DER THEOLOGE
Nr. 8
Wie der Teufel
in der
Bibel hauste
Glaubt man der Bibel, dann hätte Gott zur
Zeit des Mose z. B. Völkermorde und Tieropfer befohlen. Jesus von Nazareth lehrt
jedoch: "Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen" (Lukas 6,
27). Das Opfern von Tieren lehrt er nicht. Stattdessen treibt er die Tierhändler
aus dem Tempel hinaus.
Hat sich Gott also geändert? Oder stehen hinter dem Gott der Bibel zwei Götter?
Oder mehrere? Warum gibt es so viele Widersprüche in der Bibel? Und woran kann
man sich halten?
In ihrem aktuellen Katechismus erklärt die katholische Kirche zu
dieser Frage verbindlich:
"Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. Beide erhellen einander; beide sind wahres Wort Gottes"
(Nr. 140).
Und die evangelische Kirche hat in ihren Bekenntnisschriften bis heute verbindlich festgelegt:
Sowohl das Alte als auch das Neue Testament sind "einzig Richter, Regel und Richtschnur", nach welchen
"müssen alle Lehren erkannt und geurteilt werden, ob sie gut oder böse, recht oder unrecht sind" (Konkordienformel aus dem Jahr 1580, Epitome,
Summarischer Begriff 3.).
Wenn das "wahre Wort Gottes" z. B. im Neuen Testament aber nicht übereinstimmt mit dem "wahren Wort Gottes" im Alten Testament, dann wird dies in den Kirchen u. a. damit erklärt, dass Gott sein Denken bzw. sein Verhalten teilweise geändert habe.
Doch in der Bibel selbst steht geschrieben:
"Ich, der HERR, ändere mich nicht." So heißt es im Alten Testament (Maleachi
3, 6). Und im Neuen Testament liest man: "Jesus Christus, gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit"
(Hebräer 13, 8). Außerdem widerspricht sich die Bibel auch
innerhalb des Alten Testaments und innerhalb des Neuen Testaments, wie
nachfolgende Gegenüberstellungen zeigen.
Woran soll sich der Leser aber dann halten, wenn er an den Gott der Bibel
glauben will?
Unbestritten ist: Geändert haben sich die Menschen, welche die Texte der Bibel geschrieben haben. Und man könnte fragen: Wer hat sie jeweils inspiriert? Nur der Schöpfergott, den Jesus "Vater" nannte? Oder auch ein Anderer? Vielleicht der Teufel?
Lesen Sie und vergleichen Sie und entscheiden Sie selbst, wie Sie darüber denken möchten!

Vorwort in eigener Sache:
Hin und wieder beschweren sich Mitglieder der Kirchen über diese Ausgabe des
Theologen. So schreibt z. B. jemand: "Der Sinn der Bibel ergibt sich nicht
darin, dass man Absätze zusammenhanglos zitiert und meint, neue Wahrheiten zu
finden." Hierzu möchten wir wie folgt Stellung nehmen:
Seit 1700 Jahren wird die Bibel von den
Kirchen nach deren Gutdünken interpretiert. Widersprüche werden dabei
heruntergespielt, harmonisiert oder mit vielen Drehungen und Windungen gedeutet.
Dabei gibt es innerhalb der Kirchen und Gruppen, die sich auf die Bibel berufen,
mindestens so viele Meinungen über die Bibel wie es Gemeinschaften gibt. Eine
neue Meinung bedeutete meist eine neue Kirche oder Gruppe. Seit ebenfalls ca.
1700 Jahren haben Zehntausende von Theologen die Bibel "studiert" und haben
Milliarden von Seiten geschrieben, um die Bibel richtig zu interpretieren. Der
Streit um das richtige Verständnis füllt wieder neue Millionen von Seiten und
bringt immer neue "Heerscharen" von neuen Theologen hervor. Doch darum geht es
uns hier nicht. Wir sprechen das Herz und den gesunden Menschenverstand an. Und
wir nehmen es nicht hin, dass man angeblich seitenlange theologische
Ausführungen lesen muss, um ein Zitat richtig zu verstehen. Schon Jesus von
Nazareth hat einmal zu seinen Jüngern (und erst recht zu den verkopften
Intellektuellen seiner Zeit) gesagt: "Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die
Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen" (Matthäus 18, 3). In
diesem Zusammenhang kann dies bedeuten: "Hört selbst in die Worte hinein, und
ihr merkt, was der Autor in seine Worte hinein gelegt hat. Spürt hinein in die
Worte, und ihr merkt, welcher Geist dahinter steckt und ob es gut ist, die Worte
zu befolgen oder nicht."
Die Autoren dieser Studie waren selbst kirchliche Theologen, und sie kennen die
"Spielregeln", welche die Kirchen den Lesern der Bibel aufnötigen wollen, um die
kirchliche Sicht der Dinge nicht in Frage zu stellen. Und sie kennen auch die
Inhalte dieser Ausführungen und könnten - wenn sie das wollten - sich auch auf
diese Ebene begeben. Doch wenn es z. B. heißt "Bringt den und den um!", dann
brauchen wir keinen Professor zu fragen, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass hier
der "Teufel in der Bibel hauste". Der Schöpfergott lässt sich nicht von
Theologen studieren, sondern Er hat jedem Menschen neben seinem Verstand auch
ein Gewissen geschenkt.
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Die ursprüngliche Botschaft |
Wie der Teufel in der Bibel hauste |
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1) (a) Gottes
sehr gute Schöpfung: Gott spricht zu den Menschen: "Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut." (1. Mose 1, 29-31)
(c) Die Verschonung: Nach einiger Zeit soll Gott den Menschen
"Reinheitsgebote" gegeben und ihnen geboten haben, welche Tiere sie ab jetzt essen dürfen und welche
wegen deren angeblicher "Unreinheit" nicht. Doch genau dieser kultische "Makel"
schützte sie. (Aufzählung nach 3. Mose 11, 1-30; Übersetzung der Namen nach Martin Luther) |
(b) Die Änderung: Nach der Sintflut soll Gott zu den Menschen anders gesprochen haben: "Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem Erdboden wimmelt, und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich euch alles gegeben. Allein esst das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben ist." (1. Mose 9, 2-4)
(d) Unbegrenztes Schlachten? Im Neuen Testament erfolgt die dritte Änderung. Paulus erklärt dort: "Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst und forscht nicht nach, damit ihr das Gewissen nicht beschwert. Denn ´die Erde ist des HERRN und was darinnen ist`." (1. Korinther 10, 25-26) Paulus oder einer seiner Schüler lehrt auch, nicht auf bestimmte Speisen zu verzichten: "Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet."* (1. Timotheus 4, 4-5) * Wer weiß, ob nicht jemand eines Tages auf die Idee kommt, auch den Verzehr von Menschenfleisch auf diese Weise rechtfertigen zu wollen? |
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2) Gott: Ich habe keine Opfer geboten. Sie sind mir ein Gräuel Gott spricht durch den Propheten Hosea: "Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer." (Hosea 6, 6) Durch den Propheten Jesaja spricht Gott: "Ich habe keinen Gefallen am Blut der Stiere, Lämmer und Böcke ... Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel." (Jesaja 1, 11.13) Und durch den Propheten Jeremia redet Gott: "So spricht der Herr, der Gott Israels: Tut eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und fresst Fleisch! Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern, sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein." (Jeremia 7, 21-23) Auch durch den Propheten Amos spricht Gott: "Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich keinen Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören." (Amos 5, 21-23)
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Gott: Bringt mir Opfer dar Von Gott sollen aber auch die Anweisungen kommen, dass bei allen Festen Tiere ermordet und verbrannt werden müssen "zum lieblichen Duft für den HERRN", z. B. am Neujahrstag, am Versöhnungstag, zum Passahfest, Wochenfest, Laubhüttenfest oder zum Fest der Erstlingsgabe. (z. B. 4. Mose 28 und 29) Bereits beim Auszug aus der ägyptischen Gefangenschaft habe Gott angeblich geboten, "je ein Lamm für ein Haus" zu schlachten, was jährlich wiederholt werden musste. (2. Mose 12, 3-6.25 f.) Doch auch im Alltag will jener Gott auf diese Weise täglich "beruhigt" werden*, z. B., indem man ihm "das Fett, das die Eingeweide bedeckt", darbringen muss, "das gesamte Fett an den Eingeweiden, die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst ... Es ist ein Feueropfer zum lieblichen Duft für den Herrn." (3. Mose 3, 1-17) * Täglich wurden mindestens zwei
Lämmer getötet (4. Mose 28, 3-4) Vor dem
Tempeleingang steigt vom Altar der Rauch brennender Kadaver
empor und die Gemeinde singt "Halleluja" (z. B. Psalm 135, 1-3).
(Psalm 132, 14) |
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3) Mensch und Tier sollen in Frieden miteinander leben Durch den Propheten Jesaja wird Gottes Vision für das kommende Friedensreich enthüllt: "Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg." (Jesaja 11, 6-9) Und Jesus vergleicht seinen geistigen Auftrag sogar mit der Fürsorge eines guten Hirten für die ihm anvertrauten Tiere. Diese Fürsorge schließt den Einsatz des eigenen Lebens ein. "Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe".* (Johannes 10, 11) |
Der Mensch soll das Tier nach genauen Anweisungen umbringen Gottes Wort laut dem 3. Mosebuch: Der Priester soll beim Schaf "seine Hand auf den Kopf des Opfers legen und es vor dem Offenbarungszelt schlachten." "Den ganzen Fettschwanz, den er nahe an den Schwanzwirbelknochen ablösen soll", soll er Gott "darbringen". (3. Mose 3, 8-9) Den Stier soll der Priester "abhäuten und ihn in Stücke zerlegen". Sein Fell und seinen Mageninhalt soll er "aus dem Lager hinaus an den Abfallplatz schaffen". (3. Mose 1, 6; 4, 11-12) Von der Ziege soll er "den Kopf auf das Holz über dem Altarfeuer legen." (3. Mose 1, 11-12) Der Taube soll er "ihren Kopf abtrennen", "ihren Kropf mit den Federn entfernen" und ihr die "Flügel einreißen, ohne sie dabei zu teilen ... Ihr Blut soll gegen die Altarwand ausgepresst werden". (3. Mose 1, 15-17) |
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4) Jesus korrigiert das Alte Testament Jesus von Nazareth: "Ihr habt gehört, dass gesagt ist [im Alten Testament] ... Ich aber sage euch ... " (Matthäus 5, 21-48) |
Korrekturen am Alten Testament nicht erlaubt Mose sprach: "Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Ihr sollt nichts dazu tun und nichts davon tun."* (5. Mose 13, 1) * Mose meinte mit diesem Satz die ursprünglichen Lehren, die er als Prophet von Gott empfing und die sich im Wesentlichen nicht von Jesus unterscheiden. Die Priester haben Mose jedoch ihre kultischen und blutigen Lehren unterschoben, so wie man es heute im Alten Testament nachlesen kann. Deshalb wird der Satz von Mose meist darauf bezogen. |
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5) Liebt Eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen Gott spricht durch den Propheten Hesekiel: "Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode der Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?" (Hesekiel 18, 23) Die Jünger Jakobus und Johannes sprechen: "´Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre.` Jesus aber wandte sich um und wies sie zurecht: ´Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Leben der Menschen zu vernichten, sondern zu erhalten`." (Lukas 9, 54-56) Jesus von Nazareth: "Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ´Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.` Ich aber sage euch: ´Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel`." (Matthäus 5, 43-44) |
Alle Feinde sollen umgebracht werden. Nur Jungfrauen sollen manchmal für die Soldaten am Leben gelassen werden Ein Gebet: "Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten ... Ich hasse sie mit ganzem Ernst, sie sind mir zu Feinden geworden." (Psalm 139, 19.22) Mose soll gesagt haben: "Wenn ihr nun auszieht zum Kampf, so soll der Priester herzutreten und sprechen: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht; denn der HERR, euer Gott, geht mit euch, dass er für euch streite mit euren Feinden, um euch zu helfen ... Und wenn sie der HERR, dein Gott, dir in die Hand gibt, so sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe des Schwerts erschlagen. Nur die Frauen, die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, und alle Beute sollst du unter dir austeilen. So sollst du mit allen Städten tun, die sehr fern von dir liegen. Aber in den Städten dieser Völker hier sollst du nichts leben lassen, was Odem hat." (5. Mose 20, 2-4.13-14.16) Oder: "So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben."* (4. Mose 31, 17-18) * These: Ein Gottesprophet befiehlt solches nicht. Die Tötungsbefehle und Vorschriften für den Kult wurden Mose angedichtet - so wie man an anderen Stellen auch Worte des Schöpfergottes verändert hat. |
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6) Halte auch die andere Wange hin* Jesus von Nazareth: "Ihr habt gehört, dass gesagt ist ´Auge um Auge, Zahn um Zahn`. Ich aber sage euch ... ´Wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, dem biete die andere auch dar`." (Matthäus 5, 38-39) |
Gleiches mit Gleichem vergelten* Gott laut dem 2. Mosebuch: "Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde." (2. Mose 21, 24) * Hat sich also Gott geändert? Oder lehrt Jesus einen anderen Gott? |
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7) Der Mensch wird nicht durch Glauben "gerecht". Es kommt auf das rechte Tun an Jakobus: "Was hilft´s, liebe Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? ... So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glaube allein." (Jakobus 2, 14.24) Jesus: "Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Felsen baute." (Matthäus 7, 24) Jesus: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten." (Matthäus 7, 12) "Ein Schriftgelehrter fragt Jesus, was er tun muss, um das ewige Leben zu erben. Der Mann zitiert das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, und Jesus sagt zu ihm: ´Tu das, so wirst du leben`." (Lukas 10, 25-27) "Der die Herzen prüft, ... vergilt dem Menschen nach seinem Tun." (Sprüche 24, 12) Gottes Wort durch den Propheten Jeremia: "Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke." (Jeremia 17, 10) Paulus: "Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten: Denn was der Mensch sät, das wird er ernten ... Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen." (Galater 6, 7.9***) *** Im Galaterbrief stimmt Paulus mit Jesus überein, im Römerbrief nicht. |
Es kommt angeblich nicht auf Werke an, sondern nur auf den Glauben allein. Gott würde erwählen und verwerfen, wen er will Paulus: "Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes*, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz** der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein**** durch den Glauben." (Römer 3, 23-28***) "So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen ... So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will. Nun sagst du zu mir: Warum beschuldigt er uns dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen? Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so? Hat nicht ein Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu unehrenvollem Gebrauch zu machen?" (Römer 9, 16.18-21) * Dass sich niemand auf Grund seiner Taten rühmen soll, ist kein Unterschied zu den anderen Bibelstellen. Dies lehren auch das Alte Testament, Jesus und die Propheten. Für diese ist jedoch im Unterschied zu Römer 3, 23 ff. das rechte Tun entscheidend für das "Heil". ** Paulus hält das
"Gesetz" (womit er die fünf Mosebücher des Alten Testaments
meint) im Gegensatz zu Jesus für Gottes Wort (z. B. Römer 7, 12). Er glaubt allerdings, deren Anforderungen seien unerfüllbar.
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8) Gott wohnt nicht im Tempel aus Stein In der Apostelgeschichte heißt es: "Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet (Jesaja 66, 1-2) spricht: ´der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen`, spricht der Herr, ´oder was ist die Stätte meiner Ruhe? Hat nicht meine Hand das alles gemacht?`" (Apostelgeschichte 7, 48-50) |
Gott wohnt im Tempel aus Stein König Salomo sagt hingegen: "Siehe, so habe ich gedacht, dem Namen des HERRN, meines Gottes, ein Haus zu bauen, wie der HERR zu meinem Vater gesagt hat: Dein Sohn, den ich an deiner statt auf deinen Thron setzen werde, der soll meinem Namen ein Haus bauen." (1. Könige 5, 19)
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9) Gott führt nicht in Versuchung Jakobus: "Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde ... Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt." (Jakobus 1, 13-14) |
Gott soll nicht in Versuchung führen Jesus lehrt beten: "Vater unser im Himmel ... Und führe uns nicht in Versuchung*, sondern erlöse uns von dem Bösen." (Matthäus 6, 9.13) *These: Sehr wahrscheinlich liegt hier eine Verfälschung des ursprünglichen Vaterunser-Gebets vor, das gelautet haben könnte: "Du führst uns in der Versuchung und erlöst uns von dem Bösen". Denn man kann davon ausgehen, dass Jakobus lehrte, was er zuvor von Jesus gelernt hatte. |
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10) Gott bevorzugt keinen Gottes Wort durch den Propheten Amos: "Seid ihr Israeliten mir nicht gleichwie die Mohren? spricht der HERR: Habe ich nicht Israel aus Ägyptenland geführt und die Philister aus Kaftor und die Aramäer aus Kir?"* (Amos 9, 7) * Gott hat demnach also auch andere Völker geführt. Paulus: "Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott." (Römer 2, 11) Jesus: "Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel." (Matthäus 7, 21) Jesus: "Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?" (Matthäus 5, 46-47) |
Gott liebt angeblich nur Auserwählte und hasst andere Mose soll gesagt haben: "Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des HERRN, deines Gottes. Und doch hat er nur deine Väter angenommen, dass er sie liebte, und hat ihre Nachkommen, nämlich euch, erwählt, aus allen Völkern, so wie es heute ist." (5. Mose 10, 14-15) Paulus: "Ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan haben, da wurde, damit der Ratschluss Gottes bestehen bliebe und seine freie Wahl - nicht aus Verdienst der Werke, sondern durch die Gnade des Berufenden - zu ihr [der Mutter Rebekka] gesagt: ´Der Ältere soll dienstbar werden dem Jüngeren` (1. Mose 25, 23), wie geschrieben steht (Maleachi 1, 2-3): ´Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst.`" (Römer 9, 11-13)
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11) Die weltlichen Obrigkeiten halten die Völker nieder. Das Reich Gottes hat damit nichts zu tun. Es ist "nicht von dieser Welt" Jesus: "So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist." (Markus 12, 17) Jesus: "Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch ..." (Matthäus 20, 25-26) Petrus und andere Apostel: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." (Apostelgeschichte 5, 29) Jesus: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich ... nicht überantwortet würde ..." (Johannes 18, 36)
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Weltliche Machtausübung, auch in totalitären Staaten, wird mit "Gott" gerechtfertigt. Gott regiere im Zorn die Völker Paulus oder einer seiner Schüler: "Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet ... Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut." (Römer 13, 1.4) Angeblich der Seher Johannes: "Und aus seinem Munde [dem eines Reiters] ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes*, des Allmächtigen, und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren." (Offenbarung 19, 15-16) * These: Die Lehre von einem zuschlagenden "Zorn Gottes" ist eine Fälschung, die man Johannes wahrscheinlich unterschob. Die geschilderten Ereignisse sind negative Wirkungen im Gesetz von Saat und Ernte, das ansonsten in der Bibel (Altes Testament, Jesus, Paulus) auch gelehrt wird. |
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12) Die Kinder sollen nicht für die Verbrechen der Eltern und Vorfahren büßen Gott spricht durch den Propheten Hesekiel: "Denn nur wer sündigt, der soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Schuld des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Schuld des Sohnes, sondern die Gerechtigkeit des Gerechten soll ihm allein zugute kommen, und die Ungerechtigkeit des Ungerechten soll auf ihm allein liegen." (Hesekiel 18, 20) |
Die Verbrechen werden an den Nachkommen der Täter bis in die vierte Generation bestraft Doch auch dieses Wort soll von Gott stammen: "Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen." (2. Mose 20, 5) |
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13) Kein Unterschied zwischen Mann und Frau, Sklave und Freiem, Menschen unterschiedlicher Herkunft Paulus: "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus." (Galater 3, 28) |
Der Mann sei das Haupt der Frau und die Frau sei dem Mann untertan Paulus oder einer seiner Schüler schreibt jedoch auch: "Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist ... Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen." (Epheser 5, 23-24) Die Kreter werden als Lügner verleumdet Titus: "Es hat einer von ihnen gesagt, ihr eigener Prophet: ´Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche.` Dieses Zeugnis ist wahr." (Titus 1, 12-13) Körperverletzung mit Todesfolge am eigenen Sklaven ist straffrei, denn es ist das "eigene Geld" Laut dem 2. Mosebuch soll Gott angeordnet haben: "Wer einen Sklaven oder eine Sklavin schlägt mit einem Stock, dass sie unter seinen Händen sterben, der soll dafür bestraft werden. Bleiben sie aber [noch] einen oder zwei Tage am Leben, so soll er nicht dafür bestraft werden; denn es ist sein Geld." (2. Mose 21, 20-21) |
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14) Frauen in der aktiven Nachfolge "Und es begab sich danach, dass er [Jesus] durch die Städte und Dörfer zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit ihm, dazu einige Frauen, die er gesund gemacht hatte ... " (Lukas 8, 1-2) "Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria aus Magdala ... Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren ..." (Markus 16, 9-10) (Römer 16, 7) |
Frauen sollen schweigen und still sein Paulus**: "Wie es in allen Gemeinden der Heiligen üblich ist, sollen
die Frauen in den Versammlungen schweigen; es ist ihnen nicht gestattet zu
reden. Sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz es fordert. Wenn sie
etwas wissen wollen, dann sollen sie zu Hause ihre Männer fragen; denn es gehört
sich nicht für eine Frau, vor der Gemeinde zu reden." (1. Timotheus 2, 12-15)
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15) Kein Nachfolger von Jesus soll über dem anderen stehen Jesus: "Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden*; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus. Der Größte unter euch soll euer Diener sein." (Matthäus 23, 8-11) |
Bischöfe und Lehrer werden immer mehr hervorgehoben Paulus oder ein Schüler: "Das ist gewisslich wahr: wenn jemand ein Bischofsamt* begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe."(1. Timotheus 3, 1) Ein unbekannter Schreiber: "Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über euren Seelen." (Brief an die Hebräer 13, 17) |
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16) Theologen machen aus Menschen "Kinder der Hölle" und verschließen das Himmelreich Und: "Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen." (Matthäus 23, 13) Jesus klagt: "Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchzieht, damit ihr einen für euren Glauben gewinnt; und wenn er´s geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr." (Matthäus 23, 15) |
Wer dem Priester nicht gehorcht, muss sterben Nach dem 2. Mosebuch hätte Gott aber gesagt: "Und wenn jemand vermessen handeln würde, dass er dem Priester nicht gehorcht, der dort im Dienst des HERRN, deines Gottes steht, oder dem Richter, der soll sterben." (5. Mose 17, 12) |
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17) Der Geist der Wahrheit wird in Zukunft kommen und die Menschen in alle Wahrheit leiten Jesus: "Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen." (Johannes 16, 12-13) (2. Korinther 3, 6) |
Die "heilige Schrift" sei von Gott eingegeben. Wenn jemand mehr sagt als in diesem Buch steht, werde er Plagen erleiden Angeblich der Seher Johannes: "Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch* geschrieben stehen." (Offenbarung 22, 18) * Das Buch, von dem
der Seher hier spricht, ist die
"Offenbarung des Johannes". Von Bibelgläubigen wird der
Satz aber fälschlicherweise meist auf die ganze Bibel bezogen. Paulus oder ein Schüler: "... die heilige Schrift ..., die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben*, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung der Gerechtigkeit ..." (2. Timotheus 3, 15-16) * Obwohl hier eventuell das Alte Testament gemeint ist, wird auch diese Stelle fälschlicherweise immer wieder auf die ganze Bibel bezogen. Doch das ist eine Manipulation, denn das Neue Testament gab es ja noch gar nicht. Und um diese Manipulation noch zu verstärken, wird meist auch der Text im Deutschen interpretierend wieder gegeben mit: "... alle Schrift ist von Gott eingegeben". Neutraler kann man jedoch wie oben übersetzen, was dann einfach bedeuten könnte, dass alle von Gott eingegebenen Schriften entsprechend nützlich seien. |
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18) Andere Kulte und Gemeinschaften meiden und nicht bekämpfen Paulus: (1. Korinther 10, 14) Der Rat des Pharisäers Gamaliel zum Umgang mit den ersten Christen: "Lasst ab von diesen Menschen und lasst sie gehen! Ist dieses Vorhaben oder dies Werk von Menschen, so wird´s untergehen; ist es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten - damit ihr nicht dasteht als solche, die gegen Gott streiten wollen." (Apostelgeschichte 5, 38-39) "Er [Jesus] legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon ... Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein! Damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte*; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune." (Matthäus 13, 24-30) * These: Jesus ermahnt seine Jünger, zu warten, bis das Gesetz von Saat und Ernte, das auch im Alten Testament gelehrt wird, wirksam wird. Die "Schnitter" symbolisieren den Zeitpunkt, zu dem die Wirkungen eintreten: Auf die positive Saat folgt die positive Ernte, auf die negative Saat die negative (vgl. Der Theologe Nr. 2). |
Andere Kulte und Gemeinschaften verfluchen und ihre Einrichtungen zerstören Gottes Wort nach dem 2. Mosebuch: "Du hüte dich aber, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, einen Bund zu schließen ... Ihre Altäre sollt ihr vielmehr niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen." (2. Mose 34, 12-13) Paulus: "Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht."** (Galater 1, 8) ** Die Kirche ließ Jahrhunderte lang die
"Verfluchten"
auch hinrichten. Paulus: "Wenn ihr in dem Namen unseres Herrn Jesus versammelt seid und mein Geist samt der Kraft unseres Herrn Jesus bei euch ist, soll dieser Mensch dem Satan übergeben werden zum Verderben des Fleisches***, damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn." (1. Korinther 5, 4-5) *** Diese Bibelstelle diente als Rechtfertigung für Hinrichtungen der kirchlichen Inquisition. Gottes Wort laut dem 5. Mosebuch: "Die Hand der Zeugen soll die erste sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volks, dass du das Böse aus deiner Mitte wegtust." (5. Mose 17, 7) |
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19) Keine Gewalt anwenden, versöhnen und vergeben "Da fragten ihn [Johannes, den Täufer] auch alle Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold." (Lukas 3, 14) "Da sprach Jesus zu ihm: ´Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte?`" (Matthäus 26, 52-53) "Jesus sprach: ´Vater, vergib´ ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun.`" (Lukas 23, 34) |
Die Soldaten sollen mit Gottes Hilfe töten. Der Gegner wird in Stücke gehauen "Und Josua sprach zu Ihnen [zum Volk]: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht, seid getrost und unverzagt; denn ebenso wird der HERR allen euren Feinden tun, gegen die ihr kämpft. Und Josua schlug sie danach tot und hängte sie an fünf Bäume." (Josua 10, 25-26) "Samuel aber sprach: ´Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Frauen.` Und Samuel hieb den Agag in Stücke vor dem HERRN in Gilgal." (1. Samuel 15, 33) |
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20) Vergebt einander, so vergibt euch Gott! Jesus: "Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben." (Matthäus 6, 14-15) |
Vergebung soll nur möglich sein, weil das Blut von Jesus geflossen ist Paulus: Wir werden "bewahrt werden vor dem Zorn [Gottes*], nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind." (Römer 5, 9) * Vgl. Römer 1, 18, wo Paulus vom "Zorn Gottes" spricht.
Jesus lehrt im Unterschied dazu keinen "Zorn Gottes". Der Brief des Johannes: "Das Blut Jesu ... macht uns rein von aller Sünde." (1. Johannes 1, 7) |
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21) Blutvergießen ist gegen Gottes Willen und fällt auf den Täter zurück Gottes Wort durch den Propheten Hesekiel:
"Weil du dich mit Blut verschuldet hast, wird* auch dein Blut fließen."
Gottes Wort durch den Propheten Micha: "Ihr erbaut Zion mit Blut und Jerusalem mit lauter Unrecht ... Darum wird Zion euretwegen zum Acker, den man umpflügt, Jerusalem wird zu einem Trümmerhaufen." (Micha 3, 10.12) |
Blutvergießen ist angeblich Gottes Wille Auch das Lied des Mose gilt als Gottes Wort. Dort wird gesungen: "Gebt unserm Gott allein die Ehre ... Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen, von den Köpfen streitbarer Feinde." (5. Mose 32, 3.42) Angebliches Gotteswort durch den Propheten Bileam: "Gott ... wird die Völker, seine Verfolger, auffressen und ihre Gebeine zermalmen und mit seinen Pfeilen zerschmettern." (4. Mose 24, 8) |
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22) Die Zehn Gebote nach 2. Mose 20 und 5. Mose 5* Und der HERR sprach ... : Dies sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst ... 1. Ich bin der HERR, dein Gott ... Du sollst keine anderen Götter haben neben mir 2. Du sollst dir kein Bildnis ... machen ... 3. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen 4. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst 5. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren 6. Du sollst nicht töten 7. Du sollst nicht ehebrechen 8. Du sollst nicht stehlen 9. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten 10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus ... Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was sein ist (2. Mose 20, 1-17; 5. Mose 5, 1-22) * Zwei Fassungen, in denen erklärt wird, dies seien die Zehn Gebote, die Gott Mose beim Bundesschluss gegeben hat - Wenn es damals aber nur einen Bundesschluss mit "Zehn Geboten" gegeben hat - welche Fassung ist dann die richtige? |
Die Zehn Gebote nach 2. Mose 34* 1. Du sollst keinen anderen Gott anbeten. Denn der HERR ist ein Eiferer ... 2. Du sollst dir keine gegossenen Götterbilder machen 3. Das Fest der Ungesäuerten Brote sollst du halten 4. Alle Erstgeburt ist mein ... Wenn du ihn [die Erstgeburt des Esels] aber nicht auslöst, so brich ihm das Genick ... 5. Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebten Tage sollst du ruhen 6. Das Wochenfest sollst du halten 7. Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist, erscheinen vor dem Herrscher, dem HERRN, dem Gott Israels. Denn ich werde die Heiden vor dir ausstoßen 8. Du sollst das Blut meines Opfers nicht darbringen zugleich mit dem Sauerteig 9. Das Beste von den ersten Früchten deines Ackers sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes bringen 10. Du sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch Und er [Mose] schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte. (2. Mose 34, 8-28) |
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23) Das Töten eines Tieres ist wie das Töten eines Menschen In den Sprüchen des Alten Testaments heißt es: "Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz des Gottlosen ist unbarmherzig." (Sprüche 12, 10) Und Gott spricht durch den Propheten Jesaja: "Wer einen Ochsen schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt". (Jesaja 66, 3*; |
Alle Tiere dürfen geschlachtet werden Nach der Apostelgeschichte des Lukas soll Petrus eine Vision gehabt und wie folgt darüber gesprochen haben: Ich "erblickte vierfüßige Tiere der Erde und wilde Tiere und kriechende Tiere und Vögel des Himmels. Ich hörte aber auch eine Stimme, die sprach zu mir: ´Steh auf, Petrus, schlachte und iss! ... Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten.`"** (Apostelgeschichte 11, 7-9) ** In dieser Vision werden auch die nach dem Alten Testament
"unreinen"
und damit vor dem Fleischverzehr geschützten Tiere zur Schlachtung frei gegeben.
Die übrigen "reinen" Tiere waren es schon vorher. |
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24) Gott hat die Tiere und ihren Lebensraum mit Weisheit geschaffen Lob Gottes im Psalm 104: "Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern, sie eilen zwischen den Bergen dahin. Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank, die Wildesel stillen ihren Durst daraus ... Die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht ... Herr, wie zahlreich sind deine Werke! Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen." (Psalm 104, 10-11.18.24; |
Der Zweck der Tiere ist ihre Schlachtung Im Neuen Testament vergleicht angeblich Petrus* Irrlehrer mit "unvernünftigen Tiere(n), die von Natur dazu geboren sind, dass sie gefangen und geschlachtet werden ... An ihnen erweist sich die Wahrheit des Sprichworts: ´Der Hund frisst wieder, was er gespieen hat; und: Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Dreck.`" (2. Petrus 2, 12.22) * Die wissenschaftliche Theologie geht in der Regel davon aus, dass der 2. Petrusbrief nicht von Petrus stammt. Der Verfasser habe nur als "Petrus" geschrieben, damit der Brief größeres Gewicht bekommt. Dies sicherte ihm später auch seine Aufnahme in die Bibel. Anstelle von einer "Fälschung" spricht man in der Theologie aber verharmlosend von einer "Pseudepigraphie". |
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25) Die Schöpfung Gottes seufzt und ängstigt sich Im Römerbrief von Paulus heißt es: "Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstigt." (Römer 8, 22) Und von König Salomo wird berichtet: "Er dichtete von den Tieren des Landes, von Vögeln, von Gewürm und Fischen." (1. Könige 5, 13) |
Massenmord an Tieren im Namen Gottes Zur Einweihung des Tempels bringt die "Gemeinde Israel" so viele der geängstigten Kreaturen um, "dass man sie nicht zählen oder berechnen konnte". Allein König Salomo soll "22.000 Rinder und 120.000 Schafe" getötet haben. (1. Könige 8, 5.63) (Psalm 26, 8) |
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26) Rettet Tiere! Gott beauftragt Noah, Tiere mit auf die Arche zu nehmen, "dass sie leben bleiben", wenn die große Sintflut kommt. (1. Mose 6, 20) |
Bringt gerettete Tiere um! Unmittelbar nach der Sintflut soll Noah angeblich viele der geretteten Tiere verbrannt haben. "Und der HERR roch den lieblichen Geruch" der brennenden Kadaver und soll Noah gesegnet haben.
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27) Die Auferstehung ist schon jetzt möglich Jesus: "Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinüber gegangen. Amen, Amen, ich sage euch: Die Stunde kommt und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben." (Johannes 5, 24-25) "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt*, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben." (Johannes 11, 26)
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Die Lehre von der "Auferstehung hier und jetzt" ist ein Krebsgeschwür Paulus oder ein Schüler über Andersdenkende in der Gemeinde: "Ihr Wort frisst um sich wie ein Krebsgeschwür. Unter ihnen sind Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind und sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und bringen einige vom Glauben ab." (2. Timotheus 2, 17) |
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28) Kinder sind eingeladen Jesus: "Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes." (Markus 10, 14) |
Kinder der Feinde sollen am Felsen zerschmettert werden "Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert." (Psalm 137, 9) |
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29) Prophezeiung zukünftiger Leiden: Selbst Verwandte werden einander töten lassen Jesus über den Anfang der Wehezeit: "Und es wird ein Bruder den anderen dem Tod preisgeben und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören gegen die Eltern und werden sie töten helfen. Und ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen." (Markus 13, 12-13) |
Angeblicher ruft Gott dazu auf, Freunde und Verwandte zu töten Nach der Anbetung des goldenen Stierbildes soll "der HERR, der Gott Israels" gesprochen haben: "Ein jeder gürte sein Schwert um die Lenden und gehe durch das Lager hin und her von einem Tor zum anderen und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten." (2. Mose 32, 27) |
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30) Eltern und Kinder sollen sich versöhnen Gottes Wort durch den Propheten Maleachi: "Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia ... Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern." (Maleachi 3, 23-24) |
Eltern sollen ungehorsame Kinder töten Wort "Gottes" nach dem 5. Mosebuch: (5. Mose 21, 18.21) |
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31)
Viele Völker kommen in das Friedensreich und machen ihre
Schwerter zu Pflugscharen (Jesaja 2, 2-4 und Micha 4, 1-3) |
Das Friedensreich soll angeblich mit Schwertern gegen die anderen Völker erkämpft werden. Kein Fremder wird dann mehr dort sein Im Buch des Propheten Joel hat man die ursprüngliche Prophezeiung in ihr Gegenteil umgeschrieben: "Bereitet euch zum heiligen Krieg! ... Macht aus euren Pflugscharen Schwertern und aus euren Sicheln Spieße ... Die Heiden sollen sich aufmachen und heraufkommen ... denn dort will ich sitzen und richten alle Heiden ringsum. Greift zur Sichel, denn die Ernte ist reif! ... Dann wird Jerusalem heilig sein, und kein Fremder wird mehr hindurch ziehen." (Joel 4, 9-10.12-13.17) |
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32)
Die Menschen werden von der finsteren Macht verführt und gereizt,
falsche Entscheidungen zu treffen (1. Chronik 21, 1) |
Es sei Gott
gewesen, der
den
Menschen reizte und verführte und später dafür auch noch strafte (2. Samuel 24, 1) |
Kennen Sie weitere
Bibelstellen, die nicht übereinstimmen? Oder haben Sie Ideen, wie man die
Gegenüberstellung noch weiter verbessern kann? Für gute Vorschläge bedanken wir
uns.
Anhang Nr. 1: Auszüge aus
"Der Theologe Nr. 1"
(a) Luther sagt zwar, entscheidend sei, was Christus treibet. Wenn man aber nachfragt, bezieht er sich gar nicht auf Christus, sondern auf Paulus, der eben anders als Christus lehrt, durch den Glauben werde der Mensch "gerecht" (Brief an die Römer 3, 28) ... Und um seine eigene Lehre zu bekräftigen, verändert Luther sogar den oben genannten biblischen Paulustext und fügt das Wort allein hinzu. So heißt es in Luthers Übersetzung allein durch den Glauben werde der Mensch gerecht. Im Original-Paulustext steht nur: Durch den Glauben.
(b) Wenn Luther dann die Bibel auslegt, stellt er sich als Anwalt der Sache Gottes dar. Doch seine Interpretationen sind manchmal eigenwillig bzw. verdrehen den ursprünglichen Sinn. Und selbst vor schwerwiegenden Fälschungen schreckt Luther nicht zurück. So bezieht er sich zum Beispiel auf das Urteil Christi über die Juden, dass sie giftige, bittere, rachgierige, hämische Schlangen, Meuchelmörder und Teufelskinder sind, die heimlich stechen und Schaden tun, weil sie es öffentlich nicht vermögen (Aus: Von den Juden und ihren Lügen, Jenaer Ausgabe, Tomos 8, 1558).
Luther hat ein Wort aus der Bibel aus dem Zusammenhang gerissen, in seine eigenen rufmörderischen Worte hinein montiert und diese Konstruktion seinen Lesern dann als Urteil Christi gelehrt. Doch Christus hat niemals so etwas gesagt.
(c) Luther
sieht sich als Werkzeug Gottes und er entnimmt sein Gottesbild der Bibel - in
diesem Zusammenhang vor allem den Tötungsforderungen ... im so genannten "Alten"
Testament ... So fordert Luther unter Berufung auf die Bibel vom Staat
Hinrichtungen ...
Anhang Nr. 2: Auszüge aus
"Der Theologe Nr. 2"
(a) In ihrer heutigen Form entstand die Bibel erst im späten 4. Jahrhundert. Hieronymus erhielt vom damaligen Papst den Auftrag, aus verschiedenen Bibelversionen einen einheitlichen lateinischen Text herzustellen (siehe Der Theologe Nr. 14). Dieser Text, die so genannte Vulgata, ist von der katholischen Kirche auf dem Konzil von Trient (1545-1563) - also viel später - als "fehlerlos" erklärt worden. Der Auftrag gebende Papst Damasus I. hatte in den Jahren 366 und 367 nach blutigen Kämpfen zwischen seinen Anhängern und seinen Gegnern den Papstthron erobert. An einem Tag hat man in einer Kirche 137 Tote gefunden, die dort erschlagen wurden. Das ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, weil viele Menschen glauben, die Bibel sei vom "Geist Gottes" eingegeben, ohne zu wissen, welche "Geister" bei ihrer Entstehung auch beteiligt waren.
Als Papst war Damasus I. bekannt für seine Prunksucht und
"Schmäuse", dass seine Tafel selbst ein Königsmahl in den Schatten stellt (Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte 27,3,14, zitiert nach Adolf Martin Ritter, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, Band 1, S. 173). An diesen Papst schreibt Hieronymus folgenden Brief:
Wird sich auch nur einer finden, sei er gelehrt oder ungelehrt, der mich nicht lauthals einen Fälscher oder Religionsfrevler schilt, weil ich die Kühnheit besaß, einiges in den alten Büchern zuzufügen, abzuändern oder zu verbessern? Zwei Überlegungen sind es indes, die mich trösten und dieses Odium auf mich nehmen lassen: zum einen, dass du, der an Rang allen anderen überlegene Bischof, mich dies zu tun heißest; zum anderen, dass, wie auch meine Verleumder bestätigen müssen, in differierenden Lesarten schwerlich die Wahrheit anzutreffen ist (Evangelienrevision, Vorrede, MPG
29, Sp. 525 ff., zitiert nach Adolf Martin Ritter, Kirchen- und
Theologiegeschichte in Quellen, Band 1, S. 181).
(b) Manche lesen aus einer bestimmten Bibelstelle das Gegenteil von dem heraus, was ein anderer darin findet. Oft genügt genaues Lesen, um der ursprünglichen Bedeutung auf die Spur zu kommen.
Als Beispiel ein Zitat von Jesus von Nazareth. Als Petrus bei der Gefangennahme von Jesus mit dem Schwert einen Mann aus der Anhängerschaft der Hohenpriester schwer verletzt hat, heilt Jesus die Verletzung und ermahnt Petrus:
Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen,
werden durch das Schwert umkommen (Matthäus 26, 52). So ist die Stelle in der evangelisch-katholischen Einheitsübersetzung richtig wiedergegeben. Damit erinnert Jesus den Petrus an das Gesetz von Saat und Ernte. Wer einen anderen tötet, der wird einst nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung - in diesem oder einem weiteren Leben
[vgl. dazu Reinkarnation im Urchristentum] mit dem Schwert getötet werden. Es sei denn, die Tat wurde zuvor bereinigt.
Der Theologe Martin Luther dreht den Sinn nun ins Gegenteil und macht daraus ein Gesetz des Schwertes, eine angebliche Aufforderung von Jesus an den Staat zur Todesstrafe. Das Wort von Jesus sei zu verstehen wie 1. Mose 9, 6: ´Wer Menschenblut vergießt´ usw. [dessen Blut soll wieder durch Menschen vergossen werden] Ohne Zweifel verweist Christus mit diesem Wort auf jene Stelle und will damit jenen Spruch [neu] einführen und bestätigen (Die weltliche Obrigkeit und die Grenzen des Gehorsams, in: Luther Taschenausgabe, Band 5, Berlin 1982, S. 112).
Zur Begründung seiner Lehre gibt Luther die Stelle im Matthäusevangelium in anderer Übersetzung wieder. Bei ihm heißt es nämlich: Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Im griechischen Urtext steht allerdings Futur, was man in der Regel mit wird umkommen bzw. werden umkommen übersetzt, wie im Deutschen auch. Wäre "soll" das richtige Wort, könnte man dies im Griechischen durch einen Imperativ besser und unmissverständlich ausdrücken. Doch der steht nicht da.
Auch bei der hebräischen Zeitform in 1. Mose 9, 6 gibt es grundsätzlich zwei Übersetzungsmöglichkeiten. Die seltenere Möglichkeit lautet zunächst: Das Blut des Mörders oder Totschlägers möge ... vergossen werden (Hebräisches "Jussiv" als Ausdruck eines Wunsches). Die zweite und nahe liegende Möglichkeit heißt auch hier: Das Blut des Mörders oder Totschlägers wird vergossen werden (Hebräisches "Imperfekt"), was wiederum das Gesetz von Saat und Ernte bzw. Ursache und Wirkung zum Ausdruck bringt. Diese Übersetzung wird auch im wissenschaftlichen Standardwerk für Übersetzungen, dem hebräischen und aramäischen "Handwörterbuch" von W. Gesenius (Berlin / Göttingen / Heidelberg 1962) angegeben. Das hebräische "Imperfekt" bringt dabei den Aspekt des Unvollendeten, Dauernden, Werdenden zum Ausdruck. Das heißt hier: Im Augenblick des Mordes beginnt für den Mörder die Zeit nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung zu laufen. Noch ist die Wirkung "nicht vollendet", doch die Ursache "dauert" an, wenn sie nicht bereinigt ist, und sie "wird" früher oder später die Wirkung bringen. In dem noch "unvollendeten" Gesetz von Saat und Ernte liegt die Chance der Reue, der Bitte um Vergebung und der Wiedergutmachung, so dass die Wirkung nicht eintreten muss. Voraussetzung hierfür ist, dass die Seele des Ermordeten, die im Jenseits weiterlebt, ihrem Mörder verzeiht. Und auch die Angehörigen bzw. Freunde des Ermordeten.
Während die Feinheiten der hebräischen Sprache bei der Übersetzung "wird" mit erfasst werden, entscheidet sich Luther für die seltenere Übersetzungsmöglichkeit und verstärkt diese noch. Aus möge vergossen werden wird bei ihm soll vergossen werden. Und das ist - auch sprachlich gesehen - der Beginn einer Fälschung.
(c) ... die evangelisch-katholische Einheitsübersetzung verdreht dafür eine andere Stelle entscheidend, die bei Luther zutreffend wiedergegeben ist. Es geht um das 5. Gebot Du sollst nicht töten (2. Mose 20, 13). In der Einheitsübersetzung wurde es verändert in Du sollst nicht morden - offenbar, um doch ein Schlupfloch zu lassen für eine kirchliche Tötungserlaubnis, z. B. im Krieg. Das stärkere Wort "morden" für "töten" könnte in der hebräischen Sprache aber ebenfalls zum Ausdruck gebracht werden. Von dieser Möglichkeit, der Verdopplung des mittleren von drei Buchstaben (Hebräische "Piel"-Form), macht aber der in dem wissenschaftlichen Standardwerk "Biblia Hebraica Stuttgartensia" wiedergegebene Urtext gerade keinen Gebrauch, so dass die Übersetzung Du sollst nicht töten zutreffend ist. Das bedeutet: Nicht töten, ohne Ausnahme.
(d) Auch dieser Satz (2. Mose 21, 24) [Auge um Auge, Zahn um Zahn] ist ein Beleg für das Gesetz von Ursache und Wirkung, doch er wurde in eine Erlaubnis zur Vergeltung uminterpretiert und der Inhalt damit ebenfalls verfälscht. Diese Vergeltungstheorie weisen auch jüdische Wissenschaftler zurück und deuten die Stelle im Sinne von Entschädigung und Wiedergutmachung bei Körperverletzung. Der bekannte jüdische Philosoph Martin Buber übersetzt in diesem Sinne Augersatz für Auge; Zahnersatz für Zahn (Zitiert nach Lapide, Ist die Bibel richtig übersetzt?, Gütersloh 1986, S. 68).
Luther verwendet auch hier eigenwillig "soll" statt "wird": Schaden um Schaden, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er einem Menschen verletzt hat, so soll man ihm auch tun ... wer aber einen Menschen erschlägt, der soll sterben (3. Mose 24, 19.20, Lutherübersetzung; vgl. auch 2. Mose 21, 12 ff.) ...
Bei korrekter
Übersetzung der Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn-Stelle erkennt man die ursprüngliche
Bedeutung: Keine Aufforderung an einen Staat zum Töten, sondern auch hier das
Gesetz von Saat und Ernte: Wie er einen Schaden zugefügt hat, so wird ihm zugefügt werden ... wer einen Menschen erschlägt, der wird getötet werden.
Ohne rechtzeitige Bereinigung "wird" er getötet werden - und zwar
durch das Gesetz von Saat und Ernte
Anhang Nr. 3: Jahreslosung 2006
13.3. / 14.3.2006 -
Jahrslosung 2006 - "Gottes" Beistand für einen
Völkermörder - Kirchen entlarven sich - Ich lasse dich
nicht fallen und verlasse dich nicht heißt ein angebliches Gotteswort an Josua
in der Bibel (Josua 1, 5 b), das die katholische und die evangelische Kirche in
Deutschland als Jahreslosung 2006 für die Gläubigen auswählten. Unmittelbar
zuvor heißt es in der Bibel: Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange
du lebst (Vers 5 a). Worum geht es? Bereits einige Verse weiter bekommt die
kirchliche Andachtsstimmung die ersten Kratzer. Jeder, der sich deinem
Befehl widersetzt und nicht allen deinen Anordnungen gehorcht, soll mit dem Tod
bestraft werden (Vers 16). Also wird hier zunächst erklärt, wie
sich die eigene Bevölkerung verhalten muss: Befehle ausführen oder hingerichtet
werden. Den Nachbarvölkern "stockte der Atem" (5, 1), als sie das
hörten. Doch lange würden sie nicht mehr atmen können, denn bald gerieten sie
selbst in Visier. Zuerst wurden die menschlichen Bewohner und die Tiere der
heutigen Palästinenserstadt Jericho massakriert: Mit scharfem Schwert weihten sie [die
Soldaten unter dem Befehl Josuas] alles, was in der Stadt war, dem Untergang,
Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel (6, 21).
Nicht alle befolgten jedoch den Ausrottungsbefehl, so dass wieder eine Phase
innerer "Säuberungen" folgte: Bei wem man dann etwas findet, das
dem Untergang geweiht ist, der soll mit allem, was er hat, verbrannt werden
... (7, 15.25). Dann wieder Völkermord nach außen: Es gab an
jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner
von Ai. Josua aber ließ seine Hand mit dem Sichelschwert nicht sinken, bis er
alle Einwohner von Ai dem Untergang geweiht hatte ... Den König von Ai aber ließ
er an einem Baum aufhängen ... (8, 25.29). Und so weiter. Alles im
Auftrag des "Gottes", der dem Feldherrn Josua die Massaker befohlen hatte und
ihm für seine Befehlstreue versprochen hatte: Ich lasse dich nicht fallen und
verlasse dich nicht - die Jahreslosung der Kirchen für das Jahr 2006.
Vertreter der Kirchen erklären nun als Rechtfertigung ihrer Jahreslosung, dass es
bei diesen Ereignissen in Wirklichkeit gar nicht so gewalttätig zuging, wie dies
in der Bibel beschrieben ist. Das ist
insofern bemerkenswert, da dies ja auch ein Eingeständnis wäre, dass die
biblischen Berichte die Wirklichkeit verfälscht hätten. Warum werden sie dann
aber als "Gottes Wort" bezeichnet? Kann eine Fälschung gleichzeitig
"Gottes Wort" sein?
Abgesehen von diesem Widerspruch glaubt man den kirchlichen Theologen aber
gerne, dass das damalige Volk Israel viel friedlicher war,
und spätere Schriftgelehrte und Theologen sich die Massaker nur besonders total und grausam
ausgemalt hatten. Doch das spielt im Zusammenhang der Jahreslosung 2006 keine
Rolle. Denn in diesem Zusammenhang zählt eben nicht die Historie vor über 3.000 Jahren (die hoffentlich
friedlicher war), sondern das, was heute als "Gottes Wort" in der Bibel steht.
Mit anderen Worten: Was für die Kirchen als "Gottes Wort" gilt, ist
heute maßgeblich und nicht das, was
sich vielleicht in Wirklichkeit ganz anders zugetragen hat, aber niemand
beweisen kann. Und als "Gottes Wort" gilt eben der Völkermord nach außen und
nach innen in seiner schlimmsten Form. So kann
man sich auch fragen: Mit welchem Recht erhebt man sich angesichts dieser
"heiligen Schriften" in den
Kirchen heute z. B. über den Islam, dessen Gläubige in der Geschichte mehrfach
tatsächliche Opfer von kirchlichen Völkermördern wurden?
Wer die Kirche und ihre Lehren kennt, den überrascht die Selbstverständlichkeit
dieses Horrors allerdings nicht. Durch Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte
(die Nachfahren der früheren Inquisitoren) werden auch heute Minderheiten auf Schärfste bekämpft,
die den Kirchen ein Dorn im Auge sind (siehe Der Theologe Nr. 12). Und in den vergangenen
ca. 1.700 Jahren verbündete man sich mit vielen Regimes, welche auf Geheiß der
Kirche Menschen hinrichten ließen, die dieser unliebsam waren. Und wörtlich
heißt es bis heute in den gültigen Lehren der Kirche: Deshalb muss sie [die römisch-katholische
Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den
Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. (Neuner-Roos, Der
Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 382, siehe dazu
Der Theologe Nr. 18).
Sollten also eines Tages sogar wieder Menschen "ausgemerzt" werden, (wenn man sich
wieder mit einem dazu passenden Regime verbündet), bräuchte sich niemand zu
wundern. Damit es aber nicht dazu kommt, wäre es notwendig, dass alle aufrechten
Demokraten und Verfechter von Glaubensfreiheit und Toleranz die Kirchen in die
Schranken des Grundgesetzes weisen (wo sich die Bundesrepublik Deutschland zur
Religionsfreiheit und zur Ablösung kirchlicher Privilegien bekennt) anstatt sie mit Milliardensubventionen am
üppigen Leben zu erhalten und ihre Macht- und Ausrottungsphantasien achselzuckend
hinzunehmen.
Warner gibt es viele, so z. B. auch den Göttinger Theologen Gerd Lüdemann, der
zur Jahreslosung u. a. schrieb: Die Texte aus dem Josuabuch
schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen Bevölkerung ... Der Bann
hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott lässt seine Exekutoren
nicht fallen und verlässt sie nicht. (Welt am Sonntag, 8.1.2006;
http://www.welt.de/data/2006/01/08/828497.html)
Lesen Sie auch
"Der Theologe Nr. 26", eine Zusammenstellung von
Bibelworten über den Völkermord.
Anhang Nr. 4: Antijüdische Stellen im Neuen Testament; jetzt hier in: Der Theologe Nr. 4
|
Der Text ist
auch als Druckschrift erschienen und kann wie folgt zitiert werden: |
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite
[
www.theologe.de
]
Weitere Seiten mit Hintergrundinformationen finden Sie bei
[
Inhaltsverzeichnis
]
[
1 - Luther-Evangelische Lehre
]
[
2 - Reinkarnation
]
[
3 - Luther-Christus
]
[ 4 - Kirche-Holocaust
]
[
5 - Paulus
] [
7 - Urchristentum-Tiere
]
[ 8 - Bibel
] [ 9 - Anneliese
Michel-Exorzismus ]
[ 11 - Bischof Meiser
] [
12 - Sektenbeauftragte ]
[
14 - Hieronymus-Bibel ]
[ 15
- Qumran ]
[
16 - Papst ] [
17 - Organspende ]
[
18 - Glaube der Kirche
] [
19 - Keine ewige Hölle ]
[
20 - Propheten ] [ 23 - Kirche-Staat
]
[ 24 - Kirche und Hölle auf
Erden ]
[
25 - Götzenkult Kirche ]
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