DER THEOLOGE
Religionswissenschaftliche Hintergründe - Nr. 1


"Freizeit-Inquisitoren" / Die "Sektenkeule" - eine Methode der neuen "Ketzerbekämpfung" /
Wehret den Anfängen!


"Neue Inquisition" als Freizeitbeschäftigung im Internet: Die Beispiel früherer Aktivitäten von Richard A. aus W. / Die "Sektenkeule": eine in Jahrhunderten bewährte Methode der kirchlichen Verfolgung Andersdenkender / Was Verleumdung anrichtet und wie man sich wehren kann

Verleumdung von Minderheiten als Freizeitbeschäftigung

Das Instrument der "Sektenkeule"

Den "Ketzer" an den Pranger stellen

Die Methode: Mücken aussieben und Kamele verschlucken

Vorsicht von den "Heiligen" und "Frommen"

Die Anonymität des Internet

Wehret den Anfängen!

Verleumdung von Minderheiten als Freizeitbeschäftigung

Richard A. aus W. gehörte der Evangelisch-lutherischen Kirche in Thüringen an und verleumdete in seiner Freizeit religiöse Minderheiten und ihre Freunde, die er z. B. als "Sektenprediger" zu verspotten versuchte. Dabei bediente er sich der bekannten kirchlich erprobten Methoden: So projiziert die Kirche meist auf andere, was sie selbst ist. In diesem Zusammenhang ist die evangelische Kirche = "Sekte" (von lateinisch secare = abschneiden, abspalten) eine Abspaltung von der katholischen, die sich wiederum vom frühen Christentum abgespalten hat. Und Herr A. war so gesehen selbst ein "Sektierer" oder "Sektenprediger" oder konnte als solcher gelten. Was er anderen in negativer Absicht vorwarf, damit entlarvte er sich also selbst. Im Jahr 2007 hatte Herr A. allerdings seine Aktivitäten im Internet aus uns nicht bekannten Gründen eingestellt. Da die Muster, nach denen er bis dahin gearbeitet hatte, aber vielfach auch von anderen eingesetzt werden, ist diese Informationsseite leider weiterhin bleibend aktuell [2013].

Die hier genannte Kirche blickt dabei bereits auf eine lange Tradition in der Bekämpfung von Juden (Antisemitismus) und "Sekten" (Inquisition) zurück. So jubelte z. B. deren Landesbischof Sasse aus Eisenach öffentlich, als 1938 in Deutschland die Synagogen brannten. Oder man ließ im Jahr 1933 die Zeugen Jehovas verbieten, die dann in den nachfolgenden Jahren zu Hunderten in den Konzentrationslagern hingerichtet wurden.

Das Instrument der "Sektenkeule"

Zu den früheren Methoden von R. A. (und auch von seinen Gesinnungsfreunden und Geistesverwandten) gehörte z. B., dass er sich in Internet-Foren in bis dahin seriös geführte Dialoge zu unterschiedlichsten Themen einschaltete. Dabei schlug er mit der sprichwörtlich so genannten "Sektenkeule" zu.
Worum geht es bei der Anwendung der "Sektenkeule"? Sachlich fundierte oder zumindest zum Thema passende Gesprächsbeiträge oder Internet-Links werden verdächtigt, dass der Verfasser oder vom Verfasser zitierte Quellen mit einer von der Kirche bekämpften religiösen Minderheit in Verbindung stünden. Und unmittelbar anschließend werden oft - obwohl es mit dem Thema gar nichts zu tun hat - Verleumdungen über die jeweilige Minderheit ausgebreitet. Dies sind Versuche, das Forum und sein Thema regelrecht zu "sprengen". In betroffenen Internet-Foren hat diese Methode schon zu viel Verdruss geführt, und Dialoge wurden dadurch abgewürgt.
Die hier in Internet-Foren angewandte Methode der "Sektenkeule" als solche ist bewährt und gehört auch in anderen Zusammenhängen zum Standard-Repertoire der kirchlichen Verleumdung und Bekämpfung Andersgläubiger über Jahrhunderte hinweg.
Kommt also ein Standpunkt eines Vertreters oder Sympathisanten einer Gemeinschaft, die der Kirche ein Dorn im Auge ist, irgendwo zur Sprache, geht man folgendermaßen vor: Man lenkt vom Inhalt der Auseinandersetzungen oder des Dialogs ab und versucht stattdessen, den Verfasser oder Gewährsmann der angegriffenen Überzeugung madig zu machen, indem man ihn in Verbindung mit der ungeliebten Gruppierung bringt. Gleichzeitig verbreitet man Verleumdungen über diese Menschen. Mit dieser Methode werden auch Außenstehende angegriffen, welche sich z. B. schützend vor diese Minderheit stellen.

Beispielhaft wendet diese Methode z. B. Martin Luther an, der alle Bürger mit dem Tod bedroht, die nicht bereit sind, der kirchlichen Inquisition zuzuarbeiten und z. B. Andersgläubige zu denunzieren. Luther wörtlich: "Und ein Bürger ist schuldig, wo solcher Winkelschleicher (= Prediger ohne amtskirchlichen Auftrag) einer zu ihm kommt, ehe er denselbigen hört, dass er es seiner Obigkeit ansage und auch dem Pfarrherrn, des Pfarrkind er ist. Tut er das nicht, so soll er wissen, dass er als ein Ungehorsamer seiner Obrigkeit wider seinen Eid tut und als ein Verächter seines Pfarrherrn (dem er Ehre schuldig ist) wider Gott handelt, dazu selbst schuldig ist und gleich auch mit dem Schleicher (= Anmerkung: der hingerichtet wird) ein Dieb und Schalk wird ..." (Der 82. Psalm durch D. M. L., geschrieben und ausgelegt Anno 1530, Tomos 5, S. 74 b ff.; PS: Luther soll liebevoll zu Menschen gewesen sein, die ihm und seiner Lehre zustimmten; sehr viele andere wollte er dagegen umbringen lassen.)

Im konkreten früheren Fall ging es z. B. darum, die Seite theologe.de mit der urchristlichen Gemeinschaft Universelles Leben zu identifizieren, die sich nichts hat zuschulden kommen lassen. Doch die im Internet von kirchlichen "Sektenbeauftragten" in die Welt gesetzten oder inspirierten Lügen und Verleumdungen über diese Gemeinschaft werden dann auch denen zugerechnet, die man mit in die gleiche Pfanne zu hauen versucht. Dabei verwendete R. A. z. B. sehr viele "Materialien", die bereits hinreichend widerlegt und richtig gestellt wurden, teilweise sogar auf gerichtlichem Weg.

Den "Ketzer" an den Pranger stellen

Bei der Anwendung dieser Verleumdungs-Technik geht es also nicht um den Wahrheitsgehalt von Inhalten. Dem berufsmäßigen wie dem "Freizeit-Verleumder" geht es nur darum, den "Ketzer" unter seinen Mitmenschen aufzuspüren und an den Pranger zu stellen und gegen alle jene ebenfalls vorzugehen, die er - zu Recht oder zu Unrecht - der Nähe zur Ketzerei verdächtigt. Und zu diesem Zweck werden in unserer Zeit eben auch verstärkt Internet-Foren gezielt missbraucht. Parallel dazu sorgt man aber auch über andere Medien (z. B. Fernsehen, Rundfunk, Zeitungen) dafür, durch ständige Verbreitung von Unwahrheiten über religiöse Minderheiten eine Ausgrenzungs- und Diskriminierungs-Stimmung überhaupt erst aufzubauen. Dies geschah in Deutschland zuletzt so massiv in den 20-er und Anfang der 30-er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die sachliche Aufklärung über verschiedene zugrunde liegende Sachverhalte und ihre Hintergründe kommt in diesem Umfeld meistens entweder zu kurz oder wird gar gezielt unterlaufen, weil sie in der Regel nicht ins "Konzept" passt.

So wurde auch unsere Bitte von der Redaktion Der Theologe an Herrn A., fair und bei der Wahrheit zu bleiben, von ihm (vermutlich überwiegend unbewusst) mit Verdrehungen des Sachverhalts und neuen Verdächtigungen beantwortet, so dass sich der Versuch eines seriösen Dialogs leider schnell, aber nicht ganz überraschend, als wenig sinnvoll erwies*. Dies ist leider ein typisches Verhalten: Wer sich von vorne herein der Bekämpfung religiöser Minderheiten verschreibt und sich dabei an eigene festgefahrene Vorstellungen klammert, ist einem Dialog wenig oder nicht zugänglich. So wird in diesen Kreisen oft montiert, verdreht und manipuliert, was das Zeug hält - manchmal frei nach dem Motto von Papst Innozenz III.: "Treu und Glauben braucht einem Ketzer [gegenüber] nicht gehalten zu werden, und der Betrug, gegen ihn geübt, wird geheiligt" (zit. nach Matthias Holzbauer, Der Steinadler und sein Schwefelgeruch, Marktheidenfeld 2003, S. 50; siehe auch Der Theologe Nr. 86).

Im konkreten Fall benutzte der lutherische Eiferer z. B. ein ca. 20 Jahres altes angebliches Zitat, das von einem vermeintlichen ehemaligen Gesinnungsfreund der Verleumdeten stammen soll. Damit sollten diese zusätzlich angegriffen werden, obwohl sie sich von solchen Inhalten distanzieren** und der angebliche Urheber des umstrittenen Zitats längst andere Wege geht und auch früher niemals ein "Manager" der religiösen Minderheit war, wie es Herr A. aus einer anderen Verleumdungsschrift entnahm und präsentierte. Zudem stellte Herr A. in diesem Zusammenhang eine angebliche Verbindung zu einem Mann her, dem Antisemitismus vorgeworfen wird, der aber mit den Verleumdeten nicht das Geringste zu tun hat. An diesem Beispiel kann man gut sehen, wie mühsam eine solche Auseinandersetzung im Einzelfall sein kann und dass man gut abwägen muss, wo es sich überhaupt lohnt, zu reagieren.

In eigener Sache: Bedingungen für Zitate und Links

In den Texten der Online-Zeitschrift "Der Theologe" zeigen wir vielfach Inhalte und Hintergründe der kirchlichen Lehren auf. Wir missionieren jedoch nicht für andere Religionen oder Weltanschauungen. Auch haben wir mit Inhalten von anderen Beiträgen im Internet, die uns zitieren, nichts zu tun.

Die in Der Theologe veröffentlichten Texte und Informationen (© Dieter Potzel, Adresse siehe oben) sind im Rahmen des gesetzlichen Urheber- und Zitierrechts in kleinerem Umfang (ein paar Sätze) selbstverständlich zur Verwendung frei gegeben. Bei Interesse an der Zitierung ganzer Kapitel oder größerer Passagen sollte jedoch stattdessen ein Link dorthin gesetzt werden. Eine Genehmigung unsererseits ist dafür rechtlich nicht erforderlich. Wir behalten uns jedoch vor, eine Zitierung, Verlinkung oder Abdruckerlaubnis längerer Texte - auch nachträglich - zu untersagen, wenn sich daraus für uns schwerwiegende nachteilige Folgen ergeben können. Dies muss von uns nicht eigens begründet werden.

Wenn jemand versucht, den "Theologen" für andere Ziele als unseren eigenen zu vereinnahmen, dann distanzieren wir uns davon. Dies gilt auch dann, wenn beispielsweise durch eine Zitierung oder bestimmte Darstellung gezielt der Eindruck erweckt wird, als wären wir mit dem Anliegen einer uns fremden Seite einverstanden oder würden diese gar unterstützen.

Umgekehrt gilt: Wer Internet-Beiträge von Dritten, die den "Theologen" zitieren oder verlinken, uns zurechnet oder wer in verleumderischer Absicht Querverbindungen konstruiert, verstößt damit gegen unsere Persönlichkeitsrechte und gegen die gesetzliche Pflicht, Tatsachen wahrheitsgemäß darzustellen und Schmähungen zu unterlassen. Hier behalten wir uns vor, ein entsprechendes Vorgehen zu untersagen und, wenn eine einvernehmliche Lösung nicht möglich ist, juristischen Schutz als Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Leider sind diese Hinweise und Bedingungen aufgrund bestimmter Vorkommnisse notwendig geworden, auch wenn wir mit dem allergrößten Teil unserer Leser und Freunde keine Probleme haben.
 
Wir glauben an den Freien Geist, der sich in keine Religion einbinden lässt, und wir wünschen allen Lesern eine gute Zeit mit diesen Seiten.

Die Herausgeber.

Juristischer Hinweis:
Auch theologe.de wurde von Herrn R.A. auf die oben beschriebene Weise angegriffen und öffentlich verleumdet. Ein Versuch einer gütlichen Klärung war nicht erfolgreich. Da die in diesem Zusammenhang von Herrn A. früher verwendeten Details zu einem großen Teil nicht der Wahrheit entsprechen, werden sie hier nicht wiederholt, stattdessen der Sachverhalt so weit wie möglich allgemein dargelegt. Die Verleumdungen sind jedoch im Einzelnen belegbar.
 

Die Methode: Mücken aussiegen und Kamele verschlucken

Die Frage, ob sich eine Auseinandersetzung überhaupt lohnt, gilt auch für ein zweites Beispiel.
So beklagte sich Richard A. auf seiner Homepage z. B. beharrlich darüber, dass wir ihm einen Hinweis in einem ehemaligen Forum quellenmäßig nicht nachgewiesen haben. Das wäre an und für sich problemlos möglich, denn der Hinweis existierte tatsächlich. Doch mittlerweile ist das ganze Forum gelöscht, so dass wir die Quelle nicht nachreichen konnten, und so haben wir konsequenterweise auch unseren Hinweis gelöscht. Denn was soll´s?
Dieses zweite Beispiel dient jedoch gut dafür, um eine weitere inquisitorische Methode zu erklären, mit der man z. B. in Podiumsgesprächen vielfach konfrontiert wird. Fühlen sich Kirchenvertreter entlarvt oder werden sie an einen Punkt geführt, wo sie einmal beginnen könnten, Scham oder Reue zu entwickeln, greifen sie meist wieder nur in ihre Trickkiste und ziehen irgendeine Kleinigkeit hervor, um erneut vom Thema abzulenken. Da es uns auch in diesem Zusammenhang nachdenkenswert erscheint, zitieren wir an dieser Stelle zwei Absätze aus einer anderen brieflichen Korrespondenz zu diesem Thema:

"Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit kirchlichen Theologen, auch in vielen öffentlichen Veranstaltungen, ist uns eine Verhaltensweise aufgefallen, die dabei fast immer wiederkehrte: Hat man irgendwo bei uns einen tatsächlichen oder vermeintlichen kleinen Fehler gefunden, lastete man ihm das ganze Gewicht der Kritik auf, so etwa nach dem Motto: ´Sie haben den geografischen Breitengrad von Auschwitz nicht korrekt berechnet`. Wenn ein vernünftig denkender Mensch in einer solchen Situation nicht aufpasst, geht er dem kirchlichen Theologen auf den klebrigen Leim und spricht mit ihm über Fehler bei der Breitengrad-Messung statt über die Vernichtung von Menschen. Solches passiert so oder so ähnlich noch recht oft, weil die meisten Theologen immer noch glauben, die ´Spielregeln` bestimmen zu können. Denn schon seit Jahrhunderten spielen die meisten von ihnen ihre Rolle der auf dem hohen Ross sitzenden ´Autoritäten`, die gnädig auf Andersdenkende wie auf ´verlorene Söhne` herab blicken. Wird diese ´Gnade` aber vom Volk nicht entsprechend gewürdigt und hofiert, hat man in früheren Zeiten auch schon mal die Todesurteile veranlasst. Mit Jesus von Nazareth gesprochen werden dabei ´Mücken ausgesiebt` und ´Kamele verschluckt`", und Jesus hatte für diese auf dem hohen Ross reitenden Amtsträger vor allem eine Botschaft: ´Weh euch, ihr Schriftgelehrten!`
Begegnet jemand also wieder einmal Experten für das Schlucken von Kamelen und für das Aussieben von Mücken, z. B. bei einem öffentlichen Gespräch, sollte man sich nicht von ihnen ins Bockshorn jagen lassen. Anstatt sich genötigt zu fühlen, sich nach ihren Spielregeln zu rechtfertigen, wäscht man ihnen besser ungeniert den Pelz. Dann merkt man manchmal schnell, dass man es mit einem Wolf im Schafspelz zu tun hat.
Denn unter der bis dahin ´süßen Rede` explodiert womöglich jetzt ein brodelnder Vulkan. Der Hochmut kirchlicher Theologen, der sich oft unter samtpfotiger Scheinheiligkeit verbirgt, kann auf diese Weise schneller entlarvt werden. Und nach der Entlarvung hat sich schon mancher zuvor vermeintlich ´besorgte` Seelsorger plötzlich als hochgradig aggressiv entpuppt. Und man erlebt ein Indiz mehr dafür, dass die Kirche sich nicht wirklich geändert hat."

"´Ihr verblendeten Führer`, rief Jesus den Theologen seiner Zeit zu, ´die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt`. Ja, man siebt die Mücken bei der religiösen Konkurrenz aus und findet man keine, dann wühlt man im eigenen Mülleimer, fängt dort eine Mücke und wirft sie dem Andersgläubigen ins Glas, damit es dort tatsächlich etwas zu sieben gibt für die Sekten- = ´Rufmordbeauftragten`. Denn was man anderen unterstellt, sind oftmals Lügen, Verleumdungen, Verdrehungen oder kalkulierte Missverständnisse wider besseren Wissens. Es ist dann letztlich der Unrat aus dem eigenen Mülleimer, den man auf die anderen zu Unrecht projiziert. Die Folgen für den Betroffenen: Ausgrenzung, Diskriminierung, Zerstörung von Familien, Ruin der beruflichen Existenz und so weiter. Ich könnte von den vielen Situationen, die mir persönlich bekannt sind, ein Buch schreiben.
Aber was würde eine solche Offenlegung bei den Inquisitoren und ihren Helfern und Helfershelfern der Gegenwart nützen? Diese ´Kamele` betrachtet man dort nur als ´Kamellen` und man verschluckt sie mit Leichtigkeit.
Und weil die Betroffenen deshalb nur rufermordet, nicht aber körperlich ermordet werden wie in früheren Zeiten, hält man sich schon für tolerant. Und jeder Theologe, auf den dies alles nicht zutrifft, könnte sich überlegen, ob er in einer Institution, in der dies praktiziert bzw. gefördert wird, noch arbeiten möchte. (zit. nach www.theologe.de/frageundantwort.htm)

Vorsicht vor den "Heiligen" und "Frommen"!

Zum Profil moderner "Inquisitionshelfer" gehört auch, dass sie im Internet manchmal unter religiösen oder bedeutsam klingenden Benutzernamen auftreten.

So verwendete auch R. A. z. B. lange Zeit den Namen "salvewelt" (= "Gegrüßt seiest Du, Welt"), und er arbeitete mit einer Frau mit dem Internet-Namen "Sanctimonialis" (bzw. "sanctimonialis 1") (lt. Langenscheid-Handwörterbuch 2005 = "heilig, fromm" bzw. als Substantiv = "Nonne") zusammen, die sich manchmal auch "Sancti" nannte (PS: Sie hat allerdings im Internet mittlerweile (seit ca. 2007) eine andere Identität angenommen und arbeitet nach Informationen aus dem Bekanntenkreis nicht mehr mit Herrn A. zusammen).

Bedeutsam klingende Selbstbezeichnungen können - allgemein gesprochen - zur Selbstaufwertung verwendet werden.

Eine andere Verhaltensweise kirchlicher "Glaubenshüter" ist zudem fast durchgängig zu beobachten. Sie bekunden nämlich meist "Anteilnahme" an den "Sorgen" ihrer Mitmenschen. Das haben z. B. die früheren kirchlichen Inquisitoren immer getan, um möglichst viele Informationen über "Ketzer" aus den Leuten herauspressen zu können. Und so manchem erscheinen diese "Sorgen" auch heute vor allem als "frommes Getue", hinter dem ein aufgeblähtes und aggressives Ego steckt, für das diese "Sorgen" vor allem Mittel zum eigenen Zweck sind. Und dieser Zweck ist sehr oft der Missionseifer von Bibelfanatikern oder papsthörigen Katholiken.

Die Anonymität des Internet

Ein weiteres Beispiel ist, wenn uns im Internet Weltanschauungen von Dritten zugerechnet werden, die uns ohne unser Wissen zitierten. Das ist eine besonders gemeine Inquisitionsmethode. Mit Raffinement werden mithilfe dieser Masche Zusammenhänge konstruiert, die überhaupt nicht existieren. Doch es liegt weder in unserer Hand, wer uns nach dem üblichen Zitierrecht zitiert, noch warum jemand das tut. Eine entsprechende Klarstellung haben wir veröffentlicht.
Grundsätzlich kann es immer wieder einmal passieren, dass man hier und da falsch verstanden wird. Doch leider werden anonym auch bewusst und gezielt zahlreiche Unwahrheiten und Verleumdungen verbreitet und eigene Missstände auf andere projiziert. Die Anonymität wird von vielen kirchlichen Freizeit-Inquisitoren also für ihre Zwecke und Manipulationen genutzt. Dazu gehört auch, alles über einen Kamm zu scheren. Das geschah meist auch in früheren Zeiten, wenn alle möglichen von der Inquisition beschuldigten Angeklagten hingerichtet wurden. Details spielten dann keine Rolle mehr, Hauptsache die Köpfe rollen.

In unserer Zeit können sich Täter dank der Anonymität des Internet zudem leichter verstecken, so dass es beispielsweise keinen Persönlichkeits- und Ehrenschutz mehr gibt und auch keine juristische Handhabe mehr gegen handfeste Lügen, weil eine Verleumdungsspur beispielsweise über die Türkei auf die Bahamas führt und von dort nach Hongkong, aber immer weltweit abrufbar ist. Weiterhin ist es für Internet-Nutzer nicht so leicht feststellbar, welcher Autor überhaupt seriös ist und z. B. auf ehrliche Weise seinen Lebensunterhalt verdient oder wer z. B. überhaupt nicht in der Lage ist, sein eigenes Leben zu meistern, aber im Internet anonym das große Wort erhebt.
So ist es theoretisch vorstellbar, dass ein Internet-Täter mit seinem Laptop aus der geschlossenen Anstalt einer Nervenklinik mit kruden religiösen Wahnvorstellungen andere denunziert, wobei dies möglicherweise dann der Fall ist, wenn er seine Medikamente nicht genommen hat. Für einen Zeitgenossen, der sich nun im Internet über ein Thema informieren möchte, wäre ein solches Umfeld aber nicht auf Anhieb erkennbar. Deshalb ist vor allem dann großes Misstrauen angebracht, wenn anonym gegen andere vorgegangen wird.

Die Anonymität des Internet macht es Menschen, die nichts zu verbergen haben und offen für positive Überzeugungen eintreten, auch schwer, sich fair mit Kritik auseinander zu setzen.

Wehret den Anfängen!

Doch man muss sich auch nicht alles gefallen lassen: So haben sich z. B. Internet-Foren oft selbst einen positiven ethischen Maßstab gegeben, der für das Forum und seine Beiträge gelten soll, und der die Wölfe im Schafspelz in Schranken weisen kann. So mancher Teilnehmer hatte sich dabei im gut gemeinten Gespräch mit amtlichen oder privaten kirchlichen Glaubensstreitern zuvor zunächst die Zähne ausgebissen. Erst mit der Zeit merkte er dann, dass er keinen Dialog mit einem Wahrheitssucher führte, sondern eben an einen missionierenden "Überzeugungstäter" geraten war, dem jedes Forum recht war, um seine "Mission" unter die Leute zu bringen. Hier hat es sich bewährt, Lügen und Verleumdungen einmalig richtig zu stellen, aber nicht mit den Tätern darüber zu diskutieren.

Eine Richtigstellung kann jedoch sehr wichtig sein, denn Verleumdungen haben oft schlimme Folgen und verbreiten sich oft schnell, denn gerade im Internet-Zeitalter gilt vielfach: Einer schreibt vom anderen ab.
Und wenn z. B. friedfertige Bürger mit den Worten "Hängt sie auf!" und "Macht sie nieder!" bedroht werden, ihre Kinder als "Sektenschweine" beschimpft werden, Fensterscheiben bereits durch Steinwürfe zu Bruch gehen oder anderes Eigentum beschädigt wird (leider vielfach so geschehen), dann sitzen die "modernen Inquisitoren" und ihre Helfershelfer vielleicht mit einem Glas Wein lächelnd auf ihrem Sofa und haben das natürlich so "nicht gewollt". Man hätte ja beispielsweise "nur etwas zitiert". Wer jedoch verschiedene Auswirkungen schon am eigenen Leib erfahren hat, indem er z. B. seinen Arbeitsplatz verloren hat, für den ist es selbstverständlich, dass er alle wachen Zeitgenossen darum bittet: "Wehret den Anfängen!"


Tipps zum Weiterlesen:      www.theologe.de/theologe12.htm
                                               www.theologe.de/theologe4.htm
(Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der Holocaust - Dort wird dokumentiert, dass es vor der Judenvernichtung einen langen Vorlauf überwiegend kirchlicher Verhetzungen gab, ehe die Zeit so weit "reif" war, dass der Holocaust politisch und gesellschaftlich möglich war.)
                                              
www.theologe.de/martin_luther_juden.htm

 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel,
"Freizeit-Inquisitoren" / Die "Sektenkeule" - eine Methode der neuen "Ketzerbekämpfung" / Wehret den Anfängen!, zit. nach http://www.theologe.de/freizeit-inquisitoren.htm, Fassung vom 3.11.2013

 

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