DER THEOLOGE
Nr. 6


Die Kirche - immer für den Krieg

Die evangelische Kirche seit 1813: Wer das Blutvergießen wollte und wem es nützte
Von den lutherischen Kriegstreibern auf den Kanzeln bis zu Pfarrer-Präsident Gauck
Von den katholischen Kreuzzügen bis zur katholischen Rechtfertigung des Abwurfs von Atombomben
Deutschland, einer der größten Waffenexporteure der Welt 
Kirchliche Hintergründe zum Umsturz in der Ukraine
Wer trägt Verantwortung für die Kriege in Irak, in Libyen und in Syrien und für die Flüchtlinge?


Seit je her versuchten die Kirchen, den Staat für die Bekämpfung Andersgläubiger zu benutzen, um die eigene gesellschaftliche Macht zu halten und sie auszubauen. In den letzten 200 Jahren ließ sich zudem folgendes beobachten: Wenn die Kirche am Boden lag, predigte sie meist den Krieg - im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Das Elend des Krieges trieb die Leute dann zurück in die von den Kircheninstitutionen aufwändig gebauten Steinhäuser, während man Andersgläubige vielfach zu Sündenböcken für das damit verbundene Leid machte.
Im Krieg wurden Menschen getötet und ganze Länder wurden zerstört. Die Macht der Kirche jedoch blühte vielfach wieder auf. Das galt 1813 und 1870-1871 bei den Kriegen Deutschlands gegen Frankreich vor allem für die evangelische Kirche. Und so war es auch 1914-1918 und 1939-1945, und immer stärker auch im Hinblick auf die römisch-katholische Kirche. Und nach Ende des 2. Weltkriegs war es der katholische Erzbischof Kardinal Joseph Frings aus Köln (1887-1978), der als einer der ersten die Wiederaufrüstung Deutschlands forderte, womit auch die Basis für die deutsche Rüstungsindustrie gelegt wurde, die heute [2014] weltweit die drittgrößte der Welt ist.
Derweil sinken die Kirchen am Beginn des 3. Jahrtausends erneut zu Boden. Wird ihnen vielleicht wieder ein Krieg helfen? Wird sich der Bürgerkrieg in Syrien und die vielen weiteren Anschläge im Nahen Osten mit der Zeit zu einem Weltkrieg ausweiten? Im März 2014 nach dem vom Westen betriebenen Umsturz in der Ukraine und als eine Folge der Volksabstimmung auf der Halbinsel Krim mit nachfolgender Eingliederung nach Russland bildeten sich die Konturen einer neuen Front noch deutlicher heraus: mit dem Westen und Israel auf der einen Seite und Russland und China auf der anderen. Diese Entwicklung wurde vom Kosovo-Krieg der NATO 1999 vorbereitet, dem die Kirchenvertreter - wie nicht anders zu erwarten - zugestimmt hatten.

Wenn Kirchenvertreter dabei heute jedoch anders als in früheren Zeiten häufiger vom "Frieden" sprechen, so ist es notwendig, genauer hin zu hören. Hat sich die Kirche tatsächlich geändert? Oder hat sie nur ihre Strategie geändert, und es wird nur mit dem "friedensbewegten" Zeitgeist gesäuselt, womit auch diejenigen Bürger bei der Stange gehalten werden sollen, die pazifistisch denken? So kommt man besorgten Menschen zum Beispiel mit scheinbar Frieden stiftenden Worten entgegen, um ihnen dann am Ende doch wieder den Weg zu den Tötungswaffen zu weisen: So war es bereits beim Golfkrieg 1991 und dann beim Balkankrieg 1999. Erst beim völkerrechtswidrigen Irak-Krieg der USA und ihrer "Koalition der Willigen" im Jahr 2003 waren viele deutsche Kirchenvertreter dagegen - doch auch hier nicht grundsätzlich, sondern aus politischen bzw. auf die Situation bezogenen "theologischen" Gründen, wie es hieß. Oder letztlich nur, weil dieser Krieg der Kirche noch zu wenig nützte? Dafür spricht, dass man die Politiker und Kirchenmitglieder vor allem aus den scheinchristlichen Parteien CDU und CSU, die mit in diesen Krieg ziehen wollten, mehr oder weniger gewähren ließ, so dass man wie so oft in neuerer Zeit "doppelgleisig" fuhr.

Es geht wieder los ...
"Manchmal muss man zur Waffe greifen"
(Pfarrer und Bundespräsident Joachim Gauck, ntv.de, 13.6.2014)

Der lutherische Pfarrer weiter: "Ich habe das Gefühl, dass unser Land eine Zurückhaltung, die in vergangenen Jahrzehnten geboten war, vielleicht ablegen sollte zugunsten einer größeren Wahrnehmung von Verantwortung".
Doch was legt der Pfarrer in die Worthülsen "Wahrnehmung von Verantwortung" hinein?
Die Worte "Manchmal muss man zur Waffe greifen" beinhalten die ergänzenden Worte: "... weshalb die eigenen Waffen besser sein müssen als die des Gegners". "Wahrnehmung von Verantwortung" bedeutet also immer auch die entsprechende Hochrüstung. Denn sonst macht ja das Manchmal-Greifen-zu-den-Waffen keinen Sinn. Doch wo lehrte Jesus "Manchmal muss man zur Waffe greifen"?
Wenn es Jesus, der Christus nicht lehrte, warum nennt sich der Präsident dann "christlich"? Es ist nie und nimmer christlich, aber es ist lutherisch, denn auch Martin Luther ließ (manchmal bis) andauernd zu den Waffen greifen und in Deutschland wird Luther gefeiert. Und die lutherische Tradition war über alle Jahrhunderte immer auch die Hochrüstung (vgl. hier).

Deutschland drängt geradezu in Kriege

Deutschland steht nun ein Präsident vor, der das Gefühl hat, dass militärische "Zurückhaltung" in Zukunft nicht mehr geboten sei wie bisher. War dies auch einer der Hintergründe, warum Bundespräsident Christian Wulff unter allen Umständen gehen musste? Weil er dieses "Gefühl", auf das Präsident Joachim Gauck verweist, vielleicht nicht hatte? (vgl. hier)
Spiegel.de schreibt: "Damit steht der Pastoren-Präsident in einer unseligen Tradition: der protestantischen Begeisterung für den (selbst)-gerechten Krieg. Am Anfang dachte man, Gaucks Thema sei die Freiheit. Aber das war ein Irrtum. Langsam wird deutlich: Es ist der Krieg" (19.6.2014).
Mit der preußischen Gouvernantin Ursula von der Leyen als Militärministerin hat er dabei die passende Partnerin. Auch wenn man es mit Worten wie "Friedensmission" verbrämt, man hat den Eindruck, Deutschland drängt sich 69 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs geradezu in Militäreinsätze, ja "bettelt" geradezu darum, wieder "richtig" an Kriegen teilnehmen zu dürfen.
Lesen Sie hier auch einige Leserbriefe zu Joachim Gauck in der Frankfurter Rundschau.
 


Blicken wir zurück: Was taten die Kirchenoberen 1813, was 1870/71? Was taten sie 1914-1918 und was 1939-1945? Was waren die Positionen und welche Stellungnahmen wurden abgegeben? Und wer ist jeweils der Inspirator ihrer Gedanken? Und in welches Gewand wird dieser Inspirator sich in Zukunft kleiden?
Im Afghanistan-Krieg (seit 2001) sind die Kirchenführer und ihre Militärgeistlichen Waffen segnend dabei. Und auch die Aufstände, die zum Libyen-Krieg (2011) und zum Syrien-Krieg (seit 2012) führten, fanden dort überwiegend Zustimmung. Und so reift die Zeit heran, wo dem theologischen Säusel auch in unseren Breitengraden wieder die zerfetzten Leiber und geschundenen Seelen folgen könnten. Im Jahr 2014, nach dem Umsturz in der Ukraine und der Gefahr eines großen Krieges, sind es vor allem katholische und evangelische westliche Politiker, welche durch Überheblichkeit und fehlende Selbstkritik die Kriegsgefahr anwachsen lassen.
 


1) Geschichtliche Einleitung

2) Zeittafel ab 1813 - 1913

3) Zeittafel ab 1914

4) Wie evangelische Pfarrer die Soldaten in den 1. Weltkrieg trieben
    Je länger der Krieg, je voller die Kirchen
5) Die Beteiligung der Kirche am Völkermord in Ruanda 1994


6) Die Zustimmung der Kirchen zum Kosovo-Krieg der NATO

7) Evangelische Kirche heute: Krieg als "letztes Mittel" erlaubt
8) Katholische Kirche heute: Krieg als "sittlich erlaubte Verteidigung"
   
Musterrede für einen Dritten Weltkrieg

9) "Kriege und Kriegsgeschrei" ab 2006
2006
Jahreslosung 2006: "Gottes" Beistand für Völkermörder - Kirchen entlarven sich
Libanon-Krieg 2006 und Kriegsstimmung in der Kirche
Das Spiel von Politikern und Militär mit dem Feuer / Warnungen werden ignoriert

2007
Gefahr eines großen Krieges wächst
Deutschland im heimlichen Angriffskrieg
George W. Bush: Nach Tod direkt ins Paradies? Deshalb auf der Erde so schwer belehrbar?
Nahezu täglich getötete Zivilisten
Heinrichfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher

Das Bibel-Bekenntnis des Waffen-Lobbyisten
Krieg gerät außer Kontrolle
Westliche Kreuzfahrt in Irak führte zum Aufstieg Irans und zur Verfolgung von Christen

2008
Ruanda: Der Verrat der Kirche an der Friedfertigkeit des Jesus von Nazareth
Entenjägerin Hillary Clinton: Iran mit kompletter Auslöschung gedroht
Israelischer Historiker fordert Atombombenabwurf und Zerstörung des Iran
Beispiellose Aufrüstung der USA: 5 % der Weltbevölkerung, 68 % der Weltrüstungsausgaben
Israel-Iran - Fordert Israel Krieg von USA oder will man selbst angreifen?

Georgien: Neue Nationalfahne entspricht Kreuzfahrerfahne von 1099
Georgischer Präsident trennt Russland von Europa - Grenze zwischen "Gut" und "Böse"
Der neue Kalte Krieg ist in vollem Gange
Der Hochmut des Westens

Krieg immer schlimmer / USA schicken mehr Pfarrer
Vizepräsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin: Irak-Krieg als "von Gott gegebene Aufgabe"
Die Philosophie des Westens über die "Guten" und die "Bösen"
S.Palin: Unter Umständen Krieg gg. Russland und Unterstützung eines evtl. Krieg Israels
Ungeniert Kriege führen - Glaubenswahn um die Wiederkunft von Christus
Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus"
Spanien: "Die Kirche sieht den Krieg immer noch als Kreuzzug"
Obama-Berater: Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der Countdown?
Verhindert der Westen Friedensschluss mit Taliban in Afghanistan?
Seit "Befreiung" des Landes: Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak

Die Meldungen zum Gaza-Krieg 2008/2009 finden Sie auf den Seiten 2008-2 und 2009-1


2009

Joschka Fischer, Israel und der Afghanistan-Krieg
Angriff Israels verhindert? - George W. Bush untersagte Überflugsrechte über Irak
Schier unendliche Reihe der zivilen Opfer
Strategie der dunklen Mächte: Immer ein bisschen mehr Krieg
Welthungerhilfe mit Kritik an Bundeswehr
Luftangriff / Katholische Soldatenwallfahrt / Kirchlicher Freibrief zum Töten
Bundeskanzlerin: Getötete Zivilisten "kein Grund zur Kritik"
Über 100 Tote: Deutscher Oberst verweigert Vorwarnung der Menschen
Luftangriff galt den Menschen / Geht Vertuschung weiter?
Gesegneter Advent im Blutmeer Afghanistan
Ist Krieg notwendig? Wer lügt? Barack Obama oder Jesus von Nazareth?

CDU/CSU möchte Soldaten nicht nur zur Selbstverteidigung töten lassen
Deutscher Oberst behinderte Aufklärung


2010

Umschulung: Erst hat er Panzer repariert, jetzt darf er sie segnen

Experte: "Wir bilden Kämpfer für die Taliban aus"
Angriff auf Tanklastzüge: Oberst Klein nennt sich "Christ"
Operation "Muschtarak": Schon 50 tote Zivilisten
Evangelischer Bischof gibt zu: Auch Kirche schickt Soldaten mit Waffenauftrag nach Afghanistan
Militärdekan: Mysteriöses bei Trauerfeier / Der Gott Luthers begibt sich in Krieg hinein
Die Wiederauferstehung Martin Luthers in Afghanistan


2011
Libyen: Die alten "Kriegsbischöfe" kommen wieder aus ihren Löchern
Nach Tötung von Osama bin Laden: Barack Obama als neuer protestantischer "Heiliger"?
"Im Notfall Krieg gegen den Iran"


2012
Russland warnt die westlichen Kreuzzügler vor weiteren Kriegen
Waffenschmiede Deutschland: Von uns Steuerzahlern subventioniert

Versehentliche Koranverbrennung / Verrat an Jesus
Israel fordert Unterstützung Deutschlands für Krieg
Teile des Westjordanlands vor Beschlagnahmung - Günter Grass warnt vor Krieg

Ohne Religion kein Menschsein? - Strafanzeige gegen Militärbischof Overbeck
Militärseelsorge in Afghanistan: "Sterben ist nicht schlimm"

2013
Die Regierungen lassen hilflos umherbomben und machen alles nur noch schlimmer
Die Nato bombte erneut Kinder tot
Wie bekommen die Kirchenmänner die "richtigen" Waffen in die "richtigen" Hände?

Tonnenweise westliche Waffen an Aufständische in Syrien
Regierung Israels warnte Syrien, sich bei einem neuen Angriff Israels zu wehren

Endzeitliches Desaster in Syrien - Ängste vor neuem Weltkrieg
Der Nato-Krieg mit deutscher Unterstützung in Libyen kommt nach Deutschland zurück
US-Regierung steigt stärker in den Syrien-Krieg ein
CDU und CSU contra Jesus, dem Christus - Deshalb das "C" im Parteinamen streichen
Krieg aufgrund von "Erbsünde"? Verhöhnung von Christus durch die ev. Kriegskirche

Kirche, CDU/CSU, Rüstungsindustrie, Krieg - alles gehört zusammen

Ex-Unterhändler berichtet über Bestrebungen des Vatikan, Waffenkonzern zu kaufen
Steuergelder für Rebellenaufstand in Syrien / Deutschland faktisch im Krieg gegen Syrien
Politiker rasseln Kriegssäbel - Wie kann das Völkerrecht dieses Mal gebrochen werden?
Wie Deutschland schon jetzt in den Krieg hinein gezogen wurde
Vatikan spricht vom "Dritten Weltkrieg"
Warum würden die Öl-Scheichs den Krieg bezahlen?
Zwei Ex-Bundeskanzler warnen
Warum sollte es unbedingt Krieg sein?
Wollte die Regierung jenseits des Atlantik ihren Kriegseintritt inszenieren?
Methoden von Kriegsparteien in Syrien
Giftgas aus Deutschland im Vietnam-Krieg
Chemiewaffen und die Goldene Regel
Menschenrechtsorganisation: Westliche Rüstung an Islamisten in Syrien
Islamisten verjagen "Freie Syrische Armee" und plündern ihre Waffenlager

Krieg mehr oder weniger verloren - Taliban auf dem Vormarsch

2014
Luth. Pfarrer Gauck und luth. Ministerin von der Leyen fordern mehr
Militäreinsätze
Ukraine und Krim: Befürchtungen, dass es Vorboten eines Ost-West-Weltkriegs sind
Nach der NATO-Bombardierung: Libyen versinkt im Chaos
Die Ziele des Vatikan in der Ukraine: "Kreuzzug" gegen die Orthodoxie?
Syrien, Ukraine: "Die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los."
Rechtsradikaler Chef des "Nationalen Sicherheitsrats" schickt Truppen in den Osten
Der Mann des Papstes contra Russland: "Wir sind bereits zu handeln."
Die Interessen des Westens in der Ukraine: Was Bürgern weitgehend verschwiegen wird
Beispiele für den Umgang mit der Schöpfung Gottes in der westlichen Welt
Verfeindete Kirchen - Prowestliche Kirche ist gegen Dialog
Stellvertreterkrieg USA-Russland in Syrien immer härter
Deutsche lutherische Militärministerin fordert neue Runde der Hochrüstung
Mit welchen Göttern sprachen Tony Blair und George W. Bush?
Evang. Militärseelsorger wirft Jesus indirekt "Selbstgerechtigkeit" und "Hybris" vor
Syrien: Scheinheiliger Aufruf des Papstes an Waffenhändler?
100 Jahre nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs - Parallelen zwischen damals und heute
Kriegsgeschrei wird immer lauter - Große dieser Welt steuern auf immer mehr Kriege zu
Wieder ein Schritt näher auf einen großen Krieg zu
Zum Krieg Israel-Hamas: Erinnerung an das große Waffengeschenk der Bundesregierung
Tote, Tote, Tote: Der blutige Feldzug der pro-westlichen Armeen
Nach Flugzeugabschuss: Lutherischer Pastor in der Ukraine schürt die Eskalation
Ukraine: Der Krieg geht weiter. Wer hat Schuld?
Ukrainer leisten Widerstand gegen Krieg - Einwohnerin von Luhansk klagt
Das Leben kommt von Gott, Grenzziehung vom Menschen. Welches ist höherer Wert?
Regierungschef Netanjahu: "Es gibt keinen gerechteren Krieg als diesen"
Aufruf an den Papst: Waffenhändler sollen sich nicht mehr "christlich" nennen
Evangelische Bibelanhänger warten auf "Schlacht von Harmagedon"
Wie der Irak-Krieg 2003 - auch der Vietnam-Krieg vor 50 Jahren begann mit einer Lüge
Brudermord in Gaza stoppte bei 1905 Getöteten, Brudermord in der Ukraine eskaliert
"Jenseits des Rubikon" - NATO überschreitet weitere Grenze Richtung Osten
Papst beklagt "Kriege im Namen Gottes" - Kirchliche Kriege im Namen von Christus
Die Ukraine und die Verbindung von Kirche und Faschismus
Menschenleben zählen wenig, Tierleben fast gar nichts
Kirchen rufen zum "letzten Mittel"
Was steckt dahinter, wenn Pazifisten am Ausbruch von Kriegen beschuldigt werden?
Waffenbescherung in der Ukraine / EKD-Chef für deutschen Waffen an Kurden
Die römisch-katholische Kirche als unmerkliche Kriegspartei in der Ukraine
Bundeswehr "nominierte" für Todeslisten

2015
Ukraine-Regierung spricht mit Rückendeckung des Vatikan vom Sieg im Krieg

Dalia Gribautskaite - die kriegerische Katholikin an der Spitze des NATO-Landes Litauen
Kosovo-Flüchtlinge 2015 - Späte "Früchte" des Kosovo-Krieges der NATO?
Libyen: Bereiteten NATO und Kirchenführer der IS den Weg?
Katholischer US-Vizepräsident möchte in der Ukraine 2. Vatikanisches Konzil umsetzen
Papst fordert bzw. bekräftigt harte Haltung des Westens im Ukraine-Konflikt
Literaturnobelpreisträger Günter Grass warnt vor großem Krieg
Syrien - Wer hat den Krieg begonnen? / Völkerwanderung und "Asyloptimierung"
Neue Atombomben für Deutschland
Afghanistan: Menschenleben als "Kollateralschäden"
"Gemäßigte" Rebellen kämpfen auch mit Kindern - nicht älter als 7 Jahre
Ehem. US-Piloten: Drohnenkrieg einer der "verheerendsten Triebfedern des Terrorismus
Aufstellung des Weihnachtsbaums im Kanzleramt: Deutschland zieht in den Krieg

2016
Hat die große endzeitliche Schlacht schon begonnen?
Überfall auf die Sowjetunion - Papst wünschte Hitler "nichts sehnlicher als einen Sieg"
Ist die Ukraine schon so gut wie in der Nato? Antichristliche Eskalation schreitet voran

10) Deutschland, einer der größten Waffenexporteure der Welt - CDU, CSU, streicht das "C" für "Christlich"

       Aufforderung an die CDU und die CSU, das "C" im Parteinamen zu streichen - Unterschriftenaktion

11)  
Töten mit Waffen aus Deutschland

12) Ein Plädoyer: Das Schwert der "C"-Regierungen - Was hat das "C" in den "christlich" regierten Ländern mit Christus zu tun?

      
Offener Brief an Papst Bergoglio: Sind Kriege im Namen von Christus erlaubt?

13) Kreuzfahrer erobern Jerusalem: Freudentränen nach dem Massaker

 


 

1) Geschichtliche Einleitung

Um einen islamischen Einfluss auf Europa zu verhindern, predigte Martin Luther im 16. Jahrhundert einen gnadenlosen Krieg gegen das Osmanische Reich mit seinem Zentrum in der heutigen Türkei. Die "Christen" sollen "mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... werden sie darüber erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie ewiglich" (Eine Heerpredigt wider den Türken, Anno 1529; Tomos 4, S. 494b-496). Martin Luther ging einst also rigoros gegen den Islam vor. Wer im Krieg gegen den Islam ums Leben komme, wurde von Martin Luther selig bzw. heilig gesprochen.
Auch den Soldaten, die bei den gnadenlosen Massakern an den aufständischen Bauern ums Leben gekommen waren, hatte Martin Luther bereits das Himmelreich versprochen
. Er schrieb: "Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Volk den Himmel eher mit Blutvergießen verdienen kann denn anders sonst mit Beten ... Steche, schlage, würge hie[r], wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl" (Wider die stürmenden Bauern, 1525, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften (= WA) 18,  S. 357-361).
Martin Luthers Nachfolger gingen in seinen Spuren.
Im 30jährigen Krieg im 17. Jahrhundert massakrierten sich katholische und evangelische Heere gegenseitig, angetrieben von den jeweiligen Päpsten, Bischöfen, Priestern und Pfarrern, die den Soldaten wie gewohnt die ewige Seligkeit versprachen. Gleichzeitig ließen beide Kirchen Andersdenkende mit beispiellos bestialischer Gewalt verfolgen, foltern und ermorden (vgl. den Text Die wahre Weinnacht).
Erst im Zuge der kirchenfernen Aufklärung im 18. Jahrhundert ist die Zeit der "Hexenverbrennungen" allmählich zu Ende gegangen, und auch Andersgläubige wurden nicht mehr von der kirchlichen Inquisition ermordet -
für beide bis heute ungesühnte Tragödien, "Hexen"- und "Ketzer"-Vernichtungen, trugen und tragen die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische Kirche die Hauptverantwortung. Im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert steigerte sich das Grauen noch einmal, zum Beispiel durch neue Kriege in Europa. Und auch hier waren die Kirchen wieder die treibende Kraft. Sie haben daran Zweifel? Dann lesen Sie selbst ...
 



2) Zeittafel ab 1813 - 1913


Nachfolgende Notizen sind überwiegend Auszüge aus dem Buch der Historikerin Dr. phil. Barbara Beuys, Und wenn die Welt voll Teufel wär. Luthers Glaube und seine Erben, Reinbek 1982, mit gelegentlichen kommentierenden Bemerkungen. Die Autorin, die das Wirken der evangelischen Kirche in den unterschiedlichen Zeitepochen untersucht, steht Martin Luther und der evangelischen Kirche trotz ihrer Kritik sehr nahe. Im 19. Jahrhundert war der Einfluss des Protestantismus in Deutschland - anders als heute - noch deutlich größer als der Einfluss der römisch-katholischen Kirche.
 

1813 - "Es gab keine einflussreicheren und besseren Propagandisten der nationalen Erhebung gegen Frankreich als die Pastoren. Nicht nur die [evangelisch-] reformierten. Auch die lutherischen Geistlichen wollten nicht mehr zurückstehen. Die Regimenter der Freiwilligen kamen mit ihren Fahnen zur Weihe in die Kirchen, bevor sie in Kampf und Tod zogen. Wenn die Soldaten ihren Eid leisteten, hörten sie die anfeuernden Worte eines Geistlichen ... Pazifisten wurden schlimme Folgen für das Jenseits angedroht ... Nicht ohne Genugtuung stellten die Pfarrer fest, dass ihre Kirchen, die mit der Zeit leerer geworden waren, sich wieder füllten." (S. 417)

Die Theologen predigten den Nationalismus, z. B. der Dichter und Theologe Ernst Moritz Arndt. "Hier liegt der Ursprung für jenen fatalen Satz, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll." (S. 418)

16.10.1813 - Der Tag der Völkerschlacht bei Leipzig (siehe Gemälde von Wladimir Moschkow, 1815; gemeinfrei( Im Vorfeld der Schlacht haben die deutschen Theologen die Menschen gegen Frankreich aufgeheizt. Kaiser Friedrich Wilhelm III. war dagegen ("Alle Welt weiß, dass ich den Krieg verabscheue"), konnte ihn aber nicht verhindern. 70.000 Franzosen kamen um und 50.000 der verbündeten Preußen, Österreicher und Russen. Das deutsche Heer feierte nach dem "Sieg" einen Dankgottesdienst auf einer Anhöhe mit Blick auf die Lutherstadt Wittenberg. Dabei ließ die Kirche die Überlebenden singen "Nun danket alle Gott". (S. 419 ff.)

1817 - Feier des 4. Jahrestages der gewonnenen Völkerschlacht und des 300. Jahrestages der lutherischen Reformation. Martin Luther wurde zum deutschen Nationalhelden für Protestanten und Katholiken. Auch katholische Predigten sind voll des Lobes für Luther, der [1813] "wie von selbst an die Seite Blüchers trat [General im Kampf gegen Napoleon]" (Der Kaufmann Karl August Varnhagen von Ense, zit. nach Beuys, S. 421). In vielen deutschen Städten finden ökumenische Gottesdienste statt, z. B. in Leutkirch und Bad Mergentheim. In Wittenberg wird das bekannte Lutherdenkmal errichtet.

1827 - Gründung der Evangelischen Kirchenzeitung. "Der Einfluss der ´Evangelischen Kirchenzeitung` auf Generationen von Pfarrern, nicht nur in Preußen, kann gar nicht überschätzt werden." (S. 432)
"Und was da stand, war handfeste Politik: Gegen die geringsten demokratischen Regungen, gegen eine Auflösung des Bündnisses von ´Thron und Altar`, gegen alle, die für einen Abbau der von Gott gewollten Unterschiede zwischen den Menschen, zwischen Herrschern und Beherrschten plädierten."

1834 - Der Landrat im Wuppertal lässt öffentliche Auftritte und Versammlungen von Pietisten, die sich ohne Pfarrer treffen, verbieten.
Pfarrer Schmidt aus Rödgen schrieb zuvor an den zuständigen Superintendenten, er sei überzeugt, dass die Behörde "in unserem Land dafür sorgen wird, dass nicht durch einzelne Finsterlinge ... das leibliche, vorzüglich aber geistige Wohl, und wäre es auch nur eines einzelnen, mutwillig auf eine empörende Weise gefährdet, verringert, zerstört werde." Der Superintendent erwirkt daraufhin beim Landrat das Verbot.

1844 - Die Evangelische Kirchenzeitung macht Stimmung gegen die immer mehr verlendenden Bürger im Lande: Armut und Schmutz mache den unteren Klassen, "die Gott mit einer dicken, schwieligen Haut ausgestattet habe", gar nichts aus. Wer dies nicht glaube, sei des Teufels.

1845 - Die aufgeklärten "Protestantische Freunde" werden in Preußen verboten.

1847 - Mindener Volksblatt: "Das Konventikelwesen [einzelne Gruppen innerhalb der Kirche] ... greift auf eine sehr beunruhigende Weise um sich ... es steht das Schlimmste zu befürchten, wenn die Regierung nicht energisch einschreitet." "Der Ruf nach der Obrigkeit war auch hier das einzige, das den traditionellen Christen einfiel." (S. 442)

30.3.1847 - Toleranzedikt in Preußen: Erstmals ist es möglich, aus der Kirche auszutreten. Doch die evangelische und die katholische Kirche erhielten weiter massive Privilegien. Daneben gab es "geduldete Religionsgemeinschaften", welche an kirchlichen Ämter festhielten. Alle anderen galten als "Privatvereine", die jederzeit wieder verboten werden konnten.

1848 - Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt: Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für den geplanten Paragraph 17: "Jede Religionsgemeinschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheit selbstständig, bliebt aber den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen. Keine Religionsgemeinschaft genießt vor anderen Vorrechte durch den Staat; es besteht fernerhin keine Staatskirche."
Doch die Kirchen bekämpfen die Entwicklung zur Demokratie heftig. Die ausgearbeitete Verfassung tritt nie in Kraft, die Revolution wird zerschlagen. Hier ziehen dann wieder die innerkirchlich angefeindeten Pietisten sowie "aufgeklärten" Pfarrer mit der totalitären Amtskirche an einem Strang. Wörtlich schreibt Barbara Beuys: "Im ganzen Land arbeiten derweil pietistische wie milde aufgeklärte Pfarrer mit aller Kraft daran, diese friedliche Revolution, die nicht Umsturz bringen, sondern den Weg zu gemäßigten bürgerlich-demokratischen Freiheiten öffnen sollte, zu Fall zu bringen."
(S. 454)

"Das Gesamtbild während der Revolution ist eindeutig: Das feste Bündnis zwischen ´Thron und Altar`, zwischen den aristokratischen Mächten und den protestantischen Kirchen, stemmte sich gegen Änderungen und Demokratie - und blieb Sieger." (S. 456)

19. Jahrhundert - Alle Schulen und Lehrpläne wurden von den Kirchen kontrolliert.

Aufkommen des Sozialismus - Die protestantische Kirche bekämpfte ihn und stellte sich fest an die Seite der Obrigkeit. Auch die ersten Versuche durch Sozialisten, eine Besserstellung der Frau zu erreichen, werden von den Kirchen energisch bekämpft. Frauen hatten nach wie vor kein Wahlrecht und waren rechtlich vielfach schlechter gestellt als Männer. Doch die Kirchen werden immer leerer. Dann jedoch nahte unmerklich eine Wende zugunsten der Kirche. Diese kam durch den Krieg Deutschlands gegen Frankreich 1870/71.
Barbara Beuys schreibt: "Dann jedoch trat etwas ein, das dieses Problem schlagartig in den Hintergrund drängte ... und es kam wieder die große Stunde der evangelischen Prediger ... Problemlos knüpften die Geistlichen an die national-religiöse Begeisterung der Befreiungskriege an und setzten - wie einst gegen Napoleon - die Sache der Deutschen mit dem Willen Gottes gleich ... Und wieder tönte es von den Kanzeln, dass der Tod auf dem Schlachtfeld zu Märtyrern im heiligen Krieg macht." (S. 468 f.)

1870/1871 - "Es ist die gleiche Koalition wie 1813: Eine Theologie, die gegen den Geist der Aufklärung in ihren Reihen kämpft, macht Gott zu einem deutschen Wesen ..." (S. 470)

"Ähnlich wie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon stellten die Pfarrer in diesem kurzen Krieg erfreut fest, ´dass ein Zustrom zur Kirche einsetze`. Und sie nutzten die Gelegenheit, die erschreckten Gewissen in ihren Dienst zu nehmen." (S. 472)

Der bekannte Theologe Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer der diakonischen Einrichtungen in Bethel bei Bielefeld, regt den Sedanstag als nationalen Feiertag an (Gedenktag an den Sieg Deutschlands gegen das Heer Napoleons). So kommt es auch.

Nach dem erneut gewonnenen Krieg Deutschlands gegen Frankreich geht es mit den Kirchen wieder schnell bergab.

1874 - Neues Gesetz in Preußen: Es entfällt der Zwang zur Säuglingstaufe und zur kirchlichen Trauung. Bereits bis Ende des Jahres haben nach In-Kraft-Treten des Gesetzes 80 % der Paare in Berlin auf die kirchliche Trauung verzichtet und 40 % der Eltern auf die Säuglingstaufe.

Bekanntes Buch von Pastor Sixt Karl Kapff, ausgezeichnet mit dem Ritterkreuz des Ordens der württembergischen Krone, Der glückliche Fabrikarbeiter: "Es dürfen in der Fabrik nicht vielerlei Meinungen herrschen, sondern ein Wille, Plan und Gedanken, dem alle Einzelnen sich unterwerfen müssen ..." (S. 482)

1875 - Der evangelische Missionsverein des bekannten Johann Hinrich Wichern (1808-1888, Gründer der so genannten "Inneren Mission") nennt sich jetzt "Verein zur Bekämpfung der Sozialdemokratie".

Zwar gibt es auch einzelne Ansätze eines kirchlichen Sozialismus zur Rettung der Kirche. Doch die Hauptlinie ist eine andere.

1893: Erlass des Innenministers an alle Regierungspräsidenten: Alle sechs Monate ist ein Bericht anzufertigen, wie die Sozialdemokratie bekämpft wurde. Der gleiche Erlass geht an den Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin. "Er sollte überlegen, mit welchen kirchlichen Maßnahmen man die staatlichen Stellen in dieser Sache unterstützen könne."
(S. 491)

Der Berliner Oberkonsistorialrat Johann Friedrich Baumann schlug den Fabrikanten folgenden "christlichen Liebesdienst" vor: Es sei "allen Arbeitern die Entlassung anzudrohen, die sich gegen Taufe und kirchliche Trauung entschieden." (S. 483)

Trotzdem: Immer weniger Menschen lassen sich einschüchtern: "In Hamburg gab es noch 1899 so wenig kirchliche Beerdigungen, dass niemand eine Statistik anlegte." (S. 468)

Um die Jahrhundertwende suchte die Kirche nach weiteren Möglichkeiten, die Menschen wieder vereinnahmen zu können. Ein geeignetes Instrument sah sie in der Volksverhetzung gegen die Juden. So schürte die Kirche mehr und mehr den Antisemitismus. Über den bekannten Hofprediger Adolf Stöcker heißt es. "Den Erweckten im Siegerland gefiel diese Mischung aus Judenhass und sozialem Engagement" (S. 488). Sie wählten Stöcker in den Reichstag. Beim Kaiser fiel Stöcker wegen seines kämpferischen Antisemitismus 1890 aber in Ungnade. Doch Stöcker ließ sich vom Staatsoberhaupt nicht einschüchtern und blieb dem kämpferischen Antisemitismus treu (mehr zu Stöcker in Der Theologe Nr. 4).

Doch die Kirchenaustritte nehmen weiter zu, allein 60.000 zwischen 1910 und 1913.
Bis 1914 wieder eine Wende zugunsten der Kirche kommt ...



3) Zeittafel ab 1914


"Es kam der Tag, da wurden aller Streit, alle Differenzen, unwichtig" - der 1.8.1914.
"Wie 1813 und 1870 im Kampf gegen Frankreich funktionierten die evangelischen Kirchen die deutsche Sache um zu Gottes ureigenem Auftrag und erklärten, dass der Segen des Christengottes vor allen anderen auf deutschen Waffen ruhe." (S. 495)

Der Beginn des 1. Weltkriegs - Der Evangelische Oberkirchenrat jubelt und schreibt an alle Geistlichen und Gemeinderäte in Preußen: "Mit hoher Freude sehen alle, die unser Volk lieb haben, wie unter der Not des mit ungeheurem Frevelmut uns aufgezwungenen Krieges das religiöse Bedürfnis in unsern Gemeinden erwacht. Gotteshäuser und Gottesdienst füllen sich. Scheinbar erstorbene Glaubensfunken leuchten wieder auf ... Unser Volk findet seinen Gott wieder und spricht zu ihm als seinem Hort und seiner Zuflucht." (S. 495)

Der Krieg weitet sich aus, und die Kirchenaustritte hören auf. "Der Krieg bremste kurzfristig diese Fluchtbewegung. Die Kirche wurde wieder zum Zentrum." (S. 496)

Das Unglück der Menschen ist das Glück der lKirche (Sprichwort)

In der Kirche wurden parallel dazu auch die völkischen Gedanken mehr und mehr verbreitet.
Zum Beispiel durch Missionsinspektor Witte 1914: "Unsere 67 Millionen brauchen mehr Raum als die zu eng werdende Heimat."
(S. 496 f.)

"Die allermeisten Pfarrer hatten keine Hemmungen, ihre Theologie auch ganz praktisch in den Dienst des Krieges zu stellen. Von den Kanzeln ermunterten sie ihre Gemeinden, ihr sauer verdientes Geld in Kriegsanleihen anzulegen. Nicht selten lagen im Kirchenraum die Unterlagen, mit denen man dem Wort des Pfarrers sofort Taten folgen lassen konnte."

"Der Krieg sei vom ´heiligstem christlichem Interesse`, verkündete 1914 das ´Korrespondenzblatt` für die evangelisch-lutherischen Geistlichen in Bayern."
Und: "Kaiser Wilhelm II ... verstand sich als ein ´Instrument` Gottes und dessen ´auserwähltes Rüstzeug`. Zugleich war der Monarch ein traditionsbewusster evangelischer Christ." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29)

Es gibt Millionen von Gefallenen, und das Leid in den Familien ist groß. Doch die Kirche spielt den Tröster. So zum Beispiel Oberhofprediger Bruno Doehring beispielhaft zu einer Witwe: "Fängst Du an zu verstehen, warum wir dich glücklich preisen? Einmal, weil dein Mann zu Gott gegangen ist, und sodann, weil er auf dem schönsten aller Wege zu ihm zu gehen gewürdigt ist ... Gott und Vaterland! Sie forderten ihn von dir. Wem hättest du ihn wohl lieber gegeben?" (S. 497)

Der Frankfurter Pfarrer Johannes Kübel, auch er beispielhaft für viele, lehrte, der Krieg sei ein göttliches Gebot. (S. 498)
"Nicht wenige Pfarrer glaubten, mit solchem kriegerischen Eifer in den Fußstapfen Martin Luthers zu wandeln ... Ja, er schrieb, dass in einem solchen Fall ´Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und Krieg führt.`"
(S. 498; vgl. Der Theologe Nr. 3)

Weitere Fakten dazu auch im Artikel: Evangelische Kirchen anno 1914 - http://www.tagesspiegel.de/kultur/evangelische-kirchen-anno-1914-fanatiker-auf-der-kanzel/10254816.html

1915 - Der evangelisch-lutherische Militärpfarrer Lic. Adolf Schettler veröffentlicht sein Buch In Gottes Namen Durch - für die deutschen Streiter in Heer und Flotte, Karl-Siegismund-Verlag, Berlin 1915. Ein Auszug aus dem Buch finden Sie hier.

1916 - Hirtenbrief des bayerischen evangelischen Oberkonsistoriums. Es ist ein Appell, im Krieg durchzuhalten.

1917 - Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Sachsen wendet sich gegen die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung: "In Luthers Sinn und Geist alle Verzagtheit zu verbannen ..." (S. 500)

1917 - Wittenberg - Festansprache zum Reformationstag durch den bekannten Pfarrer Otto Dibelius, nach dem 2. Weltkrieg Mitbegründer der EKD in der Bundesrepublik Deutschland, hier noch ein junger Pfarrer:
"Mehr als 80.000 Gefangene sind eingebracht ... Ja, das ist eine herrliche Kunde für jedes deutsche Herz."
(S. 500)
In Berlin predigt Pfarrer Paul Conrad "zu Ehren Luthers". (S. 500)
"Um den Krieg doch noch zu gewinnen, fasst er [der Historiker Hartmut Lehmann] die Stimmung zusammen, sollten die Deutschen sich Luther mit seinem Gottvertrauen und mit seinem unbeugsamen Kampfeswillen zum Vorbild nehmen. Lehmann: ´Luther avancierte zum Deutschen schlechthin` ... Während auf den Schlachtfeldern im Westen die oft sehr jungen Soldaten mit der Parole ´Gott mit uns` in den Tod liefen, organisierten die Pfarrer die Heimatfront." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29)

"Die Mehrzahl der Protestanten identifizierte sich mit einer Huldigungsadresse, die zweihundert deutsche Feldgeistliche und Theologieprofessoren 1917 von einer Kriegstagung in Brüssel an den Kaiser schickten. Darin gelobten sie, ´mit dem tapferen Westheere treulich auszuhalten bis zu einem siegreichen Ende`." (S. 501)

1918 - Nach dem verlorenen Krieg galt: "Uneinsichtigkeit über das Ende hinaus".

"Denen, die um ihre Toten trauern, soll gesagt werden, dass die heiligen Opfer mitwirken zur Auferstehung unseres Volkes." (Kirchliche Position, zit. nach Beuys, S. 502)

"Vor 90 Jahren [1918-2008] endete der 1. Weltkrieg, der in Europa fast 20 Millionen Todesopfer forderte. Das deutsche Kaiserreich ging in einer Revolution unter. Eine Niederlage für die protestantische Pfarrerschaft, die zuvor die Heimatfront organisiert hatte und mit Luther den Kampfeswillen stärken wollte." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29)

1919 - Kirchliches Jahrbuch: "Wo bleibt Gottes Gerechtigkeit?" Lutherische Theologen zogen Gott zur Rechenschaft, "weil dieser die Anstrengungen, die Leistungen, den Glaubenseifer seiner Getreuen nicht honoriert hatte" und Deutschland den Krieg verloren hatte. (S. 503)

Ab 1918 - Zwangsläufiges Ende der Staatskirche; Beginn des Kirchensteuersystems, das später unter  Adolf Hitler weiter ausgebaut wird.
Die Kirchenführer jubeln erneut:
"Nach dem ersten Schock erkannten führende Kirchenmänner, was sie gewonnen hatten; eine noch nie da gewesene Unabhängigkeit und zugleich - so vollständig war die Trennung von Staat und Kirche denn doch nicht - eine feste Einnahmequelle durch das Kirchensteuersystem."
(S. 505)

Anmerkung:
Der Katholik Hitler zahlt übrigens bis zu seinem Lebensende 1945 seinen Kirchenbeitrag stets vollständig und pünktlich, während es bei anderen Steuern teilweise erhebliche Auseinandersetzungen zwischen ihm und den Steuerbehörden gab.

Otto Dibelius, jetzt Superintendent, veröffentlicht im Jahr 1926 ein Buch über das 20. Jahrhundert mit dem Titel Das Jahrhundert der Kirche: "Wir haben eine Kirche. Wir stehen vor einer Wendung, die niemand hatte voraussehen können. Das Ziel ist erreicht! Gott wollte eine evangelische Kirche." (S. 505)

Gleichzeitig nimmt die Judendiskriminierung durch die Kirche immer stärkere Ausmaße an.
 



4) Der Teufel im Pfarrertalar

Wie evangelische Pfarrer
die Soldaten in den 1. Weltkrieg trieben


Aufgezeigt am typischen Beispiel des Buches des bekannten Militärseelsorgers, Pfarrers und Buchautors Dr.phil. Dr.rer.pol. Lic. Adolf Schettler, In Gottes Namen Durch - für die deutschen Streiter in Heer und Flotte, Karl-Siegismund-Verlag, Berlin 1915 - Hohn und Spott auf den Schöpfergott und auf Jesus, den Christus

Darin heißt es:
"1914 aber wieder zieht das ganze Deutschland einmütig in einem Kampf um Dasein, um Recht und Freiheit, und auf seinen Fahnen steht Gott mit uns, und in allen Herzen glüht´s, und deutsche Fäuste hämmern es wieder auf Feindesschädel: Gott mit uns. Jesus, Gottes Sohn, in der Nacht, da er verraten war, brach das Brot, spendete den Wein zum Zeichen, dass sein Tod ein Opfer sei: für euch gegeben und vergossen. Wer immer sein Leben im heiligen Kampf einsetzt, kämpft unter dem Banner Jesu, folgt seinen Fußstapfen, und über seiner Treue schwebt die Verheißung: Gott mit uns" (Einleitung) ... "Wer mit Gott im Bunde ist, ist stärker als die ganze Welt." (S. 18)

Das Bajonett in die Rippen bohren sei "Gottesdienst"

"Dem Soldaten ist das kalte Eisen in die Faust gegeben. Er soll es führen ohne Schwächlichkeit und Weichlichkeit. Der Soldat soll totschießen, soll dem Feind das Bajonett in die Rippen bohren, soll die sausende Klinge auf den Gegner schmettern. Das ist seine heilige Pflicht. Ja, das ist Gottesdienst. Denn der ihn auf den Platz gestellt hat, dass er dem Guten und dem Rechten zum Siege verhelfe, das ist Gott. Wer nicht schießt, wenn er schießen sollte, ist ein Schurke ... Staat gegen Staat. Volk gegen Volk. Wer ist stärker? Das muss mit dem letzten Mittel, das es in der Welt gibt, mit der Gewalt, entschieden werden." (S. 18)
"Niemals noch hat im deutschen Heere der Ruf versagt ´Freiwillige vor!` Ein ernstes Bild tritt da vor unser Auge, das Bild des Erlösers der Welt, Jesu Christi. Uns allen ist es vertraut, das hochheilige Antlitz des Gottessohnes, ... er ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz ... er verzichtete auf sein göttliches Ich, entäußerte sich selbst und stieg in die grauenhafte Tiefe der Vernichtung ... er vereinigte höchste Hingabe mit höchster Freiheit, da er sprach: ´Niemand nimmt mein Leben von mir, sondern ich lasse es von mir selber.` In den Fußstapfen Jesu Christi wandeln wir, wenn wir gehorsam dem Rufe der Pflicht folgen in Not und Tod. Das ist nicht nur Strammheit, das ist Frömmigkeit, ist echtes Christentum." (S. 23)

"Gehe hin und töte, Gehe hin und lass dich töten"

"Ist´s aber eine höhere Macht, die Leben und Tod nach göttlichem Rat austeilt, dann hat der Apostel [Paulus] recht: ´Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn`. Der Soldat stirbt für seine Pflicht. Das Gebot lautet nicht nur: ´Gehe hin und töte`. Sondern auch: ´Gehe hin und lass dich töten` ... Wer für seine Pflicht stirbt, stirbt im Dienste Gottes." (S. 24f.)
"Aber das Beste ist doch, dass ihr wisst, ihr sollt Gottes Gebot erfüllen und euch in Gottes Schickung fügen. Christen müssen sterben können, wenn Ehre und Pflicht es erfordern.  Einen Tod sind wir Gott doch schuldig, und der Tod ist nur ein Augenblick. Der Christ stirbt nicht, nur sein Elend stirbt. Von dem Schädelthron des Knochenmannes richtet er den brechenden Blick auf den Thron des Lebensfürsten: ´Mache mich selig, o Jesu.`" (S. 26)
Doch wer Jahrhunderte überschaut, sieht über Krieg und Frieden, über Aufblühen und Verfall der Völker göttliche Absichten walten ... Auf dem Weltenthron sitzt nicht ein unvernünftiges Schicksal oder die blinde Naturkraft, sondern der lebendige, allmächtige, allweise Gott. In seinem ungeheuren Reich ist unsere Erde nur ein winziger Stern. Aber das Große wie das Kleine, die Erschütterungen der Weltreiche wie das Haar, das von unserem Haupte fällt, es unterliegt alles seinem Willen. Auch dieser Krieg, mit allem, was er an Opfern kosten wird, und mit allem, was er bringen wird an Erfolgen und Machtverschiebungen der Staaten, wird zur Ehre Gottes und zur Förderung seines ewigen Reiches dienen." (S. 31)
... Wir streiten nicht wider Gott, sondern mit Gott; wir wollen seine Diener, die Herolde seines heiligen Willens und die Vollstrecker seiner Gerichte sein." (S. 32)

"Ihr seid Werkzeug des Höchsten Gottes"

"Ihr, deutsche Kämpfer, seid jetzt das Werkzeug des Höchsten Gottes, um Gottes Gericht über England, Frankreich und Russland zu bringen ... Die Stunde der Vergeltung hat für diese Völker geschlagen, und euch, euch Deutschen ist das Schwert der Rache und des Gerichts in die Hand gelegt. Luther sagt, und Luther war ein deutscher Mann und ein frommer Mann: ´Die Hand, die solches Schwert führt und würgt, ist alsdann nicht mehr Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott hängt, rädert, enthauptet, würgt und kriegt. Das alles sind seine Werke und Gerichte.` Herr Gott, wir danken dir, dass du uns ein Schwert gegeben hast, ein Schwert zur Rache.
Wisst ihr noch, wie sie über uns hergefallen sind? Unseretwegen hätte der Frieden noch hundert Jahre dauern können. Wir haben niemandem etwas zuleide getan. Wir wollten am liebsten gut Freund mit der ganzen Welt sein. Und nun fließt unser deutsches Blut in Strömen ... Sie wollen uns ausrotten, sagen sie und danach handeln sie ... Begreift wohl, es gibt nur ein Mittel, die Übermacht der Feinde wett zu machen, das ist die Schärfe eurer Kriegsführung. Glaubt nicht, dass wir auch nur ein Fünkchen Erbarmen zu erwarten hätten, wenn es ihnen gelänge, Deutschland niederzuwerfen." (S. 35f.)

Foto: 1914 - Französische Bauern auf der Flucht - das "Schwert zur Rache" hat auch sie getroffen
(Wikimedia Commons-Lizenz,
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)


"Das einzige, was so lange den Frieden uns erhalten hat, war unsere starke deutsche Rüstung. Wäre sie schwächer gewesen, unsere Gegner wären schon früher über uns hergefallen. Der Satz ´Willst du Frieden, so bereite den Krieg, ist mitnichten widerlegt, sondern bestätigt." (S. 38)

Für Umwandlung ihrer Gesinnung sei Menschheit "noch nicht reif"

"Wo es um Sein oder Nichtsein eins Volkes geht, da werden das entscheidende Wort immer die Kanonen zu sprechen haben. Der ewige Friede ist ein Traum, sagt Moltke, und nicht einmal ein schöner. Einen Weg nur gäbe es, einen einzigen, um einem brüderlichen Zusammenleben der Menschen näher zu kommen. Wer die natürliche Selbstsucht der Völker aufheben, wer das Menschenherz ändern könnte, das arglistige, rechthaberische, gierige, rachsüchtige Menschenherz, der möchte neue, friedlichere Formen, für das Gemeinschaftsleben der Menschen herauf führen. Das ist der Weg Jesu Christi. Die Herzen will er ändern und kann er ändern ... Für solche Umwandlung ihrer Gesinnung ist die Menschheit noch nicht reif. Was heute dem Christen möglich ist, ist nur dies, dass er in seinem Herzen den Frieden mit Gott findet. Jesus spricht: ´Den Frieden lasse ich euch. Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt` (Joh. 14, 27). Wer seine Seele diesem Himmelsklang erschließt, der geht durch das Kampfgewühl der Erde mit getrostem Sinn. Und ihm ist es nicht nur Verheißung für fernste Zukunft, sondern seliger gegenwärtiger Besitz, das Engelwort: ´Friede auf Erden` ... Wir müssen so aus dem Kampf hervorgehen, dass auf hundert Jahre unseren Gegnern die Lust vergangen ist, mit Deutschland wieder anzubinden." (S. 40-42)

Das fürchterliche Todesgeschrei der Russen in den Maurischen Seen

"Wenn Menschenleiber zerfetzt werden und in grausigem Tod erstarren, wenn im Gebrüll der Feldschlacht die Hölle losgelassen zu sein scheint, wenn so viel namenloses Leid erduldet werden muss, so viel Familienglück zerbrochen wird - wo ist Gott? Er ist, ihr Kameraden, im ehernen Gange der Ereignisse. Er ist nicht nur in den sanften Friedenswerken, im Beten und Singen der Gemeinde, in den stillen Tröstungen des Krankenzimmer ... Auch der Krieg ist ein Werkzeug unseres Gottes ... Er gibt den Menschen, was sie verdienen.
Die Russen sind zu Tausenden in den Maurischen Seen zugrunde gegangen, fürchterlich war ihr Todesgeschrei. Aber nichts anderes ist ihnen widerfahren, als was sie uns zugedacht hatten ...
Denkt nicht zu weichlich von Gott. Stellt ihn euch nicht als schwachen, alten Vater vor. Er kann Leib und Seele verderben in die Hölle! Auch im Feuerschein brennender Dörfer und Städte offenbart er seine Majestät ... Dort wo die eisernen Würfel rollen und Zahltag der Weltgeschichte gehalten wird, da ist auch er. Er, der allein Erhabene und Gewaltige. Aber das ist nicht alles. Mehr noch als in den Ereignissen ist Gott in den Herzen der Menschen, die an ihn glauben.

Die angebliche Gnade "großer Schmerzen"

Wo war Gott, als Jesus am Kreuz hing ... Nie schien Gott einem Menschen ferner zu sein und nie war er ihm doch näher. Gerade in dem Leiden Christi spüren wir die Gegenwart Gottes. Es ist nicht nur die arme Menschenkreatur, die dort am Marterpfahl verröchelt; es ist Gott selbst, der an den Qualen der Schöpfung teilnimmt.
So können wir auch von diesem Kriege sagen, so grässlich er ist: noch nie haben wir Gott so fühlbar erlebt ... Es ist Gnade, wenn Gott uns Großes erleben lässt, auch wenn es große Schmerzen sind. Denn dann dürfen wir nahe sein der ewigen Glut, und unser Herz wird durchleuchtet und durchzittert von dem herrlichen ewigen Leben Gottes." (S. 44f.)
"Macht euch keine Sorgen um eure Familien ... es ist unmöglich, alles aufzuzählen, um euren Familien ihr Los erträglich zu machen. Wir sind jetzt alle Soldaten und kämpfen miteinander fürs Vaterland; ihr draußen mit der Waffe, wir [die Behörden und Einrichtungen in den Städten und Dörfern einschließlich der Pfarrer] mit Werken der Liebe, so gut wir es vermögen ... Gott führe alle wieder zusammen, die treu aneinander hängen." (S. 46f.)

Zum Autor:
Der bekannte evangelische Theologe und Buchautor Pfarrer Dr. Dr. Adolf Schettler ("Die Paulinische Formel Durch Christus", "Die Kirche in der Schicksalsstunde der Gegenwart", "Jesus in der modernen Kritik") war nach seiner Tätigkeit als evangelischer Divisionspfarrer und Soldaten-"Seelsorger" Gemeindepfarrer in Berlin-Wilmersdorf; und zwar von 1913 bis zu seinem "verdienten" Ruhestand 1941. Am 19.3.1933 hielt er vor über 1000 Festbesuchern die Einweihungspredigt der neu gebauten lutherischen Kirche Am Hohenzollernplatz. Dabei betonte er auch die "trotzige lutherische Glaubenszuversicht ´Hier stehe ich, ich kann nicht anders`" (hohenzollerngemeinde.de). Nach seinem Umzug nach Hamburg soll Pfr. Dr. Dr. Schettler dort
bald "friedlich" verstorben sein. Doch die Folgen seiner Reden und Bücher folgen auch ihm ins Jenseits nach ...

Anmerkung:
Wesentliche Elemente des Aufsatzes bzw. der Predigt des lutherischen Theologen Pfarrer Lic. Dr. Dr. Schettler finden sich auch in der heutigen Argumentation lutherischer Theologen.
Dazu gehören:
Krieg und Gewalt als angeblich "letztes Mittel" / Die Friedenslehre von Jesus sei angeblich für den Einzelnen, die Gesellschaften seien dafür nicht "reif" / Die Umpolung des Gebots "Du sollst nicht töten" in "Jetzt sei die Zeit zu töten" / Angeblich sitze Gott über allem und wende alles zum rechten Zeitpunkt zum Guten / Das Gerede, dass man natürlich nur den "Frieden" und die "Gewaltlosigkeit" wolle, nur leider bei diesen Gegnern eben nicht so könne, wie man wolle / Die Theorie, das Hochrüstung den Frieden sichere / Das Reden darüber, wo "Gott" sei und warum er das angeblich zulasse (verändert hat sich in unserer Zeit jedoch, dass man Gott das "Gericht" nur noch indirekt zuschiebt, indem man von seinen angeblichen "Geheimnissen" spricht) / Gott selbst würde angeblich mitleiden, wenn der Mensch Kriege führt, wodurch er den Soldaten nahe sei / Auch die Berufung auf Martin Luther gab es damals wie heute, nur die Auswahl der Zitate ist unterschiedlich, eben je nach aktuellem Zeitgeist.
Alles das und noch vieles mehr ist gleich geblieben, nur ca. 100 Jahre später noch verbrämter und verklausulierter, um auch in unserer Zeit die Menschen täuschen zu können. Denn heute wie damals geht es um den Brudermord, und wieder kann man den Ruf hören: "Kain, wo ist dein Bruder Abel?"

Ein Video zum Text: Hannes Wader, Es ist an der Zeit
https://www.youtube.com/watch?v=sYnxLSwQSeI
Lied an den Soldaten: "Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen, so wie sie es heute immer noch tun ..."


 

Auf den 1. Weltkrieg folgte der 2. Weltkrieg. Lesen Sie dazu mehr in
 Der Theologe Nr. 4 -
Die evangelische Kirche und der Holocaust

"Je länger der Krieg dauerte,
 je voller die Kirchen"

Ein Beispiel:
"Je länger der Krieg dauerte, je christlicher wurden die Gedanken und je voller die Kirchen."
(Der damalige Offizier Günther Strahl anlässlich der vollen Kirchen in Deutschland zu Weihnachten 1944; zit. nach "Weihnachtsbaum und Hakenkreuz", eine Fernseh-Dokumentation von Martin Hübner, MDR 2002)

Als Beispiel für die Kriegsbegeisterung auf römisch-katholischer Seite sei an dieser Stelle auf Kardinal Michael Faulhaber und Kardinal Clemens August von Galen (1878-1946; im Volksmund "Löwe von Münster" genannt) hingewiesen. Bischof von Galen war ein Einpeitscher, der die deutschen Soldaten regelrecht in den Krieg trieb und ihnen im Todesfall das ewige Paradies versprach. Er wurde im Jahr 2005 selig gesprochen. Siehe dazu Der Theologe Nr. 27Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers.
 

 


 

5) Kirche contra Jesus von Nazareth, Teil 1:
Die Beteiligung der römisch-katholischen Kirche am Völkermord in Ruanda

Nach Aussagen des belgischen Spitzenpolitikers Leon Saur ist die katholische Kirche in das Völkermorden in Zentralafrika verwickelt. Die "fundamentalistische Missionsideologie" des katholischen Ordens Opus Dei zielte auf eine Unterstützung der überwiegend katholischen Hutus (bzw. Hutu) gegen die "atheistischen" Tutsis (bzw. Tutsi) ab (Publik forum). Das zu diesem Zweck indoktrinierte Tutsi-Feindbild habe 1994 eine Welle der Vertreibung und blutigen Verfolgungen ausgelöst. Der Vorstoß des belgischen Politikers, dem seitens des Opus Dei allerdings widersprochen wird, bringt weiteres Licht in das Dunkel von einem der schwärzesten Kapitels der römisch-katholischen Kirche in jüngster Vergangenheit.

Die unabhängige Menschenrechtsorganisation "African Rights" (London) legte bereits im Frühjahr 1998 Fakten über den Völkermord von 1994 vor: "Es gibt zwingende Beweise dafür, dass eine Reihe von Bischöfen, Priestern, Nonnen und Mönchen den Völkermord geduldet haben oder aktiv daran beteiligt waren" (gl, 15.5.1998).

Konkret nennt African Rights z. B. Pater Rutihunza, der ein Massaker an behinderten Tutsi-Kindern und ihren Betreuern organisiert hat. Oder Pater Seromba, der Soldaten dafür bezahlt hat, dass sie 2000 Tutsis mit Raupenfahrzeugen in einer katholischen Kirche zermalmten. Der Pater, der die Tutsis zuvor in die Todesfalle Kirche lockte, wurde mittlerweile zum Tode verurteilt. Auch Erzbischof Ntihinuyurwa und Bischof Misago werden in dem Bericht als Kriegsverbrecher genannt.
So soll ein im Jahr 2000 in Florenz lebender Priester die Tutsi-Schüler seiner Schule von den Hutus getrennt und den mörderischen Gendarmen ausgeliefert haben. Vorher habe er sie noch eingeschüchtert, indem er ihnen die Lüge auftischte, geflüchtete Kameraden seien gefasst und ermordet worden. Der zuständige Bischof Misago habe damals ebenfalls bekundet, er könne nichts tun. Doch, so der Spiegel: "Wenn es 1994 eine Institution gab, die dem Morden hätte Einhalt gebieten können, dann war es Ruandas katholische Kirche ... Priester genossen hohes Ansehen im Volk." (Nr. 1/2000) Doch einige von ihnen ließen teilweise selbst gezielt morden.

Der Vatikan deckt bislang Angeklagte und ließ einige von ihnen nach Italien, Frankreich, Belgien sowie andere afrikanische Länder evakuieren. Papst Johannes Paul II. hat sich nur einmal öffentlich in den Konflikt eingeschaltet: Er bat um Gnade für 22 wegen Massakers und Völkermord an Tutsis zu Tode verurteilte römisch-katholische Hutus.

Zur Information: Ruanda ist ein zu 90 % katholisches Land, die meisten Hutus (80-90 % der Bevölkerung) sind römisch-katholisch, die Minderheit der Tutsis (ca. 10-15 %) gehört überwiegend Naturreligionen an. Bei dem Völkermord im Jahr 1994 wurde ein großer Teil von ihnen ausgerottet, ca. 1,7 Millionen Menschen starben. Mit Hilfe ausländischer Unterstützung stellen überlebende Tutsis später [2000] die Regierung, die wiederum die Rebellen im Bürgerkrieg in Kongo unterstützt. Die Kämpfe zwischen Hutus und Tutsis in Ruanda waren 1998 wieder aufgeflammt, wobei auch der Tutsi-Armee Verbrechen vorgeworfen werden. Das Evangelische Sonntagsblatt Bayern gibt zu: "Bedauerlicherweise kam es zum Völkermord nicht deshalb, weil der christliche Einfluss zu beschränkt war, sondern vielleicht, weil er zu groß war." (25.7.1997)

In einigen Kirchen sind die grausigen Überreste der Massaker noch heute [2000] zu sehen

Ein "christlicher" Einfluss? Wäre wirklich ein "christlicher" Einfluss am Werk gewesen, das Morden wäre dort nicht geschürt worden, sondern es wäre zurückgegangen. In Ruanda handelte es sich um einen katholischen Einfluss in der Tradition der Kreuzzüge oder der Hinrichtungen Andersgläubiger. Solange diese Verbrechen nicht von Herzen bereut, bereinigt und wiedergutgemacht sind, werden sie sich wiederholen - durch Menschen, welche die Bereitschaft zu solchen Massakern in ihren Genen tragen. Mit Christus und dem Christlichen hat das alles nichts zu tun. Christlich wäre es, die Macht negativer Anlagen mit der Macht des Christus-Gottes zu überwinden. Siehe dazu auch unsere Meldung aus dem Jahr 2008.

Aktualisierung [3.2.2015]: UN-Richter wirft Vatikan vor, Priester vor Strafverfolgung zu schützen, die am Völkermord in Ruanda aktiv beteiligt waren - http://religion.orf.at/stories/2692827/

 



 6) Kirche contra Jesus von Nazareth, Teil 2:
Die Zustimmung der Kirche zum Kosovo-Krieg

Jesus sagte: "Eure Rede sei Ja, ja, Nein, nein, alles andere ist von Übel." Nachstehend lesen Sie einige Beispiele für das Übel:

"Der Mainzer Bischof Karl Lehmann hat den Nato-Einsatz im Kosovo als Friedensmission bezeichnet. Zwar sei jede Form der Gewaltanwendung zerstörerisch und erzeuge meist Gegengewalt ... Dennoch gebe es offenbar Situationen, in denen die Würde und die Rechte der Menschen mit Gegenwehr verteidigt werden müssten." (dpa, 4.4.1999)
Und, als der Krieg bereits tobte und auch serbische Zivilisten (über 1000 Tote unter der Zivilbevölkerung) von Bomben zerfetzt wurden: "Wir verstehen heute auch die Soldaten als Boten des Friedens." (Osterpredigt des Bischofs, zit. nach bistummainz.de, 4.4.1999)

Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Manfred Kock: "Wir rufen zu Gott im Gebet, dass er den Weg zu einem friedlichen Ausgleich öffnet. Denn wir bleiben der Überzeugung verpflichtet: Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein." Nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen gelte aber militärische Gewalt als "einzig wirksames, letztes Mittel." (idea-spektrum Nr. 13/1999)

"Ich fühle mich ratlos. Ich habe gutgeheißen, dass man dem Völkermord nach langen erfolglosen Verhandlungen mit militärischen Mitteln begegnet. Aber der Zweifel wächst, ob man in der von Hass erfüllten Situation auf diesem Weg dem Frieden näher kommt." (Hermann von Loewenich, bayerischer Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche am Ostersonntag 1999)

"Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Eberhardt Renz, sagte gegenüber idea, der NATO-Angriff auf Jugoslawien bedeute eine Niederlage für alle, die den Frieden wollten. Der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic habe aber keine andere Möglichkeit zugelassen." (idea-spektrum Nr. 13/1999)

"Für die katholische Kirche ist der Krieg kein Mittel der Politik. ... Die Soldaten unserer Bundeswehr werden durch ihre ‘tätige Solidarität mit der Völkergemeinschaft in der Verteidigung einer gerechten internationalen Ordnung` ... dem Auftrag des Konzils gerecht. ... Unser besonderes Gebet gilt den Soldaten der Bundeswehr, ihren Familienangehörigen und Militärseelsorgern." (Der katholische Militärbischof Johannes Dyba).

"Der Einsatz militärischer Gewalt ist auch in einer solchen Situation nur als äußerstes Mittel zu verantworten. Aber mit Bitterkeit und Enttäuschung ist festzustellen: Hier waren alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft." (Der evangelisch-lutherische Landesbischof von Berlin, Wolfgang Huber)

"Du sollst nicht töten!"

Eines der Zehn Gebote heißt "Du sollst nicht töten" und nicht "Du sollst nicht morden", wie es in den Kirchen in jüngster Zeit verfälscht wird.
Es wäre ja auch merkwürdig: Das Lügen ist nach den Geboten nicht erlaubt, denn es heißt ja: "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden". Das Töten aber soll erlaubt sein, nur das Morden nicht? Wenn aber schon das Lügen ein Verstoß gegen die Gebote ist, ist es dann nicht erst recht das Töten?
 



7) Evangelische Kirche heute: Die militärische Überlegenheit wird immer mitgedacht
Krieg als "letztes Mittel" erlaubt
... und oft wird schnell zum "letzten Mittel" gegriffen

In den letzten ca. 200 Jahren ließ sich Folgendes beobachten: Immer wenn die evangelische Kirche in Deutschland am Boden lag, predigte sie den Krieg – im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Das Elend des Krieges trieb die Leute zurück in die Kirche. Menschen wurden getötet, Länder wurden zerstört und die Kirchen hatten wieder großen Zulauf. So war es 1813 und 1870/71 bei den Kriegen gegen Frankreich, so war es 1914, so war es auch 1939 (siehe oben).
Und wie ging es nach 1945 weiter? Die Kirchen trieben die Wiederbewaffnung Deutschlands voran, befürworteten die Atomrüstung der Westmächte und übten sich schon einmal in der Verharmlosung apokalyptischer Schreckenszenarien. So legte der 1949 zum EKD-Ratsvorsitzenden gewählte Landesbischof Karl Otto Dibelius Im Jahr 1954 auf der 2. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Evanston (USA) folgendes Bekenntnis ab: "Die Anwendung einer Wasserstoffbombe ist vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben. Und wenn zum Beispiel eine einzelne Wasserstoffbombe eine Millionen Menschen töte, so erreichen die Betroffenen um so schneller das ewige Leben.`“ (zit. nach Ossietzky, Zweiwochenschrift für Politik / Kultur / Wirtschaft, Nr. 3/2013)

Doch einem von vielen Menschen befürchteten endzeitlichen 3. Weltkrieg würden nach Einschätzung von Militärexperten kleinere Kriege voraus gehen, die sich dann allmählich ausweiten würden. Die beiden Golfkriege, der Kosovo-Krieg, der Afghanistan-Krieg, der Syrien-Krieg und vor allem der Ukraine-Krieg können in diesem Zusammenhang betrachtet werden. Beim ersten Golfkrieg 1991 hörte man da "Ja" der Kirche zum Krieg als "letztem Mittel"; ebenso beim Balkankrieg 1999. Am Beginn des 3. Jahrtausends stimmte man vorwiegend aus theologischen Gründen dann allerdings gegen den Krieg der USA gegen den Irak. Die Bedingungen für eine kirchliche Zustimmung seien nicht erfüllt. Beim Krieg Israels gegen den Libanon 2006 hielt man sich dann weitgehend zurück, und die kirchlichen Stellungnahmen reichten von einer Forderung nach Waffenstillstand bis zur Anfeuerung Israels (siehe unten).
Jesus lehrte: "Eure Rede sei Ja, Ja - Nein, Nein. Alles andere ist von Übel" (Matthäus 5, 37) Ein Beispiel für dieses Übel ist diese Schrift Schritte auf dem Weg des Friedens, die im Jahr 1993 von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Osnabrück verabschiedet wurde. Darin heißt es: "Erlittenes Unrecht im Sinne der Bergpredigt selbst hinzunehmen und zu ertragen ist das eine – den Nächsten aber in Gefahr für Leib und Leben grundsätzlich ohne Schutz und Hilfe zu lassen, ist das andere. Auf militärische Gewalt in allgemeiner Weise als Mittel zur Verhinderung von Aggression zu setzen ist das eine – sich militärische Gewalt als ultima ratio vorzubehalten, von nichtmilitärischen Formen des Drucks, der Deeskalation und gewaltfreien Mitteln weitestgehend Gebrauch zu machen und den Grenzfall des militärischen Einsatzes wirklich Grenzfall sein zu lassen, ist das andere."
Was also nun? Ob als Ergebnis dieser Schaukel-Theologie nun der Krieg befürwortet oder verneint wird, darin kann man sich nie sicher sein.
 

Kirche ist immer für die militärische Überlegenheit
der kirchenfreundlichen Staaten

Dabei ist auch folgendes zu bedenken: Diese ständige Kriegsbefürwortung der Kirchenmänner als so genanntes "letztes Mittel" setzt ja voraus, dass man von der militärischen Überlegenheit des eigenen Lagers ausgeht, da man natürlich immer mitdenkt, dass man diesen Krieg als so genanntes "letztes Mittel" dann auch gewinnt. Denn sonst würde eine solche Rede ja keinen Sinn machen. Also ist die Kirche immer (!) auch für die Aufrüstung (!) und für die militärische Überlegenheit (!), auch wenn sie dies mit ihren Worten oftmals verschleiert.

Im evangelischen Religionsunterricht weist man in diesem Zusammenhang von Krieg und Gewalt gerne auf den bekannten evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer hin, der seine Verwicklung in das Attentat gegen Adolf Hitler am 20.7.1944 mit folgendem Vergleich begründete: Wenn ein betrunkener Autofahrer die Straße entlang fährt, wäre es nicht genug, die Fußgänger zu warnen. Man müsste dem Fahrer auch ins Lenkrad greifen und ihn vom Steuer wegreißen.
Das Bild klingt zunächst "vernünftig". Zunächst. Doch kann dies auf Situationen bezogen werden, wo es um Krieg geht? Damit ließe sich nämlich jeder Krieg gegen die jeweiligen Machthaber der anderen Seite rechtfertigen, und dies wurde im kirchlichen Religionsunterricht auch seither versucht. (Anmerkung: Der Verfasser war selbst von 1984-1992 im Lehramt für Evangelische Religion tätig.)
Außerdem kann der Vergleich von Dieter Bonhoeffer schon aus dem Grund nicht auf Kriege angewendet werden, da er die zahllosen zivilen Opfer der angeblichen "Rettungsaktion" nicht berücksichtigt. Wenn man also einen Betrunkenen vom Steuer eines Autos reißt, kommen keine Tausende von Zivilisten dabei um, und es werden auch keine Tausende von Existenzen dadurch zerstört.  Das Bild von Bonhoeffer - auf Kriege angewandt - ist also zutiefst verlogen.
Dietrich Bonhoeffer wurde übrigens von seinen Freunden in der englischen anglikanischen Kirche im Jahr 1939 gebeten, ein Wort gegen die deutsche Mobilmachung und den drohenden Weltkrieg zu sprechen. Der deutsche Theologe kam dieser Bitte allerdings nicht nach, weil er seinen "Brüdern" in der Bekennenden Kirche, in der die Kriegsdienst- und Kriegsbegeisterung ausgebrochen war, nicht in den Rücken fallen wollte. Hier kann man dann auch einmal fragen: "Was treibt einen solchen Theologen eigentlich um?"
Dietrich Bonhoeffer wörtlich: "So würde ich meinen Brüdern einen ungeheuren Schaden zufügen, wenn ich in diesem Punkt Widerstand leistete." (Eberhard Bethge, Bonhoeffer, Reinbek 1976, S. 72)

Siehe auch folgende ddp-Meldung vom 16.11.2009 unter der Überschrift E
vangelische Kirche für Beibehaltung des Wehrdienstes:
"Die Evangelische Kirche tritt für eine Beibehaltung des Wehrdienstes für alle ein. Ohne eine allgemeine Wehrpflicht würde das jetzt schon starke Desinteresse junger Männer an der Bundeswehr noch zunehmen, sagte der leitende Militärdekan für Ostdeutschland, Helmut Jakobus, auf der Synode der evangelischen Landeskirche Anhalt in Dessau. Auch die Evangelische Kirche sei gefordert, den Soldaten Rückhalt für ihren Dienst zu geben".

Oder auch der Afghanistan-Krieg: Typisch ist, wie eine kritische Äußerung der kurzzeitigen EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Margot Käßmann ("Nichts ist gut in Afghanistan") politisch und kirchlich soweit zurecht gestutzt wird, dass sie zur aktuellen politischen und kirchlichen Mehrheitslage passt. Laut Berliner Zeitung sei sie "schockiert", was aus ihrer Predigt gemacht worden sei. "
Sie habe ... nicht den sofortigen Abzug der Bundeswehrsoldaten gefordert, stellte sie klar. ´Aber für unsere Kirche ist klar: Wir brauchen einen erkennbaren Plan für den Abzug, wir brauchen eine Exit-Strategie. Immer mehr Militär zu schicken, ist doch offensichtlich keine Lösung und bringt keinen dauerhaften Frieden`, sagte Käßmann" (berliner-zeitung.de, 5.1.2010), was so allgemein und nichtssagend ist wie die meisten anderen evangelischen Stellungnahmen auch. Wäre sie dem Pazifisten Jesus von Nazareth gefolgt, wäre sie als EKD-Ratsvorsitzende schon früher nicht mehr tragbar gewesen. So scheiterte sie erst an einer Volltrunkenheitsfahrt mit dem PKW.
Mehr zum Afghanistan-Krieg.

EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider rechtfertigt Tötung von Osama bin Laden mit Jesus von Nazareth - Kirche für gezieltes Schuldig-Werden und Töten

Anlässlich der Militäraktion der USA gegen Osama bin Laden in Pakistan verdeutlichte die Evangelische Kirche in Deutschland wieder ihre Position zum Krieg und zu gezielten Tötungen. So erschien z. B. in der Welt am Sonntag vom 15.5.2011 ein Interview mit den EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider: http://www.welt.de/print/wams/politik/article13372546/Mit-solchen-Feinden-kann-man-keinen-Frieden-schliessen.html
Hier einige Auszüge:
- "Mit solchen Feinden kann man keinen Frieden schließen. Die muss man eingrenzen. Da kann am Ende eine Situation eintreten, in der man Schuld auf sich lädt und solche Feinde tötet."
- "Da existieren zwei Ebenen. Da ist das Individuum, das für sich entscheidet. Und da sind die Politiker, die für einen Staat entscheiden."
- "Staatsmänner müssen militärische Gewalt einsetzen, wenn sie mit dem Bösen in der Welt konfrontiert sind und auf andere Weise nicht weiterkommen. Zusätzlich lassen sich noch viele Debatten führen darüber, inwieweit wir Gewalt nicht selbst provoziert haben, etwa durch die ungleiche Verteilung der Güter. Diese Debatten sind nötig. Aber das alles rechtfertigt in gar keiner Art und Weise das Böse. Gegengewalt kann geboten und notwendig sein."
- "Den Terrorismus muss man mit dem gesamten Arsenal bekämpfen."
- "Schuld lässt sich nicht vermeiden. Im Verständnis der Erbsünde liegt ein Alleinstellungsmerkmal des Christentums gegenüber dem Judentum und dem Islam. Dort besteht die Auffassung, man könne gerecht leben. Wir sagen: Das geht nicht."

So weit also die zeitgemäße evangelische Lehre und die protestantischen Verhaltensrichtlinien zum Krieg. Neu an der Argumentation des evangelischen Kirchenführers ist jedoch, dass er sich dabei zu Unrecht ausdrücklich auch auf Jesus von Nazareth beruft. Er sagte: "Bei Jesus selbst indes gibt es eine einzige Stelle, wo er sich positiv zur Gewalt äußert, und zwar im Lukasevangelium, Kapitel 22, Vers 38: Vor der Gefangennahme Jesu sagen die Jünger: Jetzt müssen wir etwas unternehmen, und sie besorgen sich Schwerter. Jesus entgegnet: Eins reicht."
Nach dem Denken des Kirchenführers habe sich Jesus hier also angeblich "positiv zur Gewalt" geäußert, doch das ist nicht wahr und ein Missbrauch von Jesus. Wörtlich sagt Jesus demnach, als ihm "zwei" (!) Schwerter gereicht werden, "es ist genug".
Doch was heißt das? Diese beiden Schwerter würden zwar einen möglichen Räuber abschrecken, und das ist - falls das Zitat überhaupt stimmt - dann auch ihr ganz praktischer Sinn gewesen. Für eine bewaffnete Auseinandersetzung mit einer ganzen Truppe von Soldaten und Wachleuten sind sie aber völlig unzureichend. Außerdem weist Jesus wenige Augenblicke später den aktiven Einsatz der Schwerter deutlich zurück
(Verse 49-51), und er erklärt nach Matthäus 26, 52-53 unmissverständlich: "Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen."
 
Also: Kein Einsatz der Schwerter als "letztes Mittel" wie in der Kirche, woraus die Priester, Pfarrer und Theologen dann im krassen Gegensatz zu Jesus ableiten: Einsatz der Panzer, der Bomben, der Luftwaffe, der Marine, eventuell eines Tages wieder der Atombomben usw. als "letztes Mittel": Gegen Jugoslawien unter Milosevic, gegen den Irak unter Saddam, gegen Afghanistan unter den Taliban, gegen Libyen unter Gadaffi, gegen Syrien unter Assad; und vielleicht am Ende gar gegen Russland unter ???. Doch das alles ist nicht Christus. Es ist Kirche.

Und dass der EKD-Führer Nikolaus Schneider behauptet, man könne nicht gerecht leben, was das Christentum angeblich vom Judentum und vom Islam unterscheide, ist auch ein krasser Widerspruch zu Jesus, dem Christus. Dieser sagte nämlich auch: "Ihr sollt vollkommen seid" (Matthäus 5, 48), was praktisch bedeutet: "Ihr sollt dies in der ´Lebensschule Erde` lernen". Das ist Christus. Kirche ist im Gegensatz dazu: "Ihr steht unter der Erbsünde und müsst sündigen", oder wie es Luther auf die Spitze treibt: "Sündigt tapfer und glaubt tapferer!" Die Folgen sind bekannt: Massaker, Kriege, Hinrichtungen und Gewalt über Gewalt als "letzte Mittel" ohne Ende.
Auch von einer "Erbsünde" hat Jesus niemals gesprochen. Auch das ist eine Erfindung der Kirche.

"Spannung" zwischen Pazifismus und militärischer Gewalt

Ganz in diesem Sinne wiederholte der EKD-Ratsvorsitzende bei einem Vortrag am 10.10.2011 in Bonn seine Thesen. Idea.de beschreibt die Position so: "Christen sollten die Spannung zwischen einem radikalen Pazifismus und militärischer Gewalt als letztem Mittel (ultima ratio) zum Schutz wehrloser Menschen aushalten" (http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/zwischen-pazifismus-und-militaereinsatz-1.html) Doch wann lavierte Jesus je von einem solchen Spannungs-Pol zum nächsten? Und wann sprach Jesus jemals von einer "ultima ratio"?
Um es noch einmal zu wiederholen. Jesus lehrte: "Eure Rede sei Ja, ja - Nein, nein. Alles andere ist von Übel."
Um die Friedens- gleich Kriegsethik der Kirche noch anschaulicher zu machen, sagte Nikolaus Schneider wörtlich: "Der Verzicht auf Gewalt lässt uns schuldig werden an den Opfern, und der Gebrauch von Gewalt lässt uns schuldig werden als Täter."

Doch wozu führt diese Lehre der Kirche? Natürlich wären und seien ja alle Kriege nur dazu geführt worden, um die "Unschuldigen" zu schützen und die "Schuldigen" auszuschalten. Und praktisch wurde und wird dann nicht lange gefackelt.

Zum Vergleich: Wenn es z. B. heißt, nur die angeblich "unbedingt nötigen" Tierversuche seien kirchlich legitim, dann sind natürlich alle Millionen Tierversuche im Handumdrehen "unbedingt nötig". Und wenn es heißt, nur im "äußersten Fall" sei ein Krieg legitim, dann ist natürlich jeder Krieg, den die Kriegsherren führen wollen, genau dieser "äußerste Fall". So einfach war und ist das schon immer gewesen. Dass der EKD-Vorsitzende beim Libyen-Krieg der NATO 2011 diesen "äußersten Fall" noch nicht gegeben sah, geht im gesellschaftlichen Stimmengewirr unter. Und es war dem Kirchenführer wohl auch nicht so wichtig, und die meisten seiner Kirchenführer-Kollegen dachten ohnehin anders.

Notfalls wird eben noch ein Lügen-Vorwand inszeniert wie beim Beginn des ersten Irak-Krieges des Westens 1991, wo irakische Soldaten angeblich kuwaitische Säuglinge aus Brutkästen heraus gerissen hätten. Und dann die rhetorische Frage an die verführte Öffentlichkeit: "Wollt ihr das zulassen?" "Natürlich nicht", so der vorinszenierte Entsetzensschrei, der das "Ja" der US-amerikanischen Abgeordneten zum Krieg vorbereitete.
Später wurde dann alles als infame Lüge aus dem kuwaitischen Herrscherhaus entlarvt. Und bekanntlich wurde dann auch der 2. Irakkrieg des Westens 2003 mit Lügen begründet (den angeblichen Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein). Und 2013 wird das militärische Eingreifen der USA in Syrien mit dem angeblichen Einsatz von Giftgas durch die dortigen Regierungstruppen begründet, was diese allerdings vehement bestreitet. Aber irgendeinen Grund findet man immer, wenn man den Krieg will, ob der Grund nun stimmt oder nicht.
Oder man denke an den verfassungswidrigen Umsturz in der Ukraine 2014, angeblich durch gezielte Tötungen von Aufständischen im Auftrag des Noch-Präsidenten Janukowitsch in die Wege geleitet. Doch anscheinend hatten ganz andere satanische Kräfte aus den Kreisen der damaligen Opposition selbst geschossen.

Für die Kirche gelten die Worte aus der Erzählung vom Großinquisitor aus dem Roman Die Brüder Karamasov von Fjodor Dostojewski. Der Kirchenmann sagt dem wieder gekommenen Christus: "Wir haben deine Lehre verbessert ... Warum bist du denn jetzt gekommen, uns zu stören?"
Wenn nämlich nach dem Kirchenführer der "Verzicht auf Gewalt" "uns schuldig werden lässt an den Opfern", dann ist die Frage an ihn: "Hat sich also Jesus von Nazareth vor 2000 Jahren aus kirchlicher Sicht schuldig gemacht an den Opfern der römischen Besatzungsmacht, weil er nicht dazu aufrief, die Römer mit Gewalt aus dem Land zu treiben?"
Im Klartext lehrt die Kirche: "Jesus ist ein Utopist. Wir vertrauen ihm nicht. Wir vertrauen der Macht der militärischen Überlegenheit" - natürlich nur zum ´Schutz` vor möglichen Opfern des militärischen oder weltanschaulichen Gegners." Und wurden je Kriege in der 2000-jährigen blutigen Kirchengeschichte anders begründet?
 

 



8) Katholische Kirche heute: Die Modernisierung des "gerechten Krieges"

Krieg als "sittlich erlaubte Verteidigung"

Mit dem üblichen langatmigen Wenn und Aber erklärt die Vatikankirche beim 2. Vatikanischen Konzil in dem lehramtlichen Schreiben Gaudium et spes ("Freude und Hoffnung") 1965 ihre Haltung zum Krieg und schreibt darin unter anderem von ihrer "Verurteilung des totalen Krieges" (Nr. 80). Das ist aber keineswegs eine Verurteilung aller Kriege. Denn wie immer baut die Kirche in ihr Lehrwerk eine Hintertüre ein, um letztlich doch wieder den Krieg - auch einen "totalen Krieg" - befürworten zu können, sei es als angeblich "letztes Mittel" oder wie hier als angebliches "Recht auf sittlich erlaubte Verteidigung". Wörtlich heißt es in dem Konzilsdokument:

"Solange die Gefahr von Krieg besteht und solange es noch keine zuständige internationale Autorität gibt, die mit entsprechenden Mitteln ausgestattet ist, kann man, wenn alle Möglichkeiten einer friedlichen Regelung erschöpft sind, einer Regierung das Recht auf sittlich erlaubte Verteidigung nicht absprechen ..." (Nr. 79)

Praktisch heißt das jedoch: Was als "sittlich erlaubte Verteidigung" definiert wird, ist katholisch erlaubt. Und schließlich kann jeder Krieg flugs als "sittlich erlaubte Verteidigung" definiert und der Kriegsgegner als "Angreifer" erklärt werden, mit dem man eben nicht zu einer "friedlichen Regelung" komme; meist, weil dieser nicht tut, was man von ihm verlangt. Und schon ist der Krieg Führende mit der Kirche im Reinen. Der Konzilstext ist letztlich nur eine Modernisierung der Lehre vom "gerechten Krieg". Zwar werden in unserer Zeit weit mehr Worte über die scheinbare Ablehnung und die Kritik an Kriegen gemacht als früher, aber was zählen fromme Worte? Bei den Taten läuft es aufs Gleiche wie eh und je hinaus.

Und im übrigen gilt auch hier, wie oben bei den evangelischen Stellungnahmen: Eine kirchlich "sittlich erlaubte Verteidigung" macht nach dieser Logik nur Sinn, wenn man diesen "Verteidigungs"-Krieg dann auch militärisch gewinnt(!). Und "gewinnen" kann man nur mit deutlich größeren Waffenarsenalen, weswegen Gaudium et spes die Waffenproduktion und Hochrüstung voraus setzt, auch wenn man im Katholischen Katechismus (1994) klagt: "Der Rüstungswettlauf sichert den Frieden nicht." Und: "
Somit hält die übermäßige Rüstung die Entwicklung der Völker auf. Sie vervielfacht die Konfliktgründe und verstärkt die Gefahr der Ausbreitung von Kriegen." (Nr. 2315)
Aber an der "übermäßigen" Rüstung seien natürlich unausgesprochen nur die "übermäßigen" "Waffen" des potenziellen Gegners schuld, weswegen die eigene Rüstung demgegenüber nicht "übermäßig" sei. So heißt es dann auch unter der Randnummer 2316 im Katholischen Weltkatechismus lapidar: "
Waffenerzeugung und Waffenhandel betreffen das Gemeinwohl der Nationen und der internationalen Gemeinschaft. Deshalb hat der Staat das Recht und die Pflicht, sie gesetzlich zu regeln."

Und während im frühen Urchristentum Soldaten nicht als Gemeindeglieder aufgenommen wurden, heißt es jetzt für Katholiken verbindlich in Gaudium et spes:

"Wer als Soldat im Dienst des Vaterlandes steht, betrachte sich als Diener der Sicherheit und Freiheit der Völker. Indem er diese Aufgabe recht erfüllt, trägt er wahrhaft zur Festigung des Friedens bei."


Und die römisch-katholische Kirche lehrt dort weiter:
"Es ist also deutlich, dass wir mit all unseren Kräften jene Zeit vorbereiten müssen, in der auf der Basis einer Übereinkunft zwischen allen Nationen jeglicher Krieg absolut geächtet werden kann. Das erfordert freilich, dass eine von allen anerkannte öffentliche Weltautorität eingesetzt wird, die über wirksame Macht verfügt, um für alle Sicherheit, Wahrung der Gerechtigkeit und Achtung der Rechte zu gewährleisten. Bevor aber diese wünschenswerte Autorität konstituiert werden kann, müssen die jetzigen internationalen höchsten Gremien sich intensiv um Mittel bemühen, die allgemeine Sicherheit besser zu gewährleisten. Da der Friede aus dem gegenseitigen Vertrauen der Völker erwachsen sollte, statt den Nationen durch den Schrecken der Waffen auferlegt zu werden, sollten alle sich bemühen, dem Wettrüsten ein Ende zu machen. Man soll wirklich mit der Abrüstung beginnen, nicht einseitig, sondern in vertraglich festgelegten gleichen Schritten und mit echten und wirksamen Sicherungen." (Nr. 82)

In der einschränkenden Formulierung "nicht einseitig" versteckt sich hier einmal mehr der krasse Widerspruch zur Bergpredigt des Jesus von Nazareth und seiner Goldenen Regel, die lautet "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch", womit auch gemeint ist: "Das tut ihr ihnen zuerst".
Der Gegensatz dazu ist das übliche politisch-militärisch-kirchliche Taktieren, dass ich nur dann abrüste, wenn auch der andere abrüstet und zwar in dem Umfang, wie ich das von ihm fordere, sonst müsse
man eben "leider" weiter aufrüsten usw. usf. ...

 


Musterrede für den "Dritten Weltkrieg" vor einer apokalyptische Vernichtung der Zivilisation

 "Wir wissen alle: Die Gefahren, die uns drohen, sind viel größer als jemals zuvor in unserer langen Geschichte ... Aber welche Schrecken auch immer auf uns warten: Die Eigenschaften, die ... unsere Freiheit gerettet haben, werden einmal mehr unsere Stärke sein ... Der Wahnsinn des Krieges verbreitet sich erneut in der Welt, und unser tapferes Land muss sich erneut darauf vorbereiten, trotz aller Widrigkeiten zu überleben. Wir beten kontinuierlich für ... die Sicherheit aller Männer und Frauen, die in der Heimat oder im Ausland im Einsatz sind." (* Quelle)

 Aus der tatsächlichen Rede von US-Außenminister John Kerry am 30.8.2013

"Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir sind das Land, das versucht hat, nicht immer erfolgreich, das aber immer versucht hat, einer Anzahl universaler Werte die Ehre zu geben, um die herum wir unser Leben und unsere Sehnsüchte organisierten ... Wir wissen, dass das amerikanische Volk nach einem Jahrzehnt der Konflikte kriegsmüde ist. Glauben Sie mir, ich bin es auch. Aber Ermüdung befreit uns nicht von unserer Verantwortung. Sich nur nach Frieden zu sehnen, bringt ihn nicht herbei ... Wir wissen auch, wir haben einen Präsidenten, der tut, was er sagt, dass er tun will ... Danke."

(Die ganze Rede im Original unter washingtonpost.com, 30.8.2013; mehr zum Syrien-Krieg u.a. hier; John Kerry ist wie US-Vizepräsident Joe Biden als überzeugter Katholik dem Papst unterworfen; auf den größten Brand der US-Geschichte im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien, der zeitgleich wütete, ging er nicht ein)


PS: Die führenden Industrieländer leben seit Jahrzehnten auf Kosten der ärmeren Länder. Eine der unmittelbaren Folge: Täglich sterben über 30.000 Menschen in den ärmeren Ländern an Hunger und Unterernährung. Wissenschaftler haben weiterhin errechnet: Wenn alle Länder mit der Erde so umgehen würden wie die führenden Industrienationen, an deren Spitze sich der Westen stellt, dann wäre der Wohnplanet Erde schon lange zerstört. Auch zwei oder drei Erden würden nicht genügen, um das unvorstellbare Maß der Ausbeutung, der Verschwendung und des Tötens von Tieren in der Natur zu sättigen.
 

 

Lesen Sie auch: Der Theologe Nr. 53
über die Auseinandersetzungen in der Kirche zur Atombewaffnung und zur Kernenergie in:

Das Ja der Kirche zur Atomkraft - Kernkraftwerke mit kirchlichem Segen

 




9) Kriege und Kriegsgeschrei seit 2006 bis in die Gegenwart
 

"Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschrecket nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen ... Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten ..." "Ihr habt gehört, dass gesagt ist ´Du sollst deinen Nächsten lieben` und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen."

(Jesus von Nazareth lt. Matthäusevangelium der Bibel, 23, 6-8.12; 5, 43-44)
 

2006

13.3. / 14.3.2006 - Jahrslosung 2006 - "Gottes" Beistand für einen Völkermörder - Kirchen entlarven sich - "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" heißt ein angebliches Gotteswort an Josua in der Bibel (Josua 1, 5b), das die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland als Jahreslosung 2006 für die Gläubigen auswählten. Unmittelbar zuvor heißt es in der Bibel: "Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange du lebst" (Vers 5 a). Worum geht es? Bereits einige Verse weiter bekommt die kirchliche Andachtsstimmung die ersten Kratzer. Denn: "Jeder, der sich deinem Befehl widersetzt und nicht allen deinen Anordnungen gehorcht, soll mit dem Tod bestraft werden" (Vers 16). Also wird hier zunächst erklärt, wie sich die eigene Bevölkerung verhalten muss: Befehle ausführen oder hingerichtet werden. Den Nachbarvölkern "stockte der Atem" (5, 1), als sie das hörten. Doch lange würden sie nicht mehr atmen können, denn bald gerieten sie selbst in Visier. Zuerst wurden die menschlichen Bewohner und die Tiere der heutigen Palästinenserstadt Jericho massakriert: "Mit scharfem Schwert weihten sie [die Soldaten unter dem Befehl Josuas] alles, was in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel" (6, 21).  Nicht alle befolgten jedoch den Ausrottungsbefehl, so dass wieder eine Phase innerer "Säuberungen" folgte: "Bei wem man dann etwas findet, das dem Untergang geweiht ist, der soll mit allem, was er hat, verbrannt werden ..." (7, 15.25). Dann wieder Völkermord nach außen: "Es gab an jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner von Ai. Josua aber ließ seine Hand mit dem Sichelschwert nicht sinken, bis er alle Einwohner von Ai dem Untergang geweiht hatte ... Den König von Ai aber ließ er an einem Baum aufhängen ... (8,  25.29). Und so weiter. Alles im Auftrag des "Gottes", der dem Feldherrn Josua die Massaker befohlen hatte und ihm für seine Befehlstreue versprochen hatte: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" - die Jahreslosung der Kirchen für das Jahr 2006.
 
Vertreter der Kirchen erklären nun als Rechtfertigung ihrer Jahreslosung, dass es bei diesen Ereignissen in Wirklichkeit gar nicht so gewalttätig zuging, wie dies in der Bibel beschrieben ist. Das ist insofern bemerkenswert, da dies ein Eingeständnis dafür ist, dass die biblischen Berichte die Wirklichkeit verfälscht hatten. Warum werden sie dann aber als "Gottes Wort" bezeichnet? Kann eine Fälschung gleichzeitig "Gottes Wort" sein? Vielleicht "Gottes Fälschung"?

Abgesehen von diesem Widerspruch glaubt man den kirchlichen Theologen aber gerne, dass das damalige Volk Israel viel friedlicher war, und spätere Schriftgelehrte und Theologen sich die Massaker nur besonders total und grausam ausgemalt hatten. Doch das spielt im Zusammenhang der Jahreslosung 2006 keine Rolle. Denn in diesem Zusammenhang zählt eben nicht das Geschehen vor über 3000 Jahren (das hoffentlich friedlicher war), sondern das, was heute als "Gottes Wort" in der Bibel steht. Mit anderen Worten: Was für die Kirchen als "Gottes Wort" gilt, ist maßgeblich und nicht das, was sich vielleicht in Wirklichkeit ganz anders zugetragen hat, aber niemand beweisen kann. Und als "Gottes Wort" gilt eben der Völkermord nach außen und nach innen in seiner schlimmsten Form. So kann man sich auch fragen: Mit welchem Recht erhebt man sich angesichts dieser "heiligen Schriften" in den Kirchen heute z. B. über den Islam, dessen Gläubige in der Geschichte mehrfach tatsächliche Opfer von kirchlichen Völkermördern wurden?
 
Wer die Kirche und ihre Lehren kennt, den überrascht die Selbstverständlichkeit dieses Horrors allerdings nicht. Durch Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte (die Nachfahren der früheren Inquisitoren) werden auch heute Minderheiten auf Schärfste bekämpft, die den Kirchen ein Dorn im Auge sind (siehe Der Theologe Nr. 12). Und in den vergangenen ca. 1.700 Jahren verbündete man sich mit vielen Regimes, welche auf Geheiß der Kirche Menschen hinrichten ließen, die dieser unliebsam waren. Und wörtlich heißt es bis heute in den gültigen Lehren der Kirche: "Deshalb muss sie [die römisch-katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte." (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 382, siehe dazu Der Theologe Nr. 18)
Sollten also eines Tages sogar wieder Menschen "ausgemerzt" werden (wenn man sich wieder mit einem dazu passenden Regime verbündet), bräuchte sich niemand zu wundern. Damit es aber nicht dazu kommt, wäre es notwendig, dass alle aufrechten Demokraten und Verfechter von Glaubensfreiheit und Toleranz die Kirchen in die Schranken des Grundgesetzes weisen (wo sich die Bundesrepublik Deutschland zur Religionsfreiheit und zur Ablösung kirchlicher Privilegien bekennt) anstatt sie mit Milliardensubventionen am üppigen Leben zu erhalten und ihre Macht- und Ausrottungsphantasien achselzuckend hinzunehmen.

Warner gibt es viele, so z. B. auch den Göttinger Theologen Gerd Lüdemann, der zur Jahreslosung unter anderem schrieb: "Die Texte aus dem Josuabuch schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen Bevölkerung ... Der Bann hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott lässt seine Exekutoren nicht fallen und verlässt sie nicht." (Welt am Sonntag, 8.1.2006; http://www.welt.de/data/2006/01/08/828497.html)
 



19.7. / 27.10.2006 / 23.3.2014 - Libanon-Krieg - "Test" für Iran-Krieg? War es ein gerechter Krieg? Kriegsstimmung in der evangelischen Kirche - "Pünktlich" drei Tage nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland begann am 12.7.2006 der von vielen voraus geahnte neue Nahost-Krieg. Im Zusammenhang des Weihnachts-Urbi-et-Orbi von Benedikt XVI. war verschiedentlich gemutmaßt worden, dass die derzeitige Regierung der USA das Fußball-Großereignis in Deutschland noch abwartet, um dann in irgendeiner Form gegen den Iran loszuschlagen. Am 19.7.2006, eine Woche nach Beginn des neuen Krieges, verbreiteten die New York Times in den USA und The Guardian in Großbritannien die Meldung, dass Israel anscheinend in enger Absprache mit der Regierung Bush handele. "Washington habe Israel ein Zeitfenster von einer Woche eingeräumt, um die Infrastruktur der militanten Hisbollah zu zerstören", die bekanntlich vom Iran unterstützt wird (Focus online, 19.7.2006; siehe dazu auch http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427836,00.html). "Israels Militäroffensive im Libanon sei lange geplant gewesen", glaubt auch der israelische Historiker Tom Segev (Spiegel online, 19.7.2006). "Israel habe von den USA eine ´carte blanche` (= Freibrief, Blanko-Vollmacht) für eine Ausweitung der Angriffe gegen Hisbollahziele im Libanon", sagte zudem ein Armeesprecher Israels, der anonym bleiben möchte (Spiegel online, 21.7.2006). Und vielleicht hat der gläubige protestantische US-Präsident George W. Bush (er wurde einst vom "Evangelisten" Billy Graham für den kirchlichen Glauben bekehrt) auf eine Art "Wunschzettel" für mögliche Entwicklungen zurück gegriffen, als er Syrien am 19.7.2006 scharf attackierte und in diesem Zusammenhang erklärte: "Mir kommt's so vor, als wollten die Syrer wieder in den Libanon" (Focus online, 20.7.2006; zum Vergleich: Im Jahr 2012 begann die Einmischung der USA in einen Aufstand in Syrien, der sich zum Syrien-Krieg ausweitete, wo die USA die Aufständischen mit Waffen beliefert). Zum Zeitpunkt des etwas überraschenden Wortbeitrags des Präsidenten waren allerdings die Israelis wieder dort eingedrungen und nicht die Syrer, die 2005 als bisherige "Schutzmacht" ihre Truppen unter dem Jubel der libanesischen Bevölkerung zurückgezogen hatten. Mittlerweile hat der US-amerikanische Journalist Seymour Hersh Indizien dafür zusammengetragen, dass der Libanon-Krieg für die Bush-Regierung ein "Testlauf für einen Iran-Krieg" gewesen sein soll, für den man Planungen durchführe (spiegel.de, 15.8.2006, http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,431774,00.html).

Ganz selbstverständlich können die Kirchenchristen bei ihrer Beurteilung des Krieges die in ihrem Glaubensbekenntnis verankerte "Lehre vom gerechten Krieg" anwenden, der auch für die evangelisch-lutherischen Kirchen in Deutschland bis heute verbindliche Glaubenslehre ist.
So wird in der Augsburger Konfession gelehrt, "dass Christen mögen ... Übeltäter mit dem Schwert strafen [und](,) rechte Kriege führen" (CA XV), und jeder Pfarrer wird darauf vereidigt. Am direktesten sprach bisher der bekannte Politologe, Buchautor und häufige Referent auf Kirchentagen und in kirchlichen Kreisen, Dr. Matthias Küntzel, von einem "gerechten Krieg" (Spiegel online, 23.7.2006) - im Gegensatz zur UNO, deren Vertreter in diesem Krieg "Verstöße gegen internationales Recht" beklagte (25.7.2006). Zwar hatten sich der Papst und der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber während des Krieges der UN-Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand angeschlossen, doch vor allem innerhalb der evangelischen Kirche griff vielfach unverhohlene Kriegsstimmung um sich. So heißt es im Leitartikel von Johannes Gerloff in dem angesehenen evangelischen Wochenmagazin idea-spektrum (29/2006): "´Israel muss die Hisbollah total vernichten.` Darin sind sich die messianische Jüdin Alice aus Naharija und der arabische Christ Nabil aus Mrar einig." Und: "Die größte Angst der Israelis kommt immer wieder zur Sprache: dass der Druck der
Weltöffentlichkeit Israel einmal mehr zwingen könnte, eine Militäraktion vorzeitig und unvollendet abbrechen zu müssen." Dies klingt wie eine Drohung gegenüber europäischen Vermittlern wie Javier Solana oder der französischen Regierung oder Joschka Fischer, die sich um einen sofortigen Waffenstillstand bemühen, um weiteres furchtbares Leid zu verhindern. Und dann lässt die evangelische Zeitung am Ende ihres Kommentars eine vielleicht versteckte Aufforderung zum Krieg gegen den Iran folgen: "Wer dem mörderischen Ungetüm das Genick brechen will, muss sich nach Teheran wenden."
PS: Auch der bekannte römisch-katholische Fernsehkorrespondent Ulrich W. Sahm (ntv), gleichzeitig Mitarbeiter der römisch-katholischen Nachrichtenagentur KNA, stand hinter den Angriffen der israelischen Armee. Sein Argument: "Die Kriegserklärung ging vom Libanon aus" (idea spektrum Nr. 31/2006).


Einmal mehr wird der große Friedensstifter Jesus von Nazareth damit von den Kirchenchristen auf böse Art und Weise verhöhnt
. Denn Jesus sprach niemals von totaler militärischer Vernichtung eines Gegners oder einer Angst, einen Krieg vorzeitig abbrechen zu müssen oder davon, einem Gegner das Genick zu brechen. Nicht einmal von einem "gerechtfertigten" "Verteidigungskrieg". Jesus lehrte in der Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5 - 7): "Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen." Wem dies ethisch zu anspruchsvoll erscheint oder aus einer Betroffenheit heraus augenblicklich unannehmbar, der sollte sein Denken und Empfinden dann aber nicht "christlich" nennen. Und Jesus lehrte auch ganz schlicht und für jeden sofort verständlich:
"Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!" Dies ist gleichbedeutend dem bekannten Sprichwort "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Oder Jesus weiter: "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge." Oder: "Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder heißen." Das also ist der christliche Beitrag zum Nahost-Krieg im Gegensatz zu vielen anti-christlichen evangelischen Beiträgen. Auffällig ist, dass sich viele Nachfolger Martin Luthers nicht einmal mehr die Mühe machen, Jesus zu widerlegen. Auch jammern sie gar nicht mehr herum, dass es doch so "schwer" sei, seine Lehre zu befolgen und man leider "notgedrungen" das Gegenteil von dem tun müsse, was er lehrte. Jesus von Nazareth wird immer häufiger einfach ignoriert.

Selbst das Alte Testament, gleichermaßen die Glaubensgrundlage des Judentums und der Kirche, wird vielfach ignoriert und damit stellenweise praktisch für bedeutungslos erklärt. Denn das Alte Testament lehrt: "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (2. Mose 21, 24). Bekanntlich hat Jesus auch diesem Satz, der einem Geschädigten erlauben soll, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, deutlich widersprochen (siehe dazu Matthäus 5, 38 ff.). Doch dessen Lehre hat man ja eh´ schon über Bord geworfen. Nun stünde aber auch im Alten Testament geschrieben: Vergeltung mit Gleichem, nicht mit Unverhältnismäßigem. Doch man hielt sich in diesem Krieg auch nicht an dieses Gebot im Alten Testament. Wäre man stattdessen nach dem alttestamentlichen Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (bzw. "Auge für Auge, Zahn für Zahn") vorgegangen, so wäre also auf eine Entführung oder einen Terror-Anschlag eine Vergeltung gleichen Ausmaßes erfolgt.

Für die Kirchenchristen in der US-Regierung und ihre Gesinnungsfreunde in den deutschen Kirchen zählt es jedoch zum legitimen Recht, ein Unrecht x-fach vergelten zu dürfen bis zur Ausrottung eines Verursachers, was auch mit der Ausmerzung zahlloser Unbeteiligter verbunden ist. Und im Alten Testament gibt es andere Stellen, an denen ein solches Verhalten auch religiös gerechtfertigt wird. Zudem glauben Millionen von Bibelanhängern, vor allem in den USA, dass ihr evangelischer bzw. kirchlicher Gott in der so genannten "Endzeit" der Armee Israels den militärischen Sieg schenkt und alle ihre Gegner
vernichtet, und dass sich die Israelis anschließend zum kirchlichen Glauben bekehren. In diesem Sinne biegt man sich teilweise gefälschte Bibelstellen aus dem Alten Testament (so z. B. in Hesekiel 38 und 39) oder der Offenbarung des Johannes (z. B. 14, 20) zurecht. Siehe dazu http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5782498_TYP_THE_NAV_REF3,00.html
Im Gegensatz dazu ist auch die Verheißung an den Propheten Abraham im Hinblick auf seine Nachkommen zu bedenken, in der es heißt: "In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden" (1. Mose 12, 3). Wie aber müsste eine Politik aussehen, die zum "Segen" auch für die anderen "Geschlechter" bzw. Völker würde? Zudem heißt es sowohl im Alten als auch im Neuen Testament: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Wenn diese geistige "Gesetzmäßigkeit" zutreffend ist, kann sich jeder selbst ausrechnen, was bald auf diejenigen zukommt, die in den letzten Wochen anderen großes Leid zufügten, gleich, auf welcher Seite sie stehen. "Es wurde so viel Hass gesät", berichten Menschen vor Ort (spiegel.de, 21.8.2006) und dies gilt wohl für Menschen in Israel und im Libanon. "F
ast der ganze Südlibanon ist eine Ruinenlandschaft", schreibt z. B. Spiegel online (15.8.2006), und was werden wohl die Flüchtlinge denken, die in ihre Häuser zurückkehren wollten und dort jetzt nur noch eine Ruine finden (siehe dazu auch http://focus.msn.de/politik/nahost/beirut_nid_33705.html über die Situation in Beirut). Noch wenige Stunden vor Kriegsende wurden die Angriffe mit auch in militärischen Kreisen heftig kritisierten Streubomben intensiviert, von denen 100.000 noch nicht explodiert seien und in der "Nachkriegszeit" weiter täglich Menschen töten (siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,434435,00.html). Während des Krieges wurden zudem Phosphorbomben abgeworfen, die demnächst als chemische Waffen geächtet werden sollen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,443964,00.html). Und schließlich hat die israelische Armee auch die im Jahr 1997 von 152 Staaten geächteten Landminen eingesetzt ((focus.de, 28.11.2006). Und ein Krieg zieht auch weitere Kreise: Bei einem Angriff soll z. B. auch der Bruder eines libanesischen Studenten aus Kiel ums Leben gekommen sein. Und dieser versuchte später wiederum, zwei Bomben in deutschen Regionalzügen zu zünden. Nach Ansicht von Experten sind solche privaten Tragödien oft der Auslöser dafür, dass sich jemand dem Terrorismus zuwendet. Wie also könnte man demnach den Terrorismus wirksam bekämpfen und wie wird er angeheizt?

Anmerkung
: Im Jahr 1982 kam es im Libanon sogar zu einer massiven Kriegshandlung einer angeblich "christlichen" Armee: Damals verübte die so genannte Phalangisten-Armee der kirchenchristlichen Maroniten das Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila nahe Beirut. Die israelischen Besatzer hielten den Maroniten dabei den Rücken frei. 2.500 Palästinenser wurden wahllos ermordet, nachdem zuvor der maronitische libanesischen Präsidenten Baschir Gemayel ermordet wurde und man Palästinenser als Drahtzieher vermutete. Die Maroniten erkennen den römisch-katholischen Papst im Rom als ihr Oberhaupt an (Näheres dazu bei http://de.wikipedia.org/wiki/Sabra_und_Schatila), doch vom Papst hörte man nichts, was als Billigung gedeutet werden kann.

Zum Kriegsverlauf des Libanon-Krieges
: Während drei bekannte israelische Schriftsteller (David Grossmann, A. B. Yehoshua, Amoz Oz) in der letzten Kriegsphase ein sofortiges beidseitiges Ende der Angriffe forderten
(Haaretz, 6.8.2006) und auch Rolf Verleger vom Zentralrat der Juden in Deutschland die Fortsetzung des Kriegs kritisierte (siehe http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/430907.html), meldete sich zu diesem Thema in Deutschland auch der außenpolitische Sprecher der CDU, das Vorstandsmitglied Eckart von Klaeden, zugleich Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages, zu Wort. Er warf der Hisbollah vor, möglichst "viele Tote unter der Zivilbevölkerung beider Seiten" herbeiführen zu wollen (Bild, 5.8.2006). "Wir dürfen auf diese menschenverachtende Strategie nicht hereinfallen", so der führende evangelisch-lutherische Politiker. Was sollte das nun praktisch heißen? Es war offenbar eine weitere Rechtfertigung dafür, dass der Krieg erst einmal weitergehen müsse. Eine andere Rechtfertigung lautete seit dem 1.8.2006, der Krieg sei eine notwendige "Vorbereitung für die internationale Friedensmission" im Libanon, die seither vorbereitet wurde.
Dabei könnten folgende Entwicklungen allerdings eine Warnung sein: Nach dem Irak-Krieg der USA wurde das Land zur Operationsbasis für Terroristen (ca. 6.500 Todesopfer seit "Kriegsende", davon ca. 40 getötete US-Soldaten monatlich, tägliche Selbstmordattentate). Und auch seit dem Afghanistan-Krieg der NATO verfällt dieses Land zunehmend in Terror und Chaos und die im Krieg scheinbar besiegten Taliban kommen wieder. 
Im Libanon kommen zu den Todesopfern und Verletzten momentan auch wirtschaftliche Schäden in Höhe von ca. acht Milliarden Euro hinzu, das Ausmaß der Ölpest noch nicht mit eingerechnet. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,432293,00.html). Der Krieg hat solche "ökologischen Schäden" verursacht, dass auch die Landwirtschaft, die Lebensgrundlage der Bevölkerung, auf lange Sicht zerstört ist. "So hätten etwa die israelischen Luftangriffe auf den Süden des Libanons so schwere Umweltschäden angerichtet, dass dort die nächsten Jahre nicht mehr an Landwirtschaft ... zu denken sei." (dpa, 27.10.2006)

PS: Wer soll dafür aufkommen und wie genau soll denn die "internationale Friedensmission" die Friedens- und Versöhnungsbereitschaft der Bevölkerung fördern?

Im Nachbarland Syrien war in den letzten Kriegstagen "die Wut kaum noch kontrollierbar", so der Imam Muhammad al-Habash. Spiegel online schreibt: "´Das Volk glaubt, es habe die religiöse Pflicht, den Besatzern Widerstand zu leisten`, sagt er und erzählt von Familien in seinem Bekanntenkreis, deren Söhne sich in den letzten Tagen in den Dschihad verabschiedet haben. Vermutlich in den Libanon, da Syrien der Frustration noch kein Ventil bietet. Al-Habash ist ein Geistlicher, der für seine Weltoffenheit und Toleranz bekannt ist. ´Aber jedes Mal, wenn die Menschen hier Opfer von Israel werden, wird die Stimme der Gemäßigten immer leiser. Wir verlieren an Glaubwürdigkeit`, beklagt er. ´Wenn der Krieg weiter eskaliert, wird sich unser Volk von nichts mehr aufhalten lassen`" (10.8.2006; PS: Seit 2012 schlachten sich Syrer aufgrund massivster ausländischer Waffenlieferungen an Aufständische gegenseitig ab, bzw. ausländischen Islamisten haben die Kontrolle im Land übernommen).
Nun ist der Krieg tatsächlich kurzzeitig eskaliert, doch mittlerweile haben alle Seiten der UN-Resolution für eine Waffenruhe zugestimmt. Doch werden sich nun alle Kämpfer, die gerade erst in den Dschihad gezogen waren, der Führung der Hisbollah beugen, wenn diese die Waffen niederlegt? Oder ist das Leid des gerade gestoppten Krieges und der akuten Kriegsfolgen nicht schon der Keim für den nächsten Krieg? Auch die israelische Regierung hat bereits die Fortsetzung des Krieges angekündigt, wenn die Hisbollah sich nicht entwaffnen lässt. Währenddessen bauen jüdische Siedler im besetzten Westjordanland weiter illegal Häuser auf Grundstücken von Palästinensern, was von der Regierung gefördert wird (http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/448497.html). Man hört jedoch auch von einem jüdischen Rabbi, der palästinensischen Opfern beim Wiederaufbau von zerstörten Häusern oder bei der Ernte hilft.
Die deutsche Regierung hat sich ebenfalls in den Konflikt hineinziehen lassen und schickte 2.500 Soldaten im Rahmen der UN in den Libanon, um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden.
 



23.9.2006 / 4.5.2007 - Das Spiel von Politik und Militär mit dem Feuer: Massive Warnungen werden ignoriert - Die gegenwärtige Generation zündelt mit der Existenz dieser Zivilisation. So glauben z. B. auch die Militärs, ohne schwere Schäden zündeln zu können: 1999 half man mit, Jugoslawien anzugreifen und zu bombardieren, 2001 griffen auch deutsche Flieger Afghanistan an. Heute zahlen wir Milliarden an Folgekosten vor Ort. Die den Kriegen zugrunde liegenden Probleme hat man jedoch nicht gelöst, die Kessel brodeln weiter (PS: US-Soldaten sollen zudem Gefangene in Afghanistan gefoltert und ermordet haben; siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438858,00.html; der Krieg gilt unter Experten schon jetzt als kaum mehr zu gewinnen; die Ausgaben würden damit in ein Milliardengrab fließen; vgl. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,439688,00.html).
Die Vorschläge des großen Friedensstifters Jesus von Nazareth (z. B. "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen zuerst") hält man in Politik und Militär ohnehin für utopisch. Trotzdem missbraucht man dort weiter seinen Namen (z. B. durch die Bezeichnung "christlich"). Und die Probleme bauen sich wieder auf.
Beispiel Libanon: Die Bundeswehr war mit 1.000 Soldaten gerade dorthin unterwegs, um im Auftrag der UNO die Nachschub-Bewaffnung der islamistischen Hisbollah-Armee auf dem Seeweg militärisch zu unterbinden (was wohl auch Millionen oder langfristig Milliarden kostet). Und ein paar Dutzend römisch-katholische und evangelisch-lutherische "Militärseelsorger" (früher nannte man sie "Feldgeistliche") sind mit ihren Bibeln auch wieder mit an Bord. Vor mehreren Hunderttausend begeisterten Anhängern in Beirut hat jetzt Hisbollah-Chef Nasrallah öffentlich den Eintritt Deutschlands in den Nahost-Konflikt kritisiert und der Rechtfertigung von Angela Merkel widersprochen, der Militäreinsatz Deutschlands diene der "Sicherheit Israels" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438719,00.html).
Durch das Eingreifen Deutschlands in den unterschwellig weiter schwelenden Nahost-Krieg und die kritischen Äußerungen des deutschen Papstes über den Propheten Mohammed ist Deutschland erstmals mit ins Zentrum der weltweiten Auseinandersetzungen gerückt.
Allgemein könnte man sagen: Schlägt man Warnungen in den Wind, braut sich in der Regel der nächste Sturm zusammen- ...


 


2007

7.1. / 10.1.2007 - Gefahr eines großen Krieges wächst - Der letzte Weltkrieg liegt schon lange zurück, und die heutigen politischen Verantwortlichen haben oft kein Gefühl dafür, was dies für zahllose Menschen bedeutete und dass das Leid der Kriege in Zukunft sogar schlimmer würde. So wird kräftig gezündelt: Chaos, Anarchie und Waffenlieferungen hier, kleinere Kriege da, eventuell ein größerer Krieg wieder hier, und militärische "Planspiele" über "Planspiele" - vielleicht sogar mal ein kleines "Atombömbchen" riskieren. All´ das mag manchmal mehr, manchmal weniger mit dem evangelischen oder katholischen Glauben vereinbar sein. Mit dem großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth hat es überhaupt nichts zu tun.
Aktuell z. B. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,458170,00.html
                  
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,458186,00.html

 



13.3. / 24.5.2007 -
"Wir fliegen in den Krieg" - Deutschland im heimlichen Angriffskrieg - Im krassen Widerspruch zum deutschen Grundgesetz beschloss der deutsche Bundestag mehrheitlich die Entsendung von Kampfbombern in den Afghanistan-Krieg, den so genannten Tornados (auch die Fraktion der GRÜNEN stimmte mehrheitlich dafür, wie schon für den Kosovo-Krieg und für den Beginn des Afghanistan-Krieges). Zwar werfen die Deutschen die Bomben nicht selber ab, sondern sagen "nur" der USA, wohin diese die Bomben werfen "müssen". Doch der Unterschied ist minimal. Da keine der afghanischen Kriegsparteien Deutschland bis dahin etwas getan hat, handelt es sich um einen Angriffskrieg. Die Regierungen der USA führen solche "präventiven" Angriffskriege "gegen den Terror" ohne Zustimmung der UNO seit Ende 2001 und wollen auch die Deutschen immer weiter mit hinein ziehen. Denn man will eigene Kapazitäten wohl schon für weitere Kriegsziele reservieren.
Um die überwiegend kriegsunwillige deutsche Bevölkerung ruhig zu halten, denken sich die Politiker trickreiche Konstruktionen aus: So heißt es, die Bundeswehr wäre im Rahmen des von der UNO eingesetzten ISAF-Einsatzes (International Securitiy Assistance Force) tätig. Gleichzeitig ist sie aber auch Teil des andauernden weltweiten Krieges mit den Namen "Enduring Freedom", der unter dem Oberkommando der USA-Regierung und deren Militärs geführt wird und der mit der UNO nichts zu tun hat. Im Rahmen dieses Krieges sind seit 2001 auch Tausende unschuldiger Zivilisten getötet worden. Das wird jedoch gerne verheimlicht. Denn ein großer Teil der Bevölkerung hat in der Schule auch noch gelernt, Deutschland übe sich in "De-Eskalation" von Konflikten, nicht im Führen von Kriegen, wie es seit 1999 (Kosovo-Krieg der Regierung Schröder (evangelisch) / Fischer (katholisch)) praktiziert wird.

Eine Verfassungsklage der Abgeordneten Peter Gauweiler (CSU) und Willi Wimmer (CDU) gegen den erweiterten Kriegseinsatz Deutschlands in Afghanistan wurde bereits abgewiesen. Auch die Klage der Linkspartei wurde abgewiesen. Derweil schaffte die Bundeswehr erste vollendete Tatsachen. "Wir fliegen in den Krieg", schreibt Bild am 3.4.2007.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom:      23.9.2006      28.10.2006      7.1.2007

Für den Krieg müssen wir auch wieder Millionen oder gar Milliarden Euro an Steuergeldern aufbringen, die woanders fehlen. Z. B. gehen alleine die Unterhaltskosten der Tornado-Flotte in die Zig-Millionen. Nach einer Stunde Flug muss das Kriegsflugzeug nämlich 20 Stunden gewartet werden
(AP, 13.4.2007), und bis jetzt erlitten nur bei Übungen schon 44 Tornados Totalschaden durch Abstürze, Kollisionen und Brände.
Und glaubt die deutsche Regierung Merkel-Müntefering im Ernst, dass die Islamisten, die in Afghanistan vor dem NATO-Angriff im Jahr 2001 die Regierung stellten, ohne schlimme Folgen für die Bundesrepublik Deutschland und die anderen NATO-Staaten einfach von der Erdoberfläche weggebombt werden können? Vielmehr gilt, was schon in der Bibel (Galaterbrief 6, 7) steht: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Das heißt z. B. auch: "Wer Krieg sät, wird Krieg ernten."

PS: Die Kirchen lehren jedoch, dass dies nur manchmal so ist, nicht immer. Und Angela Merkel ist evangelisch, Franz Müntefering katholisch, und auch die übrigen Minister sind meistens evangelisch oder katholisch.  

Aktualisierung [18.5. / 24.5.2007] Drittes Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr - Deutsche Armee als Teil des Krieges "Enduring Freedom": Während die NATO im April und Mai 2007 wöchentlich die Anzahl der von ihr im Rahmen von "Enduring Freedom" getöteten Taliban-Soldaten im zwei- oder dreistelligen Bereich verkündet, schlagen die Islamisten teilweise in Guerilla-Taktik zurück. Zeitgleich zur Meldung über 67 getötete Taliban am 18.5.2007 im Osten Afghanistans werden im Norden drei deutsche NATO-Soldaten von zwei Taliban-Selbstmordattentätern in die Luft gesprengt und getötet. Es ist das dritte Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr in Afghanistan. Und damit erhöht sich die Zahl der auf diese Weise getöteten Deutschen von fünf auf acht. Hinzu kommen 13 bei Unfällen getötete Soldaten.

Anlässlich des Attentats auf die Bundeswehr bestätigte der römisch-katholische "Verteidigungs"-Minister Franz Josef Jung noch einmal, dass die deutsche Armee nicht nur im Auftrag der UNO tätig ist, sondern auch als Teil des von der USA geführten weltweiten Krieges "Enduring Freedom" (z. B. Main-Echo, 24.5.2007). In diesem seit 2001 geführten Krieg hat die USA schon nachweislich mit massiven Lügen zur Täuschung der Weltöffentlichkeit gearbeitet, z. B. zu Beginn des völkerrechtswidrigen Einmarsches in den Irak im Jahr 2003. Der evangelische Präsident George W. Bush setzt dort weiter auf den militärischen Sieg und kündigt für den Sommer 2007 bereits "mehr Opfer auf allen Seiten" an. (ARD, Tagesschau, 24.5.2007)

Mittlerweile informieren Irak-Kriegs-Veteranen immer mehr auch über die Gräueltaten der Enduring-Freedom-Truppen an der Zivilbevölkerung vor allem im Irak. "Veteranen beschreiben in ´The Nation`, dass US-Soldaten rücksichtslos um sich feuern, sobald sie das Militärgelände verlassen. Einige schossen demnach Löcher in Benzinkanister, die am Wegesrand verkauft werden, um dann Granaten in die Benzinpfützen zu werfen. Andere eröffnen das Feuer auf Kinder – unter den Augen der Iraker. Es existieren sogar Fotos, auf denen Soldaten irakische Leichen schänden. Auf einem Bild soll ein Soldat so tun, als ob er das verspritzte Gehirn eines toten irakischen Mannes mit seinem braunen Plastik-Löffel der Armee essen wollte." Und: "Das Kämpfen mitten in belebten irakischen Innenstädten – auf Marktplätzen und in engen Wohnvierteln – führt dazu, dass die US-Soldaten Gewalt völlig wahllos einsetzen und tausendfach Unschuldige töten" (http://www.focus.de/politik/ausland/tid-6860/irak-krieg_aid_66752.html). Auch auf diese Weise frisst sich also der kirchliche Westen immer weiter mordend in die islamische Welt hinein und wundert sich dann, dass auch der gewalttätige Islamismus immer mehr zunimmt. Eigentlich müssten die US-Truppen Morde und Tötungen Unschuldiger verfolgen, doch ein Armeevertreter resigniert: "´Man kann gar nicht jedes Mal eine Untersuchung einleiten, wenn ein Zivilist verletzt oder getötet wird, weil es ganz einfach so oft passiert und man sonst die ganze Zeit nichts anderes tun könnte`, sagt Leutnant Jonathan Morgenstein."

Zu Opfern von "Enduring Freedom" zählen in diesem Sommer auch in Afghanistan vor allem immer mehr unbeteiligte Zivilisten. Zuletzt kamen wieder 25 Zivilisten ums Leben, darunter Frauen und Kinder, die bei einem NATO-Luftangriff auf Taliban-Soldaten ebenfalls mit in Stücke gerissen wurden. Erst einige Tage zuvor versteckten sich islamistische Kämpfer unter Kindern, weswegen sieben Kinder bei dem Angriff gleich mit getötet wurden. In der Vergangenheit bombte die NATO manchmal auch auf Verdacht bzw. irrtümlich, und sie verwandelte z. B. eine Hochzeitsfeier in ein Blutmeer mit Dutzenden von Toten. Mittlerweile hat der afghanische Präsident Karsai die ISAF-Truppen scharf kritisiert und um Absprache aller Angriffe mit der afghanischen Regierung aufgefordert. Wegen der deutschen Beteiligung am Krieg "Enduring Freedom" drohen auch Deutschland Selbstmordattentate von islamistischen Kriegern. (Nachrichtenagenturen am 23.6.2007)

 



7.6. / 10.6.2007
- US-Präsident George W. Bush - Nach seinem Tod einst direkt ins Paradies? Und deshalb auf der Erde so schwer belehrbar? - Ob er seine Politiker-Kollegen in Heiligendamm bei ihren Plänen zur Milderung der Klimakatastrophe bremste (und nur durch offene Drohungen des französischen Präsidenten dazu gebracht worden sein soll, wenigstens minimale unverbindlichen Absichtserklärungen mit zu tragen) oder ob er an neuen Waffensystemen* arbeiten lässt und z. B. den Widerstand der russischen Regierung gegen neue Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien unmittelbar vor den Toren Russlands übergeht (9.6.2007; http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,487600,00.html): Der US-Präsident gibt sich wie ein "Herrscher der Welt", der letztlich macht, was er will, bzw. was die Kräfte, die hinter ihm stehen, wollen. Schließlich haben die USA ja die meisten und schlimmsten Waffen.** Auch die UNO war ihm zuletzt weitgehend gleichgültig, wenn sie sich nicht so verhielt, wie seine Regierung das will (wie vor dem Irak-Krieg). Und schon jetzt droht er Russland, falls die Regierung Putin in der UNO die Abspaltung des Kosovo von Serbien und die Gründung eines zweiten albanischen Staates blockieren würde. Dann würde eben wieder ohne die UNO "gehandelt". Zudem wird in US-Regierungskreisen weiter über konventionelle oder gar kleinere atomare Schläge gegenüber dem Iran gesprochen.
 
Ein wesentlicher Hintergrund ist der evangelische Glaube des Präsidenten und vieler seiner Freunde. Bush ist offiziell evangelischer Methodist, steht jedoch unter dem Einfluss des evangelischen Baptistenpredigers Billy Graham (vgl. dazu www.theologe.de/billy_graham.htm), der ihn einst von seiner Trunksucht wegbrachte und ihm damit den Weg zum mächtigsten Mann der Welt ebnete. Billy Graham, "Seelsorger" vieler amerikanischer Präsidenten, befürwortete - trotz der auch von ihm eingestandenen Schrecken - alle US-geführten Kriege der Vergangenheit, und er hält auch einen drohenden Atomkrieg nicht für das Schlimmste. Der Grund: "Der Schrecken eines Atomkriegs geht - im Blick auf die Ewigkeit - vorüber. Der Zorn, der sich über alle ergießen wird, welche die angebotene Barmherzigkeit, Gnade und Erlösung in Christus ablehnen, ist viel schrecklicher." (Billy Graham, Geht unsere Welt ihrem Ende entgegen?, Neuhausen-Stuttgart 1993, S. 173)

Billy Graham und George W. Bush nehmen die angeblich auf solche Weise "angebotene Erlösung" im Unterschied zu den meisten Menschen auf dieser Welt für sich in Anspruch. Und "das bedeutet: man steht vor Gott, als habe man niemals eine Sünde begangen", so der Glaube Grahams (Billy Graham, Eine Generation entdeckt Jesus, Witten 1982, S. 105). Offenbar sieht dies der US-Präsident auch so, was bedeuten würde, dass er einst gleich nach seinem Tod direkt den Himmel betreten könne, ganz gleich, für wie viel Leid er die Verantwortung trägt und was durch seine Politik mit der Erde und ihren Bewohnern passiert. Umgekehrt bedeutet das nach kirchlichem Verständnis auch, dass die amerikanischen (wie auch alle anderen) Bombardements nicht nur Tausenden von Menschen den irdischen Tod brachten, sondern auch das Höllenfeuer für alle Ewigkeit (siehe oben).

Das ist die evangelische Lehre, die allerdings im Widerspruch zu Jesus von Nazareth (vgl. dazu Der Theologe Nr. 3 und Der Theologe Nr. 1) und teilweise auch zum Kirchenlehrer Paulus steht. Wörtlich heißt es z. B. in der Bibel: "Irret euch nicht. Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galaterbrief 6, 7). Oder Jesus spricht: "Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben ... Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das hat ihr mir auch nicht getan" (Matthäus 25, 42.45). Deshalb: "Geht weg von mir ..." (V. 41; PS: zur Dauer der "Gottferne" siehe Der Theologe Nr. 19)

Der erste Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Otto Dibelius
(1880-1967), äußerte sich sogar noch extremer als Billy Graham. In der Broschüre Militärkirche oder kirchlicher Friedensdienst (Potsdam 1957) erklärte der damals führende deutsche Protestant, selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben." (zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Beck-Verlag, München 1999, S. 259)

Es braucht also niemanden zu wundern, wenn Menschen mit einem Glauben an einen solchen protestantischen "Erlösungszauber" mit der Mutter Erde und ihren Geschöpfen nicht verantwortungsvoller umgehen.

PS: Zu George W. Bush und seinen Entscheidungen siehe auch
Focus online, 8.10.2005

Anmerkungen:
* Im Jahr 2006 stiegen die weltweiten Rüstungsausgaben auf neue Rekordhöhe. 900 Milliarden Euro wurden für militärische Zwecke ausgegeben, davon fielen alleine 396,2 Milliarden Euro auf die USA. Mehr dazu siehe
http://www.netzeitung.de/ausland/671130.html


**
Als die Sowjetunion 1962 Raketen in Kuba vor den Toren der USA stationieren wollte, verhinderte vermutlich nur der letztliche Verzicht der Russen einen neuen Weltkrieg. Dieses Mal geht es zwar "nur" um US-"Abwehr"-Raketen, doch die Logik dahinter ist ebenfalls offensiv: Nach einem eigenen Angriff würde ein Gegenangriff "abgewehrt", so dass ein eigener Angriff eher riskiert werden könne.

Aktualisierung:
Einen Tag nach dem Ende des G8-Gipfels in Heiligendamm traf US-Präsident George W. Bush am 9.6.2007 zur Audienz beim Papst in Rom ein. An der Ostsee hatte er zeitweise eine Magenverstimmung. In Rom ging es ihm wieder gut. Mehr zur Verbindung zwischen dem mächtigsten Protestanten George W. Bush und dem mächtigsten Katholiken Benedikt XVI. siehe
hier.

Einen Tag nach Heiligendamm: George W. Bush verneigt sich tief vor dem Papst.

 



24.6.2007 - Nahezu täglich getötete Zivilisten: Der heimliche Krieg wird immer brutaler - Im Oktober 2001 glaubte die NATO noch, in relativ kurzer Zeit die islamistische Taliban-Regierung in Afghanistan wegbomben und einen Staat nach westlichen Prinzipien aufbauen zu können. Und auch die deutsche Regierung aus SPD und GRÜNEN beteiligte sich in einer "historischen" Entscheidung an diesem Krieg (die nach dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Jugoslawien im Jahr 1999 nicht mehr so schwer fiel). Am 5.10.2001 rief die NATO wegen des Anschläge in New York den "Bündnisfall" aus. Man sprach von einer "Verbindung" zwischen den Terroristen und der afghanischen Regierung, und der Krieg gegen Afghanistan begann am 7.10.2001. Offiziell sagte man, bei dem Krieg handle es sich um "kollektive Selbstverteidigung" (NATO-Vertrag, Artikel 5). Es gehe darum, "unsere Sicherheit" am Hindukusch zu "verteidigen", wie der damalige SPD-Verteidigungsminister Peter Struck den Bürgern auf einer Pressekonferenz am 5.12.2002 weis zu machen versuchte (vgl. http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html). Doch die deutschen Wohnzimmer-Strategen unterschätzten die Taliban. Zwar wurden sie schnell aus der Regierung vertrieben. Doch fast sechs Jahre später ist der Afghanistan-Krieg immer noch nicht "gewonnen" und brutaler denn je. Täglich sollen zuletzt jeweils Dutzende Taliban liquidiert worden sein, doch es scheinen nicht weniger zu werden. Zuletzt erreichten auch nahezu täglich Meldungen über "bedauerlicherweise" von der NATO bzw. der ISAF (International Securitiy Assistance Force) getötete Zivilisten die Öffentlichkeit. Und bei einer Kriegsberichterstattung erfährt man ja meist nur etwas von der Spitze des Eisbergs.

Einige der aktuellen Meldungen: NATO-Soldaten überschritten versehentlich die Grenze zu Pakistan und töteten Zivilisten in einem Haus. (Bild, 24.6.2007) / Bei einem US-Angriff auf ein kleines Hotel in Pakistan wurden zwölf Zivilisten zerfetzt. / Laut pakistanischer Polizei wurden bei einem weiteren Angriff weitere 20 Zivilisten getötet. (Spiegel online, 24.6.2007) / Erst vor einem Tag wurden in einem afghanischen Dorf neben 20 Taliban auch 25 Zivilisten getötet, darunter neun Frauen und drei Babys. (Focus online, 22.6.2007; http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64211.html) / Und wiederum einige Tage zuvor kamen sieben Kinder bei einem Bombardement ums Leben. Die Taliban hatten sich bei den Kindern versteckt. / usw. usw.

Um aus den Bewohnern Afghanistans mehr Informationen über die Taliban herausholen zu können, wenden die von den USA geführten Truppen auch Folter und Schein-Exekutionen an. Focus online schreibt: "US-Soldaten rechtfertigten die Gewalt gegen die afghanische Bevölkerung pauschal: ´Die Afghanen haben eine andere Kultur`, sagte Captain Brad McCoy vom Führungsstab der aktuellen Operation ´Maiwand`. ´Wir sind nicht dazu da, ihre Kultur zu verändern.`" (http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64306.html)

Noch immer hat die deutsche Regierung offenbar nicht verstanden, dass Krieg immer nur wieder mehr Krieg bringt und dass eine solche Politik den Krieg auch ganz allmählich ins eigene Land bringt. So wenden die deutschen Regierungen keinen Schaden vom Land ab, wozu sie verpflichtet wären, sondern sorgen durch die Kriegsbeteiligung Deutschlands (siehe dazu die Aussage des deutschen Ministers Franz-Josef Jung oben) täglich für die Eskalation der Schäden. Dabei gehen die Politiker sehr leise vor, um die deutsche Bevölkerung nicht zu verschrecken. So kämpfen offenbar auch schon 100 deutsche "Soldaten der Elitekampftruppe ´Kommando Spezialkräfte`; sie operieren im Verborgenen an der Seite der US-Truppen und ihrer "Koalition der Willigen". Wie man hört, beiderseits der afghanisch-pakistanischen Grenze" (http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html). Dabei lassen sich die deutschen Politiker von den Kirchen, die den Afghanistan-Krieg von Anfang an mit dem üblichen "Wenn und Aber" "legitimierten"*, mitunter in trügerische "Sicherheit" versetzen. Und seitdem im Jahr 1985 das 5. Gebot von "Du sollst nicht töten" in "Du sollst nicht morden" geändert wurde (neue Einheitsübersetzung der Bibel), können auch die Kirchenvertreter das Töten im Krieg leichter rechtfertigen. Doch mit dem Friedensstifter Jesus von Nazareth haben der Afghanistan-Krieg und auch alle anderen Kriege nicht das Geringste zu tun. Einmal mehr wird dabei Jesus, der Christus, der große Menschheitslehrer, von denen verhöhnt, die sich zwar "christlich" nennen, doch im krassen Gegensatz zur christlichen Lehre sowohl kriegerische Islamisten als auch (versehentlich aber stetig) unbeteiligte Moslems in Stücke reißen lassen. Und mit jedem Toten wächst in der Bevölkerung auch der Hass auf die Angreifer. Was die eigentliche Aufgabe der christlich geprägten Länder gewesen wäre, siehe hier.


* "In der Abschluss-Kundgebung der EKD-Synode [Evangelische Kirche in Deutschland] vom 9. November [2001] bezogen die Synodalen bei aller Solidarisierung mit den zivilen Opfern und der Einrede auf die humanitäre Verantwortung der Entscheidungsträger letztlich eine für ihre innere Verfassung typische Sowohl-als-auch-Position: Beide Optionen (für oder gegen den Militäreinsatz) werden der individuellen Gewissensentscheidung anheim gestellt und damit kirchlich legitimiert ..." Ein Antrag von einzelnen Synodalen für eine kirchliche Entscheidung gegen den Krieg wurde von der EKD abgelehnt. "In einer fast zeitgleich ergangenen Erklärung des Vorsitzenden der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, werden wiederum sowohl die Bedenken wie auch die Anerkenntnis eines «ultima ratio»-Handelnmüssens der Staaten zum Schutze ihrer Bürger vor terroristischen Anschlägen in ein verbales Gemenge eines von Zweifeln zerfurchten Einerseits-andererseits und Sowohl-als-auch gegossen". Damit "legitimierte" auch die römisch-katholische Kirche den Krieg. (http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Kirche/franz.html)
 



7.7. / 8.7.2007 - Heinrichsfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher - Nicht nur in Argentinien stehen derzeit Verbrechen mit kirchlicher Beteiligung oder unter kirchlicher Anleitung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses (siehe dazu die nachfolgende Meldung). Auch in Deutschland ist dies - wenn auch weit gehend unausgesprochen - der Fall. So feiert z. B. das Erzbistum Bamberg im Jahr 2007 sein 1000jähriges Jubiläum. Bistumsgründer ist der König und spätere Kaiser Heinrich II., der in unzähligen Kriegen immer wieder unschuldiges Menschenblut vergossen hat (mehr dazu hier). Nach ihm ist auch das Heinrichsfest benannt, das am 7.7. und 8.7.2007 in Bamberg gefeiert wurde. Das Bistum Bamberg wurde mit dem Ziel gegründet, Andersgläubige wirkungsvoller vernichten zu können. Wörtlich heißt es in einem Dokument aus dem Jahr 1146 anlässlich der Heiligsprechung Heinrichs: "... dass das Heidentum der Slawen [die z. B. im angrenzenden Fichtelgebirge lebten] vernichtet werde." Dies lief auf die Zwangsbekehrung bzw. Ermordung der Menschen hinaus. Ein schlimmes Kriegsverbrechen war auch das grausame Massaker Heinrichs an den Einwohnern der italienischen Stadt Pavia in der Nacht vom 14. auf den 15.5.1004. Die Bevölkerung hatte zuvor die Krönung Heinrichs zum König der Langobarden missbilligt, die seiner späteren Kaiserkrönung im Jahr 1014 voraus ging. Die Kinder auf dem Heinrichsfest in Bamberg ließ man deshalb Heinrichs-Kronen basteln. Mehr zum Gründer des Bamberger Bistums und zu seiner Geschichte lesen Sie in Der Theologe Nr. 29 - 1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern.

Zum Vergleich: Auch die Protestanten in Bayern feiern ihren "Kriegsherren". Anlässlich des 50. Todestages von Landesbischof Hans Meiser hatte man das Jahr 2006 zum "Meiserjahr" erklärt. Der Landesbischof bejubelte z. B. den Überfall Nazi-Deutschlands auf Belgien, die Niederlande und Frankreich und die Besetzung dieser Länder im Jahr 1940 als einen Sieg, "wie er ähnlich in der Geschichte der Völker nicht gefunden wird". Doch bei der Ehre für Bischof Meiser regt sich allmählich Widerstand. So geht es seit 2006 in der öffentlichen Diskussion auch um die Umbenennung von Meiserstraßen. Ausführlich in Der Theologe Nr. 11.

Unsere Bitte: Die Kirchen können ihre Antisemiten, Inquisitoren, Kriegsherren und Menschenschlächter gerne feiern oder "bedenken", wie sie wollen, solange sie nicht gegen geltende Gesetze verstoßen (solches wird in begrenztem Umfang ja z. B. auch bei Neonazis nicht geahndet). Und das werden die Kirchen auch im 21. Jahrhundert weiter tun, denn sie haben sich in ihrem Wesen nicht geändert, sondern nur dem demokratischen Zeitgeist angepasst (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 12). Aber sie sollen dies tun als römisch-katholische oder z. B. evangelisch-lutherische Kirche. Mit Jesus, dem Christus, hat das alles jedoch nicht das Geringste zu tun, denn er lehrte und verkörperte das Gegenteil von dem, was die Kirche aufs Ganze gesehen lehrt und tut. Deshalb sollten die Kirchen endlich so ehrlich sein und sich nicht mehr "christlich" nennen. Siehe dazu auch Der Theologe Nr. 25.
 



14.8.2007 - Das Bibel-Bekenntnis des Waffen-Lobbyisten - Der intensiv gläubige evangelisch-lutherische Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, sagt: "Der ungeheuerlichste und unglaublichste Satz im Neuen Testament ist der von Jesus: ´Niemand kommt zum Vater denn durch mich.` Das ist der Satz, der uns von allen anderen Religionen unterscheidet." (idea.de, 14.9.2007)
Volker Kauder "
steht in der Kritik, Waffenexporte der Firma Heckler & Koch zu unterstützen und bei der Abwicklung von Aufträgen zu helfen. Die Wochenzeitung Die Zeit nennt Kauder einen ´gewichtigen Fürsprecher` des in seinem Wahlkreis ansässigen Waffenherstellers. Ein Zusammenhang zwischen hohen Spenden der Firma an die CDU und eines Einsatzes von Kauder für Heckler & Koch wird aber seitens der Firma verneint." (Wikipedia, Stand: 9.9.2009)
 




15.8. / 16.8.2007 - Afghanistan, Irak - Kriege geraten immer mehr außer Kontrolle - Trotz immer neuer "Erfolgsmeldungen" über im Krieg getötete Taliban (25.7.2007: "Mehr als 70" http://www.focus.de/politik/ausland/koalitionstruppen_aid_67837.html; 10.8.2007: "Dutzende" http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,498739,00.html) geraten die beiden von der US-Regierung entfesselten Kriege in Afghanistan und Irak immer mehr außer Kontrolle. Es scheint, dass trotz der andauernden Tötungen von Taliban, die bis zum NATO-Angriff im Oktober 2001 die afghanische Regierung stellten, immer mehr Taliban "nachwachsen". Diese oder andere gewaltbereite Gruppen töten nun ihrerseits z. B. Deutsche, wie z. B. am 15.8.2007 die drei Sicherheitsbeamten.
Im Irak kamen am selben Tag gar mindestens 500 Menschen bei Anschlägen um (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,499961,00.html). Dennoch gibt es weiter Bestrebungen, zusätzlich zu den beiden Fronten am Hindukusch und im Zweistromland noch einen dritten Krieg gegen den Iran zu beginnen. Doch man kann Islamisten nicht einfach von der Erdoberfläche wegbomben, und dies hat auch nicht das Geringste mit Jesus von Nazareth zu tun, der die Goldene Regel lehrte ("Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst"; Matthäus 7, 12). Und einen Frieden wird es auch nie geben, solange man glaubt, man hätte ja ein "Recht", einen Krieg zu führen und solange man zudem glaubt, die "Goldene Regel" könne man nicht auf die Politik anwenden.

Was haben die vielen Tausend toten US-"Helden" im Irak-Krieg 2003 gebracht? - Militärischer Sieg des "christlichen Kreuzfahrers" führte zum Aufstieg Irans  und zur Verfolgung der Christen
[und - Aktualisierung 2014 - zum Eroberungsfeldzug der islamistischen Isis-Rebellen]

"Die Invasion der sogenannten Koalition der Willigen [2003] hat die Lage im Irak und in der Region dramatisch verschlechtert. Nach dem Abzug der US-Kampftruppen ist der Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten voll entbrannt. Ein Funke genügt und die Auseinandersetzungen schlagen in offene militärische Konfrontation um".
Und weiter heißt es: "Die Kontrolle über das irakische Öl liegt heute in den Händen von Schiiten, die mit dem Iran verbunden sind. Teheran ist nicht zuletzt deshalb zum regionalen Player geworden. Ein mit dem Lineal errichteter Staat droht zu zerfallen. Und es ist nachgerade paradox, dass der christliche Kreuzfahrer George W. Bush dafür verantwortlich ist, dass die große christliche Gemeinschaft zwischen Euphrat und Tigris zur verfolgten Minderheit geworden ist." (ntv.de, 8.2.2012)

 


2008


9.1.2008 - Ruanda - Der Verrat der Kirche an der Friedfertigkeit des Jesus von Nazareth - Jesus war Pazifist. Die Kirche segnete jedoch Waffen, befürwortete Kriege und "brachte" nach Aussage des Historikers Karlheinz Deschner "mehr Menschen um als Hitler und Stalin zusammen". In der jüngeren Vergangenheit wurde vor allem ihre Verwicklung im Völkermord an den ruandischen Tutsi durch ruandische Hutu bekannt - ca. 800.000 Tote im Jahr 1994. Einer dpa-Meldung vom 9.1.2008 zufolge seien nun über siebzehn Jahre nach den Massakern in 84 Schulen Ruandas von Hutus verfasste Anti-Tutsi-Flugblätter gefunden worden, u. a. mit dem Inhalt: "Wir haben genug von ihnen und werden sie töten" (Netzeitung, 9.1.2008). Die Saat der Gewalt ist also weiter am Keimen.
Dabei ist zu bedenken: Die Hutu sind überwiegend Katholiken. Bei den Tutsi finden sich viele Anhänger von Naturreligionen. Insgesamt gehören in Ruanda jedoch quer durch beide großen Volksgruppen ca. 75 % der Bevölkerung entweder der römisch-katholischen (65 %) oder einer evangelischen Kirche (10 %) an, zum Islam bekennen sich ca. 8 %. In einer Reportage von Arte-TV heißt es dazu:
"Als 1994 in Ruanda christliche* [*Anmerkung: richtig wäre "kirchliche"] Hutus in 100 Tagen eine Million christlicher* Tutsis umbrachten, waren es einzig die ruandischen Moslems, die sich - unter Berufung auf den Koran - der Gewalt verweigerten. Mehr noch: Sie versteckten Flüchtlinge und versorgten sie mit Lebensmitteln, sie gaben ihnen Zuflucht in ihren Moscheen und zeigten sich mit ihnen solidarisch, vielfach um den Preis des eigenen Lebens. Sie halfen Hutus und Tutsis, Moslems und Christen gleichermaßen. Kein einziger führender Moslem wurde wegen des Völkermordes angeklagt. Stattdessen bat der ruandische Staatspräsident die Moslems des Landes, sie ´zu lehren, wie man zusammenlebt.`" (http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/1172274.html)
Daran wird einmal mehr der Verrat der Kirchen an der Friedfertigkeit des Jesus von Nazareth deutlich, der den Menschen zeigte und vorlebte, wie man zusammenleben kann. Die institutionellen Kirchen haben ihre Mitglieder wie zu allen Zeiten jedoch in die Irre geführt - weg vom großen Friedenslehrer Jesus von Nazareth, den man nur den Lippen nach verehrte, und hin zu selbst gestrickten Dogmen, "Sakramenten" und Kulten. So haben auch einzelne kirchliche "Friedensaufrufe" keine Kraft, wenn man insgesamt beim Thema "Gewalt und Krieg" Kompromisse macht und die Menschen nicht zu den Wurzeln der eigenen Aggressionen führt, um diese zu bearbeiten (eine Hilfe könnte dazu z. B. das Bibelwort "Was der Mensch sät, das wird er ernten" sein; vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 2). Mit Jesus hat das kirchliche Lehrwerk und Tun jedenfalls nichts zu tun. Er lehrte in seiner Bergpredigt, die Feinde zu lieben und bei Konflikten zuerst den "Balken" im eigenen Auge zu erkennen und zu entfernen, bevor ich dem anderen helfen kann, seinen "Splitter" zu entfernen. Doch die Kirchen lehrten auch, die Bergpredigt sei insgesamt nicht lebbar. Die Folgen zeigten und zeigen sich u. a. in Ruanda.

 



24.4. / 24.5.2008 / 4.3.2012 - Iran mit kompletter Auslöschung gedroht - Entenjägerin Hillary Clinton übt sich in apokalyptischen Vernichtungs-Visionen - "Mein Dad ... hat ... mir beigebracht, auf Enten zu schießen, als ich ein kleines Mädchen war", erzählte die US-Präsidentschaftsbewerberin und spätere US-Außenministerin Hillary Clinton (Handelsblatt, 14.4.2008). Bis heute bringt die Frau von Ex-US-Präsident Bill Clinton als Hobby-Jägerin leidenschaftlich gerne Tiere um. Bei den Vorwahlen um die Präsidentschaft drohte das überzeugte evangelisch-methodistische Kirchenmitglied Hillary Clinton nun mit einer Apokalypse bisher nie bekannten Ausmaßes, die unzähligen Menschen und Tieren den Tod bringen würde. So wird sie bei Focus online zitiert: "Die Iraner sollen wissen, dass ich, wenn ich Präsidentin bin, den Iran (im Falle eines Angriffs auf Israel) angreifen werde ... Ein Angriff auf Israel würde einen massiven Vergeltungsschlag der USA provozieren ..." Die USA seien in der Lage, die Iraner "komplett auszulöschen". (22.4.2008)

Seit Herbst 2005 wird dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in diesem Zusammenhang nachgesagt, der Staat Israel müsse seiner Überzeugung nach "ausgelöscht" werden, so die martialische englische "Übersetzung" des persischen Originals einer Rede vom 26.10.2005. Tatsächlich bezog sich der Iraner in dieser Rede auf die damalige israelische Regierung, die er als "Besatzerregime" bezeichnet ("occupying regime", New York, 30.10.2005). Und er sagte wörtlich: "Das Besatzerregime muss Geschichte werden" (bzw. "muss von den Seiten der Geschichte verschwinden") (zitiert nach Süddeutsche Zeitung, 26.3.2008, http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/858/165387/). Er verglich es dabei mit dem früheren Schah-Regime in Persien. Deshalb korrigierte z. B. die britische Zeitung The Guardian später das von westlichen Medien aus dem Zusammenhang gerissene und falsch übersetzte Zitat und schrieb: "Er sprach keine militärische Drohung aus. Er forderte ein Ende der Besatzung Jerusalems, irgendwann in der Zukunft" (2.6.2006). Und in einem Interview erläuterte Präsident Mahmud Ahmadinedschad später: "Wir
sind gegen Blutvergießen, und zwar unabhängig davon, ob ein Verbrechen gegen einen Muslim oder gegen einen Christen oder Juden begangen wird" (Spiegel online, 31.5.2006, http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,418312,00.html). Und der iranische "Revolutionsführer" Chamenei, der als mächtigster Mann des Landes gilt, hatte bereits im Herbst 2005 klargestellt: "Iran wird gegen keine Nation eine Aggression begehen." (Süddeutsche Zeitung, 26.3.2008)

Offen ist allerdings, wie die Regierung Irans auf einen Angriff Israels reagieren würde, der z. B. die Zerstörung der persischen Nuklearanlagen zum Ziel hätte. Eine Möglichkeit wäre ein militärischer Gegenschlag, der nach Hillary Clinton wiederum einen Angriff der USA auf den Iran zur Folge hätte. Die Folgen für die gesamte Zivilisation wären von hier an unübersehbar, und die Apokalypse könnte neue bisher nicht gekannte Ausmaße erreichen.

Das Perfide daran ist, dass auch Hillary Clinton den Schöpfergott und den großen Friedenslehrer Jesus von Nazareth, der von der Feindesliebe sprach (z. B. "Tut wohl denen, die euch fluchen"), auf das Schändlichste für ihr Kriegsunken missbraucht. Zudem sagte sie gegenüber dem Nachrichtensender CNN, "in Gottes Gnade verankert zu sein"
(http://eins.scm-digital.net/show.sxp/1433_clinton_und_obama_sprechen__ber_ihren_glauben.html). Auch ist sie bekannt dafür, angeblich "Jesus" zurück in die Politik bringen zu wollen, und sie besucht regelmäßig einen Bibel- und Gebetskreis, der sich dieses Ziel gesetzt hat (z. B. http://www.motherjones.com/news/feature/2007/09/hillarys-prayer.html). In diesem Zusammenhang bekundete sie vor allem ihr Interesse an der alttestamentlichen "Heldin" Esther. Erschreckend dabei sind die Parallelen von Geschichte und Planspielen der Gegenwart:

Esther wurde als Jüdin im 6. Jahrhundert vor Christus Königin von Persien, dem heutigen Iran. In den Machtkämpfen am Königshof entwickelte sich dem biblischen Buch Esther zufolge eine Feindschaft zwischen ihrem Onkel Mordechai und dem mächtigen persischen Fürsten Haman. Dieser soll schließlich die Vernichtung aller Juden in Persien beschlossen haben, doch Esther erfuhr von dem geheimen eventuellen Plan mit und soll eine grausame Vorab-Rache für diesen Plan in die Wege geleitet haben. So heißt es in der Bibel: "Auch die anderen Juden in den Ländern des Königs kamen zusammen, um ihr Leben zu verteidigen und sich vor ihren Feinden Ruhe zu verschaffen, und töteten 75.000 von ihren Feinden." (Esther 9, 16)

Womöglich orientiert sich Hillary Clinton an der Bibel und an Esther, wenn sie davon spricht, die tatsächlichen oder vermeintlichen "Feinde" des heutigen Israel und ihr Land womöglich bald komplett auslöschen zu können. Tatsächlich steht die Senatorin, Juristin und Entenjägerin aus Park Springs/Illinois nicht weit davon entfernt, auf die Knöpfe drücken zu können, die das apokalyptische Inferno auslösen könnten. Ihr evangelisch-methodistischer Glaube (den sie übrigens mit dem Präsidenten George W. Bush teilt) gebe ihr dabei das "Vertrauen ..., Entscheidungen zu treffen, die richtig für sie seien" (www.eins.scm-digital.net; siehe oben). Doch ihre Ansichten sind Teil der Lehren der Kirche. Mit Jesus, dem Christus, der weder das Töten von Menschen noch von Tieren befürwortete, hat es nicht das Geringste zu tun.
 



12.5. / 21.5.2008 / 4.3.2012 - Das Ende der bisherigen Zivilisation erscheint nahe - Israelischer Historiker fordert Atombombenabwurf und die Zerstörung des Iran / Der Holocaust im Dritten Reich als Hintergrund - Was in dieser Welt täglich näher rückt, sind Zerstörungen von unsagbarem Ausmaß. Einen weiteren Vorgeschmack darauf gibt das Interview des israelischen Historikers Benny Morris von der Ben-Gurion-Universität Beersheva mit der Internet-Ausgabe der österreichischen Zeitung Der Standard am 9.5.2008.
Darin sagt Morris unter anderem: "
Die letzte Chance ist der Einsatz einer israelischen Atombombe, um das iranische Atom-Programm zu stoppen. Das ist die Richtung, in die die Welt den Nahen-Osten und Israel drängt ... Es reduziert sich also auf die Frage, ob Israel zerstört wird oder der Iran zerstört wird. Und ich hoffe, die Israelis verstehen, dass es besser ist, den Iran zu zerstören, als selbst zerstört zu werden" (http://derstandard.at/?url=/?id=3325698). Man kann nur hoffen, dass dies nie geschieht, und Menschen, die so denken, in Israel und anderswo nie zu politischer Macht kommen. Dr. Morris verteidigt auch die einstige Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat, "um die Existenz Israels zu garantieren", so Der Standard über die Position des Historikers.

Siehe dazu auch unsere Nachricht: Iran mit kompletter Auslöschung gedroht - Entenjägerin Hillary Clinton übt sich in apokalyptischen Vernichtungs-Visionen.
Während Hillary Clinton allerdings "nur" darüber nachdenkt, den Iran "auszulöschen", falls dieser Israel angreift, geht Prof. Dr. Benni Morris einen Schritt weiter. Er erwägt, den Iran durch eine Atombombe "sicherheitshalber" "auszulöschen", damit er den Staat Israel gar nicht angreifen könne. Nicht auszudenken, was daraus für Kettenreaktionen folgen würden. Und immer mehr Menschen fragen sich: Ist das dann der 3. Weltkrieg?

Eine Woche nach diesem brutalen Interview hat der Militärgeheimdienst-Chef Israels, Amos Yadlin, den Iran als ein "Weltproblem" bezeichnet (Haaretz, 16.5.2008, zit. nach http://www.juedische.at). Über mögliche militärische Angriffs- oder Verteidigungspläne sprach er nicht. Er sagte jedoch: "
Wir sind die Enkel einer Generation, die nicht zugehört hat. Einer Generation, die die Aussagen, die Juden müssten vernichtet werden, nicht ernst genommen hat. Wir räsonieren über das Ausmaß der Rationalität des iranischen Regimes."

Doch was immer das heißen mag: Zu bedenken ist hierbei, aus welcher Wurzel die Vernichtungspläne gegenüber den Juden  gesprossen sind. Aufschlussreich dazu die Erklärung Adolf Hitlers an Bischof Hermann Wilhelm Berning in Osnabrück vom 26.4.1933, wonach "er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirche in 1.500 Jahren gegen sie getan habe" (zit. nach Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1981, S. 406, siehe auch hier). Wer trägt also eine Hauptverantwortung für die explosive apokalyptische Weltsituation? Und wer lehrt bis heute, dass Gott einst auch den Völkermord angeordnet habe (siehe dazu Der Theologe Nr. 26)?

Bedenklich auch, dass brutale Antisemiten wie Martin Luther (siehe dazu Der Theologe Nr. 28 - Martin Luther und die Juden) in Deutschland bis heute geehrt und gefeiert werden.
 
Mit dem großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth hat das alles nichts zu tun. Er lehrte in der Goldenen Regel sinngemäß: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu" oder: "Was du willst, dass dir die Leute tun, das tu du ihnen auch."
Siehe dazu auch unsere Nachricht vom 4.6.2008
.

Aktualisierung: [13.11.2008]: Der Historiker Benny Morris legte nach. Seine grausame Logik siehe unter:
http://www.welt.de/politik/article2230158/Stehen_Israel_und_Iran_kurz_vor_einem_Atomkrieg.html

 



4.6.2008 - Beispiellose Aufrüstung der USA: 5 % der Weltbevölkerung und 68 % der Weltrüstungsausgaben / Auch andere Länder rüsten auf - Den überwiegend kirchenchristlichen Politikern in den USA wird ihre beispiellose Hochrüstung früher oder später zum Verhängnis werden. Denn was der Mensch sät, das wird er einst ernten. 68 % der Weltrüstungsausgaben entfallen auf die USA, einschließlich der Kosten für die Kriege im Irak und Afghanistan. Doch auch die anderen Ländern rüsten beispiellos hoch - von 2002 bis 2006 ist weltweit eine Steigerung von 30 % erzielt worden. Erstmals wurde die Billionen-Grenze pro Jahr überschritten (http://www.focus.de/panorama/diverses/friedensgutachten-2008-friedensforscher-kritisieren-us-ruestungspolitik-massiv_aid_306021.html) (vgl. auch unsere Meldung hier). Mit 30 Milliarden Dollar könnte man das Welthungerproblem lösen. Doch die Mächtigen dieser Welt rücken diese verhältnismäßig kleine Summe nicht heraus. Stattdessen verwenden sie ungeniert 1.200 Milliarden = 1,2 Billionen, also das 40-fache, für immer teurere und bessere Waffen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,557545,00.html). Dieser Wahnsinn lässt sich auf Dauer nicht fortsetzen. Und wer daran beteiligt ist, sollte sich zumindest klar von Jesus von Nazareth distanzieren. Denn Jesus von Nazareth sagte einst z. B.: "Was ihr den Geringsten meiner Brüder und Schwestern nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan." Die Zeituhr tickt.

Siehe dazu auch das Friedensgutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute: http://web49.server4.host-4-you.de/
 



4.6. / 18.6.2008 -
Die Welt vor einem neuen großen Krieg? Fordert Regierung Israels von USA Krieg gegen den Iran? Oder greift Israel irgendwann selbst an? - Lt. Bild fordert Israels Premierminister Ehud Olmert die USA zum "Handeln" auf. Das Blatt schreibt: "Wie die israelische Zeitung ´Jediot Achronot` unter Berufung auf Vertraute Olmerts meldet, gebe es seiner Meinung nach im Moment eine ´dringende Notwendigkeit zur Aktion`. Sanktionen könnten nur ein erster Schritt sein, jetzt sei es an der Zeit ´für drastischere und robustere Maßnahmen`" (4.6.2008). Noch deutlicher wurde Olmerts Stellvertreter, Vizepremier Schaul Mofas: "Ein Angriff wird unvermeidlich sein, um Iran an seinen Atomplänen zu hindern" (http://www.welt.de/welt_print/article2076231/Olmerts_Vize_Angriff_auf_Iran_unausweichlich.html).
Und die österreichische Zeitung Der Standard schreibt: "Die israelische Luftwaffe hofft nach einem Bericht der ´Jerusalem Post`, dass die USA gegenüber Israel das Verkaufsverbot für den hochmodernen US-Tarnkappenbomber F-22 ´Raptor` aufheben. Dieser wäre für einen Einsatz gegen den Iran ideal, zitierte das Blatt in seiner Internetausgabe Kreise der Luftwaffe." (7.6.2008)

Unterdessen steht das erste Atomkraftwerk Irans kurz vor der Inbetriebnahme. Im Sommer 2008 soll es losgehen (http://www.focus.de/panorama/diverses/iran-bau-des-atomkraftwerks-fast-abgeschlossen_aid_307195.html) - ein "ideales" Angriffsziel mit einem ähnlichen Effekt, wie wenn man gleich eine Atombombe einsetzen würde (siehe hier).
Siehe dazu auch unsere
Meldungen vom 12.5.2008 und vom 24.4.2008


PS: Nach Senatorin und Entenjägerin Hillary Clinton, die mit dem Gedanken der kompletten Auslöschung des Iran spielte (siehe hier), äußerte sich auch der damalige Präsidentschaftskandidat und spätere US-Präsident Barack Obama, beides religiös "wiedergeborene" Kirchenchristen, martialisch: "Die Gefahr aus dem Iran ist realistisch, und mein Ziel wird es sein, diese Gefahr zu eliminieren" (Bild, 4.6.2008) - was immer das heißen mag. Auch der damals noch amtierende US-Präsident George W. Bush, ein "wiedergeborener" evangelischer Methodist, hat Furcht erregende Andeutungen gemacht. Bush wurde von einer jenseitigen aggressiven Seele, die sich "Gott" nennt, offenbar bereits aufgefordert, die Kriege in Afghanistan und Irak zu beginnen. Und vielleicht hat sich dieser "Gott" wieder gemeldet, eventuell angesichts des kürzlichen Papstbesuchs in den USA (mehr dazu siehe hier).
Ein starkes Indiz dafür könnte sein, dass der Papst vor einigen Tagen den Wunsch des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad nach einer Audienz und damit eine mögliche Vermittlerrolle abgelehnt hat. Umgekehrt wurde der US-Präsident mit großer Vertrautheit und Herzlichkeit zu einem Treffen mit dem Papst in den Gärten des Vatikan empfangen. Benedikt XVI. empfing George W. Bush "mit außergewöhnlichen Ehren, die nur wenigen Gästen zuteil werden
." (Die Welt, 13.6.2008)
 



12.8. / 17.9. 2008 / 15.11.2015 - Georgien: Nationalflagge entspricht der Kreuzfahrerfahne von 1099 - Ein interessantes Detail zum Krieg auf dem Kaukasus: Der jetzige georgische Regierung unter Präsident Michail Saakaschwili und das Parlament entschieden sich am 14.1.2004 für eine neue Staatsflagge. Es ist die alte mittelalterliche Kreuzzugsfahne (siehe z. B. http://www.dgz-gelsenkirchen.de/Aktuelles/Fahne/fahne.html), bekannt geworden vor allem im 1. Kreuzzug. Die abendländischen katholischen Kreuzfahrer unter Gottfried von Boullion (Bild rechts) richteten im Zeichen dieser Fahne im Jahr 1099 z. B. ein grässliches Blutbad unter den Moslems in Jerusalem an. Man nennt die Fahne im Zusammenhang ihrer Verwendung durch die Kreuzfahrer deshalb auch "Jerusalemkreuz" (ein großes Kreuz in der Mitte und vier kleine an den Seiten, angeblich ein Symbol für die fünf Wunden von Jesus). Siehe dazu den Bericht über das Massaker der kirchlichen Kreuzfahrer in Jerusalem. Verständlich, dass der frühere georgische Präsident Eduard Schewardnadse die Einführung dieser Flagge einst ablehnte - er fürchtete eine negative Reaktionen der nichtkirchlichen Bevölkerung Georgiens. Die georgische Nationalfahne ist auch farblich nahezu identisch mit dem Kreuz des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. (http://wapedia.mobi/de/Jerusalemkreuz)
Doch es ist nicht die einzige "Fahnenpolitik" der georgischen Regierung. In seiner Fernsehansprache zur Rechtfertigung des Angriffs Georgiens auf die mit Russland sympathisierende Region Süd-Ossetien (in der Nacht zum 7.8.2008) saß Präsident Michail Saakaschwili sowohl vor einer georgischen Fahne als auch vor einer Fahne der Europäischen Gemeinschaft, obwohl Georgien gar kein Mitglied der EU ist. Von einem Protest der EU ist jedoch nichts bekannt geworden. Und: Merken die westeuropäischen Politiker eigentlich nichts? Oder ziehen sie mit? Und bei einem ARD-Tagesthemen-Interview am 16.9.2008 baute Saakaschwili dann gleich fünf Fahnen (!) hinter sich auf: Drei georgische "Kreuzzugsfahnen" und zwei Fahnen der Europäischen Union jeweils zwischen den georgischen Fahnen.
Interessant auch, dass das israelische Militär die georgischen Truppen offenbar in nicht unwesentlichem Umfang trainiert - neben Militärberatern aus den USA in Georgien.
So verkündete der georgische Minister Temur Yakobashvili stolz, dass im Zusammenhang dieser Ausbildung ("due to this training") "eine kleine Gruppe georgischer Soldaten in der Lage war, eine ganze russische Militär-Division auszulöschen" ("wipe out") (http://www.haaretz.com/hasen/spages/1010187.html).
Und während in der georgischen Hauptstadt Tiflis bei einer Kundgebung am 12.8.2008 die Fahnen zu Hunderten geschwenkt wurden (ein gespenstisches Szenario, da es eben die alte Kreuzzugs-Fahne ist), hat die Regierung Georgiens die NATO zur militärischen Hilfe bzw. zum militärischen Wiederaufbau aufgefordert. Hier wird mit dem Schicksal von Millionen Menschen gezündelt. Und mit dem gekreuzigten Christus haben die Kreuze auf der georgischen Fahne in Wirklichkeit nicht das Geringste zu tun, es sei denn, man deutet sie als erneute Verhöhnung und Kreuzigung des Mannes aus Nazareth.


PS: Besonders prekär ist auch, dass die Georgier mit ihrer "Kreuzzugs"-Fahne hinter den Amerikanern und den Briten des drittgrößten Soldaten-Kontingent im Irak stellten. Bis 2008 waren ca. 2000-2500 georgische Soldaten im Irak, einem arabischen Land mit zum allergrößten Teil moslemischer Bevölkerung, stationiert.
 



13.8. / 23.9.2008 / 3.3.2014 - Neue Kriegsgelüste: Georgischer Präsident trennt Russland von Europa ab: "Grenze zwischen Gut und Böse" / Zieht Regierung in Georgien den ganzen Westen in Krieg hinein? - Der georgische Präsident und Freund von US-Präsident George W. Bush, Michail Saakaschwili, lässt sich vor 50.000 Landsleuten in Tiflis feiern. Dabei schwenken sie die alte mittelalterliche Kreuzzugsfahne, die seit 2004 fast identisch auch Nationalfahne Georgiens wurde. Unter dieser Flagge und mit dem Ruf "Deus vult" (= "Gott will es") (und auch mit dem angeblichen Schutz des Kirchenheiligen Georg) zogen früher die Kreuzfahrer in grausame Kriege. Und der kriegerische Präsident Saakaschwili spricht heute offen aus, was viele politische Analytiker ohnehin befürchteten: Sein Land sei ein "Vorposten im Kampf gegen Russland". Georgien sei die "Grenze zwischen Gut und Böse". Und: "Heute stehen wir an vorderster Front zwischen Europa und Russland" (Spiegel online, 13.8.2008). Und weiter: "Wir werden siegen."
Hier wird Europa zunächst zweigeteilt in den "bösen" europäischen Teil Russlands und den "guten" Rest Europas, und es wird eine neue dummdreiste, erschreckende und gespenstische Kriegsfront in Europa eröffnet. Und die anderen westlichen Politiker lassen sich solche Reden nicht nur gefallen. Sie unterstützen diese Demagogie auch noch, wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Die Regierung Georgiens hatte in der Nacht vom 7. auf den 8.8.2008 parallel zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking den Krieg mit dem Angriff auf die südossetische Hauptstadt Zchinwali und weitere Städte und Dörfer begonnen, nachdem zuvor Georgier offenbar von Osseten angegriffen worden seien.
Dabei wurden die Menschen in Zchinwali vielfach im Schlaf von der georgischen Armee "totgebombt" (siehe dazu z. B. den Bericht in http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/08/23/georgien/bild-mit-russlands-star-dirigent-gergiev-in-ossetien.html und http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,574263,00.html). Und dabei wurden offenbar gleich zu Beginn auch Soldaten der russischen Friedenstruppe, die an der Grenze stationiert waren, getötet. Und zu diesem Anlass hatte der georgische Staatschef sogar dreist vor einer Fahne der Europäischen Union gesprochen. Und ein georgischer Minister prahlte sogar damit, dass die Georgier sogar eine ganze russische Division ausgelöscht hätten.
Doch dahinter steckten möglicherweise gezielte so genannten "geostrategische" Attacken.
"2008 war es dem georgischen Präsidenten Saakaschwili nicht gelungen, den Roki-Tunnel und damit den militärischen Zugang nach Transkaukasien zu versperren," schreibt taz.de einige Jahre später (3.3.2014). Der Tunnel ist die einzige Verbindung von Russland nach Ossetien.

Wie hätten die USA wohl in einer vergleichbaren Situation reagiert? (Zur Erinnerung: Auf den Anschlag auf das World Trade Center am 11.9.2001, dessen Umstände bis heute umstritten sind, folgte der Angriff auf Afghanistan, der Sturz der dortigen Taliban-Regierung und der Beginn des seither anhaltenden so genannten "Krieges gegen den Terror" mit unzähligen zivilen Opfern und immer mehr Chaos weltweit).

Westlich orientierte Politiker in der Ukraine unterstützen Georgien

Abchasien und Süd-Ossetien traten nie dem Staat Georgien bei

Kirche in Georgien

Die Provokationen nach dem Krieg

Michail Saakaschwili als Student und Doktorand in den USA

Autoritäres Regime schickte Soldaten in den Irak

Die Bevölkerung im Kriegsgebiet

Deutschland riskiert neuen Krieg gegen Russland

Westlich orientierte Politiker in der Ukraine feiern militärische Auseinandersetzung zwischen Georgien und Russland

Dann schlug das russische Militär zurück und beendete den Krieg nach wenigen Tagen. Jetzt lässt sich die georgische Regierung nach der militärischen Niederlage feiern und gießt gleichzeitig neues Öl in das Kriegsfeuer, während man in Russland einen Tag der Staatstrauer angeordnet hat. Und auch Regierungsvertreter von Polen (die sich in der EU zuletzt mehrfach quer stellten) und der Ukraine feierten jetzt mit (vgl. dazu den Ausbruch der Konflikte in der Ukraine 2013/2014) während man in den USA Sanktionen gegen Russland diskutiert. Die USA hatten zuvor eigens georgische Soldaten aus dem Irak ausgeflogen, damit diese am Kaukasus gegen Russland kämpfen können. Doch Georgien hatte noch weit mehr militärische Hilfe von den USA erwartet. Noch 2005 wurde George W. Bush in Tiflis von 150.000 begeisterten Georgiern mit "Bushi! Bushi!"-Rufen und unter dem Wehen zahlloser "Kreuzzugsfahnen" (siehe dazu unten) frenetisch gefeiert wie sonst nirgends in der Welt, und George W. Bush kündigte damals im Bad der begeisterten Menge den "Beistand" der USA für Georgien im Pulverfass Kaukasus an.
Und durch sein von den USA massiv unterstütztes Drängen nach EU- und NATO-Mitgliedschaft versucht Georgien nun, den ganzen Westen in seine Bekämpfung Russlands hinein zu ziehen. Bzw. es ist auch umgekehrt: Teile des Westens versuchen, Georgien für eigene militärstrategische Absichten zu benutzen
(vgl. dazu Rolf Hochhuth, "NATO im Osten? Das gibt Krieg" in Die Zeit Nr. 23/1998; http://www.zeit.de/1998/23/199823.t_nato.xml) . Und was tun die westeuropäischen Politiker, wenn ihnen ein faires Miteinander am Herzen liegt, das letztlich auch zum Wohl der Bevölkerungen führen würde?

Abchasien und Süd-Ossetien traten nie dem Staat Georgien bei

Die Unabhängigkeitserklärungen der Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien von Georgien (erstmals 1990 in Südossetien und 1992 in Abchasien) werden von Georgien genauso abgelehnt (und damals schon jeweils mit Krieg beantwortet) wie die nachfolgenden Volksbegehren 1992 und 2006. So wollten 1992 z. B. über 90 % der Bevölkerung Süd-Ossetiens schließlich den Anschluss an Russland und dort die Vereinigung mit Nord-Ossetien, doch Georgien reagierte auch darauf wieder mit Krieg. Es gab schon Anfang der 90er-Jahre Tausende von Toten und z. B. ca. 200.000 Georgier, die nach dem Angriff Georgiens auf Abchasien aus Abchasien in Richtung georgisches Kernland fliehen mussten. Umgekehrt waren es in Süd-Ossetien vor allem ca. 100.000 Osseten, die vor der georgischen Armee nach Russland flohen, während ca. 20.000 Georgier von Ossetien Richtung Georgien flohen. Die Provinzen wurden unter dem Georgier Josef Stalin einst verwaltungsmäßig als autonome (!) Regionen der Sozialistischen Sowjetrepublik Georgien zugeschlagen, was der US-Präsident heute "territoriale Integrität" Georgiens nennt. Dabei waren Süd-Ossetien und Abchasien nie Teil Georgiens. Spiegel online schreibt am 26.8.2008: "Denn als sich die Sowjetunion auflöste, entstanden auf dem Gebiet der früheren georgischen Sowjetrepublik faktisch drei Staaten: Die Republiken Südossetien und Abchasien und das neue Georgien, dem es gelang, in den von Stalin gezogenen Grenzen der Sowjetrepublik Mitglied der Vereinten Nationen zu werden." Dadurch trennt seit 1992 "eine Staatsgrenze [Nord- und Süd-Ossetien und damit] Brüder, Schwestern, Eltern und Kinder". Doch faktisch sind weder Abchasien noch Süd-Ossetien Georgien jemals beigetreten. Das wird jedoch von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und anderen westlichen Länder jedoch nicht respektiert und sogar zum Anlass genommen, einen neues furchtbares Weltkriegs-Szenario in Europa aufzubauen.
Allgemein gesprochen steckt hinter den Grenzkonflikten
das "satanische" geistige Prinzip "Trenne, binde und herrsche". Positiv wäre demgegenüber ein "Verbinde und sei" und eine Diplomatie, die sich an dem freien Willen der dort lebenden Menschen orientiert und an der Goldenen Regel des Jesus von Nazareth in der Bergpredigt: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch" bzw. "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem anderen zu." Doch der "scheinchristliche" Westen hat damit nichts mehr im Sinn. Und mit den "Scheinchristlichen" auf der anderen Seite sieht es wohl nicht viel besser aus.

Nach dem ersten von Georgien 1992 begonnenen Krieg folgte im selben Jahr allerdings zunächst ein Waffenstillstand, und Spiegel online schreibt darüber am 26.8.2008 weiter. Er "brachte auf georgischen und ossetischen Wunsch russische Friedenstruppen ins Land. Die Waffenruhe hielt rund zwölf Jahre, bis Micheil Saakaschwili kam. Kaum war der Mann im Januar 2004 mit verdächtigen 96 Prozent und dem Wohlwollen Washingtons gewählt, folgten hitzigen Reden gegen ´kriminelle Separatisten` bald scharfe Schüsse. Ein erster Sturmangriff georgischer Truppen auf Südossetien scheiterte im August 2004 am ossetischen Widerstand und auch daran, dass die USA, anders als jetzt, den Hasardeur Saakaschwili stoppten" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,574263,00.html). Die aktuelle Entwicklung ist bekannt, wozu auch die Unterstützung des Saakaschwili-Regimes durch Bundeskanzlerin Merkel und der CDU/CSU/SPD-Bundesregierung gehört.

PS
: Im georgischen Gori, der Geburtsstadt Stalins, wird der Diktator und "Menschenschlächter" heute immer noch mit einer Säule in der Stadtmitte geehrte. Die Abchasen und Osseten wollen jedoch nicht mehr von Georgien bekriegt und gefangen gehalten werden, und die jeweiligen Regierungen wollen mit der georgischen Regierung nicht einmal mehr reden. Der Westen will sie jedoch dazu zwingen und misst dabei wie nahezu immer mit zweierlei Maß.
Zum Vergleich
: Eine "territoriale Integrität" Serbiens interessierte die USA-Regierung und auch die übrigen westlichen Länder nicht. Dort sind die West-Interessen, den Serben die völkerrechtlich zu Serbien gehörende Provinz Kosovo einfach wegzunehmen. Vom "Völkerrecht" wird also nur dann scheinheilig gesprochen, wenn es den eigenen Macht-Interessen dient. Ansonsten setzt sich der Westen selbstherrlich über das Völkerrecht hinweg, und UNO-Beschlüsse werden dann einfach ignoriert. So argumentiert man in Sachen Kosovo mit einer gewissen Logik mit dem Willen der Bevölkerungsmehrheit in der Provinz. Doch das ist genauso scheinheilig, denn in Süd-Ossetien und Abchasien gilt dem Westen dieser Wille nämlich nichts. Mit "Freiheit", von der vor allem die US-Regierungen immer so heuchlerisch reden, hat das also auch nichts zu tun, nur mit knallharter Machtpolitik. Und die Politiker, für die ethische Werte auf diese Weise nur Mittel zur Macht und zum Zweck sind, sollten dann zumindest aufhören, sich Christen zu nennen.
Denn Christus würde niemals irgendwelche machtpolitischen Interessen mit Scheinheiligkeit, Gewaltandrohung oder gar Krieg durchsetzen.

Kirche in Georgien

In Georgien hat die Georgische Orthodoxe Apostelkirche ein entscheidendes Gewicht. Andere religiöse Gemeinschaften werden vom georgischen Staat stark benachteiligt oder gar verfolgt. In den 90er-Jahren wurden z. B. Kirchenbauten religiöser Minderheiten enteignet und der Georgisch Orthodoxen Apostelkirche übergeben (vgl. dazu, wie einst Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert die Häuser von Urchristen und anderen religiösen Minderheiten enteignete und der römisch-katholischen Kirche übergab).
Und es gibt natürlich vor allem noch
die zweitgrößte Öl-Pipeline der Welt in Georgien, die aus Aserbaidschan kommt und auf Drängen der USA im Jahr 2003 an Russland vorbei gebaut wurde, von der der Westen stark profitiert und neben der jetzt auch die "Kreuzzugsfahne" weht ...

Die Provokationen nach dem Krieg

Auch nach dem Krieg provozierte der georgische Präsident Michail Saakaschwili (oder Micheil Saakaschwili) ("Georgien ist die Grenze zwischen Gut und Böse"), gedeckt von seinem Freund, US-Präsident George W. Bush, die russische Regierung nahezu täglich mit neuen demagogischen Reden, womit er auch seine Bevölkerung weiter aufzuwiegeln versucht. "Sie bringen uns doch sowieso um", so der georgische Präsident über Russland (Focus online, 14.8.2008). Und George W. Bush versichert seinem Freund und der Weltöffentlichkeit: "Die Vereinigten Staaten stehen an der Seite der demokratisch gewählten Regierung Georgiens". Diese hat bekanntlich zeitgleich mit der Eröffnung der Olympischen Spiele am 7.8.2008 den Krieg begonnen und dabei offenbar auch Soldaten der russischen Friedenstruppe an der Grenze getötet (PS: Wie hätten die USA wohl reagiert, wenn in einer vergleichbaren Situation amerikanische Soldaten getötet worden wären?). Dabei hätte sie ihren Angaben zufolge "nur" auf Schüsse von Osseten auf Georgier "reagiert". Weiter fügte George W. Bush noch hinzu, er wolle "die freie Welt hinter sich versammeln" und hinter Georgien (stern.de, 14.8.2008). Apropos angeblich "freie Welt": In Georgien sind z. B. alle russischen Internetseiten gesperrt, um der Bevölkerung die dort veröffentlichten Informationen vorzuenthalten. (Spiegel online, 14.8.2008)
Seite an Seite mit der grimmig drein schauenden US-Außenministerin Condoleeza Rice warf Michail Saakaschwili schließlich den westeuropäischen Ländern "Ignoranz" vor und gab ihnen eine Mitschuld am Krieg, weil sie Georgien nicht in die NATO aufgenommen haben. Dann hätte er die Südosseten und Abchasier nämlich gegen deren ausdrücklichen Willen militärisch wieder einverleiben bzw. "platt" machen können, und
Deutschland hätte gegen Russland in den Krieg ziehen müssen, wenn Russland den beiden Provinzen und ihren Bürgern mit überwiegend russischen Pässen beigestanden hätte oder sich die bis dahin dort stationierten russischen Friedenstruppen gewehrt hätten. Zudem erteilte der georgische Präsident den westeuropäischen Politikern und ihren Bürgern eine demagogische ethische Nachhilfestunde: "Wir schauen dem Bösen direkt ins Gesicht" (Spiegel online, 16.8.2008).

Michail Saakaschwili durfte in den USA studieren und seinen Doktorhut erwerben

Solche Worte sind keine Überraschung, wenn man weiß, dass Michail Saakaschwili mit Stipendium in den USA studiert hat und an der George Washington University in Washington D.C., also in unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses, seinen juristischen Doktorhut erworben hat. Sein Berater ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler. Und seine beiden Brüder leben heute noch als Filmproduzenten in den USA.
Den Angaben seines ehemaligen Verteidigungsministers zufolge habe ihn Saakaschwili 2005 mit der Liquidierung eines georgisch-russischen Geschäftsmannes beauftragt. Im selben Jahr wurde er von der US-Senatorin Hillary Clinton
(siehe hier) für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, vermutlich wegen seines radikalen politischen Kurses im Einklang mit den Führern der USA.

"Autoritäres" Regime schickt Soldaten in den Irak

Im November 2007 kam es in Tiflis zu Massenprotesten gegen Saakaschwili, die er mit Gewalt zerschlug. Vermutlich dank Wahlfälschungen wurde er kurz darauf jedoch wieder zum Präsidenten gewählt (http://de.wikipedia.org/wiki/Micheil_Saakaschwili). So sieht es auch der ehemalige georgische Minister im Kabinett Saakaschwili, Georgij Chaindrawa. Er bezeichnet das Saakaschwili-Regime mittlerweile als "kriminell": "Saakaschwili ... verkörpert ein autoritäres Regime, ähnlich wie Putin, das die Bürgerrechte missachtet und die Medienfreiheit unterdrückt, etwa durch den Einsatz staatlicher Schlägertrupps gegen den unabhängigen TV-Sender Imedi im November. Saakaschwili ist kein Demokrat. Der Mann hat im November den Ausnahmezustand gegen oppositionelle Massendemonstrationen verhängt und danach die Präsidentenwahlen und die Parlamentswahlen gefälscht." Chaindrawa wurde 2006 von dem USA-Spezi Saakaschwili wegen dessen Kritik an den georgischen Kriegsvorbereitungen entlassen. Michail Saakaschwili hat laut seinem Ex-Minister zudem "psychische Probleme, er überschätzt sich maßlos" (Spiegel online, 16.8.2008). Doch George W. Bush, Condoleeza Rice, ihre "freie Welt" und ihre "Koalition der Willigen" (mit den polnischen Zwillingen) stehen fest zu ihm und seiner Kriegspolitik, und im US-Sender CNN ist er eine Art "Superstar". Dafür lässt er sein Militär auch im Irak kämpfen. "Bezogen auf die Einwohnerzahl Georgiens" sind die 2000 Georgier im Irak "das größte Kontingent aller an der Operation im Irak beteiligten Staaten", schreibt georgien-nachrichten.de am 16.1.2008. Nominell sind die Georgier nach den US-Amerikanern und Briten die drittstärkste Truppe im Irak. Und dass die Georgier dabei unter ihrer neuen Staatsflagge, welche der alten kirchlichen Kreuzzugsfahne entspricht, im überwiegend islamischen Irak operieren, bringt nur weiteren Zündstoff in die Region.

Die Bevölkerung im Kriegsgebiet

Zur Lage der Bevölkerung schreibt stern.de am 14.8.2008: "Das Rote Kreuz beklagte verheerende Zustände im Krisengebiet. In weiten Teilen Südossetiens sei die Infrastruktur zerstört." Der russische Botschafter erklärt, "die georgischen Truppen ´hätten Frauen und Kinder ermordet, Kirchen voller Flüchtlinge angezündet und ganze Dörfer niedergewalzt`" (Spiegel online, 15.8.2008; siehe dazu auch ein Interview bei http://www.youtube.com/watch?v=H8XI2Chc6uQ). Allerdings sind solche Aussagen im einzelnen immer schwer nachzuprüfen. Umgekehrt behauptet Georgien, Osseten hätten zuvor auf Georgier geschossen. Zudem macht Georgien Russland für das "Plündern, Vergewaltigen und Töten" durch "irreguläre Truppen" verantwortlich, was von Russland bestritten wird. Sicher ist: US-amerikanische Transportmaschinen landen derweil in Tiflis. "Russland habe Bedenken, welche Art von Fracht nach Georgien gebracht werde, sagte Vize-Generalstabschef Nogowizyn". So schreibt dazu Focus online (14.8.2008). Neben Hilfsgütern auch neue Waffen? Ist ein weit größerer Krieg bereits in Vorbereitung?
Der Präsident Süd-Ossetiens, Eduard Kokojty, hat Russland nun um ständige Militärpräsenz gebeten. 90 % der Bevölkerung besitzen einen russischen Pass. Das Land wird aber entgegen dem Willen der Bevölkerung völkerrechtlich als Teil Georgiens betrachtet. Es wurde nämlich unter dem Georgier Josef Stalin einst der Georgischen Sowjetrepublik zugeordnet. Auf der Internetseite des
Österreichischen Rundfunks heißt es: "
Kokojty schloss den Einsatz von internationalen Beobachtern zur Überwachung des zwischen Russland und Georgien vereinbarten Waffenstillstands aus. ´Wir haben kein Vertrauen in diese internationalen Beobachter, diese Leute verdrehen die Wahrheit`" (http://www.orf.at/080818-28530/index.html).

Wie könnte sich das zerstörte Klima zwischen den Völkern und Politikern allmählich wandeln, wenn man damit beginnen würde, zuerst den Balken im eigenen Auge zu finden bevor man wegen des Splitters im Auge des Nächsten gegen ihn in den Krieg zieht. Das wäre die gelebte Bergpredigt und die so genannten "Christlichen" hätten hier eigentlich Vorbild sein sollen, gleich auf welcher Seite sie stehen.

Deutschland riskiert neuen Krieg den Russland

Kurz nach dem Krieg "belohnten" die westlichen NATO-Führer die georgische Regierung Saakaschwili, und sie besprachen in Georgien vor NATO- und georgischer Kreuzzugsfahne den geplanten Eintritt des Landes in das Militärbündnis. Gerade als sich die Opposition in Georgien hörbar zu Wort zu meldete (z. B. http://derstandard.at/?url=/?id=1220458300004; vgl. das Interview "Saakaschwili wollte Krieg" mit Teimuras Chatschischwili bei http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,578261,00.html), stützte der Westen die derzeitige kriegerische Regierung. Der Hintergrund: "Hinter jedem Minister, hinter jedem leitenden Beamten, hinter jedem führenden Militär [in Georgien] steht ein Berater aus den USA" (Der Oppositionspolitiker Chatschischwili in Spiegel online, 15.9.2008). Der Politiker weiter: "Mit Russland müssen wir Handel treiben und zu einer guten Nachbarschaft kommen. Glauben Sie, in Kalifornien wird man unseren Wein trinken?" Doch: "Unser Land, unsere Hauptstadt Tiflis befinden sich faktisch in den Händen der US-Regierung."
Und während
die Nord-Ossetier und Süd-Ossetier sich langfristig innerhalb Russlands wieder vereinigen möchten, riskiert (ausgerechnet) die Regierung (des dank der Zustimmung Russlands wieder vereinigten) Deutschlands sogar einen drohenden Weltkrieg gegen Russland. Ihre Position: Die verwaltungsmäßige Zuordnung Süd-Ossetiens zu Georgien durch den georgischen Diktator Josef Stalin und damit die Trennung Ossetiens, die als "territoriale Integrität Georgiens" gilt, soll unter allen Umständen bestehen bleiben (siehe dazu unsere Meldungen weiter unten), so wie es die USA möchte. Was hat das "NATO-Christentum" im Osten vor?
Die Gesamt-Entwicklung verläuft immer mehr in Gegensatz zum großen Menschheitslehrer, dem Juden Jesus von Nazareth, der einst sagte: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen."

So nah war man dem 3. Weltkrieg schon lange nicht mehr. Der Westen einschließlich der deutschen Regierung Merkel/Steinmeier forciert derzeit die
NATO-Mitgliedschaft Georgiens. Und die georgische Regierung behauptet weiter entgegen aller neutralen Untersuchungen, Russland habe in Süd-Ossetien mit dem Krieg begonnen und man habe nur zurück geschossen (PS: ... und dabei unter anderem eine ganze russische Division liquidiert und die Hauptstadt in Schutt und Asche gelegt).
 



15.8. / 4.9.2008 - Der neue "kalte Krieg" ist in vollem Gange - Im Zusammenhang des Krieges im Kaukasus warf der ehemalige georgische Präsident und Kritiker der jetzigen georgischen Regierung, Eduard Schewardnadse, den USA vor, "eine neue Runde des atomaren Wettrüstens" begonnen zu haben (Spiegel online, 13.8.2008). Ein neuer kalter Krieg sei "doch schon längst von den USA angezettelt durch den so genannten Raketenabwehrschirm der Amerikaner in Tschechien und Polen". Die Raketen-Verträge zwischen Polen und den USA wurden jetzt flugs und offenbar taktisch genau geplant am 14.8.2008 unterzeichnet, solange Russland noch "an der Wand steht" hat und genötigt wird, sich zu rechtfertigen. Neben dem Raketenabwehrschirm stationiert die USA ab sofort Patriot-Luftabwehrraketen in Polen.
"
Wir haben den Rubikon überschritten", verkündete der polnische Präsident Donald Tusk scheinbar nebenbei (http://www.welt.de/politik/arti2329334/USA_stationieren_Raketen_in_Polen.html). Der Satz wurde durch den römischen Feldherrn Gaius Julius Cäsar zu einem historischen Wort. Er bedeutete damals Krieg. Cäsars Truppen überschritten den Fluss Rubikon, vernichteten die Republik in Rom und eroberten darauf hin ganz Italien und Spanien. Und bedeutet der Satz auch in der Gegenwart Krieg? Als die Russen in den 60er-Jahren umgekehrt Raketen in Kuba in der Nähe der USA stationieren wollten, verhinderte nur ihr Nachgeben den 3.Weltkrieg. Die USA mit ihrem Präsidenten John F. Kennedy waren zum Weltkrieg entschlossen, was wohl zur Zerstörung Deutschlands und Mitteleuropas geführt hätte. So viel zum Thema der "Freundschaft" mit der Regierung der USA. Russische Experten glauben, dass "die USA als nächstes in der Ukraine versuchen, eine bewaffnete Konfrontation mit Russland zu provozieren" (Ria Novosti, 14.8.2008) und empfehlen, "
Kontakte zu anderen Ländern unter Ausschluss der USA herzustellen." (siehe dazu den Umsturz in der Ukraine im Jahr 2014)
Der kalte Krieg eskaliert - offenbar schlimmer als in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts, wo die US-Regierungen noch etwas Respekt vor den russischen Regierungen und den Interessen des Landes hatten. US-Außenministerin Condoleeza Rice versuchte Russland u. a. auch dadurch zu demütigen, dass sie sagte: "Russland wird mehr und mehr zum Geächteten in diesem Konflikt" [der Auseinandersetzung mit Georgien]. (Spiegel online, 20.8.2008)
Am 2.9.2008 hat sich nun der bei allen um den Weltfrieden besorgten Menschen besonders gefürchtete US-amerikanische Vize-Präsident Dick Cheney in Georgien mit den "Kreuzzugsfahnen" bejubeln lassen und - wie nicht anders zu erwarten - einen schnellen NATO-Eintritt Georgiens verkündet. Dabei lobte er den kriegerischen georgischen Präsidenten als "prinzipienfesten Politiker" und überbrachte eine Milliarden-Spende (Netzeitung, 5.9.2008). Außerdem steuerten verstärkt NATO-Kriegsschiffe in das Schwarze Meer. Darunter das große US-Kriegsschiff "Mount Whitney", das mit angeblich nur "humanitären" Gütern in den georgischen Hafen Poti einlief. Russischen Posten in der Stadt wurde das Prüfen der Ladung verweigert. Russland wirft den USA in diesem Zusammenhang eine Verschärfung des Konflikts vor.
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576613,00.html)

Aktualisierung (17.8./29.8.2008/30.12.2012):
"Bundeskanzlerin Angela Merkel kämpft für Nato-Beitritt Georgiens" -
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572610,00.html

Das würde ganz einfach bedeuten: Wenn Georgien, durch die NATO-Mitgliedschaft gestärkt, seine Armee demnächst wieder nach Süd-Ossetien marschieren lassen würde und die dort stationierten russischen Soldaten angreifen würde und diese sich wehren, dann steht auch Deutschland Seite an Seite mit dem Saakaschwili-Regime Georgiens gegen Russland im Krieg.
Die in Deutschland in vielen Jahrzehnten gereifte Friedenspolitik wird so einfach über Bord geworfen, und das Schicksal des westlichen Abendlandes wird von Kanzlerin Merkel (die aus ihrer DDR-Zeit ein Problem mit den Russen haben soll) mehr oder weniger in die Hände des kriegerischen georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili gelegt anstatt Schaden von der deutschen Bevölkerung abzuwenden. Mittlerweile hat der russische Präsident Putin den Westen auch gemahnt, "Menschen wie Saakaschwili dürften seiner Meinung nach keinen Staat führen" (Bild, 29.8.2008). Was aber zeichnet sich ab? Sobald nämlich Saakaschwili seine von Angela Merkel "erkämpfte" NATO-Mitgliedschaft in der Tasche hat, würde Georgien dann nicht im Zeichen der Kreuzzugs-Fahne seiner Truppen wieder "mobil" machen (dann zum vierten Mal nach 1992, 2004 und 2008)? Schließlich entschieden die Wähler Georgiens selbst und wählten Saakaschwili 2012 ab.
PS: Wie wäre es gleich mit der Bundeswehr zur "Grenzsicherung" Georgiens und mit amerikanischen Atomwaffen im Schwarzen Meer zur Sicherung der "territorialen Integrität" Georgiens? Mittlerweile kann man offenbar alles einmotten, was man in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945 zum Thema "Friedenssicherung" und "Nie wieder Krieg" gelernt hat.
Und mit Christus hat das heutige Zündeln der Politiker sowieso nicht das Geringste zu tun, obwohl sie sich auf allen Seiten "christlich" nennen. Jesus, der Christus, war Pazifist. Und er lehrte z. B. auch, zuerst den Balken im eigenen Auge zu entfernen ...

"Georgier kämpften mit deutschen Sturmgewehren" (vgl. dazu: Deutschland als drittgrößter Waffenexporteur der Welt; wo Kriege geführt werden, gewinnt meist die deutschen Waffenindustrie)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572615,00.html
"Das doppelte Leid der Leila Djojewa"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572570,00.html
Der Countdown scheint zu laufen.

Mittlerweile melden sich auch besorgte deutsche Militärs zu Wort, die dem halsbrecherischen "Crash-Kurs" der Politiker nicht einfach nur zuschauen. So z. B. Bundeswehr Vize-Admiral a. D. Ulrich Weisser: "´Die USA, Großbritannien, Polen und die Balten haben das Bündnis auf einen gefährlichen Kurs gebracht, der für Europa nichts Gutes verheißt`, schreibt Weisser [im Kölner Stadtanzeiger]. Zentralasien habe alle Ingredienzien für Krisen und Konflikte: immense Energievorräte, ethnische Gegensätze, korrupte Regimes, islamische Fundamentalisten und ölbestimmte Gegensätze der Weltmächte. Wer die Lunte an dieses Pulverfass lege, könne nur verlieren. Deshalb sei es im deutschen Interesse, einen anderen Kurs zu steuern, appellierte der Ex-Admiral. Dabei sollte die Bundesregierung durchaus in Kauf nehmen, im Gegensatz zur Bush-Administration und zu einigen Nachbarn im Osten zu stehen." (Focus online, 22.8.2008)
Wenn nicht, würden sich die Gegensätze und Aggressionen weiter hoch schaukeln und früher oder später entladen - im noch krasseren Gegensatz zu Jesus von Nazareth, der den Weg zum Frieden vorlebte, z. B. indem man sein Wort befolgt: "Tut Gutes denen, die euch hassen". Angewandt auf die Politik, könnte diese einfache Regel ganz praktische Wunder bewirken.
Mehr über die Stellungnahme des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder lesen Sie unter
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,575701,00.html
 



19.8. / 5.9.2008 - Der Hochmut des Westens - Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, "die Nato behandle Russland wie ein Kind, das diszipliniert werden müsse" (Spiegel online, 19.8.2008). Zwar verschlimmert jede Kriegshandlung die Situation und schafft neues Unrecht, weswegen jede darauf bezogene Kritik, Distanzierung bzw. jede Klage berechtigt sind. Doch die führenden westlichen Meinungsführer messen immer mit zweierlei Maß, gerade wie es ihnen passt. Was sie dabei für Frustration, Bitterkeit und unterdrückte Wut bei den von ihnen Kritisierten auslösen, wird auf Dauer auch Folgen haben.
Was ist z. B. mit dem Krieg des Westens gegen Serbien, bei dem ca. 1000 unbeteiligte Zivilisten getötet wurden und sehr viele zivile Ziele bewusst zerstört wurden (während die Russen offenbar nur Militäranlagen treffen wollten)? Was ist mit dem Krieg gegen den Irak, den man aufgrund von Lügen begann und der das Land seither ins Chaos stürzt - unzählige Tote, zerstörte Existenzen und gar Verfolgungen von kirchlichen Christen? Alles das wird ausgeblendet, während man andere wegen geringerer Vergehen anklagt und in die Knie zu zwingen versucht.
 
Diese heuchlerische Haltung des Westens gegenüber anderen Ländern konnte in den letzten Jahren durchgängig auch anderweitig beobachtet werden. Allen voran Regierungen in den USA und mehr und mehr auch ihre "willigen" Nachahmer spielten sich auf der Weltbühne auf, als sei ihre Sichtweise und ihre Politik eine Art "Weltgesetz", und alle anderen müssen sich beugen, oder es gehe ihnen eben an den Kragen.
Und dann wurde selbstherrlich entschieden: "Machen wir Krieg, machen wir Sanktionen, sprechen wir nur Warnungen aus?" Wir. Doch wer ist "wir"?

Eine Arroganz, die keine Selbstkritik zulässt oder sichtbar werden lässt, treibt dabei immer weitere Blüten. "Die Russen fangen an zu verstehen, dass sie für diese Art von Verhalten bezahlen müssen
", so die US-Außenministerin Condoleeza Rice (Focus online, 5.9.2008). Immer sei man selbst dabei der ´Gute` und die anderen die Problematischen oder die ´Bösen`", wie es der "Vasall" des Westens, der georgische Präsident Michail Saakaschwili sogar wörtlich ausführte (siehe oben), ohne dabei den geringsten Widerspruch von einem aktiven namhaften westlichen Politiker, zu denen er sich ins Boot setzte, hervor zu rufen.
Dabei stützt man sich vor allem auf Schwindel erregende Steigerungen der Rüstungsausgaben. Auch hier Georgien als kleines Beispiel, das im Jahr 2006 dreimal so viel Geld für Rüstung ausgegeben hatte als noch 2003.
Für die Eskalation zwischen dem Westen und Russland machte der erfahrene SPD-Politiker Erhard Eppler (SPD) mittlerweile die Borniertheit der USA-Regierungen verantwortlich. "Diese hätten nicht begriffen, dass auch andere Staaten Machtansprüche geltend machten und ´die Zeit der unipolaren Welt [wo die USA mit Waffengewalt weltweit machen konnten, was immer sie wollen] vorbei ist`
" (Focus online, 28.8.2008).

Die selbstherrliche politische Geisteshaltung in westlichen Ländern entspricht dabei exakt der in diesen Ländern dominierenden Lehre der römisch-katholischen Kirche, die ihr Glaubensgebäude für "der Weisheit letzten Schluss hält" und alle anderen als "defizitär" betrachtet (so Papst Joseph Ratzinger über andere Religionen und Glaubensgemeinschaften) - also nur insofern "gut", wie sie mit der katholischen Lehre übereinstimmen. Deshalb verstehen sich wohl auch Papst Benedikt XVI. und US-Präsident George W. Bush so gut und es wird bereits spekuliert, dass George W. Bush früher oder später römisch-katholisch wird (wie sein nachgeordneter Kriegsherr Tony Blair).
Entgegen den grausamen Regeln der "christlichen" Politiker (Zwang, politischer Druck bis hin zur Erpressung, Sonderrechte für das eigene Lager, Spionage, Medienmanipulation, Militärintervention, zweierlei Maß, Meinungslügen, Präventivangriff, Hochrüstung, Drohung mit Atombomben, "gerechter" Krieg usw.) lautet die "Goldene Regel" des Jesus von Nazareth aus der
Bergpredigt: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch" (Matthäus 7, 12). Oder als Sprichwort formuliert: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Wie viel Leid hätte schon weltweit verhindert werden können, wenn die so genannten "christlichen" Politiker sich wenigstens darum bemüht hätten, so zu handeln. Hier ist also das schlichte Vorbild gefragt. Doch die Kirchen lehren ja, die Bergpredigt könne man nicht auf die Politik anwenden. Doch dann wird sich wohl eines Tages ein anderes Sprichwort bewahrheiten: "Hochmut kommt vor dem Fall".

Zuletzt forderte der Europarat in Straßburg (dem auch Russland und Georgien angehören) eine "Strafe für Russland" für das militärische Vordringen nach Georgien (Spiegel online, 22.8.2008). Demgegenüber wird Georgien, das mit der Bombardierung Süd-Ossetiens den Krieg begann (siehe dazu z. B. http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/08/23/georgien/bild-mit-russlands-star-dirigent-gergiev-in-ossetien.html
und http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,574263,00.html), im Gegensatz dazu von der EU mit Millionen für "humanitäre Hilfe" unterstützt. Das ist - gelinde gesagt - einseitig, wenn man bedenkt, dass die georgische Armee die südossetische Hauptstadt "Zchinwali einfach dem Erdboden gleichgemacht" hat (Der russische Dirigent Valery Gergiev vor Ort, Bild, 25.8.2008; vgl. dazu auch den Vorwurf von Kriegsverbrechen). Der georgische Einmarsch kostete nach russischen Untersuchungen 2100 Osseten das Leben (Ria Novosti, 28.8.2008), ehe er von der russischen Armee zurück geschlagen wurde. Georgien-freundliche Quellen sprechen immerhin noch von einigen Hundert Opfern. Während der georgische Präsident behauptet, seine Panzer seien erst nach den russischen in Süd-Ossetien eingedrungen, widersprechen neutrale OSZE-Beobachter [OSZE = Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa]. Spiegel online schreibt: "
Demnach habe Georgien den Militärschlag gegen Südossetien intensiv vorbereitet und seinen Angriff begonnen, bevor russische Panzer den Verbindungstunnel nach Südossetien befuhren. In den Berichten sei von möglichen georgischen Kriegsverbrechen die Rede. So berichten OSZE-Beobachter davon, dass die georgische Führung die südossetischen Zivilisten zur Schlafenszeit habe angreifen lassen" (30.8.2008).  
Auf die Frage nach den Kriegsverbrechen der georgischen Armee in Ossetien antwortet deren Präsident: "Das werden sie niemals beweisen können". Natürlich kann - allgemein gesprochen - mit Propaganda alles geleugnet und gelogen werden, selbst Beweise. Doch alles, was wirklich geschah und geschieht, ist in der Atmosphäre der Erde verzeichnet und wird immer schneller auf die Verursacher zurückfallen, gleich auf welcher Seite diese stehen. Denn das von den Großkirchen geleugnete eherne Gesetz von Saat und Ernte bringt negative Wirkungen immer schneller und zielgenau auf den Verursacher zurück, denn die Zivilisation befindet sich mehr und mehr in der so genannten "Endzeit".
Aktualisierung [2014]: Bekanntlich erfolgte 2013/2014 das nächste Kapitel in der Konfrontation zwischen dem Westen und Russland. Dieses Mal in der Ukraine (siehe dazu unsere Meldungen unten).
 



3.9. / 13.9.2008 - Nach dem 11.9.2001 (Anschlag auf das World Trade Center in New York) wurde der NATO-"Bündnisfall" ausgerufen. Bundeswehr zog in den Afghanistan-Krieg. Nach sieben Jahren wird es immer schlimmer / Erste zivile Opfer durch Bundeswehr / Deutschland jagt jetzt Mullah Salam / Bürger in Deutschland fordern Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan / US-Armee erhöht Anzahl der Pfarrer - Am 5.10.2001 rief die NATO nach den bis heute teilweise noch nicht geklärten Ereignissen vom 11.9.2001 erstmals den "Bündnisfall" aus: Ein Mitgliedsland (in diesem Fall die USA) soll angegriffen worden sein, und die Kriegshandlungen würden anhalten, so die NATO-Definition. Als Mittäter machte man die damalige islamistische Taliban-Regierung Afghanistans aus und erklärte ihr am 7.10.2001 den Krieg. Und Deutschland zog mit, weil die Politiker seither glauben, die "Freiheit" Deutschlands "am Hindukusch" mit militärischen Mitteln "verteidigen" zu müssen (so vor allem der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD)). Dieser Krieg entwickelt sich seither mehr und mehr zum Albtraum, und für jeden getöteten Taliban scheinen zwei nachzuwachsen. Der Westen startete 2002 mit 5.000 Soldaten vor Ort. Jetzt hat man die Menge verfünfzehnfacht (es sind derzeit ca. 70.000), und es "reicht" immer noch nicht. Die USA wollen deshalb bis 2011 20.000 weitere Soldaten in Afghanistan kämpfen lassen. Und die Deutschen wollen 1.000 weitere Soldaten nach Afghanistan schicken. Dann werden wohl für jeden getöteten Taliban drei neue nachwachsen.
Zudem wurde wohl schon über eine Milliarde Euro an deutschen Steuergeldern dorthin gepumpt (zuletzt wurden die aktuellen Mittel auf 140 Millionen Euro erhöht). Doch es funktioniert eben nicht, eine islamistische Regierung wegzubomben und die darauf hin neu eingesetzte Regierung und den "Wiederaufbau" mit Abermillionen und -milliarden hochziehen zu wollen. Die Entwicklung Afghanistans lässt sich eben nicht von Washington und Berlin aus steuern - genauso wenig wie 1979/1980 von Moskau aus - für diesen Versuch wurde die Sowjetunion vom Westen damals mit dem Boykott der Olympischen Sommerspiele in Moskau 1980 bestraft und mit der Aufrüstung (!) der damals gegen die Russen kämpfenden islamistischen Milizen. Und Krieg bringt immer nur wieder neuen Krieg und ist niemals eine Basis für eine gesunde Entwicklung eines Landes (vgl. auch Irak).
Einer der ranghöchsten britische Generäle in Afghanistan gehört zu denen, die allmählich umdenken. Er erklärt den Krieg für "verloren" und setzt sich für Verhandlungen mit den Taliban ein. (Spiegel online, 5.10.2008; http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,582266,00.html)
 
In Deutschland setzen Politiker jedoch immer noch auf "Sieg". Doch nach dem Tod eines Bundeswehr-Soldaten, der mit seinem Jeep in einer Sprengfalle der Taliban geriet, sind es mittlerweile schon 28 deutsche Soldaten, die in Afghanistan starben. Und kurz darauf schossen deutsche Soldaten auf ein Auto, das aus deutscher Sicht der Aufforderung zum Anhalten nicht nachkam, sondern umdrehte und wegzufahren versuchte. In dem Auto saßen fünf Frauen und acht Kinder, die von einer Hochzeitsfeier kamen, sowie deren Fahrer. Eine Frau und zwei Kinder starben im Maschinengewehr-Kugelhagel des deutschen Kontrollposten. Der überlebende Fahrer schildert die Situation so: "Ich kenne das so. Wenn die ausländischen Truppen an ihrem Checkpoint die Scheinwerfer aufblenden, soll man sich fernhalten. Und als ich die ersten Schüsse hörte, bin ich nur noch schneller gefahren." Nach Bundeswehr-Stellungnahme hätten die Soldaten sich "korrekt" verhalten. Außerdem seien sie von einem Auto-Typ dieser Art gewarnt worden, in dem Taliban unterwegs sein könnten. Außerdem sei es dunkel gewesen, und einer der deutschen Soldaten hätte sich sicherheitshalber auf den Boden geworfen. Nur leider wissen aber offenbar viele Afghanen nicht, dass aufblendende Scheinwerfer "Stoppen oder ´Wir erschießen euch`" bedeuten soll und dass die deutschen Soldaten offenbar auch auf wegfahrende Autos blind schießen dürfen. Später im Krankenhaus kamen Bundeswehr-Soldaten und "haben auf mich eingeredet, ich möge aussagen, dass die Afghanen geschossen hätten. Dann kamen Leute von der Polizei und beschworen mich, ich solle nicht lügen" (Focus online, 3.9.2008). Die Bundeswehr zahlte den Angehörigen jetzt ein "Blutgeld" von insgesamt 20.000 Dollar, um sich vor einer drohenden Blutrache zu schützen. Die Familie verzichtete darauf hin, mit den Getöteten durch die Straßen der Stadt zu ziehen. Unterdessen machen die deutschen Truppen jetzt Jagd auf den Taliban-Führer Mullah Salam.
Dieser blutige Krieg hat wie alle Kriege nichts mit der christlichen Lehre zu tun und steht im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Und auch die deutschen Bürger fordern endlich den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Bei einer Umfrage der konservativen Internetseite www.welt.de stimmten von ca. 4.000 abgegebenen Stimmen 80 % für den Abzug der Deutschen. Der Bundestag muss sich also entscheiden, ob er auf die eigene Bevölkerung hört (auf anderen Internetseiten würden vermutlich noch mehr Deutsche für den Abzug stimmen) oder einmal mehr auf George W. Bush, Condoleeza Rice, John McCain, Barack Obama und Sarah Palin.


Schon vor über einem Jahr war klar: Es wird immer schlimmer. Zu den Hintergründen des Afghanistan-Krieges siehe unsere Meldung vom 24.6.2007.
Aktuell: Kämpfte die Bundeswehr bisher im Rahmen der von der UNO bereit gestellten ISAF-Truppen (International Securitiy Assistance Force), werden diese Truppen jetzt faktisch mit den Truppen des völkerrechtswidrigen US-Krieges "Enduring Freedom" vereint. (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576672,00.html)
So läuft das also. Erst bekniet die Regierung den deutschen Bundestag, dem Afghanistan-Krieg zuzustimmen, da er ja von der UNO legitimiert sei. Mit der Zeit wird dann diese Legitimierung unterlaufen und zuletzt faktisch aufgehoben. Und dann kämpft die Bundeswehr praktisch im Krieg der US-Regierung unter Präsident George W. Bush mit Namen "Enduring Freedom", der aufgrund des letztlich unaufgeklärten Anschlags auf das World Trade Center vom 11.9.2001 weltweit gestartet wurde. Mal sehen, wie sich der Bundestag das nächste Mal über den Tisch ziehen lässt. Das alles war schon seit sieben Jahren verfassungswidrig (wurde vom Bundesverfassungsgericht jedoch als "vefassungskonform" hingebogen) und wird es jetzt noch mehr.
Und vielfach sind es gar nicht die Taliban, die getötet werden. Der Stern schreibt: "Afghanen aller politischen Lager und Ethnien inklusive Präsident Hamid Karzai sind verbittert darüber, dass die US-Streitkräfte im Land offensichtlich weiterhin ihren ganz eigenen Krieg führen und alle paar Wochen Zivilisten bombardieren; im Juli eine Hochzeitsgesellschaft in Ostafghanistan, am 21. August eine Gedenkfeier in Westafghanistan, jedes Mal gab es Dutzende von Toten, von denen das US-Militär behauptet, es habe sich meistens um Taliban gehandelt. Bis überlebende Zeugen eine gänzlich andere Version offenbaren: dass es friedliche Zusammenkünfte Unbewaffneter waren. Dass Beteiligte einer der zahllosen innerafghanischen Fehden die Opfer beim US-Militär angeschwärzt hätten. Ein Muster, das sich seit 2001 vielfach wiederholt hat
." (stern.de, 13.9.2008)
Meldungen ähnlich wie die obige oder diese vom 3.9.2008 - NATO soll Zivilisten in Pakistan getötet haben; es soll bei einem Angriff 20 Tote gegeben haben, darunter Frauen und Kinder - wiederholen sich immer wieder. Aus Protest hat Pakistan darauf hin den Sprit-Nachschub für die NATO blockiert. (http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1142437.html; http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576658,00.html)
Und es geht auch weiter so: Bei der Jagd auf den Taliban-Führer Siradschuddin Hakkani bombte die US-Armee in Pakistan am 8.9.2008 gleich eine ganze Koran-Schule mit Mädchen mit in Grund und Boden: Erneut 20 Tote, meist Frauen und Kinder. Siradschuddin Hakkani war nicht dabei. (http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=879663&kat=120)
Und auch die Bomben in Afghanistan selbst verfehlen immer wieder das Ziel. Statt eine Taliban-Stellung zu treffen, bombardierte die NATO versehentlich einen harmlosen Bauernhof - zwei Tote, zehn Verletzte (Bild, 9.9.2008). Usw. usf. Diese Meldungen sind "nur" Momentaufnahmen aus einer langen Reihe ähnlicher Tragödien.
Schließlich wurde auch ein enger Vertrauter von Präsident Hamid Karzai und seine beiden Leibwächter versehentlich für Taliban gehalten und umgebracht (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,579028,00.html). Usw. usf. Und wer weiß, ob die "Erfolgsmeldungen" (nach dem Motto "Wieder zahlreiche Taliban umgebracht") stimmen und es sich bei getöteten mutmaßlichen Taliban wirklich immer um Taliban handelte.
Auch im Irak läuft immer mehr aus dem Ruder. So haben US-Truppen aktuell versehentlich sechs irakische Sicherheitskräfte erschossen und zehn weitere verletzt (bild.de;news-ticker,rendertext=5694082.html).
Oder diese Meldung: Vier wehrlose Iraker, die frei gelassen werden sollten, wurden von US-Soldaten aus Frustration hingerichtet. (http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4683988)
Viele US-Soldaten bringen sich auch selber um. Im laufenden Jahr vorbehaltlich abschließender Untersuchungen bereits über 90 - neuer Rekord. Die US-Army erhöhte darauf hin die Zahl der Pfarrer. Die US-Soldaten sollen schließlich andere töten, nicht sich selbst. (http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/selbstmordrate_us-soldaten__1.824463.html)

 



4.9.2008 / 13.9.2008 - US-Medien-Plutokratie: Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin erklärt Irak-Krieg als "von Gott gegebene Aufgabe" / Es gehe um "Sieg im Krieg" / Präsidentschaftskandidat John McCain will dazu mehr Soldaten und Waffen in den Irak schicken - Während der Wähler in Deutschland real zwischen unterschiedlichen Parteien wählen kann, hat die USA ein Wahlsystem, bei dem kleinere Parteien von vorneherein chancenlos sind und nur die beiden Millionärs-Parteien "Republikaner" und "Demokraten" um die Macht streiten. Deshalb ist die USA auch keine echte Demokratie, sondern könnte als eine moderne "Medien-Plutokratie" bezeichnet werden. "Plutokratie" ist eine Staatsform, in der Herrschaft durch Vermögen ermöglicht wird, Und in den USA geht dies neben den notwendigen Millionen nur mithilfe der Massenmedien. Für die heiße Phase des Präsidentschafts-Wahlkampfs gibt jede Partei ca. 200 Millionen Dollar aus (stern.de, 11.9.2008; PS: Der streckenweise brutale Vorwahlkampf allein der Demokraten untereinander kostete ebenfalls Unsummen, so dass man insgesamt wohl von nahezu eine Milliarde Dollar Kosten nur für Wahlkampf-Propaganda ausgehen kann). Der Unterschied zwischen beiden Parteien ist jedoch oft minimal, so dass für den Bürger faktisch kaum eine wirkliche Wahlmöglichkeit besteht.
So berufen sich z. B. die führenden Politiker beider Parteien auf den kirchlichen "Gott" und benutzen ihn zur Rechtfertigung ihrer Machtpolitik. Jüngst die Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin von den Republikanern, die den Krieg im Irak mit seinen Tausenden von Toten und unermesslichem Leid als "von Gott gegebene Aufgabe" (Bild, 4.9.2008) bzw. als "Gottes Plan" (Welt, 4.9.2008) bezeichnet. Die US-Soldaten im Irak "verteidigen" laut Frau Palin "die Unschuldigen vor den Feinden, die den Tod von Tausenden Amerikaner geplant, ausgeführt und sich darüber gefreut haben" (Spiegel online, 12.9.2008). Doch selbst Präsident George W. Bush hat mittlerweile zugegeben, dass zwischen dem Irak unter Saddam Hussein und der Al-Qaida, die man für die Anschläge vom 11.9.2001 verantwortlich macht, keine Verbindung bestand. Doch möglicherweise ist Sarah Palin von den Predigten in ihrer Kirche verblendet (vgl. hier) und blickt bei den Fakten nicht richtig durch. Deshalb bekommt sie jetzt auch einen privaten Politik-Kurs ihrer Partei (Spiegel online, 12.9.2008). Sarah Palin ist seit 2006 Mitglied der evangelisch evangelikalen [= konservativ evangelisch] Wasilla Bible Church**, zuvor war sie Mitglied der evangelikalen Assembly of God. Zwischenzeitlich befand sich die USA streckenweise in einer Art Sarah-Palin-Rausch. (stern.de, 11.9.2008)

Sarah Palin ist fünffache Mutter* und "Mitglied auf Lebenszeit" der mächtigen Waffen-Lobby NRA (National Rifle Assosiacion), und sie bringt in ihrer Freizeit als Jägerin sehr gerne unschuldige Tiere um.
Dies ist eine Gemeinsamkeit mit der Spitzenpolitikerin der Demokraten und Entenjägerin Hillary Clinton, die ebenso gerne zum Vergnügen Tiere erschießt, die ihr nichts angetan haben. (siehe hier; vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 7" über die Barbarei an den Tieren im kirchenchristlichen Abendland)

Wenn der Irak-Krieg für Sarah Palin eine "von Gott gegebene Aufgabe" sein soll, dann ist die Frage: Welcher "Gott" gibt den USA eine solche Aufgabe? Der Schöpfergott und "Vater" von Jesus, dem Christus, mit Sicherheit nicht. Denn Jesus lehrte die Feindesliebe und warnte: "Wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen" (Bibel, Matthäus 26, 52). Und vieles mehr dieser Art. Deshalb ist es eine Verhöhnung von Christus, wenn auch Frau Palin sich "christlich" nennt.
Die Aufgabe für den Irak-Krieg erhielt der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush, letztlich eventuell von einer jenseitigen "Fopp-Seele", die sich "Gott" nennt, und die der "mächtigste Mann der Welt" als Stimme in sich vernahm (mehr dazu hier). Mal sehen, was sich dieser "Gott" demnächst für den Iran ausdenkt und für den Kaukasus, und was er bestimmten Politikern dann vielleicht einflüstert. Dort wehen in Georgien seit 2004 schon einmal wieder die alten Kreuzzugsfahnen (siehe hier).

PS: *Sarah Palin predigt eine strenge sexuelle Moral mit Verzicht auf Sex vor der Ehe, Abschaffung von sexueller Aufklärung in der Schule und strenger Enthaltsamkeit vor allem für Jugendliche, was bei den Betroffenen nicht selten zu einer inneren oder äußeren Rebellion gegenüber den Eltern führt, die wiederum deren Karriere in den USA Schaden zufügen kann. Auch Sarah Palins 17-jährige Tochter Bristol hielt sich nicht an die Prinzipien ihrer Mutter und ist schwanger, was die gesamte Familie jedoch sympathisch erscheinen lässt, was wiederum Wählerstimmen bringt. Und so war der 18-jährige Freund der Tochter bei Sarah Palins Nominierung zur Vizepräsidenten-Kandidatin mit auf der Bühne - ein Signal, dass er seine Freundin jetzt immerhin heiraten werde, so dass seine zukünftige Schwiegermutter keinen "unehelichen" Enkel bekommt. Und wehe, er würde es sich anders überlegen! Erst dann würde es vermutlich ungemütlich hinter der in den USA beim Kampf um die Macht wichtigen Familien-Fassade. "I don't want kids" (= "Ich will keine Kinder"), wird er z. B. noch vor kurzem von der US-Tageszeitung New York Daily News zitiert (Bild, 2.9.2008).

Sarah Palin, ihre Familie, ihre als besonders "christlich" verbrämten Ansichten und ihre raffiniert vorgetragenen Emotionen sind ansonsten wie ein Spiegel für manche "durchschnittliche" amerikanische Familie, die sich plötzlich "verstanden" fühlt. Und der Schachzug ihrer Nominierung macht den Vietnam-Kämpfer, Militaristen und fanatischen Putin-Gegner John McCain (http://de.wikipedia.org/wiki/John_McCain) zum aussichtsreichen Kandidaten für das "mächtigste Amt der Welt". McCain wurden die Kriegsorden Silver Star, Bronze Star, Legion of Merit, Purple Heart und Distinguished Flying Cross verliehen. John McCain will als Präsident mehr Soldaten und Waffen in den Irak schicken, um den Krieg zu gewinnen. Und mit ihm würde auch Vize-Präsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin zu den Knöpfen gelangen, mit denen die Atomraketen der USA, das gigantischste Zerstörungspotenzial der gesamten Welt, ausgelöst werden können. Und so sagte sie auch, sie werde als Präsidentin der USA bereit sein, falls John McCain etwas zustoßen würde, um die "Mission, die wir verfolgen, Reformierung des Landes und Sieg im Krieg" zu erfüllen. (Bild, 12.9.2008)
 



5.9.2008 - Die Philosophie im Westen über die "Guten" und die "Bösen" - Steht Angriff auf Iran bevor? - Der Hochmut des Westens (siehe unten) treibt eine weitere lebensbedrohliche Blüte. Wenn Iran sein "Programm der Urananreicherung" nicht stoppe, werde die mutmaßliche Atommacht Israel mit Rückendeckung der USA den Iran angreifen, so der französische Präsident Nicolas Sarkozy mehr als deutlich (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576374,00.html).
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom 12.5.2008 und vom 4.6.2008.
Iran gehört zu den Ländern mit "bösen" Regierungen (genauer zu der von US-Präsident George W. Bush im Jahr 2002 so definierten "Achse des Bösen"), die nach dem Willen der USA und einiger anderer Länder die Kernenergie nicht nutzen dürfen, weil sie verdächtigt werden, diese auch militärisch nutzen zu wollen. Dies wird zwar von den USA selbst und vielen anderen Ländern selbstverständlich so getan. Doch eben nur die "Guten" dürfen die Kernenergie auch militärisch nutzen und ein paar "Böse" (wozu gemäß Georgiens Präsident auch Russland gehört (siehe hier) und wobei ihm kein westlicher Regierungsvertreter widersprach), die man aus strategischen Gründen derzeit damit in Ruhe lässt. Die "Guten" dürfen nach westlicher Philosophie auch die "Bösen" mit Krieg überziehen, wenn jene nicht tun, was die "Guten" von ihnen fordern. Deshalb muss der selbsternannte "Gute" auch immer über weit mehr, bessere und grausamere Waffen verfügen als der zum "Bösen" Erklärte, damit der "Gute" jederzeit "notfalls" den "Bösen" massakrieren kann, ohne umgekehrt vom "Bösen" massakriert zu werden. Das scheint derzeit das Ziel so manches Politikers zu sein (vgl. dazu das Buch des einflussreichen US-Politikers und Politikwissenschaftlers Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Frankfurt am Main 1997; Brzezinski hatte Russland z. B. einmal als "überflüssiges Land" bezeichnet (zit. nach Interview mit Alexander Solschenizyn, Welt am Sonntag 21.6.1998). Und was sich hier zunehmend zusammen braut, ist um einiges explosiver als das in den 80er- Jahren des 20. Jahrhunderts beklagte "Gleichgewicht des Schreckens" zwischen West und Ost.
Jesus von Nazareth lehrte jedoch in der
Goldenen Regel in der Bergpredigt: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst". Auf dieses Beispiel übertragen: "Wenn ihr wollt, dass der andere euch nicht mit Atomprogrammen bedroht, dann hört auf, ihn mit Atomprogrammen zu bedrohen". Oder anders formuliert: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu." Also übertragen: "Wenn du nicht angegriffen werden willst, dann greife auch du nicht an."
Doch für diese geniale Friedensbotschaft haben die kirchlichen Politiker nur Hohn und Spott übrig. Dies geht seit nahezu 2000 Jahren so. Zu keiner Zeit wurde ernsthaft versucht, die Lehre von Jesus in die Tat umzusetzen. Immer wussten es die scheinchristlichen Kirchen und ihre Gefolgsleute besser. Auch diesmal. Das Ergebnis sind die Kriege der Vergangenheit und die heutige explosive Weltlage. Und so steuert alles auf einen Höhepunkt zu, der wohl auch zum Kipppunkt werden wird. Denn jeder, der glaubt, mit militärischen Mitteln eine Herrschaft über die ganze Welt ausüben zu können, wird sich verrechnen. Und es wird sich zeigen, wie lange dann der Hohn und Spott noch währt.

 



12.9.2008 - Die kirchengläubige Sarah Palin würde Russland unter Umständen den Krieg erklären und Israel unterstützen, wenn es den Iran angreift. Als Hobby ermordet sie wehrlose Tiere - So nah war man dem 3. Weltkrieg schon lange nicht mehr. Der Westen einschließlich der deutschen Regierung Merkel/Steinmeier forciert im Jahr 2008 die NATO-Mitgliedschaft Georgiens. Und die georgische Regierung behauptet weiter entgegen aller neutralen Untersuchungen, Russland habe in Süd-Ossetien mit dem Krieg begonnen und man habe nur zurück geschossen (PS: ... und dabei unter anderem eine ganze russische Division liquidiert (siehe hier) und die Hauptstadt in Schutt und Asche gelegt (siehe u. a. hier)). Nun erklärt die im angeblichen Glauben an Jesus "wiedergeborene" evangelische Vize-Präsidenten-Kandidatin der Republikaner, sie sei bereit für die Präsidentschaft, falls John McCain zum Präsidenten gewählt und ihm etwas zustoßen würde (siehe hier). Und auf die Frage "Sollte Georgien in die Nato aufgenommen und dann von Russland angegriffen werden - müssten die USA dann Russland nicht den Krieg erklären?" antwortete sie: "Vielleicht ja. Ich meine, das ist doch die Vereinbarung, dass du als Nato-Alliierter zu Hilfe gerufen wirst, wenn ein anderes Land angegriffen wird." (Spiegel online, 12.9.2008)
Die ehemalige Sowjetrepublik Georgien braucht also bloß in die NATO einzutreten, dann wieder Süd-Ossetien angreifen und schließlich behaupten, die Russen hätten angegriffen. Und das Weltinferno wäre da. So einfach könnte das gehen.
Was sind eigentlich über 60 Jahre Friedenserziehung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945 noch wert? Und was die Versprechungen der westlichen Politiker, im Gegenzug zur russischen Zustimmung für eine Westintegration des vereinigen Deutschlands, auf eine NATO-Osterweiterung zu verzichten und die russischen Interessen entsprechend zu berücksichtigen? Und was ist mit der Lehre des großen Friedensstifters Jesus von Nazareth, den die führenden US-amerikanischen Politiker und auch die Politiker der deutschen "C"-Parteien so missbrauchen? Der Krieg ruft. Und immer mehr kirchenchristliche Politiker wollen wieder auf diese verführerische Stimme hören ...

PS: Nicht einmal die verbündeten Israelis hatten die kriegerische Politik Georgiens unterstützt. Georgien wollte kurz vor Kriegsbeginn noch 300 Panzer von Israel. Doch Israel stoppte eine Woche vor dem georgischen Angriff auf Süd-Ossetien alle Waffenlieferungen an Georgien. (http://de.rian.ru/world/20080904/116543357.html)
 



5.10. / 6.10.2008 - Glaubenswahn um die Wiederkunft von Jesus: Manche denken, deshalb ungeniert Kriege führen zu können - Folgende Meldung könnte manchen hellhörig machen: Die Vizepräsidenten-Kandidatin der Republikaner, Sarah Palin, "bekräftigte ihre Einschätzung, die US-Soldaten im Irak erfüllten eine Aufgabe Gottes" (Bild, 12.9.2008; siehe hier). "Ich glaube, dass es einen Plan für diese Welt gibt und dass dieser Plan für die Welt gut ist", so die Politikerin. Bekanntlich gehört die Kandidatin einer bibelfundamentalistischen evangelischen Kirche an (siehe hier). Was die Anhänger dieses Glaubens so gefährlich macht, wenn diese politische Verantwortung tragen: Sie glauben, dass die Rechtgläubigen ungeniert an der Eskalation der Apokalypse mitwirken können, wie sie in der Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament, prophezeit wird. Für manche derart Gläubigen bedeutet das: Irgendwann seien eben z. B. die Atombomben oder die B- oder C-Waffen fällig und könnten einem angeblichen "Plan Gottes" zufolge abgeworfen werden. Schließlich würde ja - wenn alles auf die Spitze getrieben wurde - Jesus wiederkommen und Partei für die eigene Seite ergreifen und das ganze Desaster dann mit einem Streich in Ordnung bringen. Was für ein Wahn!

Dieses Denken ist auf jeden Fall "gut evangelisch" und vielleicht auch katholisch, doch niemals christlich. Und "für alle Fälle" hat man auch noch eine Hintertüre mit eingebaut: Käme Jesus nämlich noch nicht im Diesseits wieder, so funktioniere es mit dem angeblichen Heil doch zumindest im Jenseits, auch wenn man die Welt zuvor in die Luft jagt. So verkündete schon der erste Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Landesbischof Otto Dibelius (1880-1967). Selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben" (zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Beck-Verlag, München 1999, S. 259). Aber so wird das nicht funktionieren.

Anhänger der These, dass Jesus mit einem Mal alles "neu" mache, berufen sich zwar auf die Offenbarung des Johannes, wie sie in der Bibel der Kirchen steht und wo Christus durch Prophetenwort tatsächlich sagt: "Siehe ich mache alles neu" (21, 5). Doch wie ist das gemeint? Es ist nicht so gemeint, dass Christus das Gesetz von Ursache und Wirkung außer Kraft setzen würde. Demnach ernten die Menschen, was sie zuvor an Negativem angerichtet haben, wenn sie dieses nicht ernsthaft bereut und wieder gut gemacht haben und wenn ihnen ihre Opfer noch nicht vergeben haben. Christus beginnt jedoch, im Kleinen dort "alles neu" zu machen, wo man ganz praktisch tut, was er lehrte; d. h., auch seine Friedensbotschaft konsequent befolgt, wozu auch ein politischer Pazifismus gehört ("Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch fluchen"; "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen" usw.). Wenn immer mehr Menschen diese Lehre befolgen, so Jesus, dann verhält es sich mit dem Reich Gottes wie mit einem Senfkorn; einst nur ein kleiner Same. Doch eines Tages nisten Vögel in den Zweigen des zum Baum heran gewachsenen Korns. (Matthäusevangelium, Kapitel 13)

Wer hingegen glaubt, Kriege führen und den Planeten Erde vernichten zu können und bei der "Wiederkehr von Jesus" - wie durch einen Zauber - hauruck von den grausamen Folgen befreit zu werden, der ist einem nach Schwefel stinkenden Zauber verfallen, und er verhöhnt einmal mehr den größten Friedensstifter der Menschheit. Es denkt dann ähnlich wie manche islamistische "Gotteskrieger", von denen man offenbar einige dazu verführt hat, zu glauben, nach einem "Märtyrertod" im Krieg im Jenseits angeblich von "Jungfrauen" verwöhnt zu werden. Doch das Erwachen wird hier wie da anders sein (vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 2 über das Gesetz von Saat und Ernte) - und besonders furchtbar für den, der in seinem kirchlichen, islamistischen oder anderem Glaubenswahn nicht nur einzelnen Menschen Leid zufügte, sondern Millionen ...
 



17.10.2008 - Afghanistan-Desaster: Wieder 25 Zivilisten bei NATO-Angriff zerfetzt? / Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus" - Deutschland und die USA schicken ständig neue Soldaten in den Hindukusch. Der Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer erklärt zum Afghanistan-Krieg: "Die Nato züchtet mit ihrem Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus jeden Tag ein Stück weiter" (http://www.sueddeutsche.de/politik/441/312356/text/7/ vom 6.10.2008). Eines der jüngsten Ereignisse: Bewohner in dem Bezirk Nad Ali legten 16 Leichen vor das Büro des Provinz-Gouverneurs - 16 von 25, die bei einem NATO-Luftangriff umgekommen sein sollen. (Bild, 17.10.2008)
 
Jürgen Todenhöfer berichtet auch von eigenen Recherchen:
"Ich habe in den afghanischen Medien gelesen, die Koalitionstruppen hätten nach US-Angaben in Asisabad bei Herat 30 Taliban getötet. Daraufhin habe ich über einen Dolmetscher mit einem Einwohner von Asisabad telefoniert. Er hatte bei dem amerikanischen Luftangriff 75 Angehörige verloren. 75 Angehörige! Er berichtete mir, dass die US-Luftwaffe eine Trauerfeier bombardiert hatte, die er für seinen verstorbenen Bruder veranstaltet hatte. Insgesamt seien 90 Zivilisten getötet worden, darunter 60 Kinder. Die UN, Präsident Karzai und mehrere afghanische Untersuchungskommissionen haben diese Zahlen inzwischen ausdrücklich bestätigt. Die US-Truppen haben hier wie in vielen anderen Fällen einfach die Unwahrheit gesagt ... Die Bilder von Asisabad liefen im afghanischen Fernsehen zwei Wochen lang. Man sah immer wieder, wie ein verzweifelter Mann das blutverschmierte Hemd seines getöteten sechs Monate alten Babys in die Kamera hielt. Man sah Bilder getöteter Zivilisten, die ein Arzt heimlich mit seinem Handy gefilmt hatte. Und anschließend musste die afghanische Bevölkerung sich immer wieder den amerikanischen Militärsprecher anhören, der behauptete, man habe lediglich 30 Taliban getötet, vielleicht seien zusätzlich auch noch fünf bis sieben Zivilisten ums Leben gekommen. Die blutige Wahrheit wird bis heute einfach wegdementiert." (Süddeutsche Zeitung, 6.10.2008)
Und weiter: "Hochrangige afghanische Politiker haben mir gesagt, in der Regel seien zwei Drittel der angeblich getöteten Taliban unschuldige Zivilisten. Das ist einer der Gründe für die wachsende Popularität der einst verjagten und verachteten Taliban". Diesen grausamen Krieg können die NATO und als Teil davon die Bundeswehr nie gewinnen. Während die Bundeswehr anfangs für zivile Aufgaben nach Afghanistan ging, wurden die Bundeswehr-Truppen seit kurzem in den US-NATO-Krieg "Enduring Freedom" integriert (siehe hier). Doch mittlerweile kontrollieren die Taliban bereits wieder 60 % des Landes.
Und zum angeblichen Kriegsgrund des Westens, der nach den Anschlägen in New York vom 11.9.2001 diesen Krieg begann, erklärt der Experte Jürgen Todenhöfer:
"Globale Terroristen brauchen heute keine Ausbildungslager mehr - weder in Afghanistan noch in Pakistan. Diese Phase ist längst vorbei. Die sitzen heute bei uns im Westen oder sonst wo auf der Welt in bequemen kleinen Räumen mit Internetanschluss und lernen dort, wie man Sprengstoffgürtel herstellt und bedient. Selbst wenn die USA alle Bomben, die sie besitzen, auf den Hindukusch werfen und dabei alle Taliban und Al-Qaida-Terroristen töten würden, wäre der globale Terrorismus nicht besiegt. Er würde im Gegenteil dramatisch zunehmen."

Jesus von Nazareth fasste das Geschehen bei Kriegen mit einfachen Worten zusammen: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen." Und als Alternative: "Tut Gutes denen, die euch hassen." Wer nicht glaubt, dass dies auch in der Politik funktionieren würde, wird einmal mehr im Afghanistan-Krieg das Ergebnis für das bekommen, was er stattdessen glaubt.
 



2.11.2008 - Ex-Kultusminister in Spanien - "Die Kirche sieht den Bürgerkrieg immer noch als Kreuzzug" - Der spanische Bürgerkrieg von 1936-1939 kostete Hunderttausenden von Menschen das Leben. Dabei kam der Diktator Franco auch dank massiver Unterstützung durch die Kirche an die Macht und führte "gewaltsame Säuberungen" im Land durch. Erst nach seinem Tod im Jahr 1975 konnte sich Spanien mit Unterstützung von König Juan Carlos zur Demokratie entwickeln. Doch Ex-Kultusminister Jorgé Semprun erklärt, wie die Kirche heute weiterhin alte Seilschaften knüpft und die Gesellschaft indoktriniert:
"V
on den Republikanern ermordete Priester werden heute selig gesprochen. Die Erinnerung an die getöteten Republikaner hingegen darf nicht wachgerüttelt werden", so Semprun. Oder: "Die Kirche hat sich immer noch nicht kritisch distanzieren können von ihren Positionen des Bürgerkriegs. Sie sieht den Krieg immer noch als Kreuzzug."
Ein Beispiel:
"
Bei den Prozessionen zur ´Semana Santa`, zur Karwoche, in Sevilla wird die Statue der Jungfrau von Macarena durch die Straßen getragen. Niemand erinnert daran, dass diese Statue noch heute, nach all den Jahren, bei den Prozessionen die Schärpe von Francos General Queipo de LLano trägt. Queipo de LLano ist der General, der Sevilla angegriffen hat, der für seine Unterdrückung und seine faschistoiden Ansichten bekannt war". (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,587669,00.html)
Der lange kalte Atem der Kirche ist bekannt. Und der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers sagte einmal
: Nach wie vor stehe der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirche "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen." (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73)
 



2.11. / 7.11.2008 / 4.3.2012 - Obama-Berater: Sofort den Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der Countdown für einen großen Krieg? - Während viele kritische US-Amerikaner glaubten, durch eine Wahl von Barack Obama zum Präsidenten etwas Gutes zu tun und damit zumindest eine Angst erregende "bibelfundamentalistische" Vizepräsidentin oder gar spätere Präsidentin Sarah Palin verhindern zu können (vgl. z. B. unsere Meldungen vom 12.9.2008 oder vom 13.10.2008), brauten sich bereits anderweitig die dunklen Wolken am Horizont zusammen. Dennis Ross, außenpolitischer Berater des nachfolgenden US-Präsidenten Barack Obama, riet zusammen mit anderen Kongressabgeordneten z. B. zur sofortigen Vorbereitung des Krieges gegen den Iran, bei dem die USA bei Bedarf auch Atombomben einsetzen sollten. Läuft also schon der Countdown für den nächsten großen Krieg? Und wird der gläubige evangelische Kirchenchrist Obama in diesem Sinne auf seinen Berater hören? (PS: Obama gehört der Vereinigten Kirche Christi an, die in Kirchengemeinschaft mit der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) steht) Danach sieht es aus. Denn in einer Rede am 4.6.2008 hatte sich Obama auch selbst schon ähnlich geäußert. Neues Grauen und Elend würden folgen und eine weitere apokalyptische Kettenreaktion.
Und nebenbei scheint alles eine Ablenkung davon zu sein, dass das Land praktisch bankrott ist bzw. es scheint auch ein furchtbares Manöver zu sein, um dem entgegen zu wirken. Als ob die Welt nicht sowieso schon an allen Ecken und Enden aus den Fugen gerät.

Kritische Zeitgenossen haben mittlerweile den Eindruck, niemand habe Barack Obama mehr geholfen als die Bibelfundamentalistin Sarah Palin (PS: Nach letzten Informationen sei die Kandidatin der Republikaner für die Vize-Präsidentschaft unter Druck "immer ausgeflippt" und habe z. B. auch nicht gewusst, dass Afrika kein Staat, sondern ein Kontinent sei (Bild, 7.11.2008)). Um einen Einzug von ihr an der Seite von John McCain ins Weiße Haus zu verhindern, hat sich eine ganze Allianz von Künstlern, Nobelpreisträgern, Journalisten, Intellektuellen usw. hinter Barack Obama versammelt. Doch ob diese dann rechtzeitig aufwachen, falls Obama zuschlagen will? Denn eines ist jetzt schon klar: Seine Rhetorik löst nicht ein einziges Problem. Sie ist noch nicht einmal ein "Flicken", mit dem man versuchen könnte eines der zahlreichen Lecks des Schiffes zu stopfen, was aber ohnehin nicht mehr funktioniert. Denn alle Flicken sind mehr oder weniger porös. Und alle Kriegsvorbereitungen mögen evangelisch oder katholisch sein (wie der nachfolgende Vizepräsident Joseph Biden). Mit Christus haben sie nichts zu tun.
Mehr dazu siehe http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/240230.html.

Siehe dazu auch unsere Meldung hier.

 



9.11. / 7.12.2008 - Schon wieder 37 Zivilisten in Stücke gerissen - Betrachtet NATO die Zivilbevölkerung in Afghanistan als Luft? Und verhindert der Westen den Friedensschluss mit Taliban in Afghanistan? - Mit entsetzlicher Regelmäßigkeit werden durch den "christliche" Westen in Afghanistan Zivilisten in Stücke gerissen, so dass man mit den Meldungen fast nicht nachkommt. Die neueste unter http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F307675.html. Taliban hätten sich dieses Mal bei einem Angriff in einem Dorf versteckt (wie immer). Darauf hin wurden eben 37 Dorfbewohner mit ins Jenseits gebombt, hinzu kamen 35 Verletzte. Auch so wird also Deutschland am Hindukusch "verteidigt", wie der Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) uns 2001 weis zu machen versuchte. Und in Wirklichkeit steckt auch hinter "Erfolgsmeldungen" von getöteten Taliban weiteres Entsetzen. Zwei Drittel der angeblich getöteten Taliban seien nämlich bisher ebenfalls unbeteiligte Zivilisten gewesen, so Beobachter vor Ort.
Inzwischen hat sich der afghanische Präsident Karsai nachdrücklich für Friedensverhandlungen mit den Taliban ausgesprochen - im Gegensatz zu der Regierung der USA, welche die Taliban vernichten wollen. Die Taliban stellten vor dem Angriff der USA auf Afghanistan und der Erklärung des "NATO-Bündnisfalles" im Oktober 2001 die dortige Regierung in Afghanistan. Ihre Regierung wurde vom Westen schnell weggebombt. Doch seither tobt ein grausamer Krieg.
Siehe dazu http://www.heise.de/tp/blogs/8/118960.


Aktualisierung
[7./8.12.2008]: 300 NATO-LKWs nach Angriff verbrannt
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594869,00.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,595112,00.html
Taliban auf dem Vormarsch - USA schicken 4.000 weitere Soldaten allein in die Hauptstadt Kabul
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594893,00.html

[25.1.2009]: Wieder 16 Zivilisten bei US-Angriff getötet. "Der Tod unschuldiger Afghanen ´stärkt die Terroristen`", so Afghanistans Präsident Hamid Karsai. (Bild, 25.1.2009
)
[18.2.2009]: Die seither getöteten Zivilisten bei US-Angriffen werden hier gar nicht mehr aufgeführt ...
 


 

14.12. / 20.12.2008 / 15.12.2009 - Seit Befreiung des Landes durch die USA: Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak / 2.500 Irak-Flüchtlinge nach Deutschland / Afghanistan-Krieg: "Sieg" mit der Brechstange? - Ca. 1,3 Millionen Mitglieder verschiedener Kirchen lebten bis zum Jahr 2003 friedlich im Irak. Für die kirchlichen Minderheiten galt die Religionsfreiheit, und Außenminister war sogar der chaldäische Christ Tariq Aziz. Dann befreite die Regierung der USA und ihre "Koalition der Willigen" mit dem vielfachen Segen des kirchlichen Gottes das Land gewaltsam von der Herrschaft Saddam Husseins. Tausende von Menschen wurden dabei getötet.
Und seither ist es auch mit dem seit ca. 1400 Jahre währenden friedlichen Miteinander von Muslims und Christen im Land vorbei. Die Früchte des Krieges werden geerntet, und das Land versinkt in unkontrollierbarer Anarchie und Chaos. Und nach Anschlägen und Verfolgungen durch islamische Extremisten sind jetzt nur noch ca. 300.000 Kirchenmitglieder im Land. Und immer mehr fliehen in Nachbarländer oder nach Europa, und sie bekommen dort auch Asyl. Ende des Jahres 2008, so ist zu hören, spitzt sich die Lage weiter dramatisch zu, und man gedenkt in europäischen Kirchengemeinden gerade im Advent der leidenden Christen im Irak. Dabei hat der kirchenchristliche Westen doch das Land mit Tonnen von Bomben (die zahllose Menschen und auch Tiere in Stücke gerissen haben) "befreit" und anschließend Milliarden über Milliarden an "Wiederaufbauhilfe" investiert. Gleichzeitig muss er jedoch immer mehr Bürgern des von ihm "befreiten" Landes Asyl gewähren. Was also ist aus der "Befreiung" geworden?

Der Fluch des Irak-Krieges, der mit nachweisbaren Falschinformationen des US-Geheimdienstes CIA begründet wurde und bei dem auch die UNO und das Völkerrecht missachtet wurden, trifft die westlichen Kriegsherren immer stärker. Und immer mehr Menschen wird bewusst: Auch der Krieg gegen den Irak stand wie alle Kriege im krassesten Gegensatz zum Friedenslehrer Jesus von Nazareth. Gleichzeitig behaupten aber die Kriegsverantwortlichen, sie wären Christen. Und deren Bischöfe sind auch noch stolz auf ihre prominenten Mitglieder. Damit verhöhnen sie Christus einmal mehr und erwecken zudem in der islamischen Welt den Eindruck, der Gott der Christen würde solche Kriege billigen oder befürworten. Nun darf man sich nicht wundern, wenn der Hass sich mehr und mehr gegen diejenigen richtet, die dem Namen nach an denselben Gott glauben wie die Eroberer und Besatzer. Und auch in anderen überwiegend islamischen Ländern steigert sich der Hass auf den kirchlichen Gott des Westens und den falschen Christus der Institutionen Kirche, der im so genannten Abendland überwiegend verehrt wird, immer mehr. Der echte Christus lehrte in der Bergpredigt "Tut wohl denen, die euch hassen." (Lukas 6, 27)
Das könnten in einem ersten Schritt Verhandlungen sein, wie es z. B. der afghanische Präsident Hamid Karzai gegenüber den Taliban fordert; und zwar Verhandlungen, bei denen man nicht selbstgerecht auf dem hohen Ross sitzt. Doch die Anhänger des falschen Christus des Westens schmieden schon wieder an neuen Kriegsplänen, und sie sitzen seit je her immer auf dem hohen Ross. Das ist eines ihrer Kennzeichen.
PS: Zudem wollen die USA im Jahr 2009 30.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken, um den Krieg gegen die Taliban jetzt mit der Brechstange zu "gewinnen". (Netzeitung, 20.12.2008; siehe dazu auch unten)

Aktualisierung [15.2.2009]: Die ersten 2.500 Flüchtlinge aus dem Irak treffen im März in Deutschland ein. (Bild, 15.2.2009)

Die Nachrichten zum Gaza-Krieg 2008/2009 finden Sie unter Der Theologe aktuell Nr. 2009-1
Weitere Nachrichten zum Krieg finden Sie in Der Theologe Nr. 16 über Hintergründe im Vatikan sowie in Der Theologe Nr. 36 über das Verhältnis von Kirche und Islam.

 


2009

7.1. / 8.1.2009 -
Katholik Joschka Fischer "solidarisch mit Israel". Er zog Deutschland in den Kosovo-Krieg und in den Afghanistan-Krieg hinein - ... Der katholische
deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer (Die GRÜNEN) lobt die evangelische Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre einseitige Parteinahme zugunsten der derzeitigen israelischen Regierung im Gaza-Krieg: "Wir sind parteiübergreifend solidarisch mit Israel". Gleichzeitig lästerte Fischer über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und wenige andere europäische Politiker, die sich um Vermittlung bemühten ("Flohzirkus", "lächerlich", "chaotisch"; Focus online, 7.1.2009).
Der Katholik Fischer hatte 1999 als GRÜNEN-Außenminister maßgeblich den Kosovo-Krieg gegen Jugoslawien mit begonnen und Deutschland erstmals seit 1945 in einen Krieg hinein gezogen.
Viele Kriegsgegner sind damals bei den GRÜNEN ausgetreten bzw. warfen der Partei "Wählerbetrug" vor, da sie in ihrem Parteiprogramm zuvor eine Kriegsteilnahme ausschloss. Und wir forderten damals wie heute die Politiker auf, die sich als "Christen" ausgeben: "Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich". Und wenn sich die Politiker nicht vom Krieg distanzieren wollen, könnten Sie ja gerne sagen: "Unsere Solidarität mit einer der Kriegsparteien betrachten wir als römisch-katholisch. Oder als evangelisch-lutherisch."
Aber den Namen des Juden Jesus, des Christus, der niemals den Krieg befürwortet hätte, sollten sie endlich aufhören zu missbrauchen.


PS: Im Jahr 2001 zog Fischer dann Deutschland in den bis heute andauernden Afghanistan-Krieg hinein. Die beiden Militäreinsätze bzw. Kriege auf dem Balkan und in Afghanistan kosten den deutschen Steuerzahler Milliarden. Doch keiner der zugrunde liegenden Konflikte wurde durch den Krieg entspannt oder gar gelöst. Im Gegenteil: Am 18.1.2009 drohte Al-Qaida erstmals Deutschland, sie könnten den Krieg in Afghanistan "niemals" gewinnen. Zudem wären die Deutschen "leichtgläubig und naiv", wenn sie meinten, als "drittgrößter Truppensteller ungeschoren davon zu kommen" (Bild, 18.1.2009). Bereits zwei Tage zuvor starben bei einem Selbstmordattentat vor der Deutschen Botschaft in Kabul acht Menschen.
 



12.1. / 16.1.2009 - Zum Abschied wenigstens einen Militärschlag verhindert - George W. Bush untersagte Israel Überflugsrechte für Angriff auf den Iran und stellte keine Spezialbomben bereit / Dennoch: Anmaßung von Göttlichkeit - Zum Sachverhalt siehe http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2009%2F01%2F12%2Fa0070&cHash=ab1cb7f3e4. Demnach habe Bush der Regierung in Israel weder die für einen eventuellen Angriff auf den Iran nötigen Spezialbomben zur Verfügung gestellt noch den israelischen Kampfbombern Überflugrechte über den Irak gewährt. Darauf hin ließ die israelische Regierung zumindest vorerst von den Angriffsplänen auf die iranischen Nuklearanlagen ab. Wird Barack Obama nun im Gegensatz dazu die Angriffspläne unterstützen? (vgl. dazu hier)

Wer jedoch bei George W. Bush eine grundsätzlich andere Einstellung als in den vergangenen acht Jahren vermutet hatte, wurde eines anderen belehrt. Bei seiner Abschiedsrede sagte er: "Ich habe oft über Gut und Böse gesprochen, was vielen unangenehm war. Aber Gut und Böse gibt es in der Welt, und dazwischen gibt es keinen Kompromiss" (Spiegel online, 16.1.2009). Dieser Satz ist zwar aus der Sicht des Schöpfergottes richtig. Doch hat ihn der US-Präsident sinngemäß umgepolt in: "Wir sind die Guten, unsere Gegner die Bösen", womit er sich faktisch göttliche Fähigkeiten zusprach. Vgl. dazu auch unsere Meldung Die Philosophie im Westens über die Guten und die Bösen. Und so z. B. auch Bushs Schüler Michail Saakaschwili aus Georgien (siehe hier).
Normalerweise traut man etwa 7-jährigen Kindern zu, einigermaßen nachvollziehbar wägen zu können zwischen gut und böse, wobei jedem klar sein dürfte, dass das menschliche Abwägen immer fehlerhaft sein kann, je nach Prägung des Gewissens. Bei dem protestantischen US-Präsidenten scheint diese Einsicht jedoch bisher noch nicht in Erscheinung getreten zu sein.
 



20.6.2009 - Die schier unendliche Reihe der zivilen Opfer in Afghanistan - http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1383839.html
 



22.7.2009 - Die Strategie dunkler Mächte: Immer ein bisschen mehr Krieg - So wird Deutschland mehr und mehr in den großen Krieg hinein gezogen - siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,637609,00.html
 



17.8.2009 - Welthungerhilfe mit heftiger Kritik an Bundeswehr - "Die so genannte zivil-militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr sei ein Sündenfall, schreibt Welthungerhilfe-Vorstandschef Wolfgang Jamann in einem Gastbeitrag für die ´Bild am Sonntag` und macht damit die deutsche Militärstrategie verantwortlich für die Gefährdung von Entwicklungshelfern. Die Vermischung von Militär und Wiederaufbau habe erheblichen Schaden angerichtet. Oppositionelle Kämpfer griffen auch Entwicklungshelfer an, obwohl diese politisch neutral und nur der humanitären Hilfe verpflichtet seien ... Als Konsequenz verlangt Jamann eine strikte Trennung von Militäreinsätzen und Entwicklungshilfe." (Netzeitung, 17.8.2009, http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1433519.html)
 



4.9. / 7.9. / 26.11.2009 - Deutschland im Krieg: 80 bis 150 Tote - Bundeswehr befahl Luftangriffe auf zwei Tanklastzüge in Afghanistan / US-General und NATO: Die deutsche Regierung soll ihre "Informationspolitik" "ändern" / Katholische Wallfahrt zur Stärkung der Soldaten / Katholischer "Verteidigungsminister" verteidigt Liquidierung von Afghanen: "Wer uns angreift, wird bekämpft" / Wahrscheinlich auch Kinder zerfetzt / Kirchen geben Bundeswehr Freibrief zum Töten / Empörung überall in Europa / Versuchte Bundeswehr, US-General am Überprüfen ihrer Behauptungen zu hindern? / Schockierendes Video aufgetaucht - Der Krieg in Afghanistan wird immer brutaler. Zwar bestritt die Bundeswehr weiter hartnäckig, dass es bei dem "Militärschlag" auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklastzüge zivile Opfer gegeben habe. Die getroffenen Leute vor Ort sehen das aber völlig anders, und Bilder von zivilen Schwerstverletzten mit hochgradigen Verbrennungen gehen derweil um die Welt.

Dorfbewohner und auch Kinder wollten Benzin abzapfen, wieder andere waren nur neugierig

NATO-Untersuchungskommission widerspricht Bundeswehr und Bundesregierung /
Verstieß die Bundeswehr nach Angriff gegen NATO-Vorschriften, um Tragödie zu vertuschen? / Überall lagen zerfetzte Leichen von Dorfbewohnern


Aufruf, nicht mehr zu lügen! US-General: Die Deutschen sollen ihre "Informationspolitik" "ändern"

Politiker aus den anderen EU-Ländern bezeichnen Angriff als "nicht hinnehmbar" und bitten um Entschuldigung, doch Deutsche rechtfertigen ihn weiter als "erfolgreich" /
Bundeswehr fällt Barack Obama und der neuen NATO-Strategie in den Rücken / Verfügt Deutschland über eine Sternenflotte?


Deutsche Regierung verhöhnt Christus, auf den sie sich beruft

Katholische Wallfahrt für Soldaten - Wieder mehr Arbeit für die Feldgeistlichen: Beileid für die neuen Witwen

Wer war die Frau in der Grotte?

 Dorfbewohner und auch Kinder wollten Benzin abzapfen, wieder andere waren nur neugierig

"Nadschibullah, der Angehörige eines Opfers aus dem betroffenen Dorf Hadschi Amanullah, berichtet: ´Mehr als 150 Menschen wurden getötet oder verletzt. In der Gegend waren auch Taliban, aber mehr Opfer gibt es unter Zivilisten.`" "Ein Taliban-Sprecher sagte, die Dorf-Bewohner seien zu den Tanklastern gegangen, um sich Benzin abzuzapfen. Zwar wollen die "Gotteskrieger" nach eigenen Angaben vor möglichen Luftangriffen gewarnt haben, doch die Leute seien unbeirrt an den Fahrzeugen geblieben" (stern.de, 4.9.2009). "Der Gouverneur von Char Darah, Abdul Wahid Omarkhel, sagte am Montag, er habe eine Liste der Opfer erstellt und der Delegation von Präsident Hamid Karsai übergeben, die den Vorfall untersucht. Es sei unklar, wie viele der Toten Zivilisten gewesen seien. Unter den Opfern sei aber eine große Anzahl Kinder im Alter zwischen 10 und 16 Jahren (ND, 8.9.2009). Und diese Opfer haben Gesichter und Namen und eine Lebensgeschichte, und sie haben verzweifelte Angehörige, doch ihre Geschichte wird noch nicht erzählt. Und viele ringen derzeit mit schwersten Verbrennungen und unsäglichen Qualen noch um ihr irdischen Leben.

Nach Angaben von einigen Dorfbewohnern hätten die Taliban die Menschen vor Ort genötigt, die im Schlamm stecken gebliebenen LKWs mit Traktoren frei zu ziehen. Dafür hätten sie sich kostenlos Benzin abzapfen dürfen. Viele Dorfbewohner standen deshalb geduldig mit Kanistern und Flaschen in der Reihe, als das Inferno begann. "Ein zehnjähriger Junge, der von einem Bombensplitter am Bein verletzt worden war, sagte, er sei aus Neugier auf einem Esel zu den Tanklastern geritten" (Spiegel online, 6.9.2009). Dann wurden die von der Bundeswehr angeforderten zwei 500-Pfund-Bomben auf die Menschen abgeworfen.
Und wie ging es vor Ort weiter? Gemäß islamischer Sitte waren viele Opfer schon bestattet, als die NATO-Untersuchungskommission vor Ort eintraf, so dass wohl eine höhere Opferzahl stimmt als die Anzahl der Leichen oder Leichenteile, die man später gefunden hatte. Die Bundeswehr erklärte, durch die Luftangriffe auf die in dem Dorf stehenden Lastzüge habe man angeblich ein damit prinzipiell denkbares "Selbstmordattentat" verhindern wollen. Das heißt: Der Treibstoff hätte auch als "eine gefährliche Waffe" eingesetzt werden können (Frankfurter Rundschau, 5.2.2009).
Der afghanische Präsident Hamid Karsai schüttelt darüber aber nur den Kopf und sprach von einer "Fehleinschätzung" der Bundeswehr: "Mehr als 90 Tote für einen einfachen Tanklaster, der obendrein in einem Flussbett feststeckte!" (ND, 8.9.2009) Und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit haben die Taliban den Treibstoff einfach nur "selbst nutzen wollen" (Main-Post, 5.9.2009) bzw. verkaufen oder an Sympathisanten oder Einwohner "befreiter" Dörfer verschenken wollen. Doch auf die Menschen, die sich in dem Dorf in der Nähe der Lastwagen aufhielten, hat die Bundeswehr keine Rücksicht genommen bzw. sie behauptet unbeirrt, "sicher" zu sein, dass alle die vielen Menschen, die sich in der Nähe der LKWs tummelten, ausschließlich "terroristische Taliban" gewesen seien (Bild am Sonntag, 6.9.2009). Deshalb war ja auch die Gelegenheit "günstig", gleich alle miteinander umzubringen anstatt z. B. mit der Sprengung der Wagen zu warten, bis die vielen Menschen darum herum weggegangen waren. Schon am nächsten Morgen wurde dann tatsächlich ein Selbstmordattentat verübt, eventuell als erster Racheversuch, bei dem fünf deutsche Soldaten leicht verletzt wurden.

NATO-Untersuchungskommission widerspricht Bundeswehr und Bundesregierung /
Verstieß die Bundeswehr nach Angriff gegen NATO-Vorschriften, um Tragödie zu vertuschen? / Überall lagen zerfetzte Leichen von Dorfbewohnern

Mittlerweile stellt sich heraus, das wohl "vier oder fünf Anführer der Taliban" unter den Opfern sind (Main-Post, 5.9.2009), die alle größtenteils bis zur Unkenntlichkeit verkohlt sind, so dass eine Identifizierung gar nicht mehr möglich ist. Doch sind dann alle die anderen Opfer wirklich "ausschließlich" deren Krieger, wie Minister Franz Josef Jung von der Christlich Demokratischen Union (CDU) tagelang hartnäckig behauptete? Die NATO-Untersuchungskommission widersprach gleich von Anfang an der Bundesregierung: "Mindestens zwei Dutzend der getöteten Afghanen" seien "keine Taliban" gewesen (bild.de, 6.9.2009). Das heißt: Es sind wohl deutlich mehr, die keine Taliban waren. Die untrügliche und sichere Unterscheidungsgabe zwischen einem afghanischem Zivilisten und einem Taliban, die sich der deutsche Minister und seine Offiziere aufgrund eines einzigen Informanten vor Ort kriegsherrlich zusprechen, ist für Außenstehende kaum nachvollziehbar und zeugt von einem beispiellosen Realitätsverlust. Es käme schon fast medialen Fähigkeiten gleich. Letztlich läuft es wohl darauf hinaus, dass die Bundesregierung diesbezüglich entweder bewusst die Unwahrheit gesagt hat. Oder dass sie es aus grenzenloser Selbstüberschätzung und Dummheit bzw. im Irrtum getan hat. Allein schon der Umstand, dass die Deutschen offenbar in panischer Angst reagierten, die Taliban könnten sich mit den im Sumpf feststeckenden Tanklastwagen vielleicht doch dem deutschen Hauptquartier nähern und damit ein Selbstmordattentat verüben anstatt den Sprit zum Betanken ihrer eigenen Fahrzeuge zu verwenden, gibt einen Hinweis darauf, was Krieg bedeutet. Würden Militärs immer nach einer solchen Logik handeln, brennt in ein paar Wochen die ganze Welt.

Foto rechts: "Feuer frei" (Eurofighter Typhoon, Wikimedia-Commons Lizenz, Kogo, 15.9.2007)

Focus online
schreibt über die Taktik der Bundeswehr nach dem Angriff: "Entgegen den Bestimmungen für einen Luftangriff habe die Bundeswehr nach dem Bombenabwurf keine Soldaten an die Angriffsstelle geschickt. Erst in den frühen Morgenstunden hätten die Deutschen eine Drohne zur Luftaufklärung über den Ort der Bombardierung fliegen lassen. Die ersten deutschen Soldaten seien erst am Freitagmittag vor Ort gewesen. Bis dahin seien allerdings alle Leichen bereits weggeschafft worden" (6.9.2009). Und wo keine Leichen mehr zu sehen seien, da brauche man auch keine Opfer zuzugeben, so möglicherweise das taktische Kalkül der deutschen Militärführung. Spekulierte man also darauf, dass die Dorfbewohner ihre Toten dann schon bestattet haben werden und dass man dadurch vielleicht deren Existenz besser leugnen könnte? Ein AFP-Korrespondent beschrieb den Angriff als ein "Horror-Inferno". "Überall liegen zerfetzte Leichen von Dorfbewohnern" (ND, 5.9.2009). "Die Flure der Klinik waren überfüllt mit den Opfern des Angriffs. Viele wurden mit schwersten Brandwunden eingeliefert, bei vielen lagen die Muskeln frei."

Aufruf, nicht mehr zu lügen! US-General: Die Deutschen sollen ihre "Informationspolitik" "ändern"

Die NATO hat die deutsche Regierung mittlerweile aufgefordert, ihre "Informationspolitik" zu "ändern", wie es heißt, was mit anderen Worten bedeuten könnte, sie solle nicht mehr lügen bzw. nicht mehr die Wahrheit  unterschlagen. Der US-Oberbefehlshaber und US-General Stanley McChrystal sprach davon, dass es sich zeigen werde, ob die Verantwortlichen zur "Transparenz" bereit seien. "Der deutsche Befehlshaber Oberst Georg Klein [der den verheerenden Angriff befohlen hatte] habe McChrystal und sein siebenköpfiges Team nach dessen Ankunft [zunächst] davon abhalten wollen, zum Ort des Geschehens und in Krankenhäuser zu gehen", da dies angeblich zu gefährlich sei (ntv.de, 6.9.2009). Könnte es sein, dass es vor allem zu "gefährlich" sei, dass die Amerikaner dann am Ort des Grauens mehr Leichen finden als es die Deutschen zugeben, was ja dann tatsächlich geschah? Die "Details" bleiben derweil "unter Verschluss" der Bundeswehr (focus.de, 6.9.2009). Auch der deutsche Bundestag wurde noch Tage danach von der Bundeswehr und der Regierung nicht informiert. Die bisher bekannten Informationen stammen aus anderen Quellen. Versucht man derweil im Hintergrund, eine erfundene Version des Geschehens zu konstruieren, die man dann der Öffentlichkeit präsentiert?
Verantwortlich für die deutsche "Informationspolitik" ist der intensiv gläubige römisch-katholische Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der natürlich mit seiner Kanzlerin Angela Merkel, evangelisch-lutherisch gläubig, die Bundestagswahl am 27.9.2009 gewinnen will und dem deswegen keine zivilen Opfer eines von der Bundeswehr befohlenen militärisch absurden Präventiv-Angriffs gelegen kommen würden. Man müsse nur wohltätige Entwicklungshilfe militärisch absichern, wogegen doch keiner etwas sagen könne, so die offizielle Version der Militäreinsätze. Außerdem sträubt man sich weiterhin gegen die tatsächliche Zahl von Todesopfern und nennt immer eine Art geringst denkbare Anzahl, wobei unklar ist, wie die schon bestatteten Opfer in die jeweiligen Darlegungen mit eingerechnet werden.

Politiker aus den anderen EU-Ländern bezeichnen Angriff als "nicht hinnehmbar" und bitten um Entschuldigung, doch Deutsche rechtfertigen ihn weiter als "erfolgreich" /
 Bundeswehr fällt Barack Obama und der neuen NATO-Strategie in den Rücken / Verfügt Deutschland über eine Sternenflotte?

Bild.de schreibt: "Nach dem Luftangriff in Afghanistan mit vielen Toten hat sich ISAF-Kommandeur McChrystal über das Fernsehen an die Bevölkerung gewandt. Er versicherte dabei den Afghanen, dass die NATO alles unternehme, um die Bevölkerung bei Militäreinsätzen zu schonen. Anschließend besuchte er den Ort des Angriffs auf die gekaperten Tanklaster nahe Kundus und sprach mit Bewohnern. Inzwischen wächst die internationale Kritik an der Bundeswehr. Die Deutschen haben zunächst massiv gegen die neue Strategie von US-Präsident Barack Obama in Afghanistan verstoßen. "Keine 500 Pfund Bomben mehr" hieß es noch im Juli (Der Freitag, 4.7.2009). Und weiter: "Wandel der NATO-Strategie: Priorität soll der Schutz der Bevölkerung haben". Doch die Bundeswehr hielt sich nicht daran. Die Europäische Union sprach von einer ´Tragödie`" (6.9.2009). Und EU-Diplomat Javier Solana versucht sich zu entschuldigen: "Es tut mir für die Familien der Menschen, die bei der Explosion der Benzintankwagen getötet wurden, sehr leid." Der Außenminister Frankreichs sprach von einem "schweren Fehler". Auch aus Spanien und Italien kommt heftige Kritik an Deutschland. Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero bezeichnete den Angriff als "nicht hinnehmbar" (ntv.de, 6.9.2009). Und Schwedens Außenminister Carl Bildt äußerte sich zerknirscht über die Liquidierungsattacke der Deutschen, die von manchen Zeitungen gar als "Massaker" bezeichnet wurde (ND, 5.9.2009): "Wir gewinnen diesen Krieg nicht, indem wir töten," so der schwedische Minister. "Wir müssen sichergehen, dass so etwas nie wieder passiert", sagte der Außenminister von Großbritannien, David Miliband.
Nur der deutsche "Kriegsminister" bleibt entgegen allen Aufklärungen unverdrossen stur: Man habe nur Terroristen in die Luft gejagt. Hatte die Bundeswehr gehofft, für die Tötung einer großen Zahl von Taliban von ihren Bündnispartnern gelobt zu werden, was früher meist nur US-Amerikanern und Briten "gelang"? Doch die US-Armee hatte zuletzt entschieden, solche Luftangriffe in Afghanistan nur noch als "allerletztes Mittel" zu fliegen? Anstatt Lob von militärischen Hardlinern zu erhalten, wächst deshalb weltweit die Kritik an dem von den Deutschen befohlenen brachialen Militäreinsatz.
Der Außenminister Luxemburgs, Jean Asselborn sagte z. B., er verstehe nicht, dass Bomben so einfach und so schnell abgeworfen werden könnten. "Es muss doch auch in der Nato Regeln geben" (Spiegel online, 5.9.2009). Der deutsche Verteidigungsminister steigerte sich in seiner Rechtfertigungsrede daraufhin regelrecht in eine Kriegsrhetorik hinein, wie er es vielleicht früher von George W. Bush gelernt hat. "Wer uns angreift, wird bekämpft" (zit. nach bild.de, 6.9.2009). Die Liquidierung von Dutzenden von Taliban wäre "erfolgreich" gewesen, wie sich die Bundeswehr auf ihrer Homepage weiterhin selbst lobt. Der Angriff bestand in diesem Fall in der Entführung der LKWs und in der Tötung der afghanischen Fahrer. Und was meint der deutsche Verteidigungsminister mit seiner Drohung genau? Verfügt der streitbare Katholik etwa in der Hinterhand über eine deutsche Sternenflotte, die allen anderen Armeen militärisch haushoch überlegen ist, so dass er tönen kann "Wer uns angreift, wird bekämpft"? Oder wird Deutschland mit dieser Minister-Strategie jetzt zur Hauptkriegsmacht am Hindukusch? Immerhin zerfetzten nur fünf Tage später (8.9.2009) in Pakistan Bomben aus einer unbemannten ferngesteuerten US-Drohne (ähnlich wie in den Star-Wars-Filmen) neben vielen Taliban auch vier unbeteiligte Schulkinder, was das Entsetzen und die Wut auf den Westen auch dort wieder in die Höhe trieb.

Die Dorfältesten vor Ort in Kunduz haben derweil beschlossen, "nach der Beerdigung der Opfer nach Kundus-Stadt zu reisen und sich dort über den Angriff zu beschweren" (focus.de, 4.9.2009). Ein sehr mildes Wort für das, was in den Seelen dieser traumatisierten Menschen vermutlich kocht und was irgendwann nach dem ehernen Gesetz von Ursache und Wirkung (das keine Regierung außer Kraft setzen kann) auf die Bundeswehr und auf Deutschland zurück fällt. Ein Dorfbewohner hat gleich sechs Cousins verloren, und keiner hatte etwas mit den Taliban zu tun (Spiegel online, 6.9.2009). Denn was können die Dorfbewohner dafür, wenn die Taliban ihr Dorf "befreiten", während andere Dörfer weiter unter Kontrolle des Westens sind? Und solche Tötungen von Zivilpersonen geschieht zu Tausenden seit Jahren, weswegen die NATO ja umgedacht hatte und keine solchen Attacken mehr fliegen wollte, bis jetzt Deutschland aus der neuen Strategie ausscherte. Erst vor kurzem hat der Westen eine ganze Hochzeitsgesellschaft versehentlich in Tausende von Stücken gerissen. Man scheute den Kampf Mann gegen Mann und warf einfach lieber Bomben aus der Luft ab. Wenn die Bundeswehr so weiter macht, dann drohen allen Bürgern Deutschlands dadurch immer größere Gefahren, und sie drohen schon jetzt nach dieser Attacke. Man sagt es nur nicht.

Deutsche Regierung verhöhnt Christus, auf den sie sich beruft

Die Bundeswehr-Soldaten nennen sich überwiegend "christlich", und sie werden von den Militärpfarrern der beiden Großkirchen seelsorgerlich beraten, betreut und für Kampfeinsätze gesegnet. Und so könnte man fragen: Selbst wenn die deutsche Regierung die Wahrheit sagen sollte (was außer ihr jedoch kaum einer glaubt) und alle Getöteten tatsächlich "terroristische Taliban" gewesen seien: Hat Christus, auf den sich die deutsche CDU/CSU/SPD-Regierung beruft, sinngemäß gesagt "Tötet so viele Kriegsgegner, wie ihr töten könnt"? Nein. Also verhöhnt man den Mann aus Nazareth, wenn man sich trotzdem auf ihn beruft. Denn mit dem Pazifisten Jesus, dem Christus, hat der schon acht Jahre lang dauernde Krieg gegen die islamistischen Taliban, dem schon zig Tausende von unbeteiligte Zivilisten, fast ausschließlich Moslems, zum Opfer gefallen sind, gar nichts zu tun. Jesus von Nazareth hätte niemals die Tötung auch nur eines Menschen angeordnet, gleich ob Zivilist oder Aufständischer. Denn Jesus wusste, dass Töten und Gewalt immer nur wieder zu neuem Töten und zu neuer Gewalt führt. Von den Milliarden-Kosten dieses Krieges gar nicht zu reden. Geschweige denn davon, dass die Politiker versprochen haben, Deutschland und seine Bürger zu schützen. Stattdessen wird es durch solche brutalen Kriegseinsätze in fernen Ländern mehr und mehr in das Zielfernrohr von gewalttätigen Islamisten bugsiert. Und die Taliban wurden zuletzt immer stärker und gewannen wieder neu Zulauf. Und der Hass auf den Westen nimmt in der islamischen Welt zu.

Katholische Wallfahrt für Soldaten - Wieder mehr Arbeit für die Feldgeistlichen: Beileid für die neuen Witwen

So sind die katholischen und evangelischen "Feldgeistlichen" (heute nennt man sie "Militärpfarrer") auch schon wieder darin geübt, den Witwen der gefallenen deutschen Soldaten das Beileid der Kirche zu wünschen und zu versuchen, Trost zu spenden. Und der verantwortliche deutsche Minister Franz Josef Jung hat im Jahr 2007 eigens die Wallfahrt in den Marienwallfahrtsort Lourdes unternommen, um seine katholische Seele zu stärken und um "Kraft und Zuversicht" zu tanken, wie das "Bundesministerium für Verteidigung" in einer Pressemeldung vom 15.5.2007 schrieb (Verwundete und kranke Soldaten wurden dazu eigens mit einer Transall-Maschine der Bundeswehr eingeflogen, um sie mit dem angeblichen "Heilwasser" aus dem katholischen Kult-Ort in Berührung zu bringen).

Der Minister und der katholische Militärbischof Walter Mixa sprachen damals in Lourdes auch von zwei Soldaten, die vor der "49. Internationalen Soldaten-Wallfahrt" gesagt hätten: "Wir sind weder evangelisch, noch katholisch. Wir sind eigentlich gar nichts" (Bundesministerium für Verteidigung, 15.5.2007). Doch sie hätten bei der Wallfahrt eine "ganz andere Erfahrung" gemacht und sie fuhren mit "ganz anderen Gedanken" wieder weg, so der stramm-gläubige deutsche Verteidigungsminister, der sich freute, dass sich die beiden Soldaten den Großkirchen angenähert haben. Und zwei Jahre später hat der Minister "überhaupt kein Verständnis dafür" (Spiegel online, 6.9.2009), dass jemand im eigenen Land die Liquidierung von über 120 Menschen bei dem Bombardement der Tankwagen bei Hadschi Amanullah in Afghanistan nicht als militärischen Erfolg anerkennt, sondern kritisiert. Diese Reaktion ist allerdings wiederum verständlich, denn sowohl die römisch-katholische als auch die evangelische Kirche geben dem Minister und den Soldaten den moralischen Freibrief zum Töten im Krieg, wie sie es immer getan haben in den letzten 1700 Jahren - und immer im Gegensatz zu Christus. Doch wenn es im Gegensatz zu Christus steht, welcher Geist weht dann in Lourdes und an den anderen kirchlichen Wallfahrtsorten?

Wer war die Frau in der Grotte? 

Was ist der Hintergrund von Lourdes? Im Jahr 1858 habe ein streng katholisches Mädchen in einer dunklen Grotte plötzlich geglaubt, dass ihr eine Frau mit Rosenkranz entgegen komme, die sie für die "Gottesmutter" hielt, was den Lourdes-Kult begründete, der heute auch regelmäßig die deutschen Soldaten auf ihren Auslandseinsätzen stärken soll. Und es mag schon sein, dass diese mysteriöse Frau auch unsichtbar den Bundeswehr-Stützpunkt in Kundus/Afghanistan durchwandert, leise vorgeformte Gebete murmelnd, damit man zum Beispiel Einschläge von Bomben und Salven von Schüssen besser erträgt. Und könnte es sein, dass auch in dem Dorf Hadschi Amanullah, in dem die Tankwagen angegriffen wurden, in der Nacht eine unsichtbare Gestalt murmelnd durch die verkohlten Leichen wandelte, um den "Erfolg" in Form der Toten zu zählen, seien es nun Taliban oder Zivilisten? Jesus, der Christus begleitet die Kriegs-Einsätze in Afghanistan jedenfalls nicht.

Die Bundeswehr ist dabei nicht nur Teil des UNO-Einsatzes in Afghanistan, sondern auch Teil des nach dem 11.9.2001 von den USA geführten weltweiten Krieges mit dem Namen "Enduring Freedom", in den auch der mit Lügen legitimierte Irak-Krieg integriert war und der nach den Statuten der UNO völkerrechtswidrig war.

Aktualisierung [26.11.2009]
: 142 Tote sind jetzt gezählt - Hat der römisch-katholische Minister Franz-Josef Jung die Wahrheit über den Angriff auf Befehl der Deutschen vertuscht und verschwiegen? Jetzt deuten auch die Beweise und ein schockierendes Video darauf hin.
http://www.bild.de/BILD/video/clip/no-pre-roll/2009/11/26/kunduz,templateId=renderBuehne.html
Schockierend dabei auch: Oberst Georg Klein und die deutschen Militärs vor Ort schauten sich auf ihrem Laptop auch eben diese Bilder der vielen ahnungslosen Menschen an, die aus den Jets gesendet wurden (spiegel.de, 10.12.2009), bevor sie den Befehl zu ihrer Vernichtung gaben.

Mehr zu der langen Reihe von Tausenden von getöteten Zivilisten in diesem Krieg und zu seinen Hintergründen siehe hier. Siehe dazu auch: Immer ein bisschen mehr Krieg.
 



8.9. / 19.9.2009 - Die Bundeskanzlerin: Getötete unbeteiligte Zivilisten kein Grund für Kritik / CDU soll sich nicht mehr "christlich" nennen / Bundeswehr rechtfertigt Angriff und somit die damit verbundenen Liquidierungen / "Faszination des Tötens von Taliban" / Leitende Offiziere nannten Tötungs-Drohne "Finger Gottes" / Hat der deutsche Oberst gelogen, um den Angriff führen zu können? - Während Deutschland wegen des Militärschlags von Kunduz in Afghanistan mit über 100 Toten weltweit am Pranger steht, zeigt sich die Bundesregierung im Wesentlichen uneinsichtig. Zwar "bedauert" Angela Merkel eventuelle zivile Opfer fünf Tage nach der Tat und sagt "Wir fühlen mit den Angehörigen", was andere westliche Politiker schon am folgenden Tag taten. Da war man sich noch in jeder Hinsicht sicher, dass es keine zivile Opfer gibt. Doch vom Eingestehen von Fehlern ihrer Heeresführung leider keine Spur. Spiegel online schreibt: "Bei dem Tanklaster-Bombardement kamen nach Nato-Angaben auch Zivilisten ums Leben, doch Kanzlerin Merkel verbittet sich jegliche Kritik" (8.9.2009). "Kein Verständnis" für Kritik - das sagt eigentlich schon fast alles. Nicht einmal die Tötung unschuldiger Menschen dürfe demnach rechtmäßig kritisiert werden. Nur dieser Sachverhalt allein zeigt bereits auf, wie tief die "christliche" Partei schon gesunken ist. Denn ihr Namensgeber Jesus, der Christus, hätte weder befürwortet, Taliban noch Zivilisten durch angeblich vorbeugende Angriffshandlungen in die Luft zu jagen. Und durch die Zurückweisung jeder Kritik stehen dann auch vordergründige Erklärungen des Bedauerns im Verdacht, nicht echt zu sein, sondern Teil eines unvermeidlichen politischen Kalküls.
Die CDU sollte sich zumindest nicht mehr "christlich" nennen, um unbedarfte Zeitgenossen nicht mehr mit diesem Etikettenschwindel zu täuschen und dadurch ihre Wählerstimme zu erschleichen. Mehr dazu siehe hier.


Aktuell
: Einige Opfer des Bundeswehrangriffs in Hadschi Amanullah
http://www.stern.de/politik/ausland/nato-angriff-in-kundus-die-opfer-von-hadschi-amanullah-1507882.html


Der auf Seite der Deutschen für den Angriff im Afghanistan-Krieg verantwortliche Oberst Georg Klein und sein oberster Chef, der überzeugte Katholik und Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan, verteidigten nun ebenfalls den Militärschlag mit ca. 100 Toten (bild.de, spiegel.de, 12.9.2009). Jeder dabei versehentlich getötete Zivilist sei natürlich "einer zuviel", so der Oberst. Der oberste Militärführer Deutschlands hob in diesem Zusammenhang noch einmal die "Professionalität" der Truppe in Afghanistan hervor. Bereits im Juli ließ die Bundeswehr unter Oberst Georg Klein einen Taliban-Stützpunkt bombardieren, wobei 15 Islamisten getötet wurden. Damals war jedoch nicht viel in der deutschen Presse zu lesen. Nach dem Untersuchungsbericht der afghanischen Regierung wurden diesmal jedoch auch mindestens ca. 30 Zivilisten in Stücke gerissen bzw. verbrannt. Hinzu kommen neun schwer verletzte Zivilisten. Erfahrungsgemäß sinken in einem solchen Krieg die Hemmschwellen auch immer mehr. Spiegel online schreibt: "Die Faszination des Tötens von Taliban war da in Kunduz. Euphorisch berichteten leitende Offiziere nach der Attacke auf die Taliban-Stellung im Juli vom ´Finger Gottes`, wenn sie von der Drohne sprachen.
" (14.9.2009)
Bei diesem Angriff stellte sich nun weiter heraus, dass es der deutsche Oberst offenbar ablehnte, die Menschenansammlung um die Tanklastzüge vor deren Sprengung zu warnen, z. B. durch einen Tiefflug (Der Spiegel, 21.9.2009). Wollte er also gezielt so viele Menschen töten wie möglich, vielleicht weil er sie alle irrtümlich für Taliban hielt? Auch hatte er offenbar die NATO bzw. ISAF angelogen bzw. falsch informiert, indem er von einem "direkten Feindkontakt" der Bundeswehr am Boden sprach. Nur dann hätten die Kampfbomber den Angriff überhaupt fliegen dürfen.

 
Und auch hier gilt: Spätestens im Jenseits werden sie mit ihrer Rechtfertigung nicht mehr durchkommen, auch wenn der katholische Priester oder der evangelische Pfarrer bei ihrer dereinstigen Bestattung - irgendwann in der Zukunft - nur Gutes spricht. Dann wird das Gesetz von Saat und Ernte zum Tragen kommen. Alle verletzten oder getöteten Opfer und ihre Angehörigen werden dort z. B. zum Kläger, und die verantwortlichen Herren müssen in jedem Einzelfall und jedem Einzelnen gegenüber nachweisen, dass der von ihnen angeordnete Angriff, der zu deren Tötung führte, gerechtfertigt war. Dazu werden sie in jedem Einzelfall mit dem Leid der Opfer konfrontiert und müssen es selbst am eigenen Seelenleib erleiden, was den obersten Soldaten von der Kirche natürlich verschwiegen wird.
Doch anstatt dass die Kirche wenigstens zugibt, in diesen Dinge keine Ahnung zu haben, gibt sie das Gegenteil vor und führt die Menschen, auch die Soldaten, gezielt in die Irre. Die Herren der Kirche wird also ein noch größerer Prozess erwarten. Und im Jenseits gilt dann kein deutsches Recht, und viele, die die Verantwortlichen heute schützen, sitzen dann auch selbst auf der Anklagebank. Nicht nur in diesem Krieg. In allen anderen auch. Die einzige Chance für die Täter wird dann sein, dass ihnen die Opfer vergeben.

Aktualisierung [11.12.2013]: Das Landgericht Bonn erklärt den verantwortliche Bundeswehr-Oberst,  die Bundeswehr und die Bundesrepublik "unschuldig" am Tod von 137 Zivilisten und vielen weiteren Schwerverletzten. Niemand müsse für eines der Opfer ein "Schmerzensgeld" leisten (http://www.spiegel.de/politik/ausland/kunduz-prozess-landgericht-bonn-weist-klage-von-opfern-ab-a-938454.html). Für seine Leistungen wurde der Oberst, der die Aufklärung der Massentötung auch noch behinderte, erst im Frühjahr 2013 zum General befördert, für einige Opferangehörige zahlte die Bundeswehr freiwillig eine kleinere Summe.
Da es sich bei dem Oberst und jetzt General um einen überzeugten Kirchenchristen handelt und der Kölner Erzbischof Kardinal Meisner erklärte, dass todbringende Waffen "in betenden Händen" "sicher" seien, fordern wir nun die Erzdiözese Köln auf, die Familien der Opfer in Afghanistan entsprechend zu "entschädigen".

 



26.11.2009 - 142 Tote und viele Schwerverletzte bei Angriff unter Bundeswehrkommando, darunter viele Kinder und Jugendliche - Neue Enthüllungen und ein schockierendes Video mit den Menschen, aus der Luft gefilmt, als sie noch lebten. Der deutsche Oberst Klein verweigerte den US-Piloten, die Menschen zuvor zu warnen.
http://www.bild.de/BILD/video/clip/no-pre-roll/2009/11/26/kunduz,templateId=renderBuehne.html
PS: Weit über Hundert von zerfetzten, verbrannten und verstümmelten Afghanen, doch der katholische Minister sagt weiter, er habe sich nichts vorzuwerfen. Während die Klage über die vielen zivilen Opfer durch ganz Europa und die USA hallt (und die USA die Deutschen öffentlich tadelten und sie aufforderten, endlich ehrlich zu sein und ihre "Informationspolitik" zu ändern, also mit dem Lügen aufzuhören) und weltweit Fotos veröffentlicht wurden, will ausgerechnet der verantwortliche Minister und Kirchgänger Franz Josef Jung bis zuletzt von gar nichts gewusst haben und erst fünf Wochen später von dem Bericht der Feldjäger vor Ort erfahren haben, ohne allerdings nachzufragen, was denn da drin steht. Hat er es also auch erst aus der Bild-Zeitung ein paar weitere Wochen später erfahren, weswegen er nichts falsch gemacht habe. Doch die Zeitung schreibt am 27.11.2009. "Kann es wirklich sein, dass nur diese eine Meldung [eine Falschmeldung, die dem Minister in sein Konzept gepasst hat] Minister Jung erreichte – aber alle anderen (kritischen) Meldungen nicht ...?
(http://www.bild.de/BILD/politik/2009/11/27/bundeswehr-skandal-bombennacht-kunduz/bild-deckt-auf-so-wurde-der-skandal-vertuscht.html)

Es ist ein weiterer Skandal, wie die Öffentlichkeit hier permanent für dumm verkauft wird.
In der Folge dieser Aufdeckungen musste Minister Franz Josef Jung schließlich zurücktreten. Die Kirche denkt jedoch in keiner Weise daran, ihren Minister oder ihre für die "Liquidierung" verantwortlichen Militärs kirchlich zu kritisieren oder zu maßregeln. Sie hat es ja in ihrer Geschichte noch um ein Mehrfaches und schier unermesslich schlimmer getrieben, so dass man beides - den Bombenangriff und die kirchlichen Gräuel - überhaupt nicht vergleichen kann. Doch viele Tote, Schwerverletzte und Leidende gab es hier und da. Und dokumentiert dies nicht auch den geistigen Tod dieser vielen "unschuldigen" Verantwortlichen und ihrer Segensspender in der Kirche?
Bezeichnend auch, was der Chef des Bundeswehrverbandes im ARD-Morgenmagazin am 27.11.2009 sagte. Er verteidigte den Angriff erneut. Die Bundeswehr habe sich durch den Angriff einer [eventuell späteren theoretisch denkbaren] Bedrohung [denn die Lastzüge steckten ja fest im Schlamm] durch "Liquidierung" "entledigt".
 
Zur Erinnerung: Die Bombardierung erfolgte ohne die von den US-Piloten erbetene Vorwarnung für die Menschen und ohne die Autorisierung durch den US-Oberbefehlshaber, die nach dem NATO-Reglement vor dem Angriff notwendig gewesen wäre. Stattdessen erfolgte vielleicht vom Unterbewusstsein her ein Rückgriff auf Argumentationsmuster der eigenen Religion. Hierzu gehört: Wenn die katholische Kirche in ihrem Glaubensbekenntnis etwa bis heute verbindlich fordert, dass sie alles "ausmerzen" müsse, "was gegen den Glauben ist" (siehe hier).
Und wem ein solches "Lösungsmuster" für Probleme unter Umständen in den Genen, in der Seele oder im Unterbewusstsein steckt oder wer in diesem Sinne einst indoktriniert wurde, der wendet es womöglich auch in anderen Bereichen an und vergisst unter Umständen, ganz anders lautende Vorschriften einzuhalten.

Oder steckt vielleicht noch ein anderes in der abendländischen Geschichte erprobtes "Lösungsmuster" in den Genen, Seelenhüllen oder im Unterbewusstsein von katholischen Soldaten oder Politikern, wenn leichtfertig der mögliche gewaltsame Tod sogar von Unbeteiligten in Kauf genommen wird?
So war etwa den Anführern des katholischen Kreuzfahrerheeres im Jahr 1209 nicht klar, welche Einwohner der französischen Stadt Beziers "Ketzer" waren (übrigens friedfertige und ethisch hoch stehende Menschen, die aber einfach nicht mehr katholisch sein wollten) und welche Katholiken.
"Erschlagt sie alle, Gott kennt die Seinen", hat der Bevollmächtigte des Papstes, der Erzabt Arnold von Citeaux, in dieser Situation von den Soldaten verlangt. Und so kam es dann auch (siehe Der Theologe Nr. 86). Und so wurde durch die Liquidierung aller Bewohner mit der Vollmacht des Papstes auf jeden Fall auch die Bedrohung für die Kirche mit "ausgemerzt", die sie durch Andersgläubige unter den Bewohnern als gegeben sah. Und bis heute war diese "Lektion" dementsprechend "erfolgreich", denn in Beziers sind die meisten Leute heute wieder genauso katholisch wie anderswo.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom 4.9.2009 und 8.9.2009.
Wir schrieben u. a.:
"Bei dem Tanklaster-Bombardement kamen nach Nato-Angaben auch Zivilisten ums Leben, doch Kanzlerin Merkel verbittet sich jegliche Kritik" (Spiegel online, 8.9.2009). ´Kein Verständnis` für Kritik - das sagt eigentlich schon fast alles. Nicht einmal die Tötung unschuldiger Menschen dürfe demnach rechtmäßig kritisiert werden. Nur dieser Sachverhalt allein zeigt bereits auf, wie tief die ´christliche` Partei schon gesunken ist."

 



5.12. /  26.12.2009 / 3.4.2013 - Luftangriff auf Afghanen wird allmählich zum "Massaker" - Alleine 179 Zivilisten getötet? Auch Kinder unter Toten / "Nicht im Einklang mit Völkerrecht" / Geht Vertuschung weiter? / Angriff galt offenbar den Menschen, die man anscheinend für Taliban hielt / Oberst Klein behauptet das Gegenteil wie die US-Piloten und der NATO-Bericht / Später werden alle Enthüllungen zur Geheimsache erklärt - Die US-Piloten kämpften mit aller Macht um das Leben der Menschen, die sich um die Tanklastzüge versammelt haben, wie sich nun heraus stellte. Fünfmal (!) baten sie um Vorwarnungen für die Menschen, fünf Mal lehnte die Bundeswehr ab. Es war ein Ringen um das Leben der Menschen zwischen Amerikanern, die verschonen und den Deutschen, die töten wollten. Dann weigerten sich die US-Piloten, sechs (!) Bomben abzuwerfen, wie die Deutschen verlangten, wohl um sicher zu gehen, dass alles, was sich in der Nähe der LKWs bewegt, zerfetzt wird. Zwei würden genügen, so die US-Piloten. Und wenigstens hier konnte sich die US-Armee durchsetzen, und durch "nur" zwei 250kg-Bomben wurde ein noch viel größeres Blutbad verhindert als es geplant war. Doch in der Sache blieb der deutsche Oberst Georg Klein knallhart. Keine Warnungen, sofortige Liquidierung ... (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665331,00.html). Stoppen hätte ihn vielleicht noch sein Befehlsempfänger "Red Baron" können, der zuvor mit Klein gestritten haben soll, welcher den Amerikanern vorgaukelte, es gäbe direkte "Feindberührung" am Boden. Spiegel online schreibt: "Kleins deutscher Flugleitoffizier ´Red Baron 20` gab bei seiner Befragung dagegen an, er habe in dieser Situation weder eine unmittelbare Bedrohung gesehen ´noch die Notwendigkeit, Feindberührung anzugeben`. Auf die Frage des Nato-Untersuchungsteams, warum er kein Veto eingelegt habe, um Klein zu stoppen, antwortete der Fliegerleitoffizier: "Ich bin ein Soldat, und er ist mein Kommandeur." (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,668027,00.html)

Der afghanische Anwalt der Hinterbliebenen erläutert jetzt: Unter den Zivilisten "137 Tote, 20 Verletzte und 22 Verschollene. Nach seiner Darstellung seien 91 Frauen zu Witwen und 163 Kinder zu Waisen geworden. Fünf weitere Tote seien den radikal-islamischen Taliban zugerechnet, denen laut Verteidigungsministerium der Luftangriff gelten sollte" (Welt, 7.12.2009). Dies deckt sich annähernd mit dem Bericht des afghanischen Informanten der deutschen Eliteeinheit KSK, der vier Taliban bei den Tanklastzügen vor Ort erkannt hatte, bevor die Bomben das Inferno auslösten. Oberst Klein soll dabei von Offizieren und Unteroffizieren der Eliteeinheit KSK umringt gewesen sein (spiegel.de, 10.12.2009). Bild hatte die Beteiligung der KSK enthüllt, was bisher vertuscht wurde.

Als die Piloten resignierten ...

Dabei hatten die Deutschen die Amerikaner zuvor mehr oder weniger belogen. Denn die Bomber dürfen nur los fliegen bei direktem "Feindkontakt" von ISAF-Truppen. Doch es waren weder deutsche noch afghanische Truppen in der Nähe. Bestehe wirklich "unmittelbare Bedrohung" durch diese vielen Leute am Boden? so noch einmal der Pilot, der es kaum fassen kann, was er hörte. Ja, so Oberst Georg Klein. Und so gaben die Amerikaner dem Befehlszwang der Deutschen beim sechsten Mal (!) schließlich nach; obwohl Oberst Georg Klein dafür hätte auch zuerst mit seinen Vorgesetzten sprechen müssen, was er ebenfalls nicht tat. Noch im Dezember heißt es, der Oberst habe "in Sekundenschnelle" entscheiden müssen. Welcher Hohn! Er wurde mindestens fünf Mal im Laufe von mehr als einer Stunde gewarnt und hätte alle Zeit der Welt gehabt, weitere Telefonate zu führen. Und die späteren Opfer liefen alle über eine Stunde auf den Fernsehbildschirmen auf und ab.
Und entsprechend wütend und entsetzt reagierten am Tag darauf die Sprecher nahezu aller westlichen Staaten auf das Verhalten der Bundeswehr, und "Red Baron" wurde von den NATO sofort suspendiert. Nur in Deutschland rettete man sich mit Vertuschungen und Verleugnungen - was das Zeug hält - in die Bundestagswahl hinein und darüber hinaus (Oberst Klein wird 3 1/2 Jahre später gar zum General befördert und alle zur Tage getretenen Informationen über das Massaker werden in dem "Abschlussbericht" der Bundesanwalts
chaft "als Geheimsache eingestuft". (spiegel.de, 11.12.2013)

"Zweifellos" "nach bestem Gewissen" alle Warnungen ignoriert und gebombt

Zwar änderte der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach drei Monaten seine Einschätzung des Angriffs offiziell von "angemessen" in "aus heutiger Sicht unangemessen", behauptet dann aber im selben Zusammenhang, Oberst Klein habe "zweifellos (!) nach bestem Wissen und Gewissen (!) und zum Schutze seiner Soldaten" gehandelt. Da stellt sich natürlich die Frage: Was ist das für ein Gewissen? Und damit wird  die haarsträubende tödliche Fehlhaltung wieder herunter gespielt bis geleugnet, vergleichbar etwa wie bei einem Fußball-Schiedsrichter, der erst durch die spätere Zeitlupe im Fernsehen erkennt, dass er eine Situation auf dem Spielfeld falsch beurteilt habe. Auf dem Feld jedoch habe er nicht anders handeln können. Mit anderen Worten: Oberst Georg Klein und die Bundeswehr hätten nach Einschätzung des neuen wiederum streng katholischen CSU-Verteidigungsministers richtig gehandelt, als sie sich mit aller Macht der Sicht der US-Piloten und ihrem Ringen um das Leben der Menschen fünf Mal widersetzt hätten und sich zudem nicht an die NATO-Bedingungen für einen Angriff gehalten haben. Und das alles auch noch dem Namen nach als "Christen". Außerdem lag Minister Guttenberg schon der Bericht des Internationalen Roten Kreuzes (ICRC) vor, wonach der Angriff nicht "im Einklang mit dem internationalen Völkerrecht" gestanden habe, und wonach auch "acht-, zehn- und zwölfjährige Kinder" unter den Opfern waren, bevor er das zynische Wort "angemessen" aussprach. (stern.de, 9.12.2009)

Neue Enthüllungen: Angriff galt den Menschen, nicht den Tanklastwagen (!!)

Wohlgemerkt. So dachte der Minister nicht, so denkt er weiterhin. Und gefährden mit all´ diesem Verhalten die Regierung und die deutsche Armee nicht auch auf massive Art Schutz und Sicherheit der Bürger in Deutschland? Denn diese Berichte werden natürlich auch von gewaltbereiten Islamisten gelesen. Die Bundeswehr will mittlerweile freiwillig "Entschädigungen" zahlen, steht aber weiter hinter den Verantwortlichen, die ihrerseits offenbar nicht die geringste Reue zeigen, sondern weiter behaupten, richtig gehandelt zu haben.
Jetzt enthüllt die Bild-Zeitung auch die Beteiligung der deutschen Eliteeinheit KSK, deren Einsätze in den letzten Jahren "in fast absurder Weise geheim gehalten wurden" (spiegel.de, 10.12.2009). Und obwohl Oberst Klein sogar wörtlich vom "Vernichten" der Menschen, die er irrtümlich für Taliban oder überwiegend für Taliban gehalten habe, gesprochen hat, hält Minister Karl-Theodor zu Guttenberg unbeirrt an ihm fest (spiegel.de, 11.12.2009). Der Anwalt der Opfer hat mittlerweile von 179 toten Zivilisten gesprochen und fünf Taliban. "91 Frauen wurden zu Witwen, 163 Kinder zu Waisen" (stern.de, 9.12.2009, Main-Post, 12.12.2009).
Den Taliban hätte nach dem NATO-Bericht überwiegend der Angriff gegolten, gar nicht den Tanklastwagen, so kam es jetzt heraus. Oberst Klein "wollte die Menschen angreifen, nicht die Fahrzeuge". Er sei im Vorfeld vom Bundeskanzleramt [dem der lutherische Kanzleramtsminister Thomas de Maiziére vorsteht] "ermutigt" worden, in eine neue "Eskalationsstufe" des Krieges einzutreten, und die Bundeswehr offenbar von nun an gezielt Taliban liquidieren zu lassen (stern.de, 12.12.2009). Der Angriff auf die Menschen wird jetzt von allen Seiten bestätigt: "Nach Informationen des SPIEGEL" hat die NATO den deutschen Oberst kritisiert, "vorrangig auf die Menschen ... gezielt zu haben" (12.12.2009). Nur die Ablehnung der US-Piloten, vier weitere Bomben abzuwerfen, verhinderte ein noch größeres Inferno. Die ganze Geschichte mit der "Tankwagen-Bedrohung" (die im Morast fest steckten) war womöglich mehr ein Ablenkungsmanöver für die Öffentlichkeit, um eine kriegerische Offensive der Deutschen in ganz neuer Qualität zu verschleiern. Und dass CSU-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg so energisch an Oberst Georg Klein festhält und dass sein CDU-Nachfolger und damaliger Mitwisser im Bundeskanzleramt Thomas de Maiziére ihn gar zum General macht, hat womöglich auch damit zu tun, was Oberst Klein alles noch weiß ...
In der Zwischenzeit liegt eine Erklärung von Oberst Klein vom 5.9.2009 vor [26.12.2009] mit einer völlig anderen Geschichte "nur für Deutsche". Die amerikanischen Piloten hätten die Menschen töten wollen, er wollte nur die Tanklastwagen treffen. Außerdem habe er kleinere Bomben gewollt, die US-Piloten große. Der aktuelle Stand der Untersuchungen ist jedoch völlig anders. Die Geschichte wird immer skandalöser. Denn wenn das stimmen würde, warum wird das dann nicht öffentlich gemacht? Wer will warum was verschweigen?

Arme Bevölkerung: Bis zu 200 Dorfbewohner standen Schlange nach dem Benzin

Mittlerweile gibt es ein Interview mit einem Augenzeugen am Boden, einem der überlebenden Tanklastwagenfahrer (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,666825,00.html). Daraus geht deutlich hervor, dass das gekaperte Benzin zum Eigengebrauch in dem bettelarmen Dorf gedacht war. Die Männer vom Überfallkommando der Taliban hätten meist nicht einmal Schuhe getragen. Und teilweise standen bis zu 200 Menschen mit ihren Benzinkanistern Schlange, um etwas von dem Benzin zu ergattern.
Viele Militär-Experten gehen im Gegensatz zu der zunehmenden Brachial-Gewalt von Deutschen und Amerikanern (die jetzt mit 30.000 neuen Soldaten und dem "Friedensnobelpreis" im Rücken die Taliban endlich total vernichten wollen), davon aus, dass ein Friedensschluss und eine erneute Beteiligung der Taliban an der Regierung die sinnvollste Lösung des Konflikts wäre (z. B. der anerkannte Nahost-Experte Peter Scholl-Latour). Auch die Briten äußerten sich bereits in diese Richtung. Wie wäre es, wenn der Westen statt zig Milliarden Euro für den Plan der Vernichtung der Taliban auszugeben, ein paar Tausend Euro ausgibt, um ihnen und ihren Familien Schuhe zu kaufen und Friedensgespräche anzubieten?

PS: Wo lehrte eigentlich Jesus von Nazareth: "Dringt mit Waffengewalt in fremde Länder ein, stürzt dort die Regierungen, wenn ihr mit diesen nicht einverstanden seid, und bekriegt und liquidiert diejenigen, die sich gegen eure neue Ordnung wehren?" Das stammt einzig aus dem katholischen und evangelischen Denken und Tun, ist aber nicht christlich. Folglich sollte der Afghanistan-Krieg katholisch oder evangelisch begründet werden, aber alle Befürworter und Begründer sollten sich von Christus und vom Christentum distanzieren.

Wie wenig die Bundeswehr Rücksicht darauf nimmt, dass ein Mann aufgrund einer Fehleinschätzung der Situation weit über 100 Afghanen töten ließ und unsägliches Leid über zahllose Familien gebracht hat, zeigt sich spätestens im Jahr 2013: Anstatt den ehemaligen Oberst Georg Klein aufgrund ihrer Fürsorgepflicht aus den vorderen Reihen zurück zu ziehen, wurde er am 3.4.2013 zum General befördert. Was müssen die Angehörigen der Opfer in Afghanistan wohl darüber denken? Da wird ein Mann auch noch hochgejubelt, der ihre Familienangehörigen töten ließ.
 



8.12.2009 -
"Gesegneter Advent" im Blutmeer Afghanistan - Dorfbewohner in Aufruhr. NATO habe schon wieder sechs bis zwölf Zivilisten liquidiert - Und: Wie unterscheidet die NATO eigentlich aus den Luft zwischen einem Taliban und einem Zivilisten?
http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan-angeblich-sechs-zivilisten-bei-nato-angriff-getoetet_aid_461262.html
Abgesehen davon: Wer gibt den Kirchenchristen das moralische Recht, Taliban in beliebiger "Menge" zu "vernichten"? Christus oder die Kirche? Wenn nicht Christus, dann sollten sie sich auf der Stelle nicht mehr "christlich" nennen.
 



13.12.2009 - Ist Krieg notwendig? Wer lügt? Der evangelische Friedensnobelpreisträger Barack Obama oder Jesus von Nazareth? - Der US-Präsident Barack Obama hat anlässlich der Verleihung des so genannten "Friedensnobelpreises" an ihn die Ausweitung des Afghanistan-Krieges gerechtfertigt: 30.000 zusätzliche Soldaten zur völligen Vernichtung der einheimischen islamistischen Taliban. Mit rhetorischem Geschick (wodurch in der Geschichte der Menschheit jedoch noch nie ein Problem gelöst wurde) hat er die Zuhörer einmal mehr geblendet, indem er sagte "Krieg ist manchmal notwendig". Er könne sich nicht nur an Martin Luther King oder Mahatma Gandhi orientieren, und er verwies zur Rechtfertigung des Krieges auf das Verhalten von Nazi-Deutschland und El Kaida.
Jesus von Nazareth sagte jedoch sinngemäß:
"Liebet eure Feinde / Tut Gutes denen, die euch hassen / Segnet, die euch fluchen / Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen / Halte dem Feind auch einmal die andere Backe hin / Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, bevor du aufgrund des Splitters im Auge deines Nächsten einen Krieg gegen ihn beginnst ..."
Der evangelisch-lutherische US-Präsident weiß es jedoch besser, denn die Kirche hat die Lehre von Jesus "verbessert", wie es schon der Großinquisitor in Dostojewskis Roman Brüder Karamasov erklärte. 60 Millionen Tote und ein Kontinent in Schutt und Asche im 2. Weltkrieg waren und sind für Barack Obama und seine kirchlichen Glaubensbrüder im Rückblick das "kleinere Übel". Doch hat überhaupt einmal auch nur ein Politiker ernsthaft darüber nachgedacht, ob die Vorschläge von Jesus von Nazareth vielleicht zu weniger Blutvergießen, zu weniger Zerstörung, zu einem wirkungsvolleren Ende der Tyrannei und letzten Endes zu einem nachhaltigeren Frieden geführt hätten? Damals und heute? Nein. Mahatma Gandhi war im Hinblick auf Angriffe gegen Hitler-Deutschland offenbar äußerst skeptisch und hat diese wohl nicht befürwortet, da er anscheinend wusste, dass Adolf Hitler und seine Tyrannei sich im Gesetz von Saat und Ernte früher oder später selbst zerstören und dass jede eigene Attacke auf einen selbst zurück fällt. Aber das will man heute nicht mehr hören.
Denn die Kirche hält Jesus praktisch für einen Lügner
. Für einen letztlich idealistischen Spinner (auch wenn man es offen so nicht sagt), nach dessen Lehre man keinen Staat regieren kann und der gegenüber Adolf Hitler und seinen Armeen mit seiner Lehre jämmerlich versagte. Genauso wie Jesus heute gegenüber El Kaida jämmerlich versagt (Dafür habe er uns ja durch seinen angeblichen "Sühnopfertod" erlöst). Und der auch in Zukunft erbärmlich versagt, falls einmal ein Mann wie Adolf Hitler und seine Verbündeten in Zukunft vielleicht sogar Atomwaffen einsetzen würden. Dann müsse man eben mit dem Abwurf seiner eigenen Atombomben dagegen halten oder dem "Feind" sogar mit Atombomben zuvorkommen, um die "Bösen" überall in die Schranken zu weisen. Aber keinesfalls könne man die Bergpredigt des Jesus von Nazareth anwenden und dem Feind gegenüber Gutes tun, vielleicht gemäß der Goldenen Regel "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, dass tut ihr ihnen auch". Wo käme man denn da hin, wenn das auch gegenüber den Taliban in Afghanistan gelten würde? Am Ende kämen viele von ihnen ins Nachdenken und würden umkehren. Und deshalb hat man Jesus auch ermordet, und er käme nie für den "Friedensnobelpreis" in Frage. Die Evangelisten der Bibel hätten wahrscheinlich nur vergessen, die Liste mit den Ausnahmen in die Bibel hineinzuschreiben, gegenüber denen die Lehre von Jesus nicht gelte, so ein bestimmtes Denken. Aber dafür hätten wir ja heute die konfessionellen Priester und Pfarrer.
 
Die Kirche ist nicht in der Lage, eine einzige Mücke neu zu erschaffen, doch sie erlaubt den Menschen das Töten von Menschen und Tieren ohne Ende.

Dabei leugnen die Kirche und die ihr ergebenen Politiker auch die Reinkarnation. Denn die 60 Millionen ins Jenseits gebombten Kriegsopfer 1939-1945 konnten wohl größtenteils wieder reinkarnieren - darunter auch alle diejenigen, die im Krieg Täter und Opfer zugleich waren. Und sie machen unter veränderten Zeitbedingungen mit ihrem Charakter dort weiter, wo sie im letzten Leben aufgehört haben: Und dazu gehört einmal mehr Krieg und Zerstörung, wenn sie wie Barack Obama glauben, dass dies hier und da eben notwendig sei. Gestern war es Hitler, heute El Kaida, morgen vielleicht wieder eine russische Regierung und am Ende der ganze böse gewordene Planet Erde, der sich gegen die "friedliche" Menschheit unter Führung des Kirchenchristentums verschworen habe. Einstweilen werden aber erst einmal weiter "Friedensnobelpreise" verliehen, solange es solche Preise noch gibt. Für die, welche am besten reden können?
 



14.12.2009 - CDU und CSU möchten, dass die Deutschen am Hindukusch nicht nur zur Selbstverteidigung töten - Der CDU/CSU-Kriegsexperte Hans Peter Uhl (CSU) fordert mehr Rechte zum Töten für die Bundeswehr im Hindukusch. "´Die Bundeswehr braucht Klarheit, dass sie Aufständische mit allen Mitteln bekämpfen und auch töten darf.` Es sei den Soldaten nicht länger zumutbar, dass sie in einem kriegsähnlichen Konflikt nur zur Selbstverteidigung schießen dürften" (Neue Osnabrücker Zeitung, 14.12.2009). Am 3.9.2009 ließ die Bundeswehr ca. 180 Afghanen gezielt in die Luft jagen, darunter aufständische Taliban, und war dafür weltweit hart kritisiert worden. Nur im eigenen Land wird der verantwortliche Oberst weiter dafür gelobt, da er "nach bestem Wissen" gehandelt habe. Freie Christen forderten bereits 1999 die CDU und CSU auf, sich nicht mehr "christlich" zu nennen (siehe dazu auch unsere Aktion ab dem Jahr 2013). Damals rief die Partei zusammen mit SPD und GRÜNEN zum Kosovo-Krieg, bei dem ca. 1000 serbische Zivilisten getötet wurden. Und sie machten seither unverhohlen mit der Kriegsbefürwortung und damit der Verhöhnung des Christus weiter. Die Bundeswehr-Soldaten werden alljährlich u. a. bei katholischen Wallfahrten zugerüstet.
 



16.12.2009 - Wie Bundeswehr-Oberst Georg Klein die Aufklärung aktiv behindert hat - Der Skandal wird immer handfester. Siehe dazu http://www.fr-online.de/top_news/2147310_Kundus-Affaere-Klein-soll-Ermittlungen-erschwert-haben.html. Dabei geht es nicht um eine "Affäre", wie es verschiedentlich heißt, sondern um weit über 100 Menschenleben und das Leid der Angehörigen. Ein Leserbrief des Autors des Theologen an focus.de wurde dort nach Prüfung abgelehnt. Deshalb hier der Inhalt: "Tot ist tot - Den 179 zerfetzten oder verbrannten Opfern des Angriffs wird es egal sein, ob sie völkerrechtlich legitim in die Luft gejagt wurden oder nicht. Denn tot ist tot. Und wenn sie einst im Jenseits ihre Klage erheben, wovon gläubige Menschen ausgehen, dann schützt den Beklagten auch kein Völkerrecht mehr." Man könnte hinzufügen: Spätestens dann wirkt irgendwann das unbestechliche Gesetz von Saat und Ernte (vgl. Der Theologe Nr. 2).

 


2010


12.1.2010
- Umschulung: Erst hat er Panzer repariert, bald darf er sie segnen - Sven Raube war Mechaniker bei der Bundeswehr im Kosovo. Dort reparierte er Panzer. Jetzt schult er um zum Priester. Dann segnet er Panzer. (http://www.infranken.de/nc/nachrichten/lokales/artikelansicht/article/vom-berufssoldaten-zum-priester-44892.html)
 



16.1.2010 / 23.3.2014 -
Deutsche im endlosen Afghanistan-Krieg: "Wir bilden Kämpfer für die Taliban aus" -
(http://www.bild.de/BILD/politik/2010/01/16/deutsche-polizei-klagt-ueber-afghanistan-einsatz/wir-bilden-kaempfer-fuer-die-taliban-aus.html). Doch gerade erst entschied die Bundesregierung, 100 neue Polizei-Ausbilder nach Afghanistan zu schicken. Und: Eingeständnis von Bundeswehr-Oberst Georg Klein:
"
Der für den Angriff auf Tanklaster bei Kunduz verantwortliche Bundeswehroberst hat gezielt die Unwahrheit gesagt, um US-Piloten zu dem Bombenabwurf zu bewegen"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,672261,00.html).
Er hat aber nach wie vor die volle Rückendeckung des katholischen Ministers Karl-Theodor zu Guttenberg von der CSU. Zehn Gebote? ("Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden" ...) Und so denkt sich vielleicht mancher: "Über 100 zerfetzte Opfer sind vielleicht ein bisschen viel. Aber eine Lüge wird ja wohl noch erlaubt sein."
Im Jahr 2013 wird Oberst Klein schließlich für seine Verdienste zum Brigade-General der Bundeswehr befördert.
Bei einem Minimum an Pietät gegenüber den afghanischen Opfern wäre der Ex-Oberst und spätere General jedoch zumindest auf Lebenszeit in die "Verwaltung" versetzt worden. Doch welche Bedeutung hat für die Machtstrategen in Berlin schon ein Zivilist in Afghanistan? Man kann die Tausende von getöteten Zivilisten des Westens ja schon lange nicht mehr zählen.
 



11.2. / 18.2.2010 - Evangelische Kirche übernimmt indirekt Verantwortung für Bombenangriff auf Tanklastzüge in Afghanistan mit ca. 170 Toten / Befehlsgeber nennt sich "Christ" - Die evangelische Kirche übernimmt mehr oder weniger die Verantwortung für den verheerenden Angriff auf zwei Tanklastzüge in Afghanistan auf Befehl der Bundeswehr mit ca. 170 getöteten Afghanen (allesamt Moslems). In einer epd-Meldung vom 7.1.2010 (http://www.epd.de/nachrichten/nachrichten_index_70159.html#top) heißt es: "Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann hat den deutschen Oberst Georg Klein in Schutz genommen ... ´Oberst Georg Klein hatte in jener Nacht weder so viel Zeit noch annähernd so viele Berater zur Verfügung`" wie diejenigen, die das Massaker jetzt aufarbeiten. Und, so der Militärbischof Martin Dutzmann wörtlich: "Im Krieg aber liegen die Dinge eben nicht so einfach wie in der friedlichen Bundesrepublik." Genau das ist Kirche, und so war Kirche immer, und so wird sie immer sein: Jeder noch so grässliche Schrecken im Krieg wird durch die kirchliche Kosmetik weg geschminkt, und am Ende würde man es vermutlich auch schaffen, den ganzen Planeten in die Luft jagen zu lassen und es auf diese Weise zu rechtfertigen. Oberst Georg Klein bestätigte seinerseits, wer ihn inspiriert: "Als Christ habe ich mich mit dieser Entscheidung schwergetan", so der Oberst (bild.de, 12.2.2010). Anschließend sei er zum Gebet in die kirchliche Kapelle gegangen (spiegel.de, 12.2.2010). Und bis heute rechtfertigt der ranghohe Militärbefehlshaber den Angriff. Neu ist, dass er es bewusst als angeblicher "Christ" tut. Oberst Georg Klein nennt sich also "Christ", doch Christus, dessen Namen er hierbei missbraucht, hätte niemals einen Angriff mit Flugzeugen und Bomben befürwortet, auch wenn er geglaubt hätte, es würden dabei nur islamistische Krieger und nur ein unbeteiligter LKW-Fahrer in Stücke gerissen werden. Doch in typischer evangelischer Schizophrenie rechtfertigt der Oberst einerseits den Angriff und bittet andererseits "Gott" gleichzeitig um "Vergebung" (zit. nach idea-spektrum Nr. 7/2001). Doch alle Opfer und alle Angehörigen müssen dem Oberst vergeben. Vorher kann auch Gott ihm die Schuld nicht weg nehmen (siehe dazu hier).
Und deshalb wurden auch Soldaten aus den frühen urchristlichen Gemeinden ausgeschlossen, wenn sie weiter Soldaten bleiben wollten. Anders die Kirche und ihre Gefolgsleute. Aus diesem Grund fordern wir erneut: Die katholische und die evangelische Kirche dürfen sich nicht mehr "christlich" nennen. Katholisch ja, evangelisch ja, denn was sie zum Krieg lehren ist katholisch und evangelisch, niemals jedoch christlich.
 



22.2.1010 -
NATO bombte schon wieder mindestens 30 Zivilisten in den Tod / Schon mindestens 50 tote Zivilisten bei der Operation "Muschtarak" / Täter sollen sich nicht mehr "Christen" nennen - Erst vor wenigen Tagen brachte die NATO neben einigen eventuell Aufständischen auch Kinder um, die sich im selben Haus aufhielten, in denen die NATO zwei Raketen hinein steuerte. Andere Quellen berichteten, man habe versehentlich ein falsches Ziel getroffen: Sicher sind 12 tote Zivilisten. Kurz danach wurden aus der Luft fünf weitere unbeteiligte Zivilisten durch einen NATO-Bombenangriff getötet. Hinzu kommen vier weitere Zivilisten, die auf die Schnelle versehentlich erschossen wurden, weil man dachte, es könnten "Aufständische" sein. Nun wurden gleich drei Busse aus der Luft in Grund und Boden gebombt. Verantwortliche der NATO vermuteten, dass in den Bussen "Aufständische" sitzen, die mit den Bussen womöglich zum nächsten Angriff auf die westlichen Truppen fahren. "Nach dem Bombardement hätten Bodentruppen am Ort des Luftschlags aber Frauen und Kinder vorgefunden" (stern.de, 22.2.2010). Und so oder so ähnlich geht es schon seit Jahren, so dass die Zahl der irrtümlich Getöteten schon in die Tausende geht. Und die Soldaten nennen sich "Christen", ein brutaler Namensmissbrauch. Denn niemals würde Christus einen solchen Krieg wie auch andere Kriege befürworten. Auch nicht gegen Menschen, die nicht versehentlich, sondern gezielt getötet werden, weil sie zur anderen Kriegspartei gehören.
"Die Regierung in Kabul verurteilte den Angriff scharf und sagte, er sei nicht zu rechtfertigen" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,679374,00.html). Der afghanische Präsident "Karsai hatte erst am Samstag vor dem Parlament in Kabul einen eindringlichen Appell an die Truppen gerichtet, Zivilisten zu schützen" (stern.de). Vor einigen Monaten ließ die Bundeswehr über 100 Zivilisten in die Luft jagen, die sich um gekaperte Tanklastzüge versammelt hatten, um Benzin für ihren Privatgebrauch abzapfen zu können. Ein "Informant", der aber überhaupt nicht gesehen hat, wer um die LKWs versammelt ist (Focus online, 27.2.2010), vermutete fälschlicherweise, dass es "Taliban" seien, und nicht unbeteiligte Dorfbewohner. Und Oberst Klein nahm die Falschvermutung für bare Münze, und auf den entführten LKW-Fahrer wollte die Bundeswehr offenbar keine Rücksicht nehmen. Und auch der für das dann folgende Blutbad verantwortliche deutsche Oberst nannte sich missbräuchlich "Christ". Unser Appell: Die Täter sollen sich ab sofort nicht mehr "Christen" oder "christlich" nennen.
 



5.4.2010 - Evangelischer Bischof gibt zu: Auch Kirche schickt Soldaten mit Waffenauftrag nach Afghanistan - Der evangelische Landesbischof Gerhard Ulrich gibt zu, dass die Kirche die Soldaten mit schweren Waffen in andere Länder schickt. Wörtlich sagte er in seiner Osterpredigt im Dom von Schleswig: "´Seht auf uns`, haben mir Soldaten in der vergangenen Woche gesagt, die in Afghanistan und an anderen Orten im Einsatz waren und wieder sein werden: Lasst uns nicht allein mit den Waffen, mit denen ihr uns da hinschickt!" (zit. nach idea.de, 5.4.2010)
 



10.4.2010 -
Evangelischer Militärdekan redet Mysteriöses bei Trauerfeier / Der Gott Luthers begibt sich in den Krieg hinein und verspricht den Gefallenen einen "seligen Tod" - Die Bundeswehr ließ über 100 Afghanen in den Tod bomben, die Benzin von Tanklastwagen zapften, dann schoss man einen Panzer mit afghanischen Truppen versehentlich in die Luft, während die US-Amerikaner fast zeitgleich schwangere Frauen in den Tod sprengten. Dann wurde ein Linienbus mit Zivilisten "rein vorsorglich" unter Feuer genommen, unter den Toten auch wieder ein Kind, und, und, und ... Und mehrfach wurden ganze Hochzeits- oder Beerdigungsgesellschaften versehentlich von der NATO in die Luft gejagt. Die Anzahl der versehentlichen Opfer unter der Zivilbevölkerung geht in die Tausende und steigt immer weiter an. In diesem Chaos passiert es dann, dass auch irgendwann Bundeswehr- und NATO-Soldaten zu Opfern werden, in diesem Fall gezielt durch Beschuss oder Fallen der Taliban.
Bei der Trauerfeier für drei gefallene Bundeswehr-Soldaten in der St.-Lamberti-Kirche in Selsingen redet dann die Kirche Unsinn. So z. B. der leitende evangelische Militärdekan Armin Wenzel. Idea.de schreibt: "
Gott beseitigt den Tod und das Leid in dieser Welt nicht, aber er begibt sich mitten hinein. Das sagte der evangelische Leitende Militärdekan Armin Wenzel (Kiel) am 9. April in der St. Lamberti-Kirche von Selsingen (Kreis Rotenburg/Wümme) bei der Trauerfeier für drei in Afghanistan gefallene Bundeswehrsoldaten." (9.4.2010)
Was soll das nun wieder bedeuten, Gott "begibt sich mitten hinein"? Jesus lehrte eindeutig: "Wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen" und: "Liebe deine Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen" und: "Du sollst nicht töten". Wer es anders hält, der sollte Gott nicht mit in seinen Krieg hinein ziehen, denn der Schöpfergott begibt sich keineswegs auf der Seite der NATO in diesen Krieg hinein.
Nur der Gott Luthers mischt dort einmal mehr kräftig mit im Krieg, und Martin Luther sagte über ihn: "
Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und führt den Krieg" (http://theologe.de/theologe3.htm#Soldaten). Und der Luther-Gott redet auch bei Opfern nicht um den heißen Brei herum. Sondern der Reformator sagt über die gefallenen Soldaten klipp und klar: "Einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen" (http://theologe.de/theologe3.htm#Toeten). Der Gott, der diesen "seligen Tod" verspricht, begibt sich auf deutscher Seite mitten in den Krieg hinein und trägt die Verantwortung für Tausende von zivilen Opfern. Doch dieser Gott ist nur ein Götze und hat mit dem Schöpfergott und dem Vater-Mutter-Gott, den uns Jesus lehrte, nichts zu tun.
 



1.8.2010 - Die Wiederauferstehung Martin Luthers in Afghanistan - Martin Luther predigte einst den Krieg gegen die Islamisten des 16. Jahrhunderts: "... weil die Christen ... ein jeglicher von seiner Obrigkeit zum Streit wider die Türken gefordert und berufen werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen Untertanen (wie sie denn gewisslich tun, so sie rechte Christen sind) und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen, weil sie eine Ader regen können." (Eine Heerpredigt wider den Türken, D. Mar. Luther. Anno 1529; Tomos 4, S. 494 b-496)
Ca. 500 Jahre später befehligt der Protestant und Luther-Nachfolger David Petraeus die westlichen Truppen in Afghanistan und schickt die hauptsächlich katholischen oder evangelischen Soldaten in den Krieg gegen heutige dort einheimische Islamisten. Auch die Bundeswehr steht unter seinem Oberkommando. Und die Botschaft des Kommandanten auch an die Bundeswehr-Soldaten ist ähnlich wie vor 500 Jahren die Botschaft Martin Luthers an die Soldaten: "Verfolgt den Feind unerbittlich! ... Sucht den Feind und eliminiert ihn. Rammt eure Zähne in ihr Fleisch und lasst nicht mehr los ..." (spiegel.de, bild.de, 1.8.2010). Zuletzt stellte die Bundeswehr Todeslisten von Männern zusammen, die dann von den US-Amerikanern "eliminiert" wurden.
Mitten in der Vorbereitung zu den 500-Jahr-Feiern Martin Luthers (2017) ist der Reformator bereits in Afghanistan auferstanden. Auch das Ziel ist damals wie heute ähnlich: Die westliche Zivilisation soll gegen eine islamische bzw. islamistische Zivilisation "verteidigt" werden. Im Unterschied zum 16. Jahrhundert marschiert jedoch heute kein islamisches Heer Richtung Europa, sondern die Europäer sind, ähnlich wie in Kreuzzugszeiten, in ein islamistisch regiertes Land eingedrungen und der Krieg findet dort statt.
Auch dem islamischen Iran will der kirchliche Westen an den Kragen, wenn dieser im Atom-Streit nicht endlich tut, was er Westen will und sich eventuell ähnliche Rechte heraus nimmt wie man selbst. "USA haben einen Angriffsplan gegen Iran", so die Schlagzeilen vom 1.8.2010. (z  B. sueddeutsche.de)
Wenn der Westen Kriege und Kriegsvorbereitungen für richtig hält, wird er auch die Konsequenzen tragen müssen. Doch mit Jesus, dem Christus, hat das alles nichts zu tun. Es ist lutherisch oder katholisch, aber nicht christlich. Denn die westlichen Politiker, die sich "christlich" nennen, tun das krasse Gegenteil von dem, was Jesus, der Christus, wollte und lehrte.
 


2011

23.4. / 15.5.2011 / 19.2.2012 / 12.3.2014 - Libyen - Die alten "Kriegsbischöfe" kommen wieder aus ihren "Löchern" / Die militärische Überlegenheit wird immer mitgedacht - Seit 2000 Jahren verhöhnen die Kirchen und ihre Militärpfarrer die Zehn Gebote, wozu "Du sollst nicht töten" gehört und die Bergpredigt des Jesus von Nazareth, indem nahezu jeder Krieg von der Kirche gefordert oder gefördert und gesegnet wurde. Die kirchlichen Gründe dafür sind jeweils dem Zeitgeist angepasst, so dass sie dem Volk möglichst einleuchtend und menschlich vernünftig erscheinen. Dies gilt auch für den Libyen-Krieg, den der Westen erst nach Monaten mit der Brechstange "gewonnen" hat, obwohl die UNO nur "erlaubt" hatte, die libysche Luftwaffe daran zu hindern, Angriffe in Aufstands-Gebieten zu führen. Das Ergebnis ist mittelfristig [2014]ein Zusammenbruch der Infra-Struktur im Land und ein Fall in Chaos, Anarchie und Elend, wobei verschiedene rivalisierende Milizen um die Macht und die Herrschaft kämpfen - darunter die brutalen Islamisten der IS - und es immer mehr Flüchtlinge gibt. Siehe dazu unsere Meldung vom 7.3.2014: Libyen versinkt im Chaos.

Auch hier zeigt sich ein satanisches Prinzip: Aus einem kleinen bisschen Krieg (dem kleinen Finger) wird schnell ein großer Krieg (die ganze Hand), und wie leicht kann dadurch ein ganzer Weltenbrand ausgelöst werden. Bekanntlich reicht ein kleiner Feuerfunke, um einen Strohhaufen zu entzünden, der wiederum die Scheune in Brand setzt, was wiederum auf die angrenzenden Gebäude übergreift usw. usw.

Jesus von Nazareth lehrte niemals die Kriegs-Kompromisse und schon gar nicht, wie es die Kirche tut, dass man manchmal angeblich "notgedrungen" eben sehr, sehr viel töten müsse, um angeblich noch viel mehr Tötungen zu verhindern, wie es immer heißt - ein nur scheinbar logisches Argument, das nie aufgeht und das ein weiterer Verrat an Jesus, dem Christus ist, der niemals solches auch nur dachte.

Dies wurde in diesen dunklen Karfreitags- und Ostertagen 2011 auch wieder deutlich, als der Münchner Kardinal Reinhard Marx die "Bundesregierung in der Libyen-Politik zur Geschlossenheit mit den westlichen Verbündeten" aufruft (z. B. focus.de, 23.4.2011). Denn was heißt das genau? Während sich die deutsche Regierung mit dem zumindest minimal besonnenen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bis dahin nicht am Krieg gegen Libyen beteiligte und dafür massive Kritik der "westlichen Verbündeten" erntete, schlug sich der Kardinal nun eindeutig auf die Seite des Kriegslagers. Wie könnte es auch anders sein! Hören die Politiker nicht auf ihre Kollegen im Ausland, auf die "Pfaffen" haben sie bisher immer gehört! Und wieder scheint es so weit: Die alten "Kriegsbischöfe" kommen aus ihren "Löchern" ...

Dabei ist folgendes zu bedenken: Diese ständige Kriegsbefürwortung der Kirchenmänner als "letztes Mittel" setzt ja voraus, dass man immer von der militärischen Überlegenheit des eigenen Lagers ausgeht, da man natürlich immer mitdenkt, dass man diesen Krieg dann auch "gewinnt". Also ist die Kirche immer auch für die Hochrüstung und die militärische Überlegenheit, auch wenn sie dies mit ihren Worten oftmals geschickt verschleiert oder gar hinter gegenteiligen Bekundungen verbirgt.

PS: In Libyen herrschte Anfang 2012, wenige Monate nach dem NATO-Krieg, das blanke Chaos. "Stammeskämpfer rebellieren, Studenten verprügeln Politiker. Die neuen Machthaber reagieren hilflos" (spiegel.de, 26.1.2012), Ghadaffi-Anhänger erobern eine Stadt zurück. 2013 wurde kurzerhand einmal der Regierungschef von islamistischen Rebellen entführt, dann wieder frei gelassen. Und was predigen jetzt die Kirchenführer? Und was machen die Politiker in den NATO-Ländern jetzt? Siehe dazu auch unsere Meldung Terror gegen frühere Regierungs-Unterstützer.

Der Kosovo-Krieg hat keinen Frieden gebracht, der Afghanistan-Krieg hat keinen Frieden gebracht, der Irak-Krieg hat keinen Frieden gebracht, der Libyen-Krieg hat keinen Frieden gebracht, doch ein Syrien-Krieg würde doch wohl den "Frieden" bringen, wenn nur die "richtige" Seite gewinne - so tönen bereits wieder manche klerikale Verführer - oder vielleicht irgendwann ein Krieg im Iran oder gar ein Krieg im Osten Europas ...
 



8.5.2011 - Nach Tötung von Osama bin Laden - Barack Obama als neuer evangelischer "Heiliger"? - Die "Freude" der evangelischen Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Tötung von Osama bin Laden wurzelt in ihrem evangelischen Glauben, christlich ist sie nicht. Denn Jesus, der Christus, bekräftigte und erklärte die Zehn Gebote, und darin heißt es "Du sollst nicht töten". Ungeniert rief aber im Gegensatz dazu der evangelische Kirchenvater Martin Luther zur Tötung zahlreicher Bevölkerungsgruppen auf, und ein erfolgreicher Krieg gegen die islamischen Türken hat sogar Eingang in die bis heute verbindliche evangelisch-lutherische Bekenntnisschrift Augsburger Konfession gefunden. Alle evangelischen Pfarrer werden darauf bis heute vereidigt. Im Artikel 22 (CA 22) werden hier auch von evangelischer Seite die katholischen "Heiligen" anerkannt (!), allerdings nicht als "Fürbitter" bei Gott wie im Katholizismus, sondern als Vorbilder im Glauben.
Wörtlich heißt es dort,
"dass man der Heiligen gedenken soll, auf dass wir unseren Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnad widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, dass man Exempel nehmen von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie Kaiserliche Majestät seliglich und göttlich dem Beispiel Davids folgen mag, Krieg wider den Türken zu führen; denn beide sind im königlichen Amt, welches Schutz und Schirm ihrer Untertanen fordert."

Wenn also schon der damalige Kaiser von der sich konstituierenden evangelischen Kirche einem "Heiligen" gleichgestellt wurde, indem er die islamischen Türken im Krieg besiegte, dann müsste dies erst recht in dem Krieg gegen den islamistischen Terrorismus gelten, als dessen Anführer Osama bin Laden galt. Eine diesbezügliche offizielle Ehrung von Barack Obama als modernen protestantischen "Heiligen" steht aber noch aus.
Allerdings haben mehrere protestantische Theologen die Tötung sofort legitimiert, in Deutschland vor allem aus dem Kreis der so genannten "Evangelikalen", das sind konservative Protestanten aus den lutherischen Landeskirchen und den Freikirchen. So rechtfertigte z. B. Dr. Stephan Holthaus, Ethikdozent und Dekan der Freien Theologischen Hochschule (FTA bzw. FTH) in Gießen, die Tötung und schreibt: Eine Tötung sei als "ethischer Grenzfall" "legitim", wenn andere Möglichkeiten ausgeschlossen oder nicht praktikabel seien. Weiter wörtlich: "Legitim ist die Tötung dann, wenn dadurch eine größere Gefahr für Leib und Leben anderer abgewendet werden kann und die Entscheidung darüber nicht aus niederen Motiven geschieht. Im Fall Osama bin Laden ist dieser Umstand gegeben" (zit. nach idea-spektrum Nr. 16/2011). Dies passt zu den grundsätzlichen derzeitigen Lehraussagen der Evangelischen Kirche zum Krieg, wie sie auch der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider anlässlich der Tötung von Osama bin Laden wiederholte. Und in diesem Sinne handelte auch Barack Obama.
 



1.12.2011 / 4.3.2012 - "Im Notfall Krieg gegen den Iran", lautet die Schlagzeile in der Vorweihnachtszeit in vielen westlichen Zeitungen. (z. B. bild.de, 1.12.2011)
In der Zeit des "Kalten Krieges" war es so: Der Westen und der Osten hatten Atombomben zur Abschreckung" vor einem Angriff der anderen Seite, man sprach von einem so genannten "Gleichgewicht des Schreckens", das einen Krieg verhindere. In unserer Zeit ist der Westen mit einem solchen "Gleichgewicht" aber nicht mehr einverstanden. Alle möglichen Länder dürfen aus kirchlich-politischer Sicht Atombomben haben, nicht aber der islamisch regierte Iran. Und dieser behauptet, eine solche Bombe auch gar nicht zu wollen, sondern die Atomenergie nur "friedlich" nutzen zu wollen, wie es die Industrieländer schon lange tun.
Der Nahost-Experte Peter Scholl-Latour glaubt dies aber nicht, sondern er sagt: "Iran entwickelt keine Atombombe, um sie als Vernichtungswaffe einzusetzen, auch nicht gegen Israel. Iran will sie als Abschreckungswaffe" (bild.de, 1.12.2011). Und so sehen es wohl auch die meisten westlichen Politiker.
Für den Fall also, Peter Scholl-Latour hat Recht, dann will die iranische Regierung also eine Art
"Gleichgewicht des Schreckens" im Nahen Osten, denn auch Israel besitzt Atombomben. Doch die regierenden Politiker des Staates Israel wollen kein solches "Gleichgewicht". "Wenn Israel wegen des iranischen Atomprogramms ´in die Enge getrieben werde`, bleibe keine andere Wahl als zu handeln, sagte [der Verteidigungsminister Israels] Ehud Barak im israelischen Radio." (dpa, 1.12.2011)
Da sollten alle Menschen sehr wachsam sein und genau hinhören. Heißt das vielleicht: "Bevor die haben, was wir auch haben, ..."? Der hochrangige Politiker Israels versucht, für diesen Fall die Bevölkerung schon einmal zu "beruhigen". In der dpa-Meldung heißt es nämlich weiter:
"Barak widersprach jedoch erneut Mahnungen, dass durch iranische Gegenschläge nach einem israelischen Angriff viele Israelis getötet werden könnten. ´Wir sprechen nicht von 50.000 und auch nicht 5.000 und auch nicht 500 (Toten) an der Heimatfront, wenn alle Menschen in ihren Häusern bleiben`, sagte Barak".

Wo bleibt eigentlich der Aufschrei des Papstes gegenüber solchen Kriegsdrohungen? Oder der Aufschrei der evangelischen Kirchenführer? Oder der Aufschrei auch nur eines einzigen kirchlichen Politikers, der Woche für Woche durch die Hostie in seinem Glauben gestärkt wird? "Deutlich weniger als 500 eigene Tote, na ja, das sei eben möglicherweise der Preis", so denkt sich vielleicht zynisch so mancher so genannte ´Realpolitiker`. "Dafür hätten der Westen und seine Verbündeten dann mal wieder einen Krieg gewonnen". Oder ist die Spekulation über die Anzahl der möglichen Toten unter den Kriegs-Strategen vielleicht so zu verstehen, dass man den Satz "Wir sprechen nicht von 50.000 und auch nicht 5.000 und auch nicht 500" fortsetzen könnte mit den Worten: "Wir sprechen von 500.000 Toten und von fünf Millionen ..."?

Doch selbst wenn es z. B. "nur" 100-200 Tote auf der eigenen Seite und vielleicht ein paar mehr auf der anderen wären, was hat eine solche Logik denn um alles in der Welt mit Christus bzw. mit Jesus von Nazareth zu tun? Oder was hat sie mit den großen jüdischen Gottespropheten des Alten Testaments zu tun?
Was der Politiker Israels hier sagt, entspricht im Wesen allerdings genau dem kirchlichen Denken in beiden Großkonfessionen, wonach der Krieg theoretisch zwar überwiegend verneint, aber als so genanntes "letztes Mittel" dann doch bejaht wird, wobei man selbstherrlich immer davon ausgeht, diesen Krieg dann natürlich auch immer zu gewinnen. Dies erklärt auch, warum der Westen und seine Kirchen-Strategen mit ihrem "letzten Mittel" immer für militärische Überlegenheit plädieren müssen (!!), da man ja sonst dieses "letzte Mittel" gar nicht "erfolgreich" einsetzen könne. Die Kirchenlehren setzen also immer voraus, mögliche Kriege zu gewinnen und nie, diese vielleicht auch verlieren zu können. Und eine solche kirchliche Lehre ist ohne massive Hoch- und Aufrüstung überhaupt nicht denkbar. Doch wehe, wehe, so könnte man warnen!

Außerdem ist es der Willkür unterworfen, wann die Politiker und ihre Seelsorger dann glauben, jetzt sei es an der Zeit, das angeblich "letzte Mittel" einsetzen zu müssen. Für viele westliche Politiker scheint dieser Punkt anscheinend schon dann irgendwann gekommen, wenn der Iran sein "Atomprogramm" weiter entwickelt, während dieser sich in dem Fall nur vom Westen nicht verbieten lässt, was der Westen selbst x-fach genauso tut und das auch noch in weit größerem Umfang.
Jesus gibt dazu in der Goldenen Regel der Bergpredigt sinngemäß einen ganz einfachen Rat: "Was du willst, das dein Nächster dir tut, das tue du ihm zuerst." Also: Wer das "Atomprogramm" des Iran stoppen möchte, der sollte zunächst bei sich selbst damit beginnen und sein eigenes "Atomprogramm" stoppen. Das wäre ein kleiner erster Schritt aus der Lehre des Christus.

Die Frieden bedrohende Rede vom Krieg als "letzten Mittel" ist dagegen Kirche pur, und diese verhöhnt Christus mit ihren Kriegslehren ja schon seit nahezu 2000 Jahren.
Und die Lehre vom "letzten Mittel" ist auch die Logik des israelischen Verteidigungsministers, und das ist eben der krasse Gegensatz zu dem großen jüdischen Weisheitslehrer Jesus von Nazareth, der nie und nimmer davon sprach, dass die Menschen als "letztes Mittel" das Gegenteil von dem tun sollen, was er ihnen lehrte, wenn auch der Nachbar sich nicht an seine Lehre halte.
Doch Minister Ehud Barak beruft sich ja auch gar nicht auf Jesus, sondern er lehnt seine Lehre offen ab. Dann aber sollten die westlichen Politiker, die sich
"christlich" nennen, es ihm gleich tun, und sich endlich mit allem Nachdruck von Jesus, dem Christus, und seiner Friedenslehre distanzieren. Dann wüssten die Menschen wenigstens, woran sie sind.


Die Lösung wäre für jede Seite naheliegend: Aus der Sicht des Iran das Atomprogramm einstellen und sich somit der restlichen Welt gegenüber hier vorbildlich verhalten, auch wenn diese das missdeutet und als Triumph ihrer Drohkulisse feiert. Denn Atomkraft ist immer tödlich, ob zu militärischen oder zu "friedlichen" Zwecken, siehe Fukushima u. ä. (siehe dazu Der Theologe Nr. 53). Kein "Ideal" der Welt ist es wert, Israel und den Westen zu Kriegshandlungen zu provozieren.
Aus der Sicht Israels die Drohungen sofort zurück nehmen und dem Iran zugestehen, was man sich selbst auch x-fach zugesteht, ein Atomprogramm; auch wenn jedes Atomprogramm verheerend und falsch ist. In diesem Sinne könnte man dann parallel dazu damit beginnen, die eigenen Atomprogramme abzubauen. Laut 1. Mose 12, 3 soll das Land zum "Segen für alle Völker" werden. Und das kann es nur, wenn man selbst Vorbild ist bzw. sich nicht auch noch mehr an Negativem heraus nimmt als das, was man bei anderen duldet. Auch hier gilt: Kein "Ideal" der Welt ist es wert, wieder in einen neuen Krieg zu ziehen oder ihn gar zu beginnen.
Aus der Sicht des Westens desgleichen. Und immer selbst mit dem Abbau der Todesprogramme beginnen. Und schließlich gilt auch hier: Kein "Ideal" der Welt ist es wert, die Welt wieder in einen großen Krieg zu ziehen. Ideale wirken nur, wenn man selbst Vorbild ist.
 
Alle weiteren so genannten "geostrategischen" Kriegs-Überlegungen oder wirtschaftlichen Interessen bleiben hier der Einfachheit halber vorläufig unberücksichtigt, doch auch für diese gilt die Goldene Regel, als Sprichwort formuliert: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu."

Würde nur eine der drei Ego-Großmacht-Parteien hier zur Einsicht kommen, könnte es wenigstens ein klein weniger lichter in dieser stockfinsteren und täglich dunkleren Welt werden.
Wenn nicht, droht noch dunklere Nacht.
 


2012

8.2. / 12.5. / 15.6.2012 -
Libyen: Der Terror gegen frühere Regierungs-Unterstützer nach dem NATO-Krieg - Russland warnt Westen vor kriegerischer Einmischung in Syrien / Zweierlei Maß: Bei den einen Opfern macht man Stimmung, die anderen werden totgeschwiegen / Nahost-Experte Peter Scholl-Latour kritisiert "Heuchelei" westlicher Politiker / Kriegsfallen Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, usw. - Der russische Präsident Wladimir Putin warnt den Westen vor weiteren Kriegen, z. B. in Syrien. Er "verwies auf die Situation in Libyen nach dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Niemand spreche über die vergessene Gewalt gegen Gaddafis Unterstützer, ´weil das die schrecklichen Folgen vor allem von militärischer Intervention sind`, sagte der Ex-Geheimdienstchef. Putin hatte das Vorgehen des Westens in Libyen als ´mittelalterlichen Kreuzzug` kritisiert." (spiegel.de, 8.2012)

Überall, wo der kirchliche Westen in den letzten Jahren Kriege begann, hat er Chaos und Zerstörung hinterlassen
. Den Frieden hat er nirgends hin gebracht. Weder nach Serbien und in den Kosovo noch nach Afghanistan noch in den Irak noch nach Libyen, und erst recht nicht würde er ihn nach Syrien bringen noch sonst wo hin. Doch die führenden westlichen Politiker verhöhnen Jesus, den Christus und kokettieren mal hier mal da mit ihrer Hochrüstung = militärischen Stärke. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle war einer der wenigen, der in Libyen nicht in die Kriegsfalle ging, und er wurde deshalb von der Front der neuen Kreuzzügler heftig kritisiert, die den Westen immer mehr in Kriege hinein ziehen wollen, bis hin einem womöglich großen Krieg mit unvorstellbaren Folgen. Guido Westerwelle wurde wegen seiner Zurückhaltung darauf öffentlich hin so demontiert, dass er als FDP-Vorsitzender zurück treten musste und sich nur mit Mühe überhaupt im Amt halten konnte. Zu den Kriegsbefürwortern gehörte bei Libyen zum Beispiel der römisch-katholische Kardinal Reinhard Marx, der Westerwelle wegen seiner Fast-Neutralität vor dem Nato-Angriff schwer kritisierte. Nun könnte Syrien die nächste Kriegsfalle werden. Oder der Iran. Die Fallen werden immer weiter geöffnet, um eine noch größere Beute anzulocken ...

Dabei werden in der westlichen Öffentlichkeit die Gewaltopfer in Syrien missbraucht, um Kriegsgelüste zu schüren. In diesem Zusammenhang wird gezielt herunter gespielt, dass viele Opfer auf bewaffnete Aufstände gegen eine völkerrechtlich rechtmäßige Regierung zurück gehen, und dass "Opfer" vorher brutale Täter waren. Auch wird verschwiegen, welche politischen und strategischen Interessen hinter einem Sturz einer Regierung stehen und welche Kräfte dann nach der Macht greifen bzw. an Einfluss gewinnen (z. B. Islamisten, verfeindete Gruppen innerhalb des Islam), und welche Blutbäder dann folgen würden. So hatte US-Präsident George W. Bush schon 2006 beim Libanon-Krieg Syrien massivst beschuldigt und damit angedeutet, dass Syrien das nächste Kriegsziel des Westens sein könnte.
 
Auch werden einerseits Berichte über Opfer von Gewalt durch die Armee und Polizei in Syrien durch die westlichen Medien weiter in den Vordergrund geschoben, während sich kaum einer dafür interessiert, dass täglich (!) weit mehr Menschen verhungern als bisher bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Syrien ums Leben gekommen sind. Man geht von täglich ca. 37.000 Menschen aus, die an Hunger oder den Folgen von Unterernährung sterben, davon ca. 17.000 Kindern, bei insgesamt knapp einer Milliarde Menschen, die hungern, während die reichen Länder weiterhin in ihre militärischen Überlegenheit oder in ihre militärischen Stärke investieren, um Kriege gewinnen zu können. Dabei werden in den westlichen Ländern mehr und mehr Berichte von getöteten syrischen Kindern veröffentlicht; doch um der Kinder willen, oder aufgrund von politischen, militärischen und geostrategischen Zielen?
Alles das ist auch Teil einer strategischen Politik, welche das eine Grauen toleriert und gegen anderes aufbegehrt, um es im Dienst eigener Zwecke zurecht zu schmieden. Das alles ist zweierlei Maß. Bei den einen Opfern macht man Stimmung, die anderen Opfer werden totgeschwiegen, je nach Strategie.
Wäre es dort, wo man aufbegehrt, eine selbstlose Anteilnahme mit den Opfern, würde man auch andernorts seine Stimme erheben.

Und würden die westlichen kirchlichen Politiker und Medien auf den Nahost-Experten Peter Scholl-Latour hören, würden sie nicht ihre Länder und die Menschen von einer Kriegsfalle in die nächste hinein ziehen, von einem Chaos in das nächste. So sagte er zum Syrienkonflikt: "´Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen, vor allem in den deutschen Medien ist die Einseitigkeit erschreckend.` Irreführungen und Fehlinformation bemängelt Scholl-Latour auch bei Libyen, wo die Nato vor einem Jahr in den Bürgerkrieg eingriff. ´Die Europäer waren so naiv zu glauben, dass Gaddafi so einfach zu erledigen sein würde wie Ben Ali oder Mubarak.` Die Folge des ´tragischen und verheerenden` Zerfalls Libyens sei nun, dass ´gefährliche islamistische Bewegungen` von Libyen aus die ganze Sahelzone ins Unglück stürzten. ´Von Senegal bis Somalia haben wir nur noch Chaos.` ... Neben den Medien geißelt der hellwache Endachtziger nimmermüde die Heuchelei des Westens. Über einen Boykott der Fußball-EM in der Ukraine nachdenken, aber in Bahrain Autorennen fahren lassen. Ahmadinedschad als gefährlichen Irren hinstellen, aber mit dem saudischen Königshaus Geschäfte machen. All das findet Scholl-Latour zu Recht unerträglich." (ntv.de, 12.5.2012)
 



21.2.2012 - Waffenschmiede Deutschland wird von uns Steuerzahlern subventioniert - Von deutschem Boden sollte nie wieder ein Krieg ausgehen, so hieß es früher, und so haben es viele Zeitgenossen noch im Sozialkunde-Unterricht in der Schule gelernt. Aber die Waffen für die weltweiten Kriege könne Deutschland schon liefern. So ist das Land nach den USA und Russland drittgrößter Waffenexporteur der Welt und exportiert Waffen im Wert von 3,1 Milliarden Euro [2010]. Zum Vergleich: USA: 6,9 Milliarden, Russland 6,6 Milliarden, Frankreich 1,6 Milliarden, Großbritannien 1 Milliarde, China 880 Millionen Euro.
Wobei diese Exporte nicht so laufen, dass die Rüstungskonzerne in Deutschland die Waffen bauen und liefern und die Empfänger in aller Welt die Waffen bezahlen. Die Steuerzahler, das heißt wir alle, subventionieren das Wachstum des Waffenhandels. Außerdem: Der Hauptabnehmer der deutschen Waffen ist z. B. Griechenland, und da stellt sich die Frage, ob der deutsche Steuerzahler nicht noch weit mehr als die Subventionen für die Rüstungsindustrie bezahlen muss.
 
Auch beim Export von Jagdwaffen zur Vernichtung von Tieren ist Deutschland sogar weltweit an zweiter Stelle nach Italien.

In Wikipedia ist beim Artikel "Rüstungsindustrie" zu lesen [Stand: 21.2.2012]: "In den Reihen der Friedensbewegung, der Friedensforschung aber auch der Gewerkschaften werden seit den 1980er Jahren Konzepte der Rüstungskonversion entwickelt, wie der Übergang von militärischer zu ziviler Produktion gestaltet werden kann. Diese Konzepte werden zur Zeit nicht umgesetzt, es ist eher der gegenläufige Trend zu beobachten."
Im Grundgesetz heißt es dazu in Artikel 26 GG, Abs. 2: "Zur Kriegführung bestimmte Waffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden." Und hier wird natürlich kräftig genehmigt, was das Zeug hält.

So wird nun z. B. ein hochmodernes U-Boot die Krisenregion Nahost nach Israel geliefert, wo ein Krieg gegen den Iran droht. Es gibt furchtbare Schreckensszenarien mit Atomwaffen, wo man nur hoffen kann, dass sie nie Wirklichkeit werden. In diesem Zusammenhang bedeutsam: "Angeblich soll das Boot auch über die Kapazitäten verfügen, Atomwaffen einsetzen zu können." (ntv.de, 21.2.2012)
Das U-Boot kostet 550 Millionen Euro und die Bundesregierung gibt von den Steuereinnahmen bis zu 135 Millionen Euro an Subventionen nur für dieses eine Boot, damit der Kunde nicht so viel dafür bezahlen muss und der Rüstungskonzern trotzdem bekommt, was er will. Und das ist ja nicht die einzige Waffen-Subvention. Das heißt: Wir alle, die Bürger, müssen mithelfen, dass der Waffenhandel bzw. die Waffengeschäfte auf Touren kommen. Was werden wohl die langfristigen Folgen sein? Denn auch auf diesem Gebiet gilt: "Was der Mensch sät, das wird er ernten."
Von den Kirchen hört man dazu nicht viel, was auch nicht verwundert: Auch über die Beschäftigten der Waffenindustrie, überwiegend Katholiken und Protestanten, werden ja Millionen an Kirchensteuern abgeführt.
So wird dem lutherischen CDU-Vorsitzenden Volker Kauder auch Lobby-Politik für den Waffenkonzern Heckler & Koch in seinem Wahlstimmkreis vorgehalten.

 



23.2. / 25.2.2012 - Versehentliche Koranverbrennung - Der Funke, der Demonstrationen gegen die westlichen Truppen entzündete / Verrat an Jesus, dem Christus - In den 80er-Jahren unterstützte der Westen noch die Islamisten auch mit Waffen gegen die Sowjetunion, die das Land im Sinne ihrer damaligen kommunistischen Ideologie stabilisieren wollten. Der Westen boykottierte wegen der russischen Militäraktionen im Land 1980 sogar die Olympischen Spiele in Moskau. 21 Jahre später nahm man die Sache selbst in die Hand und führt jetzt im elften Jahr einen Krieg in Afghanistan und versucht, das Land parallel dazu im westlichen Sinne zu stabilisieren und aufzubauen.
Ca. 3000 westlichen Soldaten mussten dafür bisher insgesamt ihr Leben lassen. Doch das ist auch ungefähr die Anzahl der zivilen Opfer in diesem Krieg pro Jahr (!), durch NATO bzw. überwiegend durch Taliban und Aufständische. Und gehen die Opfer auf die westlichen Truppen zurück, dann führt das jedes Mal zu einem gellenden Aufschrei und macht die Lage im Land mehr und mehr zu einem Pulverfass.
Und was hat der Krieg bisher gebracht? Oder: Was hat er gekostet? Pro Jahr ca. 140 Milliarden US-Dollar für den Westen (Wikipedia: Stand 23.2.2012). Das ergibt in zehn Jahren 1,4 Billionen Dollar.
Und dann reicht ein kleiner Funke, um überall im Land Demonstrationen oder gar Aufstände gegen die westlichen Besatzungstruppen auszulösen, wie z. B. eine versehentliche Verbrennung einiger Koranseiten. Die Demonstranten glauben, dass der Engel Gabriel den Koran Wort für Wort diktiert habe und die Verbrennung sei eine Verhöhnung des Engels Gabriel und des Propheten Mohammed.
Die Basis für diese Beurteilung ist vergleichbar dem Glauben von Bibelfundamentalisten, wonach der kirchliche Gott die Schreiber der Bibel Wort für Wort "inspiriert" haben, wobei "diktiert" einen Glauben an eine noch unmittelbarere Autorenschaft darstellt als dies bei "inspiriert" geglaubt wird.
Doch haben die Besatzungstruppen nicht vor allem Jesus, den Christus, verhöhnt? Viele nennen sich "Christen", doch Jesus, der Christus, war niemals für Krieg und für Besatzung fremder Länder. Er lehrte unmissverständlich: "Wer zum Schwert greift, der wird durch das Schwert umkommen." Wer ihm das nicht glaubt und aufgrund von ihm widersprechenden Argumenten trotzdem zum Schwert greift, sich aber weiterhin "Christ" nennt, ist ein Verräter des Jesus, des Christus.
Und wohin dieser Verrat auch im Äußeren führt, erleben die westlichen Mächte in diesen Tagen einmal mehr. Gewalt führt immer nur wieder zu Gegengewalt. Krieg führt immer nur wieder zu neuem Krieg. Kriegsopfer, auch versehentliche, sind der Samen für die nächste Gegengewalt, für den nächsten Aufstand.

 



4.3. / 7.6. / 15.8.2012 -
Apokalyptische Planspiele - USA und Israel erwägen Krieg gegen Iran / Israel fordert Unterstützung Deutschlands für Angriff auf den Iran und für den Krieg - Wer soll alles mit hinein gezogen werden? / Atomare Kreuzzugsgedanken / Der deutsche Steuerzahler finanziert Atomaufrüstung Israels zu einem großen Teil / Israels Regierung kalkuliert mit 30 Tagen Krieg und 500 toten Israeliten / Wie viele "tote Iraner hat man hochgerechnet? - Focus de schreibt am 8.3.2012 von einem apokalyptischen Rüstungs- und Kriegs-Poker-Szenario der Machthaber in den USA und in Israel: "Die israelische Zeitung ´Maariv` berichtete am Donnerstag, die US-Regierung habe Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei seinem Besuch zu Wochenbeginn die Lieferung von bunkerbrechenden Raketen und Tankflugzeugen in Aussicht gestellt. Israel müsse dafür aber mögliche Luftangriffe gegen iranische Atomanlagen auf frühestens 2013 und damit auf die Zeit nach der US-Präsidentschaftswahl im November verschieben, hieß es unter Berufung auf westliche Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter. Die Lieferung von modernen Bunker-zerstörenden Raketen könnte das Zeitfenster für einen möglichen israelischen Luftangriff erweitern, berichtete ´Maariv`."
Wird die Islamische Republik Iran dann - falls es zum Angriff kommt - den Anspruch der USA und Israels auf militärische und atomare Überlegenheit anerkennen und sich demütig beugen und die Trümmer seiner eigenen Atomforschung zusammen kehren und in Zukunft immer tun, was der militärisch überlegene Westen von ihm verlangt? Wird also dann der "Friede" da sein? Oder wird am Ende dann gar "Jesus" auf Seiten Israels und der USA militärisch eingreifen, wie es amerikanische Bibelfundamentalisten, die einen Krieg wollen, glauben?

Und soll nun auch Deutschland mithelfen, einen Krieg im Nahen Osten, schlimmstenfalls einen daraus entstehenden Weltenbrand, zu gewinnen? Und da die in Deutschland ethisch tonangebenden Kirchen den Pazifismus des Jesus von Nazareth seit Jahrhunderten auf schlimme Weise verraten und mit Füßen treten, könnten andere Machthaber dort auch dann das gewünschte Gehör finden, wenn sie auf Krieg setzen. Und "für Ministerpräsident Netanjahu ist der Angriff keine Frage ´von Jahren mehr`. Der israelische Botschafter in Berlin hat jetzt die Unterstützung Deutschlands gefordert", schreibt focus.de am 9.3.2012 weiter. Doch wo bleibt der Warnruf der Öffentlichkeit in Deutschland - einem Land, das bereits den 2. Weltkrieg verursacht hat und auch beim 1. Weltkrieg eines der ersten Länder war, in dem "Hurra" geschrien wurde? Doch die Menschen werden abgelenkt, z. B. durch die Fußball-Europameisterschaft oder die nachfolgende Olympiade und dann wieder durch Fußball-Bundesliga und ähnliches ...

Währenddessen erfüllten die deutschen Staatsoberhäupter, das lutherische Regierungspaar aus Kanzlerin und Präsident, mehr oder weniger den Wunsch des israelischen Ministerpräsidenten. Bei seinem Israel-Besuch hatte der lutherische Pfarrer Joachim Gauck, der in Deutschland als Bundespräsident amtiert, das Schicksal Deutschlands faktisch in die Hände des israelischen Ministerpräsident Netanjahu gelegt. Zwar hatte er Israel vor einem Krieg gegen den Iran gewarnt. Doch gleichzeitig sicherte er ihm die "Unterstützung" im Konflikt mit dem Iran zu. "Das Eintreten für die Sicherheit und das Existenzrecht Israels ist für die deutsche Politik bestimmend", so der Pfarrer im Präsidentenamt. Da die UNO ja dieses Existenzrecht völkerrechtlich verbindlich beschlossen und seine Grenzen festgelegt hat, klingt ein solcher Satz ja so, als würde damit dieser Beschluss gestärkt. Doch was ist damit gemeint? Und wie wird er von wem interpretiert? Und was alles würde damit gerechtfertigt? Nur das ist entscheidend, und hier mag jeder selbst ermessen, was das bedeuten könnte.
Man könnte solche Worte auch einmal mit Unterstützungsaussagen von Politikern vor früheren Kriegen vergleichen; z. B. der Solidarität Deutschlands für Österreich-Habsburg vor dem 1. Weltkrieg. Österreich griff dann Serbien an, und schon sprangen die Deutschen mit Begeisterung mit ins Kriegsschiff, um Österreich zu unterstützen. Die weitere Entwicklung ist bekannt und dazu gehören alleine 15 Millionen im Krieg getötete Menschen.

Die Rede der evangelisch-lutherischen Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel "von der ´Staatsräson`, die Deutschland in jedem Fall an die Seite Israels stellt - also auch im Kriegsfall gegen Iran" (spiegel.de, 30.5.2012), wiederholte Joachim Gauck zwar mit diesen Worten nicht, doch sagte er wörtlich: "In der Sache bin ich ganz bei Angela Merkel." Und er sagte weiter: "Deutschland sollte das allerletzte Land sein, das Israel seine Freundschaft und Solidarität aufkündigt." Das klingt zwar vordergründig sehr schön, denn "Freundschaft" und "Solidarität" wären ja an und für sich positive Werte. Doch wofür werden sie hier gebraucht? Bedeuten die Worte des lutherischen Pfarrers nicht: Selbst wenn die ganze restliche Welt den Beginn eines Krieges verurteilt und deshalb aussteigt - selbst die USA - würde Deutschland dann noch als "allerletztes Land" an der Seite der jeweiligen Regierung Israels bleiben?
Da kann einem wahrhaft Angst und Bange werden, und mit dem deutschen Grundgesetz hat das schon lange nichts mehr zu tun - und mit der "Friedensethik", die in den deutschen Schulen von den 60er- bis zu den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts den Schülern gelehrt wurde, auch nichts mehr. Und mit dem Juden Jesus, dem Christus, hatte es noch nie etwas zu tun, auch wenn man seinen guten Namen dafür ständig weiterhin missbraucht.
Und man kann doch auch nicht das verbrecherische Unrecht an den Juden unfassbaren Ausmaßes im Dritten Reich Deutschlands (siehe dazu Der Theologe Nr. 4) immer wieder dadurch "gut" zu machen versuchen, dass man verhängnisvollen falschen Entscheidungen von bestimmten Politikern Israels heute auf jeden Fall folgt.

Passend dazu eine weitere Meldung vom 3.6.2012: Das neueste deutsche U-Boot, das man der israelischen Regierung teilweise schenkte (man hat beim diesem U-Boot 135 Millionen Euro aus den allgemeinen Steuereinnahmen zum Kauf hinzu geben; siehe nächste Meldung) wurde nun erwartungsgemäß auch mit Atomraketen bewaffnet. "Abgeschossen werden sie demnach mit einem bislang geheimen hydraulischen System". (bild.de, 3.6.2012)
Spiegel.de
fasst die deutsch-israelische Atomaufrüstung wie folgt zusammen:
"Drei U-Boote hat eine deutsche Werft für Israel gebaut, drei weitere sollen folgen. Nach SPIEGEL-Informationen stattet Jerusalem die U-Boote aus Kiel mit nuklear bestückten Marschflugkörpern aus" (3.6.2012). Das 135-Millionen-Geschenk der Bundesregierung für das Atom-U-Boot ist möglicherweise nur ein kleiner Teilbetrag. Spiegel.de schreibt, dass die Kosten "zu einem Großteil" von Deutschland getragen werden. Doch damit nicht genug. Die CDU/FDP-Regierung stundet darüber hinaus den israelischen Eigenbeitrag an den Kosten bis 2015. Das heißt, Israel muss bis auf weiteres erst einmal keinen Cent für die hochmodernen deutschen Waffensysteme bezahlen. Es zahlt alles der deutsche Steuerzahler bzw. er streckt es bis 2015 vor.
Und der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak bedankt sich deshalb auch dafür mit den Worten: "
Die Deutschen können stolz darauf sein, die Existenz des Staates Israel für viele Jahre gesichert zu haben."
Die gegenwärtige Regierung Israels kann also aufgrund der deutschen "Staatsräson" und "Solidarität" und mit Hunderten von Millionen Euro (evtl. gar Milliarden) aus Deutschland atomar aufrüsten, doch wehe, der Iran würde an Ähnliches auch nur denken! Hier wird von den Mächtigen immer mit zweierlei Maß gemessen? Der eine darf, der andere nicht. Und steckt dahinter nicht letztlich auch der alte Kreuzzugsgedanke der kirchlichen Christenheit gegen islamische Herrschaftsformen und Staaten, wenn es um das so genannte "Heilige Land" geht? Hier kann man nur mit einem weiteren Wehe-Ruf warnen.


Weitere Meldungen seit 2008 lesen Sie hier:
http://www.theologe.de/theologe6.htm#Clinton

http://www.theologe.de/theologe6.htm#Atombombenabwurf
http://www.theologe.de/theologe6.htm#Israel

http://www.theologe.de/theologe6.htm#Krieg
http://www.theologe.de/theologe6.htm#Iran
http://www.theologe.de/theologe6.htm#Iran_Israel

Aktualisierung: "Die Pläne für einen israelischen Präventivschlag gegen Irans Atomanlagen werden immer konkreter. Ein Minister in Tel Aviv erläuterte nun die Konsequenzen, mit denen die Regierung rechne: ein Monat Krieg und 500 tote Israelis". So schreibt spiegel.de am 15.8.2012.
Zu dieser Meldung könnte man einige Fragen stellen:
Hat man in dieser Hochrechnung auch "tote Iraner" einbezogen? Wie viele? Würde die Regierung Israels z. B. hinnehmen, falls die iranische Regierung auf den "Präventivschlag" hin ihrerseits ebenfalls Angriffe fliegt? Hauptsache, die Atomanlagen im Iran wären kaputt gebombt? Oder würde die Regierung Israels darauf hin weitere Angriffe fliegen, so dass es sich immer mehr zum Krieg hochschaukelt, wenn auch die iranische Regierung weiter zuschlagen ließe? Wie will man eventuelle iranische Gegenschläge stoppen? Mit einer Atombombe? Mit anderen Bomben? Mithilfe von Barack Obama, Angela Merkel und der Diplomatie?
Allgemein gefragt: Sollte die Regierung Israels tatsächlich einen Krieg mit Unterstützung der Bundesregierung beginnen und glauben, so "einfach" und ohne weitere Folgen könnte man Kriege beginnen und gewinnen? Das "Alte Testament", die heilige Schrift des Judentums, lehrt sinngemäß: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Und die großen jüdischen Gottespropheten wie Jesaja und Jeremia warnten immer vor einem Krieg. Aber die damaligen Machthaber wussten es "besser".
Wie ist es heute? Es ist bemerkenswert, wie ruhig die westlichen Politiker ihren Sommerurlaub genießen.
Dabei setzt die derzeitige Regierung Israels voll auf die USA - das Land, das wie kein anderes von zahllosen Kirchen und Bibelvereinigungen beherrscht wird und das nach dem Vietnam-Krieg zuletzt die Kriege in Afghanistan und Irak begann und faktisch verlor - unter massivem Missbrauch des christlichen Namens, denn Christus war immer gegen Krieg und jede einzelne Kriegshandlung war gegen Christus.
"Es ist klar, dass wir gemeinsam mit den USA handeln müssen", sagte Israels derzeitiger Präsident Schimon Peres (bild.de, 16.8.2012). Die Regierung der USA könnte demnach also den Krieg verhindern. Aber unzählige Bibelanhänger in den USA schüren dagegen die Kriegslust, so wie auch entsprechende Lobbyisten. Welche Regierung könnte im Ernstfall Bibelfundamentalisten und Kriegs-Lobbyisten widerstehen?
 



7.4. / 12.4. / 22.5.2012 - Israelische Regierung ignoriert UNO-Beschlüsse und verleibt sich das palästinensische Westjordanland weiter Stück für Stück ein / Deutschland schenkt Israel bzw. der Rüstungsindustrie 135 Millionen Euro für ein Atom-U-Boot und einiges mehr / Konflikte um Gedicht des Nobelpreisträgers Günter Grass / Das Staat-Kirche-Konglomerat: früher und heute - Die deutsche Regierung hilft mit bei den Kriegs- bzw. Militärüberlegungen der israelischen Regierung. So liefert Deutschland der Regierung Israels für den von ihr geplanten Krieg, der sich schnell zum Weltkrieg ausweiten könnte, z. B. ein U-Boot, "dessen Spezialität darin besteht, alles vernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen ist." (Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass, 3.4.2012, http://www.focus.de/kultur/buecher/was-gesagt-werden-muss-das-umstrittene-gedicht-von-guenter-grass-im-wortlaut_aid_732817.html)
Nun wird ja bereits seit der Existenz dieser grausamen Waffen darüber debattiert, wer diese unter welchen Umständen auch einsetzen würde oder nicht. Und Günter Grass wurde schwer attackiert, weil er sein Gedicht Was gesagt werden muss mit den Worten begonnen hat: "Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind. Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte ..."
Und es wäre in der Tat sehr beruhigend, wenn das gar nicht stimmt bzw. gar völlig "absurd" ist, wie Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) demgegenüber betonte.
Dabei lässt sich der Konflikt doch ganz einfach lösen: Die Regierung Israels erklärt, dass sie niemals einen atomaren Erstschlag gegen den Iran ausführen würde. Und darauf hin zieht Günter Grass dann sein Gedicht zurück und darf wieder nach Israel reisen. So einfach wäre das
. Wenn die Regierung Israels das jedoch nicht tut, dann stellt sich die Frage "Warum nicht?" Und das Gedicht bleibt dann auch im Raum stehen; und die Antwort von Günter Grass auf das gegen ihn verhängte Einreiseverbot nach Israel, in der es heißt: "Aber als Atommacht von unkontrolliertem Ausmaß begreift sich die israelische Regierung als eigenmächtig und ist bislang keiner Ermahnung zugänglich." (sueddeutsche.de, 11.4.2012)

Fakt ist in der Tat: Bisher hat nur die kirchenchristlich dominierte Regierung der USA 1945 zweimal eine Atombombe gegen die Zivilbevölkerung eines Landes eingesetzt, damals in Japan. Keine andere Regierung hatte sich zuvor und seither je Ähnliches getraut - nur die USA-Regierung im Vertrauen auf ihren "Gott".
So ist es immer wieder die Kirche, die mit ihren widerchristlichen dämonischen Theorien im westlichen Lager solche Planspiele fördert - etwa, wenn sie sinngemäß von der Legitimität eines Unrechts spricht, um vermeintlich noch größeres Unrecht zu verhindern (die Lieblings-Argumentation kirchlicher Theologen), das man in diesem Fall von einer Regierung Irans befürchtet. Doch der Präsident Irans ist kein Christ und er braucht sich nicht an Christus zu orientieren, nur an ethischen Maßstäben, welche die so genannte "Weltgemeinschaft" dann aber gleichermaßen an alle anlegen müsste. Was Jesus, der Christus, dazu zu sagen hat, ist noch einmal etwas ganz Anderes. Es ist aber nur für diejenigen verbindlich, die seinen Namen dauernd im Munde oder gar im Parteinamen führen, nicht für die anderen. Und was wären in diesem Sinne die Alternativen? Siehe hier.

Fakt ist weiterhin: Der deutsche Bürger muss mit seinen Steuern einen großen Teil der Kosten auch für diese neue Spezial-Waffe bezahlen, 135 Millionen Euro, welche die CDU/FDP-Regierung als Subvention = Geschenk hinzu gibt. Zudem würde bei einem Krieg unter den derzeitigen Umständen Deutschland wieder in vorderster Front stehen, wie schon in früheren Kriegen. Denn die deutschen Politiker reden den führenden Politikern Israels meist zu Munde und nennen dieses ihr Zu-Munde-Reden dann "Staatsräson". Was ist jedoch, wenn unter aufgepeitschten Emotionen eines Tages alles aus den Fugen geraten würde?
Man kann doch nicht das verbrecherische Unrecht an den Juden unfassbaren Ausmaßes im Dritten Reich Deutschlands (siehe dazu Der Theologe Nr. 4), damit "gut" zu machen versuchen, indem man auch verhängnisvollen Fehlentscheidungen bestimmter israelischer Politiker Israels heute ohne Wenn und Aber folgt. Zudem sind alle Kriegs-Planspiele und die dafür vorgebrachten Gründe ein krasser Gegensatz zu Christus, an den man in Deutschland scheinheilig zu glauben vorgibt.

Es ist letztlich wieder das Konglomerat von Regierung und Kirche bzw. von Staat und Kirche, welches Deutschland und den Westen auf einen Alarm auslösenden Kurs laviert. Im Dritten Reich trieb man die Menschen in den Krieg und forderte, so die lutherische Kirche im Jahr 1933, die "Ausschaltung der Juden als Fremdkörper im Volksleben"; so z. B. das Gutachten des damaligen evangelisch-lutherischen Sektenbeauftragten Dr. Walter Künneth.
Und wie ist es heute? Auch heute spricht man wieder vom Krieg oder verschleiernd von "verständlichen" präventiven Militärschlägen - nur im Visier dieser Gewaltplanungen sind heute andere Kräfte, die ebenfalls Gewaltplanungen betreiben. Doch heute wie damals befürworten die Strippenzieher "notfalls" die kriegerische Gewalt, einmal mehr unter Verhöhnung von Christus. Und man verschweigt heute, dass die unabsehbaren Folgen von so genannten Militärschlägen nicht nur Perser und Juden treffen würden, so wie man auch damals verschwiegen hat, dass das Leid der damaligen "Militäroffensiven" z. B. in Richtung Polen oder Frankreich früher oder später auch auf alle diejenigen zurück fällt, die damit begonnen und dieses befürwortet haben.
Eine Lösung der heutigen Konflikte tritt dadurch in noch weitere Ferne.

Parallel zu den Kriegsvorbereitungen der Regierung Israels gegenüber dem Iran wird von Israel weiter der Zwei-Staaten-Beschluss der UNO aus dem Jahr 1948 ignoriert. Stück für Stück verleibt man sich Land, das bis dahin den Palästinensern gehörte und auf dem gemäß dem UNO-Beschluss von 1948 der Palästinenser-Staat entstehen soll, weiter ein, und zwar gezielt, systematisch und bewusst.
Spiegel.de schreibt, "dass die israelische Regierung offenbar weitere zehn Prozent des Westjordanlands für den Siedlungsbau in Beschlag nehmen will". Zehn Prozent hatte sie schon zuvor beschlagnahmt. Und weiter: "Die Regierung sei ... tief in die systematischen Rechtsbrüche der Siedler verstrickt."
Und: "Nach Angaben des Uno-Büros für humanitäre Hilfe in den Palästinensergebieten (Ocha) haben israelische Behörden zudem 35 Prozent der Fläche Ost-Jerusalems für Israels Siedlungsausbau beschlagnahmt. Nicht nur die Siedlungen selbst sind für Palästinenser tabu, sie dürfen auch mehrere für die Siedler bestimmte Straßen nicht befahren. Nach Ocha-Angaben gab es im September 2011 im Westjordanland 522 Sperren und Kontrollposten der israelischen Streitkräfte". (30.3.2012)
Für noch größere Wut und Verbitterung sorgen Überfälle von völkerrechtlich illegal dort wohnenden israelischen Siedlern. "Regelmäßig schildern Augenzeugen Vorfälle, bei denen Siedler unter den Augen des Militärs auf unbewaffnete Araber schießen. Etwa 50 Palästinenser sind so nach Angaben von Menschenrechtlern seit dem Jahr 2000 von israelischen Zivilisten getötet worden" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/westjordanland-israelische-siedler-schiessen-auf-palaestinenser-a-834446.html). Und dann wundert man sich, wenn immer mehr Muslime weltweit gewaltbereit werden.

Gleichzeitig wird von der Regierung Israels und von den westlichen Regierungen öffentlich seit Jahren die Machbarkeit eines Krieges gegen den islamischen Iran durchgespielt. Und in der Argumentation taucht dabei immer wieder auch der Holocaust der damaligen Deutschen an den Juden auf, um mit dem Hinweis auf diesen furchtbaren Schrecken die eigenen Kriegsdrohungen zu bekräftigen. Und zu dem Streit der Regierung Israels mit dem deutschen Literaturnobelpreisträger Günter Grass schreibt der israelische Journalist Tom Segev sogar: "Es geht darum, sich im politischen Entrüstungswettbewerb zu überbieten. Die Kabinettsmitglieder konkurrieren darum, wer am extremsten ist." (spiegel.de, 8.4.2012)
Wo jedoch die tieferen Wurzeln des Holocaust und damit die maßgeblichen Verantwortungen liegen, wird dabei selten näher betrachtet. Siehe z. B. hier.
 



28.5. / 1.6.2012 -
Generalinspekteur a. D. Wolfgang Schneiderhan wünscht weiterhin eine Wallfahrt für Soldaten auf Staatskosten / Strafanzeige gegen Militärbischof Overbeck wegen dessen Behauptung "Ohne Religion gibt es kein Menschsein" - Zur alljährlichen staatsfinanzierten Soldatenwallfahrt der Bundeswehr nach Lourdes sagt er: "Wir haben hier in Lourdes eine gemeinsame Idee im Glauben, im katholischen Glauben. Es wäre eine Katastrophe, wenn das dem Rechenstift zum Opfer fiele. Hier finden die Menschen eine Orientierung - und das ist das Entscheidende" (zit. nach domradio.de, 23.5.2012). Mehr zur Soldatenwallfahrt nach Lourdes siehe auch hier.
Aktualisierung [1.6.2012] - Bei der Soldatenwallfahrt nach Lourdes im Jahr 2012 gab es einen - im wahrsten Sinne des Wortes - "Tiefschlag" durch Militärbischof Exzellenz Dr. Franz-Josef Overbeck, der dort unter anderem die Soldaten auf Staatskosten lehrte: "
Ohne Religion gibt es kein Menschsein". Damit spricht der katholische Bischof Menschen "ohne Religion" praktisch das Menschsein ab. Was dabei genau im Kopf und im Gemüt des Bischofs vorgeht, mag für manchen schleierhaft sein. Jedoch lassen sich die Menschen von den Kirchenführern so etwas nicht mehr gefallen. Es sind bereits drei Strafanzeigen gegen Bischof Overbeck gestellt worden, u. a. durch Dr. Heinrich Klussmann von der Giordano-Bruno-Stiftung in München. Lesen Sie diese Strafanzeige unter
http://gbs-muc.de/sites/default/files/download/hklussmann-anzeige-gegen-bischof-overbeck.pdf
 



28.9.2012 - Militärseelsorge in Afghanistan - "Sterben ist nicht schlimm" - Lesen Sie http://www.taz.de/Militaerseelsorger-ueber-Tod-im-Krieg/!102554/
Zum Vergleich: Ein evangelisch-lutherischer Pfarrer bildete im 2.Weltkrieg Heckenschützen aus. Als Beispiel wird geschildert, wie ein russischer Verkehrspolizist aus der Distanz zu Ausbildungszwecken ermordet wurde.
 


2013

12.3. / 31.3.2013 - Der Regierungen lassen in der Welt umherbomben und machen alles nur noch schlimmer - Während die Bevölkerung unter anderem mit Fußball, Superstars, Talk-Shows und zwischenzeitlich dem Brimborium einer Papstwahl abgelenkt wird, sinkt das Weltenschiff immer mehr. Einen fundierten Einblick in den Niedergang gibt Prof. Dr. Wolfgang Streeck, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln: http://www.berliner-zeitung.de/kultur/krise-wie-der-kapitalismus-die-demokratie-zerstoert,10809150,22045334.html

Gleichzeitig bomben die westlichen Regierungen hilflos in der Welt umher, um ihre Pfründen zu sichern, und sie verschärfen die Lage überall noch weiter dramatisch - auch weil ihnen ihre Großkirchen ein "bisschen Krieg" erlauben, der aber alles nur noch schlimmer macht: Etwa wenn es im vom Westen 2003 "befreiten" Irak heißt: "Von einer Verbesserung der Menschenrechtslage könne keine Rede sein, so Amnesty International" (spiegel.de, 11.3.2013) und wenn dort vor allem orthodoxe Christen zunehmend verfolgt werden, die unter der nieder gebombten alten Regierung geschützt waren. Ähnlich wie in Syrien, wo Aufständische die orthodox-christliche Minderheit zunehmend verfolgen, die unter der noch bestehenden alten Regierung geschützt war und wo auf der Seite der Aufständischen Islamisten und Al-Quaida immer mehr töten. "Der Bundesnachrichtendienst spricht von Tausenden Kämpfern" von Al-Kaida, die auf Seiten der Aufständischen kämpfen (ntv.de, 31.3.2013). Gleichzeitig unterstützen die USA und der Westen die Aufständischen massivst, in deren Reihen auch schwer bewaffnete Kinder töten. Auf der anderen Seite bekommt die bestehende Regierung unter Präsident Assad Hilfe aus Russland und China, und auch auf dieser Seite wird immer mehr getötet. Damit ist der frühere "Kalte Krieg" zwischen West und Ost längst wieder heiß geworden, und es handelt sich bereits um einen versteckten Krieg West gegen Ost, der bald zu einem großen offenen Krieg werden könnte, wenn sich neue Konfliktherde ergeben. Für einen Außenstehenden ist nicht zu unterscheiden, was Fakten und was Propaganda-Lügen sind. Nur die steigende Anzahl der Getöteten und Ermordeten lässt sich nachprüfen.
In Deutschland wollen vor allem Vertreter von CDU und CSU den Aufständischen zusätzlich deutsche Waffen liefern, um die Regierung Assad durch einen "Sieg" im Bürgerkrieg zu beseitigen und andere Kräfte an die Macht zu bringen, was vermutlich auf ein weitere islamistische Republik hinaus laufen würde. Aufständische hatten zuletzt z. B. auch UNO-Soldaten gekidnappt. Auch wurde von Rebellen berichtet, die, als "Christen" verkleidet, Gräueltaten begingen, um die Verfolgung dieser Minderheit in von Rebellen kontrollierten Gebieten in Syrien anzuheizen.

Oder weiter: So stellte sich heraus, dass deutsche Waffen, mit denen der Westen die Regierung von Muammar al-Gadaffi in Libyen stürzte, plötzlich bei den islamistischen Aufständischen in Mali auftauchten, die damit wiederum gegen die dortige Regierung Krieg führen. Von Afghanistan ganz zu schweigen, wo der Westen in den 80er-Jahren zusammen mit den Islamisten die russisch unterstützte Regierung stürzte und vertrieb und heute selbst seine Flucht aus dem Land vorbereitet, während Tausende von afghanischen Soldaten und Polizisten, die man dort einsetzte, schon jetzt um ihr Leben fürchten und ebenfalls mit fliehen möchten - nach Deutschland oder in die USA. Und, und, und. Schließlich liefern Deutschland und der Westen Unmengen an Waffen nach Saudi-Arabien und z. B. nach Katar, deren Regierungen beide wiederum ebenfalls massiv den Islamismus unterstützen - natürlich mit Waffen, eventuell denen, die sie sich in Deutschland beschafft haben. Hier fördert man den Islamismus, im Nachbarland bekämpft man ihn. Was wie hilfloses "Umherbomben" nach dem Motto "Wenigstens die Exporte der Rüstungsindustrie bringen Gewinne" erscheint, hat jedoch meist strategisch-wirtschaftliche Hintergründe.
Zur Erinnerung: Die Regierungschefs George W. Bush und Gerhard Schröder hatten 2001 sinngemäß behauptet, der Anschlag auf das World Trade Center in New York würde auch als Angriff Afghanistans auf Deutschland verstanden, man sprach vom NATO-Bündnisfall, und schon war der neue Krieg begonnen, dem man jetzt wieder zu entfliehen versucht. Wie gesagt: Die Kirchen sagen sinngemäß: "Ein bisschen Krieg sei erlaubt im Dienst des ´Friedens` oder ´notfalls` wie immer auch weit mehr ..." Doch das alles wird nicht funktionieren. Was man verursacht hat, wird einen solange verfolgen, bis es einen selbst betrifft, es sei denn es ist vorher bereut, vergeben und wieder gut gemacht.

PS: Was hat eigentlich der Kosovo-Krieg 1999 gegen Jugoslawien gebracht, für den z. B. auch die Partei DIE GRÜNEN unter der Führung des damaligen Außenministers Joschka Fischer aus einer pazifistischen Partei zu einer Kriegspartei wurden? Neben mehreren Tausend Toten, Zerstörungen und den nachfolgenden Traumatisierungen einen zweiten instabilen albanischen Staat in Europa neben Albanien, dessen Existenz nur mit dauerhafter westlicher Finanzhilfe und dauerhafter Stationierung von fremdem Militär möglich ist. Der zugrunde liegende Konflikt zwischen Serben und Albanern ist nicht annähernd gelöst, weil eben ein solcher Krieg keine Konflikte löst, selbst wenn man in der Lage ist, mehr Bomben abzuwerfen als die andere Kriegspartei und auf diese Weise "gewinnt".

Immerhin ein kleiner Lichtblick: Die damalige Bundesregierung unter Gerhard Schröder (SPD) und Joschka Fischer hatte sich nicht am Irak-Krieg beteiligt, den die Regierung der USA mit Lügen angeblicher Massenvernichtungswaffen in der Hand der Regierung Iraks legitimierte und der neben 4000 toten US-Soldaten über 100.000 Opfer im Irak forderte und das Land bis heute ins Desaster stürzte. Angela Merkel und die CDU/CSU hatten damals die Beteiligung Deutschlands an diesem Krieg gewollt. Nun kommt nach dem Gesetz von Saat und Ernte ein bisschen weniger Blut über Deutschland, da die "christliche" Partei damals noch nicht an der Regierung war. Das ist mittlerweile [2015] anders und die deutsche Bereitschaft, den USA zur Ausweitung ihrer "Vorherrschaft" (vgl. Brzezinski, Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Frankfurt am Main 1997) in die nächsten Kriege wieder zu folgen, ist dramatisch gewachsen.

Für viele wache Zeitgenossen ist mittlerweile klar: Es gibt keinen äußeren Halt mehr, nur noch einen inneren Halt in der Seele in Christus; wobei auch im Äußeren alles von Bedeutung ist, was man tut oder nicht tut und aus welcher Motivation man handelt, denn alles, was inmitten der materialistische Zivilisation geschieht, wird dem Seelenleib der Beteiligten eingraviert ...
 



8.4. / 5.5.2013 - Die NATO bombte weiter Unbeteiligte und Kinder tot - Unter der Überschrift "Zehn tote Kinder" schreibt spiegel.de am 8.4.2013: "Am Wochenende hat die Nato in Afghanistan wieder Kinder umgebracht. Was für ein Wahnsinn: Das Datum für den Abzug der Isaf-Truppen steht fest - aber bis dahin wird getötet. Ohne Sinn, nur aus Pflichtgefühl. Und die Deutschen machen mit ... Ende 2014 soll ja alles vorüber sein. Die fremden Truppen werden ihre Sachen packen und abziehen. So wie ein Zirkus packt und weiterzieht, wenn das Gastspiel beendet ist ... Im Februar hatte es einen ähnlichen Angriff gegeben. Damals waren fünf Kinder, vier Frauen und ein Mann getötet worden." (http://www.spiegel.de/politik/ausland/augstein-kolumne-afghanistan-krieg-ist-sinnlos-und-nicht-zu-gewinnen-a-893044.html)
 Der Mann war offenbar ein Taliban; so wie bei diesem jüngsten Luftangriff neben den zehn Kindern auch ein paar Taliban zerfetzt wurden.
Spiegel.de
schreibt weiter: "Es geht nur noch darum, die Zeit bis zum Abzug totzuschlagen. Eines Tages um Mitternacht wird der Kampf einfach zu Ende sein. Das ist surreal. Nur die Toten, die diesem Irrsinn bis dahin noch zum Opfer fallen, die sind echt."
Es wurden mittlerweile so viele Kinder und so viele unbeteiligte Zivilisten tot gebombt, dass eine Aufzählung den Rahmen sprengen wurde. Zwischenzeitlich hier einmal die eine oder andere Aufstellung:

Nahezu täglich getötete Zivilisten
Wieder 25 Zivilisten zerfetzt?
Schon wieder 37 Zivilisten in Stücke gerissen
Erst 30, dann 50 getötete Zivilisten

Bei einem der schlimmsten Blutbäder mit über 150 toten Zivilisten gab die Bundeswehr den Befehl und setzte sich mit diesem Massaker gegen die Einschätzung der US-Truppen durch, die nicht angreifen wollten. Aufgrund einer fatalen Fehleinschätzung wurden trotz massiver Warnungen der US-Streitkräfte und großen Zweifeln durch einen Angriff auf einen Menschenmenge vor einem Tanklastzug im Jahr 2009 über 150 afghanische Zivilisten in Stücke gerissen oder kamen anderweitig ums Leben. Was werden wohl ihre Angehörigen denken, wenn sie erfahren, dass der damalige Befehlsgeber, Oberst Georg Klein, im April 2013 nun sogar zum General der Bundeswehr befördert wurde anstatt dass man ihn aufgrund dieser Tat weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück zieht?

Ja, glaubt denn die NATO allen Ernstes, diese seit zwölf Jahren anhaltenden Luftbombardements dienen ihren Interessen oder den Menschen vor Ort? Man kann nun mal Islamisten und auch die Bevölkerung nicht mit Bomben von westlichen "Werten" überzeugen.

[Aktualisierung: Ein getöteter Bundeswehrsoldat und sieben getötete US-Soldaten am 4.5.2013; zuletzt hatte ein afghanischer Soldat plötzlich auf US-Soldaten geschossen und ebenfalls zwei von ihnen getötet. Taliban lassen sich oft zu afghanischen Soldaten ausbilden, und wenn der Westen ihnen einiges beigebracht hat, wechseln sie wieder zu den Taliban. Diesen Krieg kann der Westen nie gewinnen. Auch der Hollywood-Film Rambo III mit Silvester Stallone in der Hauptrolle hätte den Westen warnen können: Der Sowjetunion ist es damals nicht gelungen, militärisch zu siegen, obwohl es eine gemeinsame Grenze zu Afghanistan gab, weil der Westen auf Seiten der Islamisten in den Krieg eingriff. Dem Westen gelingt es ebenfalls nicht, obwohl Russland nicht eingreift.]
 



27.4.2013 - Wie bekommen die Kirchenmänner die "richtigen" Waffen in die "richtigen" Hände? - Tonnenweise hat der Westen bereits Waffen an die Aufständischen in Syrien geliefert, obwohl in deren Reihen die Islamisten, die einen Gottesstaat Syrien anstreben, offenbar die stärkste Gruppe sind. Auch al-Quaida ist Teil der Aufständischen, und sie schicken westlichen Medienberichten zufolge aus vielen Ländern ihre Leute zum Töten nach Syrien. Doch Politiker im Westen glauben anscheinend einmal mehr, hier irgendwie die "Oberhand" behalten zu können und sorgen sich vor allem darum, wer in diesem Krieg letztlich die Chemiewaffen in die Hände bekommt, wenn man gegen den, der sie momentan besitzt (die derzeitige Regierung), Krieg führt. Wer schnappt sich also das Sarin?
Da der US-amerikanische Kriegsheld John Rambo, der gemäß einem Hollywood-Drehbuch im Alleingang die Chemiewaffen aus Syrien rausholen könnte, eben nur eine Filmfigur ist (Rambo I, Rambo II in Vietnam, Rambo III in Afghanistan, Rambo IV in Birma) und nicht real, droht die Gefahr, dass al-Quadi die Waffen bekommt, so manche Politiker, nachdem diese dank des westlichen Krieges gegen die Regierung Assad schon die großen Ölfelder kontrollieren und damit riesige Einnahmequellen haben.
Deshalb: "
Ziel müsse es sein, die richtigen Waffen in die richtigen Hände zu bringen", so US-Senator Lindsey Graham (bild.de, 27.4.2013). Graham ist Mitglied der Southern Baptist Convention, der größten evangelischen Kirche der USA und einer der Haupt-Befürworter für Waffenlieferungen an die Aufständischen. Und ein Pfarrer der Baptisten ist übrigens auch der ukrainische Übergangspräsident Turtschinow, der durch den Putsch des so genannten Maidan-Aufstandes dort an die Macht kam.
Doch wie bekommen die Kirchenmänner nur die "richtigen" Waffen in die "richtigen" Hände? Hier gab der Erzbischof Kardinal Meisner aus Köln vom Januar 2010 an die NATO die entsprechenden Hinweise: "Einem Gott lobenden Soldaten könne man getrost die Waffen überlassen, denn in betenden Händen ist die Waffe sicher" (zit. nach hinter-den-schlagzeilen.de). Zur Überprüfung dieser Aussage verhilft ein einfacher Blick in die Erfahrungen von 2000 Jahren Kirchengeschichte.
 



27.4. / 11.5.2013 - Tonnenweise hat der Westen bereits Waffen an die Aufständischen in Syrien geliefert, obwohl in deren Reihen die Krieger, die einen islamistischen "Gottesstaat" Syrien anstreben, offenbar die stärkste Gruppe sind - Auch in Afghanistan hatte der Westen in der 80er-Jahren die Islamisten erst mit Millionen und Waffen über Waffen an die Macht gebracht, um den russischen Einfluss auf das Land zu beenden. Jetzt verliert man selber den Krieg gegen seine einstigen Günstlinge. Kirchenvertreter behaupten, Waffen müssten nur in die "richtigen" Hände. Doch wie bekommen die Kirchenmänner nun die "richtigen" Waffen in die "richtigen" Hände? Und zwar in laut Kardinal Meisner "betende Hände"?
PS: Erst hieß es, die Regierung Assad habe Chemiewaffen eingesetzt und damit die "rote Linie" überschritten und einen baldigen direkten Kriegseintritt der USA und des Westens auf Seiten der Aufständischen provoziert. Kurz darauf erfolgten bereits zwei Angriffe der Luftwaffe Israels auf Waffentransporte der Regierung Assad, die laut israelischen Angaben für die mit der Regierung verbündeten Hisbollah-Milizen bestimmt waren.
Nun heißt es bei den Chemiewaffen: Es war möglicherweise genau umgekehrt. Nach Zeugenaussagen
hätten die Aufständischen die Chemiewaffen eingesetzt. Nein, heißt es dann wieder von ganz anderer Seite, aus dem Lager der Aufständischen: Es wäre doch von der Regierung ausgegangen.
Jetzt wäre also die Frage: In welche Hände sollten also diese Waffen? Waren z.B. 1945 die Atomwaffen in den richtigen Händen oder in falschen? Und wessen Hände sind heute die "richtigen" und welche die "falschen"? Und wer soll das entscheiden: Der US-Präsident? Der Papst?
Mehr dazu unter
http://www.spiegel.de/politik/ausland/carla-del-ponte-syriens-rebellen-sollen-sarin-eingesetzt-haben-a-898243.html
 



18.5. / 29.5.2013 - Konflikt Israel-Syrien: Droht eine Ausweitung des Syrien-Krieges in Richtung Weltkrieg? Die Regierung Israels behält sich vor, Syrien erneut anzugreifen und warnt die Regierung Syriens eindringlich, sich gegen erneute Angriffe zu wehren. Angriffe auf Waffentransporte innerhalb von Syrien hat die Luftwaffe Israels schon geflogen. Bild.de schreibt weiter: "Israel hatte [Präsident] Assad zuvor nach Informationen der ´New York Times` mit Sturz gedroht, sollten er oder die mit ihm verbündete libanesische Hisbollah auf einen möglichen neuen Angriff Israels reagieren" (18.5.2013). Was heißt das? Wie will die Regierung Israels die Regierung Syriens gegebenenfalls stürzen?
In der Zeit des Alten Testaments verließ sich die damalige Regierung Israels auf den benachbarten Pharao aus Ägypten, um König Nebukadnezar aus Babylon mit Krieg entgegen zu treten. Obwohl die Gottespropheten eindringlich vor dem Krieg warnten, führten die damaligen Machthaber die Menschen in den Krieg und warfen den Propheten Jeremia zum langsamen qualvollen Sterben in eine Schlammgrube. Doch der Pharao zog sich vor den Babyloniern lieber zurück, um größeres Blutvergießen zu vermeiden. Die Babylonier ihrerseits konnten Israel mit seiner Hauptstadt Jerusalem damals erobern und den Gottespropheten Jeremia aus der Gefangenschaft befreien. Wie ist es heute? Lesen Sie dazu auch das Schicksal eines US-Soldaten, der im Irak-Krieg schwer verwundet wurde:

http://www.berliner-zeitung.de/panorama/us-soldat-ein-kaempfer-gibt-auf,10808334,22376302.html
 



28.5.2013 - Immer mehr Waffen nach Syrien - schon ein Vorgeschmack auf die Ausbreitung des endzeitlichen Desasters? Auf dem Rücken Syriens hat sich bereits ein Szenario wie in der Zeit der so genannten Kalten Kriegs entwickelt, das bei vielen Menschen Ängste vor einem neuen Weltkrieg auslöste. Während die Atommacht Russland der Regierung Assad mit Waffenlieferungen hilft, den Aufstand und Krieg mit aller Gewalt beenden zu wollen, machen es die EU-Atommächte Frankreich und Großbritannien umgekehrt: Sie liefern jetzt Waffen an die Aufständischen (fr-online, 29.5.2013), damit umgekehrt die Rebellen die militärische Oberhand bekommen und den Krieg gewinnen. Schon lange werden Gruppen von Aufständischen vom Westen unterstützt und auf Seite dieser Rebellen stehen auch sunnitische Islamisten und das Terrornetzwerk El Quaida. Das gegenseitige Menschenschlachten (bisher ca. 70.000 Tote) geht also weiter, und aller Wahrscheinlichkeit nach auch mit Lügen über Lügen, um sich mithilfe der Medien in der Beurteilung durch Außenstehende Vorteile zu verschaffen. Es gibt mittlerweile so viele Waffen und teilweise undurchschaubare religiöse, nationale oder nachbarschaftliche Fronten im Land, dass viele den Überblick darüber verloren haben, wer gerade wen ermordet oder massakriert und warum. Dabei versagen auch die Kirchen einmal mehr bzw. sie entlarven sich: Statt unmissverständlich auf den Pazifisten Jesus von Nazareth hinzuweisen, beteiligt man sich am weltgeschichtlichen Ränkespiel mit seinem Wenn und Aber für noch mehr Waffen in die aus kirchlicher Sicht "besten" Hände. Siehe dazu hier.
 



31.5.2013 - Der NATO-Krieg in Libyen mit deutscher Unterstützung kommt nach Deutschland zurück - Die afrikanischen Flüchtlinge, die über Italien nach Hamburg kamen, sprechen es aus: "Im Zelt sitzt der Flüchtling Affo Tchassei, er tritt seit ein paar Tagen als Sprecher der Gruppe auf ... ´Wir sind spezielle Flüchtlinge`, sagt Tchassei, ´weil die EU unser Problem überhaupt erst geschaffen hat`. Er spricht vom Krieg in Libyen, von den Angriffen der Nato, ´den Bomben im Namen der Demokratie`, die sie erst gezwungen hätten, Libyen zu verlassen. Da auch Deutschland Nato-Mitglied sei, trage das Land ebenso viel Verantwortung wie Italien. ´Deutschland ist schuld, dass wir hier sind.` So sehen das viele der Flüchtlinge in Hamburg." (spiegel.de, 31.5.2013)
Die Regierung Deutschlands entschied sich nach anfänglichen großen Bedenken dafür, die Nato-Angriffe und das Wegbomben der Regierung Libyens zu "würdigen"
(sueddeutsche.de, 28.8.2011) ohne zu wissen, was damit alles ausgelöst wird. Die ursprüngliche Regierung ist nun weg, doch das Land versinkt seither im Chaos. Die afrikanischen Arbeitskräfte in Libyen traf es besonders hart. "´Ich wollte nicht nach Europa`, klagt Nelson", einer der Flüchtlinge, "aber ich musste ja vor dem Krieg fliehen".
Wer nun aber glaubt, Deutschland trägt dafür keine Schuld, da die Regierung ja lange zögerte, der irrt. Die afrikanischen Flüchtlinge in Hamburg weisen die Deutschen auf ihre Schuld hin. Und es ist erst ein kleiner Vorgeschmack auf Massiveres, das kommen wird, wenn weitere Bomben fallen oder geliefert werden.
Und haben die Europäer gelernt? Nun wollen einige Regierungen weiterbomben, vor allem in Syrien, so wie sie im Irak gebombt haben und in Afghanistan bomben., also: Hier und da umherbomben und damit Schaden auf das eigene Land zu ziehen, statt Schaden von ihm fernzuhalten. Und bei all´ dem wird der Pazifist Jesus von Nazareth auf das Schwerste verhöhnt, weil man sich "christlich" nennt, aber nicht tut, was Christus lehrte.
 



14.6. / 17.6.2013 - USA-Regierung steigt intensiver in den Krieg ein und versucht, Aufständische in Syrien auf die militärische Siegesstraße zu bringen / Umstrittene "Beweise" / Neue Waffen für den Krieg / CDU und CSU sollten sich umbenennen - Zuletzt schien es, dass die syrische Regierung unter Präsident Assad den grausamen Krieg in Syrien allmählich beenden könnte, der bislang fast 100.000 Menschenleben gefordert haben soll, auch mit militärischer Unterstützung aus Russland und dem Iran. Nun behaupten die Geheimdienste der USA, das Militär Syriens habe "in geringem Umfang" (bild.de, 14.6.2013) auch das Nervengas Sarin eingesetzt, und das werde die Regierung der USA nicht hinnehmen und deshalb militärisch eingreifen, nachdem bisher schon tonnenweise Waffen an die Aufständischen geliefert wurden. Das heißt: Mutmaßlich seien ca. 150 Kriegsopfer durch Sarin umgekommen, wenn das stimmen sollte, die anderen ca. 99.850 Opfer durch andere Waffen - und noch weit mehr, wenn die Rebellion weiter geht.

Zur Erinnerung
: Vor dem Irak-Krieg hatten die Geheimdienste der USA behauptet, die Regierung im Irak besitze Massenvernichtungswaffen, weswegen sie nieder gebombt werden müsse, bevor sie selbst mit diesen Waffen bomben könne. Das war falsch bzw. gelogen.
Was stimmt jetzt? Es gibt widersprüchliche Meldungen zu dem Nervengas. Die Regierung Russlands widerspricht. So erklärt der russische Außenpolitiker Alexej Puschkow:
"Warum sollte Assad 'in kleiner Menge' Sarin gegen die Oppositionskämpfer einsetzen? ... Um einen Vorwand für ein ausländisches Eingreifen zu liefern? Das ist unlogisch." (spiegel.de, 15.6.2013)
Der Version der USA-Regierung liegt ein französischer Bericht zugrunde, dass ausgerechnet französische Reporter, die über Chemiewaffen in Syrien berichten wollten, von ebensolchen durch syrische Regierungstruppen angegriffen worden sein sollen. Was für ein "Zufall", müsste man schlussfolgern, dass die syrischen Regierungstruppen ausgerechnet in Gegenwart dieser Reporter Chemiewaffen eingesetzt hätten, um die "rote Linie" für die Gegenseite beweisbar überschreiten zu können, welche ihnen die USA gezogen haben. Da es auch Berichte über Chemiewaffen-Einsatz durch Aufständische gibt, sollte sich also kein Außenstehender anmaßen, Gräuel, Propaganda-Lügen und die jeweilige Wahrheit genau zuordnen zu können, wenn es um die Wahrheit geht. So nannte Syriens Präsident Assad die Vorwürfe der Westmächte "Fortsetzung der Lügen über Syrien" und erklärt, "dass die Terroristen diejenigen sind, die chemische Waffen einsetzen". Doch "Franzosen und Briten haben diesen Antrag blockiert", dies von einer UN-Untersuchungskommission prüfen zu lassen. Er erinnerte auch daran, dass Frankreich und Großbritannien ehemalige Kolonialmächte sind und "dass die Politik und die Wirtschaften Frankreichs und Großbritanniens von Petrodollars abhängig sind", spricht von Saudi-Arabien, Katar u. ä. (faz.net, 17.6.2013)

Die scheinbaren "Beweise" liefern jedenfalls nun die offizielle Begründung für einen verstärkten Kriegseintritt der USA auf Seiten der Aufständischen, die zuletzt überall auf dem Rückzug waren. Ganz offensichtlich will der Westen auf jeden Fall einen anderen Kriegsausgang als den, der sich zuletzt abgezeichnet hatte, dass nämlich die Regierungstruppen die Rebellion niederschlagen und den Krieg damit beenden könnten.
Das der Westen die Regierung Syriens beseitigt haben will, wird durch viele Presseberichte nahe gelegt, z. B.: "
US-Medienberichten zufolge ist bereits vor Wochen der Entschluss der amerikanischen Regierung gefallen, Waffen an die Aufständischen in Syrien zu liefern. In der US-Führung habe es wachsende Sorge wegen ... der jüngsten Siege auf dem Schlachtfeld durch die Truppen von Präsident Baschar Al-Assad gegeben, berichtete das ´Wall Street Journal`" (ntv.de, 15.6.2013). Das heißt: Die Interessen der US-Regierung und des Westens sind der völkerrechtswidrige gewaltsame Umsturz im Land, wenn der Präsident nicht von sich aus zurück tritt. "Völkerrechtswidrig" deshalb, weil dies nicht durch die UNO legitimiert ist. Doch das Völkerrecht interessiert den Westen leider - wie die jüngere Vergangenheit deutlich aufgezeigt hat - überhaupt nicht, wenn sein Interesse darin liegt, zu bomben. Auch der Krieg gegen den Irak durch die so genannte "Koalition der Willigen" und der damit eingeleitete Umsturz im Irak 2003 waren völkerrechtswidrig, und viele kirchenchristliche Politiker stellen sich in Kreuzfahrermanier selbstherrlich über das "Völkerrecht", wie einst in früheren Zeiten.

Und neue Waffenlieferungen an die Aufständischen steigern unwidersprochen auch wieder die Umsätze und Profite der westlichen Waffenkonzerne, auch wenn das in diesem Zusammenhang nicht so gerne erwähnt wird. Denn je länger ein Krieg dauert und je mehr Menschen für irgendwelche politisch-strategischen Ziele in Stücke gerissen werden, je mehr werden auch wieder neue Waffen gebraucht, was eben auch eine "günstigen" Effekt auf die Arbeitsplätze in den Waffenindustrien hat. Und hier winken möglicherweise auch wieder indirekt neue Aufträge für Deutschland, dem mittlerweile drittgrößten Waffenexporteur der Welt. Denn die islamistischen Rebellen werden vor allem von islamistischen Diktaturen Saudi-Arabien und Katar beliefert, welche wiederum im großem Stil von Deutschland beliefert werden und mit Öl und Dollars reichlich zahlen.
Der jüngste Rüstungsexportbericht der Bundesregierung aus dem Wirtschaftsministerium aus dem Jahr 2011 ist mit den Worten garniert:
"Wirtschaft. Wachstum. Wohlstand". "Von Frieden steht da nichts" (ntv.de, 14.6.2013). Deutschland liefert pro Jahr ca. 130-140 Ländern weltweit deutsche Qualitätswaffen, also mit besonders guten Tötungs-, oder Verwundungseigenschaften. Immerhin lehnt die Bundesregierung eine unmittelbare Bewaffnung der Aufständischen in Syrien ab, protestiert aber auch nicht gegen die Atom und früheren Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien und nicht gegen die USA, die es anders wollen und wohl auch schon lange tun.

Zur weiteren Erinnerung: Vor dem ersten Irak-Krieg 1991 hatten angeblich irakische Soldaten zuvor kuwaitische Säuglinge aus Brutkästen gerissen und auf den Boden geworfen, worauf hin maßgebliche Politiker in den USA den Krieg beschlossen. Allerdings war die Meldung eine bösartige Lüge, damals von einem Vertreter des kuwaitischen Herrscherhauses, um die Regierung der USA dazu zu bringen, Krieg zu führen, was ja auch "gelang". Die Methode, die öffentlichen Meinung durch erfundene Gräuel und/oder falsche Geheimdienst-Konstruktionen für den Krieg zu manipulieren, hat zuletzt zweimal funktioniert, 1991 und 2003. Doch im Jahr 2013 sind viele misstrauischer geworden.
Mittlerweile gelangen auch immer mehr Syrien-Flüchtlinge nach Deutschland. 13.000 sollen es bereits sein, die meisten illegal, vielfach Mitglieder syrischer Kirchen, die überwiegend vor den islamistischen Aufständischen fliehen, die wiederum mit Waffen aus dem Westen kämpfen. Dabei werden die Christen in Syrien offenbar den geopolitischen Interessen westlicher Politiker und Kriegsherren geopfert. ntv.de schreibt: "Die Berichte über die Grausamkeiten der Radikalislamisten der al-Kaida nahestehenden al-Nusra-Front gegen die Christen in Kusair dürften dem Christen Obama bekannt sein. Die geostrategischen Interessen der Vereinigten Staaten kollidieren in Syrien mit dem religiösen Bekenntnis ihres ersten Mannes" (14.6.2013). Die Christen wurden von Rebellen gefoltert, ermordet und vertrieben. Doch was hat der Rebellen-Waffenlieferant und sich "Christ" nennende Obama hier mit dem Pazifisten Jesus, dem Christus, zu tun? Nichts.

Erinnert sei auch an dem Kosovo-Krieg 1999, den die damalige russische Regierung nicht verhindern konnte, weil der Westen unbedingt Jugoslawien bombardieren wollte, um den damaligen Staatschef Milosevic wegzubomben und noch viele andere mehr. Heute muss der Westen durch einen andauernden Milliarden teuren Militäreinsatz das neue Gebilde auf dem Balkan mit zwei albanischen Staaten "absichern". Erinnert sei weiter daran, wie der Westen Anfang der 80erJahre die Islamisten in Afghanistan mit u. a. Osama bin Laden gegen Russland mit Waffen über Waffen aufrüstete, gegen die man jetzt den Krieg dort verliert. Tausende von Afghanen, die jetzt mit den USA und dem Westen kooperieren, werden dann wohl verzweifelt Asyl im Westen beantragen, wenn die westlichen Truppen sich zurückziehen. Erinnert sei auch daran, wie man die Regierung von Saddam Hussein mit Waffen über Waffen aufrüstete, bevor man sie wieder wegbombte und unzählige Soldaten Iraks unter dem Wüstensand lebendig begrub, indem US-amerikanische Panzer ihre Schützengräben in der Wüste einfach mit Sand zuschütteten. Hohn und Spott auf Jesus, den Christus, durch Menschen, die das alles verantworten und sich "Christen" nennen und zu "Christus" scheinheilige Gebete verrichten. Hohn und Spott ohne Ende!

Wie die Kirche den Teufel mit dem Beelzebul
austreiben will

Lesen Sie auch: Das kirchliche Reden vom Krieg als "letztem Mittel" - Die militärische Überlegenheit des eigenen Lagers wird dabei immer mitgedacht, denn natürlich macht der Krieg als "letztes Mittel" nur Sinn, wenn er auch militärisch gewonnen wird. Deshalb ist die Kirche unausgesprochen immer für Hochrüstung, auch wenn man vordergründig hier und da anders spricht. Letztlich handelt man frei nach dem Motto: "Wir besiegen ´Teufel`, indem wir teuflischer sind als der Teufel." Doch schon Jesus von Nazareth lehrte, man können den Teufel nicht mit dem Beelzebul austreiben. Und wer ist am Ende der Schlimmere? Der Teufel oder der Beelzebul? Was Christus lehrte, siehe hier. Wer so handelt, ist "christlich", alles andere sind Anleihen aus dem Hause Beelzebul - ein Name, der zurück geht auf den Gott "Baal", dem die Institutionen Kirche in Wahrheit dient.
Seit mehr als eineinhalb Jahrtausenden verhöhnen die Institutionen Kirche den Pazifisten Jesus von Nazareth, indem die Kirchenführer sagen: "Wir folgen Dir nicht. Wir wenden Gewalt an, denn wir wissen besser als Du, was richtig ist." Aber dann sollten sie endlich auch ehrlich sein und sich öffentlich von Jesus, dem Christus, distanzieren. Dann wissen auch die Menschen Bescheid: Wer Christus ehrlich nachfolgen möchte und tun möchte, was er lehrte, kann dies nicht mit der Kirche tun.

Bedenkenswert ist allerdings: Die USA sind hoffnungslos mit fast 20 Billionen Dollar verschuldet und im Grunde genommen bankrott. Auch in Europa geht es mehr und mehr bergab, vor allem auch in Frankreich. Soll nun ein neuer Krieg von dem weltweiten Desaster und dem Niedergang des Mittelstands in Europa ablenken und die Bürger in seinen Bann ziehen und das Finanzdesaster auf diese Weise "lösen" helfen? Dies alles ist auch eine weitere Verhöhnung des Friedenslehrers Jesus von Nazareth durch Menschen, die sich überwiegend "Christen" nennen. Zwar hat ist auch die Kriegs-Politik des syrischen Regierungschefs, der die Rebellion niederschlagen will, nicht christlich, aber dieser beruft sich ja auch gar nicht auf Christus. Anders die deutschen Politiker. Als erster CDU-Politiker begrüßte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, die Entscheidung von Barack Obama für mehr Waffen an die Rebellen in Syrien: "US-Präsident Barack Obama macht deutlich, dass die USA zu den von ihnen gezogenen roten Linien stehen", so der führende CDU-Mann (Rheinische Post, 14.6.2013).
Deshalb: Die deutschen Regierungsparteien CDU und CSU, welche in enger Abstimmung mit der Regierung in den USA im Syrien-Krieg äugeln und der US-Regierung nicht widersprechen, sollten ab sofort das "C" aus ihrem Parteinamen streichen, um wenigstens Christus nicht weiter zu verhöhnen und um den Politikern der USA auch mit guten Beispiel voran zu gehen, damit sich auch diese von Christus distanzieren. CDU und CSU könnten sich beispielsweise KDU und KSU nennen, K für "Kirchlich", denn sie haben nicht den Segen Gottes oder von Christus, sondern nur den Segen der Kirche und den Segen jener Kräfte, die hinter der Kirche stehen.

Siehe dazu auch unseren Kommentar aus dem Jahr 2012: Zweierlei Maß - Kinder als Kriegsopfer in Syrien und vor Hunger und Durst sterbende Kinder
Darin auch die Frage: Warum zuletzt immer und immer wieder "Syrien"? Was könnten die Hintergedanken sein?
 


 

16.6.2013 - Krieg aufgrund von "Erbsünde"? Die Verhöhnung von Christus durch die evangelisch-lutherische Kriegskirche - Die Kriege rücken immer näher an Deutschland heran, und die Politiker gehen immer lockerer damit um. Schon lange werden die modernen deutschen Waffen Jahr für Jahr in ca. 140 Länder exportiert und von dort auch in Kriegsgebiete. Die moralische Legitimation liefern die Großkirchen, die katholische und die evangelische. Die katholische Kirche legt Bedingungen für einen gerechten Krieg fest, im krassen Gegensatz zu Jesus von Nazareth, der niemals Bedingungen für einen scheinbar "gerechten" Krieg austüftelte.
Eine Verhöhnung der besonderen Art leistet sich jedoch die evangelisch-lutherische Kirche, denn sie verankert ihren Kriegslehren noch etwas grundsätzlicher in ihrem Lehr- (um nicht zu sagen Lügen-) Gebäude.
Hier sei an das Interview mit dem Präses der Lutheristen, Nikolaus Schneider, vom 15.5.2011 mit der Welt am Sonntag erinnert. Damals ging es um den "Krieg gegen den Terror", der ja nach wie vor geführt wird. Der protestantische Kirchenführer sagte damals:
"Mit solchen Feinden kann man keinen Frieden schließen. Die muss man eingrenzen. Da kann am Ende eine Situation eintreten, in der man Schuld auf sich lädt und solche Feinde tötet … Gegengewalt kann geboten und notwendig sein … Schuld lässt sich nicht vermeiden. Im Verständnis der Erbsünde liegt ein Alleinstellungsmerkmal des Christentums gegenüber dem Judentum und dem Islam. Dort besteht die Auffassung, man könne gerecht leben. Wir sagen: Das geht nicht."
Was der Präses hier als "Alleinstellungsmerkmal" bezeichnet, ist der Kern der Verhöhnung. Ausgerechnet Jesus, dem Christus, der wie kein anderer in seiner Bergpredigt den Weg zu einem "gerechten Leben" aufzeigte und der sogar lehrte "Werdet vollkommen wie Euer Vater im Himmel vollkommen ist", wird das kirchliche Hirngespinst einer angeblichen Erbsünde unterschoben, so dass weder Juden noch Moslems noch Atheisten noch Andersgläubige erfassen können, was Christus im Gegensatz zu diesem Unsinn wirklich lehrte.
So wird im Vorfeld des auch für die übrige Welt immer bedrohlicheren Syrien-Krieges versucht, die Stimme des Jesus, des Christus, auszuschalten, indem man antichristliche Lehren zu diesem Thema unter dem Namen "christlich" verbreitet. Deshalb in aller Klarheit: Kirche und Christus sind krasse Gegensätze. Oder anders gesagt: Katholisch und evangelisch einerseits und christlich andererseits sind völlig gegensätzliche Glaubensrichtungen.
 



25.6.2013 - Kirche, CDU/CSU, Rüstungsindustrie und Krieg, alles gehört zusammen - Ob beim Libanon-Krieg 2006 oder beim ersten Gaza-Krieg 2008: Der damalige außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion und seit 2009 Staatsminister im Kanzleramt Eckart von Klaeden rechtfertigte die Fortsetzung der Kriege immer mit der angeblichen Bosheit der anderen Seite, während viele andere zu diesem Zeitpunkt einen sofortigen Waffenstillstand forderten.
Der streitbare Lutheraner - Präsidiumsmitglied des Evangelischen Kirchentags seit 2005 - wechselte nach den Bundestagswahlen 2013 allerdings von heute auf morgen aus der Bundesregierung auf den Chef-Lobbyisten-Posten des Daimlerkonzerns, genauer zum
Leiter des Bereichs "Global External Affairs und Public Policy" der Daimler-AG. (spiegel.de, 28.5.2013)
External Affairs? Was könnte da dahinter stecken? Die Daimler-AG ist auch ein "
Rüstungskonzern", wie die Kritischen Aktionäre ausführlich darlegen (http://kritische-aktionaere.de/51.html). Raketenwerfer, Militär-LKWs an viele "Staaten, in denen Menschenrechte verletzt werden", "französische Atomraketen und Raketenwerfer für Streubomben" und manches mehr.
Aha, klar: Damit die Nachfrage nach Waffen anhält und steigt, wäre es natürlich ein gewisser Vorteil, wenn die Waffen nicht nur vor sich hinrosten und wenn man im Krieg nicht gleich bei den ersten Waffenstillstandsforderungen "klein bei gibt". Ist ein hoch bezahlter Posten im Umfeld der Rüstungsindustrie eine mögliche Belohnung für diese "Verdienste" der Vergangenheit? Außerdem wird ja auch in der Rüstungsindustrie ein nicht unerheblicher Anteil an Kirchensteuer erwirtschaftet.

Es hängt auf jeden Fall alles zusammen: CDU, scheinheilige Kirchen-Ethik, Kriege und Rüstungsindustrie. Und Christus wird dabei übel missbraucht.
 



26.6.2013 - Ein Insider berichtet: Wie der Vatikan einen Waffenkonzern kaufen will
 



27.6. / 30.6.2013 - Deutsche Steuergelder für den bewaffneten Kampf gegen die Regierung Assad in Syrien / Deutschland damit faktisch im Krieg gegen Syrien / Die CDU/FDP-Regierung, eine Art "Waffenbruderschaft" im kirchlichen Geist - Spiegel.de schreibt: "In Syrien verändert sich Bewaffnung der Konfliktparteien zusehends ... Am Samstag haben die ´Freunde Syriens` beschlossen, dass sie die Aufständischen gegen Baschar al-Assad mit Waffenlieferungen unterstützen wollen Die wichtigsten Mitglieder dieser Gruppe sind neben den arabischen Golfstaaten Saudi-Arabien und Katar die USA, Frankreich, Großbritannien und auch Deutschland ... Experten gehen nicht davon aus, dass die Waffenlieferungen der "Freunde Syriens" den Krieg entscheiden können" (29.6.2013). So liefert die Bundesrepublik Deutschland den Aufständischen beispielsweise schusssichere Westen, damit diese besser töten können und nicht so leicht getötet werden können (spiegel.de, 27.6.2013), doch was der drittgrößte Waffenexporteur der Welt darüber hinaus noch an Tötungsmaschinen in den Nahen Osten liefern könnte oder nicht, entscheidet der so genannte Bundessicherheitsrat am Bundestag vorbei, der eh im Urlaub ist, im Geheimen. Und das alles im Namen von angeblich "christlichen" Werten und von "Christus", der niemals einen Krieg unterstützt hat - eine Verhöhnung von Christus also.
Leidtragend ist vor allem die syrische Bevölkerung: 100.000 Tote bisher, unermessliches Leid, was sich weiter erheblich steigen wird, wenn der bewaffnete Aufstand u
nd der Krieg durch den Westen weiter forciert wird und die Regierung ihn nicht, wie es zuletzt den Anschein hatte, beenden kann. Denn die syrische Regierung wird von Russland und dem Iran offen unterstützt, während China noch mehr aus dem Hintergrund die westlichen Kriegsziele ablehnt. Es ist
ein Szenario wie aus der Zeit der Weltkriegsgefahr des 20. Jahrhunderts, und jetzt ist auch noch der "Geheimnisträger" E. S. über Hongkong/China nach Moskau geflohen. Und Medien schreiben: "Verriet der geflohene Spion geheime Atomkriegs-Pläne?" (z.B. bild.de, 27.6.2013)

Derweil kämpfen die Atom-Großmächte USA und Russland aber vorerst nur in Syrien indirekt gegeneinander. Und immer wenn man den syrischen Regierungstruppen oder deren Verbündeten tatsächliche oder vermeintliche Gräuel anlasten kann, ertönen im Westen die "Kriegsrufe" im Namen der "Moral". Die Gräuel und Medien-Tricks der Aufständischen werden von ihren Unterstützern lieber verschwiegen. Dabei bestehen die Aufständischen aus weit über einem Dutzend Armeen, fast alle mehr oder weniger sunnitisch-islamisch, viele islamistisch, während die Regierung mit ihren islamisch-schiitischen Verbündeten eine der letzten Regierungen im Nahen Osten ist, welche eine gewisse Religionsfreiheit garantierte und vor allem die orthodoxen Christen, aber auch andere Minderheiten schützte.
Spiegel.de
zählt auf, in welche Allianz auch deutsche Steuereinnahmen fließen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/rebellen-in-syrien-bilden-allianzen-und-koalitionen-a-907799.html - darunter auch Armeen, bei denen Kommandanten demonstrativ das Herz von getöteten Regierungssoldaten gefressen haben. Schließlich gibt es noch die kurdischen Armeen, die ihre Gebiete sowohl gegen Regeierungssoldaten als auch gegen Aufständische mit Waffengewalt verteidigen; und auch weitere kleinere Kriegs- bzw. Aufstandstruppen, wo man nicht so genau weiß, in welche Richtung sie die Gewehrläufe ihrer in der Regel westlichen Waffen richten. Der grausame Geist der Krieges ist jedenfalls voll entfesselt.

Wenn die deutsche Regierung also denkt, dass dieser bewaffnete Aufstand gegen eine völkerrechtlich anerkannte Regierung ohne Mandat der UNO und gegen den Widerstand Russlands und Chinas zum militärischen Sieg geführt werden müsse, um die Regierung in diesem Land zu stürzen und eine andere westfreundlichere Regierung einsetzen zu können, dann mögen sie so denken und dafür die Verantwortung gegenüber allen Bürgern und vor allem den unzähligen Opfern übernehmen. Es gibt ja "Erfahrungen" vor allem in Afghanistan und im Irak oder früher auch in Vietnam. Sie sollten sich jedoch auf der Stelle eindeutig und unmissverständlich von Jesus, dem Christus, distanzieren, der nie und nimmer einen Krieg oder Aufstand mit Waffengewalt befürworten oder gar segnend unterstützen würde, auch nicht mit einem UNO-Mandat.

Dass vor allem CDU und CSU unter dem Namen "christlich" den bewaffneten Aufstand unterstützen, ist also eine weitere Verhöhnung von Christus. Denn Jesus und die wahren Gottespropheten lehrten niemals den bewaffneten Aufstand und den Krieg, um seine Interessen besser durchsetzen zu können; selbst dann nicht, wenn das Land von einem Gegner angegriffen wird, wie z. B. einst Israel durch die Babylonier; oder wenn eine Besatzungsmacht wie die Römer die Macht ausübt.

Die CDU/CSU/FDP-Regierung könnte sich deshalb z. B. "Waffenbruderschaft im kirchlichen Geist" nennen, denn die Kirchen befürworten die Kriege als "letztes Mittel", und immer häufiger wird schwuppdiwupp zum "letzten Mittel" gegriffen und andere "Mittel" übergangen. Und natürlich setzen die kirchlichen Lehrgebilde immer eine militärische Überlegenheit und massive Hochrüstung voraus, denn wenn die Kirchenführer vom Krieg als "letzten Mittel" oder gar von einem "gerechten" Krieg predigen, dann gehen sie selbstverständlich davon aus, dass dieser Krieg dann auch "gewonnen" werden müsse. Auch die Waffenexporte werden so massiv gefördert und damit wieder die Rüstungslobby in den westlichen Ländern zufrieden gestellt. Das alles ist Kirche, aber niemals Christus.
Deshalb unterschreiben auch Sie: Keine Waffenexporte im Namen von Christus. CDU und CSU, streicht das ´C`.

 



1.8.2013 -  Auszüge aus einer vorbereiteten Rede für Queen Elizabeth II. für den Fall des Ausbruchs des 3. Weltkriegs, zit. nach spiegel.de, 1.8.2013
Die Rede würde in jedem Land vom jeweiligen Staatsoberhaupt ein bisschen anders gehalten, aber das Muster ist immer das gleiche und immer im Gegensatz zu dem Pazifisten Jesus von Nazareth.
 



25.8. / 9.9.2013 - "Weltenschiff" auf Kriegs- und Katastrophenkurs / CDU und CSU überlegen: Wie kann das Völkerrecht dieses Mal gebrochen werden? / Zieht Saudi-Arabien im Hintergrund viele der Fäden, mit deutschen Waffen? Zum Herbstbeginn 2013 rasseln viele Politiker die Kriegssäbel. Ob es dadurch zu einem neuen Krieg zwischen unterschiedlichen Ländern kommt, davon "steht manches in den Sternen". Oder ob es vorerst dabei bleibt, dass der eine den anderen mit ein bisschen Krieg "bestraft" oder "warnt", wird sich zeigen. Und wie sich parallel dazu die weltweit ausufernde Finanzsituation im Wirtschaftssystem noch entwickelt, das mögen schon jetzt die Beteiligten kaum ermessen. Focus.de schreibt dazu z. B. am 28.8.2013: "Doch jetzt kollabieren die Börsen in Bombay, Shanghai oder Rio. Milliarden fließen ab, die Währungen brechen ein. Und es könnte noch schlimmer kommen" - nur ein kleiner Teilausschnitt aus dem weltweiten Finanz-Desaster. Das "Weltenschiff" gerät immer mehr ins Schwanken, und diejenigen, die am Steuer sitzen, setzen ihren Kollisions- = Katastrophenkurs fort.

Wie begann der 2. Weltkrieg?

Zur Erinnerung: Dem 2. Weltkrieg im 20. Jahrhundert ging ein langes Hin und Her voraus. http://www.2-weltkrieg.info/2-weltkrieg-beginn.htm schreibt:
"Wie beginnt ein Krieg? Nach einer Grenzüberschreitung, nach der ersten Gewalttat oder nach Ankündigung? So existieren eine Vielzahl von Meldungen, die bereits vor dem genannten Beginn des 2. Weltkrieges in Europa über Grenzverletzungen, Übergriffe und Zwischenfällen berichten."
Da die deutsche Regierung damals unbedingt den Krieg wollte, wurde der offizielle Auslöser dann mit einer Lüge konstruiert: Man erschoss drei KZ-Häftlinge, kleidete sie in polnische Armee-Uniformen und präsentierte sie dann der Öffentlichkeit als angeblich erschossene Angreifer auf den deutschen Rundfunksender in Gleiwitz an der Grenze zu Polen. In Wirklichkeit hatte die deutsche Nazi-SS den eigenen Sender überfallen. Aber es musste ja der polnischen Minderheit in die Schuhe geschoben werden, um die angebliche "Vergeltung" bzw. "Bestrafung" und - wie sich bald zeigte - damit den Beginn des 2. Weltkriegs zu rechtfertigen.
So rief der deutsche Diktator Adolf Hitler am 1.9.1939 im Reichstag zunächst den bekannt gewordenen Satz: "Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen." Daraufhin segneten die deutschen Kirchenführer im Kriegs- und angeblichen Vergeltungsrausch die Soldaten, und die Menschenschlächterei mit ca. 80 Millionen Toten begann. Wenige Tage vorher dem offiziellen Kriegsbeginn hatte Adolf Hitler offenbar bereits gesagt: "Der Sieger wird später nicht danach gefragt, ob er die Wahrheit gesagt hat oder nicht" (http://www.h-ref.de/krieg/polen/gleiwitz/ueberfall-sender-gleiwitz.php). Da er schließlich nicht gewonnen hat, wurde nach der Wahrheit gefragt und diese später aufgedeckt.

Warum immer wieder vor allem syrische Kinder?
Am 31.1.2011 forderte der syrische Präsident Assad, welcher der islamischen Minderheit der Alawiten angehört, angesichts von Unruhen in Ägypten ein Umdenken hin zu mehr Liberalität in den arabischen Ländern und beklagte die Rückständigkeit in der syrischen Bevölkerung gegenüber gesellschaftlichen Reformen
(Wikipedia: Stand, 29.8.2013). Im März 2011 begannen dann auch in Syrien friedliche Proteste. Doch was passierte? Der Nahost-Experte und ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und entwicklungspolitische Sprecher seiner Fraktion Jürgen Todenhöfer erklärt: Der Konflikt eskalierte "durch die saudi-katarischen Waffenlieferungen" an die radikalen Islamisten. D. h., "weil die syrische Revolution sehr früh durch Saudi-Arabien und Katar gekidnappt wurde. Die haben die friedlichen Demonstranten der ersten Monate völlig an den Rand gedrängt. Obama führt diesen Stellvertreterkrieg gegen den Iran ... Man muss Tomaten auf den Augen haben, um das nicht zu sehen ... Die wenigen Demonstrationen, die es noch gibt, richten sich vor allem gegen die Brutalität der Rebellen" (Stern, 29.8.2013), die Waffen vor allem von den Großkunden der deutschen Rüstungsindustrie, Saudi-Arabien und Katar, bekommen; hinzu werden sie mit Waffen bzw. anderen "Hilfen" aus dem mit den Öl-Metropolen verbündeten Westen ausgerüstet. "Mit Assad soll Irans wichtigster Verbündeter in der Region ausgeschaltet werden", so Jürgen Todenhöfer. 
Als während mehrerer Monate zunehmend auch getötete Kinder zu beklagen waren (damals durchschnittlich ein bis zwei täglich) startete im Jahr 2012 weltweit eine Klage-Kampagne wegen dieser getöteten Kinder in Syrien einschließlich dem Papst in Rom.
Doch warum wurden bis dahin so viele Kinder in Syrien getötet? Wer trägt dafür alles die Verantwortung? Wer?
Und dass täglich (!) 17.000 Kinder verhungern oder an den Folgen von Unterernährung sterben, ging und geht in der weltweiten Öffentlichkeit aber demgegenüber weiterhin unter. Warum aber diese Konzentration der Medien auf Kinder als Kriegsopfer speziell in Syrien? Und warum die Ausblendung der anderen Opfer? Warum diese zweierlei Maßstäbe
?
Siehe dazu auch: Krokodilstränen um getötete Kinder?

Morde an Minderheiten, Angst vor US-Angriff, zwei Millionen Syrer auf der Flucht
In der Zwischenzeit hat sich der Protest, der vor allem durch massive ausländische Eingriffe zum schrecklichen Krieg wurde, ausgeweitet und wird - wie jeder Krieg - je länger, je brutaler auf allen Seiten. Vor allem orthodoxe Christen werden von Aufständischen ermordet oder vertrieben. Auch der muslimischen Minderheit der Alawiten wurde von islamistischen Aufständischen bereits ihre Ermordung angekündigt, um an ihnen die Politik des Präsidenten zu rächen. Mittlerweile sollen zwei Millionen Syrer auf der Flucht sein, wofür auf allen Seiten diejenigen die Verantwortung tragen, die den Krieg einem Nachgeben, einer Kapitulation bzw. einem Rückzug vorziehen.
Teilweise werden diejenigen auch genannt, vor denen die Menschen fliehen: "
Manche haben Angst vor dem angekündigten Militärschlag der USA."
(ntv.de, 3.9.2013)

Beginn und Folgen des Irak-Kriegs

Ein anderes Beispiel: Beim Irak-Krieg 2003 verkündete der Geheim-"Dienst", dieser Staat besitze Massenvernichtungswaffen, was als Grund für den Angriff genommen wurde, aber überhaupt nicht stimmte. im Rückblick wurde einfach der Reihe nach ein Gottesgebot nach dem anderen gebrochen (und die Religions- und Kirchenführer erklären ihre "Ausnahmeregeln" für das Brechen der Gebote), damit geschehen konnte, was die Menschen wollten. "Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten", usw., alles wurde und wird weiter gebrochen. Der Staat Irak versinkt seither immer mehr im Chaos. Allein im Monat Juli 2013 wurden im Irak 1.000 Menschen durch Attentate ermordet. Das kann man heute schon bedenken, wenn jetzt in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten wieder die Säbel gerasselt werden und langjährige "Kriegsspiele" in den Köpfen so mancher Verantwortlicher danach drängen, in die Realität umgesetzt zu werden. Ob diesen dann doch gerade noch der Zaum angelegt werden kann oder ob sie losgelassen, auch davon steht manches noch in den Sternen. 
Doch die Sterne "regnen" anderes auch bereits ab ... Angeblich haben "wiedergeborene" Kirchenchristen jenseits des Atlantik schon die Bomben und Raketen ausgesucht, die sie als "Warnung" abschießen wollen, wodurch der Krieg in Syrien weiter eskalieren würde. Vielleicht wird auch noch einmal der evangelische Kriegsherr und Evangelist Billy Graham aktiviert, der bei vergleichbaren Anlässen früher immer mit den Präsidenten der USA betete und auch schon mit dem aktuellen Präsidenten betete. Irgendein "Gott" wird sie sicher erhören ...

"Unerlaubte" Tötungen und "erlaubte" Ausnahmetötungen

In unserer Zeit unterscheiden die "Ausnahmetöter" und ihre "geistlichen" "Ausnahme-Erfinder", wann, wie und wie viel Töten im Krieg erlaubt sei und wann, wie und wie viel nicht: Im übertragenen Sinne "erlaubt" sei in "begrenztem" Umfang zerfetzt werden, mit radioaktiver Strahlung getötet werden, verbrannt werden mit bestimmten Substanzen (nicht mit allen), ertränkt werden, zerquetscht werden, zu Tode gestürzt werden, bei lebendigem Leib begraben werden (wie viele Soldaten des Irak, deren Schützengräben 2003 von gegnerischen Planierraupen einfach mit Sand zugeschüttet wurden, bevor diese überrollt wurden), geköpft werden, gehängt werden, mit Stromstößen liquidiert werden und vieles mehr. Nicht erlaubt sei, mit größerem Umfang mit chemischen Waffen oder einigen anderen Waffen bzw. Substanzen getötet werden. Wie groß und welcher Art für das Opfer allerdings der Unterschied ist, wer kann darüber genau Auskunft geben? Und warum zählt nur das eine zu den schlimmen Verbrechen, das andere jedoch nicht? Wer zieht die "Grenzlinie"? Unsäglich grausam ist das Töten und Getötet-Werden, und tot ist tot. Getötet ist getötet. Was also wird bezweckt, wenn jetzt vor allem darüber gesprochen wird, wie getötet werden "dürfe" und wie nicht oder: wie viele Menschen auf einmal getötet werden dürfen und wo die Ausnahmetöter sagen, das sei jetzt "zuviel"? Wer teilt die "Mengen" ein und wer schreibt die "Gesetze des Krieges" und wer legt sie aus?
Und außerdem: Wer kann neutral beweisen, welche Seite wann welche Waffen eingesetzt hat und was da genau gelaufen ist, eventuell unter Beteiligung von Spionen, Kollaborateuren, Geheim-"Diensten" verschiedener Länder, Gegnern in den "eigenen" Reihen usw.? Diejenigen, die jetzt "Beweise" darlegen, sind schon so oft Unwahrheiten und Lügen gefolgt (z. B. Havanna 1898, Pearl Harbour 1941, Vietnam 1964, Kuwait 1991, Irak 2003), dass immer Zweifel bleiben. "Es wäre ´absoluter Nonsens` für die syrische Regierung, Giftgas einzusetzen, während sie im Begriff sei, den Krieg zu gewinnen", wird beispielsweise der russische Präsident Wladimir Putin zitiert (spiegel.de, 31.8.2013), und die Regierung Syriens legt umgekehrt "Beweise" für einen mehrfachen Giftgaseinsatz der vom Westen unterstützten Rebellen vor. Wer also ist der "oberste" Richter, und wer erhebt sich einmal mehr über Gott, der allen Menschen den Lebensodem gab und der sie durch Jesus von Nazareth und die Gottespropheten lehrte "Richtet nicht" und "Du sollst nicht töten" - ohne Wenn und Aber?

Wer gegen Jesus von Nazareth ist und wer ihn verhöhnt

Das Gottesgebot, das durch den Propheten Mose in die Welt kam, lautet kompromisslos: "Du sollst nicht töten." Und Jesus, der Christus, lehrte: "Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden" (Bibel, Matthäusevangelium 7, 1-2). Und: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist ´Du sollst nicht töten ... Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig ... Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen!" (Bibel, Matthäusevangelium, 5, 21-22.44). Dieser weise Rat zeigt durch alles Leid hindurch den Weg der "Deeskalation" hin zum Frieden auf, der immer auch voraussetzt, das, was man von anderen verlangt, zuerst selbst zu tun (die so genannte "Goldene Regel"). Und wer sich hochmütig darüber hinweg setzt, dem gelten die Worte: "Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge, und dann sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!" (7, 5)
 
Wer also lehrt sinngemäß: "Zerbombt oder zerfetzt werden ist erlaubt, solange es nicht mit so genannten ´Massenvernichtungswaffen` geschieht?"** Oder: "Ein kleiner Krieg ist erlaubt, wenn die schlimmsten Waffen unberührt bleiben, zumindest auf Seiten der Kriegsgegner?"
Aber was gesteht man sich selbst zu? Haben sich bestimmte Mächte nicht sogar das Abwerfen von Atombomben "erlaubt" und behalten sich dies weiter vor - so wie 1945, als "wehrlose Männer, Frauen und Kinder"* zu Zehntausenden getötet wurden?
Mose und Jesus lehrten solches und Ähnliches nicht. Sie lehrten "Du sollst nicht töten" - auch nicht in "begrenztem Umfang", als "Strafe" oder "Warnung" für andere Töter oder als "Verteidigung". Wer also lehrt dann in  krasser Weise das Gegenteil von Jesus? Seine Freunde oder Seine Gegner?
Wer also den "begrenzten" Krieg erlaubt, ist der nicht ein eindeutiger Gegner des Jesus von Nazareth? Und wer dies gar in seinem guten Namen tut, verhöhnt der ihn nicht auf übelste Weise?

Kommentar in größter deutscher Boulevardzeitung fordert Bombardierung Syriens

"Er ist ein Irrer. Ein Unberechenbarer. Ein Gaddafi. Ein Idi Amin. Ein Hitler. Er ist ein Doktor des Bösen. Man muss ihn nieder bomben. Irre dürfen nicht unsere Welt regieren." (Kommentar in bild.de vom 30.8.2013 zu Syriens Präsident Assad; während des "Pontifikats" von Papst Benedikt XVI. führte die Zeitung mit einer Millionen-Leserschaft die Kampagne "Wir sind Papst!" durch)

Trotz "Einheizungen" wie z.B. durch solche Kommentare wie in der Bild-Zeitung möchten 66 % der Deutschen laut einer Emnid-Umfrage für Bild bei der Bundestagswahl keine Partei wählen, die einem "Militärschlag" befürwortet (bild.de, 1.9.2013) und die Zeitung zieht daraus die Schlussfolgerung: "Wahrscheinlich sagt deshalb keine Partei, dass sie für den Schlag gegen Assad ist".
Es könnte sogar sein, dass die Bundestagswahl in Deutschland - neben Rücksichtnahmen in den USA selbst - einer der Gründe ist, warum Präsident Barack Obama einen geplanten Militärschlag verschiebt. Denn er möchte natürlich nicht unbedingt etwas tun, was zum Sturz der mit ihm politisch befreundeten Angela Merkel führen würde. Es sei denn, die Kriegslust und Kriegsgier mitsamt dem apokalyptischen Taumel lässt sich gar nicht mehr zähmen, so dass die aufgepeitschten Hormone so verrückt spielen, dass die Angriffe beispielsweise symbolträchtig am 11.9.2013 begännen.

Zum Vergleich: In Großbritannien ist auch nach den Giftgas-Anschuldigungen zuletzt mehr als die Hälfte dagegen (tagesspiegel.de, 30.8.2013). In den USA war nach einer reuters-Umfrage vor den jüngsten Vorwürfen gar nur ca. 9 % der Bevölkerung für eine Bombardierung. (tagesspiegel.de, 27.8.2013)

PS: Aufgrund der an der Grenze Syrien-Türkei stationierten Bundeswehr steckt Deutschland schon viele tiefer in dem Horror als zugegeben wird.

Eine weitere Frage dazu: Wer ist nach einem "Vergeltungsschlag" "glücklicher" oder zumindest "zufrieden"? Die ursprünglichen Opfer? Die neuen Täter? Wer? Ist man dem "Frieden" dadurch wenigstens einen Schritt näher gekommen? Und wer hat über diesem Grauen auf allen Seiten seinen inneren Frieden gefunden? Oder: Sind dadurch die Wurzeln, die Ursachen des zugrunde liegenden Konfliktes behoben oder zumindest gelindert?
Und wer hat dann die Kraft, das Grauen zu "begrenzen" und zum so genannten "Alltag" zurück zu kehren? Oder anders gefragt: Sind Menschen so weit beeinflussbar oder reizbar, dass sie sogar zustimmen würden, wenn eine militärische "Vergeltung" für ein tatsächliches oder angebliches Kriegsverbrechen (von welchem dann zuvor weltweit Bilder oder Fotomontagen gezeigt würden) letztlich dazu führen würde, dass der gesamte Erdplanet in die Luft fliegt? Ruht dann der Planet "in Frieden" und sind die "Rechtgläubigen" dann in ihrem Himmel?

Wer hat das Giftgas eingesetzt?

Ein ausgerechnet vom deutschen Bundesnachrichtendienst mutmaßlich abgehörtes Telefongespräch (wenn es denn wirklich so ist), das den geplanten "Militärschlag" rechtfertigen soll, soll Hinweise dafür geben, dass die Regierung Syriens Giftgas eingesetzt habe, das als Massenvernichtungswaffe gilt. Doch welche Kräfte ziehen in diesem grausamen Kalkül ihre unheilvollen Fäden? Auf der anderen Seite hat der UNO-Vertreter Syriens nämlich die vom Westen unterstützten Rebellen für drei Angriffe mit der Massenvernichtungswaffe Giftgas verantwortlich gemacht und fordert die UN auf, auch diese Angriffe zu untersuchen. (z.B. bild.de, 28.8.2013)
"Der mutmaßliche Einsatz chemischer Waffen erfolgte gerade einmal 20 Minuten entfernt vom Hotel der gerade auf Einladung Assads angereisten UN-Waffeninspekteure, in deren Hör- und Sichtweite. Dass die Regierung hinter dieser Aktion steht, macht deshalb überhaupt keine Sinn," so der Nahost-Experte Jürgen Todenhöfer. (Stern, 29.8.2013)
Währenddessen erklärte der frühere US-Abgeordnete Ron Paul den Giftgas-Angriff als "Operation unter falscher Flagge", der von Rebellen durchgeführt wurde, die den USA nahe stünden. Entsprechende "Beweise" würden von Barack O. und seiner Regierung ignoriert. (http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/mikael-thalen/ron-paul-syrischer-chemiewaffenangriff-erfolgte-unter-falscher-flagge-.html) Anderen Quellen zufolge haben die Rebellen den Giftgas-Angriff bereits zugegeben, der jedoch ein Versehen gewesen sei. Man hätte nicht gewusst, dass die Waffenhilfe aus Saudi-Arabien Giftgas gewesen sei. (http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/paul-joseph-watson/rebellen-raeumen-verantwortung-fuer-chemiewaffenangriff-ein.html) Man sieht also: Jede Seite schiebt der anderen den Angriff in die Schuhe.
Nur wer sagt die Wahrheit? Und wer lügt?  

Geht es in Wirklichkeit um den Energie-Markt?

Manche kritische Analytiker glauben, dass es bei dieser Auseinandersetzung sowieso nicht darum geht, wie auf den Einsatz von Giftgas von wem auch immer zu reagieren sei, sondern dass dieses Szenario nur vordergründig sei, um die eigentlichen Interessen zu verbergen. So schreiben z. B. die Deutschen Wirtschaftsnachrichten: "Syrien ist der Spielball in einem knallharten wirtschaftlichen Konflikt um den globalen Energie-Markt. Es geht um den Zugriff auf Erdöl und Erdgas und um die Währung, in der diese Ressourcen bezahlt werden. Die Amerikaner haben viel zu verlieren, die Russen auch. Der Strippenzieher im Hintergrund kommt aus Saudi-Arabien", dessen Geheim-Dienst von "renommierten Reportern" laut Deutscher Wirtschaftsnachrichten auch die Verantwortung für den Giftgasanschlag gegeben werden (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/31/schmutzige-deals-worum-es-im-syrien-krieg-wirklich-geht/), aufgrund dessen die syrische Regierung vom Westen bestraft werden soll. Der Nahost-Experte und ehemalige CDU-Entwicklungshilfe-Experte Jürgen Todenhöfer erklärt dazu: "Mit Assad soll Irans wichtigster Verbündeter in der Region ausgeschaltet werden." (Stern, 29.8.2013)
Wir beteiligen uns zwar nicht an Spekulationen jedweder Art um die Täterschaft, weisen jedoch auf nachweisbare Fakten hin, wozu gehört, dass das islamistische Saudi-Arabien wiederum einer der Hauptabnehmer der deutschen Waffenexporte ist, weswegen Deutschland in diesem Konflikt auch massive wirtschaftliche Interessen hat. Und auch im Hinblick auf die letzten Kriege in Vietnam, Afghanistan und Irak geht Experte Jürgen Todenhöfer davon aus: "Es ging immer nur um die Machtinteressen der USA ... Um die Krüppel dieser Kriege kümmert sich heute kein Mensch mehr."

Die unheilvollen Zeichen aus der Natur ...
Während die Nation mit gezieltem Einsatz von Emotionen auf einen US-Feuersturm in Syrien vorbereitet wird, brannte und brennt immer noch in den USA der Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Bereits ca. 21 % der Fläche, 960 Quadratkilometer, der einmaligen US-amerikanischen Naturoase sind bereits abgebrannt (tagesspiegel.de, 29.8.2013; spiegel.de, 2.9.2013) und vor allem Tieren starben einen elenden Tod, nachdem ein Jäger dort ein Feuer gemacht hatte ...

Geistige Zusammenhänge werden von den Politikern wie immer verworfen, denn laut ihrem Kirchenglauben habe das eine mit dem anderen nichts zu tun, und Warnungen vor ihrem geplanten Tun - auch aus der geistigen Welt - werden von ihnen und ihren im Hintergrund wirkenden Pfarrern (mit ihrem Kirchengott) in den Wind geschlagen.

... und auch die Kinowelten rücken näher
Und wer an keine Zufälle glaubt, der könnte auch den aktuellen Filmen aus Hollywood eine gewisse Bedeutung beimessen. "Wieso die Welt in dieser Saison gleich zwei Filme braucht, in denen das Weiße Haus gestürmt wird, wäre ebenfalls eine Überlegung wert", schreibt welt.de am 3.9.2013. Olympus has fallen von Antoine Fuqua und White House Down von Roland Emmerich.

Die Ausschaltung des Völkerrechts durch so genannte "Christen"

Viele Politiker tüfteln derweil, wie sie das Völkerrecht einmal mehr außer Kraft setzen können wie bereits 2003. Damals hatte eine so genannte "Koalition der Willigen" die UNO ignoriert und auf eigene Faust und gegen die Entscheidung des UNO-Sicherheitsrates den Irak angegriffen. Sie wähnte sich dabei so stark, dass sie mit keinem Widerstand im Namen des Völkerrechts rechnete. Die UNO werde nur dann berücksichtigt, wenn sie so entscheide, wie man wolle. Sonst wird sie eben übergangen, was letztlich das "Recht des militärisch scheinbar Stärkeren" bedeutet. Diese neue weltpolitische Situation wurde in größerem Ausmaß nach 1945 erstmals 2003 so geschaffen. Damals gab der UN-Sicherheitsrat den USA ebenfalls kein "Mandat", um den Irak anzugreifen. Die damalige US-Regierung griff trotzdem an. Heute wird der Sicherheitsrat schon gar nicht mehr gefragt oder dessen spätere Entscheidung wird von vorne herein als unerheblich abgetan. Damals hieß es immerhin noch, das eigene Land würde angeblich vom Irak "bedroht" (durch Waffen, die es gar nicht gab), und in einem solchen Fall würde die Regierung auch unabhängig von der UNO "handeln". Heute bemüht man nicht einmal mehr um eine angebliche "Bedrohung" des eigenen Landes als Anlass oder Vorwand, sondern es genügt, dass man sich zum "Richter" über den anderen erhebt und ihn unbewiesen für ein Kriegsverbrechen "bestraft", das auch andere Urheber haben könnte. Das Völkerrecht ist dadurch zum Hohn und Spott dieser Regierung aus Evangelischen und Katholiken geworden, faktisch als null und nichtig erklärt. Wird dann bald daraus folgen?

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und überzeugte Katholik Philipp Mißfelder weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich, "um das Völkerrecht zu umgehen, auch eine Koalition der Willigen oder die NATO selbst mandatieren könnte"
(zit. nach bild.de, 27.8.2013). Und für den Fall, dass sich die vermeintliche Schuld der Regierung Syriens an einem Giftgasangriff nicht nachweisen lässt, hat der überzeugt katholische Russland-Beauftragte der Bundesregierung Andreas Schockenhoff von der CDU (der Bruder des katholischen Moraltheologen Eberhard Schockenhoff) schon eine andere Form der Schuldzuweisung (und vermutlich Kriegsbegründung) parat: Sie "trage die ´Verantwortung dafür, diese Waffen sicher zu halten`" (focus.de, 5.9.2013). Und einen Tag nach den anderen "Willigen" hat auch die evangelische Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel von der CDU für die Bundesrepublik Deutschland eine Erklärung mit einer Forderung nach einer "starken internationalen Antwort" an Syrien unterzeichnet, welche den gegen Christus und auch gegen das Völkerrecht gerichteten Kriegsplan der Obama-Regierung im Namen Deutschlands absegnet. So trudelt die CDU mehr und mehr in den Kriegstaumel.
Den Vertretern der so genannten "christlichen" Parteien ist nämlich nicht nur - wie immer - der Pazifist Jesus, der Christus, völlig egal, sondern gemäß den Aussagen der katholischen CDU-Spitzenpolitiker Mißfelder und Schockenhoff und wohl vieler mehr auch das Völkerrecht. Ob sie dann selbst nach viel taktischem Hin und Her vollständig "willig" sein wollen oder mehr im Hintergrund die "Willigen" unterstützen wollen, das macht dann keinen so großen Unterschied. Sie brechen unter anderem das Gebot "Du sollst nicht lügen", weil sie sich "christlich" nennen, aber nicht tun, was Christus lehrte. Und sie brechen unter anderem auch das jüdische und christliche Gebot "Du sollst nicht töten", indem sie "in begrenztem Umfang" töten lassen. Ihre "Tradition", die ihnen so viel bedeutet, ist also keine christliche Tradition, sondern erinnert an den Gott Baal, welcher der Unterwelt entsprungen ist und bis heute mit seinem "christlichen" Mäntelchen, das er sich umhängt, die Völker täuscht - und der letztlich keine "Grenze" anerkennt, die ihm seine Kriegslehrlinge setzen möchten.
Siehe dazu auch die Aktion: "CDU und CSU, streicht das ´C`".

* Mit diesen Worten bezeichnete der römisch-katholische (und laut Dogma dem Papst unterworfene) Politiker und Vize-Präsident Joe Biden die Opfer eines mutmaßlichen Angriffs mit Gas in Syrien.
 

"Wer oder was steckt in dem Protestanten Barack Obama?"

Der "Friedensnobelpreis"-Träger Barack Obama wollte lange Zeit auf jeden Fall den direkten Krieg gegen die Regierung Assad in Syrien. Mit einer "massiven Kampagne" warb er dafür, dass der US-Kongress dem Abfeuern und Raketen und Abwerfen von Bomben zustimmt.
 "An allen Fronten trommelte" Barack Obama für die Erlaubnis, so einige Passagen aus spiegel.de vom 3.9.2013. Kein Einsteigen in den Syrien-Krieg wäre nach Obamas Worten eine "Katastrophe", Glaubwürdigkeit "würde zerfetzt". Durch das Zugeständnis der Regierung Syriens, die Chemiewaffen alle zu vernichten, stoppte der Präsident die Pläne dann allerdings in "letzter Minute".

Welche kirchlichen Hintergründe bestehen? Barack Obama ist evangelisch und Mitglied der evangelischen United Church of Christ, auch wenn er 2008 aus der Trinity-Kirche, einer Unterkirche dieser "Vereinigten Kirche von Christus", ausgetreten war, weil deren Pastor die USA selbst für die Anschläge des 11.9.2001 mitverantwortlich gemacht hatte. Am Tag seiner Amtseinführung am 20.1.2013 ging er zunächst in die evangelische St. John´s Episkopalkirche gegenüber dem Weißen Haus, um dort (zu wem?) zu beten. Auch betete er mit dem langjährigen Präsidenten-Berater und evangelischen Pastor und Prediger Billy Graham, der zu den zahllosen Bombardierungen der letzten Jahrzehnte immer wieder den Segen spendete.

 



31.8. / 10.9.2013 -
Wie Deutschland schon jetzt in den Syrien-Krieg hinein gezogen wurde - Da bei dem Krieg in Syrien auch in der Nähe der Grenze zur Türkei Kämpfe stattgefunden haben und einige "Querschläger" festgestellt wurden, die anscheinend versehentlich auf türkischem Gebiet landeten, erklärte der extrem islamische Staatspräsident Erdogan, er fühle sich von Syriens Regierung bedroht, worauf hin die Bundeswehr mit Patriot-Raketen an die türkisch-syrische Grenze eilte und dort in Kampfbereitschaft auf das weitere Geschehen wartet. Nun hat die türkische Regierung erklärt, ein bloßer Militärschlag der USA, der nur 24 Stunden dauere, reiche nicht aus. Das Ziel des Angriffs müsse ein Sturz von Präsident Assad sein. "´Eine begrenzte Aktion kann uns nicht zufriedenstellen`, zitiert der türkische Sender NTV Erdogan. ´Das Ziel muss sein, das Regime zur Aufgabe zu zwingen`" (welt.de, 31.8.2013) - also ein richtig großer Krieg.

Nachdem das Volk häppchenweise an den Krieg "gewöhnt" wurde, schloss nun auch der katholische Außenminister John Kerry auch einen langen Krieg mit Bodentruppen nicht mehr aus. Wörtlich: "Sollte Syrien z.B. zusammenbrechen oder die akute Gefahr bestehen, dass ein Chemiewaffenlager in die Hände der al-quadia-nahen Terrorarmeen oder einer anderen Gruppe fällt, und klar sein, dass es im Interesse unserer Verbündeten – und in unser aller Interesse liegt, zu verhindern, dass diese Massenvernichtungswaffen in die Hände der schlimmsten Gruppierungen fallen, will ich keine der Optionen ausschließen, die dem Präsidenten der Vereinigten Staaten möglicherweise zur Verfügung stehen, um unser Land zu schützen." (John Kerry vor dem Kongress zit. nach kopp-verlag.de, 5.9.2013)
Doch vor dem ehernen Gesetz von Saat und Ernte gibt es keinen Schutz: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Jeder, der neue Gewalt und neue Kriege sät, wird neue Gewalt und neue Kriege ernten. Der Protestantismus, dem der Präsident Barack O. und die meisten Regierungsmitglieder angehören, lügt den Menschen jedoch vor, sie kämen nach ihrem Tod "allein aus Glauben" in den "Himmel".

Vor allem die türkische Regierung will also noch mehr Krieg als das Ausmaß, das die Regierung der USA von einer neuen völkerrechtswidrigen "Koalition der Willigen" erbeten hat. Was würde die türkische Regierung ihrer Armee dann befehlen? Sie weiß zumindest: Als "Schutz" steht ja die Bundeswehr bereit ...
Welcher deutscher Politiker noch einen Funken für Christus übrig hätte, müsste sofort den Ausstieg aus diesem Horror-Szenario fordern und damit beginnen, einmal die Worte des Jesus von Nazareth zu lesen, um dann mit gesundem Menschenverstand abzuwägen, was als nächstes getan werden könnte.
Ca. 100 deutsche Islamisten kämpfen bereits jetzt auf der Seite der Aufständischen und haben z. B. unbeteiligte syrische Christen ermordet und Leichen von syrischen Regierungssoldaten geschändet (http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/islamisten-in-syrien-deutsche-sind-an-ermordung-syrischer-christen-beteiligt_aid_1087537.html).
Da jedoch ca. 2/3 der Deutschen gegen ein militärisches Eingreifen des Westens in den Syrien-Krieg sind, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Kriegsbefürworter in den USA diesen Schritt auch deshalb bis nach den Bundestagswahlen verschieben möchten, um die scheinchristliche Machtposition von CDU und CSU in Deutschland nicht zu gefährden. Siehe hier.
 

"Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" - Krieg gegen Syrien auch mit deutschen Waffen

Vor allem die streng islamischen und superreichen Öl-Staaten Saudi-Arabien, Kuwait und Vereinigte Arabische Emirate wollen sich für einen Krieg gegen Syrien mit den USA militärisch verbünden (spiegel.de, 3.9.2013). Sie hatten sich ja auch eben erst 2012 mit neuen Waffen aus Deutschland eingedeckt und ihrerseits wohl auch Waffen an die islamistischen Aufständischen in Syrien weiter geleitet.
In der Süddeutschen Zeitung heißt es: "Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate: Deutsche Firmen exportieren 2012 deutlich mehr Rüstungsgüter in die Golfstaaten. Allein Saudi-Arabien kauft für 1,2 Milliarden Euro-" (sueddeutsche.de, 22.2.2013)
So könnte der "Tod als Meister aus Deutschland" bei dem geplanten Krieg gegen Syrien auch einmal ganz praktisch seine präzisions-tödliche "Qualität" beweisen.
Die Hersteller dieser Waffen in Deutschland haben von ihrem Lohn darüber hinaus Unmengen an Kirchensteuern bezahlt, so dass man von einem kirchlich-islamistischen "Segen" sprechen kann, der auf diesen Geschossen ruht.

 



2.9. / 5.9.2013 -
Drohender Angriff der "Koalition der Willigen" auf Syrien: Vatikan spricht vom "Dritten Weltkrieg" - Wenn andere solches sagen würden, sind die Kirchenbeauftragten schnell mit Verleumdungen über die "Panikmacher", "Endzeitapostel" zur Stelle, welche die Menschen angeblich auf unverantwortliche Weise in Unruhe und innere Not stürzen würden. Nun aber sprechen Männer aus dem Vatikan selbst aus, was sich mehr und mehr aufbaut, wenn vor allem die Kriegsherren jenseits des Atlantik nicht umkehren und den Krieg in Syrien weiter in Richtung Umsturz der bestehenden Regierung schüren. "´Der Konflikt in Syrien enthält alle Zutaten, um in einem Weltkrieg zu explodieren`", mahnt Mario Toso, Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, am Montag Radio Vatikan" (focus.de, 2.9.2013). Auch spricht er sich gegen die geplante völkerrechtswidrige militärische "Bestrafungsaktion" der Obama-Regierung aus.

Foto: Wikimedia Commons Lizenz, Wolfgang Stuck 2004

Der Papst selbst scheute jedoch solche eindeutigen Worte und spricht in altbewährter Kirchenmanier nur von "Nie wieder Krieg", ohne Ross und Reiter beim Namen zu nennen und ohne seine Autorität einzusetzen, um den Wahn mit klaren Worten zu stoppen, der bei vergangenen Kriegen auch jeweils darin bestand, dass die katholischen Kriegskardinäle die Waffen auf beiden Seiten der Front segneten und die jeweiligen Soldaten tötend aufeinander loshetzten. So könnten die Worte des päpstlichen Beauftragten auch den Zweck erfüllen, die Menschen allmählich an etwas zu gewöhnen, was allen antichristlichen Kräften als mit der Zeit unvermeidlich erscheint, wenn sich die Mächte dieser Erde nicht der vermeintlich militärisch stärksten Großmacht und ihren Regeln und verdeckten Zielen unterwerfen und beugen. Einige Tage später hat der Papst dann an den russischen Präsidenten Putin geschrieben und mancher fragt sich: Warum eigentlich nicht an den amerikanischen Präsidenten, wenn der Papst doch auch offenbar gegen den Militärschlag sei?
Auf jeden Fall vermeidet der Vatikan auch einen Hinweis auf die eindeutige Botschaft des Jesus von Nazareth, und zwar schlicht deshalb, weil man sich in 1700 Jahren ohnehin noch nie daran gehalten hat und je nach Entwicklung auch in Zukunft nicht daran halten wird, weswegen "katholisch" und "christlich" ja auch zwei völlig unterschiedliche Bekenntnisse sind. Der Vatikan mit seinem hintergründigen Wortschaukeleien hat es immer vermeintlich schlau vermieden, konkret das Handeln der Kriegsparteien als satanisch hinzustellen und er ist mit seinem Wenn und Aber nach den Maßstäben "dieser Welt" bisher aus allen Weltkriegen als "Sieger" hervor gegangen.
Die Worte des Jesus laut Matthäusevangelium sind aber auch: "Eure Rede ist Ja, Ja, Nein, Nein, alles andere ist vom Übel" (5, 37). Alle offiziellen kirchlichen Stellungnahmen zum Krieg waren folglich bisher immer Beispiele für das Übel.

Was lehrte der echte Franziskus zum Krieg?

"Franziskus von Assisi war damals dem Aufruf Papst Innozenz III. gefolgt und schloss sich dem Kreuzzug zur Rückeroberung Jerusalems an. Doch was er dabei erlebte, ließ ihn an dem Vorhaben stark zweifeln. Franziskus versuchte daher, die Kreuzritter von der geplanten Schlacht am Nildelta abzuhalten und sagte ihnen sogar die Niederlage voraus, wenn sie nicht auf ihn hören sollten. Aber man hörte nicht auf ihn, - und verlor die Schlacht ... Auf seine Bitte hin wurde er [auch] zum Sultan gebracht, denn mit ihm wollte er sprechen. Dieses Gespräch dauerte schließlich mehrere Tage. Ein Bericht erzählt, dass Franziskus sogar ein Gottesurteil als Alternative zur Schlacht und zum Krieg angeboten hatte (um das Leben vieler Unschuldiger zu schonen). Doch wie seine Kreuzritter zuvor, so nahm auch der Sultan seinen Vorschlag nicht an." (theology.de, Rundbrief Nr. 9/2013)

Dazu die Frage: Warum ein "Gottesurteil", also eine Art Los, wer die Herrschaft und die weltliche Macht ausüben dürfe? Warum nicht eine unmissverständliche Aufforderung an die kirchlichen Angreifer, sich zurück zu ziehen und den Namen von Christus nicht weiter in den tiefsten Schmutz zu ziehen? Dazu war Franz von Assisi zu sehr in die Struktur der päpstliche Kriegsmaschinerie eingebunden, in deren Tross er ja mit aufgebrochen war. Aber die Befolgung seines Vorschlags hätte immer hin zu einem Rückzug der angreifenden Katholiken geführt oder zu einer kampflosen Kapitulation der verteidigenden Moslems. In beiden Fällen hätten die "Verlierer" ihre Seelen nicht weiter belastet.


 



5.9. / 11.9.2013 -
Warum würden die Öl-Scheichs einen Krieg bezahlen? 10:7 und eine Enthaltung - mit nur knapper Mehrheit stimmt der konservative Ausschuss für auswärtige Beziehungen des Senats der USA für den Kriegseintritt der USA in Syrien, der laut Vatikan-Experten die Gefahr eines Dritten Weltkriegs beinhaltet. Das heißt: Obwohl der "Friedens"-Nobelpreis-Träger Barack Obama unbedingt diesen Krieg wollte, haben ihm acht patriotische Senatoren die tödliche Gefolgschaft verweigert. Mittlerweile verdichten sich die Indizien, worum es bei diesem geplanten Krieg womöglich wirklich geht. "Scheichs wollen Krieg bezahlen", heißt es in den Nachrichten (z B. http://www.österreich.at/nachrichten/Scheichs-wollen-Syrien-Krieg-bezahlen/115055710).
Das heißt: Die Scheichs sind streng islamistisch und mögen den nichtislamistischen syrischen Präsidenten und seine nichtreligiöse Baath-Partei als Nachbarn nicht, sondern sie wollen dort lieber einen "Gottesstaat" als Nachbarn, der zu Ihresgleichen passt. Und sie sitzen auf Unmengen von Erdöl und Erdgas, wozu die USA wegen ihres apokalyptischen Energieverbrauchs einen für sie "günstigen" Zugang brauchen. Würden alle Länder soviel Energie verbrauchen wie die USA, würden mehrere Planeten Erde nicht reichen, um das maßlose Verlangen zu decken. Die mittelalterlichen Scheichs und die die größte Industrie- und Erdausbeutungsmacht haben also ein gemeinsames Interesse, und da muss man eben irgendwie auf einen Nenner kommen. Mehr dazu siehe auch hier ...
Und auch die Deutschen mischen hier und da mit in diesem großen Geschäft. "
Der Krieg wäre ohne Waffenlieferungen längst beendet", so z. B. der deutsche Politiker Gregor Gysi (fr-online.de, 5.9.2013). Wer also Waffen liefert oder Waffenlieferungen - auch über Umwege - nach Syrien befürwortet und gleichzeitig die bislang ca. 100.000 Toten dieses Krieges bedauert, ist demnach ein großer Heuchler.
Vor allem die so genannten "Scheichs" sollen Waffen in den syrischen Bürgerkrieg geliefert haben, und diese wiederum haben - und das ist Fakt - im Jahr 2012 im großen Stil Waffen in Deutschland eingekauft. Vor diesem Hintergrund stimmen auch in Deutschland Politiker für den möglichen Krieg, der ja auch der deutschen Rüstungsindustrie "helfen" würde, wenn die Scheichs Nachschub bestellen würden, weil sie einen Teil nach Syrien geschickt hätten.
Unsere Forderung dazu: Keine Waffenexporte im Namen von Christus - CDU und CSU, streicht das "C". Siehe z. B. bei  www.freie-christen.eu

Vgl. dazu die ntv-Fotoserie So schön war Syrien über die Zeit vor den Waffenexporten und dem dadurch ermöglichten "Bürger"-Krieg in dem Land.
 



7.9.2013 - US-Amerikaner schreiben wütende Briefe an ihre Abgeordneten - Zwei ehemalige deutschen Bundeskanzler warnen Obama - "Glaubt wirklich jemand allen Ernstes, dass eine militärische Strafaktion den Diktator trifft – oder nicht wieder unschuldige Frauen und Kinder?" (Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, zit. nach bild.de, 6.9.2013; es geht folglich auch nach den Worten von Gerhard Schröder um etwas anderes, für das dann wieder unzählige Unschuldige getötet = geopfert werden)
Auch der Nichtpazifist und "alte Soldat", Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, ist erschrocken über die "Leichtfertigkeit" der Kriegsbefürworter. Sie "erschreckt mich", so Schmidt, und er warnt eindringlich vor dem Angriff der USA und ihrer "willigen" Nachfolgern (bild.de, 6.9.2013). "Ein Militärschlag treffe am Ende nur die Bürger dieses Landes".

Weitere aktuelle Meldungen und Nachrichten zum Syrien-Krieg der neuen Weltmacht der "Willigen" (v.a. Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Kanada, Australien, Japan, Südkorea, Türkei und Saudi-Arabien und nachträglich die CDU/CSU/FDP-Taktiker aus Deutschland) siehe ab hier. Doch die Bevölkerung in den USA ist nicht "willig", ca. 90 % sollen gegen den Krieg sein, und unzählige US-Amerikaner schreiben derzeit wütenden Briefe ihre Kongressabgeordneten (b5-aktuell, 7.9.2013); bei einer Abstimmung erwartet die Regierung auch hier eine große Mehrheit für eine Ablehnung des Krieges. Doch warum soll es unbedingt Krieg sein?
Barack O. schert sich nicht um Christus. Er schert sich auch nicht um das Völkerrecht. Wird er sich dann um die Demokratie in den USA, also um die vom Volk gewählten Abgeordneten scheren und wenigstens ihre Stimme respektieren? Oder ist er anderen Kräften Rechenschaft schuldig?

 



6.9. / 11.9.2013 -
Warum wollte die Regierung des militärisch hoch gerüstetsten Landes dieser Erde offenbar unbedingt in Syrien Krieg führen, auch gegen UNO, gegen Warnungen aus aller Welt und sowieso anti Christus, also wie immer im Gegensatz zu dem großen Friedens- und Weisheitslehrer Jesus von Nazareth? Ein Krieg, der nachweisbar den schon stattfindenden schlimmen Krieg (der durch Waffenlieferungen aus dem Ausland an die Aufständischen diese Dimension angenommen hat) weiter massiv eskalieren lässt (wie weit, würde sich zeigen), mit noch mehr Toten und traumatisierten Überlebenden. Und warum wurden alle diejenigen von diesem "Kriegerverein" auf unterschiedlichste Art beschimpft oder abgewertet, die sich - wie auch Jesus von Nazareth - gegen Krieg und Anwendung militärischer Gewalt als "Bestrafung" bzw. "Lösung" von Problemen aussprechen? Warum sollte es also lange Zeit unbedingt wieder Krieg sein, wofür man auch den Rest des verbliebenen Völkerrechts mit seinen Füßen zertreten würde, nachdem man Jesus durch die kriegerischen Taten und Pläne sowieso schon verhöhnt und verspottet - Hauptsache, so schien es, man kann endlich mit Bomben wieder einmal allen zeigen, dass man der stärkste Bomber dieser vergänglichen Welt ist und die meisten Billionen-Gelder für Bomben ausgegeben hat, so dass man auch keine einem selbst bedrohlich werdenden Gegenbomben zu befürchten habe, so meint man. "Das System der UN habe im Falle Syrien ... versagt", so die UN-Botschafterin der Angriffswilligen (lt. focus.de, 6.9.2013), was bedeutet: Die UNO leistet der Regierung Obama keinen Gehorsam und werde deshalb von dieser übergangen, wenn man das für richtig hält. Damit wird auch alles zum "Blabla" degradiert, was Schüler vergangener Jahre einmal im Sozialkunde-Unterricht gelernt hatten über Völkerrecht, UNO, Sicherheitsrat usw. "Wir greifen Syrien auch ohne UN-Mandat an", so diese Regierung laut Presseberichten (z. b. focus.de), und sie wähnt sich auch dank fast "allwissender" Geheim-"Dienste" schon sehr nahe bei ihrem "Gott". Doch bedeutet das noch lange keine "All-Macht", dafür aber wohl ein höchst irdisches und hintergründiges Machtkalkül.

"So schön war Syrien" lautete eine Foto-Reihe auf ntv.de; Foto rechts: Ein Bahnhof in einem Stadtteil von Damaskus (Heretiq 2005, GNU-Free Documentation Licence)

Denn warum ließt man nicht den geringsten Zweifel am eigenen Kriegsgebrüll zu, nicht den geringsten Hauch, dass man selbst vielleicht falsch liegen könnte, nicht das geringste Abwägen, dass man vielleicht auch einmal nachgeben könnte? So trommelte man die Ankündigung von neuer brachialer Strafgewalt hinaus wie ein absolutes unhinterfragbares "Muss", obwohl man selbst allergrausamste und über Jahrzehnte schlimm nachwirkende Waffen gegen viel mehr unschuldige Menschen eingesetzt hat (zwei Atombomben auf die Bevölkerung Japans) als jetzt vielleicht ein anderer eingesetzt hat, möglicherweise aber auch nicht, denn in der Vergangenheit ist man bei ähnlichen Anlässen immer wieder den Lügen gefolgt. Warum also keine Fragen, warum keine Vergleiche, sondern nur immer wieder Bomben? Bis man in diesem Fall den damit Bedrohten dadurch so weit gebracht hat, dass dieser seine gefährlichsten Waffen vernichten will.
Doch wie ist es überhaupt zu dem Krieg gekommen, der jetzt schon tobt. Der Nahost-Experte und ehemalige entwicklungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Bundestag sagt: "Weil die syrische Revolution sehr früh durch Saudi-Arabien und Katar gekidnappt wurde. Die haben die friedlichen legitimen Demonstranten der ersten Monate völlig an den Rand gedrängt. Obama führt einen Stellvertreterkrieg gegen den Iran aus innenpolitischen Gründen und nur aus der zweiten Reihe. Man muss Tomaten auf den Augen haben, um das nicht zu sehen." (Stern, 29.8.2013)

Doch es soll nicht hinterfragt werden, dass in den Gedanken der Täter und Strippenzieher womöglich etwas völlig anderes abläuft als das, was man mit wohlfeilen Wörtern der Öffentlichkeit präsentiert? - andere Kriegsziele und auch andere Emotionen - ein größerer Krieg könnte zudem das weltweite katastrophale Finanzdesaster im Sinne der Täter "günstig" beeinflussen. Denn "auf schärfere Regeln für Schattenbanken wie Hedgefonds, Private-Equity und Geldmarktfonds" konnte man sich auf dem G-20-Regierungsgipfel in Sankt Petersburg in Russland nicht einigen (spiegel.de, 6.9.2913). Vor allem die USA wollen ihren "Standortvorteil" (aufgrund vieler auf dem weltweite Finanzmarkt tätiger Institute im Land) weiter für ihre eigenen Ziele nützen. Außerdem gibt es im Syrien-Konflikt noch das massive Interesse der Regierung eines benachbarten mit den USA verbündeten Landes von Syrien, die "vollstes Vertrauen" in den Kriegskurs von Barack O., dem diese Welt den "Friedensnobelpreis" verlieh, bekundete (spiegel.de, 6.3.2013). Darüber hinaus gibt es die islamistisch regierten Staaten mit Zugriff auf Erdöl und ganz bestimmten eigenen Interessen. Laut dem Nahost-Experte und ehemalige CDU-Entwicklungshilfe-Experte Jürgen Todenhöfer soll mit Assad "Irans wichtigster Verbündeter in der Region ausgeschaltet werden" (Stern, 29.8.2013).
So kann auch die Frage gestellt werden: Sollen vielleicht bestimmte Einrichtungen auf jeden Fall zerstört oder "unschädlich" gemacht werden, weil sie "Dritten" und deren Interessen "gefährlich" werden könnten? Und braucht es dann dafür eben gegebenenfalls einen Grund, einen Anlass, einen Vorwand, egal - Hauptsache, das Machtziel wird erreicht? Könnten das öffentliche Hin und Her um den Anlass vielleicht nur Inszenierungen für das "gutgläubige" Volk sein, während die Entscheidungen aus anderen Gründen getroffen werden? Zum Vergleich: Eine US-amerikanische Kongressabgeordnete, die von ihren Wählern bedrängt wird, gegen den Krieg zu stimmen, sagte in einem Interview: "Ich weiß, was diese nicht wissen" (zit. nach B-5-aktuell, 7.9.2013). Und die deutsche Regierung tüftelt u. a. an weiteren Elementen für eine scheinbare Gewissens-"Beruhigung", indem sie z. B. 5000 zusätzliche Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen möchte.
Nun wurden am 10.9.2013 die Angriffspläne vorerst gestoppt, da die syrische Regierung als ersten Schritt ihr Chemiewaffenarsenal aufgeben wolle. Ob dies nun der "Hauptpunkt" ist bzw. was alles noch nachkommt, währernd die Kriegsmaschinerie in Bereitschaft bleibt, wird sich zeigen.

Politiker, die sich "christlich" nennen, verspotten mit ihren Plänen, auch wenn sie hier und da zurück gehalten werden, dennoch Jesus von Nazareth und den Kirchenlehrer Paulus, welcher lehrte: "Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten". Stattdessen inthronisiert man sich selbst faktisch in beispielloser Vermessenheit zum obersten "Weltenrichter" und damit zum "Gott" dieser Welt. Dabei verdrängt oder verschweigt man dem Volk: Jede Bombe und jede Rakete sind ein präziser Bumerang. Doch das Volk wird verdummt und in dem Glauben gelassen, es sind immer nur die anderen, die von den abgeworfenen Bomben zerfetzt werden, und hinter den Bomben würden ehrbare rührige und menschenfreundliche Motive stecken, während es in Wirklichkeit nur um die eigenen Ego-Pfründen geht. Doch es wird das Trugbild vermittelt, man selbst könne weiter seinen Wohlstand auskosten, in den Urlaub fahren, sich seinen Rotwein schmecken lassen, seine Golfpartien genießen und im Fernsehen sehen, wie die Politiker, die man gewählt hat, die Welt anderer in Trümmer schießen. Doch dieser Schein ist sehr kurzfristig.
Ehrlich wäre immerhin, wenn man sich z. B. in einer weltweit am Fernsehen übertragenen Zeremonie öffentlich von Jesus, dem Christus, distanziert und Ihn und Seine Friedensbotschaft als "naive Träumerei" und "weltfremde Utopie" öffentlich zurückweist und den Menschen erklärt, dass man beweisen wolle, dass Jesus Unrecht hat und dass man selbst Recht hat und nun die "richtigen" Methoden anwenden werde, die zum "Frieden" führen. "Frieden, Frieden ...", so die Worte, dann ein kurzes Gebet, und dann ... abwarten oder, falls der Kirchengott die Geduld verliert, dann doch "Feuer frei" ...
 



6.9. / 11.9.2013 -
Wollte die Regierung jenseits des Atlantik ihren Kriegseintritt inszenieren? Am Dienstag, den 10.9.2013, hielt Präsident Barack O. eine "Rede an die Nation". "Die Welt", so Barack O. bereits am 6.9.2013, und mit "der Welt" meinte er seine Regierungsmannschaft, könne nicht "tatenlos" zusehen, wolle also mit entsprechenden Taten in den Kriegsverlauf einsteigen. Dies deutete zunächst darauf hin, dass dann beispielsweise am 11.9.2013 die Kriegsknöpfe gedrückt werden könnten und die heftigsten Bombardements seit 2003 beginnen. Rhetorisch geschickt baute der Präsident schon am 6.9.2013 die "400 toten Kinder", die vor allem den Krieg legitimieren sollen, in seine Worte ein. Seit 1 1/2 Jahren wird in vielen westlichen Medien immer wieder - offenbar strategisch wohlüberlegt - von "syrischen Kindern" gesprochen, einschließlich des Papstes in Rom, um die öffentliche Meinung mehr und mehr in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Von anderen Kindern, die z. B. täglich verhungern, hört man demgegenüber nichts. Ob es sich deshalb bei den "Kindern in Syrien" um eine halbwegs echte Anteilnahme handelt oder vor allem um ein - aufs Ganze gesehen - Geheuchel im eigenen Interesse, wer kann das schon so genau wissen? Auf jeden Fall war vorhersehbar, dass die Rede von "syrischen Kinder" auch bei der "Rede an die Nation" wieder einen politischen "Zweck" erfüllen musste. "Wenn man Kinder davor schützen kann, vergast zu werden, sollte man es tun", so dann die tränennah ausgefeilte Wortkonstruktion. Die zig-Tausend von Zerfetzten, Erschossenen, Erstickten, Geköpften, Verstümmelten der letzten Militäreinsätze und auch des drohenden, darunter auch unzählige Kinder, die man selbst auf dem Gewissen hat, wurden natürlich nicht erwähnt. Ihr Schicksal war im wahrsten Sinne des Wortes "nicht der Rede" wert.
11.9.2001 - 11.9.2013, hier ließen sich außerdem viele patriotisch Verbrämungen konstruieren - es sind dann genau zwölf Jahre nach den nicht vollständig aufgeklärten Anschlägen in New York vergangen, die den Anlass für den Afghanistan-Krieg bildeten und zum Irak-Krieg führten, wobei dem damaligen Präsidenten Iraks, Saddam Hussein, aufgrund gefälschter "Beweise" der Krieg erklärt wurde und sich später heraus stellte, dass er auch mit den Anschlägen des 11. September überhaupt nichts zu tun hatte. Da er trotzdem aufgehängt wurde, kann er allerdings keine Auskunft mehr aus seiner Sicht über die damaligen Ereignisse geben.
Und heute? In unserer Zeit kalkuliert der - abgesehen von seinen Hunderten von Billionen Dollar Schulden - mächtigste Machthaber dieser Welt mit denkbaren neuen Phasen der weltweiten Kriegs-Szenarien an, und viele Reiche dieser Welt "belohnen" sein entsprechendes Auftreten. Denn die Reichen dieser Welt, die an den Börsen auf fünf Kontinenten ihre Millionen anlegen, legen es auch im Vertrauen auf die Macht dieser Bomben und Raketen wieder verstärkt in den USA an, und sie ziehen es verstärkt aus Russland ab (welt.de, 6.9.2013) - die Lenkung der weltweiten Kapitalströme gehört eben zur Großmacht des Gottes Mammon, der wie immer kräftig und entscheidend mitmischt in den Kriegen oder Waffenstillständen dieser Welt und über den schon Jesus von Nazareth sagte: "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" (siehe dazu Der Theologe Nr. 38).
Nun scheint der Automatismus, der zu noch mehr Krieg führt, jedoch am 10.9.2013, vorerst gestoppt, eventuell nur aufgrund eines "Versprechers" von US-Außenminister John Kerry, der auf die Frage eines Journalisten, was den direkten Kriegseintritt der USA noch stoppen könnte, die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen nannte, worauf Russland sofort einhakte und Präsident Assad versicherte, die Waffen würden vernichtet. Möglicherweise waren die Worte Kerrys spontan ausgesprochen und nicht abgesprochen, und eventuell ging er nicht davon aus, dass die syrischen Regierung diesen Strohhalm sofort ergreift. Wie es nun weitergeht, wird sich zeigen.

Krokodilstränen um getötete Kinder?

Wer ist verantwortlich für die vielen Opfer des Aufstands in Syrien und ihr schreckliches Leid, wobei vom Westen seit ca. 1 1/2 Jahren immer Kinder vorgeschoben werden, um Stimmung gegen die dortige Regierung zu machen? Doch wer trägt alles die Verantwortung für das unsägliche Leid? Diejenigen, die jetzt "bestraft" werden sollen? Oder diejenigen, die jetzt "strafen" wollen? Oder beide?
Dazu der Nahost-Experte Peter Scholl-Latour: "Dabei ist es ein tragischer Witz,
dass der Aufstand nach drei Wochen erledigt gewesen wäre, wenn nicht Saudi-Arabien, Katar und die USA die Aufständischen unterstützt hätten" (focus.de, 7.9.2013) - zur Erinnerung; nach Saudi-Arabien und Katar gingen auch in dieser Zeit deutsche Waffen.
Die wirkungsvolle Manipulations-Methode von Kriegsherren, Bilder getötete Kinder zu zeigen, deren Tod man gleichzeitig dem Gegner in die Schuhe schiebt, während man die getöteten Kinder, die man selbst auf dem Gewissen hat, verschweigt, wird einmal mehr auch hier wieder angewandt (8.9.2013). Vor dem 1. Irak-Krieg 1991 haben falsche Zeugen sogar behauptet, der Gegner hätte Babys aus Brutkästen heraus gerissen und auf den Boden geworfen (eine Lüge), weswegen der Krieg gegen diese Menschen "notwendig" sei, worauf hin maßgebliche Politiker sich für den Krieg entschieden hatten.
Allgemein gesprochen: Der - symbolisch gesprochen - "alten Schlange" jedes Mittel recht, um Menschen dazu zu bringen, gegen die Gottesgebote zu verstoßen und andere Menschen umzubringen, um dadurch immer mehr Leid, Not und Gewalt unter die Menschen zu bringen.

Die Kirchen in Deutschland sagen zu den Krieg und Kriegsvorbereitungen wenig bis nichts und decken weitgehend die Politiker, von denen sie abhängig sind und umgekehrt.
Und zum aktuellen Stand des Krieges vor dem völkerrechtswidrigen Kriegseintritt der "Willigen" mit Zustimmung der scheinchristlichen CDU/CSU/FDP-Regierung Deutschlands: "Die Freie Syrische Armee, von der immer die Rede ist, gibt es ja praktisch kaum noch ... Eigentlich war die Landbevölkerung mehrheitlich eher auf Seiten der Aufständischen und die Städte auf Seiten der Regierung. Inzwischen hat aber auch die Landbevölkerung mehr Angst vor den Rebellen, die in den Dörfern eine Taliban-Justiz errichten, als vor den Truppen von Assad."
Siehe dazu auch: Warum immer wieder vor allem "syrische Kinder"?

 



7.9. / 13.9.2013 - Die Methoden von Kriegsparteien in Syrien zeigt jetzt ausgerechnet in den USA ein Video, das ein Aussteiger bei den Rebellen der New York Times zuspielte: Sieben Regierungssoldaten wurden, nachdem man sie gefoltert hatte, mit nacktem Oberkörper auf den Boden gedrückt. Dann sprach einer der Rebellen. "Ihr werdet mit doppelt so viel Blut bezahlen wie wir, und Tag für Tag wird das Blutvergießen weiter gehen". Anschließend wurde den unbewaffneten Soldaten in den Kopf geschossen und sie in ein Erdloch geworfen. Umgekehrt wird immer werden auch den Regierungstruppen immer wieder "Gräuel" vorgeworfen. Dazu die Frage: Wenn Menschen in einem Krieg oder bei einem bewaffneten Aufstand ermordet werden, gleich von wem, was ist dabei dann eigentlich kein Gräuel? Eine wichtige weitere Frage ist jedoch: Wer vor allem hat diesen Krieg oder diesen Aufstand angezettelt?
Der römisch-katholische US-Außenminister John Kerry, der mit seiner Regierung mit den Rebellen in Syrien verbündet ist, erklärt zu den Gewalttaten der Aufständischen, dass "lediglich" ca. 15-20 % der ca. 70.000-100.000 Aufständischen "extremistisch" seien, also höchstens 20.000, welche seine Regierung "isolieren" wolle; wie genau das angeblich funktionieren soll, wurde jedoch nicht bekannt, vor allem, wenn diese z. B. mit Scheichs verbündet sind. 80 % der tötenden Rebellen seien also angeblich "moderat" (http://www.stern.de/politik/ausland/hinrichtung-von-unbewaffneten-video-offenbart-gewalt-syrischer-rebellen-2055818.html). Doch "Experten widersprechen John Kerry" (spiegel.de, 7.9.2013) sehr deutlich: Auf die Frage, wie viele Rebellen dem Präsidenten des von der Obama-Regierung hoch gelobten "Oppositionsbündnisses" unterstehen, sagte der schwedische Journalist Aron Lund, einer der besten Kenner vor Ort: "
Aktuell würde ich sagen, so gut wie null." In Wirklichkeit sind sich also die Fachleute einig, dass die Regierung einmal mehr die Unwahrheit sagt. Stattdessen die einhellige Einschätzung: "Die Mehrheit der Kämpfer sei islamistisch geprägt".
Selbst die Führer der von den USA als "demokratisch" verbrämten "Freien Syrischen Armee" sagten in einem Gespräch mit dem Nahost-Experten Jürgen Todenhöfer, "auch sie wollten ein islamistisches Kalifat" (Stern, 29.8.2013), wobei laut Todenhöfer "al-Quaida die mächtigste Rebellengruppen in Syrien ist". Und: Es sei "lebensfremd zu glauben, dass die USA in Syrien für Demokratie eintreten. Genauso wenig wie in Saudi-Arabien oder Katar".
Auch ziehen immer mehr Extremisten aus der ganzen Welt tötend und mordend in den Krieg gegen die Regierung Assad in Syrien, und sie erwarten dort als Unterstützung für ihren Krieg den Angriff der USA-Regierung auf Syrien und seine Infra-Struktur, und manche spekulieren vielleicht auch darauf, dann leichter an Giftgas heran zu kommen. Auch ca. 100 deutsche Staatsbürger mit islamistischem Hintergrund ziehen auf Seiten der Rebellen durch Syrien. Der Plan der Regierung Obama ist, die Regierung Assad durch Angriffe so weit zu "schwächen", dass die Rebellen beim Töten allmählich die Oberhand bekommen und dass sich dann durch Verhandlungen unter Beteiligung der "Koalition der Willigen" eine neue mit der Regierung Obama befreundete Regierung bilden könne.
Mit Christus hat dieses ganze Menschengemetzel (neben den vielen Lügen und Unwahrheiten) sowieso nichts zu tun, so dass z. B. ein Katholik oder Protestant, der in diesem Sinne dort in das Kriegskalkül eingreift, sich von Jesus, dem Christus, lossagen könnte und in einem Kriegs-Eid bekennen könnte: "Ich folge nicht Christus nach. Ich folge Obama und Kerry nach. Ihr ´Gott` will es so. Er ist auch mit mir. Feuer!" Darauf hin könnten die umstehenden Soldaten nur antworten mit dem lauten Schlachtruf "Feuer", und die Türe zum Krieg könnte auf diese Weise immer offen bleiben.
 



9.9. / 12.9.2013 -
Nur "keine sicheren Beweise" für Chemiewaffeneinsatz oder vielleicht sogar eine Lüge? Was besagt die "Goldene Regel"? Weniger Schuld-Last auf der Seele der Präsidenten, wenn sie nachgeben - Nur "keine sicheren Beweise" oder vielleicht sogar eine Lüge? - Es ist ähnlich wie es bisher immer war. Nun heißt es: "Der Stabschef im Weißen Haus, Denis McDonough, hat eingeräumt, dass die USA keine hundertprozentig sicheren Beweise für eine Verbindung des syrischen Regimes zur mutmaßlichen Giftgasattacke vom 21. August haben" (focus.de, 9.9.2013). Laut Geheimdienst-Bericht habe Präsident Assad das Giftgas womöglich aus "Frustration" einsetzen lassen (focus.de, 9.9.2012), so die Vermutung, was aber entgegen aller Rest-Vernunft gewesen wäre. Damit verdichten sich auch die Hinweise, dass es um etwas ganz Anderes geht; die gegen die Lehre von Christus und unter schmählichem Missbrauch Seines Namens gerichtete (also anti-christliche) und zudem völkerrechtswidrige Kriegsplanung ist offenbar der Aspekt eine Machtkalküls, dessen Facetten man weitgehend verbirgt (siehe hier), während dem Volk etwas anderes erzählt wird ...
Adolf Hitler sagte einst vor Beginn des 2. Weltkriegs:
"Der Sieger wird später nicht danach gefragt, ob er die Wahrheit gesagt hat oder nicht" (http://www.h-ref.de/krieg/polen/gleiwitz/ueberfall-sender-gleiwitz.php)
Zur Erinnerung: Dass die Regierung Bush den Irak 2003 aufgrund einer Geheim-Dienst-Lüge angegriffen hat, wurde mittlerweile in die Geschichts-Akten eingereiht und blieb für die Täter, die offiziell "gewonnen" haben, (faktisch das Land jedoch bis heute in Chaos und Gewalt stürzten) ohne Folgen. Vorerst.

Dass es - global gesprochen - um die äußere Macht geht, verbunden mit der militärischen "Stärke", dafür ist auch die Entwicklung am Morgen des 9.9.2013 mitteleuropäischer Zeit ein Indiz: Die US-Regierung fordert von der Regierung Syriens, alle Chemiewaffen abzugeben. Oder sie würden eben angegriffen, nachdem sich anscheinend der Vorwurf, die Regierung Syriens hätte diese Waffen auch eingesetzt, nicht aufrecht erhalten lässt. So wie der Iran kein Atombomben-Programm haben dürfe, solle Syrien nun von heute auf morgen keine Chemiewaffen mehr haben dürfen.
Versuchte die Obama-Regierung mit diesem "Ultimatum", nun ihre bis dahin unbedingten Kriegspläne doch zu "retten", nachdem die bisherigen Gründe bzw. Vorwände immer schwächer werden? Denn dass sich eine über ein "starkes" Militär verfügende Regierung im Nahen Osten so einfach erpressen oder zum Nachgeben zwingen lässt, dafür hatte sie bislang keine Anzeichen gegeben, und sie nennt sich ja auch nicht "christlich". In diesem Sinne hieß es dann auch zunächst, das Ultimatum wäre kein wirkliches Ultimatum, sondern nur "rhetorisch", da der potenzielle Gegner ja doch nicht nachgeben würde.
Die Angriffsplaner, die behaupten, Christen zu sein, wollen diese Waffen allerdings sehr wohl weiter besitzen und damit weiter experimentieren. Damit wird einmal mehr von Scheinchristen die Botschaft des Jesus von Nazareth ins Gegenteil verkehrt, der in seiner
Golden Regel lehrte: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch" (Matthäus 7, 12), bzw. "das tut ihr ihnen zuerst". Also, auf diesen Fall bezogen: Zuerst übergeben die USA alle ihre Chemiewaffen an die "internationale Gemeinschaft", in diesem Fall an die UNO, geht also mit gutem Beispiel voran. Dann wird auch Syrien aufgefordert, dies zu tun.
Wenn die Regierung Obama das nicht will, dann sollte sie sich noch einmal ausdrücklich von Christus distanzieren und zugeben, dass ihre Politik nichts mit Jesus von Nazareth zu tun hat, sondern dass man seine Lehre wie immer in den Wind schlägt und dafür anderen Kräften und Überlegungen folgt.

Umgekehrt könnte der Präsident Syriens schwere Schuld-Last von seiner Seele nehmen, wenn er einfach nachgibt (wozu ihn nach Bekanntwerden des Ultimatums auch die Regierung Russlands aufgefordert hat) und wenn er auch sonst im Krieg nachgibt; auch wenn das Ultimatum Teil eines Hinterhalts wäre und das dann militärisch ohne diese "Abschreckung" "schwächer" gewordene Land zu einem späteren Zeitpunkt doch angegriffen würde, weil z. B. die Regierung angeblich nicht alle Chemiewaffen heraus gerückt habe oder aus irgendeinem anderen "Grund". Zumindest könnte Präsident Obama seinen so genannten Friedensnobelpreis dann zumindest mit Präsident Assad teilen, weil dieser dann durch Nachgeben zumindest vorläufig ein größeres Blutvergießen gestoppt habe. Und auch er, Präsident Obama, und seine Verbündeten, laden eine unsagbare zusätzliche schwere Last nicht auf ihre Seele, wenn sie - aus welchen Gründen, sei vorerst dahin gestellt - inne halten und die Eskalationspläne nicht in die Tat umsetzen. Doch hat dieser Politiker ausdrücklich betont, dass er weiterhin den Krieg befehlen würde, wenn die syrische Regierung sich nicht an das hält, woran sie sich seiner Meinung nach halten soll. Die Kriegsmaschinerie mitsamt Flugzeugträgern, Kampfbombern usw. wird also nicht zurück gefahren, sondern bleibt in "Bereitschafts"- = Lauerstellung.
Damit es ein echter Weg zu wenigstens einem kleinen Quantum mehr Frieden würde, dazu bedürfte es jedoch eines Verhaltens, das sich gemäß der christlichen Botschaft an den Worten orientieren müsste, die auch in der Bibel der Kirchen stehen:
"Zieh am ersten den Balken aus deinem Auge, und dann sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!" (Matthäus 7, 12)
 



23.9.2013 / 18.11.2015 - Traditionell Giftgas aus Deutschland / Deutsche Vernichtungstechnologie im Vietnam-Krieg / Querverbindungen zur evangelischen Kirche
- Offenbar war es vor allem Deutschland, dessen Industrie an Syrien die Ausgangsstoffe für Giftgas geliefert hat. Ca. 50 deutsche Unternehmen werden entsprechend beschuldigt. Nun hat die Regierung Syriens erklärt, alle Giftgase zu vernichten. Dennoch drohen die USA weiter mit einem Kriegseintritt, wenn dies nicht nach ihrem Wünschen verläuft, und Frankreich und wohl auch die USA liefern parallel dazu weiter Waffen an die Aufständischen, um die Regierung, die ihre Giftgaswaffen vernichten will, anderweitig zu stürzen, weil es offenbar gar nicht so sehr um das Giftgas geht, sondern um geostrategische und machtpolitische Interessen.
Und dass die Vernichtung von Giftgas gar nicht so ohne weiteres möglich ist, beweisen die USA und Russland, die bereits seit vielen Jahren bemüht sind, ihr Giftgas-Arsenal zu zerstören bzw. zu verkleinern, doch immer noch im Besitz von Tonnen dieser Waffen sind. Ursprünglich 70.000 Tonnen seien es einmal gewesen, und die Regierung der USA hatte es auch tonnenweise eingesetzt. In Syrien sollen 1.000 Tonnen lagern.
Die Beteiligung Deutschlands hat dabei Tradition. Denn die Unmengen an Giftgas, welche die USA im Vietnam-Krieg einsetzten, stammten zu einem großen Anteil ebenfalls aus Deutschland.


Karlheinz Deschner schreibt: "Der Indochinakrieg wurde auch chemisch und biologisch geführt, mit den verschiedensten Giften, mit flüssigen Gasen und festen Gasen, mit Gasen, die sich erst beim Entströmen aus dem Behälter in Gase verwandelten." Am bekanntesten war der Kampfstoff "Agent Orange".
Karlheinz Deschner schreibt weiter: "Mit Dioxin verseucht, mit hoch giftigen Substanzen, wurde es in solch ungeheuren Mengen zur Entlaubung des Dschungels, zum systematischen Ruinieren der Felder, der Dörfer eingesetzt, dass der US-Chemiewaffenhersteller Dow Chemical, Midland, bereits 1964 in ´Lieferschwierigkeiten` kam. Da sprang ein deutsches Unternehmen in die Bresche, der deutsche Familienkonzern Ernst Boehringer, Ingelheim. An der Spitze dieses Unternehmens stand seinerzeit der spätere Präsident des Evangelischen Kirchentages und ehemalige Präsident der Bundesrepublik Deutschland Dr. Richard von Weizsäcker" [CDU; + 31.1.2015]
(Karlheinz Deschner, Der Moloch, München, 2002, S. 338-340).
Dr. Weizsäcker behauptete später, er habe "nur spärliche Kenntnisse" darüber gehabt, obwohl der sogar "Mitinhaber" des Konzerns war (Der Spiegel Nr. 32/1991, 5.8.1991) und 1992 verfügt wurde, dass  alle "
für Vorstand und Geschäftsführung bestimmten Zuschriften" an ihn weiterzuleiten seien. (Der Spiegel, 23.11.1992)
"Mit großer Betroffenheit" habe er erst Jahre später von Agent Orange erfahren. Tatsächlich verließ er nach dem Tod des Senior-Firmeninhabers Ernst Boehringer 1966 den Konzern, und die direkten Lieferungen der Ausgangsstoffe fanden erst 1967 statt.
Die Firmenleitung von Boehringer schrieb dazu, man sei "mit einer Erweiterung des Abkommens vom 19. März 1965 einverstanden." (zit. nach Der Spiegel Nr. 32/1991)
Was dieses Abkommen, das zu Zeiten Weizsäckers als Mitinhaber und Personalvorstands geschlossen wurde, genau beinhaltete und wie glaubhaft Weizsäckers Aussagen sind, entzieht sich leider unserer Kenntnis. Dessen "Erweiterung" nach dem Ausscheiden Weizsäckers ermöglichte es jedoch der US-Army, Unmengen an Agent Orange herzustellen, und damit Menschen, Tiere und Natur in Vietnam zu töten bzw. dauerhaft zu vernichten.

Foto rechts: Eine Frau aus Vietnam mit ihrem 14jährigen Sohn mit verkrüppelten Gliedmaßen - verstümmelt durch Giftgase der US-Armee mit deutscher Hilfe; (Wikimedia Commons Lizenz; Two_Vietnameses_pose_in_front_of_the_billboard.jpg: Alexis Duclos; derivative work: Pittigrilli)

Noch einmal Karlheinz Deschner über das, was mit Boehringers Hilfe einige Jahre zuvor geschah
:
"Und je mehr Boehringer-Gift auf Vietnam niederging, desto mehr stieg Boehringer in Ingelheim auf. ´Solange der Vietnam-Krieg andauert, sind keine Absatzschwierigkeiten zu erwarten`, beschrieb man optimistisch die Lage in der Firma ... Der offizielle Hauptlieferant für ´Agent Orange`, Dow Chemical in Midland/Michigan, lobte den ´großartigen Kooperationsgeist`, den der Boehringer-Konzern zeigte ... Bei gutem Wetter und nur leichtem Wind fliegen diese Maschinen mit Aufklärer und Begleitschutz in den schönen Stunden vor Sonnenaufgang bis acht oder neun Uhr in etwa hundert Meter Höhe über das Land und verteilen das Gift, den deutschen Beitrag, die Gottesgabe aus Ingelheim am Rhein, ... weithin über Dschungel und Obstplantagen, über Ackerland und dicht besiedelte Gebiete, über Hunderte von Dörfern, über Reis und Mais, Zuckerrohr und Maniok, über Kartoffeln, Wassermelonen, Bananenstauden, Pfeffersträucher. Alles wird weithin vernichtet, verheert, die Ernten verdorren ... die Fische infiziert, die Rinder, die Schafe, das Wild, gezählte und ungezählte Tausende von Tieren getötet. Büffel, Ochsen, Schweine, kläglich zugrunde gerichtet. Und allein in zwei Jahren, von Mitte 1965 bis Mitte 1967 Hunderttausende von Menschen vergiftet, ihnen Lungenödeme angehängt, Magen- und Darmerkrankungen, Fehlgeburten, hohes Fieber, anhaltenden Durchfälle ... Zehntausende von Menschen wurden von dieser chemischen Keule getötet".
Auf der anderen Seite gab es bei Boehringer "ein beruhigendes Vermögen, relativ stattlich, in dreistelliger Millionenhöhe, allein bei Bosch ein 100-Millionen-Aktienpaket, und Beteiligungen auch anderwärts". Wie jedoch wird ein Teil des "Vermögens" verdient?
"´Das Gift wirkt über Generationen hinaus`, so eine große deutschen Wochenzeitschrift 1989. Und noch lange wird es weiter wirken, weiter leben. ´Agent-Orange`-Folgen in vietnamesischen Glasbehältern: ´menschliche Föten mit Zyklopenaugen, ohne Arme, ohne Beine, ohne Hälse, mit Riesenköpfen ...`"
(Karlheinz Deschner, Der Moloch, München, 2002, S. 338-340)

Kann ein Unternehmen mit diesem Erbe so einfach das nächste Kapitel seiner Geschichte aufschlagen? Die Mitverantwortung für das Töten in Vietnam war auch ein Meilenstein beim Aufstieg Deutschlands zur drittgrößten Waffenexportnation der Welt. Damals hieß es: "Solange der Vietnam-Krieg andauert, sind keine Absatzschwierigkeiten zu erwarten". Wie ist es heute in Syrien? Solange der Syrien-Krieg dauert, werden beispielsweise islamistisch regierte Länder die Aufständischen mit Waffen beliefern, um die Regierung, die sich wehrt, zu stürzen. Und woher beziehen wiederum die Unterstützer-Staaten der Aufständischen ihre Waffen? Vor allem aus den USA und aus Deutschland.
Und wenn jetzt in Deutschland nach der Bundestagswahl 2013 weiter gemäß der so genannten "Merkel-Doktrin" Geschäfte gemacht werden, wird auch diese Form des "Aufschwungs" sich fortsetzen. Dann aber bitte im Namen von Merkel und nicht mehr im Namen von Christus. Deshalb: CDU und CSU, streicht das "C"!

PS
: Mögliche Querverbindungen des deutschen Chemie-Konzerns zur evangelischen Kirche zeigen sich nicht nur in der Person von Dr. Richard von Weizsäcker, sondern auch in der Person von Prof. Dr. Andreas Barner, dem heutigen "Vorsitzenden der Unternehmensleitung", also dem Chef: Mitglied im Präsidium des Evangelischen Kirchentags seit 2008, Präsident von 2013-2015 (wie einst Weizsäcker von 1977-1979), Mitglied der Leitung der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem so genannten Rat der EKD seit 2015.


 



3.10.2013 -
"Menschenrechtsorganisation: Rüstungsgüter gehen an Islamisten in Syrien" - So idea.de in einem Artikel vom 28.9.2013. Darin heißt es: "Vor Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien und in die Türkei warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Die in Göttingen ansässige Menschenrechtsorganisation befürchtet, dass deutsche Waffen über diese Länder in die Hände islamischer Extremisten gelangen, die im syrischen Bürgerkrieg auf Seiten der Rebellen kämpfen ... Bereits jetzt führten radikal-islamische Rebellen aus den Reihen der sogenannten Freien Syrischen Armee (FSA) [die von den USA, Frankreich und Großbritannien offiziell mit Waffen beliefert werden] sowie Gruppen, die dem Terrornetzwerk Al Kaida nahestehen, Krieg gegen die nicht-sunnitische und nicht-arabische Bevölkerung. Insbesondere den Minderheiten wie Christen, Yeziden und muslimischen Kurden drohe große Gefahr."

So berichten demzufolge Kurden auch von Rebellenangriffen auf ihre Dörfer, bei dem z. B. ein 10jähriges Mädchen getötet wurde und davon, dass Islamisten die Olivenernte in den Kurdengebieten verhindern wollen, die Existenzgrundlage viele kurdischer Siedlungen. Die Kurden sind gegen einen islamistisch syrischen Einheitsstaat und gegen die Abschaffung der Religionsfreiheit, die der weitaus größte Teil der Rebellen anstrebt.
Gleichzeitig werden von Heilige-Krieg-Kämpfern orthodoxe Kirchen gestürmt, die Kreuze abgerissen und durch entsprechende Dschihad-Flaggen ersetzt. Immer mehr Islamisten aus westlichen Ländern verstärken derweil die Rebellen-Heere. Der deutsche Verfassungsschutz berichtet, dass die Zahl der Deutschen, die auf Seiten der Aufständischen tötend durchs Land ziehen, "in wenigen Monaten von 120 auf 170 gestiegen" ist (idea-spektrum Nr. 40, 2.10.2013).
Auch spiegel.de schreibt über die Entwicklung. "
Waren vor wenigen Monaten nur einzelne Kampfverbände islamistisch, finden die Radikalen nun immer mehr Anhänger. Extremisten haben jetzt eine ´Armee des Islam` gegründet" (3.10.2013). Die Mord- und Tötungswaffen über Umwege aus Deutschland und dem Westen und die direkte Waffenhilfe für die Aufständischen aus vielen NATO-Staaten sind deshalb heiß begehrt.
Die westlichen Regierungen tolerieren den Krieg also nicht nur, sondern unterstützen ihn massiv, indem sie faktisch die Islamisten stärken. Während die Westmächte weiter mit einem Militärschlag gegen die Regierung drohen und einvernehmlich deren Chemiewaffen vernichten lassen, liefern sie also gleichzeitig andere Waffen an die Aufständischen, die gegen die Regierung kämpfen und die das Land immer noch weiter ins Chaos stürzen. Doch wer will das? Und warum? Und wer weint alles Krokodilstränen über Kriegsopfer, während er gleichzeitig den Krieg anheizt und selbst die Waffen liefert, mit denen Opfer ermordet werden?
Aus diesem Grund: CDU und CSU, das "C" im Parteinamen sofort streichen, denn es ist ein Verhöhnung von Christus ohnegleichen, wenn die deutschen Waffen unter dem Schein einer "christlichen" Partei ins Land gebracht werden (siehe nächstes Kapitel).
 



13.12.2013 - Islamisten plündern Waffenlager mit der "Freien Syrischen Armee", verjagen deren Anführer und sprengen ihre Büros - Die Reste der vom Westen militärisch, politisch, finanziell und "humanitär" geförderten und gegen die Regierung kämpfenden Rebellengruppe Freie Syrische Armee wurden zersprengt, deren Generalstabschef Salim Idriss floh offenbar nach Katar. Das Desaster hatte sich angebahnt. Der "Oberste Militärrat" der "Freien Syrischen Armee" hatte ausgerechnet die Islamische Front mit der Bewachung ihrer Hauptanlagen und Depots beauftragt.
Was auch immer dann geschah (ob sie von anderen Islamisten überfallen wurden oder mit ihnen paktierten), Fakt ist jedenfalls:
"´Insgesamt zehn FSA-Lagerhäuser sind jetzt leer`, behauptete ein Mitglied des Militärrats. Es fehlen angeblich 2000 Ak-47, ein Sortiment von 1000 M79-Osa-Raketenwerfern, Panzerabwehrgranaten, schwere Maschinengewehre vom Kaliber 14,5mm und mehr als 200 Tonnen Munition. Als Zugabe seien noch über 100 Militärfahrzeuge verschwunden, die aus dem Paket der ´nicht tödlichen` Hilfe der USA stammten" (welt.de, 13.12.2013).
Gleichzeitig stürmten Islamisten das Hauptquartier der "Freien", übernahmen deren bisher gehaltene Grenzposten und plünderten weitere Waffenlager. Der verjagte Generalsstabschef, den die USA zum "Oppositionsführer" aufgebaut hatte, sollte eigentlich die syrische Opposition bei der geplanten Friedenskonferenz in Genf vertreten. Doch mittlerweile kann der Westen nicht mehr leugnen: "
Die syrische Revolution, die am Anfang für Demokratie und Freiheit kämpfte, gibt es nicht mehr. Die befreiten Gebiete sind in der Hand radikaler Islamisten." (welt.de, 13.12.2013)
Dies alles war lange vorhersehbar.
Siehe dazu unsere Meldungen vom 3.10.2013 und vom 13.9.2013.

Die Islamisten lehnen Friedensgespräche ab und wollten nun ganz Syrien in ihre Gewalt bringen. Wieder einmal führte das militärische Eingreifen des Westens ins Desaster.
 



29.12.2013 - Afghanistan-Krieg mehr oder weniger verloren, Taliban auf dem Vormarsch - Ntv.de schreibt: "Einem Bericht zufolge gehen Geheimdienstler aus den USA davon aus, dass in Afghanistan bald wieder die Taliban das Sagen haben werden. In weniger als drei Jahren soll alles wieder so sein, wie vor dem Einmarsch der Nato-Truppen" (29.12.2013). Was hat also der Afghanistan-Krieg gebracht außer vor allem Leid, Leid, Leid, Tod, Tod, Tod, Rache, Rache, Rache ...? Siehe hier die Reihenfolge der Meldungen seit dem Jahr 2007
 


2014

31.1. / 6.2. / 24.3.2014 - Lutherischer Pfarrer und Bundespräsident Gauck und lutherische "Verteidigungs"-Ministerin von der Leyen fordern mehr Einsätze der Bundeswehr im Ausland, auch "Kampfeinsätze" / Wie immer Rückendeckung von den lutherischen Würdenträgern - Es waren schon immer Pfarrer gewesen, welche behaupteten, zwischen den "Guten" und den "Bösen" unterscheiden zu können und welche die Deutschen in die Kriege geschickt haben, denn "am kirchlichen und deutschen Wesen", so das eigene überhebliche Unterbewusstsein, könne "die Welt genesen" (siehe dazu die Anfänge dieses Denkens im 19. Jahrhundert). Man lese dazu entsprechende Berichte aus dem 19. Jahrhundert und dem 1. Weltkrieg, dann aber auch aus dem 2. Weltkrieg. Vor allem die Pfarrer sorgten dafür, dass die Menschen Ausnahmen von dem Gebot "Du sollst nicht töten" machten, und immer endete der offene Widerspruch der Kirche gegen die Gottesgebote im Desaster.
Und jetzt haben wir eben Pfarrer Joachim Gauck und seine lutherische "Adjutantin" Ursula von der Leyen, welche die Deutschen auf eine neue weltpolitische Machtposition und neue Kriege vorbereiten, zuletzt der Pfarrer und Bundespräsident auf der so genannten "Münchner Sicherheitskonferenz" am 31.1.2014. Unter dem Stichwort "Internationale Verantwortung" erklärte das deutsche Staatsoberhaupt unter anderem: "
Die Bundesrepublik muss dabei auch bereit sein, mehr zu tun ..." (spiegel.de, 31.1.2014).
Und auch Ministerin von der Leyen, verlangte mit Nachdruck, die Bundeswehr solle sich weltweit mehr "einmischen", was sie am Rande einer Afrika-Reise wiederholte und wobei sie ausdrücklich auch "Kampfeinsätze" erwähnte (z. B. welt.de, 6.2.2014). Auch müsste die NATO an ihren momentan Außengrenzen mehr aufrüsten, so ihre Strategie angesichts des Ukraine-Konflikts, obwohl die westlichen Politiker wie Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher um das Jahr 1990 Russland äußerste westliche Zurückhaltung im Osten und eine dauerhafte Berücksichtigung der russischen Interessen an seinen Grenzen zugesichert hatten (
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67871653.html), wovon die militaristische Lutheranerin an der Spitze des deutschen Militärs 2014 anscheinend nichts mehr wissen will.
Das Wort "einmischen" gebrauchte auch Pfarrer Gauck bei seiner Rede in München. Das war aber nach 1945 völlig anders gedacht und wurde in den 70er- und 80er-Jahren in den Schulen auch noch völlig anders gelehrt.
Kribbelt es so manchen also schon wieder, denn die letzten Kriege mit massiver deutscher Beteiligung sind ja nun doch schon eine Zeitlang vergangen? Bereits Gaucks Vorvorgänger, der Lutherist Horst Köhler, nannte einst auch "wirtschaftliche Gründe" für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Damals erschraken noch viele. Solche Stimmen werden nun aber zunehmend unverhohlener und "selbstverständlicher".
"Auch wirtschaftliche Interessen sind für Verteidigungsministerin von der Leyen gute Gründe, um die Bundeswehr auf Mission zu schicken", schrieb ntv.de am 26.1.2014, neben den "üblich" genannten vermeintlich "humanitären".
Rückendeckung kommt wie immer von der lutherischen "Geistlichkeit", in diesem Fall unter anderem vom Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm: "
Deshalb glaube ich nicht, dass es die richtige Position ist, Gewalt grundsätzlich auszuschließen" (dpa, 8.2.2014). Das lange nichtchristliche Palaver des Wenn und Aber, das kirchliche Würdenträger um solche Worte dann im Einzelfall immer herum legen, ist sattsam bekannt und sinngemäß immer das Gleiche.
Ein Grund dafür ist, dass die Lutheristen glauben, nach ihren Ableben "allein durch Glauben" die Seligkeit zu erlangen. In Wirklichkeit aber werden sie ernten, was sie gesät haben. Und jeden Blutstropfen, den sie in ihrem Hochmut, ihre Waffen zurecht zu führen, vergießen, den werden sie - symbolisch gesprochen - einst trinken müssen. Dazu gehören auch namhafte evangelische Persönlichkeiten wie der Fernsehmoderator und langjährige EKD-"Synodale" Peter Hahne und manch anderer mehr. Und sie ziehen unzählige Bürger mit hinein bzw. mit hinunter. Denn auch zu Beginn des Jahres 2014 sind noch ca. 80 % der Deutschen gegen mehr Auslandseinsätze des deutschen Militärs. So wie auch die meisten Deutschen das deutsche Säbelrasseln gegen Russland nicht befürworten. Aber sie haben diese Politiker gewählt.
 



4.2. / 19.5.2014 / 7.3.2016 - Führt westlicher Umsturz in der Ukraine zum Kollaps der EU? Sind es Vorboten eines neuen Weltkriegs? Wie nahe ist die Gefahr? Ost-West-Konflikt wieder aufgebrochen - Die westlichen Ländern nehmen für sich selbstverständlich ein so genanntes "Gewaltmonopol" des Staates in Anspruch, also die Legitimation, dass die Regierenden notfalls mit staatlicher Gewalt eine gewisse Ordnung im Land aufrecht erhalten dürfen, während andere Kräfte von Gesetzes wegen keine Gewalt anwenden dürfen und andernfalls als "Gesetzesbrecher" gelten, die von den Gerichten dafür zur Rechenschaft gezogen werden können. Doch obwohl auch die Regierung der Ukraine 2010 und 2012 demokratisch gewählt worden war, hat der Westen der ukrainischen Regierung diese Legitimation während des Aufstands auf dem Maidan-Platz, der in den Umsturz mündete, abgesprochen. Stattdessen hat sie der Regierung immer wieder gedroht und von ihr verlangt, die Forderungen der Demonstranten und Aufständischen zu erfüllen.

1    "Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten"

      EU-Politiker bevorzugten Konflikt mit Russland statt Dialog

2    Am Anfang stand der Aufruf, "Bürgerwehren" zu bilden

3    Wer gab den Auftrag, Menschen zu erschießen?

4    "Tod unseren Feinden" / Deutschland behandelt verletzte Angreifer

5    Zweierlei Maß, je nach Interessenlage - Änderung der westlichen Staatslehren
6    Ablehnung des Gottesgebots

7    Korruption als "Privileg" von Regierenden?

8    Timoschenko: "Zu den Waffen greifen", "Drecksack Putin in die Stirn schießen"

      Julija Timoscheko: "Die ganze Welt gegen Russland erheben"  

9    Wirtschaftliche und religiöse Interessen in der Ukraine

      Will der Westen Russland vom Öl- und Gastransportgeschäft abschneiden?

10  Wie sich durch abwertende Kommunikation Aggressionen aufbauen können

11  Autor Rolf Hochhuth: "NATO im Osten, das gibt Krieg"

12 Der Westen will die "Integration" der Ukraine in seinen Machtbereich

13  Maidan-Aufständische sehen sich schon im "Krieg mit Russland"

14 Nobelpreisträger Solschenizyn attackiert "Absichten des zivilisierten Westens"

15 Der katholische Wahn, immer die Wahrheit zu vertreten

16 Abkommen für eine "Übergangsregierung der nationalen Einheit" wurde gebrochen

 
     Afghanischer Präsident: Extreme Wut auf US-Regierung

17  Neue Waffen für die Ukraine aus Westeuropa?

18 35 Milliarden Soforthilfe und weit mehr - wer bezahlt das alles?

19 Westliche Milliardenhilfen für eine kriegerische Konfrontation?

     Bibelgläubiger Fernsehmoderator contra Jesus

20 Russische Punk-Frauen Pussy Riot für Martin-Luther-Medaille vorgeschlagen

21 Ost-West-Konflikt ist wieder entbrannt

22 Übergangspräsident ist evangelischer Pastor, neuer Präsident ist Katholik


     US-Außenminister Kerry huldigt dem Vatikan

23 Der unheilvolle Einfluss der kirchlichen Religion

24 Bankrott und ohne Wahlen in die EU?

      Chruschtschow, Kosovo, Krim und die katholische Kirche

25 Katholischer Präsident und evangelischer Pfarrer wollten Blutbad auf der Krim


26 Wer gilt als "Volk"?

27 Die eigenen Interessen ersetzen Völkerrecht und Verfassungsrecht

28 Es geht um die Macht und um Ablenkung

29 100 Billionen Dollar - Gigantische Schuldenlast weltweit

30 Parteiische Einmischung ist unchristlich und führt zur Eskalation


31 Gebrochene westliche Versprechungen anlässlich der deutschen Vereinigung

      China kritisiert "ausländische Einmischung" in der Ukraine

32 Niedergang der Zivilisation

      Peter Scholl-Latour über "Fabriken der Desinformation"
 

Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten

Vergleichbar verhielten sich die vom kirchlichen Christentum dominierten westlichen Regierungen im Syrien-Krieg: Kampf gegen die bestehende Regierung und Parteinahme für die Aufständischen bis hin zur deren Bewaffnung und weitere Kriegsbeteiligungen, da man sich erhofft, dass bestimmte Oppositionelle eher den westlichen Interessen nachkommen als die Regierung. In Syrien waren es anfangs friedliche Proteste, dann flog mal ein Stein oder es kam zu einer Schlägerei. Dann fiel mal ein Schuss. Doch erst durch ausländische Waffenlieferungen an gewaltbereite Demonstranten und Anstachelungen zum Aufstand weitete sich der Protest zum Krieg und bis hin zur Zerstörung des Landes aus.
Und gerade in Syrien zeigte sich in erschreckendem Maße die Wahrheit der Sprichwörter: "Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los" oder "Wer den Wind sät, der wird den Sturm ernten". Das heißt: "Wind" zieht immer wieder neuen Wind an und löst entsprechenden Gegenwind aus, der sich ebenfalls nach diesem Prinzip verstärkt - bis aus dem Wind der Sturm und aus dem Sturm der Tornado wird, der schließlich alles abräumt.
Was mit "ein wenig Aufstand" begann, ist in Syrien mittlerweile zu einem grausamen Massakrieren auf allen Seiten der Front geworden. Und inzwischen kontrollieren islamistische Terror-Organisationen die meisten syrischen Ölfelder und "scheffeln" die "Petrodollars" (spiegel.de, 22.2.2014).
Nach diesem teuflischen Prinzip, dass Gewalt immer nur wieder zu mehr Gewalt führt, entwickelten sich auch die Demonstrationen in der Ukraine. Dabei hat der Westen die Demonstranten auch offiziell zur Fortsetzung des Maidan-Aufstands aufgefordert, indem der römisch-katholische US-Außenminister John Kerry z. B. den Anführern des Aufstands wörtlich versicherte:
"Die USA und die Europäische Union stehen an der Seite des ukrainischen Volkes in diesem Kampf" (stern.de, 2.2.2014) - was sinngemäß bedeutet: "Kämpft weiter, das alles ist in unserem Sinne." Was dabei bereits hinter den Kulissen vereinbart worden war, mag vorerst dahin gestellt sein. Und im Osten der Ukraine haben Umfragen zufolge nur 24 % der Bevölkerung die Anliegen des Maidan-Aufstands unterstützt (spiegel.de, 13.4.2014). Das "Volk" war also nur vorgeschoben oder nur ein "Teilvolk", bei den letzten Wahlen die unterlegene Minderheit - doch was spielte das für eine Rolle? "Volk" hin, "Volk" her, im Grunde genommen ging es darum, den Staat Ukraine durch den gegen die Regierung gerichteten Aufstand aus der näheren Zusammenarbeit mit Russland heraus zu lösen und dem Westen anzugliedern. In diesem Sinne hatte bereits der von Papst Ratzinger 2011 im Amt autorisierte griechisch-katholische Großerzbischof Schewtschuk die US-Regierung aufgefordert, in der Ukraine einzugreifen, unmittelbar vor den Toren Russlands (mehr dazu siehe nächste Meldung). Und 2016 wandte sich Schewtschuk mit dem gleichen Anliegen an Papst Franziskus: "Handeln Sie-" (zit. nach zenit.org, 7.3.2016)
Dass die Regierung Russlands im Jahr 2014 nicht zuschauen würde, wie die mit ihr vertraglich vielfach verbundene Regierung in die Wüste gejagt und ihre Vertreter bald polizeilich zur Fahnung ausgeschrieben wurden, war absehbar. So zeigte sich mit der Zeit dann mehr und mehr auch die Gegengewalt, und wo das noch alles endet, ist noch lange nicht absehbar.

Ex-EU-Kommissar Günter Verheugen erklärt im Mai 2014 im Rückblick, warum es 2013 und 2014 zur weltweiten Eskalation kam. Ein entscheidender Grund: Weil EU-Politiker "den Konflikt statt den Dialog mit Russland bevorzugten".

Der Experte wörtlich u.a.: "Noch im September 2013 hatte die ukrainische Regierung, trotz des Drucks aus Moskau, an der Assoziierung [der Ukraine an die EU] festgehalten und das, obwohl die EU durch ihre Parteinahme für Tymoschenko faktisch den amtierenden Regierungschef zum politischen Gegner erklärt hatte und längst mit der damaligen Opposition in der Ukraine paktierte ... Zudem hat die EU im Jahr 2013 kein Gespräch mit Russland gesucht ... Russische Bedenken ... wurden vom Tisch gewischt ... Und zur Wahrheit gehört auch, dass der damalige ukrainische Präsident Janukowytsch ... Anfang Dezember nach Brüssel fuhr, in der vergeblichen Hoffnung auf finanzielle Unterstützung seines nahezu bankrotten Landes durch die EU. Erst danach fuhr er nach Moskau ... EU-Politiker haben sich offen mit dem sogenannten Euro-Maidan solidarisiert und nicht gesehen oder sehen wollen, dass es sich weder um eine landesweite noch um eine homogene Bewegung handelte ... Ohne Not wurde die neue ukrainische Regierung nach der Entmachtung Janukowytschs sofort rückhaltlos unterstützt, obwohl diese Regierung noch nicht einmal im eigenen Land das Vertrauen der Mehrheit genießt, antirussisch ist und ihr völkisch gesinnte Kräfte angehören. Weil europäische politische Eliten nur noch in Kategorien wie prorussisch und proeuropäisch denken konnten und den Konflikt statt den Dialog mit Russland bevorzugten, haben sie die schwerste Krise in Europa in diesem Jahrhundert mit ausgelöst. Ein Gutteil der Verantwortung dafür liegt in Berlin ... auch Russland ist Teil Europas." (spiegel.de, 19.5.2014)

Am Anfang standen Knüppel und der Aufruf, "Bürgerwehren" zu bilden

In der Ukraine war es anfangs der Box-Champion Dr. Vitali Klitschko, der zuletzt in Deutschland lebte und im Westen mit Boxkämpfen Millionen verdiente, der Anfang Februar die Bildung von "Bürgerwehren" forderte - als Widerstand gegenüber den staatlichen Sicherheits- und Ordnungskräften, also eine Rebellion gegenüber dem Staat. Dr. Klitschko diente als westlicher Sympathieträger, als "Trommler" des Aufstands. Denn als Boxer genoss er die Bewunderung von Millionen Menschen, die sich daran ergötzten, wie er seine Gegner beim Boxsport k.o. schlug,  Und im Westen öffnete sich für ihn, den sympathischen Box-Profi und Werbeträger, auch als Politiker und Aufstands-Anführer sofort alle Türen, was wiederum die regierungskritischen Ukrainer anfeuerte, sich hinter seine Aufrufe zu scharen. Mit dem Aufruf zu "Bürgerwehren" wurden jedoch auch militärische Voraussetzungen für einen "Bürger"-Krieg geschaffen, wo dann beide Gewaltsysteme, die staatlichen und die aufständischen, aufeinander prallen würden. Und viele der Demonstranten trugen bereits Knüppel, um damit loszuschlagen.
Und dieser Aufruf war natürlich ein "gefundenes Fressen" für die rechtsradikalen Milizen, die sich plötzlich vom Westen legitimiert sahen, den Kampf bzw. Krieg im eigenen Land zu beginnen. Spiegel.de schrieb am 24.2.2014: "
Die russischsprachigen Provinzen im Osten fürchten die rechtsextremen russophoben [russlandfeindlichen] Nationalisten des ´Rechten Sektors`, die rasant Zulauf bekommen. In Kiew kontrollieren sie bereits die Straßen." Und diese hatten nicht nur Knüppel in ihrem Handgepäck.
Vor allem aufgrund der vehementen Förderung des Aufstands durch die westlichen Regierungen und Medien (in Deutschland vor allem die "Bild"-Zeitung, die Dr. Klitschko eine Zeitlang jeden Tag zu Wort kommen ließ) schlossen sich - je länger dieser dauerte und je professioneller bestimmte Aufständische und Regierungsfeinde ihre Machtpositionen ausbauten - immer mehr Interessengruppen an, da sie sahen, in welche Richtung der Zug in die Zukunft nun offensichtlich von den westlichen Regierungen gelenkt wird. Doch wohin entfesselte hasserfüllte und gewalttätige Kräfte fürs Erste treiben können, das zeigte sich in den folgenden Tagen und Wochen. "Die Geister, die ich rief ..." heißt es. So erklärte der Regierungschef Russlands, Dmitri Medwedew, nach dem Sturz der alten Regierung: "Falls sich Leute, die in schwarzen Masken und mit Kalaschnikow-Sturmgewehren durch Kiew schlendern, als Regierung bezeichnen, so wird die Arbeit mit einem solchen Kabinett sehr schwierig sein" (sueddeutsche.de, 24.2.2014). Schließlich wurde die neue "Regierung" als "illegitim" bezeichnet, der Konflikt griff auf den Osten des Landes und auf die Halbinsel Krim über, und es folgte die Übernahme der Kontrolle auf der Halbinsel Krim durch russisches Militär.
Nun ist der Aufstand samt Umsturz in Kiew zunächst genauso illegitim wie die russische Besetzung der Krim. Eine Frage dazu ist allerdings auch: Wer hat mit der Gewalt angefangen, und wer hat mit Gewalt vergolten?
Oder anders gefragt: Wer ist nun der "Bösere"? Oder: Wer hat die "besseren" Argumente für seine Handlungen?
Dabei wurde im Westen weitgehend unterschlagen, was der Buchautor Mathias Bröckers erklärte: "Dass, nachdem sich die Opposition [in der Ukraine] an die Macht geputscht hatte, aus deren Kreisen zu einem ´Marsch auf die Krim` aufgerufen wurde, konnte Russland nicht hinnehmen" (FR, 28.8.2014). Damals war die Krim noch ukrainisch und mit dem besagten nationalistischen "Marsch" sollte offenbar die russische Schwarzmeerflotte mehr oder weniger vertrieben werden. Das Abkommen über die Verlängerung der Stationierung wurde von den Regierungen Russlands und der Ukraine unter Präsident Janukowitsch erst 2013 verlängert - gegen den Protest der nun neuen Maidan-Machthaber.


Mit Jesus, dem Christus hat weder das eine noch das andere etwas zu tun, denn er setzte weder Soldaten noch Aufständische in Bewegung. Und je mehr eine Seite behauptet, "christlich" zu sein, je mehr missbraucht sie damit den großen Menschheits- und Weisheitslehrer. Doch damit werden nicht alle Handlungen über einen Kamm geschert. Und das Eine ist damit nicht gleichsam negativ wie das Andere, sondern alles wird im "Gesetz von Saat und Ernte" genau abgewogen. So unterliegen auch die kriegerischen Handlungen und ihre Motive allesamt diesem ehernen Gesetz von Saat und Ernte bzw. Ursache und Wirkung, und dieses wägt im Weltenlauf und im Zeitenlauf jedem Beteiligten exakt den Anteil Schuld zu, den jeder tatsächlich trägt - und zwar jedem einzelnen Menschen, vom Regierungschef über einen Aufständischen bis hin zum Journalisten und auch denen, die "nur" über den Aufstand bzw. die Unruhen entsprechende Gedanken pflegen. Und dieses Gesetz wirkt im so genannten Diesseits und im Jenseits. Und wenn schließlich früher oder später die Ernte auf die Saat folgt, dann nützt es nichts mehr zu sagen: "Der andere ist schuld, der andere hat mich provoziert. Der andere ist nicht auf mich eingegangen." Das Gesetz von Saat und Ernte ist unbestechlich und nicht manipulierbar.

Wer gab den Auftrag, Menschen zu erschießen?

Schon im Vorfeld der Rebellion trieb die Ukraine aufgrund der Rebellion und der anhaltenden Lähmung großer Teile des öffentlichen Lebens mit vielen besetzten oder zerstörten Gebäuden immer weiter Richtung Bankrott. Und der ausschließlich aus Kirchenchristen bestehende CDU-Bundesvorstand Deutschlands drohte parallel dazu bereits am 8.2.2014 mit "personenbezogenen Sanktionen gegen die Unterdrücker". Gemeint waren ukrainische Regierungsvertreter, die manchen Versuch unternahmen, den Aufstand zu beenden. Doch es waren nur "Ansätze", wobei sie sich der staatlichen Gewalt bedienten und wo sie sofort von den westlichen Großmächten bedroht wurden, da umgekehrt die Rebellen die Rückendeckung der westlichen Großmächte hatten. Als dann doch Dutzende von Aufständischen und sehr viele Polizisten erschossen wurden, wurden die Todesopfer gemäß der westlichen Strategie bzw. Darstellung ausschließlich den staatlichen Organen angelastet, nicht aber auch den Aufständischen selbst, denen man im Westen pauschal den Ehrentitel verlieh, das "Volk" zu sein. Hierbei taten sich neben US-amerikanischen vor allem deutsche Politiker hervor. Und so mancher Bürger fragte dabei: Drängt Deutschland nach den Machtworten von Pfarrer Gauck und Frau von der Leyen zu mehr außenpolitischer Einmischung nun in eine Führungsrolle bei der Neuordnung der Ukraine? (z.B. sueddeutsche.de, 9.2.2014) Gleichzeitig wurde bekannt: Die Bundeswehr zieht jetzt als nächstes Land auch in Somalia ein, der Einsatz in Mali wird ausgeweitet und das Afghanistan-"Mandat" wird verlängert.
In der Ukraine wurde nie wirklich geklärt, wer die Menschen in wessen Auftrag erschossen hat. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war über ein abgehörtes Telefonat Folgendes zu lesen:
"Eine Ärztin (Olga Bogomolez) habe ihm [dem Außenminister Estlands] berichtet, dass Scharfschützen auf die Menschen in Kiew schossen und sie töteten. ´Ihr zufolge deuten alle Indizien darauf hin, dass Menschen auf beiden rivalisierenden Seiten von ein und demselben Scharfschützen erschossen wurden`, sagte Außenminister Paet in dem Gespräch, das auch vom Moskauer Staatsfernsehen veröffentlicht wurde. Die Ärztin habe gesagt, dass alle Menschen mit der gleichen Munition und auf die gleiche Art und Weise getötet wurden. Die Majdan-Koalition sei nicht gewillt, die Umstände der Todesschüsse zu klären, sagte Paet, das sei besorgniserregend. Damit sei der ´Verdacht erhärtet, dass hinter den Scharfschützen nicht Janukowitsch, sondern jemand aus der Koalition gestanden habe`, soll Paet in dem Gespräch am 26. Februar gesagt haben." (faz.de, 5.3.2014)

Wenn dieser Verdacht stimmt, stellt sich die Frage: Haben also Beauftragte der ehemaligen Opposition die eigenen Leute erschossen, um den Konflikt weiter aufzuheizen und den Sturz der Regierung und das Einsetzen einer neuen pro-westlichen Regierung zu beschleunigen? Tatsächlich führte die damalige Eskalation zum Überschäumen der Emotionen und des Hasses und zum Sturz der Regierung und zur Flucht des Präsidenten. Mittlerweile gibt es weitere Verdachtsmomente gegen die damalige Opposition bzw. ihre Hintermänner.
So soll z. B. der zum Leiter des Präsidialamtes in Kiew beförderte ehemalige Oppositionspolitiker am Tag des Massakers mit einem Scharfschützengewehr gesehen worden sein. Die damaligen Antiterroreinheiten und der damalige Geheimdienst bestreiten umgekehrt energisch, das Massaker durchgeführt zu haben. Mehr dazu bei http://www.focus.de/politik/ausland/wer-toetete-100-demonstranten-die-schwierige-suche-nach-den-moerdern-vom-maidan_id_3668731.html
Weiter stellte sich heraus, dass viele Menschen vom Dach eines Hotels erschossen wurden, das fest in der Hand der Opposition war und nur mit Einlasskontrollen betreten werden konnte. Dies ist Presseberichten zufolge auch deutlich auf Videos zu sehen. Erwartungsgemäß schob die von der Übergangsregierung eingesetzte Übergangs-"Generalstaatsanwaltschaft" (die von der neofaschistischen Svoboda-Partei angeführt wird), aber der alten Regierung die Morde in die Schuhe. Doch selbst "ein hochrangiges Mitglied des Ermittlerteams der ukrainischen Regierung, das an den Untersuchungen beteiligt ist, zieht die Aussagen der Generalstaatsanwaltschaft in Zweifel. ´Meine Untersuchungsergebnisse stimmen nicht mit dem überein, was die Staatsanwaltschaft in der Pressekonferenz erklärt hat`, berichtet der Ermittler, der anonym bleiben will,
im Gespräch mit [dem Magazin] Monitor (tagesschau.de, 10.4.2014). Das ist verständlich, denn wie sicher ist dann noch sein Leben?
Ein Amateurfunker hat weiterhin folgenden Dialog zwischen zwei Schützen der damaligen Regierungseinheiten mitgehört. Auf den Aufnahmen "ist zu hören, wie ein Scharfschütze seine Kollegen über Funk fragt: ´Wer hat da geschossen? Unsere Leute schießen nicht auf Unbewaffnete.` Kurze Zeit später sagt ein anderer: ´Den hat jemand erschossen. Aber nicht wir.` Dann fügt er hinzu: ´Gibt es da noch mehr Scharfschützen? Und wer sind die?`"
"Auch die Anwälte von Angehörigen und Verwundeten erheben schwere Vorwürfe gegen die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft." Ein Anwalt: "Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht richtig. Die decken ihre Leute, die sind parteiisch, so wie früher" (tagesschau.de, 10.4.2014). Nur eben jetzt für den Westen, der das Land nicht zuletzt durch die dem Massaker folgende Empörung quasi politisch "erobert" hat - weil der bisherige Präsident darauf hin aus Angst um sein Leben fliehen musste.
Zwei Jahre später wurde dies durch eine Studie der Universität Ottawa untermauert:
Auf dem Maidan-Platz habe "vor den Augen der Welt ein Massenmord stattgefunden, der ausschließlich dem Janukowitsch-Regime angelastet werde sollte", also der mit Russland verbündeten damaligen Regierung. In Wirklichkeit kam die "Studie zu dem Schluss, dass die Mehrheit der tödlichen Schüsse aus etwa zwanzig Gebäuden kam, die entweder von Kräften der ´Maidan`-Bewegung besetzt waren oder von ihnen kontrolliert wurden" - https://www.jungewelt.de/2016/01-19/016.php
Das heißt: Wenn das stimmt, hat man die eigenen nichtsahnenden Leute ermordet, um mit aller Gewalt an die Macht zu kommen - und das alles mit Berufung auf die "westlichen" Werte.

Die Versuche einer Regierung der nationalen Einheit war damit gescheitert, der Brand war entfacht. Die weitere Entwicklung ist bekannt. Ob sich jedoch die Bevölkerung überall der neuen Regierung aus fast ausschließlich "rechtsnationalen" "Maidan-Kämpfern" unterwirft? Zwei Jahre zuvor hatte sie mehrheitlich eine andere Regierung gewählt. Auch hier ist die weitere Entwicklung bekannt: Gebiete der Ost-Ukraine spalteten sich mit Hilfe der russischen Regierung ab. Die pro-westliche Regierung antwortete mit Krieg.

"Tod unseren Feinden" / Deutschland stellt sich hinter den Aufstand und behandelt verletzte Angreifer

An dieser Stelle jedoch zunächst noch einige Fakten zur unmittelbaren Vorgeschichte der Eskalation: Am 18.2.2014 stellte die damalige Regierung den Rebellen nach mehrmonatiger Duldung ein Ultimatum, den Aufstand zu beenden. "Von der Bühne des Protestlagers riefen die Redner aber im Gegenteil die Bürger Kiews auf die Straße", unter anderem mit den Worten "Tod unseren Feinden!" (spiegel.de, 19.2.2014) Zuvor hatten die "Demonstranten" versucht, Polizei-Absperrungen zu durchbrechen. Sie setzten Fahrzeuge der Polizei in Brand, griffen Polizisten mit Molotow-Cocktails und anderen Brandsätzen an, bewarfen sie mit Pflastersteinen, schlugen mit Eisenstangen auf sie ein und töteten mehrere von ihnen. Weitere Waffen der Aufständischen sind nach bild.de vom 24.2.2014: Baseball-Schläger, teilweise mit Nägeln durchsetzt, mit denen man den Angegriffenen beim Schlagen auch den Leib aufreißen kann, Äxte, Schwerter und Hämmer. Hinzu kommen Schusswaffen aller Art. Zwischenzeitlich hatte die Polizei 1500 Schusswaffen beschlagnahmt.
Als so genannte Sicherheitskräfte am 18.2.2014 dann nach Ablauf des Ultimatums ansatzweise versucht hatten, den seit Monaten besetzten Maidan-Platz zu räumen und dabei offenbar auch einige Aufständische, die bewaffnet auf die Polizei vorrückten, ums Leben kamen, drohte der deutsche Außenminister der Regierung der Ukraine erneut mit Sanktionen, um die Regierung in die Knie zu zwingen, während die Aufständischen flankierend dazu versuchten, ihren Machtbereich auf der Straße umgekehrt auszubauen und das Postgebäude in Kiew besetzten, nachdem das Gewerkschaftshaus bereits ausgebrannt war.
Und wer sich von den Aufständischen verletzte, wurde auf Veranlassung der Bundesregierung nach Deutschland zur kostenlosen medizinischen Behandlung ausgeflogen - um dann möglicherweise in der Ukraine weiter gegen die Noch-Regierung kämpfen und töten zu können.
Der damalige ukrainische Präsident kündigte seinerseits Konsequenzen für die Oppositionsführer an, die "zu den Waffen gerufen" hatten, doch war klar, dass der Westen ihm das nicht erlauben würde. Der deutsche Außenminister, das überzeugt evangelische Kirchenmitglied Frank-Walter Steinmeier von der SPD, hatte bereits vor der Eskalation der Gewalt eine neue "Übergangsregierung" in der Ukraine gefordert, oder Deutschland werde Sanktionen gegen die Ukraine verhängen. Dies sei eine "Drohung", so der Vertreter Deutschlands schon in dieser Phase wörtlich, wenn sich die damalige ukrainische Regierung nicht einer entsprechenden "politischen" Lösung beuge (http://www.fr-online.de/politik/ukraine-steinmeier-droht-ukraine-mit-sanktionen,1472596,26081084.html) und wenn sie die Demonstranten und Rebellen (teils aus dem Ausland) nicht gewähren lässt bzw. ihre Forderungen nicht erfüllt. Hier zeigt sich bereits das neue machtvollere und außenpolitische Auftreten Deutschlands, das Pfarrer Gauck einige Tage zuvor von der neuen CDU/CSU/SPD-Regierung aus 100 % Kirchenmitgliedern und mit der Pastorentochter Merkel an der Spitze einforderte. Doch mit wem haben sich die deutschen Politiker hier verbündet? Von den mindestens 20 getöteten Polizisten hörte man im Westen fast nichts. Weil man auf der anderen Seite stand?

Zweierlei Maß, je nach Interessenlage - Änderung der westlichen Staatslehren

Dazu eine Frage: Wie würde die deutsche Regierung wohl handeln, wenn bei Demonstrationen in Deutschland zum "Tod" der Regierungsvertreter aufgerufen würde und wenn mehrere Polizisten von einer Überzahl gewalttätiger Demonstranten getötet würden? Würde die deutsche Regierung dafür garantieren, dass sie auf keinen Fall massive Gewalt gegen Rebellen einsetzen würde, auch wenn es ihr nicht gelingt, einen Aufstand durch Verhandlungen und Nachgiebigkeit zu beenden?

Ein weiterer Gedanke: In Deutschland der evangelische Gründervater Martin Luther als "großer Deutscher" und als Vorbild. Und Martin Luther war ein entschiedener Gegner jeder Art von Aufständen, wie "verständlich" diese auch sein mögen. Als die um ihre Rechte kämpfenden Bauern im 16. Jahrhunderten nach gescheiterten Verhandlungen schließlich zu den Waffen griffen, rief Luther die diktatorischen Fürstenregierungen zu Massakern auf: "Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Volk den Himmel eher mit Blutvergießen verdienen kann denn anders sonst mit Beten ... Steche, schlage, würge hie[r], wer da kann" (mehr dazu siehe hier).
Die Folge waren 70.000 bis 100.000 Tote, auch viele Unbeteiligte, denen vielfach einfach die Köpfe mit dem Schwert abgeschlagen wurden, doch die meisten deutschen Politiker nennen sich trotzdem "lutherisch". Was bedeutet es dann, wenn westliche Politiker die Regierung in der Ukraine für ihre Überlegungen, die Rebellion irgendwann niederzuschlagen, wenn kein Kompromiss mehr möglich ist, scharf verurteilen? Was bedeutet es, wenn sich diese Politiker aber gleichzeitig zu einem Religionsführer bekennen, der noch viel brutaler vorgegangen ist und solches den Gläubigen auch rät? "Steche, schlage, würge, hier, wer da kann!" Ist das nicht doppelzüngig?

Zur Klarstellung: Mit Jesus, dem Christus, hat das Töten von Menschen nichts zu tun, gleich auf welcher Seite und mit welcher Begründung oder "Legitimation" dies geschieht. Und wer das tut oder befürwortet, sollte sich nicht "Christ" nennen, sondern sich von Christus distanzieren.
Denn
alle Tötungen und Verstümmelungen - durch Sicherheitskräfte oder durch Rebellen - sind furchtbare Situationen und gegen die Lehre des Jesus, des Christus.
 
In den deutschen Schulen lernte man noch vor ca. 30 Jahren im Sozialkundeunterricht zu diesem Thema, dass es ein so genanntes "Gewaltmonopol" von Staaten gebe, die von völkerrechtlich anerkannten Regierungen regiert werden, damit diese die öffentliche Ordnung in ihren Ländern wahren können, wenn Gesetzesbrecher nicht anderweitig gestoppt werden können. Das hatte man in westlichen Ländern im Hinblick auf Syrien bereits ignoriert und dabei argumentiert, dass man dieses "Recht" im Konfliktfall nur demokratisch legitimierten Obrigkeiten zugestehe. Daran hat man sich in der Ukraine nun aber auch nicht mehr gehalten, denn die dortige ehemalige Regierung war sowohl völkerrechtlich anerkannt als auch demokratisch legitimiert.
Die bisherigen Staatslehren im Westen werden derzeit unmerklich ersetzt durch eine Befürwortung oder Duldung von Gewalt durch diejenigen Kräfte, welche die eigenen Interessen vertreten; und umgekehrt durch eine Ablehnung der Gewalt dann, wenn diese von der anderen Seite ausgeht - egal, ob es sich dabei um Regierungen handelt oder um Rebellen. Man ist also dazu übergegangen, mit zweierlei Maß zu messen, je nach Interessenlage, wobei immer alles mit dem Dehnwort "humanitär" "begründet", ummantelt bzw. verbrämt wird.

Was haben Ukraine-Konflikt, Pussy Riot, Tebartz-van Elst und die staatliche Kirchenfinanzierung miteinander zu tun? - Niedergang von Ethik und Moral, um die eigenen Interessen besser durchsetzen zu können

Unmerklich werden staatliche Ordnungen mehr und mehr ausgehöhlt.

Dies gilt auch für die westliche Haltung zum Ukraine-Konflikt: Aufgrund der eigenen Interessen wurde der Aufstand von Anfang an gefördert, ja hochgejubelt und regelrecht angefeuert; der Versuch der Abwehr durch die einstige Staatsmacht wurde jedoch von Anfang an mithilfe von Sanktionsdrohungen verurteilt. Das war glatter Bruch des Staatsrechts und des Verfassungsrechts und hatte auch nichts mit Völkerrecht zu tun. Die eigenen Interessen standen eben in diesem Fall über Verfassung, Gesetz und Recht. Als dann trotz des entsprechenden Drucks die Parlamentsmehrheit von 72 % nicht ausreichte, um Präsident Janukowitsch zu stürzen (75 % wären notwendig gewesen), wurde die Verfassung einfach gebrochen, was westliche Medien jedoch nahezu komplett verschwiegen, sowie auch weitere Verfassungsbrüche der Übergangsregierung (vgl. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-125300662.html). Es hieß immer nur, aus "russischer Sicht" sei es ein "Staatsstreich" gewesen. Das "Völkerrecht" und die Verfassung wurden erst dann wieder beschworen, als man dem politischen Gegner im Osten vorwerfen konnte, im Krim-Konflikt dagegen zu verstoßen. Selber verstieß man also dagegen - auch als man das Kosovo Serbien weg genommen hat und indem man Israel entgegen aller UNO-Beschlüsse machen lässt, was es will und die jeweiligen Regierungen gleichzeitig massiv unterstützt. Wird ein politischer Gegner jedoch dadurch ermuntert, es ebenfalls zu tun, droht man mit Sanktionen usw.  Und so wird das Chaos immer größer.

Dieses Vorgehen ist ein Indiz dafür, wie mehr und mehr bestehende Gesetze und Ordnungen missachtet und gebrochen werden, und dadurch immer mehr aus den Fugen gerät, und zwar durch die Haltung: "Ich, meine Amigos und meine Interessen sind der entscheidende Maßstab. Alles andere muss sich dem beugen."

Dazu passt dann auch, dass im Westen die Studentinnen der Punk-Gruppe Pussy Riot für jeden Versuch hoch gelobt werden, am Gefüge staatlicher Ordnungen in Russland zu rütteln und dort Gesetze zu brechen, was man ebenfalls als "Destabilisierung" bestehender Ordnungen deuten kann.

Damit ist nichts darüber ausgesagt, welche "Ordnungen" eher positiv und welche eher negativ zu bewerten sind. Aus christlicher Sicht gilt dabei immer: "Gebt, dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist" und die Worte von Jesus: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt."
Doch dass gezielt und unmerklich immer mehr ausgehöhlt, untergraben und umgestürzt wird, kann man auch an vielen weiteren Beispielen aufzeigen. Nichts, so scheint es, was vor Jahren noch selbstverständlich war, hat mehr Bestand. Das politische Tun wird mehr und mehr der Sicherung eigener Pfründen- und Lobby-Interessen und dem eigenen machtpolitischen Kalkül untergeordnet, wobei ethische Bedenken oft ganz über Bord geworfen werden, der Bevölkerung jedoch weiterhin als maßgeblich vorgegaukelt werden.

Passend dazu greift ein deutscher Bischof schamlos offenbar auch in die Spendenkasse für die Armen, um seinen Bischofssitz "nachhaltig" auszubauen; genauso schamlos, wie er zuvor viele Luxusflüge in indische Slums abgerechnet hatte.

Und auch die staatliche Privilegierung der katholischen und evangelischen Konfessionen in Deutschland passt genau in dieses Verhaltensmuster. Obwohl es bereits seit 1919 Verfassungsauftrag ist und seit 1949 Teil des Grundgesetzes, die maßlosen Staatssubventionen an die beiden Großkirchen "abzulösen" = zu beenden, denken die Regierenden überhaupt nicht daran. Hintergrund: Sie sind alle Kirchenmitglieder.
Und so wird dann praktisch verfahren nach dem Motto: "Was kümmert uns hier das Grundgesetz? Wenn wir es ernst nehmen, würden unsere Beichtväter ja ihre Milliarden nicht mehr bekommen."
Umgekehrt klammern sich die deutschen Kirchenführer verbissen an das deutsche Staatsgefüge und vergewissern sich der Kumpanei ihrer Lobbyisten.

Doch immer mehr Menschen ahnen, dass es auf Dauer keinen "äußeren Halt" mehr gibt, nicht bei den Politikern und ihren Regierungen und auch nicht für die Institutionen Kirche, die - trotz Privilegierung - mehr und mehr "nach unten" sinken, wo sie niemand auffängt, weil sie dort nur auf Ihresgleichen treffen.

Dabei hatten die Großkirchen bei ihrem Widerspruch gegen die Lehre von Jesus hier zumindest Hemmschwellen eingebaut, indem sie im Laufe ihrer Geschichte immer wieder "strenge" Kriterien für einen angeblich "gerechten Krieg" bzw. eine "sittlich erlaubte Verteidigung" entwickelt haben oder für ein so genanntes "Widerstandsrecht" in "äußersten Notfällen". Doch in der Ukraine waren die Voraussetzungen für einen angeblich "gerechten" Aufstand gemäß dem kirchlichen "Widerstandsrecht" nicht annähernd gegeben, doch was kümmert die Politik oder die Kirche ihre Lehren von gestern? Wenn jemand nachgefragt hätte, würde man dies eben entsprechend zurecht biegen. Man hat im Bereich der Ethik also im Westen praktisch die bisherigen Staatslehren aufgegeben, auch wenn sie teilweise noch in älteren Schulbüchern stehen. Und man hat sie faktisch durch eine Lehre von der Durchsetzung der eigenen Interessen ersetzt, wobei immer so genannte "humanitäre" Gründe vorgeschoben werden - einerlei ob dies stimmt, ob es teilweise stimmt oder ob es nur Blendwerk für die Durchsetzung der eigenen Interessen ist.
Und im Ukraine-Konflikt kam eine Respektlosigkeit gegenüber der ursprünglichen Regierung hinzu, deren Politik einem ein Dorn im Auge war und die sich auch bei großen Teilen der Bevölkerung unbeliebt gemacht hat, was es dann auch leichter machte, gegen sie Stimmung zu machen.

Ablehnung des Gottesgebots

Hinter all´ dem Blutvergießen steckt jedoch als tiefer liegende Wurzel die Ablehnung des eindeutigen Gottesgebotes "Du sollst nicht töten" (das 5. Gebot der Zehn Gebote) durch Menschen, die sich "Christen" nennen. Und so war es schon immer in den letzten 2000 Jahren.
Die alte ukrainische Regierung hatte angesichts der Drohungen des Westens, allen voran Deutschlands, darauf hingewiesen, dass die Opposition die Demonstranten zum bewaffneten Kampf aufgerufen habe. Daher sei sie "vollständig verantwortlich für den beispiellosen Ausbruch von Gewalt und Gesetzlosigkeit" (ntv.de, 19.2.2014). Die westlichen Politiker wiederum haben gemäß ihrer Interessenlage nicht (oder kaum) die Gewalt der Aufständischen verurteilt, die man mit dem "Volk" gleich setzte, sondern sie haben meist nur die Gewalt der Staatsmacht verurteilt. Zweierlei Maß also auch hier. Letztlich war klar: Sie wollten immer die alte Regierung möglichst bald beseitigt haben und durch eine Regierung oder Übergangsregierung ersetzen, die eben ihre Interessen vertritt.
Und deren Vertreter drehten dann nach dem Sturz der Regierung sogleich den Spieß herum: Während alle verhafteten Aufständischen, auch solche, die möglicherweise Polizisten getötet hatten, frei gelassen wurden, schrieb man den Präsidenten wegen "Massenmord" zur Fahndung aus. Er soll vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt werden.
Zum Vergleich: Andere ehemalige Staatschefs in anderen Aufständen wurden getötet. Doch was hatte es gebracht, dass Saddam Hussein gehängt wurde oder Muammar al-Gadaffi zu Tode misshandelt wurde? Haben die Umstürze zu mehr Frieden oder Gerechtigkeit geführt, zu weniger Gewalt, zu weniger Todesopfern und zu mehr Wohlstand, Sicherheit, Freiheit und Glück der Bürger? Oder zeigte sich überall: "Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten." Und: "Die Geister, die ich rief ..."?

Jesus von Nazareth, auf den sich Politiker und Kriegsbefürworter zu Unrecht berufen, sprach überhaupt nicht von einem Einsatz von Gewalt, sondern er sagte: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist" und "Mein Reich ist nicht von dieser Welt". Bewaffnete Aufstände gegen Regierungen, die es auch zu seiner Zeit gab, unterstützte er nicht, da sie nicht den Gottesgeboten entsprechen. Und er segnete auch niemals das Tun von Obrigkeiten, wenn diese mit Gewalt bzw. mit Tötungen Aufstände niederschlagen. Die Kirchenführer jedoch haben solche "Segnungen" seit Jahrhunderten durchgeführt, indem sie immer wieder Kriege und Gewaltausbrüche absegneten, wenn diese eben im Dienste ihrer Interessen standen. Jesus von Nazareth hingegen war unmissverständlich - wenn man dieses modernere Wort verwenden möchte - "Pazifist". Die Kirche jedoch hat seine Lehre angeblich "verbessert", genauer gesagt: ins Gegenteil verkehrt, und sie tut dies bis heute. Seine Lehre sei angeblich "Utopie", und das Resultat der kirchlichen "Verbesserungen" erlebt man seit nahezu 2000 Jahren und nun kommt es auch hier zu Eskalationen.

Korruption als "Privileg" von gerade Regierenden? -

Hauptvorwurf der ukrainischen Demonstranten und Rebellen an die Regierung war ursprünglich: Korruption; man spricht vom "Janukowitsch-Clan", der sich offenbar in erheblichem Ausmaß bereichert hat, indem man Millionen aus dem Staat heraus gezogen hat. Die Frage, wer welche Konten zu welchem Zweck wo geführt hat und was davon noch staatlich ist und was dem Zugriff der Clans offen stand, und - allgemein - welche Milliarden wann wohin geflossen sind, ist Teil des Chaos nach dem Umsturz.
Korruption und Bereicherung, das ist es aber auch, das ebenfalls den ehemaligen Oppositionspolitikern in der Ukraine vorgeworfen, als diese zuletzt an der Regierung waren, z. B. die "Gasprinzessin" (da sie Chefin eines Energiekonzerns war) Julija Tymoschenko.

Wir können alle die gegenseitigen Anklagen gegenüber Ex-Regierungsvertretern und Ex-Oppositionspolitikern nicht auf ihre Richtigkeit prüfen. Doch allgemein
könnte man wohl sagen: Korruption sozusagen als "Privileg" der gerade Regierenden, und das vermutlich weltweit. Und außerdem haben offenbar nicht nur der bisherige Regierungschef, seine Vertrauten und seine Minister "ihr" Geld im Westen angelegt, sondern vermutlich doch auch entsprechend reiche Vertreter der Opposition. Dmitrij Trenin, russischer Außenpolitik-Experte erklärt: "Der Maidan hat leider die Chance verpasst, sich zu einem Aufstand gegen die Korruption zu wandeln. Alle ukrainischen Machthaber der vergangenen Jahre waren korrupt, wenn es auch selten so offenkundig und so widerlich war wie bei Janukowitsch. Aber die Nationalisten haben die Revolution gekapert und gestohlen". (spiegel.de, 1.3.2014), was die westlichen Politiker jedoch nicht wirklich störte, denn sie haben ja noch ganz andere Interessen.
Die Korruption ist nur ein, wenn auch gravierendes Indiz dafür, wie alle Ordnungen weltweit mehr und mehr aus den Fugen geraten und wie Ethik und Moral auf einen Tiefpunkt nach dem anderen fallen. So gilt vielfach: "Einer gegen den anderen, und jeder für sich selbst". Wohin das "Weltenschiff" dabei treibt, dafür zeichnen anerkannte Wissenschaftler mehr und mehr dunkle Prognosen. Die Zehn Gebote, durch Mose gegeben, und die Bergpredigt des Jesus von Nazareth werden meist links liegen gelassen, vor allem auch von Politikern, die sich "christlich" nennen.

Hoffnungsträgerin Timoschenko: "Zu den Waffen greifen", "Russen fertig machen", dem "Drecksack Putin ... in den Kopf schießen"

Die berüchtigte "Gasprinzessin" wird auch eines Auftragsmordes an einem Parlamentsabgeordneten beschuldigt, was sie allerdings bestreitet (z. B. spiegel.de, 9.8.2012). Wenige Stunden nachdem die "Gasprinzessin" und frühere Regierungschefin Julija Tymoschenko vorzeitig aus dem Gefängnis frei gelassen wurde, hetzte sie sogleich die sich gerade etwas beruhigende aufständische Menschenmenge neu auf. Den bisherigen Oppositionsführern um Vitali Klitschko warf der "Racheengel" (focus.de, 23.2.2014) sogleich "zu wenig Schärfe" gegenüber der bisherigen Regierung vor (spiegel.de, 23.2.2014). Und die gestürzten Regierungsvertreter verhöhnte sie als "Abschaum". "Wir müssen Janukowitsch und den Abschaum um ihn herum auf den Maidan bringen", so "wütet" sie vor der Menschenmenge (focus.de, 22.2.2014). Was dort dann geschehen wäre, darüber kann jeder selbst nachdenken. Und wenige Wochen später beschuldigt die vom Westen hofierte und anscheinend eine Zeitlang bedingungslos unterstützte Gas-Oligarchin den russischen Präsidenten in einem hasserfüllten Interview voller Schmähungen: "Er legt es darauf an, die Welt zu zerstören" (bild.de, 19.3.2014). Er schere sich "einen Dreck" um uns. "Dass dieser Mann psychische Probleme hat", war der eine Bereich der Schmähungen gegenüber Wladimir Putin. Politisch rückte sie ihn immer wieder in die Nähe zu Adolf Hitler.

Dabei sind es doch ukrainische Nationalisten, die durch den Maidan-Aufstand an die Regierung kamen,
welche die Krieger der unterschiedlichen SS-Divisionen "Galizien" bis heute verehren (z. B. http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/ukraine365.html). Diese hatten in den 40er-Jahren von Lwiw (Lemberg) aus im Auftrag Hitler-Deutschlands Völkermorde durchgeführt, wobei sich ein ukrainischer SS-Verband "vor allem durch Grausamkeiten gegenüber der polnischen und jüdischen Bevölkerung hervortat, unter anderem beim Massakern in Huta-Pienicka, Podkamién und Palikrowy" (mehr dazu z. B. bei https://de.wikipedia.org/wiki/14._Waffen-Grenadier-Division_der_SS_%28galizische_Nr._1%29). Wenn von Massakern an der "polnischen" Bevölkerung die Rede ist, dann muss man aber dazu sagen, dass der Westen der heutigen Ukraine mit seiner Metropole Lwiw damals der Osten Polens war. Auch das erklärt mit die völlig unterschiedlichen staatsbürgerlichen "Identitäten" der West- und der Ostukraine und noch einmal eine andere Identität der Bewohner der Krim. Und was die von den heutigen ukrainischen Rechtsradikalen verehrte SS Galizien betrifft: Es handelte sich also um Massaker an der eigenen Zivilbevölkerung. Heute ist das frühere ostpolnische Lwiw, das Hauptquartier auch der SS-Verbände, das Zentrum der prowestlichen ukrainischen Kräfte, Hochburg der rechtsradikalen Partei Swoboda und anderer Kräfte wie dem "Rechten Sektor".

Weiterhin beschwor
die Frau mit dem markant geflochtenen Haarkranz, der anscheinend einem Heiligenschein nachempfunden ist, die Eskalation des Kriegerischen mit den Worten:
"Wir müssen unser Land verteidigen – koste es, was es wolle ... Wir werden uns verteidigen ... Wir sind gezwungen, dem Aggressor Eins gegen Eins gegenüber zu stehen. Wir sehen keinen anderen Weg."
Was aber bedeutet "koste es, was es wolle" und "Wir sehen keinen anderen Weg"?
Darf es also auch einen Dritten Weltkrieg "kosten" und die Vernichtung der Zivilisation, und wird aus der "Gasprinzessin" dann die apokalyptische "Kriegsfurie"?
Hasserfüllt wütete die vom Westen vielfach hofierte Russland-Gegnerin in einem Telefongespräch: "Ich bin selbst bereit, eine Kalaschnikow in die Hand zu nehmen" (zit. nach stuttgarter-zeitung.de) "und dem Drecksack [Putin] in den Stirn zu schießen" (spiegel.de, 25.3.2014) - also Bereitschaft für einen Mord auch ohne Auftragskiller: "Man müsse zu den Waffen greifen und die Russen ´fertig machen, zusammen mit ihrem Anführer`. Timoschenko benutzt für die Russen dabei die abfällige Bezeichnung ´Kazap`. Überhaupt würzt sie den Dialog mit allerlei russischen Schimpfworten, die mit deutschen Begriffen wie ´verdammt`, ´Dreck` oder ´russische Hunde` eher harmlos übersetzt sind." Dass sie auch zum Völkermord an den acht Millionen Russen, die hauptsächlich im Osten der Ukraine wohnen, aufgerufen habe, bestreitet sie jedoch. Dies sei eine Manipulation gewesen.
Nur wenige Tage zuvor ein anderes Bild: "Julija Timoschenko war mit einer umjubelten Rede der Star auf dem Kongress der Europäischen Volkspartei" am 6.3.2014 in Dublin, wo auch die Vertreter der CDU anwesend waren. "Sofort scharen sich die Fotografen um sie und die wichtigen und weniger wichtigen EVP-Politiker stellen sich an, um die Frau mit dem blonden Zopfkranz zu begrüßen ... Timoschenko umarmt, weint, gibt Küsschen links und rechts." Mit frenetischem Applaus der konservativen europäischen Politiker wurden ihre Worte bedacht, die wie die Worte einer neuen "Heilsbringerin" wirkten: "Zum ersten Mal in der Geschichte sind Ukrainer gestorben und haben dabei die europäische Fahne in den Händen gehalten" (spiegel.de, 6.3.2014). Sind das nun schon die letzten Vorboten für einen großen Krieg oder kann dieser noch einmal abgewendet werden?
Doch das alles sagt auf jeden Fall einiges über das immer mehr sinkende Niveau der westeuropäischen Volksparteien aus.

In diesem Zusammenhang könnte noch einmal an die Frage erinnert werden: Wer hat eigentlich die Scharfschützen für die Morde auf dem Maidan-Platz bestellt, welche sowohl Polizisten im Dienste der früheren Regierung als auch bestimmten Aufständischen durch die Hälse schossen, was den Aufstand schließlich zum "Erfolg" führte, dem Sturz der bisherigen Regierung? Die vom Westen nahezu bedingungslos unterstütze illegitime Übergangsregierung, aus deren Reihen Vertreter im Verdacht stehen, hat das Massaker nicht aufgeklärt bzw. nur ihre Mutmaßungen dazu gegeben. Wer also hat alles noch Tötungswünsche, und wer lässt seinen Wünschen dann auch die entsprechenden Taten folgen?

Wer ist die Frau, die in der Ukraine so massiv die westliche Welt mit ihren angeblich christlichen Werten vertritt? Als Julija Timoschenko selbst noch Regierungschefin war, wurde ihr "egoistisches" und "undurchsichtiges" Verhalten vorgehalten, und nach ihrer Abwahl wurde sie wegen vermeintlichem Amtsmissbrauch inhaftiert. Zu den Anklagen gehörten "
Missbrauch öffentlicher Gelder, Betrug und Geldwäsche durch Beamte, mehrere Ministerien und private Unternehmen" (Wikipedia, Stand: 23.2.2014). Außerdem wurde ihr "Steuerhinterziehung", "Verdacht auf Veruntreuung von 295 Millionen Euro in ihrer Zeit als Chefin des Energiekonzerns EESU" und vieles weitere mehr vorgeworfen. "Ihr schneller Aufstieg war nur möglich dank der Protektion ihres Mentors und Freundes Pawlo Lasarenko, ... von 1996 bis 1997 Ministerpräsident der Ukraine. Danach fiel er in Ungnade und flüchtete in die USA, wo er 2006 wegen Korruption und Erpressung zu neun Jahren Gefängnis verurteilt wurde. In jenem Verfahren tauchten Dokumente auf, die darauf hindeuten, dass Tymoschenko ihrem einstigen Gönner bis zu 100 Millionen Dollar zukommen ließ ." Auch ermittelt die Staatsanwaltschaft "wegen des Verdachts, sie habe im Jahr 2003 versucht, Richter des Obersten Gerichtshofs der Ukraine zu bestechen" (Wikipedia, Stand: 20.3.2014). "Das Vermögen von Tymoschenko wurde 2007 auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzt." Ihre vielen Millionen sind vermutlich ebenso zu einem großen Teil im Westen angelegt wie die vielen Millionen von Dr. Klitschko.
Die "Gasprinzessin" ist auf jeden Fall wieder die Hoffnungsträgerin des Westens und auch der Lutheraner. Serge Maschewski, der Bischof der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine, "setze große Hoffnungen in Julia Timoschenko" (idea-spektrum Nr. 9, 26.2.2014). Auf Christus vertrauen die Lutheraner ja sowieso nicht. Stattdessen in diesem Fall auf Timoschenko.

Julija Timoschenko kündigt Weltkrieg zur Zerstörung Russlands an - CSU plante, sie für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen

Die Präsidentschaftskandidatin und Hoffnungsträgerin von USA, dem Westen und von Kirchenvertretern setzt gegenüber Russland auf Krieg. In einem abgehörten Telefongespräch sagte sie unter anderem wörtlich:

"Ich werde die ganze Welt (gegen Russland) erheben, sobald ich es kann, damit - verdammt - von Russland nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt.”

Bild.de schreibt dazu: "Mit solch harten Äußerungen wolle sie sich als Nationalistin beweisen und im antirussisch geprägten Westen des Landes Stimmen sammeln" (26.3.2014). Der SPD-Politiker Niels Annen hat darauf hin Bundskanzlerin Angela Merkel und die CDU gebeten, ihren "guten Draht" zu nutzen und "mäßigend auf Frau Timoschenko einzuwirken".

Wenn hier aber nicht deutlich mehr passiert angesichts solcher Weltkriegs-Drohungen, zeigt das nur das abgrundtiefe Niveau, auf das sich der Westen bei seiner neuerlichen Einmischung hat hinunter ziehen lassen.
Öffentlich wird die ukrainische Spitzenpolitikerin diese Worte sicher nicht wiederholen, doch was wird im Hintergrund alles vorbereitet? Außerdem sind alle Gedanken weit unterschätzte Kräfte, und ihr Inhalt drängt immer zur Verwirklichung.

Im Januar 2014
hatte die CSU noch angekündigt, Julija Timoschenko für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen (http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/CSU-will-Julia-Timoschenko-fuer-Friedensnobelpreis-vorschlagen-id28387717.html). Was aus diesem Vorschlag geworden ist, ist momentan  nicht bekannt.
Mehr zum Handeln der ehemaligen Regierungschefin, welche die demokratische Wahl 2010 gegen den durch den Aufstand 2014 gestürzten Präsidenten Janukowitsch verloren hatte siehe hier.

Derzeit stellen ihre beiden Vertrauten den Übergangs-Präsidenten (Pfarrer Turtschinow) und den Übergangs-Regierungschef (Laien-Katholik Jazenjuk).

Laut dem deutschen Außenminister Steinmeier (evangelisch, SPD) sei "nun" (26.3.2014) Russland "am Zug", wenn es den "Frieden" wolle.
Es ist wie immer bei machtpolitischen Konflikten, an denen der Westen zuletzt beteiligt war:
"Der
andere ist schuld. Der andere muss nachgeben. Der andere muss sich beugen. Die Position des anderen ist unannehmbar. Der andere ist gefährlich. Der andere muss gestoppt werden. Der andere muss beweisen, dass er würdig ist, dass man mit ihm Gespräche führt", usw. usf. "Oder wir werden ihm schon zeigen, wer am längeren Hebel sitzt."
Ein Abwägen der unterschiedlichen Sichtweisen bzw. ein Hinterfragen, wo man vielleicht gemäß seinen eigenen Maßstäben selbst schuldig geworden ist, findet nicht statt.

PS: Dies ist vergleichbar der Haltung, wie sie die katholische Religion in die Hirne und Herzen der Gläubigen bis heute eingepflanzt hat und wo ein Dogma bis heute lautet: "
Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir." "Wir" - als der Maßstab aller Dinge. (siehe hier)

AKTUELL: OBAMA AM 27.3.2014 ZUR PRIVATAUDIENZ BEIM PAPST - BEKOMMT ER DORT ANWEISUNGEN?
(
siehe dazu auch die nächste Meldung)

Und am Ende sollen gemäß dieser Lehre alle, die sich nicht unterworfen haben, in einer angeblich ewigen Verdammnis ein für alle Mal beseitigt werden; vgl. Julija Timoschenko,  "... damit - verdammt - nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt."

Alles das kommt aus den gleichen Wurzeln.

Wirtschaftliche, religiöse und militärische Interessen

Letztlich verfolgt auch in diesem Konfliktherd jeder Beteiligte in erster Linie seine eigenen Interessen und die Interessen derer, denen er als Lobbyist dient - so auch der Außenminister der USA, der überzeugte Katholik John Kerry, der auf der so genannten Münchner Sicherheitskonferenz vom 31.1.-2.2.2014 mit den Anführern der Revoltierenden sprach und ihnen die volle Unterstützung zusagte, während er die gleichzeitig anwesenden Regierungsvertreter der Ukraine entsprechend links liegen ließ, eine unter Staats-Vertretern nahezu beispiellose Brüskierung und Demütigung: "Die USA und die Europäische Union stehen an der Seite des ukrainischen Volkes in diesem Kampf", so Kerry wörtlich. Dies konnte als eine eindeutige Ermutigung oder gar Aufforderung an die Demonstranten verstanden werden, den Aufstand gegen die eigene Regierung fortzusetzen und zu verstärken; und auch als Einladung an weitere noch zurück haltende Gruppierungen und Menschen, sich dem Aufstand anzuschließen, da er vom Westen gefördert und angefeuert würde. Und stern.de beschreibt die Position des USA-Außenministers weiter mit den Worten: "Das Land dürfe sich nicht nur Richtung Russland orientieren" (stern.de, 2.2.2014).
Doch davon konnte überhaupt nicht die Rede sein.
Zuletzt hatte der US-Konzern Chevron mit der bisherigen Regierung ausgehandelt, sieben Milliarden Euro in der Ukraine für die Ausbeutung der Schiefergas-Vorkommen (mithilfe der Umwelt zerstörenden Fracking-Technik) zu investieren (http://www.gas-magazin.de/gasmarkt/schiefergas-ukraine-schliesst-milliardenvertrag_33797.html). Und Chevron ist nicht der einzige westliche Konzern, der bereits unter der Regierung Janukowitsch in der Ukraine mitmischte. Doch für das weitere Engagement wünscht man sich offenbar eine eindeutig die westlichen und die US-Interessen vertretende Regierung. 

Geht es um die Kontrolle des milliardenschweren Öl- und Gastransportgeschäfts?

"Mit dem Zerfall der Sowjetunion hat Moskau kaum abschätzbare Verluste einstecken müssen. Kürzlich hat sich bereits China, der gigantische Nachbar im Osten, als weltgrößter Energieverbraucher in Kasachstans Ölindustrie eingekauft. Aber es geht nicht nur um den Zugriff auf die Rohstoffe allein. Die Kontrolle über die Transportwege und Pipeline-Routen ist mindestens von gleichwertiger Bedeutung ... Wer die Krim kontrolliert, kontrolliert die Seehoheit über das Schwarze Meer, auf dessen Grund russische Pipelines Öl und Gas an der Ukraine vorbei nach Westen transportieren sollen. Durch die Brille Moskaus betrachtet, haben seit Jahrzehnten von den USA angeführte westliche Kräfte versucht, ... sich an das Kaspische Meer heranzurobben. Erhielte diese Interessengruppe jetzt noch Einfluss auf die Ukraine und die Krim, wäre Moskau vom milliardenschweren Öl- und Gastransportgeschäft so gut wie abgeschnitten."
(Frankfurter Neue Presse, 14.4.2014)

"Es geht um die Konfrontation und Kontrolle Russlands, das über ein Drittel der globalen Rohstoffreserven verfügt. Zbigniew Brzezinski, der ... Berater Obamas, hat das ganz klar gemacht: Die Kontrolle der Energiereserven Zentralasiens und Russlands ist unabdingbar, wenn die USA als einzige Supermacht ihre Doktrin ... durchsetzen wollen." (Mathias Bröckers in Frankfurter Rundschau, 28.8.2014)

Die USA drohte weiterhin auch Russland und warnte die Regierung Russlands eindringlich davor, "sich in den Machtkampf in der Ukraine einzumischen" (wdr.de, 1.2.2014). Das ergibt sich daraus, dass man sich stattdessen selbst dort verstärkt einmischt und im Machtkampf der Großmächte und Systeme die Auseinandersetzungen im Sinne der westlichen Interessen entscheiden will. Dabei wurde der Anteil der Russen und der russischen Sprache in der Ukraine und die Bedeutung, die das Nachbarland für Russland und seine Bürger auf vielfache Art und Weise hat,  von den USA-Politikern in diesem Zusammenhang schlicht weg gewischt; auch der Tatbestand, dass es bis zur staatlichen Unabhängigkeit der Ukraine überhaupt keine Grenze zwischen Russland und der Ukraine gab (siehe dazu hier). Es wird schlicht gedroht nach dem Motto: "Mischt euch nicht ein. Wir kommen von jenseits des Atlantiks, und das ist unsere Sache."

Und auch der von seinen eigenen Lehren bis ins Absurde und Psychopathische hinein überzeugte Vatikan hat ein religiös machtpolitisches Interesse in der Ukraine. Man will den orthodoxen Slawen das "Papstamt" "schenken", also die orthodoxen Kirche in der Ukraine oder in Russland wieder Rom unterwerfen. Die kostenlose Verpflegung der Demonstranten, Aufständischen und Barrikadenbauer in der ukrainischen Hauptstadt Kiew durch die römisch-katholische Caritas ist dabei wohl nur ein kleiner Vorbote (siehe http://theologen.wordpress.com/2014/04/04/die-ziele-des-vatikan-in-der-ukraine-kreuzzug-gegen-die-orthodoxie/), und US-Präsident Obama hoffte in der Ukraine unverhohlen auf eine neue "Regierung mit größerer Rechtmäßigkeit und Einheit", als die alte Regierung noch im Sattels saß (stern.de).
Die Worte der US-amerikanischen Politiker bedeuten: Man hatte die noch amtierende und immerhin demokratisch gewählte Regierung bereits einige Zeit vor ihrem Sturz fallen gelassen, und sie wurde aus dem Westen - laut Boxersprache - bereits "angezählt".

Wie sich durch abwertende Kommunikation Aggressionen aufbauen können

Nun ist bei der Auseinandersetzung anstelle der früheren ukrainischen Regierung die russische Regierung getreten. Dabei war die Drohung an Russland, sich nicht einzumischen, nur die bis dahin letzte einer Vielzahl von westlichen Brüskierungen, Abwertungen, selbstgerechten Belehrungen oder Beschuldigungen in den letzten Wochen, Monaten und Jahren (zuletzt anlässlich der Olympiade in Sotschi), was von dessen Regierung immer wieder notgedrungen hingenommen wurde. Was sich bei einer solchen Kommunikation aber an gegenseitigen Aggressionen aufbauen kann, wird oft nicht gleich im Äußeren sichtbar. Doch in Gedanken und Empfindungen kann es weiter wirken und einzelne Menschen mehr und mehr ins Kriegerische hinunter ziehen: Beim Einen, der seinen Abwertungen keinen Einhalt gebietet und der sich bei jedem Konflikt beispielsweise in seiner negativen Haltung dem Anderen gegenüber bestätigt sieht. Und beim Anderen, der es sich womöglich nur vordergründig gefallen lässt, aber darauf sinnt, irgendwann den Spieß herum zu drehen und beispielsweise Vergeltung für eine tatsächliche oder vermeintliche Ungerecht-Behandlung zu üben. Und dieses Kriegerische, das sich auf allen Seiten aufbaut und nicht behoben wird,  kann dann irgendwann durchbrechen, worin die große Gefahr auch eines äußeren Krieges besteht.
Wiederholt wurde vor allem der Regierung Russlands in den letzten Jahren von den westlichen Meinungsführern sinngemäß vorgeschrieben, was sie tun müsse, um von den "Guten" anerkannt zu werden und was sie lassen müsse, damit sie nicht zu den "Bösen" gerechnet würde, nicht zuletzt im Konflikt in Georgien im Jahr 2008 (siehe z. B. hier). Oft wurden die russischen Regierungen also hochmütig von oben herab behandelt, selten auf Augenhöhe, und meist verbrämt mit vordergründig ethischen Argumenten, hinter denen man die eigenen Machtinteressen verborgen hat.

Darin spiegelt sich in einem solchen Verhalten auch die Haltung der römisch-katholischen Kirche und des Vatikans gegenüber anderen als "defizitär" betrachteten Religionen und Konfessionen wieder, auch wenn sich diese hinter vordergründiger Höflichkeit verbirgt. Faktisch werden Andersgläubige in eine ewige Hölle verflucht, auch wenn man diese Haltung in unseren Zeiten mehr unter dem Teppich hält.
 

Autor Rolf Hochhuth: "NATO im Osten, das gibt Krieg."

Was hier in der Ukraine-Politik passiert, hat eine Vorgeschichte:
Am 28.5.1998 schrieb der bekannte Autor und Publizist Rolf Hochhuth (z. B. Theaterstück Der Stellvertreter) in der Zeit warnende Worte: "
Keine Frage, dass die Nato mit ihrer Abwerbung der Anrainerstaaten Russlands ins atlantische Bündnis auf Stabilisierung des Friedens zielt - dass sie aber dennoch damit die Weichen zum Dritten Weltkrieg stellt. Ein Dritter Weltkrieg wird möglich sein, sobald diese unverantwortliche Isolierung der Russen sie in die Arme Pekings zurückgescheucht hat ... Prophet muss niemand sein, zu wissen, dass keine Großmacht ... es hinnehmen kann, derartig isoliert zu werden, wie Russland das zur Zeit ... geschieht." Zusammenfassend: "Nato im Osten, das gibt Krieg".

Das war bereits 1998. Hintergrund war damals ein "Partnerschaftsvertrag" zwischen NATO und der ehemaligen Sowjetrepublik Ukraine im Jahr 1997, der auf einen zukünftigen Beitritt abzielte.
Doch 2014 ist der Sachverhalt noch weit gravierender. Die völlige Isolierung Russlands ist das erklärte Ziel der USA-Regierung unter Präsident Obama und dem Vatikan-Verehrer und Außenminister John Kerry (am 3.3.2014 bekannt gemacht). So deren Zielsetzung anlässlich des aus den Ukraine-Unruhen entstehenden Krim-Konflikts, wenn sich die russische Regierung nicht den Vorstellungen des Westens für Osteuropa beuge. Zu diesem Szenario gehören beispielsweise Reiseverbote für russische Bürger, ein Ausschluss Russlands von allen Verhandlungen und eine Beschlagnahmung russischer Finanzreserven im Westen. Derweil heizen selbstgerechte westliche Politiker den Konflikt weiter auf. Ein einflussreicher Grünen-Politiker (Daniel Cohn-Bendit) forderte gar schon jetzt den Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland durch den Westen.
Bereits 2008 hatte der russische Präsident Wladimir Putin gewarnt, ein von den USA forcierter NATO-Beitritt der ehemaligen Sowjetrepublik Ukraine würde von Russland als Bedrohung betrachtet werden. Und schon damals antwortete die NATO teilweise provozierend und stellte der Ukraine 2009 (im Verlangen nach der eigenen Machterweiterung) weiterhin die NATO-Mitgliedschaft in Aussicht. Das heißt: Die so genannte "Demarkationslinie" zwischen West und Ost verliefe direkt an der Grenze zu Russland, ja mehr noch: So hat nämlich seit den Zeiten der Sowjetunion die Schwarzmeerflotte der damaligen UdSSR (und heute vor allem Russlands) ihren Hauptstützpunkt in Sewastopol auf der überwiegend von Russen bevölkerten Halbinsel Krim in der heutigen Ukraine, um nur ein Beispiel zu nennen. Die russische Flotte wäre dann plötzlich im Westen "stationiert" und von russlandfeindlichen ukrainischen Nationalisten umgeben oder am Ende gar abhängig, und wer weiß, welche militärischen "Planspiele" in den Köpfen der Politiker dies alles noch hervor ruft.
Würde denn die Regierung der USA ein solches Szenario hinnehmen, wenn es sie betreffen würde? Zur Erinnerung: Sie drohte 1962 ja bereits mit einem Krieg gegen Russland, was den Dritten Weltkrieg zur Folge gehabt hätte, als die damalige Sowjetunion in Kuba Raketen stationieren wollte, obwohl Kuba ein eigenständiges Land ohne US-amerikanische Militärstützpunkte war. Die Russen haben darauf hin nachgegeben und den drohenden Krieg verhindert.

Westen will "Integration" der Ukraine - NATO: "Wir stehen an Kiews Seite" - US-Söldner offenbar bereits in der Ukraine

Derlei geostrategische Überlegungen - gleich von welcher Seite - haben zwar nichts mit der christlichen Botschaft zu tun (die man philosophisch auch unter dem Motto "Verbinde und sei" charakterisieren könnte), sondern sie entspringen immer den dunklen Prinzipien von "Trenne, binde und herrsche". Doch die "Goldene Regel" von Jesus ("Alles, was ihr wollt, das euch die anderen tun, das tut ihr ihnen zuerst" / "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu") könnte auch auf diesen Gebieten zumindest dazu verhelfen, weiteres Unheil einzudämmen oder zu stoppen.
Der vom Westen bekämpfte ehemalige Präsident Wiktor Janukowitsch hatte deshalb die Ukraine unter Abwägen von Risiken und Chancen auch zu einem "blockfreien Staat" gemacht und den Schritt in die frühere Neutralität auch damit begründet, dass die Mehrheit der Bevölkerung einen NATO-Beitritt ablehnt (z. B. Rheinische Post, 6.4.2010).
Doch der Westen will die Ukraine in seinen Machtbereich einverleiben und verhindern, dass die ehemalige Sowjetrepublik dem östlichen "eurasischen" Verbund Russland-Weißrussland-Kasachstan beitritt. "
Schon bei einem Gespräch im Januar [2014] machte Obamas Vize-Sicherheitsberater Ben Rhodes die Bedeutung der Ukraine für die USA deutlich. Die ´Orientierung und Integration` [!] in Richtung Westen sei sowohl für die Ukraine als auch Europa und die USA mit Blick auf die wirtschaftlichen (!) und politischen Beziehungen vorteilhaft" (spiegel.de, 25.2.2014). Das ist aber ein Aspekt für einen zurück gekehrten "Kalten Krieg", weil eine "Integration" der kompletten Ukraine "in Richtung Westen" von Russland und bisher auch von der Mehrheit der Bevölkerung nicht befürwortet wird. Umgekehrt erklärt sich von daher auch die von Anfang an bedingungslose westliche Förderung des Aufstands bzw. der "Revolution" in der Ukraine. Bild.de schreibt weiter am 9.3.2014: "Kämpfen US-Söldner in der Ukraine?" Möglicherweise sind also längst private US-amerikanische Soldaten der Söldnerfirma Academi (früher Blackwater) in die Ukraine eingedrungen, die z. B. im Irak die regulären US-Truppen unterstützten, von der Aktivität von Geheimdiensten gar nicht zu reden. Mehr dazu siehe hier.
Und die NATO, die zuletzt mit ihren Kriegen so viel Unglück in die Welt gebracht hat (z. B. Irak und Libyen, vgl. auch Afghanistan), rasselt erneut mit Macht mit dem Kriegssäbel, diesmal gegen die Supermacht Russland: "Wir stehen an Kiews Seite", so der NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen (bild.de, 9.3.2014), sehr wahrscheinlich Mitglied der evangelischen Staatskirche Dänemarks. Und auch die deutsche "Verteidigungs"- oder besser Militärministerin Ursula von der Leyen, eine straff-gläubige Lutheranerin, fordert, falls sich Russland nicht beugt, Sanktionen und erklärt dazu: "Die NATO macht deutlich, welche Kräfte sie hat" (zit. nach focus.de, 10.3.2014). Und welcher Art diese "Kräfte" sind, wird sich in Kürze noch erweisen.

Maidan-Aufständische sehen sich schon im "Krieg mit Russland"

Die NATO stehe also voll an der aus dem Maidan-Aufstand hervor gegangenen und nicht demokratisch gewählten einseitigen Übergangsregierung der Ukraine mit mehreren rechtsradikalen Ministern. Und diese wiederum verkündet durch den Katholiken Jazenjuk, der laut seinem Glauben das "Schwert" auch für seine Kirche führe: Die Ukraine werde auf der Krim "keinen Zentimeter aufgeben", also des "überraschenden" (ntv.de) Geschenks, das sie 1954 vom Stalin-Nachfolger und Diktator Chruschtschow im Rahmen der Sowjetunion erhalten hatte, als dieser gerade "in einer Wodka-Laune" war (Der Publizist und Politik-Experte Peter Scholl-Latour, zit. nach bild.de, 19.3.2014). Wäre das also auch einen Dritten Weltkrieg wert mit der Zerstörung aller Zivilisationen? Ist Chruschtschow damit praktisch zum Gott der westlichen Zivilisation geworden, der 1954 quasi in einem Schöpfungsakt gehandelt hätte. Hat er also die seit dem 18. Jahrhundert von russischer Kultur und Geschichte geprägte Halbinsel, deren Bewohner mit sehr großer Mehrheit zu Russland gehören möchten, mit seinem "überraschenden" Geschenk für alle Ewigkeiten den Russen weg genommen? Könnten vernünftige Politiker nicht noch einmal darüber verhandeln? Bei einem ernsthaften Versuch müssten dann beide Seiten vordergründig Vorteile und Nachteile hinnehmen, aber es wäre ein Leichtes, dass bei beiden am Ende die Vorteile deutlich überwiegen. Der Staat Ukraine könnte z. B. großzügig finanziell dafür entschädigt werden, dass die heutigen Politiker das offenbar unter Wodka-Einfluss erhaltene "Geschenk" zurück geben, und sie könnten mit dem vielen Geld die Probleme ihrer Bürger mildern, wenn es ihnen denn wirklich um das Wohl der Bevölkerung geht.
Noch einmal zur Frage, ob Chruschtschow ein "Gott" ist: Immerhin hatte der ukrainisch-sowjetische Politiker ja offenbar einen Dritten Weltkrieg dadurch verhindert, dass er 1962 gegenüber der USA-Regierung nachgegeben hatte und keine sowjetischen Raketen in Kuba stationieren ließ, obwohl diese schon per Schiff unterwegs waren und solches völkerrechtlich unumstritten "legitim" gewesen wäre, wie es immer so schön heißt.
Könnte man den Verlauf der Geschichte dann nicht sogar so deuten: Die damaligen Gebete westlicher Politiker wurden von ihrem "Gott" erhört? Und heute kann man doch zumindest sagen: Wie gut, dass Chruschtschow nachgegeben hat und USA-Präsident John F. Kennedy keinen grausamen Weltkrieg begonnen hat, auch wenn der ukrainisch-sowjetische Diktator nicht wirklich ein "Gott" ist.

Im Jahr 2006 veröffentlichte der bekannte Journalist und Geopolitik-Experte Peter Scholl-Latour sein Buch mit dem Titel Russland im Zangengriff*. Der Westen fühlt sich dabei sicher, dass er die Schrauben der Konfrontation immer weiter drehen kann, und dass er am Ende am großmachtpolitisch längeren Hebel sitzt. Dies jedoch könnte eine verhängnisvolle Täuschung mit unübersehbar negativen Folgen sein.
So wurden auch die Demonstrationen in der Ostukraine gegen die westliche ukrainische Übergangsregierung immer heftiger, aber dieses Mal fuhren keine westlichen Politiker hin wie zum Maidan-Platz und schüttelten die Hände. Im übertragenen Sinne: Als "Volk" gilt nur, wer den Westkurs befürwortet. Derweil hat für die Demonstranten und Ex-Aufständischen auf dem Maidan, die sich als Kontrollinstanz für die faktisch von ihnen eingesetzte Übergangregierung in Kiew verstehen, der Krieg schon begonnen: "Die Maidaner sehen sich im Krieg mit Russland" (welt.de, 10.3.2014). Einzelne Aufständische erklärten auch vor der Kamera im Interview mit Spiegel-TV, dass sie bereit zum Töten und zum Sterben seien im Krieg gegen "Putin" (10.3.2014).
Und über eine Ukrainerin heißt es bei welt.de: "Wenn die 36-jährige Kiewerin etwas zu essen braucht, dann geht sie zu einem ihrer vielen Freunde auf den Maidan. Oder sie stellt sich kurz in die Schlange vor einer der Suppenküchen auf dem Platz der Unabhängigkeit." Auf dem Maidan-Platz sorgt vor allem die römisch-katholische Kirche durch Gratis-Essen für die gute Laune der Aufständischen und hält diese apokalyptisch anmutende Parallelwelt, die sich als Speerspitze im "Krieg mit Russland" fühlt, am Laufen.
Ob die Kriegsherren unter den führenden Politikern dabei am eigenen Leib und in ihrer Seele ahnen, was Aufstand, Sanktionen und Krieg für die einfache Bevölkerung bedeuten würde, ist sehr unwahrscheinlich. Wann endlich distanzieren sie sich wenigstens von Christus und bekennen sich auch öffentlich zu den Mächten, an die sie sich in Wirklichkeit gebunden haben?

Nobelpreisträger Solschenizyn attackiert "Absichten des zivilisierten Westens"

Noch drastischer als Rolf Hochhuth interpretiert der 2008 verstorbene Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn die Strategien westlicher Regierungen und ihre Militärführungen.
In der Welt am Sonntag vom 21.6.1998 warf der Nobelpreisträger "den USA, Frankreich und Großbritannien vor, Russland getäuscht zu haben. Sie hätten Gorbatschow versichert, die NATO niemals nach Osten ausdehnen zu wollen. Erst auf dieses Versprechen hin zogen sich die sowjetischen Truppen aus Osteuropa zurück. Solschenizyn wirft dem Westen außerdem vor, Russland versklaven und möglicherweise sogar aufteilen zu wollen" (zitiert bei Das Weisse Pferd Nr. 19/1998).
Solschenizyn wörtlich: "Entsprechend der Schwächung Russlands bis hin zu einem chaotischen Zustand, werden die auf uns bezogenen Absichten des zivilisierten Westens immer weniger verheimlicht, und blindwütige politische Feinde Russlands wie [Ex-USA-Außenminister] Kissinger oder [Ex-USA-Sicherheitsberater] Brzezinski äußerten sich nicht nur einmal in aller Öffentlichkeit dahingehend (ein ´überflüssiges Land` auf der Landkarte) ..." (Russland im Absturz, Wien 1999, S. 35). Wenn das alles so stimmen würde, wer weiß, was dann alles noch so in den Köpfen aggressiver Militärstrategen "durchgespielt" wird. Faktisch ist Russland das flächenmäßig größte Land der Erde mit neun Zeitzonen und bei einer Aufteilung des Landes infolge eines von außen geschürten "chaotischen Zustands", wie Solschenizyn befürchtet, würden sich die Machtverhältnisse in Europa und Asien natürlich erheblich verschieben.
Doch ausgerechnet Henry Kissinger kritisierte das Verhalten des Westens 2014 scharf. "Die Dämonisierung von Wladimir Putin ist keinen Strategie ... Der Westen muss verstehen, dass die Ukraine für Russland niemals nur ein fremdes Land ist" (zit. nach ntv.de, 6.3.2014). Das liegt daran, dass ca. 18 % der Bevölkerung der Ukraine Russen sind und die russische Sprache als Muttersprache sogar noch weiter verbreitet ist, im Osten des Landes als Sprache der großen Bevölkerungsmehrheit. Im Osten, wo die Menschen überwiegend Russisch sprechen, wird in enger Zusammenarbeit mit dem russischen Nachbarn offenbar auch der größte Teil des Bruttosozialprodukts erwirtschaftet, und dort hat man mit dem Maidan-Aufstand der in Richtung USA und Westen drängenden nationalistischen Oligarchen nicht viel zu tun.
Auf der Krim sind sogar die große Mehrheit der Bewohner Russen, und in manchen Landesteilen im Osten sind immerhin teilweise fast 40 % der Bevölkerung Russen. Henry Kissinger weiß das und könnte seine Landsleute einmal darüber informieren. Der Hauptgrund für die Eskalation liege nach Kissinger aber bei den ukrainischen Politikern selbst: "
Die Politiker der Ukraine hätten die Kunst des Kompromisses nicht verstanden und würden stets versuchen, ihren Willen der jeweiligen Gegenseite aufzuzwingen" (ntv.de). Und hier müssen sich vor allem die deutschen Politiker fragen, wie viele Milliarden Euro aus den deutschen Steuereinnahmen sie einseitig einer der beiden ukrainischen Konfliktparteien überreichen wollen, solange überhaupt nicht gewählt wurde und gar nicht klar ist, wohin das Geld aus den Steuereinnahmen Deutschlands dann gepumpt wird. Vielleicht in einen Krieg, der ja auch schon ausgerufen wurde?

Der westliche Wahn, die objektive Wahrheit zu vertreten, während der Gegner angeblich lüge

Fakt ist: Viele westliche Politiker, vor allem aus den USA und aus Deutschland, treiben die Isolierung Russlands - vor der Rolf Hochhuth wegen der großen Kriegsgefahr schon 1998 eindringlich warnte - auch 2014 weiter, verbunden mit fortgesetzten Attacken auf den russischen Staatschef und die Regierungen Russlands; und zwar seit vielen Jahren mit der ihnen eigenen Arroganz, immer die "Guten" zu sein und dafür auch Gewalt anwenden zu dürfen; egal ob als Staatsgewalt oder als Revolutions- und Aufstandsgewalt. Dazu gehört auch die junge papsttreue römisch-katholische UN-Botschafterin der USA, Samantha Power, die Russland am 19.3.2014 "Landraub" auf der Krim vorwarf. Sie hatte sich mit einem Buch für diesen Posten "qualifiziert", in dem sie den USA vorgeworfen hatte, bis jetzt zu wenige Kriege geführt zu haben, um damit angeblich "humanitäre" Katastrophen zu verhindern. Sie gilt folglich als Hardlinerin für militärische Interventionen der USA, die ja immer nur aus "humanitären" Gründen im Dienste des "Guten" gegen die "Bösen" weltweit Kriege führen. Jeder Krieg lässt sich mit solchen Phrasen begründen.
Zum Vergleich
: Auch die Dogmenlehre des Katholizismus ist davon durchzogen, auf Seiten des "Guten" und der "Wahrheit" zu stehen, bis hin zu pathologischen und absurden Zuspitzungen, und die Kirche ließ in ca. 1700 Jahren immer zum Schwert greifen und die "Schwerter" segnen.
"Obama droht Putin mit völliger Isolierung" hieß es beispielsweise am 2.3.2014 (focus.de). Wobei den "Republikanern", der zweiten Großpartei in den USA neben den "Demokraten", das immer noch nicht weit genug geht, Welt.de schreibt beispielsweise über "die Angriffe der Republikaner auf Barack Obama, der als Schwächling geschmäht ... wird" (6.3.2014). Soll er damit in einen Krieg getrieben werden, dessen Ausmaße sich jetzt noch gar keiner vorstellen kann? "Niemand glaubt mehr an Amerikas Stärke", so lästert der 2008 dem evangelischen Präsidenten Obama unterlegene ebenfalls evangelische Vietnam-Jagdbomber und Präsidentschaftskandidat John McCain, weil ihm die Pläne, Russland zu isolieren, nicht weit genug gehen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/krim-krise-us-republikaner-werfen-obama-schwaeche-gegenueber-putin-vor-a-956742.html). Der offizielle Anglikaner John McCain ist regelmäßiger Kirchgänger der evangelisch-baptistischen Kirche (idea-spektrum Nr. 37/2008) und freut sich natürlich, dass mit Alexander Turtschinow jetzt ein Baptisten-Pastor verfassungswidrig an die Spitze der Ukraine befördert wurde (vgl. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-125300662.html) . Man ist sozusagen unter sich, auch im Missbrauch des guten Namens von Jesus, dem Christus.
Was würde McCain denn tun? Und was würden andere unter Seinesgleichen tun? Die Welt steht wahrlich am Abgrund, und ein Teil ist auch schon in den Abgrund gefallen. Die Dämonen von Gewalt und Gegengewalt, die beispielsweise durch einen Aufstand herbei gerufen werden, zielen - einmal entfesselt - auf Zerstörung und diese Zerstörungen fressen sich immer weiter voran und holen früher oder später auch die ein, die sich noch "sicher" wähnen.


Von der Goldenen Regel aus der Bergpredigt des Jesus von Nazareth "Alles, was ihr wollt, das euch der Nächste tut, das tut ihr ihnen zuerst" (oder als Sprichwort: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu") ist man an diesem wie an allen anderen Konflikt- oder Kriegsschauplätzen dieser Welt meilenweit entfernt, vor allem, weil die Institutionen Kirchen die Bergpredigt von Jesus zur weltfremden Utopie erklären (vgl. hier). Dabei könnte gerade mit der Einbeziehung der Goldenen Regel eine Politik zum größeren Wohl der Menschen gemacht werden, welche eine Umkehr von der bisherigen Kriegspolitik der letzten Jahrtausende andeuten würde. Doch wie gesagt: Gerade Politiker, die sich zu Unrecht auf Christus berufen, tun hier ganz bewusst das Gegenteil. Auch wenn es darum geht, selbstkritisch zuerst den Balken im eigenen Auge zu entfernen. Diese Lehre von Christus wird ebenfalls ignoriert. Da ist es auch nur Folklore und Maskerade, wenn der Papst vor seinen Predigtworten zur Ukraine zwei gezüchtete weiße Tauben von seinem Balkon auf dem Petersplatz in Rom fliegen ließ. Bezeichnenderweise wurden sie auch sofort von einem Raben und einer Möwe attackiert - ein Zeichen, dass die Friedensbotschaft nicht stimmt (siehe hier). Und so nehmen die Dinge weiter ihren Lauf in eine andere Richtung.

Sturz des ukrainischen Präsidenten war verfassungswidrig, Abkommen für eine "Übergangsregierung der nationalen Einheit" wurde gebrochen

Russische Politikwissenschaftler befürchteten nach dem kurzen Krieg mit Georgien im Jahr 2008, dass "die USA als nächstes in der Ukraine versuchen, eine bewaffnete Konfrontation mit Russland zu provozieren" (Ria Novosti, 14.8.2008), wie sie es formulierten, und sie haben ihrer Regierung aus diesem Grund damals empfohlen, "Kontakte zu anderen Ländern unter Ausschluss der USA herzustellen". Kurze Rückblende: "2008 war es dem georgischen Präsidenten Saakaschwili nicht gelungen, den Roki-Tunnel und damit den militärischen Zugang nach Transkaukasien zu versperren", schreibt taz.de (3.3.2014).
Tatsache ist, dass die Regierung der USA von Anfang an den Aufstand von russlandfeindlichen Oppositionsgruppen in Kiew als angeblichen "Kampf" des "ukrainischen Volkes" offenbar bedingungslos unterstützte, während man die zu diesem Zeitpunkt völkerrechtlich legitime und im übrigen auch demokratisch gewählte Regierung ständig ignorierte bzw. sie brüskierte und ihr drohte. Und hier ging es ganz offensichtlich nicht um Korruption.

Als die drei EU-Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens am 21.2.2014 mit allen Konfliktparteien ein Abkommen über eine "Übergangsregierung der nationalen Einheit" abschlossen, wurde dies von der damaligen Noch-Opposition bereits am folgenden Tag gebrochen. Die rechtsradikalen Milizen wurden nicht - wie vereinbart - entwaffnet. Stattdessen wurden mehrere Mitglieder der mit der deutschen NPD verbündeten russlandfeindlichen Swoboda von den Barrikaden geholt und zu Ministern gemacht. Präsident Wiktor Janukowitsch wurde nach einer Abstimmung im Parlament gestürzt und in die Flucht getrieben, obwohl die dafür von der Verfassung vorgeschriebene Stimmenmehrheit von 75 % - wenn auch knapp - verfehlt wurde (welt.de, 13.3.2014). Nach dem völkerrechtlich illegitimen Aufstand also auch noch ein illegitimer Sturz der Regierung. Und sogleich wurde ein Gesetz, dass den Status der russischen Sprache als zweite Amtssprache in Regionen sichert, in denen überwiegend Russisch gesprochen wird, z. B. auf der Halbinsel Krim, sofort aufgehoben. Und einiges mehr, vieles davon verfassungswidrig; siehe z. B.  http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-125300662.html
Viele Politiker und Regierungsstellen vor allem im Osten der Ukraine sind brüskiert und versagen der mit der USA verbündeten rechtsnationalen verfassungswidrigen Übergangsregierung die Gefolgschaft. Svoboda übernahm auch gleich das Amt des Vizepremier, des Generalstaatsanwalts und die Führung im Sicherheits- und Verteidigungsrats - und das alles mit vehementer Unterstützung durch die USA-Regierung unter Führung des leidenschaftlichen Katholiken John Kerry. Diese behandelt das Abkommen mit den EU-Außenministern ebenfalls wie Luft und versucht stattdessen, die europäischen westlichen Staaten auf US-Kurs zu bringen. Und da die Telefone der europäischen Politiker aller Wahrscheinlichkeit nach von den US-amerikanischen Geheimdiensten abgehört werden (womit man sich praktisch abgefunden hat), ist der Verhandlungsspielraum dieser Politiker und mögliche Abweichungen von der USA nicht sehr groß.

Zur Erinnerung: "Fuck the EU", so der bekannt gewordene Ausspruch der für die Ukraine-Beziehung der US-Regierung zuständige Diplomatin Victoria Nuland (die eigentlich "Nudelman" hieß). In diesem Zusammenhang wurde unter US-Politikern bereits während der Zeit des Maidan-Aufstands abgesprochen, "welche Politiker der Opposition der nächsten Regierung in Kiew angehören sollen." (Wikipedia, Stand: 4.3.2014)
Wie werden diese Vorgänge wohl von den Politikwissenschaftlern bewertet, die 2008 eindringlich davor warnten, "dass die USA als nächstes in der Ukraine versuchen, eine bewaffnete Konfrontation mit Russland zu provozieren", um ihren Macht- und Einflussbereich weiter nach Osten ausdehnen und Russland schwächen zu können?

Afghanischer Präsident Karsai: "Extreme Wut" auf US-Regierung

Während die Regierung in den USA in der Ukraine viele Fäden entsprechend den US-Interessen zieht, beruhigt sie gleichzeitig die rechtsnationale Regierung Netanjahu in Israel und erklärt im Hinblick auf Verhandlungen mit der neuen Regierung des Iran selbstgerecht, man wollen den Iran ja nur "testen". Der gläubige Katholik und Vatikan-Fan John Kerry wörtlich:
"Wenn der Iran diesen Test nicht besteht, wird Amerika Israel nicht enttäuschen." Wenn die Regierung des Iran nicht alle Bedingungen der USA erfülle, werde wieder gedroht, so die US-Regierung unmissverständlich: "Wir werden das nicht zulassen - Punkt, Ende der Geschichte" (zit. nach frankenpost.de, 4.3.2014).
"Ende der Geschichte?" Solche Worte wecken bei immer mehr Menschen Angst, was die Regierung der USA damit meinen könnte.
Im Jahr 1981, während des damaligen Kalten Krieges, machte die Werbung eines US-Touristikunternehmens in Europa die Runde, die lautete: "Buchen Sie eine Reise nach Europa, solange es Europa noch gibt." (http://www.bildindex.de/obj00160924.html#|home)

Über 30 Jahre später platze dem Noch-Regierungschef Afghanistans Hamd Karsai nun im Hinblick auf die Regierung der USA völlig der Kragen. Spiegel.de berichtet von einem Interview Karsais mit der Washington Post, in dem dieser die Bilanz von ca. 12 Jahre Afghanistan-Krieg des Westens zieht:
"Afghanen seien in einem Krieg gestorben, ´der nicht der unsere ist`. Er sei sich sicher, dass die Offensive nach den Anschlägen in New York vom 11. September 2001 aus Gründen gestartet worden sei, die ´im Interesse der USA und des Westens` lägen. ´Richten Sie dem amerikanischen Volk meine besten Wünsche und meine Dankbarkeit aus`, sagte er der Zeitung. ´Richten Sie der US-Regierung meine Wut, meine extreme Wut aus.`" (4.3.2014)
Und fragen sich auch manche Ukrainer, ob sie vor allem "nützlicher" Mosaikstein geostrategischer Interessen sein sollen, die nicht ihre eigenen sind. (vgl. z. B. hier)

Mit John Kerry und dem vom Aufständischen zum Übergangspräsidenten gemachten Arsenij Jazenjuk sind nun zwei mächtige Politiker verbündet, denen ihr katholischer Glaube unter Androhung ewiger Hölle bei Nichtbeachtung vorschreibt, "dass in dieser ihrer [der Kirche] Gewalt zwei Schwerter sind, nämlich das geistliche und das zeitliche  ... Beide sind also in der Gewalt der Kirche, nämlich das geistliche Schwert und das materielle. Jedoch ist dieses  f ü r  die Kirche, jenes aber  v o n  der Kirche zu handhaben. Jenes in der Hand des Priesters, dieses in der Hand der Könige und Soldaten, aber auf die Zustimmung und Duldung des Priesters hin. Es gehört sich aber, dass ein Schwert unter dem anderen ist und die zeitliche Autorität sich der geistlichen Gewalt unterwirft" (Quelle und weitere Ausführungen dazu hier) - und die geistliche Gewalt, die gemeint ist, verschanzt sich hinter den Mauern des Vatikan. Und diese setzte ihre Interessen seit ca. 1700 Jahren immer mit dem Schwert durch.

Neue Waffen für die Ukraine aus Westeuropa?

Viele Ukrainer spürten von Anfang an die Bedrohung, die mit dem letztlichen Umsturz im Land verbunden sind. Focus.de schrieb beispielsweise: "So bangen Ukrainer um ihre Heimat: ´Das könnte der Anfang eines Weltkriegs sein`" (30.1.2014). Deutlicher sprach diese Befürchtung der Schriftsteller Rolf Hochhuth bereits am 28.5.1998 als eindringliche Warnung an den Westen aus: "Nato im Osten. Das gibt Krieg."
Am 18.2.2014 forderte der Box-Champion Dr. Vitali Klitschko eindringlich eine Intervention des Westens in der Ukraine, was das Szenario weiter verschärfte, sollte der Westen tatsächlich auf Seiten der Rebellen und späteren Übergangsregierung noch massiver eingreifen als er das ohnehin schon tut. So fragten sich auch Zeitungskommentatoren schon damals: Meint der Oppositionsführer damit eine "militärische" "Intervention"?

Zum Thema Militär noch einmal der Schriftsteller Rolf Hochhuth im Hinblick auf eventuell neue NATO-Mitglieder im Osten Europas:
"Wie könnten sie sich davor drücken, beträchtliche Prozente ihrer Staatsausgaben für neue Waffen auch aus Westeuropa auszugeben?"
Und hier kommen nun auch die
Interessen der Rüstungsindustrie ins Kalkül der Mächtigen. Deutschland ist mittlerweile der drittgrößte Waffenexporteur der Welt und würde bei einem NATO-Beitritt der Ukraine wohl dicke weitere Rüstungsaufträge aus dem Land erhalten. Und auch hier hat immer auch die Kirche ihr Interesse. Nur ein Beispiel: In keinem anderen Land werden so viele Kirchenbeiträge bzw. Kirchensteuern durch Waffenproduktion erwirtschaftet wie in Deutschland.

In der Ukraine ballte der Box-Champion Dr. Vitali Klitschko immer wieder seine Fäuste: "Als Drohgeste gegen die Regierung zeigt ´Dr. Eisenfaust` bei jedem Auftritt seine gefürchtete Rechte" (focus.de, 4.2.2013). Dabei war er noch nicht einmal der Radikalste, sondern kompromissbereiter als viele andere. Doch offenbar fließen bald hohe westliche Milliardensummen, wenn der Gegner schließlich doch k.o. geht bzw. abtritt. Das war schon in der Zeit abzusehen, als die alte Regierung noch an der Macht war. Da die Ukraine aber nicht zuletzt durch die Unruhen immer weiter in Richtung Bankrott trieb, bräuchte es dann zunächst eine Art "Rettungsschirm" des Westens bzw. Milliardenhilfen aus Deutschland und der EU, wobei andere EU-Staaten (Griechenland, Portugal, Spanien u. a.) ja selbst der Pleite nahe sind. Westlichen Wirtschaftsinstitute halten aufgrund der momentanen Entwicklung der "Bankrott der Ukraine für zunehmend wahrscheinlich". "Die Staatspapiere erreichen nach einer erneuten Abstufung Ramschniveau. Die Währungsreserven schmelzen." (ntv.de, 21.2.2014)

Die alte Regierung der Ukraine musste sich dem Westen beugen. Wer bezahlt das alles?

Doch woher die vielen, vielen fehlenden Milliarden nehmen? Die Rede war von erst einmal mindestens "35 Milliarden Euro" "Soforthilfe", was nicht annähernd reichen wird, wie Experten hinzufügen, um das am Bankrott taumelnde Land in den Westen zu "integrieren", wie es vor allem US-Politiker fordern (siehe unten). Durch die massiven Aufrüstungspläne nach der Aneignung der Halbinsel Krim durch Russland (Julija Timoschenko soll sogar von Atomwaffen gesprochen haben) hat es ohnehin den Anschein, als würde es sich zunächst um eine Finanzhilfe zum massiven Waffenkäufen und zur Aufrüstung sein. Doch von wem die Milliarden und Abermilliarden nehmen? Offenbar vor allem von Deutschland, nachdem ja immer wieder deutsche Politiker sich für den Umsturz vollmundig engagiert hatten, aus den Reihen der Großen Koalition und vor allem aus den Reihen der "Grünen". Und woher nehmen die deutschen Politiker die Millionen oder gar Milliarden für die Ukraine? Aus Steuererhöhungen? Warnende Stimmen schließen einen Kollaps des EU-Finanzsystems nicht aus.
Mit 600 Millionen Euro wollte die EU der Ukraine anfangs "helfen"? Der Betrag klingt eher lustig. Kein Wunder von daher, dass die frühere ukrainische Regierung das "Assoziierungsabkommen" mit der EU gekündigt hatte und lieber eine nähere Zusammenarbeit mit Russland angestrebt hatte, was den Aufstand auf dem Maidan-Platz ausgelöst hatte. Denn die Regierung Russlands bot immerhin 15 Milliarden Euro an Hilfe.
Vier Milliarden sollten es schließlich aus dem Westen werden zu Händen der neoliberal-faschistischen Übergangsregierung, so neue Überlegungen (spiegel.de, 28.2.2014), dann "elf Milliarden", so spätere Überlegungen. Eine Milliarde hat die USA dazu beigesteuert, das meiste muss wohl Deutschland zahlen, denn die hochgerüstete USA ist ja faktisch bankrott, versucht jedoch, von diesem Sachverhalt geschickt abzulenken, indem man die deutsche Regierung vordergründig in eine "Führungsposition" schiebt und Bundeskanzlerin Merkel für ihre "exzellente" Ukraine-Politik lobt.

Doch wofür sollen zwölf Milliarden reichen? Es müssten also noch weit höhere Milliarden-Summen zusammen getragen werden und zusätzliche Millionen- bzw. Milliarden-Schäden durch die geplanten Sanktionen gegen Russland ausgeglichen werden. Eine Idee dazu: Fürs erste könnten sich beispielsweise alle Bundestagsabgeordneten, die sich für den Aufstand und den Umsturz in der Ukraine engagiert haben (der die Krise ausgelöst hat), mit einem Monatsgehalt an der Soforthilfe beteiligen, Regierungsmitglieder vielleicht mit zwei Monatsgehältern. Dann verzichten die Bundestagsabgeordneten auf ihre zuletzt beschlossene Diätenerhöhung, sondern geben die geplante Erhöhung direkt weiter zur freien Verfügung an die Ukraine. Das tut nicht einmal weh, denn vorher hatten die Abgeordneten das Geld ja auch nicht.
In diesem Zusammenhang sahen manche Ukrainer den evangelisch-lutherische deutschen Außenminister Guido Westerwelle bereits als eine Art ersten "Hoffnungsbringer". In seiner Eigenschaft als Vizekanzler Deutschlands hatte er sich am 4.12.2013 bereits als erster namhafter westlicher Politiker unter die Demonstranten gemischt - nebenbei schon damals ein weiterer Affront gegenüber der damaligen Regierung der Ukraine. Denn was würde wohl die Bundesregierung sagen, wenn ein einflussreicher Minister aus dem Ausland nach Deutschland einreist, um dort gegen die Bundesregierung zu demonstrieren oder Regierungsgegner durch seine Anwesenheit aufzumuntern und zu unterstützen?

Am 18.2.2014 forderten dann vor allem die "Grünen" unter der Führung der lutherischen Theologin und ehemaligen Pfarrfrau Katrin Göring-Eckardt Sanktionen Deutschlands gegen die Ukraine, wenn die dortige Regierung ihren Versuch fortsetzt, den Aufstand in der Hauptstadt Kiew mit Polizeigewalt zu beenden. Die bis 2013 auch als Vorsitzende der EKD-Synode amtierende und damit als eine führende Protestantin Deutschlands fungierende Theologin war dazu eigens nach Kiew zu Besprechungen mit den Rebellen geflogen, und sie schlug schon am 6.2.2014 vor, der alten Regierung der Ukraine den Geldhahn abzudrehen: "Aber natürlich kann man auch schon jetzt dort, wo Konten im Ausland sind, dort, wo Gelder verschoben werden, dem nachgehen und danach schauen, wie man das unterbindet," so die Grünen-Vorsitzende. (deutschlandfunk.de, 6.2.2014)

Westliche Milliardenhilfe für eine kriegerische Konfrontation?

Für den einfachen Bürger in der Ukraine war es ohnehin schon schwierig, an Geld zu kommen. "Viele Banken in Kiew haben [schon lange] Bargeld-Abhebungen an Geldautomaten auf umgerechnet 50 Euro begrenzt (spiegel.de, 24.2.2014). Viele Ukrainer versuchen derzeit, ihr Ukraine-Geld, den Hrywnjain, in US-Dollar umzutauschen, doch die Banken blockieren und legen Limits fest. Russland hatte der Ukraine bereits drei Milliarden Euro an Hilfen überwiesen und wollte noch zwölf Milliarden nachlegen, doch der Westen hatte Russland ja scharf vor weiterer "Einmischung" gewarnt und stattdessen selbst in der Ukraine das Kommando mit übernommen. So hat er sich auch in die moralische Pflicht gebracht, ersatzweise für die ausbleibenden weiteren russischen Hilfen für die notwendigen Euros zu sorgen - in dem Sinne, wie es der Katholik und US-Außenminister versprochen hat: "Die USA und die Europäische Union stehen an der Seite des ukrainischen Volkes." Hatte er bei diesen Worten vergessen, dass die USA ebenfalls bankrott sind und nur durch dauernde Erhöhung der so genannten "Schuldenobergrenze" auf derzeit ca. 20 Billionen Dollar seine Zahlungsfähigkeit künstlich erhalten?
Hinzu kommt: Bei den 35 Milliarden Euro Soforthilfe war noch nicht an einen möglichen aggressiven Konflikt bzw. Krieg gegen Russland gedacht, den die Übergangsregierung zwischenzeitlich schon beschworen hat. Das heißt: Die ersten westlichen Milliarden bräuchte man wahrscheinlich für den Krieg.
Nachdem die ukrainische Übergangsregierung folglich auch noch zusätzliche "Soforthilfen" mit Waffen beantragte, kann man die Milliarden gar nicht mehr überblicken, die der Westen jetzt in diesen Konflikt hinein pumpen soll. Zudem warnt der Vorsitzende des Bundestagswirtschafsausschusses, Peter Ramsauer von der CSU, mit klaren Worten vor den vollmundigen Sanktionsverkündigungen gegenüber Russland: "Die Gelackmeiertsten wären wieder einmal wir Deutschen" (focus.de, 15.3.2014). Dafür darf die Bundesregierung dann aber wie eine Großmacht auftreten und sich wie kein anderes Land in den Konflikt Russland-Ukraine einmischen.

Und was wird bei einem EU-Beitritt der Ukraine passieren, den Neu-Ministerpräsident Jazenjuk am 27.2.2014 bereits verkündet hat? "Die jungen und gut qualifizierten Arbeitnehmer [werden] in Richtung Westen auswandern ... Ganze Regionen der Ukraine werden personell ausbluten" (Walter Ruffler, Leserbrief in der Frankfurter Rundschau, 27.2.2014). So wie es heute schon kaum noch Ärzte in Bulgarien und Rumänien gibt, da man als Arzt in Deutschland weit mehr verdient. Die Schere zwischen Arm und Reich geht auch dabei immer weiter auseinander.
Was bringt also diese massive Einmischung des Westens? Zum Beispiel konnte die US-Army nun im Schwarzen Meer in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Russland im März 2014 ein Seemanöver zusammen mit den NATO-Vasallenstaaten Bulgarien und Rumänien durchführen - offiziell, um diesen Ländern militärisch "beizustehen".

Bibelgläubiger evangelischer Fernsehmoderator contra Jesus

"Die Rede von [Pfarrer] Joachim Gauck ... gehört zu den größten, die ein Bundespräsident je gehalten hat ... Nur wer die Bibel missversteht, lehnt den ´Einsatz des Schwertes` (Apostel Paulus) grundsätzlich ab. ´Mit der Bergpredigt kann man die Welt nicht regieren`, sagte Altbundeskanzler Schmidt zu Recht."

(Peter Hahne, Fernsehmoderator (u.a. Heute-Journal) und Autor, von 1992-2009 Mitglied des Rates der EKD und bis heute Kuratoriumsmitglied der konservativ evangelischen Initiative ProChrist in: Bild am Sonntag, 2.2.2014).

Laut dem einflussreichen evangelischen Medienmann und Buchautor war Jesus also ein Utopist, dessen Ratschläge ungeeignet sind, um in dieser Welt zu regieren.
Wer Ohren hat zu hören, hört, was sich allmählich wieder zusammenbraut. Warum Jesus dann wohl die Bergpredigt so ausgesprochen hat, wenn ihr Inhalt nicht für die verantwortlichen Oberen dieser Welt taugen soll?
Die evangelische "Alternative" bzw. der Gegensatz zu Jesus ist in dieser Ausgabe von Der Theologe ausführlich dokumentiert. Dafür sollte man den guten Namen von Christus aber nicht mehr länger missbrauchen und sich nur noch "lutherisch" nennen oder eben "katholisch", aber nicht mehr "christlich". (vgl. auch hier)

Martin-Luther-Medaille für russische Punk-Frauen Pussy Riot?

Parallel zu den Unruhen in der Ukraine sorgen einzelne Kräfte auch in Russland immer wieder für "Unruhe". Dies kann man im Zusammenhang betrachten. So ist während der Olympiade 2014 in Sotschi in Russland am gleichen Tag, an dem die Aufständischen in der Ukraine das Gebäude der Regierungspartei stürmen wollten, am 18.2.2014, die Frauen-Musikband Pussy Riot, mit Strumpfhosen maskiert, öffentlich erneut in "Aktion" getreten ("riot" = Aufruhr, Tumult, Volksaufstand, Randale, Krawall). Vor der Kulisse der Olympischen Spiele sollte damit die Regierung Putin öffentlich attackieret werden. Ein regierungsfeindlicher Film wurde dabei gedreht, der dann wieder an die westlichen Medien verschickt wurde. Denn die Frauen werden vom Westen hofiert und nahezu als Heldinnen verehrt, und fast alle ihre Worte werden in den westlichen Medien abgedruckt. So können sie sich mit ihrem Protest offenbar auch ihren Lebensunterhalt verdienen. Ihr Ziel ist die "Vertreibung" der russischen Regierung und eine neue Regierung, und zu den bisherigen Aktionen zählten: Öffentlicher Gruppen-Sex im Museum; Aufstellung eines großen Penis-Kunstwerks; Beschmieren von Plakaten mit der eigenen Notdurft, also mit Fäkalien; Verfilmung, wie eine Musikerin sich einen Teil eines getöteten Huhns in ihre Scheide schiebt; Eindringen in die orthodoxe Hauptkirche Moskau, um die dort verehrte "Jungfrau" Maria singend und schreiend aufzufordern, sie möge die Regierung Putin aus dem Land jagen und ähnliches.
Inwiefern diese und ähnliche Aktionen "westliche Werte" repräsentieren oder auf diese hinweisen sollen, mag jeder selbst ermessen.
Die jungen Studentinnen bzw. Musikerinnen gehören auf jeden Fall zu den ständigen Kandidaten für die Auszeichnung mit der deutschen Martin-Luther-Medaille. So schrieb der überzeugt lutherische Grünen-Europa-Politiker Werner Schulz, der auch von 2003-2009 im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags saß: "Pussy Riot hat den Luther-Preis verdient"; und zwar aufgrund ihres "furchtlosen" Kampfes für ein "freies Russland", bei dem sie ihrem "Gewissen" gefolgt seien (welt.de, 8.11.2012).
"Freies Russland", "freies Irak", "freies Afghanistan", "freies Libyen", "freies Syrien", "freie Ukraine" - die Wortwahl "freies XY-Land" ist dabei nicht sehr ermutigend. Und würden die selbsterklärten jungen Feindinnen der derzeitigen Regierung des russischen Riesenreiches 2014 tatsächlich diese kirchlich-westliche Auszeichnung erhalten, würde eigentlich nur noch eine Audienz beim Papst fehlen.

Der Ost-West-Konflikt ist wieder entbrannt - Wer gibt nach?

Der Ost-West-Konflikt ist also wieder entbrannt. Und die einseitige Stimmungsmache von Politikern ist dabei nicht neu, und es läuft im krassen Gegensatz zur Lehre von Jesus auch hier meist nach dem Motto: "Wir sind im Recht, und der andere ist schuld, der andere ist der ´Böse`, dem werden wir es jetzt mal zeigen, wer der Stärkere ist, wir drohen ihm, denn wir wollen die Macht und wir haben die Macht".
Der Menschheits- und Weisheitslehrer Jesus riet den Menschen in seiner Bergpredigt jedoch, immer zuerst den "Balken im eigenen Auge" zu finden und zu entfernen, bevor der "Splitter im Auge des Gegners" zum Thema wird. Und das gilt natürlich genauso für alle anderen Bereiche der Politik und des persönlichen Lebens.


Da die früheren Regierungsvertreter der Ukraine und die Regierungsmitglieder Russlands einschließlich Präsident Wladimir Putin sich allerdings auch als "Christen" bezeichnen, nämlich als Christen orthodoxer Konfession, hätten sie in diesem Sinne natürlich auch einfach vor den Drohungen des Westens kapitulieren und der früheren Opposition in der Ukraine bzw. der EU und den USA nachgeben können, was in der Ukraine zumindest teilweise auch geschah. Und sie könnten in diesem Sinne auch auf der Krim nachgeben.
Wer in einem gewaltsamen Kampf nachgibt, würde damit auch die Last auf der eigenen Seele vermindern. Denn dadurch kann zunächst weiteres Töten vermieden werden. Denn auf der anderen Seite hat sich gezeigt, dass die ehemaligen ukrainischen Rebellen und teilweise jetzigen Minister nicht nachgeben und die westlichen Politiker ihre massive Einmischung auf Seiten der Aufständischen und ehemaligen Opposition ebenfalls nicht beenden wollten.
So würden Außenstehende auch erkennen, wie die mit zweierlei Maß messenden katholischen und evangelischen Politiker der westlichen Länder dann stattdessen die Probleme in dem nahezu bankrotten Land zu "lösen" versuchen und wie nun die ehemalige Opposition dann das Land reagiert und wie diese dann ihrerseits mit späteren Demonstrationen und Gewaltausbrüchen umgehen würde. Die Chance zur Besinnung und zur Umkehr ist jedoch jedem Beteiligten gegeben, und gerade die Kirchenchristenheit kennt seit ihrer Entstehung das 5. Gebot, das schlicht lautet: "Du sollst nicht töten."

So erlebte Europa also in den ersten Wochen des Jahres 2014 das erneute Aufflammen des Ost-West-Konflikts, was sich schon seit längerer Zeit abzeichnete und wobei die Ukraine nur ein Mosaikstein ist. Die EU unter Führung Deutschlands und Frankreichs und mit den USA im Hintergrund haben also mittels massiver Sanktionsdrohungen und Sanktionen gegenüber der Regierung in der Ukraine die Entwicklung im Land im westlichen Sinne gesteuert, was westlich orientierte Ukrainer als eine Chance sehen, weil sie glauben, dass es ihnen im westlichen Einflussbereich besser gehen würde als im östlichen, was bedeutet: dass ihnen mehr Geld zur Verfügung stehen würde oder bessere berufliche Möglichkeiten.
Der Osteuropa-Experte der Bundesregierung Gernot Erler machte jedoch unmissverständlich klar, "dass die Ukrainer künftig den Gürtel enger schnallen müssten. Gaspreise müssten angehoben und die Staatsausgaben gekürzt werden, was sich auf Renten und Gehälter auswirken werde" (focus.de, 24.2.2014). Und was dann? Würden sich die ukrainischen Nationalisten das gefallen lassen?
Auf dem Maidan-Platz in Kiew, auf dem sich dank der massiven Einmischung des Westens die Gewalt und der Druck der Straße gegenüber den staatlichen Organen durchgesetzt hatte und wo Menschen weiter nach ihren eigenen Regeln leben, mit Waffen patroullieren und auf die Politik einwirken, erhielten zuletzt die "Ultranationalisten" unter ihrem Führer Dmitri Jarosch den stärksten Applaus - mehr noch als die radikale Gegnerin der früheren Regierung Julija Timoschenko, die gegenüber den Ultras jedoch als noch gemäßigt gilt (spiegel.de, 24.2.2014). Jarosch wurde von der illegitimen Überrangsregierung zum Vize-Chef des Nationalen Sicherheitsrates gemacht. Russland sucht ihn per Haftbefehl, weil er Bombenanschläge auf russische Einheiten im Nordkaukasus forderte. Und von Russland verlangt der Westen allen Ernstes, dass er diese nie von der Bevölkerung gewählten Leute als rechtmäßige Regierungsvertreter anerkennt, die z. B. auf der Krim in Zukunft über die russischen Schwarzmeerflotte bestimmen können und aus deren Kreisen schon zu einem "Marsch auf die Krim" aufgerufen wurde, als diese noch ukrainisch war (Frankfurter Rundschau, 28.8.2014), um die Stationierung dieser Flotte dort zu beenden.
Spiegel.de schreibt in diesem Zusammenhang weiter: "Kein Russe würde es Putin verzeihen, wenn er diese Stadt, die Flotte und die Familien der Marinemänner in die Hände ukrainischer Nationalisten fallen ließe und die Familien der Marinemänner in die Hände ukrainischer Nationalisten fallen ließe." Und wie würde der Westen dann in diesem Zusammenhang reagieren?

Das Übergangs-Staatsoberhaupt ist Evangelischer Pastor, der neue Präsident überzeugter Katholik

Zu der bisherigen Opposition und zur neuen Regierung gehört an führender Stelle auch die mit der deutschen NPD verbündete "russenfeindliche" Partei Swoboda bzw. Svoboda, die vom jüdischen Weltkongress auch als "neonazistisch" eingestuft wird. Ein großer Teil der Todesopfer in der Ukraine waren offenbar "Aktivisten" von Svoboda, die mit Gewalt Polizeiabsperrungen zu durchbrechen versuchten. Deren Anführer Oleh Tjahnybok war mit Dr. Klitschko als Oppositionsführer öffentlich aufgetreten. So "rühmt" Svoboda "den Kampf ukrainischer Kollaborateure an der Seite der Hitlertruppen. Die Waffen-SS-Division ´Galizien`, rekrutiert aus westukrainischen Nationalisten, habe, so Swoboda, doch ´nur an der Front gegen die Bolschewiken gekämpft`" (spiegel.de, 4.3.2013). Im Jahr 2004 rief Parteichef Oleg Tjagnibok dazu auf, "Russensäue, Judenschweine und andere Unarten" zu bekämpfen (ntv.de, 28.3.2014). Als er deshalb vor Gericht kam, verteidigte ihn Oleg Machnizki, der wie weitere rechtsradikale Aufständische einen hohen Posten bekam, Machnizi als neuer Generalstaatsanwalt.
Und zur bisherigen Opposition gehören eben auch "bewaffnete rechte Milizen" (Die aus der Ukraine stammende Piraten-Politikerin Marina Weisband in spiegel.de, 20.2.2014), die sich auch nicht an frühere "Waffenstillstandsabkommen" mit der alten Regierung halten wollen, sondern den bewaffneten Kampf fortsetzen wollen, bis ihre Forderungen alle erfüllt sind. So gingen die Milizen im Parlament aus und ein und schüchterten die Politiker ein, als die neue ausschließlich aus dem Aufstand entstandene Spontan-Regierung sofort die Abmachung mit den EU-Außenministern gebrochen hatte, z. B. eine Regierung der "nationalen Einheit" zu bilden. Was würde also passieren, wenn auch die neue Regierung nicht deren Vorstellungen entspricht oder die Milizen gar entwaffnen will? Die Zukunft wird es zeigen.

Interessant ist hierzu noch eines: Gerade wo faschistische oder radikale "rechte" Kräfte an die Macht drängten, war im 20. Jahrhundert der Vatikan nicht weit, z. B. in Italien, Spanien, Kroatien, Österreich, der Slowakei, Deutschland, Argentinien, Chile, und einigen Länder mehr.
Der Vatikan ist immer die dunkelgraue Eminenz im Hintergrund, die ihre Vorstellungen über die katholischen Politiker durchsetzen möchte. Am 5.2.2014 meldete sich etwa der (wie Außenminister John Kerry) dem Papst "unterworfene" US-Vizepräsident Joe Biden zu Wort. Und der Katholik "erklärte" dem damaligen Präsidenten der Ukraine die Vorstellungen des Westens für eine neue ukrainische Regierung.
Der Ex-CDU-Abgeordnete und Journalist Jürgen Todenhöfer schreibt über seinen Besuch in der Ukraine: "Überall in Kiew sah ich Hakenkreuze. Ernährt habe ich mich auf dem Maidan von den deftigen Butter- und Speckbroten, die es hier umsonst gibt" (bild.de, 6.3.2014). Vom wem? Von der
Caritas, also der römisch-katholischen Kirche.
Nun wird die massive Einmischung des Westens aber dazu führen,
"sich auch um den Übergang zu rechtsstaatlichen Verhältnissen, um die Wahrung der territorialen Einheit und um eine  ´europäische Perspektive` kümmern" zu müssen (taz.de, 26.2.2014) und nebenbei auch die weiter anhaltenden bewaffneten Unruhen auf dem Maidan-Platz in Kiew [6.3.2014] und an anderen Orten zu beenden sowie alle Verwüstungen der letzten Monate irgendwann reparieren zu helfen (einschließlich dem Ruin von Geschäftsinhabern), sowie zerstörte Strukturen neu aufzubauen usw. Dabei stellt sich für den Pressebeobachter in Deutschland erst allmählich heraus, was im Westen lange verschwiegen wurden: In anderen Landesteilen denken viele Menschen ganz anders als die vatikanisch verköstigten Aufständischen auf dem Maidan-Platz. Die letzten demokratischen Wahlen hatte ja auch die Regierung Janukowitsch an die Macht gebracht.

US-Außenminister John Kerry huldigt dem Vatikan

Auch der Vatikan hat handfeste Machtinteressen in der Ukraine. Es geht um die Rückeroberung der orthodoxen Kirchen für die römisch-katholische "Weltkirche" und ihre Unterwerfung unter Rom, was verklausuliert so formuliert wird, dass man den Völkern des Ostens das Papsttum "schenken" möchte.
Und während die römisch-katholische Caritas die Barrikadenkämpfer in Kiew verpflegt und die verwundeten Aufständischen medizinisch versorgt*, tun katholische Politiker das Ihrige für die Interessen des Westens und der Kirche, darunter John Kerry. Er wurde am 14.1.2014 im Vatikan von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin empfangen und sagte in diesem Zusammenhang:

"It was a privilege for me as the first Catholic secretary of state in about 32 or 33 years ... to talk with the new secretary of state there about the broad array of issues that we face together across the world. And on a personal level, it was a thrill for me to be able to do that; as an altar boy as a young kid, I would never have imagined that I would have been crossing the threshold of the Vatican to meet, as secretary of state, with the secretary of state of the Holy See." (zit. nach http://catholicnewsherald.com/features/vatican/195-news/roknewspager-vatican?start=525, 14.1.2014)

Deutsche Übersetzung: "Es war eine Ehre für mich als den ersten [US-amerikanischen] katholischen Außenminister innerhalb von 32 oder 33 Jahren, mit dem neuen Kardinalstaatssekretär über die breite Palette von Themen sprechen zu können, denen wir auf der Welt gemeinsam ins Auge schauen. Und für mich persönlich war es eine freudige persönliche Erregung, dies tun zu können; als ein Altarjunge (Ministrant) als junges Kind hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich die Türschwelle des Vatikans überschreiten könnte, um als Außenminister den Außenminister des Heiligen Stuhls treffen zu können."

John Kerrys Aufgabe ist es laut Kirche, als Politiker in seinem Amt den Interessen seiner Kirche zu dienen. (z. B. hier)

* Was auch immer das alles für Leute sind bzw. womit und wie sie überhaupt ihren Lebensunterhalt verdienen, ist nicht so klar. Offenbar sind unter den Aufständischen auch Krieger aus dem Ausland. Ein Kämpfer aus Weißrussland wurde getötet. Ein Kämpfer aus Russland behauptet: "Es sind Söldner dort aus verschiedenen Ländern, aus den USA, aus Deutschland ..." (focus.de, 4.3.2014)
Auch in Syrien kämpfen ja Tausende von ausländischen Söldnern Seite an Seite mit den USA-unterstützten Aufständischen gegen die Regierung Assad.

Als Übergangspräsident und damit Staatsoberhaupt wurde erst einmal ein evangelischer Pfarrer gewählt. Pastor Alexander Turtschinow (oder: Turtschynow) ist Parteigänger von Julija Timoschenko, und Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Kirche, der Baptisten, der stärksten evangelischen Konfession in den USA. Und auch die Evangelisch-Lutherische Kirche setzt ihre Hoffnung jetzt auf Julija Timoschenko (siehe hier).
Bekanntester Vertreter der Baptisten in den USA ist wiederum Pastor Billy Graham, der in den bisherigen Ost-West-Konflikten und Kriegen wohl der jeweils einflussreichste Berater aller Präsidenten der USA war, offenbar in enger Abstimmung mit dem Vatikan. So war Graham auch "zufällig" am Umsturz in Polen 1980 beteiligt, der wiederum vom Vatikan indirekt mitfinanziert wurde.

Der unheilvolle Einfluss der kirchlichen Religion

Und dazu passt dann auch, dass als neuer Ministerpräsident und Regierungschef Arsenij Jazenjuk gewählt wurde, der engste Vertraute von Julija Timoschenko. Der neue starke Mann gehört dabei der Minderheit der Ukrainisch Griechisch-Katholischen Kirche an (ca. 13 % der Einwohner), die treu dem Papst in Rom unterworfen ist und die der Vatikan als Sprungbrett nützen möchte, um auch die orthodoxen Kirchen wieder Rom zu unterwerfen. "Na also", so denkt sich vielleicht jetzt so mancher im Vatikan. "Auch das ist unser Mann".
Dr. Vitali Klitschko stammt demgegenüber aus dem jüdischen Umfeld und gilt dort unter anderem als "Held unserer Zeit" (bild.de, 5.2.2014; http://www.bild.de/politik/inland/vitali-klitschko/ukraine-krise-zentralrat-der-juden-dieter-graumann-unterstuetzt-klitschko-34538976.bild.html). Würden deren Anhänger auf die großen Gottespropheten des Judentums hören, dann dürften sie keinen kriegerischen Kurs befürworten. Denn die Gottespropheten wie Jesaja, Jeremia, Daniel, Amos usw. lehrten das Gesetz von Saat und Ernte und waren immer gegen Krieg und kriegerische Auseinandersetzungen. Und wenn sie Gegner Israels kritisierten, dann auch die Politiker des eigenen Volkes mit dem gleichen Maßstab oder gar strenger.
Insgesamt fällt auf, dass anscheinend keine oder kaum Mitglieder der orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats an der Spitze der Aufstandsbewegung und Übergangsregierung standen und stehen. Dieser Kirche gehört jedoch der größte Teil der Einwohner an. Daneben gibt es die "international nicht anerkannte" orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats, aus der offenbar ebenfalls kaum Aufstands-Politiker stammen, die jedoch den Umsturz unterstützte. Es dominieren die dem Papst unterstellten römisch-katholischen Politiker bzw. auf deutscher Seite die Lutherischen.
Beide Großkonfessionen stürzen die Welt mehr und mehr in den Abgrund. Denn sie verschweigen das eherne Gesetz von Saat und Ernte, wonach jede Aggression auf den Verursacher zurückfällt und wonach alles, was einen trifft, letztlich selbst verursacht ist. Würden sie daran glauben, wäre ihnen klar, dass Aufstände, Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen die Situation immer verschlimmern. Auch verhöhnen sie die Bergpredigt des Jesus von Nazareth als Utopie. Darin lehrt er die Feindesliebe und fordert bei Erregungen über das Fehlverhalten anderer den sich Aufregenden dazu auf, zunächst den "Balken im eigenen Auge" zu entfernen, der der tiefere Grund dafür ist, warum der "Splitter im Auge des Nächsten" überhaupt eine solche Erregung hervor ruft. Oder anders formuliert: Das eigene Unrecht wird auf den Nächsten projiziert, der in der Regel zwar auch diese Fehlhaltung hat. Aber man ist blind für das Unrecht, das man selbst verursacht, denn der Balken scheint im eigenen Kopf regerecht verschraubt. Deshalb sollte man sich auch nicht christlich nennen, sondern eben nur katholisch oder lutherisch, denn man erlaubt das Töten im Krieg und agiert vor allem nach den Handlungsanweisungen des kriegerischen Martin Luther: "Sündige tapfer und glaube noch tapferer" und "Der Glaube allein genügt."

Nach diesem antichristlichen Muster des tapfer Sündigens und der Verhöhnung der Bergpredigt des Jesus von Nazareth hat auch der katholisch-lutherische Westen in der Ukraine einen gewaltsamen Aufstand angefeuert und unterstützt, der völkerrechtlich legitimen Regierung mit Sanktionen gedroht, wenn sie diesen beenden wollte, den Bruch eines Friedensabkommens durch ihre Günstlinge gerechtfertigt, die verfassungswidrige Absetzung des Präsidenten legitimiert, eine nicht legitime Übergangsregierung aus Günstlingen und Faschisten mit gebildet und dann abgesegnet statt der im Abkommen vereinbarten "Regierung der nationalen Einheit", dem bis dahin mit der Ukraine eng verbundene Russland jegliche Einmischung untersagt (obwohl Millionen von Russen in der Ukraine betroffen sind), alle massiven Maßnahmen (wie Verhaftungen von andersdenkenden Gouverneuren, Entlassungen von Andersdenkenden u.a.) der illegitimen Übergangsregierung unterstützt, alles ganz "selbstverständlich". Erst als die russische Regierung darauf hin die ehemals zu Russland gehörende Krim besetzte und sich dafür die Zustimmung von 96,6 % der überwiegend russischen Bevölkerung holte, wurde laut geschrien, dass dies ein Völkerrechtsbruch sei und die nächsten Stufe der Eskalation mit Sanktionen eingeleitet, während der Gegner weiter täglich beschimpft wurde wie schon die Monate zuvor.

Bankrott und ohne Wahlen in die EU?

Der Übergangs-Staatsoberhaupt, Pastor Turtschinow, amtierender "Nachfolger" des gestürzten orthodoxen Präsidenten Janukowitsch, verlangte von der Regierung Russlands bereits, dass diese "die europäische Wahl der Ukraine anerkennt und berücksichtigt" (zit. nach idea-spektrum Nr. 9, 26.2.2014). Dabei hatte doch überhaupt noch keine Wahl stattgefunden, nur ein Umsturz, der gar nicht verfassungsgemäß legitimiert war, da die dafür erforderlichen 75 % Stimmenmehrheit im Parlament verfehlt wurde und nur 72 % der Abgeordneten für die Abwahl des Präsidenten stimmten. Doch auch einer knapper Verfassungsbruch ist eben ein "Staatsstreich" und der gestürzte Präsident ist weiterhin der laut Verfassung rechtmäßige. Außerdem sind die Mehrheitsverhältnisse in der Bevölkerung im ganzen Land völlig anders als auf dem Maidan-Platz, und ob die östlichen und südlichen Provinzen die neue durch den Aufstand entstandene verfassungswidrigen Zentral-Regierung überhaupt anerkennen, ist mehr als fraglich, und es wird immer wieder von Demonstrationen von pro-russischen Bürgern berichtet.

Derweil prüfte die Armee Russlands ihre "Gefechtsbereitschaft" an der Grenze zur Ukraine und hat die Kontrolle über die Halbinsel Krim, wo seit dem 19. Jahrhundert russisches Militär stationiert ist, übernommen, auch um dort die Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit von der Ukraine und einem Anschluss an Russland durchführen zu können, bei der es eine Zustimmung von 96,6 % gab. Der Ukrainer und frühere sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow hatte "in Wodkalaune" (der Publizist Peter Scholl-Latour) die überwiegend von Russen bewohnte Krim 1954 der Ukraine "überraschend" "geschenkt", damals allerdings nichtsahnend von der Entwicklung 50-60 Jahre später. Uns so mancher fragt sich: Sollte ein solches unglückliches "Geschenk", eventuell unter Alkoholeinfluss, später am Ende einen Weltkrieg auslösen können?

1954 - Überraschung: "... und plötzlich gehörte die Krim zur Ukraine"
Seit 170 Jahren war die überwiegend von Russen bewohnte Halbinsel Krim völkerrechtlich unbestritten ein Teil Russlands. Bis der Ukrainer Chruschtschow in Moskau an die Macht kam ...
http://www.welt.de/geschichte/article125628675/Und-ploetzlich-gehoerte-die-Krim-zur-Ukraine.html
Nikita Chruschtschow "schenkte" der Ukraine aus Anlass des 300jährigen Jubiläums der Vereinigung von Russen und Ukrainern 1954 eigenmächtig diese Halbinsel.

1999 - Im Kosovo hat der Westen das Völkerrecht gebrochen
"Auf einer Podiumsdiskussion nannte der SPD-Altkanzler [Gerhard Schröder] das russische Vorgehen auf der Krim einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Mit dem erhobenen Zeigefinger solle man jedoch vorsichtig sein, ´weil ich es selber gemacht habe`, schränkte er gleich ein. Für die Krim sei der Kosovo die Blaupause. Da wie dort würde formal die UN-Charta verletzt." (fr-online.de, 10.3.2014)
Gerhard Schröder wörtlich: "Da haben wir unsere Flugzeuge nach Serbien geschickt und die haben zusammen mit der Nato einen souveränen Staat gebombt - ohne dass es einen Sicherheitsratsbeschluss gegeben hätte." (zit. nach ntv.de, 10.3.2014)
"Auch das von der Krim-Regierung angesetzte Referendum zur Abspaltung von der Ukraine und zum Anschluss an Russland verglich er mit der vom Westen unterstützten Unabhängigkeitserklärung des Kosovo von Serbien."
(fr-online.de, 10.3.2014)
Russland lehnte dies aber, hat sich dann aber entschieden, still zu halten und sich beugen.


2014 - Römisch-katholische Kirche macht Russland für Kriegsgefahr verantwortlich
Während die römisch-katholische Kirche den gewaltsamen Aufstand auf dem Maidan-Platz in Kiew von Anfang an tatkräftig unterstützte und die Aufständischen mit kostenlosem Essen versorgt, macht sich die Kirche jetzt auch Gedanken über den Krieg und die Kriegsgefahren. Dass Jesus gegen Krieg war, verschweigt sie - weil die Kirche in krassem Gegensatz zu Jesus immer für den Krieg war, wenn es im eskalierenden Konfliktfall zwischen Staaten um die Durchsetzung ihrer Interessen ging. Interessen hat sie auch jetzt in der Ukraine.

Der Erzbischof und scheidende Vorsitzende der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz Robert Zollitsch sagte dazu neben den kirchenüblichen allgemeinen "Friedens"-Appellen wörtlich:
"´Wir müssen feststellen, dass es offenbar das feste Ziel der Russischen Föderation ist, der Ukraine die Halbinsel Krim zu nehmen`, sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Münster. ´Damit ist die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung in Europa gegeben.`" (focus.de, 10.3.2014)
Zum voraus gegangenen Umsturz und seinen Hintergründen und möglichen Folgen sagte er nichts. Der durch den pro-westlichen Aufstand in der Ukraine an die Macht gekommene Arsenij Jazenjuk ist "orthodoxer" Katholik und der katholischen Lehre und dem Papst unterworfen.
(z. B. hier)

In der Ukraine hat dann am 27.2.2014 Pfarrer Turtschinow das Kommando über die Armee der Ukraine an sich gezogen, und der evangelische Theologe hat Russland im Hinblick auf die Krim sogleich "mit scharfen Worten gewarnt". Gleichzeitig ließ er das von pro-russischen Demonstranten besetzte Parlamentsgebäude in der Krim von Polizeieinheiten umzingeln, die dann ihrerseits von "prorussischen Kräften" vertrieben wurden. Neu-Regierungschef Jazenjuk hat dann wenige Stunden nach seiner Wahl auch gleich klar gestellt: Ukraine geht in die EU (obwohl überhaupt noch keine Wahlen stattgefunden haben und viele Ukrainer gar nicht in die EU wollen) und die Halbinsel Krim soll nicht aufgegeben werden (offenbar auch nicht, wenn die Bevölkerung dort anders entscheidet; dann würde die freie Entscheidung des "Volkes" in diesem Fall eben nicht akzeptiert). So wird man sehen, wie sich die "Opposition von gestern" nun als "Regierung" erweist und ob alles jetzt friedlicher, kompromissbereiter und besser wird und der Wohlstand einzieht.
Irgendwann wird dann auch Bilanz gezogen: Was hat der vom Westen mit großen Worte und Gesten und mit Treuebekundungen unterstützte und "erfolgreiche" Aufstand auf dem Maidan-Platz in Kiew letztlich gebracht? Welche Dominosteine werden nun der Reihe nach umfallen? Und wohin wird er Europa führen? Die beiden neuen mächtigen Männer sind auf jeden Fall die beiden Vertrauten der "Gasprinzessin" Timoschenko, einer von der katholischen Kirche, der andere von einer evangelischen. Doch auch die dritte kirchliche Konfessionsmacht steht in der vordersten Front. Die Pfarrer einiger ukrainisch-orthodoxer Konfessionen zogen in kirchenüblicher Art Waffen segnend vor die Panzer der Ukraine, nachdem unter anderem der Box-Champion Dr. Klitschko die Generalmobilmachung am 1.3.2014 gefordert hatte.
Nachdem die Regierung Russlands einen Militäreinsatz auf der Halbinsel Krim erwog (zur näheren Kommentierung dieses Konfliktherds siehe die aktuelle Presseberichterstattung), reagierte auch die Regierung der Ukraine. Am 1.3.2014 erklärte der durch den Umsturz zwischenzeitlich an die Macht gekommene Pastor Turtischnow: "Ich gebe den Befehl, alle Militäreinheiten in volle Kampfbereitschaft zu versetzen" (ntv.de, 1.3.2014). Wie meistens also bei Vertretern der Kirche: Im "Ernstfall" für den Krieg. Diese Verhaltensweise hat auch dieser Ausgabe des "Theologen" den Namen gegeben.

Katholischer Ministerpräsident und evangelischer Pfarrer im Präsidentenamt wollten Blutbad auf der Krim - Doch Militär meutert und verweigert Schießbefehl

Der durch den Umsturz als Übergangs-Ministerpräsident und dem Papst in Rom untergeordnete Katholik Arsenij Jazenjuk verkündete am 2.3.2014 dann sogar direkt den "Krieg". Wörtlich: "Eine Intervention [auf der Halbinsel Krim] wird der Beginn eines Krieges und das Ende aller Beziehungen sein" (zit. nach fr-online.de, 2.3.2014). Was solche und ähnliche Worte in der Vergangenheit für unzählige Menschen auf dem Planeten Erde bedeuten, das hat die Kriegsverkünder mitsamt allen Kriegsherren noch nie interessiert, wenn nur die Durchsetzung ihrer Interessen voran gebracht würden. Erst als russische Truppen sich verstärkt auch im Grenzgebiet zur Ostukraine sammelten, wo die Übergangsregierung zuvor einen russlandfreundlichem Gouverneur verhaften ließ, konzentrierten sich die "Kriegsüberlegungen" der ukrainischen Übergangsregierung mehr Richtung Ostgrenze.
Von wem hat sich der papsttreue Vertraute der Gasprinzessin Timoschenko dafür den Segen bzw. vielleicht sogar eine Art Blankoscheck für sein Vorgehen geholt? Vom Papst in Rom? Von USA-Präsident Obama? Von der EU? Der katholische ukrainische Übergangspräsident ließ auch später keine Gelegenheit aus, die Krise weiter anzuheizen und den östlichen Nachbarn weiter zu brüskieren und ihm zu drohen - so z. B. am 18.3.2014, als er die völlig ungeklärten Todesumstände eines ukrainischen Soldaten, der aus einem Hinterhalt erschossen wurde, der Regierung Russlands sogleich als "Kriegsverbrechen" anlastete. Zwei Tage später stellte sich heraus, dass es ein 17jähriger faschistischer Jugendlicher aus der West-Ukraine war, also aus dem eigenen Lager, der auch einen pro-russischen Demonstranten erschossen hat, um durch die Morde den Konflikt weiter aufzuheizen, was ihm beim Übergangspräsidenten auch gelungen war.
Der vom Westen hofierte Putsch-Präsident forderte die ukrainischen Soldaten auch auf, ihre Stützpunkte auf der Krim gegenüber Russland mit Waffengewalt zu verteidigen [19.3.2014]. Doch durch deren Weigerung, zu den Waffen zu greifen, haben sie Jazenjuk nicht die Möglichkeit gegeben, Russland ein zweites Mal "Kriegsverbrechen" zu unterstellen. Russische Soldaten sind vielfach auch unbewaffnet gekommen (spiegel.de, 19.3.2014). Durch die Besonnenheit der meisten ukrainischen Soldaten, nicht auf Pfarrer Turtschinow und Laien-Katholik Jazenjuk zu hören, wurden weitere Eskalationen und Todesopfer zunächst vermieden.
Dies wurde mittlerweile von der Putsch-Regierung der Ukraine offiziell bestätigt: "´Bedauerlicherweise"” hätten die Kapitäne selbst vor Ort über ihr Vorgehen entschieden, sagte [Übergangs-Verteidigungsminister] Tenjuch. ´Um ein Blutvergießen zu vermeiden, haben sie nicht auf Waffengewalt zurückgegriffen.`" (bild.de, 23.3.2014)

Als Rom untergeordneter Laienkatholik soll sich Arsenij Jazenjuk nach dem "Canon" Nr. 227 aus dem Codex Iuris Canonici richten: "Die Laien haben das Recht, dass ihnen in den Angelegenheiten des irdischen Gemeinwesens jene Freiheit zuerkannt wird, die allen Bürgern zukommt; beim Gebrauch dieser Freiheit haben sie jedoch ... sich nach der vom Lehramt der Kirche vorgelegten Lehre zu richten." Weiterhin trifft hier der Lehrsatz Nr. 2442 aus dem katholischen Weltkatechismus zu: "Es ist nicht Sache der Hirten der Kirche, in die politischen Strukturen und die Organisation des Gesellschaftslebens direkt einzugreifen. Diese Aufgabe gehört zur Sendung der gläubigen Laien ..." Das heißt: Der Papst in Rom greift nicht direkt ein, aber er kann seine Leute entsprechend instruieren im Sinne von "Gut gemacht" oder "So nicht". Denn erhebt die Romkirche den absoluten Anspruch: "Wir erklären, sagen und definieren nun aber, dass es für jedes menschliche Geschöpf unbedingt notwendig zum Heil ist, dem Römischen Bischof unterworfen zu sein" (als unfehlbar erklärter Lehrsatz Nr. 875, zit. nach Denzinger/Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen; siehe hier)

Der Versuch der Maidan-Regierung der Ukraine, Öl ins Feuer des Konflikts zu gießen, wirft auch noch einmal die Frage auf: Wer hat die Demonstranten und die Polizisten auf dem Maidan-Platz eigentlich erschießen lassen? Beide Male die gleichen Täter, so viel ist bekannt. Und warum klärt die Übergangsregierung das Massaker nicht auf, sondern versucht, auch das dem russischen Präsidenten Putin anzulasten, während die Indizien in eine ganz andere Richtung gehen?
Eine weitere Frage stellt sich angesichts der Erfahrungen aus dem Georgien-Krieg 2008. Damals hieß es:
"Hinter jedem Minister, hinter jedem leitenden Beamten, hinter jedem führenden Militär [in Georgien] steht ein Berater aus den USA" (Der Oppositionspolitiker Chatschischwili in Spiegel online, 15.9.2008). Und waren das damals eigentlich alles für Leute? Einflussreiche Politiker? Berater? Könnte man zu dem einen oder anderen auch sagen "Agent"? Und wie ist das bei der Putsch-Übergangsregierung in Kiew? Was alles wird nichtöffentlich abgesprochen?
Und deswegen die weitere Frage: Welche Interessen stecken alles hinter dem Konflikt? Dazu gehört auch, von anderen Krisenherden abzulenken, z. B. einem drohenden Kollaps des Finanzsystems. Und Kriege hatten in der Vergangenheit auch immer die "Möglichkeit" gebracht, durch das "Kriegsrecht" Maßnahmen durchzusetzen, die in "Friedenszeiten" nicht durchsetzbar sind.

Wer gilt als "Volk"?

Es gibt im Ukraine-Konflikt viele Informationslücken. Was beim Thema der "Nationalitäten" auch weitgehend verschwiegen wird: Der westliche Teil des Landes war früher der Osten Polens. Siehe z. B. die Karte links (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license, NNW (talk)). Die Stadt Lwiw bzw. Lwow, die heutige Hauptstadt der Westukraine und Hochburg der rechtsradikalen Kräfte (die im dortigen Regionalparlament die stärkste Partei sind), lag bis 1939 tief im Inneren Polens. Schon seit dem 14. Jahrhundert ist die Stadt polnisch, zwischen 1772 und 1918 gehörte sie gar zur Habsburger Monarchie Österreich-Ungarn. Im August 1945 wurde der Staat Polen dann nach Westen verschoben. Viele bis dahin deutsche Landesteile (Schlesien, große Teile von Pommern und Ostpreußen) wurden nun Teil Polens, während bis dahin östliche Landesteile Polens an die Sowjetunion fielen und nun "West-Ukraine" genannt wurden. Die beiden Landesteile des heutigen Staates Ukraine haben also eine völlig andere politische und kulturelle Entwicklung hinter sich (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Lemberg). Ex-EU-Kommissar Günter Verheugen wirft den heutigen EU-Politikern dabei vor, durch Blindheit den Konflikt maßgeblich mit zur Eskalation gebracht zu haben: "Europäische Politiker erwiesen sich als blind für die innenpolitischen Spannungen zwischen der Ost- und der Westukraine." (spiegel.de, 19.5.2014; siehe hier)

Und während sich die westlichen Politiker in dem Streit über den künftigen völkerrechtlichen Status der Halbinsel Krim verbeißen, gibt es dort zumindest hin und wieder andere öffentlich geäußerte Meinungen - auch wenn die "Grünen" im Europaparlament mit einem Antrag gescheitert sind, Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder von der SPD per Parlamentsbeschluss zum Schweigen aufzufordern.  So schreibt z. B. Wolfram Weimer, Verleger und Ex-Chefredakteur der Zeitungen Die Welt, Berliner Morgenpost und Focus, Gründungsherausgeber von Cicero: "
Wenn die überwältigende Mehrheit der Menschen auf der Krim zu Russland gehören will, muss man das nicht gewähren lassen? Was ist dort mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker? Kann Europa das einfach ignorieren?" (spiegel.de, 4.3.2014)
Doch genau das bahnt sich an. Während die USA ca. 10.000 prowestliche und teils gewalttätige Demonstranten in Kiew mit dem "Volk" gleich setzte und durchsetzte, dass dieses von der katholischen Caritas ernährte Barrikaden-"Volk" die Regierung stürzen und eine neue Regierung bestimmen darf, gelten die 2,5 Millionen Einwohner der Krim (davon ca. 1,5 Millionen Russen) nicht als "Volk", obwohl sie im Unterschied zu den Maidan-Aufständischen nicht zur Gewalt griffen, sondern Stimmzettel ausfüllten. Sie hätten laut USA und der vorherrschenden Linie im Westen nicht über ihre Regierung und über ihren völkerrechtlichen Status entscheiden dürfen. Die bekannte Folge: Sanktionen, Androhung von weiteren Sanktionen, Kriegsdrohungen.

So ist das also: Ein "Volk" oder ein "Völkerrecht" gibt es für diese Art von Machtpolitikern nur, wenn es sich für die eigenen Interessen instrumentalisieren lässt; nicht aber zu Beginn des Jahrtausends in Serbien, wo man den Kosovo-Albanern gegen den erbitterten Widerstand der Regierung in Belgrad das Recht zugestand, sich von Serbien, zu dem der Kosovo völkerrechtlich gehörte, abzuspalten. Dabei hatte die NATO den ungeliebten jugoslawischen Machthaber Slobodan Milosevic und seine Regierung längst weggebombt - ein militärisches Eingreifen, das zwischenzeitlich die Kämpfe zwischen Serben und Albanern massiv eskalieren ließ. Die neue jugoslawische Regierungen in Belgrad waren nun aber westfreundlich. Umgekehrt ging die Regierung des vom Westen gegen das Völkerrecht durchgesetzten zweiten albanischen Staates Kosovo aus der UCK-Armee hervor, die einen blutigen Aufstand und Partisanenkrieg mit unzähligen Opfern gegen die damalige jugoslawische Regierung führte und dann gewann, als ihr die NATO zu Hilfe kam. Dabei wird im Westen meist verschwiegen: "Es waren die UÇK-Kämpfer, die den Konflikt durch den offenen Angriff auf Ordnungskräfte Serbiens - eines russischen Verbündeten - eskalieren ließen" (sueddeutsche.de, 21.3.2014).
Die Abtrennung des Kosovo von Serbien geschah schließlich gegen den Willen Russlands, doch der "Kreml", wie die russische Regierung manchmal bezeichnet wird, hielt still. So wie er widersprach, aber still hielt, als die völkerrechtswidrige westliche "Koalition der Willigen" gegen die UNO-Entscheidung und aufgrund von verbreiteten Lügen über die irakische Regierung den Irak angriff.
Zum Vergleich
: ... wie Russland widersprach, aber still hielt, als die NATO Libyen ohne UNO-Mandat mit Bomben übersäte (die UNO erlaubte nur eine NATO-kontrollierte "Flugverbotszone" für die damalige Regierung Libyens). Russland widersprach auch, hielt sich aber zurück, als der Westen als Nächstes in Syrien einen Aufstand förderte und  zum Krieg eskalieren ließ, der bis heute Hunderttausende von Opfern forderte und wo westliche Regierungen weiterhin durch massive Waffenlieferungen oder andere Unterstützungen von Aufständischen die Regierung stürzen will.
Erinnert sei auch, wie der Westen entgegen den Versprechungen bei der Wiedervereinigung Deutschlands in Polen einen Raketenschirm neu aufbaute und die russische Regierung auch dies unter Protest hinnehmen musste, obwohl der polnische Regierungschef zugab: "Wir haben den Rubikon überschritten", also die "rote Linie" (vgl. hier).
Im Westen rechtfertigt man seine Sanktionen und Verurteilungen gegenüber Russland im Jahr 2014 jedoch nach dem Motto: "Meine Völkerrechtsbrüche waren weniger schlimm als deiner" (sueddeutsche.de, 21.3.2014). Noch unberücksichtigt wird dabei, wie man aufgrund der Gier nach Macht täglich ca. 40.000 Menschen verhungern und an Unterernährung sterben lässt, weil man im geostrategischen Poker gewinnen will und den eigenen Macht- und Profit-Interessen alles, aber auch wirklich alles geopfert wird. Und hier sind alle Politiker in allen Ländern betroffen.
Und das alles hat nicht das Allergeringste mit Jesus, dem Christus zu tun, weswegen alle Politiker, die sich auf ihn berufen, zumindest zugeben sollten, dass dieser Mann für sie nur insofern interessant ist, als er am Kreuz hängt und seinen Mund hält
. Und da sich auch die orthodoxen Politiker Osteuropas "Christen" nennen, gilt der Maßstab des Christus auch für sie, oder es müsste auch von ihnen eine Distanzierung von Christus erfolgen.
Wer sich für Christus entscheidet, für den gelten auch seine Worte: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt". Doch die Befolgung seiner Lehren könnten auch die Gesellschaften dieser Welt von innen her zu Frieden und Versöhnung führen.

Die eigenen Interessen ersetzen Völkerrecht und Verfassungsrecht

 Doch davon ist man weiter denn je entfernt, wenn schon das "Völkerrecht" immer hinter die eigenen Interessen zurück treten muss, und diese haben mit Christus nichts zu tun. So wie die UNO für die USA-Regierungen nur eine Bedeutung hat, wenn diese Regierungen mit den UNO-Entscheidungen einverstanden sind. Entscheidet die UNO nicht wie von der USA-Regierung gewünscht - so wie 2003, als sie den USA kein "Mandat" für den Irak-Krieg gab - schert man sich nicht um UNO oder Völkerrecht. Man führte dann eben unter dem Vorwand von Anschuldigungen, die auch noch gelogen waren (der US-Geheimdienst hatte die Unwahrheit gesagt) völkerrechtswidrig den Krieg. An dieser Haltung hat sich bis heute nichts geändert. Das Völkerrecht wurde durch wieder durch das "Recht des Stärkeren" und die Interessen des Stärkeren ersetzt.
Und bei den meisten Spitzenpolitikern im Westen hat man eben andere Interessen als ein eventuelles "Selbstbestimmungsrecht der Bewohner" der Krim. Denn wenn man das in diesem Fall übergeht, würde diese Halbinsel Krim samt dem Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte an den Westen fallen und damit eine weitgehende militärische Kontrolle über das Schwarze Meer - was für ein Schachzug in den satanischen Machtpoker-Auseinandersetzungen "West contra Ost" in "dieser Welt".
Doch darüber redet man nicht, und das ist folglich das zweierlei Maß bzw. die Heuchelei, letztlich das Streben nach Herrschaft und Macht - wobei man die Bürger mit anderen "Gründen" für sein Handeln zu täuschen versucht.
So müssen sich auch die Regierungen Israels seit Jahrzehnten nicht an die UNO-Beschlüsse mit festgelegten Grenzen für die beiden beschlossenen Staaten in Palästina halten, sondern können die palästinensischen Teile besetzen und sich diese durch politisch motivierte Siedlungen Zug um Zug faktisch weiter aneignen. Was die UNO in diesem Fall sagt, ist für den Westen seit Jahrzehnten unbedeutend und wird immer den eigenen Interessen untergeordnet, die immer einen Blanko-Scheck für alle Handlungen der jeweiligen Regierungen Israels beinhalten.

"In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht immer um die Interessen von Staaten."
(Der SPD-Politiker Egon Bahr, zit. nach Frankfurter Rundschau, 28.8.2014)

Und sehr viele Bürger in Deutschland denken wie Marsili Cronberg, der seine Haltung bei spiegel.de mit den Worten auf den Punkt brachte: "Solange Europa aber eine illegitim an die Macht gekommene Regierung unterstützt, ist es heuchlerisch, Russland für sein Handeln zu verurteilen" (24.3.2014). Man könnte auch sagen: Zunächst ließ der Westen das Völkerrecht bzw. Verfassungsrecht in der Ukraine brechen - durch die Unterstützung des gewaltsamen Aufstands, den verfassungswidrigen Sturz samt Vertreibung des Präsidenten und den Bruch des von Außenminister Steinmeier mit ausgehandelten Friedensabkommens, das eine Regierung des nationalen Einheit vorsah. Stattdessen wählte der so genannte "Maidan-Rat" unter anderem Faschisten nicht nur die Regierung, sondern auch in Armeeführung, Staatsanwaltschaft usw., und die illegitime Regierung entließ Gouverneure und andere Entscheidungsträger, die legitim an die Macht gekommen waren und ersetzte sie durch eigene Parteigänger. Mit diesem antidemokratischen Vorgehen im Interesse der USA und des Westens waren Völkerrecht und Verfassungsrecht also bereits gebrochen, und die Regierung Russlands sah sich in der Folge dann auch nicht mehr daran gebunden. Und so stand jetzt die für die Regierung Russlands strategisch "bedeutsame" Schwarzmeerflotte unter dem Zugriff einer illegitimen antirussischen Regierung und teilweise faschistischen Armeeführung der Ukraine, nachdem die alte abgesetzt wurde oder zu Russland überlief wie nach russischen Angaben ca. 16.000 von 18.000 ukrainischen Soldaten auf der Krim, nach ukrainischen Angaben ca. die Hälfte.
So wählten die von der römisch-katholischen Caritas verpflegten Aufständischen auf dem Maidan auch Andrij Parubij zum mächtigen Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine. Parubij war "Mitbegründer der rechtsextremen Sozial-Nationalen Partei der Ukraine" (Wikipedia, Stand: 24.3.2014), kandidierte zwischenzeitlich für die rechte Timoschenko-Partei und gilt als enger Kooperationspartner des faschistischen Führers des "Rechten Sektors" Dmytro Jarosch, der auf dem "Maidan" in Kiew heftig umjubelt wird, um nur ein Beispiel zu nennen. Parubij provozierte sogleich mit der Durchsetzung der Visumpflicht für Bürger Russlands die gesamte Ost- und Südukraine, wo die Menschen diesseits und jenseits der Grenze leben, wohnen und arbeiten und wo sie "hüben und drüben" Familie und Verwandten habe und wo es für sie noch nie eine geschlossene Grenze gab, so dass Zigtausende bis jetzt täglich die Grenze problemlos überquerten. In der Vergangenheit forderte der neue mächtige Mann des Nationalen Sicherheitsrats aus dem Timoschenko-Clan auch einen "reinrassigen Staat" Ukraine nur mit reinrassigen Ukrainern (ntv.de, 28.3.2014). Und was bedeutet es, wenn Julija Timoschenko russischstämmige Ukrainer bei dem abgehörten Telefongespräch "mit Nuklerarwaffen erledigen" wolle? (spiegel.de, 28.3.2014). "Letzteres will sie zwar nicht so, sondern irgendwie anders gesagt haben", doch ist die milliardenschwere und ideelle Westunterstützung für die rechtsradikale Übergangsregierung für Hunderttausende russischstämmige Ukrainer Grund für große Beunruhigung.
Zehntausende Ukrainer sind auch empört über die "rechte" Übergangsregierung und schwenken russische Fahnen. Doch wie geht es dort weiter? Würde die NATO dort bald mit Soldaten West von Ost trennen, wenn sie die Ukraine auf Wunsch der westfreundlichen und faschistischen Politiker entgegen allen früheren Zusicherungen an Russland auch noch zum Mitglied macht?

Der Konflikt des Westens mit Russland beschäftigt täglich viele Menschen. Doch kaum jemand weiß noch, was der Westen im Jahr 1990 der Sowjetunion (und damit vor allem Russland) versprochen hat, um deren Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung zu erhalten. Gehalten hat er sich daran nicht, im Gegenteil, so dass sich die russischen Politiker betrogen fühlen. Wer sich neutral darüber informieren möchte, siehe einen Spiegel-Artikel aus dem Jahr 2009 unter http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67871653.html

Warum die Lage in der Ukraine nach dem Abkommen mit den EU-Außenministern aus Deutschland, Frankreich und Polen eskalierte, beschreibt spiegel.de unter der Überschrift Die fatalen Fehler der Regierung in Kiew - http://www.spiegel.de/politik/ausland/krim-krise-die-fatalen-fehler-der-kiewer-regierung-a-956680.html

Sehenswertes Interview mit Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank, einem Experten für Börsen und Weltwirtschaft, zu den geostrategischen Gründen des Krim-Konflikts mit dem Titel "Wir bezahlen am Ende die Rechnung" - http://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Wir-bezahlen-die-Rechnung-am-Ende-article12462696.html

Erhard Eppler, ehemals SPD-Minister und mittlerweile 87 Jahre alt, schreibt in der Süddeutschen Zeitung einen Beitrag unter dem Titel Putin, der Mann für Böse, der so manches deutlich macht: http://www.sueddeutsche.de/politik/russlands-praesident-wladimir-putin-mann-fuers-boese-1.1909116 - ein sehr großer Unterschied zum Niveau heutiger SPD-Politiker.

Wie die durch den Maidan-Aufstand an die Macht gekommene Übergangsregierung der Ukraine die Bewohner im Süden  und Osten des Landes brüskiert. "Kiews Regierung riskiert einen Bürgerkrieg", schreibt spiegel.de in http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-kiews-regierung-ist-zum-scheitern-verurteilt-a-960461.html


Es geht um die Macht, um Ablenkung und um das Ausleben der unterbewussten Abgründe

Von den Politikern wird ohnehin immer alles gedreht und gewendet, wie man es gerade braucht: Im Krim-Konflikt stellt der Westen die "territoriale Integrität der Ukraine" als höchstes "verteidigungswürdiges" Gut dar, also das "überraschende" "Geschenk" des sowjetischen Diktators und Ukrainers Chruschtschow, der wohl aus persönlichen Motiven als Ukrainer "in Wodka-Laune" (Peter Scholl-Latour) 1954 die Krim verwaltungsmäßig von Russland weggenommen und stattdessen der Ukraine zugeordnet hatte. Doch ist das wirklich der entscheidende Grund für den Konflikt oder stecken noch ganz andere Überlegungen dahinter?

Als es um das Jahr 2000 um die "territoriale Integrität" Jugoslawiens und später Serbiens ging, waren - wie gesagt - solche Überlegungen für den Westen nämlich unbedeutend. Obwohl die Provinz Kosovo völkerrechtlich eindeutig Teil Serbiens war und auch weiterhin ist, unterstützte der Westen den Aufstand und Krieg der damaligen Kosovo-Untergrundarmee UCK und bereitete mit den völkerrechtswidrigen NATO-Bomben des Kosovo-Krieges (Jugoslawien hatte den Westen nicht angegriffen) schließlich die Abspaltung des Kosovo von Serbien und die Gründung eines zweiten albanischen Staates in Europa vor. Und bis heute ist die Bundeswehr vor Ort, um diese völkerrechtswidrig herbei gebombte Konstruktion zu "schützen". Und dass man kurz zuvor in der Ukraine mit der Unterstützung des Maidan-Aufstands und mit dem verfassungswidrigen Sturz des Präsidenten (die verfassungsmäßig  vorgeschriebene Mehrheit für einen Sturz wurde gar nicht erreicht) völkerrechts- und verfassungswidrig handelte, das gesteht man sich eben zu und nennt dafür "Gründe". Der Gegner Russland wird jedoch verurteilt und mit Sanktionen überzogen, wenn er ebenfalls eine Grenze ändern möchte und dafür "Gründe" nennt, die wahrscheinlich auch nicht die eigentlichen sind, die sich der Westen aber wie ein Spiegel vorhalten lassen muss. Denn dieser ist nicht der unumschränkte Weltherrscher, der sich mit Gewalt und ohne Gegenreaktionen alles heraus nehmen könne, was er wolle.
Was die aktuellen Debatten um "Selbstbestimmungsrecht", "Völkerrecht", "Verfassungsrecht" betrifft, sind das dann also die eigentlichen Antriebsfedern der Konfliktparteien? Oder sind es nur formaljuristische Fassaden, mit denen letztlich rechthaberische Schattengefechte geführt werden. Folgerichtig wirft auch einer dem anderen Verlogenheit vor. Fragt man nach den eigentlichen Gründen und "sündhaften" Abgründen für einen Konflikt und versucht man den wunden und aggressiven Seelenzuständen näher zu kommen, um von daher zumindest etwas klügere Entscheidungen treffen zu können, müssten ganz andere Fragen gestellt und werden.
Z. B.: Wer verdient wie das meiste Geld? Wer bekommt wie die meisten Macht? Was verbindet die serbische Bevölkerung mit dem Kosovo? Wollen die Albaner eigentlich zwei albanische Staaten oder wäre nicht einer sinnvoll? Wie lange kann die Bundeswehr Serben und Albaner trennen? Wo wurde eigentlich der Hass gesät und wo wurden Brücken gebaut? Wer verspricht sich größere Vorteile von der einen oder der anderen Entscheidung?
Oder neben den Fragen nach Geld und Macht in der Ukraine: Wer wohnt eigentlich auf der Krim und was denken die Menschen selbst? Ist das ukrainische "Heimaterde" oder wie kam eigentlich die Halbinsel zum Staat Ukraine? Welche Rolle spielte die Krim in der Geschichte Russlands? Was haben dort Russen und Ukrainer für Besitztümer oder Interessen? Welches ist die militärstrategische Bedeutung der Halbinsel? Ist es vorstellbar, diese Interessen "abzugleichen", so dass nicht einer der Gewinner und einer der Verlierer sein muss? Ist vielleicht eine so genannte "Deeskalation" möglich, wenn jeder einen Teil des Kuchens bekommt? Spielen Hass und Rachegefühle eine Rolle? Gibt es Bodenschätze in der Nähe oder ist die Halbinsel ein geeigneter Stützpunkt für ihre Ausbeutung? Will ich den anderen ko. sehen und die eigene Partei oben auf? Bemüht sich eigentlich jemand um das Wohlergehen der Bewohner dort oder sind sie einem gefühlsmäßig völlig egal?
Wenn man unabhängig von eiskalter Juristerei und Rechthaberei an das Thema heran geht: Was käme denn eigentlich in diesem Rahmen dem Wert der "Gerechtigkeit" am nächsten, wenn es auch noch lange nicht gerecht ist?
Zur Verdeutlichung: Christlich ist ein solches Geschacher um Macht und um Land damit noch lange nicht, selbst wenn man sich um einen Interessenausgleich bemühen würde, was aber gar nicht geschieht. Immer geht es dabei um das "Trenne, binde und herrsche", und das ist eben das satanische, das dämonische bzw. teuflische Prinzip. Eine Voraussetzung für ein christliches Handeln wäre zunächst die Einsicht, welche lautet: "Ich bin nur Gast auf Erden." Warum: Um meine Seele höher zu entwickeln, und das ist nicht möglich, wenn jemand darauf beharrt: "Mein Land, meine Stadt, meine Region, mein Haus, mein Grund und Boden, mein Ego, meine Waffen, mein Interesse", was sich gut zusammenfassen lässt in den Besitzanspruch "Mein Sarg." Und ist es nicht pervers, wenn sich zwei Hotelgäste so massiv um das scheinbar beste Hotelzimmer streiten, das sie für einen kurzen Zeitraum beziehen möchten, dass sie schließlich das ganze Hotel in die Luft sprengen? Doch auf diesem Tief-Niveau bewegen sich viele und versuchen, möglichst viele mit nach Unten zu reißen.
Doch jeder Beteiligte, der eine schrittweise Umwandlung des Satanischen für möglich hält, könnte zumindest einmal damit anfangen, diese unheilvollen Verstrickungen nach und nach aufzuarbeiten. Wer in diesem Sinne denkt, der könnte z. B. den Kommentar des ehemaligen SPD-Ministers Erhard Eppler zum Konflikt lesen, siehe http://www.sueddeutsche.de/politik/russlands-praesident-wladimir-putin-mann-fuers-boese-1.1909116

Und wer die Verstrickungen wirklich lösen will, der könnte dazu für sich auch den Grundsatz aufstellen: "Mein Land", das gibt es nicht. Denn jeder Mensch muss diesen Planeten irgendwann wieder verlassen, und irgendwann ist das Land unübersehbar nicht mehr "mein". Dazu eine weitere Frage: Wer sagt eigentlich, dass der Planet Erde den Gewaltmenschen gehört? Oder wer gibt ihnen das Recht, sich als alleiniger Eigentümer des Erdplaneten aufzuführen und andere Bewohner wie die Tiere milliardenfach zu massakrieren und auszurotten?

Was hinter den Kulissen brodelt ...

"An den Finanzmärkten kursiert eine gigantische Schuldenlast. Nach Berechnungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sind weltweit Anleihen im Volumen von gut 100 Billionen Dollar im Umlauf - 43 Prozent mehr beim Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008." (spiegel.de, 9.3.2014)


Doch die unheilvolle Ethik, nach der nahezu überall und im immer krasseren Gegensatz zu Jesus von Nazareth gehandelt wird, und die alles noch schlimmer macht, lautet eben unverhohlen: "Was meinen Machtinteressen dient, sei gut, was ihnen nicht dient, sei böse", auch wenn dies in wohl klingendere Formulierungen verpackt wird - siehe dazu oben. So wird dann eine schöne Verpackung gesucht, um die eigene machtpolitischen Entscheidung nach außen gefällig zu präsentieren: Mal ist es eine bestimmte Regierung, der die "Völkergemeinschaft" die Stirn bieten und sie beseitigen muss, mal ist es "territoriale Integrität", ein andermal das "Selbstbestimmungsrecht eines Volkes", ein andermal die "Stabilität der Region" usw. Man findet immer das jeweils Passende, um die eigenen Ego- und Machtinteressen geschickt zu verschleiern. Und wenn nicht, gibt es immer noch die Möglichkeit, die verbündete Interessengruppe in einem Land als "Volk" zu bezeichnen, diese dann zu finanzieren und mit deren Hilfe dann eine bestehende Regierung zu stürzen wie z. B. 2013/2014 in der Ukraine.
"Von einer US-Marinebasis in Sewastopol [auf der Krim] redet niemand öffentlich, aber das Ziel ist alles andere als abwegig", schreibt beispielsweise die taz (3.3.2014) - direkt auf der "Nase des russischen Bären", was sich der zu jener Zeit dann amtierende US-Präsident auch noch als persönlichen Triumph ausmalen könnte, quasi als Sahnehäubchen der außenpolitischen Machtpolitik. Eine US-Militärbasis im Schwarzen Meer wäre eine nahe liegende Folge, wenn die Ukraine Mitglied der NATO würde, da der Westen ja das Ergebnis der Volksabstimmung auf der Krim ignoriert, weil er eben dort andere Machtinteressen hat. Voraussetzung dafür wäre jedoch auch, dass die Regierung Russlands dann auch diesem westlichen Machtinteresse nachgibt und ihre eigenen bisherigen Interessen auch in ihrem unmittelbaren Umfeld aufgibt. Doch dass sie das tut, dafür gibt es keine Anzeichen.

Parteiische Einmischung ist unchristlich und führt immer zur Eskalation

Fragt man nach einer anderen Art der Lösung von Konflikten, so könnte man zunächst sagen: Wenn zwischen zwei Konfliktpartnern ein Streit besteht, dann sollten diese beiden den Streit untereinander lösen - ohne Einmischung von außen - also beispielsweise die Ukraine und Russland im Hinblick auf den Status der Halbinsel Krim, die früher Russland zugerechnet wurde und seit 1954 anscheinend vor allem aus Verwaltungsgründen der Ukraine. So bleiben die Ursachen für den Konflikt zunächst "überschaubar". Sind beide Parteien damit einverstanden, dann könnten sie sich auf einen neutralen Dritten einigen - vergleichbar einem Schiedsrichter beim Fußball -, der die Vermittlung in dem Konflikt übernimmt, indem er bei jeder Partei das Verständnis für die Sichtweise der jeweils anderen Partei weckt. Denn in einem der gängigen politischen Konflikte hat nie nur die eine Seite die Schuld. Es sind immer beide beteiligt.
Jede parteiische und machtpolitische Einmischung durch Dritte ist folglich keine Vermittlung, sondern führt nur dazu, dass der Konflikt sich ausweitet, sich verschärft und immer mehr Menschen mit hinein gezogen werden - so wie die EU in der Ukraine als Partei der Aufständischen auftrat und folglich kein neutraler Vermittler war, weswegen es auch kein Wunder war, dass die damalige Opposition sich nicht an das Abkommen mit der damaligen Regierung hielt und das Abkommen bereits am darauf folgenden Tag zur Luftnummer wurde - was von den "Vermittlern" auch gar nicht beanstandet wurde, denn sie waren ja vor allem "Partei".
Damit zogen die EU-Politiker ihre Völker in den Konflikt Russland-Ukraine und um die Krim hinein; in einen Konflikt, bei dem die meisten Menschen in den westlichen Ländern bis dahin gar keine negativen Ursachen in die Welt gesetzt hatten und wodurch sie sich folglich auch nicht belastet hatten. Wird durch die westlichen Politiker nun aber das Fehlverhalten der einen Konfliktpartei verstärkt, die man unterstützt oder gar anfeuert, so sind auch diese Politiker und ihre Wähler für die Eskalation des Konflikts - also eine weitere negative Saat - verantwortlich und sie müssen früher oder später entsprechende Folgen erleiden. Und durch das ständige kriegerische Agieren in Worten, Empfindungen und Gedanken werden zusätzlich weitere neue negative Ursachen gesetzt, so dass der ursprüngliche Konflikt - z. B. der völkerrechtliche Status einer Halbinsel im Schwarzen Meer - mit der Zeit ganz in den Hintergrund tritt und - wie bei den bisherigen Weltkriegen - sich schließlich alles in einem Hauen, Stechen, Bomben, Verstümmeln, Vernichten usw. entladen kann, wo ein Fehlverhalten dem nächsten die Hand reicht bis hin zu Mord, Totschlag und Vernichtung im apokalyptischen Ausmaß.
Das Prinzip der Einmischung steckt auch mit dahinter, dass sich Deutschland bereits zum drittgrößten Waffenexporteur der Welt entwickelt hat und dieses "Engagement" weiter ausbauen möchte. Dies ist jedoch in jeder Hinsicht unchristlich, um nicht zu sagen antichristlich, denn den guten Namen von Jesus, dem Christus, in Verbindung mit Waffengeschäften zu bringen, ist Hohn und Spott. Christlich wäre, die Erregung über ein tatsächliches oder vermeintliches falsches Handeln des Gegners als einen Hinweis zu deuten, den Balken im eigenen Auge zu finden, der einen blind macht für eine unparteiische Sicht der Dinge, und zunächst diesen Balken zu verkleinern. Dies ist dann immer auch eine Brücke, um auf den Andersdenkenden zuzugehen.
Aber in einem Kulturkreis, der Jahrhunderte lang von der kirchlichen Inquisition geprägt wurde und noch immer im Sinne des kirchlichen Absolutheitsanspruchs indoktriniert wird, konnte sich eine solche Kultur nicht entwickeln. Stattdessen bahnt sich erneut an, was der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe in die Worte fasste:
"Die ich rief, die Geister [durch die vollmundige Unterstützung des ersten gewaltsamen Aufstands] / Werd´ ich nun nicht los" (aus: Goethe, Der Zauberlehrling).

Die gebrochenen westlichen Versprechungen an Russland, um die deutschen Wiedervereinigung zu erreichen

So wird also durch das Prinzip der parteiischen Einmischung, dem sich nun auch die deutschen Politiker mehr und mehr verschreiben - wenn man die zuletzt vollmundigen Worte von Pfarrer Gauck und der straff preußisch-lutherischen Militärministerin von der Leyen bedenkt - immer eine Eskalation herbei geführt. Was bei der führenden Rolle Deutschlands gegen die Regierung Russlands bei den deutschen Politikern völlig unter den Tisch fällt, beschreibt die Zeitung Bild mit den Worten: "20 Millionen Russen sind im Zweiten Weltkrieg gestorben. Wir Deutschen haben die Russen angegriffen" (19.3.2014). Nicht einmal dieses Erbe erscheint konfessionellen Befürwortern von Sanktionen und Eskalationen, die sich als die "Guten" und "im Recht" fühlen, eine Hemmung wert. Vergleicht man demgegenüber deren Haltung gegenüber der Regierung Israels, erkennt man auch hier wieder die vorherrschende Ethik: Zweierlei Maß, eben ja nach Interessenlage.
Im Konflikt mit Russland scheint für jene Politiker offenbar auch ohne Bedeutung zu sein, dass eine Wiedervereinigung Deutschlands und Eingliederung in den Westen nur durch die Hilfe Russlands möglich war. Dass damalige westliche Versprechungen an Russland, die NATO im Gegenzug nicht weiter nach Osten auszudehnen, seither ignoriert und mit Füßen getreten wurden, gilt schon als selbstverständlicher Vertragsbruch, der im Westen nicht mehr der Rede wert scheint, nach dem Motto: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?" Anders jedoch bei dem, der den Schaden hat und der betrogen wurde. "
Natürlich habe es eine Zusage gegeben, die Nato ´keinen Daumen breit Richtung Osten auszuweiten`, sagt heute [2009] in Moskau Michail Gorbatschow, der damalige sowjetische Staatschef" (spiegel.de, 23.11.2009). Doch hat Russland erhalten, was ihm vom Westen für die Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung versprochen worden ist? Was also hat Russland erhalten? "Nichts von dem, was uns zugesichert worden ist: dass die Nato nicht endlos nach Osten erweitert wird und unsere Interessen stets berücksichtigt werden", so der damalige russische Präsident Dmitirj Medwedew lt. Spiegel vom 23.11.2009. Doch alles kam anders. Die Nato "hat sich mit ihren Kanonen bis an unsere Staatsgrenzen vorgebohrt", so ein russischer Kommentar aus dem Jahr 2009. Und mehr noch: "Russische Interessen" werden vom Westen im Jahr 2014 in der Ukraine nicht nur ignoriert, sondern gar verhöhnt, verleumdet und bekämpft. Doch was kommt früher oder später auf den zu, der nur seine Vorteile genommen hat, aber hinterher nicht den vereinbarten "Preis" dafür bezahlen will? Der gesamte Sachverhalt siehe bei http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67871653.html.

Tritt schließlich im Zuge der weiteren Eskalation zwischen Russland und der Übergangsregierung  der Ukraine diese ebenfalls dem NATO-"Militärbündnis" bei, dann würde irgendwann eine (eventuell von einem Geheimdienst ausgeführte) als kriegerisch interpretierte Handlung der gegnerischen Partei ausreichen, um als Funke den Flächenbrand zu entzünden, dem sich - gleich umfallenden Dominosteinen - alle diejenigen Länder und ihre Bewohner anschließen müssen, welche die Bedingungen dieses Militärbündnisses unterschrieben haben.

Eskalierender Ost-West-Konflikt: China gibt dem Westen Schuld an den Kämpfen in der Ukraine

Die chinesischen Politiker nennen sich nicht "Christen" wie die europäischen Politiker, und sie betrachten von außen, wie das europäische Konfessionschristentum, das mit Jesus, dem Christus, nichts zu tun hat, seine Ränke schmiedete. Dabei kamen sich zu folgender Einschätzung:

"
China sieht ausländische Einmischung als eine Ursache für das Chaos in der Ukraine. Der Westen mische sich häufig in innere Angelegenheiten des Landes ein und stifte die Opposition an, die Regierung herauszufordern, kommentierte die ´Global Times`, die vom Parteiorgan ´Volkszeitung` herausgegeben wird. ´Wenn Peking so weit gehen und akzeptieren würde, was der Westen von uns verlangt, gäbe es eine große Wahrscheinlichkeit, dass wir langfristig Unruhen mit einer gespaltenen Nation erleben`." (zit. nach ntv.de, 20.2.2014)
"Nach Einschätzung von EU-Diplomaten teilt man in Peking ... die russische Einschätzung, dass der Westen seit Jahren mit einem übereilten Vorgehen viele Konflikte erst anheizt, um dann militärisch zu intervenieren wie in Libyen." (ntv.de, 14.3.2014)

Eskalation des Ost-West-Konflikts und Niedergang der Zivilisation

So wird dem vorherrschenden Prinzip des eigenen Machtinteresses weltweit immer mehr untergeordnet, und dies zeigt den rasanten weiteren Niedergang der Zivilisation an. Dabei werden hausgemachte Katastrophen kaschiert, und durch das vordergründige Kräftemessen um die Macht wird davon auch abgelenkt. Hier kann beispielhaft das kollabierende Finanzsystem genannt werden einschließlich der USA-Pleite und der Ukraine-Pleite, des Euro-Niedergangs und von manchem mehr. Stattdessen wird die Aufmerksamkeit auf neu inszenierte Krisenherde abgelenkt, etwa in der Frage: Wem steht die Halbinsel Krim zu?
Allgemein gesprochen: Die Kämpfe um die Macht folgen den Prinzipien von "Trenne, binde und herrsche". Demgegenüber wären die christliche Alternative Handlungen, die auf dem Prinzip "Verbinde und sei" beruhen. Bzw. für wen das zu "theoretisch" klingt: Die Alternative nach der Goldenen Regel der Bergpredigt des Jesus von Nazareth lautet: "Was du willst, dass andere dir tun, das tue du ihnen zuerst." Oder. "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Doch die zu 100 % kirchenkonfessionellen westlichen Politiker und ihre Bundesgenossen - fernab jedes Hauchs einer Selbstkritik - treiben nach dem Krim-Konflikt die Ost-West-Eskalation mit den Methoden weiter voran, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten bereits in den Konflikt führten - Selbstgerechtigkeit in Verbindung mit Dämonisierung und Bestrafungen der Gegner, bis diese vielleicht eines Tages die Nerven verlieren und unüberlegt handeln oder z. B. eine Hungersnot ausbricht mit weiteren
ungewissen Folgen - nur nicht ansatzweise Verständnis für den Gegner entwickeln oder versuchen, sich einmal in seine Position hinein zu versetzen, was ja als "Schwäche" ausgelegt werden könnte. Und wie es dann der jeweilige "Gegner" sieht und mit welchen Methoden er arbeitet, und ob er es besser macht oder schlechter, kann an dieser Stelle dahin gestellt bleiben.
So könnte man abschließend fragen: Wer wird darüber einst Gericht halten, ob nun das stimmt oder jenes stimmt, was die eine oder andere Seite vorträgt? Es wird das eherne Weltgesetz von Saat und Ernte sein, das früher oder später - oft auch erst in späteren Generationen oder in den jenseitigen Welten - alles Negative absolut neutral und gerecht auf den zurückfallen lässt, der es verursacht hat. Und jedem einzelnen Menschen wird dabei sein Anteil zugewogen. Und die Richtung, in die sich unsere Zivilisation zu bewegt, ist der Abgrund. So glauben es all jene, die das Gesetz von Saat und Ernte ernst nehmen und das Weltgeschehen nicht einem "geheimnisvollen" Gott zuschieben, wie dies in den Konfessionskirchen geschieht.

Hauptleidtragende des egomanen kriegerischen Eigennutzdenkens sind jedoch nicht die Menschen selbst, sondern die anderen Bewohner des Erdplaneten, vor allem die Tiere, die - laut kirchlicher Lehre angeblich ohne unsterbliche Seele - zur Manövriermasse für menschliches Profitdenken herunter gestuft wurden. Während die Tiere deshalb heute schon unsäglich gequält und für das menschliche Profitdenken und für den "Gaumengenuss" weltweit zugrunde gerichtet werden, wenden sich die Menschen nun zunehmend auch gegeneinander - aufgeheizt von Scharfmachern (die um jeden Quadratmeter Boden für ihren Profit und Eigennutz kämpfen) -, während sie den Planeten Erde in noch nie da gewesenem Ausmaß rücksichtslos malträtieren, schinden und letztlich zerstören - vgl. oben das geplante großflächige milliardenschwere "Fracking" der US-Konzerne in der Ukraine (wo mithilfe von Chemikalien bestimmte Rohstoffe aus Gesteinsschichten herausgesprengt werden); aber auch zerstörerische Atomkraft und weiteres - alles um des großen Geldes wegen.
PS: In der Ukraine sind auch 15 Atomkraftwerke in Betrieb, zwei neue sind in Bau, nur Tschernobyl wurde stillgelegt. Da braucht man auch immer wieder Hunderte von Millionen Euro, um den "Sarkophag" über den zerstörten Reaktor notdürftig zu flicken und die Apokalypse an diesem Ort etwas zu verlangsamen. Aber die ersten westlichen Milliarden für die Ukraine fließen wohl in die Aufrüstung ...

So merken immer mehr Menschen, wie die gegenwärtigen Politiker diese Welt dem Abgrund entgegen steuern. Und was wir hier schreiben, ist wohl nur ein kleiner Teil von dem, was tatsächlich passiert, und zwar auf allen Seiten der Front. Im Internet gibt es beispielsweise noch weitere Veröffentlichungen, die deutlich über das hinaus gehen, was wir hier schreiben, etwa über anscheinend von "Anonymus Ukraine" gehackte E-Mails von Dr.
Vitali Klitschko, die dieser - damit konfrontiert - nicht dementierte und welche die kalkulierte westliche Strategie hinter dem Maidan-Aufstand aufzeigte, und vieles weitere mehr. Auch die Rolle der Geheimdienste beider Seiten und ihre Ziele vor, während und nach dem Aufstand in der Ukraine wird hier nicht erwähnt. Wir haben also bewusst nur Veröffentlichungen in den so genannten westlichen "Mainstream-Medien" berücksichtigt, obwohl diese vielfach auf die so genannten "Fabriken der Desinformation", wie Peter Scholl-Latour sie nennt (siehe nachfolgender Kasten), herein fallen oder von dort gesteuert werden.
 

Der Publizist Peter-Scholl-Latour über "Fabriken der Desinformation"
"Das größere Problem [als die weltweite Überwachung] sind Fabriken der Desinformation, ob sie sich nun in North Carolina, London oder Israel befinden. Die zielen auf deutsche und europäische Medien. Und das klappt. Von der ´taz` bis zur ´Welt` – ein Unisono, was die Ukraine betrifft. Oder Syrien: Als man die Aufständischen als die Guten und die anderen als die Bösen dargestellt hat. Dabei waren weder die einen noch die anderen gut oder böse. Wir leben mit so vielen Lügen." (zit. nach Der Tagesspiegel, 24.3.2014)

* Vgl. die Buch-Kurzbeschreibung von Peter Scholl-Latour, Russland im Zangengriff (2006) bei amazon.de. Der Experte klärt in seinem Buch über geostrategische Hintergründe der gegenwärtigen Kriegsgefahr auf:
"Mit dem ihm eigenen Gespür für kommende Krisenherde hat Peter Scholl-Latour die unruhigen Grenzregionen Russlands bereist: im Westen Weißrussland und die Ukraine, die die Ausdehnung von NATO und EU nach Osten und den damit einhergehenden Reformdruck zu spüren bekommen, im Süden die zentralasiatischen GUS-Staaten, in denen der Islamismus brodelt und die USA militärisch Fuß zu fassen suchen, in Fernost das chinesisch-russische Grenzgebiet, wo die dünn besiedelten sibirischen Weiten dem Bevölkerungsdruck und Wirtschaftsboom Chinas ausgesetzt sind. Dieser Zangengriff, dem sich Putins Russland an seiner West-, Süd- und Ostflanke gegenübersieht, wird unvermeidlich extrem nationalistische Reaktionen hervorrufen. Zwischen Smolensk und Wladiwostok steuert alles auf eine weltpolitische Krise zu."

 



7.3. / 13.4.2014 - Nach der NATO-Bombardierung - Libyen versinkt im Elend, im totalen Chaos und im Krieg der Milizen; Gefechte um den Öl-Reichtum des Landes / Steckte ein NATO-Land hinter dem Giftgasangriff in Syrien? - http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-droht-mit-versenkung-von-oel-tanker-a-957646.html - Die NATO hat das Land ins Chaos bombardiert, nachdem man die Regierung Gadaffi weggebombt hat, als diese gegen Aufständische vorgegangen ist. Nun gibt es immer mehr Aufständische, wie in Syrien, und eine Miliz kämpft gegen die andere. Wo ist jetzt der Westen? Auch hier führte das militärische Eingreifen und die massive Einmischung des Westens ins Desaster, wie in Syrien, wie im Irak. Jetzt greift der Westen in die Vielvölkerrepubliken Osteuropas ein und mischt sich selbstgerecht in die Konflikte ein ...
Zu Libyen siehe auch: Die libyschen Flüchtlingen schlagen sich nach Deutschland durch, andere ertrinken vor Lampedusa im Meer. Was also hat die NATO gebracht?

So steckt die Regierung des NATO-Landes Türke mittlerweile sogar im dringenden Verdacht, hinter dem Giftgas-Angriff im Vorjahr gestanden zu haben, welcher der syrischen Regierung in die Schuhe geschoben wurde und beinahe den US-Angriff auf Syrien ausgelöst hätte. (http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/sie-wollten-etwas-spektakulaeres-tun-giftgas-verschwoerer-erdogan-deutscher-experte-nennt-vorwuerfe-ueberzeugend_id_3760285.html)
"´Ein abgehörtes Telefonat, wonach in höchsten Regierungskreisen [der Türkei] ein Angriff 'unter falscher Flagge' auf ein türkisches Ehrenmal in Syrien geplant war, um so einen türkischen Militäreinsatz zu provozieren, entspricht genau der Eskalationsstrategie, die auch mit dem Giftgaseinsatz verfolgt wurde`", so der Nahost-Experte Günter Meyer, Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt an der Universität Mainz.
 



28.3. / 16.5.2014 / 2.9.2015 / 7.2.2016 - Die Ziele des Vatikan in der Ukraine - "Kreuzzug gegen die Orthodoxie" - Katholischer ukrainischer Bischof reiste in die USA und forderte im Februar Eingreifen der US-Regierung, um den Maidan-Aufstand schneller zum "Erfolg" zu bringen - Patriarch Hilarion: Katholische Kirche habe Konflikt befördert, so dass sich dieser zum "bewaffneten blutigen Konflikt" ausweiten konnte / Römisch-katholische Seelsorge will den "Kampfgeist" der ukrainischen Soldaten und Milizen stärken

Die Achse Vatikan - Washington

Katholiken, die sich kleiden wie Orthodoxe

Metropolit Hilarion spricht von katholischem "Kreuzzug gegen die Orthodoxie"

Römisch-katholische Spitzenpolitiker der USA

Gläubige Politiker müssen den "Leitern der Kirche" gehorchen

Erzbischof war zuvor beim Papst - War es die mit Rom verbündete griechisch-katholische Kirche, die den Ukraine-Konflikt "beförderte"?

 Vatikan will den Orthodoxen das "Petrusamt" bringen, was bedeutet: sie unterwerfen - Schielen nach Moskau

Die römisch-katholische Kirche und ihre Caritas als eine Stütze des Maidan-Aufstands

Entlarvung: Franziskus beruft kriegerischen Nationalisten zum Bischof in der Ukraine

Der Gegensatz zwischen Jesus und Kirche

Die Achse Vatikan - Washington

US-Präsident Barack Obama wurde von Papst Jorge Bergoglio zu einer Privataudienz empfangen, wo die beiden mächtigsten Männer "dieser irdischen" Welt auch über ihre Interessen in der Ukraine sprachen. Außerdem wurde bereits das nächste Treffen der beiden vereinbart, das 2015 in Washington stattfinden soll. Viele sprechen von einer Achse Vatikan-Washington als der eigentlichen irdischen Großmacht, welche wesentliche weltpolitische Weichenstellungen vornimmt. Und obwohl der Papst sich nicht lautstark im Ukraine-Konflikt zu Wort gemeldet hat, waren die Hintergrundaktivitäten womöglich desto intensiver, was auch der deutsche Militärbischof Overbeck bestätigt, wenn er die Rolle der Katholischen Kirche im Westen im Ukraine-Konflikt mit den Worten beschreibt: "Schweigen heißt ja nicht, dass wir nichts tun. Wir tun es nur nicht öffentlich" (tagesspiegel.de, 20.4.2014).
Manches dringt aber dann doch in die Öffentlichkeit. So schreibt kathweb.at am 27.3.2014: "Das Moskauer Patriarchat hat die griechisch-katholische (unierte) Kirche in der Ukraine wegen ihrer ´Einmischung in die Politik` in der gegenwärtigen Krise im Land scharf kritisiert."

Katholiken, die sich kleiden wie Orthodoxe

Neben über 60 % Konfessionslosen und Atheisten in der Ukraine ist die Ukrainisch-Orthodoxe-Kirche stärkste gesellschaftlich prägende Kraft in dem Land. Diese ist jedoch seit der Auflösung der Sowjetunion und der Unabhängigkeit der Ukraine gespalten in nahezu zwei gleich große verfeindete Patriarchate, dem Moskauer und dem Kiewer Patriarchat, das sich aus der bis dahin einheitlichen orthodoxen Kirche abgespalten hat und deren Patriarch Filaret von Moskauer Patriarchat exkommuniziert wurde. Beide Patriarchate streiten um die Macht und beide haben eine Bevölkerungsanteil von ca. 13 %. Daneben gibt es jedoch noch zwei weitere orthodoxe Kirchen, eine kleine autonome und eine, die nur dem Schein nach orthodox ist, die besagte griechisch-katholische unierte Kirche der Ukraine mit einem Bevölkerungsanteil von ca. 5 % und einem prominenten Mitglied, dem aus dem Maidan-Putsch hervor gegangenen Übergangs-Regierungschef Arsenij Jazenjuk von der Timoschenko-Vaterlandspartei. Diese Kirche praktiziert einen orthodoxen Ritus, ist jedoch katholisch und dem Papst in Rom unterworfen.

"Wir Orthodoxe haben die Unierten immer in einem sehr negativen Licht gesehen," so der Metropolit der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats Hilarion Alfejew. "Sie betreiben ein spezielles Projekt der katholischen Kirche, weil sie sich kleiden wie Orthodoxe, orthodoxen Ritualen folgen, aber in der Tat Katholiken sind, denen der Vatikan einen gewissen Spielraum gewährt." (zit. nach kathweb.at, 27.3.2014)

Der Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, "Seine Seligkeit" Swjatoslaw Schewtschuk, drei Tage nach der Bestätigung seiner Wahl durch Papst Joseph Ratzinger 2011 (GNU Free Documentation License; User A ntv, 28.3.2011)

Man könnte sagen, die griechisch-katholische Kirche ist das U-Boot des Vatikan in der Ukraine, und sie ist straff pro-westlich.

Metropolit Hilarion spricht von katholischem "Kreuzzug gegen die Orthodoxie"

Anfang 2014 hatte der orthodoxe Patriarch bzw. Metropolit Hilaron Alfejew seine Kritik verstärkt. Die Katholiken hätten in der Ukraine einen "Kreuzzug gegen die Orthodoxie" begonnen (zit. nach domradio.de, 4.4.2014). Hilarion wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk von Kiew, im Februar in die USA gereist sei und die US-Regierung aufgefordert hat, in der Ukraine einzugreifen (!) und das Land "in Ordnung zu bringen". Die Kirche war also hier offenbar der "Eintreiber" für die westliche Einmischung. Und auf vielen maßgeblichen Positionen der US-Regierung sitzen wiederum Katholiken, die sich verpflichtet haben, ihrer Kirche auch in ihrem politischen Amt zu dienen. Es war also so gesehen ein Treffen unter "Glaubensbrüdern".

Römisch-katholische Spitzenpolitiker der USA

Außenminister und Ex-Ministrant John Kerry ist Katholik, Vize-Präsident Joe Biden ist Katholik, CIA-Chef John Brennan ist Katholik und Jesuiten-Schüler, UNO-Botschafterin Samantha Power ist Katholikin. Der CIA-Chef stammt gar aus einem "strengen und devoten" katholischen Elternhaus (washingtonpost.com, 24.10.2012), genoss eine "klassische jesuitische Erziehung" und ist Absolvent der Fordham University, der Jesuiten-Hochschule von New York. Von daher ergibt sich eine besondere Nähe zum Jesuiten-Papst Jorge Bergoglio. John Brennan hatte sich vor allem mit der Lehre des katholischen "Heiligen" Augustinus vom "gerechten Krieg" beschäftigt und dessen Leitsätze auf die Politik der USA übertragen. (z. B. http://consortiumnews.com/2013/03/05/does-john-brennan-know-morality/)
Und man findet noch viele mehr: Jen Psaki beispielsweise, Sprecherin des USA-Außenministeriums, die dort bemüht ist, Beweise dafür zu finden, dass in der Ost-Ukraine russische Soldaten im Hintergrund operieren. Ihr Bekenntnis: "I am a Catholic, I am a Democrat and I am a woman." (huffingtonpost.com, 8.2.2012) Und Verteidigungsminister Chuck Hagel soll zwar als Katholik zur einer protestantischen Kirche übergewechselt sein (http://en.wikipedia.org/wiki/Chuck_Hagel). Doch für die römisch-katholische Kirche gilt auch für diesen Minister: "Einmal katholisch, immer katholisch" (siehe hier). Immerhin wurde er katholisch erzogen, ging auf die katholische High-School und schickt seine Kinder auf eine katholische Schule.

Gläubige Politiker müssen den "Leitern der Kirche" gehorchen

Und für alle katholischen Politiker gilt das kirchliche Lehrbuch: Codex Iuris Canonici Can. 212 § 1 - "Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewusstsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen." / Can. 225 § 2 - "Sie [die "Laien", wozu auch die Politiker gehören] haben auch die besondere Pflicht, und zwar jeder gemäß seiner eigenen Stellung, die Ordnung der zeitlichen Dinge im Geiste des Evangeliums zu gestalten und zur Vollendung zu bringen ...
PS
: Und wer entscheidet, wie die "Dinge im Geiste des Evangeliums zu gestalten" sind? Nach Can. 212 § 1 einzig die "Leiter der Kirche", denen eben auch die katholischen Politiker und Richter als "Gläubige" gehorchen müssen.
 Dies wird auch noch einmal im nachfolgenden Canon 227 bekräftigt. Can. 227 - "Die Laien haben das Recht, dass ihnen in den Angelegenheiten des irdischen Gemeinwesens jene Freiheit zuerkannt wird, die allen Bürgern zukommt; beim Gebrauch dieser Freiheit haben sie jedoch dafür zu sorgen, dass ihre Tätigkeiten vom Geist des Evangeliums erfüllt sind, und sich nach der vom Lehramt der Kirche vorgelegten Lehre zu richten." Weiß man um diese Zusammenhänge, wird plötzlich vieles klarer.

Am 7.3.2016 reiste "Seine Seligkeit" Schewtschuk dann direkt zu Papst Franziskus nach Rom mit der Aufforderung "Handeln Sie" (zit. nach zenit.org, 7.3.2016). Die Beteiligten werden wissen, was sie damit meinen, und es gehört zum Glaubensbekenntnis jedes Katholiken, sich dem Papst in Rom zu unterwerfen.

Erzbischof war zuvor beim Papst - War es die mit Rom verbündete griechisch-katholische Kirche, die den Ukraine-Konflikt "beförderte"?

Als der katholische Oberhirte der Ukraine zunächst seine Glaubensbrüder in Washington um Einmischung der USA bat, regierte noch Präsident Janukowitsch, der eng mit der Regierung in Moskau zusammen arbeitete. Mit dabei auf der Reise in die Washingtoner Machtzentrale war auch der vom Moskauer Patriarch exkommunizierte Patriarch Filaret des abgespaltenen Kiewer Patriarchats. Parallel dazu machten pro-westliche Kirchenvertreter auch mehrfach über Radio Vatikan entsprechend Stimmung. Schewtschuk war in dieser Angelegenheit auch selbst nach Rom gereist und hatte in diesem Zusammenhang auch "Papst Franziskus getroffen".
"
Durch die ´sehr klare Positionierung` von Grosserzbischof Swjatoslaw Schewtschuk und dessen Vorgänger Lubomyr Husar habe die griechisch-katholische Kirche den Konflikt in der Ukraine befördert, so dass dieser sich zu einem ´bewaffneten blutigen Konflikt` auswachsen konnte", so Hilarion gemäß der Agentur Asia News. (kipa-apic.ch, 27.3.2014)

"Schweigen heißt ja nicht, dass wir nichts tun. Wir tun es nur nicht öffentlich."

(Der römisch-katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck auf die Frage nach der Rolle der römisch-katholischen Kirche im Ukraine-Konflikt; zit. nach tagesspiegel.de, 20.4.2014)


 Vatikan will den Orthodoxen das "Petrusamt" bringen, was bedeutet: sie unterwerfen - Schielen nach Moskau

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Vatikan die von der orthodoxen Kirche geprägte slawische Welt zum Papsttum "zurückführen" möchte. Die orthodoxen Kirchen wurden 1054 von Papst Leo IX. als "Quelle aller Häresien" mehr oder weniger aus der römisch-katholischen Kirche verstoßen (der Konflikt zog sich vom 5. bis ins 15. Jahrhundert hin). Doch der Vatikan will sich die orthodoxen Kirchen Osteuropas wieder einverleiben. So schreibt der bekannte Historiker Karlheinz Deschner über Papst Benedikt XV. (1854-1922): "So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen] Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum gewinnen sollten." (Opus Diaboli, S. 152). Und was die Ukraine betrifft, ist eben diese griechisch-katholische unierte Kirche gemeint. Währenddessen schielt man längst nach Moskau.
Genau daran knüpfte Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 wieder an, indem er gleich nach seiner Papstwahl im Jahr 2005 die "Ökumene-Bemühungen" mit den orthodoxen Kirchen verstärkt und entsprechende Maßnahmen einleitet (PS: Das Ziel von "Ökumene" ist für die katholische Kirche immer die Einverleibung anderer Kirchen).
Sein "Minister" in dieser Angelegenheit, der deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärt dazu: "Wir wollen den orthodoxen Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen etwas geben: Das Petrusamt könnte auch ihnen die universale Präsenz bringen" (Focus Nr. 33/2005).
Damit lässt der Vatikan bereits die Katze aus dem Sack. Er will den Orthodoxen das "Petrusamt" "schenken", was praktisch bedeutet: Sie sollen sich wieder dem Papst in Rom unterwerfen bzw. unterstellen. Das sind auch die Interessen des Vatikan in der Ukraine. Jede Schwächung der orthodoxen Kirche in Russland, in der Ukraine, in Serbien oder anderswo käme dabei diesen Interessen des Vatikan entgegen, da die selbstbewussten orthodoxen Kirchen sich bislang keineswegs wieder dem "Stuhl Petri" in Rom unterwerfen wollen.
Und die gespaltene orthodoxe Kirche in der Ukraine ist geschwächt. Hinzu kommt: Bei über 60 % Konfessionslosen und Atheisten sind nicht mehr so viele Menschen in den Großkirchen geblieben. Und dann sind auch die Gegensätze im Land zwischen West und Osten und der Konflikt, bei dem die Großmächte USA und Russland auf den unterschiedlichen Seiten engagiert sind, eine Schwächung der Orthodoxie. Dieser Riss in der Bevölkerung spiegelt sich auch im Konflikt der beiden orthodoxen Patriarchate, wodurch letztlich die Katholiken massiv an Einfluss zulegen können.

Die römisch-katholische Kirche und ihre Caritas als eine Stütze des Maidan-Aufstands

Nun ist im Jahr 2014 die Ukraine gar in Aufruhr. Dort gibt es zwar kaum unmittelbar römisch-katholische Kirchenmitglieder, meist Angehörige der polnischen oder deutschen Minderheit, ca. 1 % der Bevölkerung, aber eben die romtreuen Griechisch-Katholischen, deren Großerzbischof auch vom Papst in Rom eingesegnet wird. Über die Vertreter dieser Kirche handelt auch der Vatikan in dem Land, neben der kleinen Minderheit der unmittelbar Römisch-Katholischen.
Doch diese waren von Anfang an die Stützen des Maidan-Aufstands, indem man beispielsweise seit Monaten die Gratis-Verpflegung der Aufständischen und Demonstranten betreibt. Ohne die tägliche Versorgung der Demonstranten, Barrikadenbauer und Gebäudebesetzer mit warmen Mahlzeiten hätte der Widerstand gegen die demokratische gewählte Regierung nicht in dieser Weise eskalieren können. Und wer weiß, was alles noch im Hintergrund geschah. Der Caritas-Chef Andrij Waskowycz sprach sich bis zuletzt auch gegen das Vorgehen der damaligen staatlichen Ordnungskräfte aus und warb um Verständnis für die gewalttätigen Aufständischen. Auch die rechtsradikale Partei "Swoboda", die mit der deutschen NPD verbündet ist, vertritt für den Caritas-Chef "zunächst einmal die demokratischen Werte" (ntv.de 30.1.2014). So sagte es der Vertreter der katholischen Hierarchie.
Solche Aussagen sind nicht überraschend. Dass der Vatikan und die Rom-Kirche bevorzugt mit faschistischen und rechtsradikalen Parteien sogar immer wieder Bündnisse geschlossen haben, weiß man aus dem 20. Jahrhundert aus Italien, Spanien, Deutschland, Kroatien, Österreich, der Slowakei, Chile, Argentinien und vielen, vielen Ländern mehr (siehe hier). Wenn auf dem Petersplatz also vom "Frieden" gesprochen wird, dann geht es heute wie damals um handfeste politische und klerikale Interessen.
[Aktualisierung: Ende August 2015 führte Swoboda blutige Unruhen in Kiew an, um gegen mehr Autonomie für die Ostukraine zu protestieren. Drei Nationalgardisten werden umgebracht. Die Frankfurter Rundschau schreibt: "Definitiv nicht auf Frieden aus. Die ´Schläger` der Swoboda." (2.9.2015)

Entlarvung: Franziskus beruft kriegerischen Nationalisten zum Bischof in der Ukraine

Was hat der Papst nun in der Ukraine vor, nach dem Sturz der Regierung Janukowitsch aus überwiegend russisch-orthodoxen Ministern? Vordergründig war es nur Folklore, als Jorge Bergoglio am 26.1.2014 vor seinen Predigtworten zur Ukraine zwei gezüchtete weiße Tauben von seinem Balkon auf dem Petersplatz in Rom fliegen ließ. Bezeichnenderweise wurden sie aber sofort von einem Raben und einer Möwe attackiert - ein Zeichen, dass an seiner Friedensbotschaft einiges nicht stimmt. (siehe hier)

Ein Rabe: Er war mit der Friedens-Inszenierung von Papst mit Kindern "nicht einverstanden" und attackierte zusammen mit einer Möwe die von Jorge Bergoglio los gelassenen "Friedens"-Tauben vor seinem "Gebet" für die Ukraine
(Wikimedia-Commons-Lizenz, Ævar Arnfjörð Bjarmason, 2004)


Anschließend kamen die Fakten, die einiges davon erklären: A
m 12.4.2014 hat Papst Jorge Bergolio alias Franziskus den Caritas-Direktor und Franziskaner Stanislaw Szyrokoradiuk zum Bischof in Charkiw in der Ost-Ukraine gemacht. Dieser ließ dann am 16.5.2014 eine weitere Maske fallen, indem er den angeblich zu weichen Kurs des Westens gegenüber Russland kritisierte. Die russische Regierung wolle einen "Bürgerkrieg provozieren" und habe dazu "Militärsaboteure" ins Land geschickt, so seine einseitige parteiische Sichtweise auf den Konflikt. Doch die Kirche handle. Die römisch-katholische Seelsorge stärke den "Kampfgeist der Soldaten und freiwilligen Kämpfer" (focus.de, 16.5.2014), womit vermutlich die faschistischen Milizen auf der Seite der Junta gemeint sind.
Zur Erinnerung:
"Ein ukrainischer Militärkommandeur hat den pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine mit ihrer ´Vernichtung?` gedroht" (focus.de, 15.4.2014), wofür natürlich eine bestimmte Art von "Kampfgeist" notwendig ist.
Als Caritas-Direktor war Bischof Stanislaw Szyrokoradiuk bereits einer der maßgeblichen Förderer der Maidan-Kämpfer, Seite an Seite mit dem "Rechten Sektor". Denn die Caritas hat - wie gesagt - die Aufständischen in Kiew monatelang kostenlos ernährt und medizinisch versorgt. Und dies ist nur das, was vordergründig offensichtlich ist.
Mit welchen Worten beispielsweise der papsttreue griechisch-katholische Großerzbischof Schewtschuk im Februar in Washington das Eingreifen der USA gegen die Regierung Janukowitsch in der Ukraine forderte bzw. darum bat, blieb bisher noch verborgen.

Der Gegensatz zwischen Jesus und der Kirche

Zu den Worten, dass die Kirche den "Kampfgeist der Soldaten" stärke, kann man in der Zeittafel in dieser Ausgabe einmal nachlesen, wie die Kirche im 19. und 20. Jahrhundert die Kriegsstimmung aufheizte, die dann unter anderem 1914 in den 1. Weltkrieg mündete. Ähnlich war es vor dem 2. Weltkrieg.
Wenn man in der Bibel danach sucht, wo Jesus den "Kampfgeist der Soldaten" stärkte, dann findet man dazu nichts. Im Gegenteil. Dort wird berichtet, dass Jesus, der Christus, sagte: "Stecke dein Schwert zurück in die Scheide. Denn wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert sterben". Und: "Segnet, die euch fluchen. Tut Gutes denen, die euch hassen." Also kann die katholische Kirche nie und nimmer christlich sein.


Zum Vergleich: Als Anfang der 80er Jahre der Kommunismus in Polen gestürzt wurde, hatte der Vatikan daran ebenfalls entscheidenden Anteil.
 



8.4. / 17.4.2014 - Syrien, Ukraine und andere: "Die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los" / Hat die katholische Kirche den Konflikt zum Eskalieren gebracht? / Polnischer Ministerpräsident erklärte bereits 2008: "Wir haben den Rubikon überschritten" - Der von den katholischen und den evangelischen Politikern des Westens befeuerte Maidan-Aufstand in der Ukraine führte zum Umsturz der demokratisch gewählten Regierung. Damals sagte man im Westen: Die pro-westlichen Demonstranten, die Aufständischen, die seien das "Volk" und die unterstützen wir, den Aufstand fortzusetzen, auch wenn von diesen Polizisten getötet und schwer verletzt wurden. Auf diese Weise und durch nachfolgende massive Verfassungsverstöße bei der Bildung einer einseitig pro-westlichen und teilweise neofaschistischen Übergangsregierung wurde die Ukraine auf Westkurs gebracht, und die Regierung Russlands samt ihren Interessen wurde praktisch aus dem Boot gestoßen.
Zuvor war der Vertraute des Vatikan in der Ukraine, der griechisch-katholische Großerzbischof Schewtschuk nach Rom und nach Washington gepilgert und bat die USA, in der ehemaligen Sowjetrepublik Ukraine einzugreifen. Dies geschah dann vor allem unter der Federführung der beiden überzeugten Katholiken Kerry (Außenminister) und Biden (Vizepräsident). John Kerry war gerührt, dass er dabei als ehemaliger Ministrant im Januar sogar die Schwellen des Vatikan überschreiten durfte (siehe hier).
Auch in Syrien hat der Westen durch sein Eingreifen aus friedlichen Protesten einen der grausamsten Kriege der jüngeren Zeit entfesselt, und der Machtpoker geht weiter: Westen = für die Aufständischen, Russland = für die Regierung; Ergebnis: Viele 100.000 Tote, Zerstörung des Landes usw.

"Volk" oder "Saboteur" - je nach der Seite, auf der man steht?

USA bestreiten zigtausendfache Bürger-Proteste in der Ost-Ukraine und schiebt alles Russland in die Schuhe

Das Prinzip der Projektion - Die eigenen Fehler werden dem Feind unterschoben

Die Lehre von Christus könnte zur Selbsterkenntnis und Deeskalation helfen - doch man verhöhnt sie durch sein Tun

Die kirchliche Theologie ist die Wurzel für Waffenhandel, Hochrüstung, Kriegen und unermessliches Leid

Gestern Schläger, heute Nationalgardist

"Wir haben den Rubikon überschritten" - Das bedeutete damals: Krieg

Steckt ein NATO-Land auch hinter dem Giftgasangriff in Syrien?

"Volk" oder "Saboteur" - je nach der Seite, auf der man steht? Der Westen steht vor einer "Stunde der Wahrheit"

Anfang 2014 gibt es Demonstrationen und Aufstände in der Ost-Ukraine durch Tausende pro-russische Demonstranten. Und nun sagen die selbstgerechten kirchlichen Politiker im Westen: Das ist jetzt aber nicht das "Volk", das seien "Saboteure". Also: Der Inhalt der "Lehrstunde" lautet: Aufstand pro-westlich = Volk, Aufstand pro-russisch = Saboteure. Das ist eben der Unterschied. Es wird im Westen immer mit zweierlei Maß gemessen, je nach Interessenlage, - eine solche Haltung kann, abgesehen von ihrem unterirdischen Niveau, auch weitere Aggressionen beim Gegner schüren. Und wer kann schon unterscheiden, wie viele Söldner, Geheimdienst-Leute oder tatsächliche "Saboteure" genau unter den jeweiligen Demonstranten der einen oder anderen Seite sind? So behauptet der Westen, in der Ost-Ukraine seien es viele Russen, die über die Grenze kommen und auch Soldaten aus Russland. Doch auf dem Maidan-Platz war bereits der erste Tote ein militanter Demonstrant aus Weißrussland, der von einem Dach fiel, und sogar die Leute der US-amerikanische Söldnerfirma Academi, die unter dem Namen "Blackwater" im Irak für Schrecken sorgten, wurden in Kiew schwerbewaffnet gesichtet - obwohl sie keine Nachbarn sind wie Russen, von denen vermutlich mehrere über die grüne Grenze kommen und sich den demonstrierenden Ost-Ukrainern anschließen, und welche die gleiche Sprache sprechen und im gleichen Kulturkreis aufgewachsen sind. Und wer weiß schon, wie viele westliche Geheimdienst-Aktivisten an dem Maidan-Aufstand beteiligt waren und was das überhaupt für Leute waren, die dort monatelang nicht arbeiteten, sondern, teilweise bewaffnet, von der katholischen Caritas versorgt wurden. Und wer weiß wirklich, wie es jetzt beim Aufstand in der Ost-Ukraine ist?
Natürlich ist es weder christlich noch völkerrechtlich vertretbar, wenn die Regierung Russlands mit eigenen Militärkräften im Osten der Ukraine operiert. Doch wäre dies letztlich nur eine Reaktion darauf, dass der Westen unchristlich, völkerrechts- und verfassungswidrig zuvor die Zentralregierung stürzen und durch eine russland-feindliche und teilweise faschistische Übergangsregierung ersetzen ließ bzw. diese Handlungen massiv förderte; und zwar auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, wo der Westen früher größtmögliche Zurückhaltung versprach. So kann man auch von daher fragen: Wer trägt die größere Schuld bzw. Verantwortung, wenn der Konflikt immer mehr eskaliert? Oder: Wer hat die Geister der Gewalt denn gerufen, die sich jetzt auf allen Seiten austoben?

Als kritischer Zeitgenosse muss man diese Frage nicht beantworten. Denn auch wenn Politiker die Zehn Gebote noch so ignorieren und ihre Ego-Interessen noch so verschleiern und immer dem anderen die Schuld geben: Vor dem ehernen Gesetz von Saat und Ernte hat dies alles keinen Bestand, sondern jeder Anteil an dem Desaster und dem Leid - und nicht nur an diesem - wird gewogen und jedem werden die entsprechenden Folgen früher oder später gerecht zugemessen. Von Völkerrecht kann jedenfalls keine Partei glaubhaft reden, solange sie nicht ihre eigenen Verstöße bereut und Ähnliches nicht mehr wiederholt. Doch auch kein Bruch dieses Rechts ist gleich dem anderen und hat die gleichen Konsequenzen - es gibt auch Abstufungen, vor allem dann, wenn das "Volk" eben anders als das "Völkerrecht" will. Auf den anderen zuzugehen wäre dabei immer ein Schritt in die richtige Richtung, und zwar nach der Goldenen Regel: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute [also die anderen] tun, das tut ihr ihnen zuerst" - von Jesus von Nazareth, ideal für die Politik geeignet. Wer das als Schein-Christ nicht tut oder es nur vordergründig heuchelt, sollte sich deshalb auch öffentlich von Christus distanzieren.

Im Zuge der Eskalation des Konflikts in der Ukraine - Scheren einzelne westliche Main-Stream-Medien bei der einseitigen Agitation gegen die "bösen Russen" aus?

So schreibt ntv.de am 17.4.2014: "Der Westen ist maßgeblich in den Konflikt verwickelt. Die EU hat sogar Anteil an dessen Entstehung. Im Zuge der Verhandlungen um ein Assoziierungsabkommen stellte man Kiew vor die Entscheidung 'Europa oder Russland'. Gegenüber Moskau war dies ein Affront. Die EU hätte Russland mehr einbinden und den Dialog suchen müssen. Problematisch agierten Europa und USA auch nach Beginn der Proteste auf dem Maidan. Anstatt ausgewogen zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln, ergriff man einseitig Partei für die alte Opposition ... Anstatt Bedingungen an ihre Finanzhilfen zu knüpfen, nahmen Europa und USA die Regierungsbeteiligung der rechten Swoboda ebenso fast anstandslos zur Kenntnis wie die mangelhafte Aufklärung der Ereignisse auf dem Maidan." (ntv.de, 17.4.2014)
Unbeantwortet bleibt dabei jedoch die Frage: Warum? Wer oder was steckt dahinter? Der "Massenmord auf dem Maidan" (Mathias Brökers in Frankfurter Rundschau, 28.8.2014) wurde gar nicht aufgeklärt.

Auf jeden Fall nahte für den Westen eine weitere Stunde der Wahrheit: Die frühere ukrainische Regierung hatte man massivst bedroht, wenn diese versuche, mit einem "Anti-Terror-Einsatz" den Maidan-Aufstand zu beenden, und die gesellschaftliche "Ordnung" wieder her zu stellen. Denn "Gewalt" sei "nicht gut", hieß es in diesem Fall, was ja stimmt, was der Westen aber nur auf die damalige Regierung bezog. Die teilweise tötenden Aufständischen wurden vom Westen nie ernsthaft öffentlich kritisiert. Stattdessen mischten sich immer wieder westliche Politiker, vor allem der deutschen Partei der "Grünen", unter die aufständische Menge. Und die Regierung, so hieß es damals, müsse einfach die Forderung der Menge auf dem Maidan erfüllen, so der Westen.
Nun lässt die aus dem Aufstand hervor gegangene nicht legitimierte "Übergangsregierung", in der Ostukraine vielfach "Junta" genannt, einen "Anti-Terror-Einsatz" gegen die Demonstranten und Aufständischen im Osten durchführen, die zumindest zum größten Teil aus dem "Volk" kommen. Doch warum erfolgen jetzt keine Sanktionsdrohungen des Westens? Warum sagt man jetzt nicht, die Regierung müsse die Forderung der Aufständischen erfüllen oder zumindest auf sie eingehen und warum beginnt man jetzt nicht mit Verhandlungen über einen föderalen Staat statt töten zu lassen? Vor allem die USA-Regierung fördert den Gewalteinsatz gegen die Ukrainer im Osten mit ihrem "Verständnis", was immer das heißt.
In einer solchen "Stunde der Wahrheit" zeigt sich also, worum es geht. Vor allem um die Vermeidung von Gewalt? Oder ist das nur geheuchelt, und es geht stattdessen nur oder vor allem um die Durchsetzung der eigenen machtpolitischen, wirtschaftlichen und "geostrategischen" Ziele, gleich mit welchen Mitteln und gleich, wie viele Opfer es gibt?

CIA schon in der Ostukraine - Liefern die USA Waffen, um den Aufstand und die Demonstrationen niederzuschlagen?
USA bestreitet Bürger-Proteste in der Ost-Ukraine / Angriffe gegen "Separatisten" in der Ostukraine nach Treffen mit CIA-Chef in Kiew

Klar, dass - wie immer - jeder den anderen beschuldigt, zu manipulieren, und die Wahrheit wäre wirklich sehr interessant. Sie ist aber wohl kaum zu erfahren, so dass man die Gesamtsituation abwägen müsste. Und hier gibt es eben zwei große Strömungen im Land, und der Westen hat sich selbst - anstatt zu vermitteln - zu einer der Parteien gemacht und versucht, die andere zu beschimpfen, zu bedrohen und "klein" zu kriegen. Das aber ist eine Art von "Eroberungsversuch" der ehemaligen Sowjetrepublik, und es wird entsprechend negative Wirkungen haben.
So werden die Hunderte bzw. Tausende von Zivilisten und Bürger, "
viele von ihnen ältere Frauen" (focus.de, 13.4.2014), die gegen die westlich-nationalistische Übergangsregierung in Kiew demonstrieren und eine Volksabstimmung, ein Referendum, in der Ostukraine fordern, vom Westen nicht als "Volk" anerkannt wie zuvor die westlichen Nationalisten, sondern als pro-russische "Provokateure", die nun in die Zielfernrohre der westlichen Anti-Terror-Einheiten geraten. Denn sie passen eben schlicht nicht in die eigenen geostrategischen Überlegungen. Doch die Forderung nach einem Referendum entwickelt sich mehr und mehr zur Forderung der großen Mehrheit der Bevölkerung in dieser Region und auch des geflüchteten Präsidenten Janukowitsch. Dagegen geht die Übergangsregierung mehr und mehr mit Gewalt vor. Außerdem hat der "Rechte Sektor", der von der Übergangsregierung nicht entwaffnet wurde und als private Miliz im Land operiert, die Generalmobilmachung von 10.000 Maidan-Aktivisten und Kriegern beschlossen, so verschiedene Nachrichtenagenturen am 13.4.2014, um im Osten der Ukraine ebenfalls gegen die Demonstranten zu kämpfen. So marschierten also am 14.4.2014 die von der Übergansregierung geschickten staatlichen Militäreinheiten und die faschistischen Privatarmeen Richtung Ost-Ukraine. "Wir wollen töten", so vor einigen Monaten bereits Vertreter des "Rechen Sektors", als die auf dem Maidan-Platz demonstrierten und interviewt wurden, was in mehreren TV-Berichten zu sehen war.
"Das Russische Staatsfernsehen Rossiya 1 berichtete laut BBC, dass Kiew das Startsignal" für die "Anti-Terror-Aktion" vom 13.4.2014 "nach geheimen Absprachen mit CIA-Chef John Brennan in der Ukraine gegeben habe. Damit habe Innenminister Awakow ´im Grunde den Anfang eines Bürgerkrieges bekanntgegeben`", so das russische Staatsfernsehen (focus.de, 13.4.2014). Tatsächlich war der mächtige katholische CIA-Chef John Brennan selbst zu Gesprächen mit der Junta in Kiew, wie auch die USA zugeben musste. "´Er war hier unter einem anderen Namen. Nach seinen Treffen mit Sicherheitschefs wurde die Operation in Slawjansk [gewaltsames Vorgehen gegen pro-russische Aktivisten] beschlossen`, behauptete ein anonymer ukrainischer Beamter gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti". (spiegel.de, 14.4.2014)
Auch CIA-Chef John Brennan ist wie viele andere Regierungsmitglieder der USA papsttreuer Katholik
, dem seine Kritiker "too much Catholic enducation" vorwerfen, also "zuviel katholische Erziehung" (https://www.commonwealmagazine.org/blog/john-brennan-another-catholic-upper-reaches-update). Der mächtige CIA-Chef entstammt nicht nur einem äußerst streng-katholischen Elternhaus, sondern ist auch Absolvent der Fordham Universitiy, der Jesuiten-Hochschule von New York.
Der Vatikan hat mehrere zentrale Machtpositionen in den USA praktisch in der Hand (Vize-Präsident, Außenminister, CIA-Chef, UNO-Botschafterin usw.) und fordert von allen "Laien-Katholiken" ja Unterwerfung unter den Papst (z. B. hier).

Hierzu stellt sich die Frage, wer überhaupt die Entscheidungen in der Übergangsregierung der Ukraine trifft bzw. welche "Ratschläge" man befolgt.
Zur Erinnerung. Die Ukraine-Beauftragte der US-Regierung Victoria Nuland hatte mit anderen US-Regierungsmitgliedern
bereits während der Zeit des Maidan-Aufstands abgesprochen, "welche Politiker der Opposition der nächsten Regierung in Kiew angehören sollen" (Wikipedia, Stand: 4.3.2014). Dr. Klitschko sollte z. B. nicht dabei sein, und so kam es dann auch.
Die papsttreue Katholikin und US-UNO-Botschafterin Samantha Power, die für weltweit mehr Militäreinsätze der USA plädiert, ließ den Streit USA-Russland weiter eskalieren, indem sie im Namen der USA abstreitet, dass es in der Ost-Ukraine (die sie gar nicht kennt) überhaupt Proteste von Bürgern gibt. Sie betrachtet alle Bürger der Ost-Ukraine als Opfer Moskaus oder eben von Moskau aus "gesteuert". Selbst die deutsche Zeitung "Bild", die auf Seiten der ukrainischen Übergangsregierung steht, berichtet über die Bürgerproteste in der Ost-Ukraine, die quer durch alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen geht.
Welt.de
schreibt über die Haltung des weiteren machtvollen Mitglieds der Papstkirche in der US-Führung, Samantha Power: "´
Die Leben unschuldiger Zivilisten stehen auf dem Spiel [eine in allen von der USA geführten Kriegen gerne verwendete Formulierung]. Während wir hier bombardiert werden mit Desinformation und Propaganda [ausschließlich angeblich durch Russland], sehen sich die Ukrainer mit Aufruhr und Gewalt konfrontiert`, sagte sie. Was in der Ost-Ukraine vorgehe, seien keine Proteste. ´Das sind militärische Operationen.`"
Doch von wem die größte Desinformation ausgeht, ist die Frage. So beschreibt spiegel.de die überwiegende Haltung der Bevölkerung in der Ost-Ukraine mit den Worten: "Wut auf die Regierung treibt sie auf die Barrikaden" (spiegel.de, 16.4.2014). Und: "Unabhängigkeit wollen sie gar nicht - trotzdem sympathisieren in der Ostukraine viele Menschen mit den Separatisten."

Das Prinzip der "Projektion" - Die eigenen Fehler werden dem Feind unterschoben

Doch interessieren sich Machtpolitiker überhaupt für die Menschen, um die es angeblich geht? Während der Westen in dem Konflikt der russischen Regierung zu 100 % die Schuld gibt, gibt Russland dem Westen zu 100 % die Schuld. Die "idealen" Voraussetzungen für einen Krieg und der krassest mögliche Gegensatz zu Jesus von Nazareth und Seine Lehre, erst den Balken im eigenen Auge zu entfernen, bevor man sich die Fehler des anderen vornimmt. Dahinter steckt die in der Psychologie bekannte Gesetzmäßigkeit der Projektion, wonach man eigenes Fehlverhalten bevorzugt auf den "Feind" projiziert, weil man sich selbst und sein Ego nicht näher anschauen möchte. Die Kirche lehnt diese Botschaft von Jesus (und nicht nur diese) faktisch ab und ersetzte sie durch "Der Glaube allein genügt".
Der russische UN-Botschafter beklagte dann auch die permanenten westlichen Beschuldigungen gegenüber Russland im UN-Sicherheitsrat: "Einige Leute, auch hier in diesem Gremium, wollen die wahren Gründe nicht sehen für das, was in der Ukraine vor sich geht und sehen die Hand Moskaus in allem, was da gerade passiert
", und er reagierte irgendwann auf die pausenlosen und immer neuen Beschuldigungen und Drohungen der westlichen Politiker und Medien mit den Worten "Genug. Das ist genug" (welt.de, 14.4.2014).
Nicht jedoch für den Westen:
Nun hat man sogar Waffenlieferungen an die Übergangsregierung erwogen, um die Bürger-Unruhen niederzuschlagen. Bisher liefert die USA schon die Verpflegung für die "Anti-Terror-Einheiten" und hat damit die Aufgabe der Caritas beim Maidan-Aufstand übernommen. Gleichzeitig werden die 70 russischen Diplomaten in der NATO-Zentrale in Brüssel vom Essen in der Kantine ausgeschlossen - Brüskierungen und Demütigungen gegen Russland und seine Vertreter, wo immer es geht. (bild.de, 14.4.2014)
Gleichzeitig pumpen die westlichen Staaten eine neue Milliarde Euro in die Maidan-Übergangsregierung hinein (wird sie für den "Anti-Terror-Kampf" verwendet?) und sie drohen Russland immer heftiger. Der "Rechte Sektor" fordert derweil eine Verdreifachung der Rüstungsausgaben und Atomwaffen für die Ukraine. Bezahlen müssen die Aufrüstung - egal in welche Dimensionen - auf jeden Fall auch die westlichen Staaten, die eine Milliarde nach der anderen dort hinein stecken müssen, wenn sie so weitermachen wollen, wie bisher, vermutlich Dutzende von Milliarden Euro. Und da nahezu alle Staaten finanziell am Abgrund stehen, werden die Milliarden-Begehrlichkeiten vor allem auf die deutsche Regierung und damit die Steuerzahler in Deutschland zukommen.

Die Wahrheit spielt dabei vor allem für diejenigen keine Rolle, die - vereinfacht ausgedrückt - nach dem Motto handeln: "Wir = gut; die anderen = böse". So z. B. der Ex-Präsident Georgiens Saakaschwili, der 2008 einen Kurzkrieg gegen Russland wegen des Status von Süd-Ossetien führte und mit dem Töten von Hunderten von Zivilisten in der süd-ossetischen Hauptstadt begann, deren Bewohner russlandfreundlich sind bzw. waren - so hatten es auch die neutralen OSZE-Beobachter damals bestätigt (siehe hier). Sein Land sei ein "Vorposten im Kampf gegen Russland". Georgien sei die "Grenze zwischen Gut und Böse" (Spiegel online, 13.8.2008). Damals stand nach Auskunft der georgischen Opposition hinter jedem Regierungsmitglied ein "Berater" aus den USA, was die Georgier zumindest ermunterte, gegen Russland vorzugehen. Und wie ist es heute in der Ukraine?

Dabei wäre doch der Weg zur vorläufigen Befriedung im Äußeren nahe liegend: Man lässt die Bürger in den Provinzen der Ost-Ukraine selbst entscheiden, in welchem Staat sie in Zukunft leben wollen oder ob sie in dem bestehenden Staat eine gewisse Autonomie bekommen, was auch der nach wie rechtmäßige Präsident der Ukraine Janukowitsch vorgeschlagen hatte. Dazu könnte ein Referendum unter UN-Aufsicht stattfinden. Und dann könnten die notwendigen Milliarden dafür ausgegeben werden, in allen Regionen wieder ein anständiges bürgerliches Leben zu ermöglichen und man kann problemlos wieder von einem Land ins andere fahren, wie dies vor dem Maidan-Putsch des Westens auch möglich war.
Was könnte man alles mit den vielen Milliarden Gutes tun, wenn beide Seiten bereit wären, vernünftig miteinander zu reden und bestimmte Politiker und Mächte nicht auf ihrer aggressiven Prinzipienreiterei beharren würden
. Und ein Land könnte dem anderen helfen, z. B. mit günstigen Krediten oder Rabatten auf Waren oder Energie, wie dies vor dem Maidan-Aufstand auch war.
Auf einem Foto bei spiegel.de aus der ostukrainischen Stadt Slawjansk, wo Bürger den pro-russischen Milizionären vor einem besetzten Gebäude applaudieren und ihnen Essen und Trinken bringen, sieht man im Hintergrund eine Rutschbahn für Kinder. Auch in der Westukraine gibt es Rutschbahnen für Kinder, damit diese ihre Freude haben können. Warum bändigen die machtbesessenen Politiker nicht ihren eiskalten strategischen Intellekt und lassen die Bevölkerung selbst entscheiden?


Zur Erinnerung
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Die USA haben bereits im 2003 ihre eigenen Interessen im Irak über die UNO gestellt und sind in das Land einmarschiert, obwohl es auf einem ganz anderen Kontinent liegt, und sie haben damit die UNO "ausgeschaltet", die dafür kein "Mandat" gegeben hatte. Zigtausende von Menschen wurden getötet. Von daher wäre jeder Protest aus dieser Ecke eine Heuchelei, wenn auch die Regierung Russlands im Sinne eigener Interessen Grenzen überschreiten lässt. Illegitim ist beides, doch was ist, wenn in dem einen Fall wenigstens der Wunsch vieler dort lebender Bürger erfüllt würde und nicht Tausende massakriert würden wie einst im Irak und das Land seither ins Elend gestürzt würde wie im Irak? Warum verzichtet man also nicht auf Gewalt und lässt einfach unter UN-Aufsicht abstimmen und schafft somit wieder die Basis für eine rechtsstaatliche Ordnung? Doch der Westen verlangt die Unterwerfung unter eine von ihr mit Gewalt an die Macht gebrachte rechte und teilweise faschistische Junta aus Maidan-Aufständischen, die von Anfang an Maßnahmen gegen die Bevölkerung der Ost-Ukraine ergriff (z. B. Visumpflicht für benachbarte Russen; Zurückdrängung der russischen Sprache; Absetzung der Gouverneure usw.) und dem Land, ohne dass überhaupt Wahlen stattgefunden haben, einen völlig neuen politischen Kurs aufzwingen wollte.

Die Lehre von Christus könnte zur Selbsterkenntnis und Deeskalation helfen - doch man verhöhnt sie durch sein gegenteiliges Tun

Stattdessen setzte der Westen den Konfrontationskurs massiv fort: "Die USA appellierten an Russland, sich öffentlich von den ´Separatisten, Saboteuren und Provokateuren` in der Ukraine zu distanzieren" (reuters.com, 8.4.2014). Selbst hatte man aber vor einigen Wochen diejenigen, die mit Knüppeln und Äxten auf Polizisten einschlugen (mindestens 20 Polizisten wurden getötet), als ukrainisches "Volk" geadelt, dessen Kampf man unterstütze und fördere, und man hatte Russland bedroht, falls sich deren Regierung zugunsten der damaligen ukrainischen Regierung, deren Wähler und der noch bestehenden Ordnung einmischen würde. (siehe hier)
Während man also der anderen Seite permanent droht, wenn diese z. B. einen "Anti-Terror-Einsatz" durchführen möchte, wird das gleiche Verhalten, wenn man dies selbst praktiziert, aber als richtig und notwendig bewertet. Man handelt damit im deutlichen Gegensatz zu Jesus, der sinngemäß lehrte: "Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge, und dann sieh zu, wie du den Splitter aus dem Auge deines Nächsten ziehst." Und man missbraucht Seinen Namen, weil man sich "Christ" nennt. Wann endlich stellen sich Angela Merkel, Barack Obama - und wie sie alle heißen - hin und distanzieren sich wenigstens von Christus, indem sie zugeben, dass ihre Machtpolitik nichts mit Ihm zu tun hat? So wie auch eine Machtpolitik russischer Politiker nicht christlich ist, sondern von anderen Kräften inspiriert ist. Die westlichen Politiker könnten dann zugeben: Unser Segen ist päpstlich und lutherisch, aber nicht christlich. Die Lehre von Christus könnte also zur Selbsterkenntnis und Deeskalation helfen - doch man verhöhnt sie durch sein gegenteiliges Tun.

Dabei sind die dauernden Sanktionsdrohungen und Sanktionsvorbereitungen nur das Vordergründige. Westliche Unternehmen und Konzerne haben aus diesem Grund aus Panik in wenigen Wochen umgerechnet 64 Milliarden Euro aus Russland heraus gezogen (welt.de, 8.4.2014), wodurch Russland auch ohne offizielle West-Sanktionen bereits ins Taumeln gekommen ist und früher pleite gehen kann als die Ukraine (da dort westliche Milliarden ja hinein gepumpt werden), während man weiter das am zweithöchsten aufgerüstetste Land bleibt. Auch Gasrechnungen Russlands in Milliardenhöhe hat die Ukraine zuletzt nicht mehr bezahlt. Was das alles bedeuten kann, wenn Russland völlig an die Wand gedrängt wird (die "Isolation" ist ja das erklärte Ziel der westlichen Politiker), ob gar Hungersnöte in dem Riesenreich drohen, dem flächenmäßig größten der Erde, kann gar nicht ermessen werden. Und wessen Leid am Ende des brutalen Machtkampfes zwischen West und Ost um den Status der Regionen der ehemaligen Sowjetunion am Größten ist, wer weiß? Und was hat das alles eigentlich mit dem Amtseid zu tun, den deutsche Regierungsmitglieder geschworen haben, dem Volk zu dienen und Schaden von ihm abzuwenden?

Die kirchliche Theologie ist die Wurzel für Waffenhandel, Hochrüstung, Kriege und unermessliches Leid

In anderen Teilen der Erde verhungern jetzt schon ca. 40.000 Menschen täglich, was die Kampfhähne kalt lässt, während die Regierung der USA unter dem Kirchenchristen Obama ihre NATO-Partner auffordert, nun noch mehr Milliarden für die Hochrüstung und die weitere Aufrüstung an der NATO-Ostgrenze auszugeben, das heißt: noch mehr Waffen und Soldaten an der Grenze zu Russland in Stellung zu bringen. "US-Präsident Barack Obama hat die Europäer zu stärkerer militärischer Aufrüstung aufgefordert", heißt es beispielsweise in welt.de vom 3.4.2014. Doch wo hat Christus gelehrt: "Füllt mir euren Talern eure Waffenschränke auf, denn eure Feinde haben auch volle Waffenschränke. Wenn eure Nächsten darüber verhungern, dann ist es eben so. Erst die Waffen, dann - falls noch ein wenig übrig ist - vielleicht Brot"? Oder anders ausgedrückt: "Die Waffen für die Reichen sind wichtiger als das Brot für die Armen."
Wenn Christus solches aber nicht gelehrt hat, warum nennt man sich dann "Christen"? Hohn und Spott
. Denn die immer massivere Aufrüstung ist eindeutig kirchlich - auch wenn dort vordergründig meist anders geredet wird - da die Kirche zum "Gewinnen" der von ihr befürworteten katholischen "gerechten Kriege" oder evangelischen "Kriegen als letzten Mitteln" immer die deutliche militärische Überlegenheit gegenüber dem Gegner braucht. Denn einen Krieg "nur als letztem Mittel", wie es oft so scheinheilig heißt, wird man ja nur dann beginnen, wenn man glaubt, ihn militärisch auch gewinnen zu können. Deshalb ist die Hochrüstung die notwendige Folge der kirchlichen Lehre vom "Krieg als letztem Mittel". Und deshalb ist die kirchliche Theologie auch die Wurzel von Waffenhandel, Aufrüstung und Kriegen - und zwar schon seit ca. 1700 Jahren. Die Priester und Pfarrer tragen dafür die Hauptschuld, denn sie haben in allen Kriegen die Soldaten in das Verderben hinein gesegnet. Christlich ist das aber alles nie und nimmer. Von wem aber kommt der Segen dann?

Bei all´ dem werden oft die Tiere völlig vergessen, obwohl sie an den Kriegen und Konflikten keine Schuld tragen. So erhielten wir am 16.4.2014 z. B. folgende E-Mail aus der Ukraine, die nur ein Beispiel aufzeigt: "Die politische Krise in der Ukraine ist jeden Abend aufs Neue eine weitere Headline in der Zeitung wert. Die Folgen für den einzelnen Menschen sind katastrophal. Kaum eine Firma arbeitet noch regulär. Löhne werden nicht mehr gezahlt. Die meisten Leute gehen zurück in die Dörfer zu ihren Angehörigen, doch die, die völlig auf andere angewiesen sind, sind die herrenlose Hunde und Katzen in den Tierheimen. Die Tierasyle erhalten kaum noch Spenden mehr, weil die Menschen keinen Euro entbehren können. Deutschland überweist Unsummen an mein Land, doch keine müde Mark kommt an für die Tiere." Es wird befürchtet, "dass die Hunde und Katzen getötet werden, weil das humaner ist, als sie verhungern zu lassen."
Laut kirchlicher Lehre können die Tiere angeblich nicht so fühlen und empfinden wie Menschen, obwohl gerade die genannten Tiere in Wirklichkeit viel empfindsamer sind, vor allem viel empfindsamer als Menschen, die mittlerweile gefühlskalt geworden sind und nur noch von ihrem Ego gesteuert werden.

Gestern Schläger, heute Nationalgardist

Im Parlament in Kiew gab es mittlerweile eine Massenschlägerei. Mitglieder der pro-westlichen Übergangs-Regierungspartei Swoboda fingen an, auf Kommunisten einzuschlagen, da diese die Nationalisten für die Spaltung des Landes verantwortlich machten. Parlamentarier der "Partei der Regionen" des geflohenen Präsidenten Janukowitsch halfen darauf hin den Kommunisten. (sueddeutsche.de, 8.4.2014)
Und Deutschland droht wegen der Milliarden von Euro, welche die CDU/SPD-Bundesregierung aus den deutschen Steuereinnahmen in den Ukraine-Konflikt hinein pumpen will, 2015 ein Haushaltsfiasko. Und die NATO droht Russland derweil immer mehr vor dem Eingreifen, obwohl es teilweise rechtsradikale Übergangs-Regierungstruppen sind, die mit Gewalt gegen die pro-russischen Demonstranten in der Ost-Ukraine vorgehen. Es wird geschürt und geschürt. Denn die Übergangsregierung machte viele pro-westliche Maidan-Schläger kurzerhand zu staatlichen Nationalgardisten und schickte sie an die Front im Osten. Und sie ersetzte legitime Gouverneure und Beamte im Osten z. B. durch Parteigänger des Westkurses ...
Kommt es also wegen der Ukraine bald zum Weltinferno? Oder wie weit wird die Eskalation in naher Zukunft voran schreiten? Und warum wollen sich die Politiker im Westen immer einseitig einmischen anstatt diejenigen einen bestimmten Konflikt austragen und lösen zu lassen, die daran beteiligt sind, bei einem Grenzkonflikt z. B. die beiden beteiligten Länder? Und warum mischen sich die westlichen Politiker ausgerechnet dort verstärkt ein, wo es um die vielen Völker und Konfliktherde innerhalb der ehemaligen Sowjetunion geht? Was hat das mit dem Amtseid für Politiker in Deutschland zu tun, Schaden vom "deutschen Volk" abzuwehren? Wird hier nicht Schaden hervor gerufen? Welche Kräfte stecken hier dahinter und welche Interessen haben sie? Und auf welchem tiefen Niveau bewegt man sich?

"Wir haben den Rubikon überschritten" - Das bedeutete damals: Krieg

Der Westen setzt "locker vom Hocker" auf militärische Stärke und Sanktionsdrohungen und hat darüber hinaus ein System entwickelt, bei dem durch den so genannten "Bündnisfall" automatisch und sofort alle Länder mit hinein gezogen werden, wenn z. B. eines der eingebundenen Länder mit einem dritten Land einen Konflikt austrägt - ohne dass einzelne Staatsvertreter zuvor noch innehalten und sagen könnten: "Da machen wir nicht mit. Da lasse ich das Land und die Bürger, die ich regiere, nicht mit hinein ziehen."
"Wir haben den Rubikon überschritten", verkündete der polnische Präsident Donald Tusk im Jahr 2008 scheinbar nebenbei (http://www.welt.de/politik/arti2329334/USA_stationieren_Raketen_in_Polen.html), nachdem die USA von da an Russland bedrohende Patriot-Raketen in Polen stationierten, obwohl die russische Regierung energisch protestiert hatte. Der besagte Satz wurde durch den römischen Feldherrn Gaius Julius Cäsar zu einem historischen Wort. Er bedeutete damals Krieg. Cäsars Truppen überschritten den Fluss Rubikon und marschierten auf Rom zu, um die Republik dort zu vernichten. Anschließend eroberten sie ganz Italien und Spanien. Und bedeutet der Satz auch in der Gegenwart Krieg?

Russlands Regierung hielt damals aber noch still. Erst die aktive Unterstützung des Umsturzes 2014 in der Ukraine durch die USA, die EU und die NATO und die Installierung einer einseitig pro-westlichen und teilweise rechtsradikalen nach dem Prinzip des Stärkeren zusammen gewürfelte "Übergangsregierung" bedeutete für die Regierung Russlands das Überschreiten der "roten Linie". Doch der Westen droht ununterbrochen weiter und rückt mit einer neuen milliardenteuren Aufrüstungswelle noch mehr Bomben und Raketen Richtung Moskau und fühlt sich dabei ausschließlich immer im "Recht", während der andere immer "Unrecht" habe. Es ist letztlich eine Übertragung des katholischen Glaubenswahns auf die Politik, wenn im Katholizismus z. B. behauptet wird:
"Die ... Kirche ... ist die Säule und Grundfeste der Wahrheit, also frei und unberührt von jeder Gefahr des Irrtums und der Falschheit". (zit. nach Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, Nr. 392)

Und was steckt hinter dem Prinzip der im Ernstfall schnellen Eskalation durch den so genannten "Nato-Bündnisfall"?
Und wohin führen uns von sich selbst maßlos überzeugte Politiker? Was kann "Bündnisfall" bedeuten? Im Jahr 2001 wurde der furchtbare Fliegerangriff nicht wirklich geklärter Herkunft auf das World Trade Center in New York im Sinne des "Bündnisfalles" auch so gedeutet, dass die Regierung von Afghanistan damit auch Deutschland angegriffen habe, weswegen Deutschland sich mit einer Kriegserklärung an Afghanistan angeblich "am Hindukusch" "verteidigen" müsse (der damalige SPD-Minister Struck). Was folgte, ist bekannt, außer wie viele Milliarden Euro es kostete und wie viele weitere Tausend Menschen unschuldig getötet wurden und wie viel neues Leid verursacht wurde und wie es weiter geht.

Steckt ein NATO-Land auch hinter dem Giftgasangriff in Syrien, um US-Angriff zu provozieren?

Kann es also in Zukunft passieren, dass vielleicht eine falsch gedeutete Silvesterrakete in Transnistrien dazu führen könnte, dass Deutschland darauf hin gezwungen wird, Russland den Krieg zu erklären? Oder reicht am Ende gar ein Böller, der angeblich von Syrien über die Grenze in das NATO-Land Türkei geworfen wurde, wo die deutschen Patriot-Raketen im Sinne des "Bündnisfalles" in Lauerstellung angebracht worden sind, während die türkische Regierung zuletzt in dringenden Verdacht geriet, hinter dem Giftgas-Angriff im Vorjahr in Syrien gestanden zu haben, welcher der syrischen Regierung in die Schuhe geschoben wurde und beinahe den US-Angriff auf Syrien ausgelöst hätte. (http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/sie-wollten-etwas-spektakulaeres-tun-giftgas-verschwoerer-erdogan-deutscher-experte-nennt-vorwuerfe-ueberzeugend_id_3760285.html)
"´Ein abgehörtes Telefonat, wonach in höchsten Regierungskreisen [der Türkei] ein Angriff 'unter falscher Flagge' auf ein türkisches Ehrenmal in Syrien geplant war, um so einen türkischen Militäreinsatz zu provozieren, entspricht genau der Eskalationsstrategie, die auch mit dem Giftgaseinsatz verfolgt wurde`", so der Nahost-Experte Günter Meyer, Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt an der Universität Mainz. (focus.de, 13.4.2014)

Vgl. dazu: NATO-Mitgliedschaft Georgiens? Deutschland riskiert Krieg gegen Russland. Was wollen die "Geister" alles noch bezwecken?

 



15.4. / 24.4.2014 -
Rechtsradikaler Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats lässt verschiedene Milizen in den Osten marschieren. Ukrainischer Kommandeur droht "Separatisten" mit "'Vernichtung" / Kirche lehrt "gerechten" Krieg / Ukrainische Soldaten verweigern Tötungsbefehle - "Ein erstes Bataillon der Nationalgarde ist in die Ostukraine entsandt worden. Das meldete der Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Andrej Parubij, auf seiner Facebook-Seite. Die Soldaten seien ´sehr kämpferisch` und bereit, die ´an der Front` zu verteidigen", schreibt spiegel.de am 15.4.2014. Den Befehl gab Übergangspräsident und Pfarrer Turtschinow, Baptisten-Pastor wie Billy Graham in den USA.
Viele Maidan-Gewalttäter wurden zuvor kurzerhand zu Nationalgardisten gemacht und jetzt zum Kämpfen gegen pro-russischen Ost-Ukrainer losgeschickt. "
Die Soldaten sind zumeist Freiwillige der sogenannten Selbstverteidigungsgruppen vom Kiewer Unabhängigkeitsplatz" (spiegel.de, 15.4.2014). Damit versuchen die Maidan-Aufständischen nun im Gewand der Nationalgarde, in den Osten zu ziehen.
Andrej Parubij selbst war "Mitbegründer der rechtsextremen Sozial-Nationalen Partei der Ukraine" (Wikipedia, Stand: 24.3.2014). Er kandidierte zwischenzeitlich für die rechte Timoschenko-Partei und gilt als enger Kooperationspartner des faschistischen Führers des "Rechten Sektors" Dmytro Jarosch, der seine Leute offenbar parallel zur Nationalgarde zum Kämpfen und zum Töten in den Osten schickt.
Parubij provozierte sogleich nach seiner Beförderung durch die rechte Übergangsregierung mit der Durchsetzung der Visumpflicht für Bürger Russlands die gesamte Ost- und Südukraine, wo die Menschen diesseits und jenseits der Grenze leben, wohnen und arbeiten und wo sie "hüben und drüben" Familie und Verwandten habe und wo es für sie noch nie eine geschlossene Grenze gab, so dass Zigtausende Menschen viele Jahrzehnte und gar Jahrhunderte lang täglich die jetzige Grenze problemlos überquerten. Auch wurden sofort Maßnahmen gegen Russisch als bisher zweite Amtssprache in den Regionen ergriffen, in denen die Mehrheit der Bürger Russisch spricht. In der Vergangenheit forderte der neue mächtige Mann des Nationalen Sicherheitsrats aus dem Timoschenko-Clan sogar einen "reinrassigen Staat" Ukraine nur mit reinrassigen Ukrainern. (ntv.de, 28.3.2014)

Zum Vergleich: Die Präsidentschaftskandidatin Julija Timoschenko wolle russischstämmige Ukrainer laut dem abgehörten Telefongespräch "mit Nuklerarwaffen erledigen" (spiegel.de, 28.3.2014). "Letzteres will sie zwar nicht so, sondern irgendwie anders gesagt haben", doch für die Betroffenen ist dies sicher keine kleine Fußnote. Dennoch erhält die von Rechtsradikalen maßgeblich mitbestimmte Übergangsregierunge eine milliardenschwere und ideelle Unterstützung aus dem Westen.

Seit Mitte April 2014 marschierten nun also auch faschistische und andere pro-westliche Kräfte mit Deckung der NATO in den Osten und haben dort unter den Vorzeichen der "territorialen Integrität des Staates" mehr oder weniger freie Hand. Der römisch-katholische CIA-Chef der USA hatte kurz zuvor noch mit der Übergangsregierung gesprochen.
Bei den Einsätzen dieser Regierung ist also "
nicht immer ganz klar, mit wem man es zu tun hat". Es sind eben "häufig fragwürdige Milizen im Einsatz, die möglicherweise von rechtsradikalen Kräften durchsetzt sind", schreibt focus.de am 16.4.2014. Die Regierung der USA hat diese jedoch damit legitimiert, dass diese durch Gewalt wieder für "Recht und Ordnung" sorgen.
Zum Vergleich
: Der zuletzt rechtmäßigen Regierung unter Präsident Janukowitsch hatte der Westen jeglichen Gewalteinsatz gegen Aufständische, um "Recht und Ordnung" wieder herzustellen, unter massiven Sanktionsdrohungen untersagt. Wie immer zweierlei Maß, um nicht zu sagen Heuchelei. Und es hat nichts mit der Goldenen Regel von Jesus zu tun, welche lautet: "Was du nicht willst, dass man dir tu (also dass z. B. deine Proteste mit Gewalt niedergeschlagen werden), das füg auch keinem anderen zu." Sondern es ist das Gegenteil.

Ukrainische Soldaten verweigern Vernichtungs-Befehl gegen ostukrainische Besetzer von Gebäuden

Zwar stehen in der Nähe auch viele Tausend Soldaten Russlands, doch für den Fall ihrer Einmischung haben die USA, Deutschland und der Westen erneut eine massive Drohkulisse mit Sanktionen aufgebaut - sozusagen der "Feuerschutz" für die überwiegend aus "Maidan-Kämpfern" rekrutierte und von West-Ukrainern kommandierte "Nationalgarde" und die rechtsradikalen Milizen. Vor diesem Hintergrund der westlichen Unterstützung, der sich die Übergangsregierung gewiss ist, wurde auch bekannt: "Ein ukrainischer Militärkommandeur hat den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine mit ihrer ´Vernichtung?` gedroht" (focus.de, 15.4.2014).

Zum Hintergrund:
CIA-Chef John Brennan - nach dessen Besuch in Kiew die Entscheidung für den Militäreinsatz fiel - versteht sich als Experte der römisch-katholischen Lehre vom gerechten Krieg durch den "heiligen Augustinus", die er an der Jesuiten-Hochschule von New York studiert hatte.
Laut US-Regierung war es jedoch nur eine "Routine"-Besuch. Doch auch Übergangspräsident Turtschinow ist ja als evangelischer Theologe "fachlich" versiert. In den evangelischen Kirchen lehrt man meist den Krieg als "letztes Mittel", auch im evangelisch-freikirchlichen Bereich, aus dem er stammt.


Hier kann man auch noch einmal zurück blicken: "Die ich rief, die Geister ..." Sie drängen hier nach weiterer Entfesselung. Wer könnte sie bändigen? Die Kirche lehrt den "gerechten Krieg".
Auf beiden Seiten werden "Heiligenbilder" hochgehalten, da alle Soldaten mehr oder weniger kirchlich sind. Bevor die Schüsse fallen, sollten sich jedoch alle Beteiligten noch von Christus distanzieren, damit klar ist, dass es mit Ihm, der nie einen Krieg oder Gewalteinsatz gerechtfertigt hat, nichts zu tun hat, was hier passiert. Das könnten auch die jeweiligen Regierungen im Hintergrund tun. Zur Klarheit.

Dabei wäre doch der Weg zur vorläufigen Befriedung im Äußeren - wie gesagt - gar nicht so schwer. Warum lässt man die Bürger in der Ost-Ukraine unter dem Schutz der UNO nicht fair darüber abstimmen, zu welchem "irdischen" Staatswesen sie in Zukunft gehören wollen oder ob sie innerhalb des bisherigen Staates eine angemessene "Autonomie" bekommen, die ihnen ihre Bürgerrechte ermöglicht? Das wäre ein kleiner Aspekt von wirklicher Demokratie und auch von Freiheit und der Förderung von Versöhnung. Und die Unterlegenen könnte man mit anschließenden Zugeständnissen bzw. durch Nachgiebigkeit und Großzügigkeit in vielen Details am ehesten zur Vernunft bringen, nach dem Motto von Jesus von Nazareth "Tut Gutes denen, die euch hassen" aus der Lehre der Bergpredigt, die von den scheinchristlichen Kirchen jedoch als Utopie verleumdet wird.

Tschechischer Präsident wollte NATO-Einmarsch in der Ukraine als Reaktion auf Grenzüberschreitungen Russlands, bis er sich doch anders überlegte

Zur weiteren Entwicklung vor Ort z. B.: https://twitter.com/DEmmerich - Demnach soll z. B. eine ganze Polizeistation auf die Seite der pro-russischen Milizen übergelaufen sein. Oder ein örtlicher Baubetrieb half den Milizen, Barrikaden aus Beton zu errichten. Immer wieder wird ein Referendum, eine Volksabstimmung, gefordert - alles Zeichen dafür, dass ein großer Teil der Bevölkerung in der Ost-Ukraine nicht durch einen Militäreinsatz der pro-westlichen Übergangsregierung von den - nach westlicher Theorie - angeblichen "Terroristen" "befreit" werden möchte, sondern ihr Tun von vielen mit Applaus und Hilfen begleitet wird. Immer wieder stellten sich Zivilisten den ukrainischen Panzern in den Weg. "Einige setzen ihr Leben aufs Spiel, um das Militär aufzuhalten". "Wir wollen nicht, dass die Junta in Kiew unsere Länder erobert", so eine typische Stellungnahme einer weinenden Frau. "Sie werden uns zerstören." (spiegel.de, 16.4.2014)
An vielen Orten laufen die ukrainischen Soldaten aber zur Freude großer Teile der Bevölkerung zu den pro-russischen Kräften über anstatt ihre Brüder zu "vernichten", wie es der Kommandant im Auftrag der pro-westlichen Regierung befohlen hatte. Während die US-Regierung vorab schon "Verständnis" für die blutige "Anti-Terror-Aktion" bekundete, machten eine große Anzahl von Soldaten bald nicht mehr mit: "Wir wollen nicht aufs eigene Volk schießen" (zit. nach focus.de, 16.4.2014). Westliche Hardliner in den NATO-Regierungen wurden deshalb nervös.
Der tschechische Präsident Milos Zeman forderte aus diesem Grund im April 2014 die Machtübernahme in der Ukraine durch Julija Timoschenko, die in einem abgehörten Telefonat erklärt hatte, Putin in den Kopf schießen, die Russen "fertig machen" und Russland in einem Weltkrieg zerstören zu wollen. Wie nah die Menschheit aufgrund solcher und ähnlich denkender Politiker am Weltkrieg stehen, macht auch deutlich, dass Zeman einen NATO-Militäreinsatz in der Ukraine für den Fall forderte, dass russische Soldaten die Grenze überschreiten. (spiegel.de, 7.4.2014)
Tschechien ist seit 1999 entgegen früheren Zusicherungen an Russland NATO-Mitglied geworden, und Zeman ist oberster Befehlshaber der tschechischen NATO-Truppen. Er wollte also einen Einmarsch-Befehl erwirken, falls russische Truppen in der Ost-Ukraine z. B. Gebäudebesetzer davor schützen wollen, von ukrainischen Truppen "vernichtet" zu werden. Und die protestantischen Spitzenpolitikerinnen Deutschlands Merkel und von der Leyen von der CDU lassen sechs Flugzeuge und ein Kriegsschiff der Bundeswehr Richtung Osten verlegen. Was hat das mit Christus zu tun? Nichts.
Im September 2014 hatte sich der tschechische Präsident dann jedoch anders entschieden. Er forderte ein Ende der Sanktionen gegen Russland, da diese zu einer "Verhärtung" der Fronten geführt hätten statt zu mehr Dialog. Stattdessen sollten sich West und Ost im Kampf gegen die Krieger des Islamischen Staates IS verbünden (spiegel.de, 26..9.2014).
Dennoch: Alles, was man bisher in Deutschland über Bundeswehr, NATO, Friedenssicherung usw. in der Schule gelernt hat, löst sich zunehmend in Schall und Rauch auf. Derweil greift in vielen Ländern ein geschürter Hass auf die russische Politik um sich. So verkündete ein Hotel in Tschechien, in Zukunft keine russischen Gäste mehr aufzunehmen und so ein Zeichen zu setzen (focus.de, 16.4.2014). Und
In Deutschland hatte die Zeitung "Bild" zwischenzeitlich eine "Petition" mit dem Titel "Weg mit den Russenpanzern aus Berlin" eingereicht, um die russischen Panzer vor dem russischen Ehrenmal in Berlin entfernen zu lassen, das an die 20 Millionen getöteten Russen erinnert, die dem Überfall von Hitler-Deutschland auf Russland zum Opfer fielen (15.4.2014) und teilweise brutal ausgehungert wurden. Ein Fußtritt und eine Provokation nach der anderen durch westliche Meinungsführer und Politiker, die zunehmend wie im Rausch handeln. Entsprechend erwähnte der deutsche Lutherpfarrer-Präsident Gauck zum 75. Jahrestag des Ausbruchs des 2. Weltkriegs am 1.9.2014 die 20 Millionen russischer Opfer mit keinem Wort und beschimpfte stattdessen mit eskalierender Heftigkeit die russische Regierung.

Wird die Ukraine von "Anweisungen" aus den USA gelenkt?

Auch nach den Genfer Friedensgesprächen gingen die Provokationen weiter: Ob nun der Ex-Präsident Janukowitsch vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt werden sollte, obwohl Vertreter der heutigen Übergangsregierung selbst im Verdacht stehen, die unbewaffneten Demonstranten auf dem Maidan-Platz erschossen zu haben, oder ob der evangelische deutsche Vize-Vorsitzende der CDU Volker Bouffier die russische Regierung erneut mit einem Hitler-Vergleich provozierte. Immer wieder Öl ins Feuer.
Auch scheint die Übergangsregierung in Kiew nicht auf die Bedingungen der ostukrainischen Aufständischen eingehen zu wollen, damit diese nach ihren Angaben ihre Besetzungen beenden und ihre Waffen niederlegen. Womit sich ein Kreis schließt: Auf dem Maidan-Platz wurde die damalige Regierung vom Westen mit Sanktionsdrohungen gezwungen, nahezu alle Bedingungen der Aufständischen zu erfüllen, und der damalige Präsident gab Zug um Zug nach.
Derweil verschärften und verschärfen die USA den Kalten Wirtschaftskrieg gegen Russland immer weiter und stehen zu 100 % hinter der mehr und mehr russlandfeindlichen Junta in der Ukraine. Dahinter stecken auch machtvolle US-Konzerne, die sich in der ganzen Ukraine ausweiten möchten (vgl. hier).
Doch der Widerstand im Osten wächst, und auch in der Armee wuchs die die Kritik an dem USA-Kurs der Übergangs-Junta: "Mal wurden Kiews Panzer von aufgebrachten Zivilisten an der Weiterfahrt gehindert, mal übergaben die Panzerbesatzungen Fahrzeuge und Ausrüstung kampflos den Separatisten" (spiegel.de, 23.4.2014).

Entscheidung der US-Regierung:
Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält "keinen Einblick in ihre NSA-Akte".
(ntv.de, 9.4.2014) Doch die deutschen Politiker ordnen sich derzeit sowieso am liebsten den Interessen des guten "Freundes" unter und bekommen
dafür vielleicht einen "guten" Eintrag in ihrer Akte. Dazu werden in der Öffentlichkeit beispielsweise Bilder von einer Umarmung von Angela Merkel und Barack Obama gezeigt (z. B. spiegel.de, 1.5.2014) - als Gegenpol zur Umarmung von Gerhard Schröder und Wladimir Putin.

Doch die USA drängen immer mehr Richtung Osten. Welt.de schreibt: "Die Amerikaner hätten den ukrainischen Geheimdienst übernommen, sagt [der Abgeordnete] Golub. Darüber würden die Abgeordneten im Parlament angeblich offen sprechen" (16.4.2014). Der nach wie vor legitime Präsident Janukowitsch erklärte dazu: "Die USA mischen sich nicht nur grob in die Geschehnisse in der Ukraine ein, sondern geben auch Anweisungen, was wie gemacht werden muss" (http://02elf.net/panorama/janukowitsch-usa-fuer-buergerkrieg-in-ukraine-mitverantwortlich-4515274.4.2014) - es ist vermutlich die Umsetzung dessen, was der papsttreue griechisch-katholische Großerzbischof von Kiew bei seiner USA-Reise im Februar verlangte: das Eingreifen der USA in der ehemaligen Sowjetrepublik, was auch das faktische Ende der bisherigen guten nachbarschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und der Ukraine bedeutet.
Das war bereits bei der Münchner Sicherheitskonferenz Ende Januar/Anfang Februar 2014 klar, als der Vatikan-Fan und US-Außenminister Kerry den extra eingeladenen Vertretern des Maidan-Aufstands Unterstützung zusagte, die legitime Ukraine-Regierung jedoch mehr oder weniger ignorierte und Russland vor jeder Form der Einmischung warnte und drohte - letztlich eine Art westlicher Putsch gegen die ukrainisch-russische Zusammenarbeit. Passend dazu versuchten die USA seither immer mehr, um den Ost-West-Konflikt weiter anheizen und eskalieren zu lassen. Dies geschah, indem man fast wie im Fieber daran arbeitete, der Regierung Russlands weitere Vorwürfe und Anschuldigungen anhängen zu können, während man selbst jede Form von Kritik massiv zurückweist. So wirft auch der Außenminister Russlands Sergej Lawrow den USA vor, "
die Handlungen der Machthaber in Kiew zu steuern, ohne das Land zu kennen. Er habe keine Zweifel, dass die Amerikaner ´die Show dirigieren`, sagte Lawrow. Es sei auffällig, dass in der Ukraine die Regierung immer gerade dann das Militär gegen die protestierende eigene Bevölkerung im Osten des Landes einsetze, wenn gerade ein US-Funktionär in Kiew gewesen sei", so seine Einschätzung laut bild.de vom 23.4.2014.

Parallel dazu verglich die Maidan-Junta den Präsidenten der Russischen Förderation Wladimir Putin mit Adolf Hitler, womit der Konflikt weiter aufgeheizt wird. "Einer der maßgeblichen Akteure bei der Öffentlichkeitsarbeit der Regierung in Kiew ist das Ukraine Crisis Media Centre, das von verschiedenen PR-Firmen finanziert wird, unter anderem vom [US-amerikanischen Milliardär und] Investor George Soros. Dabei scheut das UKMC auch vor gewagten Vergleichen nicht zurück. In einer Infografik, die ein Putin-Bild mit Text-Bausteinen zeigt, nennen die Ideologen 15 Gemeinsamkeiten von Putin und Adolf Hitler." (ntv.de, 22.4.2014)

Seit Monaten dauerten nun schon die nahezu täglichen selbstgerechten Beschimpfungen und Demütigungen der westlichen Politiker gegenüber ihren Kollegen aus Russland an, und es besteht auch die Gefahr, dass diese bei der zunehmenden Eskalation irgendwann die Nerven verlieren und auf ihre Weise härter und umfassender zurück schlagen als ursprünglich geplant.
Dies alles sind letztlich Vorgänge im ehernen Gesetz von Saat und Ernte, und jede Aggression, gleich von welcher Seite, wird