DER THEOLOGE
Nr. 29

 
"Die Stadt der Dämonen" -
Das Bistum Bamberg und die Inquisition

von Dieter Potzel, Ex-Pfarrer von Bamberg-St.Stephan
 


 

"Wir sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein."
Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg
, sinngemäß in der Sendung 100 Tage Papst Benedikt XVI. (ZDF, 31.7.2005)
Dazu passt unfreiwillig auch der Titel eines evangelischen Buches aus dem Jahr 2007:
Evangelische gibt´s hier nicht - eine Spurensuche in und um Bamberg (Herausgeber: Johannes Rehm und Johannes Wagner-Friedrich)

"Im Erzbistum Bamberg wurden zwischen 1590 und 1630 mehr als tausend Menschen in drei Verfolgungswellen gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Vermutlich waren es noch weit mehr Opfer, die Dunkelziffer ist extrem hoch. Was indessen nur wenige Bamberger wissen: Ein Höllenort in dieser finsteren Zeit war das Foltergefängnis der katholischen Inquisition [mit Kirche], das so genannte Malefiz-Haus" (Süddeutsche Zeitung, 12.9.2008). Auch der Bayerische Rundfunk berichtete darüber.
Die Kirche und die Presse vor Ort hüllen sich jedoch bei diesem Thema weitgehend in Schweigen. So wurde auch eine Computer-Rekonstruktion des Malefiz-Hauses anlässlich des Tages des Offenen Denkmals am 14.9.2008 und entsprechende wissenschaftliche Vorträgen ignoriert.

Siehe dafür hier:
http://www.youtube.com/watch?v=ucGG2xmRC2Y sowie http://www.malefiz-haus.de
Die Folter der katholischen Inquisition in Bamberg von 1627-1632:
http://www.youtube.com/watch?v=8q3IKHOcPd4
http://hexenbrenner.blogspot.com.es/

AKTUELL: PM-History Nr. 06/2014 (siehe Titelblatt rechts) berichtet über Bamberg unter der Überschrift "Die Stadt der Dämonen" von Seite 60-67. Wer das versteht, hat das tiefste Wesen der Kirche verstanden. Denn nur das Verhalten wurde dem Zeitgeist angepasst, das Wesen hat sich nicht geändert. Die Stadt und die Bürger reagieren auf die Enthüllungen: Im Juli 2014 wird entschieden "über ein Mahnmal für die Opfer der Hexenverbrennung" (PM).


Inhalt

Wer war der heilige Heinrich, Vorbild im katholischen Glauben?

Kaiser-Heinrich-Gymnasium umbenennen

Und wer war der "Heilige Vater" Benedikt VIII.?

Bistumsgründer als Vorläufer des Rechtsradikalismus

Weitere Gräuel aus dem Erzbistum Bamberg: Sie sollten lieber bereuen als feiern

Die allgemeine Vergebungsbitte des Bistums

Der Bamberger Domschatz und der Mann aus Nazareth

Grußwort von Papst Benedikt XVI.

Das kalte Grauen der Pracht - Beitrag für die Festschrift "1000 Jahre Bamberger Dom"

Erzbistum Bamberg aktuell

Brief an Domkapitular Jung: Fehlendes Kapitel Geschichte wird öffentlich gemacht


Am 1. November 1007 gründete der ostfränkische König Heinrich II., der 1014 zum Kaiser gekrönt wird, auf einer Reichssynode das Bistums Bamberg. Das "Jubeljahr" 2007 feierten Katholiken und Protestanten gemeinsam. Denn die Evangelischen bedachten im Jahr 2007 zeitgleich das Jubiläum "200 Jahre Evangelisches Dekanat Bamberg" (1807-2007). Zudem stiftete und bezahlte Heinrichs Frau, die Königin und spätere Kaiserin Kunigunde, die St. Stephans-Kirche, die heute die größte evangelisch-lutherische Kirche der Stadt ist. Und im Jahr der Bistumsgründung, 1007, war auch die Grundsteinlegung dieser Kirche. Sie wurde dann 1020 fertig gestellt, später zerstört, wieder aufgebaut und im Jahr 1807 vom römisch-katholischen König Bayerns den Protestanten anlässlich ihrer Dekanatsgründung geschenkt. So weit einige Eckdaten. Doch sind diese nun ein Grund zum Feiern?

In den 1000 Jahren seit seiner Gründung war das Bistum Bamberg auch für zahllose Verbrechen verantwortlich. Am 11.3.2007 hat die katholische Kirche im Bamberger Dom deshalb auch eine Vergebungsbitte
(siehe unten) ausgesprochen. Doch wie ehrlich war sie? So hat man ausgerechnet Kaiser Heinrich II. dabei ausgeklammert und ihn stattdessen weiter als Vorbild im Glauben hingestellt. Heinrich und Kunigunde wurden ja in den Jahren 1146 bzw. 1200 auch heilig gesprochen.

Fünf Jahre später dann noch einmal eine Steigerung: Im Jahr 2012 wird der Bamberger Dom, auch Heinrichsdom genannt, 1000 Jahre alt, genau am 6.5.2012. Die Kirche treibt dabei die Heuchelei auf die Spitze.
Wenn man in den Dom gehe, gehe man zu Gott hin, "man geht himmelwärts", sagte Erzbischof Ludwig Schick: "Dome sind hervorragende Fingerzeige auf Gott" (http://www.epv.de/node/8246).

In der Bibel steht aber das Gegenteil, nämlich: "So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir bauen könntet, oder welches ist die Stätte, da ich ruhen sollte? Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe aber auf den Armen und Zerknirschten ... Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt; wer ein Schaf opfert, gleicht dem, der einem Hund das Genick bricht; wer ein Speisopfer bringt, gleicht dem, der Schweineblut spendet; wer Weihrauch anzündet, gleicht dem, der Götzen verehrt. Wahrlich, wie sie Lust haben an ihren eigenen Wegen und ihre Seele Gefallen hat an ihren Gräueln
." (Jesaja 66, 1-3).
Gott hat also mit dem Dom nichts zu tun. Und beim Domjubiläum werden dann die Gräuel zelebriert, von denen der Prophet Jesaja spricht: Z. B. Schweinebraten, Rinderbraten, Lammfleisch zur Gaumenlust für die Gläubigen und Weihrauch-Einräucherungen ohne Ende.

Was wird also im Jahr 2012 gefeiert? Der Bamberger Dom ist ja nach Kaiser Heinrich benannt. Deshalb ist es also das Haus Heinrichs und nicht das Haus Gottes, und der Bischof hätte richtig sagen müssen: "Wenn man in den Dom geht, geht man zu Heinrich." So ist es richtig gesagt. Denn seine Knochen werden dort aufbewahrt und seine Taten sind dort im Geiste noch gegenwärtig. Doch wer war der
"heilige" Heinrich, nach dem der Dom benannt ist? Und in welchem Umfeld wurde einst die erste Stephanskirche gebaut?

Nachfolgend zunächst einige Auszüge aus der Enzyklopädie Wikipedia über Heinrich II. http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_II._(HRR), die aus den allgemein zugänglichen Quellen zusammengestellt wurde (Stand: 25.10.2006; Quellenangaben: siehe dort).

 



Wer war der "heilige" Heinrich,
Vorbild im katholischen Glauben?

"... So brach kurz nach Beginn seiner Herrschaft [König des Ostfrankenreiches seit 1002] ein Krieg mit dem Herzog von Schwaben, Hermann II., aus, der sich ebenfalls Hoffnungen auf den Thron gemacht hatte. Dabei kam es nicht zu direkten Kämpfen zwischen dem Herzog und dem neuen König. Vielmehr verwüstete Heinrich die Besitzungen Hermanns und Hermann bekämpfte die Unterstützer Heinrichs im schwäbischen Adel. Als sich kein militärischer Erfolg abzeichnete, begab sich Heinrich II. nach Sachsen, wo er sich in Merseburg von den Großen huldigen ließ. Anschließend zog er nach Paderborn, wo seine Gemahlin zur Königin geweiht wurde ...

Zur Wehr setzen musste sich Heinrich ebenfalls gegen den Markgrafen Heinrich von Schweinfurt, dem er für seine Wahl zum König das Herzogtum Bayern versprochen, aber später nicht übergeben hatte. Nach dem Wortbruch des Königs verbündete der Markgraf sich mit dem König von Polen und Böhmen, Bolesław I. Chrobry, und dem Bruder des Königs, Brun. Im Sommer des Jahres 1003 erhoben sich diese gegen Heinrich. Nach schweren und blutigen Kämpfen, bei denen der Markgraf fast seine gesamten Besitzungen verlor, schlug Heinrich auch diesen Aufstand nieder ...


... Der Erzbischof kam Heinrich in Bergamo entgegen und krönte ihn am 14. Mai 1004 in Pavia zum Rex Langobardorum. Die Krönung geschah in derselben Krönungskirche San Michele, in der zwei Jahre zuvor Arduin zum König gekrönt worden war. Anders als seine Vorgänger trug Heinrich ab diesem Zeitpunkt zwei Kronen und nicht eine gemeinsam für beide Reiche. In der folgenden Nacht kam es zu einem grausamen Massaker an der Bevölkerung Pavias, nachdem diese sich gegen den neuen König erhoben hatte. Heinrich ließ seine vor den Toren lagernden Truppen die Stadt stürmen. Dabei wurde der größte Teil Pavias eingeäschert, viele Bewohner getötet und deren Leichen geplündert.

Zwischen den Jahren 1004 und 1018 führte Heinrich drei lange Kriege und mehrere kleinere Feldzüge gegen das Herzogtum des Polenfürsten Bolesław I. Chrobry ...

Nach der Rückkehr vom ersten Feldzug nach Italien versammelte Heinrich II. ein Heer, um gegen Polen zu ziehen. Thietmar von Merseburg berichtete, dass er alle seine ihm und Christus getreuen Vasallen auf Mitte August zum Kriegzuge entbot, ließ er der […] Empörung freien Lauf, um die wütende Feindschaft des anmaßenden Boleslaw zu bändigen ...
... Trotzdem führte Heinrich sein in Merseburg versammeltes Heer im Sommer 1004 über das Erzgebirge nach Nordböhmen, wo er die Burg Satzi eroberte und die polnische Besatzung töten ließ, und zog anschließend weiter nach Prag ... Schon wenige Monate später unternahm Heinrich II. den zweiten Feldzug gegen Polen, nachdem er von Mai bis Juni die Westfriesen über die Zuiderzee mit einer Flotte angegriffen und zur Unterwerfung gezwungen hatte.

In Rom wurde er von Papst, Geistlichkeit und Volk festlich begrüßt. Am 14. Februar 1014 krönte ihn Benedikt VIII. in der Basilika St. Peter zum Kaiser und seine Gattin zur Kaiserin. Nachdem Heinrich Kaiser geworden war, führte er erneut Krieg gegen Bolesław ...

Heinrich, Kunigunde und der Bamberger Dom

Beim Übergang des kaiserlichen Heeres über die Oder und im weiteren Verlauf des Feldzuges wurden mehrere tausend polnische Gegner getötet oder gelangten in Gefangenschaft, darunter auch Frauen und Kinder. Aber auch auf Seiten des Kaisers gab es hohe Verluste.

Auf Wunsch des Papstes, der sich vom byzantinischen Kaiser bedrängt sah, zog Heinrich 1021 sogar mit einem Heer nach Nordapulien und belagerte die byzantinische Festung Troia. Im folgenden Jahr gelang zwar die Einnahme, doch konnten die byzantinischen Truppen nicht zu einer Schlacht gezwungen werden.



Der "heilige" Kaiser Heinrich II. und seine "heilige" Gemahlin Kunigunde stiften 1007 das Bistum Bamberg (seit 1818 Erzbistum) - der Auftakt für die blutige Verfolgung und Ausrottung der in Oberfranken lebenden Slawen. Das Bild zeigt beide mit dem Bamberger Dom, für den Heinrich II. bereits 1002 den Grundstein gelegt hatte. Heinrich und Kunigunde sind beide im Dom in Bamberg bestattet, genauso wie Papst Clemens II., der 1047 auf seiner Reise nach Deutschland vermutlich mit Blei vergiftet wurde. (PS: Sein zuvor abgesetzter Vorgänger Benedikt IX. war übrigens auch wieder sein Nachfolger.)
 
Heinrich wird als fromm und von der Sakralität seines Amtes durchdrungen beschrieben. Er machte große Schenkungen aus dem Reichsgut an die Klöster und deren Äbte sowie die Bistümer und Bischöfe des Reiches. So schenkte er noch in seinem Todesjahr dem Kloster Fulda die Grafschaft Stodenstadt im Maingau.

Bei den meisten von Heinrichs Feldzügen stellten die geistlichen Fürsten das größte Truppenkontingent. Ein persönlicher Grund für die Bevorzugung der Kirche und die Schenkungen mag die Kinderlosigkeit von Heinrich und seiner Frau Kunigunde gewesen sein. Da mit keinem leiblichen Erbe zu rechnen war, bot sich die Kirche als Garant für das Fortbestehen des Reiches an.
Doch er regierte nicht nur die Kirche, er regierte das Reich auch durch die Kirche. Er regierte vor allem mit Hilfe der Bischöfe.

Neben den kirchenpolitischen und religiösen Gründen für die Gründung des Bistums [Bamberg] dürfte auch die Absicht gestanden haben, mit Hilfe des neuen Bistums die heidnischen Slawen, die im östlichen Reichsgebiet zu dieser Zeit noch zahlreich vertreten waren, endgültig zu christianisieren. Tatsächlich hat die Gründung die Christianisierung und [gewaltsame] Niederringung der Slawen am Oberrhein, im Fichtelgebirge und in den benachbarten böhmischen Gebieten besiegelt.

Heinrich wurde im Jahre 1146 für die Christianisierung der Westslawen, vor allem aber für die Gründung des Bistums Bamberg von Papst Eugen III. heilig gesprochen.


... Auf der anderen Seite wurden kurz nach Heinrich im Jahre 1189 der Bamberger Bischof Otto I. und die Gattin Heinrichs, Kunigunde, im Jahre 1200 heilig gesprochen. Das Bistum Bamberg hatte damit in kurzer Zeit drei Heilige und verbuchte immerhin 11,11 % der zwischen 1100 und 1200 gelungenen Kanonisierungsverfahren. In den 500 Jahren seit der ersten offiziellen päpstlichen Heiligsprechung im Jahre 993 gelangten insgesamt weniger als 100 Verfahren zum erfolgreichen Abschluss" (Wikipedia, Stand: 25.10.2006).

Anmerkung: Der Grund für die Heiligsprechung ist im Wikipedia-Text vom 25.10.2006 allerdings beschönigend formuliert ("Christianisierung der Westslawen", "Gründung des Bistums Bamberg"). In einem offiziellen Protokoll aus dem Jahr 1146 ist deutlich formuliert, warum das Bistum vor allem gegründet wurde. Das Ziel war, "... dass das Heidentum der Slawen vernichtet werde und der Name Christi dort für immer in feierlichem Andenken stehen soll" (zit. nach Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 6, S. 71). Es ging also um die Ausrottung von anderen Glaubensrichtungen und deren Gläubigen, die dem totalitären Herrschaftsanspruch des Katholizismus ein Dorn im Auge waren.

 


Kaiser-Heinrich-Gymnasium (KHG) umbenennen

Dem "heiligen" Heinrich ist in Bamberg auch ein Gymnasium gewidmet, und man kann davon ausgehen, dass dem Namenspatron dort und auch anderswo eine Vorbildwirkung für die Jugendlichen zukommen soll. Einiges aus dem Leben des "heiligen" Heinrich siehe oben. Macht man sich einmal bewusst, wie Heinrich lebte, braucht man sich aber auch nicht zu wundern, wenn Rechtsradikalismus und Intoleranz in diesem Umfeld zunehmen, und die Hemmschwelle für Gewaltanwendung immer mehr sinkt. Deshalb ein Vorschlag zum 1000-jährigen Jubiläum des Bistums und der Kirche St. Stephan: Das Kaiser-Heinrich-Gymnasium (KHG genannt) umbenennen.

Als neuen Namenspatron könnte man z. B. ein unschuldiges und standhaftes Opfer wählen, das im Laufe der 1000jährigen Bistumsgeschichte von der Bamberger Inquisition hingerichtet wurde: In den Geschichtsbücher sind zahlreiche Berichte über diese Gräuel erhalten geblieben.

Wie wäre es z. B. mit dem Bamberger Bürgermeister Johannes Junius, am 1.7.1628 von der Kirche wegen angeblicher "Buhlschaft" mit dem Teufel hingerichtet. In einem Brief aus dem Gefängnis schrieb der Bürgermeister damals: "Ich bin zu Unrecht in dieses Gefängnis gekommen, ich bin zu Unrecht gefoltert worden, und zu Unrecht muss ich sterben ... Ich bin kein Hexer, in der Sache habe ich ein reines Gewissen, auch wenn Ihr tausend Zeugen bringt" (siehe auch hier, sowie bei
http://www.youtube.com/watch?v=qfRKfimBGpw)

Den Brief sollte Veronika, die Tochter des Bürgermeisters erhalten. Doch er wurde von den Behörden abgefangen, eingezogen und der Tochter vorenthalten. Das Todesurteil am Bürgermeister der Stadt wurde dann aufgrund der Aussage eines einzigen Zeugen vollstreckt, der allerdings nur etwas Verdächtiges gehört hatte und nichts Genaues wusste. Doch die kirchliche Inquisition hatte den Tod des Bürgermeisters beschlossen.

Mit einem Johannes-Junius-Gymnasium könnte man z. B. ein Zeichen setzen gegen Willkür und jede Form von Tyrannei und zu Ehren der Opfer der Kirche in Bamberg und im Gedenken an die Millionen Opfer der Kirche weltweit.

Und Tausenden von Schülern würde dann nicht mehr ein grausamer Tyrann als Vorbild im Glauben und Patron ihrer Schule hingestellt. Ein Zeichen, das auch im Ausland beachtet werden könnte, z. B. in den slawischen Ländern oder in Italien, in denen Heinrich Massaker durchführte.

 
 


Und wer war der "Heilige Vater"
Benedikt VIII.?

Neben dem "heiligen" Kaiser Heinrich II. und seiner "heiligen" Gemahlin Kunigunde steht bei dem Jubiläum der Bamberger Kirchen im Jahr 2007 auch der "Heilige Vater" Papst Benedikt VIII. mit im Mittelpunkt des Geschehens. Er hat nämlich im Jahr 1020 anlässlich eines Treffens mit Heinrich und Kunigunde die Kirche St. Stephan eingeweiht, die seither als die einzige in Deutschland von einem Papst eingeweihte Kirche gilt. Ist wenigstens das ein Grund zum Feiern oder wenigstens ein bisschen stolz zu sein? Wer war der "Heilige Vater" Benedikt VIII.?

Benedikt VIII. (1012-1020) trifft sich im Jahr 1020 in Bamberg mit Kaiser Heinrich II., den er im Jahr 1014 in Rom zum Kaiser gekrönt hatte und mit Kaiserin Kunigunde. Die von ihm bei diesem Anlass eingeweihte, zwischenzeitlich zerstörte und neu aufgebaute Stephanskirche ist heute die evangelische Hauptkirche von Bamberg, das im Volksmund ja als "fränkisches Rom" gilt. Um diese Kirchenweihe entsprechend zu würdigen oder richtig einzuordnen, ist die Antwort auf die Frage wichtig: Was hat Benedikt VIII. sonst noch vollbracht?

Auf der Synode von Pavia im gleichen Jahr 1020 führt Benedikt VIII. z. B. auch den Zölibat bzw. Zwangszölibat für Priester ein, die von nun an nicht mehr heiraten dürfen (im Jahr 1139 auf dem 2. Laterankonzil wurde dies als "unabdingbare Zugangsvoraussetzung" für den Priesterberuf bestätigt). Dadurch sollte das Vermögen der Kirchenmänner nicht mehr an ihre Kinder vererbt werden, sondern der Institution Kirche zufallen. Offizieller Grund für den Zölibat ist allerdings die geforderte äußerliche sexuelle "Reinheit" der Priester. Dass kein Blut an ihren Händen kleben sollte, wird jedoch nicht gefordert, wobei die kirchlichen Amtsträger das Blut von unliebsamen Zeitgenossen in der Regel durch ihre Helfer und Helfershelfer vergießen ließen. So ließ Benedikt VIII. im Jahr 1017 in Rom eine große Anzahl von Juden bei einem Pogrom köpfen. Und im Jahr 1020 (dem Jahr der Synode von Pavia und der Kirchenweihe in Bamberg) inszeniert der Papst in Rom erneut ein Pogrom und lässt die jüdischen Mitbürger dieses Mal verbrennen. Der Grund: Ihr falscher Glaube sei angeblich der Grund für einen Orkan bzw. ein schweres Erdbeben in der Stadt gewesen.

Doch vermutlich wird all´ das die Kirchen in Bamberg nicht daran hindern, ihr ökumenisches Jubiläum, das ihnen die "Väter im Glauben", Kaiser Heinrich II. und Papst Benedikt VIII., bescheren, zu feiern.

 


Bistumsgründer als Vorläufer des Rechtsradikalismus

Und dazu passend: NPD-Parteitag 2008 in Bamberg

"Wir stehen auf für Menschlichkeit und Toleranz!" Unter diesem Motto finden immer zum Jahrestag des Novemberpogroms vom 9.11.1938 überall in Deutschland Protestmärsche gegen die wachsende Fremdenfeindlichkeit und den zunehmenden Rechtsradikalismus statt. Mit dabei sind jeweils Parteienvertreter, Gewerkschaften, Prominente, Kirchenvertreter ...

All´ dies ist ohne Zweifel ein wichtiges und notwendiges Anliegen. Doch was können solche Demonstrationen bewirken, solange man nicht den Wurzeln der Fremdenfeindlichkeit auf den Grund geht?

"Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen, von den Köpfen streitbarer Feinde." Das soll Gott laut der Bibel angeblich zum Thema "Umgang mit fremden Völkern" gesagt haben (5. Mose 32, 42). Und es gibt in der Bibel noch viele andere Stellen, in denen Gott angeblich zur Ermordung der Fremden aufruft (vgl. z. B. www.theologe.de/altes_testament.htm) - neben anderen Stellen, wonach die Fremden so gut behandelt werden sollen wie die Einheimischen. Woran soll sich der Bibelleser also halten? Vielleicht an das Neue Testament? Dort werden Andersgläubige jedoch auch als "schmutzige Schandflecken" (2. Petrus 2, 12) bezeichnet, die wie Tiere seien, "die von Natur aus dazu geboren sind, gefangen zu werden und umzukommen".

Die Kirche entschied sich im Laufe der Jahrhunderte für eine Ausgrenzungs- und Sündenbockpraxis. Der deutsche Kaiser Heinrich II., von Klerikern erzogen, gründete 1007 das Bistum Bamberg mit dem öffentlich bekundeten Zweck, "dass das Heidentum der Slaven vernichtet werden soll". Die damals im Fichtelgebirge in Oberfranken lebenden Slawen wurden so zu den ersten Opfern der Kirche in der Geschichte Bambergs. Der rechtsradikale und ausländerfeindliche Heinrich hingegen wurde von der katholischen Kirche im Jahr 1146 heilig gesprochen und wird bis heute vor allem in Bamberg hoch verehrt. Kein Wunder also, dass bei einer solchen Tradition auch der NPD-Bundesparteitag im Jahr 2008 in Bamberg stattfand. Denn durch die Kirche wurde bereits ein dafür geeigneter Boden bereitet.

Dieselbe Kirche hat auch den erklärten Antisemiten Pius IX. (19. Jahrhundert) selig gesprochen. Und die evangelische Schwesterkirche weigert sich bis heute, der Umbenennung von Straßen und Plätzen zuzustimmen, die nach dem furchtbaren Antisemiten Martin Luther (vgl. www.theologe.de/martin_luther_juden.htm) oder dem antisemitischen bayerischen Landesbischof Meiser benannt sind (vgl. www.theologe.de/theologe11.htm).

Wenn sich nun ausgerechnet die Kirchen zu Kämpfern gegen den Rechtsradikalismus aufschwingen wollen, dann sollten sie sich zuvor von den Grausamkeiten der Bibel lossagen, sich von ihren rechtsradikalen Heiligen und Kirchenführern distanzieren und ihre Rufmordkampagnen gegen religiöse Minderheiten beenden. Das heißt, sie müssten den "Kampf gegen den Rechtsradikalismus" zunächst im eigenen Lager führen (vgl. dazu auch www.theologe.de/theologe4.htm).

Man könnte weiter fragen: Warum gibt es bis heute, 2000 Jahre nach Jesus von Nazareth, soviel Fremdenfeindlichkeit? Liegt es nicht auch daran, dass die meisten Menschen sich letztlich selbst fremd sind? Sie kennen sich selbst nicht, da sie ihre Gedanken und Gefühle nicht hinterfragen. Und daher projizieren sie ihre eigenen Abgründe, die sie ins Unterbewusstsein verdrängt haben, auf "den anderen": den Fremden, den Ausländer, den Andersdenkenden. Doch nur wer sich selbst kennen lernt und sein Negatives z. B. mit der Hilfe des Glaubens an Christus an der Wurzel "bereinigt", der gewinnt Verständnis für seinen Nächsten, der noch gleiche oder ähnliche Fehler hat. So heißt es z. B. in der Bergpredigt von Jesus von Nazareth: "Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst" (Matthäusevangelium 7, 5). Wer das beherzigt, wird den Fremden nicht verurteilen, sondern zuerst den "Balken aus seinem eigenen Auge" ziehen, bevor er sich mit dem "Splitter im Auge" seines Nächsten beschäftigt.



 


Weitere Gräueltaten im Bistum Bamberg -
Sie sollten lieber bereuen als feiern

Opfer der Kirche in Bamberg

Zur Erinnerung - Der 1.11.1007: Auf einer Kirchenversammlung in Frankfurt gründet Kaiser Heinrich II. das Bistum Bamberg. Wichtigstes Ziel der Gründung: "Die Vernichtung der dort seit langem sitzenden slawischen Heiden" (Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Bd.6, S. 70). Die Kirchenversammlung beschließt, "dass das Heidentum der Slaven [vom neuen Bistum Bamberg aus] vernichtet werden soll". Nachfolgend einige weitere Ereignisse aus der Geschichte des Bistums Bamberg:

27.7.1298: Unter der Geistlichkeit wurde das Gerücht einer angeblichen Hostienschändung durch Juden gestreut. Das war der Anlass für den fanatisch katholischen Ritter Rindfleisch, in fränkischen Städten alle Juden zu ermorden. In Bamberg lässt Rindfleisch am 27.7.1298 durch seine Horden 130 jüdische Männer, Frauen und Kinder foltern und erschlagen oder verbrennen. Darunter sind auch Juden aus Frankreich.


30.4.1451: In Bamberg wird das Judendekret des päpstliche Legaten und Kardinals Nikolaus von Kues veröffentlicht. Von nun an müssen alle Juden ein besonderes Zeichen tragen: Die Männer auf dem Obergewand einen gelben Ring, die Frauen an ihrem Schleier drei blaue Streifen. 490 Jahre später befahl Hitler das Tragen des Judensterns.


31.7.1595: Das Zentgericht zu Bamberg verkündet, "dass Margaretha Behemer wegen Teufelsbündnis zu lebendem Brand verdammt wird."


30.3.1610: In einem Mandat des Bamberger Bischofs Johann Gottfrieds von Aschhausen werden die Beamten des Hochstifts Bamberg zur Denunziation von Hexen angehalten.


1616: Bischof Johann Gottfried nimmt eine Missernte und einen Frost in der Gegend von Zeil am Main zum Anlass, dort vermeintliche Hexen und Hexenmeister festsetzen und hinrichten zu lassen. Hintergrund: In Zeil hat die Reformation besonders stark Fuß gefasst. Im Tagebuch des Zeiler Bürgermeisters Hans Lang sind 129 Hingerichtete allein für diesen Ort verzeichnet - bei 300 Einwohnern! Die Aufzeichnungen enden kurz vor seiner eigenen Hinrichtung im Jahre 1628.


6.3.1617: Vier "unholde Frauen" werden verbrannt, unter ihnen Barbara Ziegler.

13.4.1617: Die Leiche der Anna Rüthsin wird verbrannt. Sie hatte sich im "Druderei"-Gefängnis in Bamberg aus Angst und Verzweiflung selbst erhängt.

26.6.1617: Vier "Zauberer" werden verbrannt: Lorenz Kütsch und seine Mutter Elisabeth, Anna Rinder und Elisabeth Buckel.

7.8.1617: Im Gefängnis stirbt die "Zauberin" Margaretha Legin - wohl an den Folgen der fürchterlichen Torturen der Folter.

27.9.1617: Der Leichnam einer alten "Zauberin", der Hausfrau des Fritz Buckel, wird verbrannt. Auch sie war im Gefängnis an den Folgen der Folterungen gestorben.

4.10.1617: Neun "Unholde" werden verbrannt, unter ihnen Endres Ziegler und Rochus Hoffmann mit seinen zwei Töchtern, die noch ledigen Standes gewesen sind.

18.12.1617: Sechs "Unhode" werden verbrannt, unter ihnen Hans Knobelbart.

17.2.1618: Barbara Dennerin aus Niederndorf wird enthauptet, dann ihr Körper zu Asche verbrannt.

18.3.1619: Zwei "Unholde" werden verbrannt.


27.5.1626: Durch einen Frost erfrieren in der Bamberger Gegend Wein und Korn. Man schreibt das schlechte Wetter den Menschen zu, die im Verdacht stehen, nicht dem "rechten" römisch-katholischen Glauben anzuhängen, den "Zauberern" und "Unholden". Der Erzbischof von Bamberg setzt aufgrund der Missernte eine Kommission ein, die die Schuldigen verhaften und verhören soll. Er werden dazu 25 neue Gefängnisse auf Türmen und Erkern in der Umgebung der Stadt gebaut. Im Hexenhaus am Häfnermarkt schmachten manche Bamberger Bürgerinnen, die für den Frost im Mai 1626 verantwortlich gewesen sein sollen, jahrelang, und sie siechen dort qualvoll dahin.


8.6.1627: Die als Hexe angeklagte Anna Düßlein wird, wie ein Protokoll vermerkt, von 11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, also vier Stunden, auf den "Bock" mit scharfer Spitze gesetzt (zu den Foltermethoden der kirchlichen Inquisition siehe auch http://www.theologe.de/LInquisition.htm). Zum Vergleich: Andere "Hexen" mussten schon nach einer Viertelstunde ohnmächtig vor Schmerzen herunter genommen werden. Anna Düßlein war noch nach über drei Stunden wohl bei vollem Bewusstsein und noch nicht tot.


22.9.1627: Hanns Lemprechten wird als "Zauberer" mit dem Schwert hingerichtet und dann zu Pulver verbrannt. In Zeil am Main stand ein Backsteinofen zum Verbrennen der "Unholde".


24.1.1628: Gemäß Urteil wird die angebliche Hexe Anna Ebert, die eine Hostie "verunehrt" haben sollte, wegen ihrer schweren Verbrechen zuerst mit glühender Zange gegriffen, dann wird ihr die rechte Hand zugleich mit dem Kopf abgeschlagen und die Leiche wird verbrannt. Ihre Asche wird in der Luft zerstreut. Am selben Tag werden auch Katharina Haan, Ehefrau des Bamberger Kanzlers, und ihre Tochter, die ebenfalls Katharina hieß, hingerichtet. Der Kanzler selbst ist zu diesem Zeitpunkt in Speyer, wo er, allerdings ohne Erfolg, den Klageweg gegen das Hexenverfahren einleiten will. Auch er fällt jetzt bei der Kirche in Ungnade und wird seinen Schicksal nicht entgehen (siehe unten).


1.7.1628: Bürgermeister Johann Junius gesteht erstmalig aus Furcht vor neuen Foltern, an einer Teufelsbuhlschaft beteiligt gewesen zu sein. Bei voraus gegangenen Foltern mit Daumenstock, Beinschrauben und Leiter
hatte er noch nichts gestanden. Seiner Tochter schreibt er am 24.7.1628: "Wer in das haus kompt, der muß ein Drudner werden oder wird so lange gemartert, biß das er etwas auß seinem Kopff erdachte ..., vnd sich erst, daß got erbarme, vf etwas bedenke. ... Denn sie lassen niht mit den martern nach, biß man etwas sagt; er sey so fromm als er wolle, so muß er ein trudner sein. Kompt auch keier herrauß, wenn er gleich ein graf wär. ... Das darfst künlich für mich schwören, daß ich kein trudner, sondern ein mertirer bin vnd sterb hiemit gefaßt. Guter nacht, denn dein vatter Johannes Junius sieht dich nimmermehr." Der Bürgermeister der Stadt, der auf diese Weise seine Unschuld beteuert, wird auf bloßen Verdacht hingerichtet.

Zum Foltertod von Bürgermeister Johannes Junius durch die Inquisitoren der Kirche im Bamberger Malefiz-Haus siehe auch die sehenswerten Links:
http://www.youtube.com/watch?v=qfRKfimBGpw (Film)
http://www.youtube.com/watch?v=ucGG2xmRC2Y (Film)


14.7.1628: Der bambergische Kanzler Dr. Haan, der gezwungenermaßen auch gegen seinen Kollegen Junius aussagen musste, wird früh um halb fünf Uhr im Gefängnis in Gegenwart von 80 Leuten enthauptet. Um neun
Uhr morgens des darauf folgenden Tages wird seine Leiche öffentlich verbrannt.
In Bamberg waren unter den Verurteilten der Hexenprozesse zahlreiche Personen von Rang und Namen. Ein wichtiger Grund hierfür wird deutlich, wenn man weiß, dass bei jedem Verhafteten eine Schätzung seines Vermögens mit zu Protokoll gegeben wurde. Kaiser Ferdinand II. ermahnte deshalb Bischof Exzellenz Johann Georg Fuchs von Dornheim, mit der "höchst schmutzigen Confiscation" aufzuhören. Doch wirkliche Macht über die Vertreter der Kirche hatte er nicht. Der Katholizismus triumphiert grausam über die "weltliche Gewalt" und bereicherte sich an seinen Opfern.


20.7.1628: Die 62jährige Ann Beurin wird mit Daumenstock und Beinschrauben gefoltert. Am 23. Juli wird die Folter auf dem Bock fortgesetzt.


März 1629 - Höhepunkt der Verhaftungen mit anschließenden Hinrichtungen im Erzbistum Bamberg.
(Zum Gedenken an die Opfer siehe
http://www.youtube.com/watch?v=099P72_awAA)


12.10.1629: Durch Urteil des Richters und der Schöffen werden acht Personen verurteilt, mit Feuer lebendig hingerichtet zu werden, weil sie unter der Folter Gott, dem Allmächtigen, erschrecklich abgesagt und sich dem leidigen Satan mit Leib und Seele ergeben hätten. In der Tortur hatten sie gestanden, Hostien durchstochen zu haben, bis Blut daraus geflossen sei. Dafür wurden sie so oft mit glühenden Zangen gezwickt, als sie die Tat angeblich begangen hatten. Vor der Vollstreckung des Todesurteils hackte man ihnen noch die rechte Hand ab.


30.1.1630: Die vierzigjährige Christina Wildenberger ist durch die Anwendung des Bockes so entkräftet, dass sie heruntergenommen werden muss, ohne dass sie gestanden hätte. Sie stirbt im Kerker. Lakonisch vermerkt das Protokoll: "mortua in carcere" (= gestorben im Kerker).

Insgesamt sollen im Bistum (bzw. seit 1818 Erzbistum) Bamberg bis zu 900 Menschen wegen "Hexerei" hingerichtet worden sein.
Allein "von 1625 bis 1630, also in fünf Jahren, wurden in Bamberg sechshundert Hexen verbrannt. Um die Ungeheuerlichkeit dieser Zahl zu verstehen, muss man erwägen, dass das Fürstbistum Bamberg höchstens 100.000 Einwohner zählte" (Graf von Hoensbroech, Das Papsttum in seiner sozial-kulturellen Wirksamkeit, Leipzig 1904, S. 157).


4.2.1631: Barbara Schwarz, Ehefrau des Gänswirts aus Zeil am Main, kommt wieder in Zeil an. Sie war im Jahr davor als Hexe mehrfach gefoltert worden, ohne ein Geständnis abzulegen, und dann aus dem Zeiler Gefängnis entflohen. In Regensburg hatte sie sich Kaiser Ferdinand zu Füßen geworfen und, ein einmaliger Fall, eine Aufhebung der Anklage erreicht. Doch bei ihrer Rückkehr nimmt ihr Mann die mutige Frau nicht mehr auf. Er hatte inzwischen eine andere geheiratet.

Jetzt noch zwei Daten aus der Zeit ca. 300 Jahre später:

1937: Der evangelisch-lutherische Oberkirchenrat Otto Bezzel, der der "Bekennenden Kirche" angehört, fordert in einer Predigt in der Bamberger Erlöserkirche: "Die Juden sind die Zerstörer und gehören hinausgepeitscht" (Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 42/1988, S. 15). Oberkirchenrat Bezzel war nach dem Krieg von 1947-1962 Personalreferent der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern und damit einflussreichster Mann nach dem antisemitischen Landesbischof Meiser.


31.1.1944: Der Bamberger Erzbischof Kolb schreibt: "Wenn Armeen von Soldaten kämpfen, dann muss ein Armee von Betern hinter der Front stehen." Der Erzbischof verlangte "heißes Gebet" für das geliebte Volk und Vaterland (vgl. dazu Der Theologe Nr. 27 - Der Kreuzzugsprediger: Clemens August Kardinal von Galen treibt Soldaten in den 2. Weltkrieg).


(Materialsammlung zum Erzbistum Bamberg: Abdruck mit freundlicher Genehmigung der "Initiative Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche", www.kirchenopfer.de)

Deshalb unsere konkrete Forderung im Anschluss an das Jubiläum "1000 Jahre Bistum Bamberg": Ein Mahnmal für die Opfer der Kirche in Bamberg
Im Jahr 2014 war es nun so weit. Ein Mahnmal für die Opfer der Hexenverfolgung wurde hinter dem Schloss Geyerswörth errichtet, dem einstigen Sitz der Bamberger Fürstbischöfe. Allerdings gehen dort kaum Fußgänger, so dass die Maßnahme noch nicht ausreicht. Aber ein erster wichtiger Schritt ist einmal getan.
Weitere Informationen zu den Opfern der Kirche in Bamberg:
siehe http://malefiz.blogspot.com/

 



Die allgemeine Vergebungsbitte des Bistums

Ehrlich oder taktisch?

Am 11.3.2007 wurde das Jubiläumsprogramm um eine weitere Veranstaltung ergänzt, von der zunächst nicht die Rede war - ein so genannter Vespergottesdienst im Bamberger Dom, in dem erstmals von "Opfern" der Kirche gesprochen wurde. "1000 Jahre Bistum Bamberg - feiern Sie mit!", so wurde man bis dahin im Internet auf der Seite des Erzbistums Bamberg begrüßt, und es folgte das Programm: Empfänge, Ausstellungen, Festgottesdienste, Vorträge. Die unzähligen Opfer dieser 1000-jährigen Geschichte tauchten zunächst nicht auf. Erst im Laufe des Jahres bekannte man sich zur Ermordung von Juden und "Hexen", zur Beteiligung an Kreuzzügen, zu Sexualverbrechen von Priestern und vielem mehr. Dies war ein erstes Signal in eine notwendige Richtung. Doch es muss leider bezweifelt werden, ob nun eine ernsthafte Auseinandersetzung und Aufarbeitung folgt.  Der Vespergottesdienst (dessen Inhalt uns im Wortlaut vorliegt) macht nämlich auch den Eindruck, als sollte damit vor allem unbequemen Kritikern der Wind aus den Segeln genommen werden. Warum ist das so?

1.) Das Würzburger katholische Sonntagsblatt schreibt über die Veranstaltung: Verfehlungen konkret benennen. Doch genau das geschah kaum. Was im Dom tatsächlich zur Sprache kam, fasste Erzbischof Ludwig Schick in die Worte: "Wir können Schuld und Versagen nur allgemein und lückenhaft andeuten" (Pressemitteilung des Erzbistums vom 9.3.2007). So spricht z. B. eine katholische Laienmitarbeiterin stellvertretend für die Kirche: "Juden und innerkirchliche Abweichler wurden verfolgt und getötet." Oder ein Priester: "Der Hexenwahn im Hochstift Bamberg kostete zu Beginn des 17. Jahrhunderts etlichen hundert Menschen das Leben." Immerhin schon ein wenig konkret.

Aber die Juden und "Abweichler" hatten Namen, und sie hatten eine Lebensgeschichte. Und es ist deshalb auch die Frage wichtig: Was genau ist passiert? Hinter den "etlichen hundert" Ermordeten verbergen sich furchtbare Familientragödien. Welche? Wer erzählt die Geschichte dieser Opfer der Kirche? Damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Und weiter: Es gab Anstifter, es gab Täter und es gab Mitläufer. Wer waren die Anstifter und die Täter? Und wer die Mitläufer? Und warum? Dazu Erzbischof Schick: "Wir benennen heute Fakten und nehmen keine Schuldzuweisungen vor. Wir weisen auf Ereignisse hin, die Schuld bedeuten und Schuld waren. Schuld ist immer ein ´Konvolut` von menschlichem Versagen, von Zeitumständen, von gesellschaftlichem Druck, von Unbedachtheit." Hierzu ist zu sagen: Wer von einem "Konvolut" spricht anstatt sich das Leiden der Opfer zu vergegenwärtigen und es von Herzen zu bereuen, der hat noch nicht erfasst, was notwendig wäre. Der glaubt weiter, auf dem hohen Ross sitzen bleiben zu können und hofft, dass ihn die Schreie der Opfer schon nicht mehr einholen werden. Doch das wird eines Tages, früher oder später, passieren, und sei es nach einigen Hundert Jahren. Gottes Mühlen mahlen langsam, doch sie mahlen. Schon in der Bibel steht: "Irret euch nicht. Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galaterbrief 6, 7). Und wohl kein Opfer würde dann als Beschwichtigung der schlimmen Taten akzeptieren, dass z. B. die "Zeitumstände" für ihn eben nicht so günstig gewesen sein sollen.

2.)  Ein wirkliches Eingeständnis von Schuld würde demgegenüber voraussetzen, dass man die Seelen der Gequälten und Ermordeten, die ja auch nach römisch-katholischer Lehre noch im Jenseits leben, um Vergebung bittet. Doch das versucht man im Dom von Bamberg nicht einmal ansatzweise. Man bittet stattdessen "Christus" um Erbarmen. Das mag die Kirche gerne tun, doch wie ehrlich ist eine solche Bitte, wenn man die Opfer selbst dann links liegen lässt? Und weiter: Hört man einmal in die jeweiligen Bitten hinein, dann ist das leider auch ernüchternd: "Juden und innerkirchliche Abweichler wurden verfolgt und getötet", heißt es z. B. im 5. Teil des Bekenntnisses. Und die dazu gehörige "Vergebungsbitte" lautet dann: "Herr, wir bitten dich: Verzeihe uns, wenn wir zu wenig Erbarmen gezeigt haben." Soll das vielleicht auch heißen können: "Statt sie zu ermorden, hätte es ja auch ´genügt`, sie lebenslang einzusperren?" Und was heißt hier "Wenn"? Man hätte ja zumindest formulieren können: "Verzeihe uns, dass (oder "wo") wir zu wenig Erbarmen gezeigt haben." Doch man sagt "Wenn" und liebäugelt weiter mit der Selbsttäuschung, dass vielleicht alles gar nicht so schlimm sei.

Oder der Sachverhalt im 3. Teil des Bekenntnisses: "Der Hexenwahn im Hochstift Bamberg kostete zu Beginn des 17. Jahrhunderts etlichen hundert Menschen das Leben." Die diesem Verbrechen zugeordnete Bitte lautet dann: "Herr, wir bitten dich: Verzeihe uns, wenn [Anmerkung: wieder "wenn" statt "dass"] wir mehr auf unsere Kraft als auf deine gewaltlose Liebe vertraut haben. Stärke uns in unserem Einsatz für Toleranz und friedlichen Interessenausgleich bei uns und in der ganzen Welt." An und für sich wären das korrekte Worte, Doch in welchem Zusammenhang stehen sie? Immerhin geht es um wahnhafte Massaker und Morde (siehe oben z. B. hier). Und mit welchen Empfindungen ist das Bekenntnis konkret gefüllt? Sind solche Bekenntnisse nicht vielfach leer und hohl?
Das alles ist aufs Ganze gesehen jedenfalls keine ernsthafte Bitte um Vergebung. Und es dürfte niemanden verwundern, wenn die Wut der Opfer im Jenseits
(falls sie dort leben) auf die Kirche damit erst recht angefacht würde. Und auch bei den Bitten 1, 2, 4, 6, 7 und 8 ist es nicht viel besser.

3.) Eine wirkliche Erkenntnis der Schuld würde weiterhin voraussetzen, dass man nicht ausgerechnet einen Haupttäter ungeschoren davon kommen lässt. Doch genau das passiert bei der Vergebungsbitte des Erzbistums Bamberg. So wird der "heilige" Heinrich als Täter nicht einmal erwähnt. Im Gegenteil: Erzbischof Ludwig Schick stellt ihn weiterhin als Vorbild hin und sagt: "Jede Gesellschaft aller Zeiten braucht auch Heilige; die wie Jesus Christus und in seiner Nachfolge den Menschen dienen: Frauen und Männer, wie Heinrich und Kunigunde ..." Heinrich in der Nachfolge von Jesus Christus? Das ist schon eine krasse Verhöhnung des friedfertigen Propheten aus Nazareth. Wie der "heilige" Heinrich Christus angeblich u. a. diente, lesen Sie oben. Die Bürger in Bamberg und Umgebung sollten sich nicht für dumm verkaufen lassen.

4.) Mehrfach wies die Kirche auch darauf hin, dass sie sich in diesem Vespergottesdienst von der Schuld "reinigen" wolle. Wörtlich Erzbischof Ludwig Schick: "Dazu ist es wichtig, dass wir unsere Herkunft sehen und aus den vielen guten Personen und Institutionen, Fakten und Ereignissen der 1000-jährigen Geschichte positive Impulse empfangen und die Kraft schöpfen, weiterzumachen sowie das Gute noch zu verstärken und zu verbessern. Dazu ist es aber auch notwendig, dass wir in unserer ´Herkunft` das Schuldhafte, das Versagen und die Nachlässigkeit sehen, um uns davon zu reinigen." Und: "Damit wir in Zukunft mehr Licht sein und bringen können, feiern wir diesen Gottesdienst der ´Reinigung des Gedächtnisses`, der Bitte um Vergebung und der Erneuerung." Und schließlich noch einmal: "Reinigen wir unser Gedächtnis." Soll das nun bedeuten, dass man sich in Zukunft nicht mehr an diese Ereignisse zu erinnern braucht? Oder dass mit diesem Vespergottesdienst nun alles gesühnt und abgegolten sei? So dass man sich von nun an wieder mit einem guten, weil "gereinigten" Gewissen an das vergossene Blut erinnern könne?
 
Wenn das Bistum Bamberg nun glaubt, sich auf diese Weise von den Verbrechen "reinigen" zu können, dann ist das - gelinde gesagt - ein Trugschluss. Denn wie heißt es schon in der Bibel: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Es sei denn, es wird rechtzeitig ehrlich bereut, ehrlich um Vergebung gebeten und - so weit möglich - wieder gut gemacht. Doch davon ist noch nicht viel zu spüren. Außerdem ist es notwendig, dass den Tätern von den Opfern verziehen wird.  Doch diese wurden ja nicht einmal um Verzeihung gebeten.
 

 


No happy birthday, Bistum Bamberg

Der Bamberger Domschatz und
der Mann aus Nazareth

Um den Domschatz zu Bamberg, der die Kronen von Kaiser Heinrich II. und der Kaiserin Kunigunde enthält sowie ein so genanntes Kreuzreliquiar von Heinrich II. (eine Goldschmiedearbeit, in die angeblich vier Splitter vom Kreuz von Golgatha eingearbeitet worden sind - die Splitter sind, wie fast alle Reliquien, Fälschungen), ist innerhalb von Bayern ein Streit entbrannt. Der Domschatz wird in der Münchner Residenz aufbewahrt und soll zurück in die Schatzkammern des Erzbistums Bamberg. Andere wollen ihn aber in München belassen.

Diejenigen, die sich um den Verbleib des "Schatzes" auseinandersetzen, nennen sich alle Christen. Sie berufen sich also auf Christus. Deshalb muss auch die Frage erlaubt sein, was wohl Christus mit dem Schatz tun würde, könnte man ihn heute fragen? Würde er für den Verbleib in München stimmen oder für die Verlegung nach Bamberg?

Durchsucht man die Bibel nach Aussagen von ihm, die man zur Beurteilung heranziehen könnte, dann findet sich z. B. das Wort: 
"Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden" (Matthäusevangelium 6, 19). Oder die Aussage: "Verkaufe alles, was du hast, und gib´s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben" (Lukasevangelium, 18, 22). Dabei unterschied der Mann aus Nazareth in diesem Zusammenhang nicht zwischen "Schätzen auf Erden", die sich jemand durch ehrliche Arbeit erworben hat, und Schätzen mit einer zweifelhaften Herkunft oder gar Schätzen, an denen Blut klebt. Der reiche junge Mann, der traurig wegging, als Jesus ihm diesen Vorschlag gemacht hatte ("Verkaufe alles"), war jedenfalls keiner, der seinen Reichtum durch Unrecht erbeutet hatte. Denn er hatte immerhin die Zehn Gebote "gehalten von Jugend auf" (18, 21). Das kann man von Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde jedoch nicht behaupten. Denn durch diese beiden "Heiligen" und durch das Bistum Bamberg ist viel Leid über unzählige Menschen in Europa gekommen, und an ihren Schätzen klebt folglich sehr viel Blut - vor allem an Kronen, für deren Erwerb zuvor Kriege geführt worden sind.

Der reiche junge Mann ging nach der Begegnung mit Jesus von Nazareth traurig weg und behielt seinen Schatz. Und wie wird es heute mit den Politkern und Kirchenführern weiter gehen, die im Unterschied zum reichen jungen Mann in der Bibel auf einem unrechtmäßig erworbenen Schatz sitzen? Sie werden wohl kaum so traurig und betroffen sein. Denn sie betrachten sich als die Hüter der "unveräußerlichen Güter" des kirchenchristlichen Abendlandes. Und in dieser Funktion kommen sie möglicherweise überhaupt nicht auf die Idee, sich die Frage zu stellen: "Was würde Christus mit dem Bamberger Domschatz tun, wenn man ihn heute fragen könnte?" Und damit ersparen sie sich auch eine Antwort. Es werden sich dann entweder diejenigen durchsetzen, die den Schatz in München belassen wollen oder diejenigen, die ihn nach Bamberg schaffen wollen. Auf jeden Fall wird dann niemand traurig sein wie der junge Mann nach der Begegnung mit Jesus, denn diese Begegnung wird heute aus gutem Grund vermieden. "Sorry! No happy birthday, Bistum Bamberg".
 

 

 


Die Vergangenheit lebt

Auszug aus dem Grußwort von Papst Benedikt XVI. zum 1000jährigen Jubiläum des Bistums:

"Mit besonderer Freude habe ich davon Kenntnis erhalten, dass das Erzbistum Bamberg vom 1. November 2006 bis zum 1. November 2007 ein Jubiläumsjahr aus Anlass seines tausendjährigen Bestehens feiert. Wenn ich auch nicht - wie es mein Vorgänger Benedikt VIII. [siehe oben Wer war der "Heilige Vater" Benedikt VIII.?] im Jahre 1020 getan hat - in eigener Person nach Bamberg kommen kann, so soll doch zur Eröffnung der Jahrtausendfeier des Erzbistums der herzliche Segensgruß des Nachfolgers des heiligen Petrus nicht fehlen … Mit Euch blicke ich auf den langen Weg zurück, den das Bistum des heiligen Heinrich [siehe oben Wer war der "heilige" Heinrich?] durch ein Jahrtausend gegangen ist, das von tief greifenden politischen, kulturellen und religiösen Umbrüchen gekennzeichnet war. Dass in all diesen Stürmen Hirten und Gläubige ´den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet und den Glauben bewahrt` (2 Tim 4, 7), ja auch Zeiten kraftvoller Blüte des Glaubens erlebt haben, ist wahrlich Grund genug, aus dankerfülltem Herzen ein freudiges ´Te Deum` anzustimmen, das nun das ganze Jubiläumsjahr nicht verstummen soll [siehe hier einige Beispiele für den "guten Kampf"] … Die Feier dieses Millenniums soll jedoch nicht so sehr ein Verweilen im Gedenken an eine bedeutende Vergangenheit sein. Vielmehr gilt es, aus deren reichem Erbe jene Kräfte zu schöpfen, die das Gottesvolk des Erzbistums Bamberg befähigen, der Mahnung des Apostels zu folgen: ´Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt` (1 Petr 3, 15) [wie z. B. Erzbischof Kolb] …An diese Sendung ... gemahnt Euch ein überaus kostbarer Zeuge der tausendjährigen Bamberger Geschichte: der Sternenmantel des heiligen Kaisers Heinrich [auf dem ein von der Kirche missbrauchter Christus von den Bischöfen und den Sternen des Kosmos umgeben wird] … Denn das Amt des Kaisers diente dem Auftrag der Kirche …" [Heute heißt es: Das Amt des Politikers dient dem Auftrag der Kirche; oder anders formuliert: Der Staat ist das Ross, die Kirche der Reiter; siehe Der Theologe Nr. 23]

Aus dem Vatikan, am 22. Oktober 2006, dem 29. Sonntag im Jahreskreis, Benedictus pp XVI.

Die Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Redaktion
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Das vollständige Grußwort lesen Sie bei:
http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/bistum/information/jubilaeum2007/service/papstgruss.html

 

 



Das kalte Grauen der Pracht

Beitrag für die Festschrift "1000 Jahre Bamberger Dom"

Jesus, der Christus, lehrt die Menschen einen liebenden Gott, den man "Vater" nennen darf. Er lehrt sie nicht die Verehrung von Knochen und von halbverwesten und eingetrockneten Leichenteilen, wie es die katholische Kirche tut. Der "Vater" von Jesus gibt allem Leben seinen Atem, und auch in der Bibel steht, dieser Gott "ist Geist" (2. Korinther 3, 17), und: "Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist" (Johannes 3, 8). Doch was ist demgegenüber eine Religion, in der Körperteile Verstorbener eine solche zentrale Bedeutung haben wie in der katholischen Kirche? Handelt es sich dabei nicht um einen Totenkult? Und "was sind denn diese Kirchen noch, wenn sie nicht die Grüfte und Grabmäler Gottes sind?", schreibt bereits der Philosoph Friedrich Nietzsche im 19. Jahrhundert in dem Werk Die fröhliche Wissenschaft.

Tot wäre jedoch nur dieser Kirchengott, und ein Schimmer von seinem Leichenglanz überzieht auch sensible Kirchenbesucher. Die kalte Pracht dieser Denkmäler aus Stein, in denen viele hilflos suchende Menschen auf und ab laufen, stimmt manchen depressiv. Bischöfe und "Heilige" der Vorzeit hat man dort in Marmor, Stein oder Beton gehauen oder ihre Blutrunst gar mit Gold überzogen. Und so drohen sie bis heute - versteinert, wie man sie betrachten kann - mit erhobenem Zeigefinger auf die Gläubigen herunter. Heute gehören diese Figuren zu den Kunstschätzen des Abendlandes, doch wer waren die Menschen, die einst in diesen Körpern lebten? Fast bei jedem dieser Würdenträger kann man die Frage stellen: Wie viele Leichen hat dieser auf dem Gewissen? Und wie viele jener? Und: Auf wie vielen Knochen und Gebeinen ist der Bischofsstuhl dieser Exzellenz errichtet? Und wie viel Blut klebt am Stuhl jener?

Man muss gut addieren können, auch große Zahlen. Denn Millionen von Menschen fielen allein in Europa dem Wahn des katholischen und des evangelischen Glaubens zum Opfer, und viele Täter werden in den Kirchen noch heute verehrt wie einst. Und wie einst erheben die Päpste, Eminenzen und Exzellenzen den Anspruch, Vermittler von Leben oder Tod zu sein und den einzigen Weg zurück zu Gott anzubieten. Dabei sind sie nur die Mittler des Todes. Ewig verdammt sei, wer den kirchlichen Weg kennt und ausschlägt, so ihr Wahn. Für alle Zeiten würde er furchtbare Höllenqualen erleiden, für immer und ewig, ununterbrochenes Grauen, ohne Aussicht auf ein Ende, gefoltert in alle Unendlichkeit - das ist die Drohbotschaft der Kirche, die sich hinter der Maske einer "Frohbotschaft" verbirgt. Keine Reue oder Umkehr werde dann mehr erhört, kein Zurückwinseln in den Schoß der großen "Mutter Kirche" sei mehr möglich, die - gleich der großen Hure aus der biblischen Apokalypse - nahezu mit jedem Machthaber buhlte und die von den Herrschern der Völker über Jahrhunderte die Todesurteile für Menschen einforderte, die eigenständig zu denken und zu fühlen wagten.

Bei einem Gespräch im Bekanntenkreis fällt plötzlich der Satz: "Du landest auch noch auf dem Scheiterhaufen", und es ist für einen Augenblick ganz still ... Und wer spürt sie noch in solchen Augenblicken, die alte Angst, dieser Macht ausgeliefert zu sein, von welcher der Historiker Karlheinz Deschner schreibt: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit ... keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.)
.
Und es ist noch nicht vorbei. Denn nach wie vor steht der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen", wie der Philosoph Karl Jaspers schreibt (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73). Doch wer auch immer dieses Verlangen hat und jederzeit bereit wäre, es wieder zu tun - die Hände sind ihnen derzeit gebunden.

Doch was sind schon die Scheiterhaufen? Die ewige Verdammnis sei schlimmer als jeder noch so in die Länge und in die Breite gezogene Foltertod, so die Lehrer der Kirche, wenn sie Klartext reden und man sich als Zuhörer nicht mit vordergründig milder klingenden Floskeln abspeisen lässt. Auch wenn es also derzeit keine kirchlichen Scheiterhaufen gibt: Das Entsetzen und die Pein sind nach kirchlichem Glauben nur verschoben auf die Zeit nach dem Tod. Das Gräuelwerk der Eminenzen hat einen langen Atem. Doch jeder kirchliche Christ kann sich überlegen, ob er wirklich noch länger warten will, um sich aus diesem System von Schauder, Verdammnisdrohung und inszenierter inhaltsleerer Tröstung zu verabschieden. Vor allem, weil er aufgrund von Zweifeln oder abweichenden Überzeugungen für die "Herren der Kirche" ohnehin längst zu den ewig Verdammten zählt (siehe dazu www.theologe.de/glaubenstest.htm)
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Angst und Faszination liegen in den Kirchen nahe beieinander. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer dieser Kirchen aus Stein! Sie blicken hinauf zum Dom in Köln oder zum Ulmer Münster, oder Sie stehen vor dem wuchtigen Bollwerk des Bamberger Doms. Oder Sie sitzen in einer Kathedrale. Oder gar im Petersdom in Rom. Und Sie sehen: Groß und mächtig ist die Pracht. Hohl und kalt leuchtet ihre Macht. Ein tonnenschweres Erbe der monströsen Vergangenheit mitten im Getöse der geschäftigen Gegenwart. Jeder Mensch sehnt sich hin und wieder nach Ruhe, und mancher steuert aus diesem Grund eine Kirche an. Doch wer die Stille nicht in sich selbst finden kann, im eigenen Inneren, der wird auch in den Kirchengebäuden nicht zur Ruhe kommen. Und schon gar nicht in ihren grausigen Reliquienkammern mit den hübsch geschmückten Knochen und Knöchelchen und den getrockneten Fleischresten - trotz des Abstands von der hektischen Betriebsamkeit in den Städten darum herum. Denn zwielichtig ist die Stille der Kirchen und trügerisch. Und einiges, was sich dort abspielt, ist vordergründig weder sichtbar noch hörbar.

  • So machte ich eines Tages Bekanntschaft mit einer engagierten Katholikin, die als "Medium" Erfahrungen mit Jenseitskontakten hatte und der ich manches gar nicht glaubte, wovon sie mir berichtet. Doch eine Erzählung ließ mich aufhorchen: Sie sagte, dass sie im Dom in Bamberg nicht in Ruhe beten konnte, da sich dort verzweifelte Seelen von Menschen zusammenfänden, die verstorben waren. Sie erlebte im Dom ein furchtbares Klagen und Geschrei. Und die Tatsache, dass sie sich ja im Dom befänden, inmitten der vielen Kreuze, Altäre und Reliquien, konnte die "armen Seelen" weder trösten noch ihnen weiterhelfen.
    Als ich später selbst diesen Dom betrete, kann ich zwar als "nicht medialer" Mensch Gott sei Dank weder Seelen sehen noch hören; doch dass sie um mich sein könnten, ist für mich gut vorstellbar. Vielleicht sind auch viele der oft brutalst gefolterten und getöteten Opfer der Kirche darunter, die gekommen sind, um in den kalten Mauern nach den Tätern zu suchen. Und wenn schon in diesem einen Dom so viele Seelen hausen, wie wird es dann wohl in den vielen anderen Domen und Kathedralen zugehen?

Man muss dies alles nicht glauben. Doch ich ahne seither, woher vielleicht dieser unterschwellige Schauer kommt, der mich als Kirchenbesucher immer wieder anfliegt und der sich abwechselt mit einem Lockruf, doch bitte einzutreten in die Gemäuer und in die Gemächer, um dort vielleicht den "Geheimnissen Gottes" auf die Spur zu kommen. Und es scheint dabei nur, als hätten die mächtigen Steinblöcke alles das stumm überdauert, was um sie herum in allen den Jahrhunderten geschah. Doch das Blut der Opfer der Kirche klebt noch unsichtbar an den Steinen, und es rinnt noch unsichtbar durch die Kirchenbänke, und man kann es vielleicht an seinen feinen Empfindungen merken. Wie sprach Jesus von Nazareth? "Wenn diese [meine Jünger] schweigen werden, so werden die Steine schreien" (Lukas 19, 40). Und schließlich: Es komme irgendwann die Zeit, da würde kein Stein mehr auf dem anderen bleiben.

Der Lockruf der Kirche hat viele Melodien. Wer hat nicht schon einmal harmonische Klänge der Kirchenmusik in sich aufgenommen? Den wuchtigen Orgelklang, die vielstimmige Fülle von Chor und Orchester oder die sanfte Stimme eines einzelnen Chorknaben? Manches mag dabei unmittelbar unsere Herzen berühren: "Nun danket alle Gott" erklingt es vielleicht aus Hunderten von Mündern oder "Großer Gott, wir loben dich". Und der Klang und die Kraft der Musik und die feierliche Stimmung können bis in unsere Seele vordringen, und die Kirche hat sich das immer zunutze gemacht.
So schreibt der Historiker Karlheinz Deschner: "Die Hinrichtung der ´Ketzer’, die meist an einem Festtag stattfand, gestaltete die Catholica zu einer Schaustellung ihrer unbeschränkten Gewalt. Sonderreiter luden das Volk ein, man nahm hohe Preise für Fensterplätze und gab jedem Gläubigen, der Holz für den Scheiterhaufen herbeischleppte, einen vollkommenen Ablass. Auf dem Weg zur Richtstätte wurde das Opfer oft unter einen Narrenhut gesteckt, mit glühenden Zangen gezwickt und ihm manchmal noch die rechte Hand abgeschlagen. Nur in Ausnahmefällen hat man einen Verurteilten vor der Exekution gnadenweise erwürgt. Während der Häretiker, je nach Windrichtung, erstickte oder langsam verbrannte, sangen die versammelten Katholiken das Lied ´Großer Gott, wir loben Dich`" (Abermals krähte der Hahn, btb-Taschenbuch, 3. Auflage 1996, S. 548). "Und damit der Lobgesang dabei nicht durch den Todeskampf der Andersgläubigen irritiert wurde, bekamen diese
zur Verhinderung ihrer Schreie eine Art Bremse in den Mund, so dass man nichts hörte als das fast anheimelnde Knistern der Flammen und die Litanei der Pfaffen" (Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 7, S. 260 ff.).
Das ist die Tradition, und diese Tradition ist noch nicht tot. Ihr Grauen schlingert sich unmerklich wie ein unsichtbar tödlicher Schleier auch in die Melodien der unheimlich vertrauten Kirchenlieder.
 
Bringt man zur Zeit des Alten Testaments Millionen von Tiere im Tempel um, um einen angeblich zornigen Gott zu "beruhigen", so bringt man zur Zeit des Neuen Testaments auf den Kirchen-, Kathedralen- und Domplätzen Millionen von Menschen um - immer im Namen Gottes. Die Tiere quält und schlachtet man zudem bis heute mit kirchlichem Segen, und man bringt weit mehr um, als man (fr)essen kann und subventioniert anschließend die Vernichtung der überschüssigen Kadaver. Auf diese Weise geschah und geschieht, was man mit Worten aus dem Katholischen Katechismus beschreiben könnte: "Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet" (Nr. 140).
Und alles, was geschah und noch in den Gebeinen der Lebenden und der Toten steckt, macht einen Dom oder eine Kathedrale zu einer Stätte der gespenstischen Dunkelheit. Schon bei Tageslicht. Und welche Todesangst könnte einen einsamen Besucher dort wohl erst nachts ergreifen? Und die weiträumigen Vorplätze der Dome und Kathedralen, auf den Tausende unschuldiger Menschen dem Henker übergeben wurden, wirken vom Kirchengebäude aus gesehen wie die Todesstreifen, die man noch überqueren muss, um dem Schlund der Kirche zu entfliehen.

Angesichts der bestialischen Morde der kirchlichen Kreuzfahrer an friedlichen Muslimen, an jüdischen Mitbürgern, an Freidenkern oder an Abweichlern im eigenen Lager, angesichts der durch nichts zu überbietenden Folter- und Hinrichtungsmethoden der kirchlichen Inquisition (vgl. Die Foltermethoden der Inquisition), angesichts von Völkermorden und Hexenverbrennungen weltweit und angesichts der Bestialität gegenüber den Tieren bis in die Gegenwart muten die alttestamentlichen Grausamkeiten eher wie Vorübungen an. Diese kirchlichen Verbrechen sind - trotz halbherzigem päpstlichem Eingeständnis - von den Verantwortlichen nie ernsthaft bereut, geschweige denn wieder gut gemacht worden und die jüngsten Gräueltaten reichen bis weit in das 20. Jahrhundert hinein. So fielen nach Schätzungen z. B. bis zu 750.000 orthodoxe Serben dem faschistisch-katholischen Ustascha-Regime in Kroatien während des 2. Weltkriegs zum Opfer, das vom Papst in Rom unterstützt wurde, während umgekehrt die orthodoxe serbische Cetnik-Bewegung Massaker an Kroaten verübte. Und während der Militärdiktatur in Argentinien machten die Führer der römisch-katholischen Kirche den Militärs Vorschläge, wie sie Regime-Gegner möglichst unauffällig hinrichten können. Und die Inbrunst der Gesänge in den Kreisen der Täter ist heute wie einst - verlockend und gefährlich zugleich.

Für Augenblicke scheinen Kirchen den Menschen auch Schutz zu bieten, die dort Schutz suchen. Doch kann man sich an einem solchen Ort geschützt fühlen? In Ruanda in Afrika schütten Ende des 20. Jahrhunderts katholische Amtsträger Benzin über die dort Zuflucht suchenden Menschen des Tutsi-Stammes und lassen sie in Flammen aufgehen oder mit einfahrenden Bulldozern zermalmen. Die Vergangenheit bricht für erschüttende Augenblicke wieder in die Gegenwart ein, um sich dann wieder hinter dem Bollwerk von Kirchenmauern zu verschanzen - bis wieder etwas passiert. Und in New York, im Stadtteil Manhattan, brennt im Winter 2001 die St.-John-The-Divine-Kathedrale, eine der größten Prachtbauten der Welt. Und wenn man dies so sehen will - vielleicht ein Symbol für das Ungesühnte, was die Kirchen anderen Jahrhunderte lang angetan haben und was früher oder später nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung auf sie selbst zurückfällt.


Der Beitrag ist ein Auszug aus der Informationsschrift Nr. 1 der Freien Christen für den Christus der Bergpredigt, "Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein
". Er ist kein Teil der offiziellen "Festschrift" zur Jubiläum des Bistums. Die Herausgeber hatten jedoch die Erlaubnis, ihn dort als Ergänzung ungekürzt zu übernehmen. Der vollständige Text der Informationsschrift ist im Internet nachzulesen unter http://www.theologe.de/freiechristen1.htm.

 


Erzbistum Bamberg aktuell

2008
Domkapitular wegen "Doktorspielen" an Schutzbefohlenen zurückgetreten
Mehr dazu:
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=858498&kat=27&man=3
Volkswohlfahrt? Neue Orgel in Stephanskirche mit einer halben Million Euro bezuschusst


2009
Die Rockband "Die Toten Hosen" am 12.5.2009 in der Jako-Arena über die Hexenverfolgung in Bamberg - von der Lokalpresse Fränkischer Tag erwartungsgemäß wieder unterschlagen, wie so vieles andere auch über die dunklen Kapitel der Stadt. Dafür hier:
http://www.youtube.com/watch?gl=DE&v=TYKhx0ZgqKU

Auch deshalb ist diese Seite über das Bistum und die Kirche so wichtig.
Sommerfest: Die Schöpfung ist für den Menschen da, die Sau wird geschlachtet


2012
Erzbistum Bamberg - Wie die Kirche bei Bestrebungen, ihre Opfer zu rehabilitieren, mauert anstatt zu bereuen und Wiedergutmachung anzubieten - Siehe dazu einen "Offenen Brief an Erzbischof Dr. Ludwig Schick" vom 17.5.2012 unter http://malefiz.blogspot.com.es/ sowie eine Dokumentation des Mordes am Kirchenopfer Dorothea Flock in Nürnberg wg. angeblicher "Hexerei" und Abweichungen vom katholischen Glauben bei http://www.youtube.com/watch?v=zwtqR0_vVrA&list=UU4Ce3ZvLaIubkHIEczuYO2w&index=2&feature=plcp
In dem Offenen Brief heißt es unter anderem: "Bamberg wird von ca. 2 Millionen Touristen pro Jahr besucht, die es nicht verdient haben, eine manipulierte Darstellung der Geschichte geliefert zu bekommen. Das sind die Methoden totalitärer Systeme, die in einer modernen aufgeklärten Welt nichts zu suchen haben."

Bereits mit Datum vom 17.2.2012 hatten die "Freien Christen für den Christus der Bergpredigt aller Kulturen weltweit" (www.freie-christen.com) einen Offenen Brief an Erzbischof Dr. Schick versandt: Mit folgendem Wortlaut:
"Sehr geehrter Herr Erzbischof, vielleicht haben Sie es auch gelesen: Am 13. Februar 2012 hat der Beschwerdeausschuss des Kölner Stadtrats beschlossen, dem Stadtrat zu empfehlen, die Opfer der Hexenprozesse der Stadt zu rehabilitieren. Der pensionierte evangelische Pfarrer Hartmut Hegeler, der den Stein ins Rollen gebracht hatte, bedauerte, dass er vom Kölner Kardinal Meisner in dieser konkreten Sache trotz Kontaktaufnahme keine Unterstützung erhalten habe. Und er fügte laut Kölner Stadtanzeiger (14.2.2012) hinzu: ´Ein besonders großes Anliegen wäre ihm die Rehabilitierung eines Bamberger Bürgermeisters, den im 17. Jahrhundert ein ähnliches Schicksal wie Katharina Henoth ereilte. Den Antrag müssten aber natürlich Menschen vor Ort stellen.`Er meint ganz offensichtlich den Bamberger Bürgermeister Johannes Junius, der im August 1628 hingerichtet wurde.
Und hier fühle ich mich auch als ehemaliger Bamberger Bürger angesprochen. Bisher, so Hegeler, gebe es in ganz Deutschland erst vierzehn (meist kleinere) Kommunen, die die Mordopfer wenigstens moralisch rehabilitiert hätten. (Ein juristische Rehabilitierung sei ohnehin nicht mehr möglich.) Sie sehen also: Das Thema bleibt aktuell, ja es wird aktueller. Sie hatten ja bereits im Jahr 2007 einmal während eines Vespergottesdienstes eine Vergebungsbitte für einige der Verbrechen der Kirche aussprechen lassen, darunter auch die Hexenverfolgung. Wäre es nicht an der Zeit, dass die Kirche als Hauptverantwortliche für diese schrecklichen Geschehnisse mit dafür sorgt, dass die Opfer heute öffentlich rehabilitiert werden? Ohne die ´Hexenbulle` von Papst Innozenz VIII. (1487) hätte sich die Hexenjagd wohl kaum so ausbreiten und dabei auch noch auf den ´Allerhöchsten` berufen können! Kann man sich eine größere Gotteslästerung überhaupt vorstellen?
Die ´Weltkulturerbestadt` Bamberg war – vor allem unter Ihrem Vorgänger Georg Fuchs von Dornheim (1623-33), aber auch schon unter Gottfried von Aschhausen (1609-23) – einer der Schwerpunkte der Hexenverfolgung in Deutschland. Zu nennen ist als ´treibende Kraft` auch der fanatische Weihbischof Friedrich Förner. Unseres Wissens existiert in Bamberg bis heute aber kein einziges Denkmal für die mehr als 600 ermordeten ´Hexen` und ´Zauberer`. Auf das eigens für sie errichtete (und später abgerissene) ´Malefizhaus` deutet nicht einmal eine Gedenktafel hin.
Aus unserer Sicht läge es längst in der historischen Verantwortung der Kirche, nicht nur (wenn überhaupt) sporadische Vergebungsbitten zu äußern, sondern dafür zu sorgen, dass die jeweiligen staatlichen Gemeinden die Opfer rehabilitieren – und dass diese in geeigneter Weise auch im Stadtbild und im Gedächtnis der Menschen ihren würdigen und angemessenen Platz erhalten. Dass sich nun ein einzelner mutiger Mann wie Hartmut Hegeler aus Unna in Eigeninitiative seit vielen Jahren mühsam um die Rehabilitierung der Opfer bemühen muss, ist ein Skandal!
Die grauenhaften Prozesse und Hinrichtungen unschuldiger Männer, Frauen und sogar Kinder (!) dürfen nicht länger unter dem Mäntelchen des Vergessens verschwinden. Muss es wirklich bis zu 400 Jahren dauern, bis die Unschuld von Verbrechensopfern wieder hergestellt wird, und auch nur, weil ein Einzelner sich dafür einsetzt? Wäre es nicht dringend angezeigt, hier endlich allgemein und in aller Öffentlichkeit die riesige Schuld an den begangenen Verbrechen einzugestehen? Wo bleiben hier Anstand und Moral? Wo bleibt hier die Gerechtigkeit?
Wir bitten Sie daher, in diesem Sinn tätig zu werden – und wir bitten Sie um eine Antwort! Mit freundlichen Grüßen, Dieter Potzel."

8.8.2012 - Eine Antwort haben die Freien Christen bis heute nicht bekommen. Die Kirche kann es sich immer noch leisten, sich so zu verhalten. Allerdings wurden wir ohne Namensnennung von Domkapitular Dr. Norbert Jung als "Interessengruppe" verleumdet, der es "darum geht, die Kirche (übrigens nicht nur die katholische) zu schädigen" (vgl. dazu unten stehenden Brief des Autors Ralph Kloos an Dr. Norbert Jung).
Doch nicht wir "schädigen" die Kirche. Sondern wir klären über die Schädigung von Menschen durch die Kirche auf. Wenn diese nun im Ansatz verspürt, dass die Luft für sie als Täterin rauer wird, dann sind das vielleicht erste Ausläufer des Gesetzes von Saat und Ernte ("Was der Mensch sät, das wird er ernten"), das auch vor den Institutionen Kirche und ihrem Personal nicht halt macht, und sei es erst nach dem Ablauf von einigen Jahrhunderten.

Mittlerweile ist das Thema der Rehabilitation der Opfer in Bamberg in aller Munde. Doch die Kirche mauert weiter und will eine Rehabilitation ihrer früheren Opfer weiter verhindern. Zuletzt versuchte man im Verbund mit einigen Stadträten, die Verantwortung an den Ministerpräsidenten Bayerns, Horst Seehofer abzuschieben, welcher der Rechtsnachfolger der römisch-katholischen Bamberger Fürstbischöfe sein soll. Doch das ist ähnlich haarsträubend, wie wenn z. B. in unserer Zeit ein Verantwortlicher der früheren NSDAP die Verantwortung für die Verbrechen der Hitler-Diktatur auf die Bundesregierung als Nachfolgerin dieser Diktatur schieben möchte.

Lesen Sie dazu auch den nachfolgenden Brief von Herrn Ralph Kloos, Autor und Produzent von www.malefiz-haus.de,
an den Domkapitular zu Bamberg, Herrn Dr. Norbert Jung vom 12.7.2012

Abbildung rechts: Das Malefiz-Haus in Bamberg - die Folterstätte der katholischen Kirche (Rekonstruktion von Ralph Kloos)

 


Trotz Widerstand und Verleumdungen der Kirche gegen Aufklärer

"Jetzt wird auch in Bamberg
das fehlende Kapitel Geschichte
 öffentlich gemacht werden"

An Herrn Dr. Norbert Jung
Domkapitular zu Bamberg
Leiter Hauptabteilung Kunst und Kultur

Sehr geehrter Herr Dr. Jung, 
es ist schön, dass Erzbischof Dr. Ludwig Schick zuständigkeitshalber Sie beauftragt hat, Herrn Pfarrer Hegeler [siehe hier] auf dessen Brief zu antworten. Allerdings weiß ich nicht, ob er Sie auch dazu ermutigt hat, unsere ehrenamtliche Aufklärungsinitiative in absurder Art und Weise zu diffamieren und zu diskreditieren.
Wir beziehen uns auf Ihr Schreiben vom 16. April 2012, welches öffentlich im Internet zu finden ist. Wir fühlen uns von folgender Passage angesprochen und können Ihren Wahnwitz beim besten Willen nicht unkommentiert auf uns sitzen lassen.
"Vermutlich wissen Sie aber auch - Beweise liegen mir vor -, dass manche diesbezügliche Aktionen in Wahrheit von lnteressengruppen gesteuert sind, denen es darum geht, die Kirche (übrigens nicht nur die katholische) zu schädigen, bzw. von skrupellosen Geschäftemachern, die durch blutrünstige Präsentationen im Rahmen des Massentourismus Geld machen wollen. Auch das gilt es zu bedenken, denn einem wirklichen Gedenken wäre damit nicht gedient, sondern vielmehr einer missbräuchlichen Verzweckung des Leids der Opfer Vorschub geleistet."
Die angesprochene Interessensgruppe gibt es wirklich. Nach unserem Verständnis einer modernen aufgeklärten Gesellschaft besteht diese Gemeinschaft aus den Menschen, die sich nicht vorschreiben lassen, was sie zu denken und was sie zu glauben haben. Die Zahl dieser Gruppe steigt tagtäglich. 
Der Wunsch nach ungeschminkter Vergangenheitsbewältigung existiert übrigens unabhängig von den Befindlichkeiten Ihrer oder anderer Religionsgemeinschaften.
Dass Sie es wirklich wagen, die Worte "skrupellos" und "blutrünstig" im Zusammenhang mit uns zu verwenden, hat schon beinahe pathologische Züge. Sie finden auf unseren Webseiten weder Foltergeräusche noch Todesschreie und Sie können mir glauben: Es liegt nicht daran, dass wir dazu nicht technisch in der Lage wären. Wir haben bewusst auf alle reißerischen Elemente verzichtet, damit uns Leute wie Sie nicht vorwerfen können, dass wir uns solcher Methoden bedienen müssten, um die Grausamkeiten Ihrer Organisation anschaulich zu dokumentieren. Allein die niedergeschriebenen Worte der gemarterten Opfer sind schauderhaft genug. Doch selbst wenn wir die besten Computerspezialisten der Welt verpflichten könnten, um alle existierenden technischen Möglichkeiten zur Dokumentation der damaligen Prozesse umzusetzen, so wären wir doch niemals in der Lage, den Brandgeruch und vor allem die Angst der Menschen abzubilden, die gerade in einer fürstbischöflichen Folterkammer ihre eigenen Familienmitglieder denunzieren mussten, damit die Folterknechte endlich mit ihrem furchtbaren Werk aufhörten. Die ganze Region lebte Jahre lang in einem Trauma aus Aberglauben, Verrat, Gottesfurcht und religiösem Wahnsinn, der dazu führte, dass Bamberg zu einem wahrhaftigen Vorhof der Hölle wurde. 
Ihr akademischer Stand und Ihre Position innerhalb des Erzbistums sagen einem Laien wie mir, dass Sie einer der Hüter über die kircheninternen Informationen und deren Verbreitung im Bistum sein müssen, was gleichermaßen impliziert, dass Sie persönlich sehr wohl seit Jahren ganz genau wissen, was sich innerhalb der "alten Hofhaltung" und im Malefizhaus abgespielt hat. Wer, wenn nicht Sie? 
Das Sahnehäubchen Ihrer obstrusen Anschuldigungen stellt aber der von Ihnen verwendete Begriff der "Geschäftemacherei" dar. Darf ich Sie fragen, wer Ihren, nicht gerade als frugal zu bezeichnenden, Lebensunterhalt (und den des gesamten Bistums, inklusive Erzbischof) bezahlt? Soweit ich weiß, sind das die gläubigen Katholiken, die innerhalb des Erzbistums einen Teil Ihrer Lohnsteuer als Kirchensteuer abführen. Ich hoffe, ich liege nicht vollkommen daneben mit dieser Hypothese. 
Da wir ein paar Sätze vorher schon geklärt haben, dass Sie einer der absoluten Hauptverantwortlichen der jahrelangen Vertuschung sind, der sein Geld aber ohne Probleme jeden Monat von den Mitgliedern seiner Kirchenorganisation kassiert, dann ist diese Tatsache für mich nichts anderes als eine Form von niederem Betrug. Werden in der katholischen Lehre nicht die Dogmen der absoluten Wahrheit gelehrt? ("Die Wahrheit spricht meine Zunge, Unrechtes ist meinen Lippen ein Gräuel.")
Wenn man sich dann noch vergegenwärtigt, wie die katholische Kirche insgesamt und speziell im Erzbistum Bamberg zu ihrem unermesslichen Reichtum gekommen ist, wird Ihre Argumentation geradezu abenteuerlich.
Im Gegensatz dazu stoßen jeden Tag mehr und mehr Menschen auf unsere Webseiten zu dem Thema und zu den assoziierten YOUTUBE-Videos, die auf dem Kanal JOHANNESJUNIUS gehostet werden. Schon bald wird dieser Bildungskanal unter dem Namen des verbrannten Bürgermeisters von Bamberg eine Million Zugriffe überschreiten - und nirgendwo finden Sie ein einziges Werbebanner, weil wir auch keine Werbebuttons auf die Website eines KZs platzieren würden. Wir verzichten damit freiwillig auf permanente Einnahmen.
Was die Herstellung dieser jahrelangen Forschungsarbeit angeht, so kann ich nur eines sagen: Ohne die Hilfe zahlreicher Freunde und interessierter Historiker und ohne große finanzielle Opfer wäre es niemals möglich gewesen, die MALEFIZ-HAUS-Website und andere Medien zu produzieren, um damit Hunderttausende von interessierten Menschen umsonst zu informieren - und das sogar in einer zweiten Sprache. (Englisch)
Mein persönliches Fazit: 
Durch unsere Arbeit werden die Konsumenten, die unsere Informationsangebote nutzen, gratis über die wahre Geschichte dieser Massenmorde informiert. 
Im Gegensatz dazu werden Ihre monatlich zahlenden Gemeindemitglieder, die Sie beim Kirchgang auch noch zur Kollekte bitten, von Ihnen seit Jahrzehnten gegen besseres Wissen angelogen, bzw. um die Wahrheit betrogen. So viel zum Thema "Geschäftemacher". 
Ihre "Reinigung des Gedächtnisses" hat wirklich lange perfekt funktioniert in dieser Stadt, aber jetzt wird auch in Bamberg das fehlende Kapitel Geschichte öffentlich gemacht werden - auch wenn es noch so weh tut. 
Das können Sie jetzt nicht mehr verhindern und so sollte vielleicht auch in Ihrer Gedankenwelt Platz geschaffen werden für die Lehren der Aufklärung und die mit Ihnen direkt zusammenhängende Verantwortung gegenüber Ihrem Titel, Ihrer Funktion und Ihrer Gemeinde. 

Ralph Kloos, Autor und Produzent, www.malefiz-haus.de

(Abdruck mit Genehmigung des Autors, zit. nach http://malefiz.blogspot.com.es/)

 

 




Der Autor dieser Web-Site: Dieter Potzel, Evangelischer Theologe, war von 1988 bis 1992 evangelisch-lutherischer Gemeindepfarrer der Kirche Bamberg St. Stephan, deren Grundstein im Jahr 1007 von Kaiserin Kunigunde gelegt wurde. Er ist 1992 aus der Kirche ausgetreten, lebt heute in Unterfranken und bietet "Würdige Bestattungen", "Festliche Trauungen" und Kindersegnungen ohne Kirche an.

Lesen Sie auch
:

Links zum Erzbistum Bamberg unter:
http://www.murphys-outlaw.com/de-rjk/imprint-de.html

Der Theologe Nr. 27 - Der Kreuzzugsprediger: August Clemens Kardinal von Galen trieb die Soldaten in den 2. Weltkrieg

Der Theologe Nr. 6 - Die evangelische Kirche - immer für den Krieg: 1813, 1870/71, 1914-1918 ...

 

Diese Ausgabe des "Theologen"  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 29: "Die Stadt der Dämonen" - Das Bistum Bamberg und die Inquisition, Wertheim 2007,
zit. nach http://www.theologe.de/erzbistum_bamberg.htm, Fassung vom 30.9.2015,
Copyright © und Impressum siehe hier. Der aktualisierte Titel "Die Stadt der Dämonen" wurde dem PM-Artikel von Juni 2014 entlehnt.

 

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