2005-2
  DER THEOLOGE aktuell


Klarstellung:
Wir haben nichts gegen katholische oder evangelische Christen oder ihre Kirchen. Wir sagen jedoch:
Die beiden Großkirchen sollen sich nicht "christlich" nennen, da dort anders gelehrt und gelebt wird als Jesus, der Christus, das wollte (vgl. dazu Der Theologe Nr. 25 oder die Einleitung von "Der Theologe Nr. 24a"). Würden sich die Kirchen nur noch "römisch-katholisch" nennen oder "evangelisch", aber nicht mehr "christlich", wäre manche der hier dargebotenen Informationen nicht nötig. So aber weisen wir immer wieder auf den Verrat an der Botschaft von Jesus hin. Hinweise zu einem Leben im christlichen Glauben finden Sie u. a. hier.
 

 

25.12. - Naturkatastrophen, "neue Weltordnung" und mögliche Folgen des "Urbi et Orbi"

 
 8.12. - Die Geburtstage von Buddha und Jesus

25.11. - Exorzismus im Kino: Der Exorzismus von Emily Rose

24.10. - Kirchliche Medienlobby protestiert gegen Esoterik-Sender - Wer protestiert gegen kirchliche Verführung?

12.10. - Buddha-Statue auf dem Piz Badile als Protest gegen Gipfel-Kruzifixe

 9.10.  - Skelett von Kardinal von Galen in "außergewöhnlich gutem Zustand" - Seligsprechung eines Kriegstreibers

 17.9.  - Plant katholische Kirche neue Bibelfälschung? Protestanten beenden Mitarbeit bei der Einheitsübersetzung

 16.9.  - Papst im Sinkflug über die Alpen: Nach dem Segen kam die Flut

 25.8.  - Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für viele die "Erfüllung der religiösen Sehnsucht".

 20.8.  - "Sparen Sie sich die Kirche" - Kirchenkritik zum Weltjugendtag in Köln

 15.8.  - "Kluge Bayern" überwiegend "ewig verdammt" - und die Teilnehmer am Weltjugendtag auch: trotz
              zwischenzeitlichem vollständigen Ablass


 15.8.  -  Evangelische Kirchenchristin brachte neun Säuglinge um - Evangelischer Innenminister lenkt
               ab und beschuldigt die DDR


 30.7.  -  Wie die römisch-katholische Kirche die Militärjunta in Argentinien (1978-1983) unterstützte
               und welche Hinrichtungsmethoden für Regierungskritiker und
"Häretiker" sie empfohlen hatte

 11.7.  -  Neu: Der Theologe Nr. 19 - Es gibt keine ewige Verdammnis - auch nicht in der Bibel
 
   7.7.  -  Seniorin wollte 600.000,00 € lieber ihrem Sohn vererben als der Kirche - Kirchenvertreter erkennt
               Widerruf des Testaments nicht an


   1.7.  -  Neu: Glaubenstest für alle Katholiken: Sind Sie ein gläubiger Katholik oder werden Sie ewig verdammt?

 16.6.   Katholische Kirche bietet vermehrt Exorzismus-Kurse an

 11.6.   Religionsunfreiheit in Deutschland: Ein Erfahrungsbericht

   9.6.   Achtung Urlauber - Hier werden tödlich Verunglückten ohne deren Einverständnis die Organe entnommen!
 
 29.5.  -  Mehrwertsteuererhöhung von CDU und CSU geplant: Der Zugriff auf das Volk wird immer
               stärker. Die Reichen und Privilegierten bekommen immer mehr


 25.5.   Aussteiger suchen unabhängigen Politiker - Wer fällt nicht vor den Kirchen auf die Knie?

 

 

25.12.2005 / 26.12.2006 / 14.1.2010 / 26.12.2012 - Naturkatastrophen, "neue Weltordnung" und mögliche Folgen des "Urbi et Orbi" - Dass der Weihnachts- und Ostersegen des Papstes "Urbi et Orbi" (= "Der Stadt und dem Erdkreis") mehr oder weniger nutzlos ist und der damit verbundene "Ablass" von "Sündenstrafen" eine Scharlatanerie, darin stimmen wohl viele auf Anhieb überein. Darüber hinaus kann man jedoch auch noch fragen: Wirkt der kirchliche Segen vielleicht hier und da wie ein Fluch? Immerhin gilt der Papst den Katholiken in seiner Eigenschaft als angeblicher "Stellvertreter Gottes" auch als "Lenker des Erdkreises" (einer der Titel bei der Papstkrönung; zit. nach Liber Pontificalis von 1596). Und mancher Gläubige denkt dabei daran, wie Jesus laut dem Zeugnis der Bibel den Naturelementen "geboten" hatte und z. B. einen Sturm stillte. Und gibt es von seinem so genannten "Stellvertreter" nun Ähnliches zu berichten? Wohl eher nein. Denn Tatsache ist auf jeden Fall: Unmittelbar nach dem "Urbi et Orbi" 2003 bebte in den frühen Morgenstunden des 26.12. in der iranischen Stadt Bam die Erde und die Hälfte der Einwohner kam ums Leben. Dem "Urbi et Orbi" im Jahr 2004 folgte am Morgen des 26.12. die verheerende Tsunami-Welle im indischen Ozean, die über 220.000 Menschen das Leben kostete. Und nach dem letzten "Urbi et Orbi" von Johannes Paul II. zu Ostern 2005 folgte gleich am Ostermontag ein schweres Seebeben im Indischen Ozean (Stärke 8,7), das mehreren Hundert Küstenbewohnern den Tod brachte. Und auch der Segen des neuen Papstes Benedikt XVI. steht bereits in bedenklichen zeitlichen Zusammenhängen. So begannen am 22.8.2005 in den Alpen die schweren Regenfälle, die eine Hochwasser-Katastrophe auslösten. Unmittelbar zuvor, am Abend des 21.8.2005, hatte der Papst - im Flugzeug von Köln nach Rom reisend - das Gebirge im Sinkflug segnend überquert. In dieser Zeit schauten in seinem Geburtsort Marktl Gläubige mit brennenden Kerzen in den Händen andächtig nach oben in Richtung Flugzeug (Lesen Sie dazu die Meldung vom 22.8.2005). Wenige Stunden später kam das Wasser ...
Für manchen mag schon die Frage "ungeheuerlich" sein, ob das "Urbi et Orbi" vielleicht zu den negativen Ereignissen beitragen könnte. Doch die zeitliche Nähe zu einigen Katastrophen ist nun einmal unbestritten. Und bei positiven Ereignissen nach einem Kirchengebet oder Segen werden diese kirchlicherseits auch ungeniert auf das Handeln der Kirchenmänner zurückgeführt. Ganze Wallfahrtsorte sind auf diese Weise entstanden. Deshalb ist es berechtigt, bei negativen Ereignissen nach kirchlichen Gebeten oder Segenshandlungen ebenfalls nach einem möglichen Zusammenhang zu fragen.

Zur Situation 2005, 2006 und 2010: Nach dem ersten "Urbi et Orbi" von Benedikt XVI. an Weihnachten 2005 blieben die Naturelemente zumindest einigermaßen ruhig, abgesehen von einem schweren Erdbeben in Pakistan, das sich aber schon einige Stunden vor dem "Urbi et Orbi" am 25.12.2005 ereignet hatte. Die schreckliche Erdbeben-Tragödie in Haiti vom 13.1.2010 trifft schließlich ein Land, in dem die römisch-katholische Kirche Staatsreligion ist und der größte Teil der Bewohner Katholiken. Einige Jahre lang (1996; 2001-2004) wurde das Land bis zu dessen Vertreibung sogar vom katholischen Priester Jean-Betrand Aristide regiert. Das päpstliche Urbi et Orbi zweieinhalb Wochen zuvor hatte für die Menschen dort also weit größere Bedeutung als in den meisten anderen Ländern. Doch hat es die größte Katastrophe seit über 200 Jahren mit Hunderttausenden von Toten nicht verhindert und auch nicht, dass die größte Kathedrale des Landes in Port-au-Prince und zahllose andere katholische Kirchen in sich zusammen gefallen ist.
Auch gibt es noch anderweitige Überlegungen zu möglichen Spätfolgen des Segens. Der Papst sprach im Zusammenhang des weihnachtlichen "Urbi et Orbi" im Jahr 2005 nämlich auch auf vom "Aufbau einer neuen Weltordnung", "die auf gerechte ethische und wirtschaftliche Beziehungen gegründet ist", was zunächst sehr positive Worte sind. Doch der Wortgebrauch "neue Weltordnung" lässt dabei manchen inne halten. Wenn jemand von einer "neuen Weltordnung" spricht, dann wird darunter in erster Linie eine "neue Weltordnung" unter der politischen Führung der USA verstanden. So heißt es z. B. im Internet-Lexikon Wikipedia (25.12.2005):


"Geprägt wurde der Begriff nach dem Ende des Ersten Weltkriegs durch den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson ... Die Bezeichnung wurde erneut populär in der Verwendung durch den damaligen Präsidenten der USA George H. W. Bush nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa Ende des 20. Jahrhunderts und der damit kurzfristig einhergehenden Hoffnung auf den Anbruch eines neuen, friedlicheren Zeitalters für die Menschheit unter amerikanischer Führung. Die Idee einer Neuen Weltordnung wird am Beginn des 21. Jahrhunderts in den USA unter dem Gesichtspunkt des Führungsanspruchs als einzig verbliebene Weltmacht diskutiert; sie wird kritisiert von allen, die mit den entsprechenden Vorstellungen der amerikanischen Regierungspolitik nicht einverstanden sind ..."


So wäre es kein Wunder, wenn der Aufruf zu einer "neuen Weltordnung" im weihnachtlichen "Urbi et Orbi" 2005 von der US-Regierung auch als Ermunterung für eine aggressive Politik gegenüber dem Iran im kommenden Jahr (nach der Fußball-Weltmeisterschaft) aufgefasst würde. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass ausgerechnet drei Tage vor dem Oster-Urbi-et-Orbi 2006 die evangelische US-Außenministerin Condoleeza Rice, Tochter eines  Predigers, vom UN-Sicherheitsrat die Legitimation eines Kriegs gegen den Iran fordert und nach Ostern hinzufügt, diese Legitimation wäre aber gar nicht nötig. In der Zwischenzeit hatte der protestantische US-Präsident George W. Bush bereits mit dem Abwurf einer Atombombe über dem Iran gedroht. Tatsächlich begann dann am 12.7.2006, "pünktlich" drei Tage nach der Fußball-WM, der mit den USA abgesprochene Krieg Israels gegen die von Iran unterstützte Hisbollah-Armee und den Libanon.
Zu Weihnachten 2006 erfolgt dann unmittelbar nach dem Urbi et Orbi wie schon 2003 und 2004 eine schwere Katastrophe: In Lagos/Nigeria kommen bei der Explosion einer Pipeline mindestens ca. 850 Menschen ums Leben. Und in Indonesien nehmen nach dem Urbi et Orbi die schweren Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche weiter zu, so dass ca. eine halbe Million Menschen auf der Flucht sind.
Unser Vorschlag: Einmal fünf Jahre lang auf das Urbi et Orbi verzichten und in dieser Zeit beobachten, ob sich nicht manches bessert. Danach neu entscheiden, ob der vermeintliche Segen wieder gesprochen wird oder nicht.

PS: Das "Urbi et Orbi" hat der Vatikan übrigens von den heidnischen Priestern des Imperium Romanum übernommen. Damals brachte der "Segen" Roms den Völkern viel Leid und Verzweiflung, z. B. durch die vielen Kriege oder durch die Gewaltherrschaft einzelner Statthalter. "Die imperiale Formel" ´Der Stadt und dem Erdkreis` geht auf den römischen Kaiserkult zurück mit dem Pontifex maximus, dem heidnischen Oberpriester, an der Spitze des Kultes. Das Imperium Romanum "setzte die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleich" (focus.de, 24.12.2012), daher "Urbi et Orbi", um damit die Herrschaft Roms und seiner Heere über die ganze Welt zu untermauern.
Die Konfessionen des Christentums unter dem Führungsanspruch Roms missbrauchen Jesus, den Christus, den größten Weisheits- und Menschheitslehrer, dabei auf das Schlimmste. Und auch, wenn gerade zur Weihnachtszeit vordergründig süße und friedvolle Worte erklingen, so steckt doch eine ganz andere Macht in ihnen. Siehe dazu hier. Die imperiale Formel "Urbi et orbi" hat der Vatikan dann im 13. Jahrhundert aus dem Kaiser-Götzenkult Roms übernommen und auf sein Papsttum hin ein wenig umformuliert. Doch immer mehr Menschen betrachten die "imperiale Formel", die in einem langatmigen schwermütigen Ritus in über 60 Sprachen rezitiert wird, mit Skepsis.
Auch das Ritual, eine "Heilige Pforte" zu öffnen (wie durch Johannes Paul II. zu Weihnachten 1999), stammt aus dem antiken Rom. Stand dem Reich ein Krieg bevor, öffneten die Kaiser damals das Janustor ...

Und
: Wenn das "Urbi et Orbi" nicht der Segen Gottes ist, gibt es dann überhaupt einen solchen Segen, der von Gott kommt? Wir glauben und haben erfahren: Wer sich aufmacht, nach den Geboten Gottes (z. B. den Zehn Geboten) zu leben und nach der Lehre des Jesus von Nazareth, der ist schon von Gott gesegnet.

PS: Lesen Sie auch die im Jahr 2016 aktualisierte Meldung über das Urbi et Orbi

 

 

8.12.2005 / 24.11.2009 - Die Geburtstage von Buddha und Jesus - Zu Ehren des Geburtstags von Buddha lassen Buddhisten symbolisch vor dem Tempel gefangene Vögel frei, was bedeuten soll: Nach dem Willen Buddhas sollen alle Menschen und Tiere so frei sein. Im Gegensatz dazu die kirchlichen Zeremonien und Bräuche zu "Ehren" des wieder bevorstehenden Geburtstags von Jesus. Die Kirchenchristen lassen zu diesem Anlass Millionen und Abermillionen gefangener Tiere schlachten, die vor ihrer "Bestimmung" als Gaumenschmaus an den Festtagen meist noch gequält und oft ohne Betäubung brutal hingerichtet werden, z. B. Gänse, Enten, Truthähne usw. Bei den Kühen, die uns derzeit aus mancher "Krippe von Bethlehem" friedlich anblicken, ist dies das ganze Jahr über Alltag. So werden z. B. die neugeborenen Kälbchen sofort nach der Geburt der Mutter weggenommen und in engste Boxen gesperrt, damit sich keine Muskeln entwickeln und das Kalbfleisch damit besonders zart wird. Drei Tage lang brüllen Mutter und Kind verzweifelt nacheinander, "dann ist Ruhe", so ein evangelischer Landwirt und zartes Kalbfleisch "mundet" besonders auch an Weihnachten ...

Durch die Tierquälerei der Kirchenchristen wird Jesus verhöhnt, denn er trat wie Buddha für die Freiheit von Menschen und Tieren ein. Er kam ja sogar unter "Ochs und Esel" in einem Stall zur Welt und warf später die Tierhändler aus dem Tempel, die dort Rinder, Schafe und Tauben zur Schlachtung angeboten hatten. Die Kirche und ihre gewissenlosen Theologen aber sprechen diesen sehr empfindsamen Geschöpfen die unsterbliche Seele und oft auch die Leidensfähigkeit ab. Und beim Schlachtschüssel-Essen beim Bauern oder Viehzüchter sind die Pfarrer und die Priester meist die Ehrengäste, und so mancher Amtsträger bekommt dort die "Ehre", in die erste Blutwurst beißen zu dürfen. Auch auf diese Weise dokumentieren die Würdenträger ihren Gegensatz zu Jesus. Und während Buddha und Jesus auch das Mitgefühl für die Tiere lehrten, bestimmt die Kirche den Menschen zum Herren über Leben und Tod der anderen Geschöpfe. Diese darf er dann z. B. zu bestialischen Versuchszwecken "gebrauchen" (Katholischer Katechismus, Lehrsatz Nr. 2417) und er soll sich die gesamte Erde (nach 1. Mose 1, 28) "untertan" machen, was er auf furchtbare Art und Weise gemacht hat und auch noch tut.
 
So entscheiden z. B. im kirchenchristlichen Abendland die Jäger und Jagdbehörden über die genaue Anzahl der Tiere, die in Wäldern und Feldern nach ihrer Meinung existieren dürfen und über die anderen, die erschossen werden. Doch wehe, die Überlebenden verhalten sich, z. B., wenn sie Hunger haben, nicht gemäß den Profit- und Lobby-Interessen der Menschen. Und so werden auch in dieser kalten Jahreszeit viele frierende Tiere (weil sie sich meistens kein dickes Fell mehr "anfressen" können) in freier Natur angeschossen bzw. umgebracht. Eine göttliche Schöpfungsordnung, die das Gleichgewicht in der Natur selbst regelt, wenn der Mensch das zulassen würde und wie es z. B. Jesus und manche östliche Religion lehrt, wird von der Kirche abgestritten. Haben Tiere Hunger und suchen sie im Wald oder auf einem Feld etwas zum Essen, gelten sie für die Kirchenchristen als "Schädlinge", welche die Jäger niedermetzeln müssen, denn selten ist der erste Schuss gleich tödlich. Angeschossene Tiere schleppen sich oft noch lange quälend durch den Wald oder verrecken z. B. mit aufgehackten Gliedern elendiglich in Fallen. Dies alles geschieht unter dem ausdrücklichen Segen beider großer Kirchen, sowohl der katholischen als auch der evangelischen. Nur zu den Festtagen heißt es vorüber gehend "Stille Nacht", solange man zum Schaden der eigenen Gesundheit das Fleisch der zuvor geschlachteten Geschöpfe in übergroßen Mengen verdaut. Und am nächsten Tag und in der nächsten Nacht wird wieder geschossen ...
Lesen Sie zum Thema Der Theologe Nr. 7 - Jesus und die ersten Christen waren Vegetarier.


Anmerkung: Die Verehrung der Geburt und der Hinrichtung von Jesus eignen sich auch deshalb gut für den kirchlichen Etikettenschwindel, da Jesus bei dem einen Anlass noch nicht sprechen konnte und bei dem anderen nicht mehr. In der Zwischenzeit ging er jedoch auf die Theologen und Priester seiner Zeit los und lehrte u. a.: "Weh euch, ihr Schriftgelehrten ..." (Matthäusevangelium, Kapitel 23).

 

4.10. / 25.11.2005 - Exorzismus im Kino - Seit Donnerstag, den 24.11.2005 läuft die Hollywood-Produktion "Der Exorzismus von Emily Rose" mit Jennifer Carpenter, Laura Linney und Tom Wilkinson in den deutschen Kinos. Der Film erzählt eine eigenständige Geschichte, ließ sich aber vom Tod der Deutschen Anneliese Michel (1953-1976) inspirieren und von der Verurteilung ihrer Exorzisten wg. unterlassener Hilfeleistung. Der Film sympathisiert mit der Theorie, dass der katholische Exorzismus ohne die teilweise parallele ärztliche Behandlung mit anti-epileptischen Mitteln womöglich erfolgreich hätte sein können. So kann auch vermutet werden, dass die römisch-katholische Kirche das öffentliche Interesse an dem Thema nutzen möchte, um für ihre wieder auflebenden Exorzismus-Praktiken zu werben. In diesem Zusammenhang gewinnt die Nachricht vom 16.6. über die von Papst Benedikt XVI. initiierten neuen Exorzismus-Kurse erneut an Aktualität. Die Umstände des Todes von Anneliese Michel zeigen jedoch die Zerrissenheit innerhalb der römisch-katholischen Kirche, welche eine "Besessenheit" der jungen Frau nach deren Tod vehement abstritt, während man zuvor noch den Exorzismus genehmigt hatte. Zum anderen zeigt das Schicksal der Studentin aus Unterfranken, wie die Kirche selbst den Nährboden dafür bereitet, dass einzelne ihrer Gläubigen zum Spielball vermeintlicher oder tatsächlicher fremder Mächte werden. Ein katholischer Exorzismus ist dafür keine geeignete Antwort.
Hier lesen Sie eine Filmbesprechung zu "Der Exorzismus von Emily Rose" (The Exorcism of Emily Rose)
Lesen Sie auch Der Theologe Nr. 9 - Todesfalle Kirche: Warum musste Anneliese Michel sterben?

 

24.10.2005 - Kirchliche Medienlobby protestiert gegen Esoterik-Sender - Wer protestiert gegen kirchliche Verführung? Weil die Satelliten-Betreibergesellschaft Astra jeden Abend ab 21 Uhr einen esoterischen Beratungsdienst ausstrahlt, "protestieren nun Eltern und kirchliche Medienexperten" (Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 23.10.2005). Da die Sendezeit bis 21 Uhr an den Kinderkanal KI.KA vermietet ist, befürchten die kirchlichen Glaubenswächter und die von ihnen instrumentalisierten "Eltern", dass Kinder, die das Programm um 21 Uhr nicht wechseln, "krassem Aberglauben und schlimmster Scharlatanerie ausgesetzt" würden.
Obwohl der Staat die beiden Großkirchen jährlich mit Milliardenbeträgen subventioniert und dabei gegenüber anderen Gemeinschaften massiv privilegiert, ist das den Kirchen nicht genug. Unverhohlen verstärkt man auch in unserer Zeit auf vielen Ebenen die moderne Inquisition gegen Andersgläubige. Doch ist jetzt Zeit, dass der Spieß herumgedreht wird und sich Proteste zunächst gegen die staatliche Subventionierung kirchlicher Programme in den Medien richtet. Weiterhin sollen alle Sender und Anbieter prüfen, ob sich die Ausstrahlung von Sendungen einer Religion mit den eigenen Programmgrundsätzen vereinbaren lässt, wenn diese Religion z. B. die Unterwerfung aller Menschen und Völker unter ihren Glauben fordert und die ewige Hölle für Abweichler, Aussteiger und Andersgläubige lehrt. Diese Prüfung soll vor allem dem Schutz der Kinder vor seelischer Grausamkeit und religiösem Fanatismus dienen.
Lesen Sie dazu den Theologen Nr. 18 über den Glauben der römisch-katholischen Kirche (z. B. über die Unterwerfung unter den Papst oder die ewige Hölle) oder den Theologen Nr. 1 über den Glauben der evangelisch-lutherischen Kirche (z. B. dass niemand aus freiem Willen der ewigen Verdammnis entrinnen könne) und fragen Sie sich: Soll mein Kind in diesem Geist erzogen oder durch Fernsehen, Radio usw. in diese Richtung beeinflusst werden?
Dazu eine weitere Frage: Soll der Staat, d. h. wir, alle Bürger, weiterhin jährlich 2.500.000.000 (2,5 Milliarden) € für den konfessionellen Religionsunterricht bezahlen. Dort werden bereits Kinder und Jugendliche gegen religiöse Minderheiten in Deutschland aufgehetzt (v. a. in den Lehrplänen des 9. Schuljahres) und in die Schablonen katholischer oder evangelischer Kirchenmeinungen hineinmanipuliert.
Deshalb fordern wir als Sofort-Maßnahme: "Für Religionsfreiheit und Toleranz an unseren Schulen! Stoppt die staatliche Finanzierung des konfessionellen Religionsunterrichts! Verwendet 50 % des Geldes für einen konfessionsfreien Werteunterricht, in dem die Achtung vor dem Nächsten, auch des Andersdenkenden, im Mittelpunkt steht. Und die anderen 50 % (da es in Deutschland zwei Großkonfessionen gibt, muss der Staat hier immer doppelt bezahlen, was bei einem überkonfessionellen Werteunterricht nicht notwendig ist) investiert für den Schutz unserer Umwelt, damit unsere Kinder auch morgen noch auf diesem Planeten leben können."
Zum Thema "Moderne Inquisition der Kirche" lesen Sie auch das Buch des Religionswissenschaftlers Hubertus Mynarek, Die neue Inquisition.

 

12.10.2005 - Buddha-Statue auf dem Piz Badile als Protest gegen Gipfel-Kruzifixe - Verschiedene Südtiroler Bergsteigergruppen wehren sich dagegen, dass die römisch-katholische Kirche auf jedem Berggipfel in den Alpen ein Kruzifix mit dem geschundenen Leichnam von Jesus, irgendein anderes Kreuz oder Statuen angeblich Heiliger aufstellt. Als sichtbares Zeichen des Protests transportierten die Bergfreunde eine Buddha-Statue auf den 3000 Meter hohen Piz Badile. "Die 20 Kilogramm schwere Figur soll erst wieder ins Tal gebracht werden, wenn am Berg keine Heiligenbilder mehr zu sehen seien, sondern nur noch Fels und Eis", so die Initiative (idea-spektrum Nr. 41/2005), die sich gegen die Vereinnahmung der Natur durch die Kirche wendet. Die katholische Kirche reagierte prompt, und ein Zusammenschluss von Priestern hat sich die Entfernung des Buddha zum Ziel gesetzt. Durch ihren österreichischen Informationsdienst kath.net ließ man hierzu die Stellungnahme des Theologen Don Augusto Azzalini verbreiten, in der es unter anderem heißt: "Unsere Berge dürfen nicht von anderen Religionen verunreinigt werden, die nicht zu unserer Kultur gehören".

Auch in anderen Zusammenhängen wird von Katholiken und Protestanten die Bedeutung von Europa als eines angeblich kirchlichen Kontinents hervorgehoben und als Argument gegen einen möglichen Beitritt der Türkei angeführt. Der Kampf um einen Rückschritt ins Mittelalter oder um einen Schritt vorwärts zu mehr Religionsfreiheit und -gleichheit in Europa entbrennt derzeit an vielen Fronten.
 


9.10. / 17.6.2005 / 7.10.2006 - Skelett von Kardinal von Galen "in außergewöhnlich gutem Zustand" - Seligsprechung eines Kriegstreibers - Im Juni 2005 bot der Dom in Münster ein gespenstisches Szenario: Katholische Würdenträger zeigten sich erfreut über die Qualität der Knochen von Kardinal Clemens August Graf von Galen, der kurz darauf, am 9.10.2005, in Rom selig gesprochen wurde. Das Grab des ehemaligen Bischofs von Münster (1878-1946) wurde im Juni im Dom in Münster in Gegenwart von medizinischen Sachverständigen geöffnet, um Partikel des Skeletts von einer Hand bzw. einem Fuß der ehemaligen Exzellenz zu entfernen und den Gläubigen als neue Reliquien darzureichen (Netzeitung, 17.6.2005). Wer war der neue Selige?

Bischof von Galen hatte sich gegen den Massenmord an Behinderten im Dritten Reich ausgesprochen und gegen die Beschlagnahmung einzelner katholischer Einrichtungen. Mit ersterem hat er erreicht, dass das "Euthanasie-Programm" der Nationalsozialisten zumindest unterbrochen wurde. Und damit war er seinen schweigenden Mit-Exzellenzen einen großen Schritt voraus. Nach Aussage des Historikers Hubert Wolf, Professor für katholische Kirchengeschichte in Münster, hatte der Bischof allerdings "schwer und lang mit sich gerungen", ob er hier tatsächlich auf Konfrontation zu den Nazis gehen soll (Spiegel online, 7.10.2005).

Denn deren Politik hatte er einst mit Begeisterung begrüßt. So dankte er 1933 nach der Machtergreifung Adolf Hitlers öffentlich dem Allerhöchsten, dass er "die höchsten Führer unseres Vaterlandes erleuchtet und gestärkt hat, dass sie die furchtbare Gefahr, welche unserem geliebten Volke durch die offene Propaganda für Gottlosigkeit und Unsittlichkeit drohte, erkannt haben und sie auch mit starker Hand auszurotten suchen." (zit. nach Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Teil II, S. 581).

Und bereits unmittelbar nach dem Überfall Deutschlands auf Polen schrieb Bischof Clemens August Graf von Galen 1939 an die Priester seines Bistums, dass die deutschen Männer nun auf der Wacht seien, "um das Vaterland zu schirmen und unter Einsatz des Lebens einen Frieden der Freiheit und Gerechtigkeit für unser Volk zu erkämpfen." Und als deutsche Truppen schließlich in Russland einmarschierten, jubelte der "selige Clemens" im September 1941 sogar, dass Gott den Soldaten an der Ostfront "ewige Herrlichkeit und Lohn zuteil werden" lässt, "ganz ähnlich wie den heiligen Märtyrern" (Spiegel online, 7.10.2005). Damit setzte Bischof von Galen die Soldaten Deutschlands unter dem Oberbefehl Hitlers z. B. mit den Soldaten früherer katholischer Kreuzzugsheere gleich. Ihnen hatte die Kirche damals für ihre Massaker ebenfalls die ewige Seligkeit versprochen. Und im Jahr 1942 hat Clemens August von Galen dies in einem Hirtenbrief sogar wortwörtlich getan. So schrieb er über die bis dahin gefallenen Opfer auf deutscher Seite: "Sie wollen Blutspender sein, auf dass das an Altersschwäche und anderen Übeln erkrankte Volk wieder jugendlich gesunde und aufblühe. Sie wollten in einen  neuen Kreuzzug mit dem Feldgeschrei ´Gott will es` den Bolschewismus niederringen, wie es vor wenigen Jahren der spanische Befreier Franco in einer Rede zu Sevilla mit christlicher Zielsetzung rühmte" (zit. nach Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Teil II, S. 581). Bis zuletzt war der als "Löwe von Münster" bekannt gewordene Bischof Einpeitscher für neue "Blutspender".  So legte der "selige Clemens" auch noch kurz vor Kriegsende den Soldaten Verteidigung "bis zum letzten Blutstropfen" ans Herz (Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Teil II, 1991, S. 77).

Den Inhalt dieser mahnenden Bischofsworte hatten viele Deutsche im Laufe des Krieges mittlerweile verinnerlicht. Und dies führte noch zu Hunderttausenden von sinnlosen Todesopfern in den letzten Kriegsjahren bzw. -monaten. Und in diesem Geist, den Bischof von Galen beschwor, kam es auch noch wenige Tage vor Kriegsende durch Standgerichte zu grausamen Hinrichtungen von Menschen, die sich den alliierten Truppen ergeben wollten, um ein Dorf oder eine Stadt und ihre Bewohner zu schonen. So kann man auch einmal die Frage stellen, was diese wohl über den neuen Seligen und seine Absegnung des bewaffneten Kampfes "bis zum letzten Blutstropfen" denken?

Der Blutrausch war Bischof Clemens August von Galen übrigens auch schon vor dem 2. Weltkrieg nicht fremd. Schon als junger Mann, so die Zeitschrift Wild und Hund, war er "ein begeisterter Jäger" (Nr. 21/05) und massakrierte demnach mit Freude die unschuldigen Tiere in Wald und Flur. Damit ist der "selige" Bischof auch ein lebendiges Beispiel für die Wahrheit des Philosophen Leo Tolstoi, der einmal sagte: "Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt."

Als die Alliierten nach dem Krieg 1945 in Deutschland das Kommando übernommen hatten, betrachtete sie Bischof von Galen übrigens immer noch als "Feinde", wie sich ein US-amerikanischer Reporter erinnerte (Spiegel online, 7.10.2005). Am 18.2.1946 wird Bischof von Galen von Papst Pius XII. für seine Verdienste in Rom zum Kardinal ernannt. Und am 22.3.1946 stirbt er in Münster, wo er unmittelbar zuvor noch die Ehrenbürgerwürde der Stadt erhalten hatte, an einem Blinddarmdurchbruch. Und an jedem 22.3. sollen von nun an die Menschen an den "seligen Clemens" denken, denn der Tag nach Frühlingsanfang ist jetzt durch die Seligsprechung "sein Tag" (bzw. der Tag, an dem sein Tod ihn angeblich schauen ließ, was er zuvor glaubte).

PS: Diese Meldung wurde um weitere Fakten erheblich erweitert: Siehe www.theologe.de/kardinal_von_galen.htm

 

17.9.2005 - Plant römisch-katholische Kirche neue Bibelfälschung? Protestanten beenden Mitarbeit bei der Einheitsübersetzung - Als die deutsche Einheitsübersetzung der Bibel im Jahr 1980 erschien, wurde sie als großer ökumenischer Erfolg gefeiert. Katholische und evangelische Übersetzer arbeiteten Hand in Hand, und das Neue Testament und die Psalmen wurden sogar von beiden Großkirchen gemeinsam heraus gegeben. Damit ist jetzt Schluss. Denn die römisch-katholische Kirche möchte die Überarbeitung dieser Übersetzung stärker ihrer Lehre anpassen, was von Papst Johannes Paul II. bereits im Jahr 2001 angeordnet wurde. "In dem Vatikan-Text wird betont, dass bei einer Übersetzung auch die katholische Glaubenslehre berücksichtigt werden muss", hießt es in der epd-Meldung vom 8.9.2005: Dies öffnet möglichen weiteren Fälschungen Tür und Tor (zur bisherigen Situation siehe Der Theologe Nr. 8 - Wie der Teufel in der Bibel hauste) und führt praktisch dazu, dass man die römisch-katholische Lehre so weit wie möglich in die Bibel hinein projizieren will. So heißt es z. B. in der Instruktion des Papstes, es dürfe kein Wortschatz übernommen werden, den "das katholische Volk mit dem Sprachgebrauch nichtkatholischer kirchlicher Gemeinschaften oder anderer Religionen verwechseln könnte". Der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Huber erklärte dazu, dass die katholische Kirche "uns Vereinbarungen vorgelegt hat, von denen sie wissen musste, dass wir sie nicht unterschreiben können" (Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger vom 9.9.2005). Die evangelischen Übersetzer zogen sich mittlerweile zurück.

Die gravierendste Bibelveränderung der bisherigen Einheitsübersetzung hatte man 1978 noch gemeinsam abgesegnet. Seither lautet nämlich das 5. Gebot "Du sollst nicht morden" statt zuvor "Du sollst nicht töten", was das Töten z. B. im Krieg oder durch Todesstrafe kirchlicherseits wieder erlaubt, wenn man es nicht als "Mord" definiert. Kurioserweise wird das alttestamentliche Tötungsverbot aber auch in der besagten Einheitsübersetzung des Neuen Testaments wie bisher in der ursprünglichen und korrekten Fassung zitiert. Demnach sagte Jesus: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinen Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein ..." (Matthäus 5, 21 f.). Jesus hatte dieses Gebot also sogar verschärft, während es die Kirchen erheblich abschwächen und nur auf das "Morden" beziehen (wobei es für das Opfer auf das Gleiche hinausläuft, ob es getötet oder ermordet wurde, denn tot ist tot). Dass es sich hierbei vom Urtext her nicht nur um eine andere "Interpretation" des ursprünglichen Textes handelt, sondern um eine Fälschung, wird dargelegt in Der Theologe Nr. 2 im Kapitel Wie die Bibel verändert wurde.
Wie die Bibel entstanden ist, lesen Sie in Der Theologe Nr. 14 - Hieronymus und die Entstehung der Bibel. Darin findet sich auch ein Hinweis zu dem hier beschriebenen Konflikt.



21.8. / 16.9.2005 - Papst im Sinkflug über den Alpen - Nach dem Segen kam die Flut - Am Donnerstag, den 18.8.2005, setzte der Papst in Köln mit einem Boot über den Rhein, um daran zu erinnern, wie Jesus aus einem Boot heraus den Elementen der Erde gebot und einen Sturm lenkte. Drei Tage später, am Sonntagabend, den 21.8.2005, setzte das Flugzeug mit Benedikt XVI. vor der Alpenüberquerung zum Sinkflug an. Der Papst, der nach römisch-katholischem Glauben als "Rektor der Welt" und "Lenker des Erdkreises" gilt, segnete aus dem Flugzeug heraus die zahlreichen Menschen, die sich vor seinem Geburtshaus in Marktl am Inn versammelt hatten. Und gläubige Katholiken waren an diesem Abend überzeugt, dass der Segen der ganzen Region zugute kommt. Doch nur wenige Stunden später begannen in Marktl am Inn und andernorts in der Alpen- und Voralpenregion die heftigen Regenfälle, die sich im Laufe des Montag zu einem verheerenden Unwetter ausweiteten. Diese wiederum lösten die Hochwasserfluten an Loisach, Inn, Isar und Donau aus. Der Papst betete nun trockenen Fußes aus Rom für die Opfer.
Daraus ergibt sich auch die Frage: Hat am Ende der Segen des "Rektors der Welt" den Regen ausgelöst? Oder sind die Segnungen und Gebete des Papstes ganz oder weitgehend nutz- und wirkungslos? Bzw. haben sie demnach weder in den Alpen noch in New Orleans etwas genützt? Doch wozu bräuchte man dann noch ein "Urbi et Orbi" (= päpstlicher Weihnachts- bzw. Ostersegen "Der Stadt und dem Erdkreis") und vieles dergleichen und zahlt Kirchensteuern, um die katholischen Zeremonien zu finanzieren?
Der Hinweis auf die Flut in den Alpen nach der Papstsegnung ist insofern berechtigt, da die katholische Kirche gerne eine Verbindung zwischen ihren Segnungen und positiven Ereignissen herstellt. Also muss man auch fragen dürfen, ob es eine Verbindung gibt, wenn anstatt etwas Positivem etwas Negatives folgt.

 

25.8. / 28.8.2005 - Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für viele die "Erfüllung religiöser Sehnsucht" - Obwohl die römisch-katholische Kirche die evangelische Pfarrerstochter Angela Merkel offiziell ewig verdammt (siehe dazu Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381), lobt diese den von der Kirche so genannten "Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf Erden" (zit. nach "Päpstliche Insignien" auf der Web-Seite der Deutschen Bischofskonferenz http://www.dbk.de/vatican/in_vatican_17.html *) mit monumentalen und kritiklosen Worten: "Ich bin nach diesem Treffen mehr denn je überzeugt: Papst Benedikt XVI. ist genau die Persönlichkeit, um die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach einem religiösen Bekenntnis und einem festen Wertefundament zu erfüllen" (idea-spektrum Nr. 35/2005), so Frau Angela Merkel. Während sich die CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin freute, dass sie Joseph Ratzinger in Köln die Hand schütteln durfte, wurde keine der drei amtierenden evangelischen Bischöfinnen (Margot Käßmann, Maria Jepsen und Bärbel Wartenberg-Potter) zum Treffen mit dem Papst eingeladen, obwohl die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gerne wenigstens eine der drei Frauen dem Papst vorgestellt hätte; (vgl. dazu auch die Meldung über Bischöfin Käßmann). Doch die römisch-katholische Kirche hat der EKD vorgeschrieben, wie sie ihre Delegation zusammensetzen muss und nur namentliche Einladungen für die "Begegnung" verschickt. Auch darin zeigt sich, was Experten schon lange beobachten: Die evangelische Kirche scheint nur noch ein Anhängsel der katholischen zu sein. - PS: Eine Beurteilung von Frauen durch "große" Katholiken lesen Sie in Der Theologe Nr. 88.

* Diese Ehrentitel für den Inhaber des Stuhles Petri standen jeweils im Zentrum der Papstkrönung, bis Papst Johannes Paul I. im Jahr 1978 die Krönung abschaffte (eine seiner wenigen Entscheidungen vor seinem plötzlichen und nicht für alle überraschenden Tod). Dennoch gilt der Inhalt der Huldigung natürlich für die nachfolgenden Päpste weiter.

 

12.8 / 20.8.2005 - "Sparen Sie sich die Kirche" - Kirchenkritische Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln: Am Donnerstag, den 18. August 2005 fand parallel zum Papstbesuch in Köln im Theaterhaus ein Podiumsgespräch zu diesem Ereignis mit Professor Dr. Hubertus Mynarek statt, zu dem ca. 150 Besucher kamen, obwohl die Presse keine Veranstaltungshinweise veröffentlichte. Der bekannte Kirchenkritiker und Buchautor war früher Professor für Katholische Theologie und Dekan an der Universität Wien. Unter der Überschrift Angriff auf Kirche, Papst und Kardinal berichtete der Kölner Stadtanzeiger über den Abend (20.8.2005), der von der Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" veranstaltet wurde. "´Ist die halbe Welt verrückt geworden`, fragte der Religionswissenschaftler zu Beginn seiner Ausführungen. ´Da kommt der Großinquisitor nach Köln, und die Politiker liegen auf dem Bauch.`" Hubertus Mynarek berichtete u. a. über seine Begegnungen und Erfahrungen mit Joseph Ratzinger. Z. B. hatte dieser als Theologieprofessor bei einem Vortrag in Bamberg einst eingeräumt, dass Jesus keine Priester eingesetzt habe, womit er zumindest einen Widerspruch zwischen Jesus und Kirche zugegeben hatte. Zum Ereignis "Weltjugendtag" sagte Mynarek wörtlich: "Warum kommen so viele Jugendliche zum Weltjugendtag? Sie haben Defizite an Aufklärung und viele Ehen sind kaputt. Viele haben Sehnsucht nach dem Vater. Da kommt nun einer und nennt sich Stellvertreter Gottes. Die Leute glauben einfach, sie brauchen keine Beweise mehr. Obwohl der Ratzinger-Papst 140 Theologen suspendiert hat und seine Organisation Millionen Morde auf dem Gewissen hat. Die Leute glauben an einen gütigen Papst. Doch die Begeisterung hat keine Basis."
Mit auf dem Podium war auch der ehemalige evangelische Pfarrer Dieter Potzel, der u. a. erklärte: "Den Jugendlichen in Köln wird die Wahrheit über die römisch-katholische Lehre verschwiegen." Und die Versöhnungsgeste des Papstes gegenüber den Juden sei scheinheilig, denn sie gelten nach römisch-katholischer Lehre als ewig verdammt, wenn sie nicht vor ihrem Tod katholisch würden. Und die evangelische Kirche habe sowohl Christus als auch ihren Gründervater Luther verraten, der im Gegensatz zu seinen Nachfolgern noch heftige Kritik an der katholischen Kirche übte. Sein Beitrag ist hier stichpunktartig einsehbar. Die Initiative Mahnmal fordert ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche gerade in Köln, der reichsten Diözese der Welt mit einer der blutigsten Vergangenheiten.
 


15.8.2005 - "Kluge Bayern" überwiegend ewig verdammt - und die Teilnehmer am Weltjugendtag auch, trotz zwischenzeitlichem vollständigem Ablass - Der CSU-Chef und überzeugte Katholik Edmund Stoiber bescheinigt seinen politischen und kirchlichen Gefolgsleuten Klugheit. 59 % der Bayern [2007: nur noch 57 %] gehören der römisch-katholischen Kirche an, und etwa genauso viele wählten bisher CSU [2008: nur noch 43,4 %]. "Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern," so Stoiber im Hinblick auf die weniger kirchliche und weniger CDU/CSU-freundliche Bevölkerung in Ostdeutschland. Und auf deren Wahlverhalten (über 20 % wählen Linkspartei) angesprochen, behauptete er: "Nur die dummen Kälber wählen ihren Metzger selber." Doch wahrscheinlich weiß weder Edmund Stoiber noch sein überwiegend katholisches Wahlvolk in Bayern, dass der römisch-katholische "Metzger" unter den Kirchenmitgliedern längst vorsortiert hat, wer trotz seiner Kirchenmitgliedschaft und "klugen" politischen Wahl in die ewige Verdammnis muss. Nämlich alle, die aufgrund der verbindlichen Kirchenlehre "ausgeschlossen" sind. Und wer ist alles davon betroffen? Überzeugen Sie sich selbst und machen Sie den Glaubenstest! Was Edmund Stoiber vermutlich nicht weiß: Die Mehrheit der Bayern, die römisch-katholisch ist und CSU wählt, wird den Test nicht bestehen. Und auch die Mehrheit der Jugendlichen nicht, die in Köln dem Papst zujubelt und fälschlicherweise glaubt, sie können in wesentlichen Lehrfragen auch eigene abweichende Ansichten haben. Diese Jugendlichen werden in den kirchenfreundlichen Medien selbstbewusst vorgestellt, um die angebliche Offenheit der Kirche zu demonstrieren. Bleiben sie jedoch bei ihren Ansichten oder entfernen sie sich sogar noch weiter von den kirchlichen Lehren, müssen sie nach katholischem Glauben später in die Hölle. Der Papst macht derweil gute Miene zum bösen Spiel, da er "hofft", dass sich die jungen Menschen irgendwann noch vollständig unterwerfen. Wer es nicht tut, dem nützt auch der vollkommene Sündenablass in Köln und dereinst die letzte Ölung nichts. Und wem das jetzt schon klar ist, der kann sich ja schon heute überlegen, ob er noch weiterhin Kirchensteuer bezahlen möchte.



16.5. / 15.8.2005 - Evangelische Kirchenchristin brachte neun Säuglinge um - Evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) lenkt ab und beschuldigt die DDR - Wie ist der Mord an neun Säuglingen durch die eigene Mutter zu erklären? Brandenburgs evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm von der CDU, ein ehemaliger General aus Westdeutschland, antwortet dazu in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel: "Ich glaube, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung eine der wesentlichen Ursachen ist für die Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft" (zit. nach Spiegel online, 3.8.2005). Das Kirchenmitglied Jörg Schönbohm antwortet dabei so, wie es im Laufe der Geschichte sonst immer die kirchliche Inquisition praktiziert hatte: Die Fehler und Verbrechen der eigenen Kirche werden nach außen auf andere projiziert, und diese Außenstehenden werden dann dafür heftig bekämpft. So auch hier.
 
Zu den Einzelheiten:
Immer wenn Jörg Schönbohm das Sonntagsläuten der Kirchenglocken hört, denkt er daran, "wie ich mit meinen Kindern während ihrer Konfirmation in die Kirche ging" (Berliner Morgenpost, 25.4.2004). Daran denken vielleicht auch die Eltern der mutmaßlichen Neunfach-Mörderin Sabine H.: "Oft gingen die Eltern mit den Töchtern zur Kirche", berichtete die Presse (Bild, 2.8.2005). Es ist die evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirche, deren Glocken heute wie damals in Brieskow-Finkenheerd läuten. Der Vater von Sabine H. saß dort als Kirchenvorsteher sogar im Leitungsgremium der evangelischen Gemeinde (Spiegel Nr. 32/2005), und die heutige Pfarrerin Christiane Mantschew versicherte jetzt den Angehörigen von Sabine H.: "Wir lassen euch auf diesem schweren Weg nicht allein" (Antenne Brandenburg, 3.8.2005).

"Sabine wurde von ihren Eltern sehr religiös erzogen. Sie waren sehr streng mit ihr und ihrer Schwester Jutta", schreibt Bild nach Befragung ihres Geliebten Bernd B. am 3.8.2005. "Deshalb hatte sie so ein großes Bedürfnis nach Geborgenheit", so wörtlich die Aussage des Geliebten. Und eine ehemalige Mitschülerin erklärt, dass Sabine sich "schon früh mit vielen Männern eingelassen habe" (Spiegel online, 3.8.2005), womöglich, um dieses Bedürfnis nach Geborgenheit zu stillen. So zumindest wäre eine nahe liegende Schlussfolgerung - und nicht eine "von der SED erzwungene Proletarisierung" der jungen Frau, wie das der streitbare Kirchenmann von der CDU gern hätte, um die mögliche Mitverantwortung seiner Kirche zu leugnen und die Tragödie einem politischen Gegner in die Schuhe schieben zu können. Das Gegenteil ist nachweisbar. Denn die Familie von Sabine H. war eine kirchliche Insel in der sonst vom Kommunismus geprägten materialistischen Umwelt. "Die waren doch kirchlich, das war ein gutes Elternhaus" und "die Sabine war doch als Kind so intelligent", so die Nachbarin glaubhaft (Spiegel online, 3.8.2005).

Eine strenge kirchliche Erziehung steht im Katholizismus und im Protestantismus zudem auf Kriegsfuß mit einer Empfängnisverhütung durch Pille, Kondome und andere Verhütungsmittel. Auch dieses Thema spielt hier eine Rolle: "Von Verhütung hat sie nicht viel gehalten", sagte die Staatsanwältin Anette Bargenda über die Täterin (Spiegel online, 3.8.2005). Und auch hier scheidet die DDR als Verantwortliche für eine solche Lebenseinstellung aus. Denn die SED war nicht gegen Verhütung. So fragt auch der Spiegel, ob vielleicht "der verwerfliche Einfluss einer allzu christlichen Erziehung" als ein möglicher Erklärungsansatz für die Tötungen taugen könnte (Nr. 32/2005). Hinzu kommt, dass die Morde bzw. Tötungen von 1988 bis 1999 erfolgten; davon also nur einer in der DDR und acht bereits unter CDU- bzw. SPD-Regierungen der Bundesrepublik.

Der Innenminister und die Säuglingstöterin haben auf jeden Fall eines gemeinsam. Sie gehören beide der evangelischen Kirche an, sind also Glaubensgeschwister in der Tradition Martin Luthers. Allein schon dieser Sachverhalt nötigt dazu, hier einmal näher hinzuschauen. Und dabei stößt man auch auf wesentliche Teile der Lehre Martin Luthers, die heute kaum mehr jemandem bekannt sind, die jedoch Auskunft darüber geben, warum aus der Sicht Luthers solche grausamen Verbrechen passieren. Konkret: Martin Luther lehnt die Willensfreiheit des Menschen ab. Der Mensch sei entweder von Gott oder vom Teufel "besessen", die jeweils als "Reiter" auf ihm sitzen und sein Verhalten steuern. Wesentlich dabei nach Luther ist: Der Mensch könne aus eigener Anstrengung bzw. "Entscheidungsfreiheit" nicht von einem zum anderen Reiter laufen oder denjenigen der beiden Reiter abschütteln, der einen gerade beherrscht. "Sondern die Reiter selbst streiten darum, ihn festzuhalten und zu besitzen" (Martin Luther, Vom geknechteten Willen, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften WA 18, S. 637, 7-22). Und noch heute ist die evangelische Lehre von diesen Aussagen geprägt. Denn bis heute lehrt die evangelisch-lutherische Kirche verbindlich, dass der Mensch in den heilsnotwendigen Glaubensfragen in diesem Sinne keine Entscheidungsfreiheit habe (Augsburger Konfession CA XVIII), was viele Menschen in tiefe Verzweiflung stürzen kann (Näheres lesen Sie dazu in Der Theologe Nr. 1 - Wer folgt Luther nach und wer folgt Christus nach?). Eine Entscheidungsfreiheit wird also nur für kleinere, nicht heilsnotwendige Bereiche anerkannt.

Was könnte dies mit den Kindstötungen an der Oder zu tun haben? Folgende Schlussfolgerung ist denkbar: Wer als Kind oder Jugendlicher mit einem solchen Glauben aufwächst oder damit in Berührung kommt, der steht zumindest in Gefahr, die Verantwortung für das eigene Leben und für das Leben anderer nicht oder nicht ausreichend wahrzunehmen. Folgerichtig fragt die heutige evangelisch-lutherische Pastorin von Brieskow-Finkenheerd, Christiane Mantschew, im Zusammenhang der neun toten Kinder auch: "Wo war Gott?" (Berliner Zeitung, 4.8.2005) Also nicht: "Was hat der Mensch nur getan?" Sondern: "Wo ist Gott gewesen? Was hat er getan oder unterlassen?" Und diese Fragen stellt man nicht nur angesichts der grausigen Funde in Brieskow-Finkenheerd. So fragen die evangelischen Kirchenleute immer, wenn ein Verbrechen oder eine Katastrophe geschieht. Und das ist aus ihrer Sicht auch folgerichtig. Denn wenn Gott und der Teufel um die Zügel streiten würden, um den Menschen "reiten" zu können, dann müsste man in der Tat Gott fragen, warum er den Teufel nicht von Sabine H. weggetrieben hätte und sich selbst an dessen Stelle gesetzt hätte. Die grausame Antwort Martin Luthers darauf ist die Prädestination, die Vorherbestimmung des menschlichen Schicksals - angeblich durch Gott. Was für eine Glaube dieses "großen Deutschen"! Zwar lehrt die heutige lutherische Kirche nur noch die "Vorherbestimmung der zum Heil Geretteten", doch für die andere Gruppe, die "Verdammten", bringt das im Ergebnis nicht die geringste Verbesserung. Auch wenn ihr Schicksal nun nicht mehr als von Gott vorherbestimmt dargestellt wird wie bei Martin Luther, sondern nur noch als "vorhergesehen", so läuft es nämlich im Ergebnis auf das gleiche hinaus: Verdammt ist nun mal verdammt. Hier tun sich furchtbare Abgründe auf.
Anstatt also Gott (als vermeintlich zweiten Schuldigen nach der DDR) zu verdächtigen, sollte lieber gefragt werden: "Wo war die Kirche? Was lehrt die Kirche? Wo hat sie dazu beigetragen, dass es so weit kommen konnte?"

"Jede totalitäre Herrschaft verdirbt die guten Sitten, knechtet den freien Willen," kommentiert Claus Christian Malzahn die Ereignisse in Spiegel online (5.8.2005). So könnte man in diesem Zusammenhang schlussfolgern: Luthers Staatsverständnis war das einer totalitären Herrschaft (vgl. die Staatslehre von Luther und der evangelischen Kirche), und die Untertanen wie die Herrscher haben nach Luther sowieso keinen freien, sondern eben einen "geknechteten Willen". Doch der Journalist meinte - ganz auf der Linie des CDU-Innenministers - ebenfalls die DDR ...

Der evangelische Ex-General ruderte nach deutlicher Kritik auch aus seiner eigenen Partei etwas zurück und entschuldigte sich, dass er Menschen "verletzt" habe (Main-Post, 5.8.2005). Gleichzeitig legte er aber kräftig nach: "Wertevermittlung" sei in der DDR "sehr klein geschrieben" gewesen. "Und in der DDR war es ja auch so, dass man gut dabei fuhr, wenn man nicht zu sehr Anteil nahm am Nachbarn oder anderen Dingen." Ist das zutreffend? So hatte er es vielleicht in bestimmten politischen "Fortbildungs"-Veranstaltungen über Ostdeutschland gelernt, bevor er dort sein Regierungsamt angetreten hat. Seine Deutungen im Zusammenhang der Säuglingstötungen würde er allerdings "heute anders formulieren" (Main-Echo, 5.8.2005). Gleichzeitig weist er eine Verbindung mit der Bundestagswahl zurück. "In den Wahlkampf gehört das aber nicht rein" (Bild, 5.8.2005).

Auch wenn Innenminister Jörg Schönbohm mit seinen Thesen wenig Zustimmung fand - sein Ablenkungsmanöver vom religiösen Umfeld seiner Glaubensschwester Sabine H. war ein voller Erfolg. Und darauf kam es wohl in erster Linie an, ganz gleich, ob dies nun bewusst oder unbewusst geschah. Denn anstatt über die nachgewiesene kirchliche Erziehung bzw. Sozialisation der Täterin zu sprechen, diskutierten die Medien in diesem Zusammenhang über die Politik und die Mentalität der Menschen in der DDR. Und zur Ablenkung gehört auch, wenn man nicht so genau auf die Täterin und ihr kirchliches Umfeld schauen will, sondern das Gewicht der Berichterstattung stattdessen auf das angebliche "Weggucken" der benachbarten Atheisten verlagern will. Auch dazu Jörg Schönbohm: "Mir geht es um die Teilnahmslosigkeit, das Weggucken" (Bild, 4.8.2005). Natürlich auch ein wichtiges Thema, aber hier ist die Reihenfolge der Gewichtung verkehrt. Denn zuerst sollte man auf den Täter und sein Umfeld schauen, dann kann man unter Umständen als zweites die Nachbarn in Blick nehmen. Dies wird auch von Spiegel online nicht ausreichend berücksichtigt, wo nun plötzlich das "Konzept der sozialistischen Dörfer (ohne Kirche)" ins Schussfeld gerät. Und der Autor Claus Christian Malzahn steht darüber hinaus sogar in Gefahr, zum Demagogen zu werden, wenn er es als "politisch notwendig" erklärt, darüber nachzudenken, "warum in Frankfurt Oder neun Säuglinge von ihrer Mutter umgebracht worden sind - und nicht in Frankfurt am Main" (5.8.2005). Ohne einen wissenschaftlich exakten Vergleich der Anzahl und Schwere von Verbrechen im Verhältnis zu den Einwohnerdaten einer bestimmten Region sind solche Aussagen nur politische Brandstiftung. Erst wenn das Frankfurt an der polnischen Grenze nachgewiesenermaßen deutlich schlechter abschneiden sollte als das Frankfurt mit den Bank-Hochhäusern (was zu bezweifeln ist; trotz der bestimmte Verbrechen begünstigenden Grenzlage zu Osteuropa), könnte man über mögliche Ursachen in dieser Richtung nachdenken.

Dieses hier dargelegte kirchliche Ablenkungsmanöver von den eigenen Vergehen, Versäumnissen und Lehren ist übrigens eine in der Politik der Kirche vielfach bewährte Methode. Und es wird immer wieder versucht. Auch beim Selbstmord einer engagierten Lutheranerin im vergangenen Winter in Groitzsch bei Leipzig, bei dem die Frau ihre drei Kinder "mitnahm", wurde der Verdacht von einzelnen Kirchenleuten zuerst auf die völlig unbeteiligten Mormonen gelenkt. Und obwohl neben den erfrorenen Leichen eine Bibel gefunden wurde, sah sich die Kirche wie immer als nicht betroffen ...
Lesen Sie dazu auch: Groitzsch bei Leipzig - Engagierte Lutheranerin ging mit ihren Kindern in den Tod

... PS: Neue furchtbare Tragödie am 7.8.2005: Eine Mutter aus Essen in Nordrhein-Westfalen (30) tötete ihre zwei kleinen Kinder (5 Jahre und 22 Monate).

8.8.2005 - Übrigens: Wäre Sabine H. römisch-katholisch, bräuchte die Polizei mit ihr nach katholischem Glauben nur zum Weltjugendtag nach Köln zu fahren. Dort könnte sie nach römisch-katholischer Lehre eine vollständige Vergebung ihrer Sünden und einen ebenso vollständigen Ablass ihrer Sündenstrafen und damit den sofortigen Zugang zum Himmel erhalten. Die ermordeten Säuglinge jedoch müssten nach katholischer Lehre ewig auf die Anschauung Gottes verzichten (die mildeste Form der Hölle), da sie vor ihrem Tod nicht getauft wurden. (Lesen Sie dazu auch in der Schrift der Freien Christen, Ausgabe Nr. 6, wie die katholische Kirche jungen Eltern droht). Es sei denn, der katholische Gott würde sich (inoffiziell) doch erbarmen und einen "Heilsweg" finden, was manche katholische Amtsträger nicht mehr ausschließen möchten (nachdem es Jahrhunderte lang ausgeschlossen wurde).
Es ist zum Gotterbarmen mit diesen Kirchen, die trotz solcher abstruser Lehren vom Staat über Wasser gehalten werden; und zwar dank der staatlichen Subventionen, ca. 14,15 Milliarden € pro Jahr und weiteren ca. 10 Milliarden € jährlich vom Staat für kirchliche Sozialleistungen (siehe www.stop-kirchensubventionen.de), mit denen sich die Kirchen oft fälschlicherweise selbst schmücken.



30.7.2005 - Wie die römisch-katholische Kirche die Militärjunta in Argentinien (1976-1983)  unterstützte und welche Hinrichtungsmethode für Regierungskritiker und "Häretiker" sie empfohlen hat - Roberto Rosone war Vize-Präsident der 1984 Bankrott gegangenen Mailänder Banco Ambrosiano. Die Bank war vielfach für den Vatikan tätig. In einer Gerichtsverhandlung sagte Rosone im August 2002, man sei "an einem Maxi-Kredit für die argentinischen Militärs zur Vorbereitung des Falkland-Krieges beteiligt gewesen. Ob auch diese Geldspritze für die Latino-Diktatoren aus dem Kirchenreich kam, wusste der Zeuge nicht zu sagen, nur ganz generell behauptete er: ´Der Vatikan hat praktisch alles in der Hand.`" Kurz nach seiner Aussage überlebte Roberto Rosone ein Schusswaffen-Attentat nur knapp. (Spiegel Special Nr. 3/2005)

Die Zeitung Die Woche berichtete bereits am 5.5.1995, dass die argentinische Militärjunta Regimekritiker und Menschenrechtler betäubte und aus dem Flugzeug ins offene Meer kippte. Die Anregung dazu gab die römisch-katholische Kirche. So erklärt der Menschenrechtler Esteban Cuya: "Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so: Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie sie übers Meer - Todesflug" (Glaubensfragen, SWR 2, 14.6.2001). Und so tröstete der römisch-katholische Militärkaplan dann die Soldaten, welche die Menschen aus dem Flugzeug werfen mussten, mit den Worten, "es sei ein christlicher Tod, weil sie nicht leiden". Und er versuchte ihr Gewissen auch damit zu beruhigen, indem er sagte, "dass Krieg Krieg sei und auch die Bibel sage, dass die Spreu vom Weizen getrennt werden muss". Und sein Vorgesetzter, der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin, gab den Mördern sozusagen die Generalabsolution, indem er sagte: "Das Militär ist gereinigt im Jordan voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen" (SWR 2).
Der Student Alcides Chiesa, damals irrtümlich verfolgt, kommt zu der Schlussfolgerung: "Hätte die Kirche eine andere Haltung zur Militärdiktatur gehabt, wäre es nicht zur Militärdiktatur gekommen". Und Stefan Herbst, der Argentinien-Experte der Bonner Missionszentrale der Franziskaner, ergänzt sogar: "Die katholische Kirche hat zum Militärputsch angestachelt. Man muss sagen: Die katholische Kirche als Institution, weil der damalige Präsident der Bischofskonferenz das so erklärte" (SWR 2).
Die katholische Kirche betrachtete dabei - wie übrigens sonst v. a. Martin Luther - Andersgläubige als "Unruhestifter". Der Argentinien-Experte Herbst: "Die Rede ist von der Reinigung der argentinischen Gesellschaft, von den Unruhestiftern im Land, Menschen, die man nicht mehr als katholisch, sondern als Häretiker ansah. Leute, die das neokoloniale Modell des christlichen Abendlandes verlassen hatten."
In der Zeit von 1978-1983 sind in Argentinien 30.000 solcher Mitbürger für immer "verschwunden".
Aufgrund dieser Fakten und Überzeugungen ist es einleuchtend, wenn der Vatikan der argentinischen Militärjunta auch Geld für den Falkland-Krieg zukommen lassen wollte, wie das der ehemalige Vize-Chef der italienischen Banco Ambrosiano Roberto Rosone mehr oder weniger bestätigt.



30.7.2005 - Neues zur Ökumene und zur Kommunität von Taizé - am Schluss des "Theologen Nr. 16".
Und Wissenswertes zur Verwicklung des Vatikan in den Bankrott der Banco Ambrosiano und in den Tod Roberto Calvis in Der Theologe Nr. 16.



11.7.2005 - Neu: Der Theologe Nr. 19 - Es gibt keine ewige Verdammnis - auch nicht in der Bibel.

 

7.7.2005 - Seniorin wollte 600.000,00 € lieber ihrem Sohn vererben als der Kirche - Kirchenvertreter erkennt Widerruf des Testaments nicht an - In Oberwiesenacker, Stadt Velburg, zwischen Nürnberg und Regensburg, versah der Priester Johann bzw. Hans Zeltsperger seinen Dienst von 1996 bis 2003. Einem Bericht des Donaukurier Ingolstadt zufolge (30.6.2005) erhielt der Priester von der Seniorin Sophie Hollweck ab Mitte der 90er Jahre "Wertpapiere und Immobilien im Wert von über einer halben Million Euro," "angeblich", um eine Stiftung für Waisenkinder im Kosovo davon zu gründen. 100.000,00 € sollte das Seraphische Liebeswerk des katholischen Kapuzinerordens erhalten. Im Jahr 2002 änderte die Frau ihr Testament zugunsten ihres Sohnes Günther Hollweck. Doch der Vertreter des katholischen "Liebeswerkes" erkennt das geänderte Testament nicht an. Die Frau "wusste angeblich nicht mehr, was sie tat", so der Kirchenmann, als sie das Geld letztlich doch ihrem Kind vermachen wollte. Der Sohn hofft dennoch, wenigstens dieses Geld noch zu bekommen. Die halbe Million, die Pfarrer Zeltsperger noch zu Lebzeiten seiner Mutter erhielt, hat er nämlich schon abgeschrieben. Doch was ist mit der Stiftung für Waisenkinder im Kosovo, die davon ins Leben gerufen werden sollte? Der Donaukurier schreibt wörtlich: "Aufschlussreich ist eine Stellungnahme der Diözese Eichstätt. Dort geht man davon aus, dass das Geld zum Privatvermögen Zeltspergers gehört. Ob bereits eine Stiftung errichtet wurde, ist dem Bistum nicht bekannt." Mittlerweile wurde der Priester, der 1992 im Dom zu Eichstätt seine Priesterweihe erhielt, an die Pfarrei Ingolstadt - St. Konrad versetzt. Dort bezeichnete er aufmüpfige Ministranten lt. Donaukurier als "christliche Krüppel" und erteilte ihnen Hausverbot. "Sein Verständnis von Christentum soll mittelalterliche Züge tragen, wie er ganz allgemein mehr von der Hölle und der Verdammnis statt von Liebe und Erlösung predige", so der Donaukurier. Möglicherweise hat der Pfarrer aber nur die römisch-katholische Lehre besser verstanden als es viele Gemeindeglieder wahrhaben wollen. Der Theologe Nr. 18 gibt Aufschluss über die umfassende Höllen- und Verdammnislehre der Kirche. Und jeder Katholik kann selbst testen, ob er trotz seiner Kirchenmitgliedschaft und seines Vermögens, das er womöglich der Kirche spenden will, nach katholischer Lehre ebenfalls dort enden soll. Es sind nämlich weit mehr Katholiken betroffen, auch engagierte Mitarbeiter, als man sich das in den katholischen Gemeinden vorstellen kann. Pfarrer Zeltsperger hingegen hat offenbar doppelt vorgesorgt: Für das Diesseits mit einer zusätzlichen halben Million € aus dem Vermögen seines ehemaligen Gemeindegliedes. Und für das Jenseits mit einem rigorosen Katholizismus, um in den Himmel zu kommen. Man sollte dem Priester jedoch nicht Unrecht tun, falls er die halbe Million mittlerweile doch für Waisenkinder im Kosovo ausgegeben hat. Am besten sollte er selbst Auskunft geben können, falls er die Wahrheit sagt. Das Bistum Eichstätt veröffentlicht im Internet seine Adresse. Und für alle, welche der Kirche ebenfalls Geld spenden wollen, sei auf die Web-Seite www.stop-kirchensubventionen.de verwiesen. Dort kann man sich informieren, was die Kirche ohnehin schon hat bzw. immer wieder vom Staat bekommt.



1.7.2005 - Glaubenstest für alle Katholiken: Sind Sie ein gläubiger Katholik oder werden Sie ewig verdammt?
 


16.6. / 17.7.2005 - Katholische Kirche bietet vermehrt Exorzismus-Kurse an - Unter der Überschrift "Benedikts neuer Kurs" weist focus online (1.7.2005) darauf hin, dass zwei italienische Bischöfe und ein Dominikaner-Priester in Rom einen neuen Exorzismus-Kurs anbieten. Der Kurs findet im Oktober am Priesterseminar Regina Apostolorum statt, wie die vom Vatikan anerkannte Hochschule des Ordens "Legionäre Christi" bekannt gab.
Teufelsaustreibungen gibt es in vielen Kirchen weltweit und vor allem im Voodoo-Kult. Was ist der Hintergrund der Ausweitung dieser Praktiken in der Kirche? Da nach katholischer Lehre auch Kirchenaussteiger und Kritiker aus den eigenen Reihen, welche nicht die ganze römisch-katholische Lehre akzeptieren, das Heil verloren haben und auf der Seite des Teufels stehen, stellt sich die Frage, ob der Exorzismus demnächst auch wieder auf diese Bereiche ausgedehnt werden soll. Im Mittelalter und in der Neuzeit (16.-18. Jahrhundert) wurde der Exorzismus schon einmal gezielt auch gegen Andersgläubige eingesetzt. Anstatt sich mit deren Glauben auseinanderzusetzen, hieß es einfach, sie seien mit dem "Bösen" im Bunde und damit ein Fall für den Exorzisten. Und da Papst Benedikt XVI. spiritueller und juristischer Nachfolger der früheren Großinquisitoren ist, wäre es kein Wunder, wenn der Exorzismus demnächst auch wieder in den Dienst der Inquisition gestellt würde. 

Manche Exorzismen enden tödlich, so auch der letzte von einem Bischof genehmigte Exorzismus der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Lesen Sie dazu Der Theologe Nr. 9 - Todesfalle Kirche - Warum musste Anneliese Michel sterben? Trotz der Todesfälle im Zusammenhang mit Teufelsaustreibungen wird noch in keiner staatlichen "Sektenbroschüre" in Deutschland vor dem Exorzismus-Ritual der Kirche gewarnt, während man viele kleinere Gemeinschaften dort aus Prinzip mit maßloser und vielfach ungerechtfertigter Kritik überzieht. Wenn der Staat schon glaubt, er müsse die Bürger über Religionen informieren, dann sollte er zumindest zum katholischen Exorzismus nicht schweigen! (siehe dazu auch die Meldung über den Film "Der Exorzismus von Emily Rose")



11.6.2005 - Religionsunfreiheit in Deutschland - Ein erschütternder Bericht über die berufliche Laufbahn eines EDV-Spezialisten, der einmal beim Verlag der Zeugen Jehovas gearbeitet hatte. Lesen Sie Religionsunfreiheit in Deutschland - ein Land im Griff der modernen Inquisition!

 

9.6.2005 / 10.1.2006 - Achtung Urlauber ! Hier werden tödlich Verunglückten ohne deren Einverständnis die Organe entnommen - in 17 europäischen Ländern, nämlich in Belgien, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, in der Slowakei, in Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn.
"Wir Ärzte in Österreich sind rechtlich nicht verpflichtet, Angehörige zu fragen, ob wir die Organe eines toten Verwandten entnehmen dürfen ... Wir nehmen raus, was brauchbar ist", so der Transplantations-Chirurg Prof. Dr. Ferdinand Mühlbacher aus Wien, dem es natürlich lieber ist, wenn er die Angehörigen vorher "überzeugen" kann. Notwendig ist das aber nicht und wird oft auch gar nicht versucht, denn: "Nicht bereit bin ich, über Tausende Kilometer in fremden Sprachen zu debattieren oder in einer Großstadt nach Müllers zu fragen", so Prof. Dr. Mühlbacher weiter (Bild, 9.6.2005). Die Kirchen betrachten das Herausnehmen und Verpflanzen von Organen als "höchsten Akt der Nächstenliebe". Dennoch ist meist nicht bekannt, ob auch die kirchliche Exzellenzen und Eminenzen selbst Organspender sind. Ihre Organe könnten nämlich im nachhinein zu Reliquien werden. Von daher ist auch zu bezweifeln, ob man Papst Benedikt XVI., der einen Organspendeausweis haben soll, nach seinem Tod wirklich auch nur ein Haar entfernt oder gar mehr. Denn der Leib eines Menschen, dem ein Körperteil oder auch nur ein Körperpartikel eines ehemaligen kirchlichen Würdenträgers eingepflanzt wird, würde in seinem materiellen und kultischen Wert sprunghaft ansteigen.
Vielleicht ahnen die meisten Amtsträger aber auch, dass bei der Organtransplantation einiges nicht stimmt. Zahllose Erfahrungen Betroffener lassen nämlich erschrecken. Lesen Sie Der Theologe Nr. 17 - Verschwiegene Leiden von Organspender und Organempfänger. Wer in eines der oben genannten 17 Länder fährt, sollte mindestens eine Erklärung im Ausweis tragen, dass er kein Organspender ist, wenn er eine evtl. Organentnahme nicht will. Lässt man die Erklärung nicht verschwinden oder "übersieht" sie, gilt sie zumindest in Österreich als Hinderungsgrund für eine Organentnahme. Wer auf Nummer sicher gehen will, meldet seinen Widerspruch vorsorglich vorab im Widerspruchsregister beim "Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen" an. Die Regelungen in den anderen Ländern lesen Sie hier! Dabei wird wohl keiner zu 100 % ausschließen können, dass von Kriminellen nachgeholfen werden könnte, um aus einem ehemals fröhlichen Urlauber nach einem Schicksalsschlag einen Organspender zu machen. V. a. in Ländern der Dritten Welt ist dies zumindest bei Einheimischen schon vielfach belegt. Schließlich werden bei Transplantationen und den Folgebehandlungen mittlerweile Milliarden Euro umgesetzt.



29.5. / 28.6.2005 - Mehrwertsteuererhöhung von CDU und CSU geplant - der Zugriff auf das Volk wird immer größer, die Reichen und Privilegierten bekommen immer mehr. 77 % der Bürger wollten einer Umfrage Ende Mai zufolge CDU, CSU oder SPD wählen. Offenbar genug, so dass deren Politiker sich getrauten, nach der Wahl eine Mehrwertsteuererhöhung durchzudrücken, was "insbesondere die Bezieher niedriger Einkommen und die Familien mit Kindern vergleichsweise stark belasten" wird (Prof. Peffekoven, Universität Mainz lt. Monitor, 9.6.2005). Die SPD ist inzwischen wieder davon abgerückt, dafür wollen viele GRÜNE die Erhöhung. Die Reichen und Privilegierten werden darüber hinaus anderweitig mehrfach entschädigt, während der Mittelständler immer mehr unter Wasser gedrückt wird. Konkret heißt das z. B.: 31 Millionen Bürger mit durchschnittlichem bzw. geringem Einkommen müssten bei einer Erhöhung um 3 % einer Hochrechnung zufolge auf diese Weise 4,5 Milliarden € pro Jahr mehr zahlen (der einzelne ca. 300 € mehr). Besserverdienende würden dafür nach dem CDU-Plan "Konzept 21" zur Reform der Lohn- und Einkommensteuer um ca. 4 Milliarden € pro Jahr steuerlich entlastet (Monitor vom 9.6.2005 rechnete noch mit 4 % Erhöhung und kam daher auf 6 Milliarden Mehreinnahmen bzw. 400 € mehr Last für den geringer Verdienenden).
Grundsätzlich kann man beobachten: Die verantwortlichen Politiker überlegen hauptsächlich, wie man die einfache Bevölkerung noch mehr beschneiden und ihnen noch mehr wegnehmen kann und wie man möglichst viel in den eigenen Schlund und den seiner Günstlinge und Vasallen stecken kann, die man als Lobby vertritt (Wenn es Ausnahmen gibt, bitte melden!).
So sollen alleine im Gesundheits- und Sozialministerium kurz vor der Abwahl der Regierung noch schnell 126 Beförderungen durch gewunken werden. Denn warum sollen nur die Krankenkassen-Bosse die Bürger abzocken, die sich das, was man v. a. durch Leistungseinsparung bei den Bürgern holte, in die eigenen Taschen steckten und ihre Spitzengehälter noch einmal kräftig erhöhten? Auch die Pressesprecherin von SPD-Minister Clement bekommt schnell noch 1.300,00 € mehr im Monat. Ob es für ihre Verdienste bei der Ideenfindung ist, wie man die Bezüge von Arbeitslosengeld-Empfänger noch weiter stutzen kann?
Die Reichen und Privilegierten werden immer reicher, und wer sich heute noch im Mittelstand wähnt, wird Schritt für Schritt in Richtung Armut gedrückt. Mit den Bürgern kann man es ja machen. Die Reichen und Privilegierten sichern sich derweil ihre Pfründe und Zusatzeinnahmen mehrfach ab. Zu ihnen gehören in erster Linie die Kirchenoberen und ihre sogar von Steuern befreiten Institutionen. Die maßlosen Subventionen (14-20 Milliarden € jährlich für rein innerkirchliche Zwecke, nicht für Soziales) für die Großkirchen werden wieder einmal nicht angetastet, sondern sollen ebenfalls noch ausgeweitet werden, damit die Kirche ihr Milliarden-Vermögen (lt. Experten alleine in Deutschland ca. 500 Milliarden €) nicht antasten muss. Die Kirchenoberen bedanken sich mit ihrem "Segen". Staat und Kirche kungeln wie immer auf Kosten der Bevölkerung. Nebenbei fallen dabei z. B. weitere 15 Millionen € ab, die man dem Bürger aus der Tasche zieht, damit er beim Weltjugendtag in Köln im Angesicht von Papst Benedikt XVI. leichter auf die Knie fallen kann, und vermutlich ist ein großer Teil der Kosten hier (wieder einmal) noch gar nicht eingerechnet. Deshalb: Nicht länger schweigen und ertragen! Stoppt die Pläne für die Mehrwertsteuererhöhung! Stoppt die Umverteilung der Euros vom Volk zu den Privilegierten! Und: Stoppt die Abzocker - eine Petition an den Bundestag, die deutlich macht, dass man nicht alles mit sich machen lässt, siehe http://www.spart-euch-die-kirche.de/stopptdieabzocker/index.html.


 

25.5.2005 - Wahlen in Deutschland - die "überlegene" katholische Religion / Aussteiger suchen unabhängigen Politiker - wer fällt nicht vor der Kirche auf die Knie? Ist es ein Zufall, dass die derzeitigen politischen Umwälzungen in Deutschland ausgerechnet vom Wahlsieg von CDU-Politiker Jürgen Rüttgers ausgelöst wurden, der kurz zuvor noch erklärte: Die katholische Kirche und ihr Menschenbild sei allen anderen Religionen "überlegen" (Spiegel online, 22.4.2005)? Rein optisch wurde dazu in der Nähe von Köln für den Weltjugendtag im August ein riesiger Hügel aufgeschüttet. Von dort aus wird Benedikt XVI. vor Hunderttausenden von "unten liegenden" und zu ihm aufblickenden Jugendlichen die Messe zelebrieren. Und wer die ausgefeilten Bedeutungen von Symbolen, Ritualen und Zeremonien in der Kirche kennt, weiß genau, dass es hier nicht nur darum geht, dass man den Papst besser sieht. - Durch die Winkelzüge der Politik fällt dieses Ereignis nun wahrscheinlich mitten in den Bundestagswahlkampf. Zu diesem Anlass suchen viele besorgte Aussteiger aus den Kirchen einen wählbaren Politiker, der weder in Köln noch vor dem Fernsehgerät niederkniet und zu Benedikt XVI. auf den Hügel emporschaut. Bitte schicken Sie uns eine E-Mail, wenn Sie selbst dieser Politiker sind oder wenn Sie einen kennen, der diese Bedingungen erfüllt.
 

 

Aus den Texten kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Der Theologe aktuell, 2. Halbjahr 2005, Wertheim 2005, zit. nach http://www.theologe.de/2005-2.htm,
erweiterte Fassung vom 14.1.2010

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