und sollen? Warum hast du nicht
nach dem Wort gelebt: ‚Herr, erneuere deine Kirche und fange bei mir an‘?`"
Der Missbrauch von Jesus ist massiv, denn in Seinem Gleichnis
vom Weltgericht im Matthäusevangelium (Kapitel 25) geht es nicht um
Kirchenmitgliedschaften, Taufe, Firmung, Strukturveränderungen und dergleichen, sondern die wirklichen Worte von Jesus, der niemals
einen Vatikan, Priester, Säuglingstaufe und Firmung wollte, sind folgende: "Ich
war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr
habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt
mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben;
ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht"
(Verse 42-43). Darum geht es. Nicht um das Ausharren in einer
Institution, bei der Tausende von Kinderschänderverbrechern beschäftigt sind und
die auch sonst das Gegenteil von dem tut, was Jesus wollte.
Das "Gericht Gottes", mit dem Erzbischof Ludwig Schick hier droht,
füllt die Kirche nun mit den allerschlimmsten Inhalten, die man sich überhaupt
vorstellen kann. Es handelt sich nach katholischer
Lehre nämlich um eine angebliche unendliche grausamste Verdammnis. Und wofür? Für
Völkermord oder andere Bestialitäten? Nein, nicht hier. Hier geht es um den Kirchenaustritt!
Deshalb halten wir dieser Ungeheuerlichkeit zunächst entgegen: Christus ist der Fürsprecher für jeden
Kirchenaussteiger. Bereits in der Bibel heißt es wörtlich: "Tretet aus von ihr, mein Volk, damit du nicht mitschuldig
wirst an ihren Sünden und mitgetroffen wirst von ihren Plagen"
(Offenbarung 18, 4). Denn das fürchten natürlich die Kirchenoberen, die
Exzellenzen und Eminenzen, wie die Pest, den Kirchenaustritt, denn von den Steuern der Gläubigen
leben sie. Dabei ist die Drohung von Erzbischof Ludwig Schick mit dem "Gericht
Gottes" auch
innerkirchlich verlogen. Denn die meisten Gläubigen werden von ihrer Kirche auch
dann ewig verdammt, wenn sie Kirchenmitglieder bleiben und glauben, ihrer Taufe
und Firmung treu zu sein. Eine kleine Auswahl von
vielen Hundert Verfluchungen findet sich in Der
Theologe Nr. 18. Und nahezu jeder Katholik ist von mindestens einer dieser
Verfluchungen getroffen (wenn Sie es nicht
glauben, machen Sie selbst den Test), die für alle Ewigkeiten gelten soll.
Aber die Kirchensteuer, die Spenden und
am Ende vielleicht gar das Erbe des Verfluchten nimmt die Kirche gerne.
Doch zurück zu Jesus von Nazareth: Selbst bei allerschlimmsten Verbrechen
spricht Jesus auch laut Bibel nicht von einem unendlichen Leid, sondern von
"Äonen" langem Leid, das aber irgendwann zu Ende ist, wenn die Schuld nach dem
Gesetz von Saat und Ernte gerechterweise abgegolten ist. So heißt es z. B. an anderer Stelle im
Matthäusevangelium über dieses Gericht: "Du kommst von dort nicht heraus, bis du
den letzten Pfennig bezahlt hast" (5, 26).
Weiterführende Literatur zum Thema:
Freie Christen Nr. 1 - Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein. Darum treten Sie aus, Sie sind nicht allein.
Der Theologe Nr. 1 - Wer folgt Luther nach, und wer folgt Christus nach?
Der Theologe Nr. 2 - Reinkarnation: Wer nützt die Zeit auf der Erde?
Der Theologe Nr. 9 - Todesfalle Kirche - Warum musste Anneliese Michel sterben?
Der Theologe Nr. 18 - Der Glaube der Kirche
Der Holocaust und die kirchliche Lehre von der ewigen Verdammnis in: Der Theologe Nr. 4
Die Studie kann wie folgt zitiert werden:
Der Theologe, Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 19: Es gibt keine ewige Verdammnis - auch nicht in der Bibel, Wertheim 2006, zit. nach http://www.theologe.de/theologe19.htm, Fassung vom 21.12.2012Zum Autor dieser Studie:
Dieter Potzel, geboren 1959, Theologe, Studium der Evangelischen Theologie in Mainz und Göttingen mit dem Schwerpunkt "Neues Testament und Urchristentum", Studien im Westjordanland, zwei theologische Examina der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (1984 und 1986), sprachwissenschaftliche Ausbildung in Antiker Philologie (Hebraicum, Graecum, Großes Latinum). Evangelisch-lutherischer Pfarrer in Bamberg von 1988-1992. Im Jahr 1992 Austritt aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche wegen unterschiedlichen Auffassungen über die Lehre des Jesus von Nazareth und ihrer Bedeutung für die Gegenwart. Von 1992-2004 als theologischer Journalist für mehrere Zeitschriften tätig, seither als Freier Theologe bei Bestattungen (Begleitet von Jesus, dem Christus - Würdige Bestattung ohne Kirche) und Trauungen (Der Himmel ist unsere Kuppel - Festliche Trauung ohne Kirche). Buchautor und Herausgeber der Online-Zeitschrift "Der Theologe" seit 1997.
Der Autor war in Mainz u. a. unmittelbarer Schüler von Prof. Dr. Herbert Braun (1903-1991)* und war in verschiedenen Arbeitskreisen zum Thema "Sozialgeschichtliche ´Exegese`(= Bibelauslegung)" tätig. In der Folgezeit Forschungen vor allem zum Thema "Biblische Prophetie" und zum Phänomen von Prophetie und medialen Einsprachen.
* Herbert Braun war seit 1953 Ordinarius bzw. Professor für Neues Testament an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz; Veröffentlichungen u.a.: "Jesus - der Mann aus Nazareth und seine Zeit" (1978); "Gesammelte Studien zum Neuen Testament und seiner Umwelt" (1967)
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite [ www.theologe.de ]
Weitere Seiten mit Hintergrundinformationen finden Sie bei [ Inhaltsverzeichnis ][ 1 - Luther-Evangelische Lehre ] [ 2 - Reinkarnation ] [ 3 - Luther-Christus ] [ 4 - Kirche-Holocaust ]
[ 5 - Paulus ] [ 7 - Urchristentum-Tiere ] [ 8 - Bibel ] [ 12 - Sektenbeauftragte ] [ 14 - Hieronymus-Bibel ]
[ 15 - Qumran ] [ 16 - Papst ] [ 17 - Organspende ] [ 18 - Glaube der Kirche ]
[ 19 - Keine ewige Hölle ] [ 20 - Propheten ] [ 23 - Kirche-Staat ] [ 25 - Götzenkult Kirche ]
[ 28 - Luther-Juden ] [ 31 - Tiere-Kirche ] [ 33 - Zehn Gebote ] [ 34 - Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre ] [ 40 -Taufe ] [ 41- Apokalypse ] [ 45 - Maria ] [ 46 - Kirchensubventionen ]
[ 47 - Gotteserfahrung ] [ 48 - Positives Denken ] [ 49 - Prädestination ] [ 50 - Genmanipulation ]
[ 51 - Petrus-Kirche ] [ 53 - Atomkraft ] [ 54 - Papst Ratzinger ] [ 55 - Beichtgeheimnis ]
[ 57 - Pius XII. ] [ 58 - Kreuzigung ] [ 59 - Abendmahl ] [ 60 - Mahnmal für Kirchenopfer ]
[ 61 - Nachruf auf Kirche ] [ 63 - Pfarrer ] [ 64 - Hildegard von Bingen ] [ 65 - Esst kein Fleisch ]
[ 66 - Kaiser Konstantin ] [ 67 - 500 Jahre Reformation ] [ 68 - Verfluchungen der Kirche ]
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