DER THEOLOGE
Nr. 8


Wie der Teufel in der Bibel hauste


Glaubt man der Bibel, dann hätte Gott zur Zeit des Mose Völkermorde und Tieropfer befohlen. Jesus von Nazareth lehrt jedoch: "Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen" (Lukas 6, 27). Das Opfern von Tieren lehrt er nicht. Stattdessen treibt er die Tierhändler aus dem Tempel hinaus. Ähnlich oder gleich lehrten bereits die Gottespropheten des Alten Testaments. Nach Jeremia zum Beispiel hat Gott keine Tieropfer befohlen (z. B. Jeremia 7, 21-23).
Hat sich Gott also geändert? Oder stehen hinter dem Gott der Bibel zwei Götter? Oder mehrere? Warum gibt es so viele Widersprüche in der Bibel? Und woran kann man sich halten?

In ihrem aktuellen Katechismus erklärt die katholische Kirche zu dieser Frage verbindlich: "Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. Beide erhellen einander; beide sind wahres Wort Gottes" (Nr. 140).
Und die evangelische Kirche hat in ihren Bekenntnisschriften bis heute verbindlich festgelegt: Sowohl das Alte als auch das Neue Testament seien "einzig Richter, Regel und Richtschnur", nach welchen "müssen alle Lehren erkannt und geurteilt werden, ob sie gut oder böse, recht oder unrecht sind" (Konkordienformel aus dem Jahr 1580, Epitome, Summarischer Begriff 3.).

Wenn ein "wahres Wort Gottes" aber nicht übereinstimmt mit einem anderen "wahren Wort Gottes", dann wird dies in den Kirchen damit erklärt, dass Gott sein Denken bzw. sein Verhalten teilweise geändert habe, weswegen das Alte Testament durch das Neue Testament ergänzt worden sei.

Doch in der Bibel selbst steht geschrieben: "Ich, der HERR, ändere mich nicht." So heißt es im Alten Testament (Maleachi 3, 6). Und im Neuen Testament liest man: "Jesus Christus, gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit" (Hebräer 13, 8). Außerdem widerspricht sich die Bibel auch innerhalb des Alten Testaments und innerhalb des Neuen Testaments, wie nachfolgende Gegenüberstellungen zeigen. Das Neue Testament erscheint dabei oft nicht "besser" ist als das Alte Testament, und es markiert bei Paulus und seinen Schülern oft sogar einen Niedergang.
Woran soll sich der Leser aber dann halten, wenn er mehr vom Gott der Bibel erfahren will oder an ihn glauben will?

Unbestritten ist: Geändert haben sich die Menschen, welche die Texte der Bibel geschrieben haben. Und man könnte fragen: Wer hat sie jeweils inspiriert? Der Schöpfergott, den Jesus "Vater" nannte? Oder ein Anderer? Vielleicht der Teufel?

Lesen Sie, vergleichen Sie und entscheiden Sie selbst, wie Sie darüber denken möchten!

Hinweis: Aus gegebenem Anlass distanzieren wir uns von einem Film, der ausschließlich Inhalte aus DER THEOLOGE Nr. 8 ohne unser Einverständnis für eine islamische Zielsetzung in Szene setzt.
Siehe dazu auch die
allgemeinen Hinweise zum Copyright @


Der Vergleich: Die ursprüngliche Botschaft - Wie der Teufel in der Bibel hauste

Vegetarische Ernährung - Fleischmarkt
Keine Opfer - Opfer
Frieden zwischen Mensch und Tier - Tötungserlaubnis
Auch Tiere nicht töten - Alle Tiere dürfen geschlachtet werden
Tiere in Weisheit geschaffen - Tiere zum Schlachtzweck erschaffen
Schöpfung Gottes ängstigt sich - Gott befehle Massenmord an Tieren
Tiere retten - Gerettete Tiere als Opfer töten

Falsche Lehren werden korrigiert - Keine Korrekturen erlaubt
Geist der Wahrheit wird kommen - Offenbarung sei abgeschlossen

Gottes Reich nicht von dieser Welt - Obrigkeiten töten im Namen Gottes
Feinde lieben - Feinde töten
Keine Vergeltung - Vergeltung

Keine Gewalt - Mit Gottes Hilfe töten
Einander vergeben, Gott vergibt - Gott brauche das Blut seines Sohnes
Blutvergießen ist gegen Gottes Wille - Gott wolle, dass Blut fließt
Kinder sind eingeladen - Kinder der Feinde zerschmettern
Schwerter zu Pflugscharen - Pflugscharen zu Schwertern
Andere Kulte meiden - Andere Kulten zerstören

Taten entscheidend - Glaube genüge
Auferstehung schon jetzt - Auferstehung erst später
Keine Tempel aus Stein - Tempel und Kirchen aus Stein

Alle Nachfolger von Jesus gleich - Bischöfe und Lehrer stehen über anderen
Weh euch, ihr Theologen! - Wer Priester nicht gehorcht, muss sterben
Gleichheit aller bei Gott - Gott bevorzuge bestimmte Menschen
Gleichheit aller Menschen - Mann stehe über Frau, Herr über Sklaven
Frauen in der aktiven Nachfolge von Jesus - Frauen sollen schweigen

Kinder sollen nicht für Eltern büßen - Strafen bis in spätere Generationen
Versöhnung von Eltern und Kindern - Eltern sollen ungehorsame Kinder töten
Zerwürfnisse in Familie würden kommen - Verwandte sollen getötet werden

Gott führt nicht in Versuchung - Gott soll bitte nicht in Versuchung führen
Menschen werden von Finsternis verführt - Gott verführe Menschen

 Die echten Zehn Gebote - Die falschen Zehn Gebote der Priester

Ja oder Nein, alles andere ist Übel - Wahrheit Gottes werde durch menschliche Lüge herrlicher

Anhang Nr. 1: Martin Luther und die Bibel

Nr. 2: Die Bibel und das Gesetz von Saat und Ernte

Nr. 3: "Gottes" Beistand für einen Völkermörder

Nr. 4 - Antijüdische Stellen

Nr. 5 - Der gefährliche Bibelglaube und der verständliche Wunsch nach Klarheit

In eigener Sache: Hinweise für Zitate und Links

In den Texten der Online-Zeitschrift "Der Theologe" zeigen wir vielfach Inhalte und Hintergründe der kirchlichen Lehren auf.
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Leider sind diese Hinweise und Bedingungen aufgrund bestimmter Vorkommnisse notwendig geworden, auch wenn wir mit dem allergrößten Teil unserer Leser und Freunde keine Probleme haben.
 
Wir glauben an den Freien Geist, der sich in keine Religion einbinden lässt, und wir wünschen allen Lesern eine gute Zeit mit diesen Seiten.

Die Herausgeber



 

Die ursprüngliche Botschaft

Wie der Teufel in der Bibel hauste

1) (a) Gottes sehr gute Schöpfung:
Mensch und Tier ernähren sich von Pflanzen und Früchten

Gott spricht zu den Menschen:
"Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut."

(1. Mose 1, 29-31)

 

(c) Die Verschonung:
Wenigstens einige Tiere sind jetzt vor dem Schlächter geschützt

Nach einiger Zeit soll Gott den Menschen "Reinheitsgebote" gegeben und ihnen geboten haben, welche Tiere sie ab jetzt essen dürfen und welche wegen deren angeblicher "Unreinheit" nicht. Doch genau dieser kultische "Makel" schützte sie.
Nicht geschlachtet und gegessen wurden deshalb: Kamel, Klippdachs, Hase, Schwein, Wassertiere ohne Flossen und ohne Schuppen, Adler, Habicht, Fischaar, Geier, Weihe, Rabe, Strauß, Nachteule, Kuckuck, Sperber, Kauz, Schwan, Uhu, Rohrdommel, Storch, Reiher, Häher, Wiedehopf, Schwalbe, geflügelte Tiere mit vier Füßen - mit Ausnahme von Arbe-, Solam-, Hargol- und Hagab-Heuschrecken, alle Tatzentiere wie Katzen oder Bären, Wiesel, Maus, Kröte, Gecko, Molch, Eidechse, Blindschleiche und Maulwurf.

(Aufzählung nach 3. Mose 11, 1-30; Übersetzung der Namen nach Martin Luther)

(b) Die Änderung:
Mensch dürfe Furcht und Schrecken verbreiten und alles essen, was sich bewegt

Nach der Sintflut soll Gott zu den Menschen anders gesprochen haben:
"Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem Erdboden wimmelt, und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich euch alles gegeben. Allein esst das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben ist."

(1. Mose 9, 2-4)

 

(d) Unbegrenztes Schlachten?
Jetzt dürfen alle Tiere ohne Einschränkung gegessen werden

Im Neuen Testament erfolgt die dritte Änderung. Paulus erklärt dort:
"Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst und forscht nicht nach, damit ihr das Gewissen nicht beschwert. Denn ´die Erde ist des HERRN und was darinnen ist`."

(1. Korinther 10, 25-26)
 

Paulus oder einer seiner Schüler lehrt auch, nicht auf bestimmte Speisen zu verzichten:
"Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet."*

(1. Timotheus 4, 4-5)

* Wer weiß, ob nicht jemand eines Tages auf die Idee kommt, auch den Verzehr von Menschenfleisch auf diese Weise  rechtfertigen zu wollen?

2) Gott: Ich habe keine Opfer geboten. Sie sind Mir ein Gräuel

Gott spricht durch den Propheten Hosea:
"Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer."

(Hosea 6, 6)
 

Durch den Propheten Jesaja spricht Gott:
"Ich habe keinen Gefallen am Blut der Stiere, Lämmer und Böcke ... Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel."

(Jesaja 1, 11.13)
 

Und durch den Propheten Jeremia redet Gott:
"So spricht der Herr, der Gott Israels: Tut eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und fresst Fleisch! Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern, sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein."

(Jeremia 7, 21-23)
 

Auch durch den Propheten Amos spricht Gott:
"Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich keinen Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören."

(Amos 5, 21-23)

 

Gott habe angeblich gesagt: Bringt mir Opfer dar

Von Gott sollen aber auch die Anweisungen kommen, dass bei allen Festen Tiere ermordet und verbrannt werden müssen "zum lieblichen Duft für den HERRN", z. B. am Neujahrstag, am Versöhnungstag, zum Passahfest, Wochenfest, Laubhüttenfest oder zum Fest der Erstlingsgabe.

(z. B. 4. Mose 28 und 29)
 

Bereits beim Auszug aus der ägyptischen Gefangenschaft habe Gott angeblich geboten, "je ein Lamm für ein Haus" zu schlachten, was jährlich wiederholt werden musste.

(2. Mose 12, 3-6.25 f.)
 

Doch auch im Alltag wolle jener Gott auf diese Weise täglich "beruhigt" werden*, z. B., indem man ihm "das Fett, das die Eingeweide bedeckt", darbringen muss, "das gesamte Fett an den Eingeweiden, die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst ... Es ist ein Feueropfer zum lieblichen Duft für den Herrn."

(3. Mose 3, 1-17)

* Täglich wurden mindestens zwei Lämmer getötet (4. Mose 28, 3-4)
 

Vor dem Tempeleingang steigt vom Altar der Rauch brennender Kadaver empor und die Gemeinde singt dazu "Halleluja" (z. B. Psalm 135, 1-3).
Und der im Tempel wohnende Gott sagt über diesen Ort:
"Dies ist die Stätte meiner Ruhe ewiglich; hier will ich wohnen, denn das gefällt mir ..."

(Psalm 132, 14)

3) Mensch und Tier sollen in Frieden miteinander leben

Durch den Propheten Jesaja wird Gottes Vision für das kommende Friedensreich enthüllt:
"Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg."

(Jesaja 11, 6-9)

Jesus vergleicht seinen geistigen Auftrag sogar mit der Fürsorge eines guten Hirten für die ihm anvertrauten Tiere. Diese Fürsorge schließt den Einsatz des eigenen Lebens ein.
"Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe".*

(Johannes 10, 11)

* Dieser Vergleich macht nur Sinn, wenn die Schafe später nicht geschlachtet werden und man sie stattdessen "nur" zur Gewinnung von Wolle (was für die Herstellung von Kleidern damals notwendig war) hält und von ihnen kleinere Mengen von Milch für Milchprodukte nimmt, was das Aufwachsen der Lämmchen nicht beeinträchtigt. Damit sie sind die Schafe als Haustiere auch Freunde des Menschen. 
Damit knüpft Jesus an den Propheten Sacharja an, für den ebenfalls klar war, dass die Schafe nicht geschlachtet werden sollen. Der Hirte hütet die Tiere.


Der Prophet Sacharja spricht:
"So spricht der Herr, mein Gott: ´Hüte die Schafe, die geschlachtet werden sollen. Ihre Käufer töten sie, ohne es zu büßen. Ihre Verkäufer sagen: ´Gepriesen sei der Herr; denn ich bin reich geworden.` Ihre Hirten haben kein Mitleid mit ihnen. Wahrhaftig, Ich habe kein Mitleid mehr mit den Bewohnern des Landes." **

"Der Herr sagte zu mir: ... Ich lasse einen Hirten auftreten. Um das Vermisste kümmert er sich nicht, das Verlorene sucht er nicht, das Gebrochene heilt er nicht, das Gesunde versorgt er nicht. Stattdessen isst er das Fleisch der gemästeten Schafe und reißt ihnen die Klauen ab. Weh Meinem nichtsnutzigen Hirten, der die Herde im Stich lässt. Das Schwert über seinem Arm und über sein rechtes Auge! Sein Arm soll völlig verdorren, sein rechtes Auge soll gänzlich erblinden." **

(Sacharja 11, 4-6.15-17)

** Hier ist in beiden Fällen das Gesetz von Saat und Ernte angesprochen. Dem Menschen, der kein Mitleid mit den Schafen hat, wird es genauso ergehen wie den Tieren, die er schlachtet, und sie werden ebenfalls getötet.
Und so wie der Mensch auch Tiere verstümmelt, so wird es ihm ebenfalls bald selbst ergehen.
 

Der Mensch soll das Tier nach genauen Anweisungen umbringen

Gottes Wort laut dem 3. Mosebuch:
Der Priester soll beim Schaf "seine Hand auf den Kopf des Opfers legen und es vor dem Offenbarungszelt schlachten." "Den ganzen Fettschwanz, den er nahe an den Schwanzwirbelknochen ablösen soll", soll er Gott "darbringen".

(3. Mose 3, 8-9)
 

Den Stier soll der Priester "abhäuten und ihn in Stücke zerlegen". Sein Fell und seinen Mageninhalt soll er "aus dem Lager hinaus an den Abfallplatz schaffen".

(3. Mose 1, 6; 4, 11-12)
 

Von der Ziege soll er "den Kopf auf das Holz über dem Altarfeuer legen".

(3. Mose 1, 11-12)
 

Der Taube soll er "ihren Kopf abtrennen", "ihren Kropf mit den Federn entfernen" und ihr die "Flügel einreißen, ohne sie dabei zu teilen ... Ihr Blut soll gegen die Altarwand ausgepresst werden".

(3. Mose 1, 15-17)

4) Das Töten eines Tieres ist wie das Töten eines Menschen

In den Sprüchen des Alten Testaments heißt es:
"Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz des Gottlosen ist unbarmherzig."

(Sprüche 12, 10)
 

Und Gott spricht durch den Propheten Jesaja:
"Wer einen Ochsen schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt".

(Jesaja 66, 3*; korrekte Übersetzung von Martin Luther)

* Vergleiche auch die gesunde vegetarische (!) Ernährung des Propheten Daniel am babylonischen Königshof im Unterschied zu des "Königs Speise", die höchstwahrscheinlich Fleisch enthielt. (Daniel 1, 12-17)

Dürfen alle Tiere geschlachtet werden?

Nach der Apostelgeschichte des Lukas soll Petrus eine Vision gehabt und wie folgt darüber gesprochen haben:
Ich "erblickte vierfüßige Tiere der Erde und wilde Tiere und kriechende Tiere und Vögel des Himmels. Ich hörte aber auch eine Stimme, die sprach zu mir: ´Steh auf, Petrus, schlachte und iss! ... Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten.`"**

(Apostelgeschichte 11, 7-9)

** In dieser Vision werden auch die nach dem Alten Testament "unreinen" und damit vor dem Fleischverzehr geschützten Tiere zur Schlachtung frei gegeben. Die übrigen "reinen" Tiere waren es schon vorher.
PS: Die Vision sollte jedoch nur den Zweck haben, auch die Unterscheidung von "reinen" und "unreinen" Menschen aufzuheben (mehr zur Auslegung siehe hier).

5) Gott hat die Tiere und ihren Lebensraum mit Weisheit geschaffen

Lob Gottes im Psalm 104:
"Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern, sie eilen zwischen den Bergen dahin. Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank, die Wildesel stillen ihren Durst daraus ... Die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht ... Herr, wie zahlreich sind deine Werke! Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen."

(Psalm 104, 10-11.18.24; Einheitsübersetzung)

Der Zweck der Tiere sei ihre Schlachtung

Im Neuen Testament vergleicht angeblich Petrus* Irrlehrer mit "unvernünftigen Tiere(n), die von Natur dazu geboren sind, dass sie gefangen und geschlachtet werden ... An ihnen erweist sich die Wahrheit des Sprichworts: ´Der Hund frisst wieder, was er gespieen hat; und: Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Dreck.`"

(2. Petrus 2, 12.22)

* Die wissenschaftliche Theologie geht in der Regel davon aus, dass der 2. Petrusbrief nicht von Petrus stammt. Der Verfasser habe nur als "Petrus" geschrieben, damit der Brief größeres Gewicht bekommt. Dies sicherte ihm später auch seine Aufnahme in die Bibel. Anstelle von einer "Fälschung" spricht man in der Theologie aber verharmlosend von einer "Pseudepigraphie".

6) Die Schöpfung Gottes seufzt und ängstigt sich

Im Römerbrief von Paulus heißt es:
"Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstigt."

(Römer 8, 22)
 

Und von König Salomo wird berichtet:
"Er dichtete von den Tieren des Landes, von Vögeln, von Gewürm und Fischen."

(1. Könige 5, 13)

Massenmord an Tieren im Namen Gottes

Zur Einweihung des Tempels bringt die "Gemeinde Israel" so viele der geängstigten Kreaturen um, "dass man sie nicht zählen oder berechnen konnte". Allein König Salomo soll "22.000 Rinder und 120.000 Schafe" getötet haben.

(1. Könige 8, 5.63)


Und die Gläubigen sollen im Tempel, der auch der große Schlachthof ist, singen:
"Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt."

(Psalm 26, 8)

7) Rettet Tiere!

Gott beauftragt Noah, Tiere mit auf die Arche zu nehmen, "dass sie leben bleiben", wenn die große Sintflut kommt.

(1. Mose 6, 20)

Bringt gerettete Tiere um!

Unmittelbar nach der Sintflut soll Noah angeblich viele der geretteten Tiere verbrannt haben. "Und der HERR roch den lieblichen Geruch" der brennenden Kadaver und soll Noah gesegnet haben.


( 1. Mose 8, 21; 9, 1)

8) Jesus korrigiert das Alte Testament

Jesus von Nazareth:
"Ihr habt gehört, dass gesagt ist [im Alten Testament] ... Ich aber sage euch ... "

(Matthäus 5, 21-48)

Korrekturen am gefälschten Alten Testament angeblich nicht erlaubt

Mose sprach:
"Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Ihr sollt nichts dazu tun und nichts davon tun."*

(5. Mose 13, 1)

* Der Satz von Mose ist zwar richtig, steht aber jetzt in einem gefälschten Zusammenhang. Denn Mose meinte damit die ursprünglich reinen Lehren, die er als Prophet von Gott empfing und die sich in ihrem Sinngehalt nicht von dem unterscheiden, was später durch Jesus in die Welt kam.
Die Priester haben Mose jedoch ihre kultischen und blutigen Lehren unterschoben, so wie es heute vielfach im Alten Testament nachlesbar ist. Deshalb wird der Satz in 5. Mose 13, 1 in den Institutionen Kirche und in der Religion des Judentums auf die bereits verfälschten Mose-Worte bezogen. Diese Machenschaften gehen vor allem auf die so genannte "Priesterschrift" zurück, eine der Quellenschriften des Alten Testaments, die lange nach den betreffenden Ereignissen von herrschenden Priestern geschrieben wurde, die in Wirklichkeit im Gegensatz zum Propheten Mose standen, diesen aber verfälschten und für ihre Interessen vereinnahmten. 

9) Der Geist der Wahrheit wird in Zukunft kommen und die Menschen in alle Wahrheit leiten

Jesus:
"Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen."

(Johannes 16, 12-13)


Paulus:
"Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig."

(2. Korinther 3, 6)

Die "heilige Schrift" sei von Gott eingegeben. Wenn jemand mehr sagt als in diesem Buch steht, werde er Plagen erleiden

Angeblich der Seher Johannes:
"Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch* geschrieben stehen."

(Offenbarung 22, 18)

* Das Buch, von dem der Seher hier spricht, ist die "Offenbarung des Johannes". Von Bibelgläubigen wird der Satz aber fälschlicherweise meist auf die ganze Bibel bezogen.
 

Paulus oder ein Schüler:
"... die heilige Schrift ..., die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben*, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung der Gerechtigkeit ..."

(2. Timotheus 3, 15-16)

* Diese Stelle wird fälschlicherweise immer wieder auf die ganze Bibel bezogen. Doch das ist eine Manipulation, denn das Neue Testament gab es ja noch gar nicht. Es kann also höchstens das Alte Testament damit gemeint sein. Und um diese Manipulation noch zu verstärken, wird der Text im Deutschen falsch übersetzt bzw. falsch interpretierend wieder gegeben. So heißt es meist: "... alle Schrift ist von Gott eingegeben". Treffender kann man jedoch wie oben übersetzen ("alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze ..."). Dies bedeutet dann schlicht, dass alle von Gott eingegebenen Schriften selbstverständlich entsprechend nützlich seien. Um welche Schriften es sich dabei handelt, wird jedoch nicht mitgeteilt.

10) Die weltlichen Obrigkeiten halten die Völker nieder. Das Reich Gottes hat damit nichts zu tun. Es ist "nicht von dieser Welt"

Jesus:
"So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist."

(Markus 12, 17)
 

Jesus:
"Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch ..."

(Matthäus 20, 25-26)
 

Petrus und andere Apostel:
"Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen."

(Apostelgeschichte 5, 29)
 

Jesus:
"Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich ... nicht überantwortet würde ..."

(Johannes 18, 36)

Weltliche Machtausübung, auch in totalitären Staaten, wird mit "Gott" gerechtfertigt. Gott regiere im Zorn die Völker

Paulus oder einer seiner Schüler:
"Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet ... Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut."

(Römer 13, 1.4)
 

Angeblich der Seher Johannes:
"Und aus seinem Munde [dem eines Reiters] ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes*, des Allmächtigen, und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren."

(Offenbarung 19, 15-16)

* These: Die Lehre von einem zuschlagenden "Zorn Gottes" ist eine Fälschung, die man Johannes unterschob. Die geschilderten Ereignisse sind aber in Wirklichkeit negative Wirkungen im Gesetz von Saat und Ernte, das ansonsten in der Bibel (Altes Testament, Jesus, Paulus) auch gelehrt wird.

11) Liebt Eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen

Gott spricht durch den Propheten Hesekiel:
"Meinst du, dass Ich Gefallen habe am Tode der Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?"

(Hesekiel 18, 23)
 

Die Jünger Jakobus und Johannes sprechen:
"´Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre.` Jesus aber wandte sich um und wies sie zurecht: ´Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Leben der Menschen zu vernichten, sondern zu erhalten`."

(Lukas 9, 54-56)
 

Jesus von Nazareth:
"Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ´Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.` Ich aber sage euch: ´Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel`."

(Matthäus 5, 43-44)

Alle Feinde sollen umgebracht werden. Nur Jungfrauen sollen manchmal für die Soldaten am Leben gelassen werden

Ein Gebet:
"Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten ... Ich hasse sie mit ganzem Ernst, sie sind mir zu Feinden geworden."

(Psalm 139, 19.22)
 

Mose soll gesagt haben:
"Wenn ihr nun auszieht zum Kampf, so soll der Priester herzutreten und sprechen: ´Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht; denn der HERR, euer Gott, geht mit euch, dass er für euch streite mit euren Feinden, um euch zu helfen` ... Und wenn sie der HERR, dein Gott, dir in die Hand gibt, so sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe des Schwerts erschlagen. Nur die Frauen, die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, und alle Beute sollst du unter dir austeilen. So sollst du mit allen Städten tun, die sehr fern von dir liegen. Aber in den Städten dieser Völker hier sollst du nichts leben lassen, was Odem hat."

(5. Mose 20, 2-4.13-14.16)
 

Oder:
"So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben."*

(4. Mose 31, 17-18)
 

* These: Ein Gottesprophet befiehlt solches nicht. Die Tötungsbefehle und Vorschriften für den Kult wurden Mose angedichtet (siehe hier) - so wie man an anderen Stellen auch Worte des Schöpfergottes verändert hat.

12) Halte auch die andere Wange hin*

Jesus von Nazareth:
"Ihr habt gehört, dass gesagt ist ´Auge um Auge, Zahn um Zahn`. Ich aber sage euch ... ´Wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, dem biete die andere auch dar`."

(Matthäus 5, 38-39)

Gleiches mit Gleichem vergelten*

Gott laut dem 2. Mosebuch:
"Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde."

(2. Mose 21, 24)

* Hat sich also Gott geändert? Oder lehrt Jesus einen anderen Gott?

13) Keine Gewalt anwenden, versöhnen und vergeben

"Da fragten ihn [Johannes, den Täufer] auch alle Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold."

(Lukas 3, 14)
 

"Da sprach Jesus zu ihm: ´Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte?`"

(Matthäus 26, 52-53)
 

"Jesus sprach: ´Vater, vergib´ ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun.`"

(Lukas 23, 34)

Die Soldaten sollen mit Gottes Hilfe töten. Der Gegner wird in Stücke gehauen

"Und Josua sprach zu Ihnen [zum Volk]: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht, seid getrost und unverzagt; denn ebenso wird der HERR allen euren Feinden tun, gegen die ihr kämpft. Und Josua schlug sie danach tot und hängte sie an fünf Bäume."

(Josua 10, 25-26)
 

"Samuel aber sprach: ´Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Frauen.` Und Samuel hieb den Agag in Stücke vor dem HERRN in Gilgal."

(1. Samuel 15, 33)

 

14) Vergebt einander, so vergibt euch Gott!

Jesus:
"Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben."

(Matthäus 6, 14-15)

 

Vergebung solle nur möglich sein, weil das Blut von Jesus geflossen ist

Paulus:
Wir werden "bewahrt werden vor dem Zorn [Gottes*], nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind."

(Römer 5, 9)

* Vgl. Römer 1, 18, wo Paulus vom "Zorn Gottes" spricht. Jesus lehrt im Unterschied dazu keinen "Zorn Gottes".
 

"Das Blut Jesu ... macht uns rein von aller Sünde."

(1. Johannes 1, 7)

15) Blutvergießen ist gegen Gottes Willen und fällt auf den Täter zurück

Gottes Wort durch den Propheten Hesekiel:
"Weil du dich mit Blut verschuldet hast, wird* auch dein Blut fließen."

(Hesekiel 35, 6)

* Luther übersetzt mit "soll". Vgl. dazu die Erklärung im Anhang.


Gottes Wort durch den Propheten Micha:
"Ihr erbaut Zion mit Blut und Jerusalem mit lauter Unrecht ... Darum wird Zion euretwegen zum Acker, den man umpflügt, Jerusalem wird zu einem Trümmerhaufen."

(Micha 3, 10.12)


Gottes Wort durch den Propheten Jesaja:
"Ich ... habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer, der Böcke."

(Jesaja 1, 11)


Jesus sagt:
"Darum hört: Ich sende Propheten, Weise und Schriftgelehrte zu euch; ihr aber werdet einige von ihnen töten ... So wird all das unschuldige Blut über euch kommen, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut des Zacharias, Barachias´ Sohn, den ihr im Vorhof zwischen dem Tempel und den Altar ermordet habt. Amen, das sage ich euch: Das alles wird über diese Generation kommen."

(Matthäus 23, 34-36)
 

Blutvergießen sei angeblich Gottes Wille

Auch das Lied des Mose komplett gilt als Gottes Wort. Dort wird gesungen:
"Gebt unserm Gott allein die Ehre ... Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen, von den Köpfen streitbarer Feinde."

(5. Mose 32, 3.42)
 

Angebliches Gotteswort durch den Propheten Bileam:
"Gott ... wird die Völker, seine Verfolger, auffressen und ihre Gebeine zermalmen und mit seinen Pfeilen zerschmettern."

(4. Mose 24, 8)


Angeblich von Gott stammende Opfervorschrift:
"Dann soll er das Rind schlachten vor dem Herrn und die Priester, Aarons Söhne, sollen das Blut herzubringen und ringsum an den Altar sprengen."

(3. Mose 1, 5)


Ein unbekannter Schreiber der Bibel behauptet:
"Und es wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung."

(Hebräer 9, 22)

16) Kinder sind eingeladen

Jesus:
"Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes."

(Markus 10, 14)

Kinder der Feinde sollen am Felsen zerschmettert werden

"Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert."

(Psalm 137, 9)

17) Viele Völker kommen in das Friedensreich und machen ihre Schwerter zu Pflugscharen

Gottes Wort durch die Propheten Jesaja und Micha:
"Die Völker werden herzulaufen ... und sagen: ´Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen` ... Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen."

(Jesaja 2, 2-4  und Micha 4, 1-3)
 

Das Friedensreich soll angeblich mit Schwertern gegen andere Völker erkämpft werden. Kein Fremder werde dann mehr dort sein

Im Buch des Propheten Joel hat man die ursprüngliche Prophezeiung in ihr Gegenteil umgeschrieben: "Bereitet euch zum heiligen Krieg! ... Macht aus euren Pflugscharen Schwertern und aus euren Sicheln Spieße ... Die Heiden sollen sich aufmachen und heraufkommen ... denn dort will ich sitzen und richten alle Heiden ringsum. Greift zur Sichel, denn die Ernte ist reif! ... Dann wird Jerusalem heilig sein, und kein Fremder wird mehr hindurch ziehen."

(Joel 4, 9-10.12-13.17)

Diese Bibelstelle konnte auch als Rechtfertigung für die Kreuzzüge und für die  Ermordung aller Moslems mit dem Schwert in Jerusalem im Jahr 1099 dienen.

18) Andere Kulte und Gemeinschaften meiden, aber nicht bekämpfen

Paulus:
"Flieht den Götzendienst!"

(1. Korinther 10, 14)
 

Der Rat des Pharisäers Gamaliel zum Umgang mit den ersten Christen:
"Lasst ab von diesen Menschen und lasst sie gehen! Ist dieses Vorhaben oder dies Werk von Menschen, so wird´s untergehen; ist es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten - damit ihr nicht dasteht als solche, die gegen Gott streiten wollen."

(Apostelgeschichte 5, 38-39)
 

"Er [Jesus] legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon ... Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein! Damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte*; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune."

(Matthäus 13, 24-30)

* These: Jesus ermahnt seine Jünger, zu warten, bis das Gesetz von Saat und Ernte, das auch im Alten Testament gelehrt wird, wirksam wird. Die "Schnitter" symbolisieren den Zeitpunkt, an dem die Wirkungen eintreten: Auf die positive Saat folgt die positive Ernte, auf die negative Saat die negative (vgl. Der Theologe Nr. 2).

Andere Kulte und Gemeinschaften verfluchen und ihre Einrichtungen zerstören

Gottes Wort nach dem 2. Mosebuch:
"Du hüte dich aber, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, einen Bund zu schließen ... Ihre Altäre sollt ihr vielmehr niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen."

(2. Mose 34, 12-13)
 

Paulus:
"Aber auch, wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht."**

(Galater 1, 8)

** Die Kirche ließ Jahrhunderte lang die "Verfluchten" auch hinrichten.
 

Paulus:
"Wenn ihr in dem Namen unseres Herrn Jesus versammelt seid und mein Geist samt der Kraft unseres Herrn Jesus bei euch ist, soll dieser Mensch dem Satan übergeben werden zum Verderben des Fleisches***, damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn."

(1. Korinther 5, 4-5)

*** Diese Bibelstelle diente als Rechtfertigung für Hinrichtungen der kirchlichen Inquisition.
 

Gottes Wort laut dem 5. Mosebuch:
"Die Hand der Zeugen soll die erste sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volks, dass du das Böse aus deiner Mitte wegtust."

(5. Mose 17, 7)

19) Der Mensch wird nicht durch Glauben "gerecht". Es kommt auf das rechte Tun an

Jakobus:
"Was hilft´s, liebe Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? ... So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glaube allein."

(Jakobus 2, 14.24)
 

Jesus:
"Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Felsen baute."

(Matthäus 7, 24)
 

Jesus:
"Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten."

(Matthäus 7, 12)
 

"Ein Schriftgelehrter fragt Jesus, was er tun muss, um das ewige Leben zu erben. Der Mann zitiert das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, und Jesus sagt zu ihm: ´Tu das, so wirst du leben`."

(Lukas 10, 25-27)
 

"Der die Herzen prüft, ... vergilt dem Menschen nach seinem Tun."

(Sprüche 24, 12)
 

Gottes Wort durch den Propheten Jeremia:
"Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke."

(Jeremia 17, 10)
 

Paulus:
"Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten: Denn was der Mensch sät, das wird er ernten ... Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen."

(Galater 6, 7.9***)

*** Im Galaterbrief stimmt Paulus mit Jesus überein, im Römerbrief nicht.

Es kommt angeblich nicht auf Werke an, sondern nur auf den Glauben allein. Gott würde erwählen und verwerfen, wen er will

Paulus:
"Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes*, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz** der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein**** durch den Glauben."

(Römer 3, 23-28***)
 

"So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen ... So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will. Nun sagst du zu mir: Warum beschuldigt er uns dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen? Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so? Hat nicht ein Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu unehrenvollem Gebrauch zu machen?"

(Römer 9, 16.18-21)
 

* Dass sich niemand auf Grund seiner Taten rühmen soll, ist kein Unterschied zu den anderen Bibelstellen. Dies lehren auch das Alte Testament, Jesus und die Propheten. Für diese ist jedoch im Unterschied zu Römer 3, 23 ff. das rechte Tun entscheidend für das "Heil".

** Paulus hält das "Gesetz" (womit er die fünf Mosebücher des Alten Testaments meint) im Gegensatz zu Jesus für Gottes Wort (z. B. Römer 7, 12). Er glaubt allerdings, deren Anforderungen seien unerfüllbar.

**** Das Wort "allein" fehlt im griechischen Urtext der Bibel. Martin Luther hat durch die Hinzufügung des Wortes eine Fälschung vorgenommen, um seine von Jesus abweichenden Glaubensvorstellungen damit zu bekräftigen.

20) Die Auferstehung ist schon jetzt möglich

Jesus:
"Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinüber gegangen. Amen, Amen, ich sage euch: Die Stunde kommt und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben."

(Johannes 5, 24-25)
 

Jesus:
"Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt*, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben."

(Johannes 11, 26)


* Jesus meint immer einen aktiven Glauben, keinen passiven Glauben (vgl. Nr. 7).

Die Lehre von der "Auferstehung hier und jetzt" sei ein Krebsgeschwür

Paulus oder ein Schüler über Andersdenkende in der Gemeinde:
"Ihr Wort frisst um sich wie ein Krebsgeschwür. Unter ihnen sind Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind und sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und bringen einige vom Glauben ab."

(2. Timotheus 2, 17)

21) Gott wohnt nicht im Tempel aus Stein

In der Apostelgeschichte heißt es:
"Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet (Jesaja 66, 1-2) spricht: ´der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel Meiner Füße; was wollt ihr Mir denn für ein Haus bauen`, spricht der Herr, ´oder was ist die Stätte Meiner Ruhe? Hat nicht Meine Hand das alles gemacht?`"

(Apostelgeschichte 7, 48-50)

Gott soll im Tempel aus Stein wohnen

König Salomo sagt hingegen:
"Siehe, so habe ich gedacht, dem Namen des HERRN, meines Gottes, ein Haus zu bauen, wie der HERR zu meinem Vater gesagt hat: Dein Sohn, den ich an deiner statt auf deinen Thron setzen werde, der soll meinem Namen ein Haus bauen."

(1. Könige 5, 19)

 

22) Kein Nachfolger von Jesus soll über dem anderen stehen

Jesus:
"Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden*; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus. Der Größte unter euch soll euer Diener sein."

(Matthäus 23, 8-11)
 

Bischöfe und Lehrer werden immer mehr hervorgehoben

Paulus oder ein Schüler:
"Das ist gewisslich wahr: wenn jemand ein Bischofsamt* begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe."

(1. Timotheus 3, 1)
 

Ein unbekannter Schreiber:
"Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über euren Seelen."

(Brief an die Hebräer 13, 17)


* Der Bischof von Rom wird im Gegensatz zu den Worten von Jesus später sogar "Heiliger Vater" genannt (vgl. hingegen auch Offenbarung 15, 4: "Denn du [Gott] allein bis heilig;" siehe auch Jesaja 6, 3: "Heilig, heilig, heilig, ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind Seiner Ehre voll.")

23) Theologen machen aus Menschen "Kinder der Hölle" und verschließen das Himmelreich

Jesus klagt:
"Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen."

(Matthäus 23, 13)
 

Jesus klagt:
"Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchzieht, damit ihr einen für euren Glauben gewinnt; und wenn er´s geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr."

(Matthäus 23, 15)

Wer dem Priester nicht gehorcht, muss sterben

Nach dem 2. Mosebuch hätte Gott aber gesagt:
"Und wenn jemand vermessen handeln würde, dass er dem Priester nicht gehorcht, der dort im Dienst des HERRN, deines Gottes steht, oder dem Richter, der soll sterben."

(5. Mose 17, 12)

 

24) Gott bevorzugt keinen

Gottes Wort durch den Propheten Amos:
"Seid ihr Israeliten mir nicht gleichwie die Mohren? spricht der HERR: Habe ich nicht Israel aus Ägyptenland geführt und die Philister aus Kaftor und die Aramäer aus Kir?"*

(Amos 9, 7)

* Gott hat demnach also auch andere Völker geführt.
 

Paulus:
"Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott."

(Römer 2, 11)
 

Jesus:
"Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel."

(Matthäus 7, 21)
 

Jesus:
"Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?"

(Matthäus 5, 46-47)

Gott liebe angeblich nur Auserwählte und hasst andere

Mose soll gesagt haben:
"Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des HERRN, deines Gottes. Und doch hat er nur deine Väter angenommen, dass er sie liebte, und hat ihre Nachkommen, nämlich euch, erwählt, aus allen Völkern, so wie es heute ist."

(5. Mose 10, 14-15)
 

Paulus:
"Ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan haben, da wurde, damit der Ratschluss Gottes bestehen bliebe und seine freie Wahl - nicht aus Verdienst der Werke, sondern durch die Gnade des Berufenden - zu ihr [der Mutter Rebekka] gesagt: ´Der Ältere soll dienstbar werden dem Jüngeren` (1. Mose 25, 23), wie geschrieben steht (Maleachi 1, 2-3): ´Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst.`"

(Römer 9, 11-13)

 

25) Kein Unterschied zwischen Mann und Frau, Sklave und Freiem, Menschen unterschiedlicher Herkunft

Paulus:
"Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus."

(Galater 3, 28)

Der Mann sei das Haupt der Frau und die Frau sei dem Mann untertan

Paulus oder einer seiner Schüler schreibt jedoch auch:
"Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist ... Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen."

(Epheser 5, 23-24)
 

Die Kreter werden als Lügner verleumdet

Titus:
"Es hat einer von ihnen gesagt, ihr eigener Prophet: ´Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche.` Dieses Zeugnis ist wahr."

(Titus 1, 12-13)
 

Körperverletzung mit Todesfolge am eigenen Sklaven ist straffrei, denn es sei das "eigene Geld"

Laut dem 2. Mosebuch soll Gott angeordnet haben:
"Wer einen Sklaven oder eine Sklavin schlägt mit einem Stock, dass sie unter seinen Händen sterben, der soll dafür bestraft werden. Bleiben sie aber [noch] einen oder zwei Tage am Leben, so soll er nicht dafür bestraft werden; denn es ist sein Geld."

(2. Mose 21, 20-21)

26) Frauen in der aktiven Nachfolge

"Und es begab sich danach, dass er [Jesus] durch die Städte und Dörfer zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit ihm, dazu einige Frauen, die er gesund gemacht hatte ... "

(Lukas 8, 1-2)
 

"Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria aus Magdala ... Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren ..."

(Markus 16, 9-10)


Paulus:
"Grüßt Andronikus und Junia*, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren; sie sind schon angesehene Apostel und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt."

(Römer 16, 7)

* Weil die katholische Kirche Frauen im Apostelamt ablehnt, ist in den meisten Übersetzungen der überlieferte Frauenname "Junia" in den Männernamen "Junias" geändert worden, obwohl ein solcher Name in der Antike unbekannt ist. Diese "Übersetzung" in einen männlichen Vornamen ist demnach eine Fälschung.

Frauen sollen schweigen und still sein

Paulus**:
"Wie es in allen Gemeinden der Heiligen üblich ist, sollen die Frauen in den Versammlungen schweigen; es ist ihnen nicht gestattet zu reden. Sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz es fordert. Wenn sie etwas wissen wollen, dann sollen sie zu Hause ihre Männer fragen; denn es gehört sich nicht für eine Frau, vor der Gemeinde zu reden."

(1. Korinther 14, 33 b-35)


Paulus oder einer seiner Schüler:
"Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, ... sondern sie sei still. Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber hat sich zur Übertretung verführen lassen. Sie wird aber selig werden dadurch, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung."

(1. Timotheus 2, 12-15)

** Manche Theologen gehen davon aus, dass diese Stelle dem Paulus nur unterschoben wurde, da er an anderer Stelle (siehe links Römer 16, 7) selbstverständlich von der Apostelin Junia sprach.

 

27) Die Kinder sollen nicht für die Verbrechen der Eltern und Vorfahren büßen

Gott spricht durch den Propheten Hesekiel:
"Denn nur wer sündigt, der soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Schuld des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Schuld des Sohnes, sondern die Gerechtigkeit des Gerechten soll ihm allein zugute kommen, und die Ungerechtigkeit des Ungerechten soll auf ihm allein liegen."

(Hesekiel 18, 20)

Die Verbrechen werden an den Nachkommen der Täter bis in die vierte Generation bestraft

Doch auch dieses Wort soll von Gott stammen:
"Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen."

(2. Mose 20, 5)

28) Eltern und Kinder sollen sich versöhnen

Gottes Wort durch den Propheten Maleachi:
"Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia ... Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern."

(Maleachi 3, 23-24)

Eltern sollen ungehorsame Kinder töten

Wort "Gottes" nach dem 5. Mosebuch:
"Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht ... so sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe."

(5. Mose 21, 18.21)

29) Prophezeiung zukünftiger Leiden: Selbst Verwandte werden einander töten lassen

Jesus über den Anfang der Wehezeit:
"Und es wird ein Bruder den anderen dem Tod preisgeben und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören gegen die Eltern und werden sie töten helfen. Und ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen."

(Markus 13, 12-13)

Angeblich ruft Gott dazu auf, Freunde und Verwandte zu töten

Nach der Anbetung des goldenen Stierbildes soll "der HERR, der Gott Israels" gesprochen haben:
"Ein jeder gürte sein Schwert um die Lenden und gehe durch das Lager hin und her von einem Tor zum anderen und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten."

(2. Mose 32, 27)

30) Gott führt nicht in Versuchung

"Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde ... Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt."

(Jakobus 1, 13-14)

Gott soll nicht in Versuchung führen

"Vater unser im Himmel ... Und führe uns nicht in Versuchung*, sondern erlöse uns von dem Bösen."

(Matthäus 6, 9.13)

* These: Hier liegt eine Verfälschung des ursprünglichen Vaterunser-Gebets vor, das sehr wahrscheinlich gelautet hat: "Du führst uns in der Versuchung und erlöst uns von dem Bösen". Nur so stimmt es mit den anderen Aussagen von Jesus über Gott überein. Zudem kann man davon ausgehen, dass Jakobus (siehe links) nichts anderes lehrte als das, was er zuvor selbst von Jesus gelernt hatte.

31) Die Menschen werden von der finsteren Macht verführt und gereizt, falsche Entscheidungen zu treffen

"Und der Satan stellte sich gegen Israel und reizte David, dass er Israel zählen ließe."

(1. Chronik 21, 1)

Es sei Gott, der den Menschen reizte und verführte und später dafür auch noch strafte

"Und der Zorn des HERRN entbrannte abermals gegen Israel, und er reizte David gegen das Volk und sprach: "Geh hin, zähle Israel und Juda!"

(2. Samuel 24, 1)

32) Die Zehn Gebote nach 2. Mose 20 und 5. Mose 5*

Und der HERR sprach ... : Dies sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst ...

1. Ich bin der HERR, dein Gott ... Du sollst keine anderen Götter haben neben mir

2. Du sollst dir kein Bildnis ... machen ...

3. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen

4. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst

5. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren

6. Du sollst nicht töten

7. Du sollst nicht ehebrechen

8. Du sollst nicht stehlen

9. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten

10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus ... Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was sein ist

(2. Mose 20, 1-17; 5. Mose 5, 1-22)

* Zwei Fassungen, in denen erklärt wird, dies seien die Zehn Gebote, die Gott Mose beim Bundesschluss gegeben habe.
Zum Hintergrund
: Wegen der Anbetung des "Goldenen Kalbs" durch das Volk soll Mose die Steintafeln mit den Zehn Geboten zunächst zerbrochen haben. Anschließend hätte er sie aber mit dem gleichen Inhalt (!) wieder bekommen. So wird die Fassung nach 2. Mose 34 mit den vermeintlichen Gottesworten an Mose eingeleitet: "Hau dir zwei steinerne Tafeln zurecht wie die ersten! Ich werde darauf die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln standen, die du zerschmettert hast". (Vers. 1)
Doch laut 2. Mose 20 und 5. Mose 5 standen auf diesen ersten Tafeln ganz andere Worte als die nun in 2. Mose 34 überlieferten Worte. Wenn die "Erneuerung des Bundes" aber die gleichen Gebote beinhaltete wie der ursprüngliche Bundesschluss, welche Fassung ist dann die Richtige? Und welche ist dann die Fälschung? Es gibt nur ein Entweder-Oder.

Die Zehn Gebote nach 2. Mose 34*

1. Du sollst keinen anderen Gott anbeten. Denn der HERR ist ein Eiferer ...

2. Du sollst dir keine gegossenen Götterbilder machen

3. Das Fest der Ungesäuerten Brote sollst du halten

4. Alle Erstgeburt ist mein ... Wenn du ihn [die Erstgeburt des Esels] aber nicht auslöst, so brich ihm das Genick ...

5. Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebten Tage sollst du ruhen

6. Das Wochenfest sollst du halten

7. Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist, erscheinen vor dem Herrscher, dem HERRN, dem Gott Israels. Denn ich werde die Heiden vor dir ausstoßen

8. Du sollst das Blut meines Opfers nicht darbringen zugleich mit dem Sauerteig

9. Das Beste von den ersten Früchten deines Ackers sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes bringen

10. Du sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch

Und der HERR sprach zu Mose: Schreib dir diese Worte auf; denn aufgrund dieser [!] Worte habe ich mit dir und mit Israel einen Bund geschlossen ... Und er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte.

(2. Mose 34, 8-28)

33) Sprecht klar und deutlich und die Wahrheit

Jesus sprach:
"Eure Rede aber sei ´Ja, ja; nein; nein. Was darüber ist, das ist vom Übel."

(Matthäus 5, 37)
 

"Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten."

(2. Mose 20, 16)

Die Wahrheit Gottes werde durch menschliche Lüge "herrlicher"

Paulus schreibt:
"Gott ist wahrhaftig und alle Menschen sind Lügner, wie geschrieben steht: ´Damit du Recht behältst in deinen Worten und siegst, wenn man mit dir rechtet` (Psalm 51, 6). Ist´s aber so, dass unsre Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit ins Licht  stellt, was sollen wir sagen? Ist Gott dann nicht ungerecht, wenn er zürnt? Ich rede nach Menschenweise. Das sei ferne. 'Wie könnte Gott sonst die Welt richten? Wenn aber die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seiner Ehre, warum sollte ich dann noch als ein Sünder gerichtet werden? Ist es etwa so, wie wir verlästert werden und einige behaupten, dass wir sagen ´Lasst uns Böses tun, damit Gutes daraus komme?` Deren Verdammnis ist gerecht."*

(Römer 3, 4-8)

* Was Paulus mit diesen intellektuellen Spitzfindigkeiten genau meint, bleibt auch nach mehrmaligem Lesen schwer verständlich. Vermutlich erklärt sich Paulus zunächst deshalb zum "Lügner", weil er ein Psalmwort aus dem Alten Testament so interpretiert, dass angeblich alle Menschen "Lügner" seien. Dann kokettiert er mit seiner Bibelinterpretation, indem er vorgibt, seine Art der "Lüge" würde angeblich Gott zur Ehre gereichen. Darauf hin behauptet Paulus, wenn er nun in diesem Sinne lüge, sei das aber nichts "Böses", wie es ihm "einige" Menschen vorhalten. Und schließlich urteilt er, das Missverständnis dieser Leute bedeute deren "Verdammnis".

Der Absatz als Ganzes, der für Bibelgläubige "Gottes reines Wort" ist, ist in Wirklichkeit ein gutes Beispiel für das "Übel", von dem Jesus sprach. Auch die Rede des Paulus vom zürnenden und richtenden Gott und von einer angeblich gerechten "Verdammnis" hat nichts mit Jesus zu tun, nach dessen Lehre sich die Menschen durch das Gesetz von Saat und Ernte selbst richten.


Kennen Sie weitere Bibelstellen, die nicht übereinstimmen? Oder haben Sie Ideen, wie man die Gegenüberstellung noch weiter verbessern kann? Für gute Vorschläge bedanken wir uns.
 



Anhang Nr. 1
: Auszüge aus "Der Theologe Nr. 1" - Martin Luther und die Bibel

(a) Luther sagt zwar, entscheidend sei, was Christus treibet. Wenn man aber nachfragt, bezieht er sich gar nicht auf Christus, sondern auf Paulus, der eben anders als Christus lehrt, durch den Glauben werde der Mensch "gerecht" (Brief an die Römer 3, 28) ... Und um seine eigene Lehre zu bekräftigen, verändert Luther sogar den oben genannten biblischen Paulustext und fügt das Wort allein hinzu. So heißt es in Luthers Übersetzung allein durch den Glauben werde der Mensch gerecht. Im Original-Paulustext steht nur: Durch den Glauben.

(b) Wenn Luther dann die Bibel auslegt, stellt er sich als Anwalt der Sache Gottes dar. Doch seine Interpretationen sind manchmal eigenwillig bzw. verdrehen den ursprünglichen Sinn. Und selbst vor schwerwiegenden Fälschungen schreckt Luther nicht zurück. So bezieht er sich zum Beispiel auf das Urteil Christi über die Juden, dass sie giftige, bittere, rachgierige, hämische Schlangen, Meuchelmörder und Teufelskinder sind, die heimlich stechen und Schaden tun, weil sie es öffentlich nicht vermögen (Aus: Von den Juden und ihren Lügen, Jenaer Ausgabe, Tomos 8, 1558).

Luther hat ein Wort aus der Bibel aus dem Zusammenhang gerissen, in seine eigenen rufmörderischen Worte hinein montiert und diese Konstruktion seinen Lesern dann als Urteil Christi gelehrt. Doch Christus hat niemals so etwas gesagt.

(c) Luther sieht sich als Werkzeug Gottes und er entnimmt sein Gottesbild der Bibel - in diesem Zusammenhang vor allem den Tötungsforderungen ... im so genannten "Alten" Testament ... So fordert Luther unter Berufung auf die Bibel vom Staat Hinrichtungen ...
 



Anhang Nr. 2
: Auszüge aus "Der Theologe Nr. 2" - Die Bibel und das Gesetz von Saat und Ernte

(a) In ihrer heutigen Form entstand die Bibel erst im späten 4. Jahrhundert. Hieronymus erhielt vom damaligen Papst den Auftrag, aus verschiedenen Bibelversionen einen einheitlichen lateinischen Text herzustellen (siehe Der Theologe Nr. 14). Dieser Text, die so genannte Vulgata, ist von der katholischen Kirche auf dem Konzil von Trient (1545-1563) - also viel später - als "fehlerlos" erklärt worden. Der Auftrag gebende Papst Damasus I. hatte in den Jahren 366 und 367 nach blutigen Kämpfen zwischen seinen Anhängern und seinen Gegnern den Papstthron erobert. An einem Tag hat man in einer Kirche 137 Tote gefunden, die dort erschlagen wurden. Das ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, weil viele Menschen glauben, die Bibel sei vom "Geist Gottes" eingegeben, ohne zu wissen, welche "Geister" bei ihrer Entstehung auch beteiligt waren.

Als Papst war Damasus I. bekannt für seine Prunksucht und "Schmäuse", dass seine Tafel selbst ein Königsmahl in den Schatten stellt (Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte 27,3,14, zitiert nach Adolf Martin Ritter, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, Band 1, S. 173). An diesen Papst schreibt Hieronymus folgenden Brief:
Wird sich auch nur einer finden, sei er gelehrt oder ungelehrt, der mich nicht lauthals einen Fälscher oder Religionsfrevler schilt, weil ich die Kühnheit besaß, einiges in den alten Büchern zuzufügen, abzuändern oder zu verbessern? Zwei Überlegungen sind es indes, die mich trösten und dieses Odium auf mich nehmen lassen: zum einen, dass du, der an Rang allen anderen überlegene Bischof, mich dies zu tun heißest; zum anderen, dass, wie auch meine Verleumder bestätigen müssen, in differierenden Lesarten schwerlich die Wahrheit anzutreffen ist
(Evangelienrevision, Vorrede, MPG 29, Sp. 525 ff., zitiert nach Adolf Martin Ritter, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, Band 1, S. 181).


(b) Manche lesen aus einer bestimmten Bibelstelle das Gegenteil von dem heraus, was ein anderer darin findet. Oft genügt genaues Lesen, um der ursprünglichen Bedeutung auf die Spur zu kommen. Als Beispiel ein Zitat von Jesus von Nazareth. Als Petrus bei der Gefangennahme von Jesus mit dem Schwert einen Mann aus der Anhängerschaft der Hohenpriester schwer verletzt hat, heilt Jesus die Verletzung und ermahnt Petrus: Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen (Matthäus 26, 52). So ist die Stelle in der evangelisch-katholischen Einheitsübersetzung richtig wiedergegeben. Damit erinnert Jesus den Petrus an das Gesetz von Saat und Ernte. Wer einen anderen tötet, der wird einst nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung - in diesem oder einem weiteren Leben – [vgl. dazu Reinkarnation im Urchristentum] mit dem Schwert getötet werden. Es sei denn, die Tat wurde zuvor bereinigt.

Der Theologe Martin Luther dreht den Sinn nun ins Gegenteil und macht daraus ein Gesetz des Schwertes, eine angebliche Aufforderung von Jesus an den Staat zur Todesstrafe. Das Wort von Jesus sei zu verstehen wie 1. Mose 9, 6: ´Wer Menschenblut vergießt´ usw. [dessen Blut soll wieder durch Menschen vergossen werden] Ohne Zweifel verweist Christus mit diesem Wort auf jene Stelle und will damit jenen Spruch [neu] einführen und bestätigen (Die weltliche Obrigkeit und die Grenzen des Gehorsams, in: Luther Taschenausgabe, Band 5, Berlin 1982, S. 112).

Zur Begründung seiner Lehre gibt Luther die Stelle im Matthäusevangelium in anderer Übersetzung wieder. Bei ihm heißt es nämlich: Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Im griechischen Urtext steht allerdings Futur, was man in der Regel mit wird umkommen bzw. werden umkommen übersetzt, wie im Deutschen auch. Wäre "soll" das richtige Wort, könnte man dies im Griechischen durch einen Imperativ besser und unmissverständlich ausdrücken. Doch der steht nicht da.

Auch bei der hebräischen Zeitform in 1. Mose 9, 6 gibt es grundsätzlich zwei Übersetzungsmöglichkeiten. Die seltenere Möglichkeit lautet zunächst:  Das Blut des Mörders oder Totschlägers möge ... vergossen werden (Hebräisches "Jussiv" als Ausdruck eines Wunsches). Die zweite und nahe liegende Möglichkeit heißt auch hier: Das Blut des Mörders oder Totschlägers wird vergossen werden (Hebräisches "Imperfekt"), was wiederum das Gesetz von Saat und Ernte bzw. Ursache und Wirkung zum Ausdruck bringt. Diese Übersetzung wird auch im wissenschaftlichen Standardwerk für Übersetzungen, dem hebräischen und aramäischen "Handwörterbuch" von W. Gesenius (Berlin / Göttingen / Heidelberg 1962) angegeben. Das hebräische "Imperfekt" bringt dabei den Aspekt des Unvollendeten, Dauernden, Werdenden zum Ausdruck. Das heißt hier: Im Augenblick des Mordes beginnt für den Mörder die Zeit nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung zu laufen. Noch ist die Wirkung "nicht vollendet", doch die Ursache "dauert" an, wenn sie nicht bereinigt ist, und sie "wird" früher oder später die Wirkung bringen. In dem noch "unvollendeten" Gesetz von Saat und Ernte liegt die Chance der Reue, der Bitte um Vergebung und der Wiedergutmachung, so dass die Wirkung nicht eintreten muss. Voraussetzung hierfür ist, dass die Seele des Ermordeten, die im Jenseits weiterlebt, ihrem Mörder verzeiht. Und auch die Angehörigen bzw. Freunde des Ermordeten.

Während die Feinheiten der hebräischen Sprache bei der Übersetzung "wird" mit erfasst werden, entscheidet sich Luther für die seltenere Übersetzungsmöglichkeit und verstärkt diese noch. Aus möge vergossen werden wird bei ihm soll vergossen werden. Und das ist - auch sprachlich gesehen - der Beginn einer Fälschung.


(c) ... die evangelisch-katholische Einheitsübersetzung verdreht dafür eine andere Stelle entscheidend, die bei Luther zutreffend wiedergegeben ist. Es geht um das 5. Gebot Du sollst nicht töten (2. Mose 20, 13). In der Einheitsübersetzung wurde es verändert in Du sollst nicht morden - offenbar, um doch ein Schlupfloch zu lassen für eine kirchliche Tötungserlaubnis, z. B. im Krieg. Das stärkere Wort "morden" für "töten" könnte in der hebräischen Sprache aber ebenfalls zum Ausdruck gebracht werden. Von dieser Möglichkeit, der Verdopplung des mittleren von drei Buchstaben (Hebräische "Piel"-Form), macht aber der in dem wissenschaftlichen Standardwerk "Biblia Hebraica Stuttgartensia" wiedergegebene Urtext gerade keinen Gebrauch, so dass die Übersetzung Du sollst nicht töten zutreffend ist. Das bedeutet: Nicht töten, ohne Ausnahme.

 

(d) Auch dieser Satz (2. Mose 21, 24) [Auge um Auge, Zahn um Zahn] ist ein Beleg für das Gesetz von Ursache und Wirkung, doch er wurde in eine Erlaubnis zur Vergeltung uminterpretiert und der Inhalt damit ebenfalls verfälscht. Diese Vergeltungstheorie weisen auch jüdische Wissenschaftler zurück und deuten die Stelle im Sinne von Entschädigung und Wiedergutmachung bei Körperverletzung. Der bekannte jüdische Philosoph Martin Buber übersetzt in diesem Sinne Augersatz für Auge; Zahnersatz für Zahn (Zitiert nach Lapide, Ist die Bibel richtig übersetzt?, Gütersloh 1986, S. 68).

Luther verwendet auch hier eigenwillig "soll" statt "wird": Schaden um Schaden, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er einem Menschen verletzt hat, so soll man ihm auch tun ... wer aber einen Menschen erschlägt, der soll sterben (3. Mose 24, 19.20, Lutherübersetzung; vgl. auch 2. Mose 21, 12 ff.) ...

Bei korrekter Übersetzung der Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn-Stelle erkennt man die ursprüngliche Bedeutung: Keine Aufforderung an einen Staat zum Töten, sondern auch hier das Gesetz von Saat und Ernte: Wie er einen Schaden zugefügt hat, so wird ihm zugefügt werden ... wer einen Menschen erschlägt, der wird getötet werden. Ohne rechtzeitige Bereinigung "wird" er getötet werden - und zwar durch das Gesetz von Saat und Ernte

 



Anhang Nr. 3: Jahreslosung 2006: "Gottes" Beistand für einen Völkermörder

13.3. / 14.3.2006 - Jahrslosung 2006 - "Gottes" Beistand für einen Völkermörder - Kirchen entlarven sich - "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" heißt ein angebliches Wort des "Herrn" an Josua in der Bibel (Josua 1, 5 b), das die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland als Jahreslosung 2006 für die Gläubigen auswählten.

Wer ist der "HERR"?

Das Wort "HERR" ist im so genannten Alten Testament der Bibel eine Umschreibung des Gottesnamens, der aus vier Konsonanten besteht: JHWH. Dies würde normalerweise "Jahwe" gelesen. Doch da im Judentum der Gottesname nicht ausgesprochen werden soll, spricht man stattdessen "Adonai", was eben "Herr" bedeutet. Und so steht das Wort "Herr" deshalb in den deutschen Übersetzungen an der Stelle des Gottesnamens.
JHWH oder Jahwe ist dabei die Bezeichnung für den Einen Gott, den Schöpfergott, der gleich dem Gott Abrahams, Isaaks und Moses ist.
Doch Priester haben Jahwe Völkermorde und Tieropfer-Vorschriften unterschoben und den Gottesnamen auf diese Weise für das Gegenteil von Gottes Schöpfungsordnung missbraucht. Die großen Gottespropheten des Alten Testaments haben deshalb immer wieder ihre Stimme erhoben und dem Volk dargelegt, wer "Jahwe" wirklich ist: Der Eine Gott, der den Frieden möchte zwischen den Menschen, zwischen Mensch und Tier und von Tieren untereinander.

Unmittelbar zuvor heißt es in der Bibel: "Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange du lebst" (Vers 5 a). Worum geht es? Bereits einige Verse weiter bekommt die kirchliche Andachtsstimmung die ersten Kratzer. Jeder, der sich deinem Befehl widersetzt und nicht allen deinen Anordnungen gehorcht, soll mit dem Tod bestraft werden (Vers 16). Also wird hier zunächst erklärt, wie sich die eigene Bevölkerung verhalten muss: Befehle ausführen oder hingerichtet werden. Den Nachbarvölkern "stockte der Atem" (5, 1), als sie das hörten. Doch lange würden sie nicht mehr atmen können, denn bald gerieten sie selbst in Visier. Zuerst wären diesen Aussagen zufolge die menschlichen Bewohner und die Tiere der heutigen Palästinenserstadt Jericho massakriert worden: "Mit scharfem Schwert weihten sie [die Soldaten unter dem Befehl Josuas] alles, was in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel (6, 21).  Nicht alle befolgten jedoch den Ausrottungsbefehl, so dass wieder eine Phase innerer "Säuberungen" folgte: Bei wem man dann etwas findet, "das dem Untergang geweiht ist, der soll mit allem, was er hat, verbrannt werden ..." (7, 15.25). Dann wieder Völkermord nach außen: "Es gab an jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner von Ai. Josua aber ließ seine Hand mit dem Sichelschwert nicht sinken, bis er alle Einwohner von Ai dem Untergang geweiht hatte ... Den König von Ai aber ließ er an einem Baum aufhängen ..." (8,  25.29). Und so weiter. Alles im Auftrag des "Gottes", des "Herrn", der dem Feldherrn Josua die Massaker befohlen hatte und ihm für seine Befehlstreue versprochen hatte: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" - die Jahreslosung der Kirchen für das Jahr 2006.
 
Vertreter der Kirchen erklären nun als Rechtfertigung ihrer Jahreslosung, dass es bei diesen Ereignissen in Wirklichkeit gar nicht so gewalttätig zuging, wie dies in der Bibel beschrieben ist. Das ist insofern bemerkenswert, da dies ja auch ein Eingeständnis ist, dass die biblischen Berichte die Wirklichkeit verfälscht haben. Warum werden sie dann aber als "Gottes Wort" bezeichnet? Kann eine Fälschung gleichzeitig "Gottes Wort" sein?

Abgesehen von diesem Widerspruch glaubt man den kirchlichen Theologen aber gerne, dass das damalige Volk Israel viel friedlicher war, und spätere Schriftgelehrte und Theologen sich die Massaker nur besonders total und grausam ausgemalt hatten. Doch das spielt im Zusammenhang der Jahreslosung 2006 keine Rolle. Denn in diesem Zusammenhang zählt eben nicht die Historie vor über 3000 Jahren (die hoffentlich friedlicher war), sondern das, was heute als "Gottes Wort" in der Bibel steht. Mit anderen Worten: Was für die Kirchen als "Gottes Wort" gilt, ist heute maßgeblich und nicht das, was sich vielleicht in Wirklichkeit ganz anders zugetragen hat, aber niemand beweisen kann. Und als "Gottes Wort" gilt eben der Völkermord - nach außen und nach innen - in seiner schlimmsten Form. So kann man sich auch fragen: Mit welchem Recht erhebt man sich angesichts dieser "heiligen Schriften" in den Kirchen heute z. B. über den Islam, dessen Gläubige in der Geschichte mehrfach tatsächliche Opfer von kirchlichen Völkermördern wurden?
 
Wer die Kirche und ihre Lehren kennt, den überrascht die Selbstverständlichkeit dieses Horrors allerdings nicht. Durch Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte (die Nachfahren der früheren Inquisitoren) werden auch heute Minderheiten auf Schärfste bekämpft, die den Kirchen ein Dorn im Auge sind (siehe Der Theologe Nr. 12). Und in den vergangenen ca. 1700 Jahren verbündete man sich mit vielen Regimes, welche auf Geheiß der Kirche Menschen hinrichten ließen, die dieser unliebsam waren. Und wörtlich heißt es bis heute in den gültigen Lehren der Kirche: "Deshalb muss sie [die römisch-katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 382, siehe dazu Der Theologe Nr. 18).
Sollten also eines Tages sogar wieder Menschen "ausgemerzt" werden, (wenn man sich wieder mit einem dazu passenden Regime verbündet), bräuchte sich niemand zu wundern. Damit es aber nicht dazu kommt, wäre es notwendig, dass alle aufrechten Demokraten und Verfechter von Glaubensfreiheit und Toleranz die Kirchen in die Schranken des Grundgesetzes weisen (wo sich die Bundesrepublik Deutschland zur Religionsfreiheit und zur Ablösung kirchlicher Privilegien bekennt) anstatt sie mit Milliardensubventionen am üppigen Leben zu erhalten und ihre Macht- und Ausrottungsphantasien achselzuckend hinzunehmen.

Warner gibt es viele, so z. B. auch den Göttinger Theologen Gerd Lüdemann, der zur Jahreslosung u. a. schrieb: "Die Texte aus dem Josuabuch schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen Bevölkerung ... Der Bann hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott lässt seine Exekutoren nicht fallen und verlässt sie nicht". (Welt am Sonntag, 8.1.2006)

 



Anhang Nr. 4: Antijüdische Stellen im Neuen Testament; jetzt hier in: Der Theologe Nr. 4

Lesen Sie auch "Der Theologe Nr. 26", eine Zusammenstellung von Bibelworten über den Völkermord.
 



Anhang Nr. 5
:

Der gefährliche Bibelglaube und der verständliche Wunsch nach Klarheit

Hin und wieder beschweren sich Mitglieder der Kirchen oder Bibelanhänger aus freikirchlichen oder so genannten "evangelikalen" (= sehr bibelgläubigen evangelischen) Gemeinschaften über diese Ausgabe des Theologen, weil wir uns angeblich über die Bibel stellen. So schreibt z. B. ein Leser: "Der Sinn der Bibel ergibt sich nicht darin, dass man Absätze zusammenhanglos zitiert und meint, neue Wahrheiten zu finden." Wobei wirkliche "Wahrheiten" ja nur gelebte Wahrheiten sind und keine bloße Debattenbeiträge, was oft vergessen wird.
Die Kritiker bekunden ihrerseits, dass sie daran glauben, dass die ganze Bibel "Gottes Wort" sei. Einem Leser, der diese Meinung vertreten hat, haben wir deshalb einmal geantwortet: "Wenn Sie das so glauben, dann ist für Sie ja auch die Bergpredigt von Jesus, wie sie im Matthäusevangelium der Bibel überliefert ist, ´
unfehlbares Gotteswort`. Wie wäre es, wenn Sie sich dann bemühen, diese Lehre, die ja Teil der Bibel ist, auch in die Tat umzusetzen?" Nur leider führten solche ehrlich gemeinten Antworten in der Vergangenheit selten dazu, dass die Kritik verstummte. Schließlich stehe, so der Einwand, in der Bibel ja noch einiges mehr. Und wer würde ausgerechnet uns das "Recht" geben, uns angeblich nur die Teile heraus zu suchen und in die Tat umzusetzen, die uns zusagen? Doch was bedeutet das? Was haben wir also damit scheinbar "Böses" getan?

Anstatt sich daran zu erfreuen, dass Gutes, das man auch in der Bibel nachlesen kann, auch in die Tat umgesetzt wird, wird versucht, eine Religion zu verteidigen, die sich auf die "ganze Bibel" als ihre Grundlage beruft. Und diese Religion hat noch nie in ihrer Geschichte Andersdenkende und Andersgläubige in Frieden gelassen, sondern sie bedroht sie bis heute, indem sie z. B. deren Existenzrecht und Religionsfreiheit angreift oder ihnen eben angeblich jenseitiges Unheil androht.
Dabei ist der Vorwurf, "Ketzer" zu sein, also angeblich "falscher Lehrer", den die Kirche seit ihrer Entstehung gegenüber ihren Kritikern erhebt, nicht harmlos. Während dies früher ein Todesurteil war, wird ein so genannter "Ketzer" oder angebliche "Sektierer" heute gesellschaftlich an den Pranger gestellt. Und zwar dann, wenn dieser "Ketzer" oder angebliche "Sektierer" die Kirche oder die betreffende Bibelgemeinschaft nicht in ihrer Rolle bestätigt oder hofiert, die sie sich selbst und anderen vorspielen; nämlich angeblich die Vertreter der Lehre von Jesus in unserer Zeit zu sein. Und richtig schlimm soll es für einen solchen Zeitgenossen erst im Jenseits kommen. Dort solle er in die angeblich ewige Hölle kommen, mit der er jetzt schon im Bunde stehe, weswegen man auch andere vor ihm warnen müsse. Aus diesem Grund ist der Konflikt mit dem Bibel-Fundamentalismus innerhalb und außerhalb der Großkirchen unvermeidlich, und wir möchten dazu wie folgt Stellung nehmen: 

Gläubige interpretieren die Bibel nach ihrem Gutdünken

Unzählige Widersprüche, Fehler und Ungereimtheiten

Gott werden zu Unrecht alle Verbrechen, Kriege, und Morde aufgelastet, denen die Bibel zustimmt

"Merkt selbst, welcher Geist dahinter steckt!"

Von diesem Glauben geht eine große Gefahr für andere Menschen aus

Was haben 1700 Jahre Bibel denn gebracht?

Der Ausgang aus dem Labyrinth der "Wiedergeborenen"

"Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nützlich"

Klarheit ist möglich, denn es gibt auch wahre Gottespropheten


Gläubige interpretieren die Bibel nach ihrem Gutdünken

Seit 1700 Jahren wird die Bibel von den Kirchen und Bibelanhängern nach deren Gutdünken interpretiert. Widersprüche werden dabei heruntergespielt, harmonisiert oder mit vielen Drehungen und Winkelzügen umgedeutet. Dabei gibt es innerhalb der Kirchen und Gruppen, die sich auf die Bibel berufen, mindestens so viele Meinungen über die Bibel und ihre Auslegung wie es Gemeinschaften gibt. Eine neue Meinung bedeutete in der Vergangenheit meist eine neue Kirche oder Gruppe. Das so genannte Christentum ist dabei aufs Ganze gesehen eine Ansammlung von zahllosen Interpretations-Gemeinschaften (eine katholischen und Hunderte von protestantischen und ein paar andere mehr), die sich allesamt auf die Bibel berufen. Doch jeder interpretiert diese nach seinem eigenen allzumenschlichen Bewusstsein, wie die Geschichte des Christentums eindeutig beweist.

Bewiesen ist also: Die Bibel hat unzählige Interpreten in ihrem Gefolge hervor gebracht, so dass man sagen könnte: "So viele Leser, so viele Interpreten". Nun könnte man hier grundsätzlich einwenden: Was könne denn "Gott", wenn Er denn der Autor der ganzen Bibel wäre, dafür, dass jeder dieses Sein Wort anders versteht? Diese Frage ist zunächst berechtigt. Denn auch ein Wort des Jesus von Nazareth, selbst wenn es aus höchstem Bewusstsein gesprochen und zweifelsfrei richtig aufnotiert worden wäre, ist nicht vor Missinterpretationen geschützt. Doch was die Bibel betrifft, gibt es ein zusätzliches erhebliches Autoren-Problem. Denn es war die Institution Kirche, die im 3. und 4. Jahrhundert entschieden hat, welche Schriften angeblich "Gott" zum Autor haben und welche nicht (näheres dazu in Der Theologe Nr. 14).

Unzählige Widersprüche, Fehler und Ungereimtheiten

Und wenn für alle Schriften der Bibel, welche ja die damaligen Kirchenvertreter ausgewählt haben, "Gott" als Autor bzw. irrtumsfreier Inspirator behauptet wird, dann würde für diesen Autor "Gott" Folgendes gelten:
- Er widerspricht sich, teilweise sogar massiv
- Er ändert sein Wesen
- Er verstößt gegen seine eigenen Gebote
- Er verstößt teilweise gegen seine Naturgesetze
- Er glaubt teilweise an ein widerlegtes Weltbild
- Er gibt Sachverhalte manchmal fehlerhaft oder ungenau wieder
- Er spricht oftmals unklar und vieldeutig
- Er ließ Tausende von Übersetzungsfehlern zu
- Er hat die Texte mehrfach verändert und überarbeitet
- Er hat manchmal falsch abgeschrieben oder bestimmte eigene Worte später falsch verstanden bzw. anders, als er sie ursprünglich meinte
- Er hat Schriften geschrieben, die nur von bestimmten Konfessionen und Kirchen als sein Wort anerkannt werden, von anderen nicht.
- ... und so manches mehr

Wer hier nun nach Beispielen sucht, der lese noch einmal in Ruhe obige Gegenüberstellungen, die immerhin schon auf 33 Vergleiche angewachsen ist. Auf die Darlegung bzw. Diskussion von vielen Detailfehlern in der Bibel haben wir dabei bewusst verzichtet. Sie sind anderweitig an bestimmten Beispielen dargelegt, z. B. bei http://www.bibelzitate.de, http://www.anti-religion.net/widersprueche_bibel.htm oder in vielen Forenbeiträgen.

Uns geht es vor allem um den Geist der Bibel bzw. um die verschiedenen "Geister", die an ihrer Entstehung beteiligt waren, und auch hier verweisen wir noch einmal auf die Ausgabe Nr. 14, wo auch dargestellt wird, dass z. B. der Papst, der damals den Auftrag für die Endfassung der Bibel gab, Papst Damasus I., kurz zuvor in einer Kirche über 100 Anhänger seines innerkirchlichen Gegners Ursinus ermorden ließ. Und da muss man natürlich die Frage stellen: Was waren das überhaupt für Leute, die damals darüber entschieden haben, welche Schrift angeblich von "Gott" inspiriert sei und welche nicht? Von wem waren sie also inspiriert? Von Gott? Es ist verständlich, wenn ein Kirchenmann, der seinem Gegner den Hals umdrehen ließ, dann mit Genugtuung in der Bibel liest, dass "Gott" gemäß bestimmter Schriften solches dort angeblich gefordert habe. Und verständlich, wenn er dann auch ohne Mühe glaubt, diese Schrift sei von Gott inspiriert, denn dort erlaube "Gott" genau das, was man selbst auch schon gemacht habe.

Gott werden zu Unrecht alle Verbrechen, Kriege und Morde aufgelastet, denen die Bibel zustimmt

Wir nehmen es aber "um Gottes Willen" nicht mehr hin, dass die heutigen Bibelgläubigen ihrem Glauben und ihrem "Gott" unhinterfragt und dreist die "Wahrheit" zusprechen und anderen die "Wahrheit" ebenso unhinterfragt und dreist absprechen. Dies geschieht dabei oft mit einem geistigen Hochmut und einer zur Schau gestellten Selbstsicherheit, die in Wirklichkeit aber nur ein Zeichen für sehr große uneingestandene Unsicherheiten sind. Und das Ergebnis kommt letztlich einer Verhöhnung des Schöpfergottes gleich, denn Gott, der Freie Geist, soll auf diese Weise in das Gefängnis eines fehlerhaften Buches hinein gezwängt werden. Dieses Buch, die Bibel, ist für einen gläubigen Protestanten auf diese Weise gleich einem "Papst aus Papier", während für einen Katholiken nur das Lehramt des leibhaftigen Papstes dieses Buch fehlerfrei auslegen könne.
"Gott" wird in beiden Fällen dabei praktisch zum Büttel der Bibelgläubigen degradiert, der für jeden Fehler und für jeden Widerspruch oder für jedes angebliche "Geheimnis" in der Bibel den Kopf hinhalten und die Verantwortung tragen müsse. Oder anders gesagt:
Die Bibelgläubigen lasten Gott alle Verbrechen, Kriege, Morde und dergleichen auf, von denen die Bibel zustimmend berichtet.

Man braucht nur einmal einige Zitate, z. B. aus Der Theologe Nr. 26 - Die Aufforderung zum Völkermord in der Bibel, nehmen, und einem Verfechter eines solchen Glaubens vorhalten. Nach dessen Glauben habe Gott tatsächlich diese Völkermorde befohlen. Als Außenstehender mag man es kaum fassen. Aber die Antworten sind abenteuerlich und laufen immer etwa auf folgenden Rechtfertigungsversuch hinaus. "Ja. Das habe Gott damals so getan. Denn so steht es in der Bibel." Und dann wird mit viel Wenn und Aber darum herum gedeutelt, bis dahin, dass er es heute ja nicht mehr so tue, aber dennoch einen Krieg gegen Syrien segnen würde, weil deren Präsident Giftgas eingesetzt habe (wie übrigens auch der selig gesprochene österreichische Kaiser Karl I., auch Giftgas-Karl genannt). Aber unverrückbar hält man sinngemäß daran fest: Ja. Das sei damals mein Gott gewesen, an den ich glaube. Aber ich sei doch nur ein Mensch, und es stehe mir deshalb nicht zu, ihn, den "allmächtigen Gott" zu kritisieren. Dafür wird umso mehr der Pazifist kritisiert, der sich angeblich über "Gott" stelle und der eben ein Ketzer sei, ein Sektierer, weil der "Gott" der Bibel eben hier und da sagt: "Bringt die Leute im Krieg um!"

Auf solche und vergleichbare Art wird beim Bibel-Fundamentalismus in vielen Variationen vordergründig sogar höchste "Demut" vorgegeben, weil man sich ja dem "Gott der Bibel" angeblich völlig unterordne. Doch im Umgang mit anderen, die man auf einem teuflischen Irrweg und später in einer angeblich ewigen Hölle wähnt, entpuppt sich diese "Demut" meist nur als eine weitere Variante der Selbstgerechtigkeit. Für Andersdenkende wird dann "gebetet" oder man wähnt, sie müssten persönliche Probleme haben. Und wenn diese nicht bestätigen, dass sie "Probleme haben" oder sie sich sogar gegen Gebete verwahren, dann schlägt die Demut oft in heftige Aggression um. Nur sich selbst und das eigene Glaubensgebäude hinterfragt man selten. Tut man es doch, dann wird so manchem bewusst, dass die Aggression unangebracht war und der Bibelkritiker nur den Finger in eine Wunde gelegt hat, die nicht weg diskutiert werden kann. Doch spät und oft zu spät merkt dann auch so mancher, dass das Glaubensgebäude, auf dem man bisher alles aufgebaut hatte, auf Sand gebaut war.

In der Bibel selbst heißt es dazu: Wer die Rede von Jesus "hört und tut (!) sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute" (Bergpredigt, Matthäus 7, 24). Wer aber, wie alle Bibelfundamentalisten, sagt, der Glaube genüge oder Jesus habe einem angeblich am Kreuz auf Golgatha alle Sünden hinweg genommen, weswegen ich für mein Heil nichts zu tun brauche, für den gilt das Jesuswort: "Wer aber diese Meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß."

Sicher werden diese Zeilen nicht jedermanns Zustimmung finden, so dass man hier dann einfach schlicht sagen müsste: "Dann warten wir´s ab."

"Merkt selbst, welcher Geist dahinter steckt!"

Sicher ist jedoch: Seit ca. 1700 Jahren haben Zehntausende von Theologen und Bibelschülern die Bibel "studiert", und sie haben zusammen viele Milliarden von Seiten darüber geschrieben, um die Bibel richtig zu interpretieren. Und der Streit um das richtige Verständnis füllte wieder neue Millionen von Seiten und brachte und bringt immer neue "Heerscharen" von neuen Theologen und Bibelschülern und so genannten Bibelexperten hervor.
Wir behaupten nun nicht, schlauer zu sein als alle diese vielen Theologen und Bibelschüler, die oft mit viel Detailwissen brillieren, hinter dem manchmal großer Fleiß steckt. Wir behaupten aber, dass der menschliche Intellekt - und dieser beherrscht nun einmal die Theologie und auch das volksfromme Bibel-Expertentum - Gott und Sein Wort überhaupt nicht erfassen kann. Wir sprechen deshalb das Herz und den gesunden Menschenverstand an, denn auch letzterer stammt von Gott und muss nicht ausgeschaltet werden, auch wenn er laut Papst Franziskus eine Versuchung sein soll. Und wir nehmen es nicht hin, dass man angeblich seitenlange theologische oder bibelkundliche Ausführungen lesen muss, um eine bestimmte Wahrheit richtig zu verstehen.
Schon Jesus von Nazareth hat einmal zu Seinen Jüngern (und erst recht zu den verkopften Intellektuellen seiner Zeit) gesagt: "Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen" (Matthäus 18, 3). Im Zusammenhang der Bibel kann dies bedeuten: "Hört selbst in die Worte hinein, und ihr merkt, was der Autor in seine Worte hinein gelegt hat. Spürt hinein in die Worte, und ihr merkt, welcher Geist dahinter steckt und ob es gut ist, diese Worte zu befolgen oder nicht." Dies gilt dann, wenn das eigene Gewissen noch einigermaßen intakt ist und noch nicht abgestumpft oder bereits geistig tot.

Die Autoren dieser Studie waren selbst viele Jahre lang kirchliche Theologen, und sie kennen die "Spielregeln", welche die Kirchen und vor allem evangelische und so genannte evangelikale Bibelgemeinschaften den Lesern der Bibel aufnötigen wollen, damit die kirchliche oder freikirchliche Sicht der Dinge nicht in Frage gestellt wird. Und sie kennen auch die Inhalte der kirchlichen oder freikirchlichen Ausführungen zur Bibel bis in alle Einzelheiten hinein, und sie könnten - wenn sie das wollten - sich auch auf diese Ebene begeben und darüber diskutieren.
Doch was bringen die vielen endlosen Diskussionen über die Bibel, die nun seit nahezu 1700 Jahren anhalten?  Wenn es z. B. in der Bibel heißt "Bringt den und den um!", dann brauchen wir keinen Professor oder Bibel-Experten zu fragen, um selbst zu dem Ergebnis zu kommen, dass hier der "Teufel in der Bibel hauste". Oder wenn ein Völkermord an den Nachbarn angeblich von "Gott" befohlen wird, dann brauchen wir nicht lange rätseln, was für ein Gottesbild wohl hinter einem solchen Befehl steckt. Sicher ist es nicht der Schöpfergott und der Gott, den uns Jesus lehrte, auch wenn man noch so viele "Begründungen" heran zieht, die diesen Befehl als "göttlich" verständlich machen sollen. Der Schöpfergott lässt sich eben nicht durch Theologie und Bibellesen studieren, sondern Er ist allgegenwärtig in der ganzen Schöpfung und in allen Lebensformen und damit auch in jedem Menschen, wie es auch beim Evangelisten Lukas heißt: "Das Reich Gottes ist inwendig in euch".

Von diesem Glauben geht eine große Gefahr für andere Menschen aus

Besonders verheerende Folgen kann der kirchliche Glaube an die angeblich Wahrheit der Bibel haben, wenn diese gar nachdrücklich als "unfehlbar" oder "irrtumsfrei" bezeichnet wird. "Unfehlbar" ist für die katholische Kirche dabei - wie gesagt - das päpstliche Lehramt und gegebenenfalls dessen Bibel-Deutungen; und für die evangelischen Kirchen jeweils die Bibelinterpretation der jeweiligen Unterkirche; wobei bei "liberaleren" Kirchen oft dermaßen an dieser Glaubensgrundlage herum diskutiert wird, dass der gläubige Protestant dort gar nicht mehr weiß, was er am Ende glauben soll. Bei konservativeren Gruppen behauptet man jedoch meist, die richtige Interpretation ganz genau zu kennen.
Dabei ist der
Bibelglaube vor allem in diesen evangelikalen, biblizistischen, charismatischen oder pietistischen (um nur einige Schattierungen = Schatten zu nennen) Gruppen höchst gefährlich, weil der Gläubige dort sein Gewissen dem Buchstaben der Bibel unterordnet bzw. unterordnen muss, so dass auch den Gegnern der Bibelgläubigen reale Gefahr droht, wenn es etwa in der Bibel heißt, Homosexuelle oder "Irrlehrer" sollen gesteinigt werden.
So beging z. B. ein 14-jähriger Jugendlicher in den USA mit homosexuellen Neigungen Selbstmord, weil er deswegen gemobbt wurde. Und auch viele weitere Selbstmorde homosexueller Jugendlicher in den USA gehen auf die "Jagd gegen Schwule" und systematisches Mobbing durch Bibelgläubige zurück (
http://www.krone.at/Welt/Wenn_die_Politik_Jagd_auf_schwule_Schueler_macht-Bachmanns_US-Bezirk-Story-310857). Und Ärzte wurden im Zusammenhang mit Abtreibungskonflikten (auch wenn Abtreibung einem Mord gleich kommt, da eine Seele, die sich bei dieser Frau und unter diesen Umständen inkarnieren wollte, gewaltsam daran gehindert wurde) auch bereits von Bibelfundamentalisten erschossen. Oder in Deutschland hatte ein Bibelfundamentalist, dem das Sorgerecht für seine vier Kinder entzogen wurde, diese in den Sudan und nach Ägypten entführt, um sie deren sorgeberechtigten "unzüchtigen" Mutter zu entziehen. Die Mutter hielt seine Bibel-Tyrannei nicht mehr aus und hatte einen neuen Partner gefunden, was der Bibelgläubige gemäß seines Glaubens als "Unzucht" verurteilte. Der Entführer war sich folglich keiner Schuld bewusst, erkannte auch den Sorgerechtsentzug nicht an und beruft sich dafür eben einzig auf die Bibel. Seine Ex-Frau aber lebt weiter in Angst vor ihm, auch wenn er erst einmal für 18 Monate in Haft genommen wurde.

Schließlich ist der Bibelglaube auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass das unsägliche Leid der Tiere nicht vermindert wird. Denn Tiere können genauso Schmerzen empfinden wie Menschen, und das Gebot "Du sollst nicht töten" gilt auch gegenüber ihnen. Er ist das Haupthindernis für einen notwendigen Ernährungswandel in unserer Gesellschaft hin zur vegetarischen Ernährung (vgl. auch hier).

Umgekehrt hat für viele ehemalige Bibelgläubige durch diesen ihren ehemaligen Glauben auch eine "Gottesvergiftung" stattgefunden, der sie sich erst später bewusst wurden.
Doch würden Bibel-Fanatiker und Bibelgläubige aller Schattierungen ihre Bibel nicht nur mit dem gnadenlosen und unterwürfigen Intellekt lesen, dann wüssten sie auch, was ihr eigenes Bibelwort für sie bedeuten könnte, welches lautet: "Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig."

Was haben 1700 Jahre Bibel denn gebracht?

Und man könnte auch einmal fragen: Was haben 1700 Jahre Bibel denn gebracht? Wurde die Welt dadurch zum Positiven verändert, oder war dieses Buch nicht im Gegenteil immer wieder Anlass für Folter, Hinrichtungen, Kriege und dergleichen? Die Geschichte gibt eine klare Antwort. Kein Buch ist mehr mit Blut, vielfach mit dem Blut Unschuldiger, besudelt als die Bibel. Denn im Namen der Bibel wurden Kreuzzüge geführt, so genannte "Hexen" und "Ketzer" verbrannt, und im Namen der Bibel wurden auch Hunderttausende von unschuldigen Tieren für einen Gott furchtbar geschächtet und verbrannt, weil dieser Bibelgott diese Opfer angeblich zu seiner "Beruhigung" brauchte, und zwar zu Tausenden, wie es in der Bibel selbst heißt. Dass in derselben Bibel durch die großen jüdischen Gottespropheten auch das Gegenteil gelehrt wird, wird dann von Bibelgläubigen wieder so uminterpretiert, dass der Bibel-"Gott" die Schlachtungen eben nur manchmal so gewollt habe, manchmal eben nicht - auch dies ein Beispiel dafür, wie versucht wird, Gott, den Freien Geist, in die Bibel hinein zu zwängen.

Und wie ist es heute? Wirft man einen Blick in die so genannten "christlichen" Nationen und auf ihre Führer, die sich unverdrossen auf die Bibel berufen und die im Namen der Bibel auch in den letzten Jahren Kriege geführt haben und sich bereits für neue Kriegs-Szenarien rüsten, dann liegt auch hier die Antwort auf der Hand, und die Bibeltragödien sind offenbar noch immer nicht an ihrem Schlusspunkt angekommen.

So hat die USA angeblich mit der Hilfe von "Jesus" neue Super-Bomben entwickelt, mit deren Hilfe die durchwegs bibelgläubigen Politiker glauben, einen weiteren Krieg beginnen und auch gewinnen zu können, z. B. in Ernstfall gegen die islamische Republik Iran, wenn dieser sich nicht den eigenen Vorstellungen beugt oder keine Einigung möglich ist; oder, indem man diese Bomben einem benachbarten Staat schenkt, falls dieser den Krieg beginnen möchten. Jesus lehrte aber: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst."
Das heißt, an diesem Beispiel dargelegt: Wenn die Regierung der USA möchte, dass die Regierung des Iran ihr Atomkraft-Programm stoppt, dann müsste sie zunächst ihr eigenes Atomkraft-Programm stoppen. Das wäre christlich im Sinne der Goldenen Regel der Bergpredigt, wenn sie hier beginnen würde, sich christlich verhalten zu wollen. Alles andere ist gegen Christus und auch gegen die Bibel, auch wenn sich die führenden Politiker z. B. in den USA noch so sehr rühmen, besonders bibelgläubig zu sein. Doch auch hier zeigt sich, dass jeder mit der Bibel nach seinem Gutdünken macht, was er will. Denn Kriege einkalkulierende Politiker berufen sich einfach auf ihnen genehme Bibelstellen und deuten diese nach ihrer Willkür, so dass, gerade auch auf die Gegenwart bezogen, gilt: Was bringt denn die Bibel? Frieden? Mit Sicherheit nicht.

Der Ausgang aus dem Labyrinth der "Wiedergeborenen"

Es benötige eben den "Heiligen Geist", so die Antwort in den Großkirchen, um die Bibel richtig zu verstehen. Und wo ist dieser beim Bibel-Verstehen am Wirken, so könnte man weiter fragen? Wer kann einem darüber verlässliche Auskunft geben? Vielleicht der Papst? Vielleicht musste deshalb ein Theologieprofessor im Jahr 2005 Papst werden. Doch Jesus, der Christus, sprach weder von einem Papst noch von einem Theologiestudium und schon gar nicht von einem studierten Professor als Seinem angeblichen Stellvertreter.
Fragt man die Protestanten, wie der Mensch diesen "Heiligen Geist" übertragen bekommen, so erhält man dort die offizielle Antwort:
Er werde laut den evangelischen Bekenntnisschriften dort übertragen, wo das "Wort" durch den Pfarrer gemäß der evangelischen Lehre korrekt gepredigt werde und die evangelischen Kirchen-Sakramente korrekt verwaltet würden. Man müsste also den evangelischen Kirchenbesucher nach dem Sonntagsgottesdienst danach fragen oder am besten gleich den Pfarrer selbst. Doch da sagt einem jeder Pfarrer etwas anderes, je nachdem, welche "korrekte" Form der Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung der Kirchenbesucher gerade zufällig ausgewählt hat oder in welchem Einflussbereich er gerade zufällig wohnt.

Es müsse eben ein im Heiligen Geist "wiedergeborener" Pfarrer oder Kirchenchrist sein, so die Ausflucht. Und so wird der Suchende damit in das Labyrinth der "Wiedergeborenen" geschickt. Und er bekommt dort an jeder Ecke und in jedem Winkel eine andere Variante dieses "Geistes" angeboten oder sogleich übertragen, so dass so mancher froh ist, nach langem Umherirren schließlich wieder den Ausgang aus diesem Labyrinth gefunden zu haben.

Und welchen Sinn macht es angesichts dieses Sachverhalts überhaupt, zu sagen, die Bibel sei "Gottes Wort"? Was ist dann für den Einzelnen "Gottes Wort"? Doch nur wieder seine eigene Interpretation oder die seiner Gemeinschaft, der er sich angeschlossen hat. Also das, was dort aus der Bibel heraus gelesen wird. Macht er sich damit aber nicht gar selbst zu seinem eigenen Götzen bzw. zu seinem eigenen Gott, so wie es der Philosoph Ludwig Feuerbach sagte: "Der Mensch schuf sich Gott nach seinem Bilde"? Denn ob solches, was heraus gelesen wird, vom Verfasser wirklich hinein gelegt wurde, ist eben die Frage.
Der ursprüngliche Glaube an den Einen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, bleibt dabei ebenfalls auf der Strecke, bzw. dieser Gott bleibt weiter eingeschlossen im eigenen eingekapselten Bewusstsein. Im Wesensgrund der eigenen Seele wartet Er zwar auf Seine Erweckung, doch wird der dort vom Bibelgläubige nicht gesucht. Er ist der freie, der selbstlose Geist, der mit Religionen, Dogmen, Riten und Bibelwissenschaft nichts zu tun hat. Dieser Gott ist in uns auch der Odem in unserem Atem. Er ist in uns und auch in allen Tieren, ja in der ganzen Natur. Die gesamte Schöpfung Gottes wird von diesem selbstlosen Gottesgeist, der Quelle aller Kraft und allen Seins, erhalten und beatmet, und die Schöpfung könnte ohne Gott, den Freien Geist, gar nicht existieren. Dieser Gott ist aber nicht der Gott der Widersprüche und der Gott der Bevorzugung bestimmter Religionen und Glaubensvorstellungen, sondern Er ist gleichermaßen in allen Menschen und Lebensformen vertreten, ohne Ansehen der Person und ohne Ansehung einer Religion oder eines Bekenntnisses.

"Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nützlich"

So mancher Bibelgläubige zieht hier nun die Bremse und versucht, seine Bibelvorstellung mit der Bibel selbst zu begründen. So wird oft argumentiert, "alle Schrift" sei "von Gott eingegeben", so würde es in der Bibel selbst stehen, im 2. Timotheusbrief. Hier müsste man aber zunächst zurückfragen: Welche Schrift ist hier überhaupt gemeint?
Die Bibel selbst kann gar nicht gemeint gewesen sein, wenn im 2. Timotheusbrief (3, 16) von einer "Schrift" die Rede ist. Denn die Bibel gab es damals ja noch gar nicht. Was war dann gemeint? Vielleicht das Alte Testament?
Hier ist es nun ein kleiner Vorteil, wenn man die altgriechische Sprache versteht. Denn es heißt dort nicht, "alle Schrift ist von Gott eingegeben", sondern "alle Schrift, die von Gott eingegeben ist, ist nützlich ..." Exakt wörtlich: "Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nützlich ..." Was hat der Autor wohl damit gemeint? Was hat der Schreiber also mit diesen Worten zum Ausdruck bringen wollen?
Als nahe liegende Antwort unter Einbeziehung des von Gott geschenkten gesunden Menschenverstandes bietet sich in diesem Fall an: "Alle Schrift, die von Gott eingegeben ist, ist nützlich" und zwar in dem Sinn, dass man den Satz mit den Worten fortsetzen könnte: "Wenn Gott einen Menschen inspiriert, etwas zu schreiben, dann ist das also nichts Belangloses, sondern es hat immer irgendeinen Nutzen".
So weit, so gut.

Nun kommen aber die kirchlichen und bibelgläubigen Interpretations-Gesellen und deuten und manipulieren so lange an dieser Passage im 2. Timotheusbrief herum, bis am Ende scheinbar genau das heraus kommt, was man dort gerne lesen möchte, nämlich: "Die ganze Bibel (!) sei von Gott eingegeben". Doch davon kann bei dieser Bibelstelle aus einer Zeit, in der es die Bibel noch gar nicht gab, überhaupt keine Rede sein. Und hier muss auch einmal Paulus bzw. der Paulusschüler, der dies geschrieben hat, rehabilitiert werden, der eben hier gar nicht von der Bibel gesprochen hat und den man für solches auch nicht zum scheinbaren Kronzeugen missbrauchen darf (siehe auch Gegenüberstellung).

Genauso wenig haben die Jesusworte gemäß Markus 13, 32 etwas mit der Bibel zu tun, welche lauten: "Himmel und Erde werden vergehen, Meine Worte aber werden nicht vergehen". Auch diese Worte werden von Bibelgläubigen manchmal zur Verteidigung der "ganzen Bibel" ins Feld geführt. Doch erstens hat Jesus mehrfach dem Alten Testament mit den Worten "Ich aber sage euch" widersprochen. Und zweitens sprach Jesus nie davon, dass alle Seine Worte nur in solchen Schriften richtig bewahrt würden, die - viele Generationen später nieder geschrieben - von den späteren Kirchenführern ein entsprechendes Gütesiegel bekommen.
Wenn Seine Worte also "Ewigkeitswert" haben, wie Er sagt, dann heißt das also noch lange nicht, dass ein bestimmtes viel später unter dunklen Umständen entstandenes Werk diese einst richtig überliefern wird. Geschweige denn, dass Paulus und die Paulusschüler, die einen großen Teil des Neuen Testaments geschrieben haben, später genau das vertreten, wofür Er als Jesus einst eingestanden ist. Der Satz "Himmel und Erde werden vergehen, Meine Worte aber werden nicht vergehen" sagt also überhaupt nichts über die Bibel aus.

Klarheit ist möglich - denn es gibt auch wahre Gottespropheten

Auch ist es schließlich ohne jedes Fundament, wenn Bibelgläubige behaupten, Gott werde Sein Wort schon irgendwie richtig bewahrt haben. Schließlich sei Er ja allmächtig. Das widersprüchliche Chaos innerhalb der Bibel, das oben beispielhaft dargelegt wurde, beweist stattdessen, was hier tatsächlich "bewahrt" wurde. Das alles kann und darf man nicht dem Schöpfergott und Seiner Allmacht anlasten, wenn man an einen all-weisen Gott glaubt. Denn Gott greift bekanntlich auch dann nicht in den freien Willen der Menschen ein, wenn diese Menschen Böses oder Unrechtes tun. Und so hat Er auch hier nicht in die Verfälschungsprozesse der kirchlichen Autoritäten und ihrer Priester eingegriffen.
Doch Er schickte auch nach Jesus von Nazareth immer wieder Prophetinnen und Propheten, durch die Er sprechen konnte wie einst durch die wahren Gottespropheten des Alten Testaments. Und wer solches glaubt, der muss an kein Durcheinander glauben. Sowohl unmittelbar nach der Erdenzeit von Jesus von Nazareth, worüber auch die Bibel selbst mehrfach berichtet; als auch in späteren Jahrhunderten, z. B. im Mittelalter, wo diese Menschen dann nicht selten auf den Scheiterhaufen der Kirche endeten, ist von Gottespropheten die Rede. Und so gibt es auch in unserer Zeit eine Prophetie, wonach Christus selbst durch Prophetenmund über alles Wesentliche aufklärte, was Er damals als Jesus von Nazareth erlebte und lehrte, und was Er heute zu sagen hat. Und wer die Bibel einmal mit dieser "Offenbarung" aus heutiger Zeit vergleichen möchte, die nach ihrem Selbstverständnis von Christus selbst durch einen Gottespropheten unserer Zeit gegeben wurde, um das Durcheinander zu beenden, der mag auch dies tun und sich auf diese Weise ein eigenes Urteil hierzu bilden. Und wer danach zu dem Ergebnis kommt, dass Christus hier tatsächlich wieder gesprochen hat, für den ist das Bibel-Chaos damit nach ca. 1700 Jahren beendet, weil nun alles klar und ohne Widersprüche dargelegt ist.

Der Bibelfundamentalismus leugnet jedoch die Gottes- und Christusprophetie nach Jesus von Nazareth, die nicht mit seinem Bibelglauben übereinstimmt, obwohl in der Bibel selbst davon immer wieder von dieser Prophetie die Rede ist (z. B. Matthäus 23, 34; Johannes 16, 12-13; Apostelgeschichte 13, 1;  Apostelgeschichte 21, 10-11; 1. Korinther 12, 27-28; 2. Petrus 1, 19; Offenbarung 1, 1). Dabei ist die These des Bibelgläubigen, dass ausgerechnet dieses Buch komplett von Gott inspiriert sei und die Gottespropheten, die nicht ins Schema passen, seither irrten, selbst ohne jedes Fundament. Es ist also eine reine Behauptung, die von den widersprüchlichen Fakten selbst ad absurdum geführt wird. Dem Menschen ist jedoch von Gott auch ein gesunder Menschenverstand und ein Gewissen geschenkt, die ihm ebenfalls helfen, dies zu erkennen, solange er sie nicht massiv korrumpiert hat.

Wer trotz des Durcheinanders um die Bibel und der darin auch enthaltene Grausamkeiten Jesus, dem Christus, nachfolgen möchte, der könnte sich also an die aktuelle Christus-Offenbarung halten, die in sich völlig stimmig ist und in welcher derselbe Geist atmet wie in dem Mann, der einst über die staubigen Straßen Palästinas zog. Wer jedoch nicht von der Bibel lassen möchte, der könnte auch dort zum Kern der Botschaft von Jesus vordringen, der Bergpredigt mit der Goldenen Regel ("Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch") und er könnte in diesem Geist auch alle weiteren bekannten Evangelien in seiner Bibel lesen. Und wenn jemand das, was von Jesus von Nazareth aus der Bibel bekannt ist, z. B. die gelebte Nächstenliebe der Bergpredigt, wirklich ehrlich in die Tat umsetzt, dann wäre das ein Schritt, der sicher weitere positive Schritte nach sich ziehen würde. Irgendwann wird man dann mehr sehen und auch begreifen.

 


 

Der Text  ist auch als Druckschrift erschienen und kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 8: Wie der Teufel in der Bibel hauste, Wertheim 2001, zit. nach http://www.theologe.de/theologe8.htm, Fassung vom 28.4.2015;
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