Freie Christen für den Christus der Bergpredigt


Dipl.-Theol. Moris Hoblaj , ehem. kath. Religionslehrer
Johannes Meier, ehem. kath. Priester
Dieter Potzel, ehem. evang. Pfarrer

Offener Brief
an alle christlichen Politiker

insbesondere an die
CDU / CSU-Bundestagsfraktion
- Bundeshaus -
Görresstraße 15

53113   B o n n

Freie Christen für den
Christus der Bergpredigt
Am Brechhaus 4
97828 Marktheidenfeld

Tel. 09394 / 996920
Fax: 09391 / 504147

 

 

28. März 1999


"Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn alle, die zum Schwert greifen werden durch das Schwert umkommen."
(Matthäus 26, 52)

Krieg in Jugoslawien

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie vertreten im Deutschen Bundestag Parteien, die sich ausdrücklich als "christlich" bezeichnen. Sie berufen sich also auf Christus und damit die Zehn Gebote und die Bergpredigt des Jesus von Nazareth. Dieser war ein konsequenter Pazifist, der Feindesliebe predigte und das Töten unter keinen Umständen erlaubte.

Wie wollen Sie es, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, mit Ihrem christlichen Anspruch vereinbaren, dass Sie nunmehr einen Krieg politisch und militärisch mittragen, in dem unzählige Menschen getötet werden. Sagen Sie nicht, wenn wir nicht "eingegriffen" hätten, hätte der Diktator von Belgrad weiter gemordet. Das ist vermutlich richtig; und seine Verbrechen sollen in keiner Weise verharmlost werden. Doch Jesus, der Christus Gottes, auf den Sie sich in Ihrem Parteinamen berufen, und auch Mose, dessen Zehn Gebote Sie als Grundlage unserer Gesellschaft anerkennen, haben von dem Gebot "Du sollst nicht töten" keine Ausnahme gemacht. Glauben Sie im Ernst, dass Jesus von Nazareth Cruise Missiles und Tornados losschicken würde, um den Frieden herbeizubomben? Die Geschichte der Menschheit erbrachte seit Jahrtausenden den Beweis dafür, dass Gewalt nicht zum Frieden führt, sondern nur neue Gewalt provoziert. Die Situation in Jugoslawien führt dies auf besonders drastische Weise vor Augen.

Sie verstoßen damit auch gegen das Friedensgebot des Grundgesetzes. Die Bundeswehr wurde nicht als internationale Polizeitruppe für Strafaktionen geschaffen, zumal wenn sie ohne Billigung der Vereinten Nationen erfolgen. Was Sie jetzt unterstützen, dient nicht der Beendigung einer humanitären Katastrophe, sondern ist ein Beitrag zur Eskalation des Tötens.

Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass Sie den christlichen Namen auf grobe Weise missbrauchen und das Volk dadurch täuschen. Sie geben vor, dass es einen "christlichen Krieg" geben könne. In Wirklichkeit verhöhnen Sie damit Christus. Die Kirchen sind aufgrund ihrer unchristlichen, blutigen Geschichte nicht mehr in der Lage, Sie darauf hinzuweisen. Deshalb tun wir es: Wir fordern Sie auf, im Deutschen Bundestag entweder gegen die Fortführung dieses Krieges zu stimmen oder Ihren Parteinamen zu ändern. Soweit Sie unbedingt kirchliche Nähe zum Ausdruck bringen wollen, könnten Sie sich beispielsweise Katholisch Soziale Union und Lutherisch Demokratische Union nennen. Christus aber sollten Sie aus dem Spiel lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Freie Christen für den Christus der Bergpredigt

                      Moris Hoblaj

Johannes Meier

               Dieter Potzel

 


Der Prozess gegen die Amtskirchen führte zu vielen Schlagzeilen in zahlreichen Zeitungen. Auch wenn die
"irdischen" Richter entschieden, dass die Kirchen sich weiter "christlich" nennen dürfen, obwohl sie den Kosovo-Krieg und andere Kriege befürworteten - Der Stein ist ins Rollen gekommen und rollt weiter ...
 


Lesen Sie dazu auch:

  "Der Theologe Nr. 6", Die evangelische Kirche - immer für den Krieg

Kurzmeldung zum Kosovo-Konflikt aus dem Jahr 2007


Klage vor dem Verwaltungsgericht Freiburg:
Katholische Kirche darf sich nicht mehr christlich nennen

E- Mail an die Freien Christen


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