Dr. phil. Dipl. phys. Sabine Müller vom Berliner Universitätsklinikum Charité schreibt dazu in ihrer Studie Revival der Hirntod-Debatte, erschienen im Fachblatt Ethik in der Medizin, dass das Konzept vom Hirntod "empirisch widerlegt" sei. Dr. Sabine Müller nimmt dabei Bezug auf ein 2008 veröffentlichtes White Paper des US-amerikanischen President's Council on Bioethics, vergleichbar dem Deutschen Ethik-Rat. Die US-amerikanische Behörde fasst dabei die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse des Neurologen Alan Shewmon zusammen. Demnach vergingen bei 170 dokumentierten Fällen zwischen dem vermeintlichen "Hirntod" und dem tatsächlichen Tod eine Spanne von einer Woche bis zu 14 Jahren. Zehn hirntote Frauen brachten Kinder zur Welt. "Zudem haben Shewmon und andere Wissenschaftler beobachtet, dass Hirntote ihre Körpertemperatur regulieren, Infektionen und Verletzungen bekämpfen, auf Schmerzreize reagieren, verdauen und ausscheiden. Hirntote Kinder können wachsen und ihre Geschlechtsentwicklung fortsetzen".
Auffällig ist, dass in Deutschland nicht (!) die neueste Technik zur Feststellung des Hirntodes eingesetzt werde, "auch weil eine verbesserte Hirntoddiagnostik das Organaufkommen verringern könnte", so Sabine Müller.
Der deutsche Bioethiker Prof. Dr. Dieter Birnbacher, Mitglied der Bundesärztekammer, kann die Untersuchungsergebnisse aus den USA nicht verleugnen: "Wir müssen anerkennen, dass hirntote Menschen eben noch nicht tot sind". Er möchte aber erreichen, "dass wir sie aber dennoch als Organspender heranziehen können". Mit anderen Worten: Es soll offiziell erlaubt werden, Organspender in einem bestimmten Stadium ihrer Gehirn- und Körperfunktionen zu töten.

Und hiermit bestätigt die Wissenschaft eindeutig, dass "hirntote" Menschen allenfalls sterbende Menschen sind, die für eine Organentnahme getötet werden müssen. Doch das ethisch notwendige Gebot gegenüber einem Sterbenden ist die seelische und körperliche Hilfe, die dieser braucht, wenn seine Seele ihre körperliche Hülle ablegt. Der Mensch ist dabei extrem schmerzempfindlich, auch wenn er von einem Arzt schon komplett für "tot" erklärt wurde, da sich die Seele eben nur allmählich vom Körper löst und die Vorgänge um ihren Körper herum auch dann noch an ihrem Seelenleib empfindet, wenn sie den Körper schon verlassen hat.
Zum Urwissen der Menschheit gehört es deshalb, einen Sterbenden liebevoll zu begleiten und noch einige Zeit
(wenn möglich einen Tag bis zu drei Tagen) ruhen zu lassen, damit sich in dieser Zeit die Seele vollständig lösen kann. Die Transplantationsmediziner nehmen den Körper jedoch schon vor dem Tod komplett auseinander. Eine liebevolle Sterbebegleitung findet nicht mehr statt. Der körperliche Schmerz und der Seelenschmerz für den Spender sind dabei unermesslich.
Die Kirche bestreitet dies jedoch. Leider kein Wunder. Sie weiß, wie man den Staat vor seine Interessen spannen kann und die Finanzen des Staates für seine eigenen Zwecke abzweigen kann. Von geistigen Dingen versteht sie nicht viel. Dabei wäre hier gar nicht viel Verständnis nötig. Denn eines der 10 Gebote lautet schlicht: "Du sollst nicht töten". Doch ob ein Mensch, der nach kirchlicher Lehre nun in eine angeblich ewige Hölle muss (siehe dazu Der Theologe Nr. 18), vorher auch noch diese Schmerzen ertragen muss, ist dann wohl für diejenigen, die solches lehren, auch nicht mehr so gravierend.