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DOKUMENTATION
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Der Abschied aus dem Pfarramt
Vortrag von Ex-Pfarrer Dieter Potzel in der Gaststätte Buger Hof in Bamberg
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Lesen Sie auch: Der Theologe Nr. 29 zum Jubiläum:
1.) An den Lagerfeuern der Evangelischen Jugend
2.)
Christ sein
An den Lagerfeuern der Evangelischen Jugend Worauf kam es mir an? Als ich angefangen hatte, Theologie zu studieren, war meine Motivation ganz klar. Ich war als Jugendlicher auf meine Art recht konsequent. Bei einigen Dingen hatte ich ein Gespür für Not und Ungerechtigkeit, und ich sagte: „Ich möchte etwas tun, was Jesus Christus will.“ Und in dieser Zeit, in den 70er Jahren, im damaligen Umfeld, war es für einen jungen Menschen mit Abitur nahe liegend, Theologie zu studieren und Pfarrer zu werden. Für mich als Jugendlicher lebte die Kirche an den Lagerfeuern und bei den Aktivitäten in der Evangelischen Jugend bzw. beim CVJM [Christlicher Verein Junger Menschen]. Mit den Sonntags-Gottesdiensten der Kirchengemeinden tat ich mich schwerer, ich hab’ da lieber ausgeschlafen. Für mich war stattdessen die Mitarbeiterstunde beim CVJM Hof das, was mir ein Gefühl von Zugehörigkeit und teilweise geistigem Zuhause gegeben hatte. Es gab verschiedene Aktionen, die ich als „gelebte Nachfolge“ verstand. Wir haben sogar einmal vor einer Disco Handzettel verteilt für eine christliche Jugendveranstaltung. Sicher, es war damals das Jugendalter, der Sturm und Drang, und manches war dabei auch altersgemäß.
„Ich will Christ sein“, das war mir wichtig. Es hat mich zunächst ins
Theologiestudium gebracht, später dann zum Pfarramt. Ich war schließlich mit Überzeugung
Evangelischer Pfarrer, und ich habe mich bemüht, das, was ich im Herzen glaubte,
auch als „evangelisch“ zu betrachten. Also das, was ich glaubte und von Jesus wusste,
wollte ich so auch als „evangelischer Glauben“ verstehen. Aber ich merkte
mit der Zeit, dass das
oft sehr schwer war. Die Herausforderung des Neuen Testaments
Diese Herausforderung, die da war, die vom Neuen Testament her kam, von Jesus von
Nazareth, hat
mich privat schließlich zum Universellen Leben geführt. Es hieß, es gäbe da Urchristen,
die würden so ähnlich leben wie Christus vielleicht heute leben würde. Ich
habe zuerst gesagt, das gibt es überhaupt
nicht. In unserer Zeit kenne ich überhaupt niemanden, vielleicht Mahatma Gandhi
noch, der war mir da vom Hörensagen am ehesten noch nahe. Der war allerdings gar kein
Christ.
„Allein Christus“, wie es im evangelischen Bekenntnis heißt, das wurde mir
in den letzten Jahren immer wesentlicher, und darauf kommt es
heute für mich auch weiter an. Ich will Christ sein, und ich möchte nicht
mehr fragen:
„Was muss
ich tun, damit die Institution Kirche Mitglieder behält?“ Sondern meine Frage
ist: „Was
möchte Jesus Christus heute mit denen tun, die so leben möchten wie er?“ So
gesehen geht es überhaupt nicht um mich. Ich bin durch verschiedene
Umstände heute in den Mittelpunkt gekommen, aber es geht um Christus. Die Widersprüchlichkeit der Kirche
Jetzt einige Worte dazu, wie es überhaupt zu diesem Abend kam. Christus und Kirche passen nicht zusammen Dazu noch ein paar weitere Gedanken: „Salz der Erde, Licht der Welt“ sollen die Christen sein. Ich denke dabei z. B. an die Feindesliebe Jesu, die Gewaltlosigkeit und die Umkehr, wenn man etwas Falsches getan hat. Das könnte etwa so aussehen, dass man miteinander dieses Ziel verfolgt, indem man sich z. B. vornimmt: „Wir wollen unser Leben ändern. Und nun gehen wir mal alle Bereiche praktisch durch, wie das vielleicht möglich wäre.“ Aus einer Umkehr heraus ist im Urchristentum auch vielfach eine Vollmacht gewachsen, und es kam sogar zu körperlichen Heilungen. Und Jesus von Nazareth sagte ja zu den von ihm Geheilten: „Sündigt in Zukunft nicht mehr“. Also diese Radikalität, die im Neuen Testament in den Evangelien auf jeder Seite zu spüren ist, davon sind wir meistens weit entfernt, und ich beziehe mich hier ausdrücklich mit ein, und da hat auch jeder seine menschlichen Schwächen. Klar: Wir sind vermutlich alle überwiegend freundliche und gut gewillte Menschen. Für gefährlich halte ich jedoch eine gewisse Selbstzufriedenheit. Wenn man nämlich einmal das Gesamtbild der Kirchengemeinden betrachtet: Wer traut sich dann, guten Gewissens zu sagen: „Wir sind die Nachfolger von Jesus in unserer Zeit“? Doch ich will hier niemandem zu nahe treten. Selbst wenn man es hier und da guten Gewissens sagen könnte: Was Menschen dann innerhalb dieser Kirche glauben und für richtig halten, entspricht oft gar nicht der Lehre dieser Kirche. Christus und Kirche sind nämlich zweierlei. Da sage ich später noch ein paar Sätze dazu. Und wenn man noch manches mehr einbezieht, wofür Kirche in der Gesellschaft steht, dann bestehen sogar Gegensätze zwischen Christus und Kirche: Wenn ich z. B. an den vergangenen Golfkrieg denke [1991], den die Kirche abgesegnet hat oder an die kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten, die über Andersgläubige mit Unwahrheiten und Verleumdungen herziehen. Oder noch ein Bereich: Da wird z. B. jedes Jahr am Erntedankfest auch für Fleisch und Wurst gedankt. Doch was ist mit dem, was täglich in unseren Schlachthöfen passiert, die Todeskämpfe der Tiere, die dort sehr leiden? Die grausame Massentierhaltung wird von den Kirchen gesegnet, weil sie den Tieren die unsterbliche Seele und teilweise auch die Leidensfähigkeit abgesprochen hat. Doch was passiert, ist nicht im Sinne von Christus. Und ich könnte hier noch vieles aufzählen und begründen, will es aber erst einmal bei diesen Stichworten belassen.
Wie ging es nun in der Gemeinde weiter? Es kam die offizielle und sehr
freundliche Verabschiedung in der Philippuskirche im Januar, und mir war
klar, bis zum 31. Januar [1992] bin ich noch Pfarrer in Bamberg-St.-Stephan und stehe auch zu dieser
Verantwortung. Vom 1. Februar an konnte ich dann meinem Leben eine neue Deutung
geben, doch mir war nicht daran gelegen, das öffentlich bekanntzumachen.
Aber wer mich gefragt hat, dem habe ich gesagt: „Gut, ich habe das
Dienstverhältnis als Pfarrer niedergelegt, und ich möchte in Zukunft in
einem ´Christusbetrieb` beim Universellen Leben arbeiten.“ Das hat sich
übrigens erst Ende Januar/Anfang Februar so ergeben. Bis dahin wollte ich es
noch anders: Nämlich mich in aller Ruhe aus der Öffentlichkeit zurück ziehen, eine
Umschulung machen und möglichst einmal raus aus allem sein. Aber die Dynamik
der Ereignisse war nicht mehr aufzuhalten.
Dann kam ein Anruf eines Journalisten, von Herrn G. L. vom Evangelischen
Pressedienst epd, und er hat mir gesagt - das war dann Mitte Februar - er hätte
gehört von einer Verbindung zwischen mir und dem Universellen Leben, und er
möchte dazu mehr wissen. Um den Kirchenaustritt ging es überhaupt nicht. Und
ich habe ihm auch gesagt, das ist ein privates
Gespräch, ich möchte nichts in der Presse haben! Wieso auch? Ich bin kein
Pfarrer mehr, ich bin ein ganz normaler Christ. Also: „In meinem Interesse ist
das nicht, bitte schreiben Sie darüber nichts!“ Doch ich bekam dann zur Antwort: „Die Kuh
muss auf´s Eis.“
Und jetzt wird nun plötzlich eine öffentliche Veranstaltung anberaumt, wo über die
Gründe, die zu meinem Austritt geführt haben, gesprochen wird. Das hat mich
doch recht beschäftigt. Hätte
es geheißen „Stephanskirche, wie geht es weiter nach dem Austritt von Pfarrer
Potzel?“ hätte ich sicher nicht reagiert. Aber wenn über mich gesprochen
wird, will ich auch reagieren. Also habe ich gesagt: „Gut, ich habe nichts zu
verbergen, ich stelle mich dieser Diskussion, ich gehe da hin.“ Und dann
hat mir mein Pfarrer-Kollege H. B. gesagt: Ja, ich wäre unerwünscht, und man hätte mit mir nichts
mehr zu tun. Ich könnte oder sollte zu dieser Veranstaltung also nicht hinkommen. Jesus wollte keine Pfarrer und Priester
Ich war ja in der ganzen Zeit nicht nur evangelisches Kirchenmitglied, ich war
evangelischer Pfarrer und mit meiner ganzen beruflichen Existenz an die
Kirche gebunden. Und bereits an diesem Amt kann ich einiges deutlich
machen: Ich glaube
nämlich nicht, dass Jesus Priester und Pfarrer wollte. Er wollte nicht, dass
Theologen und Schriftgelehrte eine Gemeinschaft führen, die seinen Namen trägt. Mir war
hier manchmal die anglikanische Kirche in
England ein etwas besseres Beispiel als die eigene Kirche. Dort gibt es auch Theologen als Pfarrer. Aber
„Pfarrer“
ist dort eine Zusatzausbildung, die ich Berufs begleitend machen kann oder
in Intensivkursen. Die Leute haben eigene Berufe und jemand macht z. B. mit
45 noch eine Pfarrer-Zusatzausbildung. Also dort ist der Pfarrer viel mehr
in das Leben der übrigen Bevölkerung integriert. Der Talar war für mich
demgegenüber immer ein Symbol
der Abgrenzung. Der Pfarrer im Talar grenzt sich dabei von den anderen Leuten ab. Was heißt eigentlich „evangelisch sein“?
Das mit dem Pfarramt ist aber nur ein Detail. Grundsätzlich ging es darum: Was heißt evangelisch sein? Kann ich evangelisch sein? Kann ich mein Christ-Sein, so wie ich es verstehe, mit dem Evangelisch-Sein verbinden?
„Allein Christus“
- das war für mich die Basis, auf der ich den Gemeindeaufbau
hier in der Stephanskirche und in der Philippuskirche gemacht habe mit anderen
zusammen. Und dann frage ich mich natürlich auch: „Welchem Christus folgen wir?“
Allein Christus, darauf kann man sich zwar schnell einigen, das gilt ja als eine der Säulen des
evangelischen Glaubens. Aber welchem Christus folgt man dann? So hat der
Christus der Evangelien z. B.
nicht von der „Rechtfertigung des Sünders allein durch Glauben allein aus
Gnaden“ gesprochen, sondern er hat gesagt:
„Wer diese Meine Rede hört und tut, der ist ein weiser Mann“ und: „Nicht wer
´Herr, Herr` sagt, wird ins Himmelreich kommen, sondern der den Willen tut des
Vaters im Himmel“. Schon im Studium hatte ich ja erlebt, dass man jahrelang
über Christus
reden kann, ohne etwas tun zu müssen. Aber genau auf dieses Tun und nicht auf das
Glauben und Reden
käme es an. Martin Luther, ein Mann des Krieges
Ein Beispiel: Im Alten Testament
heißt es: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ - ich vereinfache jetzt bewusst, ich kann
das alles jetzt nicht ausführlich erklären. „Du sollst nicht töten“
heißt aber das fünfte Gebot. Das ist ein Widerspruch dazu, wenn man „Auge um
Auge, Zahn um Zahn“ z. B. als Rechtfertigung zur Vergeltung deutet, bis hin
zur Tötung, was ja
seit Jahrtausenden getan wird. Christus hat das noch weiter radikalisiert: Er
hat sinngemäß gesagt: „Wer schon mit seinem Bruder zürnt, der verstößt gegen
das fünfte Gebot, der wird schuldig. Und wer zu seinem Bruder sagt ´Du Narr!`, verstößt schon gegen den Sinn
dieses fünften Gebotes.“ Das Töten fängt also schon mit Gedanken an. Kirchliche Blutspur und gesegneter Bombenregen
Die Kirche war früher aktiv am Töten beteiligt. Von der Blutspur in der
Geschichte der Kirchen wissen Sie, es wird grob von 60 Millionen Ermordungen
gesprochen, alles in allem zusammen genommen, obwohl es die Bibel gab und sich die Kirchen
immer darauf berufen haben. Wie ist es heute? Für mich gehört diese Gewaltlosigkeit Jesu zur
Substanz des christlichen Bekenntnisses dazu.
Und was ich jetzt sagen kann, darf ich sagen, weil es auch in der Zeitung stand:
Als der Golfkrieg ausgebrochen ist, haben wir im Kirchenvorstand von St.
Stephan eine Resolution verfasst. Aber diese Resolution hat offen gelassen,
ob jetzt der von der UNO beschlossene Krieg gegen den Irak von christlicher Seite her gerechtfertigt ist oder
nicht. Es ging um Frieden allgemein, aber ich habe gesagt damals: „Die
christliche Position ist ´Du sollst nicht töten` und es ist nicht der Wille
von Jesus Christus, wenn die Alliierten und ihre Militärpfarrer segnend Bomben auf den Irak
und die Soldaten und Menschen dort werfen, so groß das Unrecht dort auch von der Regierung gewesen sein mag.“
Ich habe das gesagt, und Dekan S. antwortete: „Schreiben’s einen Leserbrief“.
Damit war die Sache eigentlich entschärft, denn ich wollte aus den
unterschiedlichen Überzeugungen keinen Konflikt entstehen lassen. Aber das Leiden in der Region
ging für viele Opfer erst so richtig los. Und es waren ja fast
ausschließlich Moslems, die z. B. in ihren Schützengräben von kirchlichen
Soldaten einfach mit Sand zugeschüttet wurden. Erstickt und aus. Oder es gab
Zivilisten, die
bei lebendigem Leib in ihren Häusern verbrannten. Da braucht man sich dann
nicht zu wundern über manchen Hass in der islamischen Welt über das
Christentum. Was hat die Bibel seit ca. 1.700 Jahren gebracht?
Ein zweiter Punkt, die Bibel: „Allein die Schrift“, die zweite
Säule der Reformation. Auch da muss ich fragen: „Welche Stellen
der Schrift glauben wir?“ Denn es gibt zahllose Widersprüche und
Ungereimtheiten [siehe dazu jetzt Der Theologe
Nr. 8 - Wie der Teufel in der Bibel hauste]. Ein Beispiel: Da habe
ich im Studium gelernt, dass der Reformator Philipp Melanchthon um 1531 ein Gutachten
für die Universität Wittenberg geschrieben hat, in dem die Hinrichtungen
von Andersgläubigen gefordert wurden, und Luther stimmte dem zu. Da wurden
dann also später friedfertige
Leute enthauptet, und
zwar waren das Leute, die gesagt haben: „Wir lassen nicht die
Säuglinge taufen, sondern machen es so, wie es Jesus auch gemäß der Bibel gesagt hat: ´Gehet hin und
erst lehret und dann taufet`“. Aber diese so genannten „Täufer“ wurden von den Evangelischen verdammt. Und
auch in
den evangelischen Bekenntnisschriften wurde diese Lehre verdammt, obwohl sie von Jesus
stammt. Doch die Leute, die sich daran hielten, wurden auf Veranlassung der Kirche getötet.
Und mit welchem Recht? Luther hat nun diese Todesurteile mit der Bibel
begründet, mit dem Alten Testament,
z. B. mit
dem Propheten Elia, wo wir ja auch eine Kinder-Bibelwoche darüber gehalten haben.
Und Elia
soll ja auch
selbst Todesurteile vollstreckt haben. Und vermutlich hatte Luther auch noch
die Stelle bei Paulus im Römerbrief im Kopf, wo es heißt, die Obrigkeit
vollzieht mit dem Schwert das Strafgericht im Namen Gottes. Dazu muss man
sagen:
Andersgläubige galten für Luther generell als Unruhestifter, die das
tödliche Strafgericht verdient haben. Und ich habe
innerlich gemerkt, ich muss ungeheuer arbeiten, um das alles schlucken zu
können. Und um doch zu sagen, wenn ich irgendwo
etwas als Pfarrer tat: „Ja, ich bin lutherisch“ oder „Für unsere Kirche gilt
die Bibel als Gottes Wort“. Mancher beschwichtigt dann und sagt,
Luther war halt ein „Kind seiner Zeit“. Doch das ist in diesem
Zusammenhang Unsinn. Denn seine Opfer
waren genauso „Kinder ihrer Zeit“. Kompromiss aus allen Kompromissen und auch noch Jahrzehnte zu spät
Und heute?
Eine der letzten Denkschriften der Evangelischen Kirche war die
Wirtschaftsdenkschrift gewesen. Die Essenz, die wesentliche Aussage darin ist, dass Ökologie und
Ökonomie in eine Balance gebracht werden müssen. Ja, wenn das vor 30 Jahren
jemand gesagt hätte, wäre das bedeutsam gewesen, man hätte darauf hören
können. Aber wenn das heute die
wesentliche Botschaft sein soll, was andere auch schon vor zig Jahren gesagt
haben? Und wenn ich dann noch die Absicht dahinter erkenne,
es allen recht machen zu wollen, möglichst alles zu integrieren von CDU, CSU und SPD
und FDP bis hin zu Ansätzen der GRÜNEN, dann ist das nicht „Salz der Erde“ und nicht „Licht der Welt“. Das ist
dann der Kompromiss aus allen vorherigen Kompromissen und der kleinste gemeinsame
Nenner aus allem, der zu überhaupt
nichts mehr bewegt.
Eine „Balance zwischen Ökonomie und Ökologie“, das sagt heute längst jeder, da brauche ich
auch gar kein Christ sein dazu. Beispiel: Der Club of Rome mit führenden
Wirtschaftsleuten, der Chef von VW ist z. B. dabei. Da legen wahrscheinlich
viele keinen Wert darauf, Christ zu sein, aber die gehen in ihren
notwendigen Aussagen viel weiter
als die Kirchen. Bibel? „Herr Pfarrer, wir können´s nicht mehr hören!“
Als ich mit den Schülern einmal das Thema „Bibel“ im Religionsunterricht durchnehmen wollte, hat
mir ein Schüler gesagt: „Herr Pfarrer, wir können’s nicht mehr hören!
Christus, Bibel, jedes Jahr!“
Und ich denke, das ist es nämlich: Wenn man hört und nicht verwirklicht,
nicht tut ... Und wenn
man es einmal so hört und ein andermal so ... Und wenn da keine Dynamik davon
ausgeht, wenn das Leben nicht wirklich sich verändert, dann kommt irgendwann
einmal dieser Übersättigungseffekt. Und das kann ich gut
nachvollziehen. Ein evangelischer Theologe, Paul Tillich, hat einmal
sinngemäß gesagt: „Am besten wär’s, wir schweigen mal über die Begriffe ´Christus` und ´Gott`. Vielleicht können
wir sie dann irgendwann neu hören in ihrer Kraft, in ihrer Vollmacht.“ Martin Luthers psychische Probleme mit seinem Gott
„Die Rechtfertigung des Sünders allein durch Glauben, allein aus Gnaden“,
das wäre der letzte Punkt zum Evangelischsein, worüber ich sprechen möchte.
[Die in diesem Zusammenhang folgende Passage über die
evangelische Rechtfertigungslehre wird vom Vortragenden aus späterer Sicht [2010]
nicht mehr so befürwortet, weswegen sie hier auch nicht mehr erscheint.
Mit Ausnahme eines Absatzes, in dem es hieß:
Im evangelischen Bekenntnis, in einem
Kernpunkt, heißt es auch: „Die Andersgläubigen werden verdammt.“ Und was Verdammung
bedeutet, wird auch klar in den Bekenntnisschriften gesagt: Es soll eine
ewige Verdammnis sein. Und da bin ich auch hellhörig geworden. Es gibt in unserem
Land Nervenkliniken, da sind Leute, die
glauben z. B., sie hätten eine Sünde begangen, die nicht vergeben werden kann - das
steht z. B. so in der Bibel drin, und ich halte es nicht für ein
authentisches Jesuswort. Da heißt
es also: „Es gibt eine Sünde, die nicht vergeben werden kann.“ Leute steigern sich
da rein, haben Angst vor der ewigen Verdammnis, die im evangelischen und
katholischen Glauben
gelehrt wird, und kommen in die Irre. Wie der wahre Sinn der Taufe verschleiert oder umgangen wird *
Deshalb zum Schluss das Thema Kirchenaustritt. Man meldet seinen Säugling ja auch nicht bei der CSU an * Und nun die Säuglingstaufe: Ich fand es zwar nicht richtig, schon Säuglinge zu taufen. Denn es ist eine Missachtung des freien Willens des Menschen. Schließlich meldet man sein neugeborenes Kind ja auch nicht bei der CSU an oder bei der SPD, sondern man lässt es später selbst entschieden, wie es politisch denken will. Und das sollte man erst recht bei einer so persönlichen Sache wie dem Glauben tun, dem Kind den freien Willen lassen, sich später selbst zu entscheiden. Man kann es ja kirchlich erziehen und ihm alles erklären und zeigen und das Kind in alles einführen. Doch entscheiden muss sich jeder dann zu gegebener Zeit selbst. Und es kommt noch etwas hinzu: Der Säugling kann ja noch gar nicht Buße tun und umkehren. Also wird der ursprüngliche Sinn der Taufe bei der Taufe von Säuglingen völlig verfehlt. Dann heißt es natürlich dazu in der kirchlichen Lehre, dem Säugling werde angeblich die Erbsünde vergeben. Doch ich habe auch nicht jede Verbiegung und Verfälschung der ursprünglichen christlichen Botschaft zum Thema gemacht, und die kirchliche Erklärung dieser Konstruktion habe ich den Eltern der Kinder erspart. Aber grundsätzlich gab es natürlich kein Wenn und Aber: Die Säuglingstaufen mussten sein, da hat niemand nach Hintergründen gefragt, ich musste es tun, es war Dienstauftrag, und ich habe es gemacht. Früher hätte man mich hingerichtet, wenn ich es nicht getan hätte. Wir, d. h. die Eltern und ich, haben dann einfach etwas Gutes daraus gemacht, wo jeder dahinter stehen konnte. Wir beteten z. B. darum, dass der Säugling später dieses Geschenk der Kraft und Liebe Gottes kennen lernen und in eigener freier Entscheidung annehmen kann. Die Eltern wünschen Gottes Segen und bekommen einen Kircheneintritt *
„Dabei ist er vor allem auf Ihre Hilfe angewiesen, liebe Eltern“, so hieß
es, und dann ging es eben darum: Die Eltern helfen dem Kind, sein Leben zu meistern, die Liebe
zu entwickeln und Christus um Hilfe bitten zu können. Die Liebe, das ist
dann die Liebe zum Nächsten,
zu mir selbst, die Liebe auch zu denen, die mir Böses wollen oder tun. Dazu
gehört auch, Gott und Seine Schöpfung zu achten und zu bewahren. „Seid
ihr euch dieser eurer Aufgabe bewusst und tut ihr alles, was in eurer Kraft
steht, so versprecht es mit den Worten ´Ja, mit Gottes Hilfe`“, so das Taufversprechen, das wir
sinngemäß so formulierten. Darauf kann es den Leuten auch an. Sie wollten
ja nicht, dass das Kind jetzt Kirchenmitglied wird, dass es dadurch
automatisch zum späteren Kirchensteuerzahler wird. Oder dass ihm die
angebliche Erbsünde vergeben wird oder eine Art Exorzismus an ihm
durchgeführt wird. Und sie glaubten auch meistens nicht, dass die Taufe
angeblich „heilsnotwendig“ für das Seelenheil des Kindes sei,
wie es die Kirche lehrt. Sondern sie wollten einfach Gottes Segen für das
Kind haben, verstanden als eine Art Schutz vor Unglück oder Leiden. Und sie
wollten selber in die Pflicht genommen werden in ihrer Verantwortung als
Eltern und als Paten natürlich genauso. Und ich bin darauf eingegangen, und ich
hatte den Eindruck, die Eltern und Paten waren damit sehr zufrieden. Doch
dabei hatte ich vermutlich auch den falschen positiven Eindruck vermittelt,
als wäre das eben immer so üblich in der evangelischen Kirche, und die
unerfreulichen Aspekte und Lehrmeinungen wären bereits überwunden. Ich hatte
- wenn man das so sehen will - einfach einmal mit dem Reformieren angefangen.
Dabei bin ich nicht der einzige. Wenn man genau hinschaut: Jeder Pfarrer hat so seine
eigenen Formulierungen und Ideen, und jeder macht es eigentlich so, wie er es für
richtig hält. Doch es gibt keine einheitliche Richtung, und es hängt eben
für die Eltern davon ab, mit welchem Pfarrer sie gerade zu tun haben. Und wirklich
Entscheidendes bewegt sich dadurch auch nicht. Deshalb muss ich es hier auch
so deutlich sagen: Es ist nicht verbindlich, was einzelne
Pfarrer in der Kirche für Ideen haben. Sondern es gilt, was in den
Bekenntnisschriften aus dem 16. Jahrhundert steht. Und deshalb haben diese
ganzen Reformversuche
auch so keine Zukunft. Letztlich streut man damit leider auch manchen
Menschen Sand in die Augen, was die wahren Inhalte der kirchlichen Lehre
betrifft.
Das zweischneidige
Konfirmandenversprechen
Gut, diese spätere freie eigene Entscheidung des Kindes wird dann bei der Konfirmation
getroffen, das ist die nächste heikle Geschichte. Ich habe das meistens so
gemacht mit den Konfirmanden: „Wollt ihr unter Jesus Christus, eurem Herrn,
leben, im Glauben an ihn wachsen und als evangelisch-lutherischer Christ in
seiner Kirche bleiben, so sagt ´Ja, mit Gottes Hilfe`“. So die
zweischneidige Frage an die
Konfirmanden. Denn ich hatte vorhin ja schon erklärt: „Glauben an
Christus“ einerseits und „evangelisch-lutherisch bleiben“
andererseits ist zweierlei.
Ist aber von der Kirche natürlich nicht so gemeint, und damit habe ich die Konfirmanden
auch nicht überfordert. Mit ihnen habe ich einfach besprochen, was es
insgesamt bedeuten kann. Ich muss dazu noch einen Gedanken einschieben: Als ich gerade aus der Kirche ausgetreten war und es ein Kollege durch die Mitteilung des Standesamtes an die Kirchengemeinde St Stephan erfahren hatte, war seine Reaktion: „Dieter, was ist mit deinem Konfirmationsversprechen?“ Nun, wie kommt er auf diese Frage? Ich kann mich nämlich überhaupt nicht mehr an den Moment erinnern, als ich als Dreizehnjähriger dieses Versprechen gegeben habe. Ich hatte überhaupt keine faire Chance, „Nein“ zu sagen. Das war ja alles vorab geklärt. Das ganze Umfeld war für die Feier vorbereitet, und der ganze Konfirmandenunterricht war überhaupt nicht darauf ausgerichtet, eventuell „Nein“ sagen zu können. Man hatte überhaupt keine faire Chance, „Nein“ zu sagen! Das war selbstverständlich, dass man damals „Ja“ gesagt hat. Außerdem hatten sich die Eltern wirklich alle erdenkliche Mühe gegeben, ein schönes Fest für einen auszurichten. Ich kann mich erinnern, das war sehr liebevoll, und schon von daher wäre es für mich nicht vorstellbar gewesen, die Sache platzen zu lassen. Außerdem ist für einen Dreizehnjährigen ein Rückzieher auch deshalb nahezu unzumutbar, weil er dann auf die vielen Geschenke und auch das Geld verzichten müsste. Damit kann er z. B. für später für ein Mofa sparen, was alles völlig verständlich ist. Auch ich habe mich später sehr gefreut, als ich mir ein Mofa kaufen durfte. Doch das alles zusammen sollte nicht als die eigene freie Entscheidung für Christus und die Bestätigung des Taufversprechens dargestellt werden. Doch umgekehrt ist es auch nicht redlich, den Kindern den eigentlichen Gehalt der Konfirmation sozusagen unterzuschieben oder aufzudrängen. Denn wenn man einmal ehrlich ist: Ich kann doch von den Konfirmanden gar nicht erwarten, dass sie aus voller Überzeugung ein solches steiles Bekenntnis sprechen und sagen: „Ich entscheide mich lebenslang für Jesus Christus als meinen Herrn!“ Die Folgen sind doch für ein Kind kaum absehbar. Und ich kann sie auch nicht dahin missionieren, wenn sie das nicht selber wollen. Und außerdem sind sie alle noch in den Entwicklungsjahren, wo man sich schon mal für etwas begeistert, was man dann aber später natürlicherweise wieder ablegt. Ich kenne hier manche Pfarrer-Kollegen, nicht in Bamberg, die nutzen diese Situation aus und nötigen die Kinder dann fast zu einem ernsten Christus-Bekenntnis. Doch ist das wenig tragfähig und ist meist nach einiger Zeit wieder vorbei. Und es ist letztlich eine unverantwortliche Manipulation, für die die Kirche die Verantwortung trägt. Kann Heuchelei vermieden werden? *
Deshalb habe ich gesagt: „Gut, Freunde, wir machen da keine Heuchelei,
sondern: ´Jesus Christus ist euer Herr, und ihr wollt im Glauben an
ihn wachsen` - was machen wir jetzt mit diesem Versprechen, das ihr ablegen
sollt? Was wollte denn Christus?“ Dann sind wir
durchgegangen, was er wollte. Und das war einmal der erste Punkt. Dann habe ich den
Konfirmanden sinngemäß gesagt. „Wenn ihr das alles auch so wollt, dann
ist das schon einmal gut. Dann sollt ihr aber auch versprechen, evangelisch-lutherisch zu
bleiben.“ Und dann sind wir durchgegangen, was das nun bedeutet. Und dabei
hatte ich mich an dem orientiert, was ich als Pfarrer selber gemacht habe. Ich habe auf das
Verbindende geschaut. Ich habe auf das geschaut, weswegen ich noch
evangelischer Pfarrer sein konnte. Es ist ja immer irgend etwas Gutes dabei,
das ist immer so. Irgendetwas findet
also jeder
bestimmt, was in der Kirche gut ist, selbst wenn er sie überwiegend nicht
gut finden sollte. Und dasselbe galt für den Konfirmanden
natürlich auch bei Jesus, bei dem ersten Teil der Frage. Irgendetwas findet jeder, was bei ihm gut ist,
auch wenn er vielleicht nicht wirklich ein Jesus-Anhänger ist. Und dann habe ich
z. B. einmal sinngemäß gesagt: „Gut, und das
überlegst du dir vorher, wenn du zur Konfirmation gehst. Überleg’ dir, was du
gut findest bei Jesus und in der Kirche, und daraufhin gibst du dann dein Versprechen - also auf das, was du gut findest.“
Und ich sagte mir dann: Wenn das nur 5 % sind, wenn es 20 % sind, wenn es mehr als 50 % sind oder
wenn es fast 100 % sind, egal. Aber sie sollten etwas Gutes finden, was sie dann versprechen. Keine Heuchelei.
Gut, ich fasse zusammen:
Es wird gesagt, da wäre ein Ausschließlichkeitsanspruch im Universellen
Leben. Das ist nicht so - ganz im Unterschied zur Kirche. Christus ist
ja nach dem Glauben der Urchristen auch in uns, im Inneren unserer Seele, und Christus möchte jeden von uns führen. Es geht gar nicht
um eine Institution. Es geht darum: Wenn ich „Ja“ sage zu Christus, wird er
mich führen und wird mir die nächsten Schritte zeigen. Und es ist im
Universellen Leben so, dass jeder Weg der selbstlosen Liebe als ein Weg zu
Christus gesehen wird.
Es kann sogar sein, dass für jemanden dieser Weg derzeit falsch ist, nicht passt,
weil er sich für sein Leben etwas anderes vorgenommen hat. Es wird
deshalb auch gar nicht gesagt, jeder könne diesen Weg jetzt so gehen. Es
wird allenfalls vorsichtig gefragt.
Was ist mit Frau Gabriele Wittek? Sie ist kein Guru, wo die Leute sagen „Was
die Frau da sagt, da folgen wir einfach blind“, das ist nicht so, ganz im Gegenteil. Sondern sie ist eine
„Schwester unter Schwestern“, und jeder kann für sich diesen Weg gehen, den sie geht. Es
geht wirklich darum, dass jeder das erlernen kann, was diese Frau
eben schon gelernt hat. Sie ist halt ein paar Schritte den anderen
voraus, und auch das ist kein Glaubensbekenntnis, sondern eine sehr
praktische Erfahrung. Und wenn ich weiter die Erfahrung mache, ich lasse mich auf diesen Weg ein,
ich lasse mich auf Christus ein, so wie von ihm dort gesprochen wird, und ich gehe den
Schritt, dann wird es eben zu meiner eigenen Erfahrung. Nur so funktioniert das. Dann stimmt das
auch für mich. Dann kann ich sagen: „Ich weiß es, weil ich selbst die Erfahrung gemacht habe. Ich kann es
keinem beweisen, doch ich habe es mir selbst bewiesen.“ Und es gibt auch keine Hierarchien im Zusammenleben, wie von Gegnern
behauptet wird, sondern es wird nach einer gemeinsamen Lösung gesucht.
Die ganze Auseinandersetzung um den Glauben, es ist ein geistiger Kampf, das ist ganz klar,
und es wird nicht über die Worte entschieden, sondern über die „Früchte“. So
steht es in der Bibel. Das
ist das einzige, was uns Jesus von Nazareth hierzu gesagt hat: „An ihren Früchten
sollt ihr sie erkennen“. Wir können diskutieren, doch darüber wird nichts
entschieden. Ich kann nicht mit meinem Intellekt irgendetwas richtig
erfassen, wenn
ich nicht den Weg hingegangen bin und es geprüft habe. „Innerer Weg“ und Liebe zur Schöpfung
Der Innere Weg im Universellen Leben - so heißt es dort, weil Gott im
eigenen Inneren wohnt und auch in allen anderen Lebewesen, weil der Atem
Gottes die ganze Schöpfung durchdringt. Das Reich Gottes
ist in euch, sagte Jesus, und so hat es immer wieder so genannte
Mystiker gegeben, die das so erlebten und die die Christenheit aufrütteln
wollten. Deshalb habe ich z. B. mit der Zeit auch immer weniger Fleisch und Wurst
gegessen, weil ich nicht mehr will, dass Tiere für mich leiden müssen und geschlachtet werden. Denn
auch sie
haben denselben Atem wie ich, und von Beginn der Schöpfung hatte Gott für
Menschen und Tiere auch die Pflanzen als Nahrung vorgesehen. So steht es auch
im Alten Testament. Das ist
aber nur ein Detail. Grundsätzlich: Ich habe auf diesem Inneren Weg erlebt, dass
ich meine Fehler besser erkenne und vor allem ihren Ursachen auf den Grund
komme. Woher also kommen sie? Wenn ich
die Wurzeln erkannt habe, geht es dann z. B. darum, zu vergeben und um Vergebung zu
bitten. Das ist in einem Satz das, worum es da geht: Fehler zu erkennen, und
dann zu fragen, wo kommt es her, also die
Wurzeln zu erkennen. Und dann, falls nötig, vergeben und um Vergebung zu
bitten, eventuell etwas wieder gut zu machen und das erkannte Negative nicht mehr
zu tun. Und das mit dem Balken und dem Splitter,
was Jesus gesagt hat, das ging mir da erst so richtig auf.
Ich komme zum Schluss: |
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* Erklärung zu Taufe und Konfirmation: Die Abschnitte über die Taufe und die Konfirmation (die Kapitel 20-24) spiegeln teilweise auch das Ringen um eine Lösung innerhalb der Kirche wieder. Der Vortragende hat auf diese Weise eine Zeitlang versucht, weiter mit gutem Gewissen diese kirchlichen Handlungen vorzunehmen. Aus späterer Sicht [2010] würde er hier manches anders sagen und dabei hervorheben, warum er heute keine kirchlichen Taufen und Konfirmationen mehr befürwortet. Es wird deshalb ausdrücklich betont, dass die damals gefundenen Kompromisse hier nicht als Lösungsansätze für die Problematik vorgestellt werden. Sie dokumentieren als Stationen jedoch einen schrittweisen Weg aus der Kirche heraus. Zur Taufe ist mittlerweile auch eine neue Ausgabe des "Theologen" entstanden. Darin enthalten: Eine Bitte um Vergebung für die Taufen. |
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Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
Stephanskirche 2008: Am 27.4.2008 wurde die neue Orgel in Bamberg-St.-Stephan eingeweiht, die nach Information des Evangelischen Sonntagsblattes ca. eine Million Euro gekostet hatte, wovon die staatliche Oberfrankenstiftung 500.000,00 € bezahlte. Hier soll nichts Negatives über die Kunst der Orgelmusik im allgemeinen gesagt werden, die sicher eine Berechtigung hat. Doch hat Jesus, der Christus, gesagt: "Kauft euch von euren Schätzen teuerste Musikinstrumente und Kunstschätze, um mich damit zu ehren"? Es hat stattdessen gesagt: "Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten [auch mit euren Säcken voller Euros], das habt ihr mir auch nicht getan" (Matthäus 25, 45). Das eine ist Christus. Das andere ist Kirche.
PS:
In der Satzung der 1927 gegründeten Oberfrankenstiftung
(www.oberfrankenstiftung.de)
wird der Stiftungszwecke in § 2 (1) wie
folgt formuliert: "Die Stiftung verfolgt gemeinnützige Zwecke auf dem
Gebiet der Volkswohlfahrt unter besonderer Berücksichtigung der
sozialen Verhältnisse der Bevölkerung" - wobei allgemein auch "Kunst
und Kultur" sowie "Denkmalschutz" gefördert werden können (§ 2 (2.1.)),
obwohl nicht verständlich ist, wie dies mit dem Stiftungszweck in
Einklang stehen soll. Schließlich bedeutet "Volkswohlfahrt" z. B.
"Volksgesundheit, Wohnungs- und Siedlungswesen, Jugendwohlfahrt und
Allgemeine Fürsorge" (siehe den Wikipedia-Eintrag über das "Preußische
Ministerium für Volkswohlfahrt").
Und wie im Einzelfall gar die Teilfinanzierung
einer millionenschweren Kirchenorgel als "Volkswohlfahrt unter
besonderer Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse der Bevölkerung"
interpretiert werden kann, mag jeder selbst beurteilen. Vor allem, wenn
man bedenkt, dass die einfach Bevölkerung immer ärmer wird, währen die Kirchen in
Deutschland über ein Vermögen von ca. 500 Milliarden Euro verfügen
(siehe z. B. Der Spiegel Nr. 49/2001; oder
http://www.das-weisse-pferd.com/02_01/abzocker.html).
Dieter Potzel gibt heute zusammen mit einem ehemaligen katholischen
Priester und einem ehemaligen katholischen Religionslehrer die Zeitschrift
Der
Theologe (www.theologe.de) heraus. Nachfolgend die einzelnen Ausgaben:
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite
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www.theologe.de
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Inhaltsverzeichnis
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1 - Luther-Evangelische Lehre
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2 - Reinkarnation
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3 - Luther-Christus
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[ 4 - Kirche-Holocaust
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5 - Paulus
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7 - Urchristentum-Tiere
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Michel-Exorzismus ]
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12 - Sektenbeauftragte ]
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14 - Hieronymus-Bibel ]
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- Qumran ]
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16 - Papst ] [
17 - Organspende ]
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18 - Glaube der Kirche
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19 - Keine ewige Hölle ]
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20 - Propheten ] [ 23 - Kirche-Staat
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[ 24 - Kirche und Hölle auf
Erden ]
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25 - Götzenkult Kirche ]
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28 - Luther-Juden ]
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30 - Elisabeth von
Thüringen ] [
31 - Tiere-Kirche ] [
32 - Sakramente der Kirche ]
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33 - Zehn Gebote ]
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Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre
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39 - Bewaffnung im Vatikan
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40 -Taufe ]
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41- Apokalypse ] [
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Letzte Änderung auf dieser Seite: 25.1.2010