DER THEOLOGE
Nr. 48
Positives Denken und
Hilfe und Heilung bei Depressionen
und "Minderwertigkeitsgefühlen"
Immer mehr Menschen leiden an Depressionen. Andere üben sich im positiven Denken, doch sie werden dennoch nicht glücklich. Nachfolgend veröffentlichen wir als Der Theologe, Ausgabe Nr. 48 drei hier teilweise überarbeitete Artikel aus der Zeitschrift Das Weisse Pferd über Hilfe bei Depressionen, bei "Minderwertigkeitskomplexen" und über positives Denken.
1) Chancen und Gefahren durch
"positives Denken"
2) Depressionen - wie ist Hilfe und Heilung
möglich?
3) Das Minderwertigkeitsgefühl
überwinden
Vorsicht bei Missbrauch der Gedankenkraft
Chancen und Gefahren durch
"positives Denken"
"Schlafen Sie ein mit dem Wort ‘Reichtum’ auf Ihren Lippen, und Sie werden erstaunt sein über die Wirkung. Bald nämlich sollte dann Wohlstand von allen Seiten überreichlich auf Sie zuströmen." So ein Rezept von Dr. Joseph Murphy, dem Begründer der Technik des so genannten "Positiven Denkens". Der Psychotherapeut Günter Scheich behauptet in seinem Buch jedoch: Positives Denken macht krank. Kann das sein?
Was immer Sie denken, vermehren Sie
Gefahr der Leugnung lebenswichtiger
Persönlichkeitsanteile
Die Sache mit Gott
Gefahr der Umpolung göttlicher Wahrheiten
Wenn "positives Denken" erfolgreich ist
Echtes positives Denken ist selbstlos
Das Unterbewusstsein ist nicht das Göttliche
Was steckt hinter dem Gedanken?
Gedanken sind ungeahnte Kräfte - doch wir
können sie auch missbrauchen
Gute, also positive Gedanken tragen sehr viel zum eigenen Wohlbefinden
bei. Das ist allgemein anerkannt. Daneben hat sich jedoch eine
umstrittene "Technik" des positiven Denkens entwickelt, die erklärt, wie
man gute Gedanken rezept- oder gar schemenartig in verschiedenen
Krisensituationen zur Anwendung bringen kann.
Vor allem in Zeiten wirtschaftlichen Niedergangs und
zunehmender Hiobsbotschaften aus aller Welt hat eine solche Lehre
Konjunktur: "Erkenne deine
geistige Kraft!", "Wie man seine Wünsche und Träume erfolgreich
verwirklicht", "Was Sie ersehnen, kommt zu Ihnen". So
lauten einige attraktive Buchtitel.
Natürlich ist eine solche Lehre anziehend. Die Verkünder der Technik des "positiven Denkens" bauen auf die angeblich unbegrenzte Macht des Denkens. Mit seiner Hilfe soll das Unterbewusstsein in positiver Weise beeinflusst werden. Dr. Murphy erklärt: "Ihr Unterbewusstsein führt ... alle Befehle aus, die ihm ihr Bewusstsein in Form von Urteilen und Überzeugungen zukommen lässt." Und: "Denken Sie das Gute, und es wird sich verwirklichen" (aus: "Die Macht Ihres Unterbewusstseins").
Was immer Sie denken, vermehren Sie
Das Unterbewusstsein gilt dabei als unerschöpfliches Kraftpotenzial, das alles schafft, was das Denken ihm befiehlt. Und wer das Unterbewusstsein richtig programmiert, der hat Erfolg. Vertreter dieser Denkrichtung weisen auf die Gesetzmäßigkeit "Was der Mensch sät, das wird er ernten hin" und erklären damit z. B. auch, dass die Reichen reicher, die Armen ärmer, die Kranken kränker und die Erfolgreichen erfolgreicher werden. Und wie soll das vor sich gehen? "Denken Sie an das Gute, und das Gute geschieht. ... Merke: Denken ist gleich säen ..." So lautet die einfache Botschaft, und die Erfahrung zeigt, dass sie vielfach stimmt. Denn alles, was wir denken, speichern wir auch - in unserem Oberbewusstsein, in unserem Unterbewusstsein, ja sogar in unseren Körperzellen und letztendlich in unserer Seele.
Die Technik des "positiven Denkens" besteht dabei in erster Linie in einer Art Autosuggestion, in dem In-sich-hinein-Sprechen von positiven Sätzen.
Sowohl dieser Methode als auch die Inhalte werden jedoch von dem Psychotherapeuten Günter Scheich in seinem Buch Positives Denken macht krank heftig kritisiert: "Die Lehre vom positiven Denken definiert sich" laut Scheich "über die unreifen Ziele immerwährenden Glücks, immerwährender Harmonie und Gesundheit, sowie immerwährenden Reichtums. Dieses Heilsversprechen spricht besonders Menschen mit psychischen Problemen an, die durch die unweigerlich eintretenden Frustrationen und falschen Zielvorgaben noch weiter in ihre Krankheit getrieben werden".
Gefahr der Verleugnung lebenswichtiger Persönlichkeitsanteile
Günter Scheich nennt das "positive Denken" deshalb eine "pseudowissenschaftliche Verdrängungsmethode". Unglückliche Menschen seien auf der Suche nach der Lösung ihrer Probleme. Und "zur Erfüllung dieses Ziels sind (leider zu viele) bereit, einfachsten Erklärungsmustern zu folgen und sich dabei einlullen zu lassen - statt sich den Problemen zu stellen ..."
Dies sei aber unumgänglich. Denn "die
menschliche Psyche ist ein komplexes und differenziertes System ... Alle Emotionen -
seien sie nun »positiv« oder »negativ« - sind wichtig. Versuche, den natürlichen
Gefühlshaushalt zu manipulieren und nur noch »positiv« zu denken und zu fühlen,
führen zu einer Verleugnung wichtiger - zum Teil lebenswichtiger -
Persönlichkeitsanteile".
Doch trifft diese Kritik wirklich immer zu? Oder wird das "positive
Denken", das "krank" machen soll, bei ihm nur einseitig dargestellt und
seine Schwächen und Gefahren bewusst überzeichnet? Schüttet der
Psychotherapeut Günter Scheich nicht das Kind mit dem Bade aus, weil die
negative Beurteilung der "positiven Technik" den Blick für die großen
Chancen einer positiven Lebenseinstellung und positiver Gedanken verdeckt?
Dass unsere Gedanken Kraft haben und jeder Gedanke - vor allem wenn er wiederholt gedacht wird - zur Verwirklichung drängt, kann jedenfalls niemand ernsthaft bestreiten. Und man kann auch nicht behaupten, dass jeder, der sich im "positiven Denken" übt, Negatives automatisch verdrängen würde.
Natürlich sind kritische Rückfragen unumgänglich. So könnte man fragen: Woher stammt eigentlich die Lebensphilosophie, dass wir uns durch positives Denken z. B. alle unsere ichbezogenen Wünsche erfüllen können? Und mit welchem Recht behaupten viele Vertreter dieser Art von positivem Denken - wie z. B. der ehemalige Pfarrer Norman Vincent Peale -, dies sei gleich bedeutend mit dem "Willen Gottes"?
Hier lohnt es, einmal innezuhalten. Gott kommen wir näher, indem wir Seine Gebote halten. So lehrte es Jesus von Nazareth. Er sprach: "Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Mich liebt - und wer Mich liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden, und auch Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren" (Joh. 14, 21). Anders herum gesprochen: Damit sich Gott bzw. Christus einem Menschen "offenbaren" können, ist es notwendig, dass dieser die Gebote Gottes erfüllt.
Gefahr der Umpolung göttlicher Wahrheiten
Was jedoch passiert, wenn man nur Teilaspekte aus der göttlichen Wahrheit herauslöst und sie für egoistische Zwecke verwendet? Dann missbraucht man die Kräfte und stellt sie in den Dienst einer Sache, die gegen Gott gerichtet ist. Denn Gott ist immer für die Einheit allen Lebens und möchte, dass alle Lebensformen der Schöpfung miteinander harmonieren. Die dämonischen Kräfte jedoch lehren: "Trenne, binde und herrsche!" Wenn ich also etwas für mich will, und, wie es dem Nächsten damit geht, ist mir mehr oder weniger einerlei, dann trenne ich mich von ihm. Wer also, wie wohl fast alle Menschen, nicht frei von Egoismus oder Herrscher-Allüren ist, der sollte zumindest sehr vorsichtig sein, von Gott zu reden.
Dies gilt auch, wenn man den "positiven Denker" Dr. Joseph Murphy einmal hinterfragt, wenn er kühn und munter behauptet: "Ich weiß: Meine Herzenswünsche sind mir von Gott, der in mir wohnt, eingegeben. Gott will, dass ich glücklich bin." Doch Achtung! Wenn jemand so locker von der Eingabe "Gottes" spricht, ist größte Vorsicht geboten, und es liegt vielfach nahe, dass der Name Gottes missbraucht wird. "Gott will, dass ich glücklich bin". Dagegen wird kein vernünftiger Mensch etwas einwenden, wenn man es auf alle Menschen und Lebensformen bezieht und es nicht nur auf die Höhen und Tiefen seines bürgerlichen Privatlebens anwendet. Denn Gott bevorzugt bzw. benachteiligt keinen. Somit müsste der Weg zum Glück auch für alle gehbar sein, und nicht nur für Menschen in Ländern, in denen vielfach auf Kosten anderer Länder und Menschen gelebt wird - vom dem Leid der Tiere ganz zu schweigen.
Dieses Glück in Gott, so haben es Mystiker zu allen Zeiten immer wieder erfahren, wäre demnach ein inneres Glück. Sie konnten sogar sagen: Das Leben in Gott ist Reichtum, ist Glück, ist die Erfüllung der menschlichen Sehnsucht. Dieses könne man aber nicht mithilfe einer Technik, sondern nur durch Verwirklichung der göttlichen Gebote Schritt für Schritt erleben. Das Glück in Gott ist also nicht das Haben-, Sein- und Besitzen-Wollen. Deshalb wollte Jesus von Nazareth auch nicht, dass wir nach materiellem Reichtum streben, was bei vielen Vertretern des "Positiven Denkens" aber ein vordringliches Anliegen ist. Er sagte: "Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und dies alles [was der Mensch zum Leben braucht] wird euch zufallen." Wer sich also ehrlich um ein Leben nach den göttlichen Geboten bemüht (und z. B. das Gebot "Bete und arbeite" erfüllt), der wird seine Wünsche in den Willen Gottes stellen. Dann wird ihm auch das nach und nach zukommen, was er für sein Leben braucht und darüber hinaus. So könnte man die urchristliche Botschaft zu diesem Thema zusammenfassen.
Bei Jesus stehen also Gott und die Anliegen des "Reiches Gottes" an erster Stelle, nicht die Wünsche des Einzelnen, was jedoch zu keinerlei Mangelerscheinung führt, im Gegenteil. An anderer Stelle in der Bergpredigt erklärt der Menschheitslehrer aus Nazareth sogar: "Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." Dabei zeigte Jesus jedoch einen anderen Weg auf als bloßes positives Denken, nämlich die tägliche Arbeit an uns selbst, die allerdings von positiven Gedanken begleitet sein sollte: Durch die Bereinigung der eigenen Fehlhaltungen und durch die Verwirklichung des Gebotes "Was du willst, das die Menschen dir tun, das tue du ihnen zuerst" wird der Mensch innerlich reich und glücklich - so die "Goldene Regel" aus der Bergpredigt von Jesus.

"Und was soll ich jetzt
als Nächstes denken?"
Wenn "positives Denken" erfolgreich ist ...
Was ist dann aber mit dem Glück, das sich mit Hilfe des "positiven Denkens" durch Erfüllung menschlicher Wünsche einstellen kann? Und wer führt diesen "Erfolg" herbei?
Ist es Gott? Und jemand könnte darauf
hin antworten: Warum sollte diese Freude
nicht von Gott sein, wenn der Wunsch nicht selbstsüchtig überzogen ist
und durch seine Erfüllung niemand zu
Schaden kommt? Jesus hat kein zerknirschtes und fanatisches Asketentum
gelehrt. Doch kommen "Erfolg" und Wunscherfüllung immer von Gott? Oder
können auch andere Kräfte dahinter stehen, die gegen Gott gerichtet sind? Dazu eine
These: Gott
gibt selbstlos, die gegen Gott gerichteten Kräfte nicht. Sie stellen
früher oder später für ihre "Dienste" eine Rechnung, und sei es im
Jenseits oder in einer weiteren Inkarnation. Dann heißt es z. B.: "Wir
haben dir im letzten Leben zu Ruhm und Ehre verholfen. Jetzt sei du
unser Diener und tue für uns dies und das. Sonst werden wir dir unsere
Energien entziehen, und dann sieh´ zu, wie du mit deinem erbärmlichen
Leben klar kommst!" Und das kann bedeuten: Wer seine Gedankenkräfte
z. B. rücksichtslos für
eigensüchtige Zwecke eingesetzt hat, muss seinen "Gewinn" irgendwann
bei denen zurückzahlen, die ihm durch ihre Energien dabei geholfen haben.
Da hilft dann auch keine Technik des positiven Denkens mehr.
Diese hier als These dargelegten Zusammenhänge können wir zwar nicht
beweisen. Aber manche Propheten und wahre Gottesboten haben in den
letzten Jahrhunderten so oder so ähnlich darauf hingewiesen.
Echtes positives Denken ist selbstlos
Die notwendige Kritik an der Technik des "positiven Denken" stellt jedoch, wie bereits angedeutet, nicht den Wert einer positiven Grundeinstellung im Leben und von wirklich positiven Gedanken in Frage. Innere Werte wie Vertrauen, Zuversicht und innere Stärke sind Gaben Gottes. Sie wachsen in uns durch die Bereinigung des Menschlich-Allzumenschlichen und durch die schrittweise Erfüllung der göttlichen Gebote. Dabei hilft einem das Wissen, dass alle für uns erstrebenswerten positiven Charaktereigenschaft bereits in uns selbst angelegt sind. Dieses Positive in uns wächst auch, wenn wir das Gute in unserem Nächsten bejahen und ihm wohlwollend gegenübertreten - vor allem dann, wenn wir mit ihm Probleme haben. Denn wer das Gute in seinem Nächsten bejaht, erweckt es zugleich in sich selbst.
Eine wichtige Hilfe kann deshalb auch folgende Gedankenstütze sein: "In jedem Negativen ist das Positive". Denn Gott ist mit Seiner Kraft überall gegenwärtig. Auch im so genannten Schicksal, auch in der Krankheit, die wir uns letztlich durch falsches Denken und Handeln irgendwann selbst eingegeben haben. Wenn wir uns Ihm zuwenden, kann Er uns aufzeigen, was unser Anteil daran ist und wo wir unser Verhalten gegenüber dem Nächsten oder der Natur ändern sollten, um freier und glücklicher zu werden.
Das Unterbewusstsein ist nicht das Göttliche
Eine gravierendes Missverständnis der Technik des "positiven Denkens" liegt in der Annahme, das Unterbewusstsein, das ganz wesentlich unser Verhalten (mit-)steuert, sei schon die Quelle der Kraft, sei sozusagen das Göttliche. Das Unterbewusstsein ist jedoch erst eine Art Vorhof unserer Seele, in der das Göttliche und damit die Quelle der Kraft in uns wohnt. Und im Unterbewusstsein tummeln sich auch das Verdrängte, die ungelösten Konflikte sowie traumatische Kindheitserlebnisse, Aggressionen, Ängste und Süchte. Und ist dieses Negative gravierend, so ist dies vielfach auch in der Seele selbst gespeichert und wartet darauf, dass wir es mit Gottes Hilfe aufarbeiten.
Unsere Aufgabe besteht also darin, uns die Inhalte des Unterbewussten und - eine Etage tiefer - der Seele schrittweise bewusst zu machen und sie zu bereinigen - durch Erkennen, Bereuen, Um-Vergebung-Bitten und Nicht-mehr-Tun. Durch diese Bereinigung wächst die Kraft des Guten, das Göttliche in uns.
Was steckt hinter dem Gedanken?
Die Inhalte von Seele und Unterbewusstsein sind jedoch oftmals negativ, obwohl wir uns z. B. um eine positive Lebenseinstellung bemühen. Ein geistiges Gesetz lautet: "Was der Mensch aussendet, das empfängt er wieder" oder "Was der Mensch sät, das wird er ernten", wie es auch die Vertreter der Technik des "Positiven Denkens" lehren. Doch entscheidend ist dabei nicht der Gedanke an sich, sondern sein Inhalt, d. h. die innere Einstellung bzw. das Gefühl, das wir in den Gedanken hinein legen. Dieses ist maßgeblich und ist damit unser Sendepotenzial bzw. unsere "Saat", nicht die Gedanken an sich, von denen viele vordergründig "positiv" sein mögen. Doch was steckt jeweils hinter den "positiven" Gedanken? Vielleicht sind deshalb so manche Menschen mit der Anwendung dieses Denkens gescheitert und haben eher das Gegenteil erreicht, worauf der Psychotherapeut Günter Scheich ja eindringlich hinweist - weil sie eben nur oberflächlich "positiv" waren und nicht das darunter liegende "Negative" anschauen wollten.
Ist unsere Einstellung nämlich ichbezogen oder gegen den Nächsten gerichtet, dann können wir noch so intensiv positiv denken: über kurz oder lang würden wir dennoch das Ichbezogene oder das gegen unseren Nächsten Gerichtete ernten, also z. B. Zwietracht, Neid, Hass oder Feindseligkeit. Ist der Inhalt unserer positiven Gedanken jedoch selbstlos, d. h. im Einklang mit der Ethik des Jesus von Nazareth, dann kann uns Gott helfen, auch als Mensch glücklich zu werden. Das wäre dann wirklich "positives Denken", das auch die entsprechenden guten Früchte erntet.
Buchtipps aus dem Verlag Das Wort:
Erkenne und heile dich selbst durch die Kraft
des Geistes
http://www.das-wort.com/deutsch/ganzheitsheilung/erkenne-und-heile-dich-selbst-.php
"Der Tag, dein Freund - Geistige Hilfen für den Tag"
http://www.das-wort.com/deutsch/bewusstes-leben/der-tag-dein-freund---band-2.php
Dieser Artikel erschien in seiner Ursprungsfassung in der Zeitschrift Das
Weisse Pferd, Marktheidenfeld, Ausgabe Nr. 10/1997. Für die
Online-Ausgabe wurde er erheblich überarbeitet.
|
Was Gedanken anrichten können
"Wir können unserem Nächsten über Gedanken
seine Seelen- und Körperenergie stehlen, indem wir ihm bestimmte sündhafte
Gedanken, z. B. Wünsche, zusenden. Liegt in der der Seele unseres Nächsten
eventuell latent, ähnliches Sündhaftes wie in unseren Gedankensendungen,
dann kommt in ihm dieses Potenzial zum Schwingen, es wird also aktiv. Es
steigt empor in seine Gefühls- und Gedankenwelt. Wir haben durch das
Senden in Gedanken in ihm diese Reaktion hervor gerufen, haben ihn mit
unserem Denken, Wollen und Wünschen infiziert ... Dazu ein Beispiel: Der Mann sieht eine Frau. In ihm steigt das Empfinden empor, diese Frau näher kennenzulernen, mit ihr in Kontakt zu kommen. Die Frau denkt nicht an ihn. Er jedoch denkt immer wieder an sie. Die Wirkung davon kann sein: Sie wird auf ihn aufmerksam, beschäftigt sich mit ihm. Eventuell entstehen in ihr sogar die gleichen Wünsche, die auch in ihm - ihr gegenüber - wach sind. So hat er durch seine Initiative diesen Gedankenstrudel in ihr in Bewegung gebracht, vielleicht sogar bis hin zum Begehren. Bricht bei dieser Frau das Begehren auf, weil in ihr Ähnliches zugrunde liegt, richtet sich aber gar nicht auf den Sender, sondern auf einen anderen Mann, den nun wiederum die Frau ansendet, dann ist der Mann, der das Sendepotenzial geweckt hat, mit beteiligt an den dadurch hervor gerufenen Sünden der Frau und ebenfalls an den Sünden des von ihr angesendeten Mannes, bei dem unter Umständen auch Gleiches oder Ähnliches angeregt wurde ... Unter Umständen denkt jener Mann wieder an eine weitere Frau oder wird aus der Spannung heraus gegensätzlich aktiv, eventuell sogar gewalttätig. Wer ist nun schuld an der sündhaften Tat jenes Mannes? ... In einen solchen Schuldkomplex kann viel Leid verwoben sein. Einer der Beteiligten wird eventuell seinem Partner untreu, ein anderer kann unter Umständen sein Lebensziel nicht mehr erreichen, ein weiterer fällt in Selbstmitleid und Depression und anderes mehr. Ausgangspunkt all dieses Unheils wäre in unserem Beispiel der sendende Mann ... Deshalb sind Gedanken sehr gefährlich." (zit. aus Die Zehn Gebote Gottes, Das Leben der Urchristen, Würzburg 1995, S. 49-51) Ein Mann, der im kirchlichen Sinne sehr religiös sind, diese Zusammenhänge aber nicht kennt, könnte nun in einem anderen Beispiel sagen: "Ich habe immer wieder zu Gott gebetet, dass er mir diese bestimmte Frau zuführt, wenn es sein Wille ist. Und ich habe immer wieder ´positiv` gedacht und habe mir vorgestellt, wie ich mit dieser Frau eine glückliche Ehe führen könnte." Auf diese Weise hat er die Frau täglich mit seinen ´Gebetsgedanken` und scheinbar ´positiven` Wunschvorstellungen regelrecht traktiert, bis bei ihr eine entsprechende Resonanz entstanden ist. Schließlich geht sie auf sein Werben ein und verdrängt ihr Gefühl, dass eine Verbindung mit diesem Mann für sie und ihren weiteren Lebensweg nicht das Richtige ist. Der Mann hingegen ist nun glücklich und bedankt sich bei "Gott" und bei "Jesus" für die Gebetserhörung. In Wirklichkeit hat er jedoch durch sein eigenmächtiges Wünschen und Wollen die Verbindung herbei geführt. |
Nur bedrückt oder schon depressiv? Sie haben es in der
Hand:
Depressionen - wie ist Hilfe und Heilung möglich?
Etwa acht Millionen Bürger leiden in Deutschland an einer depressiven Störung. Jeder fünfte, so die Statistiker, erkrankt in seinem Leben an einer schwereren, d.h. länger dauernden Depression. Sind wir einer Depression hilflos ausgeliefert?
Depression - Mangel an Serotonin?
Ein Weg aus dem Leid
Depression durch mangelnde Stressbewältigung?
Veränderung
Das Glück des Menschen und seine Gedanken
Depression - Energiemangel der Seele
Positive und negative Energie
Wenn der Nächste seine Energie entzieht
Das Positive in der depressiven Reaktion
Sich rechtzeitig abfangen
Der Impuls aus unserer Seele
Die
Schliche des menschlichen Ego

Die Depression, wenn gegen sie nichts unternommen wird, ist nicht ungefährlich. So nehmen sich ca. 12.000 Bundesbürger jährlich das Leben, darunter überdurchschnittlich viele Ärzte und Pfarrer. Eine Depression kann viele Ursachen haben: eine einschneidende Lebensveränderung, Trennung oder Tod eines geliebten Menschen, Erschöpfung durch Überarbeitung, Arbeitslosigkeit, Stress in Familie oder Beruf oder falsche Lebensentscheidungen, bei denen der Mensch z. B. nicht auf seine innere Stimme hörte. Symptome einer Depression sind Antriebslosigkeit, fehlende Lebensfreude, Überempfindlichkeit, Pessimismus, ständige Traurigkeit, innere Leere, drückendes Schweregefühl bis hin zu Selbstmordäußerungen. Das Gehirn fühlt sich meist bleischwer an. Und nicht selten wird durch diesen Gemütszustand das Familienleben oder die Leistung am Arbeitsplatz stark in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kommt, dass Betroffene und Angehörige die Krankheit am liebsten verschweigen möchten. Und die Verzweiflung besteht oft darin, dass der Betroffene gerne etwas leisten möchte, aber einfach die Lebenskraft dafür nicht verspürt.
Depression: Mangel an Serotonin?
In der Medizin geht man davon aus, dass bei Depressiven eine Fehlregulation der Hormone vorliegt. So haben Depressive offenbar einen Mangel an Serotonin, einem Botenstoff, der für die Übermittlung von Impulsen von Nervenzelle zu Nervenzelle zuständig ist.
|
Aus
Leid und Unglück gibt es den einen Weg: Bereue und bitte um Vergebung und tue Gleiches oder Ähnliches nicht mehr! Dann können die kosmischen Kräfte wirken, und aus Leid wird Freude, und aus Unglück wird Glück. Aus: Für Dich zum Nachdenken, S. 161 |
Serotonin ist demnach für vieles in unserem Körper verantwortlich. Es soll unser Wohlbefinden über den Tag hinweg steuern. Und es habe auch etwas mit dem Gefühl von Würde und Selbstwert zu tun. Aus medizinischer Sicht gilt weiter: Über Nacht baut der Körper Serotonin in das verwandte Hormon Melatonin um. Am Morgen ist unser Serotoninspiegel daher niedrig. Wir versuchen ihn wieder aufzubauen, indem wir z. B. ein Frühstücksbrötchen mit Marmelade essen. Dem gleichen Zweck dient eine Tasse frisch gebrühter Kaffee. Denn Koffein regt nicht nur an, es wirkt sogar leicht euphorisierend. Zudem bringt es unseren Serotoninspiegel weiter nach oben. Auch die zweite Kaffeepause, wenn mit dem Tageslicht auch das Serotonin schwindet, soll den Stoff wieder aufbauen. Koffein stoppt zwar nicht den Abbau des Serotonins, regt aber dessen Neubildung an.
An eben diesem äußeren Serotonin-Mangel setzen die chemischen Mittel zur Bekämpfung der Depression an, die Antidepressiva, z. B. die US-"Wunderdroge" Prozac (in Deutschland "Fluctin"). Sie erhöhen einfach den Serotoninspiegel im Gehirn. Doch wenn die Zusammenhänge so einfach wären, würden ja alle depressiv Erkrankten in der Kürze der Zeit ihre Depression los. So ist es aber nicht. Nur hier und da kann ein solches Medikament die akute Depression zurück drängen bzw. verschwinden lassen. Doch es hat auch Nebenwirkungen: Die Substanzen wirken oftmals erst nach drei Wochen, der Patient hat jedoch sofort einen trockenen Mund, ist müde, hat Verdauungsstörungen. Auch die Rückfallquote ist hoch, und der genaue Wirkmechanismus ist letztlich immer noch unbekannt. Und die Ursache der Depression ist damit auch nicht behoben.
Depression durch mangelnde Stressbewältigung?
Eine andere These ist, dass die Disharmonie im Hormonsystem bei schweren Depressionen etwas mit Stress zu tun hat. Bekanntlich wird bei Stress das Hormon Cortisol bzw. CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon) ausgeschüttet, ein Stoff, der den Organismus in Alarmbereitschaft versetzt. Wenn z. B. plötzlich vor uns ein großer, grimmiger Hund auftaucht, dann führt die Hormonausschüttung zu verstärktem Blutdruck, Atmung und Blutdurchfluss, damit der Körper entweder kämpfen oder fliehen kann. Ist die Gefahr vorbei, normalisiert sich der Hormonhaushalt wieder und Entspannung setzt ein. Nicht so bei Depressiven. Sie bleiben in einer Art innerem Dauerstress, für die es irgendwann keinen erkennbaren Anlass mehr gibt. Bei ihnen bleiben die Stresshormone ständig erhöht.
Ziel der medizinischen Depressionsbehandlung auf dieser Grundlage ist deshalb, das Stresshormon-System zu normalisieren. Da man die Produktion von zuviel Cortisol bisher nicht unterdrücken konnte, suchte man nach einem Weg, das CRH = Cortisol im Gehirn an seiner Wirkung zu hindern. Man entwickelte einen Stoff, der die Aufnahme von CRH an den Rezeptoren unterdrückt. Dadurch soll die Stressreaktion unterbrochen werden, mit der Folge, dass Angst und Unruhe schwinden sollen. Das Mittel soll Angst- und Stressgefühle stark reduzieren und weder müde noch süchtig machen.
Die
Thesen der Mediziner lassen die Frage aufkommen, ob mit solchen
medizinischen Experimenten gar beliebig in den menschlichen
Gefühlshaushalt eingegriffen werden kann? So fragt z. B. die
Süddeutsche Zeitung: "Besteht nicht die Gefahr, dass Gesunde das
Medikament missbrauchen, um besser mit ihren Ängsten umgehen zu können?
Ist es dann nicht der nächste Schritt, Angst gleich zu blockieren, bevor
sie überhaupt entstehen kann? Haben Gefahren bald nichts Abschreckendes
mehr, ist der Angstpegel dann nur noch eine Frage der Dosierung? Der
Soldat vor einem Angriff ... der Bankräuber vor einem Überfall ..."
(8.10.1999) Oder anders gesprochen: Kommt also mit der modernen
Psycho-Neuro-Chemie der "programmierte Unmensch"? Ein Mensch, dessen
Gefühlsebene "abgeklemmt" ist, der zu Einfühlung und Mitleiden nicht
mehr fähig ist?
Depression - Energiemangel der Seele
Dabei ist nicht jede depressive Reaktion - sei es schwere Niedergeschlagenheit, Bedrücktheit, Pessimismus oder Resignation - gleich eine seelische Krankheit. Doch es hat immer etwas mit der Seele zu tun. Im Leben jedes Menschen gibt es ja immer wieder das Auf und Ab, doch wer kann den Ruf seiner Seele richtig deuten? Und wie begegnet er der Herausforderung einer depressiven Reaktion?
Eines
ist jedoch unstreitig: Jede Niedergeschlagenheit, jede depressive
Verstimmung zeugt von Energieverlust. Und daraus lässt sich folgern:
Eine Depression ist letztlich nichts anderes als ein gravierender
Energiemangel der Seele. Und die entscheidende Frage im Hinblick auf
eine Heilung ist, wie es zum Verlust seelischer Energie bzw. wie es zum
Abfall der "Schwingung" bzw. der Bewusstseinskräfte
gekommen ist bzw. kommt.
Liegen schwerwiegende Dinge zugrunde, kann es sein, dass aus der eigenen
Seele etwas Dunkles ausfließen möchte, was wir uns nach dem Gesetz von
Ursache und Wirkung einst selbst auferlegt hatten. Und auch wenn wir
dieses Negative jetzt nicht mehr praktizieren, sind wir doch noch nicht
frei von den Folgen des einstigen Fehlverhaltens. Hier können auch
gravierende negative Ursachen aus Vorleben zugrunde liegen, die wir noch
nicht greifen können, aber vielleicht ahnen.
Positive und negativer Energie
Meistens hat die Depression jedoch mit unmittelbaren Lebenssituationen zu tun. Und um hier die Schritte heraus zu finden, ist zunächst einmal das Wissen um den Unterschied zwischen positiver und negativer Energie hilfreich. Positiv ist die Energie, die sich in uns durch ein Leben nach den Geboten Gottes aufbaut, z. B. durch unser selbstloses Tun, indem wir etwas anderen eine Freude machen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Oder durch für uns richtige Entscheidungen im Einklang mit den Geboten Gottes - in wichtigen Lebenssituationen oder bei bestimmten Themen des Alltags. Diese Energie könnte man als "göttliche" Energie bezeichnen. Und diese Energie baut sich auch in den kleinsten Augenblicken des Tages auf oder ab, denn in jedem Augenblick liegt es an uns, ob wir z. B. positiv oder negativ denken. Jeder positive und ehrliche Gedanke, jede gute Empfindung ist wie ein Tropfen dieser positiven = göttlichen Energie in unsere eigene Seele hinein. Umgekehrt führen Wut, Resignation, dauernde Selbstzweifel, Grübeleien, Schuldzuweisungen, massive Erwartungen an andere, Angst und vieles mehr sofort zu weiterem Energieverlust. Denn es ist bekannt, dass Gedanken Energien sind - Kräfte also, die das bewirken, womit sie gefüllt sind. Positive, lebensbejahende Gedanken bauen auf, negative bauen ab. Dazu gehören auch andauernde grüblerische Gedanken ohne klare Entscheidungen. "Das Glück des Menschen hängt von der Beschaffenheit seiner Gedanken ab", wusste schon der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel. Es ist also letztlich die innere Einstellung, die über Glück oder Unglück in uns entscheidet und die einen Menschen anfällig macht für Depressionen oder nicht.
Und der
Verlust an Energie beginnt schon bei der Zerstreuung z. B. durch
belanglose und wortreiche Gespräche oder durch wenig sinnvollen
Zeitvertreib. Irgendwann ist dann der innere Energievorrat erschöpft.
Kommt jetzt ein bestimmtes negatives oder als negativ empfundenes
Ereignis hinzu, kann dies zum Auslöser für die depressive Stimmung bzw.
Depression werden. Das erklärt auch, warum durch erstes positives
Umdenken der Aufwärtstrend meist noch nicht spürbar ist. Denn so wie
zuvor Energie stetig abgebaut wurde, so muss sie auch stetig und nach
und nach erst wieder aufgebaut werden. Dieser Aufbau von positiver
Energie in der eigenen Seele ist folglich auch für den Gesunden der
beste Schutz vor Depressionen. Und dies ist auch ein Aspekt der
Aktivierung unserer Selbstheilungskräfte bzw. der Stärkung unseres
Immunsystems.
Negative Energien sind alle Energien, die mit negativem Verhalten in
Verbindung stehen, wie z. B. Schadenfreude, Rachegefühle, die Genugtuung
über einen gewonnenen Krieg und vieles mehr. Negative Energie ist jedoch
auch - und das wird oft übersehen - diejenige Lebenskraft, die wir uns
nicht selbst erarbeitet haben, sondern die wir von anderen Menschen
erhalten und von denen wir uns abhängig gemacht haben. Z. B. gehört auch
der Applaus dazu, den ein Künstler auf der Bühne von seinem Publikum
erhält. Und zwar dann, wenn er ohne diesen Applaus in ein Energieloch
fällt, das er z. B. dann mit Drogen zu kompensieren versucht. Nicht
zufällig sind gerade "Stars" hier oft sehr anfällig. Negative Energie
ist es auch, wenn meine Stimmung davon abhängt, ob der Partner mich
begehrt oder mir schmeichelt oder ob der Chef mich lobt oder mit mir
zufrieden ist.
Wenn der Nächste seine Energie entzieht
Diese
Beispiele weisen auf folgendes hin: Die meisten Menschen sind mehr oder
weniger abhängig von negativer Energie, und das beinhaltet eben weit
mehr als uns in der Regel bewusst ist. Meist gesteht man sich nicht ein,
wie abhängig man von dem Zuspruch ist, der einem von außen zugeführt
wird - wenn z. B. die Mitmenschen meine Wünsche und Erwartungen
erfüllen, mich bewundern oder achten oder gar ehren. Fällt eine solche
für unser Wohlbefinden maßgebliche Energiequelle durch bestimmte äußere
Umstände einmal weg, stürzt der Betroffene oft ganz logischerweise in
eine depressive Phase oder gar Depression.
Und so ist es eben ein sehr großer Unterschied, ob ich mich daran von
Herzen erfreuen kann, wenn mich z. B. ein bestimmter Mensch liebt. Oder
ob ich ohne diese Liebe nicht glaube leben zu können oder mich ihr
Ausbleiben in eine tiefe Depression stürzt.
Im ersten Fall kann es ein gegenseitiges Geben und Empfangen unter
Menschen in Freiheit und Herzlichkeit sein. Im zweiten Fall sind die
Liebenden gegenseitig massiv voneinander abhängig und - wie mit
"Klebstoff" verleimt - aneinander gebunden bzw. ineinander verharkt. Es
findet dann - auch im positiv empfundenen "Normalzustand" - vor allem
ein Austausch von "negativer" Energie statt. Doch auch wenn dieser
Energieaustausch oberflächlich positiv erscheint oder gar als
Musterbeispiel beflügelnder Liebe, so droht hier immer ein Entzug von
Energie. Und gerade in diesem Umfeld finden sich deshalb viele Ursachen
für Depressionen - ob es sich um nicht eingestandene Ehekrisen handelt
oder, allgemeiner gesprochen, z. B. um die Angst, nicht so handeln zu
können, wie man es eigentlich fühlt. Weil man dann z. B. die "Liebe" =
(in diesem Fall) "negative Energiezufuhr" seines Partners auf´s Spiel
setzt, von dem man sich abhängig gemacht hat. Kommt es dann tatsächlich
zu einer Trennung oder zeigt einem der einst innig Geliebte nun die
kalte Schulter, ist spätestens dies sehr oft der Auslöser für eine
Depression.
Doch bevor
jemand eventuell ein solches Schicksal erleidet, wurde er zuvor von Ereignissen
seines Lebens ermuntert bzw. ernsthaft ermahnt, mit den Widrigkeiten und
Konflikten im Leben auf eine gute Weise umzugehen und sich eine innere Basis
aufzubauen, die ihn immer unabhängiger von der Energie anderer macht. Dabei gilt: Jeder
Mensch wird wohl auf Schwierigkeiten und Probleme in seinem Leben manchmal mit
einer gewissen Niedergeschlagenheit reagieren. Doch nicht jeder muss
zwangsläufig eine Depression erleiden.
Eine wichtige Frage dabei ist: "Nähre" ich in dieser Situation das seelische
Tief oder verwickle ich mich gar in oft endlosen Gesprächen in Selbstmitleid,
welches das Tief noch weiter verstärkt? Und schraube ich meine Erwartungen an
meinen Nächsten am Ende gar noch höher, so dass sich das Problem noch weiter
verschärft? Oder frage ich umgekehrt, was das Leben mich hier lehren
will, völlig unabhängig vom Verhalten meines Nächsten? Das heißt: Bei einer
seelischen Gesundung kann es nicht darum gehen, meine Mitmenschen zu ändern. Ich
kann nur mich selbst ändern. Und das Ziel könnte dabei immer ein größeres Stück
innerer Freiheit und innere Freude sein, welche der Schöpfergott in der Seele
jedes Menschen und jedes Lebewesens ja angelegt hat - und zwar unabhängig davon,
wie andere über ihn denken oder ihn behandeln.
In der
Psychotherapie gilt, dass Leidensdruck und Krankheitseinsicht eine
Voraussetzung für die Aufnahme der Therapie sind. Doch warum
Leidensdruck? Macht nicht gerade dieser Druck depressiv? Schon. Doch es
kommt eben darauf an: Lasse ich mich dann hängen, resigniere ich? Und
verstärke ich währenddessen vielleicht noch die Vorwürfe an meine
Mitmenschen? Oder nehme ich die Depression mit einem gewissen Schrecken
zur Kenntnis, lasse mich dadurch aber nicht in noch größere Tiefen
ziehen? So könnte ich z. B. sagen: "Ich nehme es zur Kenntnis",
erfülle aber trotzdem weiter, so gut es geht, mit äußerster Disziplin
die notwendigen täglichen Verpflichtungen, auch wenn
es sehr schwer fällt und man vor Verzweiflung schreien könnte.
Am Abend eines Tages sollte ich auf jeden Fall eine kleine Bilanz
ziehen: "Ist es mir gelungen, nicht aufzugeben?" "Wo habe ich heute
weitere Energie verloren oder wo habe ich Energie hinzu gewonnen?" "Geliebter Schöpfergott, der
Du
das Beste für mich willst, bitte hilf mir!"
Dann bleibe ich im Rahmen meiner augenblicklich eingeschränkten
Möglichkeiten aktiv und werde die eine oder andere Weiche im Leben
anders stellen. Und vor allem: Ich aktiviere trotz des lähmenden
Schweregefühls in meinem Gehirn über meine Gedanken auch die
Selbstheilungskräfte, welche eins sind mit der Kraft Gottes in mir, auch
wenn ich ein positives Ergebnis manchmal erst nach einiger Zeit spüre. Und ich
lasse mir auch von Mitmenschen bei der seelischen Gesundung helfen. Z.
B., indem ich einen Tagesplan mache und mit einem Menschen meines
Vertrauens bespreche. Und dann tue ich eben dies und das, und der
Mensch, der mit hilft, zieht mit mir eventuell zusammen am frühen Abend eine
kleine Tagesbilanz und hilft mir, den kommenden Tag zu planen.
Eine Hilfe kann es auch sein, die Verantwortung, die ich für
bestimmte Tätigkeiten übernommen habe, öfters zu bejahen und die
Gedanken immer wieder auf die Erfüllung dieser Verantwortung zu richten
anstatt in Grübeleien oder in lange sich im Kreis drehende Gespräche
über die Depression zu versinken.
Die Erfahrung
zeigt weiter auch Folgendes: In jedem Leben gibt es immer wieder das Auf und Ab
ohne dass man im Tief gleich depressiv sein muss. Und das hat man vielfach
selbst in der Hand. Wenn nämlich erste Anzeichen von Niedergeschlagenheit,
Unzufriedenheit, Melancholie, Resignation kommen, dann sollten wir dies als
Achtungszeichen ansehen, gewissermaßen als einen Impuls der Seele.
Depressionen,
Lethargien, Abhängigkeiten
Erst Ursache
erforschen,
"Zwingen Sie sich, immer wieder daran zu
denken - zwingen Sie sich so lange, bis sie den Hebel umlegen und sich
sagen: ´Depressionen, Lethargie, Gleichgültigkeit, Abhängigkeit und Gleiches
und Ähnliches sind allzumenschliche Komponenten, die mich nur in den
nächsten sündhaften Gedanken herabziehen und mich an äußere Dinge binden
wollen, die mir nur Schwierigkeiten und Sorgen bereiten.` Richten Sie sich
also auf! Erheben Sie sich aus Ihrem Tiefgang. Treten Sie diesem
Herabziehenden mutig entgegen, und entscheiden Sie: ´Das gehört nicht zu
mir! Ich akzeptiere es einfach nicht. Ich drehe es um ins Positive.`
dann Hebel umlegen
Lassen
Sie nicht locker! Wir sind Menschen in der Bewegung des Für und Wider.
Machen Sie sich, so oft es geht, bewusst, dass Sie im Urgrund Ihrer Seele
ein Geistwesen sind und dass ihr geistiger Leib unsterblich ist ... Es lohnt
sich also, immer wieder zu sagen: Ich werde mich jetzt bezwingen und daran
glauben, dass ich im Urgrund meiner Seele ein Geistwesen bin und dass alle
Depressionen, Lethargien, Gleichgültigkeiten und Abhängigkeiten nur
allzumenschliche Komponenten sind.
Vergessen Sie aber nicht: Um für dieses
Umdenken freie Bahn zu schaffen, ist es unbedingt notwendig, zunächst die
Ursachen unserer Misshelligkeiten zu erforschen: Wo kamen, wo kommen sie
her? Wir sollten lernen, uns zu hinterfragen - denn alle diese Komponenten
haben Gedanken und Gefühle -, und in diesen Gefühlen, in diesen Gedanken
liegt das so genannte Sündhafte, woraus sich z. B. die Depression, die
Abhängigkeit oder die Lethargie ergibt."
(Aus: Gabriele, Lebensschule zur
Lebensbemeisterung - Der Weg zum kosmischen Bewusstsein, Band 1,
Marktheidenfeld 2009, S.30-33;
http://www.das-wort.com/deutsch/der-kosmische-weg/lebensschule-zur-lebensbemeisterung-band-1.php)
Die Aufgabe heißt dann, sich rechtzeitig abzufangen, um nicht in eine
tiefere Unzufriedenheit oder Depression abzugleiten. Wir sollten uns also nicht
absacken lassen, sondern aktiv gegen eine aufziehende Niedergeschlagenheit etwas
unternehmen. Das können auch scheinbar kleine Dinge sein. Wir könnten uns z. B.
selbst eine Freude machen, um etwas Abstand von dem augenblicklich
Niederdrückenden zu gewinnen, z. B. durch einen guten Film im Kino oder durch
einen Kauf eines schönen Kleidungsstücks oder auch nur ein kühles frisches Bier
am Abend. Mit etwas Distanz kann die Welt und
der Blick auf meine Mitmenschen schon wieder anders aussehen. Oft hilft es
schon, einfach irgendwie in Bewegung zu bleiben. Ich gehe oder fahre hier und
dort hin und erledige eine scheinbare Kleinigkeit. Auch einmal eine halbe Nacht
wach zu bleiben und die Zeit z. B. durch das Lesen eines guten Buches zu nützen,
kann schon viel helfen.
Es gibt auch naturheilkundliche Medikamente, die diesen Prozess der
Gegensteuerung unterstützen können. Vor allem sollten wir nicht den Fehler
machen, zu meinen, dass es wieder mal die anderen sind, die unseren Zustand
verursacht hätten. Auch wenn es nur schwer annehmbar ist: Wir sind bzw. wir waren es
selbst. Und es liegt in unserer Hand, das Blatt wieder zu wenden. Mitmenschen
haben zwar ihren negativen Anteil auch an unserer depressiven Situation. Doch
nur, weil in uns etwas zugrunde liegt, das den Magneten für den negativ oder den
negativ empfundenen Einfluss von Mitmenschen gebildet hat.
So ist
es wichtig, bei der Analyse bei sich selbst zu bleiben. Und deshalb
könnte man sich also schon bei ersten Alarmzeichen fragen: "Was will mir
die Unzufriedenheit oder die Niedergeschlagenheit sagen?" Wer sich
ehrlich befragt, den kann Christus, der innere Ratgeber und Helfer in
unserer Seele, auch führen, indem z. B. im Alltag Situationen auf uns zu
kommen, die eine Teilantwort bzw. Lösung für unser drohendes Tief
enthalten oder einen Aspekt davon aufzeigen, den wir heute anpacken
können. Dabei sollten wir die Gedanken- bzw. Bilderketten anschauen, die
uns in der Unzufriedenheit bzw. Niedergeschlagenheit kommen. Oftmals
stammen sie aus unserer Erwartungs- oder Wunschwelt. Und wir sollten sie
"bereinigen", wenn sie nicht "gesetzmäßig" (= mit den Geboten Gottes im
Einklang) sind oder nicht erfüllbar sind. Zugleich könnten wir beginnen,
unserem Nächsten gegenüber das zu geben, was wir von ihm erwarten. Das
ist auch die Bergpredigt des Jesus von Nazareth, deren "Goldene Regel"
lautet: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr
ihnen zuerst." Oder: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch
keinem andern zu." Und das ist auch der Kern einer wirklich christlichen Lehre.
Tragen wir unseren Mitmenschen, der uns zu schaffen macht, im Herzen und
lernen wir, ihm alles Gute zu wünschen anstatt ihm dauernd gedanklich
Vorwürfe zu machen, sind wir ebenfalls auf dem allerbesten Weg der Besserung. Und
dann kommt auch dieser Mitmensch vielleicht schon bald in einer
positiven Weise auf uns zu, weil es ihm nun auch besser geht.
|
Selbsterkenntnis auf dem inneren-mystischen Weg Die
Schliche des
menschlichen Ego und die Ursache Auch auf dem inneren-mystischen Weg, der bei den Nachfolgern von Christus im Universellen Leben gelehrt wird, geht es um den Umgang mit Aggressionen und Depressionen des Menschen und um die Frage, was diesen zugrunde liegen könnte und wie dies bereinigt werden kann. Nachfolgend ein Auszug aus der Schulung "Finde zum Ur-Licht in Dir", Stufe der Ordnung, Teil 2."Unter anderem hat der Gemütsbereich unser Sein-
und Habenwollen gespeichert, dem das Selbstmitleid entspringt, das
sich in vielen Variationen äußert. Der Mensch in Erwartungshaltung
leidet an Energiemangel; er ist auf Anerkennung auf Aufwertung
seitens anderer angewiesen. Auch über Vorwürfe und Schuldzuweisungen
versucht man, Energie zu ziehen. Wer dieses Theater des Ego nicht
durchschaut, fällt darauf herein - der Energieaustausch vollzieht
sich. Um die göttliche Energie handelt es sich dabei nicht.
Abhängigkeit, Gebundenheit bis hin zur Hörigkeit sind die Folge. Der Ego-Stärkere bläht sich auf und weiß seinen Mitmenschen geschickt zu
manipulieren, um sich seine Energie nutzbar zu machen. Der
Energieverlust dessen, der sich - scheinbar freiwillig, doch
letztlich nur aufgrund seiner Schwäche - unterordnet, sich
unterwirft, führt zu Gefühlen der Niedergeschlagenheit, der
Depression. Von einem erfüllten Leben kann bei beiden Energie-Tausch-Partnern nicht die Rede sein. Der eine wird trotz seiner Machtausübung nicht von innen heraus glücklich sein, und der Unzufriedene in der Opferrolle wird ebenfalls seines Lebens nicht froh werden. Ohnmachtsgefühle, Selbstzweifel, Anwandlungen von Selbstverneinung, Selbstaufgabe bis hin zur Selbstzerstörung verdunkeln sein Gemüt. Auflehnung, Neid, eventuell gar Hass gegen den oder die ihn Beherrschenden bringen Aggressionen hervor. Manch einer vermag etwa seine aggressiven Gemütsaufwallungen hinter eine Fassade von Anstand und Wohlverhalten oder gar Scheinheiligkeit lange zu verbergen. Fällt er doch einmal aus der Rolle, so weiß er diese Gemütsbewegungen unter Umständen mit Raffinement umzumünzen, indem er sich mit ausgeklügelten Redewendungen dem Nächsten so präsentiert, dass dieser in eine Schuldfalle geht, woraufhin ihn der Aggressionsgeladene energiemäßig auszunehmen vermag. Die Tendenzen des Ego-Menschlichen - z. B. Neid, Eifersucht, Rechthaberei gleich Besserwisserei - halten das Gemüt vieler in ständiger Bewegung. Es sind negative Grundzüge, Programme, von denen wohl jeder Mensch, der sich aus der allzumenschlichen Niedrigkeit in das hohe Bewusstsein des "Absoluten Gesetzes" [= eines Lebens im Geiste Gottes] erheben möchte, einiges - und seien es auch nur Restbestände - in sich zu erkennen und auszuräumen hat. Der nun als Gnadengeschenk Gottes gelehrte intensive Weg ... setzt die Bereitschaft zur Selbsterkenntnis - anders gesprochen: setzt die Bereitschaft zum Lernen an sich selbst - voraus." (Gabriele, Botschafterin Gottes in unserer mächtigen Zeitwende, zit. nach "Finde zum Urlicht in Dir", http://www.das-wort.com/deutsch/der-kosmische-weg/finde-zum-ur-licht-in-dir.php und als Hörbuch http://www.das-wort.com/deutsch/hoerbuecher-cd/angebot-finde-zum-ur-licht-in-dir-alle-13-cds.php) |
Dieser Artikel erschien in seiner Ursprungsfassung in der Zeitschrift Das
Weisse Pferd, Marktheidenfeld, Ausgabe Nr. 21/1999. Für die Online-Ausgabe
wurde er erheblich überarbeitet.
Lesen Sie dazu auch: Torwart
Robert Enke, der an Depressionen litt, ist nach kirchlicher Lehre jetzt ewig
verdammt.
Das Minderwertigkeitsgefühl überwinden
In jedem von uns liegt die Kraft
Viele Menschen leiden an so genannten "Minderwertigkeitsgefühlen", die oft im Zusammenhang mit Depressionen vorkommen. Woher kommen sie und was kann man dagegen tun?
Dunkle seelische Kräfte
Die Entfaltung des Gemeinschaftsgefühls
In jeder Schwäche liegt die Stärke
Zu den Wurzeln des Minderwertigkeitsgefühls
finden
"Minderwertigkeitskomplex"
als Alibi
Die Kraft liegt
in uns
Der Begriff des "Minderwertigkeitsgefühls" geht auf den Psychologen Alfred Adler zurück, einen Schüler Sigmund Freuds, der sich später von ihm löste und die so genannte "Individualpsychologie" begründete. Alfred Adler hält Minderwertigkeitsgefühle beim Kinde für normal, weil es ja den Erwachsenen in vielen Funktionen noch unterlegen ist. Nur unter schlechten Bedingungen verstärke sich ein Minderwertigkeitsgefühl zum "Minderwertigkeitskomplex", der die gesunde Entwicklung eines Menschen blockiere. Dazu gehöre auch, wenn ein Mensch zur Bewältigung dieses Gefühls einen "Überlegenheitskomplex" ausbilde.
Ein solcher könne dadurch entstehen, dass die Minderwertigkeit verdrängt wird und in Gedanken, in der Phantasie oder in Tagträumen in eine "Überwertigkeit" umgemünzt wird. Da ist man dann der Held, der "Sieben auf einen Streich" vollbringt oder der Zeitgenosse, der aufgrund seiner Fähigkeiten von seinen Mitmenschen geschätzt und bewundert wird. Oder wir gleiten ab in Tagträume, in denen man sich z. B. vorstellt, wie man auf der Bühne als Künstler, z. B. als Musiker oder im Stadion als Sportler begeistert gefeiert wird, obwohl mit im realen Leben gar kein Musiker oder Spitzensportler ist, sondern nur ein paar Gitarrengriffe beherrscht und nur durchschnittlich sportlich begabt ist. Hier wird die Minderwertigkeit in vielen Varianten mit einem Größenwahn überkompensiert, der alles andere als harmlos ist, weil wir damit auch in den Bann von dunklen seelischen Kräften geraten, die uns daran hindern, unser tatsächliches Alltagsleben zu meistern. Alfred Adler schreibt, dass deshalb beides oft zusammen vorkommt, der "Minderwertigkeitskomplex" und als ungeeigneter Kompensationsversuch ein "Überlegenheitskomplex". Und beides steht wiederum in Verbindung mit Depressionen, weil sowohl unsere Minderwertigkeitsgedanken als auch unsere Tagträume uns viel Energie=Lebenskraft entziehen.
|
Alle negativen Gefühle prägen sich mit der Zeit im Unterbewusstsein ein, später in der Seele, ja teilweise sogar in den Körperzellen. Es ist eine falsche Prägung, die der einzelne aufarbeiten muss, wenn er lernen möchte, von innen heraus glücklich zu werden. |
Die Entfaltung des Gemeinschaftsgefühls
Der Psychologe Alfred Adler nahm das Streben nach Geltung, nach Anerkennung und Macht an als einen Grundtrieb des Menschen an. Tatsache ist, dass, das die meisten Menschen von ihren Mitmenschen anerkannt werden möchten und sehr viele es tatsächlich anstreben, im größeren oder kleineren Umfang Macht über andere auszuüben. Der reife Mensch, der sich hohe ethisch moralische Werte vorgibt, wird jedoch bestrebt sein, in seinem Verhalten von der Zustimmung seiner Mitmenschen unabhängiger zu werden, und er wird auch nach der "Gleichheit" streben. So wird er zwar aufgrund seiner natürlichen Autorität Einfluss auf andere haben und eventuell auch eine berufliche Stellung inne haben, in der er Verantwortung für andere mit trägt. Doch er wird nicht mehr der Machtmensch sein, der mit einer solchen Stellung z. B. ein tief sitzendes "Minderwertigkeitsgefühl" überdeckt. Im Kindesalter sieht manches natürlich noch etwas lockerer aus. Klar will ein Kind im Spiel z. B. der Gewinner sein. Das steckt in ihm. Problematisch wird es nur dann, wenn sich daran bis ins hohe Erwachsenenalter nichts ändert und ein Erwachsener z. B. in tiefer Niedergeschlagenheit verfällt, wenn er nicht "gewinnt"; wenn also seine Entwicklung nicht weiter geht. Für Alfred Adler ist die Gegenkraft zum Streben nach Macht das Gemeinschaftsgefühl. Die Entfaltung des Gemeinschaftsgefühls hält der Psychologe für die wesentliche Aufgabe der menschlichen Entwicklung. "Die Erkenntnis und das Gefühl, wertvoll zu sein ... stammt aus der Beitragsleistung zum allgemeinen Wohl ... Das Individuum fühlt sich im Leben zu Hause und erkennt, dass seine Existenz insoweit wertvoll ist, wie es für andere nützlich ist."
In jeder Schwäche liegt die Stärke
Ein bekanntes Beispiel für die Überwindung einer Minderwertigkeit ist der Fall des Demosthenes. Demosthenes war der berühmteste Redner im antiken Griechenland. Dabei war er von Hause aus ein Stotterer. Doch er übte die freie Rede, indem er sich an den Strand des Meeres stellte und gegen die Wellen ansprach, solange bis er seine Schwäche überwunden hatte.
Einer Schwäche und einem damit oft verbundenen Minderwertigkeitsgefühl kann man also durch Anstrengung und Disziplin entgegen treten. Und das ist für jede Art von Minderwertigkeitsgefühl möglich. Warum? Weil wir von Hause aus vollkommene Wesen sind und diese Ausstattung in uns bleibt, auch wenn wir sie "herunter transformiert" haben, d. h. unsere geistigen Stärken verloren haben und an unseren Schwächen leiden. So sollte am Beginn einer Art "Selbst-Therapie" die Erkenntnis stehen, dass ich wertvoll bin, dass ich im Kern gesund, d. h. in Ordnung bin und dass in mir innere Werte, Fähigkeiten und Talente liegen, die der Schöpfergott mir einst verlieh. Und die zweite Erkenntnis könnte sein, dass in jedem von uns tatsächlich die Kraft liegt, jedes Minderwertigkeitsgefühl schrittweise zu überwinden, indem ich zu den Wurzeln dieses Gefühls finde und diese behebe.
Zu den Wurzeln des Minderwertigkeitsgefühls finden
Ein Beispiel: Ich lehne mich an meinen
Partner an, weil ich mich selber nicht entscheiden kann. Er soll
- selbst in Kleinigkeiten - für mich entscheiden. Die Wurzel
könnte z. B. die Angst sein, den Partner zu verlieren, wenn ich
ihm widerspreche. Und die Wurzel davon könnte wiederum sein,
dass ich in mir, in meinem wahren inneren Wesen, letztlich bei
"Gott in mir", noch keinen Halt gefunden habe. Aus diesem Grund
erhoffe ich dann, dass mir ein anderer Mensch diesen Halt geben
könne.
Es können aber auch andere Wurzeln zugrunde liegen, die zu
dieser Entscheidungsschwäche führten. Unter Umständen ein
traumatisches Erlebnis mit einer falschen Entscheidung in der
Kindheit. Und wer um das Urwissen der Reinkarnation weiß,
dem ist auch klar, dass die meisten Schwächen nicht erst in
dieser Inkarnation entstanden sind. Das meiste habt unsere Seele
bereits aus den Erlebnissen in Vorleben mitgebracht. Und meist
handelt es sich aufs Ganze gesehen um ein verflochtenes Wurzelwerk,
das uns nicht diejenigen sein lässt, die wir im Innersten sind. So darf
man nicht resignieren, wenn der Fortschritt sich erst langsam
zeigt. Doch jeder neue Tag kann zu einem Geschenk werden, wenn
ich den Teil des Wurzelwerks, den der jeweilige Tag mir
aufzeigt, heute anpacke und nicht mehr nach dem alten
Verhaltensmuster entscheide, sondern mir ein neues vorgebe.
|
Was habe ich davon, wenn ich anderen die Schuld gebe? Andere kann ich nicht ändern. Nur mich selbst. |
Kommt also - um bei diesem Beispiel zu bleiben - wieder eine solche "Kleinigkeit" auf mich zu, die ich mich nicht selbst zu entscheiden traue, dann heißt es ab jetzt: "Das nehme ich selbst in die Hand. Ich entscheide jetzt in diesem Punkt, an dem ich mich bisher angelehnt habe, selbst." Bereits dieser Entschluss mobilisiert eine Kraft und einen Mut. Kommen dann wie früher die üblichen begleitenden depressiven Minderwertigkeitsgefühle, kann ich ihnen mithilfe dieser Kraft die Stirn bieten, vor allem wenn ich weiß, dass ich nicht alleine bin, sondern dass die Kraft des Christus in mir, in meinem Herzen, wohnt und mich zusätzlich stärkt. Und ich lasse mich auch dann nicht mehr von den Minderwertigkeitsgefühlen steuern, auch wenn es mir anfangs gefühlsmäßig noch sehr schwer fällt, dagegen anzugehen. Denn ich habe mir ein neues Lebensprinzip vorgegeben: "Ich nehme mein Leben in die Hand und ich entscheide von nun an selbst". Und ist es mir einmal gelungen, habe ich eine Hürde genommen und bin dadurch in meinem Inneren bereits stärker geworden, und kann mit Zuversicht die nächste Hürde ins Auge fassen.
"Minderwertigkeitskomplex" als Alibi
Wer jedoch immer wieder von seinen Minderwertigkeiten spricht
oder immer wieder darüber klagt, der könnte sich fragen, was er damit
bezweckt bzw. wohin das führt. Durch ständiges Reden darüber
wird ein Komplex nur verstärkt. Dies ist dann der Fall, wenn
sich in Gesprächen kein Lösungsansatz ergibt, der anschließend
gleich in die Tat umgesetzt wird. In unzähligen Bildern haben wir
diesen Komplex z. B. auch in der Vergangenheit immer wieder
genährt. Und was habe ich davon, wenn der Zweck z. B. darin
liegen sollte, mich zu "entlasten", indem ich einem anderen
dafür die Schuld gebe, z. B. den Eltern? Doch andere kann ich
nicht ändern, nur mich selbst. Doch oftmals
wird ein so genannter Minderwertigkeitskomplex als Ausrede
benutzt bzw. als
Flucht, um genau das nicht anzupacken, was schon lange ansteht und
bearbeitet hätte werden sollen. Selbst wenn ich in der Kindheit
die Minderwertigkeit hatte, so sollte ich heute diesen Komplex
aufschlüsseln, welche Gedankenbilder er mir heute in mein
Oberbewusstsein bringt. Ich sollte also in diese Gedankenbilder hinein
"gehen", um dann zur Wurzel zu finden und diese Zug um Zug zu "bereinigen".
Wer an das Urwissen der Reinkarnation glaubt, der kann sich
weiterhin bewusst machen: Diese Schwäche, die vermutlich aus
Vorinkarnationen stammt, kommt nicht deswegen wieder auf mich
zu, damit ich sie in diesem Leben auch noch verstärke. Sondern
es ist wie in einer Schuljahrgangsstufe. Habe ich das
Klassenziel nicht erreicht, muss ich die Klasse wiederholen. Mit
anderen Worten: In diesem Leben habe ich die nächste Chance, den
Komplex zu packen und ihn endlich zu überwinden.
Wenn wir jedoch die Schwäche nicht anpacken wollen, so ist die Frage, ob wir dadurch andere beeinflussen oder manipulieren wollen, statt an uns zu arbeiten. Dann ist der Minderwertigkeitskomplex eine Schwäche, die wir uns zugestehen. Und unser Nächster sagt dann vielleicht: "Wenn er’s halt nicht kann, dann mache ich es für ihn". Für uns stellt sich dann aber die Frage: "Was hat mein Nächster dadurch zu leiden? Wo wird er eventuell an seinem eigenen Weg gehindert, weil wir ständig mit unserer Schwäche belasten?" Deshalb heißt die Aufgabe: Wir müssen auf die Wurzel unserer Schwäche kommen und sie beheben - mit der Kraft in uns, letztlich die Christuskraft, von der Jesus von Nazareth sprach, als Er sagte: "Das Reich Gottes ist i n euch."
Link: Lesen Sie zum Thema auch den Artikel
Glaubensheilung, die Ganzheitsheilung, im Unterschied zu einer "Geistheilung"
|
Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
|
Veranstaltungshinweis:
Heil werden an Seele und Leib durch die Kraft des Christus Gottes. In der
Ruhe liegt die Kraft zur Heilung. |
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite
[
www.theologe.de
]
Weitere Seiten mit Hintergrundinformationen finden Sie bei
[
Inhaltsverzeichnis
]
[
1 - Luther-Evangelische Lehre
]
[
2 - Reinkarnation
]
[
3 - Luther-Christus
]
[ 4 - Kirche-Holocaust
]
[
5 - Paulus
] [
7 - Urchristentum-Tiere
]
[ 8 - Bibel
] [
12 - Sektenbeauftragte ]
[
14 - Hieronymus-Bibel ]
[ 15
- Qumran ] [
16 - Papst ]
[
17 - Organspende ]
[
18 - Glaube der Kirche
]
[
19 - Keine ewige Hölle ]
[
20 - Propheten ]
[ 23 - Kirche-Staat
]
[
25 - Götzenkult Kirche ]
[
28 - Luther-Juden ]
[
31 - Tiere-Kirche ] [
33 - Zehn Gebote ]
[ 34 -
Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre
]
[
40 -Taufe ] [
41- Apokalypse ]
[ 45 -
Maria ]
[ 46 - Kirchensubventionen
]
[ 47 - Gotteserfahrung
]
[ 48 - Positives Denken
]
[ 49 - Prädestination ]
[ 50 - Genmanipulation
]
[
51 - Petrus-Kirche ]
[ 53 - Atomkraft
]
[ 54 - Papst Ratzinger
]
[ 55 - Beichtgeheimnis
]
[
57 - Pius XII. ]
[ 58
- Kreuzigung ]
[ 59 - Abendmahl ] [
60 - Mahnmal für Kirchenopfer
]
[ 61 - Nachruf auf Kirche
]
[ 63 - Pfarrer
]
[
64 - Hildegard von Bingen ]
[ 65 - Esst kein Fleisch
]
[ 66 - Kaiser Konstantin
] [
67 - 500 Jahre Reformation ] [
68 - Verfluchungen der Kirche
]
[
FC 1 - Kirchenaustritt
]
[
FC 3 - Reichtum der Kirche ] [
FC 6 - Kirche und Tod ]
[ Glaubenstest
]
[
Michelrieth ]
[ Vaterunser ]
[
2013 ]
[
Urchristentum
]
[
Prophetie ]
[
Geburt von Jesus ]
[
Sex-Verbrechen von Priestern
]
[ Schwarzbuch Katholische
Kirche ] [
Kirchentag ]
[ Schwarzbuch Evangelische
Kirche ]
[
Kirchenaussteiger ]
[
Links
]
[
E-Mail ] [
Impressum
]
|
|