DER THEOLOGE


Kirchentage in Deutschland:
2. Ökumenischer Kirchentag
vom 12. Mai - 16. Mai 2010 in München
Das Motto: "Damit ihr Hoffnung habt" (1. Petrus 1, 21)

3
3. Deutscher
Evangelischer Kirchentag vom 1. Juni - 5. Juni 2011 in Dresden
Das Motto: "... da wird auch dein Herz sein" (Matthäus 6, 21)
34. Deutscher Evangelischer Kirchentag vom 1. Mai - 5. Mai 2013 in
Hamburg
 


Kirche ist nicht christlich


Die Finanzen
Besucher und Gäste, z. B. Katholiken und Moslems
Die Lehre
Die moderne Inquisition
Kirche und Judentum
Kirche und Krieg und Frieden
Kirche und Ökologie
Ökologie und Inquisition
Die Hölle "unter dem Teppich"
Die Ökumene

Kirchentage in Bremen, München und Dresden - Nachrichten
Aktuelle Klage: Kirche darf sich nicht mehr christlich nennen
Bisherige Evangelische Kirchentage auf einen Blick
Literatur


Die Finanzen

Im Jahr 2005 kam Papst Benedikt XVI. zum katholischen Weltjugendtreffen nach Köln (das mit 15 Millionen Euro vom deutschen Steuerzahler subventioniert wurde). Vom 6.-10.6.2007 hielt die Evangelische Kirche ihren Kirchentag in Köln, der "Hauptstadt der Moslems" in Deutschland ab (11,7 % Einwohneranteil). Und vielleicht ist Köln auch die geheime deutsche Hauptstadt der römisch-katholischen Kirche, obwohl es in Köln nur noch 40 % Katholiken gibt (hinzu kommen 17,5 % Evangelische und ca. 30 % Konfessionslose). Doch nach wie vor ist die Erzdiözese Köln die reichste der Welt, und die Diözese finanziert maßgeblich den Vatikan in Rom (ähnlich wie im Mittelalter). Die beiden großen Kirchen in Deutschland werden wiederum zu einem großen Teil vom deutschen Staat finanziert. Und auch das soziale Engagement der Kirchen ist überwiegend staatsfinanziert (siehe dazu www.stop-kirchensubventionen.de). Der Evangelische Kirchentag in Köln erhielt ebenfalls staatliche Subventionen in Millionenhöhe: 3,1 Millionen Euro vom Bundesland Nordrhein-Westfalen (idea-spektrum, 25.1.2006) und ein weiterer Millionenbetrag von der Stadt Köln. Man ging zunächst von 1,5 Millionen Euro aus (KNA, 4.6.2007). In Köln stöhnten darüber viele, weil man bereits dem katholischen Weltjugendtreffen im Jahr 2005 2,33 Millionen Euro geschenkt hatte plus 395.000 Euro für Quartiere und weitere 401.000 Euro an "zusätzlichen Ausgaben" (Kölner Stadtanzeiger, 29.1.2006). Auch die Bundesrepublik Deutschland subventionierte den Evangelischen Kirchentag in Köln mit weiteren 430.000 Euro.

Und auch nachfolgender 32. Evangelischer Kirchentag vom 20.-24.5.2009 in Bremen wurde vom nahezu bankrotten Stadtstaat Bremen schon mit 7,5 Millionen Euro an zusätzlichen Subventionen mitfinanziert (z. B. taz Bremen, 28.2.2006). In Bremen organisierte der Bremer Atheisten- und Freidenkerverbund BAFU auch Alternativveranstaltungen (http://www.bremen4u.de/citytalk/index.jsp?id=1661&1). Der 33. Evangelische Kirchentag findet dann im Jahr 2011 in Dresden statt, und auch dafür haben der Freistaat Sachsen und die Stadt Dresden bereits 8,5 Millionen Euro Staatszuschuss eingeplant (epd, 16.12.2006; idea-spektrum Nr. 6/2007). 34. Evangelischer Kirchentag soll dann 2013 in Hamburg sein.
Vom 12.-16.5.2010 findet zwischendurch der 2. ökumenische Kirchentag (bzw. der katholisch-evangelische Kirchentag) in München statt (nach dem ersten solchen Ereignis im Jahr 2003 in Berlin; Motto: "Damit ihr Hoffnung habt", entlehnt aus 1. Petrus 1, 21).
Hier werden Kosten von ca. 20 Millionen Euro erwartet. Die Stadt München bezahle davon nach ersten Informationen zwei Millionen Euro, der Freistaat Bayern vier Millionen Euro und das Bundesinnenministerium in Berlin 1,55 Millionen Euro, zusammen 7,55 Millionen Euro Staatssubventionen – die Sachleistungen (wie z. B. Polizeidienst) noch gar nicht gerechnet, so die ersten Informationen. Dann wurden die Zahlen nach oben korrigiert: München zahlt 3,6 statt zwei Millionen, Bayern fünf statt vier Millionen, der Bund anscheinend "nur" noch 1,5 Millionen statt 1,55 Millionen, ergibt zusammen 10,1 Millionen Euro Staatssubventionen (Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 13, 29.2.2009), also gut die Hälfte. 
PS:
Der letzte Katholikentag, der 97., war 2008 in Osnabrück, es folgt der 98. Deutsche Katholikentag vom 16.-20.Mai 2012 in Mannheim
. Die Kirche lässt sich also in jedem Jahr mindestens ein solches Ereignis mit Millionen vom Staat subventionieren.

Besucher und Gäste, z. B. Katholiken und Moslems

Der 31. Evangelischer Kirchentag war 2007 in Köln. Es kamen hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene, die dort mit einem bunten Programm unterhalten wurden, die jedoch auch Veranstaltungen über verschiedene religiöse bzw. gesellschaftspolitische Themen besuchten. Dies war 2009 in Bremen nicht anders. So sprach in Köln der katholische Kardinal Karl Lehmann auf einer Veranstaltung zum Thema "Kirche und Islam" z. B. den Wunsch aus, eine Messe in Riad/Saudi-Arabien zu dürfen (mehr dazu siehe hier). Und Vertretern der islamischen Gemeinden wehte ein rauer Wind entgegen. Religionsfreiheit, so der Kardinal, könne nur "wechselseitig" praktiziert werden (Spiegel online, 9.6.2007). Jesus von Nazareth lehrte jedoch: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch" (Matthäusevangelium 7, 12), was dem Sinn nach auch bedeutet: "Das tut ihr ihnen zuerst," was von den Vertretern der Moslems nicht so erfahren wird. "Deutschland tut sich schwer, nicht-christliche [= nicht-kirchliche] Religionsgemeinschaften als gleichwertig zu akzeptieren", so Ayyub Axel Köhler vom Zentralrat der Muslime in Deutschland auf dem Kirchentag in Köln. Die unzähligen Privilegien für die beiden Großkirchen und die Beargwöhnung oder gar Bekämpfung vieler anderer (siehe unten) beweisen dies auch. Und was den Islam betrifft: So darf zwar in Deutschland eine Nonne oder evangelische Ordensschwester in kompletter Nonnentracht einschließlich aufwändiger Kopf- und Gesichtsbedeckung als Lehrerin unterrichten (PS: was verbirgt sie dahinter?), eine muslimische Lehrerin darf jedoch nicht einmal ein dezentes Kopftuch tragen, wenn sie das möchte. Das eine sei angeblich "normal", das andere sei ein Zeichen für die "Unterdrückung der Frau". Kirchenvertreter kritisieren hier andere Religionen, obwohl der Kirchenlehrer Paulus in der Bibel, die den Kirchen als "Gottes Wort" gilt, z. B. schreibt: "Eine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren" (1. Korinther 11, 5).

Die Lehre

Doch diese Ungereimtheiten sind nicht das Gravierendste. Ein Blick auf die Lehre der evangelischen Kirche zeigt einiges mehr. Denn was alles beinhaltet die Lehre? Hierüber werden die Menschen in die Irre geführt. Schon Papst Benedikt XVI. informierte die vielen Jugendlichen beim Weltjugendtreffen in Köln im Jahr 2005 nicht über die verbindlichen Inhalte des römisch-katholischen Glaubens (www.theologe.de/theologe18.htm). Die Begeisterung über das Gemeinschaftserlebnis und über den Papst als hautnahen "Star" wäre dann nämlich schnell in Ernüchterung umgeschlagen.

Nun versucht die evangelische Kirche bei ihren Kirchentagen einmal mehr den Eindruck zu erwecken, sie wäre eine pluralistische, weltoffene und tolerante Institution, welche die Botschaft von Jesus, dem Christus vertritt. Das Kirchentagsmotto lautete dabei in Köln z. B. "Lebendig, kräftig und schärfer" (aus der Bibel entnommen, Hebräerbrief 4, 12). Der Verfasser des biblischen Hebräerbriefes charakterisiert damit das "Gotteswort". Und laut evangelischer Kirche kann man dieses nur in der Bibel finden. Doch die Bibel ist voller Widersprüche (www.theologe.de/theologe8.htm). Woran soll man sich dann aber halten, wenn sich die Bibel widerspricht? Die evangelische Kirche nimmt in diesem Zusammenhang für sich in Anspruch, die Bibel richtig zu interpretieren. Martin Luther jedoch, der als eine Art "Gründervater" der evangelischen Kirche angesehen werden kann, stellte sich immer wieder in Gegensatz zu Jesus von Nazareth (Der Nachweis dazu am Beispiel von 45 Gegenüberstellungen in www.theologe.de/theologe3.htm. So wollte Jesus weder Kirchen aus Stein mit Pfarrern, Altären usw. noch befürwortete er Gewalt und Kriege. Und während Jesus lehrte, dass es auf das rechte Tun ankomme, wurde dies in der Evangelischen Kirche verfälscht in "Allein der Glaube genüge" (siehe dazu www.theologe.de/glaube_rechtfertigungslehre.htm) und vieles mehr ...).
 
"Mensch, wo bist du?" lautete das Motto 2009 in Bremen. So sprach Gott gemäß der Bibel nach dem Sündenfall. Und so spricht er noch heute. Denn das kirchliche Christentum ist ebenfalls ein Sündenfall. Denn Christus wollte niemals eine Kirche mit Dogmen, intellektuellen Glaubensbekenntnissen, Kulten und Zeremonien.

Und so haben auch die bis heute verbindlichen Bekenntnisschriften der evangelischen Kirchen (z. B. der einzelnen evangelisch-lutherischen Landeskirchen) die Botschaft des Jesus von Nazareth erheblich verändert bzw. verfälscht (www.theologe.de/theologe1.htm). Deswegen könnte man auch fragen: Wer folgt Luther nach, und wer folgt Christus nach?
 
Einzelne evangelische Pfarrer, die wieder Schritte in Richtung der ursprünglichen Botschaft von Jesus zurückkehren wollen, gelten in der Kirche vielfach als Irrlehrer
(siehe dazu z. B. http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news/aktuell/2007_14_20_01.htm).


Zusammenfassend lassen sich beide großen Kirchen in Deutschland als Götter-Kulte bezeichnen, die sich aus Elementen verschiedener Herkunft zusammensetzen, vor allem aus antiken "heidnischen" Kulten. In der Theologie hat man dafür den Begriff "Snykretismus" (= Verschmelzung, Vermischung von Religionen) geprägt. Die Belege dafür in den vielen Einzelfällen lesen Sie in www.theologe.de/kirche_verrat-an-jesus-dem-christus.htm. Auch beim Kirchentag erlebt man auf dem "Markt der Möglichkeiten" immer wieder eine Art modernen "Synkretismus" in Form von teils im Widerspruch zueinander stehenden kirchlichen Strömungen und Interessengruppen.

Die moderne Inquisition

Die evangelische Kirche gibt sich auf diese Weise gerne weltoffen und tolerant. In Wirklichkeit hat sie in unserer Zeit aber die Inquisition wieder belebt (www.theologe.de/theologe12.htm) und viele, die auf dem "Markt der Möglichkeiten" auf den Kirchentagen nicht geduldet werden, sind stattdessen im Visier der so genannten kirchlichen "Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten". Diese modernen Inquisitoren hatten am Kirchentag in Köln sogar ein eigenes thematisches "Zentrum" bekommen, dessen Name zwar neutral geklungen hat ("Weltanschauungen"), wo Andersgläubige jedoch - wie auch bei allen Kirchentagen zuvor - mit Verleumdungen "in die Pfanne gehauen" wurden. Und in Bremen war es wieder ähnlich. Lediglich die Neuapostolische Kirche ist seit Jahren auf einem Weg der Anpassung an das Kirchenchristentum, und sie durfte deshalb in Bremen am 21. Mai 2009 sogar einen Vertreter auf ein Podium setzen, der sich dann im Gespräch mit einem Sektenbeauftragten rechtfertigen durfte. Das Thema war natürlich aus evangelischer Sicht formuliert und lautete: "Wie ökumenefähig ist die Neuapostolische Kirche?" Womöglich bekommt sie in Zukunft nicht mehr den kirchlichen "Sekten"-Stempel.
Anderen, missliebigeren, Minderheiten, die sich nicht auf diese Weise anpassen, wirft die evangelische Kirche jedoch vor, "Sekten" zu sein. Dabei projiziert sie nur auf andere, was sie sich selbst vorhalten könnte, nämlich eine Sekte zu sein, das heißt, eine Abspaltung ("Sekte" von lateinisch "secare" = abspalten) von der katholischen Kirche zu sein. Und die katholische Kirche könnte wiederum als eine Sekte = Abspaltung vom Urchristentum betrachtet werden. Genau genommen könnte man sogar sagen: Die katholische Kirche ist die Nachfolgerin antiker heidnischer Götzenkulte (z. B. des Mithras-Kultes), in die man einige Aspekte der Botschaft von Jesus hinein gewoben hat (www.theologe.de/kirche-verrat_an_jesus_dem_christus.htm). Und da die evangelische Kirche eine Abspaltung von der katholischen ist, könnte man sie folglich als eine "Sekte hoch 2" bezeichnen, wie dies der bekannte Kirchenkritiker Prof. Dr. Hubertus Mynarek tut. In der deutschen Gesellschaft ist es den Kirchen jedoch gelungen, sogar den Staat für ihre "moderne Inquisition" einzuspannen bzw. entsprechende staatliche Stellen mit Kirchenvertretern zu besetzen.

Kirche und Judentum

Besonders die wenigen in Deutschland nach 1945 übrig gebliebenen jüdischen Mitbürger und ihre Nachkommen werden von der Kirche hofiert. Dabei wird die eigene kirchliche Vergangenheit erheblich beschönigt oder gar verfälscht. In der Weimarer Republik und im Dritten Reich hatte man "Juden und Sekten" gemeinsam und mit den gleichen Methoden bekämpft, was an vielen Beispielen in der Dokumentation Die evangelische Kirche und der Holocaust nachgewiesen wird. Heute sind aus bekannten Gründen nur noch die "Sekten" als kirchlicher Gegner übrig geblieben. Siehe oben und siehe dazu auch:
Martin Luther und die Juden
Der antisemitische Landesbischof Meiser

Kirche und Krieg und Frieden

Auch eine Friedensbewegung, welche von den Kirchen gefördert würde, stünde in Gefahr, letztlich doch zum Steigbügelhalter für den Krieg zu werden. In der Vergangenheit war die evangelische Kirche fast immer für den Krieg (www.theologe.de/theologe6.htm), und in der Gegenwart liebäugelt man immer wieder damit. Jesus von Nazareth war jedoch Pazifist. Demgegenüber lehrt die evangelische Kirche, dass auch die Aufforderungen zum Völkermord im Alten Testament "reines Gotteswort" seien
(www.theologe.de/altes_testament.htm). Das ist zwar - in Anspielung an das Kirchentagsmotto in Köln - "schärfer" als manches andere, aber sicher nicht "lebendig", sondern tödlich.

Kirche und Ökologie

Und auch der neuerliche Einstieg der Kirchen in die ökologische Bewegung ist mehr eine Bewegung aus dem Zeitgeist heraus als aus dem Zentrum der kirchlichen Lehre. Die Kirche handelt hier als "Trittbrettfahrerin", denn ihre Lehre hat bis heute nachweislich gegenteilige und schlimme Folgen für den ganzen Planeten Erde: So hat die Natur- und Tierfeindlichkeit im europäischen Abendland kirchliche Wurzeln bzw. Ursachen (www.theologe.de/theologe7.htm#4). Gerade von kirchlich geprägten Ländern "gehe die globale Zerstörung aus", so auch die Pfarrerin Mechthild Werner aus Erfurt beim Abschlussgottesdienst in Köln am 10.6.2007 (Kölner Stadtanzeiger, 10.6.2007). Die Kirche hat nämlich alleine dem Menschen eine "gottesebenbildliche" Sonderstellung in der Schöpfung zuerkannt und den Tieren eine unsterbliche Seele abgesprochen. Zudem hat sie dem Menschen die Erlaubnis gegeben, alle anderen Geschöpfe zu seinem Wohl töten zu dürfen und auch zu quälen, wenn dies dem Menschen angeblich diene (z. B. bei Tierversuchen). Und gerade die Tiere leiden bis heute fürchterlich unter dieser Tradition (www.theologe.de/tiere_kirche.htm), die mit einer notwendigen Ökologie (und - religiös gesprochen - der Einheit der "Schöpfung Gottes") nichts zu tun hat. Bezeichnenderweise ist deshalb auch die Idee eines vom Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker im Jahr 1985 angeregten kirchlichen Konzils für "Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" bereits 1991 wieder im Sande verlaufen.

Ökologie und Inquisition

Religiöse Minderheiten jedoch, die schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten vor einer Klimakatastrophe warnen (als vieles noch rechtzeitig gewesen wäre), wurden von der Kirche als "Endzeitapostel" und "Sektierer" lächerlich gemacht (siehe z.B. http://www.das-wort.com/deutsch/zeitkritisches/der-schattenwelt-neue-kleider.php). Auch das hat Tradition. Denn zu allen Zeiten haben die Kirchen Propheten und aufrichtige Gottesboten verleumdet und verfolgt (z.B. die Zwickauer Propheten im 16. Jahrhundert, siehe www.theologe.de/theologe10.htm oder die Katharer im 13. Jahrhundert, siehe
http://www.theologe.de/elisabeth_von_thueringen.htm#Katharer). Als Aufhänger für die kirchlichen Verfolgungen dienten manchmal Kleinigkeiten, oder es wurde einfach gelogen. Dabei projiziert die Kirche immer wieder eigene Untaten, Verbrechen und Unzulänglichkeiten auf religiöse Minderheiten (www.theologe.de/kirche_hoelle.htm) und baut so ein Feindbild auf. In Wirklichkeit waren die Gottespropheten aller Zeiten, von denen auch im Neuen Testament noch die Rede ist (z. B. 1. Korinther 12, 28; Epheser 3, 5), unbescholtene Mitbürger, die jeweils "kräftig" zu den Menschen sprachen, wie es im Kirchentagsmotto von Köln hieß. D. h., sie sprachen aus einer Vollmacht heraus. Die Kirche jedoch hat diese Vollmacht nicht, und sie hängt stattdessen am Tropf des Staates (siehe auch oben: Finanzen). Der Kirchen-Apparat in Deutschland wird vor allem durch den Kirche-Staat-Filz (bzw. einem Kirche-Staat-Komplott) am Leben gehalten (www.theologe.de/kirche_staat.htm). So werden sich auch ehrliche Gottsucher, die z. B. etwas zum Schutz unseres Planeten tun möchten, auf Dauer nicht an kirchliche Verlautbarungen anhängen, die letztlich im Kompromissgeist versickern.

Die Hölle "unter dem Teppich"

Und was die wenigsten Gläubigen wissen: Die evangelische Kirche lehrt auch einen "grausamen" bzw. "verborgenen" Gott und eine ewige Hölle im Jenseits, auch wenn es als unmodern gilt, darüber zu predigen und weswegen das Thema gerne "unter dem Teppich" gehalten wird. Doch es zählt für die Kirche nicht, was gerade modern ist, sondern was in ihren Bekenntnisschriften verbindlich festgelegt ist, und dazu gehört eben auch die Lehre von der ewigen Verdammnis. Eine solche "ewige Hölle" ist jedoch eine kirchliche Erfindung zur Einschüchterung der Menschen, und sie hat - wie vieles andere auch - nichts mit Jesus von Nazareth zu tun (www.theologe.de/theologe19.htm).

Es gibt jedoch für die Kirchenvertreter auch einen "grausamen Gott" auf der Erde. Hierzu sei an den evangelischen Pastor Klaus Geyer erinnert, der zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, weil er seine Frau Veronika Geyer-Iwand erschlagen haben soll (www.theologe.de/luther_geyer.htm). In der Todesanzeige für seine Frau sprach er z. B. theologisch versiert vom "grausamen" Gott, während das Gericht stattdessen sinngemäß von einem "grausamen" Pfarrer ausging. Das Ehepaar Geyer bzw. Geyer-Iwand war vor Jahren selbst noch regelmäßig bei evangelischen Kirchentagen aktiv auf dem "Markt der Möglichkeiten", z. B. auf dem Stand der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste (ASF). Während Klaus Geyer sich dem politisch "linken" Flügel der Kirche zurechnete, gibt es auch einen konservativen bzw. "evangelikalen" Flügel. Ein Vorbild dafür ist z. B. der US-amerikanische Evangelist Billy Graham, der mit seiner Zustimmung zu allen US-amerikanischen Kriegen bereits zahllose Menschen in eine "Hölle auf Erden" bomben ließ.

Die Ökumene

Schließlich spielt auch die Ökumene zwischen evangelischen und katholischen Kirchenmitgliedern immer wieder eine große Rolle bei Kirchentagen. Doch die beiden Großkirchen haben sich bis heute [2009] noch nicht auf ein gemeinsames Abendmahl (bzw. eine gemeinsame Eucharistiefeier). d. h. ein gemeinsames Einnehmen einer Oblate einigen können. Der Grund: Die in diesem Kult verwendeten Oblaten sind - zusammengefasst und vereinfacht gesprochen - für die Katholiken ein für allemal "Leib Christi", während sie für die Lutherischen nur während der Einnahme "Leib Christi" sind, nicht mehr nach Beendigung des Rituals. Und das ist für die römisch-katholische Kirche nicht hinnehmbar. Auch behaupten die verantwortlichen Katholiken, nur ihre Priester könnten die Oblaten in den "Leib Christi" verwandeln, dem evangelischen Pfarrer fehle diese Fähigkeit, auch wenn er exakt dieselben "Umwandlungs"-Worte (also praktisch denselben Zauberspruch) verwenden würde.
Auch der Kirchentag in Bremen war diesbezüglich wieder eine Enttäuschung für alle Kirchenmitglieder, die diesen Unterschieden keine wesentliche Bedeutung beimessen und welche die Oblate gemeinsam mit den Mitgliedern der anderen Konfession einnehmen möchten. Und so hoffen die Gläubigen, dass vielleicht erstmals beim ökumenischen Kirchentag (auch evangelisch-katholischer Kirchentag genannt) 2010 in München erstmals ein gemeinsames Ritual möglich ist.
Doch die Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentags Ellen Ueberschär bremst schon jetzt. Es werde hier "in absehbarer Zeit keine Bewegung geben" (Evangelisches Sonntagsblatt, 17.5.2009). Doch die Welt und die Menschen haben fürwahr andere Sorgen, und dieses Hick-Hack bzw. diese kirchliche Erstarrung sollte nicht mehr mit Staatsgeldern finanziert werden.

Doch auch die übrigen Bereiche der Ökumene funktionieren oft nur deshalb, weil weder die meisten Protestanten wissen, was evangelisch ist, noch die meisten Katholiken, was katholisch ist. Praktisch degenerieren die evangelischen Kirchen dabei mehr und mehr zu einem "Anhängsel" der katholischen (vgl. z. B. hier). Während Martin Luther noch seine Stimme gegen Papsttum, Reliquien, Ablass, Heiligenverehrung usw. erhob, haben seine Nachfolger ihre Kritik am Katholizismus weitgehend eingestellt. Sie wünschen sich im Gegensatz dazu, von der katholischen Mutterkirche wenigstens als "Kirche" anerkannt zu werden (siehe dazu hier), und sie können sich in diesem Zusammenhang sogar vorstellen, den Papst als evangelisches Kirchenoberhaupt zu akzeptieren (siehe hier).
Wer mehr über den römisch-katholischen Glauben wissen möchte, mit dem sich die Evangelischen ökumenisch verbrüdern wollen, der ist eingeladen, einen Glaubenstest zu machen. So mag sich die Evangelische Kirche "evangelisch" nennen und die katholische Kirche "katholisch". Doch beide sollten so ehrlich sein und zugeben, dass ihr Glaube nicht mit Jesus von Nazareth und seiner Lehre übereinstimmt. Sie sollen sich deshalb nicht mehr "christlich"
nennen.
 


Kirchentage in Bremen, München und Dresden: Nachrichten
 



1) BREMEN - 32. Deutscher Evangelischer Kirchentag
 




16.12.2008 - Lage in Bremen "recht angespannt" - Kirchentag ein "Politikum", das "polarisiert" - Lesen Sie dazu einen Kommentar vor Ort: "Man muss dazu wissen, dass nach dem Christival im Mai [2008] die Lage in Bremen recht angespannt ist. Eine weitere christliche Großveranstaltung, zumal mit 7,5 Millionen fast überwiegend aus öffentlichen Kassen gesponsert – das polarisiert einfach die Öffentlichkeit. Der evangelische Kirchentag 2009 ist in Bremen ganz klar auch ein Politikum. Und, um das auch einmal ganz deutlich zu sagen, ich finde es nicht richtig, dass der Staat derart massiv ein singuläres Ereignis einer singulären Konfession derart fördert. Das ist nicht neutral" (zit. nach
http://www.delecat.de/religion/evangelischer_kirchentag_bremen/index.php)
.

 



1.4.2009 - Ein großer Teil der Moslem-Gruppen beteiligt sich nicht am Kirchentag - Der Dachverband Schura Bremen, der 15 von 30 muslimische Gemeinschaften der Stadt vertritt, beteiligt sich nicht am Evangelischen Kirchentag.
Seine Ablehnung begründete der Sprecher Mehmet Kilinc "mit der Haltung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Islam. Der Rat hatte 2006 eine Denkschrift zum Thema Christen und Muslime in Deutschland herausgegeben, die nicht nur von Muslimen als paternalistisch und ausgrenzend kritisiert worden war. Als ´Rückschritt` bezeichnete gestern die Bremer Professorin für Religionswissenschaft, Gritt Klinkhammer, den Text. ´Das ist eine Schließung der evangelischen Front gegenüber den Muslimen`, so Klinkhammer ... Wir wollen endlich einen Dialog auf Augenhöhe und nicht missioniert oder aus christlicher Nächstenliebe gerettet werden`, so Kilinc"
(http://www.taz.de/regional/nord/bremen/artikel/1/kirchentag-mit-muslimen/).

 



13.5.2009 - Im Vorfeld des Kirchentags: Erinnerung an das Massaker an den Stedinger Bauern bei Bremen vor 775 Jahren - Am 27.5.2009 jährt sich zum 775. Mal die Schlacht bei Altenesch westlich von Bremen (1234), bei der das Kreuzzugsheer von Erzbischof Gerhard II. die Stedinger Bauern niedermetzelte und auf Scheiterhaufen verbrennen ließ.
Die Gründe
: Die Bauern hätten nicht den richtigen Glauben und seien "Ketzer". Aufgrund des Religionsedikts von Kaiser Friedrich II. von 1224 seien sie deshalb auszurotten. Zudem wollten sie dem Erzbischof keine Abgaben zahlen, so wie ihnen das zunächst versprochen worden war, da sie im Gegenzug die Wesermarsch urbar machen. Darauf hin wurden die Bauern und ihre Familien zuerst von der Kirche exkommuniziert. Dann wurden die Männer brutal ermordet. Die Täter bekamen von der Kirche als Belohnung denselben "Ablass von Sündenstrafen" wie die Kreuzfahrer nach Palästina. Das von Papst Gregor IX. angeordnete Massaker wird jetzt am 775. Jahrestag in der Nähe des Schlachtdenkmals von 100 Schauspielern nachgespielt
(Nordwestzeitung, 24.4.2009).

Zum Sachverhalt:  http://de.wikipedia.org/wiki/Stedingerkrieg

Hintergrund:
Das Edikt von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen gegen Nichtkatholiken aus dem Jahr 1224, zit. nach
http://www.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/kapitel-1.html#Die%20%E2%80%9ES%C3%A4uberungen%E2%80%9C%20beginnen: Dort heißt es:

Wer der Ketzerei überführt war, sollte entweder auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, oder man sollte ihm die Zunge herausreißen, „da sie mit dieser Gott gelästert hätten“. Das Haus des Ketzers wurde zerstört. Wer aus Todesangst seine „Irrlehren“ widerrief, sollte „begnadigt“ werden – zu lebenslangem Kerker. Unter den damaligen Bedingungen – Kälte, Ratten, Feuchtigkeit – war dies ein Todesurteil auf andere Art, das viele dazu brachte, ihre Glaubensüberzeugung wieder zu bekunden, um lieber schnell auf dem Scheiterhaufen zu sterben.
Das Edikt Friedrichs II. enthielt auch die Sippenhaft: Die Nachkommen der Häretiker bis in die zweite Generation hinein durften keine öffentlichen Ämter ausüben. „Eine Ausnahme wurde nur für Kinder gestattet, die ihre Eltern selbst angezeigt hatten.“ „Die Obrigkeit wurde durch Eid verpflichtet, alles nur Mögliche zur Aufspürung der Ketzer zu tun. Ein Magistrat, der sich dabei saumselig zeigte, verwirkte sein Amt.“ Wenige Jahre später, 1229, beschloss die Synode von Toulouse: „Die Herren der verschiedenen Distrikte sollen in Villen, Häusern und Wäldern den Häretikern fleißig nachforschen lassen und ihre Schlupfwinkel zerstören. Wer künftig noch auf seinem Gebiet einen Häretiker weilen lässt, sei es gegen Geld oder aus sonst einem Grunde, der verliert ... dies Besitztum auf immer und sein Leib ist seinem Obern zu gebührender Strafe verfallen.“

 



19.5.2009 - Rabbiner: Christentum habe noch nicht verinnerlicht, dass es keine Staatsreligion mehr sei -
Das Christentum habe aber leider "immer noch nicht verinnerlicht, dass es nicht mehr Staatsreligion ist und anderen Religionen sagen kann, was sie zu glauben haben", so der Potsdamer Rabbiner Walter Homolka (Der Tagesspiegel, 20.5.2009) im Vorfeld des Kirchentags.
Drastischer drückte es im letzten Jahrhundert der Philosoph Karl Jaspers aus.
Nach wie vor stehe der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73). Dies darf bei der vordergründigen Heiterkeit der vor allem jugendlichen Kirchentagsbesucher (ca. ein Drittel der Teilnehmer sind Schüler, die schulfrei bekommen, wenn sie zum Kirchentag fahren) nicht vergessen werden (vgl. dazu Der Theologe Nr. 12). Fühlt sich die Kirche in ihrem falschen Selbstverständnis, Kirche von "Jesus Christus" zu sein, in Frage gestellt (vgl. dazu Der Theologe Nr. 25), reagiert sie äußerst empfindlich.

 



22.5./28.5.2009 - Politiker der großen Parteien auf dem Kirchentag / Energiebad in der Menge der Jugendlichen / Gegenfestival "Heidenspaß": Jährlich 20 Milliarden Euro Staatssubventionen für Kirche nicht gerechtfertigt - Andreas Beyer von der Bremer Atheisten- und Freidenker-Union sieht "
in der fünftägigen Großveranstaltung den missionarischen «Aufmarsch» einer Glaubensgemeinschaft. Die Kirche fordere eine gesellschaftspolitische Macht, die ihr in Zeiten schwindender Mitgliederzahlen nicht mehr zustehe. Das Land Bremen unterstützt den Kirchentag mit 7,5 Millionen Euro"
(http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1362561.html). Die Freidenker organisieren in Bremen ein Alternativprogramm zum Kirchentag, das so genannte "Heidenspaß"-Festival.
Auf einer der Veranstaltungen sprach der Soziologe und Experte für Kirchenfinanzen Dr. Carsten Frerk. Er bezeichnete "dabei die staatliche Unterstützung für kirchliche Aktivitäten wie etwas die Militär- oder Polizeiseelsorge als ´hinausgeworfenes Geld`. Nach seinen Berechnungen unterstütze der Staat kirchliche Einrichtungen jährlich mit rund 20 Milliarden Euro, obwohl die Kirchen mit Kirchensteuern und Vermögenswerten über eine ausreichende ´wirtschaftliche Potenz` verfügten" (idea-spektrum Nr. 22/2009).

Vor allem die Politiker der etablierten Parteien (Angela Merkel, Franz Müntefering, Horst Köhler, Frank-Walter Steinmeier, Gesine Schwan, Wolfgang Schäuble, Olaf Scholz, Cem Özdemir) nützen das staatlich maßgeblich mitfinanzierte Kirchentreffen für Ansprachen an die Gläubigen.
Sowohl die Politiker als auch die Kirchenführer selbst genießen dabei in der Regel das "Energiebad" in der Menge der überwiegend Jugendlichen, die altersbedingt noch Elan haben. Damit wird für einige Stunden und Tage der geistige Tod der Kirche (Kritiker sprechen manchmal von einem "Komapatienten am Tropf der Kirchensteuer") überdeckt.
Denn nachhaltige Impulse für die Gesellschaft gehen von Kirchentagen schon lange nicht mehr aus. Im Gegenteil: Da die Kirche es sich aus Angst vor noch mehr Kirchenaustritten mit keiner gesellschaftlichen Lobby verderben will, werden unbequeme prophetische Denker von ihr immer wieder bekämpft oder lächerlich gemacht.
Vgl. dazu z. B.
http://www.theologe.de/tiere_kirche.htm#Erde

 



23./27.5.2009 -
"Zeiten der massiven Kritik vorbei"- Stattdessen "Dinge durchdacht" - Kirchentag ohne Ergebnis zu Ende
- "Es war kein kämpferischer Kirchentag, sondern ein Kirchentag der gemeinsamen Suche nach Auswegen", so die Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär in ihrem Fazit am vorletzten Tag des "Events" (Radio Bremen, 23.5.2009). Schon im Vorfeld des Kirchentags erklärte die Generalsekretärin im Hinblick auf Wirtschafts- und Finanzkrise und Managerverhalten: "Die Zeiten der massiven Kritik sind vorbei" (Evangelisches Sonntagsblatt, 17.5.2009). Stattdessen sei auf "beiden Seiten" "die Bereitschaft, sich auf Diskussionen einzulassen", gewachsen. Und Kirchentagspräsidentin Karin von Welcks Worte beim Abschlussgottesdienst klangen wie ein Offenbarungseid der Kirche: "Wir alle haben erkannt, dass der, der Dinge durchdenkt, mehr erreicht als jemand, der lautstark nach schnellen Veränderungen ruft" (http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/30/0,3672,7590206,00.html). Das klingt philosophisch und hätte vielleicht vor 50 Jahren noch manchmal passen können. In der gegenwärtigen Situation der Erde und der Welt ist es jedoch fahrlässiger Unsinn. Denn jeder, der nur einigermaßen noch denken kann, sieht die Welt allmählich in den Abgrund stürzen, sofern sie nicht schon in anderen Teilen der Erde dort liegt.

Doch die Kirche hatte eben auch nicht mehr zu bieten als die nahezu vollständig angereisten deutschen Spitzenpolitiker der etablierten Parteien. Und so forderte die Kirchentagspräsidentin Karin von Welck die Menschen schließlich allgemein auf: "Lasst und die Probleme anpacken", ohne dabei irgendjemandem nahe zu treten.
Wäre die Kirche ein abstiegsbedrohter Fußball-Bundesliga-Verein, würde ihr Trainer bei solchen unverbindlichen Statements entlassen.

Dabei nahmen auch an diesem Kirchentag viele Menschen guten Willens teil, deren im Einzelfall vielleicht zukunftsweisende Projekte oder Glaubensansätze im "Markt der Möglichkeiten" aber "gezähmt" werden und damit letztlich untergingen. Denn die Kirche als Institution sitzt immer mit den Mächtigen im Boot und hat seit je her alle prophetischen Stimmen für eine wirkliche Umkehr zum Schweigen gebracht. Deshalb lehrte auch der prophetische Seher Johannes im letzten Buch der Bibel: "Tretet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und empfanget von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4).  Dies ist im Hinblick auf das Sammelsurium der endzeitlichen Kirche gesagt - mit ihrem Hochmut und ihren vielfachen Aggressionen gegen religiöse Minderheiten (siehe oben).

Praktisch ging das Kirchentreffen also zu Ende, ohne dass einer z. B. einen nennenswerten Ausweg aus der Klimakatastrophe angestoßen hätte bzw. etwas Ernsthaftes in diese Richtung wahrgenommen wurde. Und ohne dass man z. B. einmal einmütig nach dem Willen von Jesus, dem Christus, gefragt hätte. Das war auch nicht anders zu erwarten, und es ist ja - was die apokalyptische Entwicklung auf unserem Planeten betrifft - ohnehin zu spät.

Eine Stadt wie Bremen wird vermutlich in einigen Jahren trotz Deichen immer wieder überflutet werden, wenn der Meeresspiegel weiter, wie vorher gesagt, steigt. Dann ist auch schon längst vergessen, dass im Jahr 2009 immerhin ein paar Jugendliche beim Kirchentag mit Luftballons an den Deichgrenzen Bremens an den Klimawandel erinnerten. Doch Luftballons bringen nicht die Lösung.

Als es noch rechtzeitig gewesen wäre, gab die geistige Welt durch Prophetenwort die Impulse für die notwendigen Veränderungen. Siehe dazu z. B. http://www.das-wort.com/deutsch/zeitkritisches/der-schattenwelt-neue-kleider.php. Doch dieses wurde von der Kirche und ihren Kirchentagen regelmäßig verworfen und lächerlich gemacht. So dass es jetzt nicht mehr darum geht, dass es heißt: "Rette dein Leben". Sondern nur noch darum: "Rette deine Seele".

Unser Vorschlag für die Zukunft: Keine Staats-Millionen mehr für die Kirchentage. Die Kirchenmitglieder dürfen sich ja gerne irgendwo treffen, um ihre teils gegensätzlichen Meinungen auszutauschen und miteinander Musik zu hören. Das sollten sie dann aber auch selbst bezahlen. Denn die Gesellschaft muss mit ihren finanziellen Mitteln andere Aufgaben für das Gemeinwohl wahrnehmen.


 




2) MÜNCHEN - 2. Deutscher Ökumenischer Kirchentag


4.6.2009 -
Evangelische Ehepartner von Katholiken weiterhin vom katholischen Abendmahl ausgeschlossen / Papst bleibt dem Kirchentag fern - Im Vorfeld des 2. Ökumenischen Kirchentags (= katholisch-evangelischer Kirchentag) in München 2010 machte der katholische Erzbischof aus Freiburg, Robert Zollitsch, unmissverständlich klar, dass in München keinesfalls evangelische Ehepartner beim aus katholischer Sicht "heilsnotwendigen" katholischen Abendmahl zugelassen würden. Und ein gemeinsames Mahl von Katholiken und Protestanten? Aus katholischer Sicht völlig ausgeschlossen. Und die Entscheidungen darüber würden nicht in München getroffen, sondern in Rom.
Und weiterhin ist jetzt schon klar: Der Papst bleibt dem Kirchentag fern (Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 22/2009). Und Rom setzt einmal mehr auf den langen kalten Atem der Geschichte. Was das in diesem Fall bedeutet, machte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick bereits im Jahr 2005 deutlich, als er sagte: "Wir sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein"
(100 Tage Papst Benedikt XVI., ZDF, 31.7.2005). Es bleibt abzuwarten, ob sich in diesem Sinne ein "Fortschritt der Ökumene" in München zeigt.
 

29.12.2009 - Evangelisch-lutherischer Transplantationsmediziner ist Präsident des zweiten Ökumenischen Kirchentags in München - Der Transplantations-Mediziner Dr.med. Dr.phil. Eckhard Nagel aus Bayreuth ist evangelischer Präsident des Zweiten Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) vom 12.-16.5.2010 in München. Die evangelische Kirche lehnt das Urwissen der Menschen von der Unsterblichkeit der Seele ab und behauptet stattdessen einen Komplett-Tod mit späterer Neu-Auferweckung durch "Gott". Folglich will sie von den furchtbaren Leiden von Organspendern nichts wissen, und sie ignoriert auch die seelischen Leiden der Organempfänger (von deren Weiterleben im Jenseits noch gar nicht gesprochen, wenn die durch Fremdorgane im Diesseits manipulierte Seele dort leidet und sich nicht mehr zurecht findet).
Die Meinungsführer der Evangelischen Theologie verleihen Dr. Dr. Eckhard Nagel am 27.1.2010 zudem die Ehrendoktorwürde der Theologie:
"Die Akzentuierung reflektierter Glaubensverantwortung in der Gesellschaft - besonders in vielen schwierigen Fragen des Medizin-Systems - motivierte unsere Entscheidung, Prof. Nagel die Ehrendoktorwürde zu verleihen", erklärte Prof. Dr. Peter Dabrock, Dekan des Fachbereichs Evangelische Theologie der Universität in Marburg (Pressemeldung der Philipps-Universität Marburg, 9.10.2009).
 

8.5.2010 - Ökumenischer Kirchentag von Vorwürfen gegen Bischof Walter Mixa überschattet - Fünf Tage vor Beginn des katholisch-evangelischen Kirchentages in München wird die Kirchenwelt von neuen Enthüllungen gegen Bischof Walter Mixa schwer belastet. Die in der Homosexuellen-Szene unter dem Namen "Monsi" (für Monsignore) bekannte Exzellenz werden finanzielle Veruntreuungen und massive Schläge gegen Kinder vorgeworfen. Walter Mixa war einer der ranghöchsten Katholiken Deutschlands, bis der Papst am 8.5.2010 sein Rücktrittsgesuch annahm. An seinem früheren Wirkunsort Schrobenhausen kursieren noch weiter gehende Berichte über das Leben Mixas.  Der Würdenträger "erholt" sich derzeit in einer "Klinik für Alkoholiker" (spiegel.de, 8.5.2010).
Auch hat Erzbischof Ludwig Schick sein Verständnis von Ökumene nicht zurück genommen, wonach die Evangelischen wieder alle zu Katholiken werden und sich damit wieder dem Papst und "Monsis" Mit-Exzellenzen unterwerfen müssten.
 

8.5.2010 - "Heidenspaß statt Höllenqual" auch in München - Der Bund für Geistesfreiheit und andere Organisationen wie z. B. der "Selbsthilfeverband der schwangeren Nonnen" organisieren wie bereits in Bremen so auch in München wieder ein Alternativprogramm zum Kirchentag. Schirmherrschaft hat der renommierte Kirchenkritiker Karlheinz Deschner.
Mehr dazu unter:

http://www.bfg-muenchen.de/cms/home/aktuelles/bfg-muenchen.html?35idcatsideback=2&35startmonth=6&35monthback=-1&35idarticle=
35&35category=0&35page=1
 

9.5.2010 - Solange der Staat zwei Großkirchen finanziert, wollen die Kirchenführer wohl nicht ernsthaft eine Ökumene. Denn dann fiele ja die Hälfte der staatlichen Pfründen weg - Das Kirchenvolk darf beim Kirchentag etwas an der "Ökumene" schnuppern. Doch kein Kirchenführer wird ernsthaft tatsächlich eine Vereinigung der beiden Großkirchenkonzerne befürworten, solange der deutsche Staat beide Kirchenkonzerne in annähernd gleicher Höhe mit Milliardensubventionen finanziert (ca. 20 Milliarden Euro jährlich plus x). Denn bei einer Vereinigung würde ja unter Umständen die Hälfte der Milliarden wegfallen.


9.5.2010 - Pressemeldung der Freien Christen für den Christus der Bergpredigt zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München: "Der Volksaufwiegler Luther bleibt außen vor" - In der Pressemeldung heißt es u. a.: "Die Lutherkirche ist mit geradezu peinlicher Sorgfalt bemüht, die düsteren Seiten ihres Religionsgründers Martin Luther aus dem Ökumenischen Kirchentag in München herauszuhalten." Zu diesem Ergebnis kommen die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt nach eingehendem Studium des Kirchentagsprogramms. "Man spricht über Augustinus, Franz von Assisi, König David, Sophie Scholl, Albrecht Dürer und Elisabeth von Thüringen – doch eine Veranstaltung über die Abgründe des Demagogen und Volksaufwieglers Martin Luther hat man sich wohlweislich gespart. Offenbar hat die Klage der Freien Christen, die Lutherkirche solle sich nicht mehr ´christlich` nennen, die Nachfolger Luthers doch mehr aufgeschreckt, als sie nach außen hin zugeben. Hatte die inzwischen zurück getretene EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann bei ihrer Amtseinführung noch, etwas beschönigend, von den ´Schattenseiten` des Reformators gesprochen, so fühle sich nach ihrem Rücktritt offenbar niemand mehr zuständig, diese ausgesprochen dunkle Vergangenheit endlich aufzuarbeiten ... Lediglich zwei Veranstaltungen des Kirchentags befassen sich mit Luther – eine davon (´Luther und Lederhose`) sei offenbar eher kabarettistischer Natur, während die andere (´Mit Jakobus und Luther in die Zukunft pilgern`) schon von der Podiumsbesetzung her wohl in die Jubelarien zum Reformationsjubiläum 2017 [500 Jahre "Thesenanschlag" durch Martin Luther] mit einstimmen wird. Es dürfte ein einmaliger Fall sein, ... dass in einem demokratischen Staat, der die Menschenrechte auf seine Fahnen geschrieben hat, ein notorischer Antisemit wie Luther [vgl. dazu Der Theologe Nr. 28], der noch dazu hasserfüllt gegen Katholiken, Täufer, Bauern, Hexen, Behinderte und Türken hetzte, der den freien Willen des Menschen leugnete, die Vernunft verdammte und Gott als grausamen Willkürtyrannen darstellte, zehn Jahre lang im Voraus gefeiert wird. Und damit will man dann ´in die Zukunft pilgern`. Was für eine Zukunft das sein wird, das kann sich jeder ausrechnen, der die folgende kleine Auswahl an Zitaten Luthers näher untersucht ..."


12.5.2010 - Die dunklen Wurzeln der Ökumene - Lesen Sie eine weitere Pressemeldung der Freien Christen unter http://www.christus-oder-kirche.de/downloads/pressemitteilung-die-dunklen-wurzeln-der-oekum.pdf


23.5.2010 - Opfer von sexuellem Missbrauch durften nicht auf Podium - Die unzähligen Sexualverbrechen von Pfarrern bzw. Priestern an Kindern sollten die Feierstimmung der Gläubigen auf dem Ökumenischen Kirchentag in München nicht trüben. Zum Eklat kam es, als ein Opfer sich aus dem Publikum darüber beklagte, dass kein Opfer der Kinderschänder-Verbrecher im Talar auf dem Podium sitzen durfte. "Während einer prominent besetzten Podiumsdiskussion scheiterte Norbert Denef, Sprecher des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt, vor über 6000 Menschen in einer dicht gefüllten Messehalle mit seinem Versuch, den Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, Klaus Mertes, an einem Vortrag zu hindern. Denef, der selbst als Kind missbraucht wurde, warf dem Jesuitenpater vor, nicht dieser habe die Missbrauchsdebatte ins Rollen gebracht, sondern allein die Opfer" (epd-Meldung, zit. nach Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 21, 23.5.2010).
 



3) DRESDEN - 33. Deutscher Evangelischer Kirchentag


23.11.2009 - 33. Deutscher Evangelischer Kirchentag vom 1. Juni - 5. Juni 2011: Katrin Göring-Eckart (DIE GRÜNEN) ist die neue Kirchentagspräsidentin. Sie löst Karin von Welck ab.


März 2010 -
Das Kirchentagsmotto "... da wird auch dein Herz sein" in Dresden ist eine Selbstentlarvung des Protestantismus - Der ganze Satz lautet nämlich: "Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein" (Matthäus 6, 21). Die evangelische Kirche in Deutschland Kirche wird Mühe haben, ihr Vermögen von ca. 250 Milliarden Euro nicht als ihren "größten Schatz" zu bezeichnen. Mehr zum Reichtum der Kirche siehe auch hier.


29.8.2010 -
33. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Dresden überwiegend vom Staat finanziert - Der deutsche Staat finanziert wie üblich maßgeblich die Feste der Kirche, so auch den Evangelischen Kirchentag in Dresden. "Der Kirchentag verfügt über ein Budget von rund 14 Millionen Euro. 5,5 Millionen Euro kommen vom Land, zwei Millionen von der Stadt, eine Million von der sächsischen Landeskirche und 400.000 Euro vom Bund. Dazu kommen Teilnehmergebühren sowie die Unterstützung von Sponsoren" (evangelisch.de, 24.8.2010). Das heißt: Der Staat zahlt fast achtmal mehr als der Veranstalter selbst. Gut ein Drittel der Kosten bringen Teilnehmer und Sponsoren auf.



4) HAMBURG - 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (in Vorbereitung)

34. Deutscher Evangelischer Kirchentag vom 1. Mai - 5. Mai 2013

 

2010 - Eine aktuelle Klage

Die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt in allen Kulturen weltweit sind vor Gericht gegangen:
Die römisch-katholische Kirche und die evangelische Kirche dürfen sich nicht mehr christlich nennen, nur noch katholisch, evangelisch oder lutherisch - so der Inhalt der Klage. Die Klage enthält viele Gesichtspunkte, die wir auch hier auf dieser Seite veröffentlichen. Lesen Sie die Abmahnung an die Kirchen, die Dokumentation ihres Etikettenschwindels und ihrer Gräuel über viele Jahrhunderte bis in die Gegenwart, sowie die Klageschriften und die Pressemeldungen der Freien Christen: http://www.christus-oder-kirche.de



Frühere evangelische Kirchentage:
Hannover (1 - 1949), Essen (2 - 1950), Berlin (3 - 1951), Stuttgart (4 - 1952), Hamburg (5 - 1953), Leipzig (6 - 1954), Frankfurt am Main (7 - 1956), Berlin (8 - 1957), München (9 - 1959),  Berlin (10 - 1961), Dortmund (11 - 1963), Köln (12 - 1965), Hannover (13 - 1967), Stuttgart (14 - 1969), Augsburg (1971, kein evangelischer Kirchentag, sondern ökumenisches Pfingsttreffen), Düsseldorf (15 - 1973), Frankfurt am Main (16 - 1975), Berlin (17 - 1977), Nürnberg (18 - 1979), Hamburg (19 - 1981), Hannover (20 - 1983), Düsseldorf (21 - 1985), Frankfurt am Main (22 - 1987), Berlin (23 - 1989), Ruhrgebiet (24 - 1991), München (25 - 1993), Hamburg (26 - 1995), Leipzig (27 - 1997), Stuttgart (28 - 1999), Frankfurt am Main (29 - 2001), Berlin (2003, kein evangelischer Kirchentag, sondern 1. Ökumenischer Kirchentag), Hannover (30 - 2005), Köln (31 - 2007)



Literatur:
Und
: Einige der hier vorgestellten Schriften gibt es auch als kostenlose Druckschriften.
Der Theologe Nr. 1: Wer folgt Luther nach und wer folgt Christus nach? Die geheimen Abgründe der evangelischen Kirche
Der Theologe Nr. 3: So spricht Martin Luther - so spricht Jesus von Nazareth: Ein Vergleich
Der Theologe Nr. 8: Wie der Teufel in der Bibel hauste
Freie Christen Nr. 1:
Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein. Darum treten Sie aus, Sie sind nicht allein

Lesen Sie dazu auch den Artikel über den Katholikentag. Einige speziell evangelische Themen sind dort weggelassen. Dafür enthält er Aspekte, die im Unterschied zu den Evangelischen die Katholiken betreffen.

 

Der Text kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Kirchentage in Deutschland: Kirche ist nicht christlich, zit. nach http://www.theologe.de/evangelischer-kirchentag.htm, Fassung vom 29.8.2010

 

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