DER THEOLOGE
Nr. 6
Die Kirche - immer für den Krieg
Die evangelische Kirche 1813, 1870/71, 1914-1918 ...
Wer das Blutvergießen wollte und wem es nützte
Katholische und evangelische Kirche und Krieg heute
Seit je her versuchten die Kirchen, den Staat für die Bekämpfung Andersgläubiger zu benutzen, um die eigene Macht zu halten und sie auszubauen. In den letzten 200 Jahren ließ sich zudem folgendes beobachten: Wenn die Kirche am Boden lag, predigte sie meist den Krieg - im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Das Elend des Krieges trieb die Leute zurück in die Kirche, während man Andersgläubige vielfach zu Sündenböcken für das damit verbundene Leid machte. Im Krieg wurden Menschen getötet und Länder wurden zerstört. Die Macht der Kirche jedoch blühte wieder auf. Das galt 1813 und 1870-1871 bei den Kriegen Deutschlands gegen Frankreich v. a. für die evangelische Kirche. Und so war es auch 1914-1918 und 1939-1945, und immer stärker auch für die katholische Kirche. Am Beginn des 3. Jahrtausends sinken die Kirchen erneut zu Boden. Wird ihnen vielleicht wieder ein Krieg helfen?
Einleitung
Zeittafel ab 1813
Zeittafel ab 1914
Je länger der
Krieg, je voller die Kirchen
Evangelische Kirche heute: Krieg als
"letztes Mittel" erlaubt
Anhang 1:
Libanon-Krieg 2006 und Kriegsstimmung in der Kirche
Die
Meldungen zum Gaza-Krieg Israels finden Sie auf den Seiten
2008-2 und 2009-1
Anhang 2: Afghanistan-Krieg seit 2001
Deutschland im heimlichen Angriffskrieg
Nahezu täglich getötete Zivilisten
Krieg gerät außer Kontrolle
Krieg immer schlimmer / USA schicken mehr Pfarrer
Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus"
Verhindert der Westen Friedensschluss mit
Taliban in Afghanistan?
Joschka Fischer, Israel und der Afghanistan-Krieg
Schier unendliche Reihe der zivilen Opfer
Strategie der dunklen Mächte: Immer
ein bisschen mehr Krieg
Welthungerhilfe mit Kritik an
Bundeswehr
Luftangriff / Katholische Soldatenwallfahrt / Kirchlicher
Freibrief zum Töten
Bundeskanzlerin: Getötete Zivilisten "kein Grund zur
Kritik"
Über 100 Tote: Deutscher Oberst verweigert
Vorwarnung der Menschen
Luftangriff galt den Menschen / Geht Vertuschung
weiter?
Gesegneter Advent im Blutmeer Afghanistan
CDU/CSU möchte Soldaten nicht nur zur
Selbstverteidigung töten lassen
Deutscher Oberst behinderte Aufklärung
Experte: "Wir bilden Kämpfer für die
Taliban aus"
Angriff auf Tanklastzüge: Oberst Klein nennt
sich "Christ"
Operation "Muschtarak": Schon 50 tote
Zivilisten
Anhang 3:
Weitere Nachrichten zum Krieg
Jahreslosung 2006:
"Gottes" Beistand für Völkermörder - Kirchen entlarven sich
Das Spiel von Politikern und Militär mit dem
Feuer / Warnungen werden ignoriert
Gefahr eines großen Krieges wächst
George W. Bush: Nach Tod direkt ins Paradies? Deshalb auf
der Erde so schwer belehrbar?
Heinrichfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher
Ruanda: Der Verrat der Kirche an der Friedfertigkeit des Jesus
von Nazareth
Entenjägerin Hillary Clinton: Iran mit kompletter Auslöschung
gedroht
Israelischer Historiker fordert Atombombenabwurf und
Zerstörung des Iran
Beispiellose Aufrüstung der USA: 5 % der Weltbevölkerung,
68 % der Weltrüstungsausgaben
Israel-Iran - Fordert Israel Krieg von USA oder will man
selbst angreifen?
Vizepräsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin: Irak-Krieg
als "von Gott gegebene Aufgabe"
Die Philosophie des Westens über die "Guten"
und die "Bösen"
Sarah Palin: Unter Umständen Kriegserklärung an
Russland und Unterstützung eines eventuellen Krieg Israels
Ungeniert Kriege führen - Glaubenswahn um die
Wiederkunft von Christus
Spanien: "Die Kirche sieht den Krieg immer noch als Kreuzzug"
Obama-Berater: Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der
Countdown?
Seit "Befreiung" des Landes: Verfolgung von
Kirchenmitgliedern im Irak
Angriff Israels verhindert? - George W. Bush untersagte
Überflugsrechte über Irak
Ist Krieg notwendig? Wer lügt?
Barack Obama oder Jesus von Nazareth?
Wenn
Kirchenvertreter heute im Gegensatz zu früheren Zeiten vom
"Frieden"
sprechen, so ist es notwendig,
genauer hin zu hören. Hat sich die Kirche geändert? Oder hat sie nur ihre
Strategie geändert, und wird nur mit dem
"friedensbewegten"
Zeitgeist gesäuselt? Indem man z. B. den besorgten Menschen mit Worten entgegen
kommt, um ihnen dann am Ende doch wieder einen Weg zu den Waffen zu zeigen. So war
es z. B. bereits beim Golfkrieg 1991 und beim Balkankrieg 1999. Erst beim
Irakkrieg der USA im Jahr 2003 waren die meisten deutschen Kirchenvertreter
dagegen - doch nicht grundsätzlich, sondern aus politischen bzw. auf die
Situation bezogenen theologischen Gründen. Oder
letztlich nur, weil der Krieg der Kirche noch zu wenig nützte?
Was taten die Kirchenoberen 1813, was 1870/71?
Was 1914-1918 und was 1939-1945? Und wer ist der Inspirator ihrer Gedanken? Und
in welches Gewand wird dieser sich in Zukunft kleiden?
Im Afghanistan-Krieg (seit 2001) sind die Kirchenführer und ihre Militärgeistlichen
jedenfalls wieder segnend dabei.
|
Nachfolgende Notizen sind
Auszüge aus dem Buch Barbara
Beuys, Und wenn die Welt voll Teufel wär, Reinbek 1982 mit gelegentlichen
kommentierenden Bemerkungen. Die Autorin, die das Wirken der evangelischen
Kirche in den unterschiedlichen Zeitepochen untersucht, steht Martin Luther und der evangelischen Kirche trotz
Kritik sehr nahe. Im 19. Jahrhundert war der Einfluss des
Protestantismus in Deutschland - anders als heute - noch deutlich größer als der der
römisch-katholischen Kirche. Im 20. Jahrhundert verschiebt sich die
Gewichtung jedoch immer mehr Richtung römisch-katholische Kirche. So wäre
eine vergleichbare Untersuchung auch für die katholische Kirche sehr
sinnvoll. |
Um einen islamischen Einfluss auf Europa zu verhindern, predigte Martin Luther im 16. Jahrhundert einen gnadenlosen Krieg gegen die Türkei. Die "Christen" sollen "mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... werden sie darüber erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie ewiglich" (Eine Heerpredigt wider den Türken, Anno 1529; Tomos 4, S. 494b-496). Martin Luther ging einst rigoros gegen den Islam vor. Wer also im Krieg gegen den Islam ums Leben kommt, wurde von Luther selig bzw. heilig gesprochen. Auch den Soldaten, die bei den gnadenlosen Massakern an den aufständischen Bauern, ums Leben gekommen waren, hatte Martin Luther bereits das Himmelreich versprochen. Er schrieb: "Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Volk den Himmel eher mit Blutvergießen verdienen kann denn anders sonst mit Beten ... Steche, schlage, würge hie[r], wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl" (Wider die stürmenden Bauern, 1525, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften (= WA) 18, S. 357-361). Martin Luthers Nachfolger folgten seinen Spuren. Im 30jährigen Krieg im 17. Jahrhundert massakrierten sich katholische und evangelische Heere gegenseitig, angetrieben von den jeweiligen Päpsten, Bischöfen, Priestern und Pfarrern, die den Soldaten wie gewohnt die ewige Seligkeit versprachen. Gleichzeitig ließen beide Kirchen Andersdenkende mit beispiellos bestialischer Gewalt verfolgen, foltern und ermorden (vgl. den Text Die wahre Weinnacht). Doch die Zeit der "Hexenverbrennungen" ist im Zuge der Aufklärung im späten 18. Jahrhundert allmählich zu Ende gegangen. Auch die Zeit der Ermordung Andersgläubiger im Gefolge der kirchlichen Inquisition. Auch für diese beiden Tragödien tragen die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische Kirche die Hauptverantwortung. Im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert gibt es dafür je zwei Kriege in Europa, deren Grauen immer größer wurde. Und auch hier sind die Kirchen wieder die treibende Kraft. Sie haben daran Zweifel? Dann lesen Sie selbst ...
Die Theologen predigten den Nationalismus, z. B. der Dichter und Theologe Ernst Moritz Arndt. "Hier liegt der Ursprung für jenen fatalen Satz, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll." (S. 418)
"Und was da stand, war handfeste Politik: Gegen die geringsten demokratischen
Regungen, gegen eine Auflösung des Bündnisses von ´Thron und Altar`, gegen alle,
die für einen Abbau der von Gott gewollten Unterschiede zwischen den Menschen,
zwischen Herrschern und Beherrschten plädierten."
1834 -
Der Landrat im
Wuppertal lässt öffentliche Auftritte und Versammlungen von Pietisten, die sich ohne
Pfarrer treffen, verbieten.
Pfarrer Schmidt aus Rödgen schrieb zuvor an den zuständigen Superintendenten, er sei
überzeugt, dass die Behörde "in unserem Land dafür sorgen wird, dass nicht durch
einzelne Finsterlinge ... das leibliche, vorzüglich aber geistige Wohl, und wäre es auch
nur eines einzelnen, mutwillig auf eine empörende Weise gefährdet, verringert, zerstört
werde." Der Superintendent erwirkt daraufhin beim Landrat das Verbot.
1845 - Die aufgeklärten "Protestantische Freunde" werden in Preußen verboten.
1847 - Mindener Volksblatt - "Das Konventikelwesen [ einzelne Gruppen innerhalb der Kirche ] ... greift auf eine sehr beunruhigende Weise um sich ... es steht das Schlimmste zu befürchten, wenn die Regierung nicht energisch einschreitet." "Der Ruf nach der Obrigkeit war auch hier das einzige, das den traditionellen Christen einfiel." (S. 442)
30.3.1847
- Toleranzedikt in Preußen:
Erstmals ist es
möglich, aus der Kirche auszutreten.
Doch die evangelische und die katholische Kirche erhielten weiter massive
Privilegien. Daneben gab es
"geduldete Religionsgemeinschaften", welche an kirchlichen Ämter festhielten.
Alle anderen galten als "Privatvereine", die jederzeit wieder verboten werden konnten
1848 - Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt: Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für den geplanten Paragraph 17: "Jede Religionsgemeinschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheit selbstständig, bliebt aber den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen. Keine Religionsgemeinschaft genießt vor anderen Vorrechte durch den Staat; es besteht fernerhin keine Staatskirche." Doch die Kirchen bekämpfen die Entwicklung zur Demokratie heftig. Die ausgearbeitete Verfassung tritt nie in Kraft, die Revolution wird zerschlagen. Hier ziehen dann wieder die innerkirchlich angefeindeten Pietisten sowie "aufgeklärten" Pfarrer mit der totalitären Amtskirche an einem Strang. Wörtlich schreibt Barbara Beuys: "Im ganzen Land arbeiten derweil pietistische wie milde aufgeklärte Pfarrer mit aller Kraft daran, diese friedliche Revolution, die nicht Umsturz bringen, sondern den Weg zu gemäßigten bürgerlich-demokratischen Freiheiten öffnen sollte, zu Fall zu bringen." (S. 454)
"Das Gesamtbild während der Revolution ist eindeutig: Das feste Bündnis zwischen ´Thron und Altar`, zwischen den aristokratischen Mächten und den protestantischen Kirchen, stemmte sich gegen Änderungen und Demokratie - und blieb Sieger." (S. 456)
19. Jahrhundert - Alle Schulen und Lehrpläne wurden von den Kirchen kontrolliert.
Aufkommen des Sozialismus - Die protestantische Kirche bekämpfte ihn und
stellte sich fest an die Seite der Obrigkeit.
Die
Kirchen werden immer leerer.
Die Wende kam durch den Krieg gegen Frankreich
1870/71.
Anmerkung:
Auch die ersten Versuche durch Sozialisten, eine Besserstellung der Frau
zu erreichen, werden von den Kirchen energisch bekämpft. Frauen hatten nach wie
vor kein Wahlrecht und waren rechtlich vielfach schlechter gestellt als Männer.
"Dann jedoch trat etwas ein, das dieses Problem schlagartig in den Hintergrund drängte ... und es kam wieder die große Stunde der evangelischen Prediger ... Problemlos knüpften die Geistlichen an die national-religiöse Begeisterung der Befreiungskriege an und setzten - wie einst gegen Napoleon - die Sache der Deutschen mit dem Willen Gottes gleich ... Und wieder tönte es von den Kanzeln, dass der Tod auf dem Schlachtfeld zu Märtyrern im heiligen Krieg macht." (S. 468 f.)
"Es ist die gleiche Koalition wie 1813: Eine Theologie, die gegen den Geist der Aufklärung in ihren Reihen kämpft, macht Gott zu einem deutschen Wesen ..." (S. 470)
"Ähnlich wie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon stellten die Pfarrer in diesem kurzen Krieg erfreut fest, ´dass ein Zustrom zur Kirche einsetze.` Und sie nutzten die Gelegenheit, die erschreckten Gewissen in ihren Dienst zu nehmen." (S. 472)
Der bekannte Theologe Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer der Einrichtungen in Bethel, regte z. B. den Sedanstag als nationalen Feiertag an (Gedenktag an Sieg gegen das Heer Napoleons). So kommt es auch.
Doch nach dem erneut gewonnenen Krieg gegen Frankreich geht
es mit den Kirchen wieder schnell bergab.
1874
-
Neues Gesetz in
Preußen: Es entfällt der Zwang zur Säuglingstaufe und zur kirchlichen Trauung. Bereits
bis Ende des Jahres haben nach In-Kraft-Treten des Gesetzes 80 % der Paare in Berlin auf die kirchliche Trauung verzichtet
und 40 % der Eltern auf die Säuglingstaufe.
1875 - Der Missionsverein des bekannten Johann Hinrich Wichern nennt
sich jetzt "Verein zur Bekämpfung der Sozialdemokratie".
Es gibt auch einzelne Ansätze eines kirchlichen Sozialismus zur Rettung der Kirche. Doch
die Hauptlinie war eine andere. Z. B. 1893:
Erlass des Innenministers an alle Regierungspräsidenten: Alle sechs Monate ist ein Bericht
anzufertigen,
wie die Sozialdemokratie bekämpft wurde. Der gleiche Erlass ging an den Evangelischen
Oberkirchenrat in Berlin. "Er sollte überlegen, mit welchen kirchlichen
Maßnahmen man die staatlichen Stellen in dieser Sache unterstützen könne."
(S. 491)
Bekanntes Buch von Pastor Kapff, Der glückliche Fabrikarbeiter: "Es dürfen in der Fabrik nicht vielerlei Meinungen herrschen, sondern ein Wille, Plan und Gedanken, dem alle Einzelnen sich unterwerfen müssen ..." (S. 482)
Der Berliner Oberkonsistorialrat Johann Friedrich Baumann schlug den Fabrikanten folgenden "christlichen Liebesdienst" vor: Es sei "allen Arbeitern die Entlassung anzudrohen, die sich gegen Taufe und kirchliche Trauung entschieden." (S. 483)
Trotzdem: Immer weniger Menschen lassen sich einschüchtern: "In Hamburg gab es noch 1899 so wenig kirchliche Beerdigungen, dass niemand eine Statistik anlegte." (S. 468)
Um die Jahrhundertwende suchte
die Kirche nach weiteren Möglichkeiten, die Menschen wieder zu gewinnen. Ein
geeignetes Instrument war die Volksverhetzung gegen die Juden. So schürte die
Kirche z. B.
mehr und mehr den Antisemitismus.
Über den bekannten Hofprediger Adolf Stöcker heißt es. "Den Erweckten im
Siegerland gefiel diese Mischung aus Judenhass und sozialem Engagement" (S. 488). Sie wählten Stöcker in
den Reichstag.
Beim Kaiser fiel Stöcker wegen seines kämpferischen Antisemitismus 1890 aber in Ungnade.
Doch Stöcker ließ sich vom Staatsoberhaupt nicht einschüchtern und blieb dem
kämpferischen Antisemitismus treu.
Doch die Kirchenaustritte
nehmen weiter zu, allein 60.000 zwischen 1910 und 1913.
Bis 1914 wieder die Wende kommt.
"Es kam der Tag, da wurden aller Streit, alle Differenzen, unwichtig" - der
1.8.1914.
"Wie 1813 und 1870 im Kampf gegen Frankreich funktionierten die
evangelischen Kirchen die deutsche Sache um zu Gottes ureigenem Auftrag und
erklärten, dass der Segen des Christengottes vor allen anderen auf deutschen
Waffen ruhe"
(S. 495).
Der Evangelische Oberkirchenrat jubelt und schreibt an alle Geistlichen und Gemeinderäte in Preußen: "Mit hoher Freude sehen alle, die unser Volk lieb haben, wie unter der Not des mit ungeheurem Frevelmut uns aufgezwungenen Krieges das religiöse Bedürfnis in unsern Gemeinden erwacht. Gotteshäuser und Gottesdienst füllen sich. Scheinbar erstorbene Glaubensfunken leuchten wieder auf ... Unser Volk findet seinen Gott wieder und spricht zu ihm als seinem Hort und seiner Zuflucht." (S. 495)
Der Krieg baute sich auf und begann, und die Kirchenaustritte hörten auf. "Der Krieg bremste kurzfristig diese Fluchtbewegung. Die Kirche wurde wieder zum Zentrum." (S. 496)
Z. B. durch Missionsinspektor Witte 1914: "Unsere 67 Millionen brauchen mehr
Raum als die zu eng werdende Heimat." (S. 496 f.)
"Der Krieg sei vom ´heiligstem christlichem Interesse`, verkündete 1914 das
´Korrespondenzblatt` für die evangelisch-lutherischen Geistlichen in Bayern."
Und: Kaiser Wilhelm II ... verstand sich als ein ´Instrument` Gottes und dessen
´auserwähltes Rüstzeug`. Zugleich war der Monarch ein traditionsbewusster
evangelischer Christ." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern
Nr. 46/2008, S. 29)
"Nicht wenige Pfarrer glaubten, mit
solchem kriegerischen Eifer in den Fußstapfen Martin Luthers zu wandeln
...
Ja, er schrieb, dass in einem solchen Fall ´Gott henkt, rädert, enthauptet,
tötet und Krieg führt.`"
(S. 498; vgl. Der Theologe Nr. 3)
1916 - Hirtenbrief des bayerischen evangelischen Oberkonsistoriums. Es ist ein Appell, im Krieg durchzuhalten.
In Berlin predigt Pfarrer Paul Conrad "zu Ehren Luthers".
(S. 500)
"Um den Krieg doch noch zu gewinnen, fasst er [der Historiker Hartmut
Lehmann] die Stimmung zusammen, sollten die Deutschen sich Luther mit seinem
Gottvertrauen und mit seinem unbeugsamen Kampfeswillen zum Vorbild nehmen.
Lehmann: ´Luther avancierte zum Deutschen schlechthin` ... Während auf den
Schlachtfeldern im Westen die oft sehr jungen Soldaten mit der Parole ´Gott mit
uns` in den Tod liefen, organisierten die Pfarrer die Heimatfront"
(Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29).
"Denen, die um ihre Toten trauern, soll gesagt
werden, dass die heiligen Opfer mitwirken zur Auferstehung unseres Volkes."
(Kirchliche
Position, zit. nach Beuys, S. 502)
"Vor 90 Jahren [1918-2008] endete der 1. Weltkrieg, der in Europa fast 20
Millionen Todesopfer forderte. Das deutsche Kaiserreich ging in einer
Revolution unter. Eine Niederlage für die protestantische Pfarrerschaft, die
zuvor die Heimatfront organisiert hatte und mit Luther den Kampfeswillen stärken
wollte." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008,
S. 29)
Anmerkung: Der Katholik Hitler zahlte übrigens bis zu seinem
Lebensende 1945 seinen Kirchenbeitrag stets vollständig und pünktlich, während
es bei anderen Steuern teilweise erhebliche Auseinandersetzungen zwischen ihm
und den Steuerbehörden gab.
Die Kirchenführer jubeln erneut:
"Nach
dem ersten Schock erkannten führende Kirchenmänner, was sie gewonnen hatten;
eine noch nie da gewesene Unabhängigkeit und zugleich - so vollständig war die
Trennung von Staat und Kirche denn doch nicht - eine feste Einnahmequelle durch
das Kirchensteuersystem."
(S. 505)
Otto Dibelius, jetzt Superintendent, veröffentlicht im Jahr 1926 ein Buch über das 20. Jahrhundert, "Das Jahrhundert der Kirche": "Wir haben eine Kirche. Wir stehen vor einer Wendung, die niemand hatte voraussehen können. Das Ziel ist erreicht! Gott wollte eine evangelische Kirche." (S. 505)
Gleichzeitig nimmt die Judendiskriminierung durch die Kirche immer stärkere Ausmaße an.
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Wie es weitergeht, lesen Sie im Theologen Nr. 4
-
Ein Beispiel: |
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Als Beispiel für die Kriegsbegeisterung auf römisch-katholischer Seite sei an dieser Stelle auf Kardinal Michael Faulhaber und Kardinal Clemens August von Galen (1878-1946; im Volksmund "Löwe von Münster") genannt hingewiesen. Bischof von Galen war z. B. ein Einpeitscher, die die deutschen Soldaten regelrecht in den Krieg trieb und ihnen im Todesfall das ewige Paradies versprach. Er wurde im Jahr 2005 selig gesprochen. Siehe dazu im Anhang unsere Meldung Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers. |
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Das Unglück der Menschen ist das Glück der Kirche (Sprichwort) |
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Evangelische Kirche heute Krieg als "letztes Mittel" erlaubt
In den letzten ca. 200
Jahren ließ sich folgendes beobachten: Immer wenn die evangelische Kirche in
Deutschland am Boden lag, predigte sie den Krieg – im Gegensatz zu Jesus von
Nazareth. Das Elend des Krieges trieb die Leute zurück in die Kirche.
Menschen wurden getötet, Länder wurden zerstört und die Kirchen hatten
wieder großen Zulauf. So war es 1813 und 1870/71 bei den Kriegen gegen
Frankreich, so war es 1914, so war es auch 1939 (siehe oben). |
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"Der ungeheuerlichste und unglaublichste Satz
im Neuen Testament ist der von Jesus: ´Niemand kommt zum Vater denn durch
mich.` Das ist der Satz, der uns von allen anderen Religionen
unterscheidet." |
Lesen Sie auch
mehr zum Thema: "Die katholische Kirche und der Krieg" in:
Der Theologe Nr. 27:
Der Kreuzzugsprediger: Kardinal von Galen trieb
die Soldaten in den 2. Weltkrieg
Der Theologe Nr. 29:
1000 Jahre Bistum Bamberg - kein Grund zum
Feiern
Anhang Nr. 1: Libanon-Krieg 2006
Zum Gaza-Krieg 2008/2009 siehe unsere Berichte hier
Anhang
Nr.
2: Afghanistan-Krieg seit 2001
(Weitere Meldungen zum Afghanistan-Krieg siehe auch im Anhang Nr. 3 unter
Weitere Nachrichten)
13.3. / 24.5.2007 - "Wir fliegen in
den Krieg" - Deutschland im
heimlichen Angriffskrieg - Im krassen Widerspruch zum deutschen Grundgesetz
beschloss der deutsche Bundestag mehrheitlich die Entsendung von Kampfbombern in den
Afghanistan-Krieg, den so genannten Tornados (auch die Fraktion der GRÜNEN stimmte mehrheitlich dafür,
wie schon für den Kosovo-Krieg und für den Beginn des Afghanistan-Krieges). Zwar werfen die Deutschen die Bomben nicht selber ab, sondern
sagen "nur" der USA, wohin diese die Bomben werfen müssen. Doch der Unterschied
ist minimal. Da keine der afghanischen Kriegsparteien Deutschland bis dahin etwas getan
hat, handelt es sich um einen Angriffskrieg. Die USA führen solche "präventiven"
Angriffskriege "gegen den Terror" ohne Zustimmung der UNO seit Ende 2001 und wollen auch die Deutschen
immer weiter mit hinein ziehen. Denn man braucht die eigenen Kapazitäten wohl
schon für die nächsten Kriegsziele.
Um die überwiegend kriegsunwillige deutsche Bevölkerung ruhig zu halten, denken
sich die Politiker trickreiche Konstruktionen aus: So heißt es, die Bundeswehr
wäre im Rahmen des von der UNO eingesetzten ISAF-Einsatzes (International
Securitiy Assistance Force) tätig. Gleichzeitig ist sie aber auch Teil des
andauernden weltweiten Krieges mit den Namen "Enduring Freedom", der
unter dem Oberkommando der USA geführt wird und der mit der UNO nichts zu tun
hat. Im Rahmen dieses Krieges sind seit 2001 auch Tausende unschuldiger
Zivilisten getötet worden. Das wird jedoch gerne verheimlicht. Denn ein großer
Teil der Bevölkerung hat in der Schule auch noch gelernt,
Deutschland übe sich in "De-Eskalation" von Konflikten, nicht im Führen von
Kriegen, wie es seit 1999 (Kosovo-Krieg der Regierung Schröder (evangelisch) /
Fischer (katholisch)) praktiziert wird.
Eine Verfassungsklage der Abgeordneten Peter Gauweiler
(CSU) und Willi Wimmer (CDU) gegen den erweiterten Kriegseinsatz Deutschlands in
Afghanistan wurde
bereits abgewiesen. Auch die Klage der Linkspartei wurde abgewiesen. Derweil schaffte die
Bundeswehr erste vollendete Tatsachen. "Wir fliegen in den Krieg", schreibt
Bild am 3.4.2007.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom:
23.9.2006
28.10.2006
7.1.2007
sowie den Artikel: Die Lunte brennt - Wohin treibt der Afghanistan-Krieg?
vom Dezember 2001
http://www.das-weisse-pferd.com/01_12/afghanistan.html
Für den Krieg müssen wir auch wieder Millionen oder gar Milliarden
Euro an Steuergeldern aufbringen, die woanders fehlen. Z. B. gehen alleine
die Unterhaltskosten der Tornado-Flotte in die Zig-Millionen. Nach einer Stunde
Flug muss das Kriegsflugzeug nämlich 20 Stunden gewartet werden
(AP, 13.4.2007),
und bis jetzt erlitten nur bei Übungen schon 44 Tornados Totalschaden durch
Abstürze, Kollisionen und Brände.
Und glaubt die deutsche Regierung Merkel-Müntefering im Ernst, dass die Islamisten, die in Afghanistan vor dem NATO-Angriff
im Jahr 2001 die
Regierung stellten, ohne schlimme Folgen für die Bundesrepublik Deutschland und
die anderen NATO-Staaten einfach von der Erdoberfläche weggebombt werden können?
Vielmehr gilt, was schon in der Bibel (Galaterbrief 6, 7) steht: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Das heißt z. B. auch:
"Wer Krieg sät, wird Krieg ernten."
PS:
Die Kirchen lehren jedoch, dass dies nur manchmal so ist, nicht immer.
Und Angela Merkel ist evangelisch, Franz Müntefering katholisch, und auch die
übrigen Minister sind meistens evangelisch oder katholisch.
Aktualisierung [18.5.
/ 24.5.2007]
Drittes Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr
- Deutsche Armee als Teil des Krieges "Enduring Freedom": Während die NATO im April und Mai
2007 wöchentlich die Anzahl der von ihr im Rahmen von "Enduring Freedom" getöteten Taliban-Soldaten im zwei- oder
dreistelligen Bereich verkündet, schlagen die Islamisten teilweise in Guerilla-Taktik zurück. Zeitgleich zur Meldung über 67 getötete Taliban am
18.5.2007 im Osten Afghanistans werden im Norden drei deutsche NATO-Soldaten von zwei
Taliban-Selbstmordattentätern in die Luft gesprengt und getötet. Es ist das
dritte Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr in Afghanistan. Und damit erhöht sich die Zahl der
auf diese Weise getöteten Deutschen von 5 auf 8. Hinzu kommen 13 bei Unfällen
getötete Soldaten.
Anlässlich des Attentats auf die Bundeswehr bestätigte der
römisch-katholische "Verteidigungs"-Minister Franz Josef Jung noch
einmal, dass die deutsche Armee nicht nur im Auftrag der UNO tätig ist, sondern
auch als Teil des von der USA geführten weltweiten Krieges "Enduring
Freedom" (z. B. Main-Echo, 24.5.2007). In diesem seit
2001 geführten Krieg hat die USA schon nachweislich mit massiven Lügen zur
Täuschung der Weltöffentlichkeit gearbeitet, z. B. zu Beginn des
völkerrechtswidrigen Einmarsches
in den Irak im Jahr 2003. Der evangelische Präsident George W. Bush setzt dort
weiter auf den militärischen Sieg und kündigt für den Sommer 2007 bereits "mehr
Opfer auf allen Seiten" an (ARD, Tagesschau, 24.5.2007).
Mittlerweile informieren Irak-Kriegs-Veteranen immer mehr über die
Gräueltaten der Enduring-Freedom-Truppen an der Zivilbevölkerung vor
allem im Irak. "Veteranen beschreiben in ´The Nation`, dass US-Soldaten
rücksichtslos um sich feuern, sobald sie das Militärgelände verlassen. Einige
schossen demnach Löcher in Benzinkanister, die am Wegesrand verkauft werden, um
dann Granaten in die Benzinpfützen zu werfen. Andere eröffnen das Feuer auf
Kinder – unter den Augen der Iraker. Es existieren sogar Fotos, auf denen
Soldaten irakische Leichen schänden. Auf einem Bild soll ein Soldat so tun, als
ob er das verspritzte Gehirn eines toten irakischen Mannes mit seinem braunen
Plastik-Löffel der Armee essen wollte." Und: "Das Kämpfen mitten in belebten
irakischen Innenstädten – auf Marktplätzen und in engen Wohnvierteln – führt
dazu, dass die US-Soldaten Gewalt völlig wahllos einsetzen und tausendfach
Unschuldige töten." (http://www.focus.de/politik/ausland/tid-6860/irak-krieg_aid_66752.html).
So frisst sich der kirchenchristliche Westen auf solche Weise immer weiter
mordend in die islamische Welt hinein und wundert sich dann, dass auch der
gewalttätige Islamismus immer mehr zunimmt. Eigentlich müssten die US-Truppen
Morde und Tötungen Unschuldiger verfolgen, doch ein Armeevertreter resigniert:
"´Man kann gar nicht jedes Mal eine Untersuchung einleiten, wenn ein Zivilist
verletzt oder getötet wird, weil es ganz einfach so oft passiert und man sonst
die ganze Zeit nichts anderes tun könnte`, sagt Leutnant Jonathan Morgenstein."
Die Bundeswehr sollte auch deshalb nicht Teil der Enduring-Freedom-Truppen sein.
Zu Opfern von
"Enduring Freedom"
zählen in diesem Sommer
auch in Afghanistan vor allem immer mehr unbeteiligte Zivilisten. Zuletzt kamen wieder 25
Zivilisten ums Leben, darunter Frauen und Kinder, die bei einem
NATO-Luftangriff auf Taliban-Soldaten ebenfalls mit in Stücke gerissen wurden.
Erst einige Tage zuvor versteckten sich islamistische Kämpfer unter Kindern,
weswegen sieben Kinder bei dem Angriff gleich mit getötet wurden. In der
Vergangenheit bombte die NATO manchmal auch auf Verdacht bzw. irrtümlich, und
sie verwandelte z. B. eine Hochzeitsfeier in ein Blutmeer mit Dutzenden von
Toten. Mittlerweile hat der afghanische Präsident Karsai die ISAF-Truppen
scharf kritisiert und um Absprache aller Angriffe mit der
afghanischen Regierung aufgefordert. Wegen der deutschen Beteiligung am Krieg
"Enduring Freedom" drohen jetzt auch Deutschland Selbstmordattentate von
islamistischen Kriegern (Nachrichtenagenturen am 23.6.2007).
24.6.2007 -
Nahezu täglich
getötete Zivilisten: Der heimliche Krieg wird immer brutaler -
Im
Oktober 2001 glaubte die NATO noch, in relativ kurzer Zeit die islamistische Taliban-Regierung in
Afghanistan wegbomben und einen Staat nach westlichen Prinzipien aufbauen zu
können. Und auch die deutsche Regierung aus
SPD und GRÜNEN beteiligte sich in einer "historischen" Entscheidung an
diesem Krieg (die nach dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Jugoslawien im
Jahr 1999* nicht mehr so
schwer fiel). Am 5.10.2001 rief die NATO wegen des Anschläge in New York den
"Bündnisfall" aus. Man sprach von einer "Verbindung" zwischen den
Terroristen und der afghanischen Regierung, und der Krieg gegen Afghanistan
begann am 7.10.2001. Offiziell sagte man, bei dem Krieg handle sich um
"kollektive Selbstverteidigung" (NATO-Vertrag, Artikel 5). Es gehe darum, "unsere Sicherheit" am Hindukusch zu
"verteidigen", wie der damalige SPD-Verteidigungsminister Peter Struck den
Bürgern auf einer Pressekonferenz am 5.12.2002 weis zu machen versuchte
(vgl.
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html).
Doch die deutschen Wohnzimmer-Strategen unterschätzten die Taliban.
Zwar wurden sie schnell aus der Regierung vertrieben. Doch fast sechs Jahre später ist der Afghanistan-Krieg
immer noch nicht "gewonnen" und brutaler denn je. Täglich
sollen zuletzt jeweils Dutzende Taliban liquidiert worden sein, doch es
scheinen nicht weniger zu werden. Zuletzt erreichten auch nahezu täglich
Meldungen über "bedauerlicherweise" von der NATO bzw. der ISAF
(International Securitiy Assistance Force) getötete Zivilisten die
Öffentlichkeit. Und bei einer Kriegsberichterstattung erfährt man ja meist nur
etwas von der Spitze des Eisbergs.
Einige der aktuellen Meldungen: NATO-Soldaten überschritten
versehentlich die Grenze zu Pakistan und töteten Zivilisten in einem Haus
(Bild, 24.6.2007). / Bei einem US-Angriff auf ein kleines Hotel in
Pakistan wurden zwölf Zivilisten zerfetzt. / Laut pakistanischer Polizei
wurden bei einem weiteren Angriff weitere 20 Zivilisten getötet (Spiegel
online, 24.6.2007). / Erst vor einem Tag wurden in einem
afghanischen Dorf neben 20 Taliban auch 25 Zivilisten getötet, darunter neun
Frauen und drei Babies (Focus online, 22.6.2007;
http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64211.html).
/ Und wiederum einige Tage zuvor kamen sieben Kinder bei einem Bombardement
ums Leben. Die Taliban hatten sich bei den Kindern versteckt. / usw.
usw.
In der Vergangenheit bombte die NATO manchmal auch auf Verdacht bzw. irrtümlich,
und sie verwandelte z. B. eine Hochzeitsfeier in ein Blutmeer mit Dutzenden von
Toten. Mittlerweile hat der afghanische Präsident Karsai die ISAF-Truppen
mittlerweile scharf kritisiert und um Absprache aller Angriffe mit der
afghanischen Regierung aufgefordert. Wegen der deutschen Beteiligung am Krieg
"Enduring Freedom" drohen jetzt auch Deutschland Selbstmordattentate von
islamistischen Kriegern (Nachrichtenagenturen am 23.6.2007).
Um aus den Bewohnern Afghanistans mehr Informationen über die Taliban
herausholen zu können, wenden die von den USA geführten Truppen auch Folter
und Schein-Exekutionen an. Focus online schreibt: "US-Soldaten
rechtfertigten die Gewalt gegen die afghanische Bevölkerung pauschal: ´Die
Afghanen haben eine andere Kultur`, sagte Captain Brad McCoy vom
Führungsstab der aktuellen Operation ´Maiwand`. ´Wir sind nicht dazu da,
ihre Kultur zu verändern`" (http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64306.html).
Noch immer hat die deutsche Regierung offenbar nicht verstanden, dass
Krieg immer nur wieder mehr Krieg bringt und dass eine solche Politik den Krieg auch ganz allmählich
ins eigene Land bringt. So wenden die deutschen Regierungen keinen Schaden
vom Land ab, wozu sie verpflichtet wären, sondern sorgen durch die
Kriegsbeteiligung Deutschlands (siehe dazu die Aussage des deutschen
Ministers Franz-Josef Jung oben) täglich
für die Eskalation der Schäden. Dabei gehen die Politiker sehr leise vor, um
die deutsche Bevölkerung nicht zu verschrecken. So kämpfen offenbar auch
schon 100 deutsche "Soldaten der Elitekampftruppe ´Kommando Spezialkräfte`;
sie operieren im Verborgenen an der Seite der US-Truppen und ihrer Koalition
der Willigen. Wie man hört, beiderseits der afghanisch-pakistanischen
Grenze"
(http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html).
Dabei lassen sich die deutschen Politiker von den Kirchen, die den
Afghanistan-Krieg von Anfang an mit dem üblichen "Wenn und Aber" "legitimierten"**,
mitunter in trügerische "Sicherheit" versetzen. Und seitdem im Jahr 1985 das 5. Gebot
von "Du sollst nicht töten" in "Du sollst nicht morden" geändert wurde
(neue Einheitsübersetzung der Bibel), können auch die Kirchenvertreter das Töten im
Krieg leichter rechtfertigen. Doch mit dem Friedensstifter Jesus von
Nazareth haben der Afghanistan-Krieg und auch alle anderen Kriege nicht das
Geringste zu tun. Einmal mehr wird dabei Jesus, der Christus, der große
Menschheitslehrer, von denen verhöhnt, die sich zwar "christlich" nennen,
doch im krassen Gegensatz zur christlichen Lehre sowohl kriegerische
Islamisten als auch (versehentlich aber stetig) unbeteiligte Moslems in
Stücke reißen lassen. Und mit jedem Toten wächst in der Bevölkerung auch der
Hass auf die Angreifer. Was die eigentliche Aufgabe der christlich geprägten
Länder gewesen wäre, siehe hier.
*
Lesen Sie dazu auch den Offenen Brief der
Freien Christen: Distanziert Euch vom Krieg oder nennt
Euch nicht christlich!
**
"In der Abschluss-Kundgebung der EKD-Synode
[Evangelische Kirche in Deutschland] vom 9. November [2001] bezogen die
Synodalen bei aller Solidarisierung mit den zivilen Opfern und der Einrede
auf die humanitäre Verantwortung der Entscheidungsträger letztlich eine für
ihre innere Verfassung typische Sowohl-als-auch-Position: Beide Optionen
(für oder gegen den Militäreinsatz) werden der individuellen
Gewissensentscheidung anheim gestellt und damit kirchlich legitimiert ..."
Ein Antrag von einzelnen Synodalen für eine kirchliche Entscheidung gegen den Krieg
wurde von der EKD abgelehnt. "In einer fast zeitgleich ergangenen
Erklärung des Vorsitzenden der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz,
Kardinal Lehmann, werden wiederum sowohl die Bedenken wie auch die
Anerkenntnis eines «ultima ratio»-Handelnmüssens der Staaten zum Schutze
ihrer Bürger vor terroristischen Anschlägen in ein verbales Gemenge eines
von Zweifeln zerfurchten Einerseits-andererseits und Sowohl-als-auch gegossen".
Damit "legitimierte" auch die römisch-katholische Kirche den Krieg (http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Kirche/franz.html).
15.8. /
16.8.2007
-
Afghanistan, Irak -
Kriege geraten immer mehr außer Kontrolle -
Trotz immer neuer
"Erfolgsmeldungen" über im Krieg getötete Taliban (25.7.2007:
"Mehr als 70"
http://www.focus.de/politik/ausland/koalitionstruppen_aid_67837.html; 10.8.2007: "Dutzende"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,498739,00.html)
geraten die beiden von der US-Regierung entfesselten
Kriege in Afghanistan und Irak immer mehr außer Kontrolle. Es scheint, dass
trotz der andauernden Tötungen von Taliban, die bis zum NATO-Angriff im
Oktober
2001 die afghanische Regierung stellten, immer mehr Taliban
"nachwachsen". Diese oder andere gewaltbereite Gruppen töten nun ihrerseits z. B. Deutsche, wie z. B. am
15.8.2007 die drei
Sicherheitsbeamten.
Im Irak kamen am selben Tag gar
mindestens 500 Menschen bei Anschlägen um (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,499961,00.html).
Dennoch gibt es weiter Bestrebungen, zusätzlich zu den beiden Fronten am
Hindukusch und im Zweistromland noch einen dritten Krieg gegen den Iran zu
beginnen.
Doch man kann Islamisten nicht einfach von der Erdoberfläche
wegbomben, und dies hat auch nicht das Geringste mit Jesus von Nazareth zu
tun, der
die Goldene Regel lehrte ("Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute
tun, das tut ihr ihnen zuerst"; Matthäus 7, 12). Und
einen Frieden wird es auch nie geben, solange man glaubt, man hätte ja ein
"Recht", einen Krieg zu führen und solange man
zudem glaubt, die "Goldene
Regel" könne man nicht auf die Politik anwenden.
3.9. / 13.9.2008 -
Nach dem 11.9.2001 (Anschlag auf das World Trade Center in
New York) wurde der NATO-"Bündnisfall" ausgerufen. Bundeswehr zog
in den Afghanistan-Krieg. Nach sieben Jahren wird es immer schlimmer / Erste
zivile Opfer durch Bundeswehr / Deutschland jagt jetzt Mullah Salam / Bürger
in Deutschland fordern Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan / US-Armee erhöht Anzahl der
Pfarrer
- Am 5.10.2001 rief die NATO nach den bis heute teilweise noch nicht
geklärten Ereignissen vom 11.9.2001 erstmals den
"Bündnisfall" aus: Ein Mitgliedsland (in diesem Fall die USA) soll
angegriffen worden sein, und die Kriegshandlungen würden anhalten, so die
NATO-Definition. Als
Mittäter machte man die damalige islamistische Taliban-Regierung
Afghanistans aus und erklärte ihr am 7.10.2001 den Krieg. Und Deutschland
zog mit, weil die Politiker seither glauben, die "Freiheit" Deutschlands "am
Hindukusch" mit militärischen Mitteln "verteidigen" zu müssen (so vor allem
der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD)).
Dieser Krieg entwickelt sich seither mehr und mehr zum Albtraum, und für
jeden getöteten Taliban scheinen zwei nachzuwachsen. Der Westen startete
2002 mit 5.000 Soldaten vor Ort. Jetzt hat man die Menge verfünfzehnfacht
(es sind derzeit ca. 70.000), und es "reicht" immer noch nicht. Die
USA
wollen deshalb bis 2011 20.000 weitere Soldaten in Afghanistan kämpfen
lassen. Und die Deutschen wollen 1.000 weitere Soldaten nach Afghanistan
schicken. Dann werden wohl für jeden getöteten Taliban drei neue nachwachsen.
Zudem wurde wohl schon über eine Milliarde Euro an deutschen Steuergeldern dorthin gepumpt
(zuletzt wurden die aktuellen Mittel auf 140 Millionen Euro erhöht).
Doch es funktioniert eben nicht, eine islamistische Regierung wegzubomben und
die darauf hin neu eingesetzte Regierung und den "Wiederaufbau" mit
Abermillionen und -milliarden hochziehen zu wollen. Die Entwicklung Afghanistans lässt sich
eben nicht von Washington und Berlin aus steuern - genauso wenig wie
1979/1980 von Moskau aus. (Für diesen Versuch wurde die Sowjetunion vom
Westen damals mit dem Boykott der Olympischen Sommerspiele in Moskau
bestraft und mit der Aufrüstung (!) der damals gegen die Russen kämpfenden
islamistischen Milizen). Und Krieg bringt immer nur wieder neuen Krieg und ist
niemals eine Basis für eine gesunde Entwicklung eines Landes (vgl. auch
Irak).
Einer der ranghöchsten britische Generäle in Afghanistan gehört zu denen,
die allmählich umdenken. Er erklärt den Krieg für "verloren" und setzt sich
für Verhandlungen mit den Taliban ein (Spiegel online, 5.10.2008;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,582266,00.html).
In Deutschland setzen Politiker jedoch immer noch auf "Sieg". Doch nach dem Tod eines Bundeswehr-Soldaten, der mit seinem Jeep in einer
Sprengfalle der Taliban geriet, sind es mittlerweile schon 28 deutsche Soldaten,
die in Afghanistan starben. Und kurz darauf
schossen deutsche Soldaten auf ein Auto, das aus deutscher Sicht der Aufforderung zum Anhalten
nicht nachkam,
sondern umdrehte und wegzufahren versuchte. In dem Auto saßen fünf Frauen
und acht Kinder, die von einer Hochzeitsfeier kamen, sowie deren Fahrer. Eine Frau und zwei Kinder starben im
Maschinengewehr-Kugelhagel des deutschen Kontrollposten. Der überlebende Fahrer schildert
die Situation so: "Ich kenne das
so. Wenn die ausländischen Truppen an ihrem Checkpoint die Scheinwerfer
aufblenden, soll man sich fernhalten. Und als ich die ersten Schüsse hörte,
bin ich nur noch schneller gefahren." Nach Bundeswehr-Stellungnahme
hätten die Soldaten sich "korrekt" verhalten. Außerdem seien sie von einem
Auto-Typ dieser Art gewarnt worden, in dem Taliban unterwegs sein könnten. Außerdem
sei es dunkel gewesen, und einer der deutschen Soldaten
hätte sich sicherheitshalber auf den Boden geworfen. Nur
leider wissen aber offenbar viele Afghanen nicht, dass aufblendende
Scheinwerfer "Stoppen oder ´Wir erschießen euch`" bedeuten soll und dass die
deutschen Soldaten offenbar auch auf wegfahrende Autos blind schießen dürfen. Später im Krankenhaus kamen
Bundeswehr-Soldaten und "haben auf mich eingeredet, ich möge aussagen, dass
die Afghanen geschossen hätten. Dann kamen Leute von der Polizei und
beschworen mich, ich solle nicht lügen" (Focus online, 3.9.2008).
Die Bundeswehr zahlte den Angehörigen jetzt ein "Blutgeld" von
insgesamt 20.000
Dollar, um sich vor einer drohenden Blutrache zu schützen. Die Familie
verzichtete darauf hin, mit den Getöteten durch die Straßen der Stadt zu
ziehen. Unterdessen machen
die deutschen Truppen jetzt Jagd auf den Taliban-Führer Mullah Salam.
Dieser blutige Krieg hat wie alle Kriege nichts mit der christlichen Lehre
zu tun und steht im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Und auch die deutschen
Bürger fordern endlich den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Bei einer
Umfrage der konservativen Internetseite www.welt.de stimmten von
ca. 4.000 abgegebenen Stimmen 80 % für den Abzug der Deutschen. Der
Bundestag muss sich also entscheiden, ob er auf die eigene Bevölkerung hört
(auf anderen Internetseiten würden vermutlich noch mehr Deutsche für den
Abzug stimmen) oder einmal mehr auf George W. Bush, Condoleeza Rice, John McCain, Barack Obama, Sarah
Palin usw.
Schon vor über einem Jahr war klar: Es wird immer schlimmer. Zu den
Hintergründen des Afghanistan-Krieges siehe unsere
Meldung vom 24.6.2007.
Aktuell: Kämpfte die Bundeswehr bisher im Rahmen der von der UNO
bereit gestellten ISAF-Truppen (International Securitiy Assistance Force),
werden diese Truppen jetzt faktisch mit den Truppen des völkerrechtswidrigen
US-Krieges "Enduring Freedom" vereint (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576672,00.html).
So läuft das also. Erst bekniet die Regierung den deutschen Bundestag, dem
Afghanistan-Krieg zuzustimmen, da er ja von der UNO legitimiert sei. Mit der
Zeit wird dann diese Legitimierung unterlaufen und zuletzt
faktisch aufgehoben. Und dann kämpft die Bundeswehr praktisch im
US-amerikanischen Krieg "Enduring Freedom", der
aufgrund des letztlich unaufgeklärten Anschlags auf das World Trade Center
vom 11.9.2001 weltweit gestartet wurde. Mal sehen, wie sich
der Bundestag das nächste Mal über den Tisch ziehen lässt. Das alles war
schon seit sieben Jahren verfassungswidrig (wurde vom
Bundesverfassungsgericht jedoch als "vefassungskonform" hingebogen) und wird
es jetzt noch mehr.
Und vielfach sind es gar nicht die Taliban, die getötet werden. Der Stern
schreibt: "Afghanen aller politischen Lager und Ethnien
inklusive Präsident Hamid Karzai sind verbittert darüber, dass die
US-Streitkräfte im Land offensichtlich weiterhin ihren ganz eigenen Krieg
führen und alle paar Wochen Zivilisten bombardieren; im Juli eine
Hochzeitsgesellschaft in Ostafghanistan, am 21. August eine Gedenkfeier in
Westafghanistan, jedes Mal gab es Dutzende von Toten. Von denen das
US-Militär behauptet, es habe sich meistens um Taliban gehandelt. Bis
überlebende Zeugen eine gänzlich andere Version offenbaren: dass es
friedliche Zusammenkünfte Unbewaffneter waren. Dass Beteiligte einer der
zahllosen innerafghanischen Fehden die Opfer beim US-Militär angeschwärzt
hätten. Ein Muster, das sich seit 2001 vielfach wiederholt hat"
(stern.de, 13.9.2008).
Meldungen ähnlich wie die
obige oder
diese vom 3.9.2008
- NATO soll Zivilisten in Pakistan getötet haben; es soll bei einem
Angriff 20 Tote gegeben haben, darunter Frauen und Kinder -
wiederholen sich immer wieder. Aus Protest hat Pakistan darauf hin den
Sprit-Nachschub für die NATO blockiert (http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1142437.html;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576658,00.html).
Und es geht auch weiter so:
Bei der Jagd auf den Taliban-Führer Siradschuddin Hakkani bombte die
US-Armee in Pakistan am 8.9.2008 gleich eine ganze Koran-Schule mit Mädchen mit in Grund
und Boden: Erneut 20 Tote, meist Frauen und Kinder. Siradschuddin Hakkani
war nicht dabei (http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=879663&kat=120).
Und auch die Bomben in
Afghanistan selbst verfehlen immer wieder das Ziel. Statt eine
Taliban-Stellung zu treffen, bombardierte die NATO versehentlich einen
harmlosen Bauernhof - zwei Tote, zehn Verletzte (Bild, 9.9.2008).
Usw. usf. Diese Meldungen sind "nur" Momentaufnahmen aus einer langen
Reihe ähnlicher Tragödien.
Schließlich wurde auch
ein enger Vertrauter von Präsident Hamid Karzai und seine beiden Leibwächter
versehentlich für Taliban gehalten und umgebracht (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,579028,00.html).
Usw. usf. Und wer weiß, ob die "Erfolgsmeldungen" (nach dem Motto "Wieder
zahlreiche Taliban umgebracht") stimmen und es sich bei getöteten
mutmaßlichen Taliban wirklich immer um Taliban handelte.
Auch im Irak läuft immer mehr aus dem Ruder. So haben US-Truppen aktuell
versehentlich sechs irakische Sicherheitskräfte erschossen und zehn weitere
verletzt (bild.de;news-ticker,rendertext=5694082.html).
Oder diese Meldung: Vier wehrlose Iraker, die frei gelassen werden sollten,
wurden von US-Soldaten aus Frustration hingerichtet (http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4683988).
Viele US-Soldaten bringen sich auch selber um. Im laufenden Jahr
vorbehaltlich abschließender Untersuchungen bereits über 90 - neuer Rekord.
Die US-Army erhöhte darauf hin die Zahl der Pfarrer. Die US-Soldaten sollen schließlich andere
töten, nicht sich selbst (http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/selbstmordrate_us-soldaten__1.824463.html).
17.10.2008 -
Afghanistan-Desaster: Wieder 25 Zivilisten bei NATO-Angriff zerfetzt? /
Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus" -
Deutschland und die
USA
schicken ständig neue Soldaten in den Hindukusch. Der
Ex-Entwicklungshilfeminister der CDU, Jürgen Todenhöfer, erklärt zum
Afghanistan-Krieg: "Die
Nato züchtet mit ihrem Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus
jeden Tag ein Stück weiter" (http://www.sueddeutsche.de/politik/441/312356/text/7/
vom 6.10.2008).
Eines der jüngsten Ereignisse: Bewohner in dem Bezirk Nad Ali legten 16 Leichen vor das Büro
des Provinz-Gouverneurs - 16 von 25, die bei einem NATO-Luftangriff
umgekommen sein sollen (Bild, 17.10.2008).
Jürgen Todenhöfer berichtet auch von eigenen Recherchen: "Ich habe in den
afghanischen Medien gelesen, die Koalitionstruppen hätten nach US-Angaben in
Asisabad bei Herat 30 Taliban getötet. Daraufhin habe ich über einen
Dolmetscher mit einem Einwohner von Asisabad telefoniert. Er hatte bei dem
amerikanischen Luftangriff 75 Angehörige verloren. 75 Angehörige! Er
berichtete mir, dass die US-Luftwaffe eine Trauerfeier bombardiert hatte,
die er für seinen verstorbenen Bruder veranstaltet hatte. Insgesamt seien 90
Zivilisten getötet worden, darunter 60 Kinder. Die UN, Präsident Karzai und
mehrere afghanische Untersuchungskommissionen haben diese Zahlen inzwischen
ausdrücklich bestätigt. Die US-Truppen haben hier wie in vielen anderen
Fällen einfach die Unwahrheit gesagt ... Die Bilder von Asisabad liefen
im afghanischen Fernsehen zwei Wochen lang. Man sah immer wieder, wie ein
verzweifelter Mann das blutverschmierte Hemd seines getöteten sechs Monate
alten Babys in die Kamera hielt. Man sah Bilder getöteter Zivilisten, die
ein Arzt heimlich mit seinem Handy gefilmt hatte. Und anschließend musste
die afghanische Bevölkerung sich immer wieder den amerikanischen
Militärsprecher anhören, der behauptete, man habe lediglich 30 Taliban
getötet, vielleicht seien zusätzlich auch noch fünf bis sieben Zivilisten
ums Leben gekommen. Die blutige Wahrheit wird bis heute einfach
wegdementiert" (Süddeutsche Zeitung, 6.10.2008). Und weiter:
"Hochrangige afghanische Politiker haben mir gesagt, in der Regel seien zwei
Drittel der angeblich getöteten Taliban unschuldige Zivilisten. Das ist
einer der Gründe für die wachsende Popularität der einst verjagten und
verachteten Taliban". Diesen grausamen Krieg können die NATO und als Teil
davon die Bundeswehr nie gewinnen. Während die Bundeswehr anfangs für zivile
Aufgaben nach Afghanistan ging, wurden die Bundeswehr-Truppen seit kurzem in
den US-NATO-Krieg "Enduring Freedom" integriert (siehe
hier). Doch mittlerweile kontrollieren die Taliban
bereits wieder 60 % des Landes.
Und zum angeblichen Kriegsgrund des Westens, der nach den Anschlägen in New
York vom 11.9.2001 diesen Krieg begann, erklärt der Experte Jürgen
Todenhöfer: "Globale Terroristen brauchen heute
keine Ausbildungslager mehr - weder in Afghanistan noch in Pakistan. Diese
Phase ist längst vorbei. Die sitzen heute bei uns im Westen oder sonst wo
auf der Welt in bequemen kleinen Räumen mit Internetanschluss und lernen
dort, wie man Sprengstoffgürtel herstellt und bedient. Selbst wenn die USA
alle Bomben, die sie besitzen, auf den Hindukusch werfen und dabei alle
Taliban und Al-Qaida-Terroristen töten würden, wäre der globale Terrorismus
nicht besiegt. Er würde im Gegenteil dramatisch zunehmen."
Jesus von Nazareth fasste das Geschehen bei Kriegen mit einfachen
Worten zusammen: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert
umkommen." Und als Alternative: "Tut Gutes denen, die euch hassen." Wer
nicht glaubt, dass dies auch in der Politik funktionieren würde, wird einmal
mehr im Afghanistan-Krieg das Ergebnis für das bekommen, was er stattdessen
glaubt.
9.11. / 7.12.2008 -
Schon wieder 37 Zivilisten zerfetzt - Betrachtet NATO die
Zivilbevölkerung in Afghanistan als Luft? Und verhindert der Westen den
Friedensschluss mit Taliban in Afghanistan? - Mit entsetzlicher
Regelmäßigkeit zerfetzt der "christliche" Westen in Afghanistan Zivilisten,
so dass man mit den Meldungen fast nicht nachkommt. Die neueste unter
http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F307675.html.
Taliban hätten sich dieses Mal bei einem Angriff in einem Dorf
versteckt (wie immer). Darauf hin wurden eben 37 Dorfbewohner mit ins Jenseits gebombt,
hinzu kamen 35 Verletzte. Auch so wird also Deutschland
am Hindukusch "verteidigt", wie der Ex-Verteidigungsminister Peter Struck
(SPD) uns 2001 weis zu machen versuchte.
Und in Wirklichkeit steckt auch hinter
"Erfolgsmeldungen" von in Stücke gerissenen Taliban weiteres Entsetzen. Zwei
Drittel der angeblich getöteten Taliban seien nämlich bisher ebenfalls unbeteiligte Zivilisten
gewesen, so Beobachter vor Ort.
Inzwischen hat sich der afghanische Präsident Karsai nachdrücklich für
Friedensverhandlungen mit den Taliban ausgesprochen - im Gegensatz zu den
USA, welche die Taliban vernichten wollen. Die Taliban stellten vor dem
dem Angriff der USA auf Afghanistan und der Erklärung des
"NATO-Bündnisfalles" im Oktober 2001 die dortige Regierung in Afghanistan.
Der Regierung wurde vom Westen schnell weggebombt. Doch seither tobt ein
grausamer Krieg.
Siehe dazu
http://www.heise.de/tp/blogs/8/118960.
Aktuell [7./8.12.2008]: 300 NATO-LKWs nach Angriff
verbrannt
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594869,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,595112,00.html
Taliban auf dem Vormarsch - USA schicken 4.000 weitere Soldaten allein in
die Hauptstadt Kabul
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594893,00.html
[25.1.2009]: Wieder 16
Zivilisten bei US-Angriff getötet.
"Der Tod unschuldiger Afghanen ´stärkt die Terroristen`", so
Afghanistans Präsident Hamid Karsai (Bild, 25.1.2009).
[18.2.2009]: Die seither getöteten
Zivilisten bei US-Angriffen werden hier gar nicht mehr aufgeführt ...
7.1. / 8.1.2009 - Katholik Joschka Fischer
"solidarisch mit Israel". Er zog Deutschland in den Kosovo-Krieg und in den
Afghanistan-Krieg hinein - ... Der katholische deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer (Die
GRÜNEN) lobt die evangelische Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre einseitige
Parteinahme zugunsten der derzeitigen israelischen Regierung: "Wir sind
parteiübergreifend solidarisch mit Israel".
Gleichzeitig lästerte Fischer über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und
wenige andere europäische Politiker, die sich um Vermittlung bemühten
("Flohzirkus", "lächerlich", "chaotisch"; Focus online, 7.1.2009).
Der
Katholik Fischer hatte 1999 als GRÜNEN-Außenminister maßgeblich den Kosovo-Krieg gegen
Jugoslawien mit begonnen und Deutschland erstmals seit 1945 in einen
Krieg hinein gezogen. Viele Kriegsgegner sind damals bei den GRÜNEN
ausgetreten bzw. warfen der Partei "Wählerbetrug" vor, da sie in ihrem
Parteiprogramm zuvor eine Kriegsteilnahme ausschloss. Und wir forderten damals wie
heute die Politiker auf, die sich als "Christen" ausgeben: "Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht
christlich" (siehe dazu unser Anschreiben an die
Abgeordneten von CDU und CSU). Und wenn sich die Politiker nicht vom
Krieg distanzieren wollen, könnten Sie ja gerne sagen:
"Unsere Solidarität mit einer der Kriegsparteien betrachten wir als
römisch-katholisch. Oder als evangelisch-lutherisch." Aber den Namen
des Juden Jesus, des
Christus, der niemals den Krieg befürwortet hätte, sollten sie endlich aufhören
zu missbrauchen.
PS: Im Jahr
2001 zog Fischer dann Deutschland in den bis heute andauernden
Afghanistan-Krieg hinein. Die beiden Militäreinsätze
bzw. Kriege auf dem Balkan und in Afghanistan kosten den deutschen
Steuerzahler Milliarden. Doch keiner der zugrunde liegenden Konflikte wurde
durch den Krieg entspannt oder gar gelöst. Im Gegenteil: Am 18.1.2009 drohte
Al-Qaida erstmals Deutschland, sie könnten den Krieg in Afghanistan "niemals"
gewinnen. Zudem wären die Deutschen "leichtgläubig und naiv", wenn sie meinten,
als "drittgrößter Truppensteller ungeschoren davon zu kommen"
(Bild, 18.1.2009).
Bereits zwei Tage zuvor starben bei einem
Selbstmordattentat vor der Deutschen Botschaft in Kabul acht Menschen.
20.6.2009 -
Die schier unendliche
Reihe der zivilen Opfer in Afghanistan
-
http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1383839.html
22.7.2009
-
Die Strategie dunkler Mächte: Immer ein bisschen mehr
Krieg - So wird Deutschland mehr und mehr in den großen Krieg hinein gezogen
-
http://www.bild.de/BILD/politik/2009/07/22/afghanistan-bundeswehr/an-kampfeinsatz-gegen-taliban-beteiligt.html
und
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,637609,00.html
17.8.2009 -
Welthungerhilfe mit
heftiger Kritik an Bundeswehr -
"Die so genannte zivil-militärische Zusammenarbeit der
Bundeswehr sei ein Sündenfall, schreibt Welthungerhilfe-Vorstandschef Wolfgang
Jamann in einem Gastbeitrag für die ´Bild am Sonntag` und macht damit die
deutsche Militärstrategie verantwortlich für die Gefährdung von
Entwicklungshelfern. Die Vermischung von Militär und Wiederaufbau habe
erheblichen Schaden angerichtet. Oppositionelle Kämpfer griffen auch
Entwicklungshelfer an, obwohl diese politisch neutral und nur der humanitären
Hilfe verpflichtet seien ... Als Konsequenz verlangt Jamann eine strikte
Trennung von Militäreinsätzen und Entwicklungshilfe" (Netzeitung, 17.8.2009,
http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1433519.html).
4.9. / 7.9. / 26.11.2009 -
Deutschland im Krieg: 80 bis 150 Tote - Bundeswehr befahl Luftangriffe auf
zwei Tanklastzüge in Afghanistan / US-General und NATO: Die deutsche Regierung
soll ihre "Informationspolitik" "ändern" / Katholische Wallfahrt zur Stärkung
der Soldaten / Katholischer "Verteidigungsminister" verteidigt Liquidierung von
Afghanen: "Wer uns angreift, wird bekämpft" / Wahrscheinlich auch Kinder zerfetzt /
Kirchen geben Bundeswehr Freibrief zum Töten / Empörung überall in Europa /
Versuchte Bundeswehr, US-General am Überprüfen ihrer Behauptungen zu hindern? /
Schockierendes Video aufgetaucht
- Der Krieg in Afghanistan wird immer brutaler.
Zwar bestritt die Bundeswehr weiter hartnäckig, dass es bei dem Militärschlag
auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklastzüge zivile Opfer gegeben habe. Die
getroffenen Leute vor Ort sehen das aber völlig anders und Bilder von
zivilen Schwerstverletzten mit hochgradigen Verbrennungen gehen derweil um die
Welt.
Dorfbewohner und vermutlich auch Kinder wollten Benzin abzapfen, wieder andere waren nur neugierig
"Nadschibullah, der Angehörige eines Opfers aus
dem betroffenen Dorf Hadschi Amanullah, berichtet: ´Mehr als 150 Menschen wurden
getötet oder verletzt. In der Gegend waren auch Taliban, aber mehr Opfer gibt es
unter Zivilisten.`" "Ein Taliban-Sprecher sagte, die Dorf-Bewohner seien zu den
Tanklastern gegangen, um sich Benzin abzuzapfen. Zwar wollen die "Gotteskrieger"
nach eigenen Angaben vor möglichen Luftangriffen gewarnt haben, doch die Leute
seien unbeirrt an den Fahrzeugen geblieben" (stern.de, 4.9.2009). "Der
Gouverneur von Char Darah, Abdul Wahid Omarkhel, sagte am Montag, er habe
eine Liste der Opfer erstellt und der Delegation von Präsident Hamid Karsai
übergeben, die den Vorfall untersucht. Es sei unklar, wie viele der Toten
Zivilisten gewesen seien. Unter den Opfern sei aber eine große Anzahl Kinder
im Alter zwischen 10 und 16 Jahren (ND, 8.9.2009), was von anderen
bestritten wird. Und diese Opfer haben Gesichter und Namen und eine
Lebensgeschichte, und sie haben verzweifelte Angehörige, doch ihre Geschichte
wird noch nicht erzählt. Und viele ringen derzeit mit schwersten
Verbrennungen und unsäglichen Qualen noch um ihr irdischen Leben.
Nach Angaben von einigen Dorfbewohnern hätten die Taliban die Menschen vor Ort
genötigt, die im Schlamm stecken gebliebenen LKWs mit Traktoren frei zu ziehen.
Dafür hätten sie sich kostenlos Benzin abzapfen dürfen. Viele Dorfbewohner
standen deshalb geduldig mit Kanistern und Flaschen in der Reihe, als das
Inferno begann. "Ein zehnjähriger Junge, der von einem Bombensplitter am Bein
verletzt worden war, sagte, er sei aus Neugier auf einem Esel zu den Tanklastern
geritten" (Spiegel online, 6.9.2009). Dann fielen die von der Bundeswehr
bestellten zwei 500-Pfund-Bomben. Und wie ging es vor Ort weiter? Gemäß
islamischer Sitte waren viele Opfer schon bestattet, als die
NATO-Untersuchungskommission vor Ort eintraf, so dass wohl eine höhere
Opferzahl stimmt als die Anzahl der Leichen oder Leichenteile, die man später gefunden
hatte. Die Bundeswehr erklärte, durch die
Luftangriffe auf die in dem Dorf stehenden Lastzüge habe man angeblich ein damit
denkbares "Selbstmordattentat" verhindern wollen. Das heißt: Der Treibstoff
hätte auch als "eine gefährliche Waffe" eingesetzt werden können (Frankfurter
Rundschau, 5.2.2009). Der afghanische Präsident Hamid Karsai schüttelt
darüber aber nur den Kopf und sprach von einer "Fehleinschätzung" der
Bundeswehr: "Mehr als 90 Tote für einen einfachen Tanklaster, der obendrein in
einem Flussbett feststeckte!" (ND, 8.9.2009) Und mit sehr großer
Wahrscheinlichkeit haben die Taliban den Treibstoff einfach nur "selbst
nutzen wollen" (Main-Post, 5.9.2009) bzw. verkaufen oder an
Sympathisanten oder Einwohner "befreiter" Dörfer verschenken wollen. Und auf die Menschen, die sich in dem Dorf
in der Nähe der Lastwagen aufhielten, haben die Bundeswehr und die US-Bomber
keine Rücksicht genommen bzw. die Bundeswehr behauptet unbeirrt, sicher zu
sein, dass alle Menschen in der Nähe der LKWs ausschließlich "terroristische
Taliban" gewesen seien (Bild am Sonntag, 6.9.2009). Deshalb war ja auch die
Gelegenheit "günstig", gleich alle miteinander umzubringen anstatt z. B. mit der
Sprengung der Wagen zu warten, bis die vielen Menschen darum herum weggegangen
waren. Schon am nächsten Morgen wurde dann tatsächlich ein Selbstmordattentat
verübt, eventuell als erster Racheversuch, bei dem fünf deutsche Soldaten leicht
verletzt wurden.
NATO-Untersuchungskommission
widerspricht Bundeswehr und Bundesregierung /
Verstieß die Bundeswehr nach Angriff gegen NATO-Vorschriften, um Tragödie zu
vertuschen? / Überall lagen zerfetzte Leichen von Dorfbewohnern
Mittlerweile stellt sich heraus, das wohl "vier
oder fünf Anführer der Taliban" unter den Opfern sind (Main-Post, 5.9.2009),
die alle größtenteils bis zur Unkenntlichkeit verkohlt sind, so dass eine
Identifizierung gar nicht mehr möglich ist. Doch sind dann alle die anderen
Opfer wirklich "ausschließlich" deren Krieger, wie Minister Franz Josef Jung von
der Christlich Demokratischen Union (CDU) tagelang hartnäckig behauptete? Die
NATO-Untersuchungskommission widerspricht gleich von Anfang der Bundesregierung: "Mindestens zwei
Dutzend der getöteten Afghanen" seien "keine Taliban" gewesen (bild.de,
6.9.2009). Das heißt: Es sind wohl deutlich mehr, die keine Taliban waren. Die untrügliche und
sichere Unterscheidungsgabe zwischen einem afghanischem Zivilisten und einem Taliban, die sich der deutsche Minister und seine Offiziere aufgrund eines
einzigen Informanten vor Ort kriegsherrlich zusprechen, ist auf jeden Fall
bemerkenswert und für Außenstehende kaum nachvollziehbar. Es käme schon fast
medialen Fähigkeiten gleich. Letztlich läuft es wohl darauf hinaus, dass die
Bundesregierung diesbezüglich entweder bewusst die Unwahrheit gesagt hat. Oder
dass sie es
aus grenzenloser Selbstüberschätzung und Dummheit bzw. im Irrtum getan hat.
Allein schon der Umstand, dass die Deutschen offenbar in panischer Angst
reagierten, die Taliban könnten sich mit den Tanklastwagen theoretisch dem
deutschen Hauptquartier nähern anstatt den Sprit zum Betanken ihrer eigenen
Fahrzeuge zu verwenden bzw. ihn zu verkaufen, gibt einen Hinweis darauf, was
Krieg bedeutet. Würden Militärs immer nach einer solchen Logik handeln, brennt
in ein paar Wochen die ganze Welt.
Focus online schreibt über die
Taktik der Bundeswehr nach dem Angriff: "Entgegen den Bestimmungen für einen
Luftangriff habe die Bundeswehr nach dem Bombenabwurf keine Soldaten an die
Angriffsstelle geschickt. Erst in den frühen Morgenstunden hätten die Deutschen
eine Drohne zur Luftaufklärung über den Ort der Bombardierung fliegen lassen.
Die ersten deutschen Soldaten seien erst am Freitagmittag vor Ort gewesen. Bis
dahin seien allerdings alle Leichen bereits weggeschafft worden" (6.9.2009).
Und wo keine Leichen mehr zu sehen seien, da brauche man auch keine Opfer
zuzugeben, so möglicherweise das taktische Kalkül. Spekulierte man also darauf,
dass die Dorfbewohner ihre Toten dann schon bestattet haben werden und dass man
dadurch vielleicht deren Existenz besser leugnen könnte? Ein AFP-Korrespondent
beschrieb den Angriff als ein "Horror-Inferno". "Überall liegen zerfetzte
Leichen von Dorfbewohnern" (ND, 5.9.2009). "Die Flure der Klinik waren
überfüllt mit den Opfern des Angriffs. Viele wurden mit schwersten Brandwunden
eingeliefert, bei vielen lagen die Muskeln frei."
Nicht mehr lügen - US-General: Die Deutschen sollen ihre "Informationspolitik" "ändern"
Die NATO hat die deutsche Regierung
mittlerweile aufgefordert, ihre "Informationspolitik" zu "ändern", wie es heißt,
was mit anderen Worten bedeuten könnte, sie solle doch bitte nicht lügen. Der
US-Oberbefehlshaber und US-General Stanley McChrystal sprach davon, dass es sich
zeigen werde, ob die Verantwortlichen zur "Transparenz" bereit seien. "Der
deutsche Befehlshaber Oberst Georg Klein [der den verheerenden Angriff befohlen
hatte] habe McChrystal und sein siebenköpfiges Team nach dessen Ankunft
[zunächst] davon abhalten wollen, zum Ort des Geschehens und in Krankenhäuser zu
gehen", da dies angeblich zu gefährlich sei (ntv, 6.9.2009). Könnte es
sein, dass es vor allem zu "gefährlich" sei, dass die Amerikaner dann am Ort des
Grauens mehr Leichen finden als es die Deutschen zugeben, was ja dann
tatsächlich geschah? Die "Details" bleiben derweil "unter Verschluss" der
Bundeswehr (focus.de, 6.9.2009). Auch der deutsche Bundestag wurde auch
Tage danach von der Bundeswehr und der Regierung nicht informiert. Die bisher bekannten
Informationen stammen aus anderen Quellen. Versucht man derweil im Hintergrund,
eine freundlichere Version des Geschehens zu konstruieren?
Verantwortlich für die deutsche "Informationspolitik" ist der
intensiv gläubige römisch-katholische Verteidigungsminister Franz Josef Jung
(CDU), der natürlich mit seiner Kanzlerin Angela Merkel, evangelisch-lutherisch
gläubig, die Bundestagswahl am 27.9.2009 gewinnen will und dem deswegen keine zivilen
Opfer eines von der Bundeswehr befohlenen Präventiv-Angriffs gelegen kommen
würden. Man müsse nur wohltätige Entwicklungshilfe militärisch absichern,
wogegen doch keiner etwas sagen könne, so die offizielle Version der
Militäreinsätze. Außerdem sträubt man sich weiterhin gegen
die tatsächliche Zahl von Todesopfern und nennt immer eine Art geringst denkbare
Anzahl, wobei unklar ist, wie die schon bestatteten Opfer
in die jeweiligen Darlegungen mit eingerechnet werden.
Politiker aus den anderen EU-Ländern bezeichnen Angriff als "nicht hinnehmbar" und bitten um Entschuldigung, doch Deutsche rechtfertigen ihn weiter als "erfolgreich" / Bundeswehr fällt Barack Obama und der neuen NATO-Strategie in den Rücken / Verfügt Deutschland über eine Sternenflotte?
Bild.de schreibt: "Nach dem Luftangriff in
Afghanistan mit vielen Toten hat sich ISAF-Kommandeur McChrystal über das
Fernsehen an die Bevölkerung gewandt. Er versicherte dabei den Afghanen, dass
die NATO alles unternehme, um die Bevölkerung bei Militäreinsätzen zu schonen.
Anschließend besuchte er den Ort des Angriffs auf die gekaperten Tanklaster nahe
Kundus und sprach mit Bewohnern. Inzwischen wächst die internationale Kritik an
der Bundeswehr. Die Deutschen haben zunächst massiv gegen die neue Strategie von
US-Präsident Barack Obama in Afghanistan verstoßen. "Keine 500 Pfund Bomben
mehr" hieß es noch im Juli (Der Freitag, 4.7.2009). Und weiter: "Wandel
der NATO-Strategie: Priorität soll der Schutz der Bevölkerung haben". Doch die
Bundeswehr hielt sich nicht daran. Die Europäische Union sprach von einer
´Tragödie`" (6.9.2009). Und EU-Diplomat Javier Solana versucht sich zu
entschuldigen: "Es tut mir für die Familien der Menschen, die bei der Explosion
der Benzintankwagen getötet wurden, sehr leid." Der Außenminister Frankreichs
sprach von einem "schweren Fehler". Auch aus Spanien und Italien kommt
heftige Kritik an Deutschland. Spaniens Ministerpräsident José Luis
Rodríguez Zapatero bezeichnete den Angriff als "nicht hinnehmbar" (ntv,
6.9.2009). Und Schwedens Außenminister Carl Bildt äußerte sich
zerknirscht über die Liquidierungsattacke der Deutschen, die von manchen
Zeitungen gar als "Massaker" bezeichnet wurde (ND, 5.9.2009): "Wir
gewinnen diesen Krieg nicht, indem wir töten," so der schwedische Minister. "Wir
müssen sichergehen, dass so etwas nie wieder passiert", sagte der Außenminister
von Großbritannien, David Miliband. Nur der deutsche "Kriegsminister"
bleibt unverdrossen stur: Man habe nur Terroristen in die Luft gejagt. Hatte die
Bundeswehr gehofft, für die Tötung einer großen Zahl von Taliban von ihren
Bündnispartnern gelobt zu werden, was früher meist nur US-Amerikanern und Briten
"gelang"? Doch die US-Armee hatte zuletzt entschieden, solche Luftangriffe in
Afghanistan nur noch als "allerletztes Mittel" zu fliegen? Anstatt Lob von
militärischen Hardlinern zu erhalten, wächst deshalb weltweit die Kritik an dem
von den Deutschen befohlenen brachialen Militäreinsatz. Der Außenminister
Luxemburgs, Jean Asselborn sagte z. B., er verstehe nicht, dass Bomben so
einfach und so schnell abgeworfen werden könnten. "Es muss doch auch in der Nato
Regeln geben" (Spiegel online, 5.9.2009). Der deutsche
Verteidigungsminister steigerte sich daraufhin regelrecht in eine Kriegsrhetorik
hinein, wie er es vielleicht früher von George W. Bush gelernt hat. "Wer uns
angreift, wird bekämpft" (zit. nach bild.de, 6.9.2009). Die
Liquidierung von Dutzenden von Taliban wäre "erfolgreich" gewesen,
wie sich die Bundeswehr auf ihrer Homepage selbst lobt. Der Angriff bestand
in diesem Fall in der Entführung der LKWs und in der Tötung der afghanischen
Fahrer. Immerhin konnte der US-Präsident damals noch die hoch gerüstetste Armee
der Welt kommandieren. Anders als Franz Josef Jung. Oder verfügt der streitbare
Katholik etwa in der Hinterhand über eine deutsche Sternenflotte, die allen
anderen Armeen militärisch haushoch überlegen ist? Wird Deutschland mit seiner
Strategie jetzt zur Hauptkriegsmacht am Hindukusch? Immerhin zerfetzten nur fünf
Tage später (8.9.2009) in Pakistan Bomben aus einer unbemannten ferngesteuerten
US-Drohne (ähnlich wie in den Star-Wars-Filmen) neben vielen Taliban auch
vier unbeteiligte Schulkinder, was das Entsetzen und die Wut auf den Westen auch
dort wieder in die Höhe trieb.
Die Dorfältesten vor Ort in Kunduz haben derweil
beschlossen, "nach der Beerdigung der Opfer nach Kundus-Stadt zu reisen und sich
dort über den Angriff zu beschweren" (focus.de, 4.9.2009). Ein sehr
mildes Wort für das, was in den Seelen dieser traumatisierten Menschen
vermutlich kocht und was irgendwann nach dem ehernen Gesetz von Ursache und
Wirkung (das keine Regierung außer Kraft setzen kann) auf die Bundeswehr und auf
Deutschland zurück fällt. Ein Dorbewohner hat gleich sechs Cousins verloren, und
keiner hatte etwas mit den Taliban zu tun (Spiegel online, 6.9.2009).
Denn was können die Dorfbewohner dafür, wenn die Taliban ihr Dorf "befreiten",
während andere Dörfer weiter unter Kontrolle des Westens sind? Und solche
Tötungen von Zivilpersonen geschieht zu Tausenden seit Jahren, weswegen die NATO ja umgedacht
hatte und keine solchen Attacken mehr fliegen wollte, bis jetzt Deutschland aus der neuen Strategie ausscherte.
Erst vor kurzem hat der Westen eine ganze Hochzeitsgesellschaft versehentlich
in Tausende von Stücken gerissen. Man scheute den Kampf Mann gegen Mann und
warf einfach lieber Bomben aus der Luft ab.
Wenn die Bundeswehr so weiter macht, dann drohen allen Bürgern Deutschlands
dadurch immer größere Gefahren, und sie drohen schon jetzt nach dieser Attacke.
Man sagt es nur nicht.
Deutsche Regierung verhöhnt Christus, auf den sie sich beruft
Die Bundeswehr-Soldaten nennen sich überwiegend "christlich", und sie werden von den Militärpfarrern der beiden Großkirchen seelsorgerlich beraten, betreut und für Kampfeinsätze gesegnet. Und so könnte man fragen: Selbst wenn die deutsche Regierung die Wahrheit sagen sollte (was außer ihr jedoch kaum einer glaubt) und alle Getöteten tatsächlich "terroristische Taliban" gewesen seien: Hat Christus, auf den sich die deutsche CDU/CSU/SPD-Regierung beruft, sinngemäß gesagt "Tötet so viele Kriegsgegner, wie ihr töten könnt"? Nein. Also verhöhnt man den Mann aus Nazareth, wenn man sich trotzdem auf ihn beruft. Denn mit dem Pazifisten Jesus, dem Christus, hat der schon acht Jahre lang dauernde Krieg gegen die islamistischen Taliban, dem schon zig-Tausende von unbeteiligte Zivilisten, fast ausschließlich Moslems, zum Opfer gefallen sind, gar nichts zu tun. Jesus von Nazareth hätte niemals die Tötung auch nur eines Menschen angeordnet, gleich ob Zivilist oder Aufständischer. Denn Jesus wusste, das Töten und Gewalt immer nur wieder zu neuem Töten und zu Gewalt führt. Von den Milliarden-Kosten dieses Krieges gar nicht zu reden. Geschweige denn davon, dass die Politiker versprochen haben, Deutschland und seine Bürger zu schützen. Stattdessen wird es durch solche brutalen Kriegseinsätze in fernen Ländern mehr und mehr in das Zielfernrohr von gewalttätigen Islamisten bugsiert. Und die Taliban wurden zuletzt immer stärker und gewannen wieder neu Zulauf. Und der Hass auf den Westen nimmt in der islamischen Welt zu.
Katholische Wallfahrt für Soldaten - Wieder mehr Arbeit für die Feldgeistlichen: Beileid für die neuen Witwen
So sind die katholischen und evangelischen
"Feldgeistlichen"
(heute nennt man sie "Militärpfarrer")
auch schon wieder darin geübt, den Witwen der gefallenen deutschen Soldaten das
Beileid der Kirche zu wünschen und zu versuchen, Trost zu spenden. Und der
verantwortliche deutsche Minister Franz Josef Jung hat im Jahr 2007 eigens die
Wallfahrt in den Marienwallfahrtsort Lourdes unternommen, um seine katholische
Seele zu stärken und um
"Kraft und Zuversicht" zu tanken,
wie das "Bundesministerium für Verteidigung" in einer Pressemeldung vom 15.5.2007
schrieb
(Verwundete und kranke Soldaten wurden dazu eigens mit einer Transall-Maschine
der Bundeswehr eingeflogen, um sie mit dem angeblichen "Heilwasser"
aus dem katholischen Kult-Ort in Berührung
zu bringen).
Der Minister und der katholische Bischof Walter Mixa sprachen damals in
Lourdes auch von zwei Soldaten, die vor der "49. Internationalen Soldaten-Wallfahrt" gesagt
hätten: "Wir sind weder evangelisch, noch katholisch. Wir sind eigentlich
gar nichts" (Bundesministerium für
Verteidigung, 15.5.2007).
Doch sie hätten bei der Wallfahrt eine "ganz andere Erfahrung" gemacht und sie
fuhren mit "ganz anderen Gedanken" wieder weg, so der gläubige
deutsche Verteidigungsminister, der sich freute, dass sich die beiden Soldaten
den Großkirchen angenähert haben. Und zwei Jahre später hat der
stramm-katholische Minister "überhaupt kein Verständnis dafür"
(Spiegel
online, 6.9.2009), dass jemand im eigenen Land die Liquidierung von 125
Menschen nicht als militärischen Erfolg anerkennt, sondern kritisiert. Diese Reaktion ist allerdings wiederum verständlich,
denn sowohl die römisch-katholische als auch die evangelische Kirche geben dem
Minister und den Soldaten den moralischen Freibrief zum Töten im Krieg, wie
sie es immer getan haben in den letzten 1.700 Jahren - und immer im Gegensatz zu
Christus. Doch welcher Geist weht dann in Lourdes und an den anderen kirchlichen
Wallfahrtsorten?
Wer war die Frau in der Grotte?
Was ist der Hintergrund von Lourdes? Im Jahr 1858 habe ein streng katholisches
Mädchen in einer dunklen Grotte plötzlich geglaubt, dass ihr eine Frau mit
Rosenkranz entgegen komme, die sie für die "Gottesmutter" hielt, was den
Lourdes-Kult begründete, der heute auch regelmäßig die deutschen Soldaten auf
ihren Auslandseinsätzen stärken soll. Und es mag schon sein, dass diese
mysteriöse Frau auch unsichtbar den Bundeswehr-Stützpunkt in Kundus/Afghanistan
durchwandert, leise vorgeformte Gebete murmelnd, damit man
zum Beispiel Einschläge von Bomben und Salven von Schüssen besser erträgt. Und könnte es
sein, dass auch in dem Dorf Hadschi Amanullah, in dem die Tankwagen angegriffen
wurden, in der Nacht eine unsichtbare
Gestalt murmelnd durch die verkohlten Leichen wandelte, um seine "Beute" zu zählen,
seien es nun Taliban oder Zivilisten? Jesus, der
Christus begleitet die Soldaten-Einsätze in Afghanistan jedenfalls nicht.
Die Bundeswehr ist dabei nicht nur Teil des UNO-Einsatzes in Afghanistan,
sondern auch Teil des nach dem 11.9.2001 von den USA geführten weltweiten Krieges mit dem
Namen "Enduring Freedom", in den auch der Irak-Krieg integriert war
und der nach den Statuten der UNO völkerrechtswidrig ist.
Aktualisierung [26.11.2009]: 142 Tote - Hat
der römisch-katholische Minister Franz-Josef Jung die Wahrheit über den Angriff auf Befehl
der Deutschen vertuscht und verschwiegen? Jetzt deuten auch die Beweise und ein schockierendes
Video darauf hin.
http://www.bild.de/BILD/video/clip/no-pre-roll/2009/11/26/kunduz,templateId=renderBuehne.html
Schockierend dabei auch:
Oberst Georg Klein und die hohen deutschen Militärs vor Ort schauten sich auf
ihrem Laptop auch diese Bilder der vielen ahnungslosen Menschen an, die aus den
Jets gesendet wurden (spiegel.de, 10.12.2009), bevor sie den Befehl zu
ihrer Vernichtung gaben.
Mehr zu der langen Reihe von Tausenden von getöteten Zivilisten in diesem Krieg und zu seinen
Hintergründen siehe
hier. Siehe dazu auch
unsere Meldung unten: Immer ein bisschen
mehr Krieg.
8.9. / 19.9.2009 -
Die Bundeskanzlerin: Getötete unbeteiligte Zivilisten kein Grund für Kritik
/
CDU soll sich nicht mehr "christlich" nennen / Bundeswehr rechtfertigt
Angriff und somit die damit verbundenen Liquidierungen / "Faszination des Tötens
von Taliban" / Leitende Offiziere nannten Tötungs-Drohne "Finger Gottes"
/ Hat der deutsche Oberst gelogen, um den Angriff führen zu können?
- Während
Deutschland wegen des Militärschlags von Kunduz in Afghanistan mit über 100
Toten weltweit am Pranger steht, zeigt sich die Bundesregierung im Wesentlichen uneinsichtig.
Zwar "bedauert" Angela Merkel eventuelle zivile Opfer fünf Tage nach
der Tat und sagt "Wir fühlen mit den Angehörigen", was andere westliche
Politiker schon am folgenden Tag taten. Da war man sich noch in jeder Hinsicht
sicher, dass es keine zivile Opfer gibt. Auch vom
Eingestehen von Fehlern ihrer Heeresführung leider keine Spur.
Spiegel online schreibt: "Bei
dem Tanklaster-Bombardement kamen nach Nato-Angaben auch Zivilisten ums Leben,
doch Kanzlerin Merkel verbittet sich jegliche Kritik" (8.9.2009).
"Kein Verständnis" für Kritik - das
sagt eigentlich schon fast alles. Nicht einmal die Tötung unschuldiger
Menschen dürfe demnach rechtmäßig kritisiert werden. Nur dieser Sachverhalt
allein zeigt bereits auf, wie tief die "christliche" Partei schon
gesunken ist. Denn ihr Namensgeber Jesus, der Christus, hätte weder befürwortet,
Taliban noch Zivilisten durch angeblich vorbeugende Angriffshandlungen in die
Luft zu jagen. Und durch die Zurückweisung jeder Kritik stehen dann auch Erklärungen
des Bedauerns im Verdacht, Teil eines unvermeidlichen politischen Kalküls zu
sein.
Die CDU sollte sich zumindest nicht mehr "christlich" nennen, um
unbedarfte Zeitgenossen nicht mehr mit diesem Etikettenschwindel zu täuschen und
dadurch ihre Wählerstimme zu erschleichen. Mehr dazu siehe
hier.
Aktuell:
Einige Opfer des Bundeswehrangriffs in Hadschi Amanullah
http://www.stern.de/politik/ausland/nato-angriff-in-kundus-die-opfer-von-hadschi-amanullah-1507882.html
Der auf Seite der Deutschen für den Angriff
im Afghanistan-Krieg verantwortliche Oberst Georg Klein und sein oberster Chef,
Generalsinspekteur Wolfgang Schneiderhan, verteidigten nun den Militärschlag mit
ca. 100 Toten (bild.de, spiegel.de, 12.9.2009). Jeder dabei versehentlich
getötete Zivilist sei natürlich "einer zuviel", so der Oberst. Der oberste
Militärführer Deutschlands hob in diesem Zusammenhang noch einmal die "Professionalität"
der Truppe in Afghanistan hervor. Bereits im Juli ließ die Bundeswehr unter
Oberst Georg Klein einen Taliban-Stützpunkt bombardieren, wobei 15 Islamisten
getötet wurden. Damals war jedoch nicht viel in der deutschen Presse zu lesen. Nach dem Untersuchungsbericht der afghanischen
Regierung wurden diesmal jedoch auch ca. 30 Zivilisten in Stücke gerissen bzw. verbrannt. Hinzu kommen neun schwer
verletzte Zivilisten. Erfahrungsgemäß sinken in einem solchen Krieg die
Hemmschwellen auch immer mehr. Spiegel online schreibt:
"Die Faszination des Tötens von
Taliban war da in Kunduz. Euphorisch berichteten leitende Offiziere nach der
Attacke auf die Taliban-Stellung im Juli vom ´Finger Gottes`, wenn sie von der
Drohne sprachen"
(14.9.2009).
Bei diesem Angriff stellte sich nun heraus, dass es der deutsche Oberst offenbar
ablehnte, die Menschenansammlung um die Tanklastzüge vor deren Sprengung zu
warnen, z. B. durch einen Tiefflug (Der Spiegel, 21.9.2009). Wollte er
also gezielt so viele Menschen töten wie möglich, vielleicht weil er sie alle
irrtümlich für Taliban hielt? Auch hatte er offenbar die NATO bzw. ISAF
angelogen bzw. falsch informiert, indem er von einem "direkten Feindkontakt" der
Bundeswehr am Boden sprach. Nur dann hätten die Kampfbomber den Angriff
überhaupt fliegen dürfen.
Und auch hier gilt: Spätestens im Jenseits
werden sie mit ihrer Rechtfertigung nicht mehr durchkommen, auch wenn der
katholische Priester oder der evangelische Pfarrer bei ihrer dereinstigen
Bestattung - irgendwann in der Zukunft - nur Gutes spricht. Dann wird sich das
Gesetz von Saat und Ernte entfalten. Alle verletzten oder getöteten Opfer und
ihre Angehörigen werden dort z. B. zum Kläger, und die verantwortlichen Herren
müssen in jedem Einzelfall und jedem Einzelnen gegenüber nachweisen, dass der
von ihnen angeordnete Angriff, der zu deren Tötung führte, gerechtfertigt war.
Dazu werden sie in jedem Einzelfall mit dem Leid der Opfer konfrontiert und
müssen es unter Umständen selbst am eigenen Seelenleib erleiden, was den
obersten Soldaten von der Kirche natürlich verschwiegen wird. Doch anstatt dass die
Kirche wenigstens zugibt, in diesen Dinge keine Ahnung zu haben, gibt sie das
Gegenteil vor und führt die Menschen, auch die Soldaten, gezielt in die Irre.
Die Herren der Kirche wird also ein noch größerer Prozess erwarten. Und im
Jenseits gilt dann kein deutsches Recht, und viele, die die Verantwortlichen
heute schützen, stehen dann selbst auch auf der Anklagebank. Nicht nur in diesem
Krieg. In allen anderen auch. Die einzige Chance für die Täter wird dann sein,
dass ihnen die Opfer vergeben.
26.11.2009 -
142 Tote und viele Schwerverletzte bei Angriff unter Bundeswehrkommando,
darunter viele Kinder und Jugendliche - Neue Enthüllungen und
ein schockierendes Video mit den Menschen, aus der Luft gefilmt, als sie noch
lebten. Der deutsche Oberst Klein verweigerte den US-Piloten, die
Menschen zuvor zu warnen.
http://www.bild.de/BILD/video/clip/no-pre-roll/2009/11/26/kunduz,templateId=renderBuehne.html
PS: Weit über Hundert von zerfetzten, verbrannten und verstümmelten
Afghanen, doch der katholische Minister sagt, er habe sich nichts vorzuwerfen.
Während die Klage über die vielen zivilen Opfer durch ganz Europa und die USA
hallte (und die USA die Deutschen öffentlich tadelten und sie aufforderten, endlich ehrlich
zu sein und ihre "Informationspolitik" zu ändern, also mit dem Lügen
aufzuhören) und weltweit Fotos
veröffentlicht wurden, will ausgerechnet der verantwortliche Minister und
Kirchgänger Franz Josef Jung bis zuletzt von nichts gewusst haben und erst fünf
Wochen später von dem Bericht der Feldjäger vor Ort erfahren haben, ohne
allerdings nachzufragen, was denn da drin steht. Hat er es also auch erst
aus der Bild-Zeitung ein paar weitere Wochen später erfahren, weswegen er
nichts falsch gemacht habe. Doch die Zeitung schreibt am 27.11.2009. "Kann
es wirklich sein, dass nur diese eine Meldung [eine Falschmeldung, die
dem Minister in sein Konzept gepasst hat] Minister Jung erreichte – aber alle anderen
(kritischen) Meldungen nicht ...?
(http://www.bild.de/BILD/politik/2009/11/27/bundeswehr-skandal-bombennacht-kunduz/bild-deckt-auf-so-wurde-der-skandal-vertuscht.html).
In der Folge dieser Aufdeckungen musste
Minister Franz Josef Jung schließlich zurücktreten. Die
Kirche denkt jedoch in keiner Weise daran, ihren Minister oder ihre für die "Liquidierung" verantwortlichen
Militärs zu exkommunizieren. Sie hat es ja in ihrer Geschichte
noch um ein Mehrfaches und schier unermesslich schlimmer getrieben, so dass man
beides - den Bombenangriff und die kirchlichen Gräuel - überhaupt nicht vergleichen kann. Doch viele Tote, Schwerverletzte und Leidende gab
es hier und da. Und dokumentiert dies nicht auch den geistigen Tod dieser
vielen "unschuldigen" Verantwortlichen und ihrer Segensspender in der
Kirche?
Bezeichnend auch, was der Chef des Bundeswehrverbandes im
ARD-Morgenmagazin am 27.11.2009 sagte. Er verteidigte den Angriff erneut.
Die Bundeswehr habe sich durch den Angriff einer [eventuell späteren] Bedrohung
[denn die Lastzüge steckten ja im Schlamm fest] durch "Liquidierung"
"entledigt".
Zur Erinnerung: Die Bombardierung erfolgte ohne die von den US-Piloten erbetene
Vorwarnung für die Menschen und ohne die Autorisierung durch den
US-Oberbefehlshaber, die nach dem NATO-Reglement vor dem Angriff notwendig
gewesen wäre. Stattdessen erfolgte vielleicht vom Unterbewusstsein her ein Rückgriff auf Argumentationsmuster
der eigenen
Religion, wenn die katholische Kirche in ihrem Glaubensbekenntnis etwa bis
heute verbindlich fordert,
dass sie alles "ausmerzen" muss, "was gegen den Glauben ist" (siehe
hier).
Und wem ein solches "Lösungsmuster" für Probleme
unter Umständen in den Genen, in der Seele oder im Unterbewusstsein steckt oder wer in diesem Sinne einst indoktriniert
wurde, der kann es womöglich auch in anderen Bereichen anwenden und dort auch
schon mal vergessen, anders lautende Vorschriften einzuhalten.
Oder steckt vielleicht noch ein anderes
in der abendländischen Geschichte erprobtes "Lösungsmuster" in den
Genen, Seelenhüllen oder im Unterbewusstsein von katholischen Soldaten oder
Politikern, wenn leichtfertig der mögliche gewaltsame Tod sogar von Unbeteiligten
in
Kauf genommen wird? So war etwa den Anführern des katholischen Kreuzfahrerheeres
im Jahr 1209 nicht klar, welche Einwohner der französischen Stadt Beziers
"Ketzer" waren (übrigens friedfertige und ethisch hoch stehende Menschen, die
aber einfach nicht mehr katholisch sein wollten) und welche Katholiken.
"Erschlagt sie
alle, Gott kennt die Seinen", hat der Bevollmächtigte des Papstes, der Erzabt Arnold von Citeaux,
in dieser Situation von den Soldaten verlangt. Und so kam es dann auch
(http://www.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/kapitel-1.html).
Und so wurde in der Vollmacht des Papstes aufgrund der Liquidierung aller Bewohner auf jeden Fall auch die
Bedrohung der Kirche durch Andersgläubige aus Beziers mit "ausgemerzt".
Und bis heute war diese "Lektion" dementsprechend "erfolgreich", denn in Beziers sind die
meisten Leute heute wieder genauso katholisch wie anderswo.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom
4.9.2009 und
8.9.2009.
Wir schrieben u. a.:
"Bei
dem Tanklaster-Bombardement kamen nach Nato-Angaben auch Zivilisten ums Leben,
doch Kanzlerin Merkel verbittet sich jegliche Kritik" (Spiegel
online, 8.9.2009).
´Kein Verständnis` für Kritik - das sagt eigentlich schon fast alles. Nicht
einmal die Tötung unschuldiger Menschen dürfe demnach rechtmäßig kritisiert
werden. Nur dieser Sachverhalt allein zeigt bereits auf, wie tief die ´christliche` Partei schon gesunken ist."
5.12. / 26.12.2009 -
Luftangriff
auf Afghanen wird allmählich zum "Massaker" - Alleine 179 Zivilisten
getötet? Auch Kinder unter Toten / "Nicht im Einklang mit Völkerrecht"
/ Geht Vertuschung weiter? / Angriff galt offenbar den Menschen, die man
anscheinend für Taliban hielt / Oberst Klein behauptet das Gegenteil wie die
US-Piloten und der NATO-Bericht - Die US-Piloten
kämpften mit aller Macht um das Leben der Menschen, die sich um die Tanklastzüge
versammelt haben. Fünfmal (!) baten sie um Vorwarnungen für die Menschen,
fünf Mal lehnte die Bundeswehr ab. Es war ein Ringen um das Leben der Menschen
zwischen Amerikanern und Deutschen. Dann weigerten sich die US-Piloten, sechs
Bomben abzuwerfen, wie die Deutschen verlangten, zwei würden genügen. Sechs
Bomben würden natürlich zu weit mehr Todesopfern führen als zwei, und wenigstens
hier wurde durch "nur" zwei 250kg-Bomben wohl ein noch viel größeres Blutbad verhindert
als es geplant war. Doch in der Sache blieb der deutsche Oberst Georg Klein
knallhart. Keine Warnungen,
sofortige Liquidierung ...
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665331,00.html).
Stoppen hätten ihn vielleicht noch sein Befehlsempfänger "Red Baron" können, der
zuvor mit Klein gestritten haben soll, welcher den Amerikanern vorgaukelte, es
gäbe direkte "Feindberührung" am Boden. Spiegel online schreibt: "Kleins
deutscher Flugleitoffizier ´Red Baron 20` gab bei seiner Befragung dagegen an,
er habe in dieser Situation weder eine unmittelbare Bedrohung gesehen ´noch die
Notwendigkeit, Feindberührung anzugeben`. Auf die Frage des
Nato-Untersuchungsteams, warum er kein Veto eingelegt habe, um Klein zu stoppen,
antwortete der Fliegerleitoffizier: "Ich bin ein Soldat, und er ist mein
Kommandeur" (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,668027,00.html).
Der afghanische Anwalt der Hinterbliebenen erläutert jetzt: Unter den Zivilisten
"137 Tote, 20 Verletzte und 22 Verschollene. Nach seiner Darstellung seien 91
Frauen zu Witwen und 163 Kinder zu Waisen geworden. Fünf weitere Tote seien den
radikal-islamischen Taliban zugerechnet, denen laut Verteidigungsministerium der
Luftangriff gelten sollte" (Welt, 7.12.2009). Dies deckt sich
annähernd mit dem Bericht des afghanischen Informanten der deutschen
Eliteeinheit KSK, der vier Taliban bei den Tanklastzügen vor Ort erkannt hatte,
bevor die Bomben das Inferno auslösten. Oberst Klein soll dabei von Offizieren
und Unteroffizieren der Eliteeinheit KSK umringt gewesen sein (spiegel.de,
10.12.2009). Bild hatte die Beteiligung der KSK enthüllt, was bisher
vertuscht wurde.
Als die Piloten resignierten ...
Dabei hatten die Deutschen die Amerikaner zuvor mehr oder weniger belogen. Denn die Bomber
dürfen nur los fliegen bei direktem "Feindkontakt" von ISAF-Truppen. Doch es
waren weder deutsche noch afghanische Truppen in der Nähe.
Bestehe wirklich "unmittelbare Bedrohung" durch diese vielen Leute am Boden? so noch
einmal der Pilot, der es kaum fassen kann, was er hörte. Ja, so Oberst Georg Klein. Und so gaben die
Amerikaner dem Befehlszwang der Deutschen beim sechsten Mal schließlich nach.
Obwohl Oberst Georg Klein dafür hätte auch zuerst mit seinen Vorgesetzten
sprechen müssen, was er ebenfalls nicht tat. Noch im Dezember heißt es, der
Oberst habe "in Sekundenschnelle" entscheiden müssen. Welcher Hohn! Er wurde
mindestens fünf Mal im Laufe von mehr als einer Stunde gewarnt und hätte alle
Zeit der Welt gehabt, weitere Telefonate zu führen. Und die späteren Opfer
liefen alle über eine Stunde auf den Fernsehbildschirmen auf und ab.
Und entsprechend wütend und entsetzt reagierten am Tag darauf die Sprecher
nahezu aller westlichen Staaten auf das Verhalten der Bundeswehr, und "Red
Baron" wurde von den NATO sofort suspendiert. Nun in Deutschland rettete man
sich mit Vertuschungen und Verleugnungen - was das Zeug hält - in die
Bundestagswahl hinein und darüber hinaus.
"Zweifellos" "nach bestem Gewissen" alle Warnungen ignoriert und gebombt
Zwar änderte der deutsche Minister Karl-Theodor zu Guttenberg nach drei Monaten seine Einschätzung offiziell von "angemessen" in "aus heutiger Sicht unangemessen", behauptet dann aber im selben Zusammenhang, Oberst Klein habe "zweifellos (!) nach bestem Wissen und Gewissen (!) und zum Schutze seiner Soldaten" gehandelt. Da stellt sich natürlich die Frage: Was ist das für ein Gewissen? Und damit werden die haarsträubenden Fehler wieder herunter gespielt bis geleugnet, vergleichbar etwa wie bei einem Fußball-Schiedsrichter, der erst durch die spätere Zeitlupe im Fernsehen erkennt, dass er eine Situation auf dem Spielfeld falsch beurteilt habe. Auf dem Feld jedoch habe er nicht anders handeln können. Mit anderen Worten: Oberst Georg Klein und die Bundeswehr hätten nach Einschätzung des streng katholischen CSU-Verteidigungsministers richtig gehandelt, dass sie sich mit aller Macht der Sicht der US-Piloten und ihrem Ringen um das Leben der Menschen fünf Mal widersetzt hätten und sich zudem nicht an die NATO-Bedingungen für einen Angriff gehalten haben. Und das alles auch noch dem Namen nach als "Christen". Außerdem lag dem katholischen Minister Guttenberg schon der Bericht des Internationalen Roten Kreuzes (ICRC) vor, wonach der Angriff nicht "im Einklang mit dem internationalen Völkerrecht" gestanden habe, und wonach auch "acht-, zehn- und zwölfjährige Kinder" unter den Opfern waren, bevor er das Wort "angemessen" aussprach (stern.de, 9.12.2009).
Neue Enthüllungen: Angriff galt den Menschen, nicht den Tanklastwagen
Wohlgemerkt. So dachte der Minister nicht, so denkt er. Und gefährdet mit all´ diesem
Verhalten die Regierung und die deutsche Armee nicht auch auf massive Art Schutz
und Sicherheit der Bürger in Deutschland? Denn diese Berichte werden natürlich
auch von gewaltbereiten Islamisten gelesen. Die Bundesregierung will
mittlerweile "Entschädigungen" zahlen, steht aber weiter hinter den
Verantwortlichen, die ihrerseits offenbar nicht die geringste Reue zeigen,
sondern weiter behaupten, richtig gehandelt zu haben.
Jetzt enthüllt die Bild-Zeitung auch die Beteiligung der deutschen Eliteeinheit KSK,
deren Einsätze in den letzten Jahren "in fast absurder Weise geheim gehalten
wurden" (spiegel.de, 10.12.2009). Und obwohl Oberst Klein
sogar wörtlich vom "Vernichten" der Menschen, die er
irrtümlich für Taliban oder überwiegend für Taliban gehalten
habe, gesprochen hat, hält Minister Karl-Theodor zu Guttenberg unbeirrt an ihm fest (spiegel.de,
11.12.2009). Der Anwalt der Opfer hat mittlerweile von 179 toten Zivilisten
gesprochen und fünf Taliban. "91 Frauen wurden zu Witwen, 163 Kinder zu Waisen"
(stern.de, 9.12.2009, Main-Post, 12.12.2009). Den Taliban hätte nach dem
NATO-Bericht überwiegend der Angriff gegolten, gar nicht den Tanklastwagen. Oberst Klein
"wollte die Menschen angreifen, nicht die Fahrzeuge". Er sei im
Vorfeld vom
Bundeskanzleramt "ermutigt" worden, in eine neue "Eskalationsstufe"
des Krieges einzutreten, und die Bundeswehr offenbar von nun an gezielt Taliban liquidieren zu lassen (stern.de,
12.12.2009). Der Angriff auf die Menschen wird jetzt von allen Seiten
bestätigt: "Nach Informationen des SPIEGEL" hat die NATO den deutschen Oberst
kritisiert, "vorrangig auf die Menschen ... gezielt zu haben"
(12.12.2009). Nur die Ablehnung der US-Piloten, vier weitere Bomben
abzuwerfen, verhinderte ein noch größeres Inferno. Die ganze Geschichte mit der
"Tankwagen-Bedrohung" (die im Morast fest steckten) war womöglich mehr ein Ablenkungsmanöver für die
Öffentlichkeit, um eine kriegerische Offensive der Deutschen in ganz neuer
Qualität zu verschleiern.
Und dass Karl-Theodor zu Guttenberg so energisch an Oberst Georg Klein festhält,
hat womöglich auch damit zu tun, was Oberst Klein alles noch weiß ...
In der Zwischenzeit liegt eine Erklärung von Oberst Klein vom 5.9.2009 vor
[26.12.2009] mit einer völlig anderen Geschichte "nur für Deutsche". Die
amerikanischen Piloten hätten die Menschen töten wollen, er wollte nur die
Tanklastwagen treffen. Er habe kleinere Bomben gewollt und die US-Piloten große.
Der aktuelle Stand der Untersuchungen ist jedoch völlig anders. Die Geschichte
wird immer härter ...
Arme Bevölkerung: Bis zu 200 Dorfbewohner standen Schlange nach dem Benzin
Mittlerweile gibt es ein Interview mit einem Augenzeugen am Boden, einem der
überlebenden Tanklastwagenfahrer
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,666825,00.html). Daraus geht
deutlich hervor, dass das gekaperte Benzin zum Eigengebrauch in dem bettelarmen
Dorf gedacht war. Die Männer vom Überfallkommando der Taliban hätten meist
nicht einmal Schuhe getragen. Und teilweise standen bis zu 200 Menschen mit ihren
Benzinkanistern Schlange, um etwas von dem Benzin zu ergattern.
Viele
Militär-Experten gehen im Gegensatz zu der zunehmenden Brachial-Gewalt von
Deutschen und Amerikanern (die jetzt mit 30.000 neuen Soldaten und dem
"Friedensnobelpreis" im Rücken die Taliban endlich total vernichten wollen), davon aus, dass ein
Friedensschluss und eine erneute Beteiligung der Taliban an der Regierung die sinnvollste Lösung des Konflikts wäre (z.
B. Peter Scholl-Latour). Auch die Briten äußerten sich bereits in diese
Richtung. Wie wäre es, wenn der Westen statt zig Milliarden Euro für den Plan
der Vernichtung der Taliban auszugeben, ein paar Tausend Euro ausgibt, um ihnen
und ihren Familien Schuhe zu kaufen und Friedensgespräche anzubieten?
PS: Wo lehrte eigentlich Jesus von Nazareth: "Dringt mit Waffengewalt in fremde
Länder ein, stürzt dort die Regierungen, wenn ihr mit diesen nicht einverstanden
seid, und bekriegt und liquidiert diejenigen, die sich gegen Eure neue Ordnung
wehren?" Das stammt aus dem katholischen Denken und Tun, ist aber nicht
christlich. Folglich sollte der Afghanistan-Krieg katholisch oder evangelisch
begründet werden, aber alle Befürworter und Begründer sollten sich von Christus
und vom Christentum distanzieren.
8.12.2009 -
"Gesegneter Advent" im
Blutmeer Afghanistan - Dorfbewohner in Aufruhr. NATO habe schon wieder sechs bis
zwölf Zivilisten liquidiert
- Und: Wie unterscheidet die NATO eigentlich aus den Luft zwischen einem Taliban
und einem Zivilisten?
http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan-angeblich-sechs-zivilisten-bei-nato-angriff-getoetet_aid_461262.html
Abgesehen davon: Wer gibt den Kirchenchristen das moralische Recht, Taliban in
beliebiger "Menge" zu "vernichten"? Christus oder die Kirche? Wenn nicht
Christus, dann sollten sie sich auf der Stelle nicht mehr "christlich" nennen.
14.12.2009 -
CDU und CSU möchten, dass die Deutschen am Hindukusch nicht nur zur
Selbstverteidigung töten - Der
CDU/CSU-Kriegsexperte Hans Peter Uhl (CSU) fordert mehr Rechte zum Töten für die
Bundeswehr im Hindukusch. "´Die Bundeswehr braucht Klarheit, dass sie
Aufständische mit allen Mitteln bekämpfen und auch töten darf.` Es sei den
Soldaten nicht länger zumutbar, dass sie in einem kriegsähnlichen Konflikt nur
zur Selbstverteidigung schießen dürften" (Neue Osnabrücker Zeitung,
14.12.2009). Am 3.9.2009 ließ die Bundeswehr ca. 180 Afghanen gezielt in die
Luft jagen, darunter aufständische Taliban, und war dafür weltweit hart
kritisiert worden. Nur im eigenen Land wird der verantwortliche Oberst weiter
dafür gelobt, da er "nach bestem Wissen" gehandelt habe.
Freie Christen forderten bereits 1999 die CDU und CSU auf,
sich nicht mehr "christlich" zu nennen. Damals rief die Partei zusammen
mit SPD und GRÜNEN zum Kosovo-Krieg, bei dem ca. 1000 serbische Zivilisten
getötet wurden. Und sie machten seither unverhohlen mit der
Kriegsbefürwortung und damit der Verhöhnung des Christus weiter.
Die Bundeswehr-Soldaten werden alljährlich u. a. bei
katholischen Wallfahrten zugerüstet.
16.12.2009 -
Wie Bundeswehr-Oberst Georg Klein die
Aufklärung aktiv behindert hat -
Der Skandal wird immer handfester. Siehe dazu
http://www.fr-online.de/top_news/2147310_Kundus-Affaere-Klein-soll-Ermittlungen-erschwert-haben.html.
Dabei geht es nicht um eine "Affäre", wie es verschiedentlich heißt, sondern um
weit über 100 Menschenleben und das Leid der Angehörigen. Ein Leserbrief des
Autors des Theologen an focus.de wurde dort nach Prüfung
abgelehnt. Deshalb hier der Inhalt: "Tot ist tot - Den 179 zerfetzten oder
verbrannten Opfern des Angriffs wird es egal sein, ob sie völkerrechtlich
legitim in die Luft gejagt wurden oder nicht. Denn tot ist tot. Und wenn sie
einst im Jenseits ihre Klage erheben, wovon gläubige Menschen ausgehen, dann
schützt den Beklagten auch kein Völkerrecht mehr." Man könnte hinzufügen:
Spätestens dann wirkt irgendwann das unbestechliche Gesetz von Saat und Ernte
(vgl. Der Theologe Nr. 2).
16.1.2010 -
Deutsche im
endlosen Afghanistan-Krieg: "Wir bilden Kämpfer für die Taliban aus"
-
(http://www.bild.de/BILD/politik/2010/01/16/deutsche-polizei-klagt-ueber-afghanistan-einsatz/wir-bilden-kaempfer-fuer-die-taliban-aus.html).
Doch gerade erst entschied die Bundesregierung, 100 neue Polizei-Ausbilder
nach Afghanistan zu schicken. Und: Eingeständnis von Bundeswehr-Oberst Georg
Klein:
"Der
für den Angriff auf Tanklaster bei Kunduz verantwortliche Bundeswehroberst hat
gezielt die Unwahrheit gesagt, um US-Piloten zu dem Bombenabwurf zu bewegen"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,672261,00.html).
Er hat
aber nach wie vor die volle Rückendeckung des katholischen Ministers
Karl-Theodor zu Guttenberg von der CSU. Zehn Gebote? ("Du sollst nicht töten",
"Du sollst nicht falsch Zeugnis reden" ...) Und so denkt sich vielleicht
mancher: "Über 100 zerfetzte Opfer sind vielleicht ein bisschen viel. Aber eine
Lüge wird ja wohl noch erlaubt sein."
11.2. /
18.2.2010 -
Evangelische Kirche übernimmt indirekt Verantwortung für Bombenangriff auf
Tanklastzüge in Afghanistan mit ca. 170 Toten / Befehlsgeber nennt sich "Christ"
- Die evangelische Kirche übernimmt mehr oder
weniger die Verantwortung für den verheerenden Angriff auf zwei Tanklastzüge in
Afghanistan auf Befehl der Bundeswehr mit ca. 170 getöteten Afghanen (allesamt
Moslems). In einer epd-Meldung vom 7.1.2010
(http://www.epd.de/nachrichten/nachrichten_index_70159.html#top) heißt es:
"Der evangelische
Militärbischof Martin Dutzmann hat den deutschen Oberst Georg Klein in Schutz
genommen ... ´Oberst Georg Klein hatte in jener Nacht weder so viel Zeit noch
annähernd so viele Berater zur Verfügung`" wie diejenigen, die das Massaker
jetzt aufarbeiten. Und, so der Militärbischof Martin Dutzmann wörtlich: "Im
Krieg aber liegen die Dinge eben nicht so einfach wie in der friedlichen
Bundesrepublik." Genau das ist Kirche, und so war Kirche immer, und so wird sie
immer sein: Jeder noch so grässliche Schrecken im Krieg wird durch die
kirchliche Kosmetik weg geschminkt, und am Ende würde man es vermutlich auch
schaffen, den ganzen Planeten in die Luft jagen zu lassen und es auf diese Weise
zu rechtfertigen. Oberst Georg Klein bestätigte seinerseits, wer ihn inspiriert:
"Als Christ habe ich mich mit
dieser Entscheidung schwergetan", so der Oberst (bild.de, 12.2.2010).
Anschließend sei er zum Gebet in die kirchliche Kapelle gegangen (spiegel.de,
12.2.2010). Und bis heute rechtfertigt der ranghohe Militärbefehlshaber den
Angriff. Neu ist, dass er es bewusst als angeblicher "Christ" tut. Oberst Georg
Klein nennt sich also "Christ", doch Christus, dessen Namen er hierbei
missbraucht, hätte niemals einen Angriff mit Flugzeugen und Bomben befürwortet,
auch wenn er geglaubt hätte, es würden dabei nur islamistische Krieger und nur
ein unbeteiligter LKW-Fahrer in Stücke gerissen werden. Doch in typischer
evangelischer Schizophrenie rechtfertigt der Oberst einerseits den Angriff und
bittet andererseits "Gott" gleichzeitig um "Vergebung" (zit. nach
idea-spektrum Nr. 7/2001). Doch alle Opfer und alle Angehörigen müssen dem
Oberst vergeben. Vorher kann auch Gott ihm die Schuld nicht weg nehmen (siehe
dazu hier).
Und deshalb wurden auch
Soldaten aus den frühen urchristlichen Gemeinden ausgeschlossen, wenn sie weiter
Soldaten bleiben wollten. Anders die Kirche und ihre Gefolgsleute. Aus diesem
Grund fordern wir erneut: Die katholische und die evangelische Kirche dürfen
sich nicht mehr "christlich" nennen. Katholisch ja,
evangelisch ja, denn was sie zum Krieg lehren ist katholisch und evangelisch,
niemals jedoch christlich.
22.2.1010 -
NATO bombte
schon wieder mindestens 30 Zivilisten in den Tod / Schon mindestens 50 tote
Zivilisten bei der Operation "Muschtarak" / Täter sollen sich nicht mehr
"Christen" nennen
- Erst vor wenigen Tagen
brachte die NATO neben einigen eventuell Aufständischen auch Kinder um, die sich
im selben Haus aufhielten, in denen die NATO zwei Raketen hinein steuerte.
Andere Quellen berichteten, man habe versehentlich ein falsches Ziel getroffen:
Sicher sind 12 tote Zivilisten. Kurz danach wurden aus der Luft fünf weitere
unbeteiligte Zivilisten durch einen NATO-Bombenangriff getötet. Hinzu kommen
vier weitere Zivilisten, die auf die Schnelle versehentlich erschossen wurden,
weil man dachte, es könnten "Aufständische" sein. Nun wurden gleich drei Busse aus der Luft in Grund und Boden gebombt.
Verantwortliche der NATO vermuteten, dass in den Bussen "Aufständische" sitzen, die mit
den Bussen womöglich zum nächsten Angriff auf die westlichen Truppen fahren.
"Nach dem Bombardement hätten Bodentruppen am Ort des Luftschlags aber Frauen
und Kinder vorgefunden" (stern.de, 22.2.2010).
Und so oder so ähnlich geht es schon seit Jahren, so dass die Zahl der
irrtümlich Getöteten schon in die Tausende geht. Und die Soldaten nennen sich
"Christen", ein brutaler Namensmissbrauch. Denn niemals würde Christus einen
solchen Krieg wie auch andere Kriege befürworten. Auch nicht gegen Menschen, die
nicht versehentlich, sondern gezielt getötet werden, weil sie zur anderen
Kriegspartei gehören.
"Die Regierung in Kabul verurteilte den Angriff scharf und sagte, er sei nicht
zu rechtfertigen"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,679374,00.html). Der
afghanische Präsident "Karsai hatte erst am Samstag vor dem Parlament in Kabul
einen eindringlichen Appell an die Truppen gerichtet, Zivilisten zu schützen"
(stern.de). Vor einigen
Monaten ließ die Bundeswehr über 100 Zivilisten in die Luft jagen, die sich um
gekaperte Tanklastzüge versammelt hatten, um Benzin für ihren Privatgebrauch
abzapfen zu können. Ein "Informant", der aber überhaupt nicht gesehen
hat, wer um die LKWs versammelt ist (Focus online, 27.2.2010), vermutete
fälschlicherweise, dass es "Taliban" seien, und nicht unbeteiligte
Dorfbewohner. Und Oberst Klein nahm die Falschvermutung für bare Münze, und auf
den entführten LKW-Fahrer wollte
die Bundeswehr offenbar keine Rücksicht nehmen. Und auch der für das dann
folgende Blutbad verantwortliche
deutsche Oberst nannte sich missbräuchlich
"Christ". Unser Appell: Die Täter sollen sich wenigstens nicht mehr
"Christen" oder "christlich" nennen.
Anhang
3: Weitere Nachrichten zum Krieg
|
Die Nachrichten zum Gaza-Krieg
2008/2009 finden Sie unter "Der Theologe aktuell"
Nr. 2009-1 Die Nachrichten zum Krieg Georgien-Russland 2008 finden Sie unter "Der Theologe aktuell" Nr. 2008-2 Weitere Nachrichten zum Krieg finden Sie in Der Theologe Nr. 16 über Hintergründe im Vatikan sowie in Der Theologe Nr. 32 über das Verhältnis von Kirche und Islam. |
13.3. / 14.3.2006 -
Jahrslosung 2006 - "Gottes" Beistand für einen
Völkermörder - Kirchen entlarven sich - "Ich lasse dich
nicht fallen und verlasse dich nicht" heißt ein angebliches Gotteswort an Josua
in der Bibel (Josua 1, 5b), das die katholische und die evangelische
Kirche in Deutschland als Jahreslosung 2006 für die Gläubigen auswählten.
Unmittelbar zuvor heißt es in der Bibel: "Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange
du lebst" (Vers 5 a). Worum geht es? Bereits einige Verse weiter bekommt
die kirchliche Andachtsstimmung die ersten Kratzer. "Jeder, der sich deinem
Befehl widersetzt und nicht allen deinen Anordnungen gehorcht, soll mit dem Tod
bestraft werden" (Vers 16). Also wird hier zunächst erklärt, wie
sich die eigene Bevölkerung verhalten muss: Befehle ausführen oder hingerichtet
werden. Den Nachbarvölkern "stockte der Atem" (5, 1), als sie
das hörten. Doch lange würden
sie nicht mehr atmen können, denn bald gerieten sie selbst in Visier. Zuerst wurden die
menschlichen Bewohner und die Tiere der heutigen
Palästinenserstadt Jericho massakriert: "Mit scharfem Schwert weihten sie [die
Soldaten unter dem Befehl Josuas] alles, was in der Stadt war, dem Untergang,
Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel" (6, 21).
Nicht alle befolgten jedoch den Ausrottungsbefehl, so dass wieder eine Phase innerer
"Säuberungen" folgte: "Bei wem man
dann etwas findet, das dem Untergang geweiht ist, der soll mit allem, was er
hat, verbrannt werden ..." (7, 15.25). Dann wieder Völkermord nach
außen: "Es gab an
jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner
von Ai. Josua aber ließ seine Hand mit dem Sichelschwert nicht sinken, bis er
alle Einwohner von Ai dem Untergang geweiht hatte ... Den König von Ai aber ließ
er an einem Baum aufhängen ... (8, 25.29). Und so weiter. Alles im
Auftrag des "Gottes", der dem Feldherrn Josua die Massaker befohlen hatte und
ihm für seine Befehlstreue versprochen hatte: "Ich lasse dich nicht fallen und
verlasse dich nicht" - die Jahreslosung der Kirchen für das Jahr 2006.
Vertreter der Kirchen erklären nun als Rechtfertigung ihrer Jahreslosung, dass es
bei diesen Ereignissen in Wirklichkeit gar nicht so gewalttätig zuging, wie dies
in der Bibel beschrieben ist. Das ist
insofern bemerkenswert, da dies ja auch ein Eingeständnis wäre, dass die
biblischen Berichte die Wirklichkeit verfälscht hätten. Warum werden sie dann
aber als "Gottes Wort" bezeichnet? Kann eine Fälschung gleichzeitig "Gottes
Wort" sein?
Abgesehen von diesem Widerspruch glaubt man den kirchlichen Theologen aber
gerne, dass das damalige Volk Israel viel friedlicher war,
und spätere Schriftgelehrte und Theologen sich die Massaker nur besonders total und grausam
ausgemalt hatten. Doch das spielt im Zusammenhang der Jahreslosung 2006 keine
Rolle. Denn in diesem Zusammenhang zählt eben nicht die Historie vor über 3000 Jahren (die hoffentlich
friedlicher war), sondern das, was heute als "Gottes Wort" in der Bibel steht.
Mit anderen Worten: Was für die Kirchen als "Gottes Wort" gilt, ist maßgeblich und nicht das, was
sich vielleicht in Wirklichkeit ganz anders zugetragen hat, aber niemand
beweisen kann. Und als "Gottes Wort" gilt eben der Völkermord nach außen und
nach innen in seiner schlimmsten Form. So kann
man sich auch fragen: Mit welchem Recht erhebt man sich angesichts dieser
"heiligen Schriften" in den
Kirchen heute z. B. über den Islam, dessen Gläubige in der Geschichte mehrfach
tatsächliche Opfer von kirchlichen Völkermördern wurden?
Wer die Kirche und ihre Lehren kennt, den überrascht die Selbstverständlichkeit
dieses Horrors allerdings nicht. Durch Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte
(die Nachfahren der früheren Inquisitoren) werden auch heute Minderheiten auf Schärfste bekämpft,
die den Kirchen ein Dorn im Auge sind (siehe
Der Theologe Nr. 12). Und in den vergangenen
ca. 1.700 Jahren verbündete man sich mit vielen Regimes, welche auf Geheiß der
Kirche Menschen hinrichten ließen, die dieser unliebsam waren. Und wörtlich heißt es bis heute
in den gültigen Lehren der Kirche: "Deshalb muss sie [die römisch-katholische
Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den
Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte." (Neuner-Roos, Der
Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 382, siehe dazu
Der Theologe Nr. 18).
Sollten also eines Tages sogar wieder Menschen "ausgemerzt" werden, (wenn man sich
wieder mit einem dazu passenden Regime verbündet), bräuchte sich niemand zu
wundern. Damit es aber nicht dazu kommt, wäre es notwendig, dass alle aufrechten
Demokraten und Verfechter von Glaubensfreiheit und Toleranz die Kirchen in die
Schranken des Grundgesetzes weisen (wo sich die Bundesrepublik Deutschland zur
Religionsfreiheit und zur Ablösung kirchlicher Privilegien bekennt) anstatt sie mit Milliardensubventionen am
üppigen Leben zu erhalten und ihre Macht- und Ausrottungsphantasien achselzuckend
hinzunehmen.
Warner gibt es viele, so z. B. auch den Göttinger Theologen Gerd
Lüdemann, der zur Jahreslosung u. a. schrieb: "Die Texte aus dem Josuabuch
schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen Bevölkerung ... Der Bann
hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott lässt seine Exekutoren
nicht fallen und verlässt sie nicht."
(Welt am Sonntag, 8.1.2006;
http://www.welt.de/data/2006/01/08/828497.html)
23.9.2006 / 4.5.2007 -
Das Spiel von Politik und Militär mit dem Feuer: Massive Warnungen
werden ignoriert
- Die gegenwärtige Generation zündelt mit der Existenz dieser Zivilisation. So
glauben z. B. auch die Militärs, ohne schwere Schäden zündeln zu können: 1999 half man mit,
Jugoslawien anzugreifen und zu
bombardieren, 2001 griffen auch deutsche Flieger Afghanistan an. Heute zahlen wir Milliarden an
Folgekosten vor Ort. Die den Kriegen zugrunde
liegenden Probleme hat man jedoch nicht gelöst, die Kessel brodeln weiter. (PS:
US-Soldaten sollen zudem Gefangene in Afghanistan gefoltert und ermordet haben; siehe
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438858,00.html;
der Krieg gilt unter Experten schon jetzt als kaum mehr zu gewinnen; die
Ausgaben würden damit in ein Milliardengrab fließen; vgl.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,439688,00.html).
Die
Vorschläge des großen Friedensstifters Jesus von Nazareth (z. B. "Alles, was ihr
wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen zuerst") hält man in
Politik und Militär ohnehin für utopisch. Trotzdem missbraucht man dort weiter seinen Namen (z. B.
durch die Bezeichnung "christlich"). Und die Probleme bauen sich wieder auf.
Beispiel Libanon. Die Bundeswehr ist mit 1.000 Soldaten gerade
dorthin unterwegs, um im Auftrag der UNO die Nachschub-Bewaffnung der islamistischen
Hisbollah-Armee auf dem Seeweg militärisch zu unterbinden (was wohl auch Millionen oder
langfristig
Milliarden kostet). Und ein paar Dutzend
römisch-katholische und evangelisch-lutherische "Militärseelsorger" (früher
nannte man sie "Feldgeistliche") sind mit ihren Bibeln auch wieder mit an Bord. Vor
mehreren Hunderttausend begeisterten Anhängern in Beirut hat jetzt Hisbollah-Chef
Nasrallah öffentlich den Eintritt Deutschlands in den
Nahost-Konflikt kritisiert und der Rechtfertigung von Angela Merkel
widersprochen, der Militäreinsatz
Deutschlands diene der "Sicherheit Israels" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438719,00.html).
Auch
Syriens Staatschef Assad bezeichnete das militärische Eingreifen der Deutschen in
den Nahost-Konflikt als sinnlos und den Erfolg als unmöglich, da die Hisbollah die
"Unterstützung des Volkes" besitze.
Durch das Eingreifen Deutschlands
in den unterschwellig weiter schwelenden Nahost-Krieg und die Äußerungen des deutschen
Papstes über den Propheten Mohammed ist Deutschland erstmals mit ins Zentrum der
weltweiten Auseinandersetzungen gerückt.
Allgemein könnte man sagen: Schlägt man Warnungen in den Wind, baut sich in der
Regel das nächste Ereignis auf ...
7.1. / 10.1.2007 -
Gefahr eines großen
Krieges wächst - Der letzte Weltkrieg liegt schon lange zurück, und die
heutigen politischen Verantwortlichen haben oft kein Gefühl dafür, was dies für
zahllose Menschen bedeutete
und dass das Leid der Kriege in Zukunft sogar schlimmer würde. So wird kräftig
gezündelt: Chaos, Anarchie und Waffenlieferungen hier, kleinere Kriege da,
eventuell ein größerer Krieg wieder hier, und Planspiele über Planspiele -
vielleicht sogar mal ein kleines "Atombömbchen" riskieren. All´ das
mag manchmal mehr, manchmal weniger mit dem evangelischen oder katholischen
Glauben vereinbar sein. Mit dem großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth
hat es überhaupt nichts zu tun.
Aktuell z.B. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,458170,00.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,458186,00.html
7.6. / 10.6.2007 -
US-Präsident George W.
Bush - Nach seinem Tod einst direkt ins Paradies? Und deshalb auf
der Erde so schwer belehrbar? - Ob er seine Politiker-Kollegen in
Heiligendamm bei ihren Plänen zur Milderung der Klimakatastrophe bremste
(und nur durch offene Drohungen des französischen Präsidenten dazu gebracht
worden sein soll, wenigstens minimale unverbindlichen Absichtserklärungen mit zu
tragen) oder ob er
an neuen Waffensystemen* arbeiten lässt und z. B. den Widerstand der
russischen Regierung gegen neue Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien
unmittelbar vor den Toren Russlands übergeht (9.6.2007;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,487600,00.html): Der US-Präsident gibt sich
wie ein "Herrscher der Welt", der letztlich macht, was er will,
bzw. was die Kräfte, die hinter ihm stehen, wollen.
Schließlich haben die USA ja die meisten und schlimmsten Waffen.** Auch die
UNO war ihm zuletzt weitgehend gleichgültig, wenn sie sich nicht so verhielt, wie seine
Regierung das will (wie vor dem
Irak-Krieg). Und schon jetzt droht er Russland, falls die Regierung Putin
in der UNO die Abspaltung des Kosovo von Serbien und die Gründung eines
zweiten albanischen Staates blockieren würde. Dann
würde eben wieder ohne die UNO "gehandelt". Zudem wird in US-Regierungskreisen weiter über konventionelle
oder gar kleinere atomare Schläge gegenüber dem Iran gesprochen.
Ein wesentlicher Hintergrund ist der evangelische Glaube des Präsidenten und vieler
seiner Freunde. Bush ist offiziell evangelischer Methodist, steht jedoch
unter dem Einfluss des evangelischen Baptistenpredigers Billy Graham
(vgl. dazu www.theologe.de/billy_graham.htm), der ihn einst von seiner Trunksucht
wegbrachte und ihm damit den Weg zum mächtigsten Mann der Welt ebnete. Billy
Graham, Seelsorger vieler amerikanischer Präsidenten, befürwortete - trotz
der auch von ihm eingestandenen Schrecken - alle US-geführten Kriege der Vergangenheit, und
er hält auch
einen drohenden Atomkrieg nicht für das Schlimmste. Der Grund:
"Der
Schrecken eines Atomkriegs geht - im Blick auf die Ewigkeit - vorüber. Der
Zorn, der sich über alle ergießen wird, welche die angebotene
Barmherzigkeit, Gnade und Erlösung in Christus ablehnen, ist viel
schrecklicher" (Billy Graham, Geht unsere Welt ihrem Ende entgegen?,
Neuhausen-Stuttgart 1993, S. 173).
Billy Graham und George W. Bush nehmen die angeblich auf solche Weise
"angebotene
Erlösung" im Unterschied zu den meisten Menschen auf dieser Welt
für sich in Anspruch. Und "das bedeutet: man steht
vor Gott, als habe man niemals eine Sünde begangen", so der Glaube
Grahams (Billy
Graham, Eine Generation entdeckt
Jesus, Witten 1982, S. 105). Offenbar sieht dies der US-Präsident
auch so, was bedeuten würde, dass er einst gleich nach seinem Tod direkt den Himmel betreten könne, ganz
gleich, für wie viel Leid er die Verantwortung trägt und was durch seine
Politik mit der Erde und ihren Bewohnern passiert. Umgekehrt bedeutet das
nach kirchlichem Verständnis auch, dass die amerikanischen (wie auch alle
anderen) Bombardements
nicht nur Tausenden von Menschen den irdischen Tod brachten, sondern auch
das Höllenfeuer für alle Ewigkeit (siehe oben).
Das ist die evangelische
Lehre, die allerdings im Widerspruch zu Jesus von Nazareth (vgl. dazu
Der Theologe Nr. 3 und
Der Theologe Nr. 1) und teilweise auch zum Kirchenlehrer Paulus
steht. Wörtlich heißt es z. B. in der Bibel: "Irret euch nicht. Gott lässt sich
nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galaterbrief
6, 7). Oder Jesus spricht demnach: "Ich bin hungrig gewesen, und ihr
habt mir nicht zu essen gegeben ... Was ihr nicht getan habt einem von
diesen Geringsten, das hat ihr mir auch nicht getan" (Matthäus 25, 42.45).
Deshalb: "Geht weg von mir ..." (V. 41; PS: zur Dauer der
"Gottferne" siehe Der Theologe Nr. 19)
Der erste Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD),
Landesbischof Otto Dibelius (1880-1967), äußerte sich sogar noch
extremer als Billy Graham. In der
Broschüre
Militärkirche oder kirchlicher
Friedensdienst
(Potsdam 1957) erklärte der
damals führende deutsche Protestant, selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom
christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle
dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen
töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben"
(zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
Beck-Verlag, München 1999, S.
259).
Es braucht also niemanden zu wundern, wenn Menschen mit einem Glauben an
einen solchen protestantischen "Erlösungszauber" mit der Mutter Erde und
ihren Geschöpfen nicht verantwortungsvoller umgehen.
PS: Zu
George W. Bush und seinen Entscheidungen siehe auch
Focus online, 8.10.2005; zit. nach
www.das-weisse-pferd.com/2005.html#Bush.
Anmerkungen:
* Im Jahr 2006 stiegen die weltweiten
Rüstungsausgaben auf neue Rekordhöhe. 900 Milliarden Euro wurden für
militärische Zwecke ausgegeben, davon fielen alleine 396,2 Milliarden Euro
auf die USA. Mehr dazu siehe
http://www.netzeitung.de/ausland/671130.html
** Als
die Sowjetunion 1962 Raketen in Kuba vor den Toren der USA stationieren
wollte, verhinderte vermutlich nur der letztliche Verzicht der Russen einen
neuen Weltkrieg. Dieses Mal geht es zwar "nur" um US-"Abwehr"-Raketen, doch
die Logik dahinter ist ebenfalls offensiv:
Nach einem
eigenen Angriff würde ein Gegenangriff "abgewehrt", so dass ein eigener
Angriff eher riskiert werden könne.
Aktualisierung: Einen Tag nach dem Ende des
G8-Gipfels in Heiligendamm traf US-Präsident George W.
Bush am
9.6.2007 zur Audienz beim Papst in Rom ein.
An der Ostsee hatte er zeitweise eine Magenverstimmung. In Rom ging es ihm
wieder gut.
Mehr zur Verbindung zwischen dem mächtigsten Protestanten George W. Bush und dem mächtigsten Katholiken Benedikt XVI. siehe
hier.
Einen Tag nach Heiligendamm:
George W. Bush verneigt sich tief vor dem Papst.
7.7. / 8.7.2007 -
Heinrichsfest:
Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher -
Nicht nur in
Argentinien stehen derzeit Verbrechen mit kirchlicher Beteiligung oder unter
kirchlicher Anleitung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses (siehe
dazu die nachfolgende Meldung). Auch in
Deutschland ist dies - wenn auch weit gehend unausgesprochen - der Fall. So feiert z. B. das Erzbistum Bamberg
im Jahr 2007 sein 1000jähriges Jubiläum. Bistumsgründer ist der König und
spätere Kaiser
Heinrich II., der in unzähligen Kriegen immer wieder unschuldiges
Menschenblut vergossen hat (mehr dazu
hier). Nach ihm ist auch
das Heinrichsfest benannt, das am 7.7. und 8.7.2007 in Bamberg
gefeiert wurde. Das Bistum Bamberg wurde mit dem Ziel gegründet,
Andersgläubige wirkungsvoller vernichten zu können. Wörtlich heißt es in
einem Dokument aus dem Jahr 1146 anlässlich der Heiligsprechung Heinrichs: "... dass das Heidentum der Slawen [die z.
B. im angrenzenden Fichtelgebirge lebten] vernichtet werde." Dies lief auf
die
Zwangsbekehrung bzw. Ermordung der Menschen hinaus. Ein schlimmes
Kriegsverbrechen war auch das grausame Massaker Heinrichs an den Einwohnern
der italienischen Stadt Pavia in der Nacht vom 14. auf den 15.5.1004. Die
Bevölkerung hatte zuvor die Krönung Heinrichs zum König der Langobarden
missbilligt, die seiner späteren Kaiserkrönung im Jahr 1014 voraus ging. Die
Kinder auf dem Heinrichsfest in Bamberg ließ man deshalb Heinrichs-Kronen
basteln. Mehr zum Gründer des Bamberger Bistums und zu seiner
Geschichte lesen
Sie in "Der Theologe Nr. 29" - 1000 Jahre
Bistum Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern.
Zum Vergleich: Auch die Protestanten in Bayern feiern ihren "Kriegsherren". Anlässlich des 50. Todestages von Landesbischof Hans Meiser
hatte man das Jahr 2006 zum "Meiserjahr" erklärt. Der
Landesbischof bejubelte z. B. den Überfall Nazi-Deutschlands auf Belgien,
die Niederlande und Frankreich und die Besetzung dieser Länder im Jahr 1940
als einen Sieg, "wie er ähnlich in der Geschichte der Völker nicht gefunden
wird." Doch bei der Ehre für Bischof Meiser regt sich allmählich Widerstand.
So geht es seit 2006 in der öffentlichen Diskussion auch um die Umbenennung von
Meiserstraßen. Ausführlich in Der Theologe Nr.
11.
Unsere Bitte: Die Kirchen können ihre Antisemiten,
Inquisitoren, Kriegsherren und Menschenschlächter gerne feiern oder
"bedenken" wie sie wollen, solange sie nicht gegen geltende Gesetze
verstoßen (solches wird in begrenztem Umfang ja z. B. auch bei Neonazis
nicht geahndet). Und das werden die Kirchen auch im 21. Jahrhundert weiter
tun, denn sie haben sich in ihrem Wesen nicht geändert, sondern nur dem
demokratischen Zeitgeist angepasst (vgl. z. B. Der Theologe Nr.
12). Aber sie sollen dies tun als römisch-katholische oder z. B.
evangelisch-lutherische Kirche. Mit Jesus, dem Christus, hat das
alles jedoch nicht das Geringste zu tun, denn er lehrte und verkörperte das
Gegenteil von dem, was die Kirche aufs Ganze gesehen lehrt und tut.
Deshalb sollten die Kirchen endlich so ehrlich sein und sich nicht mehr
"christlich" nennen. Siehe dazu auch
Der Theologe Nr. 25.
9.1.2008 -
Ruanda - Der Verrat der
Kirche an der Friedfertigkeit des Jesus von Nazareth -
Jesus war
Pazifist. Die Kirche segnete jedoch Waffen, befürwortete Kriege und und
"brachte" nach Aussage des Historikers Karlheinz Deschner "mehr Menschen um
als Hitler und Stalin zusammen" (http://www.das-weisse-pferd.com/02_01/abzocker.html).
In der jüngeren Vergangenheit wurde vor allem ihre Verwicklung im Völkermord
an den ruandischen Tutsi durch ruandische Hutu bekannt - ca. 800.000 Tote im
Jahr 1994 (siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/00_02/kirche_ruanda.html). Einer
dpa-Meldung vom 9.1.2008 zufolge seien nun über siebzehn Jahre nach den
Massakern in 84 Schulen Ruandas von Hutus verfasste Anti-Tutsi-Flugblätter
gefunden worden, u. a. mit dem Inhalt: "Wir haben genug von ihnen und werden
sie töten" (Netzeitung, 9.1.2008). Die Saat der Gewalt ist also
weiter am Keimen.
Dabei ist zu bedenken: Die Hutu sind überwiegend Katholiken. Bei den Tutsi
finden sich viele Anhänger von Naturreligionen. Insgesamt gehören in Ruanda
jedoch quer durch beide großen Volksgruppen ca. 75 % der Bevölkerung
entweder der römisch-katholischen (65 %) oder einer evangelischen Kirche (10
%) an, zum Islam bekennen sich ca. 8 %. In
einer Reportage von Arte-TV heißt es dazu:
"Als 1994 in Ruanda christliche* [*Anmerkung:
richtig wäre "kirchliche"] Hutus in 100 Tagen eine Million christlicher*
Tutsis umbrachten, waren es einzig die ruandischen Moslems, die sich - unter
Berufung auf den Koran - der Gewalt verweigerten. Mehr noch: Sie versteckten
Flüchtlinge und versorgten sie mit Lebensmitteln, sie gaben ihnen Zuflucht
in ihren Moscheen und zeigten sich mit ihnen solidarisch, vielfach um den
Preis des eigenen Lebens. Sie halfen Hutus und Tutsis, Moslems und Christen
gleichermaßen. Kein einziger führender Moslem wurde wegen des Völkermordes
angeklagt. Stattdessen bat der ruandische Staatspräsident die Moslems des
Landes, sie ´zu lehren, wie man zusammenlebt`" (http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/1172274.html).
Daran wird einmal mehr der Verrat der Kirchen an der Friedfertigkeit des
Jesus von Nazareth deutlich, der den Menschen zeigte und vorlebte, wie man
zusammenleben kann. Die institutionellen Kirchen haben ihre Mitglieder wie
zu allen Zeiten jedoch in die Irre geführt - weg vom großen Friedenslehrer
Jesus von Nazareth, den man nur den Lippen nach verehrte, und hin zu selbst gestrickten Dogmen, "Sakramenten" und Kulten. So haben auch einzelne
kirchliche "Friedensaufrufe" kaum Kraft, wenn man insgesamt beim Thema
"Gewalt und Krieg" Kompromisse macht und die Menschen nicht zu den Wurzeln
der eigenen Aggressionen führt, um diese zu bearbeiten (eine Hilfe könnte
dazu z. B. das Bibelwort "Was der Mensch sät, das wird er ernten" sein;
vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 2). Mit
Jesus hat das kirchliche Lehrwerk und Tun jedenfalls nichts zu tun. Er
lehrte in seiner Bergpredigt, die Feinde zu lieben und bei Konflikten zuerst
den "Balken" im eigenen Auge zu erkennen und zu entfernen, bevor ich dem
anderen helfen kann, seinen "Splitter" zu entfernen. Doch die Kirchen
lehrten auch, die Bergpredigt sei insgesamt nicht lebbar. Die Folgen zeigten
und zeigen sich u. a. in Ruanda.
24.4. / 24.5.2008 -
Iran mit kompletter
Auslöschung gedroht - Entenjägerin Hillary Clinton übt sich in
apokalyptischen Vernichtungs-Visionen - "Mein Dad ... hat ... mir
beigebracht, auf Enten zu schießen, als ich ein kleines Mädchen war",
erzählt US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton (Handelsblatt,
14.4.2008). Bis heute bringt die Frau von Ex-US-Präsident Bill Clinton
als Hobby-Jägerin leidenschaftlich gerne Tiere um. Bei den Vorwahlen um die
Präsidentschaft drohte das überzeugte evangelisch-methodistische
Kirchenmitglied Hillary Clinton nun mit einer Apokalypse bisher nie
bekannten Ausmaßes, die unzähligen Menschen und Tieren den Tod bringen
würde. So wird sie bei Focus online zitiert: "Die Iraner sollen
wissen, dass ich, wenn ich Präsidentin bin, den Iran (im Falle eines
Angriffs auf Israel) angreifen werde ... Ein Angriff auf Israel würde einen
massiven Vergeltungsschlag der USA provozieren ..." Dei USA seien in der
Lage, die Iraner "komplett auszulöschen" (22.4.2008).
Seit Herbst 2005 wird dem iranischen Präsidenten Mahmud
Ahmadinedschad in diesem Zusammenhang nachgesagt, der Staat Israel müsse
seiner Überzeugung nach "ausgelöscht" werden, so die martialische
englische "Übersetzung" des persischen Originals einer Rede vom 26.10.2005. Tatsächlich bezog sich der
Iraner in dieser Rede auf die gegenwärtige
israelische Regierung, die er als "Besatzerregime" bezeichnet ("occupying
regime", New York, 30.10.2005). Und er sagte wörtlich: "Das
Besatzerregime muss Geschichte werden" (bzw. "muss von den Seiten der
Geschichte verschwinden") (zitiert nach Süddeutsche Zeitung, 26.3.2008,
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/858/165387/). Er verglich
es dabei mit dem früheren Schah-Regime in Persien. Deshalb korrigierte z. B. die
britische Zeitung
The Guardian später das von westlichen Medien aus dem Zusammenhang gerissene
und falsch übersetzte Zitat und schrieb: "Er sprach keine
militärische Drohung aus. Er forderte ein Ende der Besatzung Jerusalems,
irgendwann in der Zukunft" (2.6.2006). Und in einem Interview
erläuterte Präsident Ahmadinedschad später: "Wir sind
gegen Blutvergießen, und zwar unabhängig davon, ob ein Verbrechen gegen
einen Muslim oder gegen einen Christen oder Juden begangen wird"
(Spiegel online, 31.5.2006,
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,418312,00.html). Und
"Revolutionsführer" Chamenei, der als mächtigster Mann des Landes
gilt, hatte bereits im Herbst 2005 klargestellt:
"Iran wird gegen keine Nation eine Aggression begehen" (Süddeutsche
Zeitung, 26.3.2008).
Offen ist allerdings, wie die Regierung Irans
auf einen Angriff Israels reagieren würde, der z. B. die Zerstörung der
persischen Nuklearanlagen zum Ziel hätte. Eine Möglichkeit wäre ein
militärischer Gegenschlag, der nach Hillary Clinton wiederum einen Angriff
der USA auf den Iran zur Folge hätte. Die Folgen
für die gesamte Zivilisation wären von hier an unübersehbar, und die Apokalypse würde
neue bisher nie gekannte Ausmaße erreichen.
Das Perfide daran ist, dass auch Hillary Clinton den Schöpfergott und den
großen Friedenslehrer Jesus von Nazareth, der von der Feindesliebe sprach
(z. B. "Tut wohl denen, die euch fluchen"), auf das Schändlichste für ihr
Kriegsgeschrei missbraucht. Zudem sagte sie gegenüber dem Nachrichtensender
CNN, "in Gottes Gnade verankert zu sein"
(http://eins.scm-digital.net/show.sxp/1433_clinton_und_obama_sprechen__ber_ihren_glauben.html).
Auch ist sie bekannt
dafür, angeblich "Jesus" zurück in die Politik bringen zu wollen, und sie
besucht regelmäßig einen Bibel- und Gebetskreis, der sich dieses Ziel
gesetzt hat (z. B.
http://www.motherjones.com/news/feature/2007/09/hillarys-prayer.html).
In diesem Zusammenhang bekundete sie vor allem ihr Interesse an der
alttestamentlichen "Heldin" Esther. Erschreckend dabei
sind die
Parallelen von Geschichte und Planspielen der Gegenwart:
Esther wurde als Jüdin im 6. Jahrhundert vor Christus Königin von Persien,
dem heutigen Iran. In den Machtkämpfen am Königshof entwickelte sich dem
biblischen Buch Esther zufolge eine Feindschaft zwischen ihrem Onkel
Mordechai und dem mächtigen persischen Fürsten Haman. Dieser soll
schließlich die Vernichtung aller Juden in Persien beschlossen haben, doch
Esther bekam den Plan mit und soll eine grausame Rache in die Wege geleitet
haben. So heißt es in der Bibel: "Auch die anderen Juden in den Ländern des
Königs kamen zusammen, um ihr Leben zu verteidigen und sich vor ihren
Feinden Ruhe zu verschaffen, und töteten 75.000 von ihren Feinden"
(Esther 9, 16).
Womöglich orientiert sich Hillary Clinton an der Bibel und an Esther,
wenn sie davon spricht, die tatsächlichen oder vermeintlichen "Feinde" des heutigen Israel und ihr Land
womöglich bald komplett
auslöschen zu können. Tatsächlich steht die Senatorin, Juristin und
Entenjägerin aus Park Springs/Illinois nicht weit davon entfernt, auf die
Knöpfe drücken zu können, die das apokalyptische Inferno auslösen könnten. Ihr evangelisch-methodistischer Glaube (den sie
übrigens mit dem Präsidenten George W. Bush teilt) gebe ihr dabei das
"Vertrauen ..., Entscheidungen zu treffen, die richtig für sie seien" (www.eins.scm-digital.net;
siehe oben). Doch ihre Ansichten sind Teil der Lehren
der Kirche. Mit
dem pazifistischen Jesus, der weder das Töten von Menschen noch von Tieren
befürwortete, hat es nicht das Geringste zu tun.
12.5. /
21.5.2008
- Das Ende der bisherigen Zivilisation erscheint nahe - Israelischer Historiker
fordert Atombombenabwurf und die Zerstörung des Iran / Der Holocaust im
Dritten Reich als Hintergrund
-
Was in dieser Welt täglich näher rückt,
sind Zerstörungen von unsagbarem Ausmaß. Einen weiteren Vorgeschmack darauf
gibt das Interview des
israelischen Historikers Benny Morris von der Ben-Gurion-Universität
Beersheva mit der Internet-Ausgabe der österreichischen
Zeitung Der Standard am 9.5.2008. Darin sagt Morris unter anderem: "Die
letzte Chance ist der Einsatz einer israelischen Atombombe, um das iranische
Atom-Programm zu stoppen. Das ist die Richtung, in die die Welt den
Nahen-Osten und Israel drängt ... Es reduziert sich also auf die Frage, ob
Israel zerstört wird oder der Iran zerstört wird. Und ich hoffe, die
Israelis verstehen, dass es besser ist, den Iran zu zerstören, als selbst
zerstört zu werden" (http://derstandard.at/?url=/?id=3325698).
Man kann nur hoffen, dass dies nie geschieht, und Menschen, die so denken,
in Israel und anderswo nie zu politischer Macht kommen. Dr. Morris
verteidigt auch die einstige Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat,
"um die Existenz Israels zu garantieren", so Der Standard über die
Position des Historikers.
Siehe dazu auch unsere Nachricht:
Iran mit kompletter Auslöschung gedroht
- Entenjägerin Hillary Clinton übt sich in apokalyptischen
Vernichtungs-Visionen.
Während Hillary Clinton allerdings "nur" darüber nachdenkt, den Iran
"auszulöschen", falls dieser Israel angreift, geht Prof. Dr. Benni Morris
einen Schritt weiter. Er erwägt, den Iran durch eine Atombombe
"sicherheitshalber" "auszulöschen", damit er Israel gar nicht angreifen
könne. Nicht auszudenken, was daraus für Kettenreaktionen folgen. Und immer
mehr Menschen fragen sich: Kommt der 3. Weltkrieg?
Eine Woche später hat der Militärgeheimdienst-Chef Israels, Amos
Yadlin, den Iran als ein "Weltproblem" bezeichnet (Haaretz,
16.5.2008, zit. nach
http://www.juedische.at).
Über mögliche militärische Angriffs- oder Verteidigungspläne sprach er
nicht. Er sagte jedoch: "Wir sind die Enkel einer Generation,
die nicht zugehört hat. Einer Generation, die die Aussagen, die Juden
müssten vernichtet werden, nicht ernst genommen hat. Wir räsonieren über das
Ausmaß der Rationalität des iranischen Regimes." Was immer das heißen mag.
Zu bedenken ist hierbei auch die Erklärung Adolf Hitlers an Bischof
Hermann Wilhelm Berning in Osnabrück vom 26.4.1933, wonach "er
gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirche in 1.500 Jahren gegen sie getan
habe"
(zit.
nach Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1981, S. 406, siehe auch
hier). Wer trägt also eine
Hauptverantwortung für die explosive apokalyptische Weltsituation? Und wer
lehrt bis heute, dass Gott einst den Völkermord angeordnet habe (siehe
dazu Der Theologe Nr. 26)?
Bedenklich auch, dass brutale Antisemiten wie Martin Luther (siehe dazu
"Der Theologe Nr. 28" - Martin Luther und
die Juden) in Deutschland bis heute geehrt und gefeiert werden.
Mit dem großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth hat das alles nichts zu
tun. Er lehrte in der Goldenen Regel sinngemäß: "Was du nicht willst, dass
man dir tu, das füg auch keinem andern zu" oder: "Was du willst, dass dir
die Leute tun, das tu du ihnen auch."
Siehe dazu auch unsere Nachricht vom 4.6.2008.
Aktualisierung: [13.11.2008]: Der Historiker Benny Morris legt
nach. Seine grausame Logik siehe unter:
http://www.welt.de/politik/article2230158/Stehen_Israel_und_Iran_kurz_vor_einem_Atomkrieg.html
4.6.2008 -
Beispiellose
Aufrüstung der USA: 5 % der Weltbevölkerung und 68 % der
Weltrüstungsausgaben / Auch andere Länder rüsten auf
- Den
überwiegend kirchenchristlichen Politikern in den USA wird ihre
beispiellose Hochrüstung früher oder später zum Verhängnis werden. Denn was
der Mensch sät, das wird er einst ernten. 68 % der Weltrüstungsausgaben
entfallen auf die USA, einschließlich der Kosten für die Kriege im Irak und
Afghanistan. Doch auch die anderen Ländern rüsten beispiellos hoch - von
2002 bis 2006 ist weltweit eine Steigerung von 30 % erzielt worden. Erstmals
wurde die Billionen-Grenze pro Jahr überschritten
(http://www.focus.de/panorama/diverses/friedensgutachten-2008-friedensforscher-kritisieren-us-ruestungspolitik-massiv_aid_306021.html)
(vgl. auch unsere Meldung hier).
Mit 30 Milliarden Dollar könnte man das Welthungerproblem lösen. Doch die
Mächtigen dieser Welt rücken diese verhältnismäßig kleine Summe nicht
heraus. Stattdessen verwenden sie ungeniert 1.200 Milliarden = 1,2 Billionen, also das
40-fache, für immer teurere und bessere Waffen
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,557545,00.html).
Dieser
Wahnsinn lässt sich auf Dauer nicht fortsetzen. Und wer daran beteiligt ist,
sollte sich zumindest klar von Jesus von Nazareth distanzieren. Denn Jesus
von Nazareth sagte einst z. B.: "Was ihr den Geringsten meiner Brüder und
Schwestern nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan." Die Zeituhr
tickt.
Siehe dazu auch das Friedensgutachten der deutschen
Friedensforschungsinstitute:
http://web49.server4.host-4-you.de/
4.6. / 18.6.2008 -
Die Welt vor einem
neuen großen Krieg? Fordert Regierung Israels
von USA Krieg gegen den Iran? Oder greift Israel irgendwann selbst an?
- Lt. Bild fordert Israels
Premierminister Ehud Olmert die USA zum "Handeln" auf. Das Blatt schreibt:
"Wie die israelische Zeitung ´Jediot Achronot` unter Berufung auf Vertraute
Olmerts meldet, gebe es seiner Meinung nach im Moment eine ´dringende
Notwendigkeit zur Aktion`. Sanktionen könnten nur ein erster Schritt sein,
jetzt sei es an der Zeit ´für drastischere und robustere Maßnahmen`"
(4.6.2008). Noch deutlicher wurde Olmerts Stellvertreter, Vizepremier
Schaul Mofas: "Ein Angriff wird unvermeidlich sein, um Iran an seinen
Atomplänen zu hindern"
(http://www.welt.de/welt_print/article2076231/Olmerts_Vize_Angriff_auf_Iran_unausweichlich.html).
Und die österreichische Zeitung Der Standard schreibt: "Die
israelische Luftwaffe hofft nach einem Bericht der ´Jerusalem Post?`, dass
die USA gegenüber Israel das Verkaufsverbot für den hochmodernen
US-Tarnkappenbomber F-22 ´Raptor` aufheben. Dieser wäre für einen Einsatz
gegen den Iran ideal, zitierte das Blatt in seiner Internetausgabe Kreise
der Luftwaffe" (7.6.2008).
Unterdessen steht das erste Atomkraftwerk Irans kurz vor der Inbetriebnahme.
Im Sommer soll es losgehen (http://www.focus.de/panorama/diverses/iran-bau-des-atomkraftwerks-fast-abgeschlossen_aid_307195.html)
- ein "ideales" Angriffsziel mit einem ähnlichen Effekt, wie wenn man
eine Atombombe einsetzen würde (siehe
hier).
Während die Bürger Europas noch die
Fußball-Europameisterschaft genießen, läuft damit möglicherweise auch die Sanduhr für das Ende der
bisherigen Zivilisation schneller. Vielleicht gibt es aber noch besonnene
Leute, die wenigstens hier und da kurzfristig das Allerschlimmste
verhindern.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom
12.5.2008 und vom
24.4.2008
PS:
Nach Senatorin und Entenjägerin Hillary Clinton, die mit dem Gedanken der
kompletten Auslöschung des Iran spielte (siehe
hier),
äußerte sich auch Präsidentschaftskandidat Barack Obama, beides religiös
"wiedergeborene" Kirchenchristen, martialisch: "Die
Gefahr aus dem Iran ist realistisch, und mein Ziel wird es sein, diese
Gefahr zu eliminieren" (Bild, 4.6.2008)
- was immer das heißen mag. Möglicherweise wird dies aber schon der
amtierende US-Präsident George W. Bush, ein "wiedergeborener" evangelischer
Methodist, versuchen. Bush wurde von einer jenseitigen
aggressiven Seele, die sich "Gott" nennt, offenbar bereits aufgefordert, die Kriege in Afghanistan und Irak zu beginnen.
Und vielleicht hat sich dieser "Gott" wieder gemeldet,
eventuell angesichts des kürzlichen Papstbesuches (mehr dazu
siehe hier).
Ein starkes Indiz dafür könnte
sein, dass der Papst vor einigen Tagen den Wunsch des iranischen
Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad nach einer Audienz und damit eine
mögliche Vermittlerrolle abgelehnt hat. Umgekehrt wurde der US-Präsident mit
großer Vertrautheit und Herzlichkeit zu einem Treffen mit dem Papst in den
Gärten des Vatikan empfangen. Benedikt XVI. empfing George W. Bush "mit
außergewöhnlichen Ehren, die nur wenigen Gästen zuteil werden"
(Die Welt, 13.6.2008).
4.9.2008 / 13.9.2008 -
US-Medien-Plutokratie: Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin
erklärt Irak-Krieg als "von Gott gegebene Aufgabe" / Es gehe um
"Sieg im Krieg" / Präsidentschaftskandidat John McCain will dazu mehr Soldaten und
Waffen in den Irak schicken -
Während der Wähler in
Deutschland real zwischen unterschiedlichen Parteien wählen kann, hat die
USA ein Wahlsystem, bei dem kleinere Parteien von vorneherein chancenlos
sind und nur die beiden Millionärs-Parteien "Republikaner" und "Demokraten"
um die Macht streiten. Deshalb ist die USA auch keine echte Demokratie,
sondern könnte als eine moderne "Medien-Plutokratie" bezeichnet werden.
"Plutokratie" ist eine
Staatsform, in der Herrschaft durch Vermögen ermöglicht wird und in den USA
geht neben den notwendigen Millionen nur mithilfe der Massenmedien. Für die
heiße Phase des Präsidentschafts-Wahlkampfs gibt jede Partei ca. 200
Millionen Dollar aus (stern.de, 11.9.2008; PS: Der
streckenweise brutale Vorwahlkampf allein der Demokraten untereinander
kostete ebenfalls Unsummen, so dass man insgesamt wohl auf nahezu eine
Milliarde Dollar Kosten nur für Wahlkampf-Propaganda ausgehen kann). Der
Unterschied zwischen beiden Parteien ist jedoch oft minimal, so dass für den
Bürger faktisch kaum eine Wahlmöglichkeit besteht.
So berufen sich z. B. die führenden Politiker beider Parteien auf den
kirchlichen "Gott" und benutzen ihn zur Rechtfertigung ihrer Machtpolitik.
Jüngst die Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin von den Republikanern, die
den Krieg im Irak mit seinen Tausenden von Toten und unermesslichem Leid als
"von Gott gegebene Aufgabe" (Bild, 4.9.2008) bzw. als "Gottes Plan"
(Welt, 4.9.2008) bezeichnet. Die US-Soldaten im Irak
"verteidigen"
laut Frau Palin "die Unschuldigen vor den Feinden, die den Tod von
Tausenden Amerikaner geplant, ausgeführt und sich darüber gefreut haben"
(Spiegel online, 12.9.2008). Doch selbst Präsident George W. Bush hat
mittlerweile zugegeben, dass zwischen dem Irak unter Saddam Hussein und der
Al-Qaida, die man für die Anschläge vom 11.9.2001 verantwortlich macht,
keine Verbindung bestand. Doch möglicherweise ist Sarah Palin von den
Predigten in ihrer Kirche verblendet (vgl.
hier) und blickt bei den Fakten nicht richtig durch. Deshalb bekommt sie jetzt auch einen
privaten Politik-Kurs ihrer Partei (Spiegel online, 12.9.2008).
Sarah Palin ist seit 2006 Mitglied der
evangelisch evangelikalen [= konservativ evangelisch] Wasilla Bible Church**,
zuvor war sie Mitglied der evangelikalen Assembly of God. Derzeit befinden
sich die USA streckenweise in einer Art Sarah-Palin-Rausch (stern.de,
11.9.2008).
Sarah Palin ist fünffache Mutter*
und
"Mitglied auf Lebenszeit" der mächtigen Waffen-Lobby NRA (National
Rifle Assosiacion), und sie bringt in ihrer Freizeit als Jägerin sehr
gerne unschuldige Tiere um. Dies
ist eine Gemeinsamkeit mit der Spitzenpolitikerin der Demokraten und
Entenjägerin Hillary Clinton, die ebenso gerne zum Vergnügen Tiere
erschießt, die ihr nichts angetan haben (siehe hier;
vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 7" über die
Barbarei an den Tieren im kirchenchristlichen Abendland).
Wenn der
Irak-Krieg für Sarah Palin eine "von Gott gegebene Aufgabe" sein soll, dann
ist die Frage: Welcher "Gott" gibt den USA eine solche Aufgabe? Der
Schöpfergott und "Vater" von Jesus, dem Christus, mit Sicherheit nicht. Denn
Jesus lehrte die Feindesliebe und warnte: "Wer das Schwert nimmt, der wird
durchs Schwert umkommen" (Bibel, Matthäus 26, 52). Und vieles
mehr dieser Art. Deshalb ist es
eine Verhöhnung von Christus, wenn auch Frau Palin sich
"christlich" nennt.
Die Aufgabe für den Irak-Krieg erhielt der
amtierende Präsident der
Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush,
letztlich eventuell von einer jenseitigen "Fopp-Seele", die sich "Gott" nennt, und die der
"mächtigste Mann der Welt" als Stimme in sich vernahm (mehr dazu
hier). Mal sehen, was sich
dieser "Gott" demnächst für den Iran ausdenkt und für den Kaukasus, und was er
den amerikanischen Politikern dann vielleicht einflüstert. Dort wehen in
Georgien seit 2004 schon einmal wieder die alten Kreuzzugsfahnen
(siehe hier).
PS:
* Sarah Palin predigt eine strenge sexuelle Moral mit Verzicht auf Sex vor der Ehe, Abschaffung
von sexueller Aufklärung in der Schule und strenger Enthaltsamkeit vor allem für
Jugendliche, was bei den Betroffenen nicht selten zu einer
inneren oder äußeren Rebellion
gegenüber den Eltern führt, die wiederum
deren Karriere in den USA Schaden zufügen kann. Auch Sarah Palins 17-jährige Tochter Bristol
hielt sich nicht an die Prinzipien ihrer Mutter und ist schwanger, was die gesamte Familie
jedoch sympathisch erscheinen lässt, was wiederum Wählerstimmen bringt. Und so war
der 18-jährige Freund der Tochter bei Sarah Palins Nominierung zur Vizepräsidenten-Kandidatin mit auf der
Bühne - ein Signal, dass er seine Freundin jetzt immerhin heiraten
werde, so dass seine zukünftige Schwiegermutter keinen
"unehelichen" Enkel bekommt (Und wehe, er würde es sich anders überlegen!
Erst dann würde es vermutlich ungemütlich hinter der in den USA beim Kampf
um die Macht wichtigen Familien-Fassade.
"I don't want kids" (= "Ich will keine Kinder"), wird er z. B. noch vor
kurzem von der US-Tageszeitung New York Daily News zitiert
(Bild,
2.9.2008).
Sarah Palin, ihre Familie, ihre als
besonders "christlich" verbrämten Ansichten und ihre
raffiniert vorgetragenen Emotionen sind ansonsten wie ein Spiegel für die
"durchschnittliche" amerikanische Familie, die sich plötzlich "verstanden"
fühlt. Und
der Schachzug ihrer Nominierung macht den Vietnam-Kämpfer, Militaristen und Putin-Gegner
John
McCain
(http://de.wikipedia.org/wiki/John_McCain) zum
aussichtsreichen Kandidaten für das "mächtigste Amt der Welt".
McCain wurden die Kriegsorden
Silver Star,
Bronze Star,
Legion of Merit,
Purple Heart und
Distinguished Flying Cross verliehen.
John McCain will als Präsident mehr Soldaten und Waffen in den Irak
schicken, um den Krieg zu gewinnen. Und mit ihm würde auch
Vize-Präsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin zu den Knöpfen gelangen, mit denen die
Atomraketen der USA, das gigantischste Zerstörungspotenzial der gesamten
Welt, ausgelöst werden können. Und so sagte sie auch, sie werde als
Präsidentin der USA bereit sein, falls John McCain etwas zustoßen würde, um
die "Mission, die wir verfolgen, Reformierung des Landes und
Sieg im Krieg" zu erfüllen
(Bild, 12.9.2008).
5.9.2008 -
Die Philosophie im Westen über die "Guten" und die "Bösen"
- Steht Angriff auf Iran bevor?
- Der Hochmut des Westens
(siehe
unten) treibt eine
weitere lebensbedrohliche Blüte. Wenn Iran sein "Programm der Urananreicherung" nicht stoppe,
werde die mutmaßliche Atommacht Israel mit Rückendeckung der USA den Iran angreifen, so der französische
Präsident Nicolas Sarkozy mehr als deutlich
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576374,00.html).
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom
12.5.2008 und vom
4.6.2008.
Iran gehört zu den Ländern mit "bösen" Regierungen (genauer zu der von US-Präsident
George W. Bush im Jahr 2002 so
definierten "Achse des Bösen"), die nach dem Willen der USA und
einiger anderer Länder die Kernenergie nicht nutzen dürfen, weil sie
verdächtigt werden, diese auch militärisch nutzen zu wollen. Dies wird zwar
von den USA selbst und vielen anderen Ländern selbstverständlich so getan.
Doch eben nur die
"Guten" dürfen die Kernenergie auch militärisch nutzen und ein
paar "Böse" (wozu gemäß Georgiens Präsident auch Russland gehört
(siehe hier) und wobei ihm kein westlicher
Regierungsvertreter widersprach), die man aus strategischen Gründen derzeit
damit in Ruhe lässt. Die "Guten" dürfen nach westlicher Philosophie auch die "Bösen"
mit Krieg überziehen, wenn jene nicht tun, was die "Guten" von ihnen
fordern. Deshalb muss der selbsternannte "Gute" auch immer über weit mehr,
bessere und grausamere Waffen verfügen als der zum "Bösen" Erklärte, damit
der "Gute" jederzeit "notfalls" den "Bösen" massakrieren kann ohne umgekehrt
vom "Bösen" massakriert zu werden. Das scheint derzeit das Ziel so
manches Politikers zu sein (vgl. dazu das Buch des einflussreichen
US-Politikers und Politikwissenschaftlers Zbigniew Brzezinski, Die
einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Frankfurt am Main
1997; Brzezinski hatte Russland z. B. einmal als "überflüssiges Land"
bezeichnet; siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/98_13/nato.html). Und was sich hier zunehmend zusammen braut,
ist um einiges explosiver als das in den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts
beklagte "Gleichgewicht des Schreckens" zwischen West und Ost.
Jesus von Nazareth lehrte jedoch in der
Goldenen Regel
in der Bergpredigt: "Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut
ihr ihnen zuerst". Auf dieses Beispiel übertragen: "Wenn ihr wollt, dass der
andere euch nicht mit Atomprogrammen bedroht, dann hört auf, ihn mit
Atomprogrammen zu bedrohen". Oder anders formuliert: "Was du nicht willst,
das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu." Also übertragen: "Wenn du
nicht angegriffen werden willst, dann greife auch du nicht an."
Doch für diese geniale Friedensbotschaft haben die kirchenchristlichen
Politiker nur Hohn und Spott übrig. Dies geht seit nahezu 2000 Jahren so. Zu
keiner Zeit wurde ernsthaft versucht, die Lehre von Jesus in die Tat
umzusetzen. Immer wussten es die Kirchenchristen und ihre Verbündeten
besser. Auch diesmal. Das Ergebnis sind die Kriege der Vergangenheit und die
heutige explosive Weltlage. Und so steuert alles auf einen Höhepunkt zu, der
wohl auch zum Kipppunkt werden wird. Denn jeder, der glaubt, mit
militärischen Mitteln eine Herrschaft über die ganze Welt ausüben zu können,
werden sich wohl verrechnen. Und es wird sich zeigen, wie lange dann
der Hohn und Spott noch währt.
12.9.2008 -
Die kirchengläubige Sarah Palin würde Russland unter Umständen den Krieg erklären
und Israel unterstützen, wenn es den Iran angreift. Als Hobby ermordet sie
wehrlose Tiere
- So nah war man dem 3. Weltkrieg schon lange nicht mehr. Der Westen
einschließlich der deutschen Regierung Merkel/Steinmeier forciert derzeit
die NATO-Mitgliedschaft Georgiens. Und die georgische Regierung
behauptet weiter entgegen aller neutralen Untersuchungen, Russland habe in
Süd-Ossetien mit dem Krieg begonnen und man habe nur zurück geschossen (PS:
... und dabei unter anderem eine ganze russische Division liquidiert
(siehe hier) und die Hauptstadt in Schutt
und Asche gelegt (siehe u. a. hier)). Nun
erklärt die im angeblichen Glauben an Jesus "wiedergeborene" evangelische
Vize-Präsidenten-Kandidatin der Republikaner, sie sei bereit für die
Präsidentschaft, falls John McCain zum Präsidenten gewählt und ihm etwas
zustoßen würde (siehe hier). Und auf die
Frage "Sollte Georgien in die Nato aufgenommen und dann von Russland
angegriffen werden - müssten die USA dann Russland nicht den Krieg
erklären?" antwortete sie: "Vielleicht ja. Ich meine, das ist doch
die Vereinbarung, dass du als Nato-Alliierter zu Hilfe gerufen wirst, wenn
ein anderes Land angegriffen wird" (Spiegel online, 12.9.2008).
Georgien braucht also bloß in die NATO eintreten, dann wieder Süd-Ossetien
angreifen und schließlich behaupten, die Russen hätten angegriffen. So
einfach könnte das gehen.
Was sind eigentlich über 60 Jahre Friedenserziehung in der Bundesrepublik
Deutschland seit 1945 noch wert? Und was die Lehre des großen
Friedensstifters Jesus von Nazareth, den die führenden
US-amerikanischen Politiker und auch die Politiker der deutschen "C"-Parteien so missbrauchen? Der Krieg ruft. Und immer
mehr kirchenchristliche Politiker wollen wieder auf diese verführerische Stimme
hören ...
PS:
Nicht einmal die verbündeten Israelis hatten die kriegerische Politik
Georgiens unterstützt. Georgien wollte kurz vor Kriegsbeginn noch 300 Panzer von Israel.
Doch Israel stoppte eine Woche vor
dem georgischen Angriff auf Süd-Ossetien alle Waffenlieferungen an Georgien (http://de.rian.ru/world/20080904/116543357.html).
5.10. / 6.10.2008 -
Glaubenswahn um die
Wiederkunft von Jesus: Manche denken, ungeniert Kriege führen zu können
- Folgende Meldung könnte manchen hellhörig machen: Die
Vizepräsidenten-Kandidatin der Republikaner, Sarah Palin, "bekräftigte ihre
Einschätzung, die US-Soldaten im Irak erfüllten eine Aufgabe Gottes"
(Bild, 12.9.2008; siehe hier). "Ich glaube,
dass es einen Plan für diese Welt gibt und dass dieser Plan für die Welt gut
ist", so die Politikerin. Bekanntlich gehört die Kandidatin einer
bibelfundamentalistischen evangelischen Kirche an (siehe
hier). Was die Anhänger dieses Glaubens so
gefährlich macht, wenn diese politische Verantwortung tragen: Sie
glauben, dass die Rechtgläubigen ungeniert an der Eskalation der Apokalypse
mitwirken können, wie sie in der Bibel, sowohl im Alten als auch im
Neuen Testament, prophezeit wird. D. h. für manche derart Gläubigen:
Irgendwann seien eben z. B. die Atombomben oder die B- oder C-Waffen fällig
und könnten einem angeblichen "Plan Gottes" zufolge abgeworfen werden.
Schließlich würde ja - wenn alles auf die Spitze getrieben wurde - Jesus
wiederkommen und Partei für die eigene Seite ergreifen und das ganze
Desaster dann mit einem Streich in Ordnung bringen.
Was Präsidentschaftskandidat Barack Obama, der vermutlich nächste
Präsident*, genau darüber denkt, ist offenbar derzeit nicht bekannt. Aber
auch er redet vom "Willen Gottes" und ist evangelisch.
Dieses Denken ist auf jeden Fall "gut
evangelisch" und vielleicht auch katholisch, doch niemals christlich. Und
"für alle Fälle" hat man auch noch eine Hintertüre mit eingebaut: Käme Jesus nämlich noch nicht im Diesseits wieder, so funktioniere es
mit dem angeblichen Heil doch auf alle Fälle schon im Jenseits, auch wenn
man die Welt zuvor in die Luft jagt. So
verkündete schon der erste Vorsitzende der Evangelischen Kirche in
Deutschland EKD, Landesbischof Manfred Dibelius (1880-1967). Selbst "die
Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom christlichen Standpunkt aus nicht
einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben
zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen töte, so erreichten
die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben"
(zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
Beck-Verlag, München 1999, S.
259). Aber so wird das nicht funktionieren.
Anhänger der These, dass Jesus mit einem Mal alles "neu" mache,
berufen sich zwar auch auf die Offenbarung des Johannes, wo Christus
durch Prophetenwort tatsächlich sagt: "Siehe ich mache alles neu" (21, 5).
Doch wie ist das gemeint? Es ist nicht so gemeint, dass Christus das Gesetz
von Ursache und Wirkung außer Kraft setzen würde. Demnach ernten die
Menschen, was sie zuvor angerichtet haben, wenn sie dieses nicht ernsthaft
bereut und wieder gut gemacht haben und wenn ihnen ihre Opfer noch nicht vergeben
haben. Christus beginnt jedoch, im Kleinen dort "alles neu" zu machen, wo
man ganz praktisch tut, was er lehrte: D. h., auch seine Friedensbotschaft
konsequent befolgt, wozu auch ein politischer Pazifismus gehört ("Liebet
eure Feinde, tut Gutes denen, die euch fluchen"; "Wer das Schwert nimmt, der
wird durch das Schwert umkommen" usw.). Wenn immer mehr Menschen diese Lehre
befolgen, so Jesus, dann verhält es sich mit dem Reich Gottes wie mit
einem Senfkorn; einst nur ein kleiner Same. Doch eines Tages nisten Vögel in
den Zweigen des zum Baum heran gewachsenen Korns (Matthäusevangelium,
Kapitel 13).
Wer hingegen glaubt, Kriege führen und den Planeten Erde vernichten
zu können und bei der "Wiederkehr von Jesus" - wie durch einen Zauber -
hauruck von den grausamen Folgen befreit zu werden, der ist einem nach Schwefel
stinkenden Zauber verfallen, und er verhöhnt einmal mehr den größten
Friedensstifter der Menschheit. Es denkt dann ähnlich wie manche
islamistische "Gotteskrieger", die man dazu verführt hat, zu glauben, nach
einem "Märtyrertod" im Krieg im Jenseits angeblich von "Jungfrauen"
verwöhnt zu werden. Doch das Erwachen wird hier wie da anders sein (vgl.
dazu auch Der Theologe Nr. 2 über das Gesetz
von Saat und Ernte). Und besonders furchtbar für den, der in seinem
kirchlichen, islamistischen oder anderem Glaubenswahn nicht nur einzelnen
Menschen Leid zufügte, sondern Millionen ...
2.11.2008 -
Ex-Kultusminister in Spanien - "Die Kirche sieht den
Bürgerkrieg immer noch als Kreuzzug"
- Der spanische Bürgerkrieg
von 1936-1939 kostete Hunderttausenden von Menschen das Leben. Dabei kam
der Diktator Franco auch dank massiver Unterstützung durch die Kirche an die
Macht und führte "gewaltsame Säuberungen" im Land durch. Erst nach seinem
Tod im Jahr 1975 konnte sich Spanien mit Unterstützung von König Juan Carlos
zur Demokratie entwickeln. Doch Ex-Kultusminister Jorgé Semprun erklärt, wie
die Kirche heute weiterhin alte Seilschaften knüpft und die Gesellschaft
indoktriniert: "Von den Republikanern ermordete Priester
werden heute selig gesprochen. Die Erinnerung an die getöteten Republikaner
hingegen darf nicht wachgerüttelt werden",
so Semprun. Oder: "Die Kirche hat sich immer noch nicht kritisch
distanzieren können von ihren Positionen des Bürgerkriegs. Sie sieht den
Krieg immer noch als Kreuzzug."
Ein Beispiel:
"Bei den Prozessionen zur ´Semana
Santa`, zur Karwoche, in Sevilla wird die Statue der Jungfrau von Macarena
durch die Straßen getragen. Niemand erinnert daran, dass diese Statue noch
heute, nach all den Jahren, bei den Prozessionen die Schärpe von Francos
General Queipo de LLano trägt. Queipo de LLano ist der General, der Sevilla
angegriffen hat, der für seine Unterdrückung und seine faschistoiden
Ansichten bekannt war"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,587669,00.html).
Der lange kalte Atem der Kirche ist
bekannt. Und der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers sagte einmal:
Nach wie vor stehe der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der
Kirche "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu
entflammen" (Der philosophische
Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73).
2.11. / 7.11.2008 -
Obama-Berater: Sofort den
Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der Countdown für den großen
Krieg? -
Während viele kritische US-Amerikaner glauben, durch
eine Wahl von Barack Obama zum Präsidenten etwas Gutes zu tun und damit
zumindest eine Angst erregende "bibelfundamentalistische"
Vizepräsidentin oder gar spätere Präsidentin Sarah Palin verhindern zu
können (vgl. z. B. unsere Meldungen vom 12.9.2008
oder vom 13.10.2008), brauen
sich bereits die dunklen Wolken am Horizont zusammen. Dennis Ross,
außenpolitischer Berater des nächsten US-Präsidenten Barack
Obama, rät zusammen mit anderen Kongressabgeordneten z. B. zur
sofortigen Vorbereitung des Krieges gegen den Iran, bei dem die USA bei
Bedarf auch Atombomben einsetzen sollten. Läuft also schon der
Countdown für den nächsten großen Krieg? Und wird der gläubige evangelische Kirchenchrist Obama
in diesem Sinne auf seinen Berater hören?
(PS: Obama gehört der Vereinigten Kirche Christi an, die in
Kirchengemeinschaft mit der Union Evangelischer Kirchen in der EKD
(Evangelische Kirche in Deutschland) steht) Danach sieht es aus. Denn in einer Rede am 4.6.2008 hatte
sich Obama auch selbst schon
ähnlich geäußert. Neues Grauen und Elend
würden folgen und eine weitere apokalyptische Kettenreaktion.
Und nebenbei
scheint alles eine Ablenkung davon zu sein, dass das Land praktisch
bankrott ist bzw. es scheint auch ein furchtbares Manöver zu sein, um dem entgegen zu wirken. Als ob die Welt nicht sowieso schon an allen Enden aus den Fugen gerät.
Kritische Zeitgenossen haben mittlerweile den Eindruck, niemand habe Barack
Obama mehr geholfen als die Bibelfundamentalistin Sarah Palin (PS:
Nach letzten Informationen sei sie unter Druck "immer ausgeflippt" und habe
z. B. auch nicht gewusst, dass Afrika kein Staat, sondern ein Kontinent sei
(Bild, 7.11.2008)). Um einen Einzug von ihr an der Seite
von John McCain ins Weiße Haus zu verhindern, hat sich eine ganze Allianz
von Künstlern, Nobelpreisträgern, Journalisten, Intellektuellen usw. hinter
Barack Obama versammelt. Und ob diese dann rechtzeitig aufgewacht sind,
falls Obama zuschlägt? Denn eines ist jetzt schon klar: Seine Rhetorik löst
nicht ein einziges Problem. Sie ist noch nicht einmal ein "Flicken", mit dem
man versuchen könnte eines der zahlreichen Lecks des Schiffes zu stopfen.
Und alle Kriegsvorbereitungen mögen evangelisch oder katholisch sein (wie der
nächste Vizepräsident Joseph Biden). Mit Christus haben sie
nichts zu tun.
Mehr dazu siehe
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/240230.html.
Siehe dazu auch unsere Meldung hier.
14.12. / 20.12.2008 / 15.12.2009 -
Seit Befreiung des Landes
durch die USA: Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak / 2.500
Irak-Flüchtlinge nach Deutschland / Afghanistan-Krieg: "Sieg" mit der
Brechstange? - Ca. 1,3
Millionen Mitglieder verschiedener Kirchen lebten bis zum Jahr 2003 friedlich im
Irak. Für die kirchlichen Minderheiten
galt die Religionsfreiheit, und Außenminister war sogar der chaldäische Christ Tariq Aziz.
Dann befreite die Regierung der USA und ihre "Koalition der Willigen" mit dem
vielfachen Segen des kirchlichen Gottes das Land gewaltsam von der Herrschaft
Saddam Husseins. Tausende von Menschen wurden dabei getötet.
Und seither ist es auch mit dem seit ca. 1.400 Jahre währenden friedlichen Miteinander von
Muslims und Christen im Land vorbei. Die Früchte des Krieges werden geerntet,
und das Land versinkt in unkontrollierbarer Anarchie und Chaos. Und nach
Anschlägen und Verfolgungen durch islamische Extremisten sind jetzt nur noch ca.
300.000 Kirchenmitglieder im Land. Und immer mehr fliehen in Nachbarländer oder
nach Europa, und sie bekommen dort auch Asyl. Ende des Jahres 2008, so ist zu hören,
spitzt sich die Lage weiter dramatisch zu, und man gedenkt in europäischen
Kirchengemeinden gerade im Advent der leidenden Christen im Irak. Dabei hat
der kirchenchristliche Westen doch das Land mit Tonnen von Bomben (die zahllose
Menschen und auch Tiere in Stücke gerissen haben) "befreit" und
anschließend Milliarden über Milliarden an "Wiederaufbauhilfe" investiert.
Gleichzeitig muss er jedoch immer mehr Bürgern des von ihm "befreiten" Landes Asyl
gewähren. Was also ist aus der "Befreiung" geworden?
Der Fluch des Irak-Krieges, der mit nachweisbaren
Falschinformationen des US-Geheimdienstes CIA begründet wurde und bei dem auch die
UNO und das Völkerrecht missachtet wurden, trifft die westlichen
Kriegsherren immer stärker. Und immer mehr
Menschen wird bewusst: Auch der Krieg gegen den Irak stand wie alle Kriege im
krassesten Gegensatz zum Friedenslehrer Jesus von Nazareth. Gleichzeitig
behaupten aber die Kriegsverantwortlichen, sie wären Christen. Und deren Bischöfe
sind auch noch stolz auf ihre prominenten Mitglieder. Damit verhöhnen sie
Christus einmal mehr und erwecken zudem in der islamischen Welt den Eindruck,
der Gott der Christen würde solche Kriege billigen oder befürworten. Nun darf
man sich nicht wundern, wenn der Hass sich mehr und mehr gegen diejenigen
richtet, die dem Namen nach an denselben Gott glauben wie die Eroberer und
Besatzer. Und auch in anderen überwiegend islamischen Ländern steigert sich der
Hass auf den kirchlichen Gott des Westens und den falschen Christus der
Institutionen Kirche, der im so genannten Abendland überwiegend verehrt wird, immer mehr. Der
echte Christus lehrte in der Bergpredigt "Tut wohl denen, die euch hassen"
(Lukas 6, 27).
Das könnten in einem ersten Schritt Verhandlungen sein, wie es z. B. der
afghanische Präsident Hamid Karzai gegenüber den Taliban fordert; und zwar
Verhandlungen, bei denen man nicht selbstgerecht auf dem hohen Ross sitzt. Doch die Anhänger des falschen Christus des Westens
schmieden schon wieder an neuen Kriegsplänen.
PS: Zudem wollen die USA im Jahr 2009 30.000 zusätzliche Soldaten nach
Afghanistan schicken, um den Krieg gegen die Taliban jetzt mit der Brechstange
zu "gewinnen" (Netzeitung, 20.12.2008; siehe dazu auch
unten).
Aktualisierung [15.2.2009]: Die ersten 2.500 Flüchtlinge aus dem
Irak treffen im März in Deutschland ein (Bild, 15.2.2009).
12.1. / 16.1.2009 -
Zum Abschied wenigstens einen Militärschlag verhindert - George W. Bush
untersagte Israel Überflugsrechte für Angriff auf den Iran und stellte keine
Spezialbomben bereit / Dennoch: Anmaßung von Göttlichkeit -
Zum Sachverhalt siehe
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2009%2F01%2F12%2Fa0070&cHash=ab1cb7f3e4.
Demnach habe Bush Israel weder die nötigen Spezialbomben zur Verfügung gestellt noch
den israelischen Kampfbombern Überflugrechte über den Irak gewährt. Darauf hin ließ die israelische Regierung
zumindest vorerst von den Angriffsplänen auf die iranischen Nuklearanlagen ab.
Wird Barack Obama nun im Gegensatz dazu die Angriffspläne unterstützen?
(vgl. dazu
hier)
Wer jedoch bei George W. Bush eine grundsätzlich andere Einstellung als in den
vergangenen acht Jahren vermutet hatte, wurde eines anderen belehrt. Bei seiner
Abschiedsrede sagte er: "Ich habe oft über Gut und Böse gesprochen, was
vielen unangenehm war. Aber Gut und Böse gibt es in der Welt, und dazwischen
gibt es keinen Kompromiss" (Spiegel online, 16.1.2009). Dieser Satz ist
zwar aus der Sicht des Schöpfergottes richtig. Doch hat ihn der US-Präsident
sinngemäß umgepolt in: "Wir sind die Guten, unsere Gegner die Bösen", womit er
sich faktisch göttliche Fähigkeiten zusprach. Vgl. dazu auch unsere Meldung
Die Philosophie im Westens über die Guten und die
Bösen. Und so z. B. auch Bushs Schüler Michail Saakaschwili aus Georgien
(siehe hier).
Normalerweise traut man etwa 7-jährigen Kindern zu, einigermaßen
nachvollziehbar wägen zu können zwischen gut und böse, wobei jedem klar sein
dürfte, dass das menschliche Abwägen immer fehlerhaft sein kann, je nach Prägung
des Gewissens. Bei dem protestantischen US-Präsidenten scheint diese Einsicht bisher
leider jedoch nicht in Erscheinung getreten.
13.12.2009 -
Ist Krieg
notwendig? Wer lügt? Der evangelische Friedensnobelpreisträger Barack Obama
oder Jesus von Nazareth?
- Der US-Präsident Barack Obama hat anlässlich der Verleihung des so
genannten "Friedensnobelpreises" an ihn die Ausweitung des
Afghanistan-Krieges gerechtfertigt: 30.000 zusätzliche Soldaten zur
völligen Vernichtung der einheimischen islamistischen Taliban. Mit rhetorischem Geschick (wodurch
in der Geschichte der Menschheit jedoch noch nie ein Problem gelöst wurde) hat er
die Zuhörer einmal mehr geblendet, indem er sagte "Krieg ist manchmal
notwendig". Er könne sich nicht nur an Martin Luther King oder Mahatma
Gandhi orientieren, und er verwies zur Rechtfertigung des Krieges auf das
Verhalten von Nazi-Deutschland und El Kaida.
Jesus von Nazareth sagte jedoch sinngemäß:
"Liebet eure Feinde / Tut Gutes denen, die euch hassen / Segnet, die euch
fluchen / Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen / Halte dem
Feind auch einmal die andere Backe hin / Entferne zuerst den Balken aus
deinem Auge, bevor du aufgrund des Splitters im Auge deines Nächsten einen
Krieg gegen ihn beginnst ..."
Der evangelisch-lutherische US-Präsident weiß es jedoch besser, denn die
Kirche hat die Lehre von Jesus "verbessert", wie es schon der Großinquisitor
in Dostojewskis Roman Brüder Karamasov erklärte. 60 Millionen Tote
und ein Kontinent in Schutt und Asche im 2. Weltkrieg waren und sind für
Barack Obama und seine kirchlichen Glaubensbrüder im Rückblick das "kleinere
Übel". Doch hat überhaupt einmal auch nur ein Politiker ernsthaft darüber
nachgedacht, ob die Vorschläge von Jesus von Nazareth vielleicht zu weniger
Blutvergießen, zu weniger Zerstörung, zu einem wirkungsvolleren Ende der
Tyrannei und letzten Endes zu einem nachhaltigeren Frieden geführt hätten? Damals und
heute? Nein. Mahatma Gandhi hat es im Hinblick auf Hitler offenbar getan,
da er wusste, dass Adolf Hitler und seine Tyrannei sich im Gesetz von Saat
und Ernte früher oder später selbst zerstören. Aber das will man heute nicht mehr hören.
Denn die Kirche hält Jesus praktisch für einen Lügner.
Für einen letztlich idealistischen Spinner (auch wenn man es offen so nicht
sagt), nach dessen Lehre man keinen Staat regieren kann und der gegenüber
Adolf Hitler und seinen Armeen mit seiner Lehre jämmerlich versagte. Genauso
wie Jesus heute gegenüber El Kaida jämmerlich versagt (Dafür habe er uns ja
durch seinen angeblichen "Sühnopfertod" erlöst). Und der auch in Zukunft
erbärmlich versagt,
falls einmal ein Mann wie Adolf Hitler und seine Verbündeten in Zukunft
vielleicht sogar Atomwaffen einsetzen würden. Dann müsse man eben mit dem
Abwurf seiner eigenen Atombomben dagegen halten oder dem "Feind"
sogar mit Atombomben zuvorkommen, um die "Bösen" überall in die
Schranken zu weisen. Aber keinesfalls könne man die Bergpredigt des Jesus
von Nazareth anwenden und dem Feind gegenüber Gutes tun, vielleicht gemäß
der Goldenen Regel "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, dass tut
ihr ihnen auch". Wo käme man denn da hin, wenn das auch gegenüber den
Taliban in Afghanistan gelten würde? Und deshalb hat man Jesus auch
ermordet, und er käme nie für den "Friedensnobelpreis" in Frage. Die Evangelisten der Bibel hätten
wahrscheinlich nur vergessen, die Liste mit den Ausnahmen in die Bibel
hineinzuschreiben, gegenüber denen die Lehre von Jesus nicht gelte. Aber
dafür hätten wir ja heute die Priester und Pfarrer.
Die Kirche ist nicht in der Lage,
eine einzige Mücke neu zu erschaffen, doch sie erlaubt den Menschen das
Töten von Menschen und Tieren ohne Ende.
Dabei leugnen die Kirche und die ihr ergebenen Politiker auch die
Reinkarnation. Denn die 60 Millionen ins Jenseits gebombten Kriegsopfer
1939-1945 konnten wohl größtenteils wieder reinkarnieren - darunter auch alle
diejenigen, die im Krieg Täter und Opfer zugleich waren. Und sie machen
unter veränderten Zeitbedingungen mit ihrem Charakter dort weiter, wo sie im letzten Leben
aufgehört haben: Und dazu gehört einmal mehr Krieg und Zerstörung, wenn sie
wie Barack Obama glauben, dass dies
hier und da eben notwendig sei. Gestern war es Hitler, heute El Kaida, morgen vielleicht am
Ende der ganze böse gewordene Planet Erde, der sich gegen die "friedliche"
Menschheit unter Führung des Kirchenchristentums verschworen habe.
Einstweilen werden aber erst einmal weiter "Friedensnobelpreise" verliehen, solange
es solche Preise noch gibt. Für die, welche am besten reden können?
12.1.2010 -
Umschulung: Erst hat
er Panzer repariert, bald darf er sie segnen -
Sven Raube war Mechaniker bei der Bundeswehr im
Kosovo. Dort reparierte er Panzer. Jetzt schult er um zum Priester. Dann segnet
er Panzer
(http://www.infranken.de/nc/nachrichten/lokales/artikelansicht/article/vom-berufssoldaten-zum-priester-44892.html).
|
Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
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32 - Sakramente der Kirche ]
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