Die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt wurden 1999 gegründet, als die Parteien CDU und CSU sowie die katholische und die evangelischen Kirchen den Kosovo-Krieg der NATO befürworteten, obwohl Jesus von Nazareth Pazifist war. Dieses Verhalten ist ein schwerwiegender Missbrauch des Namens "Christus" und letztlich eine Verhöhnung des mutigen jungen Mannes aus Nazareth und von Seiner Friedensbotschaft.
Nachfolgend dokumentieren wir den "Offenen Brief an alle christlichen Politiker", mit denen die Aktivitäten begonnen haben. Im Anschluss daran lesen Sie, wie dieser Konflikt sich in den nächsten Jahren weiter entwickelte. Das Anliegen ist heute [2013] anlässlich des Syrien-Krieges und weltweiter anderer Kriegshandlungen genauso aktuell wie es damals war.


Freie Christen für den Christus der Bergpredigt

Dipl.-Theol. Moris Hoblaj, ehem. kath. Religionslehrer
Johannes Meier, ehem. kath. Priester
Dieter Potzel, ehem. evang. Pfarrer

Offener Brief
an alle christlichen Politiker

insbesondere an die
CDU / CSU-Bundestagsfraktion
- Bundeshaus -
Görresstraße 15

53113   B o n n

Freie Christen für den
Christus der Bergpredigt
Am Brechhaus 4
97828 Marktheidenfeld

Tel. 09394 / 996920
Fax: 09391 / 504147

 

 

28. März 1999


"Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn alle, die zum Schwert greifen werden durch das Schwert umkommen."
(Matthäus 26, 52)

 

Krieg in Jugoslawien

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie vertreten im Deutschen Bundestag Parteien, die sich ausdrücklich als "christlich" bezeichnen. Sie berufen sich also auf Christus und damit auf die Zehn Gebote und die Bergpredigt des Jesus von Nazareth. Dieser war ein konsequenter Pazifist, der Feindesliebe predigte und das Töten unter keinen Umständen erlaubte.

Wie wollen Sie es, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, mit Ihrem christlichen Anspruch vereinbaren, dass Sie nunmehr einen Krieg politisch und militärisch mittragen, in dem unzählige Menschen getötet werden. Sagen Sie nicht, wenn wir nicht "eingegriffen" hätten, hätte der Diktator von Belgrad weiter gemordet. Das ist vermutlich richtig; und seine Verbrechen sollen in keiner Weise verharmlost werden. Doch Jesus, der Christus Gottes, auf den Sie sich in Ihrem Parteinamen berufen, und auch Mose, dessen Zehn Gebote Sie als Grundlage unserer Gesellschaft anerkennen, haben von dem Gebot "Du sollst nicht töten" keine Ausnahme gemacht. Glauben Sie im Ernst, dass Jesus von Nazareth Cruise Missiles und Tornados losschicken würde, um den Frieden herbeizubomben? Die Geschichte der Menschheit erbrachte seit Jahrtausenden den Beweis dafür, dass Gewalt nicht zum Frieden führt, sondern nur neue Gewalt provoziert. Die Situation in Jugoslawien führt dies auf besonders drastische Weise vor Augen.

Sie verstoßen damit auch gegen das Friedensgebot des Grundgesetzes. Die Bundeswehr wurde nicht als internationale Polizeitruppe für Strafaktionen geschaffen, zumal wenn sie ohne Billigung der Vereinten Nationen erfolgen. Was Sie jetzt unterstützen, dient nicht der Beendigung einer humanitären Katastrophe, sondern ist ein Beitrag zur Eskalation des Tötens.

Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass Sie den christlichen Namen auf grobe Weise missbrauchen und das Volk dadurch täuschen. Sie geben vor, dass es einen "christlichen Krieg" geben könne. In Wirklichkeit verhöhnen Sie damit Christus. Die Kirchen sind aufgrund ihrer unchristlichen, blutigen Geschichte nicht mehr in der Lage, Sie darauf hinzuweisen. Deshalb tun wir es: Wir fordern Sie auf, im Deutschen Bundestag entweder gegen die Fortführung dieses Krieges zu stimmen oder Ihren Parteinamen zu ändern. Soweit Sie unbedingt kirchliche Nähe zum Ausdruck bringen wollen, könnten Sie sich beispielsweise Katholisch Soziale Union und Lutherisch Demokratische Union nennen. Christus aber sollten Sie aus dem Spiel lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Freie Christen für den Christus der Bergpredigt

 

Moris Hoblaj

Johannes Meier

Dieter Potzel


Wie es weiterging:

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion antwortete nicht, und der Krieg gegen Jugoslawien wurde von allen Fraktionen befürwortet, hauptverantwortlich von den damaligen Regierungsparteien SPD und GRÜNE. Die Freien Christen veröffentlichten darauf hin das Extrablatt Das NATO-Christentum

Gleichzeitig wurde Klage gegen die CSU erhoben. "Der Beklagten wird untersagt, in ihrem Parteinamen das Beiwort ´christlich` zu benutzen, hilfsweise: das Beiwort ´christlich` zu benutzen, solange sie Kriegseinsätze befürwortet." Die CSU verteidigte sich u. a. mit der Aussage: "Die humanitäre Notwendigkeit der NATO-Einsätze sei von der katholischen und evangelischen Kirche bestätigt worden." Nach einer mündlichen Verhandlung sprach das Landgericht Würzburg am 25.1.2000 das Urteil. Unter dem Geschäftszeichen 61 O 1203/99 erklärten sie sich im Wesentlichen für nicht zuständig und führten trotz der eindeutig aufgezeigten Gegensätze zwischen CSU und Kirchen einerseits und Jesus von Nazareth andererseits u.a. aus: "Die staatlichen Gerichte ... können und dürfen wegen des Gebots der weltanschaulichen Neutralität nicht entscheiden, wer die wahren Christen sind und wer sich zu Unrecht als christlich bezeichnet." Doch gerade ein wirklich neutrales Gerichtes könnte unvoreingenommen feststellen, wenn ein bestimmter Name offensichtlich für das Gegenteil seines Inhalts missbraucht wird.
Unter anderen berichtete die Berliner Zeitung am 18.3.2000 über den Prozess und seinen Ausgang: http://www.berliner-zeitung.de/archiv/klaeger-nennen-verwicklung-in-spendenskandale-und-unterstuetzung-der-nato-angriffe-auf-jugoslawien-als-gruende-drei-theologen-machen-der-csu-das--christlich--im-namen-streitig,10810590,9781502.html

In der Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht Bamberg wurde unter dem Geschäftszeichen 4 U 29/00 am 19.6.2000 das Urteil des Landgerichts Würzburg bestätigt. Darin wurde wie schon durch das Landgericht Würzburg auch noch einmal die "Prozessführungsbefugnis" der Freien Christen verneint. Wörtlich heißt es: "Als Wahrnehmungsberechtigte des Persönlichkeitsrechtes kommen vielmehr nur solche Personen in Betracht, die mit dem verstorbenen Rechtsträger [hier: dem Namensträger "Christus"] verwandt oder sonst in enger Lebensgemeinschaft gestanden haben ... Geistige Nähe allein - und mag sie noch so eng sein - kann insoweit nicht die bestehende zeitliche Kluft von fast 2000 Jahren überbrücken." Damit zieht man sich auf formaljuristische Äußerlichkeiten zurück anstatt den Inhalt der Klage zu erfassen und ein weises und gerechtes Urteil zu sprechen. Und weiter: Die Kläger können "andere nicht hindern, sich christlich zu nennen, selbst wenn jene Jesu Ansprüche nicht erfüllen sollten". Damit urteilt das Gericht gleichzeitig, dass sich jeder "christlich" nennen könne, gleich was er denkt und tut. Der gute Name von Christus ist also in der Bundesrepublik Deutschland nicht vor Missbrauch geschützt.

Da die CSU sich für die Verwendung des Namens "Christlich" auf die katholische und evangelische Kirche berief, wurden auch gegen diese Klage erhoben. Stellvertretend wurde gegenüber dem Erzbistum München und Freising der Antrag gestellt, "sich ´christlich` zu nennen und sich als Institution auf Jesus von Nazareth zu berufen". Das Bayerische Verwaltungsgericht München sprach dazu am 24.5.2000 unter der Geschäftsnummer M 29 K 99.5270 das Urteil. Das Verwaltungsgericht weicht vor der Fragestellung aus und gesteht dem Erzbistum ein angeblich "geistliches Selbstbestimmungsrecht" zu und ordnet den Konflikt dem "Bereich der rein innerkirchlichen Angelegenheiten" zu. Auch hier die logische Folge: Jeder könne morden, vergewaltigen, rauben und vieles Schreckliche mehr und behaupten, dass alles sei "christlich". So wie es ja auch nahezu 2000 Jahre Kirchengeschichte beweisen.

Ebenfalls mit Datum vom 24.5.2000 unter dem Geschäftsnummer M 29 K 99.5269 entschied das Bayerische Verwaltungsgericht in München die analoge Klage gegen die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Die parallel geführten Verfahren wurden in der Presse vielfach kommentiert. Eine Auswahl von Überschriften finden Sie hier.

Im Jahr 2009 wiederholten die Freien Christen ihr Anliegen, das dazu dient, Christus zu rehabilitieren und zu verhindern, dass Sein guter Name weiterhin ungehemmt in den Schmutz gezogen werden darf, indem Kirchen und Parteien das Gegenteil der Lehre von Christus tun, sich aber dennoch "christlich" nennen. In einem umfangreichen Indizienbeweis legten die Freien Christen dar, dass die katholische Kirche definitiv nicht "christlich" sei. Der stellvertreten
de Beklagte war in diesem Fall das Erzbistum Freiburg, vertreten durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Das Verwaltungsgericht Freiburg bestritt am 10.2.2010 unter dem Aktenzeichen 2 K 1700/09 aber einmal mehr die so genannte "Legitimation" der Kläger, eine solche Klage erheben zu dürfen. Einer der Kläger fasst die Gerichtsverhandlung jedoch treffend zusammen, als er sagte: "Niemand hat bestritten, dass die Kirche nicht christlich ist."

Am 16.3.2010 entschied schließlich das Verwaltungsgericht Hannover in der analogen Klage gegen die evangelische Kirche. Stellvertretender Beklagter war die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, zunächst vertreten durch die damalige Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, zum Zeitpunkt des Urteils vertreten durch den Bischofsvikar Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen. Auch hier wurde in einer umfangreichen Klageschrift unzählige Beweise und Indizien vorgelegt. Unter dem Aktenzeichen 6 A 4904/09 wollten auch diese Richter die Beweise nicht anerkennen, und sie verschanzten sich hinter der Formulierung: "Die Frage nach ... dem wahren Christentum ist ... der Justiz entzogen." Nicht entzogen wäre der Justiz jedoch das Delikt des groben und schwerwiegenden Namensmissbrauchs gewesen, das hier offensichtlich ist.

Da vermutlich immer konfessionelle Richter darüber entschieden haben, ist in allen Prozessen von Befangenheit auszugehen, und im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in Freiburg wurden auch die entsprechenden Befangenheitsanträge gestellt, da die Richter von ihrem Glauben her von ihrer Kirche her verpflichtet (!) sind, im Sinne der Kirche Urteile zu sprechen. Mehr dazu in den Anmerkungen von Dieter Potzel aus dem Jahr 2003 unter dem Stichwort: "Neutrale Richter gesucht - also nicht katholisch und nicht evangelisch".

Im Jahr 2013 starteten die Freien Christen die Unterschriftenaktion: "Keine Waffenexporte im Namen von Christus! CDU und CSU streicht das ´C`"

 


Lesen Sie dazu auch:

  Der Theologe Nr. 6 - Die evangelische Kirche - immer für den Krieg

Meldung über die Hintergründe zum Kosovo-Konflikt

E- Mail an die Freien Christen



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