DER THEOLOGE
Nr. 114


1700 Jahren Bibel - Was hat es gebracht? Ein Rat an die Verräter der Botschaft Jesu:

Schlagt Eure Bibeln zu, weg mit der Bibel



Liebe Leserinnen, liebe Leser, unzählige Menschen leiden große Not, und dies führt nicht selten auch zu großen Zweifeln an ihrem bisherigen Glauben. Wo ist der "Gott", der von den Religionen verkündet wird, so ein oft geäußerter Gedanke? Oder was tut dieser "Gott", um zu helfen, oder gibt es überhaupt einen Gott, der den Menschen hilft, Probleme zu lösen und ihr Leben zu bemeistern? So die Frage mancher. In den Gesellschaften dieser Welt geht es bei immer mehr Menschen praktisch um die "nackte" Existenz, um das Überleben in der materiellen Welt. Zu Hungersnöten in vielen Regionen und der sich weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich kommt der fortschreitende Klimawandel auf allen Kontinenten hinzu. Unzählige Menschen sind darüber hinaus in Kriege und Feindseligkeiten verstrickt, andere leiden körperlich und seelisch an massiven Krankheiten, und unübersehbar nimmt auch das unsägliche Leiden von Tieren und allen weiteren Lebensformen auf diesem Planeten zu.
Die weltweit größte Religion, die den Menschen ihre Meinungen anbietet, sind die verschiedenen Kirchen, die in Lexika unter dem Begriff "Christentum" zusammengefasst werden. Diese Institutionen verraten aber die Botschaft Jesu auf vielfache Weise, z. B. durch ihre "Erlaubnisse", in bestimmten Fällen Menschen töten zu dürfen. Sie haben allerdings im Laufe ihrer Geschichte schon des Öfteren überhaupt keine Antworten gegeben, sondern nur von vermeintlichen "Geheimnissen" oder angeblich "unergründlichen Ratschlüssen" ihres "Gottes" gesprochen, und sie tun es auch heute. Als Grundlage ihrer Lehren dient ihnen bekanntlich ein ca. 1700 Jahre altes Buch, Bibel genannt, von dem alle Kirchenkonfessionen - ob katholisch, orthodox, evangelisch, freikirchlich oder viele andere - behaupten, darin enthalten sei in allen Einzelheiten von der ersten bis zur letzten Seite Gottes abschließendes Wort für uns Menschen, dem keine weiteren Gottesworte gefolgt sein sollen. Doch wenn in diesem Buch gemäß dem Glauben der Kirche "Gott" den Menschen ein für allemal alles Lebensnotwendige gesagt haben soll, warum hörte und hört man ihre Priester und Theologen dann immer wieder von "Geheimnis" sprechen oder von "unergründlichen Ratschlüssen"? Und kann man eine solche nebulöse Religionsfloskel nicht übersetzen mit "Wir haben keine Ahnung. Das ist unser Geheimnis als Priester und Theologen"? Wozu dann aber Kirche und wem ist damit gedient?
 



1 - Jesus kündigt Seinen Nachfolgern Propheten an, kein frühkatholisches Buchprojekt

2 - Jeremia warnt vor den Lügen der Theologen

3 - Bibel befiehlt Kriege, Völkermord, Tieropfer und Kultvorschriften und die Bibelgläubigen setzten es um

4 - Adolf Hitler beruft sich auf das Neue Testament, Diakonissen sind begeistert

5 - Das scheinbar "kleinere Übel"

6 - Die Diener des Mammon

7 - Die unzähligen kirchlichen Ausnahmen von den Geboten der Bibel

8 - Gott, der Ewige, griff ein mit Seinen Propheten und der Kampf Priester gegen Prophet

9 - Homosexuelle - früher gesteinigt, heute vom Pfarrer gesegnet - Ist Gott wandelbar oder hat es mit Ihm gar nichts zu tun?

10 - Paulus - der "Gott" der Theologen und Bibelgläubigen

11 - Die Kirche und ihre Sektenbeauftragten - Jeder Theologe macht mit der Bibel, was er will - Bibelfälscher Luther

12 - Was zwei Schwerter bis heute anrichten - Bibelvergewaltigung der Vatikankirche

13 - Keine zwei Bibeln gleichen einander, aber der Staat bezahlt alles doppelt

14 - Ökumene mit Berufung auf die Bibeln als Verrat am Lehramt der Vatikankirche

15 - Die Verbrechen der Kirche - doch nun ist es genug

16 - Die Gottespropheten wussten nichts von einer Bibel
 



1 - Jesus kündigt Seinen Nachfolgern Propheten an, kein frühkatholisches Buchprojekt

Das Reich Gottes hatte immer wieder Prophetinnen und Propheten zu den Menschen geschickt, von Abraham über Mose, Elia, Jesaja und viele mehr bis hin zu Christus im Menschen Jesus von Nazareth und in der Zeit nach Ihm bis hin zu Gabriele, der Prophetin und Botschafterin Gottes in unserer Zeit. Das ist der Glaube der Nachfolger Jesu auf allen Kontinenten dieser Erde.
Doch laut Kirchenlehren sollte seit Jesus von Nazareth mit der Gottesprophetie Schluss sein. Von nun an habe nach Meinung ihrer Theologen Gott angeblich nicht mehr durch Seine Instrumente, die Boten aus dem Reich Gottes, zu den Menschen gesprochen. Dafür sei in den ersten Jahrhunderten nach Christus an deren Stelle die so genannte Bibel entwickelt worden, die sich aus vielen unterschiedlichen Einzelbüchern zusammensetzt. Und Priester und Kirchenobere, allen voran die Päpste in Rom, hätten seit dieser Zeit den geistigen Auftrag erhalten, die etwa im 4. Jahrhundert abschließend fertig gestellte Bibel jeweils für ihre Zeit richtig auszulegen. Mit anderen Worten: Die Bibel der Kirchen soll also die Gottesprophetie ersetzt haben. Oder wie es in einer Lehrverkündigung der Vatikankirche aus dem Jahr 1994 mit dem Titel Kongregation für den Klerus heißt: Jedem katholischen Priester werde bei seiner Priesterweihe, wörtlich "die prophetische Aufgabe" übertragen. Theologen sollen nach Meinung der Kirchenbevollmächtigten also an die Stelle von Propheten getreten sein.
Doch von wem soll denn diese einschneidende Maßnahme veranlasst worden sein? Jesus von Nazareth lehrte solches nicht. In ihren eigenen Bibeln könnten die Theologen nachlesen, wie Jesus, der Christus, für die Zukunft sagte "Ich sende euch Propheten" (Lukas 11, 49; Matthäus 23, 34) und "Ich sende euch den  Tröster, den Geist der Wahrheit" (Johannes 16, 7 ff.), und dort steht auch, wie Er sie in der Bergpredigt lehrte, in Zukunft die echten von den falschen Propheten zu unterscheiden, nämlich an den "Früchten", also an ihren guten oder schlechten Werken, an ihrem Tun (Matthäus 7, 15 ff.). Von einer zukünftigen Bibel und von Päpsten und Theologen, welche in Zukunft anstelle von Gottespropheten zu den Menschen kommen würden und welche ihnen dieses in der Zeit des Frühkatholizismus entstandene angeblich göttliche Buch, Bibel genannt, interpretieren sollten, sagte Jesus von Nazareth nichts.

2 - Jeremia warnt vor den Lügen der Theologen

Im Gegenteil. Jesus von Nazareth warnte in Seinem Erdenleben mit Wehe-Rufen vor der Priesterkaste, vor den Theologen und vor ihren Lehren. Er deckte auch auf, wie diese schon zu Seiner Zeit die Gottespropheten für ihre Zwecke zu vereinnahmen versuchten und damit letztlich versuchen, sie zu ersetzen, z. B. indem Er sagte: "Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer" (Matthäus 23, 2). Mose, das war damals der größte bekannte Gottesprophet. Durch ihn offenbarte Gott, der Ewige, die Zehn Gebote für ein friedfertiges Leben auf dieser Erde. Doch Schriftgelehrte und Pharisäer bzw. damalige Priestergenerationen hatten sich im Laufe von Jahrhunderten der durch Mose gegebenen Gottesoffenbarungen bemächtigt und diese gemäß ihren Vorstellungen an vielen Stellen geändert. Um diesen Betrug aufzuklären und das Wort Gottes lebendig zu erhalten, schickte das Reich Gottes immer wieder weitere Propheten zu den Menschen, darunter Jesaja, Hosea, Amos, Daniel, Hesekiel und viele andere, wie auch Jeremia, der die Praktiken der Priesterkaste und ihrer Schriftgelehrten unter anderem mit den Worten entlarvte: "Wie könnt ihr sagen ´Wir sind weise und haben das Gesetz des HERRN bei uns`? Fürwahr, siehe: Der Lügengriffel der Schreiber hat es zur Lüge gemacht." (Jeremia 8, 8)
Der Lügengriffel war also schon bei den Vorläufern des später entstehenden Bibelbuchs am Werk, so dass nach den Worten des israelitischen Propheten Jeremia aus Wahrheit Lüge wurde.
Doch was genau ist nun Wahrheit und was ist die Lüge? Das stellte 600 Jahre nach Jeremia auch Jesus, der Christus klar, indem Er den überlieferten Verfälschungen Seine mächtigen Worte "Ich aber sage Euch" entgegen hielt und indem Er den Menschen die Gottes- und Nächstenliebe lehrte mit der Goldenen Regel in ihrem Zentrum, welche lautet: "Alles, was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut ihr ihnen auch", was auch bedeutet "das tut ihr ihnen zuerst". Und weiter: "Das ist das Gesetz und die Propheten." (Matthäus 7, 12)
Mit anderen Worten: Nichts anderes beinhaltet das göttliche Gesetz und das Wort Gottes durch Seine Propheten in allen den Jahrhunderten zuvor: nämlich die Verwirklichung der Gottes- und Nächstenliebe, weswegen Er, der Christus Gottes, auch klar stellte: "Ich bin nicht gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen." (Matthäus 5, 17)

3 - Bibel befiehlt Kriege, Völkermord, Tieropfer und Kultvorschriften und die Bibelgläubigen setzten es um

Was aber beinhaltete dann die damals bereits entstehende Bibel, und was ist seither in diesem Buch noch weiter dazu gekommen? Nimmt man die Bibel als Grundlage, soll Gott durch Mose angeblich auch Kriege, Völkermord, furchtbare Tieropfer und äußere Kultvorschriften (v. a. im Buch Leviticus) angeordnet haben, darunter Anweisungen, mit welchem Kult Priester angebliche Mittler zu Gott sein sollten. Und daran hat sich auch die spätere Priesterkaste nach Jesus von Nazareth gerne orientiert, die sich das Mäntelchen "christlich" umgehängt hat und neue Verfälschungen hinzugefügt hat.
Dazu gehören z. B. biblische angebliche Gottesworte durch Paulus, dass die Obrigkeiten vermeintlich böse Menschen mit dem Schwert strafen sollen (Römerbrief, Kapitel 13) oder wie sich Sklaven (z. B. Titus 2, 9) oder Frauen (z. B. 1. Korinther 11, 3) ihren Herren und Männern unterordnen müssen; oder dass alles guten Gewissens verzehrt werden dürfe, was man von geschlachteten Tieren auf dem Fleischmarkt zu kaufen bekommt (1. Korinther 10, 25) und einiges mehr, ohne sich ein Gewissen um das Leid der Tiere zu machen. Der Lügengriffel der Schriftgelehrten wurde also weitergereicht an so manchen frühkirchlichen Bibelschreiber und seither an die vielen klerikalen Interpretationsbevollmächtigten dieses Buches bis in die Gegenwart.

So kann man einmal die Frage stellen: 1700 Jahre Bibel, was hat es gebracht? Die Päpste und Bischöfe haben sich darauf berufen, um einen Krieg nach dem anderen zu befehlen und eine totalitäre Gewaltherrschaft nach der anderen damit zu rechtfertigen. Die Kreuzfahrer haben sich darauf berufen und Muslime erschlagen, die Inquisitoren haben sich darauf berufen, und Andersdenkende lebendig verbrennen lassen, Kriegstreiber aller Konfessionen haben aus ihren Bibeln die Gewalt abgeleitet, mit denen die Soldaten ihrer Nationen die vermeintlich feindlichen Nachbarn massakrierten und dies oft auf allen Seiten der Front. Kirchenreformer haben sich darauf berufen, um in Luxus schwelgende kriegerische Päpste durch in Luxus schwelgende kriegerische Landesfürsten an der Spitze ihrer Kirchen zu ersetzen.
Priester und Pfarrer drohten den Gläubigen ewige Höllenstrafen an, wenn diese ihnen nicht gehorchen und die Todesstrafe auf der Erde drohten sie dazu vorweg an - immer mit der Maßgabe, ihre Bibeln damit richtig zu interpretieren. Zwar gab es seit der Aufklärung immer wieder auch Bibelkritik. Doch wird dieses Buch in der Gesellschaft bis heute von einem kirchlichen "Heiligenschein" umstrahlt, und kaum ein Politiker, Wirtschaftsboss, Börsianer traut sich, das in Frage zu stellen.

4 - Adolf Hitler beruft sich auf das Neue Testament, Diakonissen sind begeistert

Die Verehrung der Bibeln wusste selbst der deutsche Diktator Adolf Hitler für seine Zwecke zu nutzen, worüber der Autor Ernst Klee in seinem Buch Die SA Jesu Christi schreibt. Eine evangelische Diakonisse in entsprechender Führungsposition hielt im Jahr 1933 einen Vortrag vor 1000 anderen Diakonissen, wo es, wie es heißt, um die "nationalpolitische Erziehung" dieser evangelischen Frauen ging. Darin wirbt die lutherische Führungskraft unter anderem mit folgender Geschichte für den Diktator, und ich zitiere aus dem Buch von Ernst Klee: "Hitler trifft in der Nähe des Klosters Chorin eine Diakonisse und diese fragt ihn: 'Herr Reichskanzler, woher nehmen Sie nur die Kraft für Ihr schweres Werk?' Da zieht er ein Neues Testament aus seiner Rocktasche und sagt: 'Hier, Schwester!'" (Die SA Jesu Christi, Frankfurt am Main 1989, S. 42)

5 - Das scheinbar "kleinere Übel"

Liebe Leserinnen, liebe Leser! Man könnte sagen: 1700 Jahre im Abendland ausnahmslos ein Wüten im Namen der Bibel, bis in die Gegenwart, wo die Ausbeutung der Erde bis zum Klimakollaps mit der Bibel und deren Befehl "Macht euch die Erde untertan" (Genesis 1, 28) gerechtfertigt wird, wo Waffenexporte zum Einsatz in alle Welt als angebliche Umsetzung "christlicher Werte" verbrämt werden, obwohl Jesus lehrte, nicht das Schwert zu ziehen, und wo alle kirchlichen Gegensätze zur Lehre Jesu intellektuell verklausuliert werden. Und dort, wo die Lüge am offensichtlichsten ist, wird gerne argumentiert, dass es sich hier zwar um ein "Übel" handle, aber eben nur um ein scheinbar kleineres, das notwendig sei, um damit angeblich größere Übel zu verhindern - immer jeweils mit ihrer Bibel im Handgepäck.

 6 - Die Diener des Mammon

Dabei könnte der unvoreingenommene Leser in diesem Buch auch so manches entdecken, was unumstritten der christlichen Lehre entspricht. So die Worte von Jesus von Nazareth in Seiner Bergpredigt "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" (Matthäus 6, 24). Die Kirchengeschichte bis heute zeigt jedoch auf: Gerade diejenigen, die bis heute behaupten, die Bibel sei Gottes Wort, halten sich überhaupt nicht dran und dienen offensichtlich dem Mammon, was von dem bekannten Experten für Kirchengeschichte Karlheinz Deschner in seiner Buchreihe über die Kriminalgeschichte der Kirche wie folgt zusammengefasst wird: "Zinsgeschäfte, Handel, Wucher, Peterspfennig, Ablass, Kollekte, Erbschleicherei durch zwei Jahrtausende, riesige Rüstungsgewinne … Überhäufung des hohen Klerus mit Privilegien, mit Immunitätsrechten, mit Grafenrechten, Marktrechten, Zollrechten, Steuervorteilen." Der Autor spricht von der "ökonomischen Seite der Heiden-, Juden-, "Ketzer"-, Hexen-, Indianerausmerzung" und vom "wirtschaftlichen Faktor des Wunderkults, der Heiligenviten, Mirakelbücher, Wallfahrtsorte und anderer Dinge mehr". Hinzu kam ein ausgeprägtes Fälschungswesen "mittels Fabrikation falscher Diplome … unechte Urkunden, Annalen, Chroniken" (Kriminalgeschichte des Christentums, Band 8) - alles, um die Bibelreligion zur größten Bastion des Mammon zu machen.

Und heute? Alleine in Deutschland erhalten die Bibel-Religionen Katholische und Evangelische Kirche im Jahr ca. 20 Milliarden Euro an Subventionen und Steuerbefreiungen aus den staatlichen Haushalten, darunter Gehälter für ihre Bischöfe und weiteres Kirchenpersonal, das direkt oder indirekt über staatliche Pauschalleistungen an die Bibelinterpreten fließt. Ja, der gesamte Ausbildungsapparat für Evangelische und Katholische Theologie mit seinen im Dienst der jeweiligen Konfession installierten Bibelausbildungen wird in Deutschland vom Staat bezahlt.
Und der heutige Mammon entspringt dabei dem früheren "Blutgeld", denn die Kirchenvertreter berufen sich auf "alte Rechte" aus Zeiten, in denen Kaiser und Könige in Kriegen und bei Enteignungen und Vertreibungen Besitztümer raubten und den Mammon anschließend ihren Bischöfen und Äbten mit ihren Diözesen und Klöstern vermachten - meist aus Sorge um ihr Seelenheil, das sie durch diese Schenkungen an die Kirche zu erreichen glaubten.
Denn um die Menschen, vor allem die Staatsbevollmächtigten,
entsprechend einzuschüchtern, lesen die Theologen bis heute aus ihren Bibel auch eine angeblich ewige Verdammnis für Abweichler von ihrem Bibelglauben heraus, was zwar in den alten Bibel-Texten nicht nachweisbar und zumindest umstritten ist – aber die Priester seien eben die Interpretationsbevollmächtigten, und eine Interpretation einer drohenden ewigen Hölle für Andersdenkende erfüllt in diesem Fall in hohem Maße den damit angestrebten finanziellen Zweck.

In das gleiche Horn des Mammon blasen heutige Staatsbevollmächtigte, Wirtschaftbosse, Börsianer und viele mehr, die sich bis heute bei Bedarf für ihr Tun den kirchlichen Segen holen. So rechtfertigt man Militärbündnisse, Kriegseinsätze, Waffenproduktion und -exporte, und man lässt Kinder und Erwachsene abseits der großen Weltpolitik verhungern. Denn die Gesetze des Mammon und der Waffengewalt bedingen einander und stehen in der finanziellen Rangordnung von Kirche und Staat mit am höchsten. Die Bibel mit ihren Warnungen wie den Worten "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" ist dort, wo sie mit den Gottesgeboten durch das Prophetenwort aller Zeiten übereinstimmt, für die Auslegungsexperten in Kirche und Staat nicht viel mehr als historische Folklore, denn keiner hält sich dran.

Denn der Mammon ist offensichtlich der vorherrschende Gott vieler, dem in unserer Zeit nun immer mehr Leben auf dem Planeten Erde zum Opfer fällt. Man predigt über die schönen Naturgleichnisse von Jesus, aber forciert Aggressionen gegen die Natur, die nicht mehr zu steigern sind: die gnadenlose Ausbeutung und Vergiftung der Erde bis zum Kollaps, das Leerfischen und Vergiften der Meere, das Abholzen der grünen Lungen der Erde, der Wälder und vieles mehr.


Doch es ist genug, und eine der logischen Schlussfolgerung und ein Rat an die Bibelgläubigen daraus wäre
: Die Bibel kann man genauso gut beiseite lassen, weil sich eh keiner an das hält, was darin noch der Wahrheit entspricht, also weg mit der Bibel. Die Verfälschungen in ihr haben bisher Unheil angerichtet ohne Ende, und das, was in ihr noch mit den Gottesgeboten übereinstimmt, daran wird sich nicht gehalten. Wozu also noch Bibel?

7 - Die unzähligen kirchlichen Ausnahmen von den Geboten der Bibel

Wozu noch Bibel, in der auch das Gottesgebot "Du sollst nicht töten" nachzulesen ist (z. B. Exodus 20, 13), wenn die Interpretationsbevollmächtigten der Kirche ganze Bibliotheken füllen mit ihren Ausnahmeregelungen von diesem Gebot?
Wozu noch Bibel mit den aufklärenden Worten "Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein" (z. B. Apostelgeschichte 7, 48 ff.), wenn die Kirchenoberen bis heute das Gegenteil tun und ihren Gott in Steinhäusern verehren. Ein Dom, eine Kathedrale, ein Steintempel, eine Dorfkirche nach der anderen wurde erbaut, früher unter anderem von Zwangsarbeitern und Sklaven. Und heute müssen Abermillionen an Euros aus den Staatshaushalten für Kirchenerhalt und -renovierungen unter dem Stichwort "Denkmalschutz" von den Steuerzahlern aufgebracht werden - bis hin zu den Milliarden für den Wiederaufbau der Brandruine von Notre Dame von Paris.
Der in diesen Steinhäusern verehrte Gott ist folglich nicht derjenige Gott, über den noch einzelne Passagen ihrer Bibeln künden, wenn es dort heißt, dass das Reich Gottes inwendig in euch ist (Lukas 17, 21) und wenn Propheten die Menschen mahnen, dass Gott nicht in Tempeln aus Stein wohne. (z. B. Jesaja 66, 1 f.)
Doch wie üblich beim Bibelbuch: Einige Seiten weiter steht auch das Gegenteil dieser Wahrheit, nämlich der angebliche Befehl, Steintempel für den jeweiligen Gott bauen zu sollen und zur Einweihung auch noch Tausenden von Tieren als Opfer für diesen Gott die Kehle durchzuschneiden und sie anschließend zu verbrennen (1. Könige 6-8 u. a.). Jedem also so, wie es ihm beliebt, Kult und Grausamkeit inklusive.

Wozu auch die kirchliche Rezitierung der Jesusworte in den Bibeln "Ihr sollt niemanden Vater nennen auf Erden", weil Einer unser alle Vater ist, der Vater-Mutter-Gott im Himmel? (Matthäus 23, 9) Wozu? Denn ausgerechnet die Religion, die sich auf die Bibel beruft, nennt ihren Anführer "Heiliger Vater", und die huldigenden Politiker pilgern zu ihm nach Rom. Sie machen also genau das Gegenteil von dem, was in ihren Bibeln steht, woraus eine logische Konsequenz wäre: Dann legt doch endlich eure Bibel weg, da ihre Inhalte selbst dort, wo sie noch Spuren der Wahrheit enthält, letztlich nur als folkloristisches Überlieferungsgut betrachtet werden. Weg also mit einem Buch, so eine mögliche Schlussfolgerung, das vor allem dazu benutzt wird, die eigene Überheblichkeit und den für sich reklamierten Absolutheitsanspruch zu rechtfertigen und gleichzeitig das lebendige Gotteswort durch Seine Propheten zu bekämpfen, da Gott, der Ewige, sich durch Sein Prophetenwort nicht an den Wortlaut der 1700 Jahre alten kirchlichen Bibeln hält; und natürlich erst recht nicht die in ihnen enthaltenen Fälschungen bestätigt, die unsägliches Leid und Terror unter die Menschen gebracht haben.

8 - Gott, der Ewige, griff ein mit Seinen Propheten und der Kampf Priester gegen Prophet

Was ist Gott? Wo ist Gott? Wer nach Gott fragt, wurde von Ihm nie alleine gelassen. Durch Seine Prophetinnen und Propheten griff Er immer in das Weltgeschehen ein mit der Fülle Seiner Liebe. Und Christen in aller Welt wissen: Gott sprach und spricht auch heute wieder durch Prophetenmund, wie Er es immer getan hat von Abraham bis Gabriele, vor Jesus von Nazareth und nach Ihm.
Und immer war es die jeweilige Priesterkaste, welche ihre Bibeln aus ihren Kutten zog, das maßgeschneiderte Werk ihrer Kirchen, Konfessionen und ihrer Gelehrten. Und damit bekämpften sie jeweils das lebendige Gotteswort mit allen Mitteln – von Ignorieren, Verächtlichmachung, Lächerlichmachung und Verhöhnung bis hin zu Vertreibung, Folter und Mord oder in unserer Zeit zu Diskriminierung und Rufmord. Nachfolger Jesu aller Generationen waren Opfer des Bibelglaubens und der Bibelinterpretationen ihrer Gegner, die ihre Bibeln auf ihren Steinaltären verehren. Doch gleich wie man dieses Buch dreht und wendet, gleich was man dort hinein interpretiert oder herausinterpretiert, gleich mit wie viel Blut man es übergießt oder wie viel Blut man aus ihm herauspresst Theologen und Kirchenbevollmächtigte verwendeten seit je her ihre Bibeln vor allem zur Aufwertung ihrer Meinungen.

9 - Homosexuelle - früher gesteinigt, heute vom Pfarrer gesegnet - Ist Gott wandelbar oder hat es mit Ihm gar nichts zu tun?

Es war Jahrhunderte lang gang und gäbe, dass Menschen mit Berufung auf die Bibeln ermordet wurden, und von den Bibeln verlangte Hinrichtungen wurden immer wieder vollzogen, gemäß der biblischen Forderungen der Todesstrafe, oft nach vorausgehender grausamer Folter: Für Menschen, die den Priestern nicht gehorchten, für weise Frauen, die man der Zauberei verdächtigte oder auch für Homosexuelle, über die es in den Bibeln heißt "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben" (Levitikus 20, 13), was damals durch Steinigung vollzogen wurde.
Dies wird nun in unserer Zeit von den Kirchen anders gesehen. Von der evangelischen Kirche werden homosexuelle Partnerschaften mittlerweile gesegnet, und neuerdings auch von katholischen Priestern.
Aber was ist dann nun mit ihren Bibeln, wenn man die dort verlangte Verfolgung von homosexuellen Menschen nun beendet hat? Wurden also alle homosexuellen Opfer der Vergangenheit umsonst umgebracht oder haben sie nur "Pech gehabt", zur falschen Zeit gelebt zu haben? Ist Gott also wandelbar? Oder war der Befehl zu ihrer Hinrichtung in der Bibel gar nicht von ihm?

10 - Paulus - der "Gott" der Theologen und Bibelgläubigen

Und was soll das mit Gott zu tun haben, wenn der kirchlich höchst verehrte und angeblich heilige Apostel Paulus Andersdenkende in der Bibel überheblich als "falsche Brüder" (z. B. Galater 2, 4) bezeichnet und selbst Gottesboten aus den Himmeln die gnadenlose Verfolgung androht. Wörtlich in seinem Bibelbrief an die Galater, den die Kirche bis heute ebenfalls als reines Gotteswort betrachtet: "Wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht. Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht." (Galater 1, 8)
Das heißt also: Auf einen Engel vom Himmel sollen die Gläubigen im Zweifelsfall nicht hören. Auf die Priester der Kirche aber schon. Auf einen Engel, einen der höchsten Geistwesen des Reiches Gottes, demzufolge nur dann, wenn der Gottesbote das wiederholt, was Paulus und die Priester sagen. Denn Pauluswort ist für die Kirche immer Gotteswort, und dies werde angeblich nur vom kirchlichen Lehramt richtig ausgelegt.
Dieses angebliche Pauluswort gleich Gotteswort bedeutet dann auch: "Wir brauchen keine Engel vom Himmel, denn wir haben Paulus und die Bibel und die Priester." Und wenn Pauluswort immer gleich Gotteswort, wie es die Kirchen behaupten, dann ist in Wirklichkeit Paulus ihr Gott, und nicht der Vater-Mutter-Gott, den uns Jesus von Nazareth lehrte.

Diese von Paulus und damit laut Kirchenlehre angeblich von Gott stammende Verfluchung würde dann auch jemanden treffen, der Paulus nicht zustimmt, dass jede weltliche Obrigkeit dazu ermächtigt ist, auch jede diktatorische, "Gottes Dienerin" zu sein, indem sie entsprechend mit dem Schwert dreinschlagen lässt, so Paulus in seinem so genannten Römerbrief (Kapitel 13).
Die Verfluchung Andersdenkender einschließlich eventueller Engel vom Himmel durch den Bibelautor Paulus wurde in späteren Jahrhunderten bei den Verdammungsurteilen der kirchlichen Inquisition zur Standardaussage der bibelgläubigen Priesterkaste mit unzähligen Foltermorden als Konsequenz. Von daher ist es verständlich, wenn auch Menschen, die nach einfachen ethischen Werten leben möchten, zu dem Entschluss kommen: "Ich brauche die Bibel nicht, also  weg damit. Denn daran kann und will ich mich nicht orientieren."

Paulus scheut sich auch nicht, "Unzüchtige", wie er sie nennt, dem "Satan" zu übergeben "zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn", wie es in den Bibeln heißt (1. Korinther 5, 5). Bereitwillig haben die kirchlichen Inquisitoren späterer Jahrhunderte bei ihrem furchtbaren Morden auch auf dieser von Paulus überlieferten Lehre aufgebaut und damit die Hinrichtungen von Andersgläubigen begründet - auch mit dem von Paulus abgeleiteten Nachsatz, dass auf diese Weise vielleicht deren Seele gerettet werden könne.
Die Gefahren, die den Menschen durch die Behauptung droht, dieses Buch mit solchen Inhalten sei Gottes Wort, hat unter anderem der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers erkannt, der über die Kirchen und ihre Religion schrieb: Der, Zitat, "biblisch fundierte Absolutheitsanspruch steht nach wie vor ständig auf dem Sprunge, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen"
(Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73)

11 - Die Kirche und ihre Sektenbeauftragten - Jeder Theologe macht mit der Bibel, was er will - Bibelfälscher Luther

Und es waren in der Folgezeit vor allem die Sektenbeauftragten der Kirchen, die mit ihren Unwahrheiten und Verhöhnungen die Urchristen unserer Zeit auf die Scheiterhaufen der öffentlichen Meinungen zogen, nachzulesen in dem Buch "Die Verfolgung der Prophetin Gottes und der Nachfolger des Jesus von Nazareth – Die Geschichte der Grausamkeit von Kirche und Staat", mit Beispielen aus vielen Jahrhunderten.

Wie schon in früherer Zeit, so bekämpften sie wieder den lebendigen Gottesgeist, der sich, wie zu allen Zeiten, nicht an den kirchlichen Schweigebefehl hielt, dass keine wahren Gottespropheten mehr anerkannt würden und dass sich die Kirchenmitglieder stattdessen an das kirchliche Bibelbuch und dessen Auslegung durch die Theologen halten müssten.

Zwar behaupten die Vatikankirche und alle weiteren Konfessionen, Freikirchen, Pfingstkirchen und Bibelgruppierungen, die Bibel sei seit ca. 1700 Jahren unverändert Gottes Wort und zwar die ganze Bibel. Trotzdem hat jeder von ihnen seinen eigenen Gott und auch seine eigene Bibel, wobei auch keine Ausgabe der anderen gleicht, je nachdem wie die hebräischen oder griechischen Originale übersetzt und in unserer Zeit interpretiert werden. Letztlich macht jede Konfession mit der Bibel, was sie will, maßgeschneidert auf die eigenen Interessen. Gestern Steinigung, heute Segnung, morgen vielleicht wieder Steinigung, aber gewiss immer: Sie halten sich nur an dasjenige in diesem Buch, was ihnen gefällt.

Dabei wird auch heute weiter gefälscht und verdreht, was das Zeug hält und wie es auch Martin Luther getan hat, der besonders dafür verehrt wird, ein Bibelgläubiger zu sein. So behauptete der Kirchenreformator, es sei Jesus selbst gewesen, der die Todesstrafe eingesetzt habe, indem Luther die Übersetzung des Jesuswortes "Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen" (Matthäus 26, 52) ins Gegenteil verkehrte.
Zur Verdeutlichung: Jesus von Nazareth lehrte mit diesen Worten das Gesetz von Saat und Ernte und Er mahnte deshalb Seinen Jünger Petrus, das Schwert zurück in die Scheide zu stecken und nicht zuzuschlagen.
Martin Luther jedoch riss die Bibelstelle aus dem Zusammenhang und änderte darin ein Wort, so dass es bei ihm nicht mehr heißt "Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen", sondern "Wer zum Schwert greift, soll durch das Schwert umkommen", womit er wiederum die Todesstrafe für unzählige Zeitgenossen rechtfertigte, angeblich, weil Christus dies seiner Meinung nach so befohlen habe. (Die weltliche Obrigkeit und die Grenzen des Gehorsams, in: Luther Taschenausgabe, Band 5, Berlin 1982, S. 112)

Ein einziges Wort geändert, und schon ist die Friedensbotschaft des Christus Gottes ins Gegenteil verkehrt
. Und solche Kniffe sind bis heute Spezialitäten aller Theologen, die mit ihren Bibeln machen, was sie wollen.

12 - Was zwei Schwerter bis heute anrichten - Bibelvergewaltigung der Vatikankirche

Ein weiteres drastisches Beispiel dieser Art ist die so genannte Zwei-Schwerter-Lehre der Kirche. Da gibt es einen Halbsatz im biblischen Lukasevangeliums, wonach es genug sei, wenn die Jünger auf ihren Reisen eventuell zwei Schwerter mit sich führen könnten, wohl ein einfaches äußeres Zeichen für den Schutz, um nicht von Räubern überfallen zu werden, ohne diese Schwerter allerdings einzusetzen (Lukas 22, 36-38). Die anderen Evangelisten in den Bibeln wissen von dieser Empfehlung nichts, was zusätzlich die Frage aufwirft, ob es denn wirklich so war. Laut Kirchenlehre schon. Und zu dieser Bibelstelle konstruierte die römisch-katholische Kirche dann eine Interpretation, die gar nichts mehr mit der eigentlichen Bedeutung zu tun hat, zitiert laut Dogmensammlung:
"Durch die Aussagen der Evangelien werden wir belehrt, dass in dieser ihrer [der Kirche] Gewalt zwei Schwerter sind, nämlich das geistliche und das zeitliche ... Beide sind also in der Gewalt der Kirche, nämlich das geistliche Schwert und das materielle. Jedoch ist dieses  f ü r  die Kirche, jenes aber  v o n  der Kirche zu handhaben. Jenes (in der Hand) des Priesters, dieses in der Hand der Könige und Soldaten, aber auf die Zustimmung und Duldung des Priesters hin. Es gehört sich aber, dass ein Schwert unter dem anderen ist und die zeitliche Autorität sich der geistlichen Gewalt unterwirft … Denn wie die Wahrheit bezeugt, muss die geistliche Gewalt die irdische Gewalt einsetzen und richten, wenn sie nicht gut war."
(Aus der Bulle "Unam Sanctam" von Papst Bonifatius VIII. vom 18. November 1302, zitiert nach Heinrich Denzinger/Peter Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg/Basel/Wien 2009, Lehrverkündigung Nr. 873)

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wenn es das ist, was Jesus von Nazareth gemeint haben soll, warum hat Er es dann nicht gesagt? Warum hat Er dann gesagt "Wer zum Schwert greift, der wird durchs Schwert umkommen"?
Muss nicht jeder, der seinen gesunden Menschenverstand gebraucht, zugeben, dass diese totalitäre Gewaltphantasie unter der Herrschaft der Vatikankirche nur in ihre Bibeln hineinprojiziert wird, was man dann auch als eine Vergewaltigung des Bibelinhalts bezeichnen könnte? Wozu aber dann noch Bibeln, wenn sich die Religionsbevollmächtigten sowieso nicht an ihr angeblich heiliges Buch halten, sondern damit machen, was sie wollen, bis zur völligen Verkehrung der Inhalte in ihr Gegenteil; was auch für die staatsbevollmächtigten Politiker gilt, die sich dem hier behaupteten geistlichen Schwert der Priester bis heute mehr oder weniger beugen. Denn sie führen ihr zeitliches Schwert gerne für diese Kirche, so wie es Papst Leo XIII. Ende des 19. Jahrhundert z. B. verlangte, als er dem deutschen Kaiser gegenüber erklärte, Deutschland müsse zum Schwert der katholischen Kirche werden
(Papst Leo XIII. im Jahr 1888 zu Kaiser Wilhelm II. in Rom - siehe bei Walter Löhde, Das päpstliche Rom und das deutsche Reich). Und dazu befolgen die Politiker entsprechende klerikale Weisungen und häufen die Religionsinstitutionen wie eh und je mit Privilegien vor allem finanzieller Art an.  

13 - Keine zwei Bibeln gleichen einander, aber der Staat bezahlt alles doppelt

Und weil es vor allem in Deutschland zwei große Kirchen gibt, muss der Staat alle diese Privilegien doppelt bezahlen. Also sowohl Finanzierung des Studiums für katholische Bibelkunde also auch Finanzierung des Studiums für evangelische Bibelkunde, auch wenn jede Interpretations-Variante zu anderen Ergebnissen bei der Bibelauslegung führt. Sie dienen immer dem jeweiligen klerikalen Zweck.
So wird sowohl der katholische Religions- und Bibelunterricht an staatlichen Schulen staatlich finanziert als auch der evangelische Religions- und Bibelunterricht an staatlichen Schulen.
Und so mag diese Bibelkunde auch katholisch sein oder evangelisch, christlich ist sie nicht, und die dafür aufzubringenden jährlichen Staatsmilliarden sollten endlich ersatzlos gestrichen werden.
Wer christlich leben möchte, braucht dazu keine Kirchenbibel, sondern er kann sich vornehmen: Ich lerne, die Gottes- und Nächstenliebe in meinem Leben zu verwirklichen, so wie alle Propheten des Alten Bundes, so wie Jesus von Nazareth und wie alle Propheten des Neuen Bundes es lehrten und lehren; und nicht, wie es in kirchlichen Bibelkonstrukten behauptet wird, von denen keine zwei einander gleichen und mit denen jeder letztlich macht, was er will.

14 - Ökumene mit Berufung auf die Bibeln als Verrat am Lehramt der Vatikankirche

Und auch da, wo sich die beiden großen Konfessionen katholisch und evangelisch zusammentun wollen, man nennt es Ökumene, weil es etwa in ihren Bibeln heißt, dass man eins sein sollte, kommt sofort der interne Widerspruch.
Denn als nach Hunderten von Jahren erstmals ein katholischer Bischof beim so genannten Ökumenischen Kirchentag 2021 in Deutschland in Frankfurt am Main auch Protestanten die Oblate, die für sie der "Leib Christi" sein soll, nach katholischem Ritus aushändigte, da entbrannte sogleich heftigster Widerspruch aus katholischen Sphären. Kardinal Müller, unter Papst Joseph Ratzinger oberster Glaubenswächter der Vatikankirche, verurteilte seinen Kollegen mit den Worten, sein Handeln sei eine Provokation des Lehramts der katholischen Kirche. Denn niemand könne "eigenmächtig und nach eigenem Gusto", so Kardinal Müller wörtlich (die-tagespost.de, 15.4.2021), die Gegensätze zwischen evangelisch-protestantischem und katholischem Glaubensbekenntnis für nebensächlich erklären oder ignorieren. Und deshalb dürfen Evangelische laut diesem Lehramt unter dem Anspruch der Unfehlbarkeit auch die katholisch zelebrierte Oblate nicht erhalten.
Dieser Gegensatz der Konfessionen zeigt sich beispielsweise auch darin, dass katholische Bibelgelehrte bei Bibeluneinigkeiten zwischen ihnen und protestantischen Bibelgelehrten immer die katholische Lehre zugrunde legen müssen. Aber dann könnte man ja auch gleich ganz auf die Bibel verzichten, wenn sie eh nur dafür missbraucht wird, dass man die eigene Religionsmeinung in sie hineinkonstruiert.

15 - Die Verbrechen der Kirche - doch nun ist es genug

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Was also hat die Bibel gebracht? Uneinige und zerstrittene Theologen und unzählige kirchliche Konfessionen, die sich aber allesamt auf dieses Buch berufen, aber jeder interpretiert es anders. So viele Konfessionen und Theologen, so viele Bibelinterpretationen. Alleine das ist schon ein Beweis dafür, dass sie sich alle von der Ur-Lehre des Jesus von Nazareth entfernt haben. Jeder weiß es besser und erhebt sich über den anderen, und alle miteinander erheben sich über Jesus, den Christus. Die Institutionen Kirche und ihre Filialen und Abkömmlinge hatten Hunderte von Jahren Zeit zu beweisen, dass mit ihrem Bibelbuch eine andere, eine bessere Welt möglich ist. Das Ergebnis fasst der Kirchexperte Karlheinz Deschner nach intensiver Beschäftigung mit ihrer Geschichte mit den Worten zusammen "Ich kenne  in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die Kirche." (Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.)

Doch nun ist es genug. Die Zeit ist vorbei. Wie man es dreht und wendet: Ob die Bibelkundigen nach den gefälschten Bibelinhalten lebten oder das Gegenteil der darin noch enthaltenen Wahrheiten taten, ob man mit einzelnen Bibelworten einen Schritt ins Licht oder in die Dunkelheit machte: Aufs Ganze gesehen zeigen die Bibel und der Bibelglaube 1700 Jahre immer wieder schlechte Früchte und geben darin selbst den Beweis, dass Gott, der All-Eine, dieses Buch nicht als Sein Wort verewigte.
Und diejenigen, die dem Buch anhängen, sind bereits vielfach in den Abgrund gefallen oder fallen in den Abgrund, der sich immer mehr auftut und der letztlich Klimakollaps heißt; und zwar mitsamt ihren Bibeln.

16 - Die Gottespropheten wussten nichts von einer Bibel

Dann heißt es auch: Das Buch ist weg, das Buch ist fort, in den tiefen Abgründen nicht mehr auffindbar. Doch vermissen wird es keiner, weil die Menschen nicht mehr nach schlechten Früchten und deren Bestätigung durch Priester trachten, sondern nach den guten Früchten, die alle wahren Gottespropheten zu allen Zeiten brachten, im Wort und in der Tat, wie es Jesus von Nazareth vorhersagte und die zum Vorbild wurden für eine neue Zeit, über die Gott, der Ewige, durch das Wort des Propheten Jeremia sprach: "Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein" (Jeremia 31, 33). Von einer kommenden Bibel sagte auch Jeremia nichts.

 


 

Der Text  ist auch als Druckschrift erschienen und kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 114: Schlagt Eure Bibeln zu, weg mit der Bibel, Wertheim 2021, zit. nach https://www.theologe.de/weg-mit-der-bibel.htm, Fassung vom 12.7.2021; Copyright © und Impressum siehe hier.

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