DER THEOLOGE - 2009-1
 

   
   29.6. -  Die grausamen Kriege in Afghanistan und Vietnam / Distanzierung von Christus wäre hilfreich

24.6./11.7.Der Schaden durch die "Mission" / Nachfolger von Jesus missionieren nicht / Mord-Drama in Jemen

   19.6. -  "Krieg" der Jäger gegen eine Tierfreundin: In 2 1/2 Jahren sechs Katzen erschossen

   17.6. -  Die "heilig" gesprochenen Päpste

11.6./18.6.
- Irland: 15.000 Menschen demonstrieren für Opfer der Kirche / Deutschland: Zahlenkosmetik

   11.6. -  Rennfahrer Niki Lauda: Unwürdige "letzte Ölung" machte ihn wütend

11.6./27.6.- Kommen Scheiterhaufen wieder? "Religionsfreiheit" nicht höchst lehramtlich

11.6./17.6.- Schleichende Vernichtung des Mittelstands - Entwicklung in Richtung Sklavenhaltung?

  11.6.  -  Evangelische Kirche in Oldenburg: Komplette Mitarbeitervertretung zurück getreten

    9.6.  -  Nur 1,4 Milliarden Euro oder zig Billionen? Neue Überlegungen über Reichtum von Vatikan und Kirche

7.6./15.6. - Weitere Besiedlung von Palästinensergebieten - Israel schert sich nicht um Obama und den Rest der Welt

    6.6.  -  Menschheit stürzt immer tiefer: Sklaverei auf riesigen Rinderfarmen in Brasilien

    1.6. -   Behörde fragt nach Mitgliedschaft in extremistischer Organisation - Muss man Kirche angeben?

   30.5. -   "Jagd löst keine ökologischen Probleme, sondern schafft sie erst ..."

   30.5.  - Abtreibung: Innerkirchliche Kämpfe um Leben und Tod

27.5./2.6. - Praktizierte Homosexualität: In den Kirchen geht es drunter und drüber

24./26.
5. -  Evangelischer Kirchentag: "Dinge durchgedacht"

   20.5. -  Viel schlimmer als gedacht: Tausendfacher Kindsmissbrauch in katholischen Heimen

   19.5. -  Der Zustand des Abendlandes: Begründung für Irak-Krieg mit Wasserfolter erpresst

    13.5. -  Italien: Gottesdienstbesuch aus falschem Mitleid mit dem Pfarrer

27./29.4.- Kanada: Ureinwohner in kirchlichen Internaten umerzogen und missbraucht

23./26.4.- Volksbegehren über die Macht der Kirche in Deutschland - Pro Ethik gewinnt gegen Pro Reli

   24.4. -  27.Mai - Kreuzzug der Kirche gegen die Stedinger Bauern vor 775 Jahren: Bis zu 11.000 Tote

   22.4. -  Pädophiler Priester immer wieder nur versetzt - jetzt schickte er Detektive zu ehemaligen Opfern

12.4./4.11.- Gläubiger junger Mann hat in Nacht zum Karfreitag seine Familie erschossen

   20.4. -  Neues Kochbuch in der evangelischen Kirche: "Von allen guten Geister verlassen"?

   12.4. -  Osterpredigt: Bischof Walter Mixa lenkt von den Verbrechen der Kirche ab und beschuldigt Atheismus

   10.4. -  Karfreitag: Jesus starb keinen Sühnetod - Die Irrlehre und das Ende des kirchlichen Christentums

     6.4. -  Strafuntersuchung wegen "falschen Alarms" - Forscher sagte Erdbeben in Italien voraus
               Hilft den Menschen der katholischer Schutzpatron und das vom Papst geweihte Öl?
 
27.3./5.4. - Die vom Papst gesegneten Lämmchen wurden an Karfreitag von einer Nonne erschlagen
               Lammfleisch beim G20-Gipfel / Kirchliche Feste wie Ostern als grausame Schlachtfeste
 
11.3./4.8.  - 17-jähriger Amokläufer in Winnenden tötete 15 Menschen  /  Hintergründe zur Tat /
              
Gedenkfeier für die Opfer ausgerechnet in nach blutigem Inquisitor benannter Kirche
               Der Tod bei Gewaltverbrechen oder Unfällen - was kommt danach im Jenseits?

    3.4.   -  Alle Anträge zum Tierschutz von der CSU abgelehnt - Barbara Rütting (GRÜNE) legt Landtagsmandat nieder

   31.3.  -  Jägerpräsident verharmlost Amok-Morde von Winnenden - Waffe ein "Symbol für Freiheit"
               17-Jähriger kündigte Amoklauf an - vorläufig verhaftet / Vater hat Schrank voller Waffen

   27.3.  -  Reiter tadelt Ross - Kardinal Meisner fordert Bundeskanzlerin zur Entschuldigung beim Papst auf

   26.3.  -  Die Tiere wehren sich: Stier verletzt Metzger - von Jäger erschossen
 
   25.3.  -  2008 - Fast 10 Milliarden Euro: Rekordergebnis bei Kirchensteuern

   24.3.  -  Bundestag untersucht Zwangsarbeit und Misshandlungen von Kindern in kirchlichen Heimen

   25.3.  -  Streng gläubige Katholikin erschlägt Mutter mit Kruzifix

   24.3.  -  Kirche lehnt segnende Christus-Statue ab - Kruzifixe als Verhöhnung von Christus

   22.3.  -  In Kanada werden wieder die Robben erschlagen -
               Inwiefern das Töten von Tieren die Hemmschwelle zum Menschenmord senkt

   19.3.  -  Forstwirt schoss Amok - 3 Tote, 3 Schwerverletzte / Mehr Friedfertigkeit durch Abschaffung der Jagd

   18.3.  -  Papst in Afrika: Kondome "verschlimmern" AIDS-Problem

    8.3.  -   Irland: Verbrechen pädophiler Priester nicht genügend gestoppt - Bischof tritt zurück

    8.3.  -   Wie Großkonzerne den deutschen Steuerzahler legal übers Ohr hauen
                Die Ethik-Krise hinter der Wirtschafts- und Finanzkrise / Sonderboni für Postbank-Vorstände

    6.3.  -   Mutter von vergewaltigtem 9-jährigen Kind von katholischer Kirche in spätere Hölle geschickt
                Kirche: Wenn auf Abtreibung die Exkommunikation folgt und auf Töten im Krieg angeblich der Himmel

    6.3.  -   Pius-Bruderschaft: "Unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" durch deutsche Bischöfe

    2.3.  -   Katholische Kirche in der Krise / 30 Marienkinder wieder in die Kirche aufgenommen

  25.2.  -   Berlin: Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als Wahlpflichtfach

  24.2.  -   Anzahl der "Seligen" und "Heiligen" bereits über 7.000: Jetzt zehn neue "Heilige"
               Zur Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust

  22.2.  -   Die Verbrechen der römisch-katholischen Kirche während der Militärdiktatur in Argentinien

  17.2.  -   Kritik am Vatikan: Drei Theologen droht Lehrverbot
               Im Wortlaut: Die Unterwerfungsforderung des Bischofs

  12.2.  -   Teilweiser Fleischverzicht spart 20 Billionen Dollar Kosten für Kampf gegen Klimakatastrophe

  11.2.  -   Der "Raubzug" geht weiter: Bank-Bosse kassieren Zusatz-Millionen

  10.2.   -  So ruinieren die Politiker das Klima auf unserem Planeten

   7.2.   -   "Austrittswelle": Notwendige Informationen für Kirchenaustritt

   7.2.   -   Der Papst soll wieder nach Deutschland kommen - Riesige Kosten für den Steuerzahler

   6.2.   -   Kardinal verteidigt die Wiederaufnahme der Pius-Bischöfe in die römisch-katholische Kirche

   5.2.   -   Oberster Pius-Bruder: Muslime bekehren, Kritik an Mohammed / Absurder Hochmut in der Kirche

   5.2.   -   CDU-Politiker verneigen sich weiter vor Joseph Ratzinger / Staat als Ross, Kirche als Reiter

   3.2.   -   Piusbruderschaft: Juden können sich durch katholische Taufe von historischer Schuld befreien
               Wieder in Kirche integrierte Piusbruder-Bischöfe lehnen offenbar auch Religionsfreiheit ab

   2.2.   -   Bischofseinsetzung: Papst ignoriert einmal mehr alle Vorschläge der Betroffenen

  29.1.  -   Muslimischer Ministerpräsident der Türkei verweist Christen und Juden auf deren 5. Gebot

  29.1.  -   Bankraub - früher illegal, heute legal? Die Herrschaft des Gottes Mammon auch in Deutschland

  27.1.  -   Pius-Brüder-Bischöfe von Papst wieder in Kirche aufgenommen - Hintergründe der kirchlichen Verantwortung

  27.1.  -   Katholische Kirche: Vollständiger Ablass für die Drogenmafia? Schuld der Kirche an Verbrechen?

  24.1.  -   Papst segnet Lämmchen für Pallien der Erzbischöfe - am Karfreitag werden sie dann umgebracht
               Papst tauft Säuglinge - Treten Sie später aus, kommen sie nach katholischer Lehre in die Hölle
               u.a., z. B. Ehe, "Euthanasie"

  23.1.   -  Präsident des Umweltbundesamtes plädiert: Nur noch sonntags Fleisch essen

  21.1.   -  Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor ersticht Frau und musiziert danach bei kirchlicher Trauung

  20.1.   -  Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt (Tolstoi): Metzger und Jäger zielte mit Waffe auf Sohn
               Anderer Metzger verspeist Fleisch eines Mädchens / Koch zerstückelt Kollegen

  16.1.   -  Evangelischer Pastor: Sexuelle Nötigung einer Jugendlichen

  15.1.   -  Atommüll-Fässern in Asse droht Zerstörung / Was macht diese Generation mit der Erde?

  14.1.   -  Pfadfinderarbeit: Evangelisch-lutherischer Diakon verging sich an Kindern

  12.1.   -  Zum Abschied einen Militärschlag verhindert: George W. Bush untersagte Israel Überflugsrechte für Angriff auf Iran

  10.1.   -  Jäger verwechselt Kollegen mit Wildschwein - erschossen / Mensch zerstört ökologisches Gleichgewicht

  10.1.   -  Nobel-Restaurant schenkt 140 Jahre alten Hummer die Freiheit

               Kain, wo ist Dein Bruder Abel? Klarstellung zu unserer Berichterstattung über den Gaza-Krieg

    9.1.  -   10.000 Menschen auf der Straße: "Israel geht hart gegen Verweigerer und Demonstranten vor"

    9.1.  -   "Uno legt schockierenden Gaza-Bericht vor" / Hunderttausende Moslems demonstrieren gegen Israels Regierung

    9.1.  -   Gläubige Juden protestieren gegen den Krieg / Israel brachte Flüchtlinge in ein Haus und beschoss es dann

    8.1.  -   Zur Neutralität verpflichtetes Internationales Rotes Kreuz macht Israel schwere Vorwürfe

    8.1.  -   Bibelgläubiger Unternehmer kapitulierte und ließ sich von Zug überrollen

    7.1.  -   Gaza-Krieg: Flucht oder Tod im Süden / Katholik Joschka Fischer "solidarisch mit Israel"

    7.1.  -   Keine Tiere erlaubt: Priester verweist blinde Frau mit Blindenhund aus der Kirche

    7.1.  -   HIV-positiver Jugendpfarrer missbrauchte Jugendlichen und Tiere

    7.1.  -   Priester beim Diebstahl ertappt - Porno-DVDs in Klosterzelle in Maria Laach sicher gestellt

    6.1.  -   Waffenstillstand oder Vernichtung? / Neue Waffen und neue israelische Siedlungen in Palästina
               George W. Bush gab grünes Licht für Gaza-Krieg / Kriegsbefürworter sollen sich von Christus distanzieren

    3.1.  -   Israelische Regierung hält sich nicht an "Auge um Auge, Zahn um Zahn" / Unendlicher Krieg

    2.1.  -   Die Beduinen im Negev / Die Goldene Regel für Menschen aller Religionen und Kulturen 

    1.1.  -   Neujahr 2009: Fühlen wir uns in die Opfer in Kriegsgebieten hinein

    1.1.  -   Silvester 2008 / Neujahr 2009: Kein Grund zum Feiern: Countdown der Naturkatastrophen 
 

 



29.6. / 30.6. / 5.9.2009 - Die grausamen Kriege in Afghanistan und Vietnam / Klare Distanzierung des Westens von Christus wäre hilfreich - Manchmal sagt ein Bild mehr als viele Worte. Z. B.
http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:Phosphorbomben-Afghanistan-Razia%2C-Leben/704459.html?cp=4.
Woche für Woche werden unschuldige Zivilisten von den westlichen Truppen getötet, welche dort gegen die einheimischen islamistischen Taliban kämpfen.
Der Westen setzt in Afghanistan auch die besonders grausamen Weiße-Phosphor-Bomben ein, wie zuletzt auch Israel gegen Gaza. Mehr zum Wahnsinn des Afghanistan-Krieges und seinen bislang vielen Tausend zivilen Opfern siehe hier.

Im Verlauf des Krieges werden die Taliban bis jetzt von Jahr zu Jahr stärker. George W. Bush hat den Krieg nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11.9.2001 begonnen, und Deutschland zog als NATO-Partner gleich mit. George W. Bush verwies damals auf eine Querverbindung zwischen der Taliban-Regierung Afghanistans und den Terroristen, die dort offenbar unbehelligt "Ausbildungslager" besuchen konnten. Die damalige deutsche Regierung Schröder/Fischer interpretierte die Anschläge in New York zur Rechtfertigung des Krieges auch als Angriff auf Deutschland, der mittels der Terroristen in New York auch in gewisser passiver Weise von der Regierung in Afghanistan ausgegangen sein soll. Bis heute ist jedoch verblüffend, wie nahezu spielend leicht die Terroristen mit ihren Waffen an Bord der Flugzeuge kommen konnten. Klar ist jedoch: Zwei Jahre später, im Jahr 2003, hat ein Großteil des Westens den Krieg gegen den Irak im Wesentlichen mit derselben Begründung begonnen wie den Afghanistan-Krieg: nämlich einer Verbindung zwischen den Terroristen des 11.9.2001 und der Regierung des Irak - eine Lüge westlicher Geheimdienste, welche diese z. B. unter Folter erpresst hatten (siehe hier).

PS: Auch der Krieg der USA gegen Vietnam "geht weiter". Seit Kriegsende wurden 42.000 Vietnamesen durch herum liegende Bomben getötet, 62.000 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt und erlitten bleibende Schäden. 20 % der gesamten Staatsgebietes Vietnams sind bis heute durch 800.000 Tonnen noch nicht gezündeter US-Bomben verseucht. Das heißt: Die Detonationen gehen weiter, und zwar leider nahezu täglich (tagesschau.sf.tv, 29.6.2009).

Mit seinen Kriegen verhöhnt der kirchenchristliche Westen seit je her den großen Friedenslehrer Jesus von Nazareth (der die Kriege niemals befürwortet hätte), und er schürt damit weltweit auch den Hass auf das Christentum. So wie früher die vom Papst ausgerufenen bestialischen Kreuzzüge gegen die islamische Welt den Hass auf das Christentum schürten.
Jesus von Nazareth war nie parteiisch und hat zu Unrecht nie geschwiegen, gleich von wem es ausging. Er hat den Finger auf die Wunde gelegt, aber niemals einen Krieg als Lösung eines Problems gelehrt. Auch hat er keine "Geheimdienste" beauftragt, mögliche Kriegsgründe zu erfinden oder "Geständnisse" unter Folter zu erpressen wie es später manche katholische "Heilige" getan haben (siehe dazu hier).

Eine weltweite Distanzierung der westlichen Regierungen gegenüber Jesus von Nazareth könnte deshalb helfen, den Hass bzw. die Abneigung gegenüber dem Christentum in Teilen der islamischen Welt zu verkleinern. Wenn die westlichen Regierungen unmissverständlich und weltweit bekennen, dass ihr Handeln überwiegend dem katholischen oder evangelischen Glauben entspringt, jedoch nichts mit Jesus, dem Christus, zu tun hat, dann könnten die Opfer der Kriegspolitik die Schuld auch nicht mehr der christlichen Lehre geben.
 



24.6. / 27.10.2009 / 3.4.2011 - Der unsägliche Schaden durch Mission - Nachfolger des Jesus von Nazareth bemühen sich, Vorbilder zu sein. Sie missionieren nicht / Verbrechen an Missionsschülerinnen in Jemen: Hintergründe / Mord an Muslimin in Dresden führt zu Aufruhr in der islamischen Welt - Anlässlich der furchtbaren Ermordung von Rita Stumpp und Anita Grünwald in Jemen ist in kirchlichen Kreisen das Thema "Mission" wieder zur Sprache gekommen.

Mörderische Kreuzfahrer werden bis heue als "Selige" verehrt
Drohung mit einer angeblich ewigen Hölle als Mittel der Mission
Nachfolge Jesu: Vorbild statt Mission
Entführter Missionar in Jemen: "Betet, dass Moslem zum Glauben kommt"
Hilfe mit oder ohne Hintergedanken?
Die "evangelikale" Jesusfigur ist nicht der Mann, der einst in Nazareth lebte
"Man darf in diese Region nicht reisen"
Irak: Hunderte von Bibeln bereits im Kriegsgepäck?
Umgekehrte Vorzeichen: Der heimtückische Mord an einer Muslimin in Dresden
Deutschland: Kaum Einfühlungsvermögen in die arabische Seele
Staat sollte sich von Missionaren distanzieren und Kirche auffordern, Höllenlehre zu ändern

Mörderische Kreuzfahrer werden bis heute als "Selige" verehrt

In früheren Zeiten ging die Mission einher mit brutalen Kreuzzügen gegen islamische Länder, mit Zwangsbekehrungen, Verbrennungen Andersgläubiger und vielem Horror mehr. Zwar ist dies heute nicht mehr der Fall, und Ermordungen aus Glaubensgründen gibt es heute umgekehrt nicht selten durch fanatische Islamisten. Doch werden brutale kirchliche Gewalttäter aus früheren Zeiten bis heute teilweise als "Heilige" oder "Selige" verehrt (siehe dazu hier). Und anstelle von Mord ist in der Kirche heute vielfach der Rufmord gegenüber religiösen Minderheiten getreten (siehe Der Theologe Nr. 12). Und auch die Grundhaltung eines kirchlich Missionierenden trägt einen schwerwiegenden negativen Aspekt in sich, auch wenn die Person sonst positiv und hilfsbereit auftritt: Wer missioniert, versucht den Nächsten von seinem Glauben zu überzeugen, ihn womöglich durch extremistische Höllen-Warnungen zu bedrängen. "Nächstenliebe" mit missionarischen Hintergedanken ist deshalb nicht selbstlos, sondern hat immer zumindest den faden oder bitteren Beigeschmack, letztlich doch nur Mittel zum Zweck zu sein. Zudem gilt: Wer überzeugen möchte, ist tiefer in seinem Inneren in Wirklichkeit selbst nicht von dem überzeugt, was er anbietet, sondern verdrängt die eigenen Zweifel durch den Missions-"Erfolg" an anderen.

Drohung vor einer angeblich ewigen Hölle als Mittel der Mission

Und dies kann im Hinblick auf das kirchliche Christentum und seine Lehre auch gar nicht anders sein, denn die Seele spürt intuitiv, dass dort vieles nicht stimmt. Kirchliche und vor allem so genannte "evangelikale" (= überzeugt evangelische) Missionare versuchen etwa, die Lehre von einem "Gott" zu verbreiten, dessen Zorn auf die sündigen Menschen erst durch ein angebliches "Sühneopfer" seines Sohnes Christus gesühnt worden sein soll (siehe dazu Starb Jesus einen Sühnetod?). Dies wäre nun seine "Liebe". Doch wer dieses angebliche "Geschenk" nicht annehmen möchte, obwohl er es kennt, sich also nicht auf diese Weise "retten" bzw. bekehren lassen möchte, der müsse nach seinem Tod in eine ewige Hölle, so diese Lehre, die man einer bestimmten Interpretation biblischer Aussagen entnimmt (vgl. Der Theologe Nr. 19 - Es gibt keine ewige Verdammnis - auch nicht in der Bibel). Diese vordergründig als liebevoll dargelegte aber letztlich doch furchtbare Lehre erklärt auch den Druck oder gar inneren Zwang, missionieren zu müssen, den viele "evangelikale" Christen verspüren. Was oft als besonders starker "Glaube" erscheint, ist in Wirklichkeit eine sehr persönlich geprägte Gottesvorstellung, die auf einer bestimmten Art der Bibelauslegung und der Frömmigkeit beruht. In ihrer inhaltlichen Enge und in ihren Abgründen hat sie zwar kaum etwas mit dem Schöpfergott und mit Christus zu tun, aber der einzelne verspürt durch die ständige Verknüpfung seiner Alltagserfahrungen mit diesem "Gott" oft ein hohes Maß an Lebensenergie, die er gemäß seiner Vorstellungen mit dem "Heiligen Geist" identifiziert. Dadurch, dass der einzelne alle seine Lebenserfahrungen so darlegt, als habe "Gott" dies oder jenes getan, dies oder jenes gewollt bzw. dies oder jenes gesagt, geht diese Art zu glauben oft mit einer gewissen Hartnäckigkeit und Uneinsichtigkeit daher, und man stellt sich oft uneingestanden über seine Nächsten, die eben nicht so glauben. Und wie man so locker mit "Gott" auf Du und Du verbunden scheint, ist in Wirklichkeit eine Kommunikation mit einem "Gegenüber", das ein Gemisch aus Gottesvorstellungen der Bibel und aus dem eigenen Ego mit seinem Unterbewusstsein und seinen Sehnsüchten ist. Ist man sich dann gewiss, was "Gott" wolle, dann ist dies nur die Vergewisserung, mit seinen eigenen augenblicklichen Gottesvorstellungen im Reinen zu sein. Und dazu gehören nun mal auch die grausamen Höllenvorstellungen. Und was durch diese Höllenlehren schon für Schäden in den Seelen von Menschen entstanden sind, kann kaum in Worte gefasst werden. Und auch die beiden getöteten jungen Frauen haben dies wahrscheinlich geglaubt.
So heißt es etwa im Bekenntnis ihrer Bibelschule in Brake bzw. Lemgo z. B.: Wir glauben, "
dass die Ungläubigen zur ewigen Verdammnis" "auferstehen werden(http://www.heise.de/tp, 25.6.2009) - man muss sich das einmal nur ansatzweise vorzustellen versuchen: ewige unendliche Qualen ohne Linderung. Was für ein "Gott"! Dem schlimmsten Feind kann man solches nicht wünschen, und es ist zum Glück auch nur die grässliche Phantasie kranker Kirchengehirne. Und damit natürlich auch keine "Verbesserung" für die islamische Welt, die Jesus ja als einen Propheten anerkennt, im Gegenteil.

Nachfolge Jesu: Vorbild anstatt von Mission

Denn die Nachfolge des Jesus von Nazareth ist etwas anderes, nämlich in erster Linie das Leben nach den Zehn Geboten und der Bergpredigt, also etwas sehr Praktisches. Und Nachfolger des Jesus von Nazareth missionieren nicht. Sie bemühen sich stattdessen, in ihrem Alltag Vorbilder im praktischen Leben zu sein. Sie glauben nicht, dass ihre Nächsten ebenso denken oder glauben müssen wie sie, und sie achten deren Freiheit. Wenn darauf hin Menschen auf sie zukommen und nach ihrem Glauben fragen, dann geben sie Auskunft. Doch sie achten darauf, wenn möglich nur so viel mitzuteilen, wie sie selbst schon an Positivem verwirklicht haben. Und sie sagen nur das, von dem sie glauben, dass der Nächste es auch verstehen kann. An den satanischen Unsinn einer ewigen Verdammnis und an das angebliche "Seelenheil" durch einen "richtigen" Glauben glauben sie nicht. Und auch nicht an einen Gott, der seinen Sohn als angeblich blutiges menschliches "Sühnopfer" für die Sünden der Menschen bestimmt haben soll - ein Glaube, der von der Kirche aus grausamen antiken "Götzenkulten" übernommen wurde. Deshalb sind manche Moslems, die Jesus als Propheten anerkennen und einiges von dem tun, was er lehrte, ihm unter Umständen auch viel näher als Kirchenchristen, welche die Botschaft des Christus mit dem "heidnisch-katholischen" Sühnopfer-Blutkult vermischen und dabei letzteres auch noch als angeblich wichtiger erachten (im Gegensatz z. B. zum Gleichnis vom Weltgericht in Matthäus, Kapitel 25). Deshalb führt diese Art der Mission weg von Jesus, dem Christus, nicht zu ihm hin.
Siehe dazu auch den TV-Beitrag von
frontal21 unter http://www.youtube.com/watch?v=GGC7rqaNwE0&feature=related

Entführter Missionar im Jemen: "Betet, dass Moslem zum Glauben kommt"

Zum aktuellen Anlass: Über einen Missionsversuch des in Jemen entführten deutschen Familienvaters berichtet Spiegel online wie folgt: "Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes hat Erkenntnisse, wonach aufgebrachte Muslime den deutschen Techniker Johannes H. bedrohten und aufforderten, seine Missionierungsversuche einzustellen. Der Mann aus Sachsen schilderte den Zwischenfall in einem Rundbrief an Freunde in Deutschland. Er habe in einem Teehaus in Saada einen Muslim kennen gelernt und mit ihm spirituelle Gespräche geführt. ´Außerdem`, berichtete Johannes H., ´ermutigte ich ihn, die Bibel zu lesen.` Nach einiger Zeit sei allerdings der Bruder des Mannes in dem Krankenhaus in Saada erschienen, in dem Johannes H. und seine Frau Sabine arbeiteten, und habe ihm gedroht, ihn bei den geistlichen Autoritäten anzuzeigen. Der Missionsversuch, habe der Mann zu H. gesagt, sei bereits Diskussionsthema in den Moscheen. Offenbar schenkte der Vater von drei kleinen Kindern der Warnung aber wenig Beachtung. ´Betet für seinen Glauben`, bat Johannes H., ´und dass er tatsächlich zum Glauben kommt und Jesus als seinen Herren annimmt`" (20.6.2009). Würde also Johannes Henschel tatsächlich einen Moslem aus der Männergemeinschaft in der Moschee in Saada heraus missionieren können?

Mit dieser Familie aus der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen waren nun die beiden russlanddeutschen Frauen unterwegs, als sie ermordet wurden. Beide hatten in demselben christlichen Krankenhaus als Praktikantinnen gearbeitet, in dem auch Johannes Henschel (oder: Hentschel) angestellt war. Und vermutlich wussten Rita Stumpp und Anita Grünwald nicht, dass Johannes Henschel schon massiv von strengen Moslems beargwöhnt wurde. Und auch über die beiden Frauen heißt es weiter bei Spiegel online: "Auch in den Hinterlassenschaften der von den Entführern erschossenen deutschen Frauen Rita S. und Anita G. aus dem westfälischen Lemgo fanden die Ermittler Missionsschriften."

Hilfe mit oder ohne Hintergedanken?

Und während bei den Angehörigen der beiden getöteten Frauen wohl noch der sehr große Schmerz im Vordergrund steht, werden sie von Außenstehenden schon annähernd zu Märtyrerinnen erklärt. So heißt es z. B. in einem evangelischen Leitartikel: "Hier fallen einem nur noch die Worte Jesu ein: ´Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen`" (idea-spektrum Nr. 26/2009). Zwar haben die jungen Frauen nur "helfen" und niemandem "schaden" wollen, wie es heißt. Doch grundsätzlich gefragt: Was ist wirkliche Hilfe und wo wird vielleicht sogar mehr Schaden angerichtet? Und ob das Verteilen oder das Liebäugeln mit dem Weitergeben von evangelischen Bibel- oder Missionstraktaten im Jemen dem Willen von Jesus entspricht? Dies sollte auch im "evangelikalen" Umfeld zumindest einmal angezweifelt werden. Aus urchristlicher Sicht sind diese Traktakte eine Verfälschung der Botschaft Jesu. Und ob in solchen Ländern das "Helfen" von angeblich "tiefgläubigen" Christen schließlich selbstlos im Sinne des Jesus von Nazareth erfolgt, oder ob eben doch gezielte missionarische Hintergedanken, gespeist aus abstrusen Höllenängsten, die eigentliche Motivation sind, sei einmal dahin gestellt. Dies hängt natürlich auch vom Einzelnen ab, und darüber wird hier auch nicht geurteilt. Sicher scheint jedenfalls, dass die einheimischen Demonstranten bei der Kundgebung gegen die Mörder im Jemen deren praktisches Tun im Krankenhaus schätzten, nicht eventuelle missionarische Hintergedanken der dort Beschäftigten. Und nahe liegend ist auch, dass durch die westlich-evangelische Mission in arabischen Ländern auch die Sicherheitslage für alle westlichen Ausländer verschlechtert wird, die mit Missionierung nicht das Geringste zu tun haben. Und dass das Krankenhaus, das offenbar hauptsächlich aus missionarischen Gründen betrieben wurde, jetzt aus Sicherheitsgründen geschlossen hat, ist besonders tragisch für die Menschen, die dort dankbar medizinische Hilfe erfahren haben ohne dass sie sich missionarisch bedrängt fühlten.
Aktualisierung: Die Töchter des entführten sächsischen Ehepaares Henschel, Lydia und Anna, wurden im Mai 2010 an der Grenze zu Saudi-Arabien von saudischen Sicherheitskräften befreit bzw. diesen übergeben und mit der deutschen Luftwaffe zu den Verwandten nach Deutschland zurück geschickt. Die beiden Mädchen (6 und 4 Jahre alt) sprachen untereinander Arabisch, die jüngere verstand kein Deutsch mehr, die ältere noch ein bisschen. Sie wurden zuletzt Fatima und Sarah genannt, trugen festliche jemenitische Stammesgewänder. Jetzt wird ihnen vermutlich wieder aus der Bibel vorgelesen. Ihre Eltern sind, Presseberichten vom März 2011 zufolge, wahrscheinlich tot.

Die "evangelikale" Jesusfigur ist nicht der Mann, der einst in Nazareth lebte

Eine deutliche Antwort auf die Frage nach Motiven für angebotene Hilfe gibt die "evangelikale" Missionsgemeinschaft Weltweiter Einsatz für Christus (WEC), die wiederum mit dem Hilfswerk Worldwide Services zusammenarbeitet, welches das betreffende Krankenhaus in Jemen betrieb (idea-spektrum Nr. 26/2009), welches nach den Morden jetzt geschlossen hat und seine weiteren Mitarbeiter evakuierte. Als Ziele sind hier unter anderem formuliert: "Das Evangelium von Jesus Christus zu den noch verbleibenden unerreichten Volksgruppen bringen, und zwar mit äußerster Dringlichkeit" und: "Menschen zu kulturübergreifender Mission inspirieren, mobilisieren und trainieren" (http://www.wec-int.de). Nur: Ist diese Art von "Evangelium" denn wirklich das, was Jesus, der Christus wollte? In der Regel nein. Stattdessen hat man im kirchlichen Umfeld die Botschaft von Jesus durch die Lehre des Paulus (siehe dazu Der Theologe Nr. 5) und vor allem durch heidnische Sühnopfer-Blutkulte und die darauf aufbauenden kirchlichen Lehren (siehe dazu Der Theologe Nr. 25) unterwandert, verfälscht und letztlich ersetzt. In einem Leserbrief in der Zeitschrift idea-spektrum interpretiert ein "Missionsarzt in einem islamischen Gebiet" die Tat der beiden jungen russlanddeutschen Frauen wie folgt: Sie hätten "aus Liebe zu Jesus und den Menschen im Jemen ihr Leben riskiert" (idea-spektrum Nr. 28/2009). Damit spricht er aus, dass die beiden bewusst ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Allerdings leider für den falschen Jesus der Institutionen Kirche.
Dass die Wirklichkeit anders sein könnte als die eigenen Vorstellungen, dafür werden auch im Dokumentarfilm
Anita und Rita. Vom Leben und Sterben zweier Bibelschülerinnen auf bibel.tv Indizien berichtet. Verwandte berichten, dass ihnen Anita bzw. Rita einige Male "erschienen" seien; im Traum, aber auch "real". Dies sind keine Halluzinationen, sondern in der Tat reale Begegnungen. Dies weist darauf hin, dass ihre Seelen nicht im "Himmel" sind, sondern "erdgebunden" und weiterhin überwiegend in ihrer bisherigen Vorstellungswelt; und dass sie sich auch nach ihren Verwandten sehnen und ihnen Botschaften zu übermitteln versuchen, wie aufzuwachen aus der "Traumwelt" (siehe dazu auch Der Tod bei Gewaltverbrechen oder Unfällen - Was kommt danach?). Diese Erlebnisse sind also keine Halluzinationen oder nur Spiegelungen der eigenen Sehnsüchte, sondern es sind meist reale Begegnungen, in diesem Fall mit den beiden jungen Frauen. Aus jenseitiger Sicht ist das Diesseits in der Tat nur eine "Traumwelt", wobei auch die Seele im Jenseits - die dort keinen menschlichen Körper mehr hat, während sich sonst jedoch wenig ändert - noch sehr lange traumwandlerisch weiterleben kann und wieder in eine neue Inkarnation auf der Erde drängt (mehr dazu in Der Theologe Nr. 2).

"Man darf in diese Region nicht reisen"

In Jemen ist der Islam Staatsreligion, und kirchliche Mission ist zudem verboten. Sind kirchliche oder "evangelikale" Missionare bzw. Helfer dennoch hier und da "erfolgreich", was Johannes H. gemäß Spiegel online im Hinblick auf seinen islamischen Gesprächspartner ja erhoffte (siehe oben), würden sie vermutlich in ihren Ursprungskirchen oder -gemeinden deswegen hoch angesehen. Denn sie hätten eben dafür zuvor sehr große Risiken und Gefahren, ja sogar Lebensgefahren auf sich genommen. Und so sagte der frühere deutsche Staatssekretär Jürgen Chrobog auch zum Ort der brutalen Ermordungen: "Man darf in diese Region nicht reisen, man darf sich in dieser Region nicht aufhalten. Das ist hier schlicht ignoriert worden" (idea-spektrum Nr. 26/2009).
Doch sind alle Reisewarnungen der Bundesregierung wohl wirkungslos, wenn sich der Betroffene von "Gott" in das Land gesandt fühlt und alle seine Vorstellungen und Gefühle, warum er dort hinreist, "Gott" zuschiebt. So schreibt
idea-spektrum z. B. von einer 18jährigen Abiturientin, die zu einem Hilfseinsatz nach Myanmar, wo eine Militärdiktatur herrscht, aufbricht. Sie wäre angeblich von "Gott" auf dieses Land aufmerksam gemacht worden (Nr. 27/2009). Und auch der "evangelikale" Ex-US-Präsident George W. Bush wurde angeblich von "Gott" gebeten, die Kriege gegen in Afghanistan und den Irak zu beginnen. Haben wir heute also wirklich eine so völlig andere Zeit als in früheren Jahrhunderten?
Doch was heißt "von Gott"? Rita Stumpp und Anita Grünwald wurden in ihrer Bibelschule Brake e.V. in Lemgo für das Krankenhaus in der Krisenregion Jemen begeistert. Und wer trägt dann die Verantwortung, wenn ein Vertreter dieser Einrichtung in der Bibelschule Brake e.V. einen solch motivierenden Vortrag hält, dass zwei Studentinnen im Anschluss daran sagen: "Da möchten wir hin"? Die Bibelschule Brake e.V. hatte also anerkannte Praktikumsplätze in einer Region in ihrem Ausbildungsprogramm, für welche die Regierung massive Reisewarnungen ausgesprochen hat. Dann kann man hinterher nicht "Gott" dafür in die Verantwortung nehmen. Man hat - aus besagten Gründen - bewusst mit seinem eigenen irdischen Leben gespielt.

Irak: Hunderte von Bibeln bereits im Kriegsgepäck?

PS: Zum Thema Mission im Irak: Bereits wenige Tage nach dem gewaltsamen Sturz des sunnitischen Moslems Saddam Husseins durch die überwiegend von Kirchenchristen regierten USA verfrachteten westliche Bibelgesellschaften gleich Tausende von Bibeln ins Land, so dass man den Eindruck erhielt, die ersten Bibeln gehörten gar zum "Kriegsgepäck".  Doch die gefeierte "Befreiung" wurde zum Bumerang. Der Krieg und die nachfolgende Gewalt forderten Tausende von Opfern. Und Christen und Kirchenmitglieder fliehen mittlerweile zu Tausenden aus dem Irak.
Siehe dazu unsere
Meldungen vom 19.5.2009 und vom 14.12.2008.

Doch die Missionsbestrebungen gehen weiter: Bei der Trauerfeier für Rita Stumpp und Anita Grünwald in ihrer Heimatgemeinde, der baptistischen Immanuelgemeinde in Wolfsburg, nahm auch die Generalsekretärin des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinde, Regina Claas, Stellung zur Mission. Im Evangelischen Sonntagsblatt heißt es dazu: "Der kirchliche Missionsauftrag werde nicht hinterfragt. Die Frage nach der Sicherheit in Krisengebieten sei allerdings zu stellen" (28.6.2009).
 
Über Hardliner schreibt dabei der
Humanistische Pressedienst am 17.12.2009: "
Ein Newsweek-Artikel  [http://www.newsweek.com/id/202734] zeigt, wie wichtig dieses Vorhaben [Missionierung] weiterhin ist. US-Militärs hatten im Krieg gegen den Terror christliche Missionierung betrieben. Der höchste Militärgeistliche in Afghanistan gab die Parole ´Hunt People for Jesus` [= Jagt Leute für Jesus] aus" (http://hpd.de/node/8478). Wobei der Militärpfarrer eben für den gefälschten evangelischen Jesus "jagt" und nicht für Jesus von Nazareth, wie er wirklich war. Kein westlicher Politiker kann sich also beschweren, wenn islamische Politiker sich in diesem Zusammenhang über einen neuen "Kreuzzug" beklagen, der zwar nicht offiziell ist, der jedoch praktisch einen Teil-Aspekt dieses Kriegsgeschehens darstellt.
Und wenn mittlerweile in evangelikalen Gemeinden der USA Korane verbrannt werden und der Islam als "dämonisch" bezeichnet wird, dann ist auch verständlich, wenn manche Muslime befürchten, die Not in ihren Ländern werde von solchen Christen ausgenützt, um durch Hilfsbereitschaft Menschen vom Islam zum Christentum zu bekehren.

Umgekehrte Vorzeichen: Der heimtückische Mord an einer Muslimin in Dresden

PS: Und während manche deutsche Medien noch die fehlende Religionsfreiheit im Jemen kritisierten und darauf hinwiesen, dass bekennende Muslime umgekehrt in Deutschland angeblich gefahrenlos missionieren dürften, passierte in Dresden ausgerechnet ein Mord mit fast umgekehrten Vorzeichen. Der 28-jährige russlanddeutsche Alex W. hat die schwangere Ägypterin Marwa El Sherbini vor den Augen ihres dreijährigen Kindes im Gerichtsgebäude erstochen und ihren Ehemann lebensgefährlich verletzt. Im Vorjahr hatte er sie wegen ihres Kopftuchs bereits als "Islamistin" und "Terroristin" beschimpft, die in Deutschland kein Lebensrecht hätte. Darauf hin wurde er wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt, über die nun in Berufung verhandelt wurde. Dabei hatte Alex W. vor seinem geplanten Mord sein späteres Opfer im Gerichtssaal offenbar zunächst weiter beleidigt, ohne dass jemand die drohende Gefahr erkannte und darauf hin die Sicherheitsmaßnahmen für die Bedrohten verstärken ließ: "Ich finde es nicht in Ordnung, dass diese Monster nach dem 11. September nicht rausgeschmissen wurden", so drohte der Täter, den man zuvor auch nicht auf mögliche Waffen durchsucht hatte, schon während der Verhandlung, an deren Ende er dann den brutalen Mord an der Frau beging, die er für eines der "Monster" hielt (Focus online, 11.7.2009).
Auch andere Frauen mit Kopftuch berichten vielfach von Anfeindungen in der Öffentlichkeit.
Für muslimische Frauen im öffentlichen Dienst ist in acht vom kirchlichen Christentum geprägten westdeutschen Bundesländern das Kopftuch verboten (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Berlin und Bremen), während kirchliche Nonnen in Amtstracht willkommen sind, obwohl diese das Erscheinungsbild der Frau viel extremer verändert als das muslimische Kopftuch. Und die Mutter der Ermordeten
"erklärte, ihre Tochter habe Schwierigkeiten gehabt, in Deutschland einen Job zu finden, weil sie die traditionelle Kopfbedeckung trug" (Spiegel online, 7.7.2009).

Deutschland: Kaum Einfühlungsvermögen in die arabische Seele

In Alexandria in Ägypten wurde die Ermordete, eine ehemalige Handball-Nationalspielerin, zunächst mit einem Protestzug von weit über 1.000 Menschen beigesetzt, die teilweise "Nieder mit Deutschland" riefen und "Vergeltung" forderten (Sächsische Zeitung, 6.7.2009). "Es gibt keinen Gott außer Gott, und die Deutschen sind die Feinde Gottes", sangen die Menschen (Spiegel online, 7.7.2009). Es ist nicht klar, wie vielen Trauernden in diesen Momenten bewusst war, dass der deutsche Staat den heimtückischen Mord ebenfalls verurteilt. Auf der anderen Seite wird der Mord auch von fanatischen Islamisten ausgenützt, die selbst vor bestialischen angeblichen "Ehrenmorden" an Familienmitgliedern nicht zurückschrecken würden.
Doch so wie die beiden in Jemen ermordeten russlanddeutschen Missionsschülerinnen verschiedentlich als "Märtyrerinnen" gelten
(siehe oben), so gilt auch die Muslimin Marwa El-Sherbini bereits in allen Schichten des Islam als "Märtyrerin", "denn sie wurde wegen ihrer Religion getötet" (Welt, 6.7.2009).
Die Empörung führte zu Kettenreaktionen und zur Aufruhr-Stimmung gegen Deutschland, vor allem wegen der anfänglich und teilweise auch späteren mangelnden Anteilnahme der deutschen Politiker und deren Versuch, die Tragweite des Mordes zu ignorieren, indem man von einem Verbrechen eines "Einzeltäters" sprach. So haben die deutschen Politiker nicht annähernd erfasst, was es bedeutet, dass der Mord im geschützten staatlichen Rahmen, in einem Justizsaal passierte. Damit ist die Verantwortung Deutschlands gegeben und auch eine Schutzpflicht. Und wenn man den Mord schon nicht habe verhindern können, weil man die Aggressivität des Täters völlig falsch einschätzte, dann hätten die Politiker anschließend die Tragweite wenigstens nicht klein reden dürfen. Und dass der Schuss des Polizisten auch noch den Ehemann traf statt den Täter, auch darauf hätten die Politiker nicht so Achsel zuckend reagieren dürfen. Es war ein Symbol dafür, dass hier offenbar einiges grundsätzlich verkehrt läuft, und dies wurde in der arabischen Welt auch so gesehen. So folgten immer wieder Demonstrationen und anti-deutsche Unruhen in Ägypten und anderen arabischen Ländern oder auch im Iran. Und in Pakistan brannten sogar schwarz-rot-goldene Fahnen.
Aktualisierung [November 2009] - Die Frage ist, was gar passiert wäre, wenn der Mörder mildernde "Umstände" bekommen hätte wegen von Psychologen diagnostizierter "frühkindlicher Defizite" oder weil er vielleicht kurz zuvor Alkohol getrunken hatte. Tatsächlich versuchten seine Anwälte später, eine anscheinend einst in Russland diagnostizierte schizophrene Störung strafmindernd geltend zu machen. Doch die Richter verurteilten den uneinsichtigen Täter dennoch zu lebenslanger Haft.

Staat sollte sich von Missionaren distanzieren
und Kirchen auffordern, ihre Höllenlehre zu ändern

Das muslimische Ehepaar wollte während der Zeit ihres Stipendiums in Deutschland nur in Frieden ihrer Arbeit nachgehen und hatte keine islamisch-missionarischen Motive gegenüber Deutschen.
Über die Konfession des Mörders bewahren die Medien Stillschweigen, doch ist ein fanatischer kirchlich geprägter Glaube nahe liegend. So schrieb er dem Gericht, der Islam sei "eine gefährliche Religion" und das muslimische Kopftuch eine "Unterwerfung ... vor Satan"
(Bild, 27.10.2009). Wer so redet, ist seinerseits religiös, geprägt, und er zündelt vor einem Pulverfass. Auch deshalb sollten kirchliche deutsche Missionare in islamischen Ländern, die den Islam ebenfalls teilweise mit Satan in Verbindung bringen, in keiner Weise von der deutschen Regierung unterstützt werden und die deutsche Regierungen sollte sich von solche Gruppen auch im eigenen Land distanzieren.
 
Und wer kann schon garantieren, ob nicht auch die Presseberichterstattung über die Morde an den beiden russlanddeutschen Frauen in Jemen und die Entführung des Ehepaares Henschel und seiner Kinder beim Mörder Alex W. ein zusätzlicher großer Tropfen Öl ins Feuer waren, der seine Aggressionen gegenüber dem Islam noch einmal steigerte. Das in Jemen noch immer nicht zweifelsfrei gefundene entführte Missionarsehepaar Johannes und Sabine Henschel und seine drei Kinder stammen ja ebenfalls aus Sachsen, aus Lauske bei Bautzen, und sie erfahren gerade in Sachsen, wo auch der Täter lebte, sehr große öffentliche Anteilnahme.

Auch sollte die Bundesregierung die beiden Institutionen Kirche im Sinne der Völkerverständigung zu einer Änderung ihrer Lehre auffordern, so dass in Zukunft auch Muslime, welche die Kirche gut kennen, später wegen ihres Glaubens nicht mehr angeblich in eine ewige Hölle müssen (siehe dazu z. B. hier). Denn wenn sich die deutsche Bevölkerung zurecht darüber empört, dass der Mörder Alex W. dem Opfer und seiner Familie das Lebensrecht in Deutschland absprach, dann sollte es genauso empörend sein, dass die beiden moralischen Großinstitutionen Kirche den "Himmel" später nur für ihresgleichen beanspruchen, während die anderen angeblich ewig grausam leiden müssen. Denn hier liegen wesentliche geistesgeschichtliche Wurzeln für jede Art von Ausgrenzung. Außerdem würde auch der "Missionsdruck" bei überzeugten Kirchenanhängern wegfallen, wenn auch überzeugte Moslems nach kirchlicher Lehre in den "Himmel" kommen können, so wie es umgekehrt auch möglich ist: Nach islamischer Lehre könne nämlich auch ein Christ aufgrund seiner guten Taten später ins Paradies eintreten (PS: Bei den Übeltätern werden Moslems gemäß islamischer Lehre jedoch bevorzugt - ein Glaube, der in einem weltanschaulich neutralen Staat ebenfalls nicht gefördert werden darf, auch wenn die Kirchenlehren um einiges schlimmer sind: Denn demnach kommen Verbrecher mit "korrekt" kirchlichem Glauben sogar allein aus Glauben in den Himmel, während moralisch tadellose Andersgläubige mit vorbildlichem Charakter in die Hölle müssen; siehe dazu Der Theologe Nr. 19).
Geht die Kirche jedoch nicht auf diese Aufforderung ein, sollte die Regierung - als Zeichen des guten Willens gegenüber allen gesetzestreuen Religionen und als Zeichen der Völkerverständigung - der Kirche sofort alle Privilegien und Subventionen streichen.
 



19.6. / 23.6.2009 - "Krieg" der Jäger gegen eine Tierfreundin: In 2 1/2 Jahren sechs Katzen erschossen / Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): Auf Tiere sind "die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden" -
Aufgrund des deutschen Jagdgesetzes, welches das von Reichsjägermeister Hermann Göring erlassene Reichsjagdgesetz von 1934 weitgehend übernommen hat, musste es eine Bürgerin hinnehmen, dass in den vergangenen 2 1/2 Jahren bereits sechs ihrer Hauskatzen von den Jägern erschossen wurde - und zwar völlig legal. Die Katzen hatten sich jeweils über den von Hermann Göring festgelegten Abstand vom letzten Wohnhaus hinaus gewagt. Jetzt wurde die Bürgerin sogar zwischenzeitlich zu einer Geldstrafe verurteilt - wegen angeblicher "Störung" der Jagd, da sie manchmal im Wald klatschte und pfiff - nach eigenen Angaben, um ihre lebende Katze bzw. lebenden Katzen jeweils vor einer Erschießung zu schützen.
Mehr zum Filz von Politik, Jägern und Justiz und den alten Seilschaften siehe
(http://www.mediendenk.com/index.php?AID=0000018425). In letzter Instanz wurde sie schließlich frei gesprochen, musste jedoch ihren Anwalt selbst bezahlen.
Siehe auch den Artikel
Vom Widersinn der Jagd in: http://www.evana.org/index.php?id=26625&lang=de.
Im kirchenchristlichen Abendland
wird den Tieren die unsterbliche Seele abgesprochen. Und bis 1990 galten Tiere für die deutsche Justiz als Sachen. Dies wurde zwar in diesem Jahr formal geändert, jedoch kaum praktisch. Und so heißt es nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, § 90a, hinsichtlich der Tiere weiterhin: "
Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist
." Dass uns durch die Augen eines Tiere auch eine Seele anspricht, wird von den Kirchen verleugnet. Siehe dazu der 4. Teil des in Der Theologe Nr. 7 - Absturz in die Barbarei durch das kirchliche Christentum.

Vgl. auch unsere Meldungen vom 19.3. und 20.1.
 



17.6.2009 - Die "heilig" gesprochenen Päpste - Neu in
Der Theologe Nr. 16.
 



11.6. / 18.6.2009 - Irland: Bis 15.000 Menschen gehen wegen Verbrechen in der Kirche auf die Straße / Deutschland: Kirche versuchte, Umfang der Verbrechen herunter zu spielen -
Es war möglicherweise die größte Demonstration für die Opfer der Kirche und gegen die Bagatellisierung der Verbrechen. Aus Solidarität mit Tausenden von geschlagenen, missbrauchten und vergewaltigten Kindern durch katholische Priester und Erzieher nahmen bis zu 15.000 Menschen an einem Schweigemarsch durch die Straßen der irischen Hauptstadt Dublin teil.
Mehr dazu siehe
http://www.irishtimes.com/newspaper/breaking/2009/0610/breaking2.htm
Siehe dazu auch unsere
Meldung über den tausendfachen Missbrauch von Kindern in katholischen Heimen in Irland.
PS: Bis heute gibt es
noch kein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche. Doch das Bewusstsein der Menschen wird dafür zunehmend wach. Und immer mehr befolgen auch den Rat des Sehers Johannes, der lautet: "Tretet aus von ihr mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 3-4; für viele ist die "Hure Babylon", über die der Prophet spricht, die endzeitliche Kirche).
Lesen Sie dazu die Reportage:
Wir waren Sklaven unter http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,628939,00.html


In Deutschland versuchte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, den Umfang der Verbrechen herunter zu spielen. Lesen Sie dazu Runder Tisch Heimerziehung: Katholische Kirche gesteht Fehler - Zahl missbrauchter Kinder wohl wesentlich höher:
http://www.welt.de/die-welt/article3939766/Runder-Tisch-Heimerziehung-Katholische-Kirche-gesteht-Fehler.html
Der Verband Ehemaliger Heimkinder (VEH) forderte inzwischen einen Entschädigungsfonds in Höhe von 25 Milliarden Euro, "in den vor allem die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände einzahlen müssten".

Wenn die Kirche ihren unermesslichen Reichtum (siehe auch hier) dafür einsetzt, ihre Millionen Opfer (vgl. dazu www.kirchenopfer.de) bzw. deren Nachkommen weltweit wenigstens symbolisch mit Wiedergutmachungszahlungen zu entschädigen, dann wäre das zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.
Vgl. dazu auch die Broschüre
Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld.

 



11.6.2009 -
Rennfahrer Niki Lauda - Unwürdige "letzte Ölung" machte ihn wütend, und diese Wut stärkte seinen Lebensmut - Nach seinem schweren Rennunfall auf dem Nürburgring am 1. August 1976 erhielt der Formel-1-Pilot Niki Lauda auf der Intensivstation der Klinik bereits die "letzte Ölung" der katholischen Kirche. Doch das Verhalten des Priesters, der nur wortlos mit etwas Öl am Finger seine Schulter berührt hat und dann wieder verschwunden ist, hat ihn "närrisch" gemacht. Er hatte gehofft, dass der Priester mit ihm redet, ihn vielleicht tröstet. Lauda wörtlich: "Ich spürte eine riesige Wut und dachte: Jetzt erst recht, ich lasse mich nicht hängen, ich gebe mich nicht auf!"  (Die Zeit, 10.6.2009)
Aus seiner Lebenserfahrung findet er auch anderweitig deutliche Worte gegenüber den Praktiken der Kirche. Niki Lauda wörtlich: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sonntags in die Kirche geht, seine Sünden beichtet und dann alles wieder gut ist. So einfach funktioniert das nicht. Wenn ich beichte, befreit mich das nicht von den Blödheiten, die ich gemacht habe. Jeder muss seine Schwierigkeiten selber lösen."
Vgl. dazu auch:
Der Theologe Nr. 32 - Die Sakramente und Rituale der Kirche, darin v.a. die Kapitel über Beichte und "Letzte Ölung".
Der Theologe Nr. 2 - Was der Mensch sät, das wird er ernten - Reinkarnation
 



11.6. / 27.6.2009 - Kommen die Scheiterhaufen wieder? Vatikanische Aussagen zur Religionsfreiheit haben nicht "höchsten lehramtlichen Stellenwert" / Setzen sich Gegner der Religionsfreiheit in der katholischen Kirche durch? / Vor 1.200 Anhängern drei neue Pius-Priester in Zaitzkofen geweiht / Priester als Gegenspieler des Jesus von Nazareth -

Die Piusbrüder entlarven die römisch-katholische Mutterkirche
. Anlässlich neuer Priesterweihen der Bruderschaft, die von Papst Benedikt XVI. teilweise rehabilitiert wurde, erneuerte die katholische Gruppierung ihre Positionen. Hierüber schreibt das Main-Echo: "Die Piusbruderschaft hält unterdessen an ihrer Grundsatzkritik an den Lehraussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils fest. Texte wie jene zur Religionsfreiheit besäßen nicht höchsten lehramtlichen Stellenwert und dürften daher kritisch in Frage gestellt werden, sagte der Dialogbeauftragte des deutschen Distrikts der Bruderschaft, Pater Matthias Gaudron, in Freiburg" (11.6.2009). Deutlicher formuliert es der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers, der schreibt: Der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73). Und so könnte man fragen: Rüsten sich Kräfte in der Kirche schon für eine neue Führungsrolle in der Zeit nach einem möglichen Ende des Mittelstands?
(siehe nächste Meldung)

Derweil scheint der Vatikan den Vormarsch der totalitären Bruderschaft, die z. B. die katholischen Lehraussagen über "Religionsfreiheit" ablehnt, still bewusst zu dulden. Und vielleicht ist es sogar im Sinne des Vatikan, wenn man für die Bevölkerung "unangenehme" Aussagen nicht selber formulieren muss, sondern eine Bruderschaft vorschieben kann - da kann man dann auch mal schnell wieder etwas abrücken, wenn der Protest aus dem Volk zu laut würde. Die Pius-Bruderschaft hat die Wegweiser für die römisch-katholische Kirche zumindest bereits zurück ins Mittelalter gestellt.

Am 27.6.2009 fand nun eine Open-Air-Priesterweihe von drei neuen Priestern der Bruderschaft St.Pius X. in Zaitzkofen bei Regensburg statt. Der oberste Chef der Bruderschaft, Bernard Fellay, erklärte dazu: Wir weihen die Priester "für die katholische Kirche" (www.abendzeitung.de, 27.6.2009). Bei
seinem Besuch im Vatikan [am 5.6.2009] hätte er "keinerlei Signale bekommen, dass die Weihen gegen Kirchenrecht verstoßen würden" (Der Spiegel, zitiert nach Münchner Merkur, 15.6.2009). Zwar verlautete aus dem Vatikan müde, die Weihe sei "nicht zulässig". Doch "Benedikt XVI. habe in Gesprächen mit ihnen Verständnis für sie ausgedrückt", so Pius-Chef Bernard Fellay (www.abendzeitung.de, 27.6.2009). So wächst die extremistische Unter- bzw. Parallelorganisation der Rom-Kirche ständig weiter. Am 20.6.2009 wurden in Winona/Minnesota bereits 13 weitere Männer zu römisch-katholischen Priestern im Sinne der Bruderschaft St.Pius X. geweiht (Spiegel online, 23.6.2009) und bereits am 28.6.2009 in Econe in  der Schweiz vor über 2.500 fanatisch Gläubigen erneut acht Priester. Focus online schreibt dazu: Vatikan machtlos (Focus online, 29.6.2009). "Die Kirche blutet aus", so die Warnung der Ultrakonservativen an Rom  (www.abendzeitung.de, 27.6.2009). Und tatsächlich gibt es immer weniger Priester, und unter den immer weniger werdenden "geweihten" Männern haben sich schon Tausende pädophiler Verbrechen schuldig gemacht.

PS: Jesus von Nazareth weihte keine Priester, und er hatte auch keine Mesner und Messdiener an seiner Seite. Und er hat keinem seiner Nachfolger gesagt, dass er Priester werden soll oder Priester weihen soll. Somit haben Priesterweihen nichts mit Jesus, dem Christus, zu tun, egal von wem und mit welchen Motiven sie vollzogen werden. Die Priester seiner Zeit waren viel mehr die erbittertsten Gegner des Jesus von Nazareth. Sie vollziehen Kulte und Rituale und projizieren ihr eigenes geheimniskrämerisches Leben auf Gott, dem sie angebliche "Geheimnisse" unterstellen. Im wissenschaftlichen Lehrbuch Kompendium der Kirchengeschichte des bekannten Kirchenhistorikers Karl Heussi heißt es dazu: Ab dem Jahr 200 "bildet sich die unüberbrückbare Kluft zwischen Klerus und Laien und der hierarchische Zug des neuen christlichen Priesterstandes" (Karl Heussi, Kompendium der Kirchengeschichte, Tübingen 1991, S. 58). "Grundlegend war die Ausgestaltung des bischöflichen Amtes. Sie stand im engsten Zusammenhang mit der Entwicklung des Dogmas, der Kirchenzucht und des Kultus; besonders das Aufkommen des Opferbegriffs, der den Priesterbegriff nach sich zog, wandelte die Stellung des Bischofs ... Aus dem Dienst derer ´die sich solche Mühe geben, euch im Namen des Herrn zu leiten` wurde die volle, uneingeschränkte Herrschaft über die Gläubigen" (S. 79). Das ist römisch-katholisch. Doch mit Jesus von Nazareth hat das alles nichts zu tun.

Vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 13 - Wie die Priester die Herrschaft über das Volk erlangten
 



11.6. / 17.6.2009 -
Die schleichende Vernichtung des Mittelstands - Geht die Entwicklung in Richtung auf eine neue Sklavenhaltergesellschaft? / Wie Superreiche Karstadt/Arcandor in die Pleite trieben - In Deutschland merkt es eigentlich schon jeder: Die Großbanken und Großkonzerne mit Milliardären und Millionären an der Spitze werden mit Milliarden und Billionen von Euro Staatsgeldern subventioniert oder in Form von Bürgschaften abgestützt. Damit die vielen Arbeitsplätze erhalten bleiben, so das ehrenwerte Anliegen. Doch Eigentümer, Manager und private Geldgeber schöpfen weltweit weiter die Millionen ab, welche ihre Firmen gar nicht erwirtschaften, sondern welche nur durch Finanzpoker, knallharte Profitkalkulation und neuerdings Staatshilfen zur Verfügung stehen. Was also, wenn Staatshilfen nicht oder nur teilweise für den Erhalt von Arbeitsplätzen für die Bevölkerung verwendet werden, wie dies meistens der Fall ist?
Mittelständische Betriebe gehen demgegenüber meist von vorne herein leer aus und gehen zu Tausenden in die Insolvenz. Ein kleines Beispiel aus Mainfranken: Das Main-Echo zitiert den Inhaber eines mittelständischen Familienunternehmens: "... Was Schröder sein Holzmann gewesen sei [vor einigen Jahren mit Staatsgeldern vor der Insolvenz "geretteter" Baukonzern], sei der heutigen Regierung Opel ... Fahren die hoch bezahlten Manager ihre Großunternehmen an die Wand, bekommen sie Milliardenhilfen. Geht ein kleiner Betrieb an der Wirtschaftskrise zugrunde, soll er die Verantwortung selber tragen" (11.6.2009; vgl. dazu den Artikel "Opel ist nicht gerettet, aber das Geld ist weg" (focus.de, 3.6.2009).

Besonders infam ist, wenn Superreiche durch maßlose Forderungen oder Geld-Entnahmen einen Betrieb oder Konzern in den Tod treiben. Hinsichtlich Karstadt bzw. Arcandor schreibt z. B. jetzt Spiegel online:

"
Sie [die namentlich genannten Superreichen] alle gewannen auf Kosten des KarstadtQuelle-Konzerns, der heute Arcandor heißt und insolvent ist. In München betrug die Garantiemiete 23,2 Prozent vom Umsatz, in Leipzig 19,6 Prozent, in Potsdam 16,4 Prozent und in Karlsruhe 14,5. [Doch] Schon bei einem Verhältnis Umsatz zu Miete von zehn Prozent, so Einzelhandelsexperten, beginne die so genannte Todeszone, in der ein Warenhaus die Miete gemeinhin nicht mehr erwirtschaften könne" (14.6.2009). Die Infamie wird gesteigert, wenn man dann nach Staatshilfen ruft, um die "Arbeitsplätze" zu retten, während man selbst gewaltig absahnt. Auch so funktioniert die Umverteilung nach oben. Das ist das Prinzip des Gottes Mammon.

Andere "Große" haben jedoch mehr Glück und bekommen Staatsgelder. Und wo das gelingt, würden in absehbarer Zeit immer mehr mittelständische und kleinere Betriebe zugrunde gehen, während diese Konzerne mit ihren hierarchischen Strukturen und Milliardären und Millionären vielfach von den Staaten erhalten werden. Doch womit?
 
Das evangelische Magazin idea-spektrum zitiert hierzu den Leiter der "Stiftung für kulturelle Erneuerung - Denkwerk Zukunft", Meinhard Miegel: "Allein die großen Länder haben für Kredite, Bürgschaften, Rettungsschirme etwa sieben Billionen Dollar Steuergelder in Aussicht gestellt. Diese Mittel sind doch gar nicht vorhanden. In der ersten Krise dieses Jahrzehnts wackelten Unternehmen. In dieser Krise wackeln Unternehmen und Banken. Und in der nächsten, die jetzt vorbereitet wird, werden Unternehmen, Banken und Staaten wackeln ..." (idea-spektrum Nr. 24/2009).
Und derweil "wackelt" vor allem der
Planet Erde. Er schüttelt sich mehr und mehr wie im Fieber. Weil er gnadenlos und brutal ausgeplündert wird ohne Rücksicht auf kommende Generationen und einzig für den Milliarden-Profit der mächtigsten und reichsten Menschen. Aus Sicht des Planeten ist der Krankheitsherd deshalb der Erdbewohner "Mensch", über den nun mehr und mehr auch herein bricht, was der Planet tut, um seine Krankheit abzuschütteln zu können. Nach einem UN-Bericht zur UN-Klimakonferenz im Juni 2009 in Bonn werden es bis zum Jahr 2050 allein 200 Millionen Klimaflüchtlinge geben - wenn sich das Tempo des weltweiten Umsturzes nicht noch erhöht. In einem dpa-Bericht dazu heißt es: "Viele Milliarden Euro jährlich sind für Maßnahmen zur Anpassung an die Klimaveränderungen und Katastrophenvorsorge nötig. Die reichen Industrieländer halten aber noch die Hände auf ihre Geldbeutel" (zit. nach Main-Echo, 11.6.2009). Richtig ist: Das Geld wird überwiegend nicht in den Erhalt des Planeten investiert, sondern in den Erhalt des desaströsen Finanz- und Wirtschaftssystems, das von den Mächtigen überwiegend nach dem Motto gesteuert wird: "Nach uns die Sintflut."
 
Und was sich im Vorfeld noch anbahnt, zeigt sich jetzt schon in vielen Ländern der Dritten Welt. Abseits vom Einfluss der Regierungen und ihren Gesetzgebungen unterhalten immer mehr Konzerne z. B. autonome Wirtschaftszonen, die nach eigenen Gesetzen regiert werden. Die sklavenähnlichen Zustände auf Fleischfarmen in Brasilien, über die vor wenigen Tagen berichtet wurden (siehe hier), sind nur ein kleines Beispiel für eine weltweite Entwicklung.* Die Schere geht immer weiter und immer schneller auseinander - auf der einen Seite die Mächtigen, deren Milliardenquellen so weit wie möglich von den Staaten abgesichert werden, auf der anderen Seite die Völker, deren Mittelstand weg bricht. Übrig bleiben schon heute in zahllosen Ländern Arbeiter, die weitgehend rechtlos unter schwersten Bedingungen für ein Taschengeld schuften müssen, um wenigstens zu überleben. Tendenzen in diese Richtung gibt es auch in allen Staaten - wenn z. B. in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten die reichen Amerikaner, Europäer und Asiaten Luxus ohne Ende konsumieren und die einfachen Arbeiter am Rande in Wellblechhütten hausen müssen. Oder wenn in einem deutschen Hotel die Suite 349 Euro die Nacht kostet, während das Zimmermädchen 3,56 € die Stunde verdient (spiegel.de, 15.6.2009). Doch das ist  ja erst der Anfang der Entwicklung.

Würde man demgegenüber die Bergpredigt des Jesus von Nazareth mit ihrer Goldenen Regel der Ethik zugrunde legen ("Alles was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst!" Bzw. "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu"), so könnte man Schritte auf eine wahre Gleichheit, Geschwisterlichkeit, Gerechtigkeit und Freiheit hin zugehen. Doch die beiden westlichen Großkirchen (katholisch und evangelisch), die die Lehre von Jesus vereinnahmen, verhalten sich analog den Großkonzernen. Sie streichen Jahr für Jahr staatlichen Milliardensubventionen ein, während man kleinere Gemeinschaften abwertet und diskriminiert und behauptet, die Mitgliedschaft in der eigenen Institution und der Glauben an ihre eigene Lehre wäre sogar heilsnotwendig.

*
Anmerkung: Vgl. hierzu folgenden Ausschnitt aus einer Erörterung im Rahmen der Universität Wien über die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung: "Heute gebe es mehr Sklaven als zur Zeit des transatlantischen Sklavenhandels in Afrika gefangen genommen und verschifft wurden [man geht von über 200 Millionen aus]; die Zahl der heute versklavten Menschen übersteige die Einwohnerzahl Kanadas und sei sechsmal größer als die Israels. Die meisten der heutigen Sklaven würden in der Landwirtschaft arbeiten. Ein großer Teil arbeite aber auch in anderen Bereichen: Ziegelherstellung, Bergbau, Steinbruch, Prostitution, Verarbeitung von Edelsteinen und Schmuckherstellung, Stoff- und Teppichweberei, Haushalt, Rodung von Wäldern, das Brennen von Holzkohle und verschiedenste Arbeit in Werkstätten (Sweatshops). Von Sklaven angefertigte Waren und produzierte Lebensmittel würden in alle Teile der Welt exportiert, auch nach Europa und in die USA. Außerdem würden große internationale Unternehmen über Tochtergesellschaften in den Entwicklungsländern Sklavenarbeit nutzen, um ihre Rendite zu verbessern und die Dividenden ihrer Anteilseigner zu erhöhen. In unserer globalen Wirtschaft verweise eine der Standarderklärungen, warum multinationale Gesellschaften Fabriken in der ´ersten Welt` schließen und sie in die ´dritte Welt` verlegen, auf die geringeren Lohnkosten. Auch Sklaverei trage beträchtlich zu solchen Einsparungen bei" (http://homepage.univie.ac.at/Karl.Anton.Froeschl/current/Mattl_SE01/magagnawalter.htm).

 



11.6.2009 - Evangelische Kirche in Oldenburg: Komplette Mitarbeitervertretung zurückgetreten -
Zu einem in der jüngeren Kirchengeschichte bisher beispiellosen Eklat kam es in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg: Nach lange schwelendem Streit trat die komplette neunköpfige Mitarbeitervertretung, die für 400 dort angestellte Nicht-Theologen der Kirche zuständig ist, zurück. Die Nordwestzeitung schreibt: "Öffentlich wollte das Gremium nichts sagen, nachdem Bischof Jan Janssen bereits vor Monaten allen Beschäftigten arbeitsrechtliche Konsequenzen angedroht hatte, wenn sie sich zu Problemen am Arbeitsplatz öffentlich äußern" (10.6.2009). Die Beschäftigten fühlen sich von der Kirchenleitung übergangen bzw. hinsichtlich der Zukunft ihrer Arbeitsplätze nicht ausreichend informiert - ein Problem der Kirchenhierarchie, die in der katholischen Kirche sogar noch extremer ist. Zum Vergleich: Jesus von Nazareth wollte keine Hierarchie und schon gar keine von Theologen und Juristen geführten Institutionen Kirchen, wie das in den Großkirchen in der Fall ist, sondern er lehrte die Gleichheit aller seiner Nachfolger.
 



9.6.2009 -
Nur 1,4 Milliarden Euro oder zig Billionen? - Neue Überlegungen zum Reichtum des Vatikan und der römisch-katholischen Kirche - Eine neue Enzyklika ("Caritas in veritate" = "Liebe in Wahrheit") zu Wirtschaftsfragen und das Bekannt werden von einem Defizit von 9 Millionen Euro im Vatikanhaushalt lassen derzeit erneut Fragen nach dem Vermögen der römisch-katholischen Kirche aufkommen. Die Verluste seien unter anderem durch Fonds bei der US-Pleitebank Goldman Sachs bzw. durch Verluste im US-Immobiliengeschäft entstanden. Doch, so heute.at: "Um den Vatikan muss man sich - Finanzkrise hin oder her - keine Sorgen machen: Der Zwergstaat verfügt nach wie vor über ein Vermögen von 1,4 Milliarden Euro" (heute.at, 9.6.2009). Wobei hier offenbar nur das Geldvermögen gerechnet wird und auch hier wohl nur das unmittelbare Vermögen des Staates, nicht das der zahlreichen römisch-katholischen Diözesen, Orden, Organisationen usw.
Allein in
Deutschland verfügen beide Großkirchen zusammen nämlich über ein Gesamtvermögen von ca. 500 Milliarden Euro (http://www.stop-kirchensubventionen.de/steinreich.html). Doch auch hinsichtlich der Kirche in Rom dürften die 1,4 Milliarden nur eine winzige Spitze eines unermesslichen Vermögensberges sein. So wurde bereits vor über 50 Jahren der vatikanische Goldschatz nach dem der USA als zweitgrößter der Welt bezeichnet (Zeitung Oggi Nr. 42/1952). Und der Journalist Paolo Ojetti recherchierte in den 70-er Jahren, dass Rom zu ca. einem Viertel in den Hände des Vatikan sei. "Seitenweise listete er Tausende von Palästen auf, die z. T. den 325 katholischen Nonnen- und 87 Mönchsorden gehören" (Zeitung L´Europeo, 7.1.1977, zit. nach http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html#L%C3%A4ndereien). Ca. 20 Jahre später legte der Journalist Max Parisi nach. Jetzt seien bereits 1/3 aller Häuser Roms im Besitz des Vatikan (Zeitung La Padania, 21.6.1998). Parisi schätze diesen Immobilienwert damals auf 160.000 Milliarden Euro, also auf 160 Billionen.
Wenn sich also in unserer Gesellschaft die
Schere zwischen Superreich und Bettelarm immer weiter auftut, und im Boot der Reichen immer weniger sitzen und im Boot der Armen immer mehr, und wenn der Mittelstand allmählich stirbt, dann ist die Kirche gegenüber diesem Abwärtssog wohl hundertfach und mehr abgesichert. Doch ein Sprichwort kennt keine Ausnahme: Das Totenhemd hat keine Taschen.

PS: In Deutschland werden die beiden Großkirchen zu einem großen Teil vom Staat, das heißt, von allen Steuerzahlern finanziert. Ca. 15 Milliarden Euro jährlich müssen die Steuerzahler für innerkirchliche Zwecke wie Bischofsgehälter, Priesterausbildung u. ä. aufbringen. Für die sozialen Dienste der Kirche (Altenheime, Kindergärten, Krankenhäuser) zahlt der Staat noch einmal extra, nämlich noch mal ca. 10 Milliarden Euro jährlich.
Siehe dazu zwei Filmbeiträge des Magazins
Panorama von 2009 und 2002. In der Zwischenzeit hat sich leider nichts geändert. Die maßgeblichen Politiker der mit den Kirchen verfilzten Parteien trauen sich nicht, Übereinkünfte aus dem 19. Jahrhundert oder noch älteren Datums in Frage zu stellen und leiten Staatsgelder deshalb an die Kirchen weiter. Nur einzelne Lokalpolitiker, denen die Last zu groß wird, protestieren hier und da, werde aber in ihren Parteien im Stich gelassen.
2009:
http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama260.html
2002:
http://daserste.ndr.de/panorama/media/kirchen100.html
 



7.6. / 15.6.2009 - Weitere Besiedlung von Palästinensergebieten: Israel schert sich nicht um Barack Obama und den Rest der Welt -
Der Staat Israel setzt die völkerrechtswidrige Besiedlung von palästinensischem Land mit jüdischen Staatsbürgern unverdrossen fort. Damit geht die Vertreibung von Palästinensern auf eine schleichende Art weiter, und die Fläche für einen eventuell späteren souveränen Palästinenserstaat wird immer kleiner. Alle UNO-Beschlüsse zur Aufteilung von Palästina zwischen Juden und Arabern werden vom Staat Israel ja schon seit je her ignoriert. Und auch ein Appell von US-Präsident Barack Obama wird jetzt schlicht abgewiesen (focus.de, 31.5., 7.6.2009). Israel wurde von den USA zu einer Atommacht hochgerüstet, die auch sonst über die modernsten Waffen der Welt verfügt. Und die westlichen befreundeten Ländern geben dem Staat sei je her einen Blanko-Scheck für jede Art von Politik ohne dass es irgendwelche Sanktionen befürchten müsste. Im Gegensatz dazu werden islamisch geprägte Länder der Region mit massiven Sanktionen und Kriegen bedroht, wenn sie sich nicht an UNO-Beschlüsse oder andere Forderungen des Westens halten. Mit Jesus, dem Christus und dem christlichen Glauben hat eine solche Ungleichbehandlung nichts zu tun, und erst recht nicht eine Befürwortung von Gewalt und Kriegen. Doch vielleicht steckt den westlichen Politikern weiterhin die Angst vor dem Gott ihrer Bibel in den Gliedern, der vor über 3000 Jahren angeblich die gewaltsame Eroberung und Besiedlung Palästinas durch israelische Stämme gefordert haben soll und den Nachbarvölkern bei Widerstand angeblich den Tod angedroht haben soll.

Aktualisierung [15.6.] - Ein Staat ohne Armee - prima; nur leider tut man es nicht selbst, sondern verlangt es vom "bösen" Nachbarn - Eigentlich wäre ein Staat ohne Armee schon fast paradiesisch; wenn man selbst schrittweise mit einer Abrüstung beginnen würde, statt sie von seinem Nachbarn zu verlangen, während man selbst unbeirrt weiter hochrüstet. Und so erinnert das Angebot von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu für einen eigenen Palästinenserstaat eher an die früheren südafrikanischen Homelands, wo Menschen schwarzer Hautfarbe mit begrenzter Autonomie innerhalb eines von Weißen regierten Landes lebten. Mit Gleichheit und Gerechtigkeit hat das leider nicht viel zu tun. Folglich braucht sich auch niemand zu wundern, wenn das "Angebot" nicht angenommen wird, das beinhaltet: "Keine Armee, keine Kontrolle über die Außengrenzen, keine Lufthoheit, keine Bündnisfreiheit" und kein Teil Jerusalems als Hauptstadt (Spiegel online, 15.6.2009).
Jesus aus Palästina lehrte einst
die Goldene Regel für alle Völker und Kulturen, welche lautet: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch". Oder zugespitzt formuliert: "Das tut ihr ihnen zuerst." Und Politiker im Amt hat er davon nicht ausgeschlossen, wie in den so genannten christlichen Kirchen behauptet wird. Doch offenbar haben die Menschen und in ihre Politiker immer noch nicht genug davon, es anders zu versuchen und die Ratschläge des weisen Mannes aus Palästina weiter zu ignorieren.
 



6.6.2009 - Menschheit stürzt immer tiefer: Sklaverei auf riesigen Fleischfarmen in Brasilien / Theologe empfiehlt Kreuzzeichen über Schweinebraten -
Dass der mit Tierquälerei verbundene Fleischkonsum der Menschheit der Hauptgrund für die Zerstörung der Mutter Erde und ihres Gleichgewichts ist, haben wir bereits mehrfach angedeutet (siehe auch hier). Nun zeigt sich in Brasilien einmal mehr, dass das bestialische Verhalten gegenüber den Tieren in nächster Konsequenz auch den Menschen selbst unmittelbar trifft: "Allein im vergangenen Jahr befreiten engagierte Staatsanwälte und Polizisten rund 1.600 moderne Sklaven" (taz.de, 2.6.2009). Das Fleisch gibt es auch in Deutschland günstig im Handel. Dort entsteht also die Nachfrage.
Und die Beiträge des bürgerlichen kirchlichen Christentums zur Problematik sind erwartungsgemäß verheerend. Symptomatisch dafür sind die
Gedanken zum Tag, gesendet am 3.6.2009 auf dem Radiosender Bayern 2 in Verantwortung der römisch-katholischen Kirche. Der Diplom-Theologe Benedikt Anzeneder blickt bei seiner Andacht zurück auf die Festtags- und Sonntagsausflüge der Bürger zu Pfingsten und empfiehlt: "Wir Christen sind dazu aufgefordert, Farbe zu bekennen. Zu bekennen, dass der Geist Jesu auch heute noch unser Leben aufmischen möchte. Und dieses Bekenntnis lässt sich ganz einfach zeigen - in einer Wirtschaft vor einem frisch servierten Schweinebraten durch ein einfaches Kreuzzeichen."
Vgl. dazu auch:
Der Theologe Nr. 7 - Jesus und die ersten Christen waren Freunde der Tiere

 



1.6.2009 -
Behörde fragt Bewerber für Anstellung nach Mitgliedschaft in extremistischer Organisation - Muss man römisch-katholische Kirche angeben? -
Siehe dazu unter
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/29440
 



30.5.2009 - "Jagd löst keine ökologischen Probleme, sondern schafft sie erst" -
Allmählich wird das Jägerlatein entlarvt - auch in den deutschen Medien.
Siehe z. B.

http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/nid=1046894/did=4745794/r92hvw/index.html
Und hier der Film:
http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/did=4745794/pv=video/gp1=4911384/nid=1046894/ohxo92/index.html
Siehe dazu auch:
http://www.abschaffung-der-jagd.de, www.brennglas.com
 



2.6.2009 -
Abtreibung: Innerkirchliche Kämpfe um Leben und Tod - Auch der innerkirchliche Konflikt um Abtreibungen wird immer brutaler. In den USA wurde jetzt der bekannte Arzt und ehrenamtliche Kirchendiener George Tiller (67) von einem Mann namens Scott Roeder, vermutlich einem streng kirchlichen Abtreibungsgegner, während des Pfingstgottesdienstes in der evangelisch-lutherischen Kirche (Reformation Lutheran Church) in Wichita/Kansas erschossen (spiegel.de, 31.5.2009). Stern online schreibt: "Jahrelang hatten christliche ´Pro Life`-Aktivisten gegen den Mediziner gehetzt", der im Rahmen der Gesetze Abtreibungen durchführt. So überlebte Tiller bereits ein Attentat und einen Bombenanschlag auf seine Klinik. Die ethische Orientierungslosigkeit in der Kirche führt vielfach zur Radikalisierung der gegensätzlichen Flügel. Und so heißt es zum Mord an George Tiller bei Stern online weiter: "Der prominente Katholik Randall Terry, Gründer von ´Operation Rescue` und Anführer von Protesten und Mahnwachen gegen den Arzt, formulierte seinen Nachruf auf den ´Massenmörder` so: ´Wir trauern, weil ihm nicht die Zeit blieb, seine Seele ordentlich darauf vorzubereiten, vor das Angesicht Gottes zu treten` (stern.de, 2.6.2009).
Siehe auch unsere Meldung
: Mutter von vergewaltigtem 9-jährigen Kind von katholischer Kirche in spätere Hölle geschickt

PS: Grundsätzlich kommt eine Abtreibung zwar einem Mord gleich, da eine Seele, die sich seit der Zeugung auf die Inkarnation bei dieser Frau und bei diesen Umständen vorbereitet hatte, die Inkarnation verweigert wird. Doch ein Nachfolger des Christus richtet nicht seinen Nächsten, und er wägt immer ab.
 



27.5. / 30.5.2009 - Ausgelebte Homosexualität: In der Kirche geht es drunter und drüber / Zerstören die zahllosen homosexuellen Priester das "Werk Gottes"? / Zieht Zölibat Homosexuelle magnetisch an? / Bibel fordert Steinigung für praktizierende Homosexuelle und für "Sodomisten" -
In den Großkirchen geht es wegen der praktizierten Homosexualität drunter und drüber. Pater John Owen, der Pressesprecher des Bischofs von Cardiff in Wales, machte jetzt vor allem die starke Homosexuellen-Fraktion unter den Priestern für die pädophilen Verbrechen verantwortlich, da eben die Mehrzahl der Opfer Jungen und keine Mädchen sind (queer.de, 26.5.2009). In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wurden Zehntausende von Kindern Vergewaltigungs- und Missbrauchsopfer von römisch-katholischen Priestern (siehe dazu auch unsere voran gegangene Meldung über die Sexualverbrechen in kirchlichen Heimen in Irland). Rückendeckung bekommt der Sprecher der walisischen Kirche indirekt von Papst Benedikt XVI., der zur Jahreswende erklärte, dass homosexuelles Verhalten "eine Zerstörung des Werks Gottes" seien (derstandard.at, 23.12.2008). Demnach ist allerdings auch der Vatikan besonders von dieser "Zerstörung" betroffen, insofern dort anscheinend ein besonders hoher Prozentsatz von Homosexuellen lebt.
 
Die Theologin Uta Ranke-Heinemann sagte in diesem Zusammenhang: "Durch die [kirchliche] Begünstigung der homosexuell Veranlagten [da für sie das Zwangszölibat, also die Pflicht zur Ehelosigkeit für Priester, keine Einschränkung bedeutet] verwechselt mancher junge Mann - in aller Unschuld - seine homosexuelle Veranlagung mit göttlicher Berufung. In keinem Beruf ist der Anteil der Homosexuellen so hoch wie im katholischen Klerus - und da wiederum: je höher in der Hierarchie, desto größer der Prozentsatz. 60 % des Vatikans sind homosexuell ... Die Homosexuellen im Vatikan würden mit Abschaffung des Zölibats ihr ideales Biotop verlieren, darum halten sie mit Zähnen und Klauen an ihm fest. Wenn nämlich jetzt plötzlich die First Lady des Papstes den Kardinälen die Schau stehlen würde, dann käme dieses frauenlose, monosexuelle Terrarium durcheinander. Bisher ist es doch so: Alle Hirten sind Männer, alle Frauen sind Schafe. Dieses klare Oben und Unten wäre gefährdet" (http://www.das-weisse-pferd.com/02_06/sexualverbrechen_von_priestern.html).
Der Priesterberuf und eine Karriere im Vatikan wären von daher vor allem für homosexuell veranlagte Männer eine attraktive Berufsperspektive, was der Papst aber natürlich nicht zugeben würde.


Zwar ist es ein erheblicher Unterschied, ob ein homosexueller Priester seine Neigungen mit erwachsenen Partnern auslebt oder an Kindern und Jugendlichen abreagiert - das eine ist ein innerkirchliches Problem, das andere ein Verbrechen -, doch begünstigt die kirchliche Struktur, dass mancher Priester in der Gefahr steht, in die Pädophilie abgleiten zu können. Da nämlich die Homosexualität der Priester von der römisch-katholischen Kirchenhierarchie in Rom offiziell verworfen wird, können sich ihre Würdenträger vor allem in kleineren Städten nicht zwanglos z. B. in den Schwulen- und Lesbentreffs bzw. Homosexuellen-Saunen usw. vergnügen. Und in den ländlichen Strukturen, die von einem Großteil der Priester betreut werden, gibt es gar keine entsprechende "Szene". Der Priester wohnt in der Dorfmitte in seinem Pfarrhaus, und es ist von den Nachbarn leicht einsehbar, wer dort ein und aus geht. Doch kommt der Priester von Berufs wegen leicht und permanent mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt (Kommunion, Firmung, Ministranten, Religionsunterricht, Jugendarbeit usw.), ohne dass daran jemand Anstoß nehmen würde.

In der evangelisch-lutherischen Kirche wird anders als in der römisch-katholischen Kirche die Homosexualität als Alternative offen befürwortet. So erklärt z. B. die bayerische Oberkirchenrätin und Regionalbischöfin von München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, man dürfe Homosexualität nicht für "abnorm" erklären (idea-spektrum Nr. 22/2009)
In den evangelisch-lutherischen Kirchen selbst ist die Problematik dabei etwas anders gelagert. Dort müssen sich die Gläubigen in Schweden jetzt z. B. an eine Bischöfin gewöhnen, die einen dreijährigen Sohn hat. Außergewöhnlich ist, dass sie, Eva Brunne, die Bischöfin von Stockholm, das Kind weder selbst geboren noch z. B. mit einem Mann zusammen adoptiert hat. Es verhält sich stattdessen so,
dass der Sohn von der lesbischen Lebensgefährtin der Bischöfin, der evangelisch-lutherischen Pfarrerin Gunilla Lindén, geboren wurde. Da diese jedoch nicht mit dem biologischen Vater des Kindes zusammen lebt, sondern in einer registrierten Partnerschaft mit der 55-jährigen Bischöfin, hat diese, die Führerin der schwedischen Lutheraner, die offizielle "Vater"-Rolle für das Kind übernommen (fr-online.de, 25.5.2009). Welche Rolle der biologische Vater für das Kind noch spielt, ist nicht bekannt.
Die Lebenspartnerin der Bischöfin organisierte zuletzt im Jahr 2008 z. B. den "Stockholm Euro Pride", ein lesbisches Festival, bei dem die Kinder "in den Fokus gerückt" wurden
(l-talk.de, 21.9.2009), was immer das bedeutet. Einzelne innerkirchliche kirchliche Gegner der kirchlichen Schwulen- und Lesbenaktivitäten haben dabei Übergriffe gegen Festivalteilnehmer durchgeführt (queer.de, 31.7.2009).

Bei solchen Attacken tun sich vor allem jene Kirchenmitglieder hervor, welche die Lehre ihrer Kirche auch praktisch umsetzen möchten. Das sind Menschen, welche die Bibel ernst nehmen und sich nicht nur mit hohlen Worten zu diesem Buch bekennen, während man heimlich ganz anders lebt, wie das sonst vielfach in der Kirche geschieht. So gilt in beiden Großkirchen das Wort im Alten Testament in 3. Mose 20, 13 als verbindliches Wort ihres Gottes: "Wenn jemand bei einem Mann liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben". Und auch im Neuen Testament werde "Gottes Zorn ... vom Himmel her offenbart" über diejenigen, über die es heißt: "Ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben ..." (Römer 1, 18.26-27), womit ganz offenbar der homosexuelle Oral- und Analverkehr gemeint ist.

Die Kirche ist ihren Gläubigen damit eine Entscheidung schuldig. Entweder bekennt sie sich zu den Praktiken der homosexuellen Bischöfe, Priester und Pfarrer. Oder zu ihrer Bibel. Beides zusammen geht nicht.

Anmerkung: In der Bibel der Kirchen wird in diesem Zusammenhang nur zwei Verse neben dem Thema "Homosexualität" auch das Thema "Sodomie" besprochen, das heißt Sex mit Tieren. In Deutschland wurde dazu bekannt, dass z. B. ein evangelischer Pfarrer vor einigen Jahren Zeit seinen Hund, sowie Pferde, Esel, Kühe und Hühner in Sexualpraktiken im Rahmen der Jugendarbeit mit einbezog. Auch hier fordert die Bibel die Todesstrafe, auch für das vergewaltigte Tier: "Wenn jemand bei einem Tier liegt, der soll des Todes sterben und auch das Tier soll man töten. Wenn eine Frau sich irgendeinem Tier naht, um mit ihm Umgang zu haben, so sollst du sie töten und das Tier auch" (3. Mose 20, 15-16). Ein katholischer Priester in den USA ist vor einiger Zeit während des Analverkehrs mit einem Pferd ohne Fremdeinwirkung ums Leben gekommen. Zur Sodomie sind unseres Wissens nach keine kirchlichen Stellungnahmen oder offizielle Aussagen einzelner Amtsträger der Kirche bekannt. Zum Beispiel darüber, ob man Tiere hier in gewisser Abstufung zu Kindern auch als leidensfähige Opfer krimineller Sex-Täter betrachtet. Oder ob man die Sex-Handlungen an Tieren außerhalb des kriminellen Bereichs ansiedelt.
 



20.5. / 22.5.2009 -
Irland: Noch viel schlimmer als gedacht: Zig-tausendfache Qualen und Kindsmissbrauch in römisch-katholischen Heimen - und alles vom Staat bezahlt - "Sie wurden geschlagen, gedemütigt, vergewaltigt: In Irland ist nun erstmals offiziell bestätigt worden, dass in katholischen Institutionen bis in die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts (!) Tausende Minderjährige missbraucht wurden. Dem Untersuchungsbericht zufolge wurden die Opfer ´wie Sklaven?` behandelt" (Spiegel online, 20.5.2009). Vor allem in den Jungeneinrichtungen sei z. B. die Vergewaltigung der Kinder durch pädophile Priester, Mönche und Erzieher "an der Tagesordnung" gewesen. Die Schulleitungen hätten die pädophilen Straftäter jeweils vor Strafverfolgung geschützt und auch die intern aufgedeckten Verbrechen nach außen systematisch verschwiegen, die Täter schlimmstenfalls "versetzt", was weitere Verbrechen massiv begünstigte: Denn die Täter konnten an den neuen Orten auch wieder neu mit Vergewaltigungen beginnen. Die Heimkinder sind bis heute tausendfach traumatisiert und überwiegend in psychotherapeutischer Behandlung, um mit dem Leben wenigstens einigermaßen klar zu kommen. Lesen Sie mehr z. B. unter
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,626068,00.html.

Dem Untersuchungsbericht zufolge wurden die Kinder auch bei "kleinsten Vergehen" mit "so viel Qual wie möglich" bestraft (de.news.yahoo.com, 21.5.2009) - vielleicht vom Unterbewusstsein her ein Versuch, die katholische Lehre einer angeblich "ewigen Hölle" bereits in diesem Leben an den Opfern ein Stück weit in die Tat umzusetzen. Ein Opfer sprach von der kirchlichen Einrichtung, in der es misshandelt wurde, von einem "bösen und grausamen Ort" (ARD, 20.5.2009). Dabei sind die Vergewaltigungen nur ein Aspekt. Wegen ungenießbarem Essen hätten dem Bericht zufolge Kinder z. B. auch in Müll nach Essbarem gesucht oder Tierfutter gegessen.

Und möglicherweise ist der Untersuchungsbericht aus Irland, der von Opfern noch als "zu unverbindlich" kritisiert wurde, nur die Spitze eines Eisbergs. Bis zu 500 katholische Priester sollen zwar allein in die Verbrechen in diesem kleinen Land verstrickt sein. Für manchen ist es jedoch schwer vorstellbar, dass die Verbrechen an den Kindern in diesem Ausmaß nur in Irland stattgefunden haben sollen.
 
In diesem Zusammenhang ist auch zu bedenken: In vielen Ländern werden die Erziehungseinrichtungen der Kirche seit je her ganz oder weit gehend vom Staat bezahlt. Vor allem in Deutschland zahlt der Staat jährlich zwischen 70 % und 100 % der Kosten, was in der Summe in die Milliarden geht. Damit übernimmt der Staat auch einen großen Teil der Verantwortung für das, was mit dort mit den Menschen oder mit deren "Seelen" geschieht.
Auch in Irland zahlte und zahlt der Staat.
Spiegel online schreibt: "Der irische Staat, vertreten durch sein Bildungsministerium, finanzierte diesen Missbrauch der Kinder. Die katholischen Orden erhielten eine Kopf-Prämie pro Kind und bemühten sich regelrecht um zusätzliche Kinder, denn das Geschäft lohnte sich. Aber das Ministerium griff aus Angst oder Respekt vor der katholischen Kirche nie ein, wenn Klagen über Missbrauch bekannt wurden. Der Staat wurde so zum schweigenden Komplizen des Unrechts, denn offiziell blieb die Sorgepflicht ja beim Staat, die Orden handelten im Auftrag der Öffentlichkeit" (spiegel.de, 20.5.2009).


Die italienische Zeitung La repubblica schreibt zu den Hintergründen:
"
Die Ehrerbietung gegenüber dem irischen Klerus hat sich als perfekte Brutstätte entpuppt, in der Kinderschänder und Verbrecher ungestört gedeihen konnten. In der Mehrheit der Fälle hat man den Kindern, die Opfer von Missbrauch und Gewalt waren, nicht geglaubt. Und als reichste und mächtigste Organisation Irlands hat die katholische Kirche alles nur mögliche getan, um ihre Opfer zum Schweigen zu bringen" (22.05.2009).

Doch wie sagte der Kardinal am Ende des Kinofilms
Illuminati? "Seien Sie gnädig mit uns." Und diese "Gnade", welche die Kirche ihren Gegnern gegenüber nie kannte und kennt (sie müssen sogar in eine angebliche ewige Hölle), wird seit Jahrzehnten bis zur Unterwürfigkeit den Tätern gegenüber und zur Leugnung ihrer Verbrechen getrieben. Dabei wäre es schon längst allerhöchste Zeit, die Kirchenmänner endlich gleich wie alle anderen Menschen auch zu behandeln und sie nicht mehr länger durch "besondere Gnaden" zu bevorzugen, zu privilegieren und sie von den schlimmen Folgen ihres Tuns abschirmen zu wollen Und man sollte sich auch nicht mehr durch ihr "frommes" Gesäusel ins Bockshorn jagen lassen.

Zu bisherigen Untersuchungen in Deutschland siehe
:
Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Heimen

Evangelische und katholische Heime: Ein Ort von Leiden und Qualen
Bundestag untersucht Zwangsarbeit und Misshandlungen in kirchlichen Heimen


Lesen Sie dazu auch:
Kanada - Ureinwohner in kirchlichen Internaten umerzogen und missbraucht

Aktualisierung:
15.000 Menschen gehen in Dublin auf die Straße



20.5 / 26.5.2009 -
"Dinge durchgedacht" - Der 32. Evangelische Kirchentag ging ohne konkrete Ergebnisse zu Ende - Der Evangelische Kirchentag war nur dank der ungerechtfertigten staatlichen Millionen-Subventionen überhaupt finanzierbar (andere Gemeinschaften bekommen für ihre "Events" auch keine Staats-Millionen). Doch was hat er gebracht? Kirchentagspräsidentin Karin von Welcks Worte beim Abschlussgottesdienst klangen wie ein Offenbarungseid der Kirche: "Wir alle haben erkannt, dass der, der Dinge durchdenkt, mehr erreicht als jemand, der lautstark nach schnellen Veränderungen ruft" (heute.de, 24.5.2009). Das klingt philosophisch und hätte vielleicht vor 50 Jahren noch manchmal passen können. In der gegenwärtigen Situation der Erde und der Welt ist es jedoch fahrlässiger Unsinn. Denn jeder, der nur einigermaßen noch denken kann, sieht die Welt allmählich in den Abgrund stürzen, sofern sie nicht schon in anderen Teilen der Erde dort liegt.
Doch die Kirche hatte auch nicht mehr zu bieten als die nahezu vollständig angereisten deutschen Spitzenpolitiker der etablierten Parteien. Und so forderte die Kirchentagspräsidentin Karin von Welck die Menschen schließlich allgemein auf: "Lasst und die Probleme anpacken."
ohne dabei irgendjemandem nahe zu treten.
Wäre die Kirche ein abstiegsbedrohter Fußball-Bundesliga-Verein, würde ihr Trainer bei solchen unverbindlichen Statements entlassen.
Dabei nahmen auch an diesem Kirchentag viele Menschen guten Willens teil, deren im Einzelfall vielleicht zukunftsweisende Projekte oder Glaubensansätze im "Markt der Möglichkeiten" aber "gezähmt" werden und damit letztlich untergingen. Denn die Kirche als Institution sitzt immer mit den Mächtigen im Boot und hat seit je her alle prophetischen Stimmen für eine wirkliche Umkehr zum Schweigen gebracht. Deshalb lehrte auch der prophetische Seher Johannes im letzten Buch der Bibel: "Tretet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und empfanget von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4).  Dies ist im Hinblick auf das Sammelsurium der endzeitlichen Kirche gesagt - mit ihrem Hochmut und ihren vielfachen Aggressionen gegen religiöse Minderheiten (siehe hier).
Und mehr dazu
hier.
 



19.5.2009 -
Der Zustand des kirchenchristlichen Abendlandes - Begründung der USA für den Irak-Krieg von der US-Regierung unter Wasserfolter erpresst / Kriegserfolge anschließend mit Bibelstellen untermauert - Im Jahr 2003 rückte die "Koalition der Willigen" der Westens unter Führung der USA (und einmal mehr mit dem Segen Billy Grahams) zum Krieg gegen den Irak aus. Dass der hauptsächliche Kriegsgrund, nämlich eine Verbindung zwischen der Regierung des Irak und den Terroristen von El Kaida erlogen war, ist schon lange klar. Nun stellte sich zudem heraus: Die falschen Zeugen wurden durch bestialische Wasserfolter zu ihren Falschaussagen erpresst. Der Krieg konnte beginnen ...
Mehr dazu unter
https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0518/politik/0052/index.html
Den Verlauf des Krieges hat die US-Regierung dann
immer wieder mit Bibelzitaten gerechtfertigt, wie ein AFP-Bericht vom 18.5.2009 darlegt. Zur Rechtfertigung des Irak-Krieges wurde von den Krieg führenden Politikern z. B. Epheser 6,13, Sprüche 16,3, 1. Petrus 2,15, Jesaja 5,28 zitiert. Wie in den "alten Zeiten" der Kreuzzüge (de.news.yahoo.com, 18.5.2009).
 



13.5. / 15.5.2009 - Italien: Gottesdienstbesuch aus falschem Mitleid mit dem Pfarrer -
Der Priester Don Eros Pellizzari (42) aus Venetien in Italien hatte seine Kirche weitgehend "leer" gepredigt. Kaum mehr jemand wollte ihn hören und zelebrieren sehen. Da trat der Priester in einen Hungerstreik, die Venetier fürchteten um sein Leben. Darauf entschlossen sich viele, am Sonntag wieder in die Kirche zu gehen. Der Pfarrer begann darauf hin wieder mit dem Essen, und die Bankrotterklärung der Kirche vor Ort ist erst einmal abgewendet. Vorerst (Bild, 12.5.2009).
Damit ist in dem italienischen Dorf auch eine historische Chance erst einmal vertan. Denn Jesus von Nazareth wollte keine Priester, keine Kirchen aus Stein und keine Messen. Wären die Dorfbewohner standhaft geblieben und hätten sich nicht von falschem Mitleid leiten lassen, wäre noch deutlicher geworden: Priester haben keine Zukunft. Don Eros Pellizari hätte auf eine ehrliche Arbeit umschulen können, und der freie Wille der Dorfbewohner wäre gewahrt geblieben. Aber was durch den Hungerstreik des Würdenträgers zunächst abgewendet worden ist, ist letztlich nur aufgeschoben.

 



27.4. / 28.4.2009 - Kanada: Ureinwohner in kirchlichen Internaten katholisch umerzogen und misshandelt - Kanadas Ureinwohner haben in Kanada im 20. Jahrhundert bis ca. 1986 ein schlimmes Schicksal erlitten. Ihnen wurden zwangsweise ihre Kinder für immer entrissen, und diese wurden in überwiegend römisch-katholischen Heimen "umerzogen". Noch heute leiden die Kinder an den "Misshandlungen, die sie [dann dort] durch katholische Geistliche erlitten haben". Unter der Obhut der katholischen Kirche wurden sie "über Jahrzehnte hinweg physisch, psychisch und sexuell gequält". Dies geschah bis in die Amtszeit von Papst Johannes Paul II. hinein. Jetzt erklärte Papst Benedikt XVI., "einige Mitglieder der katholischen Kirche hätten sich eines ´beklagenswerten Verhaltens` schuldig gemacht ... Solche Vergehen dürften nicht toleriert werden
" (Bild, 29.4.2009). Ob dieses Bedauern mit echter Reue verbunden ist, sei jedoch dahin gestellt. Von einer Wiedergutmachung sprach der Papst zumindest nicht.
Mehr dazu bei:
http://www.zeit.de/news/artikel/2009/04/26/2783011.xml

 



23.4. / 11.5.2009 - Volksbegehren über die Macht der Kirche in Deutschland: Pro Ethik gewinnt gegen Pro Reli / Kirche schleicht sich jetzt in Ethik-Unterricht - Es ging am Sonntag in Berlin nicht nur darum, dass die Kirche in Berlin einen staatlich finanzierten konfessionellen Religionsunterricht als Wahlpflichtfach an den Schulen einführen wollte - statt eines verbindlichen Ethik-Unterricht für alle wie bisher, gleich welcher Religion oder Konfession jemand ist. Es ging bei diesem kirchlichen Ansinnen nach "Kindermission" auf Staatskosten um die Macht des kirchlichen "Reiters" über das "Staatsross" - auch in der nächsten Generation (siehe dazu Der Theologe Nr. 23). Auch werden in einem konfessionellen Religionsunterricht religiöse Minderheiten vielfach als "Sekten" verteufelt (vor allem in den Lehrplänen der 9. Klassen) und schon Kinder und Jugendliche auf schlimme Art und Weise indoktriniert und zur Diskriminierung erzogen - hierfür gibt es erschreckende Beispiele aus den anderen Bundesländern.
Die kirchliche Initiative hatte die ganze Millionenstadt Berlin flächendeckend plakatiert und setzte dabei auf prominente Unterstützer wie den Moderator Günther Jauch oder den Fußball-Bundesliga-Profi Arne Friedrich. Ob die Berliner der Kirche standhalten oder "geschluckt" werden, wie bereits 13 der übrigen deutschen Bundesländer (alle bis auf Bremen und Brandenburg), hatten sie letztlich selbst in der Hand. Und sie haben sich fürs erste erfolgreich gewehrt - 51,3 % der Wähler lehnten den konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als Wahlpflichtfach ab. Und, auf alle Wahlberechtigten bezogen, stimmten sogar nur 14,2 % der Wahlberechtigten für das kirchliche Begehren.


Doch die Indoktrination des Staates durch die Kirchen kennt viele Wege
. So versucht man zu Schuljahresbeginn 2009, die Kinder im Ethikunterricht gegen religiöse Minderheiten in Position zu bringen. Die dem kirchlichen Interesse entsprechende "staatliche" "Leitstelle für Sektenfragen" (die Konfession des Leiters, des SPD-Politikers Stefan Barthel, wird nicht bekannt gegeben) stellt dazu für die Ethik-Lehrer neue Medien über "konfliktträchtige Anbieter auf dem Lebenshilfemarkt" zur Verfügung, was nichts anderes ist als neues Inquisitions-Material der Großkirchen oder unmittelbar von dort inspiriert (Newsletter der
Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 28.8.2009). Denn als "konfliktträchtig" gelten alle Gemeinschaften, die den Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche nicht Honig um den Mund schmieren und die beiden Großkirchen deshalb ein Dorn im Auge sind. Und fast immer leiten Mitglieder und Interessenvertreter der Kirchen solche offiziell staatlichen Stellen.
Mehr zum Thema:
Berlin: Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als Wahlpflichtfach
Der Theologe Nr. 23 - Das Staatsross und sein kirchlicher Reiter
Sind die Werte, die die Kirchen vertreten, christlich?

 



24.4.2009 -
27.Mai - Kreuzzug der Kirche gegen die Stedinger Bauern vor 775 Jahren: Bis zu 11.000 Bauern getötet - Schlacht bei Altenesch wird jetzt nachgespielt - Am 27.5.2009 jährt sich zum 775. Mal die Schlacht bei Altenesch westlich von Bremen (1234), bei der das Kreuzzugsheer von Erzbischof Gerhard II. die Stedinger Bauern niedermetzelte und auf Scheiterhaufen verbrennen ließ. Die Gründe: Die Bauern hätten nicht den richtigen Glauben und seien "Ketzer". Aufgrund des Religionsedikts von Kaiser Friedrich II. von 1224 seien sie deshalb auszurotten. Zudem wollten sie dem Erzbischof keine Abgaben zahlen, so wie Ihnen das zunächst versprochen worden war, da sie im Gegenzug die Wesermarsch urbar machen. Darauf hin wurden die Bauern und ihre Familien zuerst von der Kirche exkommuniziert. Dann wurden die Männer brutal ermordet. Die Täter bekamen von der Kirche als Belohnung denselben "Ablass von Sündenstrafen" wie die Kreuzfahrer nach Palästina. Das von Papst Gregor IX. angeordnete Massaker wird jetzt am 775. Jahrestag in der Nähe des Schlachtdenkmals von 100 Schauspielern nachgespielt (Nordwestzeitung, 24.4.2009).
Zum Sachverhalt: 
http://de.wikipedia.org/wiki/Stedingerkrieg

Hintergrund
: Das Edikt von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen gegen Nichtkatholiken aus dem Jahr 1224, zit. nach Der Theologe Nr. 86

"Wer der Ketzerei überführt war, sollte entweder auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, oder man sollte ihm die Zunge herausreißen, „da sie mit dieser Gott gelästert hätten“. Das Haus des Ketzers wurde zerstört. Wer aus Todesangst seine „Irrlehren“ widerrief, sollte „begnadigt“ werden – zu lebenslangem Kerker. Unter den damaligen Bedingungen – Kälte, Ratten, Feuchtigkeit – war dies ein Todesurteil auf andere Art, das viele dazu brachte, ihre Glaubensüberzeugung wieder zu bekunden, um lieber schnell auf dem Scheiterhaufen zu sterben.
Das Edikt Friedrichs II. enthielt auch die Sippenhaft: Die Nachkommen der Häretiker bis in die zweite Generation hinein durften keine öffentlichen Ämter ausüben. „Eine Ausnahme wurde nur für Kinder gestattet, die ihre Eltern selbst angezeigt hatten.“ „Die Obrigkeit wurde durch Eid verpflichtet, alles nur Mögliche zur Aufspürung der Ketzer zu tun. Ein Magistrat, der sich dabei saumselig zeigte, verwirkte sein Amt.“ Wenige Jahre später, 1229, beschloss die Synode von Toulouse: „Die Herren der verschiedenen Distrikte sollen in Villen, Häusern und Wäldern den Häretikern fleißig nachforschen lassen und ihre Schlupfwinkel zerstören. Wer künftig noch auf seinem Gebiet einen Häretiker weilen lässt, sei es gegen Geld oder aus sonst einem Grunde, der verliert ... dies Besitztum auf immer und sein Leib ist seinem Obern zu gebührender Strafe verfallen.“

 



22.4.2009 -
Pädophiler Priester immer wieder nur versetzt - jetzt schickte er Opfern Detektive ins Haus - Lesen Sie dazu unsere Meldung in "Der Theologe Nr. 24 a" - Sex-Verbrechen und Vergehen in der Kirche.
 



12.4. / 11.11.2009 / 2.4.2010 - 18-Jähriger und sein Freund in Haft: Gläubiger junger Mann hat in der Nacht zum Karfreitag offenbar seine ganze Familie erschossen / Kirchliche Hintergründe des Verbrechens / Anklage: Er wollte an das Geld seiner Familie / Konflikt um Homosexualität / Lebenslange Haft bzw. 10 Jahre für den Freund des Täters / Sie übten das Massaker mit grausame Tierquälereien -
Am Karfreitag wurde der überregional durch Vorträge bekannte Heilpraktiker Hansjürgen Häussler (57) (swp.de, 13.4.2009), seine Frau, die Lehrerin Else Häussler (55; zunächst war von "Ilse Häussler" die Rede), und deren beide erwachsene Töchter Ann-Christin Häussler (24) und Annemarie Häussler (22) erschossen aufgefunden. Am 12.10.2009 begann der Prozess gegen den Sohn Andreas Häussler und seinen Freund Frederik B. vor dem Landgericht in Ulm. Ein Urteil soll im Jahr 2010 gesprochen werden.

Hinrichtungen mit 32 Schüssen

"Durchschossene Herzen, aufgesprengte Schädel, durchtrennte Wirbelsäulen"

Für das Pilgern auf dem Jakobsweg "habe auch ihr Glaube eine Rolle gespielt"

Der "heilige" Jakobus - er wird für Morde, Tötungen und Kriegsverbrechen verehrt

Streng evangelischer Patriarch, "homoerotischer" Sohn

Wollten die jungen Männer nur an Geld?

Die möglichen evangelischen Wurzeln des Verbrechens

Verehrung Martin Luthers und katholischer Jakobus-Kult: eine Zeitbombe

Einen Igel lebend auf den Grill gelegt: Täter haben für das Massaker geübt

Der Waffendiebstahl aus dem eigenen Schützenverein

Gefängnis statt Kirchenwanderung und Pilgerreise nach Rom

Fünf Studentinnen bzw. Absolventinnen der Hochschule Schwäbisch Gmünd ermordet

Ungeklärtes Erbe

Das Gerichtsurteil: Lebenslang bzw. 10 Jahre Jugendstrafe
 

Hinrichtungen mit 32 Schüssen

Die vier Familienmitglieder wurden in ihrem Haus in der Friedhofstraße in der baden-württembergischen Kleinstadt Eislingen (20.000 Einwohner) bei Göppingen mit insgesamt 32 gezielten Schüssen hingerichtet. "Die Killer waren eiskalt: Sie müssen ihre Pistolen der Marken Hämmerli und Ruger (Kaliber 22) mehrmals nachgeladen haben" (Bild, 17.4.2009). Und: "Die Killer sollen auffallend oft in die Gesichter der Opfer geschossen haben" (Bild, 21.1.2010). Als "dringend tatverdächtig" (Spiegel online, 11.4.2009) wurden bereits am darauf folgenden Tag der 18-jährige Sohn Andreas und sein Freund Frederik B. (19) festgenommen. Beide haben die Ermordeten "gefunden", und Frederik B. gab dem Hauptverdächtigen Andreas Häussler zunächst ein Alibi. Bei der späteren Gerichtsverhandlung bezeichnete Frederik B. die Inszenierung ihres Entsetzens über die Leichenfunde als "Wir-haben-sie-tot-gefunden-Schau". Doch die Polizei entdeckte Schmauchspuren und unter der Last der Indizien legte Frederik B. schließlich sein Geständnis ab. Bei den jungen Frauen gingen die Mörder auf Nummer sicher: B. erklärte einmal: "Nach einer Pause kamen wir wieder. Ich habe noch mal geschossen, um sicherzugehen, dass sie auch wirklich tot sind." Der Sohn der Ermordeten schwieg jedoch zunächst weiter und hatte die Tat lange "bestritten". Dem Geständnis zufolge hatten die beiden jungen Männer den Opfern in deren Wohnung aufgelauert und hatten mit Schalldämpfern geschossen, so dass niemand die Schüsse hörte. Ein Kriminaltechniker beschrieb vor Gericht, "welche Fingerfertigkeit und Präzision erforderlich ist, um funktionstüchtige Schalldämpfer anzufertigen. Und wie viel Zeit. Vermutlich hatten die beiden Freunde schon Wochen vor der Tat mit der aufwendigen Bastelei der Schalldämpfer begonnen. Ein Hinweis darauf, dass der Vierfach-Mord keine Kurzschlussreaktion war, sondern von langer Hand geplant" (stern.de, 20.1.2010), während die Täter gegenüber ihren geplanten späteren Mordopfern Normalität vortäuschten. In der Nacht am Gründonnerstag war es dann so weit. Zuerst wurden erst die beiden jungen Frauen durch zehn bzw. neun Schüsse in Gesicht, Hals und Oberkörper ermordet. Dann trafen sich Andreas Häussler und Frederik B. mit den Eltern von Andreas in einer benachbarten Gastwirtschaft und heuchelten unbeschwerte Normalität vor. Dann gingen sie früher nach Hause. Andreas Häussler hat sich nach Zeugenaussagen mit einer "engen kräftigen Umarmung" von seinen Eltern verabschiedet (Main-Echo, 21.12.2009). Dann warteten die beiden jungen Männer in der Wohnung auf die Eltern, wo nun bereits deren tote Töchter lagen - vor dem noch laufenden Fernseher, wo sie gerade einen Film schauten, als sie hingerichtet worden waren. Die Eltern ahnten offenbar nichts. Als diese nach Mitternacht am Karfreitag nach Hause kamen, wurden auch sie hingerichtet - sofort, nachdem sie ihre Wohnung betraten (stern.de, 17.4.2009). "Der Gerichtsmediziner: ´Er lebte noch maximal eine Stunde.` Sah der Heilpraktiker seine Frau sterben, während er selbst verblutete?" (Bild, 21.1.2010)

"Durchschossene Herzen, aufgesprengte Schädel, durchtrennte Wirbelsäulen"

Die beiden Täter behaupten später zunächst, dass Frederik B. aus zwei Pistolen auf Verlangen von Andreas Häussler alle 32 Schüsse alleine abgegeben habe. B. habe getan, was Häussler wollte, weil er diesem "gefallen" wollte. Dem widersprach jedoch der Gutachter, ein erfahrener Ballistiker. Der Täter könne "keinesfalls gleichzeitig aus den beiden Tatwaffen geschossen haben" (bild.de, 20.1.2010). Bei einer anderen Vernehmung erklärte B. dann auch, Andreas Häussler habe im Wesentlichen alleine geschossen, und er habe auf Häusslers Aufforderung dann auch "zwei- oder dreimal geschossen" (bild.de, 28.1.2010).
Die Morde wurden offenbar von langer Hand geplant. "
Frederik B. hatte die Tat damit erklärt, dass Andreas H. sich in seiner Familie nicht wohl gefühlt und schon 2008 solche Tötungsabsichten entwickelt habe ... Der 19-Jährige habe sich irgendwann vor der Frage gesehen: entweder die oder ich" (Stuttgarter Nachrichten, 21.12.2009).
Nachdem Andreas Häussler erfahren hatte, dass seine beiden Schwestern am Gründonnerstag allein zu Hause sein würden, ging er mit Frederik B. am Tag zuvor in den Wald, um an Tierschädeln die "Durchschlagskraft" der für die geplanten Morde gestohlenen Waffen noch einmal zu testen
(bild.de, 13.10.2009). Nachdem Ann-Christin Häussler nach dem ersten Schuss noch rufen konnte "Hey, was soll der Scheiß?" habe ihr Bruder geantwortet: "Ja, so ist sie, arrogant bis zum Schluss" (stern.de, 16.12.2009). Dann wurden die beiden jungen Frauen mit 18 weiteren Schüsse brachial und gezielt exekutiert. Der Gerichtsmediziner
sprach "von durchschossenen Herzen, aufgesprengten Schädeln und durchtrennten Wirbelsäulen. Andreas Häussler und Frederik B. verfolgten regungslos die detaillierten Schilderungen des Mediziners. Selbst als die Leichen der toten Schwestern auf einer großen Leinwand gezeigt wurden, zeigten sie keine Reaktion" (stern.de, 20.1.2010).

Für das Pilgern auf dem Jakobsweg "habe auch ihr Glaube eine Rolle gespielt"

Dass der Sohn und Bruder der Toten einer der Täter dieses kaltblütigen Massakers sein soll, konnten sich manche zunächst nur schwer vorstellen. Bei seinem Realschlussabschluss an der Dr.-Engel-Realschule in Eislingen war Andreas H. 2007 einer der drei Klassenbesten unter 31 Absolventen seiner Klasse, bekam dafür eine Preis (http://www.dr-engel-realschule.de/Archiv/2006/20070719-abschlusspruefung/20070719-abschlusspruefung_2007.html). Danach wechselte er an das Wirtschaftsgymnasium, die Kaufmännische Schule, nach Göppingen, wo auch sein Freund Frederik B. bis zu seiner Verhaftung zur Schule ging. Und bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, wo es um die Rettung von Leben geht, war er sogar Beisitzer im Vorstand - sein Bild und sein Name wurden jedoch am 17.4.2009 von der Homepage der DLRG entfernt. "Wie kam das Dunkle in seine Seele?", fragt die Passauer Neue Presse am 13.10.2009.
Eine Spur führt einmal mehr in die Kirche. Im Luthergemeindehaus in Eislingen hielt Andreas Häussler am 29.10.2008 einen Dia-Vortrag über seine
Pilgerreise auf dem so genannten Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien, den er in den Sommerferien 2008 zusammen mit einem anderen Freund gelaufen ist. Im Wallfahrtsort Santiago de Compostela liegt angeblich das kopflose Skelett des Jesus-Bruders Jakobus, und es wird dort als Reliquie verehrt.
Laut Südwest-Presse haben die Schüler über diese "Wanderung auf dem alten Wallfahrtsweg" unter anderem berichtet, es wäre eine "entspannte Atmosphäre unter den Pilgern auf der ganzen Welt" gewesen. Und der Pilgergottesdienst am Zielort in Santiago de Compostela sei "sehr schön" gewesen und "für das Pilgern auf dem Jakobsweg habe auch ihr Glaube eine Rolle gespielt" (19.11.2008; http://www.suedwest-aktiv.de/region/nwz/goeppinger_kreisnachrichten/3974856/artikel.php;
sowie http://www.ks-goeppingen.de/site/jakobsweg.html)
. Zielpunkt war, wie gesagt, ein kopfloses Skelett gewesen, und Andreas Häussler habe dabei auch über "die Tiefe seines Glaubens gesprochen" und er gilt allgemein als "sehr gläubig" (Bild am Sonntag, 19.4.2009). Nähere Details über diesen Glauben von Andreas Häussler wurden jedoch nicht berichtet, und es steht auch nicht fest, welche Rolle er genau bei dem Verbrechen spielte (PS: Der Pilgerfreund hieß Tobias H. und war demnach ein anderer junger Mann als der spätere Mittäter). Wäre Andreas Häussler Mitglied einer von den Kirchen als "Sekte" beschimpften Minderheit, hätten die kirchlichen "Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten" nach der Tat ein "besorgtes" Interview nach dem anderen geben und die Gemeinschaft des Täters pausenlos an den Pranger gestellt. So aber sagen sie einmal mehr nichts. Warum wir jedoch darüber berichten, siehe hier.

Der "heilige" Jakobus -
er wird für Morde, Tötungen und Kriegsverbrechen verehrt

Und so viel kann man auf jeden Fall sagen: Der "heilige Jakobus", zu dessen Grab der Täter im Jahr 2008 pilgerte, gilt in der römisch-katholischen Kirche fälschlicherweise als Krieger, der die "Feinde des Glaubens" auf dem Schlachtfeld umgebracht hatte bzw. der die römisch-katholischen Täter dabei angestiftet, inspiriert und im Geiste unterstützt hatte (mehr dazu bei http://de.wikipedia.org/wiki/Jakobus_der_%C3%84ltere). So soll St. Jakobus, der "Schutzpatron der Krieger", laut katholischem Glauben mit seiner Kraft z. B. die muslimischen Mauren in Spanien getötet haben (daher der Ruf von Sankt Jakob, dem "Maurentöter"). Auch soll der "Heilige" die Eroberung Amerikas durch spanische Heere im 15. Jahrhundert und deren Kriegsverbrechen zum "Erfolg" geführt haben; und zudem als Schutzpatron auf Seiten des späteren Diktators General Francisco Franco im 20. Jahrhundert im Bürgerkrieg gegen die spanische Republik gekämpft haben (siehe auch hier). Mancher mag vielleicht gar nicht glauben, dass dies so ist. Doch genauso ist es. Hinter dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela steckt ein riesiges brutales und extrem gewalttätiges "Energiefeld", auch wenn dies vielen Pilgern gar nicht bewusst sein mag und wenn es nicht notwendigerweise zeitnah aufbricht. Doch da Gedanken reale Kräfte und Energien sind, dann könnte man - auf die Gegenwart bezogen - auch fragen: Besteht nicht die Gefahr, dass Pilger zum vermeintlichen Jakobusgrab auch von diesem mörderischen Geist erfasst werden, den die Kirche bis heute dem Jakobus unterstellt?
Und besteht diese Gefahr nicht vor allem für jüngere Menschen? Denn während mancher alteingesessene Gläubige eine solche Frömmigkeit bzw. einen solchen Kult einfach als "normal" hinnimmt und den damit verbundenen Horror weder hinterfragt noch darauf aufmerksam gemacht werden möchte, wollen gerade Jugendliche und junge Menschen in der Regel wissen: Wie ist ein bestimmter Kult oder eine bestimmte Wallfahrt entstanden, und was steckt eigentlich dahinter? Und gerade von Andreas Häussler berichtet sein Schulleiter: Er sei "ein unglaublich reflektierter Mensch für seine 18 Jahre" (Welt am Sonntag, 10.4.2009). Bei der Gerichtsverhandlung sagte dann Häusslers Freund Frederik B. tatsächlich aus, Andreas Häussler "habe bereits 2008 den Gedanken zur Tötung seiner Familie entwickelt" (Fränkischer Tag, 11.11.2009), also möglicherweise während der Wallfahrt. So ist es sogar denkbar, dass das mörderische Energiefeld, das die katholische Kirche um den Heiligenkult des Jakobus entwickelt hat, vielleicht gar den Ausschlag für die Umsetzung der Mordpläne gegeben hat; in einer Zeit, wo Andreas Häussler sich dessen eventuell noch nicht sicher war. Zumindest wäre es nachvollziehbar, dass die Kräfte hinter mörderischen Gedanken, die in einen weltweit anerkannten Kult integriert und damit praktisch anerkannt wurden, das Denken und Empfinden von dafür anfälligen Menschen stark in eine ähnliche Richtung beeinflussen oder gar lenken können.

Und selbst wer solche Zusammenhänge zwischen Geschichte und Gegenwart vielleicht vorschnell als "skurril" abtun möchte, der müsste zumindest eine Antwort auf die Frage geben: Warum nimmt man eigentlich in einer "aufgeklärten Demokratie" einen Kult um solche Gewalttaten herum als ganz selbstverständlich und angeblich "normal" hin? Und warum pilgern pro Jahr ca. 10 Millionen Menschen zum angeblichen St.-Jakobs-Grab, wenn der Tote für so viel unsägliches Blutvergießen verantwortlich sein soll? Und glaubt jemand im Ernst, dass die negativen Kräfte, die für diese Jakobus-Vorstellung verantwortlich sind, heute überwunden sind? Oder können sich die Großkirchen einfach immer noch jede Art von Frömmigkeit erlauben (und vom Staat subventionieren lassen), gleich wie viele Menschen ihr im Laufe der Geschichte schon zum Opfer gefallen sind? Und vielleicht in Zukunft erneut zum Opfer fallen werden, wenn das Energiefeld hier und da massiv aufbricht und eines Tages noch mehr Gläubige erfassen würde. Doch zurück zu den Morden von Eislingen: Was war bei diesem Familiendrama der konkrete Anlass, der die Mord-Maschinerie in Gang brachte?

Streng evangelischer Patriarch, "homoerotischer" Sohn

Von Andreas Häussler wird weiter berichtet, dass er sich jahrelang kirchlich engagierte und "sich in der evangelischen Kirchengemeinde um Kinder kümmerte" (Bild, 12.4.2009). Die ganze Familie ist seit Jahren im Kirchenchor bzw. in der evangelischen Kirche tätig, der Vater, der auch CDU-Mitglied ist (Stern Nr. 20/2009), bereits seit 20 Jahren (Focus online, 12.4.2009, Welt am Sonntag, 19.4.2009). So arbeitete Hansjürgen Häussler ehrenamtlich im Pfarramt mit und ebenfalls in der "Kinderkirche", wo er während des Singens immer "die Kleinsten in die Luft" hob, "bis sie jauchzen" (http://www.lutherkirche-eislingen.de/predigt.pdf). Ein "Zeuge schilderte, wie der Vater seinen Sohn öffentlich bloßstellte – in der Kirche. Obwohl Andreas nicht singen konnte, musste er auftreten. Dreimal habe er singen müssen, so der Zeuge, ´mit Tränen in den Augen`. Und sich dreimal blamiert ..." Anderen Zeugen erschien das fromme Mordopfer als "ein dominanter, jähzorniger Mann, der immer Recht behalten wollte und seine Familie drangsalierte" (bild.de, 3.2.2010). Und was die beiden ermordeten Schwestern des Täters betrifft, erzählen Nachbarn: "Die haben auf ihm rumgehackt wie die Hühner" (stern.de, 3.2.2010).
In seinem Weihnachtsrundbrief 2008 an Verwandte und Freunde schreibt Hansjürgen Häussler: "Mit unseren Kindern sind wir sehr gesegnet". Für den 22.4.2009 hatte der Heilpraktiker in der Lutherkirche dann ehrenamtlich einen Gesprächsabend zum Thema "Durst nach Leben" angeboten
(Welt am Sonntag, 19.4.2009), doch am 13.4.2009 wurde er nun zuvor ermordet. Seit Jahren leitete Hansjürgen Häussler in der Lutherkirche auch "die Jugendgruppen und war für Aufführungen verantwortlich. Und auch dort soll er es verstanden haben, seinen Willen durchzudrücken" (stern.de, 3.2.2010)
.
Doch der Sohn suchte offenbar mit Hilfe seines Freundes einen "Fluchtweg". Dem Wirt der Eislinger Szene-Kneipe "Marstall" "fiel auf, dass da zwei Jungs zusammen saßen, die mehr waren als nur Kumpel. ´Hier war allen klar, dass die beiden homosexuell sind`"
(Stern Nr. 20/2009). Anders jedoch die Eltern von Frederik, Manfred und Suse B.: Es sei höchstens ein "zartes homoerotisches Verhältnis" gewesen" (Stern Nr. 42/2009). Als Motiv für die Morde gab Frederik B. allerdings "Liebe zum Andreas" an, und er gab in einer Vernehmung auch "intime" körperliche Kontakte zu (bild.de, 27.1.2010). Zudem stellte Andreas H. deren Kompetenz in Frage. Nach seiner Aussage wären die Eltern von Frederik B. als nächste ermordet worden, weil sich Frederik "mit seinen Problemen" von ihnen "allein gelassen" fühlte (Bild, 13.10.2009). Doch das erscheint sehr zweifelhaft. Denn hinsichtlich der Eltern hatte er selbst offenbar die größeren Probleme. Und: "Beziehungen mit Mädchen habe Andreas lediglich als Alibi geführt, berichtete der Polizist aus der Vernehmung von Frederik B. ´Er wollte nicht, dass es [die homoerotische Beziehung] jemand erfährt`, habe Frederik erklärt" (bild.de, 27.1.2010). Dies macht einiges verständlicher: Denn hätte der strenge Kirchenmann Hansjürgen Häussler im Umfeld des bigotten kleinstädtischen Protestantismus dann stolz davon schreiben können, mit einem homosexuellen Sohn "gesegnet" zu sein?
Auf jeden Fall hätte er allen Grund gehabt, Verständnis zu üben. Denn er selbst betrieb in früherer Zeit im Nachbarort Geislingen einen Sex-Shop und wurde in dieser Zeit, wie in der Presse zu lesen war, "Sex-Paule" oder "Porno-Hansi" (stern.de, 3.2.2010) genannt. Doch in Eislingen wandelte er sich dann vom "Hippie" zum streng protestantischen Familienpatriarchen, und er wurde von Freunden der Familie auch als "wilder Choleriker" und "rücksichtslos" erlebt (Stern Nr. 20/2009). So soll er auch von seinem Sohn die Befolgung "strenger" kirchlicher Werte verlangt haben (Bild, 12.10.2009). Doch dieser soll - anders als die übrigen Familienmitglieder - zuletzt immer später nach Hause gekommen sein und mehr Alkohol als früher getrunken haben, was dem Vater ebenfalls missfiel (Bild, 21.4.2009). Hierzu formulierte die Pfarrerin Kathinka Korn in typisch kirchlicher Vernebelungs-Sprache
, "dass Eltern mit ihrer Kraft zur Liebe an Grenzen stoßen können" (Bild, 20.4.2009).
Der Heilpraktiker "
sei ein schlimmer Patriarch gewesen, der zu Hause den Ton angab. Andreas sei der Einzige gewesen, der den Choleriker immer wieder zur Rede gestellt habe
", so der Gutachter über den Täter später beim Mordprozess (bild.de, 12.3.2010). Und: "Seine Mutter und seine Schwestern hätten ihn nicht mehr akzeptiert, hätte er nur den Vater erschossen". Deshalb beschloss er, alle zu töten.

Wollten die jungen Männer nur an Geld?

Allerdings glaubte die Staatanwaltschaft an ein anderes Mordmotiv: "Schwerwiegende innerfamiliäre Konflikte sind als Motiv für die Auslöschung der Familie nicht plausibel", so der ermittelnde Staatsanwalt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (1.8.2009). Und weiter: "Es war kein Tyrannenmord, und es war auch keine Affekttat, das Motiv war Habgier". Andreas Häussler hatte sich von seiner Mutter vor den Morden zunächst eine Vollmacht über ein Schweizer Konto, auf dem 256.000,00 Euro deponiert waren, geben lassen. Diese Vollmacht hätte dann offenbar seine Gier nach dem ganzen Besitz geweckt. Mit der Vollmacht hätte er allerdings nur zusammen mit seinen Schwestern an das Geld kommen können. Doch seien seine Eltern und Schwestern tot, wäre er der sofortige Alleinerbe von allem. Bei seinem Freund Frederik B. wurde eine Wunschliste gefunden, was er sich alles mit dem vielen Geld kaufen würde, das er von Andreas Häussler als Anteil von den 256.000 Euro für seine Mithilfe bei den Morden bzw. für seine Ausführung der Hinrichtungen als "Killer" bekommen würde. "Dass es Andreas H. vor allem um das Erbe ging, lässt ein Zettelblock vermuten, den die Polizei in seinem Zimmer fand: ´Finanzcheck`, ´Vermietung Wohnung/Praxis`, ´Oma anrufen wegen Beerdigung`, ´Leasing/Verkauf/Kauf Autos`, ´Wohnung aufpimpern`, hatte der Gymnasiast auf diesen Zetteln notiert, um nach dem Mord an alles Wichtige zu denken. Auf anderen Wunschzetteln hatten die Täter festgehalten, welche Konsumträume sie sich nun endlich erfüllen wollten" (faz.net, 2.4.2010).
Die Anwälte der beiden Killer deuten die Tat jedoch als Beziehungstat, die "in den innerfamiliären Verhältnissen der Häusslers und der Freundschaft der beiden jungen Männer" begründet war, was wieder auf die spezielle Problematik des konservativen Protestantismus und seiner Anhänger verweisen würde.

Auch Frederik B. stammt aus einem bewusst evangelischen bürgerlichen Elternhaus, der Vater leitet eine Bodelschwingh-Schule, benannt nach einem Kirchenmann der Inneren Mission (vgl. hier). Und auch der Täter selbst ließ sich in der der Lutherkirche benachbarten Christuskirchengemeinde zum evangelischen Kindergruppen-Leiter ausbilden, wäre jedoch anschließend nicht in der Kinderkirche aktiv gewesen. "Er hat vor drei Jahren das Trainee-Programm zum Jugendleiter bei mir mitgemacht", sagt Pfarrer Frieder Dehlinger (Geislinger Zeitung, 18.4.2009). Und im Einklang mit der Lehre seiner Kirche hat der Täter seiner 18 Jahre alten Urlaubsbekanntschaft kurz vor seiner Tat auch geschrieben, er sei kein Pazifist. Und er glaube auch nicht an eine gerechte Welt (Spiegel online, 21.12.2009). Auch die Kirche streitet das ja ab. Sie spricht dann immer von einem angeblichen "Geheimnis" Gottes.

Die möglichen evangelischen Wurzeln des Verbrechens

Zwar hat die evangelisch-lutherische Kirche die furchtbare Tat natürlich ebenfalls nicht gebilligt. Doch ihre Lehre könnte den jungen Männern letztlich den vermeintlichen Freibrief für das Verbrechen gegeben haben. Denn nach evangelisch-lutherischer Lehre könnte die "Rechnung" der beiden Täter, so makaber das klingen mag, sogar "aufgehen": Da die Ermordeten alle bewusst evangelisch gläubig und dementsprechend auch getauft waren, kommen sie gemäß dieses Glaubens jetzt zu Gott in die ewige Herrlichkeit bzw. in den Himmel, was nach dieser Lehre ja nichts Schlimmes wäre, im Gegenteil. Wem dieser Gedanke in diesem Zusammenhang allerdings als geschmacklos oder ganz zynisch erscheint, dem pflichten wir bei. Es ist so. Doch es ist nicht unser Gedanke, und Beschwerden müssten an die Adresse der evangelischen Kirche gerichtet werden. Denn so ist es nun einmal: Es ist deren Lehre, nicht unsere (vgl. dazu die Rechtfertigung des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen durch den früheren EKD-Ratsvorsitzenden und Landesbischof Otto Dibelius mit dem Hinweis, die auf diese Weise Getöteten erreichten dadurch "umso schneller das ewige Leben"). Und auch Andreas Häussler und Frederik B. kämen demnach später "allein durch Glauben" an ihren "Erlöser Christus" in den Himmel (siehe dazu Der Theologe Nr. 35). Denn gute oder böse Taten seien für das spätere Heil nach evangelisch-lutherischem Glauben nicht maßgebend (siehe dazu die Erklärung dafür in Der Theologe Nr. 1). Und auch Tierquälerei, womit sich die Täter auf das Massaker einstimmten, wird im evangelischen "Himmel" nicht bestraft. Zwar wären gute Taten als "Früchte" des Glaubens nach lutherischer Lehre "geboten" bzw. wünschenswert, doch letztlich zähle ausschließlich (!) der Glaube in Verbindung mit der Taufe. Der Mensch könne nämlich nach evangelischer Lehre durch sein Tun nicht zu Gott finden, ganz gleich, wie gut oder böse dieses ist. Nur der Glaube in Verbindung mit der Taufe zähle, und den Glauben haben die beiden jungen Männer ja nachgewiesen. Und evangelisch getauft sind sie auch. Und natürlich auch alle Opfer. Und bis zu ihrem Tod hätten die Täter mit dem vielen Geld auf der Erde noch ein üppiges und wohlhabendes Leben führen können, wenn die Tat nicht aufgeklärt worden wäre, während die Opfer schon näher dran an der "ewigen Herrlichkeit" gewesen wären. Nach der evangelisch-lutherischen Lehre würde es bei dieser Familien-Mord-Tragödie also letztendlich keinen Verlierer geben. Doch wir möchten noch einmal ganz deutlich sagen: Das sind nicht unsere Gedanken. Sondern es ist - und so ist es nun mal - die logische Konsequenz aus der evangelischen Lehre, ob das die Gläubigen nun wahrhaben wollen oder nicht. Und ein evangelisch Gläubiger, kann, wenn er seine Lehre ernst nimmt, eben solche Schlussfolgerungen daraus ziehen und entsprechend handeln.
Sollte jedoch kirchlicherseits irgendetwas an dieser Darlegung kritisiert werden, dann kann die evangelische Kirche ja gerne ihre Lehre ändern. Doch auch die Predigt der Pfarrerin Kathinka Korn von der Lutherkirche im "Familiengottesdienst" mit Kindern in Eislingen liegt ganz auf dieser evangelischen Linie: Die Mörder seien "zwei geliebte Kinder", auch sie werde Gott "nie vergessen. Was für ein Segen, dass Gott so große Hände hat!"
(http://www.lutherkirche-eislingen.de/predigt.pdf) Das wäre zwar - für sich betrachtet - nicht falsch, doch dient es in diesem Zusammenhang der Verniedlichung des Verbrechens, während die Kirche in anderen Zusammenhängen brutalste Geschütze auffährt. So werden diejenigen, die nicht ins evangelisch-lutherische Glaubens- und Seelenheil-Schema passen, nach verbindlicher lutherischer Lehre ewig verdammt (siehe http://www.theologe.de/theologe19.htm#Verdammte_aus_evangelischer_Sicht). Nicht jedoch diese beiden jungen Killer, die im Sinne des Lutherworts "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer" die Seligkeit am Jüngsten Tag erwerben würden, wenn sie diesen Leitspruch weiter befolgen.
Umgekehrt:
Hätte die Kirche stattdessen die beiden jungen Männer darüber aufgeklärt, dass jede böse Tat auf den Verursacher zurückfällt und der Täter am eigenen Seelenleib die Wirkung tragen muss, dann hätte womöglich der Vierfachmord von Eislingen gar nicht stattgefunden.

Verehrung Martin Luthers und der katholische Jakobus-Kult: eine Zeitbombe

Die lutherische Lehre könnte also das Verbrechen massiv begünstigt oder vom Unterbewusstsein her überhaupt erst ermöglicht haben. Und sie gehört eben zum Milieu, in dem Täter und Opfer lebten. In Häusslers evangelischer Kirchengemeinde sind alle zentralen Einrichtungen nach Martin Luther benannt: Lutherkirche, Martin-Luther-Kindergarten, Luthergemeindehaus. Was dabei nur wenigen bekannt ist: Der vielfach geehrte Martin Luther trank auch sehr große Mengen von Alkohol, und er neigte zu furchtbaren cholerischen Gewaltausbrüchen, was mit dazu beitrug, dass die Opferzahlen unter seinen Gegnern in die Höhe getrieben wurden, z. B. bei Kriegen gegen die Bauern oder gegen die moslemischen Türken oder gegenüber Andersdenkenden in Deutschland. Und auch dieses Verhalten wird oft mit einem von Martin Luthers Leitsprüchen, nämlich seinem "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer", in Verbindung gebracht.
Zwischen Martin Luther und der katholischen Vorstellung vom "heiligen Jakobus"
(siehe oben) gibt es hier also beim Thema Gewalt eine Parallele. Und es ist vor allem die Kopflastigkeit des evangelischen Glaubens, weswegen die katholischen Pilgerwege zunehmend auch von evangelisch Gläubigen wie Andreas H. gegangen werden, und dies gilt eben vor allem für den so genannten Jakobsweg nach Spanien.
 
So könnten dem Verbrechen also sowohl evangelische als auch katholische Wurzeln zugrunde liegen - nicht oberflächlich und nicht vordergründig, aber von den etwas tiefer liegenden Schichten der Seele her und aufgrund der Jahrhunderte langen Indoktrination im evangelisch bzw. katholisch konfessionellen Geist. Und solange die evangelische Kirche ihre Lehre der Verharmlosung von Gewalt nicht ändert und solange die katholische Kirche mit einem solchen Kult wie der Jakobus-Wallfahrt, der von seinen Hintergründen her mit Krieg, Mord und Gewalt verbunden ist, nicht aufhört und solange sie den dafür tatsächlich oder angeblich verantwortlichen "Heiligen" weiterhin ungeniert Kriegstreiberei und Gewalttaten zuschreibt, solange tickt hier unterschwellig eine Zeitbombe, die vielfach unterschätzt wird. Vordergründig gibt man sich "entspannt" und "friedfertig", doch was kocht alles "unter der Oberfläche" wie das Magma in einem aktiven Vulkan? Und ähnlich ist es dann vielfach beim einzelnen Gläubigen.
In unserer Studie über den Amoklauf von Winnenden haben wir bereits erörtert, welche falschen "Vorbilder" sowohl Martin Luther als auch ein großer Teil der katholischen Heiligen sind. Und wir haben dafür plädiert, dass es notwendig ist, sich diese gewalttätigen und teilweise blutrünstigen Männer nicht mehr zum Vorbild zu nehmen und die gesellschaftlichen Ehrungen für sie endlich zu beenden. Auch sollten die Lehrpläne in den Schulen nun im 21. Jahrhundert der traurigen Wahrheit entsprechend korrigiert werden. Denn geraten Nachfolger Martin Luthers oder der katholischen Heiligen in massive persönliche Konflikte - wie z. B. einen Autoritätskonflikt in Verbindung mit Sexualität oder z. B. der Gier nach mehr Geld - besteht die Gefahr, dass sich das Verdrängte einen mörderischen Weg bahnt und der Vulkan ausbricht bzw. die versteckten Bomben zur Explosion gebracht werden.

Der Waffendiebstahl aus dem eigenen Schützenverein

Sicher ist: Als Andreas Häussler am 29.10.2008 im Luthergemeindehaus der Lutherkirche Eislingen seinen Vortrag über den Pilgerweg nach Santiago de Compostela hielt und dort auch über seinen evangelischen Glauben sprach, da hatte er gerade ein Verbrechen hinter sich - nämlich den Einbruch in das Schützenhaus der Schützengilde SGi Eislingen zwischen dem 3. und dem 8.10.2008. Der inhaftierte Schüler ist selbst Mitglied im Schützenverein SGi Eislingen und schoss dort in meheren Gewehrklassen, auch mit den späteren Tatwaffen, zwei Kleinkaliberpistolen. Die Schützengilde Eislingen e.V. entfernte sein Bild und seinen Namen allerdings kurz nach der Tat von ihrer Homepage. Und auch Frederik B. war bis vor kurzem Mitglied und Sportschütze dort gewesen. Die Vorstandschaft der Schützengilde zeigte sich "entsetzt und fassungslos, dass unser ´Sunnyboy` uns monatelang den netten und hilfsbereiten Kameraden vorgespielt haben soll und nun zu so einer bestialischen Tat fähig sein soll" (http://www.schuetzengilde-eislingen.de/) - wenigstens ehrliche und klare Worte im Unterschied zu manch scheinheiligen Phrasen von der Kanzel.

Der Sportschütze "Andi H." hatte dann Anfang Oktober zusammen mit B. aus seinem Vereinsheim zunächst 16 Sportpistolen und Munition entwendet, worauf der Schützenverein sein "Sicherungssystem" überarbeitet hatte. Woher die beiden Täter die Schalldämpfer hatten, war zuletzt noch ungeklärt. Zwei der gestohlenen Waffen kamen dann in der Nacht vom 9. auf den 10.4.2009 zum Einsatz gegen Menschen. Die beiden jungen Männer ermordeten damit die Familie des einen Täters. Und Frederik B. verriet der Polizei bald das Versteck der übrigen Waffen. Hatten Andreas Häussler und Frederik B. schon damals im Oktober entschieden, Andreas Häusslers Mutter, seinen Vater und seine beiden Schwestern zu ermorden? (Die Lokalzeitung veröffentlichte ein Familienfoto, das zeigt, wie Andreas Häussler an Weihnachten 2008 freundschaftlich den Arm um die Schulter seines Vater legt; http://www.suedwest-aktiv.de/region/geislingerzeitung/aus_stadt_und_kreis/4280952/artikel.php?SWAID=33c08b5b286131570a66674a8f8e3a28). Und was hatten die beiden Schüler mit den anderen Waffen noch vor?

Ein Igel lebend auf den Grill gelegt: Die Täter haben für das Massaker geübt

Wie Menschen zu einer solchen "bestialischen Tat" fähig werden, kann auch dadurch erklärt werden, wie sich die beiden jungen Männer auf das Massaker vorbereiteten. Vor der Tat hatten Häussler und B. nämlich zuvor mehrfach an Tieren "geübt". Nach der Lehre ihrer Kirche haben die Tiere keine unsterbliche Seele und sind auch nicht in dem Maße leidensfähig wie ein Mensch, was bei vielen Kirchenmitgliedern ohnehin die Hemmschwelle für Tierquälerei und Tiermord senkt. Dennoch weiß jeder, der ein Gespür für Tiere hat, dass die Kirche auch hier die Menschen in die Irre führt.
Mit Luftdruckgewehren erschossen die beiden jungen Männer zunächst Schnecken
(Stern Nr. 20/2009). Dann wurde die Dosierung der Grausamkeit offenbar erhöht. "Erst töteten sie eine Katze des Nachbarn im Sack, dann schlugen sie eine Gans tot und legten einen lebenden Igel auf den Grill. Irgendwann waren sie dann brutal genug für den ungeheuerlichen Vierfachmord," (faz.net, 2.4.2010). Zunächst haben die Täter also versucht, mit Grausamkeiten gegen Tiere ihr Gewissen abzutöten, was ihnen offenbar "gelungen" ist. Auf diese Weise bewahrheitete sich auch das Wort des russischen Schriftstellers Leo Tolstoj: "Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt". Das Ergebnis: "Der Vorsitzende Richter sagte, die jungen Männer hätten mit ´extremer Gefühlskälte` gehandelt" (faz.net, 2.4.2010).

Gefängnis statt Kirchenwanderung und Pilgerreise nach Rom

Andreas Häussler plante als nächstes, nach Rom zu pilgern (Bild, 12.4.2009) bzw. in den Vatikan. Und gibt es hier vielleicht auch eine Querverbindung zum persönlich sexuellen bzw. erotischen Bereich. Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann sagte in einem Interview z. B.: "In keinem Beruf ist der Anteil der Homosexuellen so hoch wie im katholischen Klerus - und da wiederum: je höher in der Hierarchie, desto größer der Prozentsatz. 60 % des Vatikans sind homosexuell" (zit. nach Das Weisse Pferd Nr. 6/2002). So könnte durchaus gefragt werden: War es vielleicht auch dieses Milieu in Rom, das den jungen Protestanten Andreas H. womöglich mit angezogen hat? Was schon zuvor auf ihn Einfluss nahm, als er sich für einen römisch-katholischen Pilgerweg entschied? Denn im puritanischen schwäbischen Pietismus haben "homoerotische Neigungen" demgegenüber nicht annähernd diesen Platz wie im Umfeld des Stuhles Petri im Vatikan.
Zuvor war in der Festschrift 100 Jahre Kaufmännische Schule Göppingen noch eine von Andreas Häussler angebotene "Wanderung auf dem Göppinger Jakobusweg" für den 4.7.2009 angekündigt, "vorbei an Kirchen und schöner Landschaft. Der Weg geht von der Kirche in Hohenstaufen bis zur Stiftskirche in Faundrau" (ks-goeppingen.de). Doch beides kann er jetzt erst einmal nicht tun, denn so schnell wird er das Gefängnis nicht verlassen können.
 
Am Samstag, den 18.4.2009, fand in der Lutherkirche in Eislingen zunächst der evangelisch-lutherische Trauergottesdienst für Hansjürgen, Else, Ann-Christin und Annemarie Häusler statt. Pfarrerin Kathinka Korn sprach dabei auch von einem "gespenstischen Ausbruch blindwütiger Gewalt" (Bild, 18.4.2009). Die Indizien sprechen demgegenüber allerdings eher von einer gezielten langfristigen Planung des Massakers. Und warum? Die lutherische Pfarrerin predigte hierzu, "der Unbeantwortbarkeit solcher Fragen standzuhalten" (Spiegel online, 21.4.2009). Ja mehr noch: Antworten auf die Fragen zu suchen und auch welche zu finden hieße, "sich zu versündigen an dem Gott, dessen Namen wir in diesem Trauergottesdienst anrufen". Und ihr Kirchengründer Martin Luther lehrte gar: "Die schwersten Anfechtungen sind, wenn der Teufel uns dahin bringt, dass wir nach den Ursachen des Wohlergehens und des Unglücks forschen" (Tischreden, Luther Deutsch, Stuttgart 1960, Nr. 678). Doch Wahrheitssucher und auch der Wahrheit verpflichtete Journalisten lassen sich von solchen kirchlichen Irreführungs-Strategien nicht einschüchtern. Es ist nämlich genau umgekehrt: Wer, wie die evangelischen Theologen, ein "Geheimnis Gottes" lehrt, der versündigt sich an dem Schöpfergott, der nämlich überhaupt kein Geheimnis kennt. Nur die Kirche verbrämt ihre eigene Ignoranz und ihren geistigen Tod als ein "Geheimnis" und geht aggressiv gegen alle vor, welche dieses ihr Geheimnis lüften könnten. Die Zeitung Bild schreibt z. B.: "Wollte Andreas mit Hilfe seines Freundes aus dem strengen Familienleben ausbrechen?" In der Kirche wird man dieser Frage vielleicht nicht bis auf den Grund gehen. Denn dort hält man es eben lieber mit den eigenen "Geheimnissen" statt mit der Aufklärung.
Nach dem Trauergottesdienst war die Beisetzung der Toten auf dem Friedhof Eislingen-Süd. Der Sohn und Bruder Andreas war nicht dabei.
Sein Antrag, teilnehmen zu können, wurde von der Haftrichterin abgelehnt.

Winnenden und Eislingen: Fünf Studentinnen bzw. Absolventinnen
der Pädagogischen Hochschule ermordet

PS: Erst am 7.4.2009 hatte ein 60-Jähriger Sportschütze in Landshut im Gericht seine Schwägerin und sich selbst erschossen.
Und: Nach dem Mord an den Lehrerinnen Nina Mayer, Michaela Köhler und Sabrina Schüle in Winnenden sind erneut zwei Studentinnen der Pädagogischen Hochschule, der PH Schwäbisch Gmünd erschossen worden. Denn auch die beide Schwestern des jungen Mörders, die von ihren Freunden "Chrissi" und "Mimi" genannt wurden, studierten dort. Nina Mayer, Michaela Köhler und Sabrina Schüle hatten die Pädagogische Hochschule bereits erfolgreich absolviert. Am 22.4.2009 fand dort eine Trauerfeier für die fünf in Winnenden bzw. Eislingen Ermordeten statt.
Eine weitere Parallele: Der Rechtsanwalt von Andreas Häussler soll auch die Eltern von Tim Kretschmer vertreten.

Eventuell noch weitere Querverbindungen zum Amoklauf in Winnenden und Wendlingen sind zum Teil spekulativ (siehe z. B. hier) (Eislingen liegt ca. 20 km östlich von Wendlingen). Allerdings stößt die Tat des einen oft die Tat eines anderen an. Massiv unterschätzt werden dabei in der Regel hasserfüllte Gedanken oder Gefühle, denen man freien Lauf lässt. Diese sind geistige Energien, und man könnte sich fragen, ob diese bei einem labilen Menschen über Telepathie nicht auch eine hasserfüllte Tat anstoßen können? Der Täter lädt dann zwar unermessliche Schuld auf sich. Doch wer ist alles noch beteiligt gewesen, eventuell als Anstifter?
Offen ist zudem die Überlegung,
ob es eine religiöse Bedeutung haben könnte, dass die Morde von Eislingen am Gründonnerstag und am Karfreitag durchgeführt wurden, direkt am Beginn der Passions- und Osterfeierlichkeiten der Kirche. War es nur der "günstige" Zeitpunkt, da die Eltern am Abend zunächst außer Haus waren? Oder wurde der Termin auch "passend" zum Kirchenjahr gewählt?

PS: Vgl. zu dieser Studie auch den preisgekrönten Kinofilm Das weiße Band über die äußere und subtile Gewalt in einem evangelischen Pfarrhaus des letzten Jahrhunderts.

Ungeklärtes Erbe - Wer erhält das Vermögen?

Im Jahr 2010, während der Prozess gegen den Sohn und seinen Freund noch andauert, ist nun ein "bizzarer Erbschaftsstreit" um die Million entstanden, welche Familie Häussler hinterlässt, darunter zwei Häuser, eine Eigentumswohnung, zwei Bankdepots, eine Lebensversicherung, sowie Grundstücke in Thüringen und Texas/USA. Andreas Häussler, der Sohn und Mörder, wurde vom Landgericht für "erbunwürdig" erklärt. Entscheidend für die Nachlassfragen ist jetzt, wer von den Eltern zuerst starb. Starb Else Häussler zuerst, ging das Vermögen rein rechtlich zunächst an ihren Mann und dann wenige Augenblicke, Minuten oder Stunden später, als auch dieser starb, an die Verwandten des Mannes. Starb Hansjürgen Häussler zuerst, ging das Vermögen rein rechtlich zunächst an seine Frau und dann wenige Augenblicke, Minuten oder Stunden später, als auch diese starb, an die Verwandten der Frau. Auch eine Einigung beider Parteien auf einen gleichzeitigen Tod ist möglich, was zur Folge hätte, dass das Erbe aufgeteilt wird. Zwar wurde auf den Mann zuerst geschossen, doch könnte er, wenn er langsam verblutet wäre, auch erst nach seiner Frau gestorben sein. Beide Seiten haben sich Anwälte genommen (Bild, 25.3.2010).

Das Gerichtsurteil: Lebenslange bzw. 10 Jahre Haft

Am 31.3.2010 erging das Urteil gegen das Duo. Lebenslang mit Feststellung der "besonderen Schwere der Schuld" für Andreas Häussler und 10 Jahre Jugendstrafe für Frederik Begenat. Bei ihm wurde strafmildernd gewertet, dass er offenbar an dem "Asperger-Syndrom", eine Art Autismus leide. Vor den Morden hatten die beiden auch mehrere Einbrüche in einen Supermarkt und in einen Tennisclub verübt. Außerdem waren sie in der Eislinger Schützengilde eingebrochen und hatten die Tatwaffen sowie 15 weitere Waffen gestohlen.

 



20.4.2009 - Neues Kochbuch in der evangelischen Kirche: "Von allen guten Geister verlassen"? - Im Auftrag des Lutherischen Weltbunds (LWB) erschien jetzt im evangelischen Kreuz-Verlag in Stuttgart das Kochbuch
Unser tägliches Brot – Rezepte, Gebete und Geschichten zum Grundrecht auf Nahrung. Eines der vielen dort vorgeschlagenen Fleisch-Rezepte: "Christlich gebratenes Meerschweinchen" - mit detaillierten Anweisungen, wie man das getötete Tier dafür auseinander nimmt; vom "Häuten" über das Herausnehmen der Organe bis hin zum Zerschneiden des Tieres. Nur: Wie genau man das Tier zuvor umbringt, überlassen die Lutheraner der Phantasie der Gläubigen. Tierschützer hatten protestiert und "fürchten, dass gerade jugendliche Meerschweinchenbesitzer das Rezept nachkochen könnten" (Bild, 20.4.2009).
Anlass für das Buch sei die
Vollversammlung des Lutherische Weltbundes, ein geplantes Treffen von 400 evangelisch-lutherischen Kirchenführern vom 20.-27.7.2010 in Stuttgart. Das Thema des Kirchentreffens: "Unser täglich Brot gib´ uns heute" (vgl. dazu auch unseren Artikel zum Vaterunser). Die Kirche verteidigt in diesem Zusammenhang ihre Fleischrezepte, und man kann jetzt schon davon ausgehen, dass viele Tiere für den Gaumengenuss der Kirchenführer ihr Leben lassen müssen, darunter vielleicht auch erstmals Meerschweinchen. "Meerschweinchen-Braten" ist z. B. in den Anden "ein ganz wichtiges Lebensmittel", so die Vize-Generalsekretärin des Lutherischen Weltbundes. In der Schweiz ist der Verzehr jedoch verboten, in Deutschland allerdings erlaubt.
Die kirchlich empfohlenen Fleisch-Rezepte sind auch deshalb Stein des Anstoßes, da der weltweite Fleischkonsum nachweislich und maßgeblich mitverantwortlich für die weltweiten Hungersnöte sind.
Zu diesem Thema einige Links aus dem
Verlag Das Weisse Pferd:
Mehr zum neuen Kochbuch aus den Reihen der Kirche siehe
http://www.bild.de/BILD/regional/stuttgart/aktuell/2009/04/18/meerschweinchen-braten/zoff-um-ekel-kochbuch-der-stuttgarter-kirchen.html. Die Boulevardzeitung Bild kommentiert: "Sind die denn von allen guten Geistern verlassen?"
(18.4.2009)

Und weiter zum Hintergrund: Jesus und die ersten Christen beendeten einst den "selbstverständlichen" gewordenen Fleischkonsum (siehe dazu Der Theologe Nr. 7). Und der Kirchenvater Hieronymus, von der katholischen Kirche "heilig" gesprochen, erklärte im 4. Jahrhundert: "Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt; aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft; wie man in der Wüste dem murrenden, sinnlichen Volk Wachteln vorwarf. Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen" (Adversus Jovinianum I, 18).
Die Kirche jedoch sprach den Tieren die unsterbliche Seele und die Leidensfähigkeit ab und schuf die geistigen Voraussetzungen für die heutige Massentierhaltung und den hemmungslosen weltweiten Fleischkonsum. Das neue Kochbuch ist nur ein weiteres Glied in der Kette dieses Schreckens.

Eine Alternative
: Das Kochbuch Tiere leben lassen - vegetarisch und vegan kochen; Gabriele-Verlag Das Wort; nähere Information: 09391/504-135, info@gabriele-verlag.de
 



12.4. / 13.4.2009 - Osterpredigt: Bischof Walter Mixa lenkt von den Verbrechen der Kirche ab und beschuldigt Atheismus -
Mit einer faustdicken Geschichtslüge wartete Bischof Walter Mixa aus Augsburg am Ostersonntag auf. Die Nazi-Verbrechen seien ein Beweis dafür, dass "praktizierender Atheismus" unmenschlich sei. Der Katholik Adolf Hitler jedoch, der übrigens bis zu seinem Selbstmord am 30.4.1945 immer pünktlich Kirchensteuer zahlte (siehe hier), rechtfertigt in einem Gespräch mit Bischof Hermann Wilhelm Berning von Osnabrück vom 26.4.1933 die Judenverfolgung damit, "dass er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirche in 1500 Jahren gegen sie getan habe" (zit. nach Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1981, S. 406). Der Bischof führte seinerseits einige Beispiele für Verbrechen aus atheistischer Gesinnung an, doch der Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner schreibt zusammenfassend: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit ... keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
Zu den "Nazi-Verbrechen", die Bischof Walter Mixa als Aufhänger für seine Atheismus-Beschimpfung diente, im einzelnen:
Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der Holocaust
Der Theologe Nr. 85 - Die katholische Kirche und der Holocaust

Siehe dazu auch ausführlicher
:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,618696,00.html
Wie sehr die Kirche das gesellschaftliche Klima seit Jahrhunderten vergiftet hat, dafür gibt z. B. auch ein Forumsbeitrag bei
Spiegel online (13.4.2009), einen Hinweis. Der Beitrag kritisiert Bischof Walter Mixa mit den Worten: "Nicht jeder Atheist ist ein potenzieller Massenmörder. Umgekehrt ist nicht jeder Katholik ein Widerstandskämpfer. Was maßt sich dieser Mensch [Mixa] eigentlich an?"
Dennoch spiegelt sich in diesem sicher gut gemeinten Beitrag auch unbewusst die Jahrhunderte lange Indoktrination durch die Kirche. Denn was eigentlich den Bischof kritisieren soll und zugunsten der Atheisten gedacht war (nicht jeder sei "ein potenzieller Massenmörder"), trägt immer noch unterbewusst die katholische Handschrift. Wieso? Man braucht nur einmal probeweise den Spieß umzudrehen und angesichts der Verbrechen der Kirche und zugunsten der kirchlich Gläubigen den Standpunkt vertreten: "
Nicht jeder Katholik ist ein potenzieller Massenmörder". Wäre das wirklich ein Satz zugunsten der Katholiken?
 



10.4.2009 -
 Karfreitag: Jesus starb keinen Sühnetod - Die Irrlehre und das Ende des kirchlichen Christentums:
Jesus starb keinen Sühnetod - Geistige Hintergründe der Kreuzigung von Jesus
Die evangelische Nachrichtenmagazin
idea schreibt über den zum Katholizismus zurück gekehrten ehemaligen evangelischen Theologieprofessor Dr. Klaus Berger: "Wenn sich die Vorstellung durchsetze, dass Jesus Christus nicht für die Sünden der Menschen gestorben sei, gerate das Christentum an sein Ende, erklärt der Katholik in einem Interview mit der in Berlin erscheinenden Wochenzeitung ´Junge Freiheit`" (10.4.2009).
So ist es. Das kirchliche Christentum besteht im Kern aus "geistig Toten", welche die heidnische Sühnopfervorstellung, dass man angeblich durch ein blutiges Opfer einen "Zorn Gottes" sühnen könne, auf Jesus von Nazareth übertragen haben. Dagegen hatten auch schon die großen Propheten Israels ihre Stimme erhoben.
Und heute ist dieses Sühnopfer-Christentum faktisch am Ende und wird vor allem noch durch staatliche Milliarden-Subventionen am Leben erhalten, auch wenn es sich im Einzelfall noch wehrt.
Hierzu noch eine weitere Überlegung zum Nachdenken: Wenn Jesus die Sünden der Menschen "gesühnt" und auf sich genommen hätte, wie behauptet wird, dann müsste es doch heute in der Welt anders aussehen. Wenn also Jesus am Kreuz die Sünden am Kreuz angeblich weg genommen habe, dann müssten die Menschen doch frei davon sein. Doch in Wirklichkeit tragen die Menschen, auch die "wiedergeborenen" Christen, schwer an ihren Sünden. Und sie tragen vielfach dazu bei, den Planeten Erde in den Abgrund zu stürzen. Und manche andere, die sagen, mir sind die Sünden wirklich weg genommen, sind oft nur gewissenlos, d. h. ihr Gefühlsleben ist blockiert. Doch das hat alles Jesus, der Christus, nicht gewollt. Die Gewissenlosigkeit zeigt sich z. B. auch im Umgang der kirchlichen Christen mit den Tieren. Deshalb abschließend:
Eine nachdenkliche Osterbotschaft
 


 
6.4. / 11.4.2009 -
Strafuntersuchung gegen "Schwachkopf" wegen "falschen Alarms" - Forscher sagte Erdbeben in Italien voraus / Es ist wie in den Tagen Noahs / Hilft den Menschen der katholische "Schutzheilige"? / Papst schickt "heiliges" Öl - Weil seine Vorhersage eines schweren Erdbebens voraussichtlich am 29.3.2009 in den Abruzzen an eben diesem vergangenen Sonntag nicht eintraf, wurde gegen den Physiker und Erdbebenforscher Giampaolo Giuliani eine Strafuntersuchung eingeleitet. Der Erdbebenforscher hatte beobachtet, dass aus dem Erdinneren in der Region vermehrt das radioaktive Gas Radon freigesetzt wurde - für ihn ein klares Zeichen für ein bevorstehendes Erdbeben - und er hatte sofort Alarm geschlagen. Doch er hatte sich beim möglichen Datum um acht Tage vertan und beim Ort um ca. 60 km.
Als am 29.3.2009 dann das von ihm befürchtete Erdbeben nicht eintrat, wurde der Erdbebenforscher deshalb wegen "Verbreitung eines völlig überflüssigen ´Fehlalarms`"
(spiegel.de, 6.4.2009) von Behördenvertretern beschimpft.

Zeichen und Warnungen

Der Leiter des italienischen "Zivilschutzes", Guido Bertolaso, drohte gar mit einer "exemplarischen Bestrafung" und war zornig auf "diese Schwachköpfe, die sich damit amüsieren, Falschmeldungen zu verbreiten" (zit. nach Bild, 6.4.2009). Doch man hätte die Zeit auch nützen können, um zumindest vorsorglich zur erhöhten Wachsamkeit aufzufordern und vorbeugende Zivilschutzmaßnahmen zu aktivieren. Oder wenigstens die Anzeichen für ein mögliches Beben zu prüfen. Spätestens bei den ersten kleineren Beben wenige Stunden vor dem großen, hätte man normalerweise reagieren müssen, wenn man den erfahrenen Physiker nicht als "Schwachkopf" betrachtet hätte. Doch es geschah nichts.
Und so gibt es immer "Zeichen", durch die auch die geistige Welt die Menschen warnen möchte. Die Einschätzung von Giampaolo Giuliani sei "nicht wissenschaftlich fundiert gewesen", so verteidigen sich jetzt die italienischen Behörden
(Münchner Merkur, 6.4.2009). Anders der Wissenschaftler: "´Es ist nicht wahr, dass man Erdebeben nicht vorhersagen kann`, meint er. Seit zehn Jahren können wir Ereignisse im Umkreis von 150 km unserer Sensoren prognostizieren. Auch die klassische Technik hätte das Beben vorhersagen können, wenn jemand vor Ort gearbeitet und sich entsprechende Sorgen gemacht hätte." "Mit seinem Verfahren habe er bereits das letzte schwere Beben in Italien vor sieben Jahren vorhergesagt wie auch das Seebeben, das 2004 den asiatischen Tsunami auslöste" (Spiegel online, 6.4.2009).

Wie in den Zeiten des "Endzeitjüngers" Noah

Doch auch wenn die Methoden des Erdbebenforschers noch nicht von allen Wissenschaftlern anerkannt ist: Bis jetzt ist auch noch nicht zu 100 % "wissenschaftlich fundiert", dass z. B. die Klimakatastrophe hauptsächlich menschliche Ursachen hat. Dies wird nämlich von ein paar Lobby-"Wissenschaftlern" der Hauptverursacher bestritten. Das ist immer so. Und das wäre auch in 500 Jahren noch nicht anders, wenn es noch so lange gehen würde ...
Es ist wie in den Tagen Noahs
oder wie zu den Zeiten des Untergangs von Pompeji. Damals nahmen die Menschen z. B. die Warnung vor einer drohenden Flutkatastrophe nicht ernst. Und auch wer heute vor einem apokalyptischen Szenario in naher Zukunft warnt, wird immer noch als "Endzeitjünger", "Sektierer", "Panikmacher" oder "Schwachkopf" verspottet. So, wie auch Noah einer war (vgl. unsere Meldung hier).

Das Skelett des Schutzpatrons wurde unversehrt geborgen

Hintergründe zur Region L´Aquila: Schrecken und Verzweiflung in Mittelitalien über 289 Tote und zahlreiche Schwerverletzte nach dem schweren Erdbeben von L´Aquila. Das Leid ist riesengroß, Mitgefühl und Hilfe unbedingt notwendig. Am Freitag, den 10.4.2009, fand eine große Staatstrauerfeier in L´Aquila statt. Diese war verbunden mit einem römisch-katholischen Gottesdienst.
Der römisch-katholische Schutzpatron der Stadt ist der "heilige" Papst Cölestin V. (1215-1296). Seine Leiche bzw. die "Reliquien" liegen in der Basilika Santa Maria di Collemaggio auf einem Hügel vor L´Aquila. Doch bei der Basilika brachen durch das Erdbeben die Mauern zusammen und begruben auch die Knochen Cölestins unter sich. Am 9.4.2009 wurde dann das Skelett unversehrt "geborgen"
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-41476-10.html#backToArticle=618629).
Cölestin hatte die Basilika Santa Maria di Collemaggio vor seiner Papst-Zeit, damals noch als "Einsiedler" Pietro da Murrone, im 13. Jahrhundert bauen lassen. Und auch die Kathedrale aus der Renaissancezeit (16. Jahrhundert) stürzte teilweise ein.
Bereits wenige Monate nach seiner Wahl zum Papst "dankte" Cölestin V. unter nicht ganz geklärten Umständen wieder ab (1294). Sicher ist: Er wurde darauf hin von seinem Nachfolger, Papst Bonifatius VIII. (Papst von 1294-1303), verfolgt und verhaftet und starb schließlich streng bewacht hinter den Mauern einer engen Gefängniszelle - so die Geschichtsschreibung.

Der Beginn eines "neuen Zeitalters"

Für viele ist der "heilige" Cölestin, der Schutzpatron von L´Aquila, identisch mit einem so genannten "Engelpapst", der nach den Verheißungen des katholischen Sehers Joachim von Fiore (ca. 1130-1202) ein neues Zeitalter einleiten sollte, das vom Heiligen Geist erfüllt sei.
Und wenn es sich tatsächlich um den "Heiligen Geist" handeln sollte, der ein
neues Zeitalter nach dieser Vorhersage erfüllen würde, dann würden in einem solchen Zeitalter keine äußeren Kirchen aus Stein mehr aufgesucht werden. Auch würde man die "Schutzheiligen" bzw. "Schutzpatrone" (die Nachfahren der antiken Götzen) von ihrer "Aufgabe" entbinden, da sie ohnehin niemanden schützen können, und da immer mehr Menschen beginnen, sich einzig auf Christus in ihrem Inneren auszurichten.
In L´Aquila wäre es in den Tagen vor dem Erdbeben lebensrettend gewesen, wenn die Verantwortlichen auf den Erdbebenforscher Giampaolo Giuliani gehört hätten. Der "Schutzpatron" nützte nichts.
Übrigens: Bereits zwei Generationen nach dem Tod von Cölestin V., im Jahr 1349, gab es in Italien ein sehr schweres Erdbeben, wie es in den nachfolgenden 660 Jahren keines dieser Größe mehr geben sollte. Es war damals auch in L´Aquila - und nun eben im Jahr 2009 erneut ein Erdbeben dieses Ausmaßes und wieder in L´Aquila.

Papst wünscht "Ewige Ruhe" für die Opfer

Aktualisierung: Papst Benedikt "hilft" der katholischen Bevölkerung vor allem mit der Übersendung von angeblich "heiligem" Kult-Öl, das im Petersdom in Rom "geweiht" wurde. Das Öl soll u. a. die "Hoffnung stärken" (kathweb.at, 9.4.2009). Doch etwas Geld für alle betroffenen ärmeren Familien würde die Hoffnung wahrscheinlich sehr viel mehr stärken. Das sahen die Betroffene und Außenstehende auch so. Und so schrieb auch Spiegel online: "Die bisherigen Reaktionen des Kirchenstaats auf die Erdbebenkatastrophe hatten zum Teil Befremden ausgelöst: Am Donnerstag teilte der Vatikan mit, Papst Benedikt XVI. wolle den unter nächtlicher Kälte, Wassermangel und Stromausfall leidenden Menschen in den Abruzzen ´so bald wie möglich` Trost spenden - aber erst nach Ostern" (11.4.2009). Der Vatikan musste früher nachlegen, und nicht nur mit wohlklingenden Worten: Er tat es schließlich mit einer "Geldspende", Messbechern und 500 Ostereiern. Gleichzeitig appellierte er an entsprechende Stellen, die beschädigten Kunstschätze in den Kirchen zu "adoptieren" und damit offenbar die Kosten für die Restauration zu übernehmen, so dass am Ende der Vatikan womöglich wieder mehr nimmt als er gibt.
Den Opfern wünschte der Papst durch seinen Privatsekretär Georg Gänswein die "ewige Ruhe". Nach römisch-katholische Lehre kommen sie im Jenseits jetzt entweder in den Himmel oder in die Hölle oder über den Umweg des Fegefeuers in den Himmel. Das Urwissen der Menschen ist jedoch ein ganz anderes (siehe hier).

 




27.3. / 11.4.2009 -
Die vom Papst gesegneten beiden Lämmchen wurden am Karfreitag von einer Nonne erschlagen / Lammfleisch als Hauptgericht beim G-20-Gipfel in London / Kirchliche Feste wie Ostern als grausame Schlachtfeste - Alle Jahre wieder lässt der Vatikan am Gedenktag der "heiligen" Agnes, dem 21. Januar, zwei neu geborene Lämmchen neckisch präparieren (z. B. mit geflochtenen Kränzen auf dem Kopf) und anschließend vom Papst im Petersdom segnen. Aus deren Wolle webt man anschließend Schals für die Kardinäle. Dann lässt man sie am Freitag vor Ostern von einer Nonne erschlagen.
Hier sehen sie die kleinen Tiere, die man für das Jahr 2009 auswählte, noch lebend:
http://de.youtube.com/watch?v=p14wopYN1cQ&feature=channel_page

Die Nonne Emanuela aus dem Kloster Santa Cecilia schildert, was dann alle Jahre wieder passiert. Die Nonnen haben Gewissensbisse.
Doch der Vatikan verlangt es: "Am Karfreitag muss eine der Nonnen in den Keller steigen, ein scharfes Beil holen und in den Klostergarten gehen. Keine der Nonnen mag die Lämmer töten, ... also wechseln sich die Nonnen ab" (Hamburger Abendblatt, 29.6.1995; mehr dazu hier).
Und so begann nach der Segnung die Galgenfrist für die Tiere. Und mittlerweile war es wieder so weit: Eine Nonne hat auch 2009 die vom Papst gesegneten Lämmchen mit einem Beil erschlagen.

Eine Osterbotschaft für 2009:

"Höret des HERRN Wort ...: ´Ich habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke ... Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel` ... Und wenn ihr auch viel betet, höre Ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut."
(Der Prophet Jesaja, 1, 11.13.15)

Würden die reichen und übersättigten Menschen weitgehend auf den Fleischkonsum verzichten, könnten alle Menschen auf dem Planeten Erde ernährt werden, und die Erde könnte sich von der Belastung durch die extreme Viehwirtschaft erholen. So aber werden die Getreidevorräte weltweit für die Tiermast in der künstlich erzeugten Massentierhaltung verfüttert. Und dafür werden auch die Wälder, die grünen Lungen des Planeten, abgeholzt (vgl. dazu
http://www.das-weisse-pferd.com/04_06/fleisch_regenwald.html
)
. Die Erde wird mehr und mehr zerstört. Dafür wird diese selbstgerechte Generation sicher einst zur Rechenschaft gezogen werden. Und die Abrechnung wird wohl alles in den Schatten stellen, was bisher gewesen ist. Jesus wird auferstehen. Und dann wird dieses andere bald alles beendet sein.

Doch die beiden am Karfreitag erschlagenen Lämmer sind nicht die einzigen Opfer des kirchlichen Brauchtums. Obwohl Gott durch den Propheten Jeremia das Gegenteil lehrte (Jeremia 7, 22: "Ich habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern"), wurden bereits im Judentum auf Anweisung der alttestamentlichen Priester alljährlich zum Passahfest, zum Gedenken an dem Auszug aus Ägypten, die Lämmer geschlachtet. Daran anknüpfend schlachtete die Kirche im Altertum ebenfalls Lämmer und die Kirchenchristen brachten das Fleisch an den Altar zur Segnung. Jetzt sollte das geschlachtete Tier den hingerichteten Jesus symbolisieren. Obwohl auch Jesus niemals lehrte: "Bringt alle Jahre wieder ein blutiges Lamm zu meinem Gedenken". Vom Altar holten sich die Kirchenchristen den "gesegneten" Lammbraten dann wieder ab und verspeisten ihn am Ostersonntag zum Wohlgeschmack für ihren Gaumen. Ab dem 16. Jahrhundert wurden dann vielfach ersatzweise junge Hasen erschossen, so dass heute sowohl Lamm- als auch Hasenbraten "traditionelle" Ostermenüs sind.

Im Judentum war der Fleischkonsum immerhin noch gezügelt und war mit religiösen Schlachtopfern verbunden. Im kirchlichen Christentum wurden die Schlachtopferaltäre durch die Schlachthöfe ersetzt, wo täglich Tausende unschuldiger Tiere rücksichtslos und ohne ausreichende Betäubung für den menschlichen Gaumen und zum Schaden der menschlichen Gesundheit geopfert werden.
Was Jesus, der Christus damit zu tun hat oder angeblich damit zu tun haben soll, lesen Sie
hier.

Das bevorstehende Osterfest ist neben Weihnachten das grausamste Schlachtfest des Jahres, das in den nächsten Tagen auch wieder Millionen zusätzlichen Tieren das Leben kostet, wobei das Sterben meist mit folterähnlichen Qualen verbunden ist.

Auch der G-20-Gipfel der mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt in London wurde von der Speisekarte her schon kirchlich "vorösterlich" garniert. Hauptspeise am 1.4.2009 war Lammschulter. Erstmals wird jedoch erwähnt, dass eine vegetarische Alternative angeboten wurde, "Liebstöckel- und Kartoffelknödel (Bild, 1.4.2009).

Als weitere Alternativen hier eine große Auswahl vegetarischer Rezepte:
http://www.gzl.com/rezepte/index.html


 



11.3.2009 / 3.2.2011 - 17-jähriger Amokläufer ermordete 15 Menschen und sich selbst / Kirche verharmlost Gewalttaten ihrer "Vorbilder" / Wie viele ehemalige Mitschüler wollte der jugendliche Amok-Schütze töten? / Hintergründe zur Tat / Ökumenischer Gottesdienst und Gemeinsame Gedenkfeier ausgerechnet in einer nach einem "blutigem" Inquisitor benannten Kirche - Angehörige und Freunde der Opfer des furchtbaren Blutbades in der Albertville-Realschule in Winnenden, sowie in einer benachbarten psychiatrischen Klinik und im Autohaus Hahn in Wendlingen, machten und machen schlimme Stunden durch. Tim Kretschmer, ein 17-jährige Schüler einer kaufmännischen Privatschule in Waiblingen, erschoss acht Schülerinnen, einen Schüler, drei Lehrerinnen, einen Handwerker, einen Autoverkäufer und einen Kunden eines Autohauses, zuletzt sich selbst. Im Jahr 2008 hatte der Jugendliche aus dem Leutenbacher Ortsteil Weiler zum Stein an der Albertville-Realschule seinen Realschulabschluss erfolgreich absolviert. Geplant war offenbar der Mord an weiteren Schülerinnen, eventuell Schülern. Doch wegen der schnellen Ankunft der Polizei, bereits drei Minuten nach dem Alarm, musste der Täter fliehen, bevor er Munition auf weitere Schüler und Lehrer abfeuern konnte.

Mehr zu den Hintergründen:
Fragen, die man sonst nicht stellt

"Fit für´s Leben"?

Der Kindertraum von "Weltmeister"

... und das Mittelmaß des praktischen Lebens

Martin Luther, der frustrierte "Befreier" und die Gegenwart

Das falsche Geschichtsbild des konfessionellen Religionsunterrichts

Wie automatisch gehen fast alle in die Kirche

Massaker aus der Sicht der Opfer und der Täter

Falsche Vorbilder und nicht aufgearbeitete Geschichte

Killer-Spiele und reale Grausamkeiten der Geschichte

Eine Gedenkfeier, bei der vieles nicht gesagt wird

Kirche projiziert eigenes Unvermögen auf Gott

Eine Verbrechen bahnt sich an: Die verharmloste Macht der Gedanken

Der 11. März und die Gleichzeitigkeit von Ereignissen

Der mögliche Anlass für den Amoklauf

Was tun bei persönlichen Niederlagen und nicht erwiderter "Liebe"?

Die unmittelbare Vorgeschichte der Amok-Morde

"Abfolge gezielter Exekutionen"

Der positive oder negative Einfluss der Religion

15 Kerzen und das Schicksal - Lebensaufgaben auf der Erde

Genügt allein der Glaube oder wird jeder Täter seine "Früchte" ernten?

Tim Kretschmer: Menschen umbringen für die Berühmtheit und zum "Spaß"

Ein Massenmörder an Frauen als Tim Kretschmers Vorbild

Nackte gefesselte Frauen im Internet und auf dem Scheiterhaufen

Verschwörungstheorien und kirchliche Ignoranz

Hochmut und Demut

Beerdigungen, Trauerarbeit und weitere Folgen

Die Gefahr weiterer Taten

Die Sinnkrise hinter den Verbrechen

Der Tod bei Gewaltverbrechen oder Unfällen

Ein "Engel" mit dem "Strafschwert" und der helfende Gott
 

Fragen, die man sonst nicht stellt

Gleich am Abend nach dem Massaker fand ein ökumenischer Gottesdienst statt. Dieser war jedoch ausgerechnet in der römisch-katholischen Kirche St. Borromäus bzw. St. Karl Borromäus Winnenden, benannt nach dem bekannten Inquisitor und "Hexenschlächter" Karl Borromäus, der im 16. Jahrhundert furchtbare Massaker durchführen ließ*. Die meisten der Opfer waren evangelisch-lutherisch oder römisch-katholisch, und auch der Amokläufer, Tim Kretschmer aus Weiler zum Stein, Gemeinde Leutenbach, war evangelisch-lutherisch.
Das mag für manchen bedeutungslos erscheinen. Was allerdings anders wäre gewesen, wenn der Täter bzw. seine Eltern einer religiösen Minderheit angehört hätten, was sofort die kirchlichen "Sektenbeauftragten" auf den Plan gerufen hätte, die ja schon immer vor dieser "Sekte" gewarnt hätten. Deshalb möchten wir auch nicht abwinken, wenn es um das tatsächliche religiöse Umfeld geht, in dem der Täter aufgewachsen ist. Und deswegen enthält die folgende Studie zum Amoklauf in Winnenden auch einige Gedanken zu "heilig" gesprochenen "Inquisitoren" oder zum lutherischen Glauben. Damit möchten wir jedoch nicht den Angehörigen und Freunden der Getöteten in ihrer Trauer und ihrem Schmerz zu nahe treten. Was braucht sie in ihrer jetzigen Lebenssituation schon der Namenspatron einer Kirche (Borromäus) zu kümmern oder das gesellschaftliche "Vorbild" Martin Luther? Doch vielleicht ist es gerade ein solches furchtbares Ereignis, das in seiner gesellschaftlichen Aufarbeitung in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren einmal weiter gehende Fragen aufwirft, die man sich sonst nicht gestellt hätte.

"Fit für´s Leben"?

Die "Taufe" sei nach kirchlicher Lehre notwendig zum Heil, so lernen die Jugendlichen in ihrem konfessionellen Religionsunterricht. Doch spielt es angesichts dieser Katastrophe wirklich irgendeine Rolle, ob der Täter und seine Opfer als Säuglinge einst kirchlich getauft wurden oder nicht? Die Kirche, die wie immer anbietet, bei der Bewältigung der Tragödie zu helfen, sagt Ja. War der Täter denn getauft? Ja. Pfarrer Wolfgang Peter hatte Tim Kretschmer (* 26.7.1991 in Waiblingen) vermutlich noch im Jahr 1991 evangelisch-lutherisch getauft. Und bei seiner Konfirmation am 26.3.2006 in der evangelischen Kirche in Weiler zum Stein versprach Tim Kretschmer gegenüber Pfarrer Wolfgang Peter, dass er der evangelischen Kirche lebenslang die Treue halten wird. Unter der Überschrift "Fit fürs Leben" stand sein Name darauf hin im Gemeindebrief seiner Kirchengemeinde (http://www.elkw.de/gemeinde_assets/25405.pdf).
Und d
ie spontane Reaktion des evangelischen Pfarrers nach dem Massaker war: "´An ihn hätte ich eigentlich zuletzt gedacht.` Der [damals] 14-Jährige sei kein Einzelgänger gewesen, integriert" (nicht-jugendfrei-online.de).
Der Täter war z. B. in mehreren Vereinen aktiv. Als sehr guter
Tischtennis-Spieler spielte er zuletzt in der Bezirksliga beim TV Oeffingen (Der Verein drückte sein Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer aus unter tischtennis-oeffingen.de). Lange Zeit hatte er sogar einen eigenen Privat-Trainer, den kroatischen Spitzenmann Marko Habijanec, den der Vater für Tims sportliche Weiterentwicklung finanzierte. Zu seinem 11. Geburtstag arrangierte ihm sein Vater sogar ein Spiel mit dem damaligen Tischtennis-Europameister Timo Boll, und ein großes Vorbild war für ihn damals der deutsche Tischtennis-Meister und spätere Europa-Meister Jörg Roßkopf (Stern Nr. 13/2009). Und in den folgenden Monaten hatte es Tim Kretschmer sogar bis auf Platz 2 der Tischtennis-Jugend-Rangliste in Baden-Württemberg geschafft. Auch spielte er Fußball und war sportlich auch beim KSV Ispringen beim Armdrücken engagiert. Und zu seinem bevorstehenden 18. Geburtstag (dem 26. Juli 2009) stand schon ein Auto für ihn bereit, und auch am Steuer des Porsche durfte er mit väterlicher Begleitung schon fahren (Sunday Times, 15.3.2009,
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article5908602.ece)
.

Der Kindertraum vom "Weltmeister" ...

Der Jugendliche führte mit seinen Eltern insgesamt also ein wohlhabendes Leben, und er hatte auch schon einen zugesagten Ausbildungsplatz im Betrieb des Vaters, den er ja später übernehmen sollte, wovon er auch in seiner Schule offenbar ohne negativen Beigeschmack erzählt habe (Focus, 16.3.2009). Allerdings: "Welche Idee vom Leben, welche Pläne hatte er selbst?" so fragt unter anderem der Redakteur der Bild am Sonntag (15.3.2009). Doch: Hatte er überhaupt welche? Als Kind träumte er immerhin davon, "Weltmeister" im Tischtennis zu werden. Das ist für ein Kind nichts Ungewöhnliches, auch wenn es später nur "Kreismeister" wird oder noch nicht mal das. Die meisten werden deshalb nicht zu Verbrechern. Doch der Amoktäter hatte hier ganz offensichtlich ein riesiges Problem.
Und weiter wird jetzt gefragt: Hatte er Freunde, und wenn nein, wie es jetzt verschiedentlich heißt, warum nicht? Sein ehemaliger Tischtennis-Trainer beobachtete an ihm bereits Star-Allüren. Er "kritisierte Mitspieler, die auch zum Zuge kommen wollten oder mit ihm ein Team bilden sollen"
(Stern Nr. 13/2009). Und andere Mitspieler erinnern sich, dass er nicht verlieren konnte: "Er warf seinen Schläger hin, brach in Tränen aus, die ganze Welt war für ihn kaputt." Alles nicht sehr angenehm für andere. Inwiefern war der Jugendliche also auch nur annähernd "fit für´s Leben", was ihm die lutherische Kirchengemeinde drei Jahre zuvor zugesprochen hatte? Aber hat ihm jemand bei diesem "Fitness"-Ereignis auch beigebracht, wie man mit der Erkenntnis umgeht, dass die eigenen Leistungen auch bei großer Anstrengung eben meist nicht "spitze" sind und dass es meistens andere gibt, die einfach noch besser sind? Was hat er denn dort gehört? Zum Beispiel die Lehre von der angeblichen "Heilsnotwendigkeit" seiner einstigen Taufe, bei der er als Säugling - wie andere auch - gar nicht gefragt wurde. Oder die angebliche Wichtigkeit seiner Konfirmation, deren theoretischen Inhalten sich die meisten Jugendlichen zwar "notgedrungen" beugen, die für sie praktisch aber ohne große Bedeutung sind. Oder er lernt die teilweise abstrusen kirchlichen Theorien über das Abendmahl, bei der die Oblate entweder "real" in den Körper von Jesus verwandelt würde (römisch-katholisch) oder nur während der Feier "real" der Körper von Jesus sein soll (evangelisch-lutherisch). Aber er lernt nicht, woher z. B. sein weit übersteigerter Drang kommt, der "Beste" sein zu wollen. Und welche massive Schwäche zugrunde liegt, dass er dies offenbar mehr als andere braucht. Und wie er dieses extreme Defizit mildern oder gar beheben kann, damit er nicht eines Tages zu einer lebensgefährlichen Bedrohung für sich und andere wird.

... und das "Mittelmaß" des praktischen Lebens

Tim Kretschmer suchte Bestätigung z. B. im Sport. Doch zwischen ihm und der einst erträumten "Weltspitze" lagen auch nach einigen Jahren intensivem Training noch Welten. So wie bei den meisten Jugendlichen, die einmal Weltmeister werden wollen. Und so reichte es eben zu ein paar Urkunden im Tischtennis und im Armdrücken - was ihm keine dauerhafte Befriedigung verschaffte und auch andere nicht übermäßig beeindruckte. Und auch in der Schule waren seine Leistungen "mittelmäßig", und das alles brachte ihm ganz offensichtlich nicht den "Spaß" und den großen "Kick", den er vom Leben wollte, sondern die Frustration. Stolz war er jedoch offenbar auf die private Waffensammlung seines Vaters: neun Groß- und Kleinkalibergewehre sowie vier Revolver. Dazu 4.900 Schuss Munition im Stahlschrank plus weitere Munitionspackungen in anderen Schränken. Hinzu kamen noch 11 Schreckschuss- bzw. Softair-Waffen (Focus online, 10.4.2009). Und über die Waffen schaffte Tim Kretschmer letztlich auch den Zugang, um doch noch - und zwar in wenigen Minuten - eine Art "Champion" im negativen Sinne zu werden - nämlich, wenn man es so sehen will, der brutalste Massenmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte, der in wenigen Minuten unsägliches Leid über unzählige Menschen bringt und der ein ganzes Land in Schockstarre versetzt. Es war, so grausam dies klingt, der schnellste, aber eben auch bestialischste Weg, auf einem Gebiet der "Größte" zu sein. Der Erfurter Amok-Mörder Robert Steinhäuser hatte sich im Jahr 2002 an der Lehrerschaft seiner ehemaligen Schule für sein schulisches Versagen "gerächt"; Kretschmer tötete hingegen Schüler und Lehrer, die ihm nichts angetan haben und Außenstehende - noch einmal eine Steigerung der Bestialität beim Motiv im Vergleich zum Amoklauf in Erfurt.
Als er im Fluchtauto saß und die vielen Polizeiwagen mit Blaulicht ihm entgegen kamen und auf die Albertville-Realschule zurasten, sagte er zu seiner Geisel: "Verdammt, die sind aber schnell, noch nicht mal fünf Minuten, und die sind schon da. Aber ich war auch schnell"
(Stern Nr. 13/2009). Für einige Minuten konnte er sich als "Sieger" fühlen. Er war jetzt zumindest europaweit die Nr. 1 auf der "Rangliste" der Grausamkeit.

Martin Luther, der frustrierte "Befreier", und die Gegenwart

Dass es einen Zusammenhang zwischen der furchtbaren Tat und dem offiziellen Glauben des Täters geben könnte, ist nicht bekannt. Jedoch trug er eben auch den Namen "lutherisch" seit der Taufe als seine Konfessionsbezeichnung - was für die meisten Jugendlichen zwar nicht viel besagt, was für die Theoretiker des angeblichen "Seelenheils" in der Kirche jedoch von großer Bedeutung ist. Und nun ist ausgerechnet Martin Luther, der Namensgeber der evangelischen Konfession in Württemberg (die Evangelisch-Lutherische Kirche in Württemberg) auch als Anstifter für Gewaltexzesse bekannt - wenn auch nicht für Privattäter, sondern für Täter in Kriegen und in staatlich angeordneten Massakern und für Hinrichtungen unter fürstlicher Gewalt (siehe dazu Der Theologe Nr. 3, vor allem Luthers Aufruf zum Massaker an den Bauern, der in einer schlimmen Gewaltorgie mündete mit über 70.000 Toten, darunter unzählige Unschuldige). Schon deshalb ist er für Jugendliche nicht als Vorbild geeignet, denn auch in der Politik sind andere Wege der Konfliktlösung absolut notwendig. Aber die Pädagogik an den Schulen geht im Hinblick auf Martin Luther weitgehend über diesen Sachverhalt hinweg und zeigt den Schülern Filme wie den 2003 produzierten Luther-Spielfilm, in denen der geschichtliche Sachverhalt einfach in sein Gegenteil verdreht wird - im Film ist Luther entsetzt über das Massaker, das er in Wirklichkeit selbst angezettelt hat und später auch nachträglich rechtfertigt. Zudem war Martin Luther extrem frustriert. Er nannte sich ein Jahr lang "eleutherius" = Befreier (siehe hier), rechnete sich also den Ruhm, der sich allmählich um ihn herum aufbaute, auf diese Weise selbst zu, und er litt womöglich ebenfalls an übersteigerten "Weltmeister"-Phantasien, in diesem Fall "Welterlösungs-Phantasien". Doch manche gesellschaftliche Gruppen sahen ihn keineswegs als den "Befreier", und sie bekamen deshalb Luthers Aggressionen voll zu spüren. So forderte er Hinrichtungen für viele Andersgläubige (z. B. Eltern, die ihre Kinder nicht taufen lassen, Frauen mit geistigen oder magischen Fähigkeiten oder anders denkende Christen mit Ausnahme der Katholiken). Auch spielte Martin Luther gar mit dem Gedanken eines Massakers an einigen Juden, damit sich die übrigen zu seiner Lehre bekehren (siehe sein Aufruf in Der Theologe Nr. 28).

Das falsche Geschichtsbild des konfessionellen Religionsunterrichts

Doch die geistige Verantwortung für viele Blutbäder, die Martin Luther zu verantworten hat, wird im Evangelischen Religionsunterricht, den auch Tim Kretschmer jahrelang besuchte, entweder ganz verschwiegen oder massivst verharmlost. Und was der stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Christoph Kähler aus Eisenach, im Hinblick auf Tim Kretschmer formulierte, könnte man das nicht auch über Martin Luther sagen? Der Landesbischof erklärte: Name und Bild der Täter "sollten nicht verewigt werden und künftigen Gewalttätern als Vorbild für tödlichen, aber lang anhaltenden ´Ruhm` dienen" (zit. nach idea-spektrum Nr. 12/2009). Wann also distanziert sich die Evangelische Kirche aus eben demselben Grund von ihrem "Vorbild Luther"?
Über den Amokläufer von Winnenden sagte der Diplom-Psychologe Dr. Siegfried Bäuerle: "Wer sich mit Amokläufern beschäftigt, weiß, wie sie sich im Laufe der Zeit aus einer tiefen Verzweiflung und Angst heraus immer mehr an Todes-Fantasien berauschen. Hass und Gewalt werden geradezu aufgesogen"
(zit. nach Niederlausitz aktuell, 28.3.2009). Doch auch wenn Martin Luther kein "Amokläufer" im privaten Sinne war: Die Verbindung von Verzweiflung und Hass findet sich auch bei Luther. Einer seiner Biografen, der Theologe Michael Meisner, schreibt z. B.: "Vielleicht, dass dieser Judenhass ihm als ein Halteseil dient in seiner Verzweiflung ..."
(Michael Meisner, Martin Luther, Lübeck 1981, S. 278). Im konfessionellen Religionsunterricht erfährt man dies jedoch nicht. Doch es wirkt unterschwellig natürlich immer mit.

Wie automatisch gehen fast allen in die Kirche

Mancher mag vielleicht einwenden, angesichts von ermordeten Jugendlichen und Erwachsenen in Winnenden und Wendlingen ist nicht die Zeit, über Luther nachzudenken. Und außerdem hat der "Befreier" Luther ja kaum etwas mit dem zu tun, was für die evangelischen Jugendlichen heute "Befreiung" bedeuten könnte. Doch in Krisensituationen wie nach diesem Amoklauf wenden sich fast alle wieder wie automatisch an die Kirche und an deren "Heilige" und "Vorbilder" - als ob man von einem automatisch ablaufenden Programm dorthin gesteuert würde (vgl. dazu auch den Hinweis auf das Massaker in Erfurt bei einem Vortrag in Erfurt). Und auch der Staatsakt vom 21.3.2009 mit Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzler Angela Merkel und Ministerpräsident Gerhard Oettinger fand im Anschluss an die kirchliche Feier - wie selbstverständlich - in einer römisch-katholischen Kirche statt. Zwar waren zwei der Opfer sogar Religionslehrerinnen (Michaela Köhler war u. a. katholische Religionslehrerin, Nina Mayer evangelische Religionslehrerin), doch es waren auch Angehörige anderen Glaubens unter den Opfern (die Lehrerin Sabrina Schüle war z. B. neuapostolisch, der ermordete Schüler Ibrahim Halilaj war Moslem).

An dieser Stelle noch einmal eine Rückblende: Wie war das z. B. vor 500 Jahren, als Eltern in Deutschland auch Kinder durch Gewalt verloren haben oder Kinder ihre Eltern, z. B. durch Glaubenskriege oder durch die Inquisition? Oder als unschuldige Menschen Opfer eines brutalen Massakers wurden, nur weil man z. B. Bauer war, sich aber gar nicht am Aufstand beteiligt hatte? Oder als man als "Hexe" oder "Hexer" hingerichtet wurde, weil man z. B. um naturheilkundliche Zusammenhänge wusste und diese angewandt hatte? Damals war vor allem die kirchliche Täterschaft gefürchtet, ob als Anstifterin für Kriege oder für Hinrichtungen aus Glaubensgründen.

Massaker aus der Sicht der Opfer und der Täter

Geachtet oder in würdevollem Gedenken bedacht werden seit Hunderten von Jahren aber kaum die Opfer, wie man das nach dem Amoklauf von Winnenden heute mit den Opfern dieses Blutbads zurecht tut. Sondern man hält hier stattdessen überwiegend die Täter in Ehren. Und wenn man diese Geschichtsschau nach 500 Jahren noch nicht angemessen aufgearbeitet hat, würde man es wohl auch in den nächsten 500 Jahren nicht tun. Es sei denn, man hält nach der Zeit des inneren Aufgewühlt-Seins bei der späteren Aufarbeitung einmal inne und macht sich bewusst: Es geht um jedes einzelne der Opfer heute. Doch es geht auch um die, die früher umgebracht wurden, und deren Ermordung bis heute noch nicht gesühnt ist. Denn es soll ja irgendwann Schluss sein mit den Massakern und Morden - gleich aus welchen Motiven sie begangen werden und gleich, ob sie obrigkeitlich legitimiert waren oder nur privater Grausamkeit entsprangen. Denn ist dies aus der Sicht der Opfer am Ende entscheidend?
Karl Borromäus ließ Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrennen, weil sie nicht römisch-katholisch waren. Martin Luther ließ Menschen hinrichten, weil sie weder römisch-katholisch waren noch seiner Reformation zustimmen. Beide verfolgten mit den Hinrichtungen Ziele - alle Menschen sollten im wesentlichen dasselbe glauben. Tim Kretschmer hatte keine solchen Ziele. Er wollte anscheinend nur "Spaß". Das ist ein sehr großer Unterschied bei den Motiven. Doch aus der Sicht der Opfer ist es im schrecklichen Ergebnis gleich. Gleich ob die Morde bzw. Hinrichtungen aus angeblich religiösen Gründen verübt wurden oder aus psychopathischen oder weswegen auch immer. Ermordet ist ermordet.
Und aus der Sicht der Täter kann es auch gemeinsame Berührungspunkte geben. Auch wenn Martin Luther und Karl Borromäus vordergründig nicht aus persönlichen Gründen, sondern als religiöse Fanatiker morden ließen und Tim Kretschmer demgegenüber als persönlich frustrierter Einzeltäter - letztlich ist es immer die Psyche des Einzelnen, in der die Hemmschwelle aus welchen Gründen auch immer durchbrochen wird -
vielleicht in einem anderen Umfeld, in einer anderen Situation, mit anderen vordergründigen Motiven, in einem anderen Zeitalter - doch vom Kern seiner Bestialität ist es immer wieder ähnlich. Zudem wäre es nicht schwer, auch einen katholischen "Heiligen" wie Karl Borromäus als persönlich schwer psychisch gestört darzustellen. Und bei Martin Luther, der schwere psychische Probleme hatte und z. B. ein Tintenfass nach dem "Teufel" geworfen haben soll, würde eine solche Deutung ebenfalls möglich sein. Würde jedenfalls eine ehrliche Aufarbeitung der Verbrechen der Vergangenheit erfolgen, würde die große Mehrheit der Bürger bei der Verehrung eines "Heiligen" wie Karl Borromäus oder eines "großen Deutschen" wie Martin Luther nicht mehr mitmachen.

Falsche Vorbilder und nicht aufgearbeitete Geschichte

Deshalb sollten bei den Maßnahmen, die in den kommenden Monaten und Jahren nach dem grausamen Amoklauf von Winnenden ergriffen werden, diese hier angesprochenen Aspekte nicht wieder unter den Tisch gekehrt werden: Denn Menschen wie Martin Luther oder Karl Borromäus, die ihre Aggressionen und Blutbäder nie bereut haben, sollten in den Schulen nicht mehr als "große Deutsche" oder "Heilige" verklärt werden, die man gar um Hilfe anrufen könne. Sondern als Menschen, deren Verhalten man in keiner Weise billigt. Denn solange man dies nicht tut, sind auch deren Verbrechen nicht wirklich aufgearbeitet und in der geistigen Atmosphäre der Erde weiterhin aktiv und sie können damit auf andere Einfluss nehmen - eben als Taten von Menschen, die man als "Vorbilder" weiterhin verehrt.
Und so
könnte die römisch-katholische Kirche auch von sich aus ihre St. Borromäus-Kirchen in Winnenden und anderswo so bald wie möglich umbenennen. Und sie könnte im Laufe des Jahres 2009 alle geplanten Borromäus-Feierlichkeiten für das Jahr 2010 anlässlich des 500-jährigen Jubiläums seiner Heiligsprechung absagen. Und sie könnte wenigstens in einer kurzen Stellungnahme bedauern, dass der Staatsakt vom 21.3.2009 aus praktischen Gründen leider in einem Haus stattgefunden hat, das nach einem Mann benannt wurde, der wie Tim Kretschmer unermessliches Leid über sehr viele Menschen gebracht hat. Denn der Namenspatron der Kirche ließ seine Opfer, vor allem weibliche, bei lebendigem Leib verbrennen.** Er wird als Täter in dieser nach ihm benannten Kirche aber leider noch als "Heiliger" verehrt, während man dort nun gleichzeitig der Opfer gedachte, die Tim Kretschmer per Kopfschuss tötete, ebenfalls vor allem Frauen und Mädchen.
Doch vermutlich wird die Kirche einmal mehr gar nichts in diese Richtung tun. Bzw. nur dann, wenn sie von einflussreichen Stellen genötigt würde. Und selbst dann würde sie ihren "Heiligen" wohl im Großen und Ganzen verteidigen - mit dem Hinweis auf das "Gute", das er ja auch getan habe. Denn selbstverständlich hatte Karl Borromäus auch seine guten Seiten. So wurde er offenbar vor allem deshalb "heilig" gesprochen, weil er römisch-katholischen Pestkranken geholfen hat***. Die Evangelischen ließ er jedoch umbringen, auch wenn sie gesund waren. Und Martin Luther hatte auch gute Seiten. Und Tim Kretschmer natürlich auch. Alle haben auch ihre guten Seiten.

Killer-Spiele und reale Grausamkeiten der Geschichte

Man kann es den geschockten Menschen vor Ort in ihrer Lebenssituation nicht zum Vorwurf machen, wenn ihnen die schlimmen kirchlichen Traditionen derzeit nicht oder kaum bewusst sind. Das ist anderswo aber leider auch nicht anders. Und die meisten Leute werden von diesen Hintergründen gar noch nicht gehört haben. Und gerade in den ersten Tagen nach dem Massaker wurden die Menschen eben vor allem von dem Leid der heutigen Opfer und ihrer Angehörigen bewegt. Doch gerade die Außenstehenden, mit etwas mehr Abstand zu dem Verbrechen, könnten darüber hinaus auch einmal über die Frage nachdenken: Wie haben wohl die Opfer von Karl Borromäus gelitten, während sie z. B. lebendig verbrannten? Fühlt man sich nur ansatzweise auch in diesen Schmerz hinein, kann man dieses Wissen wenigstens für die Zukunft nicht einfach mehr so ignorieren. Dann wird man auch eine Borromäus-Kirche nicht mehr als unabänderbar und normal hinnehmen.
 
Man vermutet heute bei Amok-Tötern wie Tim Kretschmer aus Weiler am Stein allerdings kaum den negativen Einfluss geschichtlicher oder kirchlicher "Größen" wie von Martin Luther oder von "Heiligen", die der Jugendliche wohl kaum gekannt hat, sondern, unserer Zeit entsprechend, mehr den negativen Einfluss von Video-Gewaltspielen. Eine zeitgemäßere Beeinflussung also. Denn es ist heute eine ganz andere Zeit, sagt man. Doch hier liegen nicht die Ursachen. Die Boulevardzeitung Bild schreibt dazu: "Medieneinflüsse seien zwar keine vorrangigen Einflussfaktoren, sie begünstigten aber solche Gewalttaten" (12.3.2009). Und ähnlich ist es nun auch beim Umgang mit der Geschichte. Die Würdigungen von Menschen, die Blutbäder angerichtet haben, im kirchlichen Religionsunterricht sind demnach keine "vorrangigen Einflussfaktoren, sie begünstigen aber solche Gewalttaten". Und diesen Umgang mit der Geschichte sollte man auch nicht zu gering einschätzen. Und im Unterschied zu Baller- und Killer-Spielen im Internet sind diese Grausamkeiten der Geschichte real geschehen, und sie sind im Bewusstsein der Menschheit und vor allem der einzelnen Täter und Opfer weiterhin gespeichert, auch wenn es erscheint, als sei dies lange her. Und was hat das für Folgen, so könnte man weiter fragen, wenn man diese Grausamkeiten nie wirklich von der Wurzel her aufarbeitet und sich gar weigert, die Verbrechen einmal klar beim Namen zu nennen und die Konsequenzen daraus zu ziehen? Besteht dann nicht auch von daher die große Gefahr, dass sich ähnlich Schreckliches wiederholt? Auch und gerade, weil in der Kirche die persönlichen Defizite ihrer "Heiligen" und Kirchengründer nicht aufgearbeitet werden; genauso wenig wie man Konfirmanden heute hilft, mit ihren Schwächen richtig umzugehen und wirklich "fit für´s Leben" zu werden. Stattdessen werden sie mit unsinnigen Dogmen- und Sakramentenlehren angeödet.

Eine Gedenkfeier, bei der vieles nicht gesagt wurde

Doch die Kirche hat nicht nur Probleme durch den verharmlosenden Umgang mit ihrer Vergangenheit und durch die Weltfremdheit ihrer Rituale. Es gibt auch ein weiteres Dilemma in der Gegenwart, was die kirchlichen Lehren betrifft. Denn auch jetzt ist es wieder so, dass Priester und Pfarrer den trauernden und geschockten Menschen den wahren und erschütternden Inhalt der kirchlichen Lehren, die hinter den Sakramenten und Ritualen stehen, verschweigen. Denn gemäß der verbindlichen kirchlichen Dogmen bzw. Bekenntnisschriften kämen viele der Opfer wohl kaum in den "Himmel", so wie ihn die Kirche lehrt - weder nach katholischer (siehe dazu hier) noch nach evangelischen Definitionen (siehe dazu hier). Nur: Das gibt man öffentlich nicht zu. Im Gegenteil. Bei der kirchlichen Feier am 21.3.2009 sagte der römisch-katholische Bischof Gebhard Fürst zu den Trauernden: "Wir dürfen glauben und hoffen, dass Ihre lieben Angehörigen bei ihm [Gott] sind." Ein solcher Satz liegt menschlich zwar nahe, und Gott ist ja immer zu allem Positiven bereit. Doch dieser Satz aus der Predigt hat nichts mit der römisch-katholischen Lehre zu tun, wonach eben Opfer von Katastrophen und Verbrechen keinesfalls nach dem Tod quasi "automatisch" "bei Gott" seien. Sondern nach kirchlicher Lehre gilt, was auch für die übrigen Verstorbenen gilt: Nur diejenigen seien angeblich bei Gott, die sich zuvor an die katholische Lehre gehalten haben (siehe dazu Der Theologe Nr. 18). Doch wehe, der Bischof sagt in dieser Situation, wozu ihn sein Lehramt verpflichten würde! Also sagt er es nicht. Und angesichts einer solchen Tragödie bei einer Gedenkfeier oder einem Gottesdienst sagt er erst recht nicht, wozu er gemäß seiner Lehre verpflichtet wäre! Das würde man für "pietätlos" halten. Und hier ist der Kirche dann doch eine vermeintliche "Pietät" wichtiger als die Ehrlichkeit im Umgang mit den eigenen kirchlichen Lehren. Oder anders gesagt: Die Ehrlichkeit wird einer letztlich scheinheiligen "Pietät" geopfert. Würde man den Gläubigen nämlich reinen Wein über die verbindlichen Inhalte der kirchlichen Lehren einschenken (die allerdings nicht viel mit der Wirklichkeit bzw. Wahrheit zu tun haben; vgl. hierzu unten), würden sich immer mehr Menschen davon distanzieren und konsequenterweise aus der Kirche austreten (zur evangelisch-lutherischen Lehre siehe z. B. http://www.theologe.de/theologe1.htm). Und was die Pfarrer und Priester als Menschen selber glauben oder nicht, sei ohnehin einmal dahin gestellt. Sie werden wie immer versuchen, mit dem angeblichen "Geheimnis Gottes" allen unbequemen Sachverhalten auszuweichen - auch, um zu verbergen, dass man im Prinzip nichts weiß. Und wie es im Herzen ausschaut? Das ist noch einmal eine andere Sache.
Vorsichtiger predigte bereits am 13.3.2009 der für Weiler zum Stein zuständige evangelische Dekan Eberhard Gröner aus Waiblingen: "Es sei verständlich, dass viele Gläubige sich nun fragten: ´Wo war Gott?`" Und: "Wir stellen nun viele Fragen, auf die es keine Antwort gibt" (Netzeitung, 14.3.2009). Und: "In moments like this it is difficult to understand God" (Sunday Times, 15.3.2009 = "In Augenblicken wie diesen ist es schwer, Gott zu verstehen"). Doch was steckt wirklich hinter diesen kirchlichen Aussagen? Und warum gibt die Kirche keine Antwort, wenn sie doch die Sache eines "allwissenden und allmächtigen Gottes" repräsentiert, wie sie behauptet?

Kirche projiziert eigenes Unvermögen auf Gott

Letztlich verhält es sich so: Die eigene Unwissenheit oder die eigenen Geheimnisse werden von kirchlichen Theologen regelmäßig auf Gott projiziert, wie es z. B. auch der Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche am Südwestrundfunk SWR, Pfarrer Wolf-Dieter Steinmann, im Vorfeld der Gedenkfeier andeutete, als er z. B. live erklärte: Man "beklage, dass die Frage ´Warum` auch vor Gott nicht beantwortet wird". Was immer er damit genau meint: Dass Gott schon um Hintergründe wüsste, sagt die Kirche jedenfalls nicht. Stattdessen lässt man die Gläubigen dann im Wechsel-Chor den 77. Psalm beten, darunter die Worte: "Hat Gott vergessen, gnädig zu sein oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen?" Der "Zorn Gottes" oder der Zweifel an seiner "Gnade" sind jedoch eine Erfindung der Priester (V.10; zum Umgang der Theologen mit Katastrophen und Unglücksfällen siehe Freie Christen Nr. 6). Doch gibt es nicht auch Positives? Der evangelische Landesbischof Frank Otfried July predigte z. B. von einem "neuen Himmel" und einer "neuen Erde", fügte jedoch einschränkend hinzu: "Gottes Versprechen gilt einer neuen Welt". Doch man bräuchte als Mensch ja ein "Versprechen" oder eine Hilfe Gottes für hier und jetzt und nicht einen Trost auf eine vielleicht "neue Welt".
Zu dieser Vertröstung passt dann das furchtbare Kruzifix an der Wand der Borromäus-Kirche in Winnenden - mit einem ausgemergelten Jesus-Körper hinter einem Stück Stoff und einer priesterähnlichen Kopfbedeckung, was tiefenpsychologisch eher eine Verhöhnung von Jesus ist als eine Verehrung
(mehr dazu hier). Von einer "neuen Welt" ist erst einmal nichts zu spüren.


Dass die Schulkameraden der Opfer in einer bewegenden Zeremonie eine Kerze für jedes Opfer anzündeten und eine Blume dazu legten, war jedoch für jeden Fernsehzuschauer, der im Leid und in der Trauer mittragen und mitfühlen oder vielleicht auch mitbeten wollte, gut. Es war eine Einladung, dies in jenen Momenten der Stille auch zu tun. Und alle diese Gedanken und Empfindungen kommen auch in der Seele derer, an die man dabei positiv denkt, an. Hier fügten sich dann auch die Worte des Bundespräsidenten gut an, der den Angehörigen am Ende seiner Ansprache versicherte: "Wir wünschen Ihnen die Zeit, die Sie brauchen, und Menschen, die in echter Anteilnahme bei Ihnen sind. Ganz Deutschland trauert mit Ihnen. Sie sind nicht allein".

Ein Verbrechen bahnt sich an: Die verharmloste Macht der Gedanken

Die Kirche unterschätzt dabei grundsätzlich die große Macht und Kraft positiver menschlicher Gedanken und Empfindungen. Bzw. sie verharmlost die Macht und Kraft von negativen Gedanken. Während sie den Jugendlichen also vielfach unsinnige Lehren (siehe z. B. Der Theologe Nr. 18) und nutzlose "Sakramente" nahe zu bringen versucht, lehrt man sie auch nicht, dass die Gedanken eines Menschen Kräfte sind, die immer zur Verwirklichung drängen - sowohl positive als auch negative.
Wer also in seiner Gedankenwelt z. B. immer wieder das Thema "
Töten" und "Begeisterung für Waffen" bewegt, der nimmt z. B. auch Kommunikation mit entsprechenden geistigen "Energiefeldern" auf. Es ist wie ein unsichtbares Band, das alle Menschen verbindet, die sich gleiche oder ähnliche Gedanken machen - z. B., wie es wäre, andere zu töten. Oder das alle Menschen eint, die von Waffen fasziniert sind. Steigt jemand jetzt gedanklich hier voll in ein solches Thema ein, und dies über längere Zeit, werden die Gedanken - nach dem Prinzip "Wohin du sendest, von dort empfängst du" - durch diese Energiefelder verstärkt. Das kann so weit gehen, dass jemand seine Gedanken teilweise nicht mehr im Griff hat. Das Unterbewusstsein hat sich dann teilweise oder schlimmstenfalls sogar ganz verselbstständigt. Und der Mensch würde dann im Extremfall von diesen "Geistern" beherrscht, die er einst selbst rief - frei nach dem Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe: "Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los." Begünstigt wird eine solche negative Entwicklung durch andere Identitäten, die man sich im Internet geben kann - so hat Tim Kretschmer dort z. B. unter dem Namen
JawsPredator1
geschrieben. Und natürlich wird die negative Entwicklung auch durch Killerspiele begünstigt, wo man die Identität eines Killers ganz legal einüben und sowie im Ober- als auch im eigenen Unterbewusstsein immer mehr verankern an. Und so kann sich auch ein Verbrechen lange in der Gefühls- und Gedankenwelt eines Täters anbahnen, vor allem, wenn sich dieser verstärkt von der Außenwelt zurück zieht und mehr und mehr von seinem lange Zeit noch unsichtbaren Innenleben beherrscht wird.

Der 11. März und die "Gleichzeitigkeit" von Ereignissen

Am 11. März 2009 war es dann so weit, und mancher spekuliert, ob das Datum zufällig gewählt worden ist oder vielleicht nicht. Denn am 11. März 2004 wurden bei einem Massaker auf Bahnhöfen und in Eisenbahnzügen in Madrid in Spanien 191 Menschen umgebracht (exakt 1/2 Jahr später als der 11. September, dem Datum des Attentats auf das World Trade Center in New York im Jahr 2001) - und für den 11. März 2009 wurden Gedenkfeiern anlässlich des 5. Jahrestages vorbereitet. Doch dass der Amokläufer sich nun den 11. März 2009 als Zeitpunkt gezielt ausgewählt habe, um sich vielleicht auch gesellschaftspolitisch ein Denkmal des Horrors zu setzen, dafür gibt es keine weiteren Anhaltspunkte. Letztlich kann es sowohl gezielte als auch ungezielte Planung des Täters gewesen sein bzw. "Steuerung" aus dem Unterbewusstsein oder bedingt durch Einflüsse aus jenseitigen Bereichen. Denn auffällig ist zumindest: An eben demselben 11. März 2009 richtete unmittelbar kurz zuvor in den USA ein anderer Amokläufer elf Menschen hin. In der Wissenschaft spricht man bei solchen Gleichzeitigkeiten von der "Synchronizität" (= Gleichzeitigkeit) von Ereignissen - die sich womöglich alle aus demselben negativen Energiefeld speisen.

Möglicher Anlass für den Amoklauf

Doch das unter Umständen lebenswichtige Wissen um solche möglichen unsichtbaren Zusammenhänge spielt im kirchlichen Christentum überhaupt keine Rolle. Und wenn der Vater (der Inhaber und Geschäftsführer einer Verpackungs-Firma in Affalterbach, die der Täter später übernehmen sollte) dem Kind dann auch noch das Schießen beibringt und im Schlafzimmer seiner Eltern in der Kleiststraße in Weiler zum Stein eine geladene Waffe bereit liegt (und im Waffenschrank, zu dem der Jugendliche vielleicht den Code kannte, noch ein paar Tausend Schuss Munition dazu), bedarf es womöglich nur noch eines Anlasses für den großen "Coup", wodurch man dann nicht durch Anstrengung oder Fleiß "berühmt" würde bzw. die Aufmerksamkeit anderer erhält, sondern durch die Anzahl der unschuldigen Menschen, die man gewissenlos ermordet.
Nach Recherchen der britischen Times und des Stern habe eines der Opfer einen Annäherungsversuch Kretschmers bei der Silvesterparty zurückgewiesen. Anschließend hätte das Mädchen auch die "gelegentliche Freundschaft" beendet
(http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article5908602.ece)
. Tim Kretschmer hatte dem Mädchen dem Stern zufolge "Ich liebe dich" gesagt (19.3.2009), doch es war eben nicht beidseitig, was täglich, gerade bei Jugendlichen, unzählige Male immer wieder passiert. War dies dann in diesem Fall der Anlass für die konkrete Planung der Tat?
Der Vater eines der Mädchen, Dieter K., erklärt einige Monate später: "
Steffi war an Silvester 2008, also drei Monate vor der Tat, mit ihrer Freundin bei K.s, um Tims Schwester zu besuchen. Sie hatten noch miteinander auf ein gutes neues Jahr angestoßen, auch mit Tim. Wir wissen nicht, ob es da irgendeine Art von Verletzung gab. Die Mädels nahmen ihn nicht wahr, weil er so ein Bubi war. Das hatte uns Steffi gesagt. Er war für sie uninteressant. Es reichte möglicherweise ein Blick, um einen Hass aufzubauen. Ich denke, das war eine Aktion gegen Mädchen. Hätte er wahllos gemordet, hätte er auch auf die Jungs gezielt ..." (stern.de, 27.1.2011). Offenbar war es jedoch ein anderes seiner Opfer, das von Tim K. begehrt wurde. Bild.de schreibt: "Tim soll Selina in einer Silvesternacht mehrmals angerufen haben. Die Schülerin soll den Verehrer am Telefon abgewimmelt haben, weil sie gerade eine Party mit Freundinnen feierte" (3.2.2011). Selina M. wurde wie Steffi K. gleich mit mehreren Schüssen hingerichtet.

Was tun bei persönlichen Niederlagen und nicht erwiderter "Liebe"?

Doch angeblich sei der Jugendliche durch seine Konfirmation ja "fit fürs Leben" gemacht worden (siehe oben). Doch hat man ihn dort gelehrt, wie man damit umgeht, wenn man ein Mädchen oder einen Jungen begehrt und dieser das Begehren nicht erwidert? Hat man darüber gesprochen, wie man also ethisch verantwortbar damit umgeht, wenn eine Liebeserklärung eben nicht erwidert wird, was zu jedem Alltag eines Menschen dazugehören kann? Oder was man bei Liebesentzug durch andere tun kann? Und wie man mit persönlichen "Niederlagen" umgeht, die nun mal im Leben bei jedem Menschen immer wieder passieren? Hatte der Jugendliche eventuell die Ermordung eines oder mehrerer Mädchen geplant, durch die er einige Wochen zuvor frustriert wurde; und auch das Massaker an einigen Mitschülerinnen (und vielleicht -schülern und Lehrern), weil er genau das alles nicht konnte oder nicht lernen wollte?
Auch Niederlagen beim Sport hätte Tim Kretschmer Sportkollegen zufolge nicht gut verdaut und hätte dafür meist Ausreden gehabt oder anderen die Schuld dafür gegeben. Nach Niederlagen beim Tischtennis "hätten sich Vater und Sohn oft angeschrien"
(Bild am Sonntag, 15.3.2009). (PS: In dieser Zeit spielte Tim Kretschmer noch beim TTV Erdmannshausen, sein Vater Jörg war im Vorstand, seine Mutter Ute die Kassiererin.)
Der Vater eines der ermordeten Kinder, Dieter Kleisch, sagt über den Vater von Tim Kretschmer, dieser "
hat immer nur versucht - das hat sich im Prozess [gegen den Vater wegen der unerlaubten Aufbewahrung der Tatwaffe im Schlafzimmer] rauskristallisiert - dem Sohn eine Plattform zu geben, damit er als Sieger dasteht. Ob beim Tischtennis, beim Poker oder beim Armdrücken" (stern.de, 27.1.2911). Der Vater hätte demnach - offenbar in bester Absicht - vieles versucht, um die tickende Zeitbombe, die sein Sohn war, zu entschärfen. Doch mit einer zwischenzeitlichen "Beruhigung" der Situation, z. B. durch einen Sieg im Tischtennis, konnten die massivsten Minderwertigkeitskomplexe eben nicht an der Wurzeln gepackt werden. Und was hätte der Vater denn tun sollen, wenn ein Mädchen die Begehrwünsche seines Sohnes nicht erwidert? Ihm eine junge Prostituierte beschaffen, die dem Sohn gegen Bezahlung durch den Vater immer wieder ins Ohr haucht, wie toll er doch sei?
Jetzt war beim späteren Massenmörder ein Komplex aufgebrochen, in den der Vater kaum eingreifen konnte.

Seit April 2008 war Tim Kretschmer gemäß
Der Spiegel zur "psychologischen Behandlung" "im Klinikum am Weissenhof bei Heilbronn" (Nr. 12/2009), hätte die Behandlung dann aber abgebrochen. Und in einem Brief an das Kreiswehrersatzamt Schwäbisch Gmünd schreibt Tim Kretschmer selbst von Depressionen.

Die unmittelbare Vorgeschichte der Amok-Morde

Vater Jörg Kretschmer hat mittlerweile zugegeben, dass er seinem Sohn auch den Umgang mit der späteren Tatwaffe Beretta 92 mit 9 mm Groß-Kaliber - zuletzt drei Wochen vor der Tat - im Schützenverein des SSV Leutenbach erklärte (Spiegel online, 14.3.2009; vgl. dazu auch den Artikel Prima Stimmung trotz Amoklauf über die am 13.3.2009 begonnene weltgrößte Internationale Waffenmesse IWA 2009 in Nürnberg; http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/genug-der-einkehr/). Tim Kretschmer hätte seinen Vater regelrecht zu dem Waffentraining "gedrängt". Und paradoxerweise soll ausgerechnet der spätere Täter sich in einem Aufsatz vom Januar 2009 für schärfere Waffengesetze ausgesprochen haben (Sunday Times, 15.3.2009). Hatte er dabei nur geschrieben, was der Lehrer hören wollte und sich dazu ganz etwas anderes gedacht?
Jahrelang schoss er zuvor nur mit Softair-Waffen. Dabei schoss er im Keller der Wohnung auf eine menschliche Silhouette und "grundsätzlich in den Kopf"
(ein Zeuge in Der Spiegel Nr. 12/2009) - wie später den Opfern in der Albertville-Realschule. Und weiter: "
Tim schoss mit diesen Softair-Waffen auch auf Freunde! Einer sagt: ´Das tat echt weh. Er hat nicht aufgehört, deswegen hatten wir alle irgendwann keinen Bock mehr auf das Spiel.` Tim auch nicht" (Bild, 11.3.2009). Doch was brütet der psychisch schwer angeschlagene Jugendliche, der bei Mädchen nicht gut ankam und der gegenüber dem Kreiswehrersatzamt der Bundeswehr "Depressionen" beklagte, als nächstes aus?
Wenige Stunden vor der Tat startete Kretschmer auf seinem Computer dann das Killerspiel
Far Cry 2 (= "Entfernter Schrei 2"), das er neben den Killerspielen Counter-Strike und Tactical Ops auf seinem PC installiert hatte.

"Abfolge gezielter Exekutionen"

Dann machte er Ernst. Zunächst war er dem amtlichen Polizeibericht zufolge in der 9 c, anschließend in der 10 d. In der der 9 c drückte er zuerst Chantal Schill ohne Vorwarnung die Beretta 92 an den Hinterkopf und schoss sofort. Sie wohnte in demselben Ort wie Tim Kretschmer, genauso wie die 14-jährige Jana Schober. Der Amokläufer schoss anschließend auch Jana Schober in den Kopf. Das Mädchen starb später an den Folgen des Kopfschusses im Krankenhaus. In der 10 d tötete er anschließend fünf Schülerinnen und einen Schüler, darunter womöglich als erste Steffi Kleisch, ebenfalls aus seiner Nachbarschaft in Weiler zum Stein, nur 200 m entfernt, mit der er an Silvester 2008/2009 noch auf ein gutes neues Jahr angestoßen hatte. Ihr Vater sagt über den Mord an seiner Tochter: "Wir erfuhren auch, dass sie die erste Attacke von Tim K. überlebte. Aber er kehrte noch einmal in das Klassenzimmer zurück und schoss auf Steffi ... Es sieht so aus, als ob er Steffi gezielt erschossen hätte" (stern.de, 27.1.2011). Anschließend tötete Kretschmer zwei Lehrerinnen auf dem Flur und zuletzt im Chemiesaal die Lehrerin Sabrina Schüle, die vor einem Schüler stand und diesen schützte. Hatte er sich die Opfer teilweise gezielt ausgesucht? "Das war kein Amoklauf, sondern die Abfolge gezielter Exekutionen eines erfahrenen Schützen", sagt Ludwig Fischer, lizenzierter Schießausbilder (Der Spiegel Nr. 12/2009) - und unter den Opfern waren alle drei Mädchen aus seiner Nachbarschaft, die ihn nicht begehrten. "Clean head shot kill" nennt man in den US-amerikanischen Polizeischulen die von Tim Kretschmer durchgeführte Art der gezielten Todesschüsse in den Kopf. Nach Meinung des Experten Ludwig Fischer muss Tim Kretschmer "eine regelrechte Schulung durchlaufen haben".
Eine weitere tödliche Variante der Heimtücke dann bei Tim Kretschmers Mordrausch in Wendlingen: Die Polizei schoss ihm in den rechten Knöchel und in die linke Wade und forderte ihn darauf hin auf, sich zu ergeben. Doch Tim Kretschmer war noch nicht bewegungsunfähig.
Spiegel online schreibt: "
Auf Aufforderung der Polizei habe er seine Pistole, eine Beretta, Kaliber 9 Millimeter, neben sich auf die Straße gelegt und die Hände über den Kopf erhoben. Daraufhin verließ einer der Beamten seine Deckung und näherte sich dem Amokläufer. ´In dem Moment nahm der Täter seine Waffe wieder auf und schoss erneut auf den Polizeibeamten`, heißt es im Ermittlungsbericht". Danach ging er, trotz der Schussverletzung in Knöchel und Wade, in das Autohaus Hahn und brachte dort den Verkäufer Denis Puljic und den Kunden Sigurd Wilk um.

Die Eltern von sechs getöteten Mädchen schreiben in einem Offenen Brief: "Die derzeitige gesetzliche Regelung ermöglicht die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole bereits ab dem 14. Lebensjahr. Bedenkt man, dass ein junger Mensch gerade in dieser Zeit durch die Pubertät mit sich selbst beschäftigt und häufig im Unreinen ist, so ist die Heraufsetzung der Altersgrenze auf 21 Jahre unerlässlich" (Offener Brief, zit. nach Bild am Sonntag, 22.3.2009). Dem ist zum Thema "Schießausbildung" nichts hinzuzufügen. Nachdem die Politiker von CDU, CSU und SPD aber lediglich eine "Prüfung" dieser Frage angekündigt hatten, legten die Eltern nach. "Wir erwarten aber, dass die Fraktionen nach der Prüfung unserer Forderungen auch als Gesetzgeber tätig werden" (Winnender Zeitung, 30.3.2009). Doch die Lobby der Schützen und der Jäger scheint in Deutschland unbezwingbar.

Der positive oder negative Einfluss der Religion

Es kommt jedoch noch weiteres hinzu. So könnte man auch fragen: Wäre es angesichts dieses furchtbaren Massakers und der vielen Gedanken, die einem solchen Tun voraus gehen, nicht lebensnotwendig, wenn eine Religion oder Weltanschauung ihre Anhänger oder Mitglieder vor allem lehrt, wie man das Positive im eigenen Leben aufbaut anstatt das Böse? Oder: Was man tun kann, wenn man frustriert ist. Oder auch, wie man lernt, etwas zu geben ohne von anderen dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Oder zumindest: Wie man positiv damit umgeht, wenn sich die Nächsten mir gegenüber nicht so verhalten, wie ich mir das wünsche, was nahezu täglich vorkommen kann. Oder: Was ein Gewissen ist, und was man tun muss, um es wach zu halten und nicht abzutöten.
Vieles Positive haben die Schüler der Albertville-Realschule mit ihrer Schulleiterin Astrid Hahn in den Staatsakt am 21.3.2009 eingebracht. Dabei trugen sie T-Shirts mit dem Logo ihrer Schule und der Aufschrift "
Ich habe einen Traum". Und dazu gehört natürlich, wie man auch als Jugendlicher verantwortlich mit Frustration umgeht, wenn andere es einem schwer machen, dass sich dieser "Traum" erfüllt. Oder wenn es gar umständehalber nicht möglich ist. Wenn also die eigenen Erwartungen und Wünsche an die Umgebung hier und da nicht erfüllt werden. Eine Antwort wird z. B. in der Goldenen Regel für alle Völker, Religionen und Kulturen gegeben, von der auch Jesus von Nazareth spricht: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst." Oder als Sprichwort anders formuliert: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu." Dass man auf diese Weise oft wie automatisch Freunde findet, die es ähnlich versuchen, gehört z. B. zu der Erfahrung von Jugendlichen, die dies in ihrem Leben umsetzen. Hier wird dann wirklich ein Traum wahr.

Und wenn es einem nicht gelingt, das Gute zu tun? Welchen Rat gibt z. B. Martin Luther, wenn jemand nicht die Kraft verspürt, das "Sündigen" zu lassen? Einer der Glaubenssätze Luthers ist mittlerweile weltweit bekannt. Er lautet: "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer" (siehe hier) - eine makabre Lehre, wenn man bedenkt, dass Martin Luther selbst privat wahrscheinlich einen anderen Mann im Duell getötet hat (siehe hier) und offenbar keine Gewissenbisse bei Hinrichtungen und Massentötungen im Krieg hatte. Im Gegenteil: Sein Gewissen war zuletzt so pervertiert, dass er Gewissenbisse bekommen hätte, wenn er nicht zu Judenverfolgungen aufgerufen hätte (siehe hier). Hinzu kommt, dass solche Lehr-Sprüche Martin Luthers wie die vom "Tapfer Sündigen", die mit Jesus, dem Christus, nichts zu tun haben, verheerende Auswirkungen vor allem auf labile und gewaltbereite Menschen haben könnten. Was ist, wenn dem angeschossenen Tim Kretschmer, der sich ergeben wollte, in diesem Augenblick das "Sündige tapfer" durch den Kopf geschossen wäre? Niemand weiß, was ihm wirklich durch den Kopf ging. Er hat auf jeden Fall noch einmal zur Waffe gegriffen, die er schon nieder gelegt hatte und hat zwei weitere Menschen ermordet.

15 Kerzen und das Schicksal - Lebensaufgaben auf der Erde

Und gemäß des lutherischen Glaubens predigte der evangelische Dekan Eberhard Gröner anschließend in Weiler am Stein: "An Vergebung wagen wir nicht zu denken, die müssen wir Gott überlassen" (idea-spektrum Nr. 12/2009) - eine weitere Irreführung. Denn es kommt hierbei doch nicht auf Gott an (der immer das Gute will), sondern auf uns Menschen (siehe dazu z. B. hier). Zwar ist es nachvollziehbar, wenn die Angehörigen oder Freunde nicht bzw. noch nicht an Vergebung denken können (siehe z. B. spiegel.de, 18.3.2009). Genauso klar und verständlich ist es, dass die Trauernden bei einem Gottesdienst am 14.3.2009 und bei der ökumenischen Gedenkfeier am 21.3.2009 nur 15 Kerzen anzündeten und keine 16. Kerze für den Täter. Aber letztlich sind wir Menschen - allgemein gesprochen - ja hier auf der Erde, um einander zu vergeben und um Vergebung zu bitten, und das falsche Verhalten nicht mehr zu tun - mit Gottes Hilfe und gleich, welcher Religion man angehört. Und so hat es auch Jesus, der Christus, z. B. in der Bergpredigt erklärt (z.B. Matthäus 5, 23-26). Und dazu gehört es natürlich auch, seinen eigenen Hass oder seine Rachewünsche nicht zu verdrängen, sondern ehrlich anzuschauen und aufarbeiten zu wollen. Wie lange das dann dauert und welches eigene Schicksal damit verbunden ist, ist natürlich eine andere Sache. Doch was der Dekan sagt, die Vergebung angeblich Gott überlassen zu müssen, ist eben einmal mehr lutherisch, aber eben nicht christlich.

Genügt "allein der Glaube" oder wird jeder Täter seine "Früchte" ernten?

Und es passt dazu, dass die evangelisch-lutherische Kirche ja auch lehrt, dass angeblich "allein der Glaube" in den Himmel führe, und dass das Tun - wie gut oder schlecht es auch immer ist - dafür angeblich keinerlei Rolle spiele (siehe dazu Der Theologe Nr. 35) - obwohl Jesus von Nazareth das Gegenteil lehrte (siehe z. B. hier). So ist es eben auch laut lutherischer Lehre nicht entscheidend, ob man eines Tages vergeben könne oder nicht. Aber die Lehre vom Heil "allein durch den Glauben" hat auch noch andere schwer wiegende negative Folgen: Wer weiß, ob ein Jugendlicher nicht von einem Amoklauf abgehalten werden könnte, wenn ihm von seiner Religion stattdessen gelehrt würde, dass jeder Mensch das Leid, das er anderen zufügt, einst am eigenen Seelenkörper verspüren wird? Das sind vor allem seine Opfer und deren Angehörige und Freunde. Aber auch seine eigenen Eltern, seine Schwester und seine Großeltern. Der 15-fache Mörder erlebte z. B. gemäß der Sunday Times vom 15.3.2009 den Kampf seiner Mutter gegen eine schwere Erkrankung mit und tut ihr jetzt an, Mutter eines Amokläufers sein zu müssen. Offenbar glaubte der jugendliche Massenmörder nicht daran, dass das Leid von jedem seiner Morde früher oder später auf ihn selbst, auf seine Seele, zurück fällt. Und er missbrauchte stattdessen andere Jugendliche und Kinder auf bestialische Weise dazu, um anscheinend seine Frustration abzureagieren und um damit in die Geschichtsbücher einzugehen.

Tim Kretschmer: Menschen umbringen für Berühmtheit und zum "Spaß"

Zunächst hieß es, der Amok-Schütze habe im Internet den Massenmord mit folgenden Worten angekündigt: "Ich werde morgen an meine Schule gehen und so richtig gepflegt grillen" - eine Fälschung, wie sich bald herausstellt. Allerdings hat Tim Kretschmer im Klassenzimmer der 10 d ("Seid ihr immer noch nicht alle tot?") und im Fluchtauto gegenüber seiner Geisel Igor Wolf andere "flotte" Sprüche über seine grässlichen Taten gemacht: "Soll ich mal ´nen Spaß machen, ein paar Autofahrer abknallen?" Und auf die Frage von Igor Wolf, warum er bereits so viele Menschen umgebracht hat: "Aus Spaß, weil es Spaß macht". Auch in Tim Kretschmers Zimmer fand man einen Zettel mit der Aufschrift "Tod aus Spaß". Und, so Tim Kretschmer weiter im Fluchtauto: "Meinst du, wir finden noch eine andere Schule?" (Spiegel online, 18.3.2009) Offenbar war Tim Kretschmer fest entschlossen für das nächste Massaker, vielleicht um seinen "Ruhm", der grausamste Killer zu sein, noch weiter zu steigern.

Doch von wem immer der Internet-Beitrag mit dem "gepflegt grillen" auch stammt. Sie ist durchaus vergleichbar mit den authentischen Sprüchen Tim Kretschmers. Und diese Wortwahl kann einen auch wieder an die Taten des "Heiligen" Karl Borromäus erinnern, der unschuldige Menschen auf den Scheiterhaufen im wahrsten Sinne des Wortes "grillen" ließ (ein Zeitgenosse sprach wörtlich vom "braten"*). Und so könnte man auch fragen: Wurde der Forumsbeitrag mit der Formulierung "gepflegt grillen" am Ende gar telepathisch inspiriert? Vielleicht von dem "heiligen" Borromäus selbst oder von einem von Seinesgleichen? Denn nach kirchlicher Lehre können die "Heiligen" aus dem Jenseits auch Einfluss auf die Menschen auf der Erde und auf deren Tun nehmen. Und so lange die Kirche bis heute Massenmörder ungeniert weiter als "Heilige" oder "Vorbilder" verehrt, muss sie sich auch solche provokativen Fragen gefallen lassen. Dass Tim Kretschmer schlicht psychisch schwer krank war, wird z. B. von seiner Mutter bestritten:
"´Tim war nicht in stationärer Behandlung, es handelte sich nur um Gespräche.` Später sei man nur auf das Klinikum zurückgekommen, um sich eines ´Tricks` zu bedienen. Mit einer diagnostizierten Depression habe man das Kreiswehrersatzamt täuschen wollen, damit Tim weder zum Bund gehen noch Zivildienst leisten müsse" (Stuttgarter Zeitung, 19.1.2011).

Ein Massenmörder an Frauen als sein Vorbild - Tim Kretschmer gibt vor dem Massaker zu:
"Den Angehörigen der Opfer würde es weniger ´Spaß` machen"

Acht Wochen nach dem Massaker konnten dann dem Stern zufolge einige Interneteinträge eindeutig Tim Kretschmer zugeordnet werden. Unter dem Namen JawsPredator1 beteiligte er sich demzufolge auf der Internet-Plattform kwick.de an dem Thema, was man tun würde, wenn man nur noch eine Woche zu leben hätte. Und Tim Kretschmer schreibt dort in zum Teil schlechten Deutsch wörtlich: "... Alle umbringen, die hass und so das würden bestimmt voll viele machen ... Also ich meine nur man wird noch berühmt und bleibt anderen Menschen im Gedächtnis ... Das würde bestimmt voll Spaß machen. Den Angehörigen der Opfer würde es weniger Spaß machen".
Der Massenmörder machte sich also durchaus vorab Gedanken, was dadurch auch den Angehörigen von Mordopfern angetan würde.
Als sein Vorbild nennt Tim Kretschmer auf dieser Internet-Plattform dann den Amokmörder Ted Bundy, "einen amerikanischen Serientäter, der in den 70er Jahren mindestens 28 Frauen ermordete" (Stern Nr. 20/2009) und der oft anschließend am Tatort masturbierte. Tatsächlich könnte Bundy bis zu 60 Frauen ermordet haben (http://de.wikipedia.org/wiki/Ted_Bundy). Da Ted Bundy im Jahr 1989 hingerichtet worden war, ist es - nur (!) allgemein gesprochen - auch denkbar, dass seine Seele anschließend wieder inkarniert ist, eventuell, um mit den Morden weiter zu machen.

Lesen Sie hier einen erschütternden Augenzeugen-Bericht und einen anderen Bericht - beispielhaft für das, was der Täter bewusst und gezielt anrichtete:
http://www.bild.de/BILD/news/2009/03/13/winnenden/augenzeugenbericht/der-schuelerin-selina.html.
Und ähnlich war es wiederum im 16. Jahrhundert - als der "Heilige" Karl Borromäus oder der "große Deutsche" Martin Luther oder andere Inquisitoren ihre Opfer "grillen" (siehe unten) oder ihnen den Kopf abschlagen ließ.
"Man muss die Schreie der Unglücklichen hören! Muss lesen, was manche aus den Kerkern schrieben, Frauen an ihre Männer, Väter und Mütter an ihre Kinder: die Beteuerungen der Unschuld, die Abschiede für immer", schrieb dazu der Historiker Karlheinz Deschner (Kirche des Unheils, München 1979, S.28). Deshalb noch einmal unser Appell: Unsere Gesellschaft braucht andere Vorbilder!

Nackte gefesselte Frauen - im Internet und auf dem realen Scheiterhaufen
Namenspatron der Winnender Kirche ließ Opfer bei lebendigem Leibe verbrennen

Deshalb an dieser Stelle noch einige weitere Details zu Hintergründen: Der "Heilige" Karl Borromäus (1538-1584) war Kardinal von Mailand und ein gefürchteter Inquisitor. So ließ er 1583 im schweizerischen Misoxertal zehn Frauen und einen Mann bei lebendigem Leib verbrennen. Die Opfer waren also überwiegend weiblich. Bei Tim Kretschmer waren es in der Albertville-Realschule elf Frauen und ein junger Mann.
Eine weitere schreckliche
Parallele: Auf Tim Kretschmers PC fand die Polizei neben Pornobildern 120 Fotos von nackten gefesselten Frauen (Spiegel online, 14.3.2009) - nachgestellte Bilder. Doch sie erinnern ebenfalls an die furchtbaren Ereignisse aus der Zeit der "Hexen"-Verfolgungen: Den gefesselten unschuldigen Frauen rissen die Inquisitoren der Kirche und ihre Helfer oft auch die Kleider vom Leib, um sich an ihrem Anblick sexuell zu erregen (zur Inquisition siehe auch hier).

"Heiliger St. Karl, bitt´ für uns." In der Borromäuskirche in Winnenden beten die Gläubigen, dass der Folterer und Scharfrichter (Foto links) bei "Gott" für die Gläubigen eintreten soll. Nach römisch-katholischer Lehre darf der auch für Massaker an Andersdenkenden verantwortliche Kardinal weltweit um Hilfe angerufen werden.

Zurück in die Schweiz, zum "heiligen" Karl Borromäus: Andere Abweichler vom katholischen Glauben im Misoxertal  im 16. Jahrhundert - neben den elf von der Kirche Verbrannten - kehrten nach der Folter in den Schoß der Kirche zurück. Und auch im benachbarten Calancatal führte der "Heilige" grausame Massaker durch: "Von den 50 protestantischen Familien des Tales soll, als Borromäus nach einem Monat die Gegend verließ, keine mehr übrig geblieben sein [Anmerkung: was mancher vielleicht auch als eine Art "Amoklauf" von Borromäus bezeichnen könnte]. Über die Verbrennungen in jenem November 1583 berichtete der Priester, der den gequälten Opfern die Absolution erteilte: "Rings herum auf dem Platze stand eine unabsehbare Menge, zu Tränen gerührt und schrie mit lauter Stimme: Jesus! und auch von dem Scheiterhaufen her, wo diese Elenden brieten, vernahm man derartige Rufe, vermischt mit dem Knistern des Feuers" (Carl Camenisch: Carlo Borromeo und die Gegenreformation im Veltlin. Chur 1901, S. 135, zitiert bei Wikipedia, Stand 12.3.2009; http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Borrom%C3%A4us). Parallel dazu versetzte ein solcher Foltertod wohl so manchen anwesenden perversen Priester in extreme sexuelle Erregung.
Karl Borromäus wurde 1610 von Papst Paul V. (der selbst 1712 "heilig" gesprochen wurde) "heilig" gesprochen. Im Jahr 2010 jährt sich seine "Heiligsprechung" demnach zum 400. Mal, was die Kirche möglicherweise dazu veranlasst, ein "Borromäus-Jahr" auszurufen. Zu den "Heiligen" der Kirche siehe auch hier.

Doch wie gesagt: Man sollte die Schreie der Opfer von Karl Borromäus hören in der Borromäus-Kirche in Winnenden. Schon seit es diese Kirche gibt, hätte man diese Schreie dort hören sollen. Und sie vermischen sich in diesen Tagen mit den Schreien der Opfer des Massakers in Winnenden und Wendlingen.

Verschwörungstheorien und kirchliche Ignoranz

Mittlerweile gibt es auch zu diesem Verbrechen so genannte Verschwörungstheorien, wonach der Amoklauf von Winnenden und Wendlingen - wie manche andere Ereignisse auch (wie z. B. die Morde von Eislingen; siehe hier) - von vermuteten menschlichen Hintermännern angeblich gezielt geplant worden wäre. Tim Kretschmer solle in diesem Fall "nur" - wenn überhaupt - der Ausführende gewesen sein. Hierzu werden dann eine Fülle von tatsächlichen oder angeblichen Details und Einzelüberlegungen vorgetragen, die aber dort, wo sie im Einzelfall einmal verblüffend sein mögen, auch anders erklärt werden können. Auf der anderen Seite kann man natürlich allem, auch wenn es keiner "Verschwörung" entstammt und diese Theorien haarsträubender Unsinn sind, einem Bedeutung geben. Dass etwa der "Heilige" Karl Borromäus im Schweizerischen Misoxertal zehn Frauen und einen Mann ermorden ließ (im Vergleich zu den elf Frauen und dem einen jungen Mann, den Kretschmer in der Albertville-Realschule ermordet hatte), das schreibt sogar die Winnender Zeitung am 23.9.2009. In der nach dem Inquisitor bzw. Mordanstifter benannten Borromäus-Kirche fanden ja der Staatsakt und der Ökumenische Gottesdienst für die Opfer statt.
Bestimmte Verschwörungstheoretiker glauben in diesem Zusammenhang gar, die Anzahl der Opfer wäre gezielt so ausgewählt worden, wogegen jedoch klar die Ermittlungen sprechen. Auch spielen bei Verschwörungstheorien Beobachtungen eine Rolle, wie z. B., dass der Name "Hahn" dreimal vorkomme (das Opfer Jacqueline Hahn, die Schulleiterin Astrid Hahn und das Autohaus Hahn in Wendlingen, wo zwei Opfer erschossen wurden), was von angeblichen "Drahtziehern" so inszeniert gewesen sein soll. Hier werden dann u. a. absurde Spekulationen angeführt, wie eine Verbindung zu dem Jesuswort an Petrus "Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verraten". Das ist zwar Unsinn. Doch welchem Außenstehenden auffällt, dass dieser Name in der Tat dreimal vorkommt (Betroffene haben sicher andere Sorgen) und wer dem eine Bedeutung beimessen möchte, der kann auch das ja als einen Impuls bzw. Anstoß betrachten, um einmal darüber nachzudenken, was
ihm diese Auffälligkeit sagen möchte.

Denn der "Zufall" könnte anderweitig schon einen gewissen Sinn machen, wenn man sich schon mit solchen Überlegungen beschäftigen möchte. Denn um einen "Verrat" an der Botschaft von Jesus geht es hier tatsächlich auch - z. B. im Hinblick auf die immer wieder kehrenden Fragen nach dem Warum, die von der Kirche regelmäßig mit einem angeblichen "unausforschlichen Geheimnis Gottes" beantwortet wird. Doch so etwas gibt es nicht, und es führt in letzter Konsequenz dazu, dass sich die Menschen von einem solchen Gott früher oder später mit Grauen abwenden. Und die Kirchen gehen nun sogar noch einen Schritt weiter und bedrohen durch ihre "Sektenbeauftragten" alle, die sich mit der kirchlichen Unwissenheit nicht abspeisen lassen. So z. B. der schweizerische "Sektenbeauftragte" Hugo Stamm anlässlich eines Unglücks mit Todesopfern. Der moderne Inquisitor aus der Schweiz schrieb bei diesem Anlass wörtlich: "Mit Gott lässt sich das Unglück nicht erklären. Mit dem Satan auch nicht. Ich schlage deshalb vor, dass die Vertreter der verschiedenen Religionen in Zukunft vornehm schweigen, wenn sie Katastrophen und Unglücke erklären wollen. Alles andere ist eine Demütigung der Opfer."
Verschwörungstheorien sind nun das krasse Gegenstück bzw. das andere Extrem im Vergleich zu solchen kirchlichen Weigerungen, nach menschlichen oder geistigen Hintergründen zu fragen oder suchen zu wollen. Während die Kirche ihre Weigerung, Fragen auf den Grund zu gehen, in aggressiver Weise als "normal" erklärt, ist es bei den Verschwörungstheorien genau umgekehrt: Hier soll nun alles einem geheimen menschlichen Plan entspringen, der ein politisches Ziel haben soll und den die Vertreter dieser Theorien bis ins Detail zu enthüllen vorgeben.

Hochmut und Demut

Beides ist jedoch eine Form von Hochmut. Die Kirche fordert von anderen, dass diese genauso unwissend bleiben, wie sie, die Kirche, es zu sein vorgibt. Und die Verschwörungstheoretiker basteln sich einzelne Menschen und Situationen in dem Geschehen so zurecht, dass diese eben in ihre Konstruktionen hinein passen. Und in beiden Extremfällen wird weit gehend ausgeblendet, dass es in der jenseitigen bzw. unsichtbaren Welt durchaus Kräfte gibt, welche die Ereignisse auf der Erde maßgeblich beeinflussen und welche dem menschlichen Intellekt weit überlegen sind.

Die Rede des evangelischen "Sektenbeauftragten" Hugo Stamm von einer angeblichen "Demütigung der Opfer" ist dabei eine schon bösartige Scheinheiligkeit, wie sie allerdings typisch für die Kirche ist. Demgegenüber gibt es aber auch eine echte Demut. Zur Demut gehört z. B. die Einsicht bzw. der Glaube, dass es im gesamten Universum keinen Zufall gibt, auch wenn man die Zusammenhänge nicht weiß. Und Demut ist auch das Wissen, dass die Kurzschlüsse des menschlichen bzw. kirchlichen Intellekts nicht erfassen, was alles dabei eine Rolle spielt. Auch, dass vieles unbewusst geschieht bzw. getan wird bzw. aufgrund von dem, was z. B. in einer menschlichen Seele an Inhalten gespeichert ist, dem Menschen jedoch oft nicht bewusst ist. Und dass es auch Wechselbeziehungen zwischen Mächten und Seelen im Jenseits und den Menschen im Diesseits gibt. Und dass letztlich nur der Einzelne selbst in der Lage ist, seinem Schicksal und den Hintergründen für sein Tun auf die Spur zu kommen - mit dem Ziel, sein Leben im Diesseits oder im Jenseits selbst in eine positive Richtung lenken zu können. Kein zweiter oder dritter kann dies für einen anderen tun und schon gar kein Kirchenmann oder Verschwörungs-Spekulant. Und schließlich gilt für den aufrichtigen Gottsucher: Er kann immer vertrauen, dass Gott ein liebender und gütiger Gott ist, der einem auch immer dabei hilft, Ihn zu finden bzw. Antwort auf seine Lebens- und Schicksalsfragen zu finden.

Noch ein Detail zu dem Amoklauf: Im Internet gibt es auch einen Bericht, wonach die Mutter von Tim Kretschmer vom Heilpraktiker Hansjürgen Häussler beraten worden wäre, der genau einen Monat nach dem Amoklauf in Winnenden von seinem Sohn bzw. von dessen Freund erschossen worden ist (siehe hier). Auch hier wird dann im Sinne von Verschwörungstheorien ein "okkulter" Hintergrund der Tat mit entsprechenden Hintermännern vermutet. Der Heilpraktiker aus Eislingen soll die offizielle Version des Amoklaufes von Winnenden bezweifelt haben (infokrieg.nine.ch). Das alles kann natürlich ebenfalls bodenloser Unsinn sein. Oder auch im Sinne des "Zufalls" stimmen. Doch selbst wenn es diese Bekanntschaft tatsächlich gab, belegt das noch lange nicht eine "Verschwörungstheorie".
Und dass Amokläufe bzw. Morde wie in Winnenden und Wendlingen und vier Wochen später in Eislingen von Interessengruppen für eine bestimmte politische und gesellschaftliche Entwicklung benützt bzw. missbraucht werden können, dazu braucht es keine Verschwörungstheorien.

 Beerdigungen, Trauerarbeit und weitere Folgen

Zurück zu der grausamen Tat: Was ist nach den Morden mit den Opfern geschehen? Am Samstag, den 14.3.2009, wurde als erstes Opfer Nicole Nalepa, die lebenslustige Oberministrantin von St. Karl Borromäus, mit einer römisch-katholischen Feier beerdigt. "Die 16-Jährige war ein echtes Sprachgenie. Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Spanisch – für ´Lil` kein Problem" (tz, 13.3.2009). Am 17.3.2009, an ihrem Geburtstag, gab es bei der Lehrerin Nina Mayer eine evangelisch-lutherische Beerdigung in Unterweissach. Auch der Leichnam ihrer Kollegin Michaela Köhler wurde in Schwäbisch-Gmünd katholisch beigesetzt. Und am selben Tag wurde der Autoverkäufer Denis Puljik in Kroatien beerdigt. Er hinterlässt eine Frau und ein einjähriges Baby. Die drei evangelisch-lutherischen Schülerinnen aus der 9 c, Chantal Schill, Jana Schober und Krissi Strobel erhalten drei Gräber nebeneinander (Bild, 16.3.2009). Die übrigen Beerdigungen folgten. Dabei besteht bei konfessionellen Bestattungen immer die Gefahr, dass Trauernden den falschen Eindruck vermittelt wird, es seien die geliebten Menschen selbst, die jetzt unter der Erde liegen. In Wirklichkeit hat ja die unsterbliche Seele diese Körper längst verlassen. Was beerdigt wird, ist nur die sterbliche Hülle des Menschen, nicht der Mensch selbst (mehr dazu hier).
Die Leiche Tim Kretschmers wurde mittlerweile ohne Gehirn verbrannt und auf einem Waldfriedhof anonym beigesetzt. Das Gehirn Kretschmers wurde für die wissenschaftliche Forschung frei gegeben und liegt an einem unbekannten Ort in Formalinlösung eingelegt
(Bild, 21.3., 14.9.2009). Man sucht in dem Gehirn nach möglichen Anhaltspunkten für das Massaker. Dem Obduktionsbericht zufolge schoss sich Tim Kretschmer selbst durch einen "Nahschuss" in die Stirn. Die Mord- und Selbstmordwaffe war anschließend blutverschmiert. Das anonyme Grab soll "Wallfahrten" von Bewunderern seiner Tat verhindern. Die Eltern von sechs getöteten Mädchen wollen darüber hinaus, "dass der Name des Amokläufers nicht mehr genannt und seine Bilder nicht mehr gezeigt werden ... Eine Heroisierung des Täters ist die Folge" (Offener Brief, zit. nach Bild am Sonntag, 22.3.2009).
 
Bereits am 14.3.2009 veröffentlichte das Land Baden-Württemberg auch folgende ganzseitige Traueranzeige in der Südwest-Presse: "
Baden-Württemberg trauert um Jaqueline Hahn  Ibrahim Halilaj  Franz Josef Just  Stefanie Tanja Kleisch  Michaela Köhler  Selina Marx  Nina Denise Mayer   Viktorija Minasenko  Nicole Elisabeth Nalepa  Denis Puljik  Chantal Schill  Jana Natascha Schober  Sabrina Schüle  Kristina Strobel  Sigurt Peter Gustav Wilk, die durch das entsetzliche und unfassbare Ereignis am 11. März in Winnenden und Wendlingen aus dem Leben gerissen wurden. Wir trauern mit den Eltern, Familien und Freunden der Opfer. Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl gelten den Angehörigen. Günther H. Oettinger, Ministerpräsident". Dem schließen wir uns an.

Einige der Eltern haben nach der Tat auch ein "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" gegründet. Siehe http://www.aktionsbuendnis-amoklaufwinnenden.de/
In einem ersten Offenen Brief vom 17.3.2009 sprachen auch die Eltern und die Schwester des Täters den Angehörigen der Opfer ihr "tiefstes Mitgefühl" aus (spiegel.de, 17.3.2009). Ende April 2009 sind sie dann aus dem Leutenbacher Ortsteil Weiler am Stein weggezogen. Im Juli 2009 folgte ein weiterer Brief an die Hinterbliebenen der Opfer ihres Sohnes (focus.de, 1.8.2009), welchen diese jedoch als "politische Taktiererei" ohne "persönliche Note" empfinden, um einen Verhandlung vor Gericht zu vermeiden (spiegel.de, 3.8.2009). "Die an mich adressierte Kopie war nicht mal unterschrieben", so Hardy Schober, der Vater der von Tim Kretschmer ermordeten Jana Schober (Bild, 4.8.2009).
Die Mutter von Viktorija Minasenko hat ein Lied für ihre ermordete Tochter komponiert.
Stern.de. zeigt dazu Bilder aus dem Familienalbum (http://www.stern.de/panorama/gedenken-an-winnenden-opfer-fuer-viktorija-1532150.html).

In den Jahren 2010 und 2011 läuft seither eine Gerichtsverhandlung gegen Jörg Kretschmer, den Vater des jugendlichen Massenmörders; wegen der damals gesetzwidrig frei in der Wohnung zugänglichen Tatwaffe. Die Zeugenaussagen gestalten sich jedoch als schwierig: Die neun angeschossenen Schüler der Albertville-Realschule seien "auch noch knapp ein Jahr nach der Tat des 17-jährigen Tim K. schwer traumatisiert" (Focus online, 23.1.2010). Die Mutter des Täters, Ute Kretschmer und seine Schwester Jasmin Kretschmer haben mittlerweile andere Namen angenommen. Die Familie wohnt auch an einem unbekannten Ort.

Die Gefahr weiterer Taten

Im Raum Ehingen im Alb-Donau-Kreis wurde kurz darauf, am 17.3.2009, ein anderer 17-Jähriger in die Psychiatrie gebracht. Er hat im Internet einen weiteren Amoklauf angedroht und gilt als gefährlich. Die Staatsanwaltschaft: "Das ist kein Trittbrettfahrer" (Bild, 17.3.2009). Wie anscheinend Tim Kretschmer hat auch dieser Jugendliche bereits psychiatrische bzw. psychotherapeutische Behandlungen bekommen.
Und in Spreenhagen in Brandenburg wurde am 19.3.2009 ein Sportschütze mit geladener Waffe am Hosenbund auf der Straße verhaftet und ebenfalls in die Psychiatrie gebracht. Der Mann hatte eine Alkoholspiegel von 1,9 Promille und noch weitere sechs Waffen und viel Munition in seinem Waffenschrank (Welt, 19.3.2009); vgl. auch nachstehende Meldungen: Forstwirt lief Amok; Verwirrter Jäger mit Waffen im Auto von Polizei gestoppt.
Und im oberfränkischen Naila drohte ein Gymnasiast am 31.3.2009 seinen Mitschülern einen Amok-Lauf an. Sein Vater besaß Waffen. Siehe dazu unsere Meldung hier.
Weitere Androhungen von Amokläufen folgten, auch weitere Amokläufe wie durch den 18-jährigen lutherischen Gymnasiasten Georg R. im Ansbacher Gymnasium Carolinum am 17.9.2009.

Die Sinnkrise hinter den Verbrechen

Bei alledem wird oft die tiefer liegende Sinnkrise bei den Tätern zu wenig hinterfragt. Aufschluss darüber gab z. B. der im Internet vielfach verbreitete authentische Abschiedsbrief von Sebastian Bosse, dem Amokläufer von Emsdetten, der fünf Schüler seiner ehemaligen Geschwister-Scholl-Realschule verletzte, ehe er sich selbst erschoss. Mitgebrachte Sprengsätze waren glücklicherweise nicht detoniert. Man könnte dessen Motive vielleicht zusammenfassen als massiver Lebensfrust aufgrund negativer Erfahrungen und dann frei nach dem Motto: "Was soll das alles hier, wenn man sowieso irgendwann stirbt?" Weil es keinen erkennbaren Sinn dieses kurzen Lebens gebe, könne man, statt sich zu verleugnen, anzupassen und mitzuheucheln, genauso gut seinen Rachegedanken gegen die "scheinheiligen" Mitmenschen freien Lauf lassen ..., so der verbrecherische junge Mann.

Dass vor allem einzelne junge Menschen so denken, wer trägt dafür letztlich die Verantwortung? Wenn man bedenkt, dass in Deutschland die beiden Großkirchen Meinungsführer beim Thema "Sinn des Lebens" sind und dann aber einmal nachfragt, worauf es aus kirchlicher Sicht letztlich ankommt, dann kommt Bedenkliches zutage. Denn die Kirchen lehren, man müsse an die kirchliche Lehre glauben, dann warte nach dem Tod das Paradies. Wenn nicht, dann die Hölle. So steht es, zusammengefasst, in den bis heute gültigen offiziellen Dokumenten (siehe z. B. Der Theologe Nr. 18 oder Der Theologe Nr. 19). Darauf würde also das ganze irdische Leben hinaus laufen. Der Sinn des Lebens bestünde dann letztlich im Annehmen des kirchlichen Glaubens, alles andere sei weniger wichtig, weil nicht "heilsbedeutend" bzw. nicht "heilsnotwendig". Doch mit diesem Humbug werden gerade junge kritische Menschen für dumm verkauft. Und die daraus folgende Orientierungslosigkeit trägt zur Gewalttätigkeit bei*.
 
Deshalb im Anschluss noch einige Hintergründe aus dem geistigen Urwissen der Menschheit, die von den Kirchen verschwiegen werden. Hier geht es zunächst darum, was mit den Opfern von Gewaltverbrechen geschieht. Für manchen Betroffenen waren solche Überlegungen schon eine wichtige Hilfestellung für das weitere Leben.

* Ist es völlig unerheblich, dass drei der bekanntesten Mehrfachmörder bzw. Gewalttäter des Jahres 2009 evangelisch-lutherisch sind bzw. waren? Neben Tim Kretschmer und Andreas Häussler auch Sebastian L. aus München (Süddeutsche Zeitung, 19.9.2009, wo er als Konfirmand abgebildet ist), der den Geschäftsmann Dominik Brunner am S-Bahnsteig in München-Solln mit zu Tode trat und erst eine Woche zuvor einen Rentner überfallen hattet. Die Konfession des Haupttäters Markus S. ist noch nicht bekannt. Und Georg R., der Amokläufer von Ansbach, einer der protestantischen Hochburgen Bayerns, ist sehr wahrscheinlich auch evangelisch-lutherisch. Dafür spricht auch die Reaktion seiner Verwandten, die in der evangelisch-lutherischen St. Johannis-Kirche in Ansbach sich über das Gebet des lutherischen Dekans an Gott wenden und bitten "um Deinen Beistand für alle Verletzten und Getroffenen". Damit, so der Evangelische Sonntagsblatt, "reihen sich die Angehörigen des Täters in die christliche Gemeinde ein" (Nr. 39, 27.9.2009). Es ist nicht unerheblich, da ausgerechnet Martin Luther bekanntlich das "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer" lehrte, was gewiss nicht zur Eindämmung von Gewalt beiträgt - weder einst bei ihm (siehe dazu Der Theologe Nr. 3) noch heute bei jugendlichen Straftätern. Jesus von Nazareth lehrte im Gegensatz dazu: "Sündige hinfort nicht mehr!"



 

Der Tod bei Gewaltverbrechen oder Unfällen -
was kommt danach?

Im Augenblick des Todes trennt sich die unsterbliche Seele von ihrer sterblichen Hülle, dem Leib. Dies zählt zum Urwissen der Menschheit.
Geschieht dies plötzlich, wie z. B. nach einem Mord oder einem sofort tödlichen Verkehrsunfall, wird die Seele demnach regelrecht aus dem Leib heraus geschleudert oder gerissen. Und in der ersten Zeit danach ist ihr womöglich gar nicht bewusst, dass sie "tot" ist, denn sie nimmt ihre unmittelbare irdische Umgebung weiterhin voll wahr. Wenn sie dann aber mehr und mehr merkt, dass ihre Mitmenschen umgekehrt offenbar
sie nicht mehr wahrnehmen, folgt manchmal ein Schock. Auch wenn sie realisiert, dass sie unter Umständen jetzt neben ihrem noch blutenden Körper steht und die Umstehenden sich eben verzweifelt um den Körper kümmern, aber
sie, die Seele, gar nicht wahrnehmen. Kommen mehrere Menschen an einem Ort annähernd gleichzeitig ums Leben, können sich diese allerdings weiterhin untereinander verständigen, was die Erkenntnis des leiblichen Todes hinauszögern kann. Denn sie sind alle von einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Diesseits ins Jenseits gewechselt. Doch stellt sich mit der Zeit eventuell eine gemeinsame Orientierungslosigkeit ein. Hinzu kommen Schmerzen, wenn man schließlich voll realisiert, was mit den Verwandten und Freunden los ist, die um einen weinen und trauern. Manche Seelen könnten deshalb auch verzweifelt versuchen, noch einmal den getöteten früheren Leib zu durchdringen und ihn wieder zu beleben, um sich über diesen Körper noch einmal bemerkbar machen zu können. Dies ist aber durch den Tod des Körpers nicht mehr möglich. Es hat von einer auf die andere Minute ein völlig neuer Lebensabschnitt begonnen. Es gibt aber keinen Tod und auf den letzten Atemzug im Diesseits folgte sogleich der erste Atemzug im Jenseits, in der für die irdischen Augen unsichtbaren Welt, in der man sich nun erst einmal zurecht finden muss.

Lebens- und Todesspanne - Der Tod kommt nicht willkürlich

Doch kann man auch sagen: Der so genannte Tod kommt nicht willkürlich, so wie die Geburt auch kein Zufall war. Denn wie ist es, wenn eine Seele "inkarniert"? Sie sucht sich bei der Zeugung des Embryos das Elternpaar aus, um dann nach ca. neun Monaten den neugeborenen Körper in "Besitz" zu nehmen, also dort zu "inkarnieren". Dabei gab sie sich für das nun beginnende zeitlich befristete Erdenleben eine Lebensspanne und eine Todesspanne vor, innerhalb welcher der spätere Tod eintreten wird. Der Todeszeitpunkt ist also nicht exakt vorher bestimmt. Aber es gibt eine Todesspanne - die z. B. bereits einige Minuten nach der Geburt beginnen kann und nur eine sehr kurze Zeit umfasst (z. B. bei einem gestorbenen Säugling). Sie kann aber auch erst viel später beginnen und z. B. mehr als ein oder zwei Jahrzehnte umfassen, innerhalb derer die Seele den Körper verlässt. Und dies ist bei jedem Menschen anders. Doch jede Seele wurde im Jenseits auch ungefähr darüber aufgeklärt, was im - von uns aus gesehenen - Diesseits auf sie zukommen kann, wenn sie diese Aufklärung annehmen wollte. Deshalb ahnen viele Menschen auch, wenn der Todeszeitpunkt naht.

Liebevolle Gedanken helfen der Seele bei der Lösung vom Leib

Ist der Tod eingetreten, muss sich die Seele erst auf die völlig neue Situation einstellen, die einer Geburt in die jenseitige Welt hinein entspricht. Wenn sie in dieser Zeit noch sehr stark am ehemaligen irdischen Körper hängt und sich weiterhin damit identifiziert, also weiterhin sehr körperbezogen ist und ihr Bewusstsein noch in der so genannten "Körperstrahlung" verhaftet ist, könnte jetzt eine zu frühe Einäscherung oder Beisetzung des Körpers für sie sehr schmerzhaft sein. Nämlich dann, wenn sich die Seele bis dahin noch nicht richtig vom ehemaligen Körper hat lösen können. Deshalb wird in vielen Weltanschauungen von mindestens drei Tagen gesprochen, die man auf jeden Fall abwarten solle. Zudem gibt es auch keine Sterbezeitpunkt, wie er von der Schulmedizin angeblich minuntengenau bestimmt wird, sondern einen Sterbezeitraum, innerhalb dessen sich die Seele vom Körper löst. Und deshalb ist ein hirntoter Mensch, der für eine Organspende vorbereitet wird, auch noch nicht tot, sondern er ist ein Sterbender mit noch weit gehend vollem Schmerzempfinden, der entsetzt darauf reagiert, wenn man ihn wie einen "Toten" auseinander nimmt.
Tritt der Tod bei einem Unfall oder Gewaltverbrechen abrupt ein, hatte die Seele in der Regel keine Zeit, sich darauf vorzubereiten. Und die notwendige Loslösung von ihrem Leib wird zudem erschwert, wenn sich Angehörige verzweifelt an den getöteten Leib klammern und ihn weiterhin voll mit der Person identifizieren, die sie lieben. Deshalb sollte man sich bewusst machen: Der Körper im Leichenschauhaus, im Krematorium oder im Sarg auf dem Friedhof ist nicht mehr das Kind, der Partner, der Vater, die Mutter. Es ist nur die ehemalige sterbliche Hülle, der Naturkörper, für den für jeden von uns eines Tages gilt: "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube." Doch es gilt auch sinngemäß: "Geist zum Geiste". Und die Person, die in diesem Körper lebte, die Seele, sie hat diesen Körper beim Sterben verlassen und sie lebt nun in der für die irdischen Augen der Menschen unsichtbaren Welt weiter. Es hilft deshalb der Seele im Jenseits sehr, wenn die Angehörigen und Freunde auf der Erde sich nicht mehr an die körperliche Hülle klammern, sondern stattdessen der Seele liebevolle Gedanken und Empfindungen schicken und mit ihr in herzlicher innerer Verbindung bleiben. Das ist eine Freude für den "Gestorbenen" und gibt ihm Kraft auf seinem weiteren Weg in der jenseitigen Welt.

Und so kann man grundsätzlich sagen:
Die Seelen von "Verstorbenen" im Jenseits bekommen mit, was mit ihren Angehörigen und Freunden auf der Erde weiterhin geschieht. Aber eben nicht umgekehrt. Deshalb wünschen sich die "Gestorbenen" oft sehnlichst, dass ihre Verwandten auf der Erde jetzt nicht verzweifeln, sondern dass diese wissen, dass man gar nicht tot ist. Denn wie gesagt: Auf den letzten Atemzug im Diesseits folgte zugleich der erste Atemzug im Jenseits. Das Leben kennt keine Unterbrechung. So sind die "Verstorbenen" oft bei ihrer "eigenen" Beerdigung anwesend, und versuchen z. B., die Trauernden zu trösten und ihnen über die Gefühls- und Empfindungswelt begreiflich zu machen, dass sie gar nicht tot sind, sondern dass sie leben und eben nicht im Sarg liegen, und dass sie alles mitbekommen, was ihre geliebten Angehörigen jetzt denken, empfinden und tun.
Doch es ist klar, dass sie jetzt Abschied von diesem Erdenleben nehmen müssen, und es wird leichter, wenn dies auch den Angehörigen bewusst ist und wenn diese die Seele, die gehen muss, nicht durch ihre Verzweiflung auf der Erde halten.

Der Tod gibt uns nichts und er nimmt uns nichts

Und wie geht es drüben weiter? Grundsätzlich gilt: So wie jemand hier gegangen ist - mit seinen derzeitig aktiven Gefühlen, seinem Bewusstsein, seinem Charakter - so setzt er seinen Weg drüben fort. Der Körper ist nicht mehr da. Doch sonst hat sich nichts geändert. Letztlich ist es so: Der Tod gibt uns nichts und er nimmt uns nichts. Neu ist jedoch, dass man keine Hülle, kein Gefährt mehr zur Fortbewegung auf der Erde hat. Und das kann schmerzhaft sein - vor allem im Hinblick auf die Menschen, die man liebt und die als inkarnierte Seelen auf der Erde noch ihren Körper besitzen. Dieser Abschied, der letztlich nur ein vorübergehender ist, kann eine ziemlich schmerzhafte und lange Zeit in Anspruch nehmen. Erst ganz allmählich kann die Seele sich im Jenseits ihrem Bewusstsein gemäß orientieren und sie wird dann verstärkt - wie magnetisch - von den jenseitigen Bereichen angezogen, die am ehesten zu ihr passen. Dabei gilt das eherne Gesetz, das auch in der Bibel enthalten ist: "Was der Mensch sät, das wird er ernten". Man könnte sagen: Keine Energie geht verloren. Und entsprechend dem bisherigen Leben geht es drüben weiter. Wobei man alles Gute, das man getan hat, in seiner Seele als Kraft verspürt; alles Böse jedoch, das man anderen angetan hat, wird man früher oder später ebenfalls als Leid am eigenen Seelenleib verspüren, um wenigstens im Jenseits unter Schmerzen zur Einsicht zu gelangen, wenn man die Erdenzeit, die eine Gnadenzeit ist, um Frieden mit seinem Nächsten zu schließen, dafür nicht genutzt hat.

Auf diesem Weg kann die Seele des "Verstorbenen" auch ihm nahe stehende oder bekannte Seelen treffen, die als Menschen vor ihm gestorben sind, eventuell auch die Teilseelen von Tieren - was bei einem Tierfreund sicher völlig anders sein wird als bei einem Schlächter, Jäger oder Fleischesser, auf den auch das Leid zukommt, das er den Tieren auf der Erde zugefügt hat oder wozu er durch sein Verlangen nach Fleisch andere beauftragt hat. Was die Seele nun im Jenseits erlebt, entspricht auch hier dem, wie sie bisher im Diesseits gelebt hat.
Und welchen Weg sie nun jeweils genau nimmt, liegt wieder in ihren Entscheidungen in einzelnen Situationen. Ob sie ihren Weg z. B. in der jenseitigen Welt weiter geht oder ob sie eine neue Inkarnation in einem neuen Menschenkörper anstrebt, vielleicht so schnell wie nur irgendwie möglich. Oder: Ob sie sich positive Ziele vorgibt oder ob es negative oder problematische Ziele sind.

Der lange Weg zurück in die Heimat

Das Ziel aus christlicher Sicht wäre, wieder in die ewige Heimat zurück zu kehren, die man einst verlassen hat - gleich, ob man im Diesseits oder im Jenseits lebt. Den Weg für die Erde haben z. B. die Propheten und Jesus von Nazareth gelehrt: Z. B. die Zehn Gebote wie "Du sollst nicht töten". Oder die Goldene Regel: "Was du willst, das andere dir tun, das tue du ihnen auch." Im Jenseits erntet man spätestens, was man im Diesseits in allen bisherigen irdischen Leben gesät hat, z. B. den Schmerz, den man anderen zufügte, auch Tieren. Das kann für die Seele unter Umständen sehr schmerzvoll sein. Doch sowohl im Diesseits als auch im Jenseits ist es die Aufgabe, zu vergeben oder um Vergebung zu bitten und im Inneren umzukehren, um auf diese Weise Gott bzw. der "ewigen Heimat" näher zu kommen.

Die Kirche verschweigt dieses hier nur kurz gefasste Urwissen der Menschheit und seine Zusammenhänge, und sie lehrt stattdessen die Hölle für die Ungläubigen und den Himmel für die Gläubigen, wozu diese angeblich die Kirche als Vermittlerin dorthin brauchen. Nur bei Katastrophen erklären die Priester und Pfarrer oft, alle Opfer seien jetzt bei Gott. Dies tun sie dabei oft auf theatralische oder besonders salbungsvolle Weise, um die Angehörigen vordergründig beruhigen zu wollen. Doch es entspricht nicht ihrer wahren Lehre. Summa summarum lehren sie einen "geheimnisvollen" Gott für alle Situationen, in denen sie lieber nichts anderes sagen. Doch
Gott hat keine Geheimnisse und Er tut nichts Böses. Er liebt alle Seine Kinder gleich und hilft ihnen pausenlos, z. B. die Gebote zu halten und von innen her glückliche Menschen zu werden - im Diesseits und im Jenseits. So ist Seine Hand auch - symbolisch gesprochen - in jedem Augenblick und an jedem Ort als Hilfe ausgestreckt.

Lesen Sie mehr zu diesem Urwissen der Menschheit in: Freie Christen Nr. 6 - Sterben und Tod und was dann? Das Geheimnis der Kirche und ein Blick hinter die Nebelwand.
Darin auch das Thema: "
Gott, wo warst Du?" Bzw. Wie kann Gott das zulassen?

Hinweis: Wenn wir hier vom "Urwissen der Menschheit" sprechen, dann braucht das selbstverständlich niemand zu glauben. Auch wird niemand verdammt - wie bei den kirchlichen Lehren - wenn er das nicht glaubt oder es gar schroff ablehnt, weil er stattdessen etwas anderes glaubt. Wir sehen allerdings unsere Aufgabe darin, zu widersprechen, wenn die Kirche sinngemäß von sich sagt: "Wir sind die Vermittler zu Gott". Das ist gelogen. Und sinngemäß geben die kirchlichen Amtsträger ja auch selbst zu: "Wir kennen nur unsere Dogmen und ansonsten sehen wir nur ´Geheimnisse` und Fragen ohne Antworten". Den Weg zu Gott kennen sie nicht.


*** Anmerkung: Ein "Engel" mit dem "Strafschwert" und der helfende Gott

Auf der Außenfassade der St. Karl Borromäus-Kirche in Winnenden sah man bei den Fernsehbildern über die Gedenkfeier schwarz auf weiß auf dem Mauerwerk folgende Darstellung: Wahrscheinlich links den Namenspatron und rechts oben von ihm einen Engel mit Schwert. Eine ähnliche Darstellung findet sich in der ebenfalls nach Karl Borromäus benannten römisch-katholischen Karlskirche in Wien. Dort soll ein "Engel" mit dem "Strafschwert" den Erzengel Michael darstellen, der - symbolisiert durch das Schwert - offenbar die Pest als "Strafgericht" zu den Menschen brachte, jedoch auf Bitten des Kardinals und Inquisitors Karl Borromäus und angeblich der Jungfrau Maria dieses nun zurück nehmen würde (art4life.at). Möglicherweise hat die Gravur auf der Kirche in Winnenden dieselbe Bedeutung. So zumindest das katholische Denken, das letztlich eine Verhöhnung Gottes und seiner Engel darstellt, denn nicht Gott war es, der die Menschen mit der Pest bestrafte. Und folglich brauchte er sich auch nicht durch die Bitten des Inquisitors in diesem Tun besänftigen lassen.
In Wirklichkeit ist es nämlich genau umgekehrt:
Nicht Gott straft die Menschen, sondern die Menschen tragen über Jahrtausende ihre eigenen Lasten im Gesetz von Saat und Ernte von Inkarnation zu Inkarnation. Der Zusammenhang von Saat und Ernte oder "Tun und Ergehen" durchzieht so auch fast das ganze Alte Testament, und so lehrten es auch Jesus und Paulus im Neuen. Z. B.: "Irret euch nicht. Gott lässt seiner nicht spotten. Denn was der Mensch, das wird er ernten" (Paulus, Galater 6, 7). Wobei z. B. ein "früher" Tod gar keine "negative" Ernte sein m
uss, sondern auch im Lebensplan der Seele angelegt sein könnte, den sie sich zu Beginn ihrer Inkarnation aus bestimmten Gründen selbst vorgegeben hätte. So das Urwissen der Menschheit. Gott ist demgegenüber immer der Helfende, der die Menschen zur Umkehr mahnt, damit sie keine neuen negativen Taten "säen", die sie dann irgendwann wieder ernten müssten - und sei es im Jenseits oder in einer weiteren irdischen Inkarnation (näheres dazu in http://www.theologe.de/theologe2.htm).
In Wirklichkeit ist der Kirchenheilige Karl Borromäus der Gewalttäter
, der - symbolisch gesprochen - ein "Massaker-Schwert" trug und alle Abweichler vom römisch-katholischen Glauben foltern und hinrichten ließ, wenn sie nicht zuvor durch die Folter wieder zur Kirche zurückkehrten.

Anmerkung [30.8.2009] - In der weltbekannten römisch-katholischen Barockkirche Karl Borromäus in Antwerpen in Belgien ist am Sonntag, den 30.8.2009 ein Feuer ausgebrochen. Die St.-Karl-Borromäuskirche war 1621 als Jesuitenkirche gebaut worden und trägt bis heute ihren Namen zu Ehren des brutalen Inquisitors und Folterherren, dessen Ehrung im Jahr 2010 anlässlich des 400. Jahrestages seiner Heiligsprechung im Jahr 1610 ansteht.
 



3.4.2009 -
Alle Anträge zum besseren Tierschutz von der CSU abgelehnt - Barbara Rütting (GRÜNE) legt Landtagsmandat nieder - Die bekannte Schauspielerin Barbara Rütting (Die Grünen) legt ihr Mandat im Bayerischen Landtag aus gesundheitlichen Gründen nieder. Mit entscheidend dafür war auch, dass die regierende CSU ausnahmslos alle von ihr und ihrer Fraktion eingebrachten Anträge zur Verbesserung der Situation der gequälten Tiere ablehnte. Im Wortlaut ihrer Erklärung heißt es:
 

"Alle, aber auch alle meine von der grünen Fraktion eingebrachten Anträge für besseren Tierschutz wurden in der letzten Legislaturperiode von der CSU abgelehnt. Die Normenkontrollklage gegen Käfighaltung von Legehennen – abgelehnt; eine verbesserte Haltung der Masthühner – abgelegt; eine Verbesserung der Haltung von Puten – abgelehnt; eine verbesserte Nutztierhaltung – abgelehnt; eine Verbandsklage für Tierschutzverbände – abgelehnt; eine Novellierung des bayerischen Jagdgesetzes mit dem Verbot, Hunde und Katzen abzuschießen – abgelehnt; ein Importverbot für Wildvögel – abgelehnt; ein Importverbot von Hunde- und Katzenfellen – abgelehnt; mehr Geld für Alternativen zu Tierversuchen – abgelehnt."
Und weiter:
"Wäre die Erde eine Bank, man würde fieberhaft an ihrer Rettung arbeiten. Unsere Kinder werden uns aber einmal nicht danach beurteilen, wie hoch die Börsenkurse gestiegen und die Wertpapiere geklettert sind, sondern wie wir ihnen diese Erde hinterlassen haben. Die Erkenntnis, wie wenig selbst wir hier im Landtag tatsächlich für die Bewahrung der Schöpfung tun, macht mich sehr traurig. Denn es ginge auch anders: ,Die Erde hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier‘ - ein Satz von Gandhi"
(zit. nach tz, 3.4.2009 http://www.tz-online.de/aktuelles/bayern/tz-ruetting-politik-krank-gemacht-131762.html).

Auch die Freie Christen hatten im Jahr 2000 eine Aktion zur Haltung der kirchenfreundlichen bzw. "christlichen" Parteien gegenüber Tieren gestartet. Damals ging es um die Aufnahme des Tierschutzes ins deutsche Grundgesetz. Es entstand ein Wahlplakat mit dem Titel: "Wer gegen Tiere ist, wählt CDU und CSU" (siehe hier). Kurze Zeit später wehrten sich CDU und CSU nicht mehr gegen dieses spezielle Anliegen, und der Tierschutz wurde 2002 aufgenommen. Doch praktisch hat sich dadurch kaum etwas für die geschundenen Mitgeschöpfe der Menschen geändert. Im Unterschied zu den angeblich "christlichen" Parteien war Jesus, der Christus, nicht nur ein Freund der Menschen, sondern auch der Tiere (siehe dazu Der Theologe Nr. 7).
 



31.3. / 1.4.2009 -
Jägerpräsident verharmlost Amok-Morde von Winnenden - Waffe sei ein "Symbol" für Freiheit - Gegen unangekündigte Waffenkontrollen / 17-jähriger Schüler kündigte Amoklauf an - Vater hat Schrank voller Waffen - vorläufig festgenommen - Der Jägerpräsident des Saarlandes, Andreas Schober, wehrt sich in einem Brief an alle Landtagsabgeordnete gegen eine Verschärfung des Waffenrechts. In dem Brief heißt es: "Stellen Sie sich vor, ... ein verrückter Jugendlicher wäre ohne Führerschein in eine Menschenmenge gerast ... Wäre auch gefordert worden, die Aufbewahrung des Pkw in der Garage zu verschärfen?" Hier versucht der Jäger, den Tatbestand zu manipulieren. Während nämlich ein PKW in der Regel nicht für den Zweck benutzt wird, um damit Menschen zu töten oder zu verletzen, dient der aktive Gebrauch von Waffen nun mal dazu, Menschen oder Tiere zu töten oder zu verletzen. Mit Ausnahme der so genannten Sport-Schützen. Doch um z. B. ein Loch zielgenau in eine Scheibe zu bekommen, könnten die Sportschützen ja auch auf Wurfpfeile umstellen. Oder, wenn sie unter gar keinen Umständen auf ein Gewehr verzichten wollen, dann könnten sie harmlosere Luftgewehre umstellen. Dazu braucht es keine großkalibrigen Pistolen wie eine Beretta 92, die Tatwaffe von Winnenden.
Der Jägerpräsident weiter: "Eine Waffe ist ein Symbol für
Freiheit
" (Bild, 31.3.2009).
Die Tiere, die auch ihre Freiheit lieben, allerdings ohne dazu Waffen zu benötigen, sehen das mit Sicherheit anders. In Wirklichkeit richten die Jäger als "Herren über Leben und Tod"
in Wald und Flur Chaos und Leid ohnegleichen an, und sie zerstören zudem den Selbstregulierungsmechanismus der Natur, was sich immer mehr heraus stellt, auch wenn es natürlich von den Jägern noch bestritten wird. Und der Hinweis von Jägern, hier und da für ein ökologisches Gleichgewicht sorgen zu wollen, dient wohl oft als Vorwand, um zu verschleiern, dass man Gefallen am Töten hat. Zudem werden auch immer mehr Jäger-Waffen dazu missbraucht, Menschen zu töten bzw. werden bei Jagdunfällen Menschen damit getötet.
Deshalb würde auch eine
schrittweise Abschaffung der Jagd dazu führen, dass Menschen gar nicht erst in Versuchung kommen, die Waffen gegen Menschen zu richten. Und das Leid unzähliger Tiere würde gemindert bzw. beendet. Denn selten ist der erste Schuss gleich tödlich
. Die Tiere leiden unsäglich (vgl. dazu http://www.abschaffung-der-jagd.de).
Auch gegen
unangekündigte Kontrollen, um nachzuprüfen, ob Waffenbesitzer die Waffen vorschriftsmäßig aufbewahren, stellt sich der Jägerpräsident. Dies seien "DDR-Methoden". Durch eine voraus gehende unangekündigte Kontrolle hätte jedoch das Massaker von Winnenden unter Umständen verhindert werden können
. Nämlich dann, wenn der Vater von Tim Kretschmer, Jörg Kretschmer, danach seine Beretta 92 hätte verschließen und sicherstellen müssen, dass der minderjährige Sohn den Code für den Waffenschrank nicht kennt.
Insgesamt könnten unzählige Waffen eingezogen werden oder Waffenbesitzkarten nicht mehr ausgestellt werden.
Unsere Studie zum Amoklauf in Winnenden
siehe hier.


Aktualisierung
[1.4.2009] - In Naila in Oberfranken kündigte ein 17-jähriger frustrierter Schüler einen Amoklauf in seiner Schule an. "Ich stech´ dich ab", mailte er zunächst einem Mitschüler. Dann erweiterte er in einem Internet-Chatroom seine Morddrohungen: Seine Mitschüler müssten "alle sterben". Der Schüler, der auch Tischtennis spielt, fühlte sich bei der Notengebung "benachteiligt". Er wurde zwischenzeitlich festgenommen und beginnt mit einer therapeutischen Behandlung. Sein Vater besitzt viele Waffen. Der Waffenschrank des Vaters war beim Eintreffen der Polizei allerdings ordnungsgemäß verschlossen. Es sei nur ein "Spaß" gewesen, so der Gymnasiast, der die Drohungen mittlerweile sehr bedauerte (Frankenpost, 1.4.2009; 2.4.2009).
 



27.3.2009 - Der Reiter tadelt sein Ross: Kardinal Meisner fordert Bundeskanzlerin auf, sich beim Papst zu entschuldigen / Der Co-Reiter: Evangelische Kirche beruft Politiker in Kirchen-Synode - In Deutschland ist der Staat das Ross und die Kirche der Reiter, der das Ross letztlich lenkt. Und dies, solange sich das Ross das gefallen lässt (siehe dazu Der Theologe Nr. 23). Daran erinnert in diesen Tagen auch Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Kardinal Meisner über Bundeskanzlerin Merkel: "Ich finde, dass eine der größten Fehlleistungen die öffentliche Papstschelte der Bundeskanzlerin war ... Auch der Ton war völlig unangemessen ... Ich kann da nur sagen: Zeigen Sie Größe und entschuldigen Sie sich, Frau Bundeskanzlerin!" (Bild, 27.3.2009)

Der unausgesprochene Hintergrund: Nach römisch-katholischer Lehre gilt: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir" (Bulle Papst Bonifaz VIII. (Foto links) "Unam Sanctam", 1302; zählt zu den angeblich unfehlbaren Lehrentscheidungen der Päpste). Und dies gilt natürlich aus katholischer Sicht auch für eine evangelische Pfarrerstochter aus Mecklenburg.
Im Jahr 2005 hatte die damalige Kanzlerkandidatin Angela Merkel Joseph Ratzinger noch mit den Worten gehuldigt, er sei für viele die "Erfüllung der religiösen Sehnsucht" (siehe hier).

PS
: Glauben Sie, dass Sie sich diesem Mann (Foto links; es ist ein Porträt des Papstes, der diese "unfehlbare" Lehre "verkündet" hatte) und seinen Nachfolgern unterwerfen müssen, um nach Ihrem Tod in den Himmel zu kommen? Tun Sie es, wenn Sie es möchten. Wenn jedoch nicht, raten wir zum Kirchenaustritt. Denn dann wären Sie nach katholischer Lehre ohnehin schon verdammt. Wozu dann also noch Kirchensteuer zahlen?

Derweil stärkt die evangelische Kirche ihre Position als Co-Reiter auf dem Staatsross. Sie beruft bekannte Politiker aller Parteien in ihre neue EKD-Synode, die sich dann natürlich in ihren Parteien wiederum für die Kirche einsetzen. "
Berufen wurden Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), der Staatsminister im Kanzleramt und Mitglied des Rates der EKD, Hermann Gröhe (CDU), die Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Kerstin Griese (SPD), sowie der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP). Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) wird von der bayerischen Landeskirche in die EKD-Synode entsandt" (idea-spektrum, 27.3.3009). Kerstin Griese ist bereits die "Beauftragte" der SPD für "Kirchen und Religionsgemeinschaften" und gab zu, in der Kirche "mehr verwurzelt" zu sein als in der SPD (siehe hier).
Bezeichnend: Alle im Bundestag vertretenen Parteien haben den Posten des "Beauftragten für Religionsgemeinschaften" ausschließlich mit aktiven Mitgliedern der Großkirchen besetzt. Und diese wiederum gehen bekanntlich massiv gegen kleinere Gemeinschaften vor, die sie vielfach als "Sekten" verleumden. Von einem weltanschaulich neutralen Staat ist man in der Praxis weit entfernt, was auch dieses Beispiel veranschaulicht.
 



26.3.2009 -
Die Tiere wehren sich: Stier verletzt Metzger - von Jäger erschossen - Ein wütender Stier kämpfte in Österreich gegen seine bevorstehende Ermordung im Schlachthof und verletzte seinerseits den Metzger schwer. Dann wurde er von einem Jäger erschossen (salzburg.orf.at, 23.3.2009). Papst Benedikt XVI. sagte noch als Theologieprofessor Josef Ratzinger, "es könne dem Reh oder Hasen gar nichts Besseres passieren, als geschossen zu werden und auf dem Teller des Menschen zu landen, denn damit erfülle das Tier seine Bestimmung, die der Schöpfergott ihm zugeteilt habe" (Der ehemalige katholische Theologieprofessor Hubertus Mynarek in: Papst ohne Heiligenschein, Sonderdruck, Odernheim 2006, S. 4). Doch ganz offensichtlich war der Stier mit dieser "Bestimmung", wie sie ihm angeblich der Schöpfergott "zugeteilt habe", nicht einverstanden. Mehr dazu in Der Theologe Nr. 7 - Jesus und die Urchristen waren Freunde der Tiere.
 



25.3.2009 - 2008 - Fast 10 Milliarden Euro: Rekordergebnis bei Kirchensteuern / Das "besondere Kirchgeld": eine weitere Einnahmequelle der Kirche - Der Wirtschafts- und Finanzkrise zum Trotz erzielten die beiden deutschen Großkirchen im Jahr 2008 ein Rekordergebnis bei den Kirchensteuereinnahmen mit deutlichen auch prozentualen Steigerungen gegenüber 2007. Im Klartext: Bei den evangelischen Kirchen nahmen die Einnahmen um 9,5 % zu auf jetzt 4,7 Milliarden Euro. Und bei der römisch-katholischen Kirche betrug die Steigerungsrate 8,8 %, was zu Kirchensteuereinnahmen von 5,1 Milliarden Euro führte, ergibt zusammen 9,8 Milliarden Euro (idea-spektrum Nr. 13/2009). Hinzu kommen staatliche Subventionen z. B. für Personal, Theologenausbildung und konfessionellen Religionsunterricht in Höhe von ca. 15 Milliarden Euro (siehe http://www.stop-kirchensubventionen.de) sowie zusätzlich ca. 10 Milliarden Staatssubventionen für kirchliche Sozialdienste, die auf diese Weise überwiegend vom Staat bezahlt werden, obwohl eine kirchliche Einrichtung nach außen hin der Träger ist und die Kirche die Personalentscheidungen trifft.

Bei der Finanzierung der Kirche sind die konfessionellen Politiker auch sonst sehr einfallsreich. Tritt bei einem Ehepaar z. B. der Besserverdienende oder Alleinverdienende aus, wird bei der Gemeinsamen Einkommensteuererklärung des Ehepaares dessen Einkommen jedoch trotzdem zugunsten der Kirche mit heran gezogen. Dies geschieht, indem beim nicht oder gering verdienenden Ehepartner zusätzlich zur Kirchensteuer und dem "allgemeinen Kirchgeld" für die Ortskirchengemeinde (das allerdings nicht in allen Landeskirchen bzw. Diözesen erhoben wird) noch ein "besonderes Kirchgeld" eingezogen wird. Und dieses "besondere Kirchgeld" richtet sich in seiner Höhe eben nach dem Verdienst des Ausgetretenen. Dies ist vielen Ehepaaren, die ihre Steuererklärung nicht im Detail durchdringen, noch kaum bewusst, wird jedoch bereits seit 2001 praktiziert. Auf der Homepage der Evangelischen Kirche im Rheinland (www.ekir.de) ist dazu z. B. zu lesen: 

Das besondere Kirchgeld "wird von solchen Kirchenmitgliedern erhoben, deren Ehegatte keiner Steuer erhebenden Religionsgemeinschaft angehört – und zwar dann, wenn der Partner, der in der Kirche ist, kein oder nur ein geringes Einkommen bezieht (gering jedenfalls im Verhältnis zum Familieneinkommen insgesamt). Ausgangspunkt ist dabei das gemeinsame Familieneinkommen beider Ehegatten: Das besondere Kirchgeld richtet sich nach dem ´Lebensführungsaufwand`, also dem Teil des gemeinsamen Einkommens, das dem Kirchen angehörenden Ehepartner rechtlich zusteht, über das er also selbstständig verfügen kann".
Hier ist also an das Geld gedacht, dass eine nicht verdienende Ehefrau von ihrem verdienenden Ehemann erhält, um für sich selbst oder für den Haushalt Einkäufe zu tätigen.

Das bedeutet: Erst wenn beide austreten, kann die Kirche nicht mehr zugreifen. Dann muss man die Kirche zwar immer noch aus dem allgemeinen Steuertopf über die Subventionen mit finanzieren, jeder Steuerzahler mit durchschnittlich ca. 450 Euro im Jahr (plus dem Anteil für Sozial-Subventionen von etwa 300 Euro im Jahr durchschnittlich), braucht jedoch nicht mehr direkt zu zahlen.
 



24.3.2009 - Bundestag untersucht Zwangsarbeit und Misshandlungen von Kindern in kirchlichen Heimen
- Die Angst ging um in der jungen Bundesrepublik Deutschland: Kindern und Jugendlichen, die von 1945 bis in die 70er-Jahre hinein nicht ins Schema passten, drohte das Heim, zu 75 % ein evangelisches oder römisch-katholisches Heim, die übrigen Heime waren staatlich. Bereits wenn ein Kind unehelich war, konnte es der Mutter weg genommen werden, wenn ein "besorgter" Nachbar die Mutter bei den Behörden wegen ihres Lebenswandels denunzierte. Initiativen ehemalige Heimkinder möchten jetzt, dass die Opfer für die Menschenrechtsverletzungen entschädigt werden. Betroffen sind ca. eine halbe Million ehemalige Heimkinder. Ein Runder Tisch des Deutschen Bundestags sammelt zunächst Fakten. Worum es geht, dokumentiert u. a. auch ein Artikel des Evangelischen Sonntagsblattes aus München, Nr. 10/2009:
- "Betroffene sprechen von Freiheitsentzug, Demütigung, gar Misshandlung, was ihnen widerfuhr".
Ein Beispiel: Das ehemalige Heimkind Sonja Djurovic, heute 59 Jahre alt, damals im Mädchenheim "Ruth", das das Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe in Neuenmarkt-Wirsberg in Oberfranken führte. Der heutige Rektor der Hensoltshöhe entschuldigte sich nach Bekanntwerden der damaligen Situation bei der Betroffenen.
- "´Wir wurden gequält, tagein, tagaus.` Sechs Tage in der Woche eingesperrt, nähte sie, Damenkleidung - und zwar im Akkord, schon als 15-jähriges Mädchen. Die jungen Schneiderinnen erhielten für ihre Tätigkeit 15 Mark Taschengeld im Monat. Doch zum Ausgeben blieb nicht viel: Shampoo und Seife mussten sie davon selbst kaufen - und zwar im Heim."
Sozialbeiträge wurden in der Regel nicht bezahlt. Die Kinder wurden als Arbeitssklaven missbraucht.
- "Nur sonntags zum Kirchgang durften die Mädchen raus, aber ´... in Zweierreihen und im Gänsemarsch`".
- "Briefe wurden zensiert, Radiohören war verboten ... Selbst bei den wenigen erlaubten Fernsehsendungen durfte nicht gesprochen werden, und die Mädchen tauschten sich über Zettel aus. Wer das Redeverbot brach, musste zur Strafe eine Zeit lang einfach zusammengeflickte Hauskleider tragen, in denen man wie eine ´Vogelscheuche` aussah."
- "Immer wieder hätten die jungen Schneiderinnen, damit sie aus diesem Heimgefängnis wenigstens ins Krankenhaus gelangen konnten - oder weil sie Selbstmord begehen wollten? - Stecknadeln geschluckt! Aber die Diakonissen wussten ein probates Gegenmittel: Sauerkraut zum Abführen mussten die Mädchen essen, und also blieben sie eingesperrt im Heim."
Das
Sonntagsblatt schreibt allgemein:
"´Die Kirchen müssen sich entschuldigen, wir Opfer wollen vor allem Genugtuung`, fordert ein Sprecher des Vereins [ehemaliger Heimkinder]. Die Kirchen müssten das Geschehene aufarbeiten, den Opfern psychologische und therapeutische Hilfen bieten, aber auch finanzielle Entschädigungen gewähren. Auch finanziell machen sich die Jahre im Heim bemerkbar. So ist in jedem konkreten Fall zu klären, ob ´Ehemalige` eine niedrige Rente bekommen, da die Heimbetreiber keine Sozialversicherungsbeiträge abführten, obwohl die Jugendlichen ja gearbeitet haben."
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom 20.2.2006 und 4.10.2006

 



25.3.2009 - Streng gläubige Katholikin erschlägt Mutter mit Kruzifix -
Im weltberühmten katholischen Wallfahrtsort Lourdes in Frankreich erschlug eine 34-jährige streng gläubige Katholikin ihre 81 Jahre alte ebenfalls streng gläubige Mutter im Schlaf. Die Tatwaffe: Ein Kruzifix (siehe dazu auch hier). Die Täterin hatte sich eigenen Angaben zufolge zuvor in einer "Vision" "als Teufel gesehen" (Abendzeitung, 25.3.3009). Nach dem Mord hatte sie selbst die Polizei alarmiert. Die ganze Wohnung war voller katholischer Kultgegenstände.
Warum wir solche Meldungen dokumentieren,
siehe hier.
 



24.3. / 3.4. / 23.5.2009 -
Kirche lehnt 55 m hohe segnende Christusstatue ab - Kruzifixe als Verhöhnung von Christus? / Auch 25 m hohe Christusstatue in Unterfranken abgelehnt - Nach Bad Reichenhall lehnte nun auf Antrag der CSU auch der Stadtrat von Wassertrüdingen im Mittelfranken den geplanten Bau einer 55 m hohen Christusstatue mit 17 gegen vier Stimmen ab, nachdem der Stadtrat ursprünglich dafür war. Doch: "Entscheidend für den Meinungsumschwung im Rat sei die immer deutlicher zutage getretene Ablehnung des Projekts durch die Kirche gewesen" (Evangelisches Sonntagsblatt, 15.3.2009). Der Künstler Harry Vossberg hatte damit eine "unübersehbares Zeichen des christlichen Glaubens in apokalyptischen Zeiten setzen wollen." Bezeichnend die Stellungnahme des Vorsitzenden für Christliche Kunst in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Professor Dr. Klaus Raschzok: "Hier werde der Glaube ... der Lächerlichkeit preisgegeben". Und in einer offiziellen Stellungnahme des Landeskirchenrates wurden die "stark esoterischen Elemente" der geplanten Statue kritisiert (Evangelisches Sonntagsblatt, 29.3.2009).

Doch was machen die römisch-katholische und die evangelische Kirche? Obwohl sie vordergründig lehren, dass Jesus auferstanden sei, übertreffen sie sich in grausamen Darstellungen des furchtbar leidenden Christus am Kreuz. Zuletzt z. B. sichtbar bei der ökumenischen Gedenkfeier für die Amok-Opfer in der St.-Karl-Borromäus-Kirche in Winnenden - an der Wand ein hässliches Kruzifix - der sterbende Jesus bzw. seine Leiche, wo der abgemagerte nackte Körper hinter einem Stück Stoff durchscheint; hinzu kommt ein komischer Hut (auf nachfolgendem Foto ansatzweise im Hintergrund links zu sehen; http://www.katholische-kirche-winnenden.de/content/gruppen/krippen/00/09.jpg).

Zwar sagt man in der Kirche vordergründig, ihre Kruzifixe sollen die Erlösung symbolisieren. Doch wird nicht auf diese Weise Christus der Lächerlichkeit preisgegeben? Denn tiefenpsychologisch kommt es einer Verhöhnung des großen Menschheitslehrers gleich. So stellen z. B. Krieger die Leichen ihrer getöteten Feinde zur Schau - zum Hohn und zum Spott und mit der Botschaft: "Wir haben sie besiegt" (mehr dazu siehe z. B. in Freie Christen Nr. 6 und in Der Theologe Nr. 2). Und so hängt Jesus, der Christus, in den Kirchen nach 2000 Jahren immer noch am Kreuz - obwohl er doch auch nach deren Glauben auferstanden sein soll. Doch stattdessen, hängt er in den Kirchen weiter am Kreuz - was man auch als Symbol dafür sehen könnte, dass er dort täglich neu gekreuzigt wird, indem man nicht tut, was er einst lehrte.
Und auch wenn man über die Höhe und die Ausgestaltung der geplanten segnenden Christus-Statue und den Sinn eines solchen Projekts natürlich völlig unterschiedlicher Meinung sein kann, so gilt doch auch: Ein "unübersehbares Zeichen" des lebendigen Christus, wie es der Künstler geplant hatte, ist auf jeden Fall eine Bedrohung für die Kirche und ihren Kruzifix-Kult und für ihre Lehre von einem ohnmächtigen geheimnisvollen Gott, der letztlich nichts anderes ist als eine Symbol für eine ohnmächtige Kirche, die ihre Geheimnisse vor den Menschen verborgen hält.

Vergleichen Sie selbst
: Hier ein Entwurf der geplanten Statue:
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Christus-Statue-soll-nun-nach-Franken_19022009-_arid,1490677_regid,2_puid,2_pageid,4289.html

Und hier, zwei von zahllosen kirchlichen Kruzifixen in deutschen Kirchengemeinden
http://www.gueglingen.de/wDeutsch/img/stadtrundgang/gross1_45/002_mauritiuskirche_kruzifix.jpg
http://www.thomasgemeinde.de/upload/bildergalerie/kruzifix.jpg
Wodurch wird Christus der Lächerlichkeit preis gegeben? Durch die Statue oder durch die kirchlichen Kruzifixe?

Aktualisierung: Der aus Katholiken und Protestanten bestehende Gemeinderat im unterfränkischen Greußenheim im Landkreis Würzburg lehnte den Antrag der Urchristen von Gut Terra Nova ab, dort auf eigenem Gelände ebenfalls eine Christusstatue errichten zu dürfen. Die geplante Höhe war dort 30 m niedriger als in Wassertrüdingen, nämlich 25 m.
Vielleicht kann man aus der Sicht der Tiefenpsychologie auch sagen. Die Kirche ließ überall Kruzifixe mit dem toten Jesus am Kreuz aufstellen. Ein Symbol für einen lebenden Christus macht ihr jedoch Angst und ist nicht erwünscht.
 



22.3. / 26.3.2009 -
In Kanada wurden wieder die Robben erschlagen - Inwiefern das Tiertöten die Hemmschwelle zum Menschenmord senkt - "Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt", sagte der bekannte russische Philosoph Leo Tolstoi (1828-1910). Beim Tiermord kann der Mensch z. B. lernen, seine Gefühle abzustumpfen und sein Gewissen zu blockieren oder ganz auszuschalten. Hat dies auch weitere Folgen? Wie wäre es einmal mit einer Langzeitstudie mit den berufsmäßigen Robben-Totschläger? Könnte sich nicht einmal eine Universität dieses Themas annehmen? Welche Rolle spielt z. B. Gewalt im weiteren Leben der Totschläger?
Eines der Zehn Gebote heißt "Du sollst nicht töten". Dies war ursprünglich auch gegenüber Tieren gemeint, die ebenso Leid und Schmerzen empfinden können wie Menschen (was von der Kirche jedoch bestritten wird;
vgl. dazu Der Theologe Nr. 7). Zudem: Kein Mensch kann einem Tier den Atem geben. Darf er ihm dann den Atem nehmen?
Doch bald hatten einst die
Priester mit der Festlegung der Ausnahmen von diesem Gebot begonnen: Tiere ermorden sei erlaubt, Hinrichtungen, Tötungen im Krieg seien erlaubt, wenn der Krieg "gerecht" sei usw. usw.
Heute heuchelt der Mensch zudem, er müsse durch Massentötungen für ein "ökologisches Gleichgewicht" sorgen. Dabei ist es einzig der Mensch, der dieses Gleichgewicht zerstört. Ohne seine maßlosen und vernunftwidrigen Eingriffe würde sich die Natur immer selbst regulieren. Die Regierung Kanadas rechtfertigt die Massaker an den Robben (30 % der Population wurden erschlagen), hauptsächlich Babies ab dem Alter von 21 Tagen, auch damit, dass die Tiermörder ja bezahlt würden und durch das zig-tausendfache Morden ihren Lebensunterhalt verdienen können.

Im Jenseits hat sich bereits das Tribunal formiert, in dem den Verantwortlichen die bestialischen Grausamkeiten an den Robben und zahllosen anderen Tieren weltweit (auch in den zahllosen Schlachthöfen) vorgehalten werden. Sie werden nach dem Gesetz von Saat und Ernte an ihrem eigenen Seelenleib erleiden, was sie den Mitgeschöpfen angetan haben. Die Hauptschuld tragen jedoch die Institutionen Kirche, die den Menschen diese Gesetzmäßigkeit vorenthalten und sie nicht darüber aufklären, was auf sie zukommt.

Lesen Sie dazu auch "Nachruhm", die bekannte "Totenfeier" für einen Anatom von Manfred Kyber:
www.etika.com/dxrtf/9x6tkymnr.rtf

 



19.3. / 27.3.2009 -
Forstwirt schoss Amok - "Menschenjagd auf die Familie" / Drei Tote, drei Schwerverletzte / Abschaffung der Jagd würde auch für Menschen friedfertigere Zukunft bedeuten / Verwirrter Jäger mit Schusswaffen im Auto von Polizei gestoppt - Genau eine Woche nach dem Drama von Winnenden und Wendlingen drehte ein Waffenbesitzer in Hornsen im Landkreis Hildesheim durch. Aus Eifersucht erschoss er seine Lebensgefährtin, ein gemeinsames Kind und sich selbst. Zwei Kinder der Frau und ein Freund der Kinder sind schwer verletzt (Berliner Morgenpost, 19.3.2009). Bei dem Massaker in Hornsen machte der Forstwirt mit einem Jagdgewehr eine "Menschenjagd auf die eigene Familie" (Bild, 20.3.2009). Die Kinder "rannten um ihr Leben", die Frau hatte es vor dem tödlichen Schuss sogar noch in ihr Auto geschafft. 13 mal hat der Täter geschossen, ein Kind ringt noch um sein Leben. Nur seine 6-jährige Tochter und die Mutter des mit den Kindern der Familie befreundeten Jungen konnten körperlich unverletzt fliehen. Neuesten Ermittlungen zufolge war der Täter jedoch kein Jäger, zumindest nicht offiziell, sondern illegaler Waffenbesitzer bzw. -benutzer.
 
Dies ist insofern interessant, da viele Mörder und Töter haben ihre Hemmungen vor dem Morden und Töten zuerst durch das Töten von Tieren verloren. Manche üben das Töten sogar durch Tiertötungen (siehe unsere Meldung vom 20.1.2009). Und auch die Forstwirtschaft geht meist einher mit dem Töten von Tieren im Wald. Entweder ist der Förster selbst Jäger oder er ruft nach dem Jäger.

Die Abschaffung der Jagd (welche nach Überzeugung von unabhängigen Experten Chaos in der Natur anrichtet; vgl. dazu www.abschaffung-der-jagd.de) und der allmähliche Verzicht auf Fleischnahrung wären damit ein wichtiger Schritt in eine friedfertigere Zukunft auch unter den Menschen. Doch die Politiker in den einzelnen Ländern sind meist selbst Jäger und haben bislang fast nichts gegen die Jäger-Lobby unternommen - obwohl es der Mensch ist (und nicht die Tiere), der das Gleichgewicht in der Natur zerstört und immer mehr Tiere auf dem Planeten Erde in rasantem Tempo aussterben.

Aktualisierung
: Verwirrter Jäger fuhr mit Schusswaffen in Auto in Polizeikontrolle - Polizei beschlagnahmt die Waffen (tz-online, 26.3.2009).



18.3.2009 - 
Papst in Afrika: Benutzung von Kondomen "verschlimmert" AIDS-Problem / Nonne, die Kondome verteilte, wurde in den 90er-Jahren entlassen / Stern: "Kirche braucht eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu den Dogmen steht" / Finanzierung des Besuches unklar - Während man in Deutschland noch um die Dramatik des Amoklaufes von Winnenden sprach, hat der Papst in Afrika eine andere Problematik: "Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln. Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem", so Papst Benedikt XVI. (tagesschau.de, 17.3.2009). "Vielmehr sei eine spirituelle und menschliche Erneuerung der einzige Weg aus der auf dem Schwarzen Kontinent grassierenden Seuche" (stern.de, 17.3.2009). Der Papst besucht Kamerun und Angola.
Über die
Finanzierung des Besuches ist wenig bekannt. Als Papst Johannes Paul II. im Jahr 1990 Tansania besuchte, haben sich viele arme Familien verschuldet - in eine Dorf brachten die Bewohner z. B. einen ganzen Monatslohn für die polizeilichen Sicherheitsvorkehrungen für den Papst auf (Bild, 4.2.2000). Und um ihr Gesicht nicht zu verlieren, sind die meisten armen Familien dieser Aufforderung auch nachgekommen. So berichtete die Nonne Maria Lauda. Als in den 90er-Jahren bekannt wurde, dass die Nonne Kondome gegen die AIDS-Seuche verteilt hatte, sei sie von ihrem Orden entlassen worden.
Über die Politik des Papstes in Afrika schreibt
stern.de: "A
ngesichts des weltweit schwindenden Einflusses der katholischen Kirche, die sich immer weniger auf die Glaubensfestigkeit ihrer mitteleuropäischen Schäfchen verlassen kann, ist der Papst geradezu gezwungen, schnellstmöglich starke Allianzen zu schmieden. II. Vatikanisches Konzil hin oder her. Nur so kann er verhindern, dass die jahrhundertlange Macht und der finanzielle und politische Einfluss des Vatikans in der Gesellschaft irgendwann verschwinden. Die Kirche braucht ihre ultrakonservativen Anhänger. Eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu den Dogmen der Mutter Kirche und gegen die Säkularisierung der westlichen Welt steht [zum Glauben der römisch-katholischen Kirche siehe Der Theologe Nr. 18]. Benedikt XVI will in die Kirchengeschichte als ein Papst eingehen, der als Heerführer des christlichen Abendlandes den Kampf konsequent geführt hat (18.3.2009).

 



9.3. / 14.3.2009 - Irland: Verbrechen pädophiler Priester nicht genügend gestoppt: Bischof tritt zurück / Kirche zahlte bereits an 10.800 missbrauchte Kinder Schadenersatz / Vatikanische "Geheimschreiben" zur Geheimhaltung von Kindsmissbrauch in der Kirche -
Es ist immer wieder einmal ein Einzelschicksal, das in der Öffentlichkeit bekannt wird. Doch dies ist dann nur eine Spitze vom Eisberg. Denn die Verbrechen geschehen zehntausendfach, ja hunderttausendfach*. Alleine die römisch-katholische Kirche im eher überschaubaren Irland hat bisher an 10.800 Missbrauchsopfer von römisch-katholischen Priestern symbolischen "Schadenersatz" von 825.000.000 Euro gezahlt. Jetzt trat der Bischof der Diözese Cloyn, John Magee, zurück. "Eine kircheninterne Untersuchungskommission in seinem Bistum prangerte an, durch unpassende Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch durch Geistliche seien die ´jungen Menschen` weiterer Gefahr ausgesetzt worden" (Salzburger Nachrichten, 7.3.2009).

Aktualisierung [14.3.]
- Deutschland: "Nach mehreren Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch durch Geistliche müssen Religionslehrer in Bayern künftig ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen" (Münchner Merkur, 14.3.3009).

Grundsätzliche Anmerkung
: Dass die Öffentlichkeit nicht noch mehr erfährt, liegt auch an einer innerkirchlichen Geheimhaltungspflicht der pädophilen Verbrechen für Bischöfe. "Die absolute Geheimhaltung von Pädophiliefällen sei allen Bischöfen in den beiden Geheimschreiben Crimen Sollicitationis von Kardinal Alfredo Ottaviani im Jahr 1962 und erneut und verstärkt in De Delictis Gravioribus (unter http://anticristiano.altervista.org/popup.php?a=2&q=20070526181510 ist eine englische Übersetzung einsehbar) von Kardinal Joseph Ratzinger 2001 unter Strafe der Exkommunikation befohlen worden. Die Geheimschreiben beinhalten nichts über Hilfe für die Betroffenen." Dazu die Theologin Ute Ranke-Heinemann: "Das Geheimschreiben Kardinal Ratzingers von 2001 bedeutet auch weiterhin großen Schaden für die betroffenen Kinder und Jugendlichen in aller Welt, bis er es als Papst Benedikt XVI. hoffentlich zurücknimmt" (Wikipedia, Stand: 14.3.2009). Dies ist bis heute nicht geschehen.
 



8.3. / 11.3. / 29.3.2009 -
Wie Großkonzerne den deutschen Steuerzahler legal übers Ohr hauen / Die Ethik-Krise hinter der Wirtschafts- und Finanzkrise / Banken-Manager: Ein Insider packt aus / USA: Vier Hegde-Fonds-Manager genehmigten sich Vergütungen und Boni in Höhe von über einer Milliarde Dollar im Jahr / Deutschland: Bettler wegen 7,40 € Betteleinnahme die Sozialhilfe gekürzt - Die Wirtschafts- und Finanzkrise wird immer härter. Und es wurde bereits in der Vergangenheit mit Tricks gezockt, die erst allmählich ans Tageslicht kommen. Einer der Tricks ist ganz einfach: Der Mutter-Konzern in den USA zieht alle Gewinne und noch weit mehr in die USA ab, wo niedrigere Steuern zu bezahlen sind. Dadurch hat dann der Tochter-Konzern in Deutschland keinen Gewinn mehr. Und um sogar hohe Verluste zu erreichen, könnte man z. B. die Lizenzgebühren für Patente, die in Deutschland bezahlt werden müssen, beliebig hoch ansetzen, je nachdem, wie hohe Verluste man dort möchte. Um diese dann zu kompensieren, "muss" die Tochterfirma, von der man den Gewinn abgezogen hat, nun Kredite aufnehmen. Und dafür kassiert man dann den deutschen Steuerzahler ab, indem man z. B. Gewinn mindernde "Schuldzinsen" steuerlich geltend macht. So weit der legale Trick zu Lasten des deutschen Staates. Doch jetzt bittet man diesen Staat, also die Steuerzahler, sogar um Milliardenhilfen. So ungefähr geschehen z. B. bei Opel/General Motors. Und wer weiß, ob diese Gelder nicht auch ganz legal in die Taschen des Mutter-Konzerns geschmuggelt werden können. Man bräuchte dort ja bloß irgendwelche Forderungen bzw. Kosten erhöhen. Und der einfache Bürger steht ohnmächtig daneben (siehe z.B. bild.de, 5.6.2009).

Und die Manager der Konzerne und Großbanken nehmen die staatlichen Milliardengeschenke ja in der Regel auch als Rettungspakete für ihre Privat-Millionen in Anspruch, die sie dank der staatlichen Hilfszahlungen weiter dem Betrieb entnehmen können, wenn der Staat das nicht unterbindet. Oder es sind die Ex-Bosse wie Gerhard Funke von der Hypo Real Estate (HRE), die sich Gelder über Gelder privat von der Firma erklagen wollen - was gar nicht möglich wäre, wenn der Staat nicht mit 102 Milliarden Euro die Pleite verhindert hätte (siehe z. B. hier). Doch das reicht hinten und vorne nicht. Während Ex-Top-Manager Funke privat eine Million nach der anderen bis an sein Lebensende von der Bank verlangt, braucht die Hypo Real Estate die nächsten 10 Milliarden vom Staat (focus.de, 11.3.2009; zur maßlosen Misswirtschaft spiegel.de, 27.5.2009).
Und während der Staat in der Regel keinen mittelständischen oder kleinen Betrieb vor dem Bankrott rettet, besteht die Tendenz, dass er die Konzerne und Großbetriebe mit Milliardenzahlungen rettet, weil dort mehr Leute beschäftigt sind und bzw. mit verwickelt sind. Doch auch auf diese Weise geht letztlich der Mittelstand zunehmend mit unter, und die Schere zwischen Reich und Arm öffnet sich immer weiter.

Und steckt hinter dieser globalen Wirtschafts- und Finanzkrise nicht eine fehlende Ethik? Mit dem urchristlichen "Üb´ immer Treu und Redlichkeit" hat das weltweite Wirtschafts- und Finanzgebaren schon längst nichts mehr zu tun.


Was lernen die Schüler dazu in den Schulen? Z. B. auch in den so genannten "Elite"-Schulen? Welche Werte werden ihnen dort beigebracht? So verzichtet man in Deutschland in fast allen Bundesländern auf einen überkonfessionellen Ethik-Unterricht im Sinne der positiven Werte des deutschen Grundgesetzes. Stattdessen überlässt man das Feld lieber dem speziellen Konfessionsunterricht der Kirchen (den auch die meisten Verantwortlichen für die Krise durchlaufen haben), bietet Ethik nur als Alternative für diejenigen an, die nicht in den - vom Staat finanzierten - kirchlichen Unterricht wollen und das auch nicht überall (PS: Was die römisch-katholische Kirche z. B. lehrt, siehe hier). Anders in Berlin. Doch auch dort versuchen die Kirchen, auf Staatskosten ihren speziellen Konfessionsunterricht als Alternative zu einem Ethik-Unterricht für alle, den es dort seit 2006 gibt, durchzusetzen. So dass die bestehende Regelung - welche bei guten bzw. deutlich verbesserten Lehrinhalten und guten Lehrern sehr gute Voraussetzungen für eine positive Wertevermittlung bietet - erst in einem Volksentscheid am 26.4.2009 bestätigt werden muss (siehe dazu hier).

Aktualisierungen
und weitere Artikel siehe hier in Der Theologe Nr. 38


Dazu Finanzminister Peer Steinbrück: Sie [abkassierende Manager] fügen "unserem Gesellschaftssystem schweren Schaden zu". Der Gott Mammon, dem sich das System teilweise verschrieben hat, ist eben der krasse Gegensatz zu "Treu und Redlichkeit" und zu den positiven ethischen Werten, auf die ein Gesellschaftssystem aufbauen sollte. Es zeigt auch das Versagen des Bildungssystems. Denn die Manager sind gleichzeitig die hofierte "Elite" dieses Systems. Auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nannte das Verhalten der Bosse "unanständig" und "maßlos". "Ich habe kein Verständnis für maßlose Forderungen von Managern, deren Unternehmen ohne die Hilfe der Steuerzahler heute keine Gehälter und schon gar keine Boni mehr zahlen könnten" (Spiegel online, 28.3.2009). Mit anderen Worten: Die einfachen Bürger müssen die Millionen-Boni für die Bosse aufbringen. Doch wer macht eigentlich diese Politik? Doch was bedeutet hier "kein Verständnis"? "Wir leben immer noch in einer Gesellschaft, in der das Klauen von Milliarden nicht als Straftat gilt", so der Politiker Oskar Lafontaine (Spiegel online, 29.3.2009). Offensichtlich haben die Politiker den Gott Mammon schon lange nicht mehr im Griff, und allmählich zeigt sich, wer eigentlich wirklich regiert.
Aktualisierung: Der ehemalige Chef der Dresdner-Bank, Herbert Walter, einer der neun, verzichtete nach der Kritik auf 3,6 Bonus-Millionen
(28.3.2009).

Und hier die andere Seite der Medaille: Sozialamt contra Bettler:
Einmal 1,40 € und einmal 6 € erbettelt: Sozialamt kürzt darauf hin Bettler die Sozialhilfe
(taz.de, 27.3.2009):

Die Schere zwischen Super-mega-Reich und Bettel-Arm geht immer weiter auseinander, der Mittelstand bricht allmählich zusammen
. Denn der Staat "rettet" - falls er es tut - offenbar die Pleite-Konzerne und nicht etwa insolvente mittelständische Betriebe. So pumpt auch er immer mehr Geld auf die Seite der Reichen, die dann auch weiter kräftig die Millionen aus den Konzernen für ihre astronomischen bzw. bereits apokalyptischen Gehälter entnehmen können (siehe oben; vgl. dazu auch die Stellungnahme des evangelischen Landesbischofs Friedrich, der sich Anfang 2008 gegen die "Begrenzung der Managergehälter ausgesprochen hatte).
 



6.3. / 26.3.2009 - Vergewaltigtes 9-jähriges Kind und seine Mutter von römisch-katholischer Kirche in die spätere ewige Hölle geschickt? Oder nur die Mutter?  / Sind die Hexenjäger wieder unter uns? - Was muss eigentlich noch passieren, dass weltanschaulich-neutrale Staaten endlich die "Kirchen-Staatsverträge" kündigen, die in Deutschland die Amtskirchen gegenüber den meisten anderen Religionen bevorzugen und ihnen z. B. pro Jahr über 14 Milliarden Euro an Subventionen durch den Steuerzahler sichern?
Hat in
Brasilien
Erzbischof Jose Cardoso Sobrinho am Ende gar ein neunjähriges Mädchen exkommuniziert? So lauteten zumindest die Pressemeldungen vom 4. und 5.3.2009. Dies würde für das Mädchen nach römisch-katholischem Glauben zunächst den Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft bedeuten und das Verbot, die kirchlichen Sakramente zu empfangen. Und nach dem Tod würde für den Exkommunizierten die ewige Hölle folgen. Das Kind war von seinem Stiefvater vergewaltigt worden und wurde mit Zwillingen in der 15. Woche schwanger. Bereits als 6-Jährige wurde sie von ihrem Stiefvater vergewaltigt. Nun hat die Zwillingsschwangerschaft auch das Leben des zierlichen, 1,30 m großen und 36 kg schweren Kindes ernsthaft bedroht. "Sie ist sehr klein. Ihre Gebärmutter kann kein Kind halten, geschweige denn zwei Kinder," so die Klinikdirektorin einer Universitätsklinik. Weil man also davon ausging, dass das Kind die Geburt der Zwillinge mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht überleben würde, wurde eine Abtreibung vorgenommen. Dann korrigierte u. a. Spiegel online die Meldung. Nicht das Kind selbst, sondern seine Mutter und das Ärzteteam seien von der Kirche exkommuniziert worden
(http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,611654,00.html).
Wenn das nun so stimmt, könnte man fragen: Ob sich das Kind wohl jetzt freut, wenn es nicht mehr selbst, sondern "nur" noch seine Mutter aus der Kirche gestoßen würde und im Todesfall angeblich später in die ewige Hölle müsste? Die Widerspruch in Brasilien gegenüber dem Bischof ist auch groß. Und: "
Noch empörter wurde die Reaktion, als der Bischof in einem Interview eiskalt erklärte, der Vergewaltiger, der ja verantwortlich war, werde nicht exkommuniziert, denn auf die Vergewaltigung kleiner Kinder stünde nicht Exkommunikation, sehr wohl aber auf Abtreibung" (Berliner Umschau, 17.3.2009). Der Vergewaltiger käme demgegenüber nach römisch-katholischer Lehre jedoch über die Zwischenstation eines kurzen Fegfeuers in die ewige Seligkeit, wenn er Katholik wäre und von einem Priester später die Absolution bekommt - so wie die vielen pädophilen Priester, die sich nach ihren Sexualverbrechen an Kindern später die Absolution geholt haben. Doch der Vergewaltiger ist konservativer Protestant, "ein Evangelikaler, und nach Medienberichten ein sehr gläubiger noch dazu. Und außerdem hätte sich der Mann auch kirchenrechtlich nicht schuldig gemacht. Denn er war an der Tötung werdenden Lebens nicht beteiligt, im Gegenteil, er war dagegen. Anders offenbar als die Vergewaltigung einer Neunjährigen konnte er einen Schwangerschaftsabbruch nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Hat der Mann gesagt" (
Spiegel online, 10.3.2009).

Doch Zweifel sind angebracht, ob die Kirche wirklich das Mädchen von der Exkommunikation "verschont" hat, vielleicht aus Furcht vor Protesten. Denn das brutalst mögliche innerkirchliche Vorgehen bei Abtreibungen auch in solchen Situationen ist kein Einzelfall. Im Jahr 2006 wurde z. B. ein 11-jähriges vergewaltigtes Mädchen nach einer Abtreibung von Kardinal Alfonso Lopez Trujillo aus Kolumbien exkommuniziert. Auch bei diesem Mädchen bestand durch die Schwangerschaft ein sehr hohes gesundheitliches Risiko (siehe hier).
Niemand braucht sich jedoch über dieses Handeln der Kirche zu wundern. Im Mittelalter wurden auch Kinder auf den Scheiterhaufen der Kirche
als Hexen verbrannt (im Erzbistum Bamberg z. B. eine Zwölfjährige), bevor man deren Seele für immer beim Teufel wähnte. Und es wäre durchaus im Rahmen der Logik der mittelalterlichen Kirche, wenigstens eine Neunjährige zu "begnadigen", während man dafür seine Mutter bei lebendigem Leib verbrennen lässt.
Und treffen die Gesetzmäßigkeiten der Reinkarnation zu
(vgl. Der Theologe Nr. 2), dann inkarnieren Täter und Opfer meist wieder und machen dort weiter, wo sie einst ein früheres Leben beendet haben.


PS
: Unabhängig von den hier geschilderten Umständen sind wir grundsätzlich keine Befürworter von Abtreibungen. Doch schweigen wir nicht, wenn sich eine Institution, die wie keine andere mit schlimmsten Verbrechen belastet ist, hier anmaßt, ewiger und gnadenloser Scharfrichter über Menschen zu sein, die sich in schlimmen Notsituationen anders verhalten haben als es die kirchliche Lehre fordert. Vielleicht könnte das Mädchen damit getröstet werden, dass seine Mutter in der Hölle für Exkommunizierte schneller zur Liebe Gottes finden kann als im kirchlichen Himmel.

Anmerkung: Schizophrenie in der Kirche: Auf Töten im Mutterleib folgt Exkommunikation - Töten im Krieg wird gesegnet - Während alle an einem Schwangerschaftsabbruch (gleich aus welchen Gründen und unter welchen Umständen) Beteiligten von der Kirche exkommuniziert werden (siehe unsere Meldung oben), was nach römisch-katholischer Lehre später die ewige Verdammnis nach sich zieht, ist es beim Krieg gegenteilig. Dort werden die Soldaten von den Militärgeistlichen gesegnet, und zwar auf allen Seiten. Kommen sie dabei ums Leben, gelten sie vielfach sogar als Märtyrer, welche sich jetzt im Himmel befinden sollen (das wurde z. B. Teilnehmern an den Kreuzzügen von der Kirche versprochen und so übrigens auch Martin Luther, z. B. hier). Und sie werden bis heute auf Kriegerdenkmälern geehrt. Es ist nicht bekannt, dass ein Kriegsherr, Mörder, Töter, Schlächter oder Anstifter im Krieg wegen dieser Taten von der Kirche exkommuniziert wurde. Und auch der Katholik Adolf Hitler wurde nie exkommuniziert und zahlte sogar bis zu seinem Selbstmord im April 1945 Kirchensteuer. Im Gegenteil: Viele Töter oder Anstifter wurden selig oder heilig gesprochen: Wie z. B. der "heilige" Kreuzzugsprediger Albertus Magnus. Seine blutigen Aufrufe gelten seit seiner Heiligsprechung sogar als "verehrungswürdige" Reliquien, sind jedoch jetzt, im März 2009, beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs möglicherweise in die U-Bahn-Baugrube gekippt. Zu den Kreuzzügen siehe auch hier. Oder der "heilige" Papst Damasus I., der z. B. 137 Katholiken in der Kirche erschlagen ließ, weil diese wollten, dass nicht er, Damasus, sondern ein anderer, Ursinus, Papst werden sollte. In dem nach Papst Damasus I. benannten Damasushof werden heute die Schweizergardisten im Vatikan vereidigt (mehr dazu siehe hier). Oder der selige Kardinal von Galen, der zwar gegen die Ermordung von Behinderten im Dritten Reich protestierte, die gesunden jungen Männer jedoch desto massiver in den 2. Weltkrieg trieb (siehe dazu Der Theologe Nr. 27). Oder der "heilige" Karl Borromäus, der als Kardinal von Mailand die Protestanten grausam ausrottete (siehe hier).

Siehe dazu auch die Unterstützung der Militärjunta in Argentinien durch die Kirche.
Mit Gott oder Christus hat das alles nichts zu tun. Es ist eben das Katholische.
 



6.3.2009 - Pius-Bruderschaft wirft deutschen Bischöfen "unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" vor - Die Pius-Brüder stärken den Papst und werfen den deutschen Bischöfen "unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" und sogar "Lügen" vor.
Mehr dazu siehe
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,611852,00.html
 



2.3. / 6.3.2009 -
Kirche in der Krise - Angeblich "Selig" oder "verdammt": Auf welcher Seite stehen Sie? / Antidemokratische "Marienkinder" auf dem Weg "zurück in die Kirche" - "Mit der Wiederaufnahme der Bruderschaft St. Pius X. habe Papst Benedikt XVI. die Kirche in Deutschland und der Welt gespalten". Mit diesen Worten gibt Spiegel online den Sprecher der römisch-katholischen Laienbewegung "Wir sind Kirche", Christian Wiesner, wieder (spiegel.de, 2.3.2009).
Während die Menschheit des 21. Jahrhunderts mit den schwerwiegendsten Problemen seit ihres Bestehens ringt (Klimakollaps auf dem Planeten Erde, drohender Zusammenbruch des weltweiten Wirtschafts- und Finanzsystems), dreht die mit jährlichen Milliardenzahlungen vom Staat subventionierte römisch-katholische Kirche das Rad um 45 Jahren zurück und streitet um die Ergebnisse des 2. Vatikanischen Konzils (Vaticanum II, 1962-1965). Die von Papst Benedikt XVI. teilweise rehabilitierten und wieder in die römisch-katholische Kirche aufgenommenen Piusbrüder lehnen die Ergebnisse des Konzils ab. Das für die Piusbrüder letzte gültige Konzil ist das 1. Vatikanische Konzil (Vaticanum I, 1869-1870), bei dem im Jahr 1870 unter Papst Pius IX. die Unfehlbarkeit des Papstes rückwirkend und für alle Zeiten beschlossen wurde. Die Laienbewegung "Wir sind Kirche" tritt demgegenüber für die vollständige Anerkennung des 2. Vatikanischen Konzils ein und kritisierte die Entscheidung des Vatikan, die "antimodernistischen" Piusbrüder (Papst Pius X. auf den sich die Pius-Brüder berufen, verlangte seit 1910 von allen Klerikern das Schwören eines "Antimodernisteneids"; siehe http://www.payer.de/religionskritik/antimodernisteneid.htm) ohne Zugeständnisse wieder in die Kirche zu integrieren. 30.000 Katholiken haben die so genannte Petition Vaticanum II zu diesem Thema bereits unterzeichnet, darunter die Theologieprofessoren Sabine Demel, Burkhard Porzelt und Heinz-Günther Schöttler aus Regensburg. Deren Bischof Ludwig Müller forderte die drei nun bis 2.3.2009 ultimativ zur Entschuldigung beim Papst und zur Unterwerfung unter die Kirchenhierarchie in seiner, Bischof Ludwig Müllers, Gegenwart, auf (zum Wortlaut seiner Erklärung u. a. siehe hier). Dabei hat Bischof Ludwig Müller auf der Freisinger Bischofskonferenz vom 26.2.2009 nun Unterstützung von allen römisch-katholischen Bischöfen Bayerns erhalten. Zudem stand bis zum 28.2.2009 "auf der Internetseite seines Bistums ein Text, in dem sein Bischofskollege Kardinal Lehmann als ´Karnevalist` verspottet wurde, der ´nicht kapiert` habe, welche Autorität der Papst habe (Tagesspiegel, 2.3.2009).
Und was sind für die Hierarchie im Vatikan schon 30.000 Unterschriften von Katholiken, die zum großen Teil gar nicht wissen, was sie glauben müssen
(siehe dazu Der Theologe Nr. 18)? Und die vielleicht getreu dem Motto "Wir sind Kirche" wirklich glauben, dass sie Kirche seien? Doch das ist ein Irrtum. Wer oder was Kirche ist, wird in Rom entschieden und nicht an "Info-Ständen" in Deutschland. Und schmerzhaft würde es für die, welche nach römisch-katholischer Lehre wahrhaft "Kirche" sind, erst, wenn die anderen austreten und dann das wahre Wesen der Kirche deutlicher zutage tritt.
 
Parallel dazu untersagte Bischof Ludwig Müller den Piusbrüdern weitere Priesterweihen in dem Priesterseminar in Zaitzkofen bei Regensburg. Doch die Pius-Brüder haben bereits die nächsten beiden Priesterweihen in Zaitzkofen angekündigt. Denn sie wissen: Selbst wenn sich Rom erneut mit ihnen überwirft, geben sie die Richtung vor, in die sich auch der Koloss Kirche wieder zurück entwickeln wird. Denn auch kein "Obama als Papst" (so der Wunsch des Theologieprofessors Hans Küng) könnte letztlich am tonnenschweren "unfehlbaren" Dogmen- und Ritenkult des Katholizismus etwas verändern, so dass die vergangenen Jahrhunderte der Kirche wieder zunehmend zu "neuem" Leben erwachen.

Dazu passt auch der Kurs des Augsburger Bischofs Walter Mixa. "
Mixa holt Marienkinder zurück in die Kirche", so der Titel der Augsburger Allgemeinen vom 5.3.2009. Mixa hat 30 abtrünnige "Marienkinder" gefirmt und damit wieder in die römisch-katholische Kirche integriert. Wörtlich heißt es u. a.: "Die Demokratie gilt ihnen als ´Prinzip des Teufels`, Menschenrechte werden ´als satanisch` angesehen. Noch im Jahr 2000 hat das Bischöfliche Seelsorgeamt Augsburg die ´apokalyptische Gruppierung` der Marienkinder so beschrieben". Doch mittlerweile bewegen sie sich "auf die Kirche zu" und erkennen "die Gültigkeit der Konzilien an"
(
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Mixa-holt-Marienkinder-zurueck-in-die-Kirche-_arid,1505701_regid,2_puid,2_pageid,4289.html). Dies hat mit dem Tod des Gründers Josef Zanker im Jahr 2001 zu tun. "Immer wieder berichteten Aussteiger, wie Anführer Zanker sich absoluten Gehorsam sicherte: durch Schlafentzug, brutale Prügelstrafen, Beichtzwang, finanzielle Ausbeutung. Mehrfach wurde gegen ihn wegen gefährlicher und lebensbedrohlicher Körperverletzung ermittelt, 1996 verurteilte ihn das Amtsgericht Memmingen zu drei Jahren Haft." Bereits 1993 hat Zanker den Mitbegründer der Marienkinder (auch "Kreuzträger der Jungfrau Mariens" genannt), den Ex-Pfarrer Johannes Maria Bauer so zusammengeschlagen, dass dieser fast an seinen Verletzungen gestorben wäre (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,611398,00.html).
Kritik am Kuschelkurs der Amtskirche gegenüber den ultraerzkonservativen Marienkindern übte unter anderem der Kirchenrechtler Prof. Dr. Hermann Häring: "Die Kirchenoberen seien so froh, dass sie ´mehr Schäfchen` hätten, dass sie nicht kritisch fragten. Viele Kirchenführer versuchten vor allem, ´Leute ins Boot` zu holen, von denen sie nichts zu befürchten hätten und die sie stabilisierten. Es sei eine ´himmelschreiende Naivität` zu glauben, dass sich eine demokratische Gesinnung von selbst einstelle, sobald die Menschen offiziell Mitglied der Kirche seien
(Spiegel online, 6.3.2009).

Ab dem 2. März trafen sich nun alle römisch-katholischen Bischöfe Deutschlands in Hamburg zu ihrer alljährlichen "Frühjahrstagung" - Thema war zwar offiziell die Wirtschafts- und Finanzkrise, doch stand die innerkirchliche Krise im Mittelpunkt. Faktisch ist die römisch-katholische Kirche gespalten in die angeblich "Seligen", welche alle Dogmen halten und sich dem Papst unterwerfen und die "Verdammten", die zwar Kirchensteuer bezahlen, denen man aber ihre lehrmäßige Verdammnis verschweigt. Wozu gehören Sie? Machen Sie am besten den Glaubenstest! Und die Pius-Brüder, Petrus-Brüder, Legionäre Christi, Marienkinder und andere Extrem-"Konservative" sind aus römisch-katholischer Sicht dabei viel näher am "Heil" als fast alle Alltags-Katholiken. Das weiß auch der Papst.
Zum Ergebnis der Bischofskonferenz:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,611590,00.html

Aktualisierung [14.3.]
- Neuer Ärger: Der Papst ließ noch als Josef Kardinal Ratzinger einen seiner Aufsätze in einer rechtsextremen Publikation nachdrucken, von der sich selbst Jörg Haiders FPÖ damals distanzierte (spiegel.de, 14.3.2009).
 



25.2.2009 - Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als Wahlpflichtfach / Integrationsbemühungen in Berlin gefährdet -
In Berlin besuchen Schüler aller Nationen, Kulturen und Religionen ab der 7. Klasse einen gemeinsamen Ethik-Unterricht. Darüber hinaus können die Schüler freiwillig einen Religionsunterricht ihrer Konfession besuchen. Das soll nach dem Willen der beiden deutschen Großkirchen und der CDU ab dem kommenden Schuljahr anders werden. Die Schüler sollen sich dann aus dem Ethikunterricht für alle abmelden können und stattdessen einen konfessionellen Unterricht der evangelischen oder römisch-katholischen Kirche erhalten können - doch nicht etwa auf Kosten der betreffenden Kirche, sondern auf Staatskosten. Über das "Volksbegehren" "Pro Reli" wird nun am 26.4.2009 entschieden. Die Parteien SPD, Linke und DIE GRÜNEN riefen die Bürger jedoch dazu auf, die bisherige Regelung beizubehalten: "Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sprach sogar davon, dass der Erfolg des Volksentscheides die Integration in der Hauptstadt gefährde. Schule habe die Aufgabe, die Gesellschaft zusammenzuführen. Das sei nicht möglich, wenn sich Schüler zwischen ihrer Religion und einer gemeinsamen Wertevermittlung entschieden müssten" (idea-spektrum Nr. 9/2009).
So ist es. Schon viel zu lange finanzieren die meisten anderen Bundesländer den Konfessionskirchen eine "Kindermission" in der Schule auf Staatskosten. Doch das ist nicht die Aufgabe der staatlichen Schulen. Und schon gar nicht ist es gerechtfertigt, wenn die Steuerzahler pro Jahr fast drei Milliarden Euro für diesen kirchlichen Unterricht an staatlichen Schulen ausgeben müssen. Für eine konfessionelle Erziehung sind gegebenenfalls Eltern, Konfirmanden- und Firmunterricht zuständig, nicht jedoch der weltanschaulich neutrale Staat.
Und so hat sich jetzt auch ein Bündnis Pro Ethik für die Beibehaltung eines Ethik-Unterrichts für Kinder aller Nationen und Kulturen gebildet.


Lesen Sie dazu auch die Gedanken eines Berliner Bürgers - Sind die Werte, die die Kirchen vertreten, christlich?
 



24.2. / 25.2.2009 - Anzahl der "Seligen" und "Heiligen" bereits über 7.000 - Jetzt zehn neue "Heilige" / Die Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust - Zu den "Heiligsprechungen" siehe dazu unsere Hintergrundinformationen und aktuelle Kommentierung auf
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Heiligsprechungen

Zur Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust, der in Kirche und Gesellschaft zuletzt immer wieder thematisiert wurde, siehe

http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Holocaust

Siehe dazu auch: Die "heilig" und "selig" gesprochenen Päpste
http://www.theologe.de/theologe16.htm#Heiligsprechungen

Hier finden Sie eine Zusammenstellung der "heiligen" und "seligen" Päpste!
 



22.2. / 24.2.2009 -
Die Verbrechen der römisch-katholischen Kirche während der Militärdiktatur in Argentinien - "Argentinien bricht mit seiner Vergangenheit", schreibt Spiegel online am 21.2.2009, nachdem die argentinische Regierung den Pius-Bruder-Bischof Richard Williamson des Landes verwiesen hat (spiegel.de, 21.2.2009). Die von Papst Johannes Paul II. verhängte Exkommunikation des erzkonservativen Bischofs war erst vor einigen Wochen von Papst Benedikt XVI. aufgehoben wurde. Das Magazin erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die im Volksmund "Rattenlinie" genannten Fluchtwege hochrangiger NS-Kriegsverbrecher über den Vatikan nach Argentinien. Wo Williamson nun untertauchte, gilt als nicht sicher. Weiterhin wird in dem Bericht darauf hingewiesen, dass der Gründer der Pius-Bruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre, dem Diktator General Jorge Videla (Diktator Argentiniens von 1976-1983) persönlich verbunden war und ihn jährlich besuchte. Videla und seine Regierung ließen Zehntausende von Menschen foltern und hinrichten. Und Erzbischof Marcel Lefebvre lobte die Diktatur als "Regierung der Ordnung und festen Prinzipien". Doch nicht nur die Pius-Brüder waren in bestem Einvernehmen mit der Diktatur, auch die offizielle römisch-katholische Kirche. Aus gegebenem Anlass wiederholen wir hier deshalb noch einmal unsere früheren Meldungen zur Rolle der römisch-katholischen Kirche in Argentinien. Richard Williamson ist derweil von Buenos Aires nach London geflogen.

4.4.2005 / 7.7.2007 - Unterstützung des Vatikan für die Militärjunta in Argentinien - N
ach dem Tod von Johannes Paul II. kamen im Rückblick die Verwicklungen der Vatikanbank in den gesellschaftlichen Umsturz in Polen wieder zur Sprache. Ein Zeuge sagte in diesem Zusammenhang im August 2002 auch zu Hintergründen des Falkland-Krieges bzw. zu vatikanischen bzw. kirchlichen Verbindungen zum argentinischen Militär (1976-1983) aus. Es handelt sich hierbei um Roberto Rosone, dem stellvertretenden Direktor der Banco Ambrosiano, deren Chef Roberto Calvi ermordet wurde (zu den Hintergründen siehe hier). Rosone erklärte, man sei "an einem Maxi-Kredit für die argentinischen Militärs zur Vorbereitung des Falkland-Krieges beteiligt gewesen. Ob auch diese Geldspritze für die Latino-Diktatoren aus dem Kirchenreich kam, wusste der Zeuge nicht zu sagen, nur ganz generell behauptete er: ´Der Vatikan hat praktisch alles in der Hand`" (Spiegel special Nr. 3/2005). Kurz nach seinem Geständnis überlebte Roberto Rosone ein Schusswaffen-Attentat nur knapp. Seitdem ist nicht bekannt, dass er deutlicher wurde, doch auch seine Aussage und das darauf folgende Attentat waren ja bereits deutlich genug.
Diese
Allianz zwischen römisch-katholischer Kirche und argentinischer Militärdiktatur ist mittlerweile mehrfach dokumentiert: Die Zeitung Die Woche berichtete bereits am 5.5.1995, dass die argentinische Militärjunta Regimekritiker und Menschenrechtler betäubte und aus dem Flugzeug ins offene Meer kippte. Den Segen dazu gab die römisch-katholische Kirche z. B. durch ihren Militärkaplan. Er tröstete nach dem Flug die ausführenden Soldaten mit den Worten, "es sei ein christlicher Tod, weil sie nicht leiden". Und er versuchte ihr Gewissen auch damit zu beruhigen, indem er sagte, "dass Krieg Krieg sei und auch die Bibel sage, dass die Spreu vom Weizen getrennt werden muss". Und die Empfehlungen für diese Hinrichtungen kamen sogar von weit höherer römisch-katholischer Stelle. Der Menschrechtler Esteban Cuya erklärt: "Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so: Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie sie übers Meer - Todesflug" (Glaubensfragen, SWR 2, 14.6.2001). Und der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin gab den Mördern sozusagen die Generalabsolution, indem er sagte: "Das Militär ist gereinigt im Jordan voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen" (SWR 2). Der Student Alcides Chiesa, damals irrtümlich verfolgt, ist davon überzeugt: "Hätte die Kirche eine andere Haltung zur Militärdiktatur gehabt, wäre es nicht zur Militärdiktatur gekommen". Und Stefan Herbst, der Argentinien-Experte der Bonner Missionszentrale der Franziskaner, der diese Zeit intensiv untersuchte, ergänzt sogar: "Die katholische Kirche hat zum Militärputsch angestachelt. Man muss sagen: Die katholische Kirche als Institution, weil der damalige Präsident der Bischofskonferenz das so erklärte" (SWR 2).
Die katholische Kirche betrachtete dabei - wie übrigens sonst v. a. Martin Luther - Andersgläubige als "Unruhestifter". Der Argentinien-Experte Herbst: "Die Rede ist von der Reinigung der argentinischen Gesellschaft, von den Unruhestiftern im Land, Menschen, die man nicht mehr als katholisch, sondern als Häretiker ansah. Leute, die das neokoloniale Modell des christlichen Abendlandes verlassen hatten."


Am 5.7.2007 begann in La Plata in Argentinien zudem der Prozess gegen den deutschstämmigen römisch-katholischen Priester Christian von Wernich (69). Der Würdenträger wurde wegen der unmittelbaren Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42 Entführungen verurteilt. Der Seelsorger war Polizeipfarrer und galt als einer der engsten Vertrauten von Ramón Camps, dem Sicherheitschef von Buenos Aires in der Zeit der Militärdiktatur (1976-1983), während der mehrere Tausend Bürger spurlos und für immer verschwanden. Die Verbrechen des Würdenträgers von Wernich sind kein Einzelfall, wie obige Darlegungen belegen.

Nach römisch-katholischer Lehre behält Hochwürden H.H. Christian von Wernich (wörtlich: H.H. = "Hochwürdiger Herr") trotz seiner Beteiligungen an den Morden und Folterungen das Recht, stellvertretend für "Gott" den Menschen die Vergebung zusprechen zu können, selbst wenn die eigenen Sünden des Würdenträgers als "Todsünden" beurteilt werden (mehr dazu hier; und wer hier nicht zustimmt, muss nach katholischer Lehre in die ewige Hölle). Doch möglicherweise werden die Untaten von der Kirche ja auch gerechtfertigt, denn der Priester hatte sie ja als Seelsorger im Staatsdienst ausgeführt.
Mit Jesus von Nazareth haben die Lehre und die Praktiken der Kirche nicht das Geringste zu tun. Sondern dies steht im direkten Widerspruch zu seiner Botschaft.

 



17.2. / 25.2.2009 - Der eiserne Besen: Wegen Kritik an Aufhebung der Exkommunikation für Pius-Brüder: Drei Theologen droht Lehrverbot / Ist das der Anfang von einem Zerreißen der römisch-katholischen Kirche?
- Menschenfreundliche oder liberale Theologen dienen der Kirche weltweit als Feigenblatt, um ihr totalitäres Wesen zu verschleiern. Und die Theologen lassen sich umgekehrt auch als Alibi für die Amtskirche missbrauchen, womit diese vorgeben möchte, dass es doch nicht so schlimm sei mit ihr. Bei dreien von ihnen hat Bischof Ludwig Müller jedoch einmal mehr den eisernen Besen angesetzt: Sabine Demel, Professorin für katholisches Kirchenrecht in Regensburg, sowie der Professor für Religionspädagogik Burkard Porzelt und der Professor für Pastoraltheologie Heinz-Günther Schöttler hatten sich in einer Petition für das 2. Vatikanische Konzil von 1962-1965 eingesetzt und die Wiederaufnahme der vier Pius-Brüder-Bischöfe durch den Vatikan kritisiert. Durch diese Entscheidung "werde zugelassen, dass Teile der Kirche offen Geist und Buchstaben bedeutender Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnen dürften" (Main-Echo, 21.2.2009). Doch die drei römisch-katholischen Professoren hatten offenbar die "Unfehlbarkeit" des Papstes bei Lehrentscheidungen zu wenig berücksichtigt. So hat Bischof Ludwig Müller die drei nun ultimativ aufgefordert, sich von der Petition zu distanzieren, sich beim Papst zu entschuldigen und sich wieder vollständig zu unterwerfen. Andernfalls drohen ihnen Strafmaßnamen bis hin zum Entzug der Lehrerlaubnis.

Die römisch-katholische Kirche fordert in ihrem Dogma die vollständige Unterwerfung unter den Papst als Voraussetzung für die ewige Seligkeit. Das Dogma siehe hier. Nach ersten Reaktionen sehen die drei Professoren "keinen Anlass", sich beim Papst zu entschuldigen, da sie ihn "nicht beleidigt" hätten. "Auch für die Wiederholung von Treueeid und Glaubensbekenntnis bestehe kein Grund, weil sie von beidem nicht abgewichen seien" (Main-Echo, 21.2.2009) - anders als der Papst selbst. Es ist noch völlig offen, wie die römisch-katholische Kirche diese absurde Situation aussitzt.

Im Wortlaut:

Bischof Ludwig Müller fordert Unterwerfung der Professoren

“Wie aus der Internetseite www.petition-vaticanum2.org (Stand vom 08.02.2009) hervorgeht, wurde mit Datum vom 28. Januar 2009 eine Petition mit dem Titel ,Uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils gefordert` veröffentlicht, zu deren Erstunterzeichnenden Sie gehören. Darin findet sich die Passage: ,Die Unterzeichnenden werten es als klare Richtungsanzeige, dass Papst Benedikt XVI. diese Aufhebung in direkter zeitlicher Nähe zum symbolträchtigen 50. Jahrestag der Ankündigung der Einberufung eines Konzils durch Papst Johannes XXIII. vollzogen hat. Diese Rückwärtswendung lässt die Rückkehr von Teilen der römisch-katholischen Kirche in eine antimodernistische Exklave befürchten. Durch diese Rückwärtswendung wird es zugelassen, dass Teile der römisch-katholischen Kirche – neben vielem anderen – offen Geist und Buchstaben bedeutender Dokumente des II. Vatikanischen Konzils ablehnen dürfen (...).`

Aus diesem Absatz, den Sie sich mit Ihrer Unterschrift zu eigen machen, ergibt sich ein schwerer Zweifel hinsichtlich Ihrer notwendigen Einstellung als Theologe und bezüglich der erforderlichen Kirchlichkeit Ihrer Haltung (vgl. Apostolische Konstitution ,Sapientia Christiana`; Instruktion der Glaubenskongregation über die kirchliche Berufung der Theologen vom 24. Mai 1990).

Sie unterstellen dem Papst ein Handeln zum Schaden der Kirche, indem er angeblich eine Ablehnung von Beschlüssen des II. Vatikanums zulasse. Diese Unterstellung entbehrt jeglicher Grundlage. Damit haben Sie sich selbst als katholischer Theologe disqualifiziert.

Sie wissen zweifellos, dass ich als Bischof das Recht der Theologiestudierenden auf eine wissenschaftlich kompetente Theologie und die kirchliche Gesinnung jedes akademischen Lehrers zu wahren habe. Angesichts meiner Verantwortung für die theologische Ausbildung und für die Formung unserer Studenten in kirchlichem Geist fordere ich Sie deshalb auf, innerhalb von 14 Tagen*

1. sich von der genannten Petition unzweideutig zu distanzieren, indem Sie sich beim Hl. Vater schriftlich entschuldigen (zur Weiterleitung über mich);

2. als Zeichen Ihrer Anerkennung des kirchlichen Lehramtes - insbesondere des II. Vatikanischen Konzils und aller Lehrentscheidungen der Päpste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. - das Glaubensbekenntnis und den Treueeid gemäß der beigefügten Formel vor mir persönlich abzulegen.

Falls Sie innerhalb der angegebenen Frist dazu nicht bereit sein sollten, zwingen Sie mich angesichts der mit meinem Amt verbundenen Verantwortung für das Wohl der Kirche von Regensburg wie der Gesamtkirche zu weiteren Schritten.

(zit. nach http://www.kath.net/detail.php?id=22142)
 

Aktualisierung [25.2./20.3.] - Der eiserne Besen in der römisch-katholischen Kirche kehrt: Bischof Ludwig Müller erneuerte seine Forderung nach einer Entschuldigung der drei Theologieprofessoren beim Papst und das erneute Ablegen eines Treue-Eides auf die römisch-katholische Kirche und den Papst - erstes zur Weiterleitung nach Rom über ihn persönlich, zweites direkt vor ihm, dem Bischof persönlich (taz.de, 25.2.2009).
Die drei Theologen hatten eine Petition zugunsten der römisch-katholisch verbindlichen Ergebnisse des 2. Vatikanischen Konzils unterzeichnet und gegen eine Relativierung des Konzils durch Papst Benedikt XVI., der jedoch in Lehrfragen als "unfehlbar" gilt.
Bereits weit 30.000 Katholiken haben diese Petition unterzeichnet. Droht am Ende allen Unterzeichnern eine Exkommunikation, wenn sie Ihre Unterschrift nicht widerrufen? Oder schreckt man sie lieber nicht auf, weil die meisten von Ihnen ja viel Kirchensteuer bezahlen?

* Die Frist lief am 2.3.2009 ab. Die Theologen haben eine schriftliche Erklärung abgelegt, die von der Diözese an den Vatikan weiter geleitet werde. So eine Stellungnahme vom 9.3.2009. Offensichtlich versucht man, den Konflikt mehr oder weniger unspektakulär auszusitzen, damit nicht noch mehr Katholiken austreten.
 



12.2.2009 - Teilweiser Fleischverzicht würde 20 Billionen Dollar Kosten für Bekämpfung des Klimawandels bis 2050 einsparen - Ganz allmählich wird deutlich, dass vor allem der riesige Fleischkonsum in den reichen Ländern der Hauptverursacher der Klimakatastrophe ist. Die Kirchen erklären dazu, dass das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") nicht gegenüber Tieren gilt: Demnach dürfen die Menschen den Tieren angeblich den Atem nehmen, obwohl sie ihnen nicht den Atem geben können. Und die Folgen werden immer bestialischer (vgl. dazu Der Theologe Nr. 7). Erst kürzlich erklärte der CDU-Landwirtschaftsexperte Peter Bleser, man solle uns nicht die "Lust am Essen" von Fleisch nehmen (siehe hier). Doch der massenhafte Mord an den Tieren weltweit ist auch der Tod der Menschen. Dass es auch anders gehen könnte, zeigt eine Studie der Netherlands Environmental Assessment Agency. Die Einzelheiten lesen Sie bei http://www.pressetext.de/pteprint.mc?pte=090211012.
 



11.2. / 25.2. / 6.3.2009
- Der "Raubzug" geht weiter: Bank-Bosse kassieren dank staatlicher Hilfen immer weiter Zusatz-Millionen / "Unvertretbare Risiken" wegen "exzessiver Bonus-Zahlungen" / Wie Großbanken Staaten missbrauchen / Großbritannien: Top-Banker verhöhnt das ganze Land / Die Weherufe der Propheten hallen in der Atmosphäre - So demontieren sich die westlichen Gesellschaften von innen: Die Banker entnehmen sich weiterhin grandiose Bonus-Belohnungen (Summen, welche die meisten ehrlichen Arbeiter in Jahren nicht verdienen) bei gleichzeitigen staatlichen Milliardenhilfen, um die Pleiten ihrer Bankrott-Banken zu verhindern.
Wesentlich dabei ist: Die Banker belohnen sich mit den Bonus-Zahlungen vor allem für ihre riskanten und hochspekulativen Finanzpokergeschäfte. Anders ausgedrückt: "Exzessive Bonuszahlungen verleiten Finanzmanager dazu, unvertretbare Risiken einzugehen. Die Folgen sehen wir jetzt in der Finanzkrise", sagt EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (Bild, 21.2.2009). Das ist eine Eigenschaft des Gottes Mammon: Es wird nicht mithilfe der Vernunft entschieden, sondern die Gier nach Bonus-Millionen treibt die Banker vielfach in Bankrott- und Ruin-Geschäfte zum Schaden der ganzen Zivilisation. Und die Politiker pumpen Steuergelder über Steuergelder in das desaströse System, um noch größeren Schaden abzuwenden, wie sie bekunden. Doch hat man die Probleme an der Wurzel gepackt oder schaufelt man letztlich nur Milliarden oder bald gar Billionen in Fässer ohne jeden Boden?

Ein besonders brutales Beispiel für die Verhöhnung der Staaten und ihrer Bürger durch die Großbanken gibt die US-Großbank Merrill Lynch. Die Financial Times schreiben: "
Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat der New Yorker Staatsanwaltschaft zufolge ungeachtet von Milliardenverlusten und Staatshilfen heimlich die Auszahlung von Millionen-Boni beschleunigt ... Insgesamt habe Merrill Lynch seinen gescheiterten Managern absichtlich zulasten der Steuerzahler ´heimlich und verfrüht` großzügige Boni über insgesamt 3,6 Milliarden $ ausgezahlt, schreibt Cuomo [der Oberstaatsanwalt von New York] weiter. Mitte Januar vermeldete Merrill für das vierte Quartal einen Verlust von 15,3 Milliarden $" (Financial Times, 25.2.2009).

Und in Großbritannien
ist es dem Top-Banker der Royal Bank of Scotland, Fred Goodwin, der die Bank in den Ruin führte, sogar gelungen, kurz vor seinem Abschied seine Staatsrente (die er jetzt bereits mit 50 bekommt) noch schnell zu verdoppeln  Die Politiker haben womöglich das Kleingedruckte nicht gelesen, und die Sun schreibt: "Goodwin zeigt uns zwei Finger" (spiegel.de, 27.2.2009).

Zum Vergleich
: Während 20 Milliarden Euro reichen würden, um alle Hungersnöte auf der Welt für ein Jahr zu beenden - was aber die Politiker weltweit nicht aufbringen wollten und wollen - bekommt allein die Münchner Bank Hypo Real Estate schon über 120 Milliarden Euro an Geschenken bzw. Bürgschafts-Garantien, und es sollen weitere Zeitbomben in Höhe von ca. 600 Milliarden Euro außerhalb der offiziellen Bilanz dort ticken, die aber angeblich "sicher" seien. Auch daran zeigt sich der Gott Mammon: Einerseits Hungertote, die man im Elend sterben lässt, andererseits Manager, Bosse, Chefs, Vorstände, Vorstandsvorsitzende, Kapitalgeber und viele mehr, deren Spitzengehälter in immer astronomischere Höhen galoppieren - abseits jeder wirtschaftlichen Vernunft und Realität - und für deren Praktiken die Bürger aller Länder mit ihren Steuern zahlen, wenn sie weltweites Chaos anrichten.
So fordert z. B. der entlassene Chef der Münchner Pleite-Bank, Georg Funke, noch vier Jahre sein Top-Gehalt von der Bank, außerdem eine riesige Betriebspension bis ans Lebensende (
bild.de, 5.6.2009 oder focus.de, 6.3.2009).

Aktualisierung [29.3.] - Jetzt kommt das nächste kleine Stück der Wahrheit ans Licht. 120 Milliarden Euro Staatsgelder reichen der Münchner Bank Hypo Real Estate nicht. Sie braucht jetzt die nächsten 10 Milliarden Euro, um nicht pleite zu gehen. Es ist aber nicht sicher, ob 10 weitere Milliarden Euro wirklich reichen (Spiegel online, 29.3.2009). Wie wäre es gleich mit den nächsten 100 Milliarden Euro? Oder wenn man gleich eine halbe Billion Euro gäbe, um den "Zeitbomben" von 600 weiteren Milliarden Euro (siehe oben) entgegen zu wirken, die dort noch ticken. Oder man gibt der Hypo Real Estate 650 Milliarden Euro, wovon die Bank dann einen "Bonus" von 20 Milliarden Euro abgibt, um damit für ein Jahr die Hungersnöte auf der Welt zu stoppen. 30 Milliarden Euro hätte sie dann noch an Reserve für die nächsten "Zeitbomben", die man noch nicht entdeckt hat.
Aktualisierung [27.5.] - Wieder ein Stück der schier unbegreiflichen Bankrottwirtschaft und Maßlosigkeit bei der HRE: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,627127,00.html

Die Maßlosigkeit, Irrealität und Anti-Ethik im Bereich der Banken und Wirtschaft ist schier grenzenlos
. Die verantwortlichen Millionäre scheinen nicht zu begreifen oder wollen offenbar nicht begreifen, was passiert ist: Ihre Läden sind pleite und zudem gigantisch verschuldet. Kein Unternehmer kann seinen Betrieb an die Wand fahren, vom Staat im Anschluss daran Milliarden über Milliarden für das Unternehmen kassieren und für sich privat noch bis ans Lebensende Millionen über Millionen aus dem Pleite-Betrieb heraus ziehen, obwohl dieser nichts anderes mehr ist als ein gigantischer Sozialhilfeempfänger auf Kosten aller Bürger.
Siehe auch unsere Meldung unten über die moderne Form des "Bankraubs".
Und auch die Weherufe der Propheten über die Reichen und Gierigen hallen wieder in der Atmosphäre:
Siehe hier.

 



10.2.2009 - So ruinieren die Politiker das Klima auf unserem Planeten - Politiker und Lobbyisten großer Konzerne sind oft ein und dieselben Leute - zum Schaden aller. Nachfolgend dokumentieren wir einen Ausschnitt aus einem Artikel in Spiegel online vom 10.2.2009. Es beweist, dass viele engagierte Menschen, auch in der Wirtschaft, etwas für eine Umkehr tun, doch dass sie an der Lobby-Politik der Alteingesessenen scheitern. Hier der Sachverhalt:

"
Windräder und Solaranlagen revolutionieren den deutschen Strommix, sie schaffen Arbeitsplätze und machen das Land unabhängiger von Importen. Doch sie ändern nichts am Klimawandel. Im schlimmsten Fall schadet der Zubau der Ökoenergien dem Klima sogar. Denn je mehr Windräder ans Netz gehen, desto weniger Strom können Kohlekraftwerke absetzen - an sich eine wünschenswerte Entwicklung. Das Problem ist jedoch, dass die Menge der insgesamt zur Verfügung stehenden CO2-Zertifikate gleich bleibt. Mit anderen Worten: Pro Kilowattstunde Kohlestrom stehen auf einmal mehr Zertifikate zur Verfügung als bisher - der Preis der Verschmutzungsrechte fällt. In der vergangenen Handelsperiode ist genau dies geschehen: Eine Tonne CO2 kostete zeitweise nur knapp mehr als null Euro. Die großen Energiekonzerne haben damit keinerlei Anreiz, in Klima schonende Technologien zu investieren. Im Gegenteil: Ihre überschüssigen Zertifikate verkaufen die Unternehmen im europaweiten Handel, zum Beispiel an polnische oder slowakische Kohlekraftwerke. Diese dürfen dann mehr CO2 emittieren als eigentlich geplant - dank der deutschen Windräder. Angesichts der geringen Effizienzgrade in osteuropäischen Kraftwerken ist das alles andere als klimafreundlich. Besonders krass macht sich der Effekt bemerkbar, wenn die Ökobranche schneller wächst als angenommen. In den vergangenen Jahren war dies stets der Fall - die CO2-Planungen der EU-Kommission wurden damit von der Realität überholt."

Lesen Sie dazu auch unsere Meldung:
Die Menschen haben ihren besten Freund zum Feind gemacht. Erde schüttelt ihren Peiniger ab

 



7.2.2009 - "Austrittswelle": Notwendige Informationen für Kirchenaustritt / Experte: Piusbrüder ein "Fall für den Verfassungsschutz" / Demokratieverständnis auch der Gesamtkirche prüfen - Eine "Austrittswelle hat bereits eingesetzt", so Eberhard von Gemmingen, Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan (Spiegel online, 7.2.2009). Hintergrund ist die Aufhebung der von Papst Johannes Paul II. verfügten Exkommunikation von vier Pius-Brüder-Bischöfen durch Papst Benedikt XVI. Seither sind die Piusbrüder im Aufwind. Der Bonner Politikwissenschaftler Gerd Langguth hält die Piusbruderschaft jedoch für einen "Fall für den Verfassungsschutz". "Es ist eine Frage des Verhältnisses dieser Organisation zur freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Und dieses sehe ich hier infragegestellt"  (Bild, 7.2.2009).
Dieses wäre jedoch auch im Hinblick auf
die römisch-katholische Kirche insgesamt zu prüfen. So verlangt sie in einem ihrer Dogmen eine "Unterwerfung" aller Menschen unter den Papst als "Heilsnotwendigkeit" (siehe hier) und geht zusammen mit der evangelischen Kirche massiv gegen Andersgläubige vor, die ihr ein Dorn im Auge sind (siehe dazu Der Theologe Nr. 12).

Hier nun ein Link, wo alle wichtigen Informationen zum Kirchenaustritt einsehbar sind. Je nach deutschem Bundesland, gibt es ein paar Unterschiede. Mehr dazu unter
http://www.kirchenaustritt.de/
Dort finden Sie auch die entsprechenden Bestimmungen für Österreich und die Schweiz.
Zum geistigen Hintergrund siehe die
Informationsschrift der Freien Christen Nr. 1, Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein - darum treten Sie aus, Sie sind nicht allein.

 



7.2.2009 - 1900-2010: 20 Jahre "Wiedervereinigung" in Deutschland. Dazu soll der Papst wieder nach Deutschland kommen / Riesige Kosten für den Steuerzahler. Unser Alternativvorschlag: Der Bundestag fährt mit der Bahn nach Rom -
Im Jahr 2005 war Papst Benedikt XVI. das erste Mal als Inhaber des "Stuhles Petri" in Deutschland, vor allem beim Weltjugendtag in Köln. Im Jahr 2006 folgte dann bereits der zweite Besuch, vor allem in München, Regensburg und Altötting. Jetzt ist der dritte Besuch geplant, 2010 in Berlin. Ein Papstbesuch ist jedes Mal mit allerhöchsten Sicherheitsmaßnahmen und riesigen Kosten verbunden. Der Anlass soll dieses Mal das 20jährige Jubiläum der Wiedervereinigung Deutschlands sein. So kann vermutet werden, dass auf diese Weise der Staat alles zahlt, während sich sonst die Kirche wenigstens beteiligte. Deshalb unser Alternativvorschlag: Alle Bundestagsabgeordneten, die dies wollen, fahren mit der Bahn nach Rom und zurück und sprechen dort mit dem Papst und können, wenn sie dies möchten, sich vom ihm segnen lassen. Das kommt viel kostengünstiger.
Siehe dazu
hier unsere Meldungen zu den früheren Papstbesuchen in Deutschland


 



6.2. / 26.2. / 3.3.2009
- Kardinal verteidigt die Wiederaufnahme von Bischof Richard Williamson / Williamson kritisiert auch Menschenrechte / "Entschuldigung" von Richard Williamson reicht dem Vatikan nicht. Dabei "entschuldigt" sich der Papst nicht besser / Beschönigungen und Umdeutungen der Verbrechen der Kirche durch die Päpste - Der Vatikan geht in die Gegenoffensive. Kardinal Javier Lozano Barragán erklärt: "Williamson habe zwar eine ´Dummheit` begangen, dafür müsse aber niemand exkommuniziert werden, so der 76-jährige Mexikaner. Außerdem werde niemand wegen einer Sünde aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, sondern wegen schwerer Verstöße gegen deren Lehren" (spiegel.de, 6.2.2009). Und die Leugnung des Holocaust ist folglich kein schwerer Verstoß gegen die katholischen Lehren, auch wenn diese zunächst von Bischof Richard Williamson vorgetragene Position z. B. von den argentinischen Bischöfen "energisch abgelehnt" werde (Bild, 6.2.2009). Kritisch steht der Bischof auch zu den universellen Menschenrechten: ´Wo die Menschenrechte als eine objektive Ordnung verstanden werden, die der Staat durchsetzen soll, da kommt es immer zu einer antichristlichen Politik`" (Spiegel online, 7.2.2009). Doch auch die "Menschenrechte" gehören nicht zum römisch-katholischen Glaubensbekenntnis. Schwere Verstöße gegen katholische Lehren, welche die Exkommunikation nach sich ziehen lesen Sie in Der Theologe Nr. 18 - Der Glaube der Kirche. Das Fluchwort "Der sei ausgeschlossen" bedeutet nach römisch-katholischer Lehre die Exkommunikation und im Jenseits später die Verdammnis.
Außerdem ist für die katholische Kirche nicht maßgeblich was die argentinischen Bischöfe sagen (Williamson leitet in Argentinien in Priesterseminar der Piusbruderschaft), sondern, was in den Dogmen steht, und was der Papst entscheidet.
Und dieser hat die Exkommunikation von Richard Williamson aufgehoben, ihn jedoch unabhängig davon aufgefordert, den Holocaust nicht mehr zu leugnen.
"Richard Williamson sagt dem SPIEGEL, er wolle zunächst die historischen Beweise prüfen - ´das wird Zeit brauchen`". Am 26.2.2009 erklärte er schließlich, seine diesbezüglichen Äußerungen gäben die Meinung eines "Nicht-Historikers" wieder, die sich auf "Erkenntnisse von vor 20 Jahren" gestützt hätten (Focus online, 26.2.2009) und die seither "selten in der Öffentlichkeit geäußert worden ist" (Spiegel online, 26.2.2009).
Wörtlich schrieb
Richard Williamson an den Vatikan: "Der Heilige Vater und mein Oberer, Bischof Bernard Fellay, haben mich ersucht, die Bemerkungen, die ich vor vier Monaten gegenüber dem schwedischen Fernsehen gemacht habe, neu zu überdenken, da deren Folgen sehr schwerwiegend gewesen sind. In Anbetracht dieser Folgen [der Leugnung des Holocaust] kann ich wahrheitsgemäß sagen, dass es mir leid tut, diese Bemerkungen gemacht zu haben, und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich im Vorhinein um den ganzen Schaden und den Schmerz gewusst hätte, die diese verursachen würden, besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich"
(Spiegel online, 26.2.2009). Dies Erklärung sei nach für den Vatikan jedoch "vage" und "unzureichend" (Spiegel online, 27.2.2009).

Dazu kann man sagen: Natürlich sind Bischof Williamsons Worte "vage" und "unzureichend". Doch sollte sich der Vatikan hier vor allem an die eigene Nase fassen. Denn verglichen mit den bisherigen Entschuldigungen der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. sind die Worte eher weitgehend. So hat sich Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 in einem vom damaligen Kardinal Joseph Ratzinger maßgeblich verfassten Bekenntnis "Mea Culpa" für die Verbrechen der Kirche so "vage" "entschuldigt", dass man gar nicht mehr von einer Entschuldigung sprechen kann.

Und als der Präsident Venezuelas Hugo Chavez im Jahr 2007 eine Entschuldigung des Papstes für dessen Umdeutung des Völkermordes an den Indianern forderte, hat Benedikt XVI. noch nicht einmal mehr öffentlich reagiert. Papst Joseph Ratzinger hatte in Brasilien tatsächlich behauptet, die Indianer, die zu Hunderttausenden von den katholischen Eroberern massakriert wurden, hätten ihre Katholisierung "still herbei gesehnt" (siehe z. B. http://www.netzeitung.de/spezial/derpapst/648359.html). Kann Benedikt XVI. angesichts dieses Tuns der Päpste im Ernst erwarten, dass sich der Pius-Bruder-Bischof deutlicher von seiner Leugnung des Holocaust distanziert? Oder hat Williamson nur von den Päpsten gelernt, wie man geschickt formuliert, was man aber am liebsten gar nicht sagen möchte?
 



5.2. / 6.2.2009
- Piusbrüder: Muslime bekehren / Kritik an Mohammeds Ehe mit einem Mädchen / Absurder Hochmut: Papst darf keinen lehrmäßigen Fehler zugeben - Der oberste Piusbruder Deutschlands, Pater Franz Schmidberger, Distriktoberer der Piusbruderschaft Pius X. in Deutschland, legte im "Kampf der Kulturen" zwischenzeitlich kräftig nach. Nachdem Papst Benedikt XVI. bei vier Piusbruder-Bischöfen die Exkommunikation rückgängig gemacht hat, ist die erzkonservative Bruderschaft weltweit im Aufwind, plant bereits neue, vom Vatikan nicht erlaubte, Priesterweihen. So plädierte Schmidberger auch für die Bekehrung der Moslems zur katholischen Kirche und sagte im Südwestfernsehen zunächst wörtlich über Mohammed: "Also, das ist nachweislich, dass er mit einem Kind, mit einem Mädchen geschlechtlichen Umgang gepflegt hat, mit acht oder neun Jahren. Das bezeichnet man nach der heutigen Terminologie tatsächlich als Kinderschänder. Aber ich möchte mich darauf nicht festlegen. Ich habe das nicht speziell studiert" (stern.de, 5.2.2009). Anschließend nahm er jedoch den Ausdruck "Kinderschänder" "mit großem Bedauern" zurück (Bild, 5.2.2009).

Der deutsche "Pius-Boss" bezog sich dabei ursprünglich auf das Verhältnis von Mohammed und seiner Frau Aisha. Im Internet-Lexikon Wikipedia ist dazu zu lesen: "Den Überlieferungen (hadīth) folgend in den beiden von orthodoxen Muslimen als am zuverlässigsten angesehenen Sammlungen von Buchārī und Muslim ibn al-Haddschādsch war Aischa bei ihrer Heirat mit Mohammed sechs und beim ´Vollzug der Ehe` neun Jahre alt. Sie soll Mohammed bis in seine letzte Stunde begleitet haben" (Stand: 5.2.2009).

Wir kommentieren die Ehegesetze aus einer anderen Zeit und aus einem anderen Kulturkreis nicht. Doch wenn dem römisch-katholischen Distriktoberen hier in Unkenntnis näherer Umstände zunächst das Wort von einem möglichen "Kinderschänder" heraus rutschte, dann hatte er möglicherweise unbewusst die Verbrechen pädophiler katholischer Priester in der Gegenwart auf Andersgläubige zu projizieren versucht, was in der Kirche leider immer wieder geschieht. Siehe dazu Der Theologe Nr. 24 a - Sex-Verbrechen und -Vergehen in der Kirche. Doch beide Sachverhalte lassen sich nicht vergleichen. Und was bei den katholischen "Kinderschändern" hinzu kommt: Sie geben vor, Christus nachzufolgen. Doch missbrauchen sie mit ihrem Tun den Mann aus Nazareth und vergiften die ehrliche Gottsuche viele ihrer Opfer.

Und was die Korrektur der Aussagen von Pater Schmidberger betrifft: Immerhin ist der oberste Pius-Bruder Deutschland nicht "unfehlbar" und kann einen Fehler zugeben. Damit hat er dem Papst etwas voraus. Denn diesem wird in Lehrfragen - wie der Aufhebung einer Exkommunikation - ein Fehler nicht zugestanden. Mit diesem lehrmäßigen nicht mehr steigerungsfähigen Hochmut einer päpstlichen Unfehlbarkeit (Dogma seit 1870) führt sich die katholische Kirche jedoch mit der Zeit immer mehr ad absurdum.
 



5.2.2009 - CDU-Politiker verneigen sich weiter vor Joseph Ratzinger / "Fast symbiotisches" oder "parasitäres" Verhältnis von Staat und Kirche? / Staat als Ross, Kirche als Reiter - Der Staat ist in Deutschland vergleichbar einem Ross, auf dem ein Reiter sitzt. Und der Reiter ist die Kirche. Das heißt auch: Nicht das Ross entscheidet, wo es lang geht, sondern der Reiter. Das es so ist, bestätigte einmal auch der römisch-katholische Chef der CDU-Landesgruppe im Bundestag in Berlin, Georg Brunnhuber. Er sagte im Hinblick auf die Kritik der evangelisch-lutherischen Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel an den Entscheidungen des Papstes: "Öffentliche Aufforderungen an den Heiligen Vater führen garantiert ins Leere" (Spiegel online, 5.2.2009). So ist es. Der Papst ist nach dieser katholischen Sichtweise immer der Absender von öffentlichen Aufforderungen, niemals ein Empfänger. Und so soll es nach dem Willen der meisten Politiker auch bleiben. Denn schließlich gilt der Papst nach dem römisch-katholischen Dogma auch als einziger Mensch auf der Erde bei Lehrentscheidungen als "unfehlbar".
Ganz anders als die Protestantin Angela Merkel. So sagte der von Benedikt XVI. wieder in die Kirche aufgenommene Bischof Richard Williamson von der Bruderschaft Pius X. z. B. wörtlich: "
Protestanten bekommen ihre Befehle vom Teufel" (Spiegel online, 3.2.2009).

Und erst vor wenigen Tagen sprach der römisch-katholische CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer davon, dass das Verhältnis von römisch-katholischer Kirche und Staat in Bayern "fast symbiotisch" ist (Süddeutsche Zeitung, 23.1.2009). Damit knüpft er nahtlos an seinen Vorvorgänger Edmund Stoiber an, der im Jahr 2006 als Ministerpräsident von einer "Symbiose" zwischen Staat und Kirche sprach (siehe hier). Und sowohl Edmund Stoiber als auch Horst Seehofer missachten so auf krasse Weise die Verfassung des Freistaates Bayern, in welcher die Freiheit und Gleichheit der Religionen festgeschrieben ist. Zudem verteilen sie eine Ohrfeige an 43 % der Bürger Bayerns, welche nicht der römisch-katholischen Kirche angehören. Zudem eine falsche Umschreibung: Denn bei einer Symbiose kann der eine nicht ohne den anderen leben. Das gilt zwar für den Reiter, der ein Ross braucht, um zu reiten. Nicht aber für das Ross, das den Reiter abschütteln muss, um frei zu sein, um seinen eigenen Weg zu finden.
Der
Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek bezeichnet das Verhältnis von Kirche und Staat deshalb auch nicht als "fast symbiotisch", sondern in Vorträgen vielfach als "parasitär".
Dies gilt mehr und mehr auch für
Italien, wo der Vatikan von allen Vorteilen des benachbarten italienischen Staates profitiert, jedoch keine Pflichten hat - weder zahlt er Steuern noch Kosten für die zur Verfügung gestellte Infra-Struktur und alle Leistungen des Staates Italien an den Vatikan, noch gilt für den Vatikan in Zukunft die italienische Gesetzgebung
.
 



3.2. / 13.2.2009 - Antisemitismus-Diskussion in der Kirche: Deutscher Distriktoberer der katholischen Piusbruderschaft fordert Juden auf, sich römisch-katholisch taufen zu lassen, um sich von der "Schuld ihrer Vorväter" zu distanzieren / Lehnen Piusbruder-Bischöfe auch Religionsfreiheit ab? - Die von Papst Benedikt XVI. ohne Widerruf wieder in den Schoß der Kirche integrierte ultrakonservative Piusbruderschaft widerspricht dem Vorwurf, sie sei antisemitisch und verweist z. B. auf Papstäußerungen, wonach Christen und Juden "Brüder" seien. Allerdings ist es erst einige Wochen her, dass der deutsche Distriktobere der Piusbruderschaft, Franz Schmidberger, in seinem unwidersprochen gebliebenen Rundbrief an alle 27 Pius-Bischöfe vor Weihnachten 2008 schrieb: "Die Juden unserer Tage […] sind des Gottesmordes mitschuldig, solange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren" (Spiegel online, 19.1.2009).
Wenn man sich in diesem Zusammenhang jedoch einmal bewusst macht, welche unermessliche und überwiegend noch ungesühnte Schuld sich die römisch-katholische Kirche in ihrer Geschichte auflud durch Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennungen, Judenverfolgungen, Aufstachelung zu Kriegen usw.
(vgl. www.kirchenopfer.de), ist es ein Hohn, dass ausgerechnet die römisch-katholische Taufe Andersgläubige angeblich von einer Schuld befreien soll, die sie noch nicht einmal selbst begangen haben. Und wer eine "Gottheit Christi" oder was auch immer bekennt, jedoch nicht tut, was dieser als Mensch lehrte, der verhöhnt Jesus, den Christus auch auf diese Weise - gleich, wer nun das Geistwesen Christus vor seiner Inkarnation in den Menschen Jesus von Nazareth gewesen ist.
Zudem zeigen die
Erfahrungen aus dem Dritten Reich, dass es den Juden z. B. damals wenig half, sich in Deutschland evangelisch oder katholisch taufen zu lassen. Sie wurden trotzdem ausgegrenzt und schließlich mit den anderen vergast, die nicht in die Kirche überwechselten.

Mehr dazu in
: Die evangelische Kirche und der Holocaust und Die katholische Kirche und der Holocaust
Zum Schicksal evangelisch getaufter Juden im Dritten Reich siehe z. B. vier Absätze aus Der Theologe Nr. 4:
1934     1939     Büro Grüber     1941
Vergleichbare Dokumente aus der römisch-katholischen Kirche liegen uns derzeit noch nicht vor. Es dürfte dort jedoch nicht grundsätzlich anders gewesen sein. Für Hinweise sind wir dankbar.


PS: Die katholische Piusbruderschaft in Deutschland macht auch Stimmung gegen die Türken in Deutschland. "
Die Türken, so Schmidbergers Schreiben (siehe oben), würden Deutschland mehr und mehr als Kolonie betrachten. ´Erster Punkt: Eroberung von ganzen Stadtvierteln! Zweiter Punkt: Eindringen in die Stadtverwaltungen! Dritter Punkt: Kinder! Einer von den Moslems sagte: Wir werden die Deutschen im Wochenbett überwinden!` Schmidberger stachelt zum Handeln an: ´Ja, sollen wir da weiter die Hände in den Schoß legen, oder sollen wir reagieren? Oder was sollen wir tun?`" (Spiegel online, 3.2.2009)

Und weiter: Über die von Benedikt XVI. wieder in die volle Kirchengemeinschaft aufgenommenen vier Piusbruder-Bischöfe schreibt Gernot Facius, katholischer Journalist bei der Zeitung Die Welt: "Alle vier Traditionalistenbischöfe sperren sich, wie ihr Vorbild Marcel Lefebvre, gegen die volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils - manche ihrer Äußerungen lassen den Schluss zu, sie lehnen es zur Gänze ab. Das betrifft die Beschlüsse über die Religionsfreiheit, über das neue Verhältnis zu den Juden und die positiven Aussagen zur Ökumene" (idea-spektrum Nr. 6/2009). Wer Ohren hat zu hören, der höre. Nach römisch-katholischer Lehre müssen Andersgläubige, welche die katholische Kirche kennen, aber nicht in sie eintreten oder in ihr ausharren, ohnehin später in eine ewige Hölle (siehe z. B. hier).

Die Linie von Papst Benedikt XVI: Öffnung zu den Ultrakonservativen, Verbote für katholische "Befreiungstheologie" - Während Papst Benedikt XVI. vier Piusbruder-Bischöfe, welche die Ergebnisse des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965) ablehnen, wieder in die römisch-katholische Kirche aufnimmt, haben nahezu zeitgleich zwei Theologen des anderen kirchlichen Flügels Lehrverbot und Publikationsverbot erhalten: der "Befreiungstheologe" Jon Sobrino aus El Salvador und der Jesuitenpater Roger Haight aus den USA. Der römisch-katholische Theologieprofessor Hans Küng sagt: "Wir brauchen eine Obama als Papst" (Kölner Stadtanzeiger, 31.1.2009). Wer weiß, wie lange angesichts dieser Kritik Joseph Ratzinger in Rom sein Weißbier noch schmeckt?
 



2.2. / 17.2.2009 - Bischofseinsetzung: Vatikan ignorierte einmal mehr alle Vorschläge der Betroffenen / Stellen sich katholische Amtsträger nicht über Gott? - Im Jahr 1953 schrieb der Dichter Bertolt Brecht nach dem gescheiterten Aufstand in der DDR am 17. Juni: "Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?" (Gedicht: Die Lösung) Diesen Rat könnte sich vielleicht bald auch einmal der Vatikan zu Herzen nehmen. Denn die Katholiken wünschen sich meist andere "Hirten" als die, welche man ihnen schließlich vorsetzt, so dass man mehr und mehr den Eindruck gewinnt: Das Kirchenvolk passt schon lange nicht mehr zu den Vorstellungen der oberen Hierarchie. Und so zeigte sich jetzt in Österreich einmal mehr, wie das letzte "totalitäre" System Europas mit seinen Gläubigen umgeht: Kein Vorschlag aus den Reihen der Diözese Linz in Österreich für die Besetzung des Amtes des Weihbischofs war dem Papst gut genug, und er setzte von oben ohne jede Rücksprache einfach einen ganz anderen ein: Gerhard Maria Wagner gilt als erzkonservativ und als harter Kritiker der Harry-Potter-Bücher und -Filme (siehe dazu unsere Meldung hier).
Doch die Katholiken sind selbst schuld an ihrer Entmündigung
. Solange sie sich von unchristlichen Verdammnisdrohungen einschüchtern lassen, ihren Führern absolutistische Macht zugestehen, und sie in einem fast beispiellosen Personenkult auch noch huldigen, kriegen sie die Leute vorgesetzt, die sie noch mehr einschüchtern. Dieses Mal zog sich allerdings zwei Wochen nach seiner Ernennung der "Günstling" des Papstes wieder zurück und verzichtete auf sein Amt. Nach dem häufig auf "sehr unbarmherzige und lieblose Weise" erfolgten Widerstand, so der vom Papst gewollte Gerhard Wagner (orf, 15.2.2009), habe er den Auftrag an den Papst "zurück gegeben". Wären die Untergebenen folglich barmherziger und liebevoller gewesen, hätten sie einmal mehr wieder nichts bewirkt. Nun darf der Papst erneut alleine entscheiden und sich einen anderen suchen.
Mit Jesus von Nazareth hat das alles sowieso nichts zu tun. Er setzte weder Priester noch Bischöfe ein noch wollte er, dass Anführer im Glauben andere bevormunden. Auch kostümierte er seine Jünger nicht mit Kleidern, die wie Frauenkleider aussehen und auch nicht mit speziellen Mützen, Hüten, Stäben, Schals, Ketten, Wappen und mit weiterem Brimborium und Klunker.
Jesus war ein Mann des Volkes, nicht der Kirche, und er lehrte die Menschen, dass sie zu Gott einfach "Vater" sagen können. Die katholischen Obrigkeiten jedoch werden mit "Exzellenzen", "Eminenzen" oder gar "Heiliger Vater" tituliert und als angebliche Mittler zu Gott hingestellt. Doch zu dem Gott, den uns Jesus lehrte, kann man schlicht und einfach "Vater" sagen - nicht etwa "Heiliger Vater", obwohl der Schöpfergott der einzige wirkliche heilige Vater wäre. So wie es u. a. in der Offenbarung des Johannes heißt: "Denn du allein bist heilig" (15, 4). Und um Ihm näher zu kommen, braucht man ein ehrlich suchendes Herz, aber keinen mit Titeln und Kritteln behangenen Mittler. Deshalb auch die Frage: Stellen sich die katholischen Würdenträger mit ihren Titeln nicht über Gott? Und: Wenn ich zum Schöpfergott "Vater" sagen kann, wozu brauche ich dann noch eine Eminenz? Oder einen Weihbischof? Oder einen Papst?


Siehe auch unsere Seite
: http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm
 



29.1. / 31.1.2009 -
Muslimischer Ministerpräsident verweist Christen- und Judentum auf das 5. Gebot "Du sollst nicht töten" - Israels Präsident Schimon Peres hatte beim Weltwirtschaftsforum in Davos/Schweiz seine Redezeit deutlich überschreiten dürfen und dabei den Gaza-Krieg Israels verteidigt. Als dann der Moderator von der Zeitung Washington Post dem türkischen Premier Erdogan deutlich weniger Zeit einräumte als Peres und den Muslim zu stoppen versuchte, platze diesem der Kragen. Er verließ schließlich den Saal, und mit ihm noch einige andere Besucher. Erdogan erinnerte die Vertreter des kirchlichen Christentums und des Judentums zuvor noch kurz an ihr eigenes 5. Gebot, das der Schöpfergott über Mose offenbarte und das ursprünglich schlicht und ausnahmslos lautete "Du sollst nicht töten" (spiegel.de, 29.1.2009). Im durch Mose gegebenen 5. Gebot gilt also ursprünglich "Du sollst nicht töten" ohne Wenn und Aber und ohne Ausnahme. Doch die Priester der beiden Weltreligionen, des kirchlichen Christentums und des Judentums, haben das Gottesgebot verfälscht und es sich so zurecht gezimmert, dass das Töten im Krieg erlaubt ist, was z. B. bis heute zu unzähligen Opfern in Kriegen führt, z. B. im Irak-Krieg der USA oder dem Afghanistan-Krieg der NATO oder dem Gaza-Krieg Israels. Während jedoch die gefälschten Ausnahmen für das Judentum bereits im Alten Testament stehen, haben die Kirchenchristen keine faule Ausrede. Jesus, der Christus, auf den sich das kirchliche Christentum zu Unrecht beruft, ließ nicht nur keine Ausnahmen vom Tötungsverbot zu, sondern verschärfte das Gebot sogar noch und sagte: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: ´Du sollst nicht töten`; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig" (Matthäus 5, 21-22).
Die Opfer der Kriege in Gaza, zuletzt im Irak oder in Afghanistan sind überwiegend Moslems - davon viele, die ebenfalls getötet haben, jedoch auch zahllose unbeteiligte Zivilisten. Und jetzt ist es ein islamischer Präsident, der einmal mehr den Finger in diese Wunde legt und schlicht aufzeigt, dass sich die kriegerischen Vertreter von Christen- und Judentum nicht an ihr eigenes Gebot halten. Damit soll das Töten im Islam jedoch nicht verharmlost werden. Denn dort gibt es ebenso Ausnahmen vom Tötungsverbot, doch dort gelten diese von vorneherein.
 



29.1. / 5.2.2009 - Bankräuber - früher illegal, heute legal? / Die Herrschaft des Gottes Mammon auch in Deutschland - Der SPD-Chef Franz Müntefering geißelte kürzlich "Manager als moderne Raubritter" (Spiegel online, 4.1.2009). Könnte man z. B. im Hinblick auf die Bank-Manager nicht auch oftmals eher von Bank-Räubern sprechen? Denn beginnt nicht schon dort der "Raub", wenn ein Manager, der Bank, der er vorsteht, Millionen für sein privates Wohlleben entnimmt - und zwar ohne ein ethisch verantwortbares Maß und vor allem, wie jetzt weltweit deutlich wird, ohne dass das Unternehmen dies erwirtschaftet hätte? Auch auf Unkenntnis können sie sich nicht berufen, denn sie sind die Manager mit den Einblicken in den betriebswirtschaftlichen Schrott und in die unseriösen und zerstörerischen Machenschaften. Und wird es nicht offensichtlich zum "Raub", wenn sie diese Entnahmen fortsetzen, obwohl ihre Banken vom Steuerzahler mit Milliarden subventioniert werden? 

Während jedoch ein gefasster Bankräuber früher immer vor Gericht gestellt wurde, üben diese Arten von Bankräubern heute, welche also vielfach ihre vom Steuerzahler mit Milliarden subventionierten Banken z. B. neben ihren Top-Gehältern auch durch Milliarden-Bonus-Entnahmen plündern, ihr Handwerk legal aus, was vor allem in den USA, aber auch in anderen Ländern geschieht.
Faktisch nehmen dabei die Politiker dem Steuerzahler das Geld weg, um über die staatlichen Bankenhilfen auch die Milliarden und Millionen für die Top-Bankmanager aufzubringen. Riesige Gehälter und Erfolgsprämien für Bankrottwirtschaft heute statt Banküberfällen früher - das ist der Unterschied. Die Gemeinsamkeit: Das Geld ist in beiden Fällen weg, und es hat jemand an sich genommen, der es nicht verdient hat. Die gesellschaftliche Ethik gerät durch die üblichen Praktiken solcher "Führungskräfte" völlig aus dem Ruder. Und die Politiker schauen vielfach nur mit großen Augen und offenen Mündern zu. Vielleicht müsste man für dieses Tun den Ausdruck "legale Verbrechen" erfinden, d. h., "Verbrechen", die der Gesetzgeber erlaubt. Doch sind es nicht nur die Bank-Manager, sondern es sind wohl die meisten Konzerne mehr oder weniger betroffen.

Ein weiteres Problem
: Wie will der Staat in den Schulen an die nächste Generation glaubwürdig vermitteln, dass Spitzengehälter und Milliarden-Erfolgs-Entnahmen bei gleichzeitiger staatlicher Subventionierung legal sind und dass diejenigen, die dies praktizieren, die erfolgreichsten Menschen der Gesellschaft sind? Und wie will das Bildungssystem angesichts dessen den Jugendlichen noch ethisch glaubwürdige Werte vermitteln? Schlimme Folgen werden wohl schon bald spürbar sein.

Zwar verzichten immerhin viele "Bankrott-Manager" auch auf ihre "Boni", doch ändert das nichts daran, dass die Schere zwischen Superreich und Bettelarm sowohl in den Industrieländern als auch weltweit überall immer weiter auseinander geht. Und auch ohne Bonus-Zahlungen beziehen viele Manager bankrotter Systeme und Betriebe noch Spitzengehälter bisher unbekannten Ausmaßes. Und viele Verantwortliche dieser Entwicklung nennen sich auch noch "Christen", doch Jesus, der Christus, hat das alles nicht gewollt.

Aktualisierung
- Jetzt will US-Präsident Barack Obama den US-Zocker-Banken für zwei Billionen Dollar ("Billionen" ist kein Schreibfehler) ihre wertlosen Schrott-Papiere abkaufen (spiegel.de, 29.1.2009).
Woher er das Geld letztlich nimmt, sagt er jedoch nicht. Vielleicht denkt er sich: Da mir meine Vorgänger durch Misswirtschaft und Kriege (PS: Bomben und Raketen explodieren auch bei Bankrott) sowieso schon 10 Billionen Dollar Staatschulden hinterlassen haben, kommt es auf diese zwei auch nicht mehr an.

Aktualisierung [5.2.]
- Während die Meldung "Krise trifft Industrie immer härter" verbreitet wurde (z. B. Bild, 5.2.2009), wurde gleichzeitig folgende Meldung verbreitet "Dax-Konzerne wollen Milliarden-Dividende ausschütten" (spiegel.de, 5.2.2009). Während immer mehr Menschen ihre Arbeit verlieren oder notgedrungen kurzarbeiten und ihre Firmen vielfach vor dem Kollaps stehen, zahlen die 30 größten an der Börse notierten Konzerne Gewinnausschüttungen an Aktionäre "gemessen am Börsenwert der Firmen" "so hoch wie nie" zuvor in der Geschichte. Das ist die Herrschaft des Gottes Mammon auch in Deutschland: Die Arbeiter und Angestellten werden zunehmend überflüssig und werden ganz allmählich in Richtung Verarmung abgeschoben. Die Geldgeber kassieren jedoch satte Gewinne, obwohl die Aufträge für die Industrie einbrechen. Das ist auch das Prinzip der Schere, nach dem derzeit im Westen die Wirtschaft überwiegend funktioniert: Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer und der Mittelstand bricht weg und die Politiker haben die Aufgabe, solange immer neue Flicken auf dem maroden Gebilde anzubringen, wie ihnen noch etwas einfällt.

Aktualisierung
[10.2.] - Riesenskandal in der Schweiz: UBS-Bankrott-Bank macht 19,7 Milliarden Schweizer Franken an Verlust und bekommt 66 Milliarden Schweizer Franken an Staatshilfe! Und zahlt 2,2 Milliarden Schweizer Franken zusätzliche Bonus-Zahlungen an die Manager
. Das ist der Gott Mammon. Er nimmt selbst dort, wo er verliert. Und er nimmt von den einfachen Leuten. Und auch in der Schweiz: Staatliche Unterstützung fließt in die privaten Taschen der Millionäre. Und das alles hat nichts, aber auch gar nichts mehr mit irgendeiner Ethik zu tun (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,606674,00.html).

Lesen Sie dazu auch
:
http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/milliardenpraemien-banker-in-den-usa-kennen-keine-skrupel_aid_365995.html
sowie unsere Meldung
Die Herrschaft des Gottes Mammon und Die Schere öffnet sich weiter

 



27.1. / 26.2.2009 - Vier exkommunizierte Pius-Brüder-Bischöfe wieder in katholische Kirche aufgenommen - Hintergründe der kirchlichen Verantwortung des Mordes an den Juden - Papst Benedikt XVI. nimmt vier exkommunizierte Bischöfe der extremistischen Piusbruderschaft wieder in die römisch-katholische Kirche auf. Darunter Bischof Richard Williamson aus Großbritannien, der den Holocaust leugnete, dies jedoch nach weltweiten Protesten und einer ultimativen Aufforderung des Papstes später relativierte (siehe hier). Dieses Vorgehen führt auch zu der Frage: Welche Verantwortung trägt die Kirche selbst am Holocaust? Wir weisen dazu auf unsere ausführliche Studie hin:
Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der Holocaust
Diese Studie enthält auch Querverweise zur katholischen Kirche. Diese sind zusammengefasst in:
Der Theologe Nr. 85 - Die katholische Kirche und der Holocaust
 



27.1.2009 - Katholische Kirche in Mexiko: Vollständiger Ablass für die Drogenmafia? / Welche Schuld hat die Kirche an der Ausbreitung von Verbrechen? - Allein 5.600 Menschen wurden in Mexiko im Jahr 2008 von der Drogenmafia ermordet, weil sie dieser irgendwie in die Quere gekommen sind. 300 davon ließ der Katholik Santiago Meza Lopez als Angestellter der Mafia verschwinden, indem er sie in Natronlauge auflöste. Nachdem er nach seiner Festnahme die Angehörigen der Opfer um Verzeihung bat, stellte ihm der römisch-katholische Erzbischof Rafael Romo Munoz den vollständigen "Ablass" des "Allmächtigen" in Aussicht, wenn er "von Herzen" bereue. "Gott verzeiht immer, die Art der Sünde ist nicht wichtig", sagte der Geistliche (Spiegel online, 27.1.2009). Dies gilt dann aus Sicht der Erzbischofs und der Kirche natürlich auch für die übrigen Mitglieder und Angestellten der Drogenmafia. Und es zählt zu den brutalen Irreführungen der Menschheit durch die römisch-katholische Kirche.
Denn zum einen kann ein Priester, der sich anmaßt, die "Vergebung Gottes" zuzusprechen (was überhaupt nicht möglich ist) dem Bittenden nicht ins Herz schauen. Schon von daher ist die kirchliche Absolution vielfach nur ein scheinheiliges Ritual. Hinzu kommt: Gott könnte zwar bei echter Herzensreue sofort vergeben, doch es kommt auf den Nächsten an, dem man Schaden zugefügt hat. Denn Gott ist auch gegenwärtig in unserem Nächsten und auch im Opfer des Täters, und die Kraft Gottes kann diesen immer wieder berühren, damit er dem Täter verzeiht. Tut er dies jedoch nicht, erfüllt sich das Gesetz von Saat und Ernte, wonach jemand dasjenige früher oder später erleiden muss, was er anderen angetan hat
(mehr zum Sachverhalt aus geistiger Sicht siehe hier). Es nützt der Drogenmafia (vermutlich überwiegend überzeugte Katholiken) und anderen katholischen Verbrechern also überhaupt nichts, vor einem Priester oder Bischof Reue "von Herzen" vorzugeben. Schon in der Bibel heißt es: "Irret Euch nicht. Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galater 6, 7).
Hätte die römisch-katholische Kirche jedoch die christliche Botschaft nicht verfälscht und würde sie den Menschen die Wahrheit über das Gesetz von Saat und Ernte sagen, würden die Verbrechen und Kriege weltweit schlagartig zurückgehen. Welchen Anteil der Schuld trägt also die Kirche?

 



24.1.2009 -
Papst segnet Lämmchen für Pallien der Erzbischöfe - am Karfreitag werden sie dann mit einem Beil geschlachtet - Lesen Sie dazu die Hintergrundinformationen auf unserer neuen Seite
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm

Lesen Sie dort z. B, auch: Papst tauft Säuglinge - Treten Sie als Erwachsene aus, müssen sie nach römisch-katholischer Lehre in die ewige Hölle.
- Papst über die Bedrohung der Ehe - Doch auch das Zölibat ist eine Form von Ehebruch / Die Erfahrungen der Priester
- Papst predigt über Euthanasie - Vatikan wirft Angehörigen einer italienischen Komapatientin, die keine künstlichen lebensverlängernden Maßnahmen mehr wollen, "scheußliches Verbrechen" vor
...und vieles mehr.
 



23.1.2009 - Präsident des Umweltbundesamtes erklärt: Nur noch sonntags Fleisch essen - Andreas Troge (58), Präsident des Umweltbundesamtes in Berlin, plädierte anlässlich der Grünen Woche, der weltgrößten Agrarmesse in Berlin, für ein Überdenken des "hohen Fleischkonsums" und eine "Rückkehr zum Sonntagsbraten". "
Das tue nicht nur der Gesundheit gut, sondern nütze auch dem Klima", so Troge gegenüber der Berliner Zeitung
(http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0122/politik/0053/index.html).
Die Fakten liegen schon lange auf den Tisch und sind allgemein zugänglich:
In der durch künstliche Befruchtung hochgezogenen Massentierhaltung für das Fleisch der Reichen wird das Getreide verfüttert, das die Hungernden bräuchten, um zu überleben. Zudem werden Regenwälder und andere Flächen z. B. für Viehhaltung oder Viehfutter gerodet, auf denen man Getreide und Gemüse für die Armen anbauen könnte.
Durch den vermehrten Methanausstoß aufgrund der ausschließlich für den Fleischkonsum gezüchteten Tiere wird das Klima massiv geschädigt, von anderen Schäden durch die industrialisierte Massentierhaltung gar nicht zu reden (siehe z. B. oben den Artikel aus der Berliner Zeitung). Der Fleischkonsum schädigt das Klima insgesamt mehr als der Straßenverkehr.
Tiere sind empfindsame und schmerzempfindliche Wesen und spüren, was mit ihnen geschieht. In ihnen steckt ebenso der Wunsch nach Freiheit wie im Menschen.
Fleischkonsum ist massiv gesundheitsschädlich.
Und, und, und ...
Doch einmal mehr die Partei, die den Namen "christlich" missbraucht, wehrt sich gegen den Vorschlag des Präsidenten: "
Herr Troge soll uns mit seinen Verboten verschonen und uns nicht die Lust am Essen nehmen", so der Katholik und CDU-Lobbyist für Fleischkonsum im Bundestag, Peter Bleser (Bild, 23.1.2009). Jesus, der Christus, war demgegenüber kein Lusttieresser, sondern ein Freund der Tiere - siehe hier sowie Der Theologe Nr. 7; dazu eine Antwort auf die Frage: Hat Jesus nicht auf Fleisch gegessen? ab hier.

Für uns geht der Vorschlag von Präsident Andreas Troge zwar in die richtige Richtung, aber noch nicht weit genug. Wir schlagen vor: "Hört endlich auf mit dem Fleischverzehr: Um der Menschen willen, um der Tiere willen, der eigenen Gesundheit zuliebe und um des ganzen Planeten Erde willen!" Und: Metzger, Schlachter und Schlachttierzüchter, bitte umschulen! - Eine kleine Milliarde weniger für die Großbanken und ihre Boni-Empfänger, dafür diese Milliarde für Eure Umschulung!

 



21.1. / 5.2.2009 - Er hat sie gebeten, sich nicht umzudrehen, und sie glaubte an eine Überraschung: Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor a.D. ersticht seine Frau / Kurz darauf "besuchte er seine Lieblingskirchen" und musizierte bei evangelischer Trauung / Täter "schiebt die Schuld indirekt auf Gott" / Lebenslängliche Haftstrafe - Professor Hans-Martin Rauch (63) aus Gmund am Tegernsee hat seine Frau erstochen und wurde dafür zu einer lebenslänglichen Haftstraße verurteilt.

"Durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten"

Zu den Hintergründen: Professor Rauch bekleidete das "höchste Musikfunktionärs- und das profilierteste künstlerische Amt, das die bayerischen Protestanten zu vergeben haben" (Sonntagsblatt Nr. 51 vom 19.12.2004). Neben seinem Amt als Landeskirchenmusikdirektor (LKMD) war er auch Professor für Kirchenmusik an der Universität Bayreuth. Sein Lied "Die Sonne geht auf. Christ ist erstanden" steht im Evangelischen Kirchengesangbuch. Er hatte u.a. die "die hoch gerühmte Kantorenstellung an St. Sebald" in Nürnberg inne (Nürnberger Nachrichten, 21.1.2009), und er führte vor allem in Coburg-St.Moriz und später in Nürnberg und München große Oratorien auf (siehe z. B. http://www.bachchor-coburg.de/chor/geschichte.htm), und es gibt auch Musik von ihm zu kaufen. "Ohne Leidenschaft geht´s nicht", so der oberste evangelische Kirchenmusiker Bayerns bei seiner Verabschiedung im Jahr 2004. Und das Sonntagsblatt schreibt weiter, Rauch sei "durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten". Am 19.5.2008 hatte er dann seine Ehefrau Barbara Rauch (59), eine Pfarrerstochter, in der gemeinsamen Wohnung in Gmund-St.Quirin am Tegernsee mit einem Küchenmesser erstochen. "Die evangelische Pfarrerin von Bad Wiessee, Irene Geiger-Schaller, erklärte, die Gemeinde sei ´völlig fassungslos`. Rauch habe sich als Mitglied des Kirchenvorstands und nebenamtlicher Organist sehr im Gemeindeleben engagiert" (Neue Presse, 27.5.2008). Und nach Bekanntwerden der Tat hat auch die ehemalige Kirchengemeinde des Ehepaares in Coburg einen Konzertgottesdienst "für Familie Rauch" gehalten.

"Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen"

Am 20.1.2009 begann der Prozess. "Das Paar führte ein wohlhabendes Leben" (Abendzeitung, 21.1.2009). Doch Professor Rauch war hoch verschuldet, hatte nach seinen Angaben Angst, seiner Frau die Wahrheit über die Finanzen zu sagen. "Ich hatte das Gefühl, dass uns die finanzielle Last erschlägt. Das hätte sie nicht verkraftet", so gibt der Kirchenmusikdirektor an (Altmühlbote, 21.1.2009). "´Da habe ich den Plan gefasst, uns zu töten`, sagt Rauch. Seine Frau habe er nicht zurücklassen wollen ´mit dem ganzen Mist`" (Fränkischer Tag, 21.1.2009). Doch ob sich seine Frau für so viel "Rücksicht" einst im Jenseits bei ihrem Mann bedanken wird? Auf Bitten seiner Tochter habe er dann nach dem Mord den Selbstmord nicht ausgeführt. So "könne es ihm niemand vorwerfen, dass er den Wunsch der Tochter erfüllt und auf den Selbstmord verzichtet habe" (Altmühlbote, 22.1.2009). Doch die Aussagen des Ex-Kantors über seine Selbstmordpläne sind "nach den Worten des Sachverständigen" "zweifelhaft" (Süddeutsche Zeitung, 22.1.2009). Auch das Gericht sieht es anders als der Angeklagte: "´Die Tat ist die Kumulierung Ihres vorherigen Verhaltens. Ihres Charakters`, sagt der Vorsitzende Richter Weitmann zum Angeklagten. Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen ... ´Das Leben der Frau ist vernichtet worden, damit sie bis zum Tod den Eindruck hatte, mit einem Strahlemann verheiratet zu sein`" (Nürnberger Nachrichten, 23.1.2009).

Ein Versuch, "Gott" mit in Verbrechen hinein zu ziehen

Anders der Kirchenmusiker: Er "schiebt die Schuld indirekt auf den lieben Gott", so die tz vom 21.1.2009. Die tz begründet ihren Satz mit Rauchs Worten: "Ich habe Gott gebeten, mir einen Weg zu zeigen. Es kam nichts." Und in der ZEIT werden seine Worte wie folgt dargelegt: "Gott ... habe sich in Schweigen gehüllt. Sein Leben lang habe er selbst für Gott musiziert und den Menschen musikalische Brücken gebaut, auf denen sie zum Christentum gefunden hätten, schreibt R. sinngemäß in einem Brief, und in der dunkelsten Stunde habe Gott ihn, Hans-Martin R., im Stich gelassen. ´Gott kann grausam sein und ungnädig`" (29.1.2009). Auf diese Weise versucht er, "Gott" mit in sein Verbrechen hinein zu ziehen. Hierzu merkt DIE ZEIT jedoch an, "dass auf R. eine Pension im höheren Verwaltungstarif wartete, dass seine Frau Barbara ebenfalls verdiente, dass er eine 74.000 Euro-Abfindung von der Landeskirche kassiert hatte und wohlhabende Freunde und Verwandte besaß".
Und zum angeblichen Schweigen Gottes kann gesagt werden: Der Gott, den Jesus lehrte, tat Seinen Willen z. B. durch die Zehn Gebote kund.
Nach evangelisch-lutherischer Lehre sind jedoch die Zehn Gebote ("Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht ehebrechen", "Du sollst nicht lügen" u. a.) anders als bei Jesus von Nazareth (z. B. Matthäus 19, 17) kein Weg zu Gott bzw. zum Seelenheil (näheres dazu siehe hier). Es komme dafür stattdessen auf den Glauben an.

"Die Ehefrauen dieser Leute leben noch"

Und es gibt weitere Hintergründe: Der Landeskirchenmusikdirektor a.D. hatte "während seiner 35-jährigen Ehe fast ständig verschiedene Geliebte gehabt" (Altmühlbote, 22.1.2009). Hinzu kamen zwei außereheliche Kinder. "´Es entsteht der Eindruck, dass Sie während der Ehe permanent zwei- oder dreigleisig gefahren sind`, bemerkte der Vorsitzende Richter Walter Weitmann" (Münchner Merkur, 21.1.2009). "2001 wurde er Vater eines Sohnes, dessen Mutter er die Partnerschaft versprochen hatte. Der Angeklagte: ´Ich wollte mit meiner Frau eine Lösung zu dritt finden. Sie hat abgelehnt`" (tz, 21.1.2009). Darauf hin ließ er die Geliebte sitzen und kümmerte sich nach Aussage des Richters auch nicht mehr um den gemeinsamen Jungen (tz, 22.1.2009). "Dreimal hatte er [zuvor auch] eine junge Studentin geschwängert. Zweimal trieb sie auf sein Drängen ab, beim dritten Mal, im Jahr 1992, brachte sie das Baby zur Welt, ein Mädchen. Er zahlte keinen Unterhalt für das Kind" (tz). "Da haben Sie das Mädchen alleine sitzen lassen mit ihrem Elend", so der Richter (tz). Davon wusste seine Frau nichts. Und er selbst interessierte sich nicht einmal für den Geburtstag seiner beiden unehelichen Kinder und kannte ihn gar nicht. Auf die Frage des Richters, "ob er sein Geld ´mit den vielen Frauen verprasst` habe, brach Rauch in Tränen aus" (Abendzeitung, 21.1.2009). Wohin das Geld geflossen sei, war in der Gerichtsverhandlung - abgesehen von einem sehr verlustreichen Immobiliengeschäft - letztlich nicht nachvollziehbar. Der Landeskirchenmusikdirektor warb bei der Verhandlung auch um Sympathie und sprach, an die Besucher gewandt: "Gibt es irgendjemanden in diesem Raum, der 35 Jahre lang verheiratet war und keine Krise hatte?" (DIE ZEIT, 29.1.2009) Doch der Richter fiel nicht auf den rhetorisch versierten Kirchenmann herein: "Herr Rauch, die Ehefrauen dieser Leute leben alle noch", so seine nüchterne Antwort.

Messerstich in den Rücken, in das Herz und in den Bauch

Die Nürnberger Nachrichten schreiben über den Tathergang: "Den Ermittlungen zufolge wandte ihm die Frau am Tatabend den Rücken zu, als er die Küche betrat. Er soll sie gebeten haben, sich nicht umzudrehen - und sie soll in dem Glauben gehorcht haben, er wolle sie mit den Unterlagen für die geplante Andalusien-Reise überraschen" (18.1.2009). In Wirklichkeit hielt er ein 15 cm langes Küchenmesser in seiner Hand und stach zu - nach Angaben seines Verteidigers, "um ihr den Schrecken des Todes" zu "ersparen" (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009). Und in der Abendzeitung heißt es weiter: "Barbara drehte sich um, fragte: ´Was ist denn los?` Rauch: ´Sie hat das gesagt, als ob sie Mitleid mit mir hätte oder mit mir reden wollte`" (21.1.2009). Da hielt ihr der Kirchenmusikdirektor a.D. den Mund zu und stach noch zweimal zu, einmal ins Herz, dann in den Bauch.

Danach nahm er Schmuck, offenbar von seiner Frau, an sich und fuhr bis nach Ostdeutschland, "besuchte seine Lieblingskirchen", zündete Kerzen für seine Frau an (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009). Die Neue Presse Coburg schreibt, dass er am folgenden Tag zunächst "ein paar Schmuckstücke in München" verkauft hatte, "um seine ´Gedächtnisfahrt` zu finanzieren. Zuvor hatte er an der Frühmesse teilgenommen" (21.1.2009). Und nach seiner Rückkehr musizierte bei einer evangelischen Hochzeit (Münchner Merkur, 21.1.2009). Die Leiche seiner Frau ließ er die ganze Zeit über in der Wohnung liegen. Es dauerte sechs Tage, bis die Vermieterin sie fand. Danach floh der Musiker, stellte sich jedoch schließlich der Polizei und gestand. Das Landgericht München II verurteilte ihn am 22.1.2009 zu lebenslänglicher Haft.

Trägt Martin Luthers Lehre zur Enthemmung beim Sündigen bei?

Versucht man das Geschehen mithilfe der Lehre Martin Luthers zu begreifen, dann kann man zunächst sagen: Laut der Lehre Martin Luthers besitzt der Mensch keinen freien Willen, sondern wird entweder von Gott oder vom Teufel "geritten" (siehe hier). Zudem lehren die beiden Großkirchen, dass Jesus bei seiner Kreuzigung angeblich alle Sünden der Menschen weg genommen habe.
Und so textete auch Hans-Martin Rauch in seinem Lied: "Mit unseren Sünden ist Christus gestorben und hat für uns dadurch Freiheit erworben". Diese Lehre hat sowohl bei Martin Luther
(siehe Der Theologe Nr. 3) als auch bei vielen seiner Nachfolger (vgl. auch Der Theologe Nr. 21 über Pastor Klaus Geyer) offenbar mit zu einer Enthemmung beim Sündigen beigetragen, da nach diesem Glauben ja alle Sünden von Christus hinterher weggenommen würde (zum Sachverhalt siehe jedoch Der Theologe Nr. 35 über die evangelische Rechtfertigungslehre). Und auch der protestantische Musikdirektor hatte ja zunächst zu seinem Gott gebetet, bevor er darauf hin den Mord plante (siehe hier).
Und Martin Luther lehrte im Zusammenhang seines Glaubens sogar weiter: "Pecca fortiter, sed fortius fide" (= Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer). So kann man fragen: Wie ist das nun, wenn sich ein Nachfolger Luthers diese bekannte Aussage zum Leitsatz macht, wie das vielfach geschieht? Sticht er dann im Konfliktfall nicht vielleicht schneller zu oder drückt schneller ab oder schlägt schneller zu als jemand, den sein Gewissen vielleicht im letzten Moment noch davon abhält?

"Unheilige Allianz" von "Beamtentum und Metaphysik"

Die erneute furchtbare Familientragödie in der evangelisch-lutherischen Kirche sollte deshalb dazu führen, die Lehre Martin Luthers einmal darauf hin zu prüfen, inwieweit sie bei solchen Verbrechen mit eine Rolle spielten könnte, z. B. die angebliche Wegnahme aller Sünden nur durch Glauben (siehe oben), der Lehrsatz Luthers vom "tapfer Sündigen" (siehe oben) und die Leugnung eines freien Willens des Menschen. Wie bereits erwähnt, werde nämlich der Mensch nach der Lehre Martin Luthers entweder von Gott oder vom Teufel "geritten". Der Mensch könne sich jedoch nicht für den einen oder anderen entscheiden, sondern Gott und der Teufel machen das unter sich aus, wer jeweils gewinnt. Das glaubt man kaum, doch so ist die Lehre Luthers tatsächlich, dokumentiert in der "reformatorischen Grundschrift" Vom unfreien Willen, nach namhaften Lutheranern auch das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zum Katholizismus (siehe z. B. hier). Was könnte also der lutherische Musikdirektor dann dafür, falls sich der Teufel hier nach lutherischer Lehre gegen Gott durchgesetzt hat? (zum Sachverhalt allgemein aus evangelisch-lutherischer Sicht siehe hier) Und DIE ZEIT schreibt: "Was ist das für eine Kirche, in der Beamtentum und Metaphysik eine so unheilige Allianz eingehen, dass ein leitender Kirchenmusiker kein Verantwortung mehr auf sich nimmt?" (29.1.2009)

So sollte auch einmal geprüft werden, wie weit diese Lehre überhaupt mit den ethischen Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft im Einklang steht und ob sich Martin Luther als Vorbild z. B. für Schüler im Religionsunterricht überhaupt eignet (vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 3). Wäre der Täter Mitglied einer kleineren Glaubensgemeinschaft, würde man eine solche Prüfung sicher vornehmen. Doch wann wird einmal Martin Luther hinterfragt und der lutherische Glauben? Zu den Hintergründen siehe auch Der Theologe Nr. 1.

PS: Wir urteilen nicht über Landeskirchenmusikdirektor a.D. (LKMD a.D.) Hans-Martin Rauch. Sondern er steht für uns hier als Vertreter einer Institution, die eine hochproblematische Ethik vertritt und die Denkweisen in den eigenen Reihen oftmals auf andersgläubige Minderheiten projiziert und diese dann bekämpft statt sich einmal selbst zu hinterfragen (siehe dazu Der Theologe Nr. 12).
Einige weitere grundsätzliche Hinweise dazu, warum wir deshalb solche Meldungen aus den Reihen der Kirche veröffentlichen, lesen Sie
hier
.
 



20.1. / 4.2. / 19.6.2009 - "Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt" (Leo Tolstoi) - Metzger und Jäger zielt mit Waffe auf Sohn / Britische Soldaten beißen lebenden Hühnern Kopf ab / Anderer Metzger verspeist Fleischstücke eines von ihm ermordeten Mädchens / Und ein Koch zerstückelt den Körper seines Ex-Kollegen / Soldaten trinken Schlangenblut - Der Satz des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi "Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt" hätte sich vielleicht einmal mehr beinahe bei einem Familiendrama in München bewahrheitet. Der Metzger und leidenschaftliche Jäger Jakob K. muss sich vor Gericht wegen versuchten Mordes verantworten. Der sowohl berufs- als auch hobbymäßige Tiertöter erklärte demgegenüber, er wollte seinen Sohn nur erschrecken (tz-online.de, 19.1.2009; bild.de, 20.1.2009).
Vgl. dazu auch die Filmaufnahmen
Britische Soldaten beißen lebenden Hühnern den Kopf ab unter
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2009/01/21/soldaten-beissen-lebendigen-huehnern-kopf-ab/brutales-training-in-britischer-armee.html
sowie den Artikel über das Trinken von Schlangenblut durch thailändische und US-Soldaten:
http://www.bild.de/BILD/news/2009/02/14/usa-soldaten-im-ueberlebenscamp/trinken-kobra-blut.html


Ein weiteres Verbrechen
: In St. Petersburg in Russland hat sich der Satz von Tolstoi dann kurz bewahrheitet. Ein Metzger ermordete mit seinem Freund ein ihm bekanntes Mädchen, verspeiste danach "den linken Wadenmuskel und Teile der linken Hüfte". Das Fleisch wurde zusammen mit Kartoffeln im Ofen gebacken. Der Grund: Die beiden waren hungrig (Bild, 4.2.2009). Gegen den Metzger wurde früher auch wegen Tierquälerei ermittelt.
Und ein furchtbares Verbrechen in Deutschland: Leichenteile eines Kochs wurden in der Isar gefunden, zuerst die Arme ohne Fingerkuppen. Der Kopf soll im Inn liegen, irgendwo in Tschechien Rumpf und Beine. Der Mann wurde zerstückelt. Wie sich herausstellte ebenfalls von einem Koch, dem ehemaligen Chef eines Wirtshauses "Jägerwirt", der sonst das Fleisch von Tieren zerstückelte
(bild.de, 5.2.2009).

Untersuchungen darüber, wie das Schlachten und Zerlegen von Tieren die Hemmschwelle senkt, Menschen zu schlachten und zu zerlegen, sind längst überfällig.
Hintergrund: Das Gebot "Du sollst nicht töten" gilt auch gegenüber Tieren.

 



16.1.2009 - Evangelischer Pastor: Sexuelle Nötigung einer Jugendlichen - Idea schreibt: "Wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung einer Minderjährigen ermittelt die Staatsanwaltschaft Aurich (Ostfriesland) seit Mitte Dezember gegen einen evangelisch-lutherischen Pfarrer aus Gnarrenburg bei Rotenburg (Wümme)" (16.1.2009). Der 52-jährige Geistliche ist verheiratet, sechsfacher Familienvater (kkbz.de) und wurde zunächst vom Dienst suspendiert.

PS: Warum wir solche Meldungen veröffentlichen, lesen Sie hier.
 



15.1. / 16.1.2009 - Atommüll-Fässern in Asse droht Zerstörung / Was macht diese Generation mit der Erde? - Der radioaktive Müll aus Atomkraftwerken braucht teilweise 200.000 Jahre, bis seine tödliche verseuchende Strahlung abgebaut ist, teilweise auch nur 24.000 Jahre usw. Und die Politiker und Wirtschaftsführer dieser Generation maßen sich trotzdem an, solchen Müll tonnenweise zu produzieren, und die Kirchenführer geben vielfach ihren Segen dazu. Es wird schon nichts passieren, so das Geheuchel. Doch jetzt steht gerade eine Kammer mit 6.000 Fässern radioaktivem Müll im Lager Asse in Wolfenbüttel vor dem Einsturz. "Es besteht die Gefahr, dass die Fässer zerstört werden
", so Joachim Bluth vom niedersächsischen Umweltministerium (Bild, 15.1.2009). Kein Erdbeben, keine andere Naturkatastrophe, kein Land mit bestochener Regierung (davon geht man zumindest aus) und ohne Sicherheitsmaßnahmen, kein Angriff im Krieg, einfach so - und das inmitten des Landes mit den weltweit höchsten Sicherheitsstandards. Die Gefahr der einstürzenden Kammer im Atommülllager Asse mag vielleicht mit 2,2 Milliarden Euro Sanierungskosten (wer zahlt?) gebannt werden (Wikipedia, Stand: 16.1.2009). Doch ist das Lager ja nur ein kleiner Baustein im Riesenkomplex der Atomindustrie. Und wie sieht es woanders aus oder wie wird es aussehen z. B. in 100 Jahren, wenn z. B. 0,5 Promille der tödlichen Strahlung abgebaut ist. So ist das Atommülllager in Asse ein Symbol oder gar ein Vorbote für das Ganze.

Und wie werden wohl nachfolgende Generationen einmal die vielfach selbstzerstörerische und gleichzeitig selbstgerechte Politik dieser Generation und ihre Religion beurteilen? Vermutlich würden irgendwann alle Geschichtsbücher umgeschrieben, falls es dann überhaupt noch geht. Denn wohin führen die derzeitigen Politiker die Menschheit?

Im Schöpfungsbericht in der Bibel vor langer Zeit hieß es einmal, dass die Menschen auch die Aufgabe haben, die Erde zu "bewahren" (1. Mose 2, 15). Damals ahnte keiner, wozu die heutige Generation einmal fähig sein könnte und was sie aus Gründen des maximalen Profits und für höchste Gehälter, Boni, Sonderzahlungen und Dividenden auch tut. Doch auch in unserer Generation gab und gibt es Propheten und weise Menschen, die schon vor Jahrzehnten Lösungswege aufgezeigt haben, doch ausgerechnet die Kirche warnte einst - als noch Zeit zur Umkehr war - vor den warnenden Stimmen (vgl. hier).

Aktualisierung [10.2.2009]
- "Atom-Sauhaufen" Asse bei netzeitung.de
 



14.1.2009 - Pfadfinderarbeit: Evangelisch-lutherischer Diakon verging sich an Kindern - Nach Bekannt werden wurde der evangelisch-lutherische Diakon der Kirchengemeinde Apensen bei Stade vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Buxtehude entlassen (Bild, 14.1.2009, idea, 16.1.2009). Dem Diakon waren 80 Kinder anvertraut. "In Apensen galt der 40-Jährige vielen als unauffällig und liebenswürdig. Als ein gläubiger Mann, der nicht trinkt, fleißig und tiefgläubig ist" (Hamburger Abendblatt, 15.1.2009). Die Eltern der Kinder wurden zu einem Elternabend eingeladen.

PS: Warum wir solche Meldungen veröffentlichen, lesen Sie hier.
 



12.1. / 16.1.2009 -
Zum Abschied wenigstens einen Militärschlag verhindert - George W. Bush untersagte Israel Überflugsrechte für Angriff auf den Iran und stellte keine Spezialbomben bereit / Dennoch: Anmaßung von Göttlichkeit - Zum Sachverhalt siehe
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2009%2F01%2F12%2Fa0070&cHash=ab1cb7f3e4. Demnach habe Bush Israel weder die nötigen Spezialbomben zur Verfügung gestellt noch den israelischen Kampfbombern Überflugrechte über den Irak gewährt. Darauf hin ließ die israelische Regierung zumindest vorerst von den Angriffsplänen auf die iranischen Nuklearanlagen ab. Wird Barack Obama nun im Gegensatz dazu die Angriffspläne unterstützen?
(vgl. dazu hier)

Wer jedoch bei George W. Bush eine grundsätzlich andere Einstellung als in den vergangenen acht Jahren vermutet hatte, wurde eines anderen belehrt. Bei seiner Abschiedsrede sagte er:
"Ich habe oft über Gut und Böse gesprochen, was vielen unangenehm war. Aber Gut und Böse gibt es in der Welt, und dazwischen gibt es keinen Kompromiss" (Spiegel online, 16.1.2009). Dieser Satz ist zwar aus der Sicht des Schöpfergottes richtig. Doch hat ihn der US-Präsident sinngemäß umgepolt in: "Wir sind die Guten, unsere Gegner die Bösen", womit er sich faktisch göttliche Fähigkeiten zusprach. Vgl. dazu auch unsere Meldung Die Philosophie im Westens über die Guten und die Bösen. Und so z. B. auch Bushs Schüler Michail Saakaschwili aus Georgien (siehe hier).
Normalerweise traut man etwa 7-jährigen Kindern zu, einigermaßen nachvollziehbar wägen zu können zwischen gut und böse, wobei jedem klar sein dürfte, dass das menschliche Abwägen immer fehlerhaft sein kann, je nach Prägung des Gewissens. Bei dem protestantischen US-Präsidenten scheint diese Einsicht bisher leider jedoch nicht in Erscheinung getreten.

 



10.1. / 12.10.2009 - Jäger verwechselt Jäger mit Wildschwein - erschossen / Mensch zerstört weltweit ökologisches Gleichgewicht - Ist uns bewusst, wie gerade die genauso wie die Menschen schmerzempfindlichen Tiere in Wald und Flur derzeit unter der klirrenden Kälte leiden? Das Winterfell schützt meist nicht mehr ausreichend, da sich die Tiere durch die immer schlechteren Umweltbedingungen (z. B. Gift, minderwertige Nahrung) nicht mehr optimal auf den Winter vorbereiten können. Und dann kommen die Jäger und tragen auch bei - 15° noch den Krieg in den Wald, wo die Tiere äußerste Ruhe brauchen, um ihre Kräfte nicht zu erschöpfen.
Ein Jäger in Baden-Württemberg sah bei einer solchen barbarischen Jagd 80 m vor sich im Gebüsch vermeintlich ein Wildschwein. Doch Jäger sehen oft altersbedingt nicht mehr so gut, sind manchmal auch nicht nüchtern. In diesem Fall ist der Schütze allerdings erst 44, und ob Alkohol im Spiel war, ist nicht bekannt. Der Schuss traf einen anderen Jäger in den Rücken. Er war im Unterschied zu den meisten Wildschweinen - die sich schwer verletzt oft noch tagelang durch den Wald schleppen, ehe sie furchtbar verenden - sofort tot. Ein tragisches Ende: Während er Tiere töten wollte, wurde er selbst für ein Tier gehalten und wurde getötet
(Bild, 10.1.2009).

Der Jäger könnte noch leben, wenn die Jagd endlich verboten würde (siehe dazu http://www.abschaffung-der-jagd.de). Die Bestie Mensch nimmt den Tieren Zug um Zug den Lebensraum und schreit dann auf, wenn die noch übrigen Tiere etwas zu essen suchen. Für den Ego-Protz Mensch gilt ein essendes Tier vielfach als "Schädling", denn er will die Erde nur für sich ausplündern. Und ein Tier, das nicht mehr als seinen täglichen Bedarf an Nahrung decken möchte, schmälert nur seinen Profit. Und ausgerechnet der Mensch, der es schaffte, nicht nur seinesgleichen immer wieder zu zerbomben und zu erschießen (siehe z. B. unsere Meldungen zum Gaza-Krieg), sondern die ganze Erde aus dem ökologischen Gleichgewicht zu werfen, maßt sich an, in Wald und Flur für ein "Gleichgewicht" sorgen zu wollen. Und er glaubt, dazu Tiere massenhaft erschießen zu müssen. Die Tiere sollen also schuld sein, wenn das "Gleichgewicht" in der Natur "gestört" sei. Dabei zerstört der Jäger z. B. durch den Abschuss von Leitbachen die Struktur ganzer Wildschwein-Rotten, die sich darauf hin unkontrolliert vermehren. Würden die Tiere nicht blutig gejagt, würde der Schöpfergeist in den Tieren die Vermehrung steuern, und ein ökologisches Gleichgewicht würde sich ohne die Gewehre der Menschen mit der Zeit von selbst einstellen, wie alle Erfahrungen auf diesem Gebiet zeigen.

PS: In Brandenburg haben Jäger z. B. Todesboxen für kleine Wildschweine entwickelt (Bild, 5.9.2008). Man stellt die Boxen im Wald auf und legt Futter hinein, z. B. Mais. Freut sich ein Frischling über das gefundene Futter und läuft in die Box, fällt sie zu. Dann wartet der Frischling so lange, bis der Jäger vorbei kommt. Dann wird der gefangene Frischling vom Jäger aus der Todesbox heraus genommen und in die Hinrichtungsbox gesteckt und dort mit einem Kleinkalibergewehr erschossen. Würde man ihn gleich in der Falle erschießen, könnten wohl die Blutspritzer andere Tiere abschrecken.

Gemäß einem Evangelium, das nicht in die Bibel aufgenommen wurde, sagt Jesus von Nazareth:
"Siehe die Felder, wie sie wachsen und fruchtbar sind, und die fruchttragenden Bäume und die Kräuter! Was willst du noch mehr als das, was dir die ehrliche Arbeit deiner Hände gibt? Wehe den Starken, die ihre Stärke missbrauchen! Wehe dem Schlauen, der die Geschöpfe Gottes verwundet! Wehe den Jägern! Denn sie sollen selbst gejagt werden" (Das Evangelium Jesu 14, 7; http://www.theologe.de/jesus_freund-der-tiere.htm).
Vgl. dazu auch http://www.theologe.de/theologe7.htm, Jesus und die ersten Christen waren Freunde der Tiere.

 



10.1.2009 - Nobel-Restaurant schenkt 140 Jahre altem Hummer die Freiheit -
Ein besonders "toller Fang" gelang Hummerjägern in den USA, als sie einen zehn Kilo schwerer Hummer gefangen hatten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Hummer um 1870 geboren wurde, also ca. 140 Jahre alt sein muss. Kurz vor seiner geplanten Ermordung durch Hineinwerfen in kochendes Wasser hatte der Besitzer des Restaurant in New York, der den Hummer gekauft hatte, aber Gewissensbisse. Er entschied, den Hummer frei zu lassen und in einer Gegend wieder auszusetzen, in welcher der Hummerfang verboten ist (Bild, 10.1.2009). Dies ist ein guter Jahresbeginn. Doch auch alle anderen Hummer möchten die Freiheit. Und letztlich alle Tiere, die nicht dazu geschaffen wurden, um geschlachtet zu werden und in den Kochtöpfen der Menschen zu enden.
Im Schöpfungsbericht der Bibel heißt es ursprünglich: "Sehet da, ich [Gott] habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut"
(1. Mose 1, 29-31). Erst später hat man Gott die Erlaubnis zum Fleischverzehr unterschoben (vgl. dazu hier). Die Umkehr erfolgt, wenn immer mehr Menschen auf das Verzehren der Tiere verzichten.
Gute vegetarische Rezepte finden Sie z. B. bei
www.lebegesund.de

 

Klarstellung zur unserer Berichterstattung über den Gaza-Krieg:

Kain, wo ist Dein Bruder Abel?

Wir stehen weder auf der Seite der Palästinenser-Regierung in Gaza noch auf der Seite der Regierung Israels. Wir sind bestrebt, dem großen Friedenslehrer und Pazifisten, Jesus, dem Christus, nachzufolgen, der als der Jude Jesus von Nazareth einst in Palästina lebte und der niemals einen Krieg befürworten oder Partei für eine Seite im Krieg ergreifen würde. Er lebte die Prinzipien Freiheit, Gleichheit, Einheit, Geschwisterlichkeit und Gerechtigkeit. Er lehnte jede Übervorteilung des Mitmenschen ab und lehrte zur Konfliktlösung die Goldene Regel ("Was du willst, dass dir andere tun, das tue du ihnen zuerst" / "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu") sowie, zunächst den "Balken im eigene Auge" zu entfernen, bevor man sich um den "Splitter im Auge des Nächsten" kümmert. Als weiteren Schritt hin zum Frieden lehrte er "Tut Gutes denen, die euch hassen".
Alle diese Grundsätze werden von den großen Ego-Konflikt-Parteien in dieser Welt mit Füßen getreten. Dass sich einige dieser Parteien auch noch "christlich" nennen, ist eine Verhöhnung des Jesus, des Christus.
Wem es um mehr Gerechtigkeit geht, der fragt immer auch nach dem "Warum" und er wägt beständig das Für und Wider, um entsprechende Vorschläge für die Lösung von Problemen machen zu können. Dabei könnten sich Perspektiven eröffnen, die vielleicht auch der genialen Botschaft des Friedenslehrers aus Nazareth nahe kommen.
Das Führen von Kriegen, Abwerfen von Bomben, Abschießen von Raketen und Vertreiben und Töten von Menschen gehört nie dazu. Deshalb verhöhnen diejenigen Christus, die sich "christlich" nennen oder gar "bekennende Christen", welche aber das Töten durch eine der Konflikt-Parteien in der Vergangenheit befürwortet haben oder heute befürworten.
Und so hört man auch in diesen Tagen des fortdauernden Brudermordes einmal mehr den mahnenden Ruf aus dem so genannten "Alten Testament" der Bibel: "Kain, wo ist Dein Bruder Abel?"


Anmerkung [10.7.2014]:
Obige Klarstellung stammt vom 9.1.2009 anlässlich des Krieges Israel gegen Hamas 2008/2009. Es folgte der Krieg Israel gegen Hamas im November 2012 und der Krieg Israel gegen Hamas im Juli 2014. Die Abstände wurden also kürzer ... Zur Lage 2014: "Dutzende Tote gibt es bereits, allerdings nur auf einer Seite".
(ntv.de, 10.7.2014)
Unmittelbar vor dem zweiten Krieg Israel gegen Hamas 2012 erfolgte ein großes Geschenk der Bundesrepublik Deutschland für die Atomwaffen-Aufrüstung des Staates Israels. Spiegel.de fasste die deutsch-israelische Atomaufrüstung wie folgt zusammen:
"Drei U-Boote hat eine deutsche Werft für Israel gebaut, drei weitere sollen folgen. Nach SPIEGEL-Informationen stattet Jerusalem die U-Boote aus Kiel mit nuklear bestückten Marschflugkörpern aus" (3.6.2012). Das 135-Millionen-Euro-Geschenk der Bundesregierung für das Atom-U-Boot ist möglicherweise nur ein kleiner Teilbetrag.
Spiegel.de
schreibt weiter, dass die Kosten "zu einem Großteil" von Deutschland getragen werden. Doch damit nicht genug. Die CDU/CSU/FDP-Regierung stundete darüber hinaus den israelischen Eigenbeitrag an den Kosten bis 2015. Das heißt, die Regierung Israels muss bis auf weiteres erst einmal keinen Cent für die hochmodernen deutschen Waffensysteme bezahlen. Es zahlt alles der deutsche Steuerzahler bzw. er streckt es bis 2015 vor.
Unsere Forderung: Keine Waffenexporte und schon gar keine Waffen-"Geschenke" im Namen von Christus, wie es CDU und CSU an der Regierung tun. Denn es ist ein grober Missbrauch des guten Namens Christus. Unterschreiben auch Sie: http://www.freie-christen.eu/unterschriften-gegen-waffenexport/index.php
PS: Beim Krieg Israel gegen Hamas 2014 wurde der Gaza-Streifen von Anfang an auch vom Mittelmeer aus beschossen. Auch mit deutschen Waffen? Und in der Ukraine setzt die Übergangsregierung weiter auf "Vernichtung" des Gegners (ntv.de, 10.7.2014) statt verhandeln; auch hier Brudermord - mit sehr viel Geld aus den USA, aus Europa und damit vor allem aus Deutschland im Hintergrund.

 

9.1. / 12.1. / 24.1. / 30.8.2009 - "Israel geht hart gegen Verweigerer und Demonstranten vor" / Israelische Friedensbewegung: 10.000 Menschen protestierten in Tel Aviv / Vom Westen moralisch im Stich gelassen / Nach Kriegsende: Über 1.400 Tote, 22.000 zerstörte Häuser / "Evangelikale" Kriegsbefürworter sollten sich von Jesus distanzieren / Sieben Monate nach Kriegsende: Wachsender Hass in Gaza auf Israel - Bei einer Großdemonstration in Tel Aviv griff die Polizei durch, verhaftete mehrere Hundert Demonstranten. Auch Kriegsdienstverweigerer bekommen Haftstrafen. Spiegel online schreibt unter der Überschrift "Israel geht hart gegen Verweigerer und Demonstranten vor" z. B. über eine Demonstration von 250 jungen Männern, die ihrer Einberufung in den Gaza-Krieg nicht nachgekommen sind: "´Wir weigern uns, in Gaza zu kämpfen`, ´Gaza zu zerstören produziert Terror` steht auf Schildern, die die Demonstranten hochhalten. Am Vortag hat die Reservisten-Organisation ´Mut, sich zu verweigern` eine Anzeige auf Seite eins der israelischen Tageszeitung ´Haaretz` geschaltet und zum Protest aufgerufen. ´Es ist wichtig, dass unsere Stimme gehört wird`, sagt Arik Diamant von der Reservisten-Gruppe. ´Wir sind die Leute, die wissen, was es heißt, zu kämpfen.` Die meisten hier sind Mitte 30, fast alle haben in den besetzten Gebieten gedient, sagt Diamant. ´Wir wissen, dass ein Krieg in einem dicht besiedelten Landstrich wie Gaza unmoralisch ist.` Am ersten Tag des Krieges gingen tausend Menschen in Tel Aviv gegen den israelischen Waffengang auf die Straße. Eine Woche später waren es zehntausend" (spiegel.de, 9.1.2009).
Obwohl auf der anderen Seite offenbar 91 % der Bevölkerung in Israel den Krieg befürworten, zeigt der Widerstand doch, dass der Wahnsinn des Krieges auch im eigenen Land nicht unwidersprochen hingenommen wird. Doch
der "kirchenchristliche" Westen spricht immer nur von "Solidarität" mit der Krieg führenden Regierung. Dabei müsste er, wenn die Politiker wirklich "christlich" wären, die Friedensbewegung in Israel stärken. Denn Jesus, der Christus, hätte niemals und unter gar keinen Umständen einen Krieg befürwortet. So aber wird die Friedensbewegung moralisch im Stich gelassen.
Doch nicht nur das: Vor allem so genannte "
Evangelikale", konservative Protestanten, die sich als "wiedergeborene" Christen mit angeblich "persönlicher Beziehung" zu Jesus betrachten, gleichzeitig aber den Krieg der israelischen Regierung und gegebenenfalls auch andere Kriege befürworten, verhöhnen auf diese Weise den großen Friedenslehrer aus Nazareth (vgl. dazu auch hier). Sie sollten sich deshalb ehrlicherweise von Jesus, dem Christus distanzieren und öffentlich bekennen, dass er nicht der Messias ist und dass stattdessen andere Aussagen der Bibel über den Krieg für sie gültig sind.

In eigener Sache: Die Berichterstattung über den Gaza-Krieg wird mit den Meldungen vom 9.1.2009 eingestellt. Alles Wesentliche und Grundsätzliche ist gesagt. Die Eskalation von Gewalt und Gegengewalt wird sowohl aktuell als auch langfristig zu neuem Leid und Chaos führen, auch wenn zwischenzeitlich ein Waffenstillstand möglich ist. Ältere Meldungen werden jedoch gegebenenfalls aktualisiert.

Wir verweisen an dieser Stelle noch einmal auf unsere Meldung
Fühlen wir uns in die Opfer in Kriegsgebieten hinein, die bewusst allgemein formuliert ist und Opfer auf allen Seiten einschließt.

Die Toten-Bilanz [18.1.2009] - Drei tote israelische Zivilisten durch Raketen der Hamas, zehn weitere tote israelische Soldaten, davon fünf Tote durch Beschuss von den eigenen Truppen; ca. 1.400 tote Palästinenser durch israelische Angriffe, davon ca. die Hälfte Zivilisten, davon laut UNICEF über 300 Kinder; über 5.500 Schwerverletzte.
[20.1./24.1.2009] - Zudem: 22.000 Häuser wurden zerstört, das sind 14 % aller Häuser, dazu ein großer Teil der Infra-Struktur. Der Wiederaufbau kostet Milliarden. Auch die Länder der EU wollen mit bezahlen
(spiegel.de, 20.1.2009). Die Verwüstungen in den Seelen von vielen Menschen und die unmittelbaren und langfristigen Folgen kann man allerdings nicht mit Milliarden reparieren.
Berichte aus
Gaza nach dem Krieg siehe z. B. unter:
http://www.fr-online.de/top_news/1664608_Schwaerende-Wunden.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,603293,00.html
Darin wird auch von einer von einer Phosphorbombe schwer verletzten Zivilistin berichtet. Ihrem Mann und ihrem Sohn hat eine israelische Bombe den Kopf abgerissen. Und ihre 15-monatige Tochter verglühte vor ihren Augen im Feuer einer Phosphorbombe: Die Frau selbst ist schwer verletzt. Sie "liegt zusammengekrümmt auf der Seite,
sie hat nur einen Wunsch: ´Ich will mich unter den Israelis in die Luft jagen.` Ali, ihr Vierjähriger, steht verstört neben dem Bett seiner Mutter. ´Er muss wachsen, der Hamas beitreten und unsere Familie rächen`", sagt sie.
[Aktualisierung: Im Jahr 2014 ist er neun Jahre alt ...]
[19.3. / 23.3.2009] - "Gaza-Veteranen schockieren mit Aussagen über wahllose Morde" - Enthüllungen über Kriegsverbrechen der israelischen Armee unter http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,614286,00.html. Die Armeeführung versprach eine Prüfung der Anschuldigungen.

Hintergrund: Wer an Reinkarnation glaubt (siehe Der Theologe Nr. 2), also an die Möglichkeit, dass wir uns mehrmals auf Erden inkarnieren können, in immer wieder neuen Gestalten, aber mit alten Seelenprogrammen und Belastungen, der könnte daran denken, dass sich in Palästina heute erneut jene begegnen, die sich schon vor über 3.000 Jahren bekämpften, damals als Israeliten und Philister (vgl. hier). Es ist ihnen und uns allen zu wünschen, dass sie ihre scheinbar endlose und durch den Gaza-Krieg weiter eskalierte Gewaltgeschichte (vgl. dazu unten) in naher Zukunft endlich beenden. Denn auch die übrigen Länder dieser Welt ließen sich in der Vergangenheit in diesen Konflikt mit hinein ziehen.

Aktualisierung [30.8.2009]: "
Sie hausen in Zeltstädten, leiden an den physischen und seelischen Wunden des Krieges: Sieben Monate nach dem Waffenstillstand im Gaza-Streifen leben viele Menschen nach wie vor im Elend. Manche fügen sich apathisch in ihr Schicksal - andere brennen vor Hass auf Israel" (Spiegel online, 30.8.2009). Die weitere Blockade des Gaza-Streifens durch die Politik Israels verhindert meist einen Neuaufbau. So darf z. B. weiterhin kein Baumaterial nach Gaza eingeführt werden.

Aktualisierung
[28.12.2009] - Auch nach dem Krieg blockiert die Regierung Israels weiterhin den Gaza-Streifen, was die Hamas mit dem verstärkten Abfeuern von Kassam-Raketen im Jahr 2008 beenden wollte. "Trotz gegenteiliger Abmachungen hält Israel die Grenzen zum Gaza-Streifen immer noch weitgehend geschlossen", heißt es in Medienberichten (Spiegel online, 28.12.2009). Die dreijährige Blockade hatte die Wirtschaft des autonomen Palästinenser-Gebietes damals praktisch vernichtet, jetzt dauert die Blockade schon vier Jahre. Und von einer Anerkennung Israels in den Grenzen von 1967, wie es die UNO 1948 völkerrechtlich verbindlich entschieden hat, ist die Hamas umgekehrt jetzt wieder weiter weg als je zuvor. Sie will wieder ein "islamisches" Palästina, und sie sucht nach Möglichkeiten, sich wieder militärisch aufzurüsten. Auch Israel lehnt den UNO-Beschluss ab und will deutlich mehr Land als ihm völkerrechtlich zugestanden wurde. Droht also schon wieder der nächste Krieg?

Derweil lässt die Regierung Israels 700 neue Wohnungen für jüdische Familien im arabischen Ost-Jerusalem bauen, um auch den von der UNO den Arabern zugestandene Osten der Stadt Zug um Zug ein weiteres Stück einzunehmen. Während für die Palästinenser klar ist, dass der arabische Osten Jerusalems mit dem Felsendom, eines der größten Heiligtümer des Islam weltweit, neue Hauptstadt ihres Staates wird, lehnt Israel dies ab und schafft weitere "vollendete" Tatsachen dagegen.
 



9.1.2009 / 10.1.2009 -
"Uno legt schockierenden Gaza-Bericht vor" / Großdemonstrationen gegen Israels Regierung - "Es gibt keinen sicheren Ort im Gaza-Streifen, keine Zufluchtsorte, keine Bunker, die Grenzen sind geschlossen und die Menschen haben keinen Ort, an den sie sich flüchten können", so der Bericht der UNO über die Lage im Gaza-Streifen (spiegel.de, 9.1.2009). Das Kriegsgebiet wurde seit Tagen aus der Luft, von der See und von Land beschossen, und die Menschen sind dort eingeschlossen. Die jüdische Friedensaktivistin Paula Abrams-Hourani aus Wien beklagt derweil, dass man den kriegskritischen Stimmen von Juden weltweit zu wenig Beachtung schenkt (kurier.at/nachrichten/284403.php).
Die
Stimme gegen den Krieg gehört auch zur Tradition der großen jüdischen Propheten des Alten Testaments, die wie Jesaja, Jeremia oder Amos immer auch gegen den Krieg waren, der von den Priestern und Königen als notwendig angesehen wurde, jedoch regelmäßig in einem Desaster endete (vgl. dazu Der Theologe Nr. 20).
Hunderttausende Menschen verschiedener Religionen, vor allem Moslems, demonstrierten mittlerweile gegen Israels Regierung
(spiegel.de, 9.1.2009). Und am 10.1.2009 allein ca. 50.000 Menschen in Paris.

 



9.1.2009 / 9.3.2009 -
Gläubige Juden gehen auf die Straße: Anti-Kriegsdemonstration in Mea Schearim in Jerusalem / Haus mit Flüchtlingen beschossen: 30 Tote / Israel lehnt UN-Resolution Nr. 1860 offiziell ab / Hamas offenbar gespalten / Israel warf Phosphorbomben ab - Von der Weltöffentlichkeit kaum beachtet demonstrierten die orthodoxen gläubigen Juden in ihrem Viertel Mea Schearim in Jerusalem gegen den Gaza-Krieg der Regierung Olmert/Livni/Barak. Sowohl Zipi Livni als auch Ehud Barak wollten am 14.2.2009 zum Regierungschef Israels gewählt werden. Dritter Kandidat war der "Hardliner" Benjamin "Bibi" Netanjahu, der schon immer für ein hartes Vorgehen gegen die Palästinenser war und die Wahl schließlich gewann.
Die gläubigen Juden in Mea Schearim warten demgegenüber auf den verheißenen Messias und glauben nicht daran, dass man religiöse Verheißungen für das Judentum, z. B. in einem eigenen Land in Frieden zu wohnen, herbei bomben kann. Der "zionistische" Staat Israel steht für sie deshalb im Widerspruch zu den Prophezeiungen ihrer "heiligen" Schriften.

Erst vor wenigen Tagen protestierte die jüdische Gemeinde Australiens - die im Unterschied zu den Gläubigen in Mea Schearim vor allem aus liberalen Juden besteht, darunter viele Prominente - heftig gegen den Krieg (siehe hier).

Brutale Versehen?

Unterdessen erhob das UN-Koordinationsbüro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) eine weitere  Anklage. Die Armee evakuierte Hilfe suchende palästinensische Zivilisten in ein Haus nach Gaza. Dann befahl sie diesen Flüchtlingen, das Haus nicht zu verlassen. Und am nächsten Tag, dem 4.1.2009, nahmen israelische Militäreinheiten das Haus dann offenbar unter Feuer, 30 Flüchtlinge wurden getötet, andere schwer verletzt (focus.de, 9.1.2009). Israel bestreitet diesen Angriff. Vielleicht war es aber auch ein weiteres brutales "Versehen". "Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte forderte unterdessen unabhängige Ermittlungen wegen möglicher Kriegsverbrechen in dem Konflikt. Das Leid israelischer Zivilpersonen durch Raketenangriffe der Hamas sei inakzeptabel, aber Israel müsse sich ungeachtet der Angriffe an internationale humanitäre Regelungen halten, sagte Navi Pillay in Genf" (Focus online, 9.1.2009). Das israelische Militär griff zuletzt auch Schulen, Krankenwagen und Hilfstransporte an (siehe hier).

Gegen die "Goldene Regel"

[Aktualisierung]: Am 9.1.2009 hat die Regierung Israels die UN-Resolution Nr. 1860 offiziell abgelehnt: Die "nächste Phase" des Krieges habe nun begonnen ... Die Hamas hatte die Resolution ebenfalls abgelehnt, sich aber vielleicht faktisch bis dahin daran gehalten. Verhältnismäßig wenige abgefeuerte selbstgebaute Raketen wären demnach nicht von der Hamas gekommen, wie in einigen Internet-Blogs zu lesen war. Immerhin sprachen auch die Regierungsvertreter Israels selbst nicht mehr nur von der Hamas, sondern auf einmal im Plural von "radikalen Palästinenserorganisationen", welche die UN-Resolution nicht einhalten (Spiegel online, 9.1.2009), weshalb sie Israel angeblich auch nicht einhalten könne.
Nach dieser Logik braucht allerdings nur der eine oder andere traumatisierte Einzeltäter, dessen Familie z. B. bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen ist, eine Rakete basteln und mit einer Regenrinne als "Abschussrampe" in Richtung Israel auf ein freies Feld abfeuern, damit Israel darauf hin die Fortsetzung der Bombenangriffe legitimieren könnte
(vgl. zur Kriegsbegründung auch hier). Von einer "Verhältnismäßigkeit" von Angriff und Gegenangriff gar nicht zu reden (vgl. hier). Zudem: Die Infra-Struktur in Gaza ist vielfach zerstört, und immer mehr Zivilisten sind verelendet oder massivst traumatisiert. Sie harren wehrlos in oft zerbombten Häusern zwischen Tod und Leben aus, und jeder neue Angriff treibt die Opferzahlen nach oben. Die Angriffe Israels werden demgegenüber generalstabsmäßig in warmen Stuben und bei gutem Essen geplant, und jeder Soldat ist fest eingebunden in ein militärisches Kommunikationsnetz. Diese beiden Strukturen sind also nicht so ohne weiteres vergleichbar.
Und nebenbei gesprochen heißt die "Goldene Regel" des Juden Jesus von Nazareth: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, dass tut ihr ihnen zuerst." Da dessen Lehre ja zum christlichen Glauben gehört, sollten sich zumindest jetzt alle diejenigen von diesem Krieg und den Kriegführenden distanzieren, die den Namen von Jesus, dem Christus, im Mund führen, wenn sie seinen Namen nicht weiter schmählich missbrauchen wollen.

Die Wirkung der Phosphorbomben

Nach Berichten des Nachrichtensenders Al Jazeera-TV zufolge warf Israel auch geächtete Streubomben mit weißem Phosphor auf die Palästinenser-Stadt Dschabaljah ab. Israel erklärte dagegen, seine Bombenabwürfen erfolgen "im Rahmen der legalen Grenzen des internationalen Rechts" (Focus online, 12.1.2009). "Amnesty International" erklärte, der Einsatz von Phosphor in einem so dicht besiedelten Gebiet wie Gaza sei ´ein Kriegsverbrechen` (Bild, 22.1.2009). Die Organisation hat nun auch diesen Einsatz bewiesen. Und Israel hat den Abwurf von Phosphorbomben mittlerweile auch zugegeben (Frankfurter Rundschau, 24.1.2009).

Zur Wirkung einer Phosphorbombe: "Eine mit Phosphor in Kontakt gekommene Person wird versuchen, die brennenden Stellen auszuschlagen. Da der Phosphor jedoch mit einer Kautschukgelatine versetzt ist, bleibt die zähflüssige Masse an der bis dahin noch nicht brennenden Hand haften und wird so weiter verteilt. Weißer Phosphor erzeugt in der Regel drittgradige Verbrennungen, zum Teil bis auf den Knochen. Da diese bei einem Angriff meist großflächig sind, sterben Betroffene langsam an ihren Verbrennungen, sofern sie nicht durch Inhalation der giftigen Dämpfe, Verbrennung der Atemwege oder Intoxikation zu Tode gekommen sind" (Wikipedia, 9.1.2009).

Zu den abgeworfenen Phosphorbomben heißt es in
Spiegel online (24.1.2009):
"´Am Anfang wussten wir [die Ärzte] nicht, womit wir es zu tun hatten, und haben die Patienten nach der Erstversorgung nach Hause geschickt`, sagt Abu Schaban. Stunden später seien die Verletzten wieder da gewesen, mit rauchenden Wunden. ´Der Phosphor hatte weiter gebrannt, riesige Löcher, teils bis auf den Knochen.` Die Ärzte passten sich an: Alles Fleisch, dass mit Phosphor in Berührung gekommen war, schnitten sie heraus. Der Anästhesist der Station hat selbst Brandnarben am Hals: Während einer Operation sprang ein Bröckchen des Brandmittels aus der Wunde eines Patienten und verbrannte ihn."


Doch auch die übrigen Bomben haben Elend, Tod und neue Konflikte gebracht und kein einziges Problem gelöst.

Nach dem Waffenstillstand

Aktualisierung [18.1. / 23.1. / 31.1.2009] - Inzwischen hatten sowohl die israelische Regierung als auch die Hamas einen Waffenstillstand erklärt. Doch die Regierung Israels weigert sich weiterhin, die Grenzen zu öffnen, solange die Hamas in Gaza regiert und weigerte sich auch weiterhin, mit Vertretern der Hamas-Regierung auch nur zu reden, obwohl die Hamas in der jetzigen Situation Friedensgespräche angeboten hat. Doch auch auf Hamas-Seite wollen viele nicht bzw. nicht mehr mit Regierungsvertretern Israels reden. Auch will Israel verhindern, dass Vertreter der Hamas wieder auf der Gaza-Seite der Grenze Posten beziehen - wie, ist allerdings unklar. Nur das zum Überleben Allernotwendigste werde durchgelassen, Baumaterial für den Wiederaufbau bleibt z. B. ausgeschlossen.
 
Zum Hintergrund: In Gaza und im Westjordanland holte die Hamas bei der demokratischen Wahl 2006 die Mehrheit der Stimmen, wurde aber von der konkurrierenden Fatah, die in der Bevölkerung überwiegend als korrupt gilt, jedoch teilweise vom Westen unterstützt wird, nicht an die Macht gelassen. In der Folgezeit erkämpfte sich die Hamas die Macht in Gaza und soll auch während des Krieges dort Fatah-Leute getötet haben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete den Gaza-Streifen als "Freiluftgefängnis". Erdogan weiter: "Hamas ist als politische Partei bei den Wahlen angetreten. Hätte die ganze Welt ihnen die Chance gegeben, ein politischer Akteur zu werden, wären sie nach dem Wahlsieg vielleicht nicht in diese Situation gekommen. Die Welt hat den politischen Willen des palästinensischen Volkes nicht respektiert", sagte Erdogan (Abendzeitung, 31.1.2009). Die Hamas-Regierung begründete ihre Raketenabschüsse mit der voraus gegangen Blockade und einer allmählichen Strangulierung von Gaza durch Israel. Nun wird also wieder blockiert.

Aktualisierung
[17.2.2009] - Und die Regierung Israels setzt ihre schleichenden teilweisen Eroberungen im palästinensischen Westjordanland weiter fort. Das Land gehört laut UN-Beschlüssen völkerrechtlich zu dem noch zu gründenden Staat Palästina. In der jüdischen Siedlung Efrat werden 2.500 neue Häuser gebaut, die palästinensischen Eigentümer des Landes wurden bereits enteignet (Bild, 17.2.2009).
 



8.1. / 9.1. / 15.1.2009 -
Regierung Israels zeigt sich "unbeeindruckt" von "humanitären Tragödien" - Zur Neutralität verpflichtetes Internationales Rotes Kreuz erhebt schwere Vorwürfe / UNO mehrfach Ziel von israelischen Angriffen - Während der dreistündigen Waffenruhe am 8.1.2009 konnten Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) kurz nach Gaza fahren und waren schockiert. "Die israelische Armee habe ihre völkerrechtliche Verpflichtung nicht eingehalten, Verwundete bergen und versorgen zu lassen, kritisierte das IKRK. Ein Beamter des israelischen Verteidigungsministeriums zeigte sich unbeeindruckt: ´Es ist Krieg, und unser Hauptanliegen sind die eigenen Soldaten und nicht in jedem Fall die (palästinensischen) Zivilisten`, sagte er." Und "die Einschätzung eines der Ärzte, der schon viele Kriege gesehen hat, ist eindeutig: Noch nie habe er eine so schlechte Versorgung gesehen" (Spiegel online, 8.1.2009).

Einzelschicksale

Ein Beispiel: Ein Familienvater "gehe zwar jeden Tag auf die Suche nach Wasser und riskiere dabei sein Leben, aber es sei vergeblich" - die Familie ist seit sieben Tagen ohne einen Tropfen Wasser. Noch brutaler ist die Situationen in Familien, wo Schwerverletzte in ihren zerbombten Häusern ohne Versorgung vor sich hin schreien oder wimmern und Rettungswagen vom israelischen Militär nicht zugelassen wurden oder den Weg dorthin nicht fanden. "Nach einem Angriff auf Gazas Stadtteil Seitun habe die israelische Armee tagelang palästinensischen Sanitätern und IKRK-Vertretern den Zugang zu den Verletzten verwehrt. In einem Haus seien dort schließlich vier hungernde Kinder bei ihrer toten Mutter und mindestens elf weitere Leichen gefunden worden. ´Sie waren zu schwach, um aus eigener Kraft aufzustehen`, berichtete das zur Neutralität verpflichtete IKRK am Donnerstag. ´Das ist ein schockierender Vorfall`, sagte der für Israel und die Palästinensergebiete zuständige Verantwortliche des Komitees, Pierre Wettach" (stern.de, 8.1.2009).
"Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte schon in den vergangenen Tagen intern darüber geklagt, dass es praktisch nicht möglich sei, Ambulanzfahrten mit dem israelischen Militär zu koordinieren. Nun wandte sich die sonst eher diskret agierende Organisation mit ungewöhnlich scharfen Worten an die Öffentlichkeit"
(Spiegel online, 8.1.2009).
Auch die Hamas feuerte offenbar während der Feuerpause wieder einige Raketen in Richtung Israel, wobei man allerdings fragen kann, ob man hier alle Krieger überhaupt von einer Feuerpause verständigen kann.

Glaubt tatsächlich jemand, damit dem Frieden näher zu kommen?

Das wahre Ausmaß der Tragödie wird sich erst nach dem Ende des Krieges allmählich heraus stellen, falls man dann neutrale Helfer und Journalisten in die Ruinen hinein lässt. Und glaubt der Westen wirklich, nach diesem Krieg würden immer mehr gewaltbereite Palästinenser und Muslims weltweit sagen: "Jetzt nie mehr eine Rakete, nie mehr ein Anschlag, nie mehr ein Selbstmordattentat, jetzt kommen wir einfach mal Israels Forderungen entgegen und geben nach"? Und glaubt tatsächlich irgendein Politiker, durch einen solchen Krieg dem Frieden näher kommen zu können? Oder werden Hunderttausende gewaltbereite Islamisten weltweit neu hinzu kommen? Und wird der "Dschihad" (der "heilige" Krieg) der Islamisten als Antwort auf den Gaza-Krieg Israels bald mit einer Gewalt um sich greifen, wie man es bisher noch nie gekannt hatte? Und sind wir vielleicht schon jetzt durch den Gaza-Krieg dem Weltenbrand ein großes Stück näher gerückt? Was tut z. B. die Bundeskanzlerin, um den "Dschihad" von Deutschland fernzuhalten und Schaden von diesem Land abzuwehren, wie sie es bei ihrem Amtseid versprochen hat?

Die Goldene Regel

Natürlich können die Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Parteifreunde von der CDU der Hamas-Regierung in Gaza für diese Eskalation "eindeutig" und "ausschließlich" die "Alleinschuld" geben (siehe hier; anders der israelische Journalist Ury Avnery; siehe hier) und die israelische Regierung weiterhin mit keinem Wort kritisieren. Es ist dann eben die Politik, die sie verantworten, auch mit ihren Folgen.
Doch sie sollten sich dann auch von Jesus von Nazareth, dem Christus, distanzieren, der die Nächsten- und Feindesliebe, die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit lehrte und vorlebte, und der für Menschen aller Religionen und Kulturen die Goldene Regel lehrte, welche lautet: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst". Oder anders gesprochen: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu." Und auch alle Kirchenführer, welche Kriege verständnisvoll tolerieren, einseitig für die Kriegführung einer Seite Partei ergreifen oder gar das Führen von Kriegen gelegentlich selbst fordern
(vgl. dazu Der Theologe Nr. 6), sollten sich sobald wie möglich von Christus distanzieren.

Israel und die UNO

Aktualisierung [8.1./ 9.1./17.1.2009] - Israel contra UNO "Die UN-Hilfsorganisation UNRWA habe entschieden, ´alle ihre Operationen im Gazastreifen zu stoppen, weil ihre Einrichtungen und Mitarbeiter immer mehr Angriffen ausgesetzt sind`, sagte ein Sprecher der United Nations Relief and Works Agency am Donnerstag in Gaza" (Focus online, 8.1.2009). Von den Lebensmittellieferungen der UNRWA waren vor dem Krieg bereits 750.000 Palästinenser abhängig, die dort in Gaza in großer Armut lebten. Zuletzt griff Israel vier UN-Schulen an und mehrfach Krankenwagen und Kliniken und erst Stunden zuvor einen UN-Hilfstransport. Zwar bestreitet Israel den Beschuss des Transports, doch die anderen Fahrer "hätten keine Zweifel [an der Urheberschaft] gehabt" (stern.de, 10.1.2009). Steht hinter solchen Angriffen vielleicht irgendeine Absicht? Auch das Gebäude der wenigen arabischen Journalisten vor Ort wurde ja von Israel am 15.1.2009 beschossen. Zur Abschreckung?
"UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den israelischen Beschuss eines Konvois des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA im nördlichen Gazastreifen mit scharfen Worten verurteilt ... Dass die Vereinten Nationen in der immer größeren humanitären Krise keine Hilfe leisten können, sei einfach inakzeptabel, sagte Ban." Nach Zusicherungen Israels, die Arbeit der UN-Hilfsorganisationen zu respektieren, nahm diese allerdings am 9.1.2009 ihre Arbeit wieder auf. Doch bereits am 15.1.2009 wurde neben einem weiteren Krankenhaus auch das UN-Hauptgebäude von Israel offenbar mit geächteten Phosphorbomben beschossen, UN-Mitarbeiter wurden verletzt und 100 Tonnen Lebensmittellieferungen gingen in Flammen auf. Dass israelische Soldaten zuvor aus diesem Gebäude beschossen worden sein sollen, wiesen die UN-Mitarbeiter vor Ort zurück, und Israels Minister Ehud Barak hat sich darauf hin für den Angriff "entschuldigt". Doch werden sich die UN-Mitarbeiter nach dieser "Entschuldigung" "sicherer" fühlen? "Der Sprecher des UN-Hilfswerks UNRWA betonte im israelischen Radio, dass zum Zeitpunkt des Granantenbeschusses keine militanten Aktivitäten im Umfeld des UN-Hauptquartiers zu beobachten gewesen seien" (Focus online, 15.1.2009).

[9.1.]
Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits in seiner Resolution Nr. 1860 beide Kriegsparteien zu einer sofortigen Waffenruhe aufgefordert. Die USA enthielten sich zwar als einziges Land der Stimme, weil sie nach eigenen Worten erst die Ergebnisse der Vermittlungsbemühungen des ägyptischen Präsidenten abwarten wollten, unterstützen jedoch die Resolution ebenfalls. Israel jedoch hält sich wie immer bisher nicht an Aufforderungen der "Weltgemeinschaft". Und die USA verlangt von Israel wegen der "schrecklichen" humanitären Lage zumindest "längere Feuerpausen" (Spiegel online, 9.1.2009). Die Hamas scheint derweil gespalten in einen Teil, der zum Märtyrertod und zur "Entscheidungsschlacht" bereit ist und einen anderen, der Waffenruhe und Verhandlungen möchte (Spiegel online, 9.1.2009).
[16.1.] "Die Vereinten Nationen haben Israel in deutlichen Worten Rechtsbruch vorgeworfen" (stern.de, 16.1.2009).
 



8.1./ 1.4.2009 - Bibelgläubiger Unternehmer und Spekulant kapitulierte und ließ sich von Zug überrollen -
Der grausame Selbstmord des evangelisch-lutherischen Milliardärs Adolf Merckle (74) hat viele Menschen erschüttert. Nach dem Forbes-Magazin (3/2008) war Adolf Merckle mit einem Vermögen vom umgerechnet 9,2 Milliarden Dollar der fünfreichste Deutsche. Im Jahr 2006 erhielt er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, war zudem Träger des Sächsischen Verdienstordens und Ehrendoktor sowie Ehrensenator der Universitäten Tübingen und Ulm. Doch seine Arbeit war umstritten. So hat z. B. das Manager-Magazin unter dem Titel Der Pate von Blaubeuren im Jahr 2003 einen kritischen Artikel über ihn und seine Firmen veröffentlichte (manager-magazin.de; Heft Nr. 11/2003; 14.1. 2004). Dort wird jedoch nicht berücksichtigt, was Merckle dann mit den Gewinnen tat.

Schließlich hatte sich Adolf Merckle vor allem mit VW-Aktien verzockt, denn er hatte mit so genannten Put-Options-Risiko-Papieren auf den Kursverfall dieser Aktie spekuliert. Doch die Aktie schoss aufgrund des Verhaltens der Porsche-Manager stattdessen in die Höhe, erreichte in kurzer Zeit Wertsteigerungen von bis zu 300 % (stern.de, 29.10.2008). Adolf Merckle hatte nun an der Börse seinen "Meister" gefunden und dort nun ein Vermögen verloren. Insgesamt war von ca. eine Milliarde Euro die Rede. Und hier kennt der Gott Mammon nun einmal keine Gnade. Die Folge: Merckles Unternehmens-Imperium geriet ins Wanken (weltweit 100.000 Angestellte), die Pharmazie-Firma "ratiopharm" musste jetzt von seinen Söhnen verkauft werden.

Adolf Merckle sorgte auch für Aufsehen, als er z. B. zu Jahresbeginn 2004 allen 2.200 Mitarbeitern von "ratiopharm" in Ulm ein Buch schenkte, in dem für jeden Tag zwei Bibelverse abgedruckt sind, so genannte "Losungen". Und bei anderer Gelegenheit hatte er auch ein Buch mit evangelischen Inhalten des Journalisten und EKD-Synodalen Peter Hahne verschenkt.
Die "Losungen", so das Anschreiben zum Geschenk im Jahr 2004, "helfen gegen Angst und Hoffnungslosigkeit und geben Halt in der Unbeständigkeit des Alltags"
(epd, 10.1.2004). Doch es gab keinen Bibelvers, der den evangelischen Milliardär von seiner furchtbaren Tat abbringen konnte. Seine Leiche war "völlig verstümmelt" (Bild, 8.1.2009). Vielleicht hätte es Adolf Merckle geholfen, wenn die Kirche nicht die Lehre von der Reinkarnation, vom Sinn der Lebensschule Erde und das Wissen, dass es keine Zufälle gibt, aus der christlichen Botschaft heraus gestrichen hätte (siehe dazu Der Theologe Nr. 2; vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 8 - Wie der Teufel in der Bibel hauste).

 



7.1. / 8.1.2009 -
Bewohner von Süd-Gaza: Flucht oder Tod? / Katholik Joschka Fischer (Die Grünen) "solidarisch mit Israel" / Wir fordern: "Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich" - Der Gaza-Krieg tritt in die nächste Phase. "Wer im Grenzbereich zu Ägypten lebe, müsse ´sein Haus verlassen`" (Spiegel online, 7.1.2009) - bis 20 Uhr, so die Information für die Menschen vor Ort, die aus Flugzeugen abgeworfen wurde. Die Regierung Israel will das Gebiet bombardieren und warnte deshalb immerhin die Bevölkerung. Dabei sollen die Tunnel an der Grenze zerstört werden, da durch die Tunnel auch Waffen ins Landesinnere gekommen seien. Die Grenze nach Ägypten halten die Ägypter ohnehin geschlossen. Es gibt also für ca. 5.000 Flüchtlinge nur einen Fluchtweg nach Norden, wo ebenfalls Krieg ist. Kriegsbefürworter betrachten die Aufforderung zur Flucht als humanitären Aspekt einer Kriegspartei. Das ist in der Tat das Positive im Negativen. Doch, lieber Leser! Wie würde es Ihnen ergehen, wenn man Sie auffordert: "Verlassen Sie innerhalb von wenigen Stunden Ihr Haus, Ihren Handwerksbetrieb, Ihr Dorf und rennen Sie mit Ihren Familienangehörigen einfach weg. Es wird aus strategischen Gründen in Schutt und Asche gelegt"?

Unterdessen lobte der katholische deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer (Die Grünen) die evangelische Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre einseitige Parteinahme zugunsten der derzeitigen israelischen Regierung: "Wir sind parteiübergreifend solidarisch mit Israel
". Gleichzeitig lästerte Fischer über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und wenige andere europäische Politiker, die sich um Vermittlung bemühten ("Flohzirkus", "lächerlich", "chaotisch"; Focus online, 7.1.2009).
Joschka Fischer hatte 1999 als GRÜNEN-Außenminister maßgeblich den Kosovo-Krieg gegen Jugoslawien mit begonnen und Deutschland erstmals seit 1945 in einen Krieg hinein gezogen.
* Viele Kriegsgegner sind damals bei den GRÜNEN ausgetreten bzw. warfen der Partei "Wählerbetrug" vor, da sie in ihrem Wahlprogramm zuvor eine Kriegsteilnahme ausschloss. Und wir forderten damals wie heute die Politiker auf, die sich als "Christen" ausgeben: "Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich" (siehe dazu unser Anschreiben an die Abgeordneten von CDU und CSU). Und wenn sich die Politiker nicht vom Krieg distanzieren wollen, könnten sie ja gerne sagen: "Unsere Solidarität mit einer der Kriegsparteien betrachten wir als römisch-katholisch. Oder als evangelisch-lutherisch."
Aber den Namen des Juden Jesus, des Christus, der niemals den Krieg befürwortet hätte, sollten sie endlich aufhören zu missbrauchen.

Aktualisierung [8.1.2009] - "Jordanier wenden sich Hamas zu" (focus.de, 8.1.2009) - Dazu die Frage: Haben Angela Merkel, Eckart von Klaeden (CDU), Joschka Fischer und alle kirchenchristlichen Politiker, die "Seite an Seite" mit einer der Kriegsparteien stehen, etwa etwas anderes erwartet?


* PS: Im Jahr 2001 zog Joschka Fischer dann Deutschland in den bis heute andauernden Afghanistan-Krieg hinein. Die beiden Militäreinsätze bzw. Kriege auf dem Balkan und in Afghanistan kosten den deutschen Steuerzahler Milliarden. Doch keiner der zugrunde liegenden Konflikte wurde durch den Krieg entspannt oder gar gelöst. Im Gegenteil: Am 18.1.2009 drohte Al-Qaida erstmals Deutschland, sie könnten den Krieg in Afghanistan "niemals" gewinnen. Zudem wären die Deutschen "leichtgläubig und naiv", wenn sie meinten, als "drittgrößter Truppensteller ungeschoren davon zu kommen" (Bild, 18.1.2009). Erst zwei Tage zuvor waren bei einem Selbstmordanschlag vor den Deutschen Botschaft in Kabul acht Menschen ums Leben gekommen.
Siehe dazu auch unsere Meldungen zum Afghanistan-Krieg hier.
 



7.1.2009 - Keine Tiere erlaubt! Priester verweist blinde Frau mit Blindenhund aus dem "Gottesdienst" -
"Tiere seien in einem christlichen Haus nicht gestattet" - Mit dieser Begründung forderte der katholische Pfarrer einer Pfarrei in Verona/Italien eine blinde Frau auf, "ihren Hund umgehend aus der Kirche zu entfernen" (Bild, 7.1.2009). Die blinde Katholikin versuchte zu erklären. Sie brauche ihren Hund, er zeige ihr den Weg. Doch der Priester blieb hart. "Hund und Halterin mussten den Gottesdienst verlassen."
Hintergrund: Vielleicht hat dieses Erlebnis der blinden Frau innerlich die Augen geöffnet. Selbst wenn ein anderer Priester vielleicht "gnädiger" gewesen wäre: Die Kirche hat den Tieren die unsterbliche Seele abgesprochen und hat auch in ihrem "Himmel" keinen Platz für ein Tier
(vgl. dazu Der Theologe Nr. 7 - Jesus und die Urchristen waren Freunde der Tiere).
Unser Vorschlag: Tierfreunde und ehrliche Gottsucher sollten in der Regel keine Kirche aus Stein mehr betreten. Die Natur ist der schönste Dom und der Himmel ist seine Kuppel. Oder, wie schon der Urchrist Stephanus oder der große jüdische Gottesprophet Jesaja sagten: "Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind"
(Apostelgeschichte 7, 48; vgl. Freie Christen Nr. 1 - Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein).

 



7.1.2009 -
HIV-positiver römisch-katholischer Jugendpfarrer missbraucht 15-Jährigen / Priester vergewaltigte auch Tiere - Ein weiterer schwerer Skandal erschüttert die römisch-katholische Kirche in den USA. Der Jugendpfarrer von Shelbyville in Kentucky (47) missbrauchte regelmäßig einen 15-jährigen Jugendlichen, der ihm anvertraut war. Der Priester ist zudem HIV-positiv und verschwieg offenbar seinem Sex-Opfer die Infizierung. In diesem Zusammenhang kam auch heraus. Der Würdenträger vergewaltigte auch Tiere und wird jetzt auch wegen "Sodomie" angeklagt (Bild, 7.1.2009).

PS
: Warum wir solche Meldungen veröffentlichen lesen Sie hier.
 



7.1.2009 -
Römisch-katholischer Priester beim Diebstahl von Porno-DVDs mit Messer in der Hosentasche ertappt / Polizei stellt 230 Porno-DVDs in Klosterzelle in Maria Laach sicher / Priester von seinem Besitz "überrascht" - Sieben Monate auf Bewährung und 300 € Strafe, so das Strafmaß für Pater Ambrosius aus dem renommierten Benediktiner-Kloster in Maria Laach in der Eifel, nachdem er beim Diebstahl von vier Porno-DVDs gefasst wurde. Erschwerend kam hinzu: Bei der Tat hatte er auch ein Taschenmesser in seiner Hosentasche. Das Gericht wertete die genauen Umstände als "Diebstahl mit Waffen". Nachdem der Priester Einspruch erhob, kommt es jetzt in Würzburg zur öffentlichen Verhandlung. Die Main-Post schrieb: "Der Besitzer des Sex-Shops glaubt, dass der DVD-Diebstahl des 51-Jährigen nicht sein einziger war. Offenbar hat der Pater, der mehrmals jährlich beruflich in Würzburg zu tun hatte, den Laden regelmäßig besucht. Auf jeden Fall fanden Polizeibeamte, die das Zimmer des Priesters in einem Kloster durchsuchten, 230 Porno-DVDs für Schwule. 42 davon stammen nach Angaben des Würzburger Oberstaatsanwalts Erik Ohlenschlager aus dem Würzburger Sex-Shop. Ihr Wert soll rund 1.900 Euro betragen. Bei der Durchsuchung sei der Pater ´selbst überrascht gewesen, dass er so viele Porno-DVDs hat?`, sagte Ohlenschlager" (7.1.2009).

Das Volksempfinden ist ja überwiegend so, dass man vermutet, dass Priester, die sich in eine Klosterzelle zurückziehen, dort vor allem beten. Doch wer kennt schon die Gedanken und die Träume dieser Männer? Und wer weiß, was alles getan wird, wenn sich Menschen unbeobachtet fühlen? Darüber soll hier nicht geurteilt werden. Doch Jesus von Nazareth lehrte weder ein Priester- noch ein Pfarramt noch den Rückzug in Traumwelten oder in abgeschiedene Klosterzellen. Er war ein Mann des Volkes und stand mitten im Leben. Und die Menschen, vor allem die Gläubigen, sollten sich nicht mehr täuschen lassen von Amt, Würden, Talaren und Kutten und angeblichen Berufungen zu kirchlichen Ämtern. Von Gott kommen solche Berufungen nicht. Hinter den kirchlichen Gewändern kommt der nackte Mensch zum Vorschein, und in dem Menschen ist eine einfache Seele inkarniert. So wie bei dir und mir. Nicht mehr und nicht weniger.

PS: Warum wir solche Meldungen veröffentlichen lesen Sie hier.

Zum Vergleich: Zweierlei Maß? - "In einem Umfang, der nicht unerheblich war", lud der Domkapellmeister der Münchner Frauenkirche legal Pornobilder auf seinen Laptop (Abendzeitung, 12.1.2009). Während Priester selbst bei Straftaten manchmal nicht einmal versetzt werden (siehe z. B. oben), wurde der Domkapellmeister aufgrund hausinterner Richtlinien vom Erzbistum München und Freising entlassen.
 



6.1.2009 - Israel geht es um die Vernichtung der Hamas-Regierung / USA mit neuen hochmodernen Waffenpaketen für Israel / George W. Bush gab bereits im Mai 2008 grünes Licht für den Gaza-Krieg / Neue israelische Siedlungen im palästinensischen Westjordanland / Krieg gegen Iran in Vorbereitung? / Kriegsbefürworter sollen sich von Christus distanzieren - Den Appellen der westlichen Politiker, die Hamas müsse für einen Waffenstillstand mit dem Abschießen ihrer selbst gebastelten Kassam-Raketen aufhören (z. B. der evangelische CDU-Sprecher Eckart von Klaeden: "Es liege ´allein in der Hand der Hamas`, ein Ende der Kampfhandlungen herbeizuführen"; siehe unten), erteilte Israels Ministerpräsident Ehud Olmert eine Absage. Spiegel online schreibt: "Die Hamas müsse nicht nur aufhören, Raketen abzufeuern, sondern dürfe auch gar nicht mehr in der Lage dazu sein, sagte Olmert am Montagabend bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy" (Spiegel online, 6.1.2009). Das heißt: Selbst wenn die Hamas aufhören würde zu schießen, was sie allerdings nicht vorhat, würde das derzeit zu keinem Ende des Krieges von Seiten Israels führen.

Eine andere Stimme aus Israel

Mittlerweile kritisierte auch der bekannte israelische Schriftsteller Uri Avnery seine Regierung und zeichnete vor Ort ein etwas anderes Bild von der Entstehung des Krieges als die meisten westlichen Medien. Sein Artikel, der nachfolgend auszugsweise dokumentiert wird, wurde aus dem Englischen übersetzt und erschien in der taz vom 5.1.2009. Inwieweit der Inhalt stimmt, können wir nicht beurteilen. Der Artikel könnte jedoch zumindest all jene ins Nachdenken bringen, die sich "Christen" nennen und die in diesem Krieg einseitig für eine Seite Partei ergreifen, was Jesus, der Christus, niemals tun würde.

"Was den Zusammenbruch der Feuerpause [im Dezember] betrifft, so gab es nie eine wirkliche Feuerpause. Das Wichtigste an der Feuerpause im Gazastreifen hätte die Öffnung der Grenzübergänge sein müssen. Die Blockade des Landes vom Meer her und dem Luftraum gegenüber einer Anderthalbmillionen-Bevölkerung ist ein Kriegsakt, genauso, wie wenn Bomben fallen und Raketen abgefeuert werden. Sie lähmt das Leben im Gazastreifen: Sie zerstört die Verdienstmöglichkeiten und bringt Hunderttausende an den Rand des Hungers; Krankenhäuser hören auf zu funktionieren; Strom und Wasserzufuhr sind unterbrochen.
Diejenigen, die die Schließung entschieden haben, wussten, dass es so keine wirkliche Feuerpause geben kann. Dann kamen die kleinen Provokationen. Nach mehreren Monaten, während deren kaum Kassam-Raketen abgefeuert worden waren, wurde eine israelische Armeeeinheit in den Gazastreifen gesandt, um einen Tunnel zu zerstören, der nah an den Grenzzaun herankam. Vom rein militärischen Standpunkt aus gesehen wäre es viel sinnvoller gewesen, auf der israelischen Seite des Zauns einen Hinterhalt zu legen. Aber das Ziel war, einen Vorwand für die Beendigung der Feuerpause zu finden, und zwar in einer Weise, die es ermöglichte, den Palästinensern die Schuld dafür zu geben. Und tatsächlich: Nach mehreren solchen kleinen Aktionen, bei denen Hamas-Kämpfer getötet wurden, rächte sich die Hamas mit einem massiven Raketenbeschuss, und - siehe da - die Feuerpause war beendet. Alle gaben der Hamas die Schuld. Und was war das Ziel? Außenministerin Zipi Livni verkündete es offen: die Hamas-Herrschaft im Gazastreifen zu vernichten. Die Kassams dienten nur als Vorwand."

George W. Bush versprach Israel im Mai 2008
Unterstützung für geplanten Gaza-Krieg

Zum weiteren Verständnis der politischen Hintergründe: Der evangelische US-Präsident George W. Bush hatte offenbar bereits im Mai 2008 grünes Licht für diesen Krieg gegeben. So verkündete er vor Israels Parlament, der Knesseth, im Hinblick auf eine Bodenoffensive in Gaza mit pathetischen Worten: "Israels Bevölkerung mag nur knapp über sieben Millionen betragen. Doch wenn Sie gegen den Terror und das Böse angehen, sind Sie 307 Millionen stark, weil die USA ihnen beistehen" (Der Tagesspiegel, 16.5.2008).
Es ist maßgeblich mit das Verdienst von US-Präsident George W. Bush (2001-2009), dass man im Westen immer weniger diplomatisch Gut und Böse auf allen Seiten abwägt und das Gute in allem versucht, heraus zu arbeiten. Stattdessen glaubt man zunehmend, dass - wie in den platten Video- und DVD-Kriegsspielen - eine "gute" Partei gegen eine "böse" kämpft und man nur eine Gebrauchsanweisung dafür brauche, wie die "Guten" gewinnen und die "Bösen" vernichtet werden können.
Und als der
Weltsicherheitsrat der UNO nun am 3.1.2009 eine Resolution für einen sofortigen Waffenstillstand verabschieden wollte, legte die US-Regierung zunächst mit verblüffenden Worten ihr Veto ein und legte die UNO damit einmal mehr lahm: "
Eine neuerliche Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand würde von der Hamas nicht befolgt und wäre daher der Glaubwürdigkeit des Weltsicherheitsrats abträglich, sagte der stellvertretende amerikanische Uno-Botschafter Alejandro Wolff am Samstag in New York". Und weiter: "Der amerikanische UN-Vertreter Alejandro Wolff betonte dagegen, es schade dem Ansehen der Sicherheitsrats, Forderungen zu stellen, die nachher nicht befolgt würden
" (Tagesanzeiger, 4.1.2009). Wolff gehört zur Lobby der israelischen Regierung in den USA. Immerhin: Bei dem nächsten Resolutionsentwurf für einen sofortigen Waffenstillstand enthielten sich die USA zumindest der Stimme (siehe hier), wodurch die Resolution völkerrechtlich verbindlich wurde.

Dabei verfolgen die USA und Israel längst weiter gehende Ziele. So erklärte George W. Bush in Israel auch: "
Um des Friedens willen darf die Welt es nicht zulassen, dass der Iran nukleare Waffen besitzt" (Der Tagesspiegel, 16.5.2008). Diese Aussage kann jeder selbst interpretieren. Und jeder mag selbst bedenken, wie nahe oder wie weit entfernt die Menschheit bereits vor der Gefahr eines Weltenbrandes steht. Und wie wäre es, wenn man sich als "wiedergeborener Christ" wenigstens manchmal an die Lehre von Jesus von Nazareth hält (siehe z. B. hier) und selbst Zug um Zug auf seine nuklearen Waffen verzichtet? Dann könnte man dem Iran ein Vorbild sein. Und man könnte ja mal ganz vorsichtig damit beginnen ...

Neue hochmoderne Waffen aus den USA für Israel

Parallel dazu wird Israel derzeit jedoch massivst von den USA weiter hochgerüstet. "Israel soll den Angaben zufolge unter anderem Zugriff auf ein globales Frühwarnsystem erhalten, das jede ballistische Rakete identifiziert, die an irgendeinem Punkt der Welt abgefeuert wird. Zudem seien eine Lieferung von Marschflugkörpern, Hilfe bei einem Abwehrsystem gegen Kurzstreckenraketen sowie ein Ausbau der strategischen Zusammenarbeit vorgesehen, schrieb das Blatt" [die israelische Zeitung Jediot Achronot]. "Die USA hätten bislang noch kein anderes Land der Welt mit dieser Technologie ausgerüstet". Und: "Olmert, der in der Nacht zum Dienstag in die USA geflogen war, wolle außerdem um Kampfflugzeuge des Typs F-22 bitten, die ebenfalls noch an kein anderes Land geliefert wurden. Dieses Flugzeug, das etwa 150 Millionen Dollar kostet, können Radarsysteme kaum identifizieren. Die israelische Luftwaffe habe bereits alle Informationen über den Kampfjet erhalten und sei ´begeistert`" (Der Tagesspiegel, 4.6.2008).

Neue israelische Siedlungen im palästinensischen Westjordanland

Und weiterhin werden völkerrechtswidrig auch immer mehr Siedlungen in dem von Israel besetzten palästinensischen Westjordanland gebaut, so dass viele Palästinenser den Eindruck haben, sie würden nach der gewaltsamen ersten Vertreibung 1948 jetzt Zug um Zug schleichend weiter vertrieben. Wörtlich schreibt Der Tagesspiegel:
"Olmert bestätigte vor seinem Abflug in die USA trotz aller internationalen Bedenken auch die umstrittenen Pläne für rund 900 Wohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems. Israel hat den arabischen Ostteil Jerusalems 1967 während des Sechstagekrieges besetzt und 1980 zur ´unteilbaren und ewigen Hauptstadt` erklärt
" (4.6.2008). Das wäre einmal mehr ein Bruch des Völkerrechts, doch um das Völkerrecht und um die UNO haben sich im Konfliktfall die Regierungen Israels seit 1948 nicht mehr geschert; und auch die USA spätestens seit dem Krieg gegen den Irak im Jahr 2003 nicht mehr. Die UNO wurde für die USA nur insofern eingebunden, als sie das tat, was die Regierung der USA wollte.

Appell: "Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich!"

Doch was immer der Westen hier also im Jahr 2009 und darüber hinaus plant, mag evangelisch oder römisch-katholisch gerechtfertigt werden können. Mit dem großen Friedenslehrer und Pazifisten Jesus, dem Christus, hat das alles nichts zu tun. Deshalb unser erneuter Aufruf für das Jahr 2009: "Alle Politiker, die für den Krieg sind, sollen sich in einer öffentlichen Erklärung von Jesus, dem Christus distanzieren." So könnten z. B. die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU damit beginnen, oder die Kongressabgeordneten in den USA. Und dann könnten andere folgen. So dass auf diese Weise der islamischen Welt klar gemacht wird: Was immer hier geschieht, mag so oder so begründet werden. Mit Jesus, dem Christus, der auch von den Moslems als großer Prophet verehrt wird, hat es nichts zu tun.

Was der Krieg unter anderem schon anrichtete

Aktualisierungen [6.1. / 7.1. / 12.1. / 17.1.2009]
Bombenangriff auf Notarzt / Hamas-Gegner wird zu Befürworter - Das Rote Kreuz berichtet von der "bisher schrecklichsten Nacht" im Krieg. Wieder wurden viele Kinder getötet. Besonders tragisch dabei auch die Bombardierung eines Notarztes. "Sie haben uns plötzlich angegriffen. Dann eilten wir mit den Opfern zum Krankenhaus und sie bombardierten uns wieder", sagte der Onkel des Arztes, der verzweifelt über den Tod seines Neffen ist, der beschossen wurde, als er als Arzt helfen wollte (focus.de, 6.1.2009). Hamas-Gegner unter den Palästinensern scheinen verschiedentlich jetzt zu Befürwortern zu werden. Focus online zitiert z. B. einen Palästinenser: "´Ich habe die Raketen immer verurteilt. Jetzt sehe ich das nicht mehr so kritisch.` Nun wünsche er sich auch, dass in Israel Busse in Luft gejagt würden." Dies ist die Spirale von Gewalt und Gegengewalt.

Israelische Armee bombardierte Schulen der UNO / Korridore in Kliniken sind "voll von Verstümmelten" / "Gezielte" Angriffe auf Krankenpfleger und mobile Krankenstationen? -
Wie bereits im Libanon-Krieg greift das israelische Militär jetzt auch Einrichtungen der UNO an. "Auch Schulen der Vereinten Nationen geraten unter Beschuss. Laut UN starben bei einer Attacke auf eine Schule im Flüchtlingslager Tschati drei Menschen" hieß es zunächst bei Focus online (6.1.2009). Die israelische Armee griff später zwei weitere Schulen an - für insgesamt ca. 40 weitere Hilfe suchende Zivilisten eine Todesfalle (spiegel.de, 6.1.2009), obwohl die blaue UN-Fahne über dem Gebäude wehte. Es stellte sich schließlich heraus, dass die israelischen Soldaten zuvor aus einem Gebäude in der Nähe der UN-Schule beschossen wurden. Der Gegenangriff traf jedoch nach israelischen Angaben versehentlich auch die Schule mit den Flüchtlingen. Doch das ist eben auch Krieg, und die Verantwortung für die Tötungen tragen die, welche den Krieg befürworten. [Aktualisierung: Auch am 17.1.2009 wurde wieder eine UN-Schule vom israelischen Militär beschossen, eine Frau und zwei Kinder, fünf und sieben Jahre alt, wurden getötet, 25 Menschen verletzt. In der Schule drängten sich 1.800 Hilfe suchende Flüchtlinge (Focus online, 17.1.2009). Chris Gunness, Sprecher der Regierung der USA, verurteilte den Einschlag. "Gunness erklärte, in der Schule hätten ... Menschen Schutz vor den israelischen Angriffen gesucht. Israel kenne die Koordinaten der Schule und wisse, dass das Gebäude als Schutzraum genutzt werde."]
 
Die Situation in den Krankenstationen wurde derweil immer schlimmer: "´Die Korridore sind voll von Verstümmelten`, berichtet ein Arzt" (Spiegel online, 6.1.2009). Beim offenbar gezielten Angriff auf zwei Ambulanzen wurden zwei Pfleger getötet. Und "die dänische Hilfsorganisation DanChurchAid beklagte, dass drei ihrer mobilen Kliniken von der israelischen Armee bombardiert und zerstört wurden. Sie seien in der Nacht zu Montag in Gaza angegriffen worden, obwohl sie deutlich die Aufschrift ´mobile Klinik` trugen, hieß es in einer Erklärung" (Focus online, 7.1.2009).

 
Dass sich die Spirale von Gewalt und Gegengewalt jetzt langfristig noch schneller dreht, ist vorhersehbar. Und: "Der Hass, der aus den Ruinen dieses Krieges wächst, wird die Welt weiter in Atem halten" (taz, 5.1.2009). Denn die Bevölkerung Gazas gibt - anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Kriegsbeginn - für das nun weiter anschwellende Leid wohl nicht der Hamas die Alleinschuld. Und was könnte bald Deutschland treffen, da die deutsche Regierung so einseitig Partei ergriff (siehe hier)?

Wirft Israel geächtete Phosphorbomben in Gaza ab?
-
Die Sachlage siehe unter http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,599555,00.html und
http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/gazastreifen-israel-bestreitet-einsatz-von-phosphorbomben_aid_361523.html.
Im Libanonkrieg 2006 hatte die damalige Regierung Israels zuletzt solche Bomben abgeworfen.

Palästinensischer Arzt berichtete für israelische Medien "neutral" aus Gaza - Nach Bombardierung seines Hauses starben drei seiner Töchter / Von Kriegsbefürworterin anschließend verhöhnt -
siehe unter
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=953425&kat=29

Protest der jüdischen Gemeinde Australiens

Jüdische Gemeinde Australiens protestiert heftig gegen Regierung Israels - "Die jüdische Gemeinde Australiens übte heftige Kritik. Der derzeitige Krieg sei ´unmenschlich, nutzlos und verabscheuenswert`, heißt es in einer in Sydney veröffentlichten Erklärung, die rund hundert australische Juden, darunter zahlreiche Prominente, unterschrieben. Die Unterzeichner erkennen zwar Israels Recht auf Selbstverteidigung an, bezeichneten den Militärangriff aber als ´völlig unverhältnismäßig`" (Focus online, 6.1.2009).

  Ägypten verweigert 73 arabischen Ärzten die Einreise nach Gaza
(Spiegel online, 7.1.2009) - Die Wut in der arabischen Welt richtet sich auch gegen die Regierung Ägyptens.
 



3.1. / 8.4.2009 - Israelische Regierung hält sich nicht an das Gebot "Auge um Auge, Zahn um Zahn" / Unendlicher Krieg? - Dass der große jüdische Menschheitslehrer Jesus von Nazareth das Gebot "Auge um Auge, Zahn um Zahn" ablehnte, ist bekannt. Er lehrte stattdessen die Feindesliebe, was weder seine damaligen Zeitgenossen befolgten noch die großen Kirchen, die sich seit Jahrhunderten zu Unrecht auf ihn berufen.
Die heutige israelische Regierung hält sich demgegenüber aus anderen Gründen nicht an das "Auge um Auge, Zahn um Zahn" aus
2. Mose 21. Sie scheint es für den Krieg sinngemäß verschärft zu haben in "x Augen für ein Auge, x Zähne für einen Zahn".
Doch bereits vor Kriegsausbruch gab es auf palästinensischer Seite deutlich mehr Opfer. So schrieb schon am
16.5.2008 Der Tagesspiegel in Berlin: "
Israel und der Hamas ist klar, dass eine große israelische Bodenoffensive zahlreiche Opfer auf beiden Seiten, vor allem aber auch unter der palästinensischen Zivilbevölkerung, kosten wird. Seit dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifen vor fast zwei Jahren und der anschließenden, von der Hamas ausgelösten und intensivierten Eskalation der Gewalt kommen laut offiziösen israelischen Angaben auf jeden israelischen Toten nicht weniger als 36 palästinensische. Doch unabhängige israelische Experten erklären, dass das wahre Verhältnis näher bei 1:100 liege."
Am achten Kriegstag verkündete der Präsident Israels, Schimon Peres, siegessicher und mit dem Vertrauen in die militärische Übermacht der USA im Rücken
(vgl. dazu hier): "
Die Hamas braucht eine echte und ernsthafte Lektion und die bekommt sie jetzt" (Bild, 4.1.2009; siehe auch
hier). Und was ja auch bereits zu Kriegsbeginn klar gemacht wurde: Der Krieg solle "bis zum bitteren Ende" geführt, was immer das bedeutet. Außerdem werden sowohl die Hamas als auch die Muslime weltweit dem Krieg wohl eine andere Lektion entnehmen als sich das Schimon Peres wünscht.

Der Krieg und das Völkerrecht

Die Hamas-Regierung von Gaza hatte mit dem Abschuss von selbstgebauten Raketen Israel zur Aufhebung der Blockade von Gaza zwingen wollen. Letztlich möchte die islamistische Miliz die gewaltsame Eroberung des Landes durch israelische Milizen (bzw. der daraus sich entwickelnden israelischen Armee) in den Jahren 1947 und 1948 und die damit verbundene Vertreibung von Hunderttausenden von Palästinensern aus Palästina rückgängig machen. Stattdessen strebt die Hamas einen islamischen Staat an, die mit ihr konkurrierende Palästinenser-Bewegung Fatah demgegenüber einen säkularen Staat. Teilweise wollen Palästinenser, dass der palästinensische Staat neben dem jüdischen existiert, teilweise sollen nun umgekehrt die vielfach gewaltsam eingedrungenen Einwanderer wieder vertrieben werden, und teilweise wünscht man einen Staat Palästina, in dem alle Bevölkerungsgruppen gleichberechtigt neben- und miteinander leben. Die Vereinten Nationen hatten den Staat Israel 1948 als Staat anerkannt und ihm 1967 und 1973 das Existenzrecht in den Grenzen von 1967 zugesprochen, was die Grundlage für die Verhandlungen sein müsste und was ja friedlichen jüdischen Siedlern auch Wohnrecht im palästinensischen Staat ermöglichen könnte, so wie ja auch viele Palästinenser heute im jüdischen Staat wohnen.
Doch beide Kriegsparteien teilen weiter aus, die einen mehr, die anderen weniger (siehe auch hier). Und mit jedem weiteren Toten, mit jedem weiteren Verletzten, läuft nach ehernen und unbestechlichen Gesetzmäßigkeiten der Schöpfung die Sanduhr für den jeweiligen Verursacher immer weiter ab, gleich wie dieser sein Verhalten rechtfertigt. Und ist die Sanduhr, die man auch als eine "Gnadenuhr" bezeichnen könnte, schließlich abgelaufen, wird jeder das ernten, was er gesät hat, wenn zuvor nicht innegehalten und umgekehrt wird. Dies kann unter Umständen länger dauern oder auch nicht. Das Sprichwort heißt: "Gottes Mühlen mahlen langsam". Die großen Gottespropheten Israels wie Jesaja, Jeremia oder Amos waren immer gegen den Krieg (wobei die Priester ihre Botschaft teilweise nachträglich verändert hatten). Und sie hatten einst die Zeichen der Zeit für das Volk in diesem Sinne gedeutet. Doch nur wenige wollten damals auf die Propheten hören. So wie man auch heute nicht auf sie hört.

"Wir besitzen die Fähigkeit, die Welt mit uns untergehen zu lassen,
alle mitzunehmen"

Welche Dimension dabei die Kriege Israels annehmen könnten, dafür gibt der israelische Militärhistoriker Prof. Dr. Martin von Creveld ein schockierendes Beispiel. Er sagte der Zeitung Haaretz unter anderem: "Unsere bewaffneten Streitkräfte stehen nicht an 30. Stelle der Weltrangliste bezüglich ihrer Schlagkraft, sondern an zweiter oder dritter. Wir besitzen die Fähigkeit, die Welt mit uns untergehen zu lassen, alle mitzunehmen. Und ich versichere Ihnen, dass genau das geschehen wird, bevor Israel untergeht" (zit. nach idea-spektrum Nr. 15/2009).

Unendlicher Krieg? Kriegsparteien und Kirchen entlarven sich

Aktualisierung zum Krieg "Israelische Regierung gegen Hamas" [3.1.2009] / Hamas gegen Israel [16.12.2009] - Ein israelischer Pilot hatte in den Himmel über Gaza ein Unendlichkeitszeichen gemalt, nämlich die quer stehende Acht, was als ein Zeichen gedeutet wurde, dass der Krieg (unendlich?) weiter geht (ntv.de, 3.1.2009). Die Regierung Israels kündigte ja zu Kriegsbeginn an, dies würde "ohne Gnade" und "bis zum bitteren Ende" geschehen. Parallel dazu werden wohl aber auch immer mehr Muslime weltweit "keine Gnade" mehr für den Staat Israel wollen. So die Logik in diesem Krieg, der den Hass vor allem in der islamischen Welt langfristig noch einmal in neue Dimensionen hochtreibt. Und ein knappes Jahr nach dem vorläufigen Ende des Krieges [Dezember 2009] tönte auch die Hamas wieder wie in schlimmsten Zeiten: "Palästina vom Mittelmeer bis zum Fluss Jordan ist ein islamisches Gebiet, das nicht Gegenstand von Konzessionen ist" (Netzeitung, 16.12.2009). Doch seit wann sind eigentlich Landschaften islamisch oder jüdisch oder was auch immer?
Die Kirchen entlarven sich dabei, da sie den Menschen verschweigen, dass Jesus, der Christus, niemals irgendeinen Krieg befürworten würde. Mit ihrem Verschweigen verschleiern sie auch ihre eigene kriegerische Vergangenheit und kaschieren ihre teilweise Befürwortung von Kriegen in der Gegenwart
(z. B. viele Kriege der USA), mit der sie Jesus, den Christus, erneut ans Kreuz schlagen.

Wie eine Deutsche diesen Krieg vor Ort erlebte, lesen Sie unter
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,599215,00.html

Der Wahnsinn eines Krieges

Aktualisierung [4.1.2009] "Sie habe so etwas noch nie erlebt, erklärte die Gaza-Koordinatorin der Hilfsorganisation Medical Aid for Palestinians (MAP), Fikr Shalltoot, am Sonntag im Fernsehsender CNN. ´Es ist Wahnsinn.` In ganz Gaza gebe es in den Krankenhäusern nur 2.500 Betten. Wegen des Stromausfalls in der Stadt Gaza müsse das größte Krankenhaus mit Generatoren arbeiten. Es sei kaum vorstellbar, was mit den Patienten geschehe, wenn auch diese ausfallen würden. Sie warf Israel vor, keine Unterschiede zwischen Zivilisten und Hamas-Kämpfern zu machen. Jeder habe das Gefühl, er könne ein Ziel sein."
Doch selbst wenn die Verantwortlichen des Staates Israel dem Eindruck der medizinischen Helferin deutlich widersprechen und immer wieder betonen, keine Zivilisten treffen zu wollen: Es werden immer mehr Zivilisten getötet und schwer verletzt. "Allein in Beit Lahija wurden demnach acht Bewohner bei einem Artillerieangriff getötet, als sie ihre Häuser verließen, um Zuflucht in einer Schule zu suchen"
(Spiegel online, 4.1.2009). Wie wollen die israelische Regierung und die Soldaten auch treffsicher entscheiden, wie viel oder wie wenig "Hamas" in einem Menschen steckt?
Drei Millionen Euro Nothilfe stellt die Europäische Kommission für die Menschen im Gaza-Streifen bereit. Damit sollen Lebensmittel, Notunterkünfte und Medikamente geliefert werden. EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel rief die Regierung Israels in einer Erklärung einmal mehr dazu auf, die Versorgung der palästinensischen Bevölkerung zu ermöglichen. "Deren Situation wird mit jedem Tag verzweifelter", erklärte Michel. "Den Zugang zu Menschen zu blockieren, die leiden und sterben, ist ein Bruch von Menschenrecht", sagte Michel
(Spiegel online, 5.1.2009).


Aktualisierung [5.1.2009] Menschen in Gaza haben nichts mehr zu essen / Katastrophale Verhältnisse in Krankenhäusern - "Die Nahost-Expertin der Organisation [Amnesty International], Donatella Rovera, sagte der ´Berliner Zeitung`: ´Die allgemeine Lage hat sich seit zwei Jahren kontinuierlich verschlechtert [vor allem durch die Blockaden Israels], aber dass die Menschen nichts zu essen haben, das gab es noch nie.` Reis, Zucker und Brot seien im Gaza-Streifen kaum aufzutreiben" (Spiegel online, 5.1.2009).
"In den Krankenhäusern mangele es an Arzneien und medizinischem Gerät, sagte Rovera. ´Es ist zurzeit kalt in Gaza, es gibt keinen Strom – und damit auch kein Wasser, weil die elektrischen Pumpen nicht funktionieren`, betonte die Nahostexpertin" (
Focus online, 5.1.2009).
Zur möglichen Ursache der Eskalation des Konflikts im Dezember 2008 siehe den Artikel des angesehenen israelischen Friedensaktivisten Ury Avnery

(http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/hamas-hoch-zehn/)
, der vor Ort die Dinge anders beurteilt als fast alle westlichen Medien.
 



2.1.2009 - Die Behandlung der Beduinen im Negev / Die "Goldene Regel" für Menschen aller Religionen und Kulturen -
Durch den Gaza-Krieg ist Israel wieder ins Zentrum der weltweiten Aufmerksamkeit gerückt. Was Medien - allgemein gesprochen - nur selten berichten, ist die oft jahrelange Bedrückung von Menschen anderer Kulturen, die auch ein Nährboden für allmähliches Aufkeimen von Hass und Gewalt sind und die eines Tages auch dazu führen kann, dass ein Mensch z. B. einen Stein wirft oder eine Bombe.
Eine solche Entwicklung könnte verhindert werden, wenn
Menschen aller Religionen und Kulturen rechtzeitig die Goldene Regel des Jesus von Nazareth beachten würden: "Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut ihnen auch", was z. B. auch bedeutet: "Das tut ihr Ihnen zuerst." Oder, als Sprichwort formuliert: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu."

So erschien erst wenige Tage vor Beginn des Gaza-Krieges (17.12.2008) folgender Bericht über die Zerstörung eines Beduinendorfes durch Israel: http://www.ism-germany.net/2008/12/17/israelische-armee-zerstrt-bedouinendorf-im-negev
Die Beduinen leben schon seit Jahrhunderten in der Wüste Negev. Und der "moderne" Staat Israel, dem im Jahr 1948 dort von der UNO die staatlichen Hoheitsrechte zugesprochen wurde, zerstört hier oft leichtfertig die Lebensräume von Menschen anstatt mit ihnen zu verhandeln und sich wohlwollend um Einigung zu bemühen.
Siehe dazu auch:
http://www.ism-germany.net/2008/04/03/hrw-anklagender-bericht-zum-status-der-beduinen-im-negev
Oder ein Bericht, der auf der jüdischen Seite
hagalil.com im Jahr 2004 veröffentlicht wurde:
http://www.hagalil.com/archiv/2004/07/beduinen.htm
Aus diesem Bericht, verglichen mit dem vom 17.12.2008, wird deutlich, dass sich auch hier die Situation immer weiter verschärft hat.

 



1.1. / 2.1.2009 - Neujahr 2009 - Fühlen wir uns in die Opfer in Kriegsgebieten hinein - Lieber Leser, wie würden Sie sich fühlen, wenn plötzlich eine Bombe oder eine Rakete, die ihr eigentliches Ziel verfehlt, stattdessen ein Riesenloch in Ihr Haus reißt? Und wenn das Haus kurz darauf in sich zusammenfällt, nachdem sie es viele Jahre mühsam aufgebaut hatten, Ihre ganzen Ersparnisse hinein gesteckt haben? Und wie würden Sie sich fühlen, wenn die Fabrik, in der Sie für Ihren Lebensunterhalt arbeiten, plötzlich nur noch ein rauchendes Trümmerfeld ist? Und es gibt weder eine Arbeitslosenunterstützung noch eine andere Arbeit.
Und wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihr Vater oder Ihre Mutter, die Sie lieben, von einem herabstürzenden Mauerwerk begraben wurden, nachdem die Bombe oder die Rakete eingeschlagen hat? Oder wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie hören, dass Ihr Mann oder Ihre Frau im Leichenhaus liegt? Es sei gerade passiert, als er oder sie etwas zu essen und ein paar warme Decken holen wollte für die Familie und ihr Ehepartner sei dem Angreifer verdächtig vorgekommen. Oder wie ist es für Sie, wenn Sie nach einer schweren Explosion auf einmal mit Entsetzen einen leblosen blutüberströmten Körper auf dem Fußboden liegen sehen? Und Sie sehen ihn an und weichen vor Schreck zurück: Es ist ihr Kind.
Und was wird sein, wenn Ihnen ohne Vorwarnung plötzlich der Arm abgerissen wird? Und wenn Sie in Panik sind und zu verbluten drohen? Oder wenn sich plötzlich ein großer Splitter z. B. in Ihren Unterkiefer bohrt? Und Sie nur noch mit Mühe atmen können. Und es kann Ihnen keiner helfen. Und es gibt kein Verbandsmaterial, kein Medikament. Und Sie schreien wie am Spieß. Sie bestehen fast nur noch aus grässlichem Schmerz. Und Sie bekommen vielleicht auch noch mit, wie Soldaten verhindern, dass ein Arzt zu Ihnen vorgelassen wird, er zumindest Ihre Schmerzen lindern könnte.
Was würden Sie also fühlen, wenn Sie und Ihre Familie von Bomben getroffen werden, die, wie die verantwortlichen Politiker im Fernsehen sagen, gar nicht für Sie persönlich bestimmt waren, sondern für Ihren "bösen" Nachbarn oder für Ihre "böse" Regierung oder für die Durchsetzung eines politischen Ziels? Doch Bomben und Raketen seien nun mal nicht so genau.
Doch das ist eben der Krieg. Und er ist überall gleich. Und was müsste wohl passieren, dass diejenigen, die den Krieg heute noch befürworten, ihn morgen nicht mehr befürworten?


Jeder Krieg beginnt mit dem Vorwurf "Der andere ist schuld", der gängigen Erklärung für alle Konflikte weltweit. Immer ist der andere schuld. Jesus von Nazareth jedoch lehrte: "Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst" (Matthäus 7, 5). Oder: "Tut wohl denen, die Euch hassen" (Lukas 6, 27). Und vieles mehr in dieser Art. Würden einige Menschen damit beginnen, diese Lehre allmählich zu verwirklichen, gäbe es immer weniger Kriege, und die Menschen würden Schritt für Schritt von Christus in die Richtung geführt, die gut für sie ist.
Doch jeder Krieg und jede Befürwortung eines Krieges haben mit Jesus, dem Christus, nichts zu tun.
Und jeder, der sich heute noch "Christ" nennt oder "christlich", aber einen Krieg bejaht, wenn auch nur als "letztes Mittel", und auch jeder, der einem Krieger seine "Solidarität" für seinen Krieg vermittelt, der sollte sich sofort von Christus distanzieren und auf diese Weise den Namen "Christus" nicht mehr missbrauchen.

 



1.1. / 13.11.2009
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Neujahr: Kein Grund zum Feiern / Katastrophen 2009-2012: Der Countdown der Wirtschafts-, Naturkatastrophen und Kriege hat begonnen / Kinofilm "2012" von Roland Emmerich: Ende der materialistischen Zivilisation - Der Kalender der Maya endet im Jahr 2012. Dann folgt wieder ein Jahr 0 (zu den Details:
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/12/23/maya-kalender/endet-geht-welt-in-vier-jahren-unter.html)
. Zufall? Der Mensch hat sich durch eine weltweite barbarische Profit-Wirtschaft mit immer höheren Gewinnen, Dividenden und "Boni" für die Superreichen die Natur allmählich zum Feind gemacht, so dass die Erde im Fieber liegt und sich schüttelt. Und immer mehr brechen deshalb die Naturkatastrophen über den Menschen und seine Zivilisation herein. Diese wiederum betrachtet zunehmend wieder den Krieg als angebliche Lösung ihrer Probleme (nach dem nicht funktionierenden Motto "Bringe ich meinen Feind um, ist er weg"). Jeder, der mit offenen Augen und Ohren die Berichte liest, sieht und hört, was geschieht. Und wir erfahren wohl längst nicht alles, was sich schon zusammengebraut hat. Derweil ereignen sich auch zunehmend Wirtschaftskatastrophen, denn das brutale Ego-System von Immer-mehr-superreich und Immer-mehr-bettelarm hat auch in sich keinen Bestand.
Der
Kinofilm "2012" von Roland Emmerich zeigt das Ende der materialistischen Zivilisation. Ein Kommentar zum Film
siehe hier.

Mehr zum Thema der Naturkatastrophen aus geistiger Sicht

 

 


 

Aus den Texten kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Der Theologe aktuell, 1. Halbjahr 2009, Wertheim 2009, zit. nach http://www.theologe.de/2009-1.htm
, Copyright © und Impressum siehe hier.

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