DER
THEOLOGE
Nr. 6
Die Kirche - immer für den Krieg
Die evangelische Kirche 1813, 1870/71, 1914-1918, 1939-1945
Wer das Blutvergießen wollte und wem es nützte
Katholische und evangelische Kirche und Krieg heute
Seit je her versuchten die Kirchen, den Staat für die Bekämpfung Andersgläubiger zu benutzen, um die eigene Macht zu halten und sie auszubauen. In den letzten 200 Jahren ließ sich zudem folgendes beobachten: Wenn die Kirche am Boden lag, predigte sie meist den Krieg - im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Das Elend des Krieges trieb die Leute zurück in die Kirche, während man Andersgläubige vielfach zu Sündenböcken für das damit verbundene Leid machte. Im Krieg wurden Menschen getötet und Länder wurden zerstört. Die Macht der Kirche jedoch blühte wieder auf. Das galt 1813 und 1870-1871 bei den Kriegen Deutschlands gegen Frankreich v. a. für die evangelische Kirche. Und so war es auch 1914-1918 und 1939-1945, und immer stärker auch für die katholische Kirche. Am Beginn des 3. Jahrtausends sinken die Kirchen erneut zu Boden. Wird ihnen vielleicht wieder ein Krieg helfen?
1)
Einleitung
2)
Zeittafel ab 1813
3)
Zeittafel ab 1914
Je länger der
Krieg, je voller die Kirchen
4)
Evangelische Kirche heute: Krieg als
"letztes Mittel" erlaubt
5)
Libanon-Krieg 2006 und Kriegsstimmung in der Kirche
Die
Meldungen zum Gaza-Krieg Israels finden Sie auf den Seiten
2008-2 und 2009-1
6)
Afghanistan-Krieg seit 2001
Deutschland im heimlichen Angriffskrieg
Nahezu täglich getötete Zivilisten
Krieg gerät außer Kontrolle
Krieg immer schlimmer / USA schicken mehr Pfarrer
Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus"
Verhindert der Westen Friedensschluss mit
Taliban in Afghanistan?
Joschka Fischer, Israel und der Afghanistan-Krieg
Schier unendliche Reihe der zivilen Opfer
Strategie der dunklen Mächte: Immer
ein bisschen mehr Krieg
Welthungerhilfe mit Kritik an
Bundeswehr
Luftangriff / Katholische Soldatenwallfahrt / Kirchlicher
Freibrief zum Töten
Bundeskanzlerin: Getötete Zivilisten "kein Grund zur
Kritik"
Über 100 Tote: Deutscher Oberst verweigert
Vorwarnung der Menschen
Luftangriff galt den Menschen / Geht Vertuschung
weiter?
Gesegneter Advent im Blutmeer Afghanistan
CDU/CSU möchte Soldaten nicht nur zur
Selbstverteidigung töten lassen
Deutscher Oberst behinderte Aufklärung
Experte: "Wir bilden Kämpfer für die
Taliban aus"
Angriff auf Tanklastzüge: Oberst Klein nennt
sich "Christ"
Operation "Muschtarak": Schon 50 tote
Zivilisten
Evangelischer Bischof gibt zu: Auch Kirche
schickt Soldaten mit Waffenauftrag nach Afghanistan
Militärdekan redet
Mysteriöses bei Trauerfeier / Der Gott Luthers begibt sich in Krieg hinein
Die Wiederauferstehung Martin Luthers in Afghanistan
7)
Weitere Nachrichten zum Thema "Kirche und Krieg" ab 2006
2006
Jahreslosung 2006:
"Gottes" Beistand für Völkermörder - Kirchen entlarven sich
Das Spiel von Politikern und Militär mit dem
Feuer / Warnungen werden ignoriert
2007
Gefahr eines großen Krieges wächst
George W. Bush: Nach Tod direkt ins Paradies? Deshalb auf
der Erde so schwer belehrbar?
Heinrichfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher
Das
Bibel-Bekenntnis des Waffen-Lobbyisten
2008
Ruanda: Der Verrat der Kirche an der Friedfertigkeit des Jesus
von Nazareth
Entenjägerin Hillary Clinton: Iran mit kompletter Auslöschung
gedroht
Israelischer Historiker fordert Atombombenabwurf und
Zerstörung des Iran
Beispiellose Aufrüstung der USA: 5 % der Weltbevölkerung,
68 % der Weltrüstungsausgaben
Israel-Iran - Fordert Israel Krieg von USA oder will man
selbst angreifen?
Vizepräsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin: Irak-Krieg
als "von Gott gegebene Aufgabe"
Die Philosophie des Westens über die "Guten"
und die "Bösen"
Sarah Palin: Unter Umständen Kriegserklärung an
Russland und Unterstützung eines eventuellen Krieg Israels
Ungeniert Kriege führen - Glaubenswahn um die
Wiederkunft von Christus
Spanien: "Die Kirche sieht den Krieg immer noch als Kreuzzug"
Obama-Berater: Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der
Countdown?
Seit "Befreiung" des Landes: Verfolgung von
Kirchenmitgliedern im Irak
2009
Angriff Israels verhindert? - George W. Bush untersagte
Überflugsrechte über Irak
Ist Krieg notwendig? Wer lügt?
Barack Obama oder Jesus von Nazareth?
2010
Umschulung: Erst hat er
Panzer repariert, jetzt darf er sie segnen
2011
Libyen: Die
alten "Kriegsbischöfe" kommen wieder aus ihren Löchern
Nach Tötung von Osama
bin Laden: Barack Obama als neuer protestantischer "Heiliger"?
"Im Notfall Krieg gegen den Iran"
Wenn Kirchenvertreter heute im Gegensatz zu
früheren Zeiten vom
"Frieden"
sprechen, so ist es notwendig, genauer hin zu
hören. Hat sich die Kirche geändert? Oder hat sie nur ihre Strategie geändert,
und wird nur mit dem
"friedensbewegten"
Zeitgeist gesäuselt? Indem man z. B. den besorgten Menschen mit Worten entgegen
kommt, um ihnen dann am Ende doch wieder den Weg zu den Tötungswaffen zu zeigen.
So war es z. B. bereits beim Golfkrieg 1991 und beim Balkankrieg 1999. Erst beim
Irak-Krieg der USA im Jahr 2003 waren die meisten deutschen Kirchenvertreter
dagegen - doch nicht grundsätzlich, sondern aus politischen bzw. auf die
Situation bezogenen theologischen Gründen. Oder letztlich nur, weil der Krieg
der Kirche noch zu wenig nützte?
Was taten die Kirchenoberen 1813, was 1870/71? Was 1914-1918 und was
1939-1945? Und wer ist der Inspirator ihrer Gedanken? Und in welches Gewand wird
dieser sich in Zukunft kleiden?
Im Afghanistan-Krieg (seit 2001) sind die
Kirchenführer und ihre Militärgeistlichen jedenfalls wieder segnend dabei. Auch
im Libyen-Krieg (2011).
|
Nachfolgende Notizen sind Auszüge aus dem Buch
Barbara Beuys, Und wenn die Welt voll Teufel wär, Reinbek 1982 mit
gelegentlichen kommentierenden Bemerkungen. Die Autorin, die das Wirken
der evangelischen Kirche in den unterschiedlichen Zeitepochen
untersucht, steht Martin Luther und der evangelischen Kirche trotz Kritik
sehr nahe. Im 19. Jahrhundert war der Einfluss des Protestantismus in
Deutschland - anders als heute - noch deutlich größer als der der
römisch-katholischen Kirche. Im 20. Jahrhundert verschiebt sich die
Gewichtung jedoch immer mehr Richtung römisch-katholische Kirche. So wäre
eine vergleichbare Untersuchung auch für die katholische Kirche sehr
sinnvoll. |
Um einen islamischen Einfluss auf Europa zu
verhindern, predigte Martin Luther im 16. Jahrhundert einen gnadenlosen Krieg
gegen die Türkei.
Die "Christen" sollen "mit Freuden die Faust regen
und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer
mögen ... werden sie darüber erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie
ewiglich" (Eine Heerpredigt wider den Türken, Anno 1529; Tomos 4, S.
494b-496). Martin Luther ging einst rigoros gegen den Islam vor.
Wer also im Krieg gegen den Islam ums Leben kommt, wurde von Luther selig bzw.
heilig gesprochen. Auch den Soldaten, die bei den gnadenlosen Massakern an den
aufständischen Bauern, ums Leben gekommen waren, hatte Martin Luther bereits das
Himmelreich versprochen.
Er schrieb: "Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Volk den Himmel
eher mit Blutvergießen verdienen kann denn anders sonst mit Beten ... Steche,
schlage, würge hie[r], wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen
seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam
gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl" (Wider die stürmenden Bauern, 1525,
Weimarer Ausgabe der Lutherschriften (= WA) 18, S. 357-361).
Martin Luthers Nachfolger folgten seinen Spuren. Im 30jährigen Krieg im 17.
Jahrhundert massakrierten sich katholische und evangelische Heere gegenseitig,
angetrieben von den jeweiligen Päpsten, Bischöfen, Priestern und Pfarrern, die
den Soldaten wie gewohnt die ewige Seligkeit versprachen. Gleichzeitig ließen
beide Kirchen Andersdenkende mit beispiellos bestialischer Gewalt verfolgen,
foltern und ermorden (vgl. den Text Die wahre
Weinnacht).
Doch die Zeit der
"Hexenverbrennungen" ist im Zuge der Aufklärung im späten 18.
Jahrhundert allmählich zu Ende gegangen. Auch die Zeit der Ermordung
Andersgläubiger im Gefolge der kirchlichen Inquisition. Auch für diese
beiden Tragödien tragen die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische
Kirche die Hauptverantwortung.
Im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert gibt es dafür je zwei Kriege in
Europa, deren Grauen immer größer wurde. Und auch hier waren die Kirchen wieder
die treibende Kraft. Sie haben daran Zweifel? Dann lesen Sie selbst ...
Die Theologen predigten den Nationalismus, z. B. der Dichter und Theologe Ernst Moritz Arndt. "Hier liegt der Ursprung für jenen fatalen Satz, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll." (S. 418)
"Und was da stand, war handfeste Politik: Gegen die geringsten demokratischen
Regungen, gegen eine Auflösung des Bündnisses von ´Thron und Altar`, gegen alle,
die für einen Abbau der von Gott gewollten Unterschiede zwischen den Menschen,
zwischen Herrschern und Beherrschten plädierten."
1834 -
Der Landrat im Wuppertal lässt
öffentliche Auftritte und Versammlungen von Pietisten, die sich ohne Pfarrer
treffen, verbieten.
Pfarrer Schmidt aus Rödgen schrieb zuvor an den zuständigen Superintendenten, er
sei überzeugt, dass die Behörde "in unserem Land dafür sorgen wird, dass nicht
durch einzelne Finsterlinge ... das leibliche, vorzüglich aber geistige Wohl,
und wäre es auch nur eines einzelnen, mutwillig auf eine empörende Weise
gefährdet, verringert, zerstört werde." Der Superintendent erwirkt daraufhin
beim Landrat das Verbot.
1845 - Die aufgeklärten "Protestantische Freunde" werden in Preußen verboten.
1847 - Mindener Volksblatt - "Das Konventikelwesen [ einzelne Gruppen innerhalb der Kirche ] ... greift auf eine sehr beunruhigende Weise um sich ... es steht das Schlimmste zu befürchten, wenn die Regierung nicht energisch einschreitet." "Der Ruf nach der Obrigkeit war auch hier das einzige, das den traditionellen Christen einfiel." (S. 442)
30.3.1847
- Toleranzedikt in Preußen:
Erstmals ist es
möglich, aus der Kirche auszutreten.
Doch die evangelische und die katholische Kirche erhielten weiter massive
Privilegien. Daneben gab es "geduldete
Religionsgemeinschaften", welche an kirchlichen Ämter festhielten. Alle anderen
galten als "Privatvereine", die jederzeit wieder verboten werden konnten
1848 - Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt: Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für den geplanten Paragraph 17: "Jede Religionsgemeinschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheit selbstständig, bliebt aber den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen. Keine Religionsgemeinschaft genießt vor anderen Vorrechte durch den Staat; es besteht fernerhin keine Staatskirche." Doch die Kirchen bekämpfen die Entwicklung zur Demokratie heftig. Die ausgearbeitete Verfassung tritt nie in Kraft, die Revolution wird zerschlagen. Hier ziehen dann wieder die innerkirchlich angefeindeten Pietisten sowie "aufgeklärten" Pfarrer mit der totalitären Amtskirche an einem Strang. Wörtlich schreibt Barbara Beuys: "Im ganzen Land arbeiten derweil pietistische wie milde aufgeklärte Pfarrer mit aller Kraft daran, diese friedliche Revolution, die nicht Umsturz bringen, sondern den Weg zu gemäßigten bürgerlich-demokratischen Freiheiten öffnen sollte, zu Fall zu bringen." (S. 454)
"Das Gesamtbild während der Revolution ist eindeutig: Das feste Bündnis zwischen ´Thron und Altar`, zwischen den aristokratischen Mächten und den protestantischen Kirchen, stemmte sich gegen Änderungen und Demokratie - und blieb Sieger." (S. 456)
19. Jahrhundert - Alle Schulen und Lehrpläne wurden von den Kirchen kontrolliert.
Aufkommen des Sozialismus - Die protestantische
Kirche bekämpfte ihn und stellte sich fest an die Seite der Obrigkeit.
Die Kirchen werden immer leerer.
Die
Wende kam durch den Krieg gegen Frankreich 1870/71.
Anmerkung:
Auch die ersten Versuche durch
Sozialisten, eine Besserstellung der Frau zu erreichen, werden von den Kirchen
energisch bekämpft. Frauen hatten nach wie vor kein Wahlrecht und waren
rechtlich vielfach schlechter gestellt als Männer.
"Dann jedoch trat etwas ein, das dieses Problem schlagartig in den Hintergrund drängte ... und es kam wieder die große Stunde der evangelischen Prediger ... Problemlos knüpften die Geistlichen an die national-religiöse Begeisterung der Befreiungskriege an und setzten - wie einst gegen Napoleon - die Sache der Deutschen mit dem Willen Gottes gleich ... Und wieder tönte es von den Kanzeln, dass der Tod auf dem Schlachtfeld zu Märtyrern im heiligen Krieg macht." (S. 468 f.)
"Es ist die gleiche Koalition wie 1813: Eine Theologie, die gegen den Geist der Aufklärung in ihren Reihen kämpft, macht Gott zu einem deutschen Wesen ..." (S. 470)
"Ähnlich wie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon stellten die Pfarrer in diesem kurzen Krieg erfreut fest, ´dass ein Zustrom zur Kirche einsetze.` Und sie nutzten die Gelegenheit, die erschreckten Gewissen in ihren Dienst zu nehmen." (S. 472)
Der bekannte Theologe Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer der Einrichtungen in Bethel, regte z. B. den Sedanstag als nationalen Feiertag an (Gedenktag an Sieg gegen das Heer Napoleons). So kommt es auch.
Doch nach dem erneut gewonnenen Krieg gegen
Frankreich geht es mit den Kirchen wieder schnell bergab.
1874
- Neues Gesetz in Preußen: Es entfällt der Zwang
zur Säuglingstaufe und zur kirchlichen Trauung. Bereits bis Ende des Jahres
haben nach In-Kraft-Treten des Gesetzes 80 % der Paare in Berlin auf die
kirchliche Trauung verzichtet und 40 % der Eltern auf die Säuglingstaufe.
1875 - Der Missionsverein des bekannten Johann
Hinrich Wichern nennt sich jetzt "Verein zur Bekämpfung der Sozialdemokratie".
Es gibt auch einzelne Ansätze eines kirchlichen Sozialismus zur Rettung der
Kirche. Doch die Hauptlinie war eine andere. Z. B. 1893: Erlass des
Innenministers an alle Regierungspräsidenten: Alle sechs Monate ist ein Bericht
anzufertigen, wie die Sozialdemokratie bekämpft wurde. Der gleiche Erlass ging
an den Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin. "Er sollte überlegen, mit welchen
kirchlichen Maßnahmen man die staatlichen Stellen in dieser Sache unterstützen
könne."
(S. 491)
Bekanntes Buch von Pastor Kapff, Der glückliche Fabrikarbeiter: "Es dürfen in der Fabrik nicht vielerlei Meinungen herrschen, sondern ein Wille, Plan und Gedanken, dem alle Einzelnen sich unterwerfen müssen ..." (S. 482)
Der Berliner Oberkonsistorialrat Johann Friedrich Baumann schlug den Fabrikanten folgenden "christlichen Liebesdienst" vor: Es sei "allen Arbeitern die Entlassung anzudrohen, die sich gegen Taufe und kirchliche Trauung entschieden." (S. 483)
Trotzdem: Immer weniger Menschen lassen sich einschüchtern: "In Hamburg gab es noch 1899 so wenig kirchliche Beerdigungen, dass niemand eine Statistik anlegte." (S. 468)
Um die
Jahrhundertwende suchte die Kirche nach weiteren Möglichkeiten, die Menschen
wieder zu gewinnen. Ein geeignetes Instrument war die Volksverhetzung gegen die
Juden. So schürte die Kirche z. B. mehr und mehr den Antisemitismus.
Über den bekannten Hofprediger Adolf Stöcker heißt es. "Den Erweckten im
Siegerland gefiel diese Mischung aus Judenhass und sozialem Engagement" (S.
488). Sie wählten Stöcker in den Reichstag.
Beim Kaiser fiel Stöcker wegen seines kämpferischen Antisemitismus 1890 aber in
Ungnade. Doch Stöcker ließ sich vom Staatsoberhaupt nicht einschüchtern und
blieb dem kämpferischen Antisemitismus treu.
Doch die
Kirchenaustritte nehmen weiter zu, allein 60.000 zwischen 1910 und 1913.
Bis 1914 wieder die Wende kommt.
3) Zeittafel ab 1914
"Es kam der Tag, da wurden aller Streit, alle
Differenzen, unwichtig" - der 1.8.1914.
"Wie 1813 und 1870 im Kampf gegen
Frankreich funktionierten die evangelischen Kirchen die deutsche Sache um zu
Gottes ureigenem Auftrag und erklärten, dass der Segen des Christengottes vor
allen anderen auf deutschen Waffen ruhe."
(S. 495)
Der Evangelische Oberkirchenrat jubelt und schreibt an alle Geistlichen und Gemeinderäte in Preußen: "Mit hoher Freude sehen alle, die unser Volk lieb haben, wie unter der Not des mit ungeheurem Frevelmut uns aufgezwungenen Krieges das religiöse Bedürfnis in unsern Gemeinden erwacht. Gotteshäuser und Gottesdienst füllen sich. Scheinbar erstorbene Glaubensfunken leuchten wieder auf ... Unser Volk findet seinen Gott wieder und spricht zu ihm als seinem Hort und seiner Zuflucht." (S. 495)
Der Krieg baute sich auf und begann, und die Kirchenaustritte hörten auf. "Der Krieg bremste kurzfristig diese Fluchtbewegung. Die Kirche wurde wieder zum Zentrum." (S. 496)
Z. B. durch Missionsinspektor Witte 1914: "Unsere 67 Millionen brauchen mehr
Raum als die zu eng werdende Heimat."
(S. 496 f.)
"Der Krieg sei vom ´heiligstem christlichem Interesse`, verkündete 1914 das
´Korrespondenzblatt` für die evangelisch-lutherischen Geistlichen in Bayern."
Und: Kaiser Wilhelm II ... verstand sich als ein ´Instrument` Gottes und dessen
´auserwähltes Rüstzeug`. Zugleich war der Monarch ein traditionsbewusster
evangelischer Christ." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern
Nr. 46/2008, S. 29)
"Nicht wenige Pfarrer glaubten, mit solchem kriegerischen Eifer in den
Fußstapfen Martin Luthers zu wandeln
...
Ja, er schrieb, dass in einem solchen Fall ´Gott henkt, rädert, enthauptet,
tötet und Krieg führt.`"
(S. 498; vgl.
Der Theologe Nr. 3)
1916 - Hirtenbrief des bayerischen evangelischen Oberkonsistoriums. Es ist ein Appell, im Krieg durchzuhalten.
In Berlin predigt Pfarrer Paul Conrad
"zu Ehren Luthers".
(S. 500)
"Um den Krieg doch noch zu gewinnen, fasst er [der Historiker Hartmut
Lehmann] die Stimmung zusammen, sollten die Deutschen sich Luther mit seinem
Gottvertrauen und mit seinem unbeugsamen Kampfeswillen zum Vorbild nehmen.
Lehmann: ´Luther avancierte zum Deutschen schlechthin` ... Während auf den
Schlachtfeldern im Westen die oft sehr jungen Soldaten mit der Parole ´Gott mit
uns` in den Tod liefen, organisierten die Pfarrer die Heimatfront"
(Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29).
"Denen, die um ihre Toten trauern, soll gesagt
werden, dass die heiligen Opfer mitwirken zur Auferstehung unseres Volkes."
(Kirchliche Position, zit. nach Beuys, S. 502)
"Vor 90 Jahren [1918-2008] endete der 1. Weltkrieg, der in Europa fast 20
Millionen Todesopfer forderte. Das deutsche Kaiserreich ging in einer
Revolution unter. Eine Niederlage für die protestantische Pfarrerschaft, die
zuvor die Heimatfront organisiert hatte und mit Luther den Kampfeswillen stärken
wollte." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008,
S. 29)
Anmerkung: Der Katholik Hitler zahlte
übrigens bis zu seinem Lebensende 1945 seinen Kirchenbeitrag stets vollständig
und pünktlich, während es bei anderen Steuern teilweise erhebliche
Auseinandersetzungen zwischen ihm und den Steuerbehörden gab.
Die Kirchenführer jubeln erneut:
"Nach
dem ersten Schock erkannten führende Kirchenmänner, was sie gewonnen hatten;
eine noch nie da gewesene Unabhängigkeit und zugleich - so vollständig war die
Trennung von Staat und Kirche denn doch nicht - eine feste Einnahmequelle durch
das Kirchensteuersystem."
(S. 505)
Otto Dibelius, jetzt Superintendent, veröffentlicht im Jahr 1926 ein Buch über das 20. Jahrhundert, "Das Jahrhundert der Kirche": "Wir haben eine Kirche. Wir stehen vor einer Wendung, die niemand hatte voraussehen können. Das Ziel ist erreicht! Gott wollte eine evangelische Kirche." (S. 505)
Gleichzeitig nimmt die Judendiskriminierung durch die Kirche immer stärkere Ausmaße an.
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Wie es
weitergeht, lesen Sie in
"Der Theologe Nr. 4"
-
Ein Beispiel: Als Beispiel für die Kriegsbegeisterung auf römisch-katholischer Seite sei an dieser Stelle auf Kardinal Michael Faulhaber und Kardinal Clemens August von Galen (1878-1946; im Volksmund "Löwe von Münster") genannt hingewiesen. Bischof von Galen war z. B. ein Einpeitscher, die die deutschen Soldaten regelrecht in den Krieg trieb und ihnen im Todesfall das ewige Paradies versprach. Er wurde im Jahr 2005 selig gesprochen. Siehe dazu im Anhang unsere Meldung Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers. |
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Das Unglück der Menschen ist das Glück der Kirche (Sprichwort) |
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Evangelische Kirche heute: Die militärische Überlegenheit wird immer mitgedacht
Krieg als "letztes Mittel" erlaubt
In den letzten ca. 200 Jahren ließ sich
folgendes beobachten: Immer wenn die evangelische Kirche in Deutschland am
Boden lag, predigte sie den Krieg – im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Das
Elend des Krieges trieb die Leute zurück in die Kirche. Menschen wurden
getötet, Länder wurden zerstört und die Kirchen hatten wieder großen Zulauf.
So war es 1813 und 1870/71 bei den Kriegen gegen Frankreich, so war es 1914,
so war es auch 1939 (siehe oben). Kirche ist immer für die militärische Überlegenheit der kirchenfreundlichen Staaten
Dabei ist auch folgendes zu bedenken: Diese ständige Kriegsbefürwortung
der Kirchenmänner als "letztes Mittel" setzt ja voraus, dass
man von der militärischen Überlegenheit des eigenen Lagers ausgeht, da man
natürlich immer mitdenkt, dass man diesen Krieg als "letztes Mittel"
dann auch gewinnt. Also ist die Kirche immer (!) auch für die Aufrüstung (!)
und für die militärische Überlegenheit (!), auch wenn sie dies mit ihren
Worten oftmals verschleiert.
EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider rechtfertigt Tötung von Osama bin
Laden mit Jesus von Nazareth -
Anlässlich der Militäraktion der USA gegen
Osama bin Laden in Pakistan verdeutlichte die Evangelische Kirche in
Deutschland wieder ihre Position zum Krieg und zu gezielten Tötungen. So
erschien z. B. in der Welt am Sonntag vom 15.5.2011 ein
Interview mit den EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider:
http://www.welt.de/print/wams/politik/article13372546/Mit-solchen-Feinden-kann-man-keinen-Frieden-schliessen.html "Spannung" zwischen Pazifismus und militärischer Gewalt
Ganz in diesem Sinne wiederholte der
EKD-Ratsvorsitzende bei einem Vortrag am 10.10.2011 in Bonn seine Thesen.
Idea.de beschreibt die Position so: "Christen
sollten die Spannung zwischen einem radikalen Pazifismus und militärischer
Gewalt als letztem Mittel (ultima ratio) zum Schutz wehrloser Menschen
aushalten"
(http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/zwischen-pazifismus-und-militaereinsatz-1.html)
Doch wann lavierte Jesus je von einem solchen Spannungs-Pol zum nächsten?
Und wann sprach Jesus jemals von einer "ultima ratio"?
|
|
Lesen Sie auch: Der Theologe Nr. 53 |
Zum Gaza-Krieg 2008/2009 siehe unsere Berichte hier
19.7. / 27.10.2006 -
Libanon-Krieg - "Test" für Iran-Krieg? War es ein gerechter Krieg?
Kriegsstimmung in der evangelischen Kirche
-
"Pünktlich" drei Tage
nach der Fußball-Weltmeisterschaft begann am 12.7. der von vielen voraus geahnte
neue Nahost-Krieg. Im Zusammenhang des Weihnachts-Urbi-et-Orbi von Benedikt XVI.
war verschiedentlich gemutmaßt worden, dass die derzeitige Regierung der USA das
Fußball-Großereignis in Deutschland noch abwartet, um dann in irgendeiner Form
gegen den Iran
loszuschlagen (siehe dazu unsere Meldung
vom 25.12.2005). Am 19.7.2006, eine Woche
nach Beginn des neuen Krieges, verbreiteten die New York Times in den USA
und The Guardian in Großbritannien die Meldung, dass Israel anscheinend
in enger Absprache mit der Regierung Bush handele. "Washington habe Israel ein
Zeitfenster von einer Woche eingeräumt, um die Infrastruktur der militanten
Hisbollah zu zerstören", die bekanntlich vom Iran unterstützt wird (Focus
online, 19.7.2006; siehe dazu auch
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427836,00.html). "Israels
Militäroffensive im Libanon sei lange geplant gewesen", glaubt auch der
israelische Historiker Tom Segev (Spiegel online, 19.7.2006).
"Israel habe von den USA eine ´carte blanche` (= Freibrief, Blanko-Vollmacht)
für eine Ausweitung der Angriffe gegen Hisbollahziele im Libanon", sagte zudem
ein Armeesprecher Israels, der anonym bleiben möchte
(Spiegel online, 21.7.2006). Und vielleicht hat
der gläubige protestantische US-Präsident George W. Bush (er wurde einst vom
"Evangelisten" Billy Graham
für den kirchlichen Glauben bekehrt) auf eine Art "Wunschzettel" für mögliche
Entwicklungen zurück gegriffen, als er Syrien am 19.7. scharf attackierte und in
diesem Zusammenhang erklärte: "Mir kommt´s so vor, als wollten die Syrer wieder
in den Libanon" (Focus online, 20.7.2006). Zum
Zeitpunkt des etwas überraschenden Wortbeitrags des Präsidenten waren allerdings
die Israelis wieder dort eingedrungen und nicht die Syrer, die 2005 als
bisherige "Schutzmacht" ihre Truppen unter dem Jubel der libanesischen
Bevölkerung zurückgezogen hatten. Mittlerweile hat auch der US-amerikanische
Journalist Seymour Hersh Indizien dafür zusammengetragen, dass der Libanon-Krieg
für die Bush-Regierung ein "Testlauf für einen Iran-Krieg" gewesen sein soll
(Siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,431774,00.html).
Ganz selbstverständlich können
die Kirchenchristen bei ihrer Beurteilung des Krieges die in ihrem
Glaubensbekenntnis verankerte "Lehre vom gerechten Krieg"
anwenden, der auch für die evangelisch-lutherischen Kirchen in Deutschland bis
heute verbindliche Glaubenslehre ist. So wird in der Augsburger
Konfession gelehrt, "dass Christen mögen ... Übeltäter mit dem Schwert
strafen [und](,) rechte Kriege führen" (CA XV), und jeder Pfarrer wird
darauf vereidigt. Am direktesten sprach bisher der bekannte Politologe,
Buchautor und häufige Referent auf Kirchentagen und in kirchlichen Kreisen, Dr.
Matthias Küntzel, von einem "gerechten Krieg" (Spiegel online, 23.7.2006)
- im Gegensatz zur UNO, deren Vertreter in diesem Krieg z. B. "Verstöße gegen
internationales Recht" beklagte (25.7.2006).
Zwar hatten sich der Papst und der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber
während des Krieges der UN-Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand
angeschlossen, doch vor allem innerhalb der evangelischen Kirche griff vielfach
unverhohlene Kriegsstimmung um sich. So heißt es z. B. im Leitartikel von
Johannes Gerloff in dem angesehenen evangelischen Wochenmagazin idea-spektrum
(29/2006): "´Israel muss die Hisbollah total
vernichten.` Darin sind sich die messianische Jüdin Alice aus Naharija und der
arabische Christ Nabil aus Mrar einig." Und: "Die größte Angst der Israelis
kommt immer wieder zur Sprache: dass der Druck der
Weltöffentlichkeit Israel einmal mehr zwingen
könnte, eine Militäraktion vorzeitig und unvollendet abbrechen zu müssen." Dies
klingt wie eine Drohung gegenüber europäischen Vermittlern wie Javier Solana
oder der französischen Regierung oder Joschka Fischer, die sich um einen
sofortigen Waffenstillstand bemühen, um weiteres furchtbares Leid zu verhindern.
Und dann lässt die evangelische Zeitung am Ende ihres Kommentars eine vielleicht
versteckte Aufforderung zum Krieg gegen den Iran folgen: "Wer dem mörderischen
Ungetüm das Genick brechen will, muss sich nach Teheran wenden."
PS: Auch der bekannte römisch-katholische Fernsehkorrespondent Ulrich W. Sahm
(ntv), gleichzeitig Mitarbeiter der römisch-katholischen Nachrichtenagentur
KNA, stand hinter den Angriffen der israelischen Armee. Sein Argument: "Die
Kriegserklärung ging vom Libanon aus" (idea spektrum Nr.
31/2006).
Einmal mehr wird der große Friedensstifter Jesus von Nazareth damit von den
Kirchenchristen auf böse Art und Weise verhöhnt.
Denn Jesus sprach niemals von totaler militärischer Vernichtung eines Gegners
oder einer Angst, einen Krieg vorzeitig abbrechen zu müssen oder davon, einem
Gegner das Genick zu brechen. Nicht einmal von einem "gerechtfertigten"
"Verteidigungskrieg". Jesus lehrte in der Bergpredigt (Matthäusevangelium,
Kapitel 5 - 7): "Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut
wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und
verfolgen." Wem dies ethisch zu anspruchsvoll erscheint oder aus einer
Betroffenheit heraus augenblicklich unannehmbar, der sollte sein Denken und
Empfinden dann aber nicht "christlich" nennen. Und Jesus lehrte auch ganz
schlicht und für jeden sofort verständlich:
"Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!"
Dies ist gleichbedeutend dem bekannten Sprichwort "Was du nicht willst, dass man
dir tu, das füg auch keinem andern zu." Oder Jesus weiter: "Was siehst du aber
den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem
Auge." Oder: "Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder
heißen." Das also ist der christliche Beitrag zum Nahost-Krieg im Gegensatz zu
vielen anti-christlichen evangelischen Beiträgen. Auffällig ist, dass sich viele
Nachfolger Martin Luthers nicht einmal mehr die Mühe machen, Jesus zu
widerlegen. Auch jammern sie gar nicht mehr herum, dass es doch so "schwer" sei,
seine Lehre zu befolgen und man leider "notgedrungen" das Gegenteil von dem tun
müsse, was er lehrte. Jesus von Nazareth wird immer häufiger einfach ignoriert.
Selbst das Alte Testament, gleichermaßen die Glaubensgrundlage des Judentums und
der Kirche, wird vielfach ignoriert und damit stellenweise praktisch für
bedeutungslos erklärt. Denn das Alte
Testament lehrt: "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (2. Mose 21, 24).
Bekanntlich hat Jesus auch diesem Satz, der einem Geschädigten erlauben soll,
Gleiches mit Gleichem zu vergelten, deutlich widersprochen (siehe dazu
Matthäus 5, 38 ff.). Doch dessen Lehre hat man ja eh´ schon über Bord
geworfen. Nun stünde aber auch im Alten Testament geschrieben: Vergeltung mit
Gleichem, nicht mit Unverhältnismäßigem. Doch man hielt sich in
diesem Krieg auch nicht an dieses Gebot im Alten Testament, sondern riss
sinngemäß für ein Auge Hunderte von Augen aus und für einen Zahn Hunderte von
Zähnen. Wäre man stattdessen nach dem alttestamentlichen Prinzip "Auge um Auge,
Zahn um Zahn" (bzw. "Auge für Auge, Zahn für Zahn") vorgegangen, so wäre also
auf eine Entführung oder einen Terror-Anschlag eine Vergeltung gleichen Ausmaßes
erfolgt.
Für die Kirchenchristen in der
US-Regierung und ihre Gesinnungsfreunde in den deutschen Kirchen zählt es jedoch
zum legitimen Recht, ein Unrecht x-fach vergelten zu dürfen bis zur Ausrottung
eines Verursachers, was auch mit der Ausmerzung zahlloser Unbeteiligter
verbunden ist. Und im Alten Testament gibt es
andere Stellen, an denen ein solches Verhalten auch religiös gerechtfertigt
wird. Zudem glauben Millionen von Bibelanhängern, v. a. in den USA, dass ihr
evangelischer bzw. kirchlicher Gott in der so genannten "Endzeit" der Armee
Israels den militärischen Sieg schenkt und alle ihre Gegner
vernichtet, und dass sich die Israelis anschließend
zum kirchlichen Glauben bekehren. In diesem Sinne biegt man sich teilweise
gefälschte Bibelstellen aus dem Alten Testament (so z. B. in Hesekiel 38 und
39) oder der Offenbarung des Johannes (z. B. 14, 20)
zurecht. Siehe dazu:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5782498_TYP_THE_NAV_REF3,00.html
Im Gegensatz dazu ist auch die Verheißung an den Propheten Abraham zu
bedenken, in der es heißt: "In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf
Erden"
(1. Mose 12, 3). Wie aber müsste eine Politik aussehen, die zum "Segen" auch
für die anderen "Geschlechter" bzw. Völker würde? Zudem heißt es sowohl im Alten
als auch im Neuen Testament: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Wenn
diese geistige "Gesetzmäßigkeit" zutreffend ist, kann sich jeder selbst
ausrechnen, was bald auf diejenigen zukommt, die in den letzten Wochen anderen
großes Leid zufügten, gleich, auf welcher Seite sie stehen. "Es wurde so viel
Hass gesät", berichten Menschen vor Ort
(siehe
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,432616,00.html)
und dies gilt wohl für Menschen in Israel und im Libanon. "Fast
der ganze Südlibanon ist eine Ruinenlandschaft", schreibt z. B. Spiegel
online (15.8.2006),
und was werden wohl die Flüchtlinge denken, die in ihre Häuser zurückkehren
wollten und dort jetzt nur noch eine Ruine finden (siehe dazu auch
http://focus.msn.de/politik/nahost/beirut_nid_33705.html über die Situation in
Beirut). Noch wenige Stunden vor Kriegsende wurden die Angriffe mit auch in
militärischen Kreisen heftig kritisierten Streubomben intensiviert, von denen
100.000 noch nicht explodiert seien und in der "Nachkriegszeit" weiter täglich
Menschen töten (siehe
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,434435,00.html). Während
des Krieges wurden zudem Phosphorbomben abgeworfen, die demnächst als chemische
Waffen geächtet werden sollen
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,443964,00.html).
Und schließlich hat die israelische Armee auch die im Jahr 1997 von 152 Staaten
geächteten Landminen eingesetzt
(http://www.focus.de/politik/nahost/un_nid_40121.html). Und ein
Krieg zieht auch weitere Kreise: Bei einem Angriff soll z. B. auch der Bruder
eines libanesischen Studenten aus Kiel ums Leben gekommen sein. Und dieser
versuchte später wiederum, zwei Bomben in deutschen Regionalzügen zu zünden.
Nach Ansicht von Experten sind solche privaten Tragödien oft der Auslöser dafür,
dass sich jemand dem Terrorismus zuwendet. Wie also könnte man demnach den
Terrorismus wirksam bekämpfen?
Anmerkung:
Im Jahr 1982 kam es im Libanon sogar zu einer massiven Kriegshandlung einer
angeblich "christlichen" Armee:
Damals verübte die so genannte Phalangisten-Armee der kirchenchristlichen
Maroniten das Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und
Schatila nahe Beirut. Die israelischen Besatzer hielten den Maroniten dabei den
Rücken frei. 2.500 Palästinenser wurden wahllos ermordet, nachdem zuvor der
maronitische libanesischen Präsidenten Baschir Gemayel ermordet wurde und man
Palästinenser als Drahtzieher vermutete. Die Maroniten erkennen den
römisch-katholischen Papst im Rom als ihr Oberhaupt an (Näheres dazu bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Sabra_und_Schatila).
Zum Kriegsverlauf:
Während drei bekannte israelische
Schriftsteller (David Grossmann, A. B. Yehoshua, Amoz Oz) in der letzten
Kriegsphase ein sofortiges beidseitiges Ende der Angriffe forderten
(Haaretz, 6.8.2006)
und auch Rolf Verleger vom Zentralrat der Juden in
Deutschland die Fortsetzung des Kriegs kritisierte
(siehe
http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/430907.html),
meldete sich zu diesem Thema in Deutschland auch
der außenpolitische Sprecher der CDU, das
Vorstandsmitglied Eckart von Klaeden,
zugleich Mitglied im
Präsidium des Deutschen Evangelischen
Kirchentages,
zu Wort. Er warf der Hisbollah vor, möglichst
"viele Tote unter der Zivilbevölkerung beider Seiten" herbeiführen zu wollen
(Bild, 5.8.2006).
"Wir dürfen auf diese menschenverachtende
Strategie nicht hereinfallen", so der führende evangelisch-lutherische
Politiker. Was sollte das nun praktisch heißen? Es war offenbar eine weitere
Rechtfertigung dafür, dass der Krieg erst einmal weitergehen müsse. Eine andere
Rechtfertigung lautete seit dem 1.8.2006, der Krieg sei
eine notwendige "Vorbereitung für die internationale Friedensmission" im
Libanon, die seither vorbereitet wurde.
Dabei könnten folgende Entwicklungen allerdings eine Warnung sein: Nach
dem Irak-Krieg der USA wurde das Land zur Operationsbasis für Terroristen (ca.
6.500 Todesopfer seit "Kriegsende", davon ca. 40 getötete US-Soldaten monatlich,
tägliche Selbstmordattentate). Und auch seit dem Afghanistan-Krieg der NATO
verfällt dieses Land zunehmend in Terror und Chaos und die im Krieg scheinbar
besiegten Taliban kommen wieder. Im
Libanon kommen zu den Todesopfern und Verletzten momentan auch wirtschaftliche
Schäden in Höhe von ca. acht Milliarden Euro hinzu,
das Ausmaß der Ölpest noch nicht mit eingerechnet.
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,432293,00.html). Der Krieg hat
solche "ökologischen Schäden" verursacht, dass auch die Landwirtschaft, die
Lebensgrundlage der Bevölkerung, auf lange Sicht zerstört ist. "So hätten
etwa die israelischen Luftangriffe auf den Süden des Libanons so schwere
Umweltschäden angerichtet, dass dort die nächsten Jahre nicht mehr an
Landwirtschaft ... zu denken sei"
(dpa, 27.10.2006).
PS:
Wer soll dafür aufkommen und wie genau soll denn die "internationale
Friedensmission" die Friedens- und Versöhnungsbereitschaft der Bevölkerung
fördern?
Im Nachbarland Syrien war in den
letzten Kriegstagen "die Wut kaum noch kontrollierbar", so der Imam Muhammad
al-Habash. Spiegel online
schreibt: "´Das Volk glaubt, es habe die religiöse Pflicht, den Besatzern
Widerstand zu leisten`, sagt er und erzählt von Familien in seinem
Bekanntenkreis, deren Söhne sich in den letzten Tagen in den Dschihad
verabschiedet haben. Vermutlich in den Libanon, da Syrien der Frustration noch
kein Ventil bietet. Al-Habash ist ein Geistlicher, der für seine Weltoffenheit
und Toleranz bekannt ist. ´Aber jedes Mal, wenn die Menschen hier Opfer von
Israel werden, wird die Stimme der Gemäßigten immer leiser. Wir verlieren an
Glaubwürdigkeit`, beklagt er. ´Wenn der Krieg weiter eskaliert, wird sich unser
Volk von nichts mehr aufhalten lassen`" (10.8.2006).
Nun ist der Krieg tatsächlich kurzzeitig eskaliert, doch mittlerweile haben
alle Seiten der UN-Resolution für eine Waffenruhe zugestimmt. Doch werden sich
nun z. B. alle Kämpfer, die gerade erst in den Dschihad gezogen waren, der
Führung der Hisbollah beugen, wenn diese die Waffen niederlegt? Oder ist das
Leid des gerade gestoppten Krieges und der akuten Kriegsfolgen nicht schon der
Keim für den nächsten Krieg? Auch die israelische Regierung hat bereits die
Fortsetzung des Krieges angekündigt, wenn die Hisbollah sich nicht entwaffnen
lässt. Währenddessen bauen jüdische Siedler im besetzten Westjordanland weiter
illegal Häuser auf Grundstücken von Palästinensern, was von der Regierung
geduldet wird.
(http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/448497.html).
Man hört jedoch auch von einem jüdischen Rabbi, der palästinensischen Opfern
beim Wiederaufbau von zerstörten Häusern oder bei der Ernte hilft.
Die deutsche Regierung hat sich ebenfalls in den Konflikt hineinziehen lassen
und schickte 2.500 Soldaten im Rahmen der UN in den Libanon, um
Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden.
(siehe dazu z. B. http://www.netzeitung.de/deutschland/433054.html).
6)
Afghanistan-Krieg seit 2001
(Weitere Meldungen zum Afghanistan-Krieg siehe auch im Anhang Nr. 3 unter
Weitere Nachrichten)
13.3. / 24.5.2007 -
"Wir fliegen in den Krieg" - Deutschland im heimlichen Angriffskrieg
- Im krassen Widerspruch zum deutschen Grundgesetz
beschloss der deutsche Bundestag mehrheitlich die Entsendung von Kampfbombern in
den Afghanistan-Krieg, den so genannten Tornados (auch die Fraktion der GRÜNEN
stimmte mehrheitlich dafür, wie schon für den Kosovo-Krieg und für den Beginn
des Afghanistan-Krieges). Zwar werfen die Deutschen die Bomben nicht selber ab,
sondern sagen "nur" der USA, wohin diese die Bomben werfen müssen. Doch der
Unterschied ist minimal. Da keine der afghanischen Kriegsparteien Deutschland
bis dahin etwas getan hat, handelt es sich um einen Angriffskrieg. Die USA
führen solche "präventiven" Angriffskriege "gegen den Terror" ohne Zustimmung
der UNO seit Ende 2001 und wollen auch die Deutschen immer weiter mit hinein
ziehen. Denn man braucht die eigenen Kapazitäten wohl schon für die nächsten
Kriegsziele.
Um die überwiegend kriegsunwillige deutsche Bevölkerung ruhig zu halten, denken
sich die Politiker trickreiche Konstruktionen aus: So heißt es, die Bundeswehr
wäre im Rahmen des von der UNO eingesetzten ISAF-Einsatzes (International
Securitiy Assistance Force) tätig. Gleichzeitig ist sie aber auch Teil des
andauernden weltweiten Krieges mit den Namen "Enduring Freedom", der
unter dem Oberkommando der USA geführt wird und der mit der UNO nichts zu tun
hat. Im Rahmen dieses Krieges sind seit 2001 auch Tausende unschuldiger
Zivilisten getötet worden. Das wird jedoch gerne verheimlicht. Denn ein großer
Teil der Bevölkerung hat in der Schule auch noch gelernt,
Deutschland übe sich in "De-Eskalation" von Konflikten, nicht im Führen von
Kriegen, wie es seit 1999 (Kosovo-Krieg der Regierung Schröder (evangelisch) /
Fischer (katholisch)) praktiziert wird.
Eine Verfassungsklage der Abgeordneten
Peter Gauweiler (CSU) und Willi Wimmer (CDU) gegen den erweiterten Kriegseinsatz
Deutschlands in Afghanistan wurde bereits abgewiesen. Auch die Klage der
Linkspartei wurde abgewiesen. Derweil schaffte die Bundeswehr erste vollendete
Tatsachen. "Wir fliegen in den Krieg", schreibt
Bild am 3.4.2007.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom:
23.9.2006
28.10.2006
7.1.2007
sowie den Artikel: Die Lunte brennt - Wohin treibt der Afghanistan-Krieg?
vom Dezember 2001
http://www.das-weisse-pferd.com/01_12/afghanistan.html
Für den Krieg
müssen wir auch wieder Millionen oder gar Milliarden Euro an Steuergeldern
aufbringen, die woanders fehlen. Z. B. gehen alleine die Unterhaltskosten der
Tornado-Flotte in die Zig-Millionen. Nach einer Stunde Flug muss das
Kriegsflugzeug nämlich 20 Stunden gewartet werden
(AP, 13.4.2007),
und bis jetzt erlitten nur bei Übungen schon 44 Tornados Totalschaden durch
Abstürze, Kollisionen und Brände.
Und glaubt die deutsche Regierung Merkel-Müntefering im Ernst, dass die
Islamisten, die in Afghanistan vor dem NATO-Angriff im Jahr 2001 die Regierung
stellten, ohne schlimme Folgen für die Bundesrepublik Deutschland und die
anderen NATO-Staaten einfach von der Erdoberfläche weggebombt werden können?
Vielmehr gilt, was schon in der Bibel (Galaterbrief 6, 7) steht: "Was der
Mensch sät, das wird er ernten." Das heißt z. B. auch: "Wer Krieg sät, wird
Krieg ernten."
PS: Die Kirchen lehren jedoch, dass dies nur manchmal so ist, nicht
immer. Und Angela Merkel ist evangelisch, Franz Müntefering katholisch, und auch
die übrigen Minister sind meistens evangelisch oder katholisch.
Aktualisierung [18.5. / 24.5.2007]
Drittes Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr
- Deutsche Armee als Teil des Krieges "Enduring Freedom":
Während die NATO im April und Mai 2007 wöchentlich die Anzahl der von ihr im
Rahmen von "Enduring Freedom" getöteten Taliban-Soldaten im zwei- oder
dreistelligen Bereich verkündet, schlagen die Islamisten teilweise in
Guerilla-Taktik zurück. Zeitgleich zur Meldung über 67 getötete Taliban am
18.5.2007 im Osten Afghanistans werden im Norden drei deutsche NATO-Soldaten von
zwei Taliban-Selbstmordattentätern in die Luft gesprengt und getötet. Es ist das
dritte Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr in Afghanistan. Und damit erhöht
sich die Zahl der auf diese Weise getöteten Deutschen von 5 auf 8. Hinzu kommen
13 bei Unfällen getötete Soldaten.
Anlässlich des Attentats auf die Bundeswehr
bestätigte der römisch-katholische "Verteidigungs"-Minister
Franz Josef Jung noch einmal, dass die deutsche Armee nicht nur im Auftrag der
UNO tätig ist, sondern auch als Teil des von der USA geführten weltweiten
Krieges "Enduring Freedom" (z. B. Main-Echo, 24.5.2007).
In diesem seit 2001 geführten Krieg hat die USA schon nachweislich mit massiven
Lügen zur Täuschung der Weltöffentlichkeit gearbeitet, z. B. zu Beginn des
völkerrechtswidrigen Einmarsches in den Irak im Jahr 2003. Der evangelische
Präsident George W. Bush setzt dort weiter auf den militärischen Sieg und
kündigt für den Sommer 2007 bereits "mehr Opfer auf allen Seiten" an (ARD,
Tagesschau, 24.5.2007).
Mittlerweile informieren
Irak-Kriegs-Veteranen immer mehr über die Gräueltaten der
Enduring-Freedom-Truppen an der Zivilbevölkerung vor allem im Irak.
"Veteranen beschreiben in ´The Nation`, dass US-Soldaten rücksichtslos um sich
feuern, sobald sie das Militärgelände verlassen. Einige schossen demnach Löcher
in Benzinkanister, die am Wegesrand verkauft werden, um dann Granaten in die
Benzinpfützen zu werfen. Andere eröffnen das Feuer auf Kinder – unter den Augen
der Iraker. Es existieren sogar Fotos, auf denen Soldaten irakische Leichen
schänden. Auf einem Bild soll ein Soldat so tun, als ob er das verspritzte
Gehirn eines toten irakischen Mannes mit seinem braunen Plastik-Löffel der Armee
essen wollte." Und: "Das Kämpfen mitten in belebten irakischen Innenstädten –
auf Marktplätzen und in engen Wohnvierteln – führt dazu, dass die US-Soldaten
Gewalt völlig wahllos einsetzen und tausendfach Unschuldige töten."
(http://www.focus.de/politik/ausland/tid-6860/irak-krieg_aid_66752.html).
So frisst sich der kirchenchristliche Westen auf solche Weise immer weiter
mordend in die islamische Welt hinein und wundert sich dann, dass auch der
gewalttätige Islamismus immer mehr zunimmt. Eigentlich müssten die US-Truppen
Morde und Tötungen Unschuldiger verfolgen, doch ein Armeevertreter resigniert:
"´Man kann gar nicht jedes Mal eine Untersuchung einleiten, wenn ein Zivilist
verletzt oder getötet wird, weil es ganz einfach so oft passiert und man sonst
die ganze Zeit nichts anderes tun könnte`, sagt Leutnant Jonathan Morgenstein."
Die Bundeswehr sollte auch deshalb nicht Teil der Enduring-Freedom-Truppen sein.
Zu Opfern von
"Enduring Freedom"
zählen in diesem Sommer auch in Afghanistan vor allem immer mehr unbeteiligte
Zivilisten. Zuletzt kamen wieder 25 Zivilisten ums Leben, darunter Frauen
und Kinder, die bei einem NATO-Luftangriff auf Taliban-Soldaten ebenfalls mit in
Stücke gerissen wurden. Erst einige Tage zuvor versteckten sich islamistische
Kämpfer unter Kindern, weswegen sieben Kinder bei dem Angriff gleich mit getötet
wurden. In der Vergangenheit bombte die NATO manchmal auch auf Verdacht bzw.
irrtümlich, und sie verwandelte z. B. eine Hochzeitsfeier in ein Blutmeer mit
Dutzenden von Toten. Mittlerweile hat der afghanische Präsident Karsai die
ISAF-Truppen scharf kritisiert und um Absprache aller Angriffe mit der
afghanischen Regierung aufgefordert. Wegen der deutschen Beteiligung am Krieg
"Enduring Freedom" drohen jetzt auch Deutschland Selbstmordattentate von
islamistischen Kriegern (Nachrichtenagenturen am 23.6.2007).
24.6.2007 -
Nahezu täglich getötete
Zivilisten: Der heimliche Krieg wird immer brutaler -
Im Oktober 2001 glaubte die NATO noch, in relativ
kurzer Zeit die islamistische Taliban-Regierung in Afghanistan wegbomben und
einen Staat nach westlichen Prinzipien aufbauen zu können. Und auch die deutsche
Regierung aus SPD und GRÜNEN beteiligte sich in einer "historischen"
Entscheidung an diesem Krieg (die nach dem völkerrechtswidrigen Angriff auf
Jugoslawien im Jahr 1999* nicht mehr so schwer fiel). Am
5.10.2001 rief die NATO wegen des Anschläge in New York den "Bündnisfall" aus.
Man sprach von einer "Verbindung" zwischen den Terroristen und der afghanischen
Regierung, und der Krieg gegen Afghanistan begann am 7.10.2001. Offiziell sagte
man, bei dem Krieg handle sich um "kollektive Selbstverteidigung"
(NATO-Vertrag, Artikel 5). Es gehe darum, "unsere Sicherheit" am Hindukusch
zu "verteidigen", wie der damalige SPD-Verteidigungsminister Peter Struck den
Bürgern auf einer Pressekonferenz am 5.12.2002 weis zu machen versuchte
(vgl.
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html).
Doch die deutschen Wohnzimmer-Strategen unterschätzten die Taliban. Zwar wurden
sie schnell aus der Regierung vertrieben. Doch fast sechs Jahre später ist der
Afghanistan-Krieg immer noch nicht "gewonnen" und brutaler denn je. Täglich
sollen zuletzt jeweils Dutzende Taliban liquidiert worden sein, doch es scheinen
nicht weniger zu werden. Zuletzt erreichten auch nahezu täglich Meldungen über
"bedauerlicherweise" von der NATO bzw. der ISAF
(International Securitiy Assistance Force) getötete Zivilisten die
Öffentlichkeit. Und bei einer Kriegsberichterstattung erfährt man ja meist nur
etwas von der Spitze des Eisbergs.
Einige der aktuellen Meldungen:
NATO-Soldaten überschritten versehentlich die Grenze zu Pakistan und töteten
Zivilisten in einem Haus
(Bild, 24.6.2007). / Bei einem US-Angriff auf ein kleines Hotel in
Pakistan wurden zwölf Zivilisten zerfetzt. / Laut pakistanischer Polizei wurden
bei einem weiteren Angriff weitere 20 Zivilisten getötet (Spiegel online,
24.6.2007). / Erst vor einem Tag wurden in einem afghanischen Dorf
neben 20 Taliban auch 25 Zivilisten getötet, darunter neun Frauen und drei
Babies (Focus online, 22.6.2007;
http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64211.html).
/ Und wiederum einige Tage zuvor kamen sieben Kinder bei einem Bombardement
ums Leben. Die Taliban hatten sich bei den Kindern versteckt. / usw. usw.
In der Vergangenheit bombte die NATO manchmal auch auf Verdacht bzw. irrtümlich,
und sie verwandelte z. B. eine Hochzeitsfeier in ein Blutmeer mit Dutzenden von
Toten. Mittlerweile hat der afghanische Präsident Karsai die ISAF-Truppen
mittlerweile scharf kritisiert und um Absprache aller Angriffe mit der
afghanischen Regierung aufgefordert. Wegen der deutschen Beteiligung am Krieg
"Enduring Freedom" drohen jetzt auch Deutschland Selbstmordattentate von
islamistischen Kriegern (Nachrichtenagenturen am 23.6.2007).
Um aus den Bewohnern Afghanistans mehr
Informationen über die Taliban herausholen zu können, wenden die von den USA
geführten Truppen auch Folter und Schein-Exekutionen an. Focus online
schreibt: "US-Soldaten rechtfertigten die Gewalt gegen die afghanische
Bevölkerung pauschal: ´Die Afghanen haben eine andere Kultur`, sagte Captain
Brad McCoy vom Führungsstab der aktuellen Operation ´Maiwand`. ´Wir sind nicht
dazu da, ihre Kultur zu verändern`"
(http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64306.html).
Noch immer hat die deutsche
Regierung offenbar nicht verstanden, dass Krieg immer nur wieder mehr Krieg
bringt und dass eine solche Politik den Krieg auch ganz allmählich ins eigene
Land bringt. So wenden die deutschen
Regierungen keinen Schaden vom Land ab, wozu sie verpflichtet wären, sondern
sorgen durch die Kriegsbeteiligung Deutschlands (siehe dazu die Aussage des
deutschen Ministers Franz-Josef Jung oben)
täglich für die Eskalation der Schäden. Dabei gehen die Politiker sehr leise
vor, um die deutsche Bevölkerung nicht zu verschrecken. So kämpfen offenbar auch
schon 100 deutsche "Soldaten der Elitekampftruppe ´Kommando Spezialkräfte`; sie
operieren im Verborgenen an der Seite der US-Truppen und ihrer Koalition der
Willigen. Wie man hört, beiderseits der afghanisch-pakistanischen Grenze"
(http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html).
Dabei lassen sich die deutschen Politiker von den Kirchen, die den
Afghanistan-Krieg von Anfang an mit dem üblichen "Wenn und Aber" "legitimierten"**,
mitunter in trügerische "Sicherheit" versetzen. Und seitdem im Jahr 1985 das 5.
Gebot von "Du sollst nicht töten" in "Du sollst nicht morden" geändert wurde
(neue Einheitsübersetzung der Bibel), können auch die Kirchenvertreter
das Töten im Krieg leichter rechtfertigen. Doch mit dem Friedensstifter Jesus
von Nazareth haben der Afghanistan-Krieg und auch alle anderen Kriege nicht das
Geringste zu tun. Einmal mehr wird dabei Jesus, der Christus, der große
Menschheitslehrer, von denen verhöhnt, die sich zwar "christlich" nennen, doch
im krassen Gegensatz zur christlichen Lehre sowohl kriegerische Islamisten als
auch (versehentlich aber stetig) unbeteiligte Moslems in Stücke reißen lassen.
Und mit jedem Toten wächst in der Bevölkerung auch der Hass auf die Angreifer.
Was die eigentliche Aufgabe der christlich geprägten Länder gewesen wäre, siehe
hier.
*
Lesen Sie dazu auch den Offenen Brief der
Freien Christen:
Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich!
15.8. /
16.8.2007
-
Afghanistan, Irak -
Kriege geraten immer mehr außer Kontrolle -
Trotz immer neuer "Erfolgsmeldungen" über im Krieg
getötete Taliban (25.7.2007: "Mehr als 70"
http://www.focus.de/politik/ausland/koalitionstruppen_aid_67837.html; 10.8.2007:
"Dutzende" http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,498739,00.html)
geraten die beiden von der US-Regierung entfesselten Kriege in Afghanistan
und Irak immer mehr außer Kontrolle. Es scheint, dass trotz der andauernden
Tötungen von Taliban, die bis zum NATO-Angriff im Oktober 2001 die afghanische
Regierung stellten, immer mehr Taliban "nachwachsen". Diese oder andere
gewaltbereite Gruppen töten nun ihrerseits z. B. Deutsche, wie z. B. am
15.8.2007 die drei Sicherheitsbeamten.
Im Irak kamen am selben Tag gar mindestens 500 Menschen bei Anschlägen um
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,499961,00.html).
Dennoch gibt es weiter Bestrebungen, zusätzlich zu den beiden Fronten am
Hindukusch und im Zweistromland noch einen dritten Krieg gegen den Iran zu
beginnen. Doch man kann Islamisten nicht einfach von der Erdoberfläche
wegbomben, und dies hat auch nicht das Geringste mit Jesus von Nazareth zu tun,
der die Goldene Regel lehrte ("Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute
tun, das tut ihr ihnen zuerst"; Matthäus 7, 12). Und einen Frieden
wird es auch nie geben, solange man glaubt, man hätte ja ein "Recht", einen
Krieg zu führen und solange man zudem glaubt, die "Goldene Regel" könne man
nicht auf die Politik anwenden.
3.9. / 13.9.2008 -
Nach dem 11.9.2001 (Anschlag
auf das World Trade Center in New York) wurde der NATO-"Bündnisfall" ausgerufen.
Bundeswehr zog in den Afghanistan-Krieg. Nach sieben Jahren wird es immer
schlimmer / Erste zivile Opfer durch Bundeswehr / Deutschland jagt jetzt Mullah
Salam / Bürger in Deutschland fordern Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan /
US-Armee erhöht Anzahl der Pfarrer
- Am 5.10.2001 rief die NATO nach den bis
heute teilweise noch nicht geklärten Ereignissen vom 11.9.2001 erstmals den
"Bündnisfall" aus: Ein Mitgliedsland (in diesem Fall die USA) soll angegriffen
worden sein, und die Kriegshandlungen würden anhalten, so die NATO-Definition.
Als Mittäter machte man die damalige islamistische Taliban-Regierung
Afghanistans aus und erklärte ihr am 7.10.2001 den Krieg. Und Deutschland zog
mit, weil die Politiker seither glauben, die "Freiheit" Deutschlands "am
Hindukusch" mit militärischen Mitteln "verteidigen" zu müssen (so vor allem der
damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD)). Dieser Krieg entwickelt sich
seither mehr und mehr zum Albtraum, und für jeden getöteten Taliban scheinen
zwei nachzuwachsen. Der Westen startete 2002 mit 5.000 Soldaten vor Ort. Jetzt
hat man die Menge verfünfzehnfacht (es sind derzeit ca. 70.000), und es "reicht"
immer noch nicht. Die
USA
wollen deshalb bis 2011 20.000 weitere Soldaten in Afghanistan
kämpfen lassen. Und die Deutschen wollen 1.000 weitere Soldaten
nach Afghanistan schicken. Dann werden wohl für jeden getöteten Taliban drei
neue nachwachsen.
Zudem wurde wohl schon über eine Milliarde Euro an deutschen Steuergeldern
dorthin gepumpt (zuletzt wurden die aktuellen Mittel auf 140 Millionen Euro
erhöht). Doch es funktioniert eben nicht, eine islamistische Regierung
wegzubomben und die darauf hin neu eingesetzte Regierung und den "Wiederaufbau"
mit Abermillionen und -milliarden hochziehen zu wollen. Die Entwicklung
Afghanistans lässt sich eben nicht von Washington und Berlin aus steuern -
genauso wenig wie 1979/1980 von Moskau aus. (Für diesen Versuch wurde die
Sowjetunion vom Westen damals mit dem Boykott der Olympischen Sommerspiele in
Moskau bestraft und mit der Aufrüstung (!) der damals gegen die Russen
kämpfenden islamistischen Milizen). Und Krieg bringt immer nur wieder neuen
Krieg und ist niemals eine Basis für eine gesunde Entwicklung eines Landes
(vgl. auch Irak).
Einer der ranghöchsten britische Generäle in Afghanistan gehört zu denen,
die allmählich umdenken. Er erklärt den Krieg für "verloren" und setzt sich für
Verhandlungen mit den Taliban ein (Spiegel online, 5.10.2008;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,582266,00.html).
In Deutschland setzen Politiker jedoch immer noch auf "Sieg". Doch nach dem
Tod eines Bundeswehr-Soldaten, der mit seinem Jeep in einer Sprengfalle der
Taliban geriet, sind es mittlerweile schon 28 deutsche Soldaten, die in
Afghanistan starben. Und kurz darauf
schossen deutsche Soldaten auf ein Auto, das aus deutscher Sicht der
Aufforderung zum Anhalten nicht nachkam, sondern umdrehte und wegzufahren
versuchte. In dem Auto saßen fünf Frauen und acht Kinder, die von einer
Hochzeitsfeier kamen, sowie deren Fahrer. Eine Frau und zwei Kinder starben im
Maschinengewehr-Kugelhagel des deutschen Kontrollposten. Der überlebende Fahrer
schildert die Situation so: "Ich kenne
das so. Wenn die ausländischen Truppen an ihrem Checkpoint die Scheinwerfer
aufblenden, soll man sich fernhalten. Und als ich die ersten Schüsse hörte, bin
ich nur noch schneller gefahren." Nach Bundeswehr-Stellungnahme hätten die
Soldaten sich "korrekt" verhalten. Außerdem seien sie von einem Auto-Typ dieser
Art gewarnt worden, in dem Taliban unterwegs sein könnten. Außerdem sei es
dunkel gewesen, und einer der deutschen Soldaten hätte sich sicherheitshalber
auf den Boden geworfen. Nur leider wissen aber offenbar viele Afghanen nicht,
dass aufblendende Scheinwerfer "Stoppen oder ´Wir erschießen euch`" bedeuten
soll und dass die deutschen Soldaten offenbar auch auf wegfahrende Autos blind
schießen dürfen. Später im Krankenhaus kamen Bundeswehr-Soldaten und "haben auf
mich eingeredet, ich möge aussagen, dass die Afghanen geschossen hätten. Dann
kamen Leute von der Polizei und beschworen mich, ich solle nicht lügen"
(Focus online, 3.9.2008). Die Bundeswehr zahlte den Angehörigen jetzt
ein "Blutgeld" von insgesamt 20.000 Dollar, um sich vor einer drohenden
Blutrache zu schützen. Die Familie verzichtete darauf hin, mit den Getöteten
durch die Straßen der Stadt zu ziehen. Unterdessen machen die deutschen
Truppen jetzt Jagd auf den Taliban-Führer Mullah Salam.
Dieser blutige Krieg hat wie alle Kriege nichts mit der christlichen Lehre
zu tun und steht im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Und auch die deutschen
Bürger fordern endlich den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Bei einer
Umfrage der konservativen Internetseite www.welt.de stimmten von ca.
4.000 abgegebenen Stimmen 80 % für den Abzug der Deutschen. Der Bundestag
muss sich also entscheiden, ob er auf die eigene Bevölkerung hört (auf anderen
Internetseiten würden vermutlich noch mehr Deutsche für den Abzug stimmen) oder
einmal mehr auf George W. Bush, Condoleeza Rice, John McCain, Barack Obama,
Sarah Palin usw.
Schon vor über einem Jahr war klar: Es wird immer schlimmer. Zu den
Hintergründen des Afghanistan-Krieges siehe unsere
Meldung vom 24.6.2007.
Aktuell: Kämpfte die Bundeswehr bisher im Rahmen der von der UNO
bereit gestellten ISAF-Truppen (International Securitiy Assistance Force),
werden diese Truppen jetzt faktisch mit den Truppen des völkerrechtswidrigen
US-Krieges "Enduring Freedom" vereint
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576672,00.html).
So läuft das also. Erst bekniet die Regierung den deutschen Bundestag, dem
Afghanistan-Krieg zuzustimmen, da er ja von der UNO legitimiert sei. Mit der
Zeit wird dann diese Legitimierung unterlaufen und zuletzt faktisch aufgehoben.
Und dann kämpft die Bundeswehr praktisch im US-amerikanischen Krieg "Enduring
Freedom", der aufgrund des letztlich unaufgeklärten Anschlags auf das World
Trade Center vom 11.9.2001 weltweit gestartet wurde. Mal sehen, wie sich der
Bundestag das nächste Mal über den Tisch ziehen lässt. Das alles war schon seit
sieben Jahren verfassungswidrig (wurde vom Bundesverfassungsgericht jedoch als
"vefassungskonform" hingebogen) und wird es jetzt noch mehr.
Und vielfach sind es gar nicht die Taliban, die getötet werden. Der Stern
schreibt: "Afghanen aller politischen Lager und Ethnien
inklusive Präsident Hamid Karzai sind verbittert darüber, dass die
US-Streitkräfte im Land offensichtlich weiterhin ihren ganz eigenen Krieg führen
und alle paar Wochen Zivilisten bombardieren; im Juli eine
Hochzeitsgesellschaft in Ostafghanistan, am 21. August eine Gedenkfeier in
Westafghanistan, jedes Mal gab es Dutzende von Toten. Von denen das US-Militär
behauptet, es habe sich meistens um Taliban gehandelt. Bis überlebende Zeugen
eine gänzlich andere Version offenbaren: dass es
friedliche Zusammenkünfte Unbewaffneter waren. Dass Beteiligte einer
der zahllosen innerafghanischen Fehden die Opfer beim US-Militär angeschwärzt
hätten. Ein Muster, das sich seit 2001 vielfach wiederholt hat"
(stern.de, 13.9.2008).
Meldungen ähnlich wie die
obige oder diese vom
3.9.2008 - NATO soll Zivilisten in Pakistan getötet haben; es soll bei
einem Angriff 20 Tote gegeben haben, darunter Frauen und Kinder - wiederholen
sich immer wieder. Aus Protest hat Pakistan darauf hin den Sprit-Nachschub für
die NATO blockiert (http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1142437.html;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576658,00.html).
Und es geht auch
weiter so: Bei der Jagd auf den Taliban-Führer Siradschuddin Hakkani bombte die
US-Armee in Pakistan am 8.9.2008 gleich eine ganze Koran-Schule mit Mädchen mit
in Grund und Boden: Erneut 20 Tote, meist Frauen und Kinder. Siradschuddin
Hakkani war nicht dabei
(http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=879663&kat=120).
Und auch die Bomben in
Afghanistan selbst verfehlen immer wieder das Ziel. Statt eine Taliban-Stellung
zu treffen, bombardierte die NATO versehentlich einen harmlosen Bauernhof - zwei
Tote, zehn Verletzte (Bild, 9.9.2008).
Usw. usf. Diese Meldungen sind "nur" Momentaufnahmen aus einer langen
Reihe ähnlicher Tragödien.
Schließlich wurde auch
ein enger Vertrauter von Präsident Hamid Karzai und seine beiden Leibwächter
versehentlich für Taliban gehalten und umgebracht
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,579028,00.html). Usw. usf. Und
wer weiß, ob die "Erfolgsmeldungen" (nach dem Motto "Wieder zahlreiche
Taliban umgebracht") stimmen und es sich bei getöteten mutmaßlichen Taliban
wirklich immer um Taliban handelte.
Auch im Irak läuft immer mehr aus dem Ruder. So haben US-Truppen aktuell
versehentlich sechs irakische Sicherheitskräfte erschossen und zehn weitere
verletzt (bild.de;news-ticker,rendertext=5694082.html).
Oder diese Meldung: Vier wehrlose Iraker, die frei gelassen werden sollten,
wurden von US-Soldaten aus Frustration hingerichtet (http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4683988).
Viele US-Soldaten bringen sich auch selber um. Im laufenden Jahr
vorbehaltlich abschließender Untersuchungen bereits über 90 - neuer Rekord.
Die US-Army erhöhte darauf hin die Zahl der Pfarrer. Die
US-Soldaten sollen schließlich andere töten, nicht sich selbst
(http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/selbstmordrate_us-soldaten__1.824463.html).
17.10.2008 -
Afghanistan-Desaster: Wieder 25 Zivilisten bei NATO-Angriff zerfetzt? /
Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus" -
Deutschland und die USA schicken ständig neue
Soldaten in den Hindukusch. Der Ex-Entwicklungshilfeminister der CDU, Jürgen
Todenhöfer, erklärt zum Afghanistan-Krieg: "Die Nato züchtet mit ihrem
Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus jeden Tag ein Stück weiter"
(http://www.sueddeutsche.de/politik/441/312356/text/7/ vom 6.10.2008). Eines
der jüngsten Ereignisse: Bewohner in dem Bezirk Nad Ali legten 16 Leichen vor
das Büro des Provinz-Gouverneurs - 16 von 25, die bei einem NATO-Luftangriff
umgekommen sein sollen (Bild, 17.10.2008).
Jürgen Todenhöfer berichtet auch von eigenen Recherchen: "Ich habe in den
afghanischen Medien gelesen, die Koalitionstruppen hätten nach US-Angaben in
Asisabad bei Herat 30 Taliban getötet. Daraufhin habe ich über einen Dolmetscher
mit einem Einwohner von Asisabad telefoniert. Er hatte bei dem amerikanischen
Luftangriff 75 Angehörige verloren. 75 Angehörige! Er berichtete mir, dass die
US-Luftwaffe eine Trauerfeier bombardiert hatte, die er für seinen verstorbenen
Bruder veranstaltet hatte. Insgesamt seien 90 Zivilisten getötet worden,
darunter 60 Kinder. Die UN, Präsident Karzai und mehrere afghanische
Untersuchungskommissionen haben diese Zahlen inzwischen ausdrücklich bestätigt.
Die US-Truppen haben hier wie in vielen anderen Fällen einfach die Unwahrheit
gesagt ... Die Bilder von Asisabad liefen im afghanischen Fernsehen zwei
Wochen lang. Man sah immer wieder, wie ein verzweifelter Mann das
blutverschmierte Hemd seines getöteten sechs Monate alten Babys in die Kamera
hielt. Man sah Bilder getöteter Zivilisten, die ein Arzt heimlich mit seinem
Handy gefilmt hatte. Und anschließend musste die afghanische Bevölkerung sich
immer wieder den amerikanischen Militärsprecher anhören, der behauptete, man
habe lediglich 30 Taliban getötet, vielleicht seien zusätzlich auch noch fünf
bis sieben Zivilisten ums Leben gekommen. Die blutige Wahrheit wird bis heute
einfach wegdementiert" (Süddeutsche Zeitung, 6.10.2008). Und weiter: "Hochrangige
afghanische Politiker haben mir gesagt, in der Regel seien zwei Drittel der
angeblich getöteten Taliban unschuldige Zivilisten. Das ist einer der
Gründe für die wachsende Popularität der einst verjagten und verachteten Taliban".
Diesen grausamen Krieg können die NATO und als Teil davon die Bundeswehr nie
gewinnen. Während die Bundeswehr anfangs für zivile Aufgaben nach Afghanistan
ging, wurden die Bundeswehr-Truppen seit kurzem in den US-NATO-Krieg "Enduring
Freedom" integriert (siehe
hier). Doch mittlerweile kontrollieren
die Taliban bereits wieder 60 % des Landes.
Und zum angeblichen Kriegsgrund des Westens, der nach den Anschlägen in New
York vom 11.9.2001 diesen Krieg begann, erklärt der Experte Jürgen Todenhöfer:
"Globale Terroristen brauchen heute keine Ausbildungslager mehr - weder in
Afghanistan noch in Pakistan. Diese Phase ist längst vorbei. Die sitzen heute
bei uns im Westen oder sonst wo auf der Welt in bequemen kleinen Räumen mit
Internetanschluss und lernen dort, wie man Sprengstoffgürtel herstellt und
bedient. Selbst wenn die USA alle Bomben, die sie besitzen, auf den Hindukusch
werfen und dabei alle Taliban und Al-Qaida-Terroristen töten würden, wäre der
globale Terrorismus nicht besiegt. Er würde im Gegenteil dramatisch zunehmen."
Jesus von Nazareth fasste das Geschehen
bei Kriegen mit einfachen Worten zusammen: "Wer das Schwert nimmt, der wird
durch das Schwert umkommen." Und als Alternative: "Tut Gutes denen, die euch
hassen." Wer nicht glaubt, dass dies auch in der Politik funktionieren würde,
wird einmal mehr im Afghanistan-Krieg das Ergebnis für das bekommen, was er
stattdessen glaubt.
9.11. / 7.12.2008 -
Schon wieder 37 Zivilisten
zerfetzt - Betrachtet NATO die Zivilbevölkerung in Afghanistan als Luft? Und
verhindert der Westen den Friedensschluss mit Taliban in Afghanistan?
- Mit entsetzlicher Regelmäßigkeit zerfetzt der
"christliche" Westen in Afghanistan Zivilisten, so dass man mit den Meldungen
fast nicht nachkommt. Die neueste unter
http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F307675.html.
Taliban hätten sich dieses Mal bei einem Angriff in einem Dorf versteckt
(wie immer). Darauf hin wurden eben 37 Dorfbewohner mit ins Jenseits gebombt,
hinzu kamen 35 Verletzte.
Auch so wird also Deutschland am Hindukusch "verteidigt", wie der
Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) uns 2001 weis zu machen versuchte.
Und in Wirklichkeit steckt auch hinter
"Erfolgsmeldungen" von in Stücke gerissenen Taliban weiteres Entsetzen. Zwei
Drittel der angeblich getöteten Taliban seien nämlich bisher ebenfalls
unbeteiligte Zivilisten gewesen, so Beobachter vor Ort.
Inzwischen hat sich der afghanische Präsident Karsai nachdrücklich für
Friedensverhandlungen mit den Taliban ausgesprochen - im Gegensatz zu den USA,
welche die Taliban vernichten wollen. Die Taliban stellten vor dem dem Angriff
der USA auf Afghanistan und der Erklärung des "NATO-Bündnisfalles" im Oktober
2001 die dortige Regierung in Afghanistan. Der Regierung wurde vom Westen
schnell weggebombt. Doch seither tobt ein grausamer Krieg.
Siehe dazu
http://www.heise.de/tp/blogs/8/118960.
Aktuell
[7./8.12.2008]: 300 NATO-LKWs nach Angriff verbrannt
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594869,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,595112,00.html
Taliban auf dem Vormarsch - USA schicken 4.000 weitere Soldaten allein in
die Hauptstadt Kabul
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594893,00.html
[25.1.2009]: Wieder 16
Zivilisten bei US-Angriff getötet.
"Der Tod unschuldiger Afghanen ´stärkt die Terroristen`", so
Afghanistans Präsident Hamid Karsai (Bild, 25.1.2009).
[18.2.2009]: Die seither getöteten
Zivilisten bei US-Angriffen werden hier gar nicht mehr aufgeführt ...
7.1. / 8.1.2009 -
Katholik Joschka Fischer "solidarisch mit Israel". Er zog Deutschland in den
Kosovo-Krieg und in den Afghanistan-Krieg hinein
- ... Der katholische
deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer (Die GRÜNEN) lobt die evangelische
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre einseitige Parteinahme zugunsten der
derzeitigen israelischen Regierung: "Wir sind parteiübergreifend
solidarisch mit Israel".
Gleichzeitig lästerte Fischer über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy
und wenige andere europäische Politiker, die sich um Vermittlung bemühten
("Flohzirkus", "lächerlich", "chaotisch"; Focus online, 7.1.2009).
Der Katholik Fischer hatte 1999 als GRÜNEN-Außenminister maßgeblich den
Kosovo-Krieg gegen Jugoslawien mit begonnen und Deutschland erstmals seit 1945
in einen Krieg hinein gezogen. Viele Kriegsgegner sind damals bei den GRÜNEN
ausgetreten bzw. warfen der Partei "Wählerbetrug" vor, da sie in ihrem
Parteiprogramm zuvor eine Kriegsteilnahme ausschloss. Und wir forderten damals
wie heute die Politiker auf, die sich als "Christen" ausgeben: "Distanziert
Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich" (siehe dazu unser
Anschreiben an die Abgeordneten von CDU und CSU). Und wenn sich die
Politiker nicht vom Krieg distanzieren wollen, könnten Sie ja gerne sagen:
"Unsere Solidarität mit einer der Kriegsparteien betrachten wir als
römisch-katholisch. Oder als evangelisch-lutherisch."
Aber den Namen des Juden Jesus, des Christus, der niemals den Krieg befürwortet
hätte, sollten sie endlich aufhören zu missbrauchen.
PS: Im Jahr 2001 zog Fischer dann
Deutschland in den bis heute andauernden Afghanistan-Krieg hinein.
Die beiden Militäreinsätze bzw. Kriege auf dem Balkan und in Afghanistan kosten
den deutschen Steuerzahler Milliarden. Doch keiner der zugrunde liegenden
Konflikte wurde durch den Krieg entspannt oder gar gelöst. Im Gegenteil: Am
18.1.2009 drohte Al-Qaida erstmals Deutschland, sie könnten den Krieg in
Afghanistan "niemals" gewinnen. Zudem wären die Deutschen "leichtgläubig und
naiv", wenn sie meinten, als "drittgrößter Truppensteller ungeschoren davon zu
kommen"
(Bild, 18.1.2009).
Bereits zwei Tage zuvor starben bei einem
Selbstmordattentat vor der Deutschen Botschaft in Kabul acht Menschen.
20.6.2009
-
Die
schier unendliche Reihe der zivilen Opfer in Afghanistan
-
http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1383839.html
22.7.2009
-
Die Strategie dunkler Mächte: Immer ein bisschen mehr
Krieg - So wird Deutschland mehr und mehr in den großen Krieg hinein gezogen
-
http://www.bild.de/BILD/politik/2009/07/22/afghanistan-bundeswehr/an-kampfeinsatz-gegen-taliban-beteiligt.html
und
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,637609,00.html
17.8.2009 -
Welthungerhilfe mit
heftiger Kritik an Bundeswehr -
"Die so genannte zivil-militärische Zusammenarbeit der
Bundeswehr sei ein Sündenfall, schreibt Welthungerhilfe-Vorstandschef Wolfgang
Jamann in einem Gastbeitrag für die ´Bild am Sonntag` und macht damit die
deutsche Militärstrategie verantwortlich für die Gefährdung von
Entwicklungshelfern. Die Vermischung von Militär und Wiederaufbau habe
erheblichen Schaden angerichtet. Oppositionelle Kämpfer griffen auch
Entwicklungshelfer an, obwohl diese politisch neutral und nur der humanitären
Hilfe verpflichtet seien ... Als Konsequenz verlangt Jamann eine strikte
Trennung von Militäreinsätzen und Entwicklungshilfe" (Netzeitung,
17.8.2009, http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1433519.html).
4.9. / 7.9. / 26.11.2009 -
Deutschland im Krieg: 80 bis 150 Tote - Bundeswehr befahl Luftangriffe auf zwei
Tanklastzüge in Afghanistan / US-General und NATO: Die deutsche Regierung soll
ihre "Informationspolitik" "ändern" / Katholische Wallfahrt zur Stärkung der
Soldaten / Katholischer "Verteidigungsminister" verteidigt Liquidierung von
Afghanen: "Wer uns angreift, wird bekämpft" / Wahrscheinlich auch Kinder
zerfetzt /
Kirchen geben Bundeswehr Freibrief zum Töten / Empörung überall in Europa
/ Versuchte Bundeswehr, US-General am Überprüfen ihrer Behauptungen zu hindern?
/ Schockierendes Video aufgetaucht
- Der Krieg in Afghanistan wird immer brutaler.
Zwar bestritt die Bundeswehr weiter hartnäckig, dass es bei dem Militärschlag
auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklastzüge zivile Opfer gegeben habe. Die
getroffenen Leute vor Ort sehen das aber völlig anders und Bilder von zivilen
Schwerstverletzten mit hochgradigen Verbrennungen gehen derweil um die Welt.
Dorfbewohner und vermutlich auch Kinder wollten Benzin abzapfen, wieder andere waren nur neugierig
"Nadschibullah, der Angehörige eines Opfers aus
dem betroffenen Dorf Hadschi Amanullah, berichtet: ´Mehr als 150 Menschen wurden
getötet oder verletzt. In der Gegend waren auch Taliban, aber mehr Opfer gibt es
unter Zivilisten.`" "Ein Taliban-Sprecher sagte, die Dorf-Bewohner seien zu den
Tanklastern gegangen, um sich Benzin abzuzapfen. Zwar wollen die "Gotteskrieger"
nach eigenen Angaben vor möglichen Luftangriffen gewarnt haben, doch die Leute
seien unbeirrt an den Fahrzeugen geblieben" (stern.de, 4.9.2009). "Der
Gouverneur von Char Darah, Abdul Wahid Omarkhel, sagte am Montag, er habe
eine Liste der Opfer erstellt und der Delegation von Präsident Hamid Karsai
übergeben, die den Vorfall untersucht. Es sei unklar, wie viele der Toten
Zivilisten gewesen seien. Unter den Opfern sei aber eine große Anzahl Kinder im
Alter zwischen 10 und 16 Jahren (ND, 8.9.2009), was von anderen
bestritten wird. Und diese Opfer haben Gesichter und Namen und eine
Lebensgeschichte, und sie haben verzweifelte Angehörige, doch ihre Geschichte
wird noch nicht erzählt. Und viele ringen derzeit mit schwersten
Verbrennungen und unsäglichen Qualen noch um ihr irdischen Leben.
Nach Angaben von einigen Dorfbewohnern hätten die
Taliban die Menschen vor Ort genötigt, die im Schlamm stecken gebliebenen LKWs
mit Traktoren frei zu ziehen. Dafür hätten sie sich kostenlos Benzin abzapfen
dürfen. Viele Dorfbewohner standen deshalb geduldig mit Kanistern und Flaschen
in der Reihe, als das Inferno begann. "Ein zehnjähriger Junge, der von einem
Bombensplitter am Bein verletzt worden war, sagte, er sei aus Neugier auf einem
Esel zu den Tanklastern geritten" (Spiegel online, 6.9.2009). Dann fielen
die von der Bundeswehr bestellten zwei 500-Pfund-Bomben. Und wie ging es vor Ort
weiter? Gemäß islamischer Sitte waren viele Opfer schon bestattet, als die
NATO-Untersuchungskommission vor Ort eintraf, so dass wohl eine höhere Opferzahl
stimmt als die Anzahl der Leichen oder Leichenteile, die man später gefunden
hatte. Die Bundeswehr erklärte, durch die Luftangriffe auf die in dem Dorf
stehenden Lastzüge habe man angeblich ein damit denkbares "Selbstmordattentat"
verhindern wollen. Das heißt: Der Treibstoff hätte auch als "eine gefährliche
Waffe" eingesetzt werden können (Frankfurter Rundschau, 5.2.2009). Der
afghanische Präsident Hamid Karsai schüttelt darüber aber nur den Kopf und
sprach von einer "Fehleinschätzung" der Bundeswehr: "Mehr als 90 Tote für einen
einfachen Tanklaster, der obendrein in einem Flussbett feststeckte!" (ND,
8.9.2009) Und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit haben die Taliban den
Treibstoff einfach nur "selbst nutzen wollen" (Main-Post, 5.9.2009) bzw.
verkaufen oder an Sympathisanten oder Einwohner "befreiter" Dörfer verschenken
wollen. Und auf die Menschen, die sich in dem Dorf in der Nähe der Lastwagen
aufhielten, haben die Bundeswehr und die US-Bomber keine Rücksicht genommen bzw.
die Bundeswehr behauptet unbeirrt, sicher zu sein, dass alle Menschen in der
Nähe der LKWs ausschließlich "terroristische Taliban" gewesen seien (Bild am
Sonntag, 6.9.2009). Deshalb war ja auch die Gelegenheit "günstig", gleich
alle miteinander umzubringen anstatt z. B. mit der Sprengung der Wagen zu
warten, bis die vielen Menschen darum herum weggegangen waren. Schon am nächsten
Morgen wurde dann tatsächlich ein Selbstmordattentat verübt, eventuell als
erster Racheversuch, bei dem fünf deutsche Soldaten leicht verletzt wurden.
NATO-Untersuchungskommission
widerspricht Bundeswehr und Bundesregierung /
Verstieß die Bundeswehr nach Angriff gegen NATO-Vorschriften, um Tragödie zu
vertuschen? / Überall lagen zerfetzte Leichen von Dorfbewohnern
Mittlerweile stellt sich heraus, das wohl "vier
oder fünf Anführer der Taliban" unter den Opfern sind (Main-Post, 5.9.2009),
die alle größtenteils bis zur Unkenntlichkeit verkohlt sind, so dass eine
Identifizierung gar nicht mehr möglich ist. Doch sind dann alle die anderen
Opfer wirklich "ausschließlich" deren Krieger, wie Minister Franz Josef Jung von
der Christlich Demokratischen Union (CDU) tagelang hartnäckig behauptete? Die
NATO-Untersuchungskommission widerspricht gleich von Anfang der Bundesregierung:
"Mindestens zwei Dutzend der getöteten Afghanen" seien "keine Taliban" gewesen
(bild.de, 6.9.2009). Das heißt: Es sind wohl deutlich mehr, die keine
Taliban waren. Die untrügliche und sichere Unterscheidungsgabe zwischen einem
afghanischem Zivilisten und einem Taliban, die sich der deutsche Minister und
seine Offiziere aufgrund eines einzigen Informanten vor Ort kriegsherrlich
zusprechen, ist auf jeden Fall bemerkenswert und für Außenstehende kaum
nachvollziehbar. Es käme schon fast medialen Fähigkeiten gleich. Letztlich läuft
es wohl darauf hinaus, dass die Bundesregierung diesbezüglich entweder bewusst
die Unwahrheit gesagt hat. Oder dass sie es aus grenzenloser Selbstüberschätzung
und Dummheit bzw. im Irrtum getan hat. Allein schon der Umstand, dass die
Deutschen offenbar in panischer Angst reagierten, die Taliban könnten sich mit
den Tanklastwagen theoretisch dem deutschen Hauptquartier nähern anstatt den
Sprit zum Betanken ihrer eigenen Fahrzeuge zu verwenden bzw. ihn zu verkaufen,
gibt einen Hinweis darauf, was Krieg bedeutet. Würden Militärs immer nach einer
solchen Logik handeln, brennt in ein paar Wochen die ganze Welt.
Focus online schreibt über die
Taktik der Bundeswehr nach dem Angriff: "Entgegen den Bestimmungen für einen
Luftangriff habe die Bundeswehr nach dem Bombenabwurf keine Soldaten an die
Angriffsstelle geschickt. Erst in den frühen Morgenstunden hätten die Deutschen
eine Drohne zur Luftaufklärung über den Ort der Bombardierung fliegen lassen.
Die ersten deutschen Soldaten seien erst am Freitagmittag vor Ort gewesen. Bis
dahin seien allerdings alle Leichen bereits weggeschafft worden" (6.9.2009).
Und wo keine Leichen mehr zu sehen seien, da brauche man auch keine Opfer
zuzugeben, so möglicherweise das taktische Kalkül. Spekulierte man also
darauf, dass die Dorfbewohner ihre Toten dann schon bestattet haben werden und
dass man dadurch vielleicht deren Existenz besser leugnen könnte? Ein AFP-Korrespondent
beschrieb den Angriff als ein "Horror-Inferno". "Überall liegen zerfetzte
Leichen von Dorfbewohnern" (ND, 5.9.2009). "Die Flure der Klinik waren
überfüllt mit den Opfern des Angriffs. Viele wurden mit schwersten Brandwunden
eingeliefert, bei vielen lagen die Muskeln frei."
Nicht mehr lügen - US-General: Die Deutschen sollen ihre "Informationspolitik" "ändern"
Die NATO hat die deutsche Regierung mittlerweile
aufgefordert, ihre "Informationspolitik" zu "ändern", wie es heißt, was mit
anderen Worten bedeuten könnte, sie solle doch bitte nicht lügen. Der
US-Oberbefehlshaber und US-General Stanley McChrystal sprach davon, dass es sich
zeigen werde, ob die Verantwortlichen zur "Transparenz" bereit seien. "Der
deutsche Befehlshaber Oberst Georg Klein [der den verheerenden Angriff befohlen
hatte] habe McChrystal und sein siebenköpfiges Team nach dessen Ankunft
[zunächst] davon abhalten wollen, zum Ort des Geschehens und in Krankenhäuser zu
gehen", da dies angeblich zu gefährlich sei (ntv, 6.9.2009). Könnte es
sein, dass es vor allem zu "gefährlich" sei, dass die Amerikaner dann am Ort des
Grauens mehr Leichen finden als es die Deutschen zugeben, was ja dann
tatsächlich geschah? Die "Details" bleiben derweil "unter Verschluss" der
Bundeswehr (focus.de, 6.9.2009). Auch der deutsche Bundestag wurde auch
Tage danach von der Bundeswehr und der Regierung nicht informiert. Die bisher
bekannten Informationen stammen aus anderen Quellen. Versucht man derweil im
Hintergrund, eine freundlichere Version des Geschehens zu konstruieren?
Verantwortlich für die deutsche "Informationspolitik" ist der intensiv
gläubige römisch-katholische Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der
natürlich mit seiner Kanzlerin Angela Merkel, evangelisch-lutherisch gläubig,
die Bundestagswahl am 27.9.2009 gewinnen will und dem deswegen keine
zivilen Opfer eines von der Bundeswehr befohlenen Präventiv-Angriffs gelegen
kommen würden. Man müsse nur wohltätige Entwicklungshilfe militärisch absichern,
wogegen doch keiner etwas sagen könne, so die offizielle Version der
Militäreinsätze. Außerdem sträubt man sich weiterhin gegen die tatsächliche Zahl
von Todesopfern und nennt immer eine Art geringst denkbare Anzahl, wobei unklar
ist, wie die schon bestatteten Opfer in die jeweiligen Darlegungen mit
eingerechnet werden.
Politiker aus den anderen EU-Ländern bezeichnen Angriff als "nicht hinnehmbar" und bitten um Entschuldigung, doch Deutsche rechtfertigen ihn weiter als "erfolgreich" / Bundeswehr fällt Barack Obama und der neuen NATO-Strategie in den Rücken / Verfügt Deutschland über eine Sternenflotte?
Bild.de schreibt: "Nach dem Luftangriff in
Afghanistan mit vielen Toten hat sich ISAF-Kommandeur McChrystal über das
Fernsehen an die Bevölkerung gewandt. Er versicherte dabei den Afghanen, dass
die NATO alles unternehme, um die Bevölkerung bei Militäreinsätzen zu schonen.
Anschließend besuchte er den Ort des Angriffs auf die gekaperten Tanklaster nahe
Kundus und sprach mit Bewohnern. Inzwischen wächst die internationale Kritik an
der Bundeswehr. Die Deutschen haben zunächst massiv gegen die neue Strategie von
US-Präsident Barack Obama in Afghanistan verstoßen. "Keine 500 Pfund Bomben
mehr" hieß es noch im Juli (Der Freitag, 4.7.2009). Und weiter: "Wandel
der NATO-Strategie: Priorität soll der Schutz der Bevölkerung haben". Doch die
Bundeswehr hielt sich nicht daran. Die Europäische Union sprach von einer
´Tragödie`" (6.9.2009). Und EU-Diplomat Javier Solana versucht sich zu
entschuldigen: "Es tut mir für die Familien der Menschen, die bei der Explosion
der Benzintankwagen getötet wurden, sehr leid." Der Außenminister Frankreichs
sprach von einem "schweren Fehler". Auch aus Spanien und Italien kommt
heftige Kritik an Deutschland. Spaniens Ministerpräsident José Luis
Rodríguez Zapatero bezeichnete den Angriff als "nicht hinnehmbar" (ntv,
6.9.2009). Und Schwedens Außenminister Carl Bildt äußerte sich
zerknirscht über die Liquidierungsattacke der Deutschen, die von manchen
Zeitungen gar als "Massaker" bezeichnet wurde (ND, 5.9.2009): "Wir
gewinnen diesen Krieg nicht, indem wir töten," so der schwedische Minister. "Wir
müssen sichergehen, dass so etwas nie wieder passiert", sagte der Außenminister
von Großbritannien, David Miliband. Nur der deutsche "Kriegsminister"
bleibt unverdrossen stur: Man habe nur Terroristen in die Luft gejagt. Hatte die
Bundeswehr gehofft, für die Tötung einer großen Zahl von Taliban von ihren
Bündnispartnern gelobt zu werden, was früher meist nur US-Amerikanern und Briten
"gelang"? Doch die US-Armee hatte zuletzt entschieden, solche Luftangriffe in
Afghanistan nur noch als "allerletztes Mittel" zu fliegen? Anstatt Lob von
militärischen Hardlinern zu erhalten, wächst deshalb weltweit die Kritik an dem
von den Deutschen befohlenen brachialen Militäreinsatz. Der Außenminister
Luxemburgs, Jean Asselborn sagte z. B., er verstehe nicht, dass Bomben so
einfach und so schnell abgeworfen werden könnten. "Es muss doch auch in der Nato
Regeln geben" (Spiegel online, 5.9.2009). Der deutsche
Verteidigungsminister steigerte sich daraufhin regelrecht in eine Kriegsrhetorik
hinein, wie er es vielleicht früher von George W. Bush gelernt hat. "Wer uns
angreift, wird bekämpft" (zit. nach bild.de, 6.9.2009). Die
Liquidierung von Dutzenden von Taliban wäre "erfolgreich" gewesen,
wie sich die Bundeswehr auf ihrer Homepage selbst lobt. Der Angriff bestand
in diesem Fall in der Entführung der LKWs und in der Tötung der afghanischen
Fahrer. Immerhin konnte der US-Präsident damals noch die hoch gerüstetste Armee
der Welt kommandieren. Anders als Franz Josef Jung. Oder verfügt der streitbare
Katholik etwa in der Hinterhand über eine deutsche Sternenflotte, die allen
anderen Armeen militärisch haushoch überlegen ist? Wird Deutschland mit seiner
Strategie jetzt zur Hauptkriegsmacht am Hindukusch? Immerhin zerfetzten nur fünf
Tage später (8.9.2009) in Pakistan Bomben aus einer unbemannten ferngesteuerten
US-Drohne (ähnlich wie in den Star-Wars-Filmen) neben vielen Taliban auch
vier unbeteiligte Schulkinder, was das Entsetzen und die Wut auf den Westen auch
dort wieder in die Höhe trieb.
Die Dorfältesten vor Ort in Kunduz haben
derweil beschlossen, "nach der Beerdigung der Opfer nach Kundus-Stadt zu reisen
und sich dort über den Angriff zu beschweren" (focus.de, 4.9.2009). Ein
sehr mildes Wort für das, was in den Seelen dieser traumatisierten Menschen
vermutlich kocht und was irgendwann nach dem ehernen Gesetz von Ursache und
Wirkung (das keine Regierung außer Kraft setzen kann) auf die Bundeswehr und auf
Deutschland zurück fällt. Ein Dorbewohner hat gleich sechs Cousins verloren, und
keiner hatte etwas mit den Taliban zu tun (Spiegel online, 6.9.2009).
Denn was können die Dorfbewohner dafür, wenn die Taliban ihr Dorf "befreiten",
während andere Dörfer weiter unter Kontrolle des Westens sind? Und solche
Tötungen von Zivilpersonen geschieht zu Tausenden seit Jahren, weswegen die NATO
ja umgedacht hatte und keine solchen Attacken mehr fliegen wollte, bis jetzt
Deutschland aus der neuen Strategie ausscherte.
Erst vor kurzem hat der Westen eine ganze Hochzeitsgesellschaft versehentlich
in Tausende von Stücken gerissen. Man scheute den Kampf Mann gegen Mann und
warf einfach lieber Bomben aus der Luft ab. Wenn die Bundeswehr so weiter macht,
dann drohen allen Bürgern Deutschlands dadurch immer größere Gefahren, und sie
drohen schon jetzt nach dieser Attacke. Man sagt es nur nicht.
Deutsche Regierung verhöhnt Christus, auf den sie sich beruft
Die Bundeswehr-Soldaten nennen sich überwiegend "christlich", und sie werden von den Militärpfarrern der beiden Großkirchen seelsorgerlich beraten, betreut und für Kampfeinsätze gesegnet. Und so könnte man fragen: Selbst wenn die deutsche Regierung die Wahrheit sagen sollte (was außer ihr jedoch kaum einer glaubt) und alle Getöteten tatsächlich "terroristische Taliban" gewesen seien: Hat Christus, auf den sich die deutsche CDU/CSU/SPD-Regierung beruft, sinngemäß gesagt "Tötet so viele Kriegsgegner, wie ihr töten könnt"? Nein. Also verhöhnt man den Mann aus Nazareth, wenn man sich trotzdem auf ihn beruft. Denn mit dem Pazifisten Jesus, dem Christus, hat der schon acht Jahre lang dauernde Krieg gegen die islamistischen Taliban, dem schon zig-Tausende von unbeteiligte Zivilisten, fast ausschließlich Moslems, zum Opfer gefallen sind, gar nichts zu tun. Jesus von Nazareth hätte niemals die Tötung auch nur eines Menschen angeordnet, gleich ob Zivilist oder Aufständischer. Denn Jesus wusste, das Töten und Gewalt immer nur wieder zu neuem Töten und zu Gewalt führt. Von den Milliarden-Kosten dieses Krieges gar nicht zu reden. Geschweige denn davon, dass die Politiker versprochen haben, Deutschland und seine Bürger zu schützen. Stattdessen wird es durch solche brutalen Kriegseinsätze in fernen Ländern mehr und mehr in das Zielfernrohr von gewalttätigen Islamisten bugsiert. Und die Taliban wurden zuletzt immer stärker und gewannen wieder neu Zulauf. Und der Hass auf den Westen nimmt in der islamischen Welt zu.
Katholische Wallfahrt für Soldaten - Wieder mehr Arbeit für die Feldgeistlichen: Beileid für die neuen Witwen
So sind die katholischen
und evangelischen
"Feldgeistlichen"
(heute nennt man sie "Militärpfarrer")
auch schon wieder darin geübt, den Witwen der gefallenen deutschen Soldaten das
Beileid der Kirche zu wünschen und zu versuchen, Trost zu spenden. Und der
verantwortliche deutsche Minister Franz Josef Jung hat im Jahr 2007 eigens die
Wallfahrt in den Marienwallfahrtsort Lourdes unternommen, um seine katholische
Seele zu stärken und um
"Kraft und Zuversicht" zu tanken, wie das "Bundesministerium für
Verteidigung" in einer Pressemeldung vom 15.5.2007 schrieb
(Verwundete und kranke Soldaten wurden dazu eigens mit einer
Transall-Maschine der Bundeswehr eingeflogen, um sie mit dem angeblichen
"Heilwasser" aus dem katholischen Kult-Ort in Berührung zu bringen).
Der Minister und der
katholische Bischof Walter Mixa sprachen damals in Lourdes auch von zwei
Soldaten, die vor der "49. Internationalen Soldaten-Wallfahrt" gesagt
hätten: "Wir sind weder evangelisch, noch katholisch. Wir sind
eigentlich gar nichts"
(Bundesministerium für Verteidigung, 15.5.2007).
Doch sie hätten bei der Wallfahrt eine "ganz andere Erfahrung" gemacht und sie
fuhren mit "ganz anderen Gedanken" wieder weg, so der gläubige deutsche
Verteidigungsminister, der sich freute, dass sich die beiden Soldaten den
Großkirchen angenähert haben. Und zwei Jahre später hat der
stramm-katholische Minister "überhaupt kein Verständnis dafür"
(Spiegel online, 6.9.2009), dass jemand im eigenen Land die
Liquidierung von 125 Menschen nicht als militärischen Erfolg anerkennt, sondern
kritisiert. Diese Reaktion ist allerdings wiederum verständlich,
denn sowohl die römisch-katholische als auch die evangelische Kirche geben dem
Minister und den Soldaten den moralischen Freibrief zum Töten im Krieg, wie
sie es immer getan haben in den letzten 1.700 Jahren - und immer im Gegensatz zu
Christus. Doch welcher Geist weht dann in Lourdes und an den anderen kirchlichen
Wallfahrtsorten?
Wer war die Frau in der Grotte?
Was ist der Hintergrund von Lourdes? Im Jahr 1858 habe ein streng
katholisches Mädchen in einer dunklen Grotte plötzlich geglaubt, dass ihr eine
Frau mit Rosenkranz entgegen komme, die sie für die "Gottesmutter" hielt, was
den Lourdes-Kult begründete, der heute auch regelmäßig die deutschen Soldaten
auf ihren Auslandseinsätzen stärken soll. Und es mag schon sein, dass diese
mysteriöse Frau auch unsichtbar den Bundeswehr-Stützpunkt in Kundus/Afghanistan
durchwandert, leise vorgeformte Gebete murmelnd, damit man zum Beispiel
Einschläge von Bomben und Salven von Schüssen besser erträgt. Und könnte es
sein, dass auch in dem Dorf Hadschi Amanullah, in dem die Tankwagen angegriffen
wurden, in der Nacht eine unsichtbare Gestalt murmelnd durch die verkohlten
Leichen wandelte, um seine "Beute" zu zählen, seien es nun Taliban oder
Zivilisten? Jesus, der Christus begleitet die Soldaten-Einsätze in Afghanistan
jedenfalls nicht.
Die Bundeswehr ist
dabei nicht nur Teil des UNO-Einsatzes in Afghanistan, sondern auch Teil des
nach dem 11.9.2001 von den USA geführten weltweiten Krieges mit dem Namen
"Enduring Freedom", in den auch der Irak-Krieg integriert war und der nach den
Statuten der UNO völkerrechtswidrig ist.
Aktualisierung [26.11.2009]:
142 Tote - Hat der römisch-katholische Minister Franz-Josef Jung die Wahrheit
über den Angriff auf Befehl der Deutschen vertuscht und verschwiegen? Jetzt
deuten auch die Beweise und ein schockierendes Video darauf hin.
http://www.bild.de/BILD/video/clip/no-pre-roll/2009/11/26/kunduz,templateId=renderBuehne.html
Schockierend dabei auch:
Oberst Georg Klein und die hohen deutschen Militärs vor Ort schauten sich auf
ihrem Laptop auch diese Bilder der vielen ahnungslosen Menschen an, die aus den
Jets gesendet wurden (spiegel.de, 10.12.2009), bevor sie den Befehl zu
ihrer Vernichtung gaben.
Mehr zu der langen
Reihe von Tausenden von getöteten Zivilisten in diesem Krieg und zu seinen
Hintergründen siehe
hier. Siehe dazu auch
unsere Meldung unten: Immer ein bisschen
mehr Krieg.
8.9. /
19.9.2009 -
Die Bundeskanzlerin: Getötete unbeteiligte Zivilisten kein Grund für Kritik
/ CDU soll sich nicht mehr "christlich" nennen / Bundeswehr rechtfertigt
Angriff und somit die damit verbundenen Liquidierungen / "Faszination des Tötens
von Taliban" / Leitende Offiziere nannten Tötungs-Drohne "Finger Gottes" / Hat
der deutsche Oberst gelogen, um den Angriff führen zu können?
- Während
Deutschland wegen des Militärschlags von Kunduz in Afghanistan mit über 100
Toten weltweit am Pranger steht, zeigt sich die Bundesregierung im Wesentlichen
uneinsichtig.
Zwar "bedauert" Angela Merkel eventuelle zivile Opfer fünf Tage nach der Tat und
sagt "Wir fühlen mit den Angehörigen", was andere westliche Politiker schon am
folgenden Tag taten. Da war man sich noch in jeder Hinsicht sicher, dass es
keine zivile Opfer gibt. Auch vom Eingestehen von Fehlern ihrer Heeresführung
leider keine Spur.
Spiegel online schreibt: "Bei
dem Tanklaster-Bombardement kamen nach Nato-Angaben auch Zivilisten ums Leben,
doch Kanzlerin Merkel verbittet sich jegliche Kritik" (8.9.2009). "Kein
Verständnis" für Kritik - das sagt eigentlich schon fast alles. Nicht einmal
die Tötung unschuldiger Menschen dürfe demnach rechtmäßig kritisiert werden.
Nur dieser Sachverhalt allein zeigt bereits auf, wie tief die "christliche"
Partei schon gesunken ist. Denn ihr Namensgeber Jesus, der Christus, hätte weder
befürwortet, Taliban noch Zivilisten durch angeblich vorbeugende
Angriffshandlungen in die Luft zu jagen. Und durch die Zurückweisung jeder
Kritik stehen dann auch Erklärungen des Bedauerns im Verdacht, Teil eines
unvermeidlichen politischen Kalküls zu sein.
Die CDU sollte sich zumindest nicht mehr "christlich" nennen, um unbedarfte
Zeitgenossen nicht mehr mit diesem Etikettenschwindel zu täuschen und dadurch
ihre Wählerstimme zu erschleichen. Mehr dazu siehe
hier.
Aktuell:
Einige Opfer des Bundeswehrangriffs in Hadschi Amanullah
http://www.stern.de/politik/ausland/nato-angriff-in-kundus-die-opfer-von-hadschi-amanullah-1507882.html
Der auf Seite der Deutschen für den
Angriff im Afghanistan-Krieg verantwortliche Oberst Georg Klein und sein
oberster Chef, Generalsinspekteur Wolfgang Schneiderhan, verteidigten nun den
Militärschlag mit ca. 100 Toten (bild.de, spiegel.de,
12.9.2009). Jeder dabei versehentlich getötete Zivilist sei natürlich "einer
zuviel", so der Oberst. Der oberste Militärführer Deutschlands hob in diesem
Zusammenhang noch einmal die "Professionalität" der Truppe in Afghanistan
hervor. Bereits im Juli ließ die Bundeswehr unter Oberst Georg Klein einen
Taliban-Stützpunkt bombardieren, wobei 15 Islamisten getötet wurden. Damals war
jedoch nicht viel in der deutschen Presse zu lesen. Nach dem
Untersuchungsbericht der afghanischen Regierung wurden diesmal jedoch auch ca.
30 Zivilisten in Stücke gerissen bzw. verbrannt. Hinzu kommen neun schwer
verletzte Zivilisten. Erfahrungsgemäß sinken in einem solchen Krieg die
Hemmschwellen auch immer mehr. Spiegel online schreibt:
"Die Faszination des Tötens von
Taliban war da in Kunduz. Euphorisch berichteten leitende Offiziere nach der
Attacke auf die Taliban-Stellung im Juli vom ´Finger Gottes`, wenn sie von der
Drohne sprachen"
(14.9.2009).
Bei diesem Angriff stellte sich nun heraus, dass es der deutsche Oberst offenbar
ablehnte, die Menschenansammlung um die Tanklastzüge vor deren Sprengung zu
warnen, z. B. durch einen Tiefflug (Der Spiegel, 21.9.2009). Wollte er
also gezielt so viele Menschen töten wie möglich, vielleicht weil er sie alle
irrtümlich für Taliban hielt? Auch hatte er offenbar die NATO bzw. ISAF
angelogen bzw. falsch informiert, indem er von einem "direkten Feindkontakt" der
Bundeswehr am Boden sprach. Nur dann hätten die Kampfbomber den Angriff
überhaupt fliegen dürfen.
Und auch hier gilt: Spätestens im
Jenseits
werden sie mit ihrer Rechtfertigung nicht mehr durchkommen, auch wenn der
katholische Priester oder der evangelische Pfarrer bei ihrer dereinstigen
Bestattung - irgendwann in der Zukunft - nur Gutes spricht. Dann wird sich das
Gesetz von Saat und Ernte entfalten. Alle verletzten oder getöteten Opfer und
ihre Angehörigen werden dort z. B. zum Kläger, und die verantwortlichen Herren
müssen in jedem Einzelfall und jedem Einzelnen gegenüber nachweisen, dass der
von ihnen angeordnete Angriff, der zu deren Tötung führte, gerechtfertigt war.
Dazu werden sie in jedem Einzelfall mit dem Leid der Opfer konfrontiert und
müssen es unter Umständen selbst am eigenen Seelenleib erleiden, was den
obersten Soldaten von der Kirche natürlich verschwiegen wird. Doch anstatt dass
die Kirche wenigstens zugibt, in diesen Dinge keine Ahnung zu haben, gibt sie
das Gegenteil vor und führt die Menschen, auch die Soldaten, gezielt in die
Irre. Die Herren der Kirche wird also ein noch größerer Prozess erwarten. Und im
Jenseits gilt dann kein deutsches Recht, und viele, die die Verantwortlichen
heute schützen, stehen dann selbst auch auf der Anklagebank. Nicht nur in diesem
Krieg. In allen anderen auch. Die einzige Chance für die Täter wird dann sein,
dass ihnen die Opfer vergeben.
26.11.2009 -
142 Tote und viele
Schwerverletzte bei Angriff unter Bundeswehrkommando, darunter viele Kinder und
Jugendliche - Neue Enthüllungen und ein schockierendes Video mit den Menschen,
aus der Luft gefilmt, als sie noch lebten. Der deutsche Oberst Klein verweigerte
den US-Piloten, die Menschen zuvor zu warnen.
http://www.bild.de/BILD/video/clip/no-pre-roll/2009/11/26/kunduz,templateId=renderBuehne.html
PS: Weit über Hundert von zerfetzten, verbrannten und verstümmelten
Afghanen, doch der katholische Minister sagt, er habe sich nichts vorzuwerfen.
Während die Klage über die vielen zivilen Opfer durch ganz Europa und die USA
hallte (und die USA die Deutschen öffentlich tadelten und sie aufforderten,
endlich ehrlich zu sein und ihre "Informationspolitik" zu ändern, also mit dem
Lügen aufzuhören) und weltweit Fotos veröffentlicht wurden, will ausgerechnet
der verantwortliche Minister und Kirchgänger Franz Josef Jung bis zuletzt von
nichts gewusst haben und erst fünf Wochen später von dem Bericht der Feldjäger
vor Ort erfahren haben, ohne allerdings nachzufragen, was denn da drin steht.
Hat er es also auch erst aus der Bild-Zeitung ein paar weitere Wochen
später erfahren, weswegen er nichts falsch gemacht habe. Doch die Zeitung
schreibt am 27.11.2009. "Kann es wirklich sein, dass nur diese eine
Meldung [eine Falschmeldung, die dem Minister in sein Konzept gepasst
hat] Minister Jung erreichte – aber alle anderen (kritischen) Meldungen
nicht ...?
(http://www.bild.de/BILD/politik/2009/11/27/bundeswehr-skandal-bombennacht-kunduz/bild-deckt-auf-so-wurde-der-skandal-vertuscht.html).
In der Folge dieser Aufdeckungen musste
Minister Franz Josef Jung schließlich zurücktreten. Die Kirche denkt jedoch in
keiner Weise daran, ihren Minister oder ihre für die "Liquidierung"
verantwortlichen Militärs zu exkommunizieren. Sie hat es ja in ihrer Geschichte
noch um ein Mehrfaches und schier unermesslich schlimmer getrieben, so dass man
beides - den Bombenangriff und die kirchlichen Gräuel - überhaupt nicht
vergleichen kann. Doch viele Tote, Schwerverletzte und Leidende gab es hier und
da. Und dokumentiert dies nicht auch den geistigen Tod dieser vielen
"unschuldigen" Verantwortlichen und ihrer Segensspender in der Kirche?
Bezeichnend auch, was der Chef des Bundeswehrverbandes im
ARD-Morgenmagazin am 27.11.2009 sagte. Er verteidigte den Angriff erneut.
Die Bundeswehr habe sich durch den Angriff einer [eventuell späteren] Bedrohung
[denn die Lastzüge steckten ja im Schlamm fest] durch "Liquidierung"
"entledigt".
Zur Erinnerung: Die Bombardierung erfolgte ohne die von den US-Piloten
erbetene Vorwarnung für die Menschen und ohne die Autorisierung durch den
US-Oberbefehlshaber, die nach dem NATO-Reglement vor dem Angriff notwendig
gewesen wäre. Stattdessen erfolgte vielleicht vom Unterbewusstsein her ein
Rückgriff auf Argumentationsmuster der eigenen Religion, wenn die
katholische Kirche in ihrem Glaubensbekenntnis etwa bis heute verbindlich
fordert, dass sie alles "ausmerzen" muss, "was gegen den Glauben ist" (siehe
hier).
Und wem ein solches "Lösungsmuster" für Probleme unter Umständen in den Genen,
in der Seele oder im Unterbewusstsein steckt oder wer in diesem Sinne einst
indoktriniert wurde, der kann es womöglich auch in anderen Bereichen anwenden
und dort auch schon mal vergessen, anders lautende Vorschriften einzuhalten.
Oder steckt vielleicht noch ein anderes
in der abendländischen Geschichte erprobtes "Lösungsmuster" in den
Genen, Seelenhüllen oder im Unterbewusstsein von katholischen Soldaten oder
Politikern, wenn leichtfertig der mögliche gewaltsame Tod sogar von
Unbeteiligten
in Kauf genommen wird? So war etwa den Anführern des katholischen
Kreuzfahrerheeres im Jahr 1209 nicht klar, welche Einwohner der französischen
Stadt Beziers "Ketzer" waren (übrigens friedfertige und ethisch hoch stehende
Menschen, die aber einfach nicht mehr katholisch sein wollten) und welche
Katholiken.
"Erschlagt sie alle,
Gott kennt die Seinen", hat der Bevollmächtigte des Papstes, der Erzabt Arnold
von Citeaux, in dieser Situation von den Soldaten verlangt. Und so kam es dann
auch
(http://www.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/kapitel-1.html).
Und so wurde in der Vollmacht des Papstes aufgrund der Liquidierung aller
Bewohner auf jeden Fall auch die Bedrohung der Kirche durch Andersgläubige aus
Beziers mit "ausgemerzt". Und bis heute war diese "Lektion" dementsprechend
"erfolgreich", denn in Beziers sind die meisten Leute heute wieder genauso
katholisch wie anderswo.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom
4.9.2009 und
8.9.2009.
Wir schrieben u. a.:
"Bei
dem Tanklaster-Bombardement kamen nach Nato-Angaben auch Zivilisten ums Leben,
doch Kanzlerin Merkel verbittet sich jegliche Kritik" (Spiegel
online, 8.9.2009). ´Kein Verständnis` für Kritik - das sagt eigentlich schon
fast alles. Nicht einmal die Tötung unschuldiger Menschen dürfe demnach
rechtmäßig kritisiert werden. Nur dieser Sachverhalt allein zeigt bereits auf,
wie tief die ´christliche` Partei schon gesunken ist."
5.12. / 26.12.2009 -
Luftangriff auf Afghanen wird allmählich zum
"Massaker" - Alleine 179 Zivilisten getötet? Auch Kinder unter Toten / "Nicht im
Einklang mit Völkerrecht" / Geht Vertuschung weiter? / Angriff galt offenbar den
Menschen, die man anscheinend für Taliban hielt / Oberst Klein behauptet das
Gegenteil wie die US-Piloten und der NATO-Bericht
- Die US-Piloten kämpften mit aller Macht um das Leben der Menschen, die sich um
die Tanklastzüge versammelt haben. Fünfmal (!) baten sie um Vorwarnungen für
die Menschen, fünf Mal lehnte die Bundeswehr ab. Es war ein Ringen um das Leben
der Menschen zwischen Amerikanern und Deutschen. Dann weigerten sich die
US-Piloten, sechs Bomben abzuwerfen, wie die Deutschen verlangten, zwei würden
genügen. Sechs Bomben würden natürlich zu weit mehr Todesopfern führen als zwei,
und wenigstens hier wurde durch "nur" zwei 250kg-Bomben wohl ein noch viel
größeres Blutbad verhindert als es geplant war. Doch in der Sache blieb der
deutsche Oberst Georg Klein knallhart. Keine Warnungen, sofortige Liquidierung
...
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665331,00.html).
Stoppen hätten ihn vielleicht noch sein Befehlsempfänger "Red Baron" können, der
zuvor mit Klein gestritten haben soll, welcher den Amerikanern vorgaukelte, es
gäbe direkte "Feindberührung" am Boden. Spiegel online schreibt: "Kleins
deutscher Flugleitoffizier ´Red Baron 20` gab bei seiner Befragung dagegen an,
er habe in dieser Situation weder eine unmittelbare Bedrohung gesehen ´noch die
Notwendigkeit, Feindberührung anzugeben`. Auf die Frage des
Nato-Untersuchungsteams, warum er kein Veto eingelegt habe, um Klein zu stoppen,
antwortete der Fliegerleitoffizier: "Ich bin ein Soldat, und er ist mein
Kommandeur" (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,668027,00.html).
Der afghanische Anwalt der Hinterbliebenen
erläutert jetzt: Unter den Zivilisten "137 Tote, 20 Verletzte und 22
Verschollene. Nach seiner Darstellung seien 91 Frauen zu Witwen und 163 Kinder
zu Waisen geworden. Fünf weitere Tote seien den radikal-islamischen Taliban
zugerechnet, denen laut Verteidigungsministerium der Luftangriff gelten sollte"
(Welt, 7.12.2009). Dies deckt sich annähernd mit dem Bericht des
afghanischen Informanten der deutschen Eliteeinheit KSK, der vier Taliban bei
den Tanklastzügen vor Ort erkannt hatte, bevor die Bomben das Inferno auslösten.
Oberst Klein soll dabei von Offizieren und Unteroffizieren der Eliteeinheit KSK
umringt gewesen sein (spiegel.de, 10.12.2009). Bild hatte die
Beteiligung der KSK enthüllt, was bisher vertuscht wurde.
Als die Piloten resignierten ...
Dabei hatten die Deutschen die Amerikaner zuvor
mehr oder weniger belogen. Denn die Bomber dürfen nur los fliegen bei direktem
"Feindkontakt" von ISAF-Truppen. Doch es waren weder deutsche noch afghanische
Truppen in der Nähe. Bestehe wirklich "unmittelbare Bedrohung" durch diese
vielen Leute am Boden? so noch einmal der Pilot, der es kaum fassen kann, was er
hörte. Ja, so Oberst Georg Klein. Und so gaben die Amerikaner dem Befehlszwang
der Deutschen beim sechsten Mal schließlich nach. Obwohl Oberst Georg Klein
dafür hätte auch zuerst mit seinen Vorgesetzten sprechen müssen, was er
ebenfalls nicht tat. Noch im Dezember heißt es, der Oberst habe "in
Sekundenschnelle" entscheiden müssen. Welcher Hohn! Er wurde mindestens fünf Mal
im Laufe von mehr als einer Stunde gewarnt und hätte alle Zeit der Welt gehabt,
weitere Telefonate zu führen. Und die späteren Opfer liefen alle über eine
Stunde auf den Fernsehbildschirmen auf und ab.
Und entsprechend wütend und entsetzt reagierten am Tag darauf die Sprecher
nahezu aller westlichen Staaten auf das Verhalten der Bundeswehr, und "Red
Baron" wurde von den NATO sofort suspendiert. Nun in Deutschland rettete man
sich mit Vertuschungen und Verleugnungen - was das Zeug hält - in die
Bundestagswahl hinein und darüber hinaus.
"Zweifellos" "nach bestem Gewissen" alle Warnungen ignoriert und gebombt
Zwar änderte der deutsche Minister Karl-Theodor zu Guttenberg nach drei Monaten seine Einschätzung offiziell von "angemessen" in "aus heutiger Sicht unangemessen", behauptet dann aber im selben Zusammenhang, Oberst Klein habe "zweifellos (!) nach bestem Wissen und Gewissen (!) und zum Schutze seiner Soldaten" gehandelt. Da stellt sich natürlich die Frage: Was ist das für ein Gewissen? Und damit werden die haarsträubenden Fehler wieder herunter gespielt bis geleugnet, vergleichbar etwa wie bei einem Fußball-Schiedsrichter, der erst durch die spätere Zeitlupe im Fernsehen erkennt, dass er eine Situation auf dem Spielfeld falsch beurteilt habe. Auf dem Feld jedoch habe er nicht anders handeln können. Mit anderen Worten: Oberst Georg Klein und die Bundeswehr hätten nach Einschätzung des streng katholischen CSU-Verteidigungsministers richtig gehandelt, dass sie sich mit aller Macht der Sicht der US-Piloten und ihrem Ringen um das Leben der Menschen fünf Mal widersetzt hätten und sich zudem nicht an die NATO-Bedingungen für einen Angriff gehalten haben. Und das alles auch noch dem Namen nach als "Christen". Außerdem lag dem katholischen Minister Guttenberg schon der Bericht des Internationalen Roten Kreuzes (ICRC) vor, wonach der Angriff nicht "im Einklang mit dem internationalen Völkerrecht" gestanden habe, und wonach auch "acht-, zehn- und zwölfjährige Kinder" unter den Opfern waren, bevor er das Wort "angemessen" aussprach (stern.de, 9.12.2009).
Neue Enthüllungen: Angriff galt den Menschen, nicht den Tanklastwagen
Wohlgemerkt. So dachte der Minister nicht, so denkt er. Und gefährdet mit
all´ diesem Verhalten die Regierung und die deutsche Armee nicht auch auf
massive Art Schutz und Sicherheit der Bürger in Deutschland? Denn diese Berichte
werden natürlich auch von gewaltbereiten Islamisten gelesen. Die Bundesregierung
will mittlerweile "Entschädigungen" zahlen, steht aber weiter hinter den
Verantwortlichen, die ihrerseits offenbar nicht die geringste Reue zeigen,
sondern weiter behaupten, richtig gehandelt zu haben.
Jetzt enthüllt die Bild-Zeitung auch die Beteiligung der deutschen
Eliteeinheit KSK, deren Einsätze in den letzten Jahren "in fast absurder Weise
geheim gehalten wurden" (spiegel.de, 10.12.2009). Und obwohl
Oberst Klein sogar wörtlich vom "Vernichten" der Menschen, die er
irrtümlich für Taliban oder überwiegend für Taliban gehalten habe, gesprochen
hat, hält Minister Karl-Theodor zu Guttenberg unbeirrt an ihm fest
(spiegel.de, 11.12.2009). Der Anwalt der Opfer hat mittlerweile von 179
toten Zivilisten gesprochen und fünf Taliban. "91 Frauen wurden zu Witwen, 163
Kinder zu Waisen"
(stern.de, 9.12.2009, Main-Post, 12.12.2009). Den Taliban hätte nach dem
NATO-Bericht überwiegend der Angriff gegolten, gar nicht den Tanklastwagen.
Oberst Klein "wollte die Menschen angreifen, nicht die Fahrzeuge". Er sei im
Vorfeld vom Bundeskanzleramt "ermutigt" worden, in eine neue "Eskalationsstufe"
des Krieges einzutreten, und die Bundeswehr offenbar von nun an gezielt Taliban
liquidieren zu lassen (stern.de, 12.12.2009). Der Angriff auf die
Menschen wird jetzt von allen Seiten bestätigt: "Nach Informationen des SPIEGEL"
hat die NATO den deutschen Oberst kritisiert, "vorrangig auf die Menschen
... gezielt zu haben"
(12.12.2009). Nur die Ablehnung der US-Piloten, vier weitere Bomben
abzuwerfen, verhinderte ein noch größeres Inferno. Die ganze Geschichte mit der
"Tankwagen-Bedrohung" (die im Morast fest steckten) war womöglich mehr ein
Ablenkungsmanöver für die Öffentlichkeit, um eine kriegerische Offensive der
Deutschen in ganz neuer Qualität zu verschleiern. Und dass Karl-Theodor zu
Guttenberg so energisch an Oberst Georg Klein festhält, hat womöglich auch damit
zu tun, was Oberst Klein alles noch weiß ...
In der Zwischenzeit liegt eine Erklärung von Oberst Klein vom 5.9.2009 vor
[26.12.2009] mit einer völlig anderen Geschichte "nur für Deutsche". Die
amerikanischen Piloten hätten die Menschen töten wollen, er wollte nur die
Tanklastwagen treffen. Er habe kleinere Bomben gewollt und die US-Piloten große.
Der aktuelle Stand der Untersuchungen ist jedoch völlig anders. Die Geschichte
wird immer härter ...
Arme Bevölkerung: Bis zu 200 Dorfbewohner standen Schlange nach dem Benzin
Mittlerweile gibt es ein Interview mit einem Augenzeugen am Boden, einem der
überlebenden Tanklastwagenfahrer
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,666825,00.html). Daraus geht
deutlich hervor, dass das gekaperte Benzin zum Eigengebrauch in dem bettelarmen
Dorf gedacht war. Die Männer vom Überfallkommando der Taliban hätten meist
nicht einmal Schuhe getragen. Und teilweise standen bis zu 200 Menschen mit
ihren Benzinkanistern Schlange, um etwas von dem Benzin zu ergattern.
Viele Militär-Experten gehen im Gegensatz zu der zunehmenden Brachial-Gewalt von
Deutschen und Amerikanern (die jetzt mit 30.000 neuen Soldaten und dem
"Friedensnobelpreis" im Rücken die Taliban endlich total vernichten wollen),
davon aus, dass ein Friedensschluss und eine erneute Beteiligung der Taliban
an der Regierung die sinnvollste Lösung des Konflikts wäre (z. B. Peter
Scholl-Latour). Auch die Briten äußerten sich bereits in diese Richtung. Wie
wäre es, wenn der Westen statt zig Milliarden Euro für den Plan der Vernichtung
der Taliban auszugeben, ein paar Tausend Euro ausgibt, um ihnen und ihren
Familien Schuhe zu kaufen und Friedensgespräche anzubieten?
PS: Wo lehrte eigentlich Jesus von Nazareth: "Dringt mit Waffengewalt in
fremde Länder ein, stürzt dort die Regierungen, wenn ihr mit diesen nicht
einverstanden seid, und bekriegt und liquidiert diejenigen, die sich gegen Eure
neue Ordnung wehren?" Das stammt aus dem katholischen Denken und Tun, ist aber
nicht christlich. Folglich sollte der Afghanistan-Krieg katholisch oder
evangelisch begründet werden, aber alle Befürworter und Begründer sollten sich
von Christus und vom Christentum distanzieren.
8.12.2009 -
"Gesegneter Advent" im
Blutmeer Afghanistan - Dorfbewohner in Aufruhr. NATO habe schon wieder sechs bis
zwölf Zivilisten liquidiert
- Und: Wie unterscheidet die NATO eigentlich aus den Luft zwischen einem Taliban
und einem Zivilisten?
http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan-angeblich-sechs-zivilisten-bei-nato-angriff-getoetet_aid_461262.html
Abgesehen davon: Wer gibt den Kirchenchristen das moralische Recht, Taliban in
beliebiger "Menge" zu "vernichten"? Christus oder die Kirche? Wenn nicht
Christus, dann sollten sie sich auf der Stelle nicht mehr "christlich" nennen.
14.12.2009 -
CDU und CSU möchten, dass die Deutschen am Hindukusch nicht nur zur
Selbstverteidigung töten - Der
CDU/CSU-Kriegsexperte Hans Peter Uhl (CSU) fordert mehr Rechte zum Töten für die
Bundeswehr im Hindukusch. "´Die Bundeswehr braucht Klarheit, dass sie
Aufständische mit allen Mitteln bekämpfen und auch töten darf.` Es sei den
Soldaten nicht länger zumutbar, dass sie in einem kriegsähnlichen Konflikt nur
zur Selbstverteidigung schießen dürften" (Neue Osnabrücker Zeitung,
14.12.2009). Am 3.9.2009 ließ die Bundeswehr ca. 180 Afghanen gezielt in die
Luft jagen, darunter aufständische Taliban, und war dafür weltweit hart
kritisiert worden. Nur im eigenen Land wird der verantwortliche Oberst weiter
dafür gelobt, da er "nach bestem Wissen" gehandelt habe.
Freie Christen forderten bereits 1999 die CDU und CSU auf,
sich nicht mehr "christlich" zu nennen. Damals rief die Partei zusammen
mit SPD und GRÜNEN zum Kosovo-Krieg, bei dem ca. 1000 serbische Zivilisten
getötet wurden. Und sie machten seither unverhohlen mit der Kriegsbefürwortung
und damit der Verhöhnung des Christus weiter.
Die Bundeswehr-Soldaten werden alljährlich u. a. bei
katholischen Wallfahrten zugerüstet.
16.12.2009 -
Wie Bundeswehr-Oberst Georg Klein die
Aufklärung aktiv behindert hat -
Der Skandal wird immer handfester. Siehe dazu
http://www.fr-online.de/top_news/2147310_Kundus-Affaere-Klein-soll-Ermittlungen-erschwert-haben.html.
Dabei geht es nicht um eine "Affäre", wie es verschiedentlich heißt, sondern um
weit über 100 Menschenleben und das Leid der Angehörigen. Ein Leserbrief des
Autors des Theologen an focus.de wurde dort nach Prüfung
abgelehnt. Deshalb hier der Inhalt: "Tot ist tot - Den 179 zerfetzten oder
verbrannten Opfern des Angriffs wird es egal sein, ob sie völkerrechtlich
legitim in die Luft gejagt wurden oder nicht. Denn tot ist tot. Und wenn sie
einst im Jenseits ihre Klage erheben, wovon gläubige Menschen ausgehen, dann
schützt den Beklagten auch kein Völkerrecht mehr." Man könnte hinzufügen:
Spätestens dann wirkt irgendwann das unbestechliche Gesetz von Saat und Ernte
(vgl. Der Theologe Nr. 2).
16.1.2010 -
Deutsche im endlosen
Afghanistan-Krieg: "Wir bilden Kämpfer für die Taliban aus"
-
(http://www.bild.de/BILD/politik/2010/01/16/deutsche-polizei-klagt-ueber-afghanistan-einsatz/wir-bilden-kaempfer-fuer-die-taliban-aus.html).
Doch gerade erst entschied die Bundesregierung, 100 neue Polizei-Ausbilder
nach Afghanistan zu schicken. Und: Eingeständnis von Bundeswehr-Oberst Georg
Klein:
"Der
für den Angriff auf Tanklaster bei Kunduz verantwortliche Bundeswehroberst hat
gezielt die Unwahrheit gesagt, um US-Piloten zu dem Bombenabwurf zu bewegen"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,672261,00.html).
Er hat aber nach wie vor die volle Rückendeckung des katholischen Ministers
Karl-Theodor zu Guttenberg von der CSU. Zehn Gebote? ("Du sollst nicht töten",
"Du sollst nicht falsch Zeugnis reden" ...) Und so denkt sich vielleicht
mancher: "Über 100 zerfetzte Opfer sind vielleicht ein bisschen viel. Aber eine
Lüge wird ja wohl noch erlaubt sein."
11.2. /
18.2.2010 -
Evangelische Kirche übernimmt indirekt Verantwortung für Bombenangriff auf
Tanklastzüge in Afghanistan mit ca. 170 Toten / Befehlsgeber nennt sich "Christ"
- Die evangelische Kirche übernimmt mehr oder
weniger die Verantwortung für den verheerenden Angriff auf zwei Tanklastzüge in
Afghanistan auf Befehl der Bundeswehr mit ca. 170 getöteten Afghanen (allesamt
Moslems). In einer epd-Meldung vom 7.1.2010
(http://www.epd.de/nachrichten/nachrichten_index_70159.html#top) heißt es:
"Der evangelische
Militärbischof Martin Dutzmann hat den deutschen Oberst Georg Klein in Schutz
genommen ... ´Oberst Georg Klein hatte in jener Nacht weder so viel Zeit noch
annähernd so viele Berater zur Verfügung`" wie diejenigen, die das Massaker
jetzt aufarbeiten. Und, so der Militärbischof Martin Dutzmann wörtlich: "Im
Krieg aber liegen die Dinge eben nicht so einfach wie in der friedlichen
Bundesrepublik." Genau das ist Kirche, und so war Kirche immer, und so wird sie
immer sein: Jeder noch so grässliche Schrecken im Krieg wird durch die
kirchliche Kosmetik weg geschminkt, und am Ende würde man es vermutlich auch
schaffen, den ganzen Planeten in die Luft jagen zu lassen und es auf diese Weise
zu rechtfertigen. Oberst Georg Klein bestätigte seinerseits, wer ihn inspiriert:
"Als Christ habe ich mich mit
dieser Entscheidung schwergetan", so der Oberst (bild.de, 12.2.2010).
Anschließend sei er zum Gebet in die kirchliche Kapelle gegangen (spiegel.de,
12.2.2010). Und bis heute rechtfertigt der ranghohe Militärbefehlshaber den
Angriff. Neu ist, dass er es bewusst als angeblicher "Christ" tut. Oberst Georg
Klein nennt sich also "Christ", doch Christus, dessen Namen er hierbei
missbraucht, hätte niemals einen Angriff mit Flugzeugen und Bomben befürwortet,
auch wenn er geglaubt hätte, es würden dabei nur islamistische Krieger und nur
ein unbeteiligter LKW-Fahrer in Stücke gerissen werden. Doch in typischer
evangelischer Schizophrenie rechtfertigt der Oberst einerseits den Angriff und
bittet andererseits "Gott" gleichzeitig um "Vergebung" (zit. nach
idea-spektrum Nr. 7/2001). Doch alle Opfer und alle Angehörigen müssen dem
Oberst vergeben. Vorher kann auch Gott ihm die Schuld nicht weg nehmen (siehe
dazu hier).
Und deshalb wurden auch Soldaten aus den frühen urchristlichen Gemeinden
ausgeschlossen, wenn sie weiter Soldaten bleiben wollten. Anders die Kirche und
ihre Gefolgsleute. Aus diesem Grund fordern wir erneut: Die katholische und
die evangelische Kirche dürfen sich nicht mehr "christlich" nennen.
Katholisch ja, evangelisch ja, denn was sie zum Krieg lehren ist katholisch und
evangelisch, niemals jedoch christlich.
22.2.1010 -
NATO bombte schon
wieder mindestens 30 Zivilisten in den Tod / Schon mindestens 50 tote Zivilisten
bei der Operation "Muschtarak" / Täter sollen sich nicht mehr "Christen" nennen
- Erst vor wenigen Tagen brachte die NATO neben einigen eventuell Aufständischen
auch Kinder um, die sich im selben Haus aufhielten, in denen die NATO zwei
Raketen hinein steuerte. Andere Quellen berichteten, man habe versehentlich ein
falsches Ziel getroffen: Sicher sind 12 tote Zivilisten. Kurz danach wurden aus
der Luft fünf weitere unbeteiligte Zivilisten durch einen NATO-Bombenangriff
getötet. Hinzu kommen vier weitere Zivilisten, die auf die Schnelle
versehentlich erschossen wurden, weil man dachte, es könnten "Aufständische"
sein. Nun wurden gleich drei Busse aus der Luft in Grund und Boden gebombt.
Verantwortliche der NATO vermuteten, dass in den Bussen "Aufständische" sitzen,
die mit den Bussen womöglich zum nächsten Angriff auf die westlichen Truppen
fahren. "Nach dem Bombardement hätten Bodentruppen am Ort des Luftschlags aber
Frauen und Kinder vorgefunden" (stern.de, 22.2.2010).
Und so oder so ähnlich geht es schon seit Jahren, so dass die Zahl der
irrtümlich Getöteten schon in die Tausende geht. Und die Soldaten nennen sich
"Christen", ein brutaler Namensmissbrauch. Denn niemals würde Christus einen
solchen Krieg wie auch andere Kriege befürworten. Auch nicht gegen Menschen, die
nicht versehentlich, sondern gezielt getötet werden, weil sie zur anderen
Kriegspartei gehören.
"Die Regierung in Kabul verurteilte den Angriff scharf und sagte, er sei nicht
zu rechtfertigen"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,679374,00.html). Der
afghanische Präsident "Karsai hatte erst am Samstag vor dem Parlament in Kabul
einen eindringlichen Appell an die Truppen gerichtet, Zivilisten zu schützen"
(stern.de). Vor einigen Monaten ließ die Bundeswehr über 100 Zivilisten in
die Luft jagen, die sich um gekaperte Tanklastzüge versammelt hatten, um Benzin
für ihren Privatgebrauch abzapfen zu können. Ein "Informant", der aber überhaupt
nicht gesehen hat, wer um die LKWs versammelt ist (Focus online, 27.2.2010),
vermutete fälschlicherweise, dass es "Taliban" seien, und nicht unbeteiligte
Dorfbewohner. Und Oberst Klein nahm die Falschvermutung für bare Münze, und auf
den entführten LKW-Fahrer wollte die Bundeswehr offenbar keine Rücksicht nehmen.
Und auch der für das dann folgende Blutbad verantwortliche deutsche Oberst
nannte sich missbräuchlich "Christ". Unser Appell: Die Täter sollen sich
wenigstens nicht mehr "Christen" oder "christlich" nennen.
5.4.2010 -
Evangelischer Bischof gibt zu: Auch Kirche schickt Soldaten mit Waffenauftrag
nach Afghanistan - Der
evangelische Landesbischof Gerhard Ulrich gibt zu, dass die Kirche die Soldaten
mit schweren Waffen in andere Länder schickt. Wörtlich sagte er in seiner
Osterpredigt im Dom von Schleswig: "´Seht auf uns`, haben mir Soldaten in der
vergangenen Woche gesagt, die in Afghanistan und an anderen Orten im Einsatz
waren und wieder sein werden: Lasst uns nicht allein mit den Waffen, mit denen
ihr uns da hinschickt!" (zit. nach idea.de, 5.4.2010)
10.4.2010 -
Evangelischer Militärdekan redet Mysteriöses bei Trauerfeier / Der Gott Luthers
begibt sich in den Krieg hinein und verspricht den Gefallenen einen "seligen
Tod"
- Die Bundeswehr ließ über 100 Afghanen in den Tod bomben, die Benzin von
Tanklastwagen zapften, dann schoss man einen Panzer mit afghanischen Truppen
versehentlich in die Luft, während die US-Amerikaner fast zeitgleich schwangere
Frauen in den Tod sprengten. Dann wurde ein Linienbus mit Zivilisten "rein
vorsorglich" unter Feuer genommen, unter den Toten auch wieder ein Kind, und,
und, und ... Und mehrfach wurden ganze Hochzeits- oder Beerdigungsgesellschaften
versehentlich von der NATO in die Luft gejagt. Die Anzahl der versehentlichen
Opfer unter der Zivilbevölkerung geht in die Tausende und steigt immer weiter
an. In diesem Chaos passiert es dann, dass auch irgendwann Bundeswehr- und
NATO-Soldaten zu Opfern werden, in diesem Fall gezielt durch Beschuss oder
Fallen der Taliban.
Bei der Trauerfeier für drei gefallene Bundeswehr-Soldaten in der
St.-Lamberti-Kirche in Selsingen redet dann die Kirche Unsinn. So z. B. der
leitende evangelische Militärdekan Armin Wenzel. Idea.de schreibt: "Gott
beseitigt den Tod und das Leid in dieser Welt nicht, aber er begibt sich mitten
hinein. Das sagte der evangelische Leitende Militärdekan Armin Wenzel (Kiel) am
9. April in der St. Lamberti-Kirche von Selsingen (Kreis Rotenburg/Wümme) bei
der Trauerfeier für drei in Afghanistan gefallene Bundeswehrsoldaten"
(9.4.2010).
Was soll das nun wieder bedeuten, Gott "begibt sich mitten hinein"? Jesus lehrte
eindeutig: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch´s Schwert umkommen" und:
"Liebe deine Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen" und: "Du sollst nicht
töten". Wer es anders hält, der sollte Gott nicht mit in seinen Krieg hinein
ziehen, denn der Schöpfergott begibt sich keineswegs auf der Seite der NATO in
diesen Krieg hinein.
Nur der Gott Luthers mischt dort einmal mehr kräftig mit im Krieg, und Martin
Luther sagte über ihn: "Gott henkt, rädert,
enthauptet, tötet und führt den Krieg" (http://theologe.de/theologe3.htm#Soldaten).
Und der Luther-Gott redet auch bei Opfern nicht um den heißen Brei herum.
Sondern der Reformator sagt über die gefallenen Soldaten klipp und klar: "Einen
seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen" (http://theologe.de/theologe3.htm#Toeten).
Der Gott, der diesen "seligen Tod" verspricht, begibt sich auf deutscher Seite
mitten in den Krieg hinein und trägt die Verantwortung für Tausende von zivilen
Opfern, nicht der richtige.
1.8.2010 -
Die Wiederauferstehung
Martin Luthers in Afghanistan
- Martin Luther predigte einst den Krieg gegen die Islamisten des 16.
Jahrhunderts: "... weil die Christen ...
ein jeglicher von seiner Obrigkeit zum Streit wider die Türken gefordert und
berufen werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen Untertanen (wie sie
denn gewisslich tun, so sie rechte Christen sind) und mit Freuden die Faust
regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie
immer mögen, weil sie eine Ader regen können" (Eine Heerpredigt wider den
Türken, D. Mar. Luther. Anno 1529; Tomos 4, S. 494 b-496).
Ca. 500 Jahre später befehligt der
Protestant und Luther-Nachfolger David Petraeus die westlichen Truppen in
Afghanistan und schickt die hauptsächlich katholischen oder evangelischen
Soldaten in den Krieg gegen heutige dort einheimische Islamisten. Auch die
Bundeswehr steht unter seinem Oberkommando. Und die Botschaft des
Kommandanten auch an die Bundeswehr-Soldaten ist ähnlich wie vor 500 Jahren die
Botschaft Martin Luthers an die Soldaten:
"Verfolgt den Feind unerbittlich! ... Sucht den
Feind und eliminiert ihn. Rammt eure Zähne in ihr Fleisch und lasst
nicht mehr los ..." (spiegel.de,
bild.de, 1.8.2010). Zuletzt stellte die Bundeswehr Todeslisten von Männern
zusammen, die dann von den US-Amerikanern "eliminiert" wurden.
Mitten in der Vorbereitung zu den 500-Jahr-Feiern Martin Luthers (2017) ist der
Reformator bereits in Afghanistan auferstanden. Auch das Ziel ist damals wie
heute ähnlich: Die westliche Zivilisation soll gegen eine islamische bzw.
islamistische Zivilisation "verteidigt" werden. Im Unterschied zum 16.
Jahrhundert marschiert jedoch heute kein islamisches Heer Richtung Europa,
sondern die Europäer sind, ähnlich wie in Kreuzzugszeiten, in ein islamistisch
regiertes Land eingedrungen und der Krieg findet dort statt.
Auch dem islamischen Iran will der kirchliche Westen an den Kragen, wenn dieser
im Atom-Streit nicht endlich tut, was er Westen will und sich eventuell ähnliche
Rechte heraus nimmt wie man selbst. "USA haben einen Angriffsplan gegen Iran",
so die Schlagzeilen vom 1.8.2010 (z B. sueddeutsche.de).
Wenn der Westen Kriege und Kriegsvorbereitungen für richtig hält, wird er auch
die Konsequenzen tragen müssen. Doch mit Jesus, dem Christus, hat das alles
nichts zu tun. Es ist lutherisch oder katholisch, aber nicht christlich. Denn
die westlichen Politiker, die sich "christlich" nennen, tun das krasse Gegenteil
von dem, was Jesus, der Christus, wollte und lehrte.
7) Weitere
Nachrichten zum Thema "Kirche und Krieg" ab 2006
|
Die Nachrichten
zum Gaza-Krieg
2008/2009 finden Sie unter "Der Theologe aktuell"
Nr. 2009-1 |
2006
13.3. / 14.3.2006 -
Jahrslosung 2006 - "Gottes"
Beistand für einen Völkermörder - Kirchen entlarven sich -
"Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" heißt ein angebliches
Gotteswort an Josua in der Bibel (Josua 1, 5b), das die katholische und
die evangelische Kirche in Deutschland als Jahreslosung 2006 für die Gläubigen
auswählten. Unmittelbar zuvor heißt es in der Bibel: "Niemand wird dir
Widerstand leisten können, solange du lebst" (Vers 5 a). Worum geht es?
Bereits einige Verse weiter bekommt die kirchliche Andachtsstimmung die ersten
Kratzer. "Jeder, der sich deinem Befehl widersetzt und nicht allen deinen
Anordnungen gehorcht, soll mit dem Tod bestraft werden" (Vers 16). Also
wird hier zunächst erklärt, wie sich die eigene Bevölkerung verhalten muss:
Befehle ausführen oder hingerichtet werden. Den Nachbarvölkern "stockte der
Atem" (5, 1), als sie das hörten. Doch lange würden sie nicht mehr atmen
können, denn bald gerieten sie selbst in Visier. Zuerst wurden die menschlichen
Bewohner und die Tiere der heutigen Palästinenserstadt Jericho massakriert: "Mit
scharfem Schwert weihten sie [die Soldaten unter dem Befehl Josuas] alles, was
in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder,
Schafe und Esel" (6, 21). Nicht alle befolgten jedoch den
Ausrottungsbefehl, so dass wieder eine Phase innerer "Säuberungen" folgte: "Bei
wem man dann etwas findet, das dem Untergang geweiht ist, der soll mit allem,
was er hat, verbrannt werden ..." (7, 15.25). Dann wieder Völkermord nach
außen: "Es gab an jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen,
alle Einwohner von Ai. Josua aber ließ seine Hand mit dem Sichelschwert nicht
sinken, bis er alle Einwohner von Ai dem Untergang geweiht hatte ... Den König
von Ai aber ließ er an einem Baum aufhängen ... (8, 25.29). Und so
weiter. Alles im Auftrag des "Gottes", der dem Feldherrn Josua die Massaker
befohlen hatte und ihm für seine Befehlstreue versprochen hatte: "Ich lasse dich
nicht fallen und verlasse dich nicht" - die Jahreslosung der Kirchen für das
Jahr 2006.
Vertreter der Kirchen erklären nun als
Rechtfertigung ihrer Jahreslosung, dass es bei diesen Ereignissen in
Wirklichkeit gar nicht so gewalttätig zuging, wie dies in der Bibel beschrieben
ist. Das ist insofern bemerkenswert, da dies ja auch ein Eingeständnis wäre,
dass die biblischen Berichte die Wirklichkeit verfälscht hätten. Warum werden
sie dann aber als "Gottes Wort" bezeichnet? Kann eine Fälschung gleichzeitig
"Gottes Wort" sein?
Abgesehen von diesem Widerspruch glaubt man
den kirchlichen Theologen aber gerne, dass das damalige Volk Israel viel
friedlicher war, und spätere Schriftgelehrte und Theologen sich die Massaker nur
besonders total und grausam ausgemalt hatten. Doch das spielt im Zusammenhang
der Jahreslosung 2006 keine Rolle. Denn in diesem Zusammenhang zählt eben nicht
die Historie vor über 3000 Jahren (die hoffentlich friedlicher war), sondern
das, was heute als "Gottes Wort" in der Bibel steht. Mit anderen Worten: Was für
die Kirchen als "Gottes Wort" gilt, ist maßgeblich und nicht das, was sich
vielleicht in Wirklichkeit ganz anders zugetragen hat, aber niemand beweisen
kann. Und als "Gottes Wort" gilt eben der Völkermord nach außen und nach innen
in seiner schlimmsten Form. So kann man sich auch fragen: Mit welchem Recht
erhebt man sich angesichts dieser "heiligen Schriften" in den Kirchen heute z.
B. über den Islam, dessen Gläubige in der Geschichte mehrfach tatsächliche Opfer
von kirchlichen Völkermördern wurden?
Wer die Kirche und ihre Lehren kennt, den
überrascht die Selbstverständlichkeit dieses Horrors allerdings nicht. Durch
Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte (die Nachfahren der früheren
Inquisitoren) werden auch heute Minderheiten auf Schärfste bekämpft, die den
Kirchen ein Dorn im Auge sind (siehe
Der Theologe Nr. 12). Und in den vergangenen
ca. 1.700 Jahren verbündete man sich mit vielen Regimes,
welche auf Geheiß der Kirche Menschen hinrichten ließen, die dieser unliebsam
waren. Und wörtlich heißt es bis heute in den gültigen Lehren der Kirche:
"Deshalb muss sie [die römisch-katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles
entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie
schaden könnte." (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr.
382, siehe dazu
Der Theologe Nr. 18).
Sollten also eines Tages sogar wieder Menschen "ausgemerzt" werden, (wenn man
sich wieder mit einem dazu passenden Regime verbündet), bräuchte sich niemand zu
wundern. Damit es aber nicht dazu kommt, wäre es notwendig, dass alle aufrechten
Demokraten und Verfechter von Glaubensfreiheit und Toleranz die Kirchen in die
Schranken des Grundgesetzes weisen (wo sich die Bundesrepublik Deutschland zur
Religionsfreiheit und zur Ablösung kirchlicher Privilegien bekennt) anstatt sie
mit Milliardensubventionen am üppigen Leben zu erhalten und ihre Macht- und
Ausrottungsphantasien achselzuckend hinzunehmen.
Warner gibt es viele, so z. B. auch den
Göttinger Theologen Gerd Lüdemann, der zur Jahreslosung u. a. schrieb: "Die
Texte aus dem Josuabuch schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen
Bevölkerung ... Der Bann hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott
lässt seine Exekutoren nicht fallen und verlässt sie nicht."
(Welt am Sonntag, 8.1.2006;
http://www.welt.de/data/2006/01/08/828497.html)
23.9.2006 / 4.5.2007 -
Das Spiel von Politik und Militär
mit dem Feuer: Massive Warnungen werden ignoriert
- Die gegenwärtige Generation zündelt mit der
Existenz dieser Zivilisation. So glauben z. B. auch die Militärs, ohne schwere
Schäden zündeln zu können: 1999 half man mit,
Jugoslawien anzugreifen und zu bombardieren, 2001 griffen auch deutsche
Flieger Afghanistan an. Heute zahlen wir Milliarden an Folgekosten vor
Ort. Die den Kriegen zugrunde liegenden Probleme hat man jedoch nicht gelöst,
die Kessel brodeln weiter. (PS: US-Soldaten sollen zudem Gefangene in
Afghanistan gefoltert und ermordet haben; siehe
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438858,00.html;
der Krieg gilt unter Experten schon jetzt als kaum mehr zu gewinnen; die
Ausgaben würden damit in ein Milliardengrab fließen; vgl.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,439688,00.html).
Die Vorschläge des großen Friedensstifters Jesus von Nazareth (z. B. "Alles, was
ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen zuerst") hält man in
Politik und Militär ohnehin für utopisch. Trotzdem missbraucht man dort weiter
seinen Namen (z. B. durch die Bezeichnung "christlich"). Und die Probleme bauen
sich wieder auf. Beispiel Libanon. Die Bundeswehr ist mit 1.000 Soldaten
gerade dorthin unterwegs, um im Auftrag der UNO die Nachschub-Bewaffnung der
islamistischen Hisbollah-Armee auf dem Seeweg militärisch zu unterbinden (was
wohl auch Millionen oder langfristig Milliarden kostet). Und ein paar Dutzend
römisch-katholische und evangelisch-lutherische "Militärseelsorger" (früher
nannte man sie "Feldgeistliche") sind mit ihren Bibeln auch wieder mit an Bord.
Vor mehreren Hunderttausend begeisterten Anhängern in Beirut hat jetzt
Hisbollah-Chef Nasrallah öffentlich den Eintritt Deutschlands in den
Nahost-Konflikt kritisiert und der Rechtfertigung von Angela Merkel
widersprochen, der Militäreinsatz Deutschlands diene der "Sicherheit Israels"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438719,00.html). Auch Syriens
Staatschef Assad bezeichnete das militärische Eingreifen der Deutschen in den
Nahost-Konflikt als sinnlos und den Erfolg als unmöglich, da die Hisbollah die
"Unterstützung des Volkes" besitze.
Durch das Eingreifen Deutschlands in den unterschwellig weiter schwelenden
Nahost-Krieg und die Äußerungen des deutschen Papstes über den Propheten
Mohammed ist Deutschland erstmals mit ins Zentrum der weltweiten
Auseinandersetzungen gerückt.
Allgemein könnte man sagen: Schlägt man Warnungen in den Wind, baut sich in der
Regel das nächste Ereignis auf ...
2007
7.1. / 10.1.2007 -
Gefahr eines großen Krieges wächst
- Der letzte Weltkrieg liegt schon lange zurück,
und die heutigen politischen Verantwortlichen haben oft kein Gefühl dafür, was
dies für zahllose Menschen bedeutete und dass das Leid der Kriege in Zukunft
sogar schlimmer würde. So wird kräftig gezündelt: Chaos, Anarchie und
Waffenlieferungen hier, kleinere Kriege da, eventuell ein größerer Krieg wieder
hier, und Planspiele über Planspiele - vielleicht sogar mal ein kleines
"Atombömbchen" riskieren. All´ das mag manchmal mehr, manchmal weniger mit dem
evangelischen oder katholischen Glauben vereinbar sein. Mit dem großen
Menschheitslehrer Jesus von Nazareth hat es überhaupt nichts zu tun.
Aktuell z.B. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,458170,00.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,458186,00.html
7.6. / 10.6.2007 -
US-Präsident George W. Bush - Nach
seinem Tod einst direkt ins Paradies? Und deshalb auf der Erde so schwer
belehrbar? - Ob er seine
Politiker-Kollegen in Heiligendamm bei ihren Plänen zur Milderung der
Klimakatastrophe bremste (und nur durch offene Drohungen des französischen
Präsidenten dazu gebracht worden sein soll, wenigstens minimale unverbindlichen
Absichtserklärungen mit zu tragen) oder ob er an neuen Waffensystemen*
arbeiten lässt und z. B. den Widerstand der russischen Regierung gegen neue
Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien unmittelbar vor den Toren Russlands
übergeht (9.6.2007;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,487600,00.html): Der
US-Präsident gibt sich wie ein "Herrscher der Welt", der letztlich macht, was er
will, bzw. was die Kräfte, die hinter ihm stehen, wollen. Schließlich haben die
USA ja die meisten und schlimmsten Waffen.** Auch die UNO
war ihm zuletzt weitgehend gleichgültig, wenn sie sich nicht so verhielt, wie
seine Regierung das will (wie vor dem Irak-Krieg). Und schon jetzt droht er
Russland, falls die Regierung Putin in der UNO die Abspaltung des Kosovo von
Serbien und die Gründung eines zweiten albanischen Staates blockieren würde.
Dann würde eben wieder ohne die UNO "gehandelt". Zudem wird in
US-Regierungskreisen weiter über konventionelle oder gar kleinere atomare
Schläge gegenüber dem Iran gesprochen.
Ein wesentlicher Hintergrund ist der
evangelische Glaube des Präsidenten und vieler seiner Freunde.
Bush ist offiziell evangelischer Methodist, steht jedoch unter dem Einfluss des
evangelischen Baptistenpredigers Billy Graham
(vgl. dazu
www.theologe.de/billy_graham.htm), der ihn einst von seiner Trunksucht
wegbrachte und ihm damit den Weg zum mächtigsten Mann der Welt ebnete. Billy
Graham, Seelsorger vieler amerikanischer Präsidenten, befürwortete - trotz der
auch von ihm eingestandenen Schrecken - alle US-geführten Kriege der
Vergangenheit, und er hält auch einen drohenden Atomkrieg nicht für das
Schlimmste. Der Grund:
"Der Schrecken eines Atomkriegs geht - im Blick auf die
Ewigkeit - vorüber. Der Zorn, der sich über alle ergießen wird, welche die
angebotene Barmherzigkeit, Gnade und Erlösung in Christus ablehnen, ist viel
schrecklicher" (Billy Graham, Geht unsere Welt ihrem Ende entgegen?,
Neuhausen-Stuttgart 1993, S. 173).
Billy Graham und George W. Bush nehmen die
angeblich auf solche Weise
"angebotene Erlösung" im
Unterschied zu den meisten Menschen auf dieser Welt für sich in Anspruch.
Und "das bedeutet: man steht vor Gott, als habe man niemals eine Sünde
begangen", so der Glaube Grahams (Billy Graham, Eine
Generation entdeckt Jesus, Witten 1982, S. 105). Offenbar
sieht dies der US-Präsident auch so, was bedeuten würde, dass er einst gleich
nach seinem Tod direkt den Himmel betreten könne, ganz gleich, für wie viel Leid
er die Verantwortung trägt und was durch seine Politik mit der Erde und ihren
Bewohnern passiert. Umgekehrt bedeutet das nach kirchlichem Verständnis auch,
dass die amerikanischen (wie auch alle anderen) Bombardements nicht nur
Tausenden von Menschen den irdischen Tod brachten, sondern auch das Höllenfeuer
für alle Ewigkeit (siehe oben).
Das ist die evangelische Lehre, die
allerdings im Widerspruch zu Jesus von Nazareth (vgl. dazu
Der Theologe Nr. 3 und
Der Theologe Nr. 1) und teilweise auch zum Kirchenlehrer Paulus
steht. Wörtlich heißt es z. B. in der Bibel: "Irret euch nicht. Gott lässt sich
nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galaterbrief 6,
7). Oder Jesus spricht demnach: "Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir
nicht zu essen gegeben ... Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten,
das hat ihr mir auch nicht getan" (Matthäus 25, 42.45). Deshalb: "Geht
weg von mir ..." (V. 41; PS: zur Dauer der "Gottferne" siehe
Der Theologe Nr. 19)
Der erste Ratsvorsitzende der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Otto Dibelius
(1880-1967), äußerte sich sogar noch extremer als Billy Graham. In der Broschüre
Militärkirche oder
kirchlicher Friedensdienst
(Potsdam 1957) erklärte der damals
führende deutsche Protestant, selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei
vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir
alle dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen
töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben"
(zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland, Beck-Verlag, München 1999, S. 259).
Es braucht also niemanden zu wundern,
wenn Menschen mit einem Glauben an einen solchen protestantischen
"Erlösungszauber" mit der Mutter Erde und ihren Geschöpfen nicht
verantwortungsvoller umgehen.
PS: Zu
George W. Bush und seinen Entscheidungen siehe auch
Focus online,
8.10.2005; zit. nach
http://www.das-weisse-pferd.com/2005.html#Bush.
Anmerkungen:
* Im Jahr 2006 stiegen die weltweiten
Rüstungsausgaben auf neue Rekordhöhe. 900 Milliarden Euro wurden für
militärische Zwecke ausgegeben, davon fielen alleine 396,2 Milliarden Euro
auf die USA. Mehr dazu siehe
http://www.netzeitung.de/ausland/671130.html
** Als die
Sowjetunion 1962 Raketen in Kuba vor den Toren der USA stationieren wollte,
verhinderte vermutlich nur der letztliche Verzicht der Russen einen neuen
Weltkrieg. Dieses Mal geht es zwar "nur" um US-"Abwehr"-Raketen, doch die
Logik dahinter ist ebenfalls offensiv:
Nach einem
eigenen Angriff würde ein Gegenangriff "abgewehrt", so dass ein eigener
Angriff eher riskiert werden könne.
Aktualisierung:
Einen Tag nach dem Ende des G8-Gipfels in Heiligendamm traf US-Präsident
George W.
Bush
am 9.6.2007 zur Audienz beim Papst in Rom ein. An der Ostsee
hatte er zeitweise eine Magenverstimmung. In Rom ging es ihm wieder gut.
Mehr zur Verbindung zwischen dem mächtigsten Protestanten George W. Bush und
dem mächtigsten Katholiken Benedikt XVI. siehe
hier.
Einen Tag nach Heiligendamm:
George W. Bush verneigt sich tief vor dem Papst.
7.7. / 8.7.2007 -
Heinrichsfest: Katholisches
Bamberg feiert Kriegsverbrecher -
Nicht nur in Argentinien stehen derzeit
Verbrechen mit kirchlicher Beteiligung oder unter kirchlicher Anleitung im
Mittelpunkt des öffentlichen Interesses (siehe dazu
die nachfolgende Meldung). Auch in Deutschland ist dies - wenn auch
weit gehend unausgesprochen - der Fall. So feiert z. B. das Erzbistum
Bamberg im Jahr 2007 sein 1000jähriges Jubiläum. Bistumsgründer ist der
König und spätere Kaiser Heinrich II., der in unzähligen Kriegen immer
wieder unschuldiges Menschenblut vergossen hat (mehr dazu
hier). Nach ihm ist auch
das Heinrichsfest benannt, das am 7.7. und 8.7.2007 in Bamberg gefeiert
wurde. Das Bistum Bamberg wurde mit dem Ziel gegründet, Andersgläubige
wirkungsvoller vernichten zu können. Wörtlich heißt es in einem Dokument
aus dem Jahr 1146 anlässlich der Heiligsprechung Heinrichs: "... dass das
Heidentum der Slawen [die z. B. im angrenzenden Fichtelgebirge lebten]
vernichtet werde." Dies lief auf die Zwangsbekehrung bzw. Ermordung der
Menschen hinaus. Ein schlimmes Kriegsverbrechen war auch das grausame
Massaker Heinrichs an den Einwohnern der italienischen Stadt Pavia in
der Nacht vom 14. auf den 15.5.1004. Die Bevölkerung hatte zuvor die Krönung
Heinrichs zum König der Langobarden missbilligt, die seiner späteren
Kaiserkrönung im Jahr 1014 voraus ging. Die Kinder auf dem Heinrichsfest in
Bamberg ließ man deshalb Heinrichs-Kronen basteln. Mehr zum
Gründer des Bamberger Bistums und zu seiner Geschichte lesen Sie in
"Der Theologe Nr. 29" - 1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stephan - kein
Grund zum Feiern.
Zum Vergleich:
Auch die Protestanten in Bayern feiern ihren "Kriegsherren".
Anlässlich des 50. Todestages von Landesbischof Hans Meiser hatte man das
Jahr 2006 zum "Meiserjahr" erklärt. Der Landesbischof bejubelte z. B. den
Überfall Nazi-Deutschlands auf Belgien, die Niederlande und Frankreich und
die Besetzung dieser Länder im Jahr 1940 als einen Sieg, "wie er ähnlich in
der Geschichte der Völker nicht gefunden wird." Doch bei der Ehre für
Bischof Meiser regt sich allmählich Widerstand. So geht es seit 2006 in der
öffentlichen Diskussion auch um die Umbenennung von Meiserstraßen.
Ausführlich in Der Theologe Nr. 11.
Unsere Bitte:
Die Kirchen können ihre Antisemiten, Inquisitoren, Kriegsherren und
Menschenschlächter gerne feiern oder "bedenken" wie sie wollen, solange sie
nicht gegen geltende Gesetze verstoßen (solches wird in begrenztem Umfang ja
z. B. auch bei Neonazis nicht geahndet). Und das werden die Kirchen auch im
21. Jahrhundert weiter tun, denn sie haben sich in ihrem Wesen nicht
geändert, sondern nur dem demokratischen Zeitgeist angepasst (vgl. z. B.
Der Theologe Nr. 12). Aber sie sollen dies tun als
römisch-katholische oder z. B. evangelisch-lutherische Kirche. Mit Jesus,
dem Christus, hat das alles jedoch nicht das Geringste zu tun,
denn er lehrte und verkörperte das Gegenteil von dem, was die Kirche aufs
Ganze gesehen lehrt und tut. Deshalb sollten die Kirchen endlich so ehrlich
sein und sich nicht mehr "christlich" nennen. Siehe dazu auch
Der Theologe Nr. 25.
14.8.2007 -
Das Bibel-Bekenntnis des Waffen-Lobbyisten
- Der intensiv gläubige evangelisch-lutherische Fraktionsvorsitzende der
CDU/CSU im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, sagt: "Der ungeheuerlichste
und unglaublichste Satz im Neuen Testament ist der von Jesus: ´Niemand kommt
zum Vater denn durch mich.` Das ist der Satz, der uns von allen anderen
Religionen unterscheidet" (idea.de, 14.9.2007).
Volker Kauder "steht in der Kritik,
Waffenexporte der Firma Heckler & Koch zu unterstützen und bei der
Abwicklung von Aufträgen zu helfen. Die Wochenzeitung Die Zeit
nennt Kauder einen ´gewichtigen Fürsprecher` des in seinem Wahlkreis
ansässigen Waffenherstellers. Ein Zusammenhang zwischen hohen Spenden der
Firma an die CDU und eines Einsatzes von Kauder für Heckler & Koch wird aber
seitens der Firma verneint." (Wikipedia, Stand: 9.9.2009))
2008
9.1.2008 -
Ruanda - Der Verrat der Kirche
an der Friedfertigkeit des Jesus von Nazareth -
Jesus war Pazifist. Die Kirche segnete jedoch
Waffen, befürwortete Kriege und und "brachte" nach Aussage des Historikers
Karlheinz Deschner "mehr Menschen um als Hitler und Stalin zusammen" (http://www.das-weisse-pferd.com/02_01/abzocker.html).
In der jüngeren Vergangenheit wurde vor allem ihre Verwicklung im Völkermord an
den ruandischen Tutsi durch ruandische Hutu bekannt - ca. 800.000 Tote im Jahr
1994 (siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/00_02/kirche_ruanda.html). Einer
dpa-Meldung vom 9.1.2008 zufolge seien nun über siebzehn Jahre nach den
Massakern in 84 Schulen Ruandas von Hutus verfasste Anti-Tutsi-Flugblätter
gefunden worden, u. a. mit dem Inhalt: "Wir haben genug von ihnen und werden sie
töten" (Netzeitung, 9.1.2008). Die Saat der Gewalt ist also weiter am
Keimen.
Dabei ist zu bedenken: Die Hutu sind überwiegend Katholiken. Bei den Tutsi
finden sich viele Anhänger von Naturreligionen. Insgesamt gehören in Ruanda
jedoch quer durch beide großen Volksgruppen ca. 75 % der Bevölkerung entweder
der römisch-katholischen (65 %) oder einer evangelischen Kirche (10 %) an, zum
Islam bekennen sich ca. 8 %. In einer Reportage von Arte-TV heißt es
dazu:
"Als 1994 in Ruanda christliche* [*Anmerkung:
richtig wäre "kirchliche"] Hutus in 100 Tagen eine Million christlicher* Tutsis
umbrachten, waren es einzig die ruandischen Moslems, die sich - unter Berufung
auf den Koran - der Gewalt verweigerten. Mehr noch: Sie versteckten Flüchtlinge
und versorgten sie mit Lebensmitteln, sie gaben ihnen Zuflucht in ihren Moscheen
und zeigten sich mit ihnen solidarisch, vielfach um den Preis des eigenen
Lebens. Sie halfen Hutus und Tutsis, Moslems und Christen gleichermaßen. Kein
einziger führender Moslem wurde wegen des Völkermordes angeklagt. Stattdessen
bat der ruandische Staatspräsident die Moslems des Landes, sie ´zu lehren, wie
man zusammenlebt`"
(http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/1172274.html).
Daran wird einmal mehr der Verrat der Kirchen an der Friedfertigkeit des
Jesus von Nazareth deutlich, der den Menschen zeigte und vorlebte, wie man
zusammenleben kann. Die institutionellen Kirchen haben ihre Mitglieder wie zu
allen Zeiten jedoch in die Irre geführt - weg vom großen Friedenslehrer Jesus
von Nazareth, den man nur den Lippen nach verehrte, und hin zu selbst
gestrickten Dogmen, "Sakramenten" und Kulten. So haben auch einzelne kirchliche
"Friedensaufrufe" kaum Kraft, wenn man insgesamt beim Thema "Gewalt und Krieg"
Kompromisse macht und die Menschen nicht zu den Wurzeln der eigenen Aggressionen
führt, um diese zu bearbeiten (eine Hilfe könnte dazu z. B. das Bibelwort "Was
der Mensch sät, das wird er ernten" sein;
vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 2). Mit
Jesus hat das kirchliche Lehrwerk und Tun jedenfalls nichts zu tun. Er lehrte in
seiner Bergpredigt, die Feinde zu lieben und bei Konflikten zuerst den "Balken"
im eigenen Auge zu erkennen und zu entfernen, bevor ich dem anderen helfen kann,
seinen "Splitter" zu entfernen. Doch die Kirchen lehrten auch, die Bergpredigt
sei insgesamt nicht lebbar. Die Folgen zeigten und zeigen sich u. a. in Ruanda.
24.4. /
24.5.2008 -
Iran mit kompletter
Auslöschung gedroht - Entenjägerin Hillary Clinton übt sich in
apokalyptischen Vernichtungs-Visionen
- "Mein Dad ... hat ... mir beigebracht, auf Enten zu schießen, als ich ein
kleines Mädchen war", erzählt US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton
(Handelsblatt, 14.4.2008). Bis heute bringt die Frau von Ex-US-Präsident
Bill Clinton als Hobby-Jägerin leidenschaftlich gerne Tiere um. Bei den
Vorwahlen um die Präsidentschaft drohte das überzeugte
evangelisch-methodistische Kirchenmitglied Hillary Clinton nun mit einer
Apokalypse bisher nie bekannten Ausmaßes, die unzähligen Menschen und Tieren
den Tod bringen würde. So wird sie bei Focus online zitiert: "Die
Iraner sollen wissen, dass ich, wenn ich Präsidentin bin, den Iran (im Falle
eines Angriffs auf Israel) angreifen werde ... Ein Angriff auf Israel würde
einen massiven Vergeltungsschlag der USA provozieren ..." Dei USA seien in
der Lage, die Iraner "komplett auszulöschen" (22.4.2008).
Seit Herbst 2005 wird dem iranischen
Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in diesem Zusammenhang nachgesagt, der
Staat Israel müsse seiner Überzeugung nach "ausgelöscht" werden, so die
martialische englische "Übersetzung" des persischen Originals einer Rede vom
26.10.2005. Tatsächlich bezog sich der Iraner in dieser Rede auf die
gegenwärtige israelische Regierung, die er als "Besatzerregime" bezeichnet
("occupying regime", New York, 30.10.2005). Und er sagte wörtlich: "Das
Besatzerregime muss Geschichte werden" (bzw. "muss von den Seiten der
Geschichte verschwinden") (zitiert nach Süddeutsche Zeitung, 26.3.2008,
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/858/165387/). Er verglich es
dabei mit dem früheren Schah-Regime in Persien. Deshalb korrigierte z. B.
die britische Zeitung
The Guardian später das von westlichen Medien aus dem Zusammenhang
gerissene und falsch übersetzte Zitat und schrieb: "Er sprach keine
militärische Drohung aus. Er forderte ein Ende der Besatzung Jerusalems,
irgendwann in der Zukunft" (2.6.2006). Und in einem Interview
erläuterte Präsident Ahmadinedschad später: "Wir
sind gegen Blutvergießen, und zwar unabhängig davon, ob ein Verbrechen gegen
einen Muslim oder gegen einen Christen oder Juden begangen wird"
(Spiegel online, 31.5.2006,
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,418312,00.html). Und
"Revolutionsführer" Chamenei, der als mächtigster Mann des Landes gilt,
hatte bereits im Herbst 2005 klargestellt: "Iran wird gegen keine Nation
eine Aggression begehen" (Süddeutsche Zeitung, 26.3.2008).
Offen ist allerdings, wie die Regierung
Irans auf einen Angriff Israels reagieren würde, der z. B. die Zerstörung
der persischen Nuklearanlagen zum Ziel hätte. Eine Möglichkeit wäre ein
militärischer Gegenschlag, der nach Hillary Clinton wiederum einen Angriff
der USA auf den Iran zur Folge hätte. Die Folgen für die gesamte
Zivilisation wären von hier an unübersehbar, und die Apokalypse würde
neue bisher nie gekannte Ausmaße erreichen.
Das Perfide daran ist, dass auch
Hillary Clinton den Schöpfergott und den großen Friedenslehrer Jesus von
Nazareth, der von der Feindesliebe sprach
(z. B. "Tut wohl denen, die euch fluchen"), auf das Schändlichste für
ihr Kriegsgeschrei missbraucht. Zudem sagte sie gegenüber dem
Nachrichtensender
CNN, "in Gottes Gnade verankert zu sein"
(http://eins.scm-digital.net/show.sxp/1433_clinton_und_obama_sprechen__ber_ihren_glauben.html).
Auch ist sie bekannt dafür, angeblich "Jesus" zurück in die Politik bringen
zu wollen, und sie besucht regelmäßig einen Bibel- und Gebetskreis, der sich
dieses Ziel gesetzt hat (z. B.
http://www.motherjones.com/news/feature/2007/09/hillarys-prayer.html).
In diesem Zusammenhang bekundete sie vor allem ihr Interesse an der
alttestamentlichen "Heldin" Esther. Erschreckend dabei
sind die
Parallelen von Geschichte und Planspielen der Gegenwart:
Esther wurde als Jüdin im 6. Jahrhundert vor Christus Königin von Persien,
dem heutigen Iran. In den Machtkämpfen am Königshof entwickelte sich dem
biblischen Buch Esther zufolge eine Feindschaft zwischen ihrem Onkel
Mordechai und dem mächtigen persischen Fürsten Haman. Dieser soll
schließlich die Vernichtung aller Juden in Persien beschlossen haben, doch
Esther bekam den Plan mit und soll eine grausame Rache in die Wege geleitet
haben. So heißt es in der Bibel: "Auch die anderen Juden in den Ländern des
Königs kamen zusammen, um ihr Leben zu verteidigen und sich vor ihren
Feinden Ruhe zu verschaffen, und töteten 75.000 von ihren Feinden"
(Esther 9, 16).
Womöglich orientiert sich Hillary Clinton an der Bibel und an Esther,
wenn sie davon spricht, die tatsächlichen oder vermeintlichen "Feinde"
des heutigen Israel und ihr Land womöglich bald komplett auslöschen zu
können. Tatsächlich steht die Senatorin, Juristin und Entenjägerin aus
Park Springs/Illinois nicht weit davon entfernt, auf die Knöpfe drücken zu
können, die das apokalyptische Inferno auslösen könnten. Ihr
evangelisch-methodistischer Glaube (den sie übrigens mit dem Präsidenten
George W. Bush teilt) gebe ihr dabei das "Vertrauen ..., Entscheidungen zu
treffen, die richtig für sie seien"
(www.eins.scm-digital.net; siehe oben). Doch ihre Ansichten sind Teil
der Lehren der Kirche. Mit dem pazifistischen Jesus, der weder das Töten von
Menschen noch von Tieren befürwortete, hat es nicht das Geringste zu tun.
12.5. / 21.5.2008 -
Das Ende der bisherigen Zivilisation erscheint nahe - Israelischer
Historiker fordert Atombombenabwurf und die Zerstörung des Iran / Der
Holocaust im Dritten Reich als Hintergrund
-
Was in
dieser Welt täglich näher rückt, sind Zerstörungen von unsagbarem Ausmaß.
Einen weiteren Vorgeschmack darauf gibt das Interview des israelischen
Historikers Benny Morris von der Ben-Gurion-Universität Beersheva mit
der Internet-Ausgabe der österreichischen Zeitung Der Standard am
9.5.2008. Darin sagt Morris unter anderem: "Die
letzte Chance ist der Einsatz einer israelischen Atombombe, um das iranische
Atom-Programm zu stoppen. Das ist die Richtung, in die die Welt den
Nahen-Osten und Israel drängt ... Es reduziert sich also auf die Frage, ob
Israel zerstört wird oder der Iran zerstört wird. Und ich hoffe, die
Israelis verstehen, dass es besser ist, den Iran zu zerstören, als selbst
zerstört zu werden"
(http://derstandard.at/?url=/?id=3325698). Man kann nur hoffen, dass
dies nie geschieht, und Menschen, die so denken, in Israel und anderswo nie
zu politischer Macht kommen. Dr. Morris verteidigt auch die einstige
Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat, "um die Existenz Israels zu
garantieren", so Der Standard über die Position des Historikers.
Siehe dazu auch unsere Nachricht:
Iran mit kompletter Auslöschung gedroht
- Entenjägerin Hillary Clinton übt sich in apokalyptischen
Vernichtungs-Visionen.
Während Hillary Clinton allerdings "nur" darüber nachdenkt, den
Iran "auszulöschen", falls dieser Israel angreift, geht Prof. Dr. Benni
Morris einen Schritt weiter. Er erwägt, den Iran durch eine Atombombe
"sicherheitshalber" "auszulöschen", damit er Israel gar nicht angreifen
könne. Nicht auszudenken, was daraus für Kettenreaktionen folgen. Und immer
mehr Menschen fragen sich: Kommt der 3. Weltkrieg?
Eine Woche später hat der
Militärgeheimdienst-Chef Israels, Amos Yadlin, den Iran als ein
"Weltproblem" bezeichnet (Haaretz, 16.5.2008, zit. nach
http://www.juedische.at). Über mögliche militärische Angriffs- oder
Verteidigungspläne sprach er nicht. Er sagte jedoch: "Wir
sind die Enkel einer Generation, die nicht zugehört hat. Einer Generation,
die die Aussagen, die Juden müssten vernichtet werden, nicht ernst genommen
hat. Wir räsonieren über das Ausmaß der Rationalität des iranischen
Regimes." Was immer das heißen mag. Zu bedenken ist hierbei auch die
Erklärung Adolf Hitlers an Bischof Hermann Wilhelm Berning in Osnabrück
vom 26.4.1933, wonach "er gegen die Juden
nichts anderes tue als das, was die Kirche in 1.500 Jahren gegen
sie getan habe"
(zit. nach Friedrich Heer, Gottes erste Liebe,
Berlin 1981, S. 406, siehe auch
hier).
Wer trägt also eine Hauptverantwortung für die explosive apokalyptische
Weltsituation? Und wer lehrt bis heute, dass Gott einst den Völkermord
angeordnet habe (siehe dazu Der Theologe
Nr. 26)?
Bedenklich auch, dass brutale Antisemiten wie Martin Luther (siehe dazu
"Der Theologe Nr. 28" - Martin Luther und
die Juden) in Deutschland bis heute geehrt und gefeiert werden.
Mit dem großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth hat das alles nichts zu
tun. Er lehrte in der Goldenen Regel sinngemäß: "Was du nicht willst, dass
man dir tu, das füg auch keinem andern zu" oder: "Was du willst, dass dir
die Leute tun, das tu du ihnen auch."
Siehe dazu auch unsere Nachricht vom 4.6.2008.
Aktualisierung:
[13.11.2008]: Der Historiker Benny Morris legt nach. Seine grausame Logik
siehe unter:
http://www.welt.de/politik/article2230158/Stehen_Israel_und_Iran_kurz_vor_einem_Atomkrieg.html
4.6.2008 -
Beispiellose Aufrüstung der
USA: 5 % der Weltbevölkerung und 68 % der Weltrüstungsausgaben / Auch andere
Länder rüsten auf
- Den überwiegend kirchenchristlichen
Politikern in den USA wird ihre beispiellose Hochrüstung früher oder später
zum Verhängnis werden. Denn was der Mensch sät, das wird er einst ernten. 68
% der Weltrüstungsausgaben entfallen auf die USA, einschließlich der Kosten
für die Kriege im Irak und Afghanistan. Doch auch die anderen Ländern rüsten
beispiellos hoch - von 2002 bis 2006 ist weltweit eine Steigerung von 30 %
erzielt worden. Erstmals wurde die Billionen-Grenze pro Jahr überschritten
(http://www.focus.de/panorama/diverses/friedensgutachten-2008-friedensforscher-kritisieren-us-ruestungspolitik-massiv_aid_306021.html)
(vgl. auch unsere Meldung hier).
Mit 30 Milliarden Dollar könnte man das Welthungerproblem lösen. Doch die
Mächtigen dieser Welt rücken diese verhältnismäßig kleine Summe nicht
heraus. Stattdessen verwenden sie ungeniert 1.200 Milliarden = 1,2
Billionen, also das 40-fache, für immer teurere und bessere Waffen
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,557545,00.html). Dieser
Wahnsinn lässt sich auf Dauer nicht fortsetzen. Und wer daran beteiligt ist,
sollte sich zumindest klar von Jesus von Nazareth distanzieren. Denn Jesus
von Nazareth sagte einst z. B.: "Was ihr den Geringsten meiner Brüder und
Schwestern nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan." Die Zeituhr
tickt.
Siehe dazu auch das
Friedensgutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute:
http://web49.server4.host-4-you.de/
4.6. / 18.6.2008 -
Die Welt vor einem neuen großen Krieg? Fordert
Regierung Israels von USA Krieg gegen den Iran? Oder greift Israel
irgendwann selbst an?
- Lt. Bild fordert
Israels Premierminister Ehud Olmert die USA zum "Handeln" auf. Das Blatt
schreibt: "Wie die israelische Zeitung ´Jediot Achronot` unter Berufung auf
Vertraute Olmerts meldet, gebe es seiner Meinung nach im Moment eine
´dringende Notwendigkeit zur Aktion`. Sanktionen könnten nur ein erster
Schritt sein, jetzt sei es an der Zeit ´für drastischere und robustere
Maßnahmen`"
(4.6.2008). Noch deutlicher wurde Olmerts Stellvertreter, Vizepremier
Schaul Mofas: "Ein Angriff wird unvermeidlich sein, um Iran an seinen
Atomplänen zu hindern"
(http://www.welt.de/welt_print/article2076231/Olmerts_Vize_Angriff_auf_Iran_unausweichlich.html).
Und die österreichische Zeitung Der Standard schreibt: "Die
israelische Luftwaffe hofft nach einem Bericht der ´Jerusalem Post?`, dass
die USA gegenüber Israel das Verkaufsverbot für den hochmodernen
US-Tarnkappenbomber F-22 ´Raptor` aufheben. Dieser wäre für einen Einsatz
gegen den Iran ideal, zitierte das Blatt in seiner Internetausgabe Kreise
der Luftwaffe" (7.6.2008).
Unterdessen steht das erste Atomkraftwerk Irans kurz vor der Inbetriebnahme.
Im Sommer soll es losgehen
(http://www.focus.de/panorama/diverses/iran-bau-des-atomkraftwerks-fast-abgeschlossen_aid_307195.html)
- ein "ideales" Angriffsziel mit einem ähnlichen Effekt, wie wenn man
eine Atombombe einsetzen würde (siehe
hier).
Während die Bürger Europas noch die Fußball-Europameisterschaft genießen,
läuft damit möglicherweise auch die Sanduhr für das Ende der bisherigen
Zivilisation schneller. Vielleicht gibt es aber noch besonnene Leute, die
wenigstens hier und da kurzfristig das Allerschlimmste verhindern.
Siehe dazu auch unsere Meldungen
vom
12.5.2008 und vom
24.4.2008
PS:
Nach Senatorin und Entenjägerin Hillary Clinton, die mit dem Gedanken der
kompletten Auslöschung des Iran spielte (siehe
hier), äußerte sich auch Präsidentschaftskandidat
Barack Obama, beides religiös "wiedergeborene" Kirchenchristen, martialisch:
"Die Gefahr aus dem Iran ist realistisch, und mein Ziel wird es sein, diese
Gefahr zu eliminieren" (Bild, 4.6.2008)
- was immer das heißen mag. Möglicherweise wird dies aber schon der
amtierende US-Präsident George W. Bush, ein "wiedergeborener" evangelischer
Methodist, versuchen. Bush wurde von einer jenseitigen aggressiven Seele,
die sich "Gott" nennt, offenbar bereits aufgefordert, die Kriege in
Afghanistan und Irak zu beginnen. Und vielleicht hat sich dieser "Gott"
wieder gemeldet, eventuell angesichts des kürzlichen Papstbesuches (mehr
dazu siehe hier).
Ein starkes Indiz dafür könnte sein, dass der Papst vor einigen Tagen den
Wunsch des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad nach einer
Audienz und damit eine mögliche Vermittlerrolle abgelehnt hat. Umgekehrt
wurde der US-Präsident mit großer Vertrautheit und Herzlichkeit zu einem
Treffen mit dem Papst in den Gärten des Vatikan empfangen. Benedikt XVI.
empfing George W. Bush "mit außergewöhnlichen Ehren, die nur wenigen Gästen
zuteil werden"
(Die Welt, 13.6.2008).
4.9.2008 / 13.9.2008 -
US-Medien-Plutokratie:
Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin erklärt Irak-Krieg als "von Gott
gegebene Aufgabe" / Es gehe um "Sieg im Krieg" / Präsidentschaftskandidat
John McCain will dazu mehr Soldaten und Waffen in den Irak schicken
-
Während der Wähler in Deutschland real
zwischen unterschiedlichen Parteien wählen kann, hat die USA ein Wahlsystem,
bei dem kleinere Parteien von vorneherein chancenlos sind und nur die beiden
Millionärs-Parteien "Republikaner" und "Demokraten" um die Macht streiten.
Deshalb ist die USA auch keine echte Demokratie, sondern könnte als eine
moderne "Medien-Plutokratie" bezeichnet werden. "Plutokratie" ist
eine Staatsform, in der Herrschaft durch Vermögen ermöglicht wird und in den
USA geht neben den notwendigen Millionen nur mithilfe der Massenmedien. Für
die heiße Phase des Präsidentschafts-Wahlkampfs gibt jede Partei ca. 200
Millionen Dollar aus (stern.de, 11.9.2008; PS: Der
streckenweise brutale Vorwahlkampf allein der Demokraten untereinander
kostete ebenfalls Unsummen, so dass man insgesamt wohl auf nahezu eine
Milliarde Dollar Kosten nur für Wahlkampf-Propaganda ausgehen kann). Der
Unterschied zwischen beiden Parteien ist jedoch oft minimal, so dass für den
Bürger faktisch kaum eine Wahlmöglichkeit besteht.
So berufen sich z. B. die führenden Politiker
beider Parteien auf den kirchlichen "Gott" und benutzen ihn zur
Rechtfertigung ihrer Machtpolitik. Jüngst die Vizepräsidenten-Kandidatin
Sarah Palin von den Republikanern, die den Krieg im Irak mit seinen
Tausenden von Toten und unermesslichem Leid als "von Gott gegebene Aufgabe"
(Bild, 4.9.2008) bzw. als "Gottes Plan"
(Welt, 4.9.2008) bezeichnet. Die US-Soldaten im Irak
"verteidigen"
laut Frau Palin "die Unschuldigen vor den Feinden, die den Tod von
Tausenden Amerikaner geplant, ausgeführt und sich darüber gefreut haben"
(Spiegel online, 12.9.2008). Doch selbst Präsident George W. Bush hat
mittlerweile zugegeben, dass zwischen dem Irak unter Saddam Hussein und der
Al-Qaida, die man für die Anschläge vom 11.9.2001 verantwortlich macht,
keine Verbindung bestand. Doch möglicherweise ist Sarah Palin von den
Predigten in ihrer Kirche verblendet (vgl.
hier) und blickt bei den Fakten
nicht richtig durch. Deshalb bekommt sie jetzt auch einen privaten
Politik-Kurs ihrer Partei (Spiegel online, 12.9.2008).
Sarah Palin ist seit 2006 Mitglied der evangelisch evangelikalen [=
konservativ evangelisch] Wasilla Bible Church**,
zuvor war sie Mitglied der evangelikalen Assembly of God. Derzeit befinden
sich die USA streckenweise in einer Art Sarah-Palin-Rausch (stern.de,
11.9.2008).
Sarah Palin ist fünffache Mutter*
und "Mitglied auf Lebenszeit" der mächtigen Waffen-Lobby NRA
(National Rifle Assosiacion), und sie bringt in ihrer Freizeit als
Jägerin sehr gerne unschuldige Tiere um.
Dies ist eine Gemeinsamkeit mit der Spitzenpolitikerin der Demokraten und
Entenjägerin Hillary Clinton, die ebenso gerne zum Vergnügen Tiere
erschießt, die ihr nichts angetan haben (siehe
hier; vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 7" über die
Barbarei an den Tieren im kirchenchristlichen Abendland).
Wenn der Irak-Krieg für Sarah Palin
eine "von Gott gegebene Aufgabe" sein soll, dann ist die Frage: Welcher
"Gott" gibt den USA eine solche Aufgabe? Der Schöpfergott und "Vater" von
Jesus, dem Christus, mit Sicherheit nicht. Denn Jesus lehrte die
Feindesliebe und warnte: "Wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert
umkommen" (Bibel, Matthäus 26, 52). Und vieles mehr dieser Art.
Deshalb ist es eine Verhöhnung von Christus, wenn auch Frau Palin
sich "christlich" nennt.
Die Aufgabe für den Irak-Krieg erhielt der amtierende Präsident der
Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush, letztlich eventuell von
einer jenseitigen "Fopp-Seele", die sich "Gott" nennt, und die der
"mächtigste Mann der Welt" als Stimme in sich vernahm (mehr dazu
hier). Mal sehen, was sich
dieser "Gott" demnächst für den Iran ausdenkt und für den Kaukasus, und was
er den amerikanischen Politikern dann vielleicht einflüstert. Dort wehen in
Georgien seit 2004 schon einmal wieder die alten Kreuzzugsfahnen
(siehe hier).
PS:
* Sarah Palin predigt eine strenge sexuelle
Moral mit Verzicht auf Sex vor der Ehe, Abschaffung von sexueller Aufklärung
in der Schule und strenger Enthaltsamkeit vor allem für Jugendliche,
was bei den Betroffenen nicht selten zu einer inneren oder äußeren Rebellion
gegenüber den Eltern führt, die wiederum deren
Karriere in den USA Schaden zufügen kann.
Auch Sarah Palins 17-jährige Tochter Bristol hielt sich nicht an die
Prinzipien ihrer Mutter und ist schwanger, was die gesamte Familie jedoch
sympathisch erscheinen lässt, was wiederum Wählerstimmen bringt. Und so war
der 18-jährige Freund der Tochter bei Sarah Palins Nominierung zur
Vizepräsidenten-Kandidatin mit auf der Bühne - ein Signal, dass er seine
Freundin jetzt immerhin heiraten werde, so dass seine zukünftige
Schwiegermutter keinen "unehelichen" Enkel bekommt (Und wehe, er würde es
sich anders überlegen!
Erst dann würde es vermutlich ungemütlich hinter der in den USA beim Kampf
um die Macht wichtigen Familien-Fassade.
"I don't want kids" (= "Ich will keine Kinder"), wird er z. B. noch vor
kurzem von der US-Tageszeitung
New York Daily News zitiert
(Bild, 2.9.2008).
Sarah Palin, ihre Familie, ihre als
besonders "christlich"
verbrämten Ansichten und ihre raffiniert vorgetragenen Emotionen sind
ansonsten wie ein Spiegel für die
"durchschnittliche" amerikanische Familie, die sich plötzlich
"verstanden"
fühlt. Und der Schachzug ihrer Nominierung macht den Vietnam-Kämpfer,
Militaristen und Putin-Gegner
John McCain
(http://de.wikipedia.org/wiki/John_McCain)
zum aussichtsreichen Kandidaten für das "mächtigste Amt der Welt". McCain
wurden die Kriegsorden Silver Star, Bronze Star, Legion of Merit, Purple
Heart und Distinguished Flying Cross verliehen.
John McCain will als Präsident mehr Soldaten und
Waffen in den Irak schicken, um den Krieg zu gewinnen. Und mit ihm würde
auch Vize-Präsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin zu den Knöpfen
gelangen, mit denen die Atomraketen der USA, das gigantischste
Zerstörungspotenzial der gesamten Welt, ausgelöst werden können. Und so
sagte sie auch, sie werde als Präsidentin der USA bereit sein, falls John
McCain etwas zustoßen würde, um die "Mission, die wir verfolgen,
Reformierung des Landes und
Sieg im Krieg"
zu erfüllen
(Bild, 12.9.2008).
5.9.2008
-
Die Philosophie im Westen über die "Guten" und
die "Bösen" - Steht Angriff auf Iran bevor?
-
Der Hochmut des Westens
(siehe
unten)
treibt eine weitere lebensbedrohliche Blüte. Wenn Iran sein "Programm der
Urananreicherung" nicht stoppe, werde die mutmaßliche Atommacht Israel mit
Rückendeckung der USA den Iran angreifen, so der französische Präsident
Nicolas Sarkozy mehr als deutlich
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576374,00.html).
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom
12.5.2008 und vom
4.6.2008.
Iran gehört zu den Ländern mit "bösen" Regierungen
(genauer zu der von US-Präsident George W. Bush im Jahr 2002 so definierten
"Achse des Bösen"), die nach dem Willen der USA und einiger anderer Länder
die Kernenergie nicht nutzen dürfen, weil sie verdächtigt werden, diese auch
militärisch nutzen zu wollen. Dies wird zwar von den USA selbst und vielen
anderen Ländern selbstverständlich so getan. Doch eben nur die "Guten"
dürfen die Kernenergie auch militärisch nutzen und ein paar "Böse" (wozu
gemäß Georgiens Präsident auch Russland gehört
(siehe hier) und wobei ihm kein
westlicher Regierungsvertreter widersprach), die man aus strategischen
Gründen derzeit damit in Ruhe lässt. Die "Guten" dürfen nach westlicher
Philosophie auch die "Bösen" mit Krieg überziehen, wenn jene nicht tun, was
die "Guten" von ihnen fordern. Deshalb muss der selbsternannte "Gute" auch
immer über weit mehr, bessere und grausamere Waffen verfügen als der zum
"Bösen" Erklärte, damit der "Gute" jederzeit "notfalls" den "Bösen"
massakrieren kann ohne umgekehrt vom "Bösen" massakriert zu werden. Das
scheint derzeit das Ziel so manches Politikers zu sein (vgl. dazu das Buch
des einflussreichen US-Politikers und Politikwissenschaftlers Zbigniew
Brzezinski, Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft,
Frankfurt am Main 1997; Brzezinski hatte Russland z. B. einmal als
"überflüssiges Land" bezeichnet; siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/98_13/nato.html). Und was sich hier
zunehmend zusammen braut, ist um einiges explosiver als das in den 80-er
Jahren des 20. Jahrhunderts beklagte "Gleichgewicht des Schreckens" zwischen
West und Ost.
Jesus von Nazareth lehrte jedoch in der
Goldenen Regel
in der Bergpredigt: "Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut
ihr ihnen zuerst". Auf dieses Beispiel übertragen: "Wenn ihr wollt, dass der
andere euch nicht mit Atomprogrammen bedroht, dann hört auf, ihn mit
Atomprogrammen zu bedrohen". Oder anders formuliert: "Was du nicht willst,
das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu." Also übertragen: "Wenn du
nicht angegriffen werden willst, dann greife auch du nicht an."
Doch für diese geniale Friedensbotschaft haben die kirchenchristlichen
Politiker nur Hohn und Spott übrig. Dies geht seit nahezu 2000 Jahren so. Zu
keiner Zeit wurde ernsthaft versucht, die Lehre von Jesus in die Tat
umzusetzen. Immer wussten es die Kirchenchristen und ihre Verbündeten
besser. Auch diesmal. Das Ergebnis sind die Kriege der Vergangenheit und die
heutige explosive Weltlage. Und so steuert alles auf einen Höhepunkt zu, der
wohl auch zum Kipppunkt werden wird. Denn jeder, der glaubt, mit
militärischen Mitteln eine Herrschaft über die ganze Welt ausüben zu können,
werden sich wohl verrechnen. Und es wird sich zeigen, wie lange dann der
Hohn und Spott noch währt.
12.9.2008
-
Die kirchengläubige Sarah
Palin würde Russland unter Umständen den Krieg erklären und Israel
unterstützen, wenn es den Iran angreift. Als Hobby ermordet sie wehrlose
Tiere
- So nah war man dem 3. Weltkrieg schon lange
nicht mehr. Der Westen einschließlich der deutschen Regierung
Merkel/Steinmeier forciert derzeit die NATO-Mitgliedschaft Georgiens.
Und die georgische Regierung behauptet weiter entgegen aller neutralen
Untersuchungen, Russland habe in Süd-Ossetien mit dem Krieg begonnen und man
habe nur zurück geschossen (PS: ... und dabei unter anderem eine
ganze russische Division liquidiert
(siehe hier) und die Hauptstadt in
Schutt und Asche gelegt (siehe u. a. hier)).
Nun erklärt die im angeblichen Glauben an Jesus "wiedergeborene"
evangelische Vize-Präsidenten-Kandidatin der Republikaner, sie sei bereit
für die Präsidentschaft, falls John McCain zum Präsidenten gewählt und
ihm etwas zustoßen würde (siehe hier).
Und auf die Frage "Sollte Georgien in die Nato aufgenommen und dann von
Russland angegriffen werden - müssten die USA dann Russland nicht den
Krieg erklären?" antwortete sie: "Vielleicht ja. Ich meine, das ist
doch die Vereinbarung, dass du als Nato-Alliierter zu Hilfe gerufen wirst,
wenn ein anderes Land angegriffen wird" (Spiegel online, 12.9.2008).
Georgien braucht also bloß in die NATO eintreten, dann wieder Süd-Ossetien
angreifen und schließlich behaupten, die Russen hätten angegriffen. So
einfach könnte das gehen.
Was sind eigentlich über 60 Jahre Friedenserziehung in der Bundesrepublik
Deutschland seit 1945 noch wert? Und was die Lehre des großen
Friedensstifters Jesus von Nazareth, den die führenden US-amerikanischen
Politiker und auch die Politiker der deutschen "C"-Parteien so missbrauchen?
Der Krieg ruft. Und immer mehr kirchenchristliche Politiker wollen wieder
auf diese verführerische Stimme hören ...
PS:
Nicht einmal die verbündeten Israelis hatten die kriegerische Politik
Georgiens unterstützt. Georgien wollte kurz vor Kriegsbeginn noch 300 Panzer
von Israel. Doch Israel stoppte eine Woche vor dem georgischen Angriff auf
Süd-Ossetien alle Waffenlieferungen an Georgien
(http://de.rian.ru/world/20080904/116543357.html).
5.10. /
6.10.2008 -
Glaubenswahn um die
Wiederkunft von Jesus: Manche denken, ungeniert Kriege führen zu können
- Folgende Meldung könnte manchen hellhörig machen: Die
Vizepräsidenten-Kandidatin der Republikaner, Sarah Palin,
"bekräftigte ihre Einschätzung, die US-Soldaten im Irak erfüllten eine
Aufgabe Gottes"
(Bild, 12.9.2008; siehe hier). "Ich glaube,
dass es einen Plan für diese Welt gibt und dass dieser Plan für die Welt gut
ist", so die Politikerin. Bekanntlich gehört die Kandidatin einer
bibelfundamentalistischen evangelischen Kirche an (siehe
hier). Was die Anhänger dieses
Glaubens so gefährlich macht, wenn diese politische Verantwortung tragen:
Sie glauben, dass die Rechtgläubigen ungeniert an der Eskalation der
Apokalypse mitwirken können, wie sie in der Bibel, sowohl im Alten als
auch im Neuen Testament, prophezeit wird. D. h. für manche derart Gläubigen:
Irgendwann seien eben z. B. die Atombomben oder die B- oder C-Waffen fällig
und könnten einem angeblichen "Plan Gottes" zufolge abgeworfen werden.
Schließlich würde ja - wenn alles auf die Spitze getrieben wurde - Jesus
wiederkommen und Partei für die eigene Seite ergreifen und das ganze
Desaster dann mit einem Streich in Ordnung bringen.
Was Präsidentschaftskandidat Barack Obama,
der vermutlich nächste Präsident*, genau darüber denkt,
ist offenbar derzeit nicht bekannt. Aber auch er redet vom "Willen Gottes"
und ist evangelisch.
Dieses Denken ist auf jeden Fall "gut
evangelisch" und vielleicht auch katholisch, doch niemals christlich. Und
"für alle Fälle" hat man auch noch eine Hintertüre mit eingebaut: Käme Jesus
nämlich noch nicht im Diesseits wieder, so funktioniere es mit dem
angeblichen Heil doch auf alle Fälle schon im Jenseits, auch wenn man die
Welt zuvor in die Luft jagt. So verkündete schon der erste Vorsitzende der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Landesbischof Otto Dibelius
(1880-1967). Selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom
christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da
wir alle dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million
Menschen töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige
Leben"
(zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
Beck-Verlag, München 1999, S. 259).
Aber so wird das nicht funktionieren.
Anhänger der These, dass Jesus mit
einem Mal alles "neu" mache, berufen sich zwar auch auf die Offenbarung
des Johannes, wo Christus durch Prophetenwort tatsächlich sagt: "Siehe
ich mache alles neu" (21, 5). Doch wie ist das gemeint? Es ist nicht
so gemeint, dass Christus das Gesetz von Ursache und Wirkung außer Kraft
setzen würde. Demnach ernten die Menschen, was sie zuvor angerichtet haben,
wenn sie dieses nicht ernsthaft bereut und wieder gut gemacht haben und wenn
ihnen ihre Opfer noch nicht vergeben haben. Christus beginnt jedoch, im
Kleinen dort "alles neu" zu machen, wo man ganz praktisch tut, was er
lehrte: D. h., auch seine Friedensbotschaft konsequent befolgt, wozu auch
ein politischer Pazifismus gehört ("Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die
euch fluchen"; "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen"
usw.). Wenn immer mehr Menschen diese Lehre befolgen, so Jesus, dann verhält
es sich mit dem Reich Gottes wie mit einem Senfkorn; einst nur ein
kleiner Same. Doch eines Tages nisten Vögel in den Zweigen des zum Baum
heran gewachsenen Korns (Matthäusevangelium, Kapitel 13).
Wer hingegen glaubt, Kriege führen und
den Planeten Erde vernichten zu können und bei der "Wiederkehr von Jesus" -
wie durch einen Zauber - hauruck von den grausamen Folgen befreit zu werden,
der ist einem nach Schwefel stinkenden Zauber verfallen, und er verhöhnt
einmal mehr den größten Friedensstifter der Menschheit. Es denkt dann
ähnlich wie manche islamistische "Gotteskrieger", die man dazu verführt hat,
zu glauben, nach einem "Märtyrertod" im Krieg im Jenseits angeblich von
"Jungfrauen" verwöhnt zu werden. Doch das Erwachen wird hier wie da anders
sein (vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 2 über
das Gesetz von Saat und Ernte). Und besonders furchtbar für den, der in
seinem kirchlichen, islamistischen oder anderem Glaubenswahn nicht nur
einzelnen Menschen Leid zufügte, sondern Millionen ...
2.11.2008 -
Ex-Kultusminister in Spanien -
"Die Kirche sieht den Bürgerkrieg immer noch als Kreuzzug"
- Der spanische Bürgerkrieg von 1936-1939
kostete Hunderttausenden von Menschen das Leben. Dabei kam der Diktator
Franco auch dank massiver Unterstützung durch die Kirche an die Macht und
führte "gewaltsame Säuberungen" im Land durch. Erst nach seinem Tod im Jahr
1975 konnte sich Spanien mit Unterstützung von König Juan Carlos zur
Demokratie entwickeln. Doch Ex-Kultusminister Jorgé Semprun erklärt, wie die
Kirche heute weiterhin alte Seilschaften knüpft und die Gesellschaft
indoktriniert: "Von den
Republikanern ermordete Priester werden heute selig gesprochen. Die
Erinnerung an die getöteten Republikaner hingegen darf nicht wachgerüttelt
werden",
so Semprun. Oder: "Die Kirche
hat sich immer noch nicht kritisch distanzieren können von ihren Positionen
des Bürgerkriegs. Sie sieht den Krieg immer noch als Kreuzzug."
Ein Beispiel:
"Bei
den Prozessionen zur ´Semana Santa`, zur Karwoche, in Sevilla wird die
Statue der Jungfrau von Macarena durch die Straßen getragen. Niemand
erinnert daran, dass diese Statue noch heute, nach all den Jahren, bei den
Prozessionen die Schärpe von Francos General Queipo de LLano trägt. Queipo
de LLano ist der General, der Sevilla angegriffen hat, der für seine
Unterdrückung und seine faschistoiden Ansichten bekannt war"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,587669,00.html).
Der lange
kalte Atem der Kirche ist bekannt. Und der bekannte deutsche Philosoph Karl
Jaspers sagte einmal:
Nach wie vor stehe der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der
Kirche "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu
entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73).
2.11. / 7.11.2008 -
Obama-Berater: Sofort
den Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der Countdown für den
großen Krieg?
-
Während viele kritische US-Amerikaner glauben,
durch eine Wahl von Barack Obama zum Präsidenten etwas Gutes zu tun und
damit zumindest eine Angst erregende "bibelfundamentalistische"
Vizepräsidentin oder gar spätere Präsidentin Sarah Palin verhindern zu
können (vgl. z. B. unsere Meldungen vom
12.9.2008
oder vom 13.10.2008), brauen sich
bereits die dunklen Wolken am Horizont zusammen. Dennis Ross,
außenpolitischer Berater des nächsten US-Präsidenten Barack Obama, rät
zusammen mit anderen Kongressabgeordneten z. B. zur sofortigen Vorbereitung
des Krieges gegen den Iran, bei dem die USA bei Bedarf auch Atombomben
einsetzen sollten. Läuft also schon der Countdown für den nächsten
großen Krieg? Und wird der gläubige evangelische Kirchenchrist Obama in
diesem Sinne auf seinen Berater hören? (PS: Obama gehört der
Vereinigten Kirche Christi an, die in Kirchengemeinschaft mit der Union
Evangelischer Kirchen in der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) steht)
Danach sieht es aus. Denn in einer Rede am 4.6.2008 hatte sich Obama auch
selbst schon ähnlich geäußert. Neues Grauen und Elend würden folgen und eine
weitere apokalyptische Kettenreaktion.
Und nebenbei scheint alles eine Ablenkung davon zu sein, dass das Land
praktisch bankrott ist bzw. es scheint auch ein furchtbares Manöver zu sein,
um dem entgegen zu wirken. Als ob die Welt nicht sowieso schon an allen
Enden aus den Fugen gerät.
Kritische Zeitgenossen haben mittlerweile den Eindruck, niemand habe Barack
Obama mehr geholfen als die Bibelfundamentalistin Sarah Palin (PS:
Nach letzten Informationen sei sie unter Druck "immer ausgeflippt" und habe
z. B. auch nicht gewusst, dass Afrika kein Staat, sondern ein Kontinent sei
(Bild, 7.11.2008)). Um einen Einzug von ihr an der Seite von John
McCain ins Weiße Haus zu verhindern, hat sich eine ganze Allianz von
Künstlern, Nobelpreisträgern, Journalisten, Intellektuellen usw. hinter
Barack Obama versammelt. Und ob diese dann rechtzeitig aufgewacht sind,
falls Obama zuschlägt? Denn eines ist jetzt schon klar: Seine Rhetorik
löst nicht ein einziges Problem. Sie ist noch nicht einmal ein "Flicken",
mit dem man versuchen könnte eines der zahlreichen Lecks des Schiffes zu
stopfen.
Und alle Kriegsvorbereitungen mögen evangelisch oder katholisch sein (wie
der nächste Vizepräsident Joseph Biden). Mit Christus haben sie nichts zu
tun.
Mehr dazu siehe
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/240230.html.
Siehe dazu auch unsere Meldung hier.
14.12. /
20.12.2008 / 15.12.2009 -
Seit Befreiung des Landes
durch die USA: Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak / 2.500
Irak-Flüchtlinge nach Deutschland / Afghanistan-Krieg: "Sieg" mit der
Brechstange? - Ca. 1,3 Millionen
Mitglieder verschiedener Kirchen lebten bis zum Jahr 2003 friedlich im Irak.
Für die kirchlichen Minderheiten galt die Religionsfreiheit, und
Außenminister war sogar der chaldäische Christ Tariq Aziz. Dann befreite die
Regierung der USA und ihre "Koalition der Willigen" mit dem vielfachen Segen
des kirchlichen Gottes das Land gewaltsam von der Herrschaft Saddam
Husseins. Tausende von Menschen wurden dabei getötet.
Und seither ist es auch mit dem seit ca. 1.400 Jahre währenden friedlichen
Miteinander von Muslims und Christen im Land vorbei. Die Früchte des Krieges
werden geerntet, und das Land versinkt in unkontrollierbarer Anarchie und
Chaos. Und nach Anschlägen und Verfolgungen durch islamische Extremisten
sind jetzt nur noch ca. 300.000 Kirchenmitglieder im Land. Und immer mehr
fliehen in Nachbarländer oder nach Europa, und sie bekommen dort auch Asyl.
Ende des Jahres 2008, so ist zu hören, spitzt sich die Lage weiter
dramatisch zu, und man gedenkt in europäischen Kirchengemeinden gerade im
Advent der leidenden Christen im Irak. Dabei hat der kirchenchristliche
Westen doch das Land mit Tonnen von Bomben (die zahllose Menschen und auch
Tiere in Stücke gerissen haben) "befreit" und anschließend Milliarden über
Milliarden an "Wiederaufbauhilfe" investiert. Gleichzeitig muss er jedoch
immer mehr Bürgern des von ihm "befreiten" Landes Asyl gewähren. Was also
ist aus der "Befreiung" geworden?
Der Fluch des Irak-Krieges, der mit
nachweisbaren Falschinformationen des US-Geheimdienstes CIA begründet wurde
und bei dem auch die UNO und das Völkerrecht missachtet wurden, trifft die
westlichen Kriegsherren immer stärker. Und immer mehr Menschen wird bewusst:
Auch der Krieg gegen den Irak stand wie alle Kriege im krassesten Gegensatz
zum Friedenslehrer Jesus von Nazareth. Gleichzeitig behaupten aber die
Kriegsverantwortlichen, sie wären Christen. Und deren Bischöfe sind auch
noch stolz auf ihre prominenten Mitglieder. Damit verhöhnen sie Christus
einmal mehr und erwecken zudem in der islamischen Welt den Eindruck, der
Gott der Christen würde solche Kriege billigen oder befürworten. Nun darf
man sich nicht wundern, wenn der Hass sich mehr und mehr gegen diejenigen
richtet, die dem Namen nach an denselben Gott glauben wie die Eroberer und
Besatzer. Und auch in anderen überwiegend islamischen Ländern steigert sich
der Hass auf den kirchlichen Gott des Westens und den falschen Christus der
Institutionen Kirche, der im so genannten Abendland überwiegend verehrt
wird, immer mehr. Der echte Christus lehrte in der Bergpredigt "Tut
wohl denen, die euch hassen"
(Lukas 6, 27).
Das könnten in einem ersten Schritt Verhandlungen sein, wie es z. B. der
afghanische Präsident Hamid Karzai gegenüber den Taliban fordert; und zwar
Verhandlungen, bei denen man nicht selbstgerecht auf dem hohen Ross sitzt.
Doch die Anhänger des falschen Christus des Westens schmieden schon wieder
an neuen Kriegsplänen.
PS: Zudem wollen die USA im Jahr 2009 30.000 zusätzliche Soldaten nach
Afghanistan schicken, um den Krieg gegen die Taliban jetzt mit der
Brechstange zu "gewinnen" (Netzeitung, 20.12.2008; siehe dazu auch
unten).
Aktualisierung
[15.2.2009]: Die ersten 2.500 Flüchtlinge aus dem Irak treffen im März in
Deutschland ein (Bild, 15.2.2009).
2009
12.1. / 16.1.2009 -
Zum Abschied wenigstens einen Militärschlag verhindert - George W. Bush
untersagte Israel Überflugsrechte für Angriff auf den Iran und stellte keine
Spezialbomben bereit / Dennoch: Anmaßung von Göttlichkeit -
Zum Sachverhalt siehe
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2009%2F01%2F12%2Fa0070&cHash=ab1cb7f3e4.
Demnach habe Bush Israel weder die nötigen Spezialbomben zur Verfügung gestellt
noch den israelischen Kampfbombern Überflugrechte über den Irak gewährt. Darauf
hin ließ die israelische Regierung zumindest vorerst von den Angriffsplänen auf
die iranischen Nuklearanlagen ab. Wird Barack Obama nun im Gegensatz dazu die
Angriffspläne unterstützen?
(vgl. dazu
hier)
Wer jedoch bei George W. Bush eine
grundsätzlich andere Einstellung als in den vergangenen acht Jahren vermutet
hatte, wurde eines anderen belehrt. Bei seiner Abschiedsrede sagte er:
"Ich habe oft über Gut und Böse gesprochen, was vielen unangenehm war. Aber Gut
und Böse gibt es in der Welt, und dazwischen gibt es keinen Kompromiss"
(Spiegel online, 16.1.2009). Dieser Satz ist zwar aus der Sicht des
Schöpfergottes richtig. Doch hat ihn der US-Präsident sinngemäß umgepolt in:
"Wir sind die Guten, unsere Gegner die Bösen", womit er sich faktisch göttliche
Fähigkeiten zusprach. Vgl. dazu auch unsere Meldung
Die Philosophie im Westens über die Guten und die
Bösen. Und so z. B. auch Bushs Schüler Michail Saakaschwili aus Georgien
(siehe hier).
Normalerweise traut man etwa 7-jährigen Kindern zu, einigermaßen nachvollziehbar
wägen zu können zwischen gut und böse, wobei jedem klar sein dürfte, dass das
menschliche Abwägen immer fehlerhaft sein kann, je nach Prägung des Gewissens.
Bei dem protestantischen US-Präsidenten scheint diese Einsicht bisher leider
jedoch nicht in Erscheinung getreten.
13.12.2009 -
Ist Krieg
notwendig? Wer lügt? Der evangelische Friedensnobelpreisträger Barack Obama
oder Jesus von Nazareth?
- Der US-Präsident Barack Obama hat anlässlich der Verleihung des so
genannten "Friedensnobelpreises" an ihn die Ausweitung des
Afghanistan-Krieges gerechtfertigt: 30.000 zusätzliche Soldaten zur
völligen Vernichtung der einheimischen islamistischen Taliban. Mit
rhetorischem Geschick (wodurch in der Geschichte der Menschheit jedoch noch
nie ein Problem gelöst wurde) hat er die Zuhörer einmal mehr geblendet,
indem er sagte "Krieg ist manchmal notwendig". Er könne sich nicht nur an
Martin Luther King oder Mahatma Gandhi orientieren, und er verwies zur
Rechtfertigung des Krieges auf das Verhalten von Nazi-Deutschland und El
Kaida.
Jesus von Nazareth sagte jedoch sinngemäß:
"Liebet eure Feinde / Tut Gutes denen, die euch hassen / Segnet, die euch
fluchen / Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen / Halte dem
Feind auch einmal die andere Backe hin / Entferne zuerst den Balken aus
deinem Auge, bevor du aufgrund des Splitters im Auge deines Nächsten einen
Krieg gegen ihn beginnst ..."
Der evangelisch-lutherische US-Präsident weiß es jedoch besser, denn die
Kirche hat die Lehre von Jesus "verbessert", wie es schon der
Großinquisitor in Dostojewskis Roman Brüder Karamasov erklärte. 60
Millionen Tote und ein Kontinent in Schutt und Asche im 2. Weltkrieg waren
und sind für Barack Obama und seine kirchlichen Glaubensbrüder im Rückblick
das "kleinere Übel". Doch hat überhaupt einmal auch nur ein Politiker
ernsthaft darüber nachgedacht, ob die Vorschläge von Jesus von Nazareth
vielleicht zu weniger Blutvergießen, zu weniger Zerstörung, zu einem
wirkungsvolleren Ende der Tyrannei und letzten Endes zu einem nachhaltigeren
Frieden geführt hätten? Damals und heute? Nein. Mahatma Gandhi hat es im
Hinblick auf Hitler offenbar getan, da er wusste, dass Adolf Hitler und
seine Tyrannei sich im Gesetz von Saat und Ernte früher oder später selbst
zerstören. Aber das will man heute nicht mehr hören.
Denn die Kirche hält Jesus praktisch für einen Lügner. Für einen
letztlich idealistischen Spinner (auch wenn man es offen so nicht sagt),
nach dessen Lehre man keinen Staat regieren kann und der gegenüber Adolf
Hitler und seinen Armeen mit seiner Lehre jämmerlich versagte. Genauso wie
Jesus heute gegenüber El Kaida jämmerlich versagt (Dafür habe er uns ja
durch seinen angeblichen "Sühnopfertod" erlöst). Und der auch in Zukunft
erbärmlich versagt, falls einmal ein Mann wie Adolf Hitler und seine
Verbündeten in Zukunft vielleicht sogar Atomwaffen einsetzen würden. Dann
müsse man eben mit dem Abwurf seiner eigenen Atombomben dagegen halten oder
dem "Feind" sogar mit Atombomben zuvorkommen, um die "Bösen" überall in die
Schranken zu weisen. Aber keinesfalls könne man die Bergpredigt des Jesus
von Nazareth anwenden und dem Feind gegenüber Gutes tun, vielleicht gemäß
der Goldenen Regel "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, dass tut
ihr ihnen auch". Wo käme man denn da hin, wenn das auch gegenüber den
Taliban in Afghanistan gelten würde? Und deshalb hat man Jesus auch
ermordet, und er käme nie für den "Friedensnobelpreis" in Frage. Die
Evangelisten der Bibel hätten wahrscheinlich nur vergessen, die Liste mit
den Ausnahmen in die Bibel hineinzuschreiben, gegenüber denen die Lehre von
Jesus nicht gelte. Aber dafür hätten wir ja heute die Priester und
Pfarrer.
Die Kirche ist nicht in der Lage, eine einzige Mücke neu zu erschaffen, doch
sie erlaubt den Menschen das Töten von Menschen und Tieren ohne Ende.
Dabei leugnen die Kirche und die ihr ergebenen Politiker auch die
Reinkarnation. Denn die 60 Millionen ins Jenseits gebombten
Kriegsopfer 1939-1945 konnten wohl größtenteils wieder reinkarnieren -
darunter auch alle diejenigen, die im Krieg Täter und Opfer zugleich waren.
Und sie machen unter veränderten Zeitbedingungen mit ihrem Charakter dort
weiter, wo sie im letzten Leben aufgehört haben: Und dazu gehört einmal mehr
Krieg und Zerstörung, wenn sie wie Barack Obama glauben, dass dies hier und
da eben notwendig sei. Gestern war es Hitler, heute El Kaida, morgen
vielleicht am Ende der ganze böse gewordene Planet Erde, der sich gegen die
"friedliche" Menschheit unter Führung des Kirchenchristentums verschworen
habe. Einstweilen werden aber erst einmal weiter "Friedensnobelpreise"
verliehen, solange es solche Preise noch gibt. Für die, welche am besten
reden können?
2010
12.1.2010 -
Umschulung: Erst hat
er Panzer repariert, bald darf er sie segnen -
Sven Raube war Mechaniker bei der Bundeswehr im
Kosovo. Dort reparierte er Panzer. Jetzt schult er um zum Priester. Dann segnet
er Panzer
(http://www.infranken.de/nc/nachrichten/lokales/artikelansicht/article/vom-berufssoldaten-zum-priester-44892.html).
2011
23.4. / 15.5.2011 / 26.1.2012 -
8.5.2011 -
Nach Tötung von Osama bin Laden - Barack Obama als neuer evangelischer
"Heiliger"?
- Die "Freude" der evangelischen Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Tötung
von Osama bin Laden wurzelt in ihrem evangelischen Glauben, christlich ist sie
nicht. Denn Jesus, der Christus, bekräftigte und erklärte die Zehn Gebote, und
darin heißt es "Du sollst nicht töten".
Ungeniert rief aber im Gegensatz dazu der evangelische Kirchenvater Martin
Luther zur Tötung zahlreicher Bevölkerungsgruppen auf, und ein erfolgreicher
Krieg gegen die islamischen Türken hat sogar Eingang in die bis heute
verbindliche evangelisch-lutherische Bekenntnisschrift Augsburger
Konfession gefunden. Alle evangelischen Pfarrer werden darauf bis heute
vereidigt. Im Artikel 22 (CA 22) werden hier auch von evangelischer Seite
die katholischen "Heiligen" anerkannt (!), allerdings nicht als "Fürbitter" bei
Gott wie im Katholizismus, sondern als Vorbilder im Glauben.
Wörtlich heißt es dort, "dass man der
Heiligen gedenken soll, auf dass wir unseren Glauben stärken, so wir sehen,
wie ihnen Gnad widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu,
dass man Exempel nehmen von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf,
gleichwie Kaiserliche Majestät seliglich und göttlich dem Beispiel Davids folgen
mag, Krieg wider den Türken zu führen; denn beide sind im königlichen Amt,
welches Schutz und Schirm ihrer Untertanen fordert."
Wenn also schon der damalige Kaiser von der
sich konstituierenden evangelischen Kirche einem "Heiligen" gleichgestellt
wurde, indem er die islamischen Türken im Krieg besiegte, dann müsste dies erst
recht in dem Krieg gegen den islamistischen Terrorismus gelten, als dessen
Anführer Osama bin Laden galt. Eine diesbezügliche offizielle Ehrung von Barack
Obama als modernen protestantischen "Heiligen" steht aber noch aus.
Allerdings haben mehrere protestantische Theologen die Tötung sofort
legitimiert, in Deutschland vor allem aus dem Kreis der so genannten
"Evangelikalen", das sind konservative Protestanten aus den lutherischen
Landeskirchen und den Freikirchen. So rechtfertigte z. B. Dr. Stephan Holthaus,
Ethikdozent und Dekan der Freien Theologischen Hochschule (FTA bzw. FTH) in
Gießen, die Tötung und schreibt: Eine Tötung sei als "ethischer Grenzfall"
"legitim", wenn andere Möglichkeiten ausgeschlossen oder nicht praktikabel
seien. Weiter wörtlich: "Legitim ist die Tötung dann, wenn dadurch eine
größere Gefahr für Leib und Leben anderer abgewendet werden kann und die
Entscheidung darüber nicht aus niederen Motiven geschieht. Im Fall Osama bin
Laden ist dieser Umstand gegeben" (zit. nach idea-spektrum Nr. 16/2011).
Dies passt zu den grundsätzlichen derzeitigen
Lehraussagen der Evangelischen Kirche zum Krieg, wie sie auch der
EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider anlässlich der Tötung von Osama bin Laden
wiederholte. Und in diesem Sinne handelte auch Barack Obama.
1.12.2011 -
"Im Notfall Krieg
gegen den Iran", lautet die
Schlagzeile in der Vorweihnachtszeit in vielen westlichen Zeitungen (z. B.
bild.de, 1.12.2011). In der Zeit des "Kalten Krieges" war es so: Der Westen
und der Osten hatten Atombomben zur Abschreckung" vor einem Angriff der anderen
Seite, man sprach von einem so genannten "Gleichgewicht des Schreckens", das
einen Krieg verhindere. In unserer Zeit ist der Westen mit einem solchen
"Gleichgewicht", was den Nahen Osten betrifft, aber nicht mehr einverstanden.
Alle möglichen Länder dürfen aus kirchlich-politischer Sicht Atombomben haben,
nicht aber der islamisch regierte Iran. Und dieser behauptet, eine solche Bombe
auch gar nicht zu wollen, sondern die Atomenergie nur "friedlich" nutzen zu
wollen, wie es die Industrieländer schon lange tun.
Der Nahost-Experte Peter Scholl-Latour glaubt dies aber nicht, sondern er sagt:
"Iran
entwickelt keine Atombombe, um sie als Vernichtungswaffe einzusetzen, auch nicht
gegen Israel. Iran will sie als Abschreckungswaffe" (bild.de, 1.12.2011).
Und so sehen es wohl auch die meisten westlichen Politiker.
Für den Fall also, Peter Scholl-Latour hat Recht, dann will der Iran also eine
Art "Gleichgewicht des Schreckens" im Nahen Osten, denn auch Israel besitzt
Atombomben. Doch die regierenden Politiker des Staates Israel wollen kein
solches "Gleichgewicht".
"Wenn Israel wegen des iranischen Atomprogramms
´in die Enge getrieben werde`, bleibe keine andere Wahl als zu handeln, sagte
[der Verteidigungsminister Israels] Barak im israelischen Radio" (dpa,
1.12.2011).
Da sollten alle Menschen wachsam die Ohren spitzen. Heißt das vielleicht: "Bevor
die haben, was wir auch haben, ..."? Der hochrangige Politiker Israels versucht
für diesen Fall die Bevölkerung schon einmal zu "beruhigen". In der
dpa-Meldung heißt es nämlich weiter:
"Barak widersprach jedoch erneut Mahnungen, dass
durch iranische Gegenschläge nach einem israelischen Angriff viele Israelis
getötet werden könnten. ´Wir sprechen nicht von 50.000 und auch nicht 5.000 und
auch nicht 500 (Toten) an der Heimatfront, wenn alle Menschen in ihren Häusern
bleiben`, sagte Barak".
Wo bleibt eigentlich der Aufschrei des Papstes
gegenüber solchen Kriegsdrohungen? Oder der Aufschrei der evangelischen
Kirchenführer? Oder der Aufschrei auch nur eines einzigen kirchlichen
Politikers, der Woche für Woche u. a. durch die Hostie in seinem Glauben
gestärkt wird? "Deutlich weniger als 500 eigene Tote, na ja, das sei eben
möglicherweise der Preis", so denkt sich vielleicht zynisch so mancher so
genannte ´Realpolitiker`. "Dafür hätten der Westen und seine Verbündeten dann
mal wieder einen Krieg gewonnen". Oder ist die Spekulation über die Anzahl der
möglichen Toten unter den Kriegs-Strategen vielleicht so zu verstehen, dass man
den Satz "Wir sprechen nicht von 50.000 und auch nicht 5.000 und auch nicht 500" fortsetzen könnte mit den Worten: "Wir sprechen von 500.000
Toten und von
fünf Millionen ..."
Doch selbst wenn es z. B. "nur"
100-200 Tote auf der eigenen Seite und vielleicht ein paar mehr auf der anderen
wären, was hat eine solche Logik denn um alles in der Welt mit Christus bzw. mit
Jesus von Nazareth zu tun? Oder was hat sie mit den großen jüdischen
Gottespropheten des Alten Testaments zu tun?
Was der Politiker Israels hier
sagt, entspricht im Wesen allerdings genau dem kirchlichen Denken in beiden
Großkonfessionen, wonach der Krieg theoretisch zwar überwiegend verneint, aber
als so genanntes "letztes Mittel" dann doch bejaht wird, wobei man
selbstherrlich immer davon ausgeht, diesen Krieg dann natürlich auch zu
gewinnen. Dies erklärt auch, warum der Westen und seine Kirchen-Strategen mit
ihrem "letzten Mittel" immer für militärische Überlegenheit plädieren müssen
(!!), da man ja sonst dieses "letzte Mittel" gar nicht "erfolgreich" einsetzen
könne. Die Kirchenlehren setzen also immer voraus, mögliche Kriege zu
gewinnen und nie, diese vielleicht auch verlieren zu können. Und eine
solche kirchliche Lehre ist ohne massive Hoch- und Aufrüstung überhaupt nicht
denkbar. Doch wehe,
wehe, so könnte man warnen!
Außerdem ist es der Willkür unterworfen, wann die Politiker und ihre Seelsorger
dann glauben, jetzt sei es an der Zeit, das angeblich "letzte Mittel" einsetzen
zu müssen. Für viele westliche Politiker scheint dieser Punkt anscheinend schon
dann irgendwann gekommen, wenn der Iran sein "Atomprogramm" weiter entwickelt,
während dieser sich vom Westen nicht verbieten lässt, was der Westen selbst
x-fach genauso tut und das auch noch in weit größerem Umfang.
Jesus gibt dazu in
der Goldenen Regel der Bergpredigt sinngemäß einen ganz einfachen Rat: "Was du
willst, das dein Nächster dir tut, das tue du ihm zuerst." Also: Wer das
"Atomprogramm" des Iran stoppen möchte, der sollte zunächst bei sich selbst
damit beginnen. Das wäre die Lehre des Christus.
Die friedensbedrohende Rede vom "letzten Mittel" ist dagegen
Kirche pur, und diese verhöhnt Christus mit ihren Kriegslehren ja schon seit
nahezu 2000 Jahren.
Und die Lehre vom "letzten Mittel" ist auch die Logik des
israelischen Verteidigungsministers, und das ist eben der krasse Gegensatz zu
dem großen jüdischen Weisheitslehrer Jesus von Nazareth, der nie und nimmer
davon sprach, dass die Menschen als "letztes Mittel"
das Gegenteil von dem tun sollen, was er ihnen lehrte, wenn auch der Nachbar
sich nicht an seine Lehre halte.
Doch Minister Ehud Barak beruft sich ja auch gar nicht auf Jesus, sondern er
lehnt seine Lehre offen ab. Dann aber sollten die westlichen Politiker es ihm gleich
tun, und sich endlich mit allem Nachdruck von Jesus, dem Christus, und seiner
Friedenslehre distanzieren. Dann wüssten die Menschen wenigstens, woran sie
sind.
Die Lösung wäre naheliegend: Aus der Sicht des Iran das
Atomprogramm einstellen und sich somit der restlichen Welt gegenüber hier vorbildlich
verhalten, auch wenn diese das missdeutet und als Triumph ihrer Drohkulisse
feiert. Denn Atomkraft ist immer tödlich, ob zu militärischen oder zu
"friedlichen" Zwecken, siehe Fukushima u. ä. (siehe dazu
Der Theologe Nr. 53).
Kein "Ideal" der Welt ist es wert, Israel und den Westen zu Kriegshandlungen zu
provozieren.
Aus der Sicht Israels die Drohungen sofort zurück nehmen und dem Iran
zugestehen, was man sich selbst auch zugesteht, ein Atomprogramm. Auch wenn
jedes Atomprogramm verheerend und falsch ist. In diesem Sinne könne man dann
damit beginnen, die eigenen Atomprogramme zurück zu fahren. Laut 1. Mose 12, 3 soll das
Land zum "Segen für alle Völker" werden. Und das kann es nur, wenn man selbst
Vorbild ist bzw. sich nicht auch noch mehr Negatives heraus nimmt als das, was
man bei anderen duldet. Auch hier gilt: Kein "Ideal" ist es wert, wieder in den
Krieg zu ziehen oder ihn gar zu beginnen.
Aus der Sicht des Westens
desgleichen. Und immer selbst mit dem Abbau der Todesprogramme beginnen. Und schließlich gilt auch hier: Kein "Ideal" der Welt ist es wert, die Welt wieder
in einen großen Krieg zu ziehen. Ideale wirken nur, wenn man selbst Vorbild ist.
Würde nur eine der drei Parteien hier zur Einsicht kommen, könnte es wenigstens
ein klein weniger lichter in dieser stockfinsterern und täglich dunkleren Welt werden.
|
Der Text kann
wie folgt zitiert werden: |
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
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Inhaltsverzeichnis
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1 - Luther-Evangelische Lehre
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2 - Reinkarnation
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3 - Luther-Christus
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[ 4 - Kirche-Holocaust
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5 - Paulus
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7 - Urchristentum-Tiere
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[ 8 - Bibel
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Michel-Exorzismus ]
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12 - Sektenbeauftragte ]
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14 - Hieronymus-Bibel ]
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- Qumran ] [
16 - Papst ]
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17 - Organspende ]
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18 - Glaube der Kirche
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19 - Keine ewige Hölle ]
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20 - Propheten ]
[ 23 - Kirche-Staat
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[ 24 - Kirche und Hölle auf
Erden ]
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25 - Götzenkult Kirche ]
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28 - Luther-Juden ]
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31 - Tiere-Kirche ] [
32 - Sakramente der Kirche ]
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33 - Zehn Gebote ]
[ 34 -
Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre
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40 -Taufe ] [
41- Apokalypse ]
[ 45 -
Maria ]
[ 46 - Kirchensubventionen
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[ 47 - Gotteserfahrung
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[ 48 - Positives Denken
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[ 49 - Prädestination ]
[ 50 - Genmanipulation
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51 - Petrus-Kirche ]
[ 53 - Atomkraft
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[ 54 - Papst Ratzinger
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[ 55 - Beichtgeheimnis
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57 - Pius XII. ]
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- Kreuzigung ]
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FC 3 - Reichtum der Kirche ]
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FC 6 - Kirche und Tod ]
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