DER THEOLOGE
Nr. 94


"Mutter" Teresa - Papst sprach "Todesengel" "heilig"
Die dunkle Macht hinter "Mutter" Teresa


Auf dem Petersplatz fielen Nonnen in Ohnmacht, der Vatikan brachte eine Sondermarke heraus, fast alle Medien der Welt stimmten im Jahr 2003 in den Jubelchor ein – über die dunklen Seiten der in diesem Jahr "selig" gesprochenen albanischen Nonne und Ordensgründerin "Mutter Teresa", mit bürgerlichen Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu (1910-1997), berichteten damals nur sehr wenige, es war kaum Kritik zu lesen. Am 4. September 2016 wurde sie nun auch noch "heilig" gesprochen, doch die Anfragen an das, was die Kirche hier zelebrierte, wurden schon lauter. Für einen Christen gibt es keine heiligen Menschen. Nur Gott allein ist für ihn "heilig". Die katholische Kirche betrachtet jedoch viele verstorbene sündige Mitglieder als "heilig". Dabei geht es nicht um Ethik und Moral, wie viele "heilig" gesprochene Verbrecher beweisen. Sondern "Heilige" wurden Menschen, die der Kirche zu Lebzeiten genützt haben, z. B. durch Mitgliederrekrutierung. Außenstehende betrachten aber genau solches mit Recht als negativ. Mutter Teresa "wurde etwa vorgeworfen, versucht zu haben, verletzlichen Menschen den Katholizismus aufzuzwingen" (ntv,de, 15.3.2016). Und auch die Diskrepanz zwischen dem Image, das der Vatikan Teresa gibt und vielen bekannten Fakten ist erheblich.
Dabei geht es auch darum, was der Katholizismus für die Zivilisation bisher brachte und noch bringen soll, und es ist offensichtlich, dass die "Heiligsprechung" für den Vatikan ein Marketing-Maßnahme ist, um seinen Ruf vermeintlich zu verbessern.

Foto: "Mutter"-Teresa-Denkmal in Tirana in Albanien (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz; Joergsam)
 


Gott allein ist heilig
Kirche präsentiert eine moderne Form der Vielgötterei
Inquisitoren, Gewaltherrscher, Kreuzzugsprediger, Aufwiegler zum Massenmord und Frauenhasser wurden bereits heilig gesprochen
Den Todgeweihten wurden Schmerzmittel und Medikamente verweigert
Katholische "Nächstenliebe": Nadeln nicht desinfiziert, Teppichböden heraus gerissen, Möbel zerschlagen, ein Fahrstuhl verhindert
"Organisierte Form der unterlassenen Hilfeleistung" durch den "Todesengel" Teresa
Die "Selige" fabulierte von der "Schönheit" des Leidens
Grausamkeiten im Namen des jesuitischen "Gottes" 
Professionell erzeugte "Armut" und die dunklen Konten des Vatikan - Wie viel kostet die Heiligsprechung?
Das "Himmelreich" wird verschlossen
Fälschungen, um hinduistische Kinder in katholische zu verwandeln, Vermittlungen auch zur Prostitution
Die Doppelmoral der Kirche und ihre PR-Maßnahme mit Teresa
 


Gott allein ist heilig

Wenn ein Papst Menschen zu sogenannten "Heiligen" zu erklärt, so ist das katholisch. Christlich ist es nicht. Selbst in der Bibel der Kirchen steht klar und deutlich der Satz: "Der Herr allein ist heilig. Es gibt keinen Gott außer ihm" (1. Samuel 2, 2). Und auch Christus, der Friedefürst, sprach niemanden heilig. Er lehrte uns: "Das Reich Gottes ist inwendig in euch", also in jedem von uns. Wer Gott also näher kommen oder sich mit einer Bitte, etwa um Heilung, an Ihn, den himmlischen Vater, wenden will, der benötigt dazu keine Fürsprecher, die nur sündige Menschen waren. Und er benötigt auch keine Priester. Wir dürfen uns ohne Umwege direkt an Den wenden, den Jesus von Nazareth mit "Vater" ansprach – denn Er, der Ewige, All-Eine, der einzig Heilige, wohnt mit Seiner allgegenwärtigen Kraft in jedem von uns.

Kirche präsentiert eine moderne Form der Vielgötterei

Weshalb präsentiert uns dann die vatikanische Kultreligion eine Vielzahl von angeblich Heiligen, so wie dies schon vor Tausenden von Jahren in antiken heidnischen Kulten wie dem Baalskult Brauch war? Ist dies nicht eine moderne Form der Vielgötterei? Früher betete man die Götzen hat, heute ruft man die "Heiligen" um Fürsprache an, stellt sie damit über andere Menschen und macht sie auf diese Weise praktisch zu Göttern.
Und was will die Institution Kirche mit solchen Heiligsprechungen bezwecken? Sind sie nicht eine Irreführung der Gläubigen, die davon abgelenkt werden sollen, sich direkt an Gott, den Vater-Mutter-Gott und an Christus, unseren göttlichen Bruder und Erlöser, zu wenden? Gott ist "inwendig" in jedem Menschen zu finden, wie uns Jesus lehrte, ist uns näher als unsere Arme und Beine. Päpste, Kardinäle, Bischöfe und Priester, die Jesus von Nazareth nie eingesetzt hat, versuchen statt dessen den Anschein erwecken, als bräuchte man Fürsprecher und spezielle Beziehungen, um zu Gott, dem Allerhöchsten, vorzudringen, ähnlich wie in einem korrupten Staatswesen. Die ist im Grunde eine Verhöhnung Gottes, des All-Einen. Und charakterisiert sich damit die äußere Religion mit Namen "Katholisch" nicht im Grunde selbst als eine undurchschaubare, hierarchisch aufgebaute Machtkirche? Sicher ist: Jesus, der Friedefürst, hat sie nie gegründet. Doch in wessen Geist wirkt sie dann? Ein Hinweis findet sich bei Jesus von Nazareth, der die Priesterkaste und Seine Gegner mit den Worten charakterisierte: "Ihr stammt von unten, Ich stamme von oben." (Johannes 8, 23)

Es sind viele Fragen. Mit dem Schöpfergott, der alle Seine Kinder unendlich liebt, und mit Christus, Seinem Sohn, haben solche Rituale wie Selig- oder Heiligsprechungen nicht das Geringste zu tun.

Inquisitoren, Gewaltherrscher, Kreuzzugsprediger, Aufwiegler zum Massenmord und Frauenhasser wurden bereits heilig gesprochen

Doch noch eine weitere Frage ist von Bedeutung: Wie wird man ein sogenannter Heiliger, eine sogenannte Heilige im Sinne der katholischen Kultreligion? Bereits im 18. Jahrhundert kam der französische Aufklärer Claude Helvetius zu dem Schluss: "Liest man ihre Heiligenlegenden, so findet man die Namen von tausend heiliggesprochenen Verbrechern." Und tatsächlich: Unter den katholischen sogenannten Seligen und Heiligen finden sich grausame Inquisitoren ebenso wie skrupellose Gewaltherrscher, Kreuzzugsprediger ebenso wie Aufwiegler zum Massenmord an Andersgläubigen oder Frauenhasser. Alle "heilig" im katholischen Sinne! Entscheidend ist also nicht die Lebensführung. Entscheidend ist etwas anderes: All die sogenannten Heiligen haben dazu beigetragen, die Macht und den Einfluss der Vatikankirche zu vergrößern und dieser Kultorganisation weitere Gläubige zuzuführen. Das ist ausschlaggebend. Und die Frage ist: Wie sieht das bei Mutter Teresa (manchmal fälschlicherweise "Mutter Theresa" geschrieben) aus Kalkutta aus? Passt auch sie zum Kader der angeblich Heiligen der römischen Kultreligion?

Den Todgeweihten wurden Schmerzmittel und Medikamente verweigert

Sie passt da ohne Zweifel voll mit hinein. Sie sagte von sich und ihren Helferinnen, sie seien weder Sozialarbeiter noch Ärzte noch Krankenschwestern, sondern "Missionarinnen" - in Anlehnung an den von Agnes Gonxha Bojaxhiu im Jahr 1950 in Kalkutta in Indien gegründeten so genannten Orden "Missionarinnen der Nächstenliebe". Es ging ihr also darum, als Missionarin möglichst viele Menschen zur Vatikankirche zu bringen – und letztlich nicht darum, sie medizinisch ausreichend zu behandeln. Das ist eine wesentliche Kritik an ihrer Person, die vielen Außenstehenden nicht bekannt ist.
Doch allmählich wird bekannt: In den Sterbehäusern Teresas wurden eklatante Missstände beobachtet. Drei renommierte kanadische Wissenschaftler der Universitäten Montreal und Ottawa untersuchten 2012 ihre Arbeit und veröffentlichten ihre Ergebnisse im Jahr 2013 in Studies in Religion/Sciences religieuses. Sie kamen zu dem Schluss
, dass ein Drittel der Patienten "im Sterben lag, ohne angemessen versorgt zu werden". Wie es in der Studie weiter heißt, wurden den Schwerkranken und Todgeweihten in den Häusern von Mutter Teresa sogar Schmerzmittel und andere wichtige Medikamente verweigert. Und das, obwohl es in den meisten Unterkünften keine Engpässe gegeben habe. Sie selbst aber habe sich am Ende ihres Lebens in den USA behandeln lassen und ihr eigenes Leiden mit palliativen Methoden gelindert.
Die kanadischen Wissenschaftler wiesen auch darauf hin, dass das angebliche "Wunder" Teresas, das für eine vatikanische Seligsprechung vorher notwendig ist, auf höchst umstrittenen Daten beruht. Indische Mediziner gaben an, die angeblich durch ein "Wunder" von einem Tumor genesene 30-jährige Inderin sei in Wirklichkeit mit durchaus weltlichen Medikamenten "geheilt" worden. "Der Vatikan habe den Prozess zur Seligsprechung Mutter Teresas mit Hilfe einer PR-Kampagne auf den Weg gebracht. Das dafür erforderliche Wunder, das sie an einer Frau vollbracht habe, sei später von Ärzten widerlegt worden." (sueddeutsche.de, 8.3.2013)
Das Konstruieren von "Wundern" mag man noch als katholischen "Spleen" belächeln, der ansonsten niemandem schadet. Doch wie gesagt: Wenn der Papst katholische "Selige" und "Heilige" ernennt, so hat das mit Jesus, dem Christus, nichts zu tun und ist ein übler Missbrauch Seines Namens, wie so vieles andere auch, was in der Kirche geschieht.

Katholische "Nächstenliebe": Nadeln nicht desinfiziert, Teppichböden heraus gerissen, Möbel zerschlagen, ein Fahrstuhl verhindert

Aus christlicher Sicht gibt es also gar keine heiligen Menschen. Betrachten wir jedoch weiter, wem die vatikanischen Theologen 2016 das Attribut "heilig" umgehängt haben, dann zeigt sich. Teresa passt gut zu den vielen, die für die Kirche über die Leichen ihrer Nächsten gingen, wie Gewaltherrscher, Inquisitoren und Kreuzzugsprediger.
Die hygienischen Zustände
in den Ordenshäuser von Teresas Nonnen werden laut "Kritikern" als "katastrophal" bezeichnet, wie die Süddeutsche Zeitung 2003 zumindest erwähnte. Konkreteres findet sich in der Frankfurter Rundschau, wo die Historikerin Marianne Sammer zitiert wird. Die Professorin für Kirchengeschichte schreibt in ihrem Buch Mutter Teresa – Leben, Werk, Spiritualität:
"Die Zustände in Mutter Teresas Vorzeigeeinrichtungen ... sind häufig und übereinstimmend beschrieben worden. So ist allgemein bekannt, dass Mutter Teresa den Einsatz professioneller (gespendeter) medizinischer Geräte verbot, Schmerz- und Betäubungsmittel aus ihren Einrichtungen weitgehend verbannte, dass Medikamente unsachgemäß verabreicht und grundlegende Hygienevorschriften nicht beachtet wurden [so durften die Schwestern beim Waschen von Leprakranken beispielsweise keine Handschuhe tragen], dass die Schwestern Spritznadeln nicht desinfizierten und so oft wieder verwendeten bis sie stumpf waren, dass sie Teppichböden herausrissen und Möbel zerschlugen, weil sie ihnen als Luxus erschienen, oder dass Mutter Teresa in einem ihr als Krankenhaus überlassenen Gebäude den Einbau eines Fahrstuhl verhinderte." (S. 98f.)

"Organisierte Form der unterlassenen Hilfeleistung" durch den "Todesengel" Teresa

Als die englische Zeitung The Guardian bereits 1994 (flankierend zu dem Film The Missionary Position von Christopher Hitchens) die Zustände in Teresas Häusern als "organisierte Form der unterlassenen Hilfeleistung" bezeichnete, erntete sie Entrüstung von offizieller katholischer Seite. Doch Zeugen berichten tatsächlich, dass Patienten mit ansteckenden Krankheiten nicht isoliert wurden, oder dass man z. B. einen 15-jährigen Jungen lieber sterben ließ als ihn an ein anderes Krankenhaus zu überweisen, wo es bessere Medikamente gegeben hätte. Und die Frankfurter Rundschau berichtete über Mutter Teresa: "Ihre Kritiker nennen sie ´Todesengel`, weil in ihrem Hospiz in Kalkutta wegen mangelhafter Hygiene und schlechter Ausbildung der Schwestern Menschen gestorben seien, die hätten gerettet werden können. Mutter Teresa sei es aber wichtiger gewesen, sie zu missionieren." (fr-online.de, 18.12.2015)
 

Die "Selige" fabulierte von der "Schönheit" des Leidens

Das eigentlich Schlimme daran ist jedoch: Es scheint sich nicht um einzelne "Ausrutscher" zu handeln – sondern es scheint Methode zu haben. Der albanischen Nonne aus Skopje im heutigen Mazedonien ging es darum, die Sterbenden von den Straßen Kalkuttas aufzulesen, sie zu waschen und sie beim Sterben zu begleiten – eine im Prinzip löbliche Tat. Doch professionelle Hilfe für die Armen, die gesund werden, die weiterleben wollen, die Obdach und Bildung erhalten wollen, das war nicht ihr Ziel. Und es ist mehr als fraglich, ob es inzwischen das Ziel ihres Ordens ist. Mutter Teresa hat dem Journalisten Christopher Hitchens einmal gesagt, "im Leiden der Armen liege auch ´eine Schönheit`, die an das Leiden Christi erinnere" (sueddeutsche.de, 8.3.2013), wobei einem Angst und Bange werden könnte. Denn das "Leiden Christi" war ein grausamster Foltertod.

Grausamkeiten im Namen des jesuitischen "Gottes" 

Dass Teresa nun 2016 von einem Papst "heilig" gesprochen werden soll, der Jesuit ist, ist auch kein Zufall. Denn die merkwürdig mittelalterlich anmutende Armuts- und Leidensmystik der albanischen Nonne führt die Expertin Marianne Sammer auf deren Erziehung durch die Jesuiten zurück. Diese pflanzten ihr ein düsteres Gottesbild ein: Das Bild eines willkürlichen, strafenden Gottes, der durch äußere Entbehrung und durch Leid besänftigt, also "entsühnt" werden müsse. Nicht nur durch das eigene Leiden soll der gläubige Katholik nach dieser Lehre Christus begegnen, sondern vor allem auch durch das Leid anderer, das er begleitet. Ist das vielleicht auch der tiefere Grund, weshalb in diesen Häusern vielen Menschen nicht medizinisch geholfen wurde oder man sie ihren Schmerzen einfach überlassen hat? Doch ist das nicht grausam? Grausamkeit im Namen Gottes! Doch mit Gott, unserem Vater, dem Vater-Mutter-Gott, der die All-Liebe ist, hat ein solch düsteres Gottesbild nichts zu tun. Es ist das Bild eines Gottes der Unterwelt, das Zerrbild des "Vaters von Unten", von dem Jesus von Nazareth sprach, als Er zu den Priestern Seiner Zeit sagte: "Ihr stammt von unten, Ich stamme von oben."

Professionell erzeugte "Armut" und die dunklen Konten des Vatikan - Wie viel kostet die Heiligsprechung?

Passend zu diesem Gottesbild ist auch der Umgang mit Geld. Teresa hat ihren Nonnen eine fanatische Maxime der Armut auferlegt, damit auch sie entsprechend leiden. Sie dürfen nicht nur nichts Persönliches besitzen, sie dürfen sich auch bei ihrer Arbeit für den Nächsten so gut wie keiner Hilfsmittel bedienen. Sie dürfen nach Aussage von Marianne Sammer kein privates Telefon besitzen und – auch gemeinsam – weder Waschmaschine noch Tageszeitung noch Computer noch Fernseher. Eine Privatsphäre ist für sie ebenso wenig vorgesehen wie für die Patienten in den Einrichtungen. Doch das ist im katholischen Sinne nur konsequent. Die Nonnen können auf diese Weise ihrem Fanatismus frönen und sich als besonders "katholisch" fühlen.
Und diese Lebenshaltung wird dann auch auf Patienten projiziert: Patienten mit Schmerzen erhalten oft keine Schmerzmittel, auch bei kleineren Operationen nicht, und auch sie werden dann mit dem Hinweis abgespeist, durch das Leid kämen sie Gott näher. (Stern, 17.9.1998)
Dabei verfügt der Orden aufgrund seines Bekanntheitsgrades inzwischen über Unsummen von Spenden-Geldern – von denen aber niemand weiß, in welche Kanäle sie geflossen sind und wie viel davon bei den Armen wirklich ankommt. Ein guter Teil des Geldes scheint in die Ausschmückung von Kirchen oder in weltweite Kampagnen gegen die Abtreibung und gegen jede Art von Verhütungsmitteln geflossen zu sein – die Lieblingsthemen der albanischen Ordensgründerin. Oder ist es gleich auf geheimen Konten der Vatikanbank gelandet? Es gibt keinerlei Transparenz. Die einzelnen Filialen des Ordens sind jedenfalls nach einer kurzen Phase der Anschub-Finanzierung strikt gehalten, sich die für ihren Betrieb nötigen Geldmittel und Sachspenden unabhängig von der Zentrale selbst zu erbetteln. Was diese mit Erfolg auch tun – die "Missionarinnen der Nächstenliebe" sind bekannt dafür, dass sie grundsätzlich nichts bezahlen: weder in der Straßenbahn noch im Supermarkt. Es sei ja alles für einen guten Zweck.
Trotz gut gefüllter Konten wurde also überall gespart – eben nicht nur bei den Patienten, sondern auch bei den Nonnen, die sich allerdings freiwillig dafür entschieden, während Patienten vielfach zu Opfern wurden. Und gleichzeitig landete umso mehr Geld auf verborgenen Konten im Rahmen der Vatikankirche, in der Kardinäle und Bischöfe vielfach den genau entgegen gesetzten luxuriösen Lebensstil pflegen.
Auch zehn Jahre nach der "Seligsprechung" im Jahr 2013 kam noch kein Licht in die finanziellen Praktiken des Ordens. Erneut wurde von Wissenschaftlern der Vorwurf erhoben, "dass unter der Führung Mutter Teresas Spendeneinnahmen wenig transparent verwaltet worden seien. Angesichts der sparsamen Informationspolitik und der Konten, die im Verborgenen geblieben seien, stelle sich die Frage, wo die ´Millionen von Dollar geblieben sind.`" (sueddeutsche.de, 8.3.2013)
Doch statt einer Aufdeckung der Geldkanäle wurde 2016 dann das Brimborium einer Erhebung in den katholischen "Heiligen"-Stand inszeniert. Und diese Prozedur kostete summa summarum auch wieder Unsummen, ca. 250.000,00 € summa summarum. An dieser Stelle der Vatikankirche wird also kräftig Geld ausgegeben, in Indien nicht. Hinzu kommt wohl ein ähnlich hoher Betrag für den Aufwand der Pilger, welche die Zeremonie live erleben wollen. Und Teresa passt als Feigenblatt für eine professionell demonstrierte Armut - während Spendengelder in Kanälen der reichsten Institution der Welt verschwunden sind - sehr gut in den "Club" der katholischen Heiligen.
 

Das "Himmelreich" wird verschlossen

Sicher kann die Seele eins Menschen reifen, wenn sie Leid erträgt und daran innerlich wächst, auch, indem sie die Ursachen dafür ergründet und sie - insofern sie selbstverschuldet sind - behebt. Denn das Leid Seiner Menschenkinder ist nicht der Wille des Schöpfergottes! Unter dem düsteren Gottesbild eines angeblich strafenden Gottes leiden bis heute ungezählte Menschen, was viele von ihnen wiederum veranlasst, sich an verstorbene Menschen als angebliche "Fürsprecher" bei Gott zu wenden. Wer wie die Priester des Vatikans die Menschen dazu anleitet, sich in der Not im Gebet an sündige und von der Vatikankirche heilig gesprochene Menschen zu wenden, der hindert sie aber auch daran, Gott im eigenen Inneren näher zu kommen. Wie sagte schon Jesus von Nazareth zu den Priestern und Glaubensverwaltern Seiner Zeit: "Ihr selbst kommt nicht in das Himmelreich – aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineinkommen wollen!"

Fälschungen, um hinduistische Kinder in katholische zu verwandeln, Vermittlungen auch zur Prostitution

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf weitere Vorwürfe, der gegen die Missionarinnen der "Mutter Teresa" erhoben werden und bis heute nicht entkräftet sind: Von einzelnen indischen Ordenshäusern wurden angebliche Waisenkinder auf dubiosen Wegen zur Adoption nach Deutschland vermittelt. Nach einigen Jahren stellte sich heraus, dass mindestens ein Elternteil noch lebte und die Unterlagen schlichtweg gefälscht worden waren. Die Motivation für solche Machenschaften muss nicht einmal Geldgier sein – es kann sich auch um katholischen Fanatismus handeln: Kinder von hinduistischen Eltern werden auf diese Weise in Katholiken verwandelt, ihre Seelen gerettet ...
Doch es geht offenbar noch schlimmer: Die dänische Zeitung Politiken berichtete über polizeiliche Ermittlungen in Patna im indischen Staate Bihar, wonach Mädchen eines Ordenshauses zeitweise zur Prostitution vermittelt wurden.

Die Doppelmoral der Kirche und ihre PR-Maßnahme mit Teresa

Statt solche Vorkommnisse und Vorwürfe zu klären, hat man Mutter Teresa 2003 in Rekordzeit selig gesprochen – und fast alle Welt klatschte Beifall. So wie 1979, als man ihr bereits den Friedensnobelpreis verliehen hatte. Will die Öffentlichkeit betrogen sein? Weshalb durchschaut sie nicht die doppelte Moral einer Frau, die kurz vor ihrem Tod erst Wochen lang durch Irland fuhr, um gegen die Einführung der Scheidung im letzten Land Europas zu kämpfen – und kurz darauf der Scheidung ihrer "Freundin" Prinzessin Diana Beifall spendete, weil die Ehe ja ohnehin gescheitert sei?
Und selbst wenn die vom Vatikan aufgebaute "Ikone der Nächstenliebe" (so Papst Johannes Paul II.) wirklich lupenrein wäre: Weshalb stellt niemand die Frage, welche Konsequenzen dies für die Kirche haben müsste? Wenn Armut und Verzicht so heiligmäßig und lobenswert sind – weshalb ist dann die Kirche so reich?

Wer dies nicht hinterfragt, für den lautet die Botschaft der Seligsprechung und Heiligsprechung Teresas: Die Kirche bleibt, wie sie ist – und ihr dürft dafür bezahlen!
Es geht einmal mehr um die Interessen der Vatikankirche, die mit einer weiteren PR-Maßnahme ihr Image aufpolieren möchte. Darüber können auch Worte nicht hinwegtäuschen, mit denen das alles religiös verbrämt wird.
Bereits 1994 bezeichneten die Filmemacher von The Missionary Position den Rummel um Mutter Teresa als "Teresienkult", "der jährlich zweistellige Millionenbeträge umsetzt. Dahinter steckt eine "profane Verquickung von kitschigem Medienrummel und profanem Aberglauben", "die bisher nur wenige in Frage gestellt haben". Und damit sind auch handfeste politische Interessen verbunden. Als "Wanderbotschafterin eines zutiefst politischen Papsttums" pries Teresa z. B. auch den einstigen Diktator Haitis, Jean-Claude Duvalier als "Mann des Volkes". (zit. nach focus.de, 28.9.2016)

Kurz vor der Heiligsprechung meldete sich noch einmal einer der beiden Autoren zu Wort, der britisch-pakistanische Journalist Tariq Ali, und wies mahnend auf den "Todes- und Leidenskult" der Albanerin hin.

(M. Holzbauer)
 

Links:

TV-Gesprächsrunde: Kirchenheilige und Reliquien - http://www.der-freie-geist.de/video/kirchenheilige_und_reliquien_01

  Die "heilig" gesprochenen Päpste

   Weitere "Heilige" der römisch-katholischen Kirche

Heiligsprechung und Völkermord: Der Indianermissionar Junípero Serra

Zu Mutter Teresa gibt es noch eine kurze TV-Sendung mit ähnlichem Inhalt wie diese Theologen-Ausgabe:
Wer den Sender „Die Neue Zeit“ empfängt, sie läuft sie voraussichtlich noch am Montag, den 5.9.2016 um 10.30 Uhr und 18.50 Uhr - ohne Gewähr!

 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
"Der Theologe", Herausgeber Dieter Potzel;
Matthias Holzbauer, Die dunkle Macht hinter Mutter Teresa, Wertheim 2013, zit. nach http://www.theologe.de/mutter-teresa.htm, Fassung vom 5.9.2016; Copyright © und Impressum siehe hier.

 

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