DER THEOLOGE aktuell - 2008-2
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Klarstellung:
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30.12. -
Proteste in Israel gegen den Krieg
29.12. -
Bundeskanzlerin gibt Hamas "Alleinschuld" / Israel: "Krieg
ohne Gnade"
29.12. -
Israel will die Hamas vernichten: "Krieg bis zum bitteren
Ende"
27.12. -
Israel bombardiert
Gaza / Die ersten 300 Toten / Wer durchbricht die Spirale der Gewalt?
25.12. -
Die etwas andere Weihnachtserfahrung: Papst und Bischöfe
kommen nicht durchs Nadelöhr
20.12. -
Unser Tipp zu Weihnachten: Betreten Sie keine Kirche
aus Stein, sondern den inneren Tempel
14.12. -
120 Jahre alte und 33 m
hohe Fichte für den
Vatikan abgeschlagen -
Heuchlerische Papstrede
Ein Symbol: Der stellvertretende Tod des
Vatikan-Baumes
14.12. - Seit
Befreiung des Landes durch die USA: Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak
8.12. -
Pfarrer warten jahrelang auf Stelle - bei vollen Bezügen
8.12. -
Unschuldige Tiere als Opfer von Religionen
-
Für ein Silvestermenü vegetarisch
8.12. -
Verstärkte Bewaffnung - "Die Angst geht um
im Vatikan"
22.11. -
Bestialisches Brauchtum - US-Politikerin Palin gibt
Interview vor laufender Truthahn-Hinrichtung
9.11. -
Erhöhung der Kirchensteuer ab 1.1.2009 - Deshalb:
Kirchenaustritt jetzt
9./10.11. -
1938-2008:
70 Jahre Reichspogromnacht - Die
Verantwortung der Kirchen damals und heute
9.11. -
Schon wieder 37 tote Zivilisten bei NATO-Angriff in
Afghanistan
2.11. -
Kirche spendiert Papst-Bruder Konzert für über
150.000 Euro
2.11. -
Obama-Berater: Sofort den Krieg gegen Iran vorbereiten -
Läuft bereits der Countdown?
2.11. -
Ex-Kultusminister in
Spanien: "Kirche sieht den Bürgerkrieg immer noch als Kreuzzug"
31.10. -
Evangelisch-lutherische Kirche verliert nochmals
200.000 Euro
29.10. -
Spielcasino
Wirtschaft: So geht alles früher oder später kaputt
28.10. -
CSU/FDP-Koalition in
Bayern: "Chamäleon" FDP knickt vor der CSU und den Kirchen ein
27.10. -
Konfessionelle
"Priesterkaste" möchte grausamen "Blut-Gott" beibehalten
25.10. -
Die Schere: Bahnfahren
wird immer teurer, Bahn-Manager erwarten Boni-Millionen
Auch Millionen-Boni für Postbank-Manager
23.10. -
'Der gekreuzigte Bischof" -
Enkel von Landesbischof Meiser verhöhnt Jesus von Nazareth
22.10. -
Quo Vadis Amerika? Im Hintergrund agiert Zbigniew Brzezinski
18.10. - Bankrott-Manager belohnen sich mit 70 Milliarden Dollar "Sonderzuwendungen"
/
Vatikan hortet Gold
/
Sänger Udo
Lindenberg kritisiert Kirche
17.10. - Afghanistan-Desaster: Wieder 25 Zivilisten bei NATO-Angriff getötet?
13.10. - Entsetzen der
Umwelt-Wissenschaftler über Kandidatin
Sarah Palin - "Schlimmer geht´s
immer"
12.10. - Der Mittelstand
sinkt immer mehr ab
10.10. - Wie der Gott
"Mammon" die Herrschaft übernahm / Banker fühlt sich als
Schwerverbrecher
Zum Vergleich: Fünf Billionen Dollar
Schaden pro Jahr durch gnadenlose Abholzung der Wälder
09.10. -
Nachts, wenn der Priester kommt -
Internatsschüler in ihrem Bett missbraucht
/
Und auch blutig geschlagen
06.10. -
Missbrauch von 12-Jährigem -
Ex-Jugendpfarrer zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt
05.10. -
Glaubenswahn um die Wiederkunft von
Jesus: Manche denken, ungeniert Kriege führen zu können
30.09. -
Die Schere öffnet sich weiter:
Banken-Manager kassieren, Steuerzahler und Sparer haften
Astronomische
Bürgschaften: Irland gibt sich als
erstes Land damit praktisch auf
29.09. -
Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester aus Freiburg wegen 101
Straftaten angeklagt
29.09. -
US-Vizepräsidenten-Kandidatin
Sarah Palin - eine fanatische und brutale Tiertöterin
25.09. -
CSU
will Bischöfe weiter vom Staat bezahlen lassen - Kräftige Wahlniederlage
25.09. -
Finanzkrise:
Werden wir von Kriminellen beherrscht und ausgenommen?
24.09. -
Die
"totale" Herrschaft des
Mammon:
US-Finanzminister war bis 2006 Chef von Goldman Sachs
23.09. -
Evangelische Kirche verzockt 4,3 Millionen Euro bei Lehman Brothers
19.09. -
Auch
deutsche Steuerzahler finanzieren
Bankenpleite in den USA - Dafür Kirchensubventionen streichen
19.09. -
Bankenpleite: Der
einfache Steuerzahler bezahlt wieder die Zeche
17.09. -
Einbrecher fand im
Schlafzimmer des Priesters kinderpornografische Fotos -
Erpressung
misslungen
14.09. -
Waffengeschäft: USA verkaufen Israel 1.000
Bunker sprengende Bomben / NATO
trifft sich in Georgien
12.09. -
Sarah Palin
würde Russland unter Umständen den Krieg erklären.
Als Hobby ermordet sie
wehrlose Tiere.
11.09. -
Kriege und ihre
Begründungen - Was wird hier eigentlich gemacht?
05.09. -
Die Philosophie des Westens über die
"Guten" und die "Bösen" - Steht Angriff auf Iran bevor?
04.09. -
US-Vizepräsidenten-Kandidatin
Sarah
Palin erklärt Irak-Krieg als "von Gott gegebene Aufgabe"
04.09. -
Die Kandidaten
im US-Wahlkampf und ihre Kirche
03.09. -
Nach dem
11.9.2001 wurde der NATO-"Bündnisfall" ausgerufen und der Afghanistan-Krieg:
Nach sieben
Jahren wird es immer schlimmer
02.09. -
Das "gekürzte" Interview
mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin
19.08. -
Der Hochmut des
Westens
15.08. -
Der neue "kalte
Krieg" ist in vollem Gange
13.08. -
Skandal-Taufe:
Verwaltungsgericht kapituliert vor dem "Kirchenrecht"
13.08. -
Georgischer Präsident trennt Russland von Europa:
"Grenze zwischen Gut und Böse"
Zieht Regierung in Georgien den ganzen Westen in Krieg hinein?
12.08. -
Georgien: Nationalflagge entspricht der
Kreuzfahrerfahne von 1099
5.08. -
Erzbistum
Bamberg: "Doktorspiele mit dem Trend zum Unterleib" - Domkapitular
zurückgetreten
20.07. -
Zum Papstbesuch: Mehrere demokratischen
Rechte in Australien außer Kraft gesetzt
19.07. -
Australien:
Opfer der Kirche beklagen: "Wir werden ausgeschlossen"
18.07. - Unheilvolle
Zwangserziehung - Der Papst und die katholisch gewordenen Aborigines
8.07. -
Neu: Die katholische Kirche und der Holocaust
30.12. / 5.1.2009 -
Proteste in Israel gegen
den Krieg / Kriegsparteien lehnen Waffenruhe ab / Doch es braut sich immer mehr zusammen
/ Die Götter des Krieges / US-Präsident George W. Bush: Israel sei 307 Millionen
Einwohner stark, wenn es "gegen den Terror" vorgeht
-
Die Kriegspolitik der israelischen Regierung und von deren moralischen Unterstützern (siehe
z. B. hier) wird auch von sehr vielen Juden abgelehnt,
während man sich in der Ablehnung der Raketenangriffe der Hamas ohnehin einig
ist. So erschienen z. B.
in der großen israelischen Tageszeitung Haaretz Anti-Kriegs-Kommentare.
Und 9 % der jüdischen Bevölkerung Israels stimmen ebenfalls für einen sofortigen
Waffenstillstand (Spiegel online, 4.1.2009).
"Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen"
Der israelische Schriftsteller Uri Avnery schreibt z. B., wie die Regierung
Israels womöglich gezielt das Ende der Waffenruhe im Dezember provozierte. "Das
Ziel [verschiedener Aktionen] war", so Avnery, "einen Vorwand für die Beendigung
der Feuerpause zu finden, und zwar in einer Weise, die es ermöglichte, den
Palästinensern die Schuld dafür zu geben".
Näheres siehe unter
http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/hamas-hoch-zehn/
Leider lehnen beide Kriegsparteien, der Staat Israel und die Hamas, einen Waffenstillstand
ab, und jeder möchte den anderen letztlich zerstören, wobei es sich um einen
"ungleichen" Krieg handelt, der vor allem Opfer von den Palästinensern fordert.
Und wer merkt, dass sich in der islamischen Welt mit jedem weiteren Kriegstag etwas
zusammenbraut, was bald nicht mehr umgekehrt werden kann, und dass es keine
militärische Lösung der Problematik gibt, denn für jeden "vernichteten" Feind
wachsen zwei und mehr nach? So fordern z. B. immer mehr Muslime weltweit die
Ausrufung des Dschihad, des "heiligen" Krieges gegen Israel. Doch Israel
weiß, dass sein Krieg
ja letztlich doch vom Westen gedeckt wird, ganz gleich, wie viele Opfer er
fordert und wie grausam alles noch für die Kriegsopfer wird. Doch dem Gesetz von Saat und Ernte
kann niemand in diesem Krieg entrinnen: Wer den Wind sät, wird den Wind und
bald auch den Sturm ernten. Und wer den Sturm sät, wird den Sturm und bald auch
den Hurrikan ernten. Das erlebt derzeit z. B. die Hamas. Doch es gilt für alle.
Und, allgemein gesprochen: "Wer zerstört und
vernichtet - auch wenn er militärische Notwehr geltend macht -,
der wird früher oder später selbst zerstört und vernichtet werden", so das Gesetz von
Saat und Ernte oder Gesetz von Ursache und Wirkung. Oder, wie es Jesus von Nazareth sagte:
"Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen", auch wenn
der Schwerteinsatz vermeintlich berechtigt erscheint, wie z. B. durch Petrus, der die
unberechtigte Gefangennahme von Jesus vor 2000 Jahren mit dem Schwert verhindern
wollte. Die Alternative sind immer Verhandlungen, auch wenn man sich im Recht
fühlt und den anderen als "böse" betrachtet. Ein neutraler Beobachter sieht nie
nur einen Schuldigen oder nur einen "Bösen".
Zudem ist es niemals möglich, einen "Feind" tatsächlich zu vernichten. Denn
die Seelen sind
unsterblich und führen unter Umständen den Krieg in der jenseitigen Welt fort.
Oder sie inkarnieren wieder in einen menschlichen Körper und tragen den Hass aus
dem vergangenen Leben weiterhin in ihrer Seele (siehe dazu
Der Theologe Nr. 2).
Die ungeplanten Kriegsopfer
Aktualisierung [31.12.2008] - Spiegel online zeichnet ein Portrait von dem Uhrmacher des Krieges, Verteidigungsminister Ehud Barak, der jede Bombe zuvor plante, die abgeworfen werden soll. "Selbstsicher tritt er auf - etwas zu selbstsicher, meinen viele. Er urteile blitzschnell, weil er stets überzeugt sei, dass seine Logik besser sei als die der anderen. Er sieht sich deshalb nicht als gewöhnlichen Politiker ... Barak fehlt erstens die Geduld für den Dialog. Zweitens denkt der Hobbyuhrmacher in geschlossenen Systemen. Die Umwelt in seinem Kalkül zu berücksichtigen gehört nicht zu seinen Stärken" (31.12.2008). Deshalb hat er wohl auch nicht berücksichtigt, dass die Trümmer einer Moschee, die er zu Schutt und Asche bomben ließ, auf das benachbarte Wohnhaus fallen und fünf palästinensischen Mädchen den schlimmen Tod brachten (Main-Post u.a., 31.12.2008). Obwohl sie nichts mit der Hamas zu tun haben, wurden ihre Särge mit Hamas-Fahnen geschmückt. Man kann eben die Hamas nicht aus dem Gaza-Streifen heraus destillieren und klinisch sauber vernichten. Und selbst, wenn man es könnte: Das neue Leid und der neue Hass, der durch die Vernichtung in vielen Menschenherzen entsteht, sind bereits die Keime für wieder neues Leid und wieder neuen Hass und wieder neuen Krieg, wie auch die ganze Kriegsgeschichte des Nahen Ostens seit 1947 beweist.
Was will Gott?
So denkt auch die Hamas trotz militärischer Chancenlosigkeit nicht an Kapitulation.
Für ihre Soldaten ist dies ein "heiliger" Krieg, und sie sind bereit, auch als
"Märtyrer" zu sterben. Mit einem Bein bereits im
Grab, beschwört der Hamas-Chef Hanija den Gott Allah. Er "sagte am
Mittwochabend [31.12.2008] in einer TV-Ausstrahlung an die Palästinenser
gewandt: ´Der Sieg ist nahe, so Gott will, und er ist näher als ihr denkt`"
(Spiegel online, 1.1.2009). "So Gott will", so
denken auch die Israeliten und beten zu ihrem Gott Jahwe, der laut ihrer "heiligen"
Schriften schon oft den Krieg befohlen habe, wobei die Propheten Israels jedoch
immer wieder widersprochen haben (z. B. Jesaja, Jeremia, Amos; leider haben
kriegerische Priester die Prophetenschriften später teilweise verfälscht).
Und "Deus vult"
= "Gott will es", so auch der Schlachtruf der katholischen
Kreuzfahrer und Krieger bis ins 20. Jahrhundert hinein.
Doch ob angeblich Allah oder Jahwe oder der kirchliche Gott, der schon
so viele Kriege gewollt und gesegnet hat: Früher oder später
werden wohl die Krieger merken, dass ihnen ihre eigenen Bomben und Raketen um die Ohren fliegen
und weit Schlimmeres. Denn das Gesetz von Saat und Ernte ist unbestechlich und
lässt sich von keinem Gott hinwegsegnen.
Viele wachsame Zeitgenossen dachten bei den "friedlichen"
Silvesterraketen zur Jahreswende unwillkürlich auch daran, dass im Nahen
Osten die Raketen entsetzliches Leid und Tod bringen - und zwar in diesem
Augenblick und auch in der kommenden Zeit. Auf diese Weise wurden die
Silvesterraketen auch zu einem Symbol für das, was in Palästina passiert
und wohl bald auch verstärkt anderswo. Und wie lange wird man sich im Westen
nach einem Glas Wein noch friedlich ins Bett legen können?
Der Angriff Israels auf Gaza ist möglicherweise mit
dem evangelischen US-Präsident George W. Bush abgesprochen. Bereits am 16.5.2008 schrieb der
Tagesspiegel in Berlin: "US-Präsident Bush stimmt einer Großoffensive im
Gaza-Streifen angeblich zu." Und er sicherte Israel grundsätzlich zu, "dass sie
sich auf die USA verlassen könnten". Bush wörtlich: "Israels Bevölkerung mag nur
knapp über sieben Millionen betragen. Doch wenn Sie gegen den Terror und das
Böse angehen, sind Sie 307 Millionen stark, weil die USA ihnen beistehen."
29.12. / 30.12.2008 / 3.1. / 21.1.2009 -
Kanzlerin Angela Merkel und CDU geben Hamas "Alleinschuld" / Israel
verkündet "Krieg ohne Gnade": "Das Schlimmste steht uns
noch bevor" / "Christliche" Kriegs- und Bombenbefürworter verhöhnen Christus
/ Anti-westliche Stimmung in islamischer Welt nimmt massiv zu /
Bibelfundamentalisten fiebern Schlacht von Harmagedon entgegen -
Die deutsche Kanzlerin, die evangelische Kirchenchristin
und CDU-Politikerin Angela Merkel, lässt verlauten: "Die radikal-islamische Hamas trägt die alleinige
Schuld an der Eskalation" (Bild, 29.12.2008), sie trage
"eindeutig und ausschließlich" die Verantwortung (Spiegel online,
29.12.2008) - ein demagogischer
Unsinn, denn bei einem solchen Konflikt hat niemals nur einer die "Alleinschuld". Mit anderen Worten: Jeder an einem Konflikt Beteiligte hat zumindest einen
Anteil. Und vermutlich widersprechen auch die
meisten anderen deutschen Politiker der Kanzlerin. "Jemand, der seit 60 Jahren
Gewalt mit Gewalt beantwortet, ist immer nicht nur Opfer, sondern auch Täter.
Das gilt für beide Seiten. Nur ein Psychopath wird das bestreiten", heißt es z.
B. in Leitartikel zum Web-Blog der Frankfurter Rundschau (21.1.2009).
Unmittelbar vor den israelischen Kampfhandlungen erklärte ja die Hamas, die
Waffenruhe würde nicht verlängert, da Israel
mit seiner Total-Blockade den Gaza-Streifen mehr und mehr strangulierte. Und
Israel wird dafür wieder einen Grund nennen, worauf die Hamas wieder einen Grund
nennt, woraufhin wieder Israel usw. usw.
Eine friedliche Alternative
Und hier kann man auch bedenken, dass der Konflikt einst damit begann, dass die Palästinenser in den Jahren 1947 und 1948 gewaltsam von den Israelis aus ihrem Land vertrieben wurden und dass sie erleben mussten, wie über 500 ihrer Dörfer und Städte zerstört, viele Menschen getötet wurden. Eine Alternative wäre z. B. gewesen, friedlich zu siedeln und Landstücke Zug um Zug von Palästinensern zu kaufen, z. B. mit der Hilfe von finanzstarken jüdischen Organisationen in den USA; oder auch mit Hilfe von Zahlungen aus Deutschland - als Zeichen gegen das grausame Leid des voran gegangenen Holocaust (vgl. dazu Der Theologe Nr. 4); und mit dem Ziel eines friedlichen Nebeneinanders von bisherigen und neuen Bewohnern des Landes. Und diese Entwicklung hat es ja auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tatsächlich gegeben, bis Gewaltbereite auf beiden Seiten die Oberhand bekamen. Doch immerhin hat die UNO in den Jahren 1948, 1967 und 1973 auch aufgrund der geschichtlichen Gesamtsituation (Die Israeliten wurden nach einem Aufstand im Jahr 135 von den Römern aus Palästina vertrieben und wurden kurz zuvor in Deutschland bestialisch umgebracht) die Existenz des Staates Israel anerkannt (z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Resolution_338_des_UN-Sicherheitsrates). Dies hätte die Grundlage dafür sein können, den palästinensischen Flüchtlingen - mit internationaler Hilfe und Vermittlung - die Rückkehr zu ermöglichen oder sie angemessen zu entschädigen. Möglicherweise hätte sich dann nie eine Hamas (gegründet 1988) entwickelt. Und möglicherweise wäre dann weltweit nie ein solcher gewalttätiger Islamismus entstanden.
Das Bild vom Splitter im Auge des Nächsten und vom Balken im eigenen Auge
Jesus von Nazareth, zu dem sich die Kanzlerin dem Munde nach bekennt, sprach
bei Konflikten sogar vom
"Balken" im eigenen Auge, der zuerst entfernt gehört, während der
Konfliktbeteiligte aus Sicht eines Christen nur den "Splitter" im Auge hat. Doch
das "C" für "Christus" hat die CDU bekanntlich nur im Namen.
Die Lehre des Christus befolgt man nicht. Sonst würde man sich zumindest
bemühen, den Balken zu finden.
Denn würde Jesus, der Christus, auf
den sich auch die Kanzlerin in ihrem CDU-Parteiprogramm beruft, in einem Krieg
für die eine Seite Partei ergreifen, wie dies die Kanzlerin tut? Nein, sondern
er lehrte wörtlich: "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst
nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder:
Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe ein Balken
ist in deinem Auge. Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach
sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst" (Matthäusevangelium,
7, 3-5).
Die Verhöhnung von Christus
Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, der Protestant Eckart von
Klaeden, erklärte sogar,
"es liege ´allein in der Hand der Hamas`, ein Ende der Kampfhandlungen
herbeizuführen" (Spiegel online, Handelsblatt, 29.12.2008). Israels
Führung sprach demgegenüber von einem "Krieg ohne Gnade" und der
kompletten Zerstörung aller Einrichtungen der Hamas. "Nicht ein stehendes Haus"
der Hamas werde es bald mehr geben. Doch der Hass, den Israel dafür erntet, wird
schon bald mit Macht über das eigene Land herein brechen.
"Wir befinden uns erst am Anfang des Kampfes, dies
kann man nicht mit einem Schlag lösen. Das Schlimmste ist noch nicht
ausgestanden, es steht uns noch bevor, und darauf müssen wir uns vorbereiten",
so Israels Vize-Generalstabschef Dan Harel (ntv, 29.12.2008). Doch Dan
Harel ist
wenigstens kein Christ und beruft sich im Unterschied zu seinen
kirchenchristlichen Sympathisanten nicht auf den Pazifisten Jesus
von Nazareth, sondern er lehnt vermutlich dessen Friedensbotschaft ab und handelt
entsprechend. Wenn jedoch Politiker wie Angela Merkel und ihr
außenpolitischer "Experte" Eckart von Klaeden sich auf Christus
berufen und dann ebenfalls die Bombardierungen und damit die Eskalation der
Gewalt befürworten oder wohlwollend tolerieren,
dann ist das eine Verhöhnung des Mannes aus Nazareth.
Verhandlungen mit dem "bösen" Nachbarn als einzige Chance
Zum Hintergrund: Israel will
die islamistische Hamas vernichten und nicht mit ihr verhandeln, obwohl diese von der Mehrheit
der Palästinenser im Jahr 2006 bei demokratischen Wahlen gewählt wurde. Und so schwenkte auch die Hamas
wohl wieder vom zwischenzeitlichen Angebot einer Waffenruhe um zum Aufruf zu einer neuen Intifada, einem
Aufstand gegen Israel, der auch Selbstmordattentate einschließt. Hintergrund ist
hier das Bestreben, den Staat Israel zu beseitigen und einen islamischen Staat
in Palästina zu gründen. "Seit September 2004 enthält sich die Hamas selbst im
Allgemeinen der Gewalt gegen Israel, meint aber, dass ´Israel die Ursache jeglichen Terrorismus` sei und bezeichnet den
Beschuss Israels mit Kassam-Raketen durch andere militante Gruppen als Akt der
Selbstverteidigung". Nach Gesprächen mit Ex-US-Präsidenten Jimmy Carter
im April 2008 soll sich die Hamas sogar zwischenzeitlich zur einer Anerkennung
Israels in den Grenzen von 1967 bereit erklärt haben, dies jedoch später
widerrufen haben, was allerdings auf eine noch bestehende Flexibilität der Position
hindeute (http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas).
Doch anstatt die Chance zu prüfen, lehnte Israels Präsident Ehud Olmert es
ab, Jimmy Carter überhaupt anzuhören.
Dabei sind Verhandlungen mit dem
jeweils "bösen" Nachbarn für jede Seite die einzige sinnvolle Möglichkeit,
zu einem geordneten Nebeneinander zu kommen. Jeder Versuch einer Vernichtung wird auf einen
selbst zurückfallen, was derzeit anscheinend die militärisch unterlegene Hamas erlebt.
Doch mittlerweile lassen
sich - wie im Iran und in Indonesien - Muslime weltweit zur Hilfe für die Hamas und
zum angeblich "heiligen" Krieg gegen Israel rekrutieren. Die islamistische Gewalt wird also jetzt
massiv und auf vielerlei Art zunehmen. Und sie wird auch diejenigen treffen, die sich
jetzt auf die Macht ihrer Hochrüstung und auf ihre Waffen verlassen. Und das alles bestätigt einmal mehr die "Spirale von
Gewalt und Gegengewalt ..." Und was Israels Minister Ehud Barak sagte, gilt für
alle Beteiligten, wenn sie nicht endlich aufhören: "... bis zum bitteren Ende".
Evangelische Krieger warten auf Schlacht von Harmagedon
Und am bittersten könnte es wohl für die kommen, welche im Namen von Jesus von
Nazareth in das Kriegsgeschrei einstimmen. Denn sie sind nicht nur kriegerisch,
sondern sie verstellen durch ihre Scheinheiligkeit und ihre Heuchelei auch den Blick auf die Alternative,
die sich allmählich daraus ergibt, dass man wenigstens versucht, die Jesus-Worte "Liebe deine Feinde" ernst
zu nehmen und daraus konkrete einzelne Schritte ableitet.
Die radikalste Gruppe der kirchlichen Krieger sind evangelische
Bibelfundamentalisten, vor allem aus den USA. Sie unterstützen seit Jahren
mit vielen Millionen Dollar radikale jüdische Siedler und andere fanatische
Gruppen in Israel, und sie standen bei jedem Krieg fest an der Seite Israels
(wie auch meist bei den Kriegen der USA an der Seite ihrer Krieg führenden
Regierung). Sie
erwarten aufgrund einiger schwer verständlicher und teilweise
gefälschter Stellen im letzten Buch der Bibel allerdings auch folgendes: Ein
großer Teil der Juden würde sich bald zum falschen
Christus der Institutionen Kirche bekehren und die Gegner Israels und deren Verbündete
würden dann in
einer Endschlacht von Harmagedon militärisch besiegt werden.
Über diese kirchlichen "Helfer" äußerte sich der derzeitige
Präsidentschaftskandidat des Likud-Blockes, Benjamin Netanjahu, im Jahr
2006 z. B. wie folgt: "Eine erstaunlich große Anzahl von
fundamentalistischen Christen glaubt daran, dass wir jetzt auf das Ende der
Zeiten und die Schlacht von Armageddon (oder: Harmagedon bzw. Harmageddon) zusteuern. Natürlich ist das so
seit dem Tode von Jesus gewesen, dessen Anhänger seine bevorstehende Rückkehr
erwarteten, damit er die Dinge in Ordnung bringt. Doch obgleich die Christen
glauben, die Apokalypse werde aus Gründen geschehen, die keinen Sinn für die
meisten Leute (einschließlich mir) ergeben, heißt das nicht, dass sie nicht
stattfindet" (Trimondi online, 5.4.2006).
Mit dem Mann aus Nazareth, der vor ca. 2000 Jahren das kommende
Friedensreich verkündete und von den Priestern seiner Zeit verfolgt und von den
Römern gekreuzigt wurde, haben diese "fundamentalistischen Christen" und ihr
falscher "Kriegs-Christus" jedoch nichts zu tun. Der echte Christus
bringt "die Dinge in Ordnung", indem seine Nachfolger sich an seine Gebote und
seine Bergpredigt halten (wozu das Erlernen der Feindesliebe gehört) und womit sie ganz
allmählich eine Alternative zu der kriegerischen Welt der großen
Ego-Konflikt-Parteien aufbauen könnten.
Anti-westliche Stimmung nimmt massiv zu
Aktualisierung:
Der in Deutschland lebende libanesische Journalist Mottaleb el Husseini
erklärt gegenüber Focus online (30.12.2008) die Stimmung in den islamischen Ländern:
"Die Menschen in der arabischen Welt sind wütend. Die Wut richtet sich aber
nicht nur gegen Israel, sondern auch gegen die eigenen Regime, die sich absolut
passiv verhalten. Das Problem von Gaza ist nicht nur der Raketenbeschuss auf
Israel. Gaza ist abgeriegelt, es ist ein Gefängnis für seine Bewohner. Das
schürt Hass und ist Wasser auf die Mühlen der Islamisten. Selbst gemäßigte
Muslime, die bislang an der Seite des Westens standen, sind enttäuscht. Die
anti-westliche Stimmung nimmt massiv zu"
(http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/tid-12981/nahost-die-intifada-hat-bereits-begonnen_aid_358574.html).
Der Krieg Israels stärkt also den gewalttätigen und nicht zu
Friedensverhandlungen bereiten Islamismus weltweit in ungeheurem Ausmaß.
Und hier die
Stellungnahme des UN-Sonderberichterstatters: "Die
Luftangriffe hätten nicht nur jede Polizeistation und jede
Sicherheitseinrichtung der gewählten Regierung im Gazastreifen zerstört, sondern
auch viele Zivilisten getötet, heißt es in einer Erklärung des
UN-Sonderberichterstatters über die Menschenrechtslage in den
Palästinensergebieten, Richard Falk, vom Montag. Zwar seien die Raketenangriffe
gegen Zivilisten in Israel gesetzeswidrig, aber dies gebe Israel weder als
Besatzungsmacht noch als souveräner Staat das Recht, das internationale
humanitäre Völkerrecht zu verletzten. Die Eskalation der Militärangriffe habe
das Leben für israelische Zivilisten nicht sicherer gemacht" (Netzeitung,
30.12.2008).
Der ehemalige UN-Generalsekretär Butros Gali hat mittlerweile resigniert:
"Die Araber haben gemeinsam einen guten Friedensplan vorgelegt, der
die Anerkennung Israels in den Grenzen von 1967 im Gegenzug für die
Unabhängigkeit eines palästinensischen Staates im Rahmen dieser Grenzen vorsah.
Israel hat den Fehler gemacht, dieses Angebot zu ignorieren" (Das ganze
Interview unter
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,599240-2,00.html).
29.12. / 30.12.2008 -
Israel will die Hamas
vernichten: "Krieg bis zum bitteren Ende" / Symbol für die Weltpolitik? Denn
"die Erde steht auf der Kippe" / Auf ein gutes Neues Jahr ohne die Hamas? - Israel will in diesem Krieg eine
"endgültige" "Lösung" der Konflikte mit der islamistischen Palästinenser-Organisation Hamas, die
bei den palästinensischen Parlamentswahlen vom 25.1.2006 im Westjordanland und
im Gaza-Streifen die absolute Mehrheit der Mandate erreichte, jedoch nur in Gaza
gewaltsam die Macht übernommen hatte. Eine Verhandlungslösung werde
ausgeschlossen, so Israels Minister Ehud Barak, es gibt "Krieg bis zum
bitteren Ende" (Bild, 29.12.2008). Er vertraut dabei auf das riesige
Waffenarsenal seines Landes, und Ministerpräsident Ehud Olmert sagte ja im Blick
auf die vielen Bomben und Raketen: "Wir sind stärker" (Focus online,
25.12.2008).
Völkerrecht als Verhandlungsbasis für Versöhnung und Wiedergutmachung
Und was wird dann von Gaza und seinen derzeit noch 1,5 Millionen Einwohnern, überwiegend Anhänger oder Wähler der Hamas und ihre Familienangehörigen, am Ende noch übrig sein außer einem Trümmerhaufen? Die meisten Bewohner lebten vor dem Krieg von weniger als zwei Dollar pro Tag (Focus online, 30.12.2008). Und dass die palästinensische Bevölkerung Jahr für Jahr mehr der Hamas bzw. dem gewaltbereiten Islamismus zuneigt, hat seine Ursache auch in der Politik Israels gegenüber den Palästinensern (zuletzt in der Abriegelung des Gaza-Streifens von der Außenwelt), mit deren Vertreibung im Jahr 1948 die Tragödie begann. 750.000 Palästinenser wurden damals aus ihrem Land getrieben, über 500 ihrer Dörfer und Städte wurden zerstört, weil Israeliten dort siedeln wollten; siehe auch unten; vgl. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Nakba). Und bis heute weiten militante jüdische Siedler auf völkerrechtlich palästinensischem Land meist mit Deckung der Regierung ihren Herrschaftsanspruch auf immer mehr Land aus. Und so wollen z.B. die Fanatiker jeder Seite das ganze Land allein für sich. Und jeder beruft sich auf seine Religion. Dabei hat die UNO in den Jahren 1948, 1967 und 1973 eindeutig entschieden, welcher Teil des Landes wem völkerrechtlich zusteht (z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Resolution_242_des_UN-Sicherheitsrates), was jedoch die voran gegangene Vertreibung der Palästinenser ethisch-moralisch nicht legitimiert. Dies bedürfte aus geistiger Sicht der Bitte um Vergebung und um Wiedergutmachung an den Vertriebenen und den Nachkommen der Getöteten, wobei das Völkerrecht als Verhandlungsbasis dienen könnte. Doch davon ist man weiter entfernt denn je. Weder die Regierung Israels noch die Palästinenser, die einen islamischen Staat in ganz Palästina wollen, akzeptieren die UNO-Beschlüsse, woraufhin jede Seite schon bislang negative Folgen vielfach tragen musste. Dabei könnte ja jeder Staat, der jüdische wie der palästinensische, auch friedfertigen Bewohnern bzw. Siedlern der anderen Volksgruppe Wohn- bzw. Minderheitenrechte einräumen, wie es ja z. B. vielen Palästinensern in Israel auch grundsätzlich gewährt wird.
Was kommt nach dem "bitteren Ende" in Palästina?
Doch was wird jetzt, wenn Israel erst Krieg bis zum "bitteren Ende" in
Gaza führt? Und dann eventuell eines Tages auch gegen den Iran? Und immer weiter Krieg führen "bis zum bitteren Ende",
eventuell irgendwann auch mal mit den Atombomben? Denn mit jeder abgeworfenen Bombe bombt man sich
gleichzeitig einen neuen Feind herbei. Eigentlich war es anders gemeint mit dem "Segen für
alle Völker", der nach
1. Mose 12, 3 im Alten Testament von den Nachkommen Abrahams ausgehen sollte, die den Auftrag hatten, Vorbild für andere
Völker zu sein. Und glaubt der Westen allen Ernstes, so zu einer Verständigung
mit der islamischen Welt zu kommen?
Aber vielleicht lässt sich ja die Hamas
tatsächlich ausradieren und alle überlebenden Islamisten geben dann auf. Und im Westen sagt man dann
vielleicht: "Glück gehabt".
Oder muss man im Westen einfach einmal vom hohen Ross der maßlosen
Selbstgerechtigkeit herunter? Immerhin sind es nicht die
islamischen Staaten und die palästinensischen Kleinbauern, welche die Welt in
Richtung auf den Klimakollaps und dadurch in einen Zusammenbruch führen.
Bitteres Ende für die ganze Welt? "Die Erde steht auf der Kippe"
So könnte die Ankündigung Israels "bis zum bitteren Ende" ein Symbol für
die Weltpolitik überhaupt sein: für alle Kriege, auch den globalen Krieg des
weltweiten Wirtschaftssystems gegen die
Schöpfung Gottes. "Die Erde steht auf der Kippe", sagt der führende deutsche
Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber in einem Interview (http://www.mainpost.de/nachrichten/meinung/art9517,4894663).
Und ist es vielleicht so, dass die Worte "Bis zum bitteren Ende" eine symbolische Warnung für den ganzen Erdplaneten sind und ein böses
Omen hinzu? "Bis zum bitteren Ende?" Und sagen alle Politiker, die so
handeln, dann im Jenseits:
"Das war es uns wert gewesen. Doch jetzt möchten wir gerne in den kirchlichen
Himmel"? Die Friedensbotschaft des Juden Jesus von Nazareth, der unter
anderem lehrte "Tut Gutes denen, die euch hassen", war es
jedenfalls noch keinem Wert, ihr eine echte Chance zu geben. Und kaum einer
nahm die Botschaft ernst, die auch das ganze "Alte Testament" durchzieht, und
welche zusammengefasst heißt: "Was der Mensch sät, das wird er ernten",
was zwar auch für den "Feind" gilt (aus israelischer Sicht z. B. für
die Palästinenser, die den Raketenbeschuss auf israelische Siedlungen
verantworten), aber eben auch für einen selbst. Und welche Ernte werden wohl
diejenigen letztlich einfahren, die zwar die Friedensbotschaft von Jesus mit dem
Mund befürworten, jedoch praktisch dagegen handeln, indem sie z.B. Kriege und
Bombardierungen unterstützen?
PS: Verglichen mit dem legendären Kampf
des israelitischen Hirten David mit seiner
Steinschleuder und dem Philisterkrieger Goliath in seiner schweren Rüstung sind
die
"Spielregeln" bereits
"umgekehrt" (siehe dazu hier): Diesmal haben die Nachfahren der
Philister, die Palästinenser, die Steine. Und "gewonnen" hatte damals
jedoch der mit
dem Stein.
Ansonsten bereitet man derweil die Silvesterparties und die Silvesterraketen vor:
"Auf ein gutes, gesundes
und gesegnetes Neues Jahr ohne die Hamas"?
26.12. / 29.12.2008 -
Israel wirft Bomben
auf Gaza /
Wer durchbricht die Spirale von Gewalt und Gegengewalt? / Israel zerbombt eine
Einrichtung nach der anderen / Die Weihnachtsansprache des iranischen
Präsidenten - Um die
Weihnachtszeit
stimmten die westlichen Medien die Bevölkerung auf einen Angriff Israels auf den
Gaza-Streifen ein. Der Grund klang nachvollziehbar: Raketenbeschüsse aus dem
Gaza-Streifen auf die angrenzenden israelischen Dörfer und Städte, zuletzt war von ca. 80
"seit dem Heiligen Abend" die Rede.
Die Blockade von Gaza
Getötet wurde jedoch offenbar niemand. Was dabei aber vielfach nicht mehr berichtet wurde: Israel hatte den Gaza-Streifen seit dem 5.11.2008 intensiv und komplett abgeriegelt, nachdem eine weit gehende Blockade durch Israel praktisch schon seit ca. 18 Monaten andauert. Damit wollte man die Hamas-Regierung in die Knie zwingen. Diese wiederum begründete die Nichtverlängerung der Waffenruhe ab dem 19.12.2008 damit, dass Israel nicht genügend Lebensmittel und Waren ins Land lässt und dass Gaza auf diese Weise mehr und mehr stranguliert wird. Die Bevölkerung musste inzwischen um die alltäglichsten Dinge kämpfen. So gab es kein Mehl mehr und nur einmal in der Woche Wasser. Und nur noch in 23 von 3.900 Betrieben konnte zuletzt gearbeitet werden, die Menschen waren immer verzweifelter (z.B. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/detail_dpa_19866572.php), und militante Palästinenser begannen verstärkt zu schießen. Und warum die Komplett-Blockade seit Wochen? Auch bereits wegen vorheriger Raketenbeschüsse einzelner Palästinenser, nachdem es zuvor ein halbes Jahr "ruhig" war. Und warum die Raketenbeschüsse? Wegen der Blockaden usw. ...
Friedliche Besiedlung oder gewaltsame Vertreibung
Man findet immer wieder ein nächstes Glied in der Kette
der Gewalt (siehe dazu auch den Artikel von Uri Avnery
hier) und wird im aktuellen Konflikt vor Ort bis zur Vertreibung der Palästinenser
zurück finden - aus
dem Land, in dem sie Jahrhunderte lang ohne Kriege lebten. Bereits in der ersten
Hälfe des 20. Jahrhunderts kam es zwischen palästinensischen und beduinischen
Bewohnern Palästinas und jüdischen Einwanderern immer häufiger zu gewaltsamen
Zusammenstößen. Doch vieles verlief friedlich. Welcher Umgang miteinander würde
sich durchsetzen? Dann wurden 750.000 Palästinenser in den Jahren
1947 und 1948 durch militärische jüdische Organisationen bzw. durch den (durch
einen Beschluss der UNO gegründeten) Staat Israel vertrieben, über 500 Dörfer
und Städte zerstört, eine große Zahl getötet (hierzu gibt es viele
Forschungsberichte, welche die Vorgänge im Detail dokumentieren). Die Nachkommen
der Flüchtlinge sind mittlerweile auf ca. sieben Millionen Menschen angewachsen
und leben meist immer noch in Flüchtlingslagern. Anstatt dass z. B. jüdische Siedler
weiterhin Landstücke von Palästinensern kauften
(jüdische Organisationen in den USA hätten z. B. sehr viel Geld ausschließlich
für friedliche Besiedlungsaktionen bereit
stellen können) und sich legal und friedlich ansiedelten, was viele in der
erste Hälften des 20. Jahrhunderts ja auch taten, wurde jetzt mehr und mehr
brachiale Gewalt eingesetzt und Palästinenser vertrieben. Doch wohin das immer wieder
führte, zeigte die Zeit bis jetzt. Und die Erfahrung ist dabei immer: Jeder
Gewaltakt enthält bereits wieder die Keime für den nächsten Gewaltakt, und jede
kriegerische Handlung setzt die Ursachen für den nächsten Krieg usw. usw.
Dabei kam die UNO Israel entgegen, indem sie den Staat 1948 trotz der
ethisch-moralisch nicht legitimierbaren Gewalt (siehe
hier) völkerrechtlich ins Leben rief und 1967 und 1973 in seinen Grenzen bestätigte
- eine gute Basis für eine baldige Aussöhnung und Wiedergutmachung an den
Flüchtlingen und Opfern der Gewalt. Doch Israel
hatte die 1967 zusätzlich eroberten palästinensischen Gebiete besetzt und sich
allen Resolutionen der UNO seither widersetzt. Und die meisten der
heutigen Islamisten akzeptieren die Resolutionen aus ihrer Sicht natürlich auch
nicht. So hatte sich Israel zwar 2006 aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen,
kontrollierte das Land jedoch seither faktisch vielfach von außen und lässt
einen unabhängigen Staat, der z. B auch über seine Bewaffnung selbst
entscheidet, nicht zu.
Wenn der eine nicht mit dem anderen reden, sondern ihn zerstören will
Die Hamas-Regierung forderte zuletzt die für Gaza notwendige Öffnung der Grenze, dann würde der Beschuss
aufhören. Und Israel forderte den Stopp der Raketenbeschüsse, damit
die Grenze nach Israel etwas weiter geöffnet würde. Die Spirale von Hass und Gewalt hat z. B. der Mann aus Nazareth
vor 2.000 Jahren durchbrochen, indem er lehrte "Tut Gutes denen, die Euch hassen".
Die Hassenden und Gewalttätigen entgegnen, das ist leicht gesagt. Doch wer hat
sich je ernsthaft darum bemüht? Z. B. indem man miteinander redet und verhandelt
statt tötet (schließlich heißt ja auch das 5. Gebot: "Du sollst nicht töten",
und es steht im Alten Testament). Und dabei auch
Geduld übt. Die Regierung Israels beklagte zwar andauernde Raketenbeschüsse
durch Palästinenser, die damit vor allem Grenzöffnungen erzwingen
wollten. Gleichzeitig weigerte sie sich jedoch, mit der Hamas-Regierung,
welche die letzte palästinensische Wahl gewonnen hatte, zu verhandeln. Die
Regierung wird stattdessen wegen deren Gewaltanwendung von Israel als
"Terroristen" bezeichnet und die Bevölkerung zu deren Sturz aufgerufen. Doch
wenn ein Palästinenser in Gaza in Opposition zur Hamas geht, drohen ihm
Unterdrückung oder gar Tod (Spiegel online, 24.1.2009). Engagements, z.
B. des
Ex-US-Präsidenten Jimmy Carter, der mit der Hamas sprach, zeigten jedoch, dass die
islamistische Organisation ihre Position auch
ändern kann. Doch wird das wohl keinen Bestand haben, wenn sie nun ihrerseits
von der anderen Seite vernichtet werden soll. Und die Regierung Israels weigerte
sich damals sogar, mit Jimmy Carter, dem Architekten des Friedens zwischen
Israel und Ägypten 1979, zu reden (vgl. dazu bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas).
Aktualisierung [22.1.]: "Chaled Maschaal, Chef der radikal-islamischen
Hamas, erklärte, an seiner Organisation führe kein Weg vorbei. Seit drei Jahren
werde durch eine Blockade des von der Hamas kontrollierten Gazastreifens
versucht, die Hamas ´loszuwerden`, sagte Maschaal in einer von mehreren
arabischen Fernsehsendern übertragenen Rede. Nun sei es an der Zeit, mit der
Hamas zu reden" (Bild, 22.1.2009). Allerdings wollen viele
Hamas-Vertreter auch mit keinem israelischen Regierungsvertreter reden bzw. nach
dem Krieg nicht mehr reden.
Doch ohne Gespräche miteinander funktioniert das
alles nicht. Auch nicht dem Iran
gegenüber. Erleben wir deshalb derzeit erst das grausame Vorspiel zu einem weit
apokalyptischeren Szenario? Falls der Iran mit Hilfe der USA von Israel genauso in die Knie gezwungen werden
soll wie Gaza? Auch mit der Regierung des Iran will ja niemand von den
westlichen Politikern reden.
Was würde Jesus heute tun? fragt nicht die Kirche, sondern der Präsident des Iran
Was war das für ein Empören, als der iranische
Präsident Mahmud Ahmadinedschad die westlichen Kirchenchristen und ihre
politischen Führer über das britische Fernsehen an
Weihnachten an den Friedenslehrer Jesus von Nazareth erinnerte! Weil er
selbst nicht friedlich sei, so der Vorwurf. Doch er nennt sich wenigstens nicht
"Christ" - im Unterschied zu den westlichen Politikern, die sich
zwar "Christen" nennen, aber das Gegenteil von dem tun, was Jesus,
der Christus, lehrte. Doch anstatt sich zu schämen, dass es Mahmud
Ahmadinedschad war, der die Frage stellte, was wohl Jesus von Nazareth heute tun
würde, und dass sie nicht selbst oder zumindest der Papst diese Frage stellten
und beantworteten, prügelte man lieber auf die "Kuschelrede" des Persers ein.
Doch der iranische Präsident, dessen Politik hier keineswegs verteidigt wird, stellte
zumindest die Frage, die sich Christen in
dieser Weltsituation stellen sollten, auch wenn er darauf keine christliche
Antwort gibt. Er ist ja auch Muslim und wird seinem islamischen Glauben gemäß eine
Antwort geben. Doch die kirchenchristlichen Politiker fragen nicht
einmal nach der Quelle ihres Glaubens und regen sich dann auch noch auf, wenn
sie von Vertretern anderer Religionen freundlich daran erinnert werden.
Und so dreht sich auch im Nahen Osten die Spirale der Gewalt immer brutaler. Derweil spendete der
Papst seine
unkonkreten "Friedenswünsche", verschwieg aber, wie die verfeindeten Parteien
den Frieden einleiten könnten. Er hätte dazu bloß die Frage von Mahmud
Ahmadinedschad nach Jesus zu wiederholen brauchen. Stattdessen verweigerte
auch der Papst im Jahr 2007 dem
iranischen Präsidenten dessen Wunsch nach einem Gespräch. Und warum war der
Papst einmal mehr so unkonkret? Weil sich die katholische Kirche in ihrer grausamen Geschichte selbst nicht
an konkrete Friedensschritte hielt und bis heute Waffen segnet und
Soldaten im Kriegseinsatz.
Israel: "Wir sind stärker"
Israels Regierungspräsident Ehud Olmert erklärte: "Wir sind
[militärisch] stärker" (Focus online, 25.12.2008). Das denkt so mancher und verlässt sich auf die
Menge und die Grausamkeit seiner Waffen. Aber am Ende wird die
Rechnung auch hier nicht aufgehen - so wie in den Zeiten der alten Propheten
Israels wie Jesaja und Jeremia, als sich Könige und Politiker ebenfalls auf ihre
militärische Stärke verließen. Doch die Gottespropheten lehrten sinngemäß:
"Tut Gutes denen, die euch hassen," was keineswegs naiv ist, sondern die
realistische Chance, früher oder später das Herz des Hassenden zu verwandeln.
Und sie lehrten nicht: "Wenn derjenige, der euch hasst, nicht tut, was ihr
wollt, dann wendet
Gewalt an ..."
Aktualisierung [27.12.2008]: Zwei Tage nach dem päpstlichen "Urbi et Orbi"
begann Israel am
Morgen des 27.12.2008, dem jüdischen Sabbat, plötzlich aus heiterem Himmel und
deutlich vor Ablauf eines zugesagten Ultimatums mit
Bombenangriffen auf Gaza.
Am Sabbat dürfte nach jüdischem Glauben aber nicht einmal ein Feuer angezündet
werden. Und Kämpfen sei am Sabbat nur zur unmittelbaren "Selbstverteidigung"
erlaubt. Der Sabbat gilt als "Vorgeschmack auf die Freuden im Jenseits"
(Wikipedia, 28.12.2008). Auch deshalb wurden die Moslems in Gaza vom plötzlichen
Bombenhagel überrascht.
Stern.de schreibt: "Alles hatte zuvor auf einen relativ ruhigen
Samstag hingedeutet. Militante Palästinenser hatten zwar in der Nacht eine
Rakete auf einen Kibbuz abgefeuert, aber auf die sonst üblichen Angriffe in den
Morgenstunden verzichtet. Die Bevölkerung von Gaza deckte sich mit Lebensmitteln
ein. Israel hatte am Freitag nach einer zehn Tage langen Blockade rund 100
Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern, Medikamenten und Getreide durchgelassen.
Die Bewohner von Gaza freuten sich schon auf das ebenfalls gelieferte Kochgas.
"Wir leben hier wie in der Steinzeit. Wir essen nur ungekochte Sachen wie
Gemüse. Wir haben kein Kochgas und können keine Eier kochen oder warmes Essen
machen", sagte Umm Ramadan. Sie freute sich auch wieder auf frisches Fladenbrot.
Die meisten Bäckereien hatten wegen des Mangels an Mehl und Gas schließen
müssen" (27.12.2008). Doch dann kamen
die Flieger aus heiterem Himmel, gerade als sich die Bevölkerung um Zugang zu
gerade erst gelieferten Hilfsgütern bemühte.
Kein Segen, sondern wieder einmal die "Zeit des Tötens" - Wie lange noch?
Doch
jeder Gewaltakt ist gleichzeitig die Saat für den nächsten Gegen-Gewaltakt.
Und in unserer bis zur x-fachen möglichen Weltzerstörung exzessiv hochgerüsteten Welt sind angeblich militärische
"Lösungen" noch kurzlebiger als früher. Und jede militärische "Lösung" trägt
bereits die Keime für den nächsten Krieg in sich, bis zum "finalen" "Showdown",
wenn man nicht damit aufhört. Doch man macht weiter, solange es den Glauben an gerechte oder sinnvolle Kriege
gibt, wie ihn auch
die beiden Großkirchen (die katholische und die evangelische) weiterhin lehren
und solange das präzise Gesetz von Saat und Ernte und die Gesetzmäßigkeit der
Reinkarnation (siehe Der Theologe Nr. 2)
abgelehnt werden, wie es z. B. die Kirche tut.
Israels Außenminister Ehud Barak sprach in Anspielung auf Prediger
Salomo, Kapitel 3 in der Bibel ("Töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit
... lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit, Streit hat seine Zeit, Friede
hat seine Zeit"): "Es gibt eine Zeit der Ruhe und eine Zeit der Gefechte"
(Bild, 27.12.2008). Die großen Gottespropheten Israels wie Jesaja,
Jeremia oder Micha sprachen jedoch im Gegensatz zum Prediger Salomo nie von
einer "Zeit der Gefechte" oder einer "Zeit des Tötens" (vgl. dazu "Der Theologe Nr. 8" - Wie der
Teufel in der Bibel hauste). Sie versuchten jeweils vergeblich, die
Regierenden vor einem Krieg und vor einem Vertrauen in militärische Stärke zu
warnen. Denn die Folgen waren jeweils verheerend: Unzählige Tote, Eroberung des
Landes, Verschleppung von Gefangenen usw. Doch dieses Mal hat man wohl so viele
Waffen, einschließlich Atombomben, um damit theoretisch die ganze Welt zerstören
zu können. Doch der Auftrag wäre eigentlich ein anderer: "In dir sollen gesegnet
werden alle Geschlechter auf Erden" (1. Mose 12, 3). Und Abraham, der
erste Empfänger dieser Verheißung, hatte bekanntlich bei der Landfrage gegenüber
seinem Neffen Lot nachgegeben (1. Mose 13).
Kein Herz wird gewonnen
Aktualisierung [28.12.2008]: Neue Luftangriffe. Schwer vorstellbar, dass Israel
so auch nur
das Herz eines einzigen Palästinensers gewinnen kann. Die furchtbare Ernte auf diese
Saat wird wohl bald folgen. Und selbst wenn es einem gelänge, alle
vermeintlichen Feinde umzubringen: Da hilft dann kein Beten mehr und kein Klagen,
keine neuen Gelder und Waffen, kein Blanko-Scheck für jede Art
von Gewalt von mächtigen Verbündeten
und kein Papstbesuch. Bald würden sie wieder "auferstehen". Und wie ... Immerhin
forderte der Papst am 28.12.2008 einen sofortigen Waffenstillstand, der von
Israel mit klaren Worten abgelehnt wurde (Spiegel online, 28.12.2008).
Auch die gleich lautende Forderung der UNO lehnte Israel ab. Israel
gehe es nach den Worten seines Ministers Ehud Barak vielmehr um die "Umkehrung
der Spielregeln". Und solange die Regierung Israels letztlich über Blanko-Scheck des Westens und seiner
Großkirchen für jeden Krieg verfügt und nicht die geringste Sanktion befürchten muss, kann sie
Politiker-Appelle als bloße Rhetorik abtun.
Währenddessen wird die Situation der Eingeschlossenen immer
verzweifelter: "Blutüberströmte Männer rufen nach einem Arzt oder einer
Krankenschwester, doch die Mediziner wissen kaum, bei welchem zerfetzten Körper
sie anfangen sollen", schreibt z.B. Spiegel online
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598555,00.html). In Israel feiert man
unterdessen noch bis zum 29.12.2008 das Chanukka-Fest anlässlich der
Wiedereinweihung des Tempels im Jahr 164 v. Chr., nachdem die griechischen
Besatzer dort zwischenzeitlich Schweine anstatt von Rindern, Schafen und Ziegen
auf dem Opferaltar verbrannten.
Aktualisierung [29.12.2008] - Israel zerstört weiter einen Ort
nach dem anderen, der irgendwie mit der Hamas oder eines ihrer
Mitglieder in Verbindung steht oder stehen soll, was letztlich die gesamte
Infra-Struktur betrifft, denn die Hamas stellt auch die Regierung und Verwaltung in
Gaza und sie unterhält auch die sozialen Einrichtungen (und hat ja auch die Wahl
im Jahr 2006 gewonnen). So ist auch für die Palästinenser nicht klar, wer oder was genau alles auf den
Abschuss- bzw. Todeslisten der Israelis steht. Und glaubt man in Israel tatsächlich, auf diese Weise
die von Palästinensern ausgehende Gewalt stoppen zu können?
PS: Bereits im Jahr 2002 hatte Israel den mit Geldern aus Deutschland,
Spanien, Saudi-Arabien, Ägypten und Japan finanzierten Flughafen in Gaza-Stadt
zerbombt (Wikipedia, 29.12.2008) und seither eine Wiedereröffnung
verhindert.
25.12. / 26.12.2008 - "Weh euch Reichen!"
(Jesus) - Die etwas andere Weihnachtserfahrung: Papst und Bischöfe kommen nicht
durchs Nadelöhr -
"Weh euch Reichen!" ruft Jesus (Lukas 6,24).
"Weh euch, die ihr jetzt satt seid! Denn ihr werdet hungern!" (V. 25)
Worte aus der Vollmacht. Und: "Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein
Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme" (Lukas 18, 25).
Seit Jahrzehnten verniedlichen die großen Kirchen das gewaltige
Weihnachtsgeschehen und ziehen dem später erwachsen gewordenen Jesuskind einen
Zahn nach dem anderen.
In diesem Jahr konnte man jedoch nicht anders als die Praktiken, die in die
Finanzkrise führten, zu kritisieren, nachdem ein Bischof sich z. B. noch zu
Jahresanfang, also bevor die Krise offenkundig wurde, gegen die Begrenzung von
Managergehältern aussprach (siehe hier).
Doch ob der Papst redet (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598350,00.html)
oder die Bischöfe (http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/kultur/952/452654/text/)
- alles bleibt letztlich kraftlos, blass und unverbindlich.
Heribert Prantl, ein Journalist der Süddeutschen Zeitung, ist nur einer,
der den Theologen ein großes Stück voraus ist, wenn er z. B. schreibt: "Von
Jesaja bis Maleachi haben die Propheten Wirtschaftskriminalität und Korruption
angeprangert, Gott als den Gott der Armen und der kleinen Leute verkündet und
die Verlogenheit eines Kults angeprangert, der Gott benutzt, aber nicht ehrt.
´Ich hasse eure Feste, ich kann eure Feiern nicht riechen, eure fetten
Heilsopfer will ich nicht sehen, euer Harfenspiel nicht hören.` Feiern
angesichts schreiender Ungerechtigkeit empfindet der Prophet Amos als
gotteslästerlich. Vor dem Feiern kommt anderes: ´Das Recht ströme wie Wasser,
die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach`. Das ist eine zornige, strenge
und tröstliche Weihnachtsbotschaft. Darin steckt das innere Feuer für eine
bessere Lebensordnung" (http://www.sueddeutsche.de/politik/907/452610/text/3/).
In den Kirchen hört man solches in der Regel nicht oder nur unverbindlich allgemein oder bis
zur Unkenntlichkeit verharmlost. Die Bischöfe stehen derweil mit ihren feinen
Gewändern, teuren Ringen, hohen Mützen und goldenen Krummstäben vor dem
Nadelöhr. Im Gepäck hat jeder einen Teil des milliardenschweren Vermögens seiner
Kirche: ein paar Goldbarren, Immobilienbriefe und Wertpapiere aller Art, hinzu
genügend Schweizer Franken. "Für eine andere Zeit", so rechtfertigen sich
zur Verblüffung der Umstehenden
einige der Würdenträger, damit die Kirche dann, wenn es so weit sei, etwas geben
könne.
Doch diese Zeit hat schon lange begonnen. Täglich klopfen Frauen, die im neunten
Monat schwanger sind wie Maria, an die schweren Tore der Kirche. Oder Kinder,
die etwas anderen brauchen als einen kirchlichen Segen oder ein paar Almosen aus
dem Topf der staatlichen Subventionen. Und so stehen die Amtsträger ratlos vorm Nadelöhr
und kommen nicht durch - auch wenn man schweren Herzens ein paar Goldbarren
zurücklässt oder den Spitzhut abnimmt oder erst den Krummstab durchwirft, um dann
hinterher kriechen zu wollen. Es geht nicht. Auch der Bauch ist bei manchem
ein
großes Hindernis.
In viele Einzelteile verpackt steht auch der Stuhl Petri vor dem
Nadelöhr, doch nicht einmal die einzelnen Stücke passen durch. Man müsste ihn
weiter zersägen und zu Kleinholz schreddern, doch dann würde man ihn hinter dem
Nadelöhr nicht mehr wieder zusammenbauen können. Und so stellen sich die
Würdenträger vor das Nadelöhr und fangen an
zu predigen, die Hostie zu verteilen und zu beten, dass das Nadelöhr sich
vergrößere. Doch da können sie lange warten.
Und so bewahrheitet sich in diesen Tagen einmal mehr das Wort des Jesus von
Nazareth: "Weh euch Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das
Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein und die
hineinwollen, lasst ihr nicht hineingehen" (Matthäus 23, 13).
20.12. / 23.12.2008 -
Unser Tipp zu
Weihnachten: Betreten Sie keine Kirche aus Stein, sondern zünden Sie eine Kerze
an, als Symbol des inneren Lichts, und treten Sie ein in den inneren Tempel, wie
es Jesus uns lehrt - Der CDU-Vorstand in Baden-Württemberg Thomas
Volk forderte angesichts von eventuell vollen Kirchen an Weihnachten "´Ich bin
dafür, dass Messen am 24. Dezember nur für Kirchensteuerzahler offen sind. Wer
nicht in der Kirche sei, müsse auf Gottesdienstbesuche verzichten" (Bild,
22.12.2008). Und der Berliner FDP-Fraktionschef Martin Lindner forderte ein
Sitzrecht für alle Kirchenmitglieder an Heiligabend. Die Kirchenführer
reagierten aus verschiedenen Gründen ablehnend. Vom Unterbewusstsein her ist es
wohl das Gefühl, wenigstens am Heiligabend von der Bevölkerung "gebraucht" zu
werden, gleich ob Kirchensteuerzahler oder nicht. Doch die kirchlichen
Gottesdienste sind letztlich ein Hohn auf den Mann aus Nazareth, der später als
Erwachsener keine Kirchen aus Stein, keine Kanzeln, Altäre und Talare, keine
Pfarrer und Priester und keine kirchlichen Zeremonien wollte und dessen Lehre
vielfach nicht mit der späteren kirchlichen Lehre übereinstimmt (siehe dazu
Der Theologe Nr. 25).
Deshalb unser Tipp
zu Weihnachten: Betreten Sie gar keine Kirche aus Stein, sondern zünden Sie eine
Kerze an, als Symbol des inneren Lichts, und treten Sie ein in den inneren
Tempel, wie Jesus uns lehrt: "Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein
und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und
dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir´s vergelten" (Matthäus 6,
6). Und wer es im Äußeren etwas festlicher möchte, kauft einfach ein paar
Fackeln und geht mit Familie oder Freunden in den Wald. Dort kann man dann z. B.
die Weihnachtsgeschichte vorlesen - und es ist viel realistischer als in der
vollgezwängten Kirche mit dem ganzen Kult und dem Brimborium darum herum, das
Jesus ein "Gräuel" wäre.
Dazu auch unser Lese-Tipp: "Der Theologe
Nr. 37": Der blutige Tempelkult und der Schöpfergott im eigenen Herzen.
Vgl. dazu auch vegetarische Weihnachtsmenüs unter
http://ww3.lebegesund.de/cgi/page.cgi/01/001/de/info/festtagsrezepte.html
11. / 18. / 25.12.2008 -
Neuer
Höhenrekord - 33 m hohe und 120 Jahre alte Fichte für den Vatikan abgeschlagen - Heuchlerische
Papstrede - Neben den Millionen von arglosen Tieren, die zum
kirchlichen Weihnachtsfest geschlachtet werden, werden auch Millionen von
Fichten und Tannen, die im vollen Lebenssaft stehen, alljährlich für das
Fest umgehauen, allein in Deutschland 16 Millionen - ein Brauch, der sich im
kirchenchristlichen Deutschland seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert
entwickelt hat und sich
von dort weltweit verbreitet hat (siehe
hier). Dass diese
Tradition einem Todesurteil für die stattlichen Bäume gleichkommt, wird meist
ignoriert. Und dass dieses Brauchtum in Zeiten gigantischen weltweiten
Waldsterbens zudem ein Hohn ist, kommt noch hinzu. Das hindert die Kirche
jedoch nicht daran, mit die jeweils größten "Christbäume" in einem Dorf oder
in den Städten für sich abholzen zu lassen (bereits der Name "Christbaum"
ist dabei ein Unding, denn Christus hat nie Bäume zur Pflege eines Brauchs
abhacken lassen).
Ein neuer Höhenrekord wird dabei
2008 im Vatikan erzielt. "Seit 120 Jahren" ist eine monumentale Fichte aus dem Klostertal bei Gutenstein im Bezirk Wiener Neustadt auf 33 m Höhe
angewachsen. Die bisherige Rekordhöhe eines Vatikanbaumes war 31,5 m. Das
Gewicht des diesjährigen Baumes im Vatikan ohne Wurzel beträgt, wie man wog, neun Tonnen (vol.at, 28.11.2008). Dem
Alter zufolge wäre der 33 m hohe Baum also um 1888 gepflanzt worden. Jetzt
lässt man ihn nach 120 Jahren Leben auf dem Petersplatz in Rom also in ein paar
Tagen allmählich sterben. Zum Vergleich: Der im Vergleich zu anderen
Bäumen "riesige" Weihnachtsbaum, der während der Straßenunruhen in Athen
abbrannte, war "nur" 20 m hoch. Und der große traditionelle Weihnachtsbaum, den
die USA alljährlich vor dem Kapitol in Washington aufstellen lässt, ist in
diesem Jahr 8 m hoch. Auch er wirkt bereits riesig, wenn man daneben die
Menschen stehen sieht.
Bäume sterben nicht mit Getöse. Sondern schier unmerklich und
langsam zieht sich das Leben aus ihnen zurück, wenn man sie, für die Pflanze
schmerzvoll, fällt. Oder wenn man ihre Wurzeln bzw.
ihre Verbindung zum Erdreich kappt. Deshalb ist der Weihnachtsbaum auch
ein Symbol der Warnung. Er stirbt, so wie sich auch immer mehr Tier- und
Pflanzenarten in riesiger Zahl, doch schier unmerklich von diesem Planeten Erde verabschieden und
die Menschen mehr und mehr ihrem eigenen Schicksal überlassen.
Während also auch das Sterben dieser monumentalen alten Fichte im
Angesicht des Stuhles Petri begonnen hat,
veranstaltete die Kirche ihr Kult-Brimborium darum herum: Mit dem Segen des
Heiligenkreuzer Abtes Gregor Henkel-Donnersmarck begann der aufwändige
Tieflader-Spezialtransport der
Fichte vom österreichischen Klostertal nach Rom. In Rom angekommen wurde die
riesige Fichte neben dem Obelisken in einen tonnenschweren Sockel gesenkt und
mit Drahtseilen gesichert. Und am Freitag, den 12.12.2008 hatten Diözesanbischof Klaus Küng aus St. Pölten und der niederösterreichische
Landeshauptmann Erwin Pröll mit 850 römisch-katholischen Pilgern im Gefolge
den Rekord-Baum an Papst Benedikt XVI. übergeben. Neben dem Heiligkreuzer
Abt Henkel-Donnersmark waren auch die Äbte Georg Wilfinger (Stift Melk) und
Christian Haidinger (Altenburg) zur Baumübergabe mitgereist. Gleichzeitig verlieh
Erwin Pröll Joseph Ratzinger die Statuette des "goldenen Heiligen Leopold" als
Ehrenauszeichnung für den Kirchenführer. Und sozusagen als abgehackte Zugaben
schenkte die Abordnung aus Niederösterreich dem Vatikan auch 40 kleinere
Weihnachtsbäume für die Audienzhalle und die Kurienbehörden (kathweb.at,
11.12.2008). In seiner Dankesrede sagte Benedikt XVI. über den Baum: "Seine
aufstrebende Gestalt, sein Grün und die Lichter auf seinen Zweigen sind Symbole
des Lebens" (Radio Vatikan, 12.12.2008).
Doch schon bald, im neuen Jahr
2009, liegt der jetzt wurzellose Baum wieder quer, das Grün ist zu Fahlgelb
verwelkt und die Lichter alle abmontiert. Was ist der Baum im Vatikan dann für
ein Symbol? Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Zunächst war der Baum jedoch mit der Rekordzahl von 2.000 Christbaumkugeln sowie
Lichterketten und Girlanden - sozusagen als festliche Sterbehilfe - geschmückt
worden. Und am Samstag, den 13.12.2008, wurde der
Baum in Anwesenheit von Kurienkardinal Giovanni Lajolo "illuminiert", wie
vol.at schreibt, also künstlich beleuchtet.
Und am Sonntag, den 14.12.2008, erfolgte als Abschluss der Baumübergabe auch noch eine Messe im Petersdom
mit den Altenburger Sängerknaben, den Ziersdorfer Turmbläsern und allen
österreichischen Priestern, die sich derzeit in Rom aufhalten. Der Baum stirbt derweil weiter, was jedoch mit
den heuchlerischen Worten von den "Symbolen des Lebens" vernebelt wird. Erinnert sei dazu
auch an die Ansprache von
Papst Benedikt XVI. zur vorletzten Weihnachtsbaum-Übergabe im Jahr 2007. Damals stammte der
Baum aus Südtirol in Italien. Nach net-tribune.de vom 17.12.2007
erklärte der Papst damals, "die Tanne sei ein Symbol für das
Weihnachtsfest, denn mit ihren immergrünen Blättern erinnere sie an das
Leben, das nicht sterbe". Eine solche Rede könnte man vielleicht in einem
gesunden Wald halten, doch vor einem
abgeschlagenen Baum ist es
alle Jahre wieder eine Scheinheiligkeit, denn schon nach einigen Tagen verwelken bekanntlich die "immergrünen Blätter" = Nadeln
der Tanne oder Fichte, und würden beim
Schütteln abfallen. Zurück bleibt immer nur ein kahles Baumgerüst, das nur
noch daran erinnert, dass hier ein einst stattlicher Baum (der nebenbei zwei
Weltkriege überlebte) sinnlos und nur für eine diffuse religiöse
Kult-Gefühlsduselei der Gläubigen sterben musste.
Nach Weihnachten: Das Ende
der Bäume ist jetzt unübersehbar.
PS: Ein neuer Rekord auch in Deutschland: In der reichsten römisch-katholischen Diözese der Welt, in Köln in
Deutschland, deren Dom den Petersdom in Rom an Höhe deutlich überragt, wollte
man natürlich auch beim Weihnachtsbaum nicht "kleckern". Man schlug dazu eine 25
m hohe monumentale Fichte ab, "den größten Weihnachtsbaum des Rheinlands" (koeln-journal.de)
und nicht ganz in Deutschland, denn auf dem Münchner Marienplatz stellte
man mit einer 27 m hohen todgeweihten Fichte wohl ebenfalls einen
Rekord-Baum auf (nach 22 m im Jahr 2006 und 26 m im Jahr 2007). Der sterbende
Baum in Köln wurde dafür mit deutlich mehr Lämpchen als in München geschmückt,
nämlich mit 140.000 (gegenüber mageren 3.000 in München), was zu einem neuen
Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde führte (koelnerweihnachtsmarkt.de).

PS:
Wer auf einen Weihnachtsbaum nicht verzichten will, kann ja auch einen
edlen Baum mit künstlichen Nadeln
in seinem Wohnzimmer schmücken. Und für
wen es unbedingt eine lebendige Pflanze sein muss, der kann ja eine Fichte
im Wald schmücken. So waren offenbar auch die Ursprünge dieses Brauchs zur
Wintersonnenwende im antiken Mithras-Kult.
Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Chile. Dort ist der Handel
mit gefällten Tannenbäumen verboten. Es dürfen nur Bäume mit Wurzel verkauft
werden. Die meisten an der Tradition orientierten Christen schmückt zu
Weihnachten schöne Kunst-Bäume, die in jedem Jahr wieder verwendet werden
können (siehe Bild links).
Lesen Sie dazu auch eine etwas andere Weihnachtsgeschichte für Kinder und
Erwachsene: Der lebende
Weihnachtsbaum
14.12. / 20.12.2008 / 15.12.2009 -
Seit Befreiung des Landes
durch die USA: Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak / 2.500
Irak-Flüchtlinge nach Deutschland / Afghanistan-Krieg: "Sieg" mit der
Brechstange? - Ca. 1,3
Millionen Mitglieder verschiedener Kirchen lebten bis zum Jahr 2003 friedlich im
Irak. Für die kirchlichen Minderheiten
galt die Religionsfreiheit, und Außenminister war sogar der chaldäische Christ Tariq Aziz.
Dann befreite die Regierung der USA und ihre "Koalition der Willigen" mit dem
vielfachen Segen des kirchlichen Gottes das Land gewaltsam von der Herrschaft
Saddam Husseins. Tausende von Menschen wurden dabei getötet.
Und seither ist es auch mit dem seit ca. 1.400 Jahre währenden friedlichen Miteinander von
Muslims und Christen im Land vorbei. Die Früchte des Krieges werden geerntet,
und das Land versinkt in unkontrollierbarer Anarchie und Chaos. Und nach
Anschlägen und Verfolgungen durch islamische Extremisten sind jetzt nur noch ca.
300.000 Kirchenmitglieder im Land. Und immer mehr fliehen in Nachbarländer oder
nach Europa, und sie bekommen dort auch Asyl. Ende des Jahres 2008, so ist zu hören,
spitzt sich die Lage weiter dramatisch zu, und man gedenkt in europäischen
Kirchengemeinden gerade im Advent der leidenden Christen im Irak. Dabei hat
der kirchenchristliche Westen doch das Land mit Tonnen von Bomben (die zahllose
Menschen und auch Tiere in Stücke gerissen haben) "befreit" und
anschließend Milliarden über Milliarden an "Wiederaufbauhilfe" investiert.
Gleichzeitig muss er jedoch immer mehr Bürgern des von ihm "befreiten" Landes Asyl
gewähren. Was also ist aus der "Befreiung" geworden?
Der Fluch des Irak-Krieges, der mit nachweisbaren
Falschinformationen des US-Geheimdienstes CIA begründet wurde und bei dem auch die
UNO und das Völkerrecht missachtet wurden, trifft die westlichen
Kriegsherren immer stärker. Und immer mehr
Menschen wird bewusst: Auch der Krieg gegen den Irak stand wie alle Kriege im
krassesten Gegensatz zum Friedenslehrer Jesus von Nazareth. Gleichzeitig
behaupten aber die Kriegsverantwortlichen, sie wären Christen. Und deren Bischöfe
sind auch noch stolz auf ihre prominenten Mitglieder. Damit verhöhnen sie
Christus einmal mehr und erwecken zudem in der islamischen Welt den Eindruck,
der Gott der Christen würde solche Kriege billigen oder befürworten. Nun darf
man sich nicht wundern, wenn der Hass sich mehr und mehr gegen diejenigen
richtet, die dem Namen nach an denselben Gott glauben wie die Eroberer und
Besatzer. Und auch in anderen überwiegend islamischen Ländern steigert sich der
Hass auf den kirchlichen Gott des Westens und den falschen Christus der
Institutionen Kirche, der im so genannten Abendland überwiegend verehrt wird, immer mehr. Der
echte Christus lehrte in der Bergpredigt "Tut wohl denen, die euch hassen"
(Lukas 6, 27).
Das könnten in einem ersten Schritt Verhandlungen sein, wie es z. B. der
afghanische Präsident Hamid Karzai gegenüber den Taliban fordert; und zwar
Verhandlungen, bei denen man nicht selbstgerecht auf dem hohen Ross sitzt. Doch die Anhänger des falschen Christus des Westens
schmieden schon wieder an neuen Kriegsplänen.
PS: Zudem wollen die USA im Jahr 2009 30.000 zusätzliche Soldaten nach
Afghanistan schicken, um den Krieg gegen die Taliban jetzt mit der Brechstange
zu "gewinnen" (Netzeitung, 20.12.2008; siehe dazu auch
unten).
Aktualisierung [15.2.2009]: Die ersten 2.500 Flüchtlinge aus dem
Irak treffen im März in Deutschland ein (Bild, 15.2.2009)
8.12.2008 -
Pfarrer warten jahrelang
auf Stelle - bei vollen Bezügen -
Weil keine Kirchengemeinde sie
will, sind in der Evangelischen Kirche im Rheinland "130 Pfarrer ... für
lange Jahre im Wartestand - mit vollen Bezügen" (Sonntagsblatt,
Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 48/2008). Und der Staat
leistet Personalzuschüsse in Millionenhöhe.
In den anderen evangelischen Kirchen in Deutschland werden den
Kirchengemeinden unbeliebte Pfarrer nach einem bestimmten Modus von der
Kirchenleitung "aufs Auge gedrückt" - mal entscheidet z. B. die
Kirchengemeinde, das nächste Mal die Kirchenleitung. Auf diese Weise muss
eine Gemeinde im Extremfall ca. 35 Jahre lang einen Pfarrer als "Chef"
ertragen, den sie niemals wollte. Alles zusammen ein Unding in unserer Zeit.
Jesus wollte überhaupt keine Pfarrer und Priester und auch keine Institution
Kirche, und wer Jesus nachfolgen will, sollte aus der Kirche aussteigen und
nach den Spuren des Mannes aus Nazareth in unserer Gesellschaft suchen, die
ihn zu ganz anderen Orte führen werden.
8.12.2008 / 18.12.2009 -
Unschuldige Tiere als
Opfer der Menschen - Grausame Schlachtungen im kirchlichen Christentum,
Judentum, Islam und Hinduismus / Für ein Weihnachts- und Silvestermenü vegetarisch -
Ob die jüdischen Schlachtfeste, das
islamische Opferfest, das grausame hinduistische
Opferfest für die Göttin Gadhimai in Nepal (300.000 Tiere werden vor 1.000.000
schaulustigen Menschen massakriert und das Fleisch hinterher an die Menschen
verteilt) oder das kirchliche Weihnachts- oder Osterfest: In jedem Fall
sind die Tiere die Leidtragenden dieser religiösen Praktiken.
So könnte man zunächst fragen: "Was wäre das für ein Gott, der durch
Tierschlachtungen gnädig gestimmt werden müsste?" Im kirchlichen Christentum
wurden diese Götzen-Opfer nun durch einen angeblich freiwilligen
Opfertod von Jesus ersetzt (siehe dazu
hier). Doch bleibt damit
auch der kirchliche Gott ein Gott, der einst ein solches Blutopfer für seine
heutige "Gnade" brauchte, in diesem Fall angeblich das seines eigenen Sohnes.
Und den Tieren wurde dadurch überhaupt nicht geholfen hat. Im Gegenteil: Als
"Dank" für dieses "Opfer" bringt man dafür im Kirchenchristentum mehr Tiere um
als je zuvor. Sie werden statt zu religiösen Opferzwecken nun jedoch zu Millionen als Festtagsbraten
für den eigenen Gaumengenuss der Gläubigen "geopfert", was unzähligen Tieren mehr
den grausamen Tod bringt als in anderen Religionen, wo man mit einer
Schlachtung noch einen Gott "gnädig" zu stimmen versucht.
Ausgerechnet die Sperrung des Gaza-Streifens durch das israelische
Militär rettete jetzt wenigstens einigen Schafen vorläufig das Leben, die
für das Opferfest ins Land geschmuggelt werden sollten und
entdeckt wurden. Ohne Arg vertrauen die Schafe der Bestie Mensch.
So wie unzählige Tiere noch ohne Arg derzeit in den kirchenchristlichen
Ländern auf ihr qualvolles Ende warten - zum Horror des Jahres für die
Tierwelt, dem Weihnachtsfest.
Eine Alternative dazu wäre ein vegetarisches Weihnachts-
und Silvestermenü
(Rezepte
z.B. unter
http://ww3.lebegesund.de/cgi/page.cgi/01/001/de/info/festtagsrezepte.html)
und grundsätzlich auch religiöse Feste ohne Tiertötungen bzw. ohne
Fleischmahlzeiten. Und es braucht ein Land, wo Tiere weder gejagt noch geschlachtet werden (siehe z. B.
der Ansatz bei
www.gabriele-stiftung.de)
und wo schon eine kleine Ahnung von dem Schöpfungsfrieden wahrnehmbar ist,
den der Prophet Jesaja für das kommende Friedensreich verkündete: "Da
werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken
lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Rinder miteinander
treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, und Löwen werden Stroh
fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und
ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. Man
wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berg; denn
das Land wird voll der Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer
bedeckt" (11, 6-9).
Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt. (Leo Tolstoi)
Hier spricht der Prophet deutlich aus, dass Tiere, die heute noch
"Raubtiere" sind, einst friedfertig leben und sich nicht mehr
von dem Fleisch anderer Tiere ernähren werden. Dies ist natürlich nicht
von heute auf morgen möglich. Doch die Voraussetzung ist zunächst die Umkehr
des brutalen Räubers und Jägers Mensch, der im Unterschied zur aktuellen
Situation mancher Tierarten gar nicht auf Fleisch angewiesen ist. Kehrt der
Mensch um, dann wird auch in der Tierwelt ganz allmählich der ursprüngliche
Frieden der Schöpfung Gottes wieder einziehen und der Planet Erde würde sich
nach und nach umgestalten. Denn die heutigen Raubtiere wurden in der
Evolutionsgeschichte vor langer Zeit erst durch den Jäger und Schlächter
Mensch ebenfalls zu Jägern und Tötern.
Noch werden Menschen heute ausgelacht, die glauben, dass der Prophet Jesaja
Recht hat und dass die Entwicklung wieder in die von ihm prophezeite
Richtung gehen sollte. Die Zukunft wird jedoch zeigen, welche Form der
Zivilisation überlebt und welche nicht.
Siehe dazu auch unsere
Meldung vom 22.11.2008.
8.12.2008 -
Die Angst
geht um im Vatikan - Verstärkte Bewaffnung -
"Seit Monaten mehr
sich die Drohungen gegen den Vatikan", so Bild am 6.12.2008.
"Der Papst musste handeln. Die Gendarmerie erhielt eine moderne, neue Uniform
und dazu Waffen. Jetzt müssen die Gendarmen des Papstes wieder
Schießtraining absolvieren." Und der Journalist, der im Vatikan akkreditiert
ist, schreibt: "Keiner spricht gern darüber, aber nach dem Bombenanschlag in
Bombay ist es noch deutlicher zu spüren: Die Angst geht um im Vatikan."
Zum Hintergrund: Neben den Gendarmen gibt es im Vatikan die bekannte
Schweizergarde. Und über sie heißt es in dem Artikel wörtlich: "Die
Schweizergardisten trainieren regelmäßig mit der Schweizer Armee und sind
mit Pistolen vom Schweizer Hersteller SIG Sauer und mit Sturmgewehren
ausgerüstet."
Was ist ein Sturmgewehr? "Nach taktischen Gesichtspunkten ist das
´Sturmgewehr` eine Handfeuerwaffe, welche die Einsatzbereiche des Gewehrs,
gegebenenfalls sogar eines Scharfschützengewehrs, und einer Maschinenpistole
gleichermaßen abdecken soll," so das Internet-Lexikon Wikipedia
(Stand: 8.12.2008). Die Eigenschaften: "Zielgenaues,
durchschlagskräftiges Einzelfeuer im Fernkampf" und "Hohe Feuerdichte im
Nahkampf".
Doch was im Vatikan üblich ist und jetzt ausgerechnet in der so
genannten "friedlichen" Vorweihnachtszeit noch einmal verschärft wird, ist
bei den Reichen dieser Welt das "Normale": Leibwächter, Scharfschützen,
strengste Sicherheitsmaßnahmen. Doch der Vatikan nennt sich "christlich",
und so müsste er sich schon die Frage gefallen lassen: Würde Jesus, der
Christus, der den Kreuzweg gegangen ist, seine Jünger mit Sturmgewehren
trainieren lassen? Oder Scharfschützen in Position bringen lassen? Hat Jesus
der Christus, einst die Schwerter oder Speere der Soldaten gesegnet?
Und: Woher kommt die Angst im Vatikan? Könnte es nicht sein,
dass man Angst hat, dass einen das eigene unbereinigte Schicksal einholt?
Jahrhunderte lang hat man Kriege geführt oder zu Kriegen aufgerufen und die Waffen gesegnet, und
die Täter von einst gelten heute oft als Heilige oder Selige. Das ist der
Gegensatz zu dem Mann Mann aus Nazareth, der lehrte: "Wer das Schwert nimmt,
der wird durch das Schwert umkommen."
Der Historiker Karlheinz Deschner sagte dazu in einem Interview:
"Nein, Kriege, Kriege in eigener Regie, führt
der Papst inzwischen keine mehr, nicht mehr gegen Heiden und nicht mehr
gegen Christen, weil man ihm alles, womit er Jahrhunderte lang Kriege
geführt, weggenommen hat - Truppen, Generäle, Schlachtschiffe, Kanonen,
Festungen, Waffenfabriken. Doch gibt es Möglichkeiten, die Menschen auf
andere Weise, gleichsam friedlicher zu bekämpfen. Ideologisch, durch
dogmatischen Wahnsinn, der sich ja nie mit dem bloßen Glauben begnügt, der
"missionieren", ausgreifen will; durch Unterstützung einer desaströsen
Gesellschaftsmoral, die die Armen zugunsten der Reichen betrügt; durch eine
desaströse Sexualmoral, die im Mutterschoß schützt, was sie preisgibt im
Krieg ... Im Übrigen ist das Papsttum, seine ganze Geschichte beweist es,
intolerant durch und durch, ist tolerant nur, wenn es die Opportunität
erheischt, wenn es zweckdienlich ist, wenn es einfach nicht mehr anders
geht, aber nur dann!" (Main-Post, 1.10.2008)
So nützt es auch nichts, wenn man heute zur angeblich besseren Sicherheit
das Schwert oder die Lanze durch Pistolen und Sturmgewehre ersetzt. Die
Angst wird bleiben, solange man z. B. weltweit so genannte Militärseelsorge
betreibt, um die Soldaten in ihren Kriegen zu stärken. Irgendwann schlägt
der Kriegsgegner zurück und trifft dann vielleicht auch diejenigen, die bis
heute den Soldaten mit ihren Segnungen immer wieder ein gutes Gewissen
verschaffen.
Lesen Sie dazu auch ausführlicher:
Die Angst geht um im Vatikan:
Bewaffnete Einheiten schützen den Papst
22.11. / 27.11. / 7.12.2008 -
Thanksgiving Day
in den USA: Bestialisches Brauchtum; US-Gouverneurin Sarah Palin plaudert in
die Kamera, während Truthahn live geköpft wird / Kirche verfluchte
Vegetarier - Jährlich werden
in den USA 50 Millionen Truthähne geschlachtet und aufgegessen, im
Durchschnitt also ca. 136.000 am Tag, ca. 95 pro Minute. Dafür wurden
Hinrichtungsmaschinen entwickelt, in die der lebendige Truthahn kopfüber
hineingesteckt wird. Dann wird ihm dort der Kopf abgerissen und der
Schlachter zieht den Rumpf wieder heraus. Vor allem zum Thanksgiving Day,
dem amerikanischen Erntedankfest an jedem 4. Donnerstag im November (also in
diesem Jahr am Donnerstag, den 27.11.2008), werden in den Familien die zuvor furchtbar
gemästeten und gequälten Mitgeschöpfe des Menschen verzehrt. Passend dazu
auch eine kannibalische Zeremonie: "Ein bekannter Brauch an Thanksgiving ist
das Brechen des
Gabelbeins (wishbone) des Truthahns. Hierzu wird dieser Knochen
getrocknet und dann von zwei Festteilnehmern mit je einem kleinen Finger
auseinander gezogen. Derjenige, dessen Stück nach dem Bruch das größere ist,
hat einen Wunsch frei" (Wikipedia, Thanksgiving, Stand: 22.11.2008).
In der Gouverneurs-Familie Palin ist die Gouverneurin selbst für die
Besorgung des Truthahns zuständig. Dies sagt sie, nachdem hinter ihr im Bild
gerade ein Truthahn in der Hinrichtungsmaschine geköpft wurde. Siehe
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/11/21/sarah-palin-interview/truthaehne-geschlachtet.html.
Die Redakteure von bild-online fragen, ob man die Politikerin mit den
Filmaufnahmen vielleicht
herein gelegt habe. Aber wieso herein gelegt? Was man sieht, ist nun mal
die Realität, und dies sind nun mal die üblichen "Vorarbeiten"
für die Festessen der Menschen. Und man sollte niemals ausblenden, was vor
jedem Fleischmahl geschieht. Und was
die evangelische Bibelanhängerin Sarah Palin betrifft: Sie ist ja selbst als zig-fache Tiertöterin bekannt (siehe hier).
Warum sollte sie also herein gelegt worden sein? Was man sieht, ist
Bestandteil ihrer Welt.
Sarah Palin darf zwar nach der verlorenen Wahl nun nicht die Welt
mitregieren, sondern muss sich auf Alaska beschränken. Doch das Töten gehört
auch zur Welt von Hillary Clinton, die als künftige
US-Außenministerin vermutlich in Zukunft die mächtigste Frau der Welt ist.
Siehe dazu unsere Nachricht hier.
Übrigens gibt es in den USA auch den zynischen "Brauch",
dass der Präsident zwei Truthähne "begnadigt" (im Vergleich dazu: 50 Millionen Truthähne werden
pro Jahr geschlachtet, den meisten davon bei lebendigem Leib unbetäubt der
Kopf abgerissen) zwei. In diesem Jahr fliegen die "begnadigten" Tiere 1.
Klasse nach Disney-Land, um dort als Attraktion für die Thanksgiving-Parade
missbraucht zu werden (siehe z. B.
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=925499&kat=267). Doch Tiere
spüren auch den Weh und den Schmerz, der ihren Artgenossen angetan wurde.
PS: Diese Meldung ist keine spezielle Kritik an den USA
und ihren Bräuchen. Vergleichbare bösartige "Bräuche" gibt es auch in Europa und
anderen Kontinenten.
Die Hauptschuld daran trägt die Kirche. So ließ z. B. Papst Johannes
III. auf der offiziellen Synode der römisch-katholischen Kirche 561 in Braga
in Portugal verkünden:
"Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum
Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit
dem Bannfluch belegt" (Cod. Alderspac. 184 membranac. Saec. XIV. zit. nach
Ignaz von Döllinger, Beiträge zur Sektengeschichte des Mittelalters, Bd. 2,
München 1890, S. 295 f.). Vegetarisch lebende Tierfreunde müssen nach
römisch-katholischer Lehre demnach in eine ewige Hölle.
Zum Vergleich: Im späteren römisch-katholischen "Himmel" soll man
später z. B. 264 Päpste wiedersehen, aber kein einziges Tier, denn Tiere
hätten angeblich keine unsterbliche Seele. Jeder Mensch mit Herz und
Gewissen wird deshalb im Jenseits diesen gespenstischen Ort wohl meiden.
Siehe dazu auch: "Der Theologe Nr. 7": Jesus und
die ersten Urchristen waren Freunde der Tiere.
Sowie unsere Kurzmeldungen zum kirchlichen Weihnachtsfest in den Jahren
2005 und
2007, die nichts von ihrer
Aktualität verloren haben.
9.11.2008 - Spürbare Erhöhung
der Kirchensteuer ab 1.1.2009: Deshalb: Kirchenaustritt jetzt!
Still und heimlich kassieren die Kirchen wieder mit. Ab dem 1.1.2009 wird
die neue Abgeltungssteuer eingeführt, welche die bisherige
Kapitalertragssteuer ersetzt. Auf alle "private Kapitalerträge" kassiert der Staat jetzt 25 %
Abgeltungssteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag. Der bisher verheimlichte
Skandal: Auf die Abgeltungssteuer wird zusätzlich auch noch Kirchensteuer drauf
geschlagen, also 8 % in Bayern und Baden-Württemberg und 9 % in anderen
Bundesländern. Zusätzlich zu der Kirchensteuer, welche die Kirchen sowieso
schon bekommen.
Deshalb unser Tipp: Kirchenaustritt jetzt!
Alle Einzelheiten unter:
http://www.kirchenaustritt.de/
9./10.11.2008 -
1938-2008: 70 Jahre Reichspogromnacht und die
Verantwortung der Kirche - Heute beklagen die beiden deutschen
Großkirchen die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10.11.1938. Dabei
kaschieren sie ihre eigene Mittäterschaft. Und sie verschweigen, dass sich
der kirchliche Kampf gegen Juden und "Sekten" ab den 60-er Jahren des
letzten Jahrhunderts nur auf die "Sekten" konzentrierte, nachdem die
verbliebenen Juden in Deutschland nach dem Holocaust keine große
gesellschaftliche Rolle mehr spielten. Angesichts des 70. Jahrestages der
Reichspogromnacht sei beispielhaft an drei Sachverhalte erinnert.
An den Jubel des evangelischen Landesbischofs Martin Sasse, dass die
Synagogen gerade am 10. November brennen, dem Geburtstag Martin Luthers,
der ja einst gefordert hatte, die Synagogen in Deutschland in Brand zu
setzen. Siehe dazu hier.
Vgl. dazu auch einen
Kommentar aus jüdischer Sicht.
An das furchtbare Schicksal des jüdischen Staatskommissars Philipp
Auerbach im Nachkriegsdeutschland des Jahres 1952. Der Antisemitismus
nahm damals sogar wieder zu. Siehe dazu
hier.
An die mahnenden Worte des Holocaust-Überlebenden Professor Ernö Lazarovits
aus dem Jahr 2002, der angesichts des kirchlichen und staatlichen Kampfes
gegen religiöse Minderheiten darauf hinwies, dass wieder
"eine Behandlung von Andersgläubigen praktiziert wird, die man im Ansatz als
kollektives Schlechtmachen bezeichnen kann, so wie man uns seinerzeit den
´Judenstern` umhängte".
Siehe dazu hier.
9.11. / 17.11.
/ 7.12.2008 -
Schon wieder 37 Zivilisten zerfetzt - Betrachtet NATO die
Zivilbevölkerung in Afghanistan als Luft? Und verhindert der Westen den
Friedensschluss in Afghanistan? -
Mit entsetzlicher
Regelmäßigkeit zerfetzt der "christliche" Westen in Afghanistan Zivilisten,
so dass man mit den Meldungen fast nicht nachkommt. Die neueste unter
http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F307675.html.
Taliban hätten sich dieses Mal bei einem Angriff in einem Dorf
versteckt (wie immer). Darauf hin wurden eben 37 Dorfbewohner mit ins Jenseits gebombt,
hinzu kamen 35 Verletzte. Auch so wird also Deutschland
am Hindukusch "verteidigt", wie der Ex-Verteidigungsminister Peter Struck
(SPD) uns 2001 weis zu machen versuchte.
Und in Wirklichkeit steckt auch hinter
"Erfolgsmeldungen" von in Stücke gerissenen Taliban weiteres Entsetzen. Zwei
Drittel der angeblich getöteten Taliban seien nämlich bisher ebenfalls unbeteiligte Zivilisten
gewesen, so Beobachter vor Ort
(siehe
hier).
Inzwischen hat sich der afghanische Präsident Karsai nachdrücklich für
Friedensverhandlungen mit den Taliban ausgesprochen - im Gegensatz zu den
USA, welche die Taliban vernichten wollen. Die Taliban stellten vor dem
dem Angriff der USA auf Afghanistan und der Erklärung des
"NATO-Bündnisfalles" im Oktober 2001 die dortige Regierung in Afghanistan.
Der Regierung wurde vom Westen schnell weggebombt. Doch seither tobt ein
grausamer Krieg.
Siehe dazu
http://www.heise.de/tp/blogs/8/118960.
Aktuell [7./8.12.2008]: - 300 NATO-LKWs nach Angriff
verbrannt
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594869,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,595112,00.html
Taliban auf dem Vormarsch - USA schicken 4.000 weitere Soldaten allein in
die Hauptstadt Kabul
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594893,00.html
[25.1.2009] - Wieder 16 Zivilisten bei
US-Angriff getötet. "Der Tod
unschuldiger Afghanen ´stärkt die Terroristen`", so Afghanistans Präsident
Hamid Karsai (Bild, 25.1.2009).
2.11.2008 -
Kirche
spendiert Papst-Bruder Konzert für über 150.000 Euro -
Der 85.
Geburtstag von Papst-Bruder Georg Ratzinger am 15.1.2009 wirft seine Schatten
voraus. Die Feier im Vatikan kostet über 150.000 Euro, wovon das Bistum
Regensburg 100.000 Euro übernimmt,
"Gelder
aus Steuermitteln, Mieteinnahmen und Spenden"
(http://www.focus.de/panorama/welt/papstbruder-neuer-aerger-um-geburtstagsfeier_aid_345323.html).
Wie wäre es, wenn der Vatikan alle
"guten Katholiken" unter den Musikern bittet, einmal umsonst zu spielen.
Dann könnte man Eintritt verlangen und den Erlös für Not leidende Menschen
oder Tiere spenden. Und zur Feier des Tages (immerhin wird der Papst-Bruder
ja 85, der Papst selbst ist erst 81) schmilzt man von der eben auf den
Finanzmärkten erworbenen Tonne Gold mal 50 kg ab und legt den Gegenwert auf den
Konzert-Erlös oben drauf. Und wenn alles dann nicht nur eine PR-Maßnahme zur
Verbesserung des kirchlichen Images ist, sondern eine Herzensgabe, dann würde
einst der Mühlstein nicht so schwer sein, der einen
irgendwann in den Abgrund zieht.
2.11. / 7.11.2008 -
Obama-Berater: Sofort den
Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der Countdown für den großen
Krieg?
- Während viele kritische US-Amerikaner glauben, durch
eine Wahl von Barack Obama zum Präsidenten etwas Gutes zu tun und damit
zumindest eine Angst erregende "bibelfundamentalistische"
Vizepräsidentin oder gar spätere Präsidentin Sarah Palin verhindern zu
können (vgl. z. B. unsere Meldungen vom 12.9.
oder vom 13.10.), brauen
sich bereits die dunklen Wolken am Horizont zusammen. Dennis Ross,
außenpolitischer Berater des nächsten US-Präsidenten Barack
Obama, rät zusammen mit anderen Kongressabgeordneten z. B. zur
sofortigen Vorbereitung des Krieges gegen den Iran, bei dem die USA bei
Bedarf auch Atombomben einsetzen sollten. Läuft also schon der
Countdown für den nächsten großen Krieg? Und wird der gläubige evangelische Kirchenchrist Obama
in diesem Sinne auf seinen Berater hören?
(PS: Obama gehört der Vereinigten Kirche Christi an, die in
Kirchengemeinschaft mit der Union Evangelischer Kirchen in der EKD
(Evangelische Kirche in Deutschland) steht) Danach sieht es aus. Denn in einer Rede am 4.6.2008 hatte
sich Obama auch selbst schon
ähnlich geäußert. Neues Grauen und Elend
würden folgen und eine weitere apokalyptische Kettenreaktion.
Und nebenbei
scheint alles eine Ablenkung davon zu sein, dass das Land praktisch
bankrott ist bzw. es scheint auch ein furchtbares Manöver zu sein, um dem entgegen zu wirken. Als ob die Welt nicht sowieso schon an allen Enden aus den Fugen gerät.
Kritische Zeitgenossen haben mittlerweile den Eindruck, niemand habe Barack
Obama mehr geholfen als die Bibelfundamentalistin Sarah Palin (PS:
Nach letzten Informationen sei sie unter Druck "immer ausgeflippt" und habe
z. B. auch nicht gewusst, dass Afrika kein Staat, sondern ein Kontinent sei
(Bild, 7.11.2008)). Um einen Einzug von ihr an der Seite
von John McCain ins Weiße Haus zu verhindern, hat sich eine ganze Allianz
von Künstlern, Nobelpreisträgern, Journalisten, Intellektuellen usw. hinter
Barack Obama versammelt. Und ob diese dann rechtzeitig aufgewacht sind,
falls Obama zuschlägt? Denn eines ist jetzt schon klar: Seine Rhetorik löst
nicht ein einziges Problem. Sie ist noch nicht einmal ein "Flicken", mit dem
man versuchen könnte eines der zahlreichen Lecks des Schiffes zu stopfen.
Und alle Kriegsvorbereitungen mögen evangelisch oder katholisch sein (wie der
nächste Vizepräsident Joseph Biden) (siehe dazu auch
Der Theologe Nr. 6). Mit Christus haben sie
nichts zu tun.
Mehr dazu siehe
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/240230.html.
Siehe dazu auch unsere Meldung hier.
2.11.2008 -
Ex-Kultusminister in Spanien - "Die Kirche sieht den
Bürgerkrieg immer noch als Kreuzzug" -
Der spanische Bürgerkrieg
von 1936-1939 kostete Hunderttausenden von Menschen das Leben. Dabei kam
der Diktator Franco auch dank massiver Unterstützung durch die Kirche an die
Macht und führte "gewaltsame Säuberungen" im Land durch. Erst nach seinem
Tod im Jahr 1975 konnte sich Spanien mit Unterstützung von König Juan Carlos
zur Demokratie entwickeln. Doch Ex-Kultusminister Jorgé Semprun erklärt, wie
die Kirche heute weiterhin alte Seilschaften knüpft und die Gesellschaft
indoktriniert: "Von den Republikanern ermordete Priester
werden heute selig gesprochen. Die Erinnerung an die getöteten Republikaner
hingegen darf nicht wachgerüttelt werden",
so Semprun. Oder: "Die Kirche hat sich immer noch nicht kritisch
distanzieren können von ihren Positionen des Bürgerkriegs. Sie sieht den
Krieg immer noch als Kreuzzug."
Ein Beispiel:
"Bei den Prozessionen zur ´Semana
Santa`, zur Karwoche, in Sevilla wird die Statue der Jungfrau von Macarena
durch die Straßen getragen. Niemand erinnert daran, dass diese Statue noch
heute, nach all den Jahren, bei den Prozessionen die Schärpe von Francos
General Queipo de LLano trägt. Queipo de LLano ist der General, der Sevilla
angegriffen hat, der für seine Unterdrückung und seine faschistoiden
Ansichten bekannt war"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,587669,00.html).
Der lange kalte Atem der Kirche ist
bekannt. Und der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers sagte einmal:
Nach wie vor stehe der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der
Kirche "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu
entflammen" (Der philosophische
Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73).
31.10.2008 -
Evangelisch-lutherische Kirche verliert nochmals 200.000 Euro / Obere
Amtsträger werden in Deutschland vom Staat bezahlt
- Nachdem die
Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg schon durch die Pleite von
Lehman Brothers 4,3 Millionen Euro verloren hat, folgte nun ein weiterer Verlust
von 200.000 Euro aufgrund einer Einlage bei der US-Investmentbank Goldman
Sachs, die jetzt in eine sicherere Anlage umgewandelt wurde
(http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_artikel.php?id=1826705).
Der Vatikan hatte schon rechtzeitig vor Beginn der Finanzkrise zahlreiche
"unsichere" Anlagen u. a. in eine Tonne Gold umgewandelt (siehe
hier).
Bei dem 4,3 Millionen Euro Verlust handelte es sich kirchlichen Angaben
zufolge "nur" um "Zinsen aus [anderen] kirchlichen Rücklagen",
Höhe unbekannt. Die
Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg zählt zu den kleinsten
evangelischen Kirchen in Deutschland. Die Rücklagen der meisten anderen
evangelischen Kirchen sind folglich um einiges höher.
Bei Spendenaktionen ruft die Kirche immer nur ihre Mitglieder dazu auf,
tastet nie das eigene Vermögen an. Dies wird für die evangelischen und die
katholische Kirche in Deutschland zusammen von Experten auf ca.
500.000.000.000 Euro (500 Milliarden) geschätzt (Carsten Frerk, Finanzen
und Vermögen der Kirchen in Deutschland, Aschaffenburg 2002). Zudem
erhalten die beiden Großkirchen jährlich vom Staat ca. 14,15 Milliarden Euro
staatliche Subventionen, soziale Subventionen (noch einmal ca. 10
Milliarden) noch nicht mitgerechnet. So wird z. B. das gesamte obere
Kirchenpersonal (Bischöfe, Weihbischöfe, Domkapitulare, Landesbischöfe,
Kirchenpräsidenten usw.) in beiden Großkirchen in Deutschland vom Staat
bezahlt - entweder direkt wie in Bayern (dort stehen z. B. allein die
Gehälter von 290 römisch-katholischen Würdenträgern auf den staatlichen
Subventionslisten; siehe z. B.
http://www.arbeitsgemeinschaft-trennung-staat-kirche.de/Staatsleistungen%20an%20die%20Kirchen.htm) oder indirekt durch "Pauschalzuschüsse" in anderen
Bundesländern. Und auch für die einfachen Pfarrer und Priester gibt es
staatliche Lohnzuschüsse vom Staat - dazu viele weitere Privilegien (vgl. dazu
www.stop-kirchensubventionen.de).
29.10. / 14.11.2008 -
Spielcasino Wirtschaft - So geht alles früher oder später kaputt / Kirche
mit im Boot der Reichen / USA: Geld aus dem staatlichen "Rettungspaket" für
Milliardäre und Millionäre
- Ohnmächtig merken Profi-Zocker, wie
schnell die Top-Zocker ihnen die Hosen
ausziehen können. Was derzeit z. B. mit den VW-Aktien passiert, zeigt, dass die
Bosse aus dem Finanzdesaster keine grundlegenden Konsequenzen für eine Verbesserung der
Lage ziehen. Im Gegenteil: Man versucht, das Casino "Wirtschaft und
Finanzen" zum
Ego-Vorteil einiger weniger immer weiter
zu perfektionieren. Diese stehen dann am Ende ganz oben, während andere in immer
größere Desaster fallen und dann nach der Hilfe des Staates rufen.
Dazu passt das Bild
der auseinander gehenden Schere: Auf der einen Seite wenige Super-Super-Reiche, die
immer noch reicher
werden und auf der anderen Seite immer mehr Arme, die allmählich bettelarm werden. Das hat mit dem
ursprünglichen Sinn eines fairen Handels nichts mehr zu tun. Der Gott
"Mammon" feilt hier stattdessen an seinem Meisterstück. Und so wird eine ganze Volkswirtschaft
zu einem gigantischen Wett- und Jonglierbüro. Es kommt immer weniger darauf
an, hochwertige Waren ehrlich und zu einem fairen Preis zu produzieren und
an die Bürger zu verkaufen, sondern mit immer gewiefterer Zockerei die
Milliarden und Millionen abzuschöpfen, die man überwiegend den arbeitenden Menschen
aus der Tasche zieht (oder indem man einfache Leute dazu verführt, mit
Lock-Kredittricks maßlos über ihre Verhältnisse zu leben wie in den USA, wo
vermutlich ca. Kredite in Höhe von ca. einer Billion Dollar nicht
zurückbezahlt werden können). Doch es wird immer mehr Verlierer geben und am Ende verlieren wohl
alle. So kann man im Hinblick auf Deutschland z. B. einmal fragen: Regieren eigentlich ein Bundeskanzler und
sein Kabinett das Land? Oder bereits zu einem großen Teil die Top-Zocker und
ihre Helfer?
Zum Thema siehe:
http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:VW-Aktien-Porsche-Image/643797.html.
Hier hilft jedoch kein "starker Mann", der das Desaster scheinbar zu
bändigen versucht und am Ende doch mit den Zockern in einem Boot sitzt;
sondern einzig die Besinnung auf die urchristlichen
Prinzipien "Freiheit, Gleichheit, Einheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit"
sowie der Grundsatz: "Üb immer Treu und Redlichkeit". Daraus würde auch ein
völlig anderer Umgang mit den Tieren und der Natur erwachsen, wenn diese
nämlich nicht mehr zur "Profitmaximierung" des Gottes Mammon und seiner
Diener ausgebeutet und malträtiert bzw. zu Millionen abgestochen und
erschossen werden. Auch sie brauchen ihren Lebensraum, und nur so könnte auch der Planet
Erde Schritt für Schritt allmählich wieder etwas gesünder werden.
Die Kirchen
jedoch haben den Menschen diese Achtung vor dem Planeten Erde und seinen
Geschöpfen nicht gelehrt, im Gegenteil (siehe
Der Theologe Nr. 7). Und statt Vorbild im ehrlichen "Bete und
arbeite" zu sein, lassen sich die Kirchenführer ungeniert vom Staat (!) bezahlen
(siehe z. B. hier)
und horten Berge an "Schätzen auf Erden" (vgl. Matthäus 6, 19 sowie die
Informationsschrift der Freien Christen Nr. 3, Der Reichtum der Kirche ist
Blutgeld).
In der gegenwärtigen Finanzkrise fehle nun bezeichnenderweise auch
"die Stimme der Kirche". So z. B. Holger Dohmen in einem Kommentar des
Hamburger Abendblatts (24.10.2008). Was könnte der Grund sein? Immerhin
meldete sich im Juli 2008 die Evangelische
Kirche Deutschlands (EKD) mit der "Denkschrift" Unternehmerisches Handeln
in evangelischer Perspektive zu Wort. Doch was mag diese bewirken?
In der Vergangenheit waren
einzelne positive Ansätze in anderen
"Denkschriften" in der Regel nur ein weiterer Kompromissversuch aus allen möglichen
faulen Kompromissen - und selbst das
meist noch um Jahre und Jahrzehnte zu spät. Damit wird nichts bewegt.
Dies scheint auch hier wieder der Fall zu sein, auch wenn der
EKD-Vorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, darauf hinwies, dass die Denkschrift auch
"vor zerstörerischem Handeln auf den Kapitalmärkten warne" (idea,
2.11.2008). Doch wird nichts wirklich angetastet bzw. angeprangert, was
die Reichen und Mächtigen ernsthaft stören könnte - ein Zeichen dafür, dass die Kirchenführer
letztlich immer mit ihnen in einem
Boot saßen und sitzen. So schreibt z.
B. die Wirtschaftswoche unter der Überschrift Frieden mit dem
Kapital über diese Denkschrift: "Auch die
Globalisierung wird in dem Kirchen-Papier im wesentlichen positiv
bilanziert. Denn sie ´eröffnet ärmeren Ländern die Möglichkeit, von
Investitionen ausländischer Unternehmen zu profitieren, offene Märkte zu
nutzen und ihr allgemeines Sozial- und Wohlstandsniveau zu verbessern`.
Jetzt komme es darauf an, das Konzept der sozialen Marktwirtschaft ´weltweit
tragfähig zu machen`" (5.7.2008).
Die weltweite Entwicklung geht jedoch
mit großem Tempo schon lange in eine völlig
andere Richtung: Armut und Verelendung nehmen sprunghaft
zu, und der Planet Erde liegt im Fieber und gerät durch zunehmende
Naturkatastrophen immer mehr aus den Fugen.
Gleichzeitig bekämpfte und bekämpft die Kirche seit je her unbequeme
Propheten und Mahner, welche die Ursachen dafür aufzeigen und die Menschen zur Umkehr rufen (als Beispiel
siehe
http://www.das-wort.com/cgi/gen_article.cgi?article=s449de&type=toc&rtopic=fueranalytiker).
Aktuell: Der Gott "Mammon" verhöhnt die Menschen
derweil immer mehr. So schütten 33 US-Pleitebanken jetzt riesige
Dividenden an ihre Aktionäre aus (darunter z. B. der Milliardär Warren
Buffet), insgesamt 163 Milliarden (!!) Dollar. Und woher kommt das Geld? Aus
dem Rettungsfonds (!!) der Regierung, also vom einfachen Volk. Und diese
Dividenden machen mehr als die Hälfte dessen aus, was man bis dahin von der US-Regierung kassierte
(immerhin: in Deutschland sind Dividenden aus Staatsgeschenken nicht erlaubt)
(
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/30/us-banken-hohe-dividende/
ausgeschuettet-rettungs-fonds-milliarden-verpulvert.html;
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/us-banken-stecken-staatshilfe-in-dividenden;2076240).
Das "Rettungspaket" der
US-Regierung stopfen sich also die Superreichen wieder zu einem großen Teil in die
eigene Tasche, während für die Verhungernden dieser Welt noch nicht einmal
ein kleines "Rettungspaket" geschnürt wurde; obwohl es nur einen Bruchteil von dem
kosten würde (ca. 20 Milliarden Euro jährlich), was man jetzt in den Schlund der
Banken und teilweise der Milliardäre und Millionäre wirft, die dort im Hintergrund
wirken.
Und während Autofahren zwischenzeitlich wegen der Benzinpreise fast zum
Luxus geworden ist und man nicht weiß, wie es sich weiter entwickelt,
machten die Öl-Multis und ihre Manager Rekordgewinne; der Konzern Exxon
Mobil wegen der zwischenzeitlich hohen Ölpreise z. B. den höchsten Quartalsgewinn, den je ein
Unternehmen in der Geschichte der USA erzielt hat
(http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/31/rekord-gewinne/fuer-oel-multis.html).
PS:
Doch die Pole schmelzen und die Wasser werden kommen, und zwar aufgrund
menschlicher Schuld
(http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/schmelzende-pole-mensch-als-schuldiger-ueberfuehrt_aid_344775.html).
28.10.2008 -
CSU/FDP-Koalition
in Bayern: "Chamäleon" FDP knickt vor der CSU und den Kirchen ein
-
Einst gab es einmal das FDP-Papier von
1974 Freie Kirche im freien Staat, das vom damaligen
FDP-Bundesparteitag beschlossen wurde. Darin heißt es unter anderem: "Die
bestehenden Staatsverträge mit den Kirchen (Kirchenverträge und Konkordate)
sind wegen ihres Sonderrechtscharakters kein geeignetes Mittel, die
Beziehungen zwischen Kirche und Staat zu regeln. Deshalb dürfen solche
Verträge nicht neu abgeschlossen werden. Die bestehenden Kirchenverträge und
Konkordate sind, soweit sie noch gültig sind, in gemeinsamer Übereinkunft
aufzuheben. Ihre Gegenstände sind, soweit erforderlich, durch Gesetz oder
Einzelvereinbarungen neu zu regeln" (http://www.payer.de/religionskritik/FDP1974.htm).
Diese Verträge sichern den Kirchen jährlich staatliche Subventionen in Höhe
von ca. 15 Milliarden Euro, zusätzlich zu den sozialen Subventionen
(nochmals ca. 10 Milliarden). Geht es jedoch darum, die Privilegien der
Kirche auch nur zu einem Bruchteil von dem in Frage zu stellen, was man hier
vollmundig verkündete, knickt die FDP rückgratlos ein.
Was nützt es da, dass die FDP in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl
noch 1994 erklärte: "Deshalb muss der Staat sich, gebunden an das
Grundgesetz, weltanschaulich-religiös neutral verhalten"? (http://ibka.org/artikel/miz94/fdp.html)
Wie die Wirklichkeit in Bayern trotz FDP-Regierungsbeteiligung weiterhin
aussieht, beschreibt der evangelische Nachrichtendienst idea wie
folgt: "´Die bayerische FDP hat sich hier der sehr viel stärkeren CSU
gefügt`, sagte der evangelische Politiker [Günther Beckstein] der in
Würzburg erscheinenden katholischen Zeitung ´Die Tagespost` (Ausgabe 28.
Oktober). So sei es gelungen, ein Bekenntnis zu den christlichen Symbolen in
den Koalitionsvertrag aufzunehmen ... Zur Frage, ob mit der FDP-Beteiligung
an der Landesregierung das traditionell gute Verhältnis zu den Kirchen in
Bayern belastet sein könnte, sagte Beckstein, das zu verhindern, werde
Aufgabe des neuen Ministerpräsidenten Horst Seehofer sein" (idea,
28.10.2008).
So spielt also die Musik. Von wegen Konkordate aufgeben oder auch nur einen
einzigen Krümel der Staatsmillionen für die Kirchen antasten, die diese Jahr
für Jahr einstreicht. So stehen alleine in Bayern 290 römisch-katholische
Würdenträger auf den staatlichen (!) Gehaltslisten, nicht etwa den
kirchlichen. Dafür wird dann auch die evangelisch-lutherische Großkirche in
dieser Größenordnung proportional "finanziert" und, und, und ...
Und die FDP-Politiker können erleichtert den Beichtstuhl verlassen, frei
nach dem Motto: Der Politiker zum Priester: "Eure Privilegien bleiben euch
erhalten". Darauf hin der Priester zum Politiker: "Dann sind dir deine
Sünden vergeben." [PS: Ein Priester kann überhaupt keine Sünden
vergeben, doch noch immer lassen sich die Gläubigen bluffen und in die Irre
führen; vgl. dazu hier]
Siehe dazu auch unsere Meldung hier.
27.10.2008 - Konfessionelle "Priesterkaste" möchte grausamen
"Blut-Gott" beibehalten - Dass wir in einer großen Zeitenwende
leben, ist auch in der Theologie spürbar. So weist etwa der ehemalige
evangelische "nordelbische" Landesbischof und Bibelübersetzer Ulrich
Wilckens bei einem Vortrag in Bensheim darauf hin, dass sich das
"Christentum" "heute einer Welle der Kritik ausgesetzt" sieht, die sich
gegen "zentrale Inhalte ihres Glaubens richtet und etwa den Sinn des
Kreuzestodes Jesu anzweifelt" (idea, 26.10.2008). Mit diesem Sinn
meint er die "Vorstellung eines Gottes", "der zu seiner Versöhnung den Tod
seines Sohnes brauche". Daran glaubt der ehemalige Landesbischof. Dies ist
jedoch die grausame Vorstellung der Priesterkaste, für die bis zum Kommen von
Jesus unschuldige Tiere abgeschlachtet werden mussten, um diesen Gott zu
"beruhigen", und für die schließlich Jesus von Nazareth als
angebliches "Sühnopfer"
grausam hingerichtet werden musste.
In diesem Sinne entlarvt sich auch
Altbischof Ulrich Wilckens. So schreibt idea über Aussagen seines
Vortrags: "Das Verlangen, die durch die Auflehnung des Menschen gegen Gott,
die Sünde, gestörte Lebensgemeinschaft wiederherzustellen, stehe ebenso
hinter alttestamentlichen Opferritualen wie dem Kreuzestod Jesu Christi."
Wilckens weist also auf eine Kontinuität dieses Glaubens hin, der im Alten
Testament durch die damaligen Priester repräsentiert wurde und in der Zeit
des Neuen Testaments durch die Priester der Kirche.
Gemäß dem Alt-Landesbischof und den konfessionellen Kirchen dienen also z. B. folgende
angebliche Anweisungen Gottes dazu, die "gestörte Lebensgemeinschaft
wiederherzustellen":
Der Priester soll beim Schaf "seine Hand auf den Kopf des Opfers legen und
es vor dem Offenbarungszelt schlachten." "Den ganzen Fettschwanz, den er
nahe an den Schwanzwirbelknochen ablösen soll", soll er Gott "darbringen"
(3. Mose 3, 8-9).
Den Stier soll der
Priester "abhäuten und ihn in Stücke zerlegen". Sein Fell und seinen
Mageninhalt soll er "aus dem Lager hinaus an den Abfallplatz schaffen"
(3. Mose 1, 6; 4, 11-12).
Von der Ziege soll er "den Kopf auf das Holz über dem Altarfeuer legen"
(3. Mose 1, 11-12).
Der Taube soll er "ihren Kopf abtrennen", "ihren Kropf mit den Federn
entfernen" und ihr die "Flügel einreißen, ohne sie dabei zu teilen ... Ihr
Blut soll gegen die Altarwand ausgepresst werden" (3. Mose 1, 15-17).
Bei diesen Voodoo-ähnlichen Praktiken sollen die genannten Tiere zuvor ohne Betäubung abgemurkst werden -
alles zur "Beruhigung" dieses Gottes. Und die brennenden Kadaver dienen dann
"zum lieblichen Duft" für diesen Gott
(z. B. auch 3. Mose 3, 1-17).
Angeblich wäre dieser Gott durch den Foltertod seines Sohnes dann endgültig
"beruhigt" worden, so dass er den "lieblichen Duft"
von Schlachthäusern und
Fleischküchen heute nicht mehr braucht. Umso mehr sollen sich die Menschen
dann an diesen Düften und Geschmäckern laben - in der Folge einer in der Geschichte der Zivilisation bisher
beispiellosen Barbarei an den Mitgeschöpfen der Menschen in der
Massentierhaltung (siehe dazu Der Theologe Nr. 7).
Doch schon die Gottespropheten des Alten Testaments sprachen vehement gegen
diesen Opferglauben, der angeblich "Gottes Wort" sein soll (siehe z. B.
hier). Daran knüpfte später
Jesus von Nazareth an. Mit ihm hat ein solcher Glaube, der zu "alttestamentlichen
Opferritualen" führte, wie es Bischof Wilckens sagte, ebenso nichts zu tun.
Und auch die Vorstellung, dass Jesus durch seinen Tod einen angeblichen Zorn
Gottes sühne, stammt nicht von Jesus. Denn Jesus von Nazareth war nicht auf der Erde, um sich hier zur
angeblichen Genugtuung
für diesen Gott zu Tode foltern zu lassen. Er wollte mit den Menschen ein
Friedensreich aufbauen - als Vorbild für alle Menschen und Völker, um zu zeigen, wie
Mensch und Tier in Einheit mit der Schöpfung in Frieden auf der Erde leben
können. Zum "Opfer" der damaligen Priesterkaste und der römischen
Besatzungsmacht wurde Jesus erst, als die Menschen, eingeschüchtert von den
Priestern, ihn im Stich ließen (mehr dazu siehe
hier).
Und heute sind es die geistigen Nachfolger der damaligen Priesterkaste,
nämlich die
Priester der konfessionellen Kirchen, welche die Menschen einschüchtern. Sie
wollen die "Kirchenschafe"
mithilfe der Drohung mit der ewigen Verdammnis (der grässlichsten aller
religiösen Vorstellungen, erfunden im Kirchenchristentum; vgl. dazu
Der Theologe Nr. 19)
im Pferch ihrer Institution und ihres letztlich zornigen Gottes festhalten.
Und dieser Gott öffnet die Türe für die "Seligkeit" angeblich nur
dann, wenn der Mensch im kirchlichen Sinne "glaubt", also den Dogmen der
Kirche hörig ist, was auch nicht das Geringste mit Jesus zu tun hat.
Doch die Zeitenwende ist im Gange. Und so wird heute auch entlarvt,
wie die Kirche, angefangen mit Paulus, die Lehre des großen Friedenslehrers
und Sohnes Gottes, Jesus von Nazareth, verfälschte und seinen furchtbaren
Tod zu einem "Sühnopfer" im Sinne der alttestamentlichen Priesterkaste
umdeutete (mehr dazu in Der Theologe Nr. 5).
Dabei hatte Jesus gewollt, dass die Menschen nach den Zehn Geboten und
seiner Bergpredigt praktisch leben (siehe z. B.
hier) und dass sie auf diese
Weise den nahen Gott
erleben, der ihnen dabei hilft, ihr Leben zu meistern. Dieser Gott lehrte
niemals, ein
unschuldiges Tier, das Er selbst erschaffen hat, zu Seiner "Beruhigung"
abzustechen und für seinem Nasengenuss zu verbrennen. Und dieser Gott hat
auch nicht den Foltertod Seines Sohnes gewollt noch hat Er sich eine ewige
Verdammnis für diejenigen Menschen ausgedacht, die dem kirchlichen Horror
und Zeremonienkult nicht mehr folgen wollen.
So könnte man auch sagen: Jesus ist ein Mann des Volkes und nicht der
Kirche. Und er lehrte einen Gott der Liebe und nicht der Kirche.
25.10. / 1.11.2008 - Die Schere: Bahnfahren
wird immer teurer. Doch Bahn-Manager bekommen für geplanten Börsengang Millionen-Boni
/ Dazu: Bis zu 37,5 % Steigerung der Gehälter und Boni bei den Vorständen /
Und: Trotz Millionen-Verluste Millionen-Boni für Postbank-Manager
- Unaufhaltsam und brachial vollzieht sich in unserer Gesellschaft das Prinzip der
Schere: Das Einkommensgefälle zwischen Superreich und Arm wird immer größer.
Wenn schon die Bank-Manager für ihre Misswirtschaft grandios Privatmillionen
über Privatmillionen absahnen, dann
möchten auch die Bahn-Manager ein größeres Stück vom Kuchen der Reichen und
Super-Reichen. Z. B. anlässlich des geplanten Börsengangs der Bahn
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,586564,00.html).
Doch damit nicht genug. Die Bahn-Bosse wollen sich unabhängig davon die
Gehälter und Bonuszahlungen um bis zu 37,5 % erhöhen (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,587612,00.html).
Immerhin, so die Bahn, liege die Vergütung immer noch "im unteren
marktüblichen Bereich". Das heißt: Warum sollen sich immer nur die anderen
Bosse den Hals vollstopfen bis zum Erbrechen? (geradezu
grotesk wirkt demgegenüber das Gefeilsche von Arbeitgebern und
Gewerkschaften um z. B. 2,2 % oder 2,5 % mehr Gehalt). Gleichzeitig werden die Preise
für das Bahnfahren derzeit gerade weiter erhöht - vielleicht eine
Art "Sonderopfer" der Bahnfahrer (von denen immer mehr Mühe haben,
das Geld für eine notwendige Bahnkarte anzusparen) für die Manager.
Interessant wäre in diesem Zusammenhang einmal die Aufschlüsselung des
zynischen Wortinhalts des Wortes "marktüblich"
Und "hurra": Auch die Postbank-Manager kriegen
Bonus-Millionen in Höhe eines gesamten Jahresgehaltes zusätzlich (also nicht
etwas eines 13. Monatsgehaltes wie bei manchen Arbeitnehmern, sondern von
zwölf (!)zusätzlichen Monatsgehältern) - trotz massiven Gewinneinbruchs und
Überlebenshilfe von einer Milliarde durch den Mutterkonzern Post. Man hätte
die gigantische Zusatzzahlung den Managern im Frühjahr versprochen, wenn sie
die Postbank zu einem lukrativen Preis an einen Großkäufer verscherbeln
könnten, der jetzt Deutsche Bank heißt.
Was waren das noch für Zeiten, wo
die Post noch die Post war und von seriösen Postbeamten geleitet wurde! Da
sind noch viele mit ihrem Postsparbuch an den Postschalter gegangen
und waren vielleicht sogar ein wenig stolz, Postkunde zu sein.
Jetzt ist es so:
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/11/01/postbank-gewaehrt-managern/sonderbonus-hoehe-eines-jahresgehaltes.html
Und was waren das noch für Zeiten, wo die Bahn noch die Bahn war und von
seriösen Bahnbeamten geleitet wurde! Da hat man sich noch am
Fahrkartenschalter eine Fahrkarte gekauft und man zahlte gerne den Preis.
Denn man konnte sicher sein, dass die Post- und Bahnbeamten sich nicht die Taschen vollstopfen mit Bonus-Millionen, die man als solider
Arbeitnehmer in Jahrzehnten nicht verdient.
Jesus von Nazareth lehrte unter anderem die Gerechtigkeit
(Matthäus 5, 6), und er forderte die Reichen auf, für die Armen
einzustehen. Doch nach der Lehre der Kirchen, vor allem der evangelischen,
genüge alleine der Glauben (siehe z. B.
Der Theologe Nr. 35). Das
aber hat Jesus niemals gelehrt.
Und der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich setzte sich z. B. erst
zu Jahresbeginn dafür ein, dass die Managergehälter nicht nach oben begrenzt
werden sollen (siehe hier).
Und bekanntlich werden ja weltweit auch nach unten keine Grenzen gesetzt. Das
ist dann eben die Schere. Sie öffnet sich so weit, dass die Kluft zwischen Oben
und Unten ein solches Ausmaß annimmt, dass alles auf einen noch nie da
gewesenen Siedepunkt zusteuert, der jedoch gleichzeitig der Kipppunkt sein
wird.
23.10.2008 -
"Der gekreuzigte Bischof" -
Enkel von Landesbischof Meiser verhöhnt Jesus von Nazareth und die Opfer des
Nationalsozialismus - Die heftigen
Auseinandersetzungen um den antisemitischen ersten Landesbischof Bayerns gehen
weiter. Nun hat sein Enkel Hans-Christian Meiser ein Buch mit dem Titel Der
gekreuzigte Bischof veröffentlicht, in dem er versucht, alle Fakten zu
Meisers Vorteil hin zu biegen - auch indem man wesentliche
Hintergrundinformationen verschweigt. Was zum Beispiel wirklich dahinter
steckte, dass Meiser angeblich 126 Juden das Leben rettete (was nach einem
riskanten persönlichen und heroischen Einsatz klingt und nicht, was es
tatsächlich war, nach der Installation einer Ausreise-Behörde für ausschließlich zur
Kirche konvertierte (!) Juden in Absprache mit den Nationalsozialisten und mit
Wissen der Gestapo), wird in Der Theologe Nr. 11 zurecht gerückt (z. B.
hier). Aufgewärmt wird in dem Buch
Der gekreuzigte Bischof auch wieder
Meisers Schreiben aus dem Jahr 1934, in dem er vor einer fanatischen
antisemitischen Aktion von Nazi-Mitgliedern in Ansbach warnte. Seine Begründung
dafür ist jedoch: Um "die besten Teile der Bevölkerung", nämlich überzeugte
NSDAP-Anhänger, durch überzogene Maßnahmen nicht in Gewissenskonflikt zu
bringen. Außerdem wird damit keineswegs relativiert, dass Meiser selbst
Antisemit war (zum ganzen Sachverhalt siehe hier).
Meiser sei heute "Opfer" kirchenpolitischer Interessen geworden, so wie er
1933/1934 angeblich "Opfer" der Nationalsozialisten geworden sei.
Damit werden zum einen die wirklichen Opfer der Nationalsozialisten verhöhnt
- z. B. zig-tausende von Menschen, die ihr Leben lassen mussten und nicht
nur einige Tage Hausarrest bekamen wie Meiser (siehe
hier) bzw. wie Meiser von Adolf
Hitler wieder in offiziell in Amt und Würden bestätigt wurden (siehe
hier).
Und schließlich wird auch der große Menschheitslehrer und Friedensstifter
Jesus von Nazareth, der von den damaligen Obrigkeiten furchtbar hingerichtet
wurde, verhöhnt. Denn der Buchtitel Der gekreuzigte Bischof
missbraucht den gequälten Jesus und sein Sterben, nämlich die
Kreuzigung, um Stimmung für Bischof Meiser zu machen, der mit den
Nationalsozialisten offen sympathisierte, mit seinen Predigten die Soldaten
zu Tausenden für Nazi-Deutschland in den 2. Weltkrieg trieb, den
Antisemitismus förderte, kleinere Glaubensgemeinschaften bekämpfte und sich
heftig gegen Ansätze von kirchlicher Zivilcourage wehrte (siehe z. B. hier),
um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Auf die Aufzählung weiterer
Gegensätze
zwischen Jesus von Nazareth und Hans Meiser wird hier verzichtet Der Vergleich
wurde z. B. einmal durchgeführt mit Meisers großem Vorbild Martin Luther -
"Der Theologe Nr. 3": So spricht Martin Luther - so
spricht Jesus von Nazareth.
22.10.2008 - Quo vadis Amerika? Im Hintergrund agiert Zbigniew Brzezinski -
Erst
allmählich erfuhr man in Deutschland, dass der US-Stratege Zbigniew
Brzezinski, bekannt durch sein Buch Die einzige Weltmacht, der
außenpolitische Berater des vermutlich nächsten US-Präsidenten, dem
Protestanten Barack Obama, ist. Brzezinski bezeichnet darin Russland z. B.
als "Das Schwarze Loch". In dem Buch Quo vadis Amerika? Die Welt
nach Bush (Blätter für deutsche und internationale Politik) heißt es u.
a.: Brzezinski kommt ... zu dem Schluss [allerdings bereits 1997], dass das erste Ziel
amerikanischer Außenpolitik darin bestehen muss, »dass kein Staat oder keine
Gruppe von Staaten die Fähigkeit erlangt, die Vereinigten Staaten aus
Eurasien [Europa und Zentralasien] zu vertreiben oder auch nur deren
Schiedsrichterrolle entscheidend zu beeinträchtigen.« (S. 283) Die USA müssen »das Emporkommen eines Rivalen um die Macht
... vereiteln« (S. 306)
(zit. nach
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/USA/nach-bush.html).
Ein Teil dieser "Weltmacht-Strategie" könnte auch der kurze Krieg des georgischen US-Günstlings Micheil Saakaschwili gegen Russland
gewesen sein (siehe dazu die Meldungen weiter
unten). Allerdings hält Brzezinski die aggressive Politik der USA
gegenüber Iran für falsch und fordert die Regierung auf, endlich mit dem
Iran zu verhandeln (http://www.stern.de/politik/ausland/:Iran-Ein-Iran/560430.html).
Abgesehen davon, dass die USA nahezu bankrott sind und maßgeblich mit
für die Weltdesaster Klimakatastrophe und Hungersnöte verantwortlich sind, steht man
auch mit den Weltmacht-Strategien zu der
Lehre des Jesus von Nazareth (u. a. "Wer unter euch
der Größte sein will, der sei Euer Diener"; "Alles, was ihr wollt, das
euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst") im
krassen Gegensatz. Und Jesus
war Realist, der bei seiner Lehre die Anwendung auf die Politik nicht
ausklammerte. Wie diese dann praktisch aussehen könnte, wäre eigentlich die
Aufgabe von Politikern, die sich "christlich" nennen. Alles andere erscheint
letztlich nur wie neue undichte Flicken auf einen porösen Schlauch (siehe
dazu hier). Und wer - wie auch immer - Gewalt
sät, wird diese Gewalt - jetzt immer schneller - ernten.
18.10. / 19.10.2008 -
Bankrott-Manager in den USA belohnen sich mit 70 Milliarden Dollar
"Bonuszahlungen" und "Sonderzuwendungen", bevor sie dann die staatlichen
Rettungs-Milliarden für ihre Misswirtschaft abholen / Keine
"Sonderzuwendungen" und "Boni" für Verhungernde /
Vatikan stieg um auf noch mehr Gold / Sänger Udo Lindenberg kritisiert
Kirche - Obwohl sie
zahllose Sparer leichtfertig um ihr Geld gebracht haben und der Steuerzahler
aufgrund ihres Zockens bis auf die Knochen ausgequetscht wird, gelten die
Bank-Manager weltweit weiter als ehrbare Millionäre. In den USA genehmigen
sie sich für ihre Bankrott-Wirtschaft jetzt Belohnungen in Höhe von 70
Milliarden Dollar an "Sonderzuwendungen" und Boni für das laufende Jahr. Der
Steuerzahler bezahlt mit seinem Geld diese Zuwendungen. So entscheiden die
Politiker. Wer weiß, wie
viel von den weltweit Billionenzahlungen der Staaten an die Banken sich die
Banker insgesamt in die eigenen Tasche stopfen.
Siehe
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,584916,00.html
Einen kleinen Einblick gibt ein Top-Banker, der bis zu 870 % Rendite
abzockte und seine Kollegen verhöhnt, dass sie sich "auf seine Geschäfte
eingelassen hätten" (Bild, 19.10.2008;
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/19/andrew-lahde/verhoehnt-manager-und-rechnet-mit-seinen-kollegen-per-brief-ab.html).
Was dazu passt: Die US-Regierung Bush hatte die Zahl der FBI-Mitarbeiter
im Bereich Wirtschaftskriminalität seit 2001 gezielt um 600 reduziert.
Stattdessen hat man beim "Kampf gegen den Terror" das Personal erhöht. Die
Behörde hatte deshalb immer weniger Personal, um bei Wirtschaftskriminalität effektiv tätig werden zu können
(Bild, 19.10.2008). Bereits 2004 hatte das FBI vor kriminellen
Machenschaften "im Zusammenhang mit dem Hypothekenmarkt gewarnt", doch es
wurde weiter Personal gekürzt.
Gleichzeitig leiden ca. 900 Millionen Menschen bittere Hungersnot und 35.000
verrecken täglich, weil sie nichts zu essen haben. Bereits für 20 Milliarden
Euro jährlich bräuchte niemand mehr zu hungern - nur ein Bruchteil von
dem, was die Großbanken an Geschenken bekommen. Doch für die qualvoll
Verhungernden machen die Staaten das Geld nicht locker. Geschweige denn,
dass sie zumindest eine "Sonderzuwendung" bekommen oder wenigstens ein Bonus-Brötchen
(von dem in der Geschichte der Zivilisation beispiellosen Leidens und
Aussterbens der Tiere
weltweit gar nicht zu reden). "Mal schauen, wie lange
das noch gut geht", denken sich der Gott Mammon und seine Diener in
Wirtschaft, Politik, Kirche und Gesellschaft (siehe Matthäus 6, 24).
Und sie
fressen und fressen und fressen.
Dabei haben die Finanzexperten des Vatikan schon
früher als andere Banker das Desaster vorher gesehen und Risiko-Papiere im
Jahr 2007 "im großen Stil" verkauft und die Millionen so angelegt, dass bei
dem kommenden Desaster nichts passiert. "Insgesamt erwarb der Vatikan
Währung im Gegenwert von 520 Millionen Franken, sichere Anleihen für 800
Millionen und eine Tonne Gold im Wert von fast 30 Millionen Franken".
Und angesichts der Finanzkrise hat er jetzt - ohne nennenswerte Einbußen
hinnehmen zu müssen - verkündet, "das Geld
... nichts bedeutet" (Basler Zeitung, 14.10.2008). Doch warum
verkauft der Vatikan nicht wenigstens 100 kg Gold von seiner rechtzeitig neu
gekauften Tonne und hilft wenigstens ein paar qualvoll Leidenden? Nach Informationen der Zeitschrift Oggi aus dem Jahr 1952
(Nr. 42/1952) hortete der Vatikan schon damals nach den USA
den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Dessen Wert soll schon damals
3,5 Milliarden Euro betragen haben.
Dazu sagte der bekannte Sänger Udo
Lindenberg: "Früher wurden im Namen der Kirche ganze Völker und Kulturen
niedergemetzelt und der Vatikan ist auf geklautem Gold aufgebaut. Da kann
man doch nicht still halten" (Freies Wort [Tageszeitung von Suhl in
Thüringen], 2.10.2008; vgl. dazu die
Informationsschrift der Freien Christen Nr. 3, Der Reichtum der Kirche ist
Blutgeld).
Gottes Mühlen mahlen langsam, doch
sie mahlen ... Das "Weltgericht" (siehe Matthäus 25, 31 ff.) hat
bereits seine Plätze eingenommen.
17.10. / 20.12.2008 -
Afghanistan-Desaster: Wieder 25 Zivilisten bei NATO-Angriff zerfetzt? /
Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus" -
Deutschland und die
USA
schicken ständig neue Soldaten in den Hindukusch. Der
Ex-Entwicklungshilfeminister der CDU, Jürgen Todenhöfer, erklärt zum
Afghanistan-Krieg: "Die
Nato züchtet mit ihrem Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus
jeden Tag ein Stück weiter" (http://www.sueddeutsche.de/politik/441/312356/text/7/
vom 6.10.2008).
Eines der jüngsten Ereignisse: Bewohner in dem Bezirk Nad Ali legten 16 Leichen vor das Büro
des Provinz-Gouverneurs - 16 von 25, die bei einem NATO-Luftangriff
umgekommen sein sollen (Bild, 17.10.2008).
Jürgen Todenhöfer berichtet auch von eigenen Recherchen: "Ich habe in den
afghanischen Medien gelesen, die Koalitionstruppen hätten nach US-Angaben in
Asisabad bei Herat 30 Taliban getötet. Daraufhin habe ich über einen
Dolmetscher mit einem Einwohner von Asisabad telefoniert. Er hatte bei dem
amerikanischen Luftangriff 75 Angehörige verloren. 75 Angehörige! Er
berichtete mir, dass die US-Luftwaffe eine Trauerfeier bombardiert hatte,
die er für seinen verstorbenen Bruder veranstaltet hatte. Insgesamt seien 90
Zivilisten getötet worden, darunter 60 Kinder. Die UN, Präsident Karzai und
mehrere afghanische Untersuchungskommissionen haben diese Zahlen inzwischen
ausdrücklich bestätigt. Die US-Truppen haben hier wie in vielen anderen
Fällen einfach die Unwahrheit gesagt ... Die Bilder von Asisabad liefen
im afghanischen Fernsehen zwei Wochen lang. Man sah immer wieder, wie ein
verzweifelter Mann das blutverschmierte Hemd seines getöteten sechs Monate
alten Babys in die Kamera hielt. Man sah Bilder getöteter Zivilisten, die
ein Arzt heimlich mit seinem Handy gefilmt hatte. Und anschließend musste
die afghanische Bevölkerung sich immer wieder den amerikanischen
Militärsprecher anhören, der behauptete, man habe lediglich 30 Taliban
getötet, vielleicht seien zusätzlich auch noch fünf bis sieben Zivilisten
ums Leben gekommen. Die blutige Wahrheit wird bis heute einfach
wegdementiert" (Süddeutsche Zeitung, 6.10.2008). Und weiter:
"Hochrangige afghanische Politiker haben mir gesagt, in der Regel seien zwei
Drittel der angeblich getöteten Taliban unschuldige Zivilisten. Das ist
einer der Gründe für die wachsende Popularität der einst verjagten und
verachteten Taliban". Diesen grausamen Krieg können die NATO und als Teil
davon die Bundeswehr nie gewinnen. Während die Bundeswehr anfangs für zivile
Aufgaben nach Afghanistan ging, wurden die Bundeswehr-Truppen seit kurzem in
den US-NATO-Krieg "Enduring Freedom" integriert (siehe
hier). Doch mittlerweile kontrollieren die Taliban
bereits wieder 60 % des Landes. Die USA reagieren mit 30.000 zusätzlichen
Soldaten, die man 2009 an den Hindukusch schicken will, um den Krieg doch
noch zu gewinnen - eine Verdopplung der bisherigen Anzahl (Netzeitung,
20.10.2008).
Und zum angeblichen Kriegsgrund des Westens, der nach den Anschlägen in New
York vom 11.9.2001 diesen Krieg begann, erklärt der Experte Jürgen
Todenhöfer: "Globale Terroristen brauchen heute
keine Ausbildungslager mehr - weder in Afghanistan noch in Pakistan. Diese
Phase ist längst vorbei. Die sitzen heute bei uns im Westen oder sonst wo
auf der Welt in bequemen kleinen Räumen mit Internetanschluss und lernen
dort, wie man Sprengstoffgürtel herstellt und bedient. Selbst wenn die USA
alle Bomben, die sie besitzen, auf den Hindukusch werfen und dabei alle
Taliban und Al-Qaida-Terroristen töten würden, wäre der globale Terrorismus
nicht besiegt. Er würde im Gegenteil dramatisch zunehmen."
Jesus von Nazareth fasste das Geschehen bei Kriegen mit einfachen
Worten zusammen: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert
umkommen." Und als Alternative: "Tut Gutes denen, die euch hassen." Wer
nicht glaubt, dass dies auch in der Politik funktionieren würde, wird einmal
mehr im Afghanistan-Krieg das Ergebnis für das bekommen, was er stattdessen
glaubt.
Zum Afghanistan-Krieg der NATO siehe auch unsere
Meldungen vom: 3.9.2008
9.11.2008
13.10. / 17.10.2008 / 16.12.2009 -
Entsetzen der
Umwelt-Wissenschaftler über Kandidatin Sarah Palin - "Schlimmer geht´s
immer" / Lenkt Palin davon ab, dass auch die anderen keine Lösungen
haben? / 2009: Sarah Palin fordert USA auf, Klimagipfel von Kopenhagen zu
boykottieren und keinen weiteren Umweltschutzmaßnahmen zuzustimmen -
Präsident George
W. Bush schien lange Zeit einer der letzten Menschen zu sein, der sich gegen
die Erkenntnis sträubte, dass der Klimawandel, der sich mehr und mehr zur
Klimakatastrophe ausweitet, vom Menschen verursacht ist. Erst mit der Zeit zeigte er
ein wenig Einsicht. Die Kandidatin Sarah Palin jedoch, die im Fall
einer Präsidentschaft des Republikaners John McCain neue "Energieexpertin"
der USA würde (und im Fall des Abtretens des bereits 72-jährigen McCain neue
Präsidentin), habe noch vor kurzem in einem Interview gesagt, "Menschen hätten mit dem
Klimawandel nichts zu tun". So schreibt Spiegel online (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,583226,00.html).
Wörtlich sagte sie im Dezember 2007: "Ich bin kein
Al-Gore-Weltuntergangs-Umweltaktivist, der die Veränderungen in unserem
Klima menschlichen Aktivitäten zuschreibt". Weiterhin wurde noch an dem
Tag ihrer Nominierung zur Kandidatin [31.8.2008] ein Interview
zum Thema Klimakatastrophe veröffentlicht, in dem sie sagte: "Ich bin niemand, der den Menschen als
Ursache betrachtet" (zit. nach Frankfurter Rundschau, 16.9.2008;
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dossiers/wahlen_in_den_usa/1595289_Eskimos-bringen-Palin-in-Bedraengnis.html).
Mittlerweile erhielt die Gouverneurin von Alaska in der Folgezeit verschiedene Schulungen in
Politik. So relativierte sie
seither in einem Fernsehduell auch ihre Position und sagte, der Klimawandel sei
"nicht nur vom Menschen verursacht", sondern auch von angeblich "zyklischen
Temperaturschwankungen" (Spiegel online, 3.10.2008). Ist das nun
- was den immerhin von ihr erstmals eingestandenen Anteil der Menschen betrifft
(nachdem dies jedoch schon seit Jahren bewiesen ist) - teilweise eine neue
Einsicht oder vor allem ein weitgehend folgenloses taktisches Manöver? Es
zeigt sich daran, wenn man fragt: Was würde aus einer solchen
Haltung praktisch abgeleitet? Wenn vor allem "zyklische
Temperaturschwankungen" Schuld sein sollen, ist dann ein radikales Umdenken und eine Umkehr
überhaupt nötig? Und weiter: Wer
soll dann wiederum Schuld sein an diesen "zyklischen Temperaturschwankungen",
die den ganzen Planeten bedrohen?
Vielleicht ihr Gott? Schon das wäre ein Grund, diesem "Gott" und seinen
Hintermännern nicht im Geringsten zu vertrauen.
Ein gutes Jahr später legt Sarah Palin nach und streitet den Klimawandel
nun völlig ab. Die Wissenschaftler würden Daten fälschen und in
Wirklichkeit würden die Temperaturen weltweit sinken. Ihre Theorie:
"Führende Klimaexperten haben Aufzeichnungen zerstört und ihre Daten
manipuliert, um den tatsächlichen Rückgang der weltweiten Temperaturen zu
vertuschen". "Schon allein wegen dieses
´eklatanten Skandals`, fordert die konservative Republikanerin, müssten die
USA jetzt den gesamten Kopenhagen-Gipfel boykottieren". Strengere
Umweltmaßnahmen würden dem Wohlstand schaden. Dahinter stecken womöglich
auch die Öl-Konzerne, welche die streng evangelisch gläubige "wieder
geborene" Politikerin unterstützen. "Palin
ist in ihrer Zeit als Alaskas Gouverneurin von fast allen großen Ölkonzernen
unterstützt worden – von Exxon über Chevron und Conoco Phillips bis Shell.
Ihr Ehemann Todd hat für BP gearbeitet. Sie selbst hat sich für neue
Ölbohrungen stark gemacht und wollte dafür sogar ein Wildschutzgebiet im
Norden ihres Bundesstaates, das ´Arctic National Wildlife Refuge`, freigeben
lassen." (focus.de, 16,12.2009).
Während die Klima-Apokalypse nicht mehr abzuwenden ist, die schlimmen
Auswirkungen durch beherztes Handeln jedoch wenigstens hier und da ein wenig zu
lindern seien, denkt die angeblich in "Jesus" "wiedergeborene" Kandidatin
jedoch gar nicht daran. Spiegel online kommentiert hierzu einen Artikel des
renommierten US-Wissenschaftsmagazins New Scientist und schreibt:
"Nach acht Jahren der Gängelung der Wissenschaft [durch die Regierung Bush],
der Hörigkeit gegenüber Öl-Lobbyisten und religiösen Eiferern, der Leugnung
des Klimawandels und der Missachtung seriöser Studien kann es nur besser
werden im Weißen Haus. Egal, wer Präsident wird. Doch inzwischen ist man
sich nicht mehr so sicher. Spätestens seit McCain Sarah Palin zu seiner
Vize-Kandidatin auserkoren hat, schwant manchem Forscher: Schlimmer geht's
immer" (Spiegel online, 13.10.2008).
Damit wird auch die Verhöhnung
des Jesus von Nazareth weiter auf die Spitze getrieben, der die Einheit von
Menschen, Tieren und Natur lehrte (siehe z. B.
hier; Hinweise in der Bibel in
Der Theologe Nr. 7). Doch auch die "Götter"
von Obama, Biden und McCain sind nicht viel besser.
So würde auch die Wahl des
ökumenischen Duos
Barack Obama
(evangelisch) und Joseph Biden (katholisch) von den Demokraten keine echte Umkehr
bringen, so
dass die "Mächtigsten dieser Welt" die Menschheit und diese Zivilisation
so oder so wohl in noch nie da gewesene Katastrophen führen (siehe dazu
auch oben). Und hier und da lenken die
teils Furcht erregenden Ansichten der Kandidatin Palin möglicherweise nur
davon ab, dass auch der politische Gegner nichts anderes bieten kann als den
einen oder anderen undichten "Flicken" auf einem porösen Schlauch, dem
mehr und mehr die Luft ausgeht.
Siehe dazu auch unsere Meldungen:
Glaubenswahn um die Wiederkunft von Jesus
Fünf Billionen Euro Schaden jährlich durch gnadenlose
Abholzung der Wälder
Sarah Palin will Eisbären von der roten
"Liste der gefährdeten Tierarten" streichen und Wölfe und Bären von
Flugzeugen aus jagen lassen
Und: Der Theologe Nr. 7 über das
tierfreundliche Urchristentum und die Barbarei gegenüber der Natur im
kirchenchristlichen Abendland
Und: Der Theologe Nr. 32
über das Verhältnis von Kirche und Tieren
Sowie: Der Theologe Nr. 33 über
die Zehn Gebote: Darin über das
Orchester der Mutter
Erde und über die
verlorene Einheit der Schöpfung
12.10.2008 -
Der
Mittelstand sinkt immer mehr ab - Eindrücke aus den USA -
Schon
seit langem zeichnet sich in den westlichen Industrieländern die "Schere"
ab, deren Klingen immer weiter auseinander gehen: Immer mehr Superreiche und
Milliardäre einerseits, und immer mehr Arme und Verelendete andererseits.
Der Mittelstand stirbt. Das aktuelle Finanzdesaster beschleunigt diese
Entwicklung: Die Bank-Manager kassieren weiter ihre Millionen. Und der
Staat, der das Geld der einfachen Steuerzahler sammelt, stützt mit diesen
Einnahmen vermehrt die Banken und vielleicht bald auch Konzerne, an deren
Spitze sich Milliardäre und Millionäre tummeln, welche nicht nur
erwirtschaftete Gelder
abschöpfen, sondern durch Finanztricks auch zusätzlich Geld von Anlegern
absaugen (siehe dazu hier). Was wird am Ende dieser Entwicklung stehen? Zeichnet sich in
Zukunft wieder eine neue Sklavenhaltergesellschaft ab? Eindrücke aus den USA
zeigen: Familien, die sich gestern noch im Mittelstand wähnten, bevölkern
jetzt in Zelten die Straßen -
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/12/finanzkrise-opfer/us-zeltstaedte-bestatter-grossbritannien.html
10.10. / 23.10.2008 -
Wie der Gott
"Mammon" die Herrschaft übernahm / Kleiner Banker fühlt sich als
Schwerverbrecher / Top-Banker retten mit Staatsgeldern ihr kaputtes System
und ihre Millionen / Doch Zusammenbruch des Öko-Systems finanziell noch
viel gravierender / Allein fünf Billionen Dollar pro Jahr Schaden durch gnadenlose
weltweite Abholzungen -
Unmerklich für den einfachen
Bürger vollzog sich in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts, was jetzt
kollabiert. Die totale Herrschaft des Gottes "Mammon" in den Ländern des
Westens. Und der große "Gott" ist weiter sehr hungrig und schreit täglich
nach mehr zum Fressen. Sein wesentliches Erkennungszeichen: Er schafft
selbst keinen einzigen Wert, sondern nimmt durch Tricks, Zocken und falsche
Situationsbeschreibungen andere
aus, die durch ihre Arbeit etwas erwirtschaften und ansparen möchten, z. B.
für ihre Alterssicherung.
Von Grund auf geändert wird jedoch auch durch den Zusammenbruch
nichts. So werden durch die 700.000.000.000,00 Dollar, die man z. B. dem
US-Steuerzahler zur Rettung des Mammon-Systems abnimmt, jetzt auch die
Millionengehälter, Provisionen, Pensionen und fetten Abfindungen der Manager
gesichert. Und in Deutschland ist es ähnlich -
gigantische Summen werden bezahlt, die man dem einfachen Bürger wohl in Zukunft
scheibchenweise abknöpft, um mit Flicken das kaputte System zu flicken, die
aber irgendwann auch nicht mehr halten.
Den Skandal dabei fasst der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach
in folgende Worte: "´In dem Milliardenpaket sind
Aufputschmittel enthalten, um das, was in die Krise geführt hat,
fortzusetzen`, sagte der emeritierte Professor für Christliche
Sozialwissenschaft der Stuttgarter Zeitung. ´Dieses Paket schützt
nicht den Sparer, sondern die für die Krise verantwortlichen Banken.` Es
gebe vier Prominente unter den Hauptverursachern der Krise:
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Commerzbank-Chef Martin Blessing, den
Präsidenten des Bankenverbandes, Klaus-Peter Müller, und den Finanzchef der
Allianz, Paul Achleitner [Anmerkung: allesamt Millionen-Verdiener]. ´Es ist auffällig, dass
die vier Herren mit am Tisch saßen, als das 500-Milliarden-Paket geschnürt
wurde`, sagte Hengsbach. Es gebe also eine wechselseitige Komplizenschaft"
(Netzeitung, 15.10.2008). Denn offenbar saßen die Verursacher nicht
als Angeklagte oder Beschuldigte dabei, von denen man Schritte zur Reue und
Wiedergutmachung einforderte, sondern - wie bisher - als angesehene
"Experten".
Die Banken haben mit
Wissen der Politiker in den letzten Jahren und Jahrzehnten weltweit eine
künstliche Geldblase in Höhe von ca. 600.000.000.000.000,00 Euro aufgepumpt - das heißt, es wurden den ahnungslosen Anlegern Billionen-Werte in
"Zertifikaten", "Derivaten" und ähnlichem undurchsichtigem Zeug ohne realen
Gegenwert vorgetäuscht (siehe z. B.
http://www.welt.de/finanzen/article2565675/Die-gefaehrlichen-Produkte-der-Finanzbranche.html).
Und die Politiker haben mit den "Dienern des Mammon" einen Pakt geschlossen,
aus dem sie - weil sie nicht können oder wegen der
wechselseitigen Verfilzung nicht wollen - nicht aussteigen, so dass man derzeit von einer
"Verbanklichung" oder "Mammonisierung" des Staates sprechen könnte, mit dem
der "Tanz auf dem Vulkan" weiter geht.
Mittlerweile bekennt ein erster Banker, dass er sich als
Schwerverbrecher fühlt, der ahnungslosen und vertrauenden Kunden
Schrott-Zertifikate angedreht hat. Mit hohen "Zielvorgaben" wurde er zuvor
von den Bank-Managern unter "unerträglichen" "Druck" gesetzt. Wichtige
Informationen über die "wahre" Situation habe auch er nicht erhalten. "Unser
System ist einfach nur korrupt und kaputt: Der Kunde wurde von den Bankchefs
als Milchkuh gesehen, aus dem immer höhere Renditen rausgeholt werden
müssen" (Bild, 11.10.2008).
Mehr dazu siehe auch:
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/2838/palaeste_fuer_die_chefs_koks_fuer_die_sekretaerin.html
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/11/erster-banker-packt-aus/wie-die-kunden-betrogen-werden.html
Der wegen Wirtschaftskriminalität einst zu sechs Jahren und neun Monaten
Haft verurteilte Ex-Baulöwe Jürgen Schneider hat dazu erklärt:
"Heute, muss ich sagen, ist mein Fall doch Peanuts gegen das, was sich die
Banken erlauben". Bild schreibt:
"Nach Ansicht des 74-Jährigen haben Bankmanager beim Handel mit faulen
Krediten ´die Spekulationen mit Vorsatz in die Höhe getrieben – genau wie
ich damals. Auch sie haben wie ich auf die Zukunft spekuliert. Das ist
Betrug und muss hart bestraft werden`" (23.10.2008;
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/22/interview-bau-loewe-juergen-schneider/bankster-gehoeren-in-den-knast.html).
PS: Wir sind keine Richter. Aber an der Stellungnahme von Jürgen
Schneider zeigt sich, dass es keine gesellschaftliche Übereinstimmung darüber
mehr gibt, was noch rechtens ist und was bereits Wirtschaftskriminalität.
Hierzu ist zu ergänzen:
"Die Menschheit verliert durch die
Umweltzerstörung mehr Geld als bei der aktuellen Finanzkrise. Besonders
teuer ist die Abholzung von Wäldern weltweit.
Sie verursacht Schäden bis zu fünf Billionen Dollar pro
Jahr (!), ergab eine EU-Studie"
(Spiegel online, 11.10.2008). Durch die gnadenlose Zerstörung des
Planeten Erde durch mächtige "Diener des Mammon" werden "Naturwerte"
unwiederbringlich zerstört, "die allen Menschen gehören". Zudem sind sie der
notwendige Lebensraum von Tieren, ohne die der Mensch nicht überleben kann.
Doch die Tiere werden vom Menschen, der selbsternannten "Krone der
Schöpfung", ja ohnehin aus Profitgier weltweit bestialisch vernichtet, im
übertragenen Sinne also auf dem Altar des Gottes "Mammon" zu Milliarden
grausamst gequält und abgeschlachtet. Nach römisch-katholischer Lehre haben die Tiere keine
unsterbliche Seele und sind nicht schmerzempfindlich wie der Mensch, was zu
den geistigen Hintergründen für das beispiellose Desaster gehört
(http://www.das-weisse-pferd.com/03_04/tiere_seele.html).
Siehe dazu:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,583396,00.html
http://www.theologe.de/theologe7.htm#4
Die Alternative dazu wäre die einfache Lehre des Jesus von
Nazareth gewesen, der auch die Tiere liebte (siehe dazu
Der Theologe Nr. 7) und den Menschen in der
Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5-7) die Goldene Regel
erklärte, die lautet: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut
ihr ihnen auch", was z. B. im Wirtschaftsleben bedeutet: "Üb immer Treu und
Redlichkeit".
9.10. / 21.11.2008 -
Nachts, wenn der Priester kommt - Internatsschüler in ihrem Bett missbraucht
/ Schüler wurden auch blutig geschlagen
- Ein ehemaliger Internatsschüler eines römisch-katholischen Internats in
Bad Neustadt/Bayern packt aus. In dem Internat im Ortsteil Lebenhan, das von dem Orden der
"Missionare der Heiligen Familie" (MSF) betrieben wurde, kam der Priester
"über Jahre" abends und nachts in den Schlafsaal der eingeschüchterten
Jungen und nahm an ihnen sexuelle Handlungen vor. "Die Folgen für die Opfer
sind gravierend", so der Zeuge, der heute selbst Theologe ist. Pater Michael
Baumbach von der Leitung des Ordens erklärte, die Taten wären in den
70er-Jahren geschehen und seien "eindeutig verjährt". Anders die
Ermittlungsbehörden: "Nach Auskunft des Schweinfurter Leitenden
Oberstaatsanwalts Rainer Vogt hängt die Frage der Verjährung davon ab, wie
schwer die Taten wiegen. Er könne nicht von vornherein sagen, das sei
verjährt, so Vogt"
(Main-Post, 9.10.2008;
http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4740755).
Der Beschuldigte hat bereits gestanden und wurde in ein Kloster
versetzt.
Mittlerweile weitet sich das Ausmaß der Verbrechen immer weiter aus:
Der Theologe, der den Stein ins Rollen brachte, berichtet: "Es gebe drei
Gruppen von Betroffenen: ´Die, die missbraucht wurden, die, bei denen es
versucht wurde und die, die den Missbrauch mitbekommen haben.` So gesehen
liege die Zahl der Betroffenen, die damals etwa zehn Jahre alt waren,
´wahrscheinlich nicht unter 100`. Es habe zum Teil Angst geherrscht, wenn
der Pater abends oder nachts am Bett vorbeiging. Keiner habe ´der Liebling
von Pater X` sein wollen. ´Liebling des Paters` sei unter den Schülern ein
feststehender Begriff gewesen, so der 50-Jährige ... Bei der Redaktion
dieser Zeitung meldete sich auch ein früherer Mitarbeiter einer
Veitshöchheimer Firma, der 1977 beruflich in dem Kloster zu tun hatte.
Damals habe sich ihm ein etwa neunjähriger Junge anvertraut. ´Das Kind war
fix und fertig`, berichtet der Mann. Auch einem anderem Buben sei es so
ergangen. Er habe seinerzeit die Internatsleitung informiert und dies
außerdem auf dem Rathaus in Bad Neustadt gemeldet." Der beschuldigte
Priester wurde 1978 spontan versetzt. "Der Fall bleibt für den
beschuldigten Priester ohne strafrechtliche Folgen. ´Anlass zur Aufnahme von
Ermittlungen besteht nicht, weil die Vorwürfe in jedem Fall und eindeutig
verjährt sind`, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der mit dem Fall
betrauten Staatsanwaltschaft Koblenz, Horst Hund, am Mittwoch der Deutschen
Presse-Agentur dpa" (http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4765563).
In der Zwischenzeit haben sich bereits zwölf Opfer des Priester
gemeldet, die einst seine "Lieblinge" sein durften (Süddeutsche Zeitung,
4.11.2008).
Man geht von 16 Opfern aus.
Und inzwischen scheint auch klar, dass der Priester seine "Lieblinge"
auch geschlagen hat, wenn sie nicht "brav" waren, so dass manchmal sogar
Blut floss. Einem Schüler wurden z. B. die Schneidezähne ausgeschlagen (http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4824209).
6.10.2008 - Sexueller
Missbrauch von einem 12-Jährigen - Katholischer Priester und
Ex-Jugendpfarrer zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt - Opfer
bricht 14 Jahre später zusammen
- In der schier unendlichen
Liste von Sexualverbrechen von Pfarrern an Kindern wird jetzt wieder eine
Tat strafrechtlich gesühnt. Der heute 67-jährige Horst G., ehemaliger
langjähriger Priester von St.Franziskus in Bottrop-Welheim, kann seinen
nächsten runden Geburtstag vermutlich hinter Gittern begehen. Er hatte in den
90er-Jahren als Priester einen damals 12-jährigen Jungen mindestens zehnmal
sexuell missbraucht. Angeklagt waren 15 Fälle. Tatort war jeweils das
Schlafzimmer des Pfarrers im Pfarrhaus. Der Verurteilte arbeitete zeitweise
auch als Stadtjugendseelsorger in Gelsenkirchen.
"Das Opfer des Pfarrers erinnert sich, dass seine schulischen Leistungen
abfielen. Er sei auch aufsässig geworden, sagt der [heute] 26-Jährige. Als
er sich jetzt bei der Polizei offenbarte, brach er zusammen, musste in die
Klinik" (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 22.9.2008). Auch an einigen seiner
Geschwister soll sich der Priester vergangen haben.
Mehr dazu hier:
http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/rhein-ruhr/2008/9/22/news-78544493/detail.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bottrop/2008/9/22/news-78552449/detail.html
http://www.kreuz.net/article.7294.html
5.10. / 6.10.2008 -
Glaubenswahn um die
Wiederkunft von Jesus: Manche denken, ungeniert Kriege führen zu können
- Folgende Meldung könnte manchen hellhörig machen: Die
Vizepräsidenten-Kandidatin der Republikaner, Sarah Palin, "bekräftigte ihre
Einschätzung, die US-Soldaten im Irak erfüllten eine Aufgabe Gottes"
(Bild, 12.9.2008; siehe hier). "Ich glaube,
dass es einen Plan für diese Welt gibt und dass dieser Plan für die Welt gut
ist", so die Politikerin. Bekanntlich gehört die Kandidatin einer
bibelfundamentalistischen evangelischen Kirche an (siehe
hier). Was die Anhänger dieses Glaubens so
gefährlich macht, wenn diese politische Verantwortung tragen: Sie
glauben, dass die Rechtgläubigen ungeniert an der Eskalation der Apokalypse
mitwirken können, wie sie in der Bibel, sowohl im Alten als auch im
Neuen Testament, prophezeit wird. D. h. für manche derart Gläubigen:
Irgendwann seien eben z. B. die Atombomben oder die B- oder C-Waffen fällig
und könnten einem angeblichen "Plan Gottes" zufolge abgeworfen werden.
Schließlich würde ja - wenn alles auf die Spitze getrieben wurde - Jesus
wiederkommen und Partei für die eigene Seite ergreifen und das ganze
Desaster dann mit einem Streich in Ordnung bringen.
Was Präsidentschaftskandidat Barack Obama, der vermutlich nächste
Präsident*, genau darüber denkt, ist offenbar derzeit nicht bekannt. Aber
auch er redet vom "Willen Gottes" und ist evangelisch.
Dieses Denken ist auf jeden Fall "gut
evangelisch" und vielleicht auch katholisch, doch niemals christlich. Und
"für alle Fälle" hat man auch noch eine Hintertüre mit eingebaut: Käme Jesus nämlich noch nicht im Diesseits wieder, so funktioniere es
mit dem angeblichen Heil doch auf alle Fälle schon im Jenseits, auch wenn
man die Welt zuvor in die Luft jagt. So
verkündete schon der erste Vorsitzende der Evangelischen Kirche in
Deutschland EKD, Landesbischof Manfred Dibelius (1880-1967). Selbst "die
Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom christlichen Standpunkt aus nicht
einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben
zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen töte, so erreichten
die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben"
(zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
Beck-Verlag, München 1999, S.
259; vgl. "Der Theologe Nr. 6" - Die evangelische Kirche
- immer für den Krieg).
Aber so wird das nicht funktionieren.
Anhänger der These, dass Jesus mit einem Mal alles "neu" mache,
berufen sich zwar auch auf die Offenbarung des Johannes, wo Christus
durch Prophetenwort tatsächlich sagt: "Siehe ich mache alles neu" (21, 5).
Doch wie ist das gemeint? Es ist nicht so gemeint, dass Christus das Gesetz
von Ursache und Wirkung außer Kraft setzen würde. Demnach ernten die
Menschen, was sie zuvor angerichtet haben, wenn sie dieses nicht ernsthaft
bereut und wieder gut gemacht haben und wenn ihnen ihre Opfer noch nicht vergeben
haben. Christus beginnt jedoch, im Kleinen dort "alles neu" zu machen, wo
man ganz praktisch tut, was er lehrte: D. h., auch seine Friedensbotschaft
konsequent befolgt, wozu auch ein politischer Pazifismus gehört ("Liebet
eure Feinde, tut Gutes denen, die euch fluchen"; "Wer das Schwert nimmt, der
wird durch das Schwert umkommen" usw.). Wenn immer mehr Menschen diese Lehre
befolgen, so Jesus, dann verhält es sich mit dem Reich Gottes wie mit
einem Senfkorn; einst nur ein kleiner Same. Doch eines Tages nisten Vögel in
den Zweigen des zum Baum heran gewachsenen Korns (Matthäusevangelium,
Kapitel 13).
Wer hingegen glaubt, Kriege führen und den Planeten Erde vernichten
zu können und bei der "Wiederkehr von Jesus" - wie durch einen Zauber -
hauruck von den grausamen Folgen befreit zu werden, der ist einem nach Schwefel
stinkenden Zauber verfallen, und er verhöhnt einmal mehr den größten
Friedensstifter der Menschheit. Es denkt dann ähnlich wie manche
islamistische "Gotteskrieger", die man dazu verführt hat, zu glauben, nach
einem "Märtyrertod" im Krieg im Jenseits angeblich von "Jungfrauen"
verwöhnt zu werden. Doch das Erwachen wird hier wie da anders sein (vgl.
dazu auch Der Theologe Nr. 2 über das Gesetz
von Saat und Ernte). Und besonders furchtbar für den, der in seinem
kirchlichen, islamistischen oder anderem Glaubenswahn nicht nur einzelnen
Menschen Leid zufügte, sondern Millionen ...
* PS:
Papst Johannes XXIII. habe allerdings wohl "prophezeit", dass die USA
irgendwann eine Präsidentin bekommen werden
(so
bei Pier Capri, Die Prophezeiungen von Papst Johannes XXIII. Die Geschichte
der Menschheit von 1935 bis 2033, Rom 1976).
30.9. / 26.10. / 28.11.2008 /
12.2.2009 - Die
Schere öffnet sich weiter: Banken-Manager kassieren ab, Steuerzahler und Sparer
haften / BayernLandesbank bittet um Geld aus Berlin / Bürgschaften für Banken 2 1/2 x so groß wie gesamtes
Brutto-Inlandsprodukt: Irland gibt sich als erstes Land damit praktisch auf
/ Hypo Real Estate in München braucht 100 Milliarden Subventionen plus x
- Bankenskandal jetzt auch in Deutschland: Für die Rettung der Münchner
Hypo Real Estate bürgte der deutsche Steuerzahler (und damit
hauptsächlich die kleinen Leute und der Mittelstand, der den großen Teil der
Steuern zahlt) zunächst mit 26,6 Milliarden Euro für "faule US-Hypotheken" der Bank,
die sonst keiner kaufen will. Die Hypo-Real-Estate-Verantwortlichen
kassierten derweil weiter ihre unverschämten Spitzengehälter. Jetzt kam
heraus: Die Hypo Real Estate brauchte noch mal schnell 25 weitere Milliarden
vom Steuerzahler. Und vielleicht hinterher noch mal erst mal weitere 20 Milliarden.
Aktualisierung [11.2.2009]: Und, wie sich heraus stellte, reichten
diese über 70 Milliarden noch lange nicht und wieder nicht. Jetzt braucht
die Hypo-Real-Estate insgesamt 102 Milliarden und hat sie auch
bekommen. Das ist ein Drittel der Summe des gesamten Staatshaushalts. Ob das aber reicht, weiß auch noch niemand.
Aktualisierung [19.2.2009]: Jetzt braucht die Hypo Real Estate die
nächsten 20 Milliarden Euro, um nicht pleite zu gehen, macht bereits 122
Milliarden ...
Und allein die acht Bank-Bosse verdienen für das Desaster, für das sie
verantwortlich sind, zwischen 767.000,00 und 1.900.000,00 Euro im Jahr.
(Bild, 6.10.2008,
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/06/finanzkrise/hypo-real-chef-funke-seine-rente-ist-sicher.html).
Hinzu kommen Pensionszusagen für alle "Vorstandsmitglieder" von 24,34
Millionen Euro im Jahr. Vorschlag: Zusagen sofort streichen, sonst gibt es
keine neuen Milliarden. Die Vorstände
verdienten bereits am Zocken mit den Ersparnissen ihrer Kunden so viel, dass sie sich für ihre Pension selbst ein paar
Hunderttausend locker zurücklegen können.
Die Skandale sind fast
beispiellos. Jetzt wurde bekannt, dass die belgisch-französische Zocker-Bank Dexia, die vorläufig
ebenfalls von den Steuerzahlern "gerettet" wurde, für seine
Misswirtschaft gerade mal so eben 3,7 Millionen Euro Abfindung erhalten habe
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,581749,00.html).
Und wer weiß, was die anderen Skandal-Banker alles noch privat einstreichen.
Der Gott "Mammon" belohnt seine Diener und frisst seine Kinder.
Und auch die Bayerische Landesbank
BayernLB hat bereits angeklopft. "Notfalls brauchen wir eine Milliarde
plus x", so Sparkassen-Präsident Siegfried Naser (http://www.sueddeutsche.de/finanzen/287/312203/text/).
Also: "Steuerzahler, gebt mir schnell man eine Subvention von ein paar
Milliarden. Das ist doch eine Kleinigkeit gegenüber den über 100 Milliarden für
die Hypo Real Estate." Also mal sehen, wer alles noch wie viele Milliarden
braucht? Zur Erinnerung: In Banken werden keine Werte erwirtschaftet. Man
handelt nur mit Werten, die andere erwirtschaftet haben oder auch nicht. Das
"plus x" wurde am 19.10.2008 konkretisiert: Es gehe um insgesamt ca. fünf
(!) Milliarden (Spiegel online, 19.10.2008), die man vom Staat
bräuchte. Und der Wert scheint sich weiter zu steigern. Bald waren es
bereits 5,4 Milliarden, welche die BayernLB aus Berlin möchte
(22.10.2008). Und nach kurzer Zeit sickerte dadurch, dass die BayernLB
auf jeden Fall zehn Milliarden insgesamt geschenkt braucht. Schließlich
ist von einem Rettungspaket in Höhe von 30 Milliarden Euro die Rede
(28.11.2008)
- wie sagte doch der Verantwortliche Siegfried Naser: "Eine Milliarde plus
x". Bei der Hypo Real Estate ist man mittlerweile bei 100 Milliarden
plus x.
Solange der Staat nicht gegen das Milliarden-Zocken und das künstliche Erzeugen von
Billionen-Geldblasen (kurze Erklärung siehe
http://goldblogger.de/weltgeschehen/wo-sind-die-billionen.html)
einschreitet,
werden wohl immer neue Milliarden verlangt.
Die Rentnerin Ingrid Otto wäre jedoch vermutlich schon mit 10.000 €
zufrieden. Ihr wurden an einem deutschen Bankschalter
US-Lehman-Zertifikate über 10.000,00 €
als angeblich "sicher" verkauft (ihre gesamten Ersparnisse). Nun wurden sie
plötzlich auf den Wert "0" gestellt (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,581478,00.html).
Die Dresdner Bank hatte
offenbar die dramatische Lage von Lehman Brothers gekannt. "Dennoch
hielt das Geldinstitut seine Berater offenbar an, Kunden, die
Lehman-Zertifikate halten, nicht zu informieren", so
Spiegel online am 1.10.2008
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,581679,00.html).
Bei den angekündigten "Entschädigungen" für Opfer der deutschen Tochter von
"Lehman Brothers" (26.10.2008) gehen die meisten Kleinanleger leer aus. Sie
hatten von ihrer Hausbank (z. B. vor allem Citibank) Zertifikate der
US-amerikanischen Zentrale erworben und dafür gibt es keine Entschädigung.
Die Schere zwischen Reich und Superreich einerseits und Arm auf der
anderen Seite öffnet sich unterdessen immer mehr. Nach einer Studie der
Internationalen Arbeitsorganisation ILO verdienen Chefs im Vergleich zu
ihren Angestellten von Jahr zu Jahr mehr. So verdienen in Deutschland z. B.
Topmanager ca. 148-mal mehr als ein Durchschnittsverdiener (Main-Post,
17.10.2008) und noch ein zig-faches mehr als ein einfacher Verdiener, in
den USA ist es noch drastischer. Gleichzeitig mit den Schwindel erregenden
Einkommenssteigerungen für die Chefs steigt die Zahl der Hungertoten weltweit
drastisch an.
Zu leicht lassen sich die Staaten dabei als Melkkuh für die
Superreichen missbrauchen und werden von diesen praktisch verhöhnt. Dazu passt auch das Gotteswort durch den Propheten
Jeremia: "Sorgt für Recht und Gerechtigkeit, und rettet den Ausgeplünderten
aus der Hand des Gewalttäters" (22, 3). Oder die Anklage des
Propheten Jesaja: "Eure Häuser sind voll von
dem, was ihr den Armen geraubt habt" (4, 14). Oder das
Jesuswort in Lukas 6, 24: "Weh euch ihr Reichen!"
Als erstes Land gab sich
Irland praktisch auf. Der Staat gibt den
Großbanken 400.000.000.000 Euro an Bürgschaften (400 Milliarden = 0,4
Billionen; bild.de, 30.0.2008). Das ist das 2 1/2-fache des gesamten
Bruttoinlandsprodukts. Anstatt die Praktiken des Finanz-Wahns zu beenden und
die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, gibt sich der Staat
im Ernstfall komplett auf und überreicht
den Banken-Chefs praktisch einen Blanko-Scheck für jedes denkbare Finanz-Desaster.
Damit wird der Staat zwar nicht formell, aber doch praktisch an die
Großbanken übereignet. Siehe dazu auch eine weitere Meldung über Irland
hier. Wer weiß, wann das nächste
Land folgt. Ungarn soll bereits kräftig wackeln, und die Atommacht Pakistan
soll auch nahezu bankrott sein.
In Deutschland wählte man einen Weg, bei dem sich der Staat zumindest
seiner Verantwortung für die Bürger bewusster ist. Er bürgt jetzt für alle
privaten Spareinlagen mit einer Summe von
über einer Billion Euro (Spiegel online, 6.10.2008). Mit einem
riesigen "Flicken" soll also das ganze kaputte System gerettet
werden. Es ist nur die Frage: Woher nimmt der Staat im Ernstfall das Geld?
Und wie lange hält dieser "Flicken"?
Island folgte jetzt, indem der
Staat per Notstandsgesetz "die komplette Kontrolle über das Bankengewerbe"
übernimmt. Das bedeutet allerdings keine Verstaatlichung, würde den
Politikern aber eine Verstaatlichung ermöglichen (Spiegel online,
7.10.2008).
Das gesamte weltweite Banken-Desaster erinnert auch an den größten Coup der Bankräuber
im Drama von Bertolt Brecht, Die Dreigroschenoper: Die
Bankräuber ändern eines Tages ihre Strategie und gründen jetzt eine Bank.
Und ihr Boss Mackie Messer triumphiert darauf hin mit den Worten: "Denn was ist der
Einbruch in eine Bank schon gegen die Gründung einer Bank!"
29.9. / 17.10.2008 / 6.11.2009 -
Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester aus Freiburg wegen 101
Straftaten verurteilt / In der Rechtsgeschichte beispiellos mildes Urteil
wegen Geständnisses, das der Priester ein Jahr später aber widerruft /
Priester bringt nun seinerseits Opfer auf die Anklagebank / Innerkirchliches
Verfahren wird verschleppt / "Bischof, wo bist du?" -
Wegen zahlreicher Verbrechen stand in
Freiburg ein 39jähriger römisch-katholischer Priester vor Gericht. Ihm wurde
unter anderem "Erpressung, Betrug, Untreue, Nötigung und Körperverletzung in
insgesamt 101 Fällen vorgeworfen" (swr.de, 29.9.2008; siehe auch:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,581128,00.html). So hat er
z. B. im Jahr 2005 Spenden für die Kirche gesammelt, das Geld aber
für sich behalten. Auch die Erzdiözese Freiburg
habe er finanziell betrogen, dazu vier Privatpersonen. Der Priester pflegte
einen aufwändigen Lebensstil und hatte mehrere Geliebte, lebte jedoch
offiziell im Zölibat. Seine Haupt-Geliebte vor Gericht: "Ich wusste, dass er
andere Frauen hatte. Manchmal hat er ihnen Liebesnachrichten geschrieben,
sie versehentlich auf mein Handy geschickt" (Bild, 4.10.2008). Der
Priester habe seine Partnerin zudem "körperlich misshandelt,
bedroht und systematisch unter Druck gesetzt". Und: "Wenn
er aggressiv wurde, ging sein erster Griff an den Gürtel. Mit dem schlug er
mich."
In der Konsequenz der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre beider Großkirchen
aus dem Jahr 1999 gilt laut der Zeitschrift Das Weisse Pferd:
"Die Kirchen
und jeder kirchlich Gläubige dürfen sich ... des Heils geschenkweise gewiss
sein, ganz gleich, wie viel Verbrechen von ihnen zu verantworten sind und ob
diese alle bereinigt sind" (http://www.das-weisse-pferd.com/98_15/oekumene.html).
In der Bibel steht jedoch: "Was der Mensch sät, das wird er ernten"
(Galater 6, 7).
Das Urteil am 17.10.2008 erfolgte schließlich nach "einer Absprache der
Prozessparteien" (Fränkische Nachrichten,
18.10.2008). Der Würdenträger gesteht alles und verspricht hier und da
Wiedergutmachungen. Dafür wird er wegen vielfachen Betrugs und Körperverletzung
nur zu einer beispiellos milden Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.
Mit diesem Urteil in
der Tasche ließ er dann ca. ein Jahr später die Bombe platzen. Er widerrief
Teile seines Geständnisses und seiner Reue und ging nun gegen sein damaliges
Hauptopfer vor.
Hintergrund: Die traumatisierte Frau hat "offen und selbstkritisch" ein
anonymisiertes Buch unter dem Titel Bischof - wo bist du? geschrieben, um
ihre Leidensgeschichte mit der Kirche aufzuarbeiten: "Von
ihrer Entdeckung, dass sie nicht die einzige Geliebte des römisch-katholischen
Geistlichen war. Von ihren Erfahrungen mit der Kirchenhierarchie" (Badische
Zeitung, 30.10.2009). Dagegen ging der Priester nun vor und stoppte vorerst
die Auslieferung des Buches. Weiterhin hat er seine Hauptgeliebte vor dem
Oberlandesgericht Karlsruhe jetzt seinerseits verklagt.
Die Badische Zeitung
veröffentlichte ihren Artikel dazu unter der Überschrift: "Verurteilter Priester will sein Opfer vor Gericht bringen"
(http://www.badische-zeitung.de/freiburg/verurteilter-priester-will-sein-opfer-vor-gericht-bringen).
Angesprochen auf die innerkirchlichen Maßnahmen gegen den "Serientäter" im
Talar erklärte der Generalvikar der Diözese Freiburg, Fridolin Keck: Das kirchliche Verfahren gegen den verurteilten Priester sei
"unmittelbar nach Abschluss des Strafverfahrens vor dem Landgericht Freiburg,
Anfang Dezember 2008, eröffnet worden" (31.10.2009,
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/generalvikar-ist-verwundert).
Laut Erzbistum hänge dieses Verfahren aber "von der Kooperationsbereitschaft der
Beteiligten ab, die jedoch nicht erzwungen werden könne".
Die Badische Zeitung hatte auch an anderer kirchlicher Stelle
nachgefragt und schreibt weiter:
"Das vom Dienstherrn des Priesters gegen
diesen angekündigte kirchliche Verfahren, so der zuständige Offizial Stephan
Burger, ´läuft noch`. Nach anderen Quellen ist es indes angeblich noch gar nicht
eröffnet"
(30.10.2009). Der
Priester ist also weiterhin mit allen Rechten im Amt.
Der Sachverhalt
wirft auch seine Schatten auf ein anderes laufendes Verfahren, das gerade beim
Verwaltungsgericht Freiburg gegen das Erzbistum anhängig ist. Dem Bistum soll
sich zwar weiterhin "katholisch" nennen dürfen, aber nicht mehr "christlich" -
aufgrund der vielen Widersprüche und Gegensätze zu Christus zu seiner Lehre
(siehe hier).
29.09. / 1.10.2008 -
Vizepräsidentin-Kandidatin Sarah Palin: eine fanatische und brutale
Tiertöterin / Sie entwirft auch ein Szenario, wonach "Putin" die USA in
Alaska angreifen könnte - Dass Sarah Palin als "Sport"-Jägerin
Tiere zu ihrem privaten "Vergnügen" verwundet und tötet, war bereits
bekannt. Nun werden immer grausamere Details bekannt: "Im Mai 2008 soll sie
eine Kampagne zur Streichung der Eisbären von der Roten Liste gefährdeter
Arten unterstützt haben [damit sie umgebracht werden dürfen]. Außerdem
legalisierte sie das Jagen von Wölfen und Bären in Alaska per Flugzeug",
eine besonders feige Art der Jagd
(Bild, 29.9.2008; Information über die Bären und Wölfe aus
The Independent, 6.9.2008
http://www.independent.co.uk/news/world/americas/palin-the-real-scandal-920803.html;
und über die von ihr forcierte Streichung der Eisbären von der Roten Listen
aus
Anchorage Daily News, 22.5.2008,
http://www.adn.com/polarbears/story/413710.html).
Die Seite http://www.grizzlybay.org/SarahPalinInfoPage.htm zeigt zudem einige
Fotos
des Jagdtriebs der Familie Palin. Ein völlig anderer Umgang mit den Tieren
siehe z. B. hier.
In einem Interview entwirft die "evangelikale" Kirchenanhängerin (siehe
hier) zudem ein außenpolitisches Szenario,
wonach Russland die USA angreift. Wörtlich: "Wenn Putin aufmuckt und in den
Luftraum der Vereinigten Staaten von Amerika kommt, wohin gehen sie?
Alaska!"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,580937,00.html)
Hoffentlich würde sie nicht versuchen, "präventiv" gegen diese Phantasien
vorgehen zu wollen.
Sollte der 72-jährige John McCain zum Präsidenten gewählt werden und ihm
etwas zustoßen, wäre Sarah Palin zumindest die erste Präsidentin der
Vereinigten Staaten von Amerika - mit Zugang zu viel größeren Waffen als
denen, mit denen sie bisher schoss. Derzeit bekommt sie von ihrer Partei
auch Politik-Kurse, um sich auf
ihre möglichen neuen Aufgaben vorzubereiten.
Siehe dazu "Der Theologe
Nr. 7", Jesus und die ersten Urchristen waren Freunde der Tiere
Mehr zu Sarah Palin in unseren Meldungen vom
12.9.2008 und vom 4.9.2008.
Siehe dazu auch der Link:
http://www.abschaffung-der-jagd.de
28.9.2008 -
Haben US-Militärs das "Nein" Irlands gegen den
geplanten EU-Vertrag von Lissabon bezahlt?
- Siehe dazu
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,580807,00.html.
25.9. / 28.9.2008 - Kurz vor der
Landtagswahl: CSU entlarvte sich und stimmte gegen eigenes Wahlversprechen /
CSU will Bischöfe weiter vom Staat bezahlen / Kräftige Wahlniederlage -
Mit dem
Wahlversprechen, die Pendlerpauschale bei der Steuererklärung wieder
einzuführen, ging die CSU zuletzt auf Stimmenfang. Jetzt stimmte sie im
Bundestag aber überraschend geschlossen gegen (!) einen entsprechenden
Antrag der Linken. Die Begründung: "Die CSU stehe ... zur Verpflichtung aus
dem Koalitionsvertrag, stets zusammen mit SPD und CDU einheitlich
abzustimmen" (Spiegel online, 15.9.2008;
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,580494,00.html).
Das heißt also: Die CSU ist nur dann für die Rückkehr zur alten
Pendlerpauschale, wenn sie ihre Koalitionspartner in diesem Sinne umstimmen
kann. Und da diese abwinken, sind es also wohl bloß hohle Worte bzw.
Wählertäuschung.
Auch wehrt sich die CSU vehement dagegen, die Bischofsgehälter nicht mehr
wie bisher vom Staat bezahlen zu lassen, wie es die Grünen fordern (http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/konkordat-csu-gruene-ID1219491609336.xml).
Die CSU maßt sich sogar an, die Grünen deshalb mit der SED zu vergleichen.
Dann müsste man aber auch Jesus von Nazareth mit der SED vergleichen. Denn
Jesus wollte weder eine Institution Kirche mit Pfarrern, Priestern und
Bischöfen geschweige denn eine staatliche Finanzierung dieser modernen
"Schriftgelehrten". Im Gegenteil. Er rief aus: "Weh euch ihr
Schriftgelehrten ..." (Matthäusevangelium, Kapitel 23).
In Bayern stehen alleine 290 römisch-katholische Würdenträger auf den
staatlichen Gehaltslisten, nicht nur Bischöfe, sondern auch die
Hierarchie-Bereiche darunter. Und auch die Evangelischen dürfen proportional
dazu Säcke voller Geld aus der Staatskasse entwenden. Für die CSU ist es
selbstverständlich, dass auch Humanisten, Atheisten, Freidenker, Urchristen,
Moslems und Juden das Zeremonien-Brimborium und die
Drohungen mit der ewigen Verdammnis (siehe Der
Theologe Nr. 18) mit finanzieren müssen. Es ist Zeit, diese absurde
"Selbstverständlichkeit" zu beenden.
Ein erster Schritt hierzu ist die Landtagswahl gewesen, die der kirchlichen
Partei CSU Verluste von ca. 18 % bescherte.
Und wenn der vermutliche CSU-Koalitionspartner
FDP einmal zu sich selber stehen würde und tatsächlich "liberal" wäre,
könnte endlich einmal an der skandalösen staatlichen Kirchenfinanzierung
gerüttelt werden.
PS:
Zum CSU-Wahl-Desaster hinzu kommt, dass
der evangelische Ministerpräsident
Günther Beckstein nach römisch-katholischer Lehre ernsthaft auch noch von der ewigen Verdammnis bedroht ist, obwohl er
als Innenminister zum Papstbesuch 2006 bei Regensburg eigens die Autobahn A
3 sperren ließ. Das ist
leider keine Satire, sondern gerne verschwiegener, aber doch bitterer
römisch-katholischer Ernst. Siehe dazu dieses
angeblich "unfehlbare" Dogma.
Und auch die viel beschworene Ökumene ist in Wirklichkeit eine
Augenwischerei. Die Fakten u. a. hier.
25.9.2008 - Finanzkrise: Werden
wir von Kriminellen beherrscht? / Prophetenworte gegen Betrüger und
Unterdrücker: Sie werden fallen.
Siehe dazu den Artikel in Focus online:
http://www.focus.de/finanzen/news/oezgenc_oekonomie/finanzkrise-nieten-in-nadelstreifen-nein-ganoven_aid_335699.html
Sollten Straftaten vorliegen, wäre es dann sinnvoll, den Tätern Milliarden
zu schenken und dabei zu hoffen, dass dann weitere Taten dieser Art in
Zukunft ausbleiben? Oder werden die Täter dann nicht sogar ermuntert, in
leicht veränderter Form weiter zu machen?
Vgl. dazu auch, was der echte Gottesprophet Jeremia
(vgl. zu den Propheten Der Theologe Nr. 20)
einst sagte: "Sie sind doch alle, vom Kleinsten bis zum Größten, nur auf
Gewinn aus; vom [falschen] Propheten bis zum Priester betrügen sie alle. Den
Schaden meines Volkes möchten sie leichthin heilen, indem sie rufen: Heil,
Heil! Aber kein Heil ist da. Schämen müssten sie sich, weil sie Gräuel
verüben. Doch sie schämen sich nicht; Scham ist ihnen unbekannt. Deshalb
müssen sie fallen, wenn die anderen fallen" (Jeremia 6, 13-15a).
Oder der echte Gottesprophet Amos: "Hört dieses Wort, die
ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt. Ihr sagt: ...
Wir wollen ... das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte
fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen
die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld. Beim Stolz
Jakobs hat der HERR geschworen: Keine ihre Taten werde ich jemals vergessen.
Sollte deshalb die Erde nicht beben, sollten nicht alle ihre Bewohner voll
Trauer sein? Sollte nicht die ganze Erde sich heben wie der Nil, aufgewühlt
sein und sich wieder senken wie der Strom von Ägypten?" (Amos 8, 4-8)
Die Alternative dazu ist: "So spricht der HERR: Sorgt für Recht und
Gerechtigkeit, und rettet den Ausgeplünderten aus der Hand des Gewalttäters
... Hört ihr aber nicht auf diese Worte ... Zum Trümmerhaufen [wird] dann
dieser Palast" (Jeremia 22, 3a.5).
Weitere "prophetische Gottesworte" zur Krise siehe
hier.
24.9. / 26.9.2008 - Die "totale" Herrschaft
des Mammon: US-Finanzminister Henry Paulson war bis 2006 alleiniger Chef von
Goldman Sachs / Präsidentschaftskandidat John McCain vergleicht Desaster mit
den Ereignissen des 11. September 2001 / Steuerzahler "hängen am Haken" / Folgt wieder ein Krieg? -
Henry Paulson ist als ehemaliger Boss bzw. Chief
Executive Officer (CEO; = alleiniger Vorstand eines Unternehmens) der
Zocker-Bank Goldman Sachs, verdiente dort im Jahr 2005 ca. 37 Millionen
Dollar im Jahr und sorgte dafür, dass auch seine Untergebenen privat
"säckeweise das Geld aus der Bank schleppen durften". Henry Paulson, genannt
"Hank" Paulson, ist einer der Hauptverantwortlichen für das
Banken-Desaster. "Unter seiner Verantwortung entstanden all jene
hochriskanten Finanzprodukte, die bis heute kaum jemand versteht. All diese
seltsam harmlos klingenden 3-Buchstaben-Kombinationen wie ´ABS`, ´CDS` und ´MBS`.
All diese ´Massenvernichtungswaffen`, an denen die Weltfinanzmärkte zu
kollabieren drohen – an denen aber gerade ... Goldman Sachs lange Zeit so
blendend verdiente" (Focus online, 24.9.2008;
http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/us-finanzminister-der-zocker-der-die-welt-retten-will_aid_335359.html). Nachdem
Paulson dann im Jahr 2006 zum obersten Finanzpolitiker der USA
"mutierte" (sprichwörtlich vom Bock zum Gärtner gemacht wurde), verschenkt er jetzt
700.000.000.000 Dollar an Steuergeldern ohne staatliche Aufsicht an die Zocker-Banken (durch
staatliches Aufkaufen von annähernd wertlosen Krediten). Praktisch
bekommen offenbar jetzt alle Reichen und Mächtigen Geld geschenkt, die kurz
vor dem Bankrott stehen
(vgl.
http://www.hartgeld.com/filesadmin/pdf/Art_2008-109_DerWendePunkt.pdf). Dadurch soll das
möglicherweise verbrecherische Finanzgebaren (derzeit ermittelt das FBI) "gerettet" werden, das er einst selbst entscheidend
verursachte und nebenbei "rettet er auch Goldman Sachs, seine ehemaligen
Kumpels – und nicht zuletzt auch sein eigenes Geld" (Focus online,
24.9.2008).
Der Ex-US-Präsident Jimmy Carter kritisierte in diesem
Zusammenhang, dass dies jeder US-amerikanischen Familie 10.000 Dollar kostet
(Bild-newsticker, 24.9.2008; ein Betrag, den mancher Finanz- und
Wettjongleur z.
B. in weniger als einer Stunde verdient, obwohl er nichts produziert, d. h.
"0 Wert" schafft).
Henry Paulson macht noch nicht einmal einen Hehl daraus und sagte der
Kongresspräsidentin Nancy Pelosi: "Sie machen sich Sorgen, dass die
Steuerzahler am Haken hängen könnten? Ach wissen Sie, die hängen doch schon
längst am Haken.“
Noch wehren sich die Europäer und wollen ihre Steuerzahler nicht auch an
diesem Haken aufspießen, und sie geben den USA derzeit kein Geld zur Rettung
ihres Bankrott-Systems (über 10 Billionen Dollar Staatsschulden).
Falls jedoch der Iran angegriffen wird und der Benzinpreis z. B. weltweit in
die Höhe schnellt, wird den Europäern schon ihr "Trotz" vergehen, so denkt
sich vielleicht mancher insgeheim. Dann würde manch´ anderer schon merken, was
"Herren der Welt" noch vermögen, auch wenn diese schon pleite sind.
Denn die Bomben funktionieren auch bei Bankrott (PS: Die
Rüstungsausgaben sind in den USA ca. 13 x höher als z. B. in Russland).
Jesus von Nazareth klärte dazu die Menschen auf: "Wer im Kleinsten treu ist,
der ist es auch im Großen. Und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der
tut es auch bei den großen." Und Jesus fragte weiter: "Wenn ihr im Umgang
mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch
dann das wahre Gut anvertrauen?" Und so gilt für Urchristen auch der
Satz: "Üb immer treu und Redlichkeit!" (Lukasevangelium 16, 10) Und in
der Bergpredigt erklärte Jesus, der Christus: "Ihr könnt nicht Gott dienen und
dem Mammon" (Matthäusevangelium 6, 24). Wenn also die Diener des
Mammon von "Gott" sprechen, welchen Gott meinen sie dann?
Mittlerweile verglich der republikanische Präsidentschaftskandidat
John McCain "die derzeitige Finanzkrise mit den Terroranschlägen vom 11.
September 2001" (Spiegel online, 25.9.2008). Damals folgte nach nur
wenigen Wochen auch der Beginn des Krieges in Afghanistan und kurze Zeit
später der Krieg im Irak. Kritiker warnen, die USA könnten vielleicht mit
einem neuen Krieg von ihrer eigenen Pleite ablenken wollen, und sie mahnen die
Völker zur Wachsamkeit, falls eine massive "Ablenkung" mit
verstärktem Säbelrasseln beginnen würde. Düstere Vorzeichen: Bei der letzten finanziellen
"Depression" in den USA von 1929-1939 brachte erst der 2. Weltkrieg die
"glückliche" Wende. Die Rüstungsindustrie boomte und zog die Mammon-Welt
wieder nach oben ...
*
PS: Immerhin soll US-Präsident
George W. Bush sich zuletzt gegen israelische Angriffspläne gestellt haben
(http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F303271.html),
was ihm und uns allen zu wünschen ist.
23.9.2008 -
"Kirche verzockt Millionen" - Evangelisch-Lutherische Kirche hatte 4,3
Millionen Euro in hochriskante Anlagen bei Lehman Brothers investiert
-
Kaum hat die Luther-Dekade (=
Luther-Jahrzehnt bis zum 500. Jubiläum der Reformation im Jahr 2017; vgl.
hier) am
21.9.2008 begonnen, da folgt auch schon der erste Paukenschlag. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in
Oldenburg hatte ca. 1/12 ihres jährliches Kirchensteueraufkommens (ca. 51
Millionen Euro) bei der pleite gegangenen US-Bank Lehman Brothers in
hochriskante Anlagen investiert. Auch viele "Scherflein der Witwen und
Waisen" landeten also in den prallen Taschen der Zocker. Mehr dazu in der Nordwestdeutschen
Zeitung:
http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_artikel.php?id=1787941
http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_politik_meinung_artikel.php?id=1787977&printme=TRUE
19.9. / 23.9.2008 - Pleite der US-Bank Lehman Brothers: Staatliche
Deutsche Landesbanken haben Forderungen von 1,7 Milliarden Euro - Zum
Ausgleich Kirchensubventionen stornieren / Bayern: 290 katholische
Würdenträger auf den staatlichen (!) Gehaltslisten; Geld stattdessen an die
Bürger auszahlen - Der deutsche
Steuerzahler wird zunehmend zur Kasse gebeten. Und immer mehr Bürger kämpfen
trotz Fleiß und gutem Willen wirtschaftlich ums Überleben. Doch wohin
geht das viele Geld, das der Staat abzieht? 550 Millionen Euro verlor
die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), nachdem man noch
schnell 300 Millionen in die USA überwiesen hatte, obwohl sich der Bankrott
schon abgezeichnet hatte. Und 1,7 Milliarden Euro steht Lehman Brothers zudem
bei den deutschen Landesbanken in der Kreide. Es seien doch nur "kleine"
Beträge, monieren manche Verantwortliche. Immerhin hatte die KfW 10 Milliarden
Euro bei der Pleite der Deutschen Industriebank (DIB) verloren, die im Jahr 2007
wiederum wegen der USA-"Immobilien-Krise" pleite ging. Das heißt:
Milliarden-Forderungen gegenüber den Schuldnern aus den USA waren verloren. Soll
man das alles einfach so hinnehmen?
Dann sind da z. B. als "Dauer-Ärgernis" auch die staatlichen
Milliarden-Subventionen an die beiden deutschen Großkirchen - pro Jahr ca.
14,15 Milliarden Euro (www.stop-kirchensubventionen.de).
Alleine in Bayern stehen z. B. 290 römisch-katholische Würdenträger aus
der oberen Hierarchie auf der staatlichen (!) Gehaltsliste
(siehe http://www.arbeitsgemeinschaft-trennung-staat-kirche.de/Staatsleistungen%20an%20die%20Kirchen.htm).
Sie verkünden ihre Dogmen und praktizieren ihre Kulte, und der Bürger muss
es bezahlen.
Und weiter das Beispiel Bayern: Auch die BayernLB (Bayern Landesbank)
rechnet wegen der Lehman-Pleite mit "Ausfallrisiken" von 300 Millionen
Euro. "Kleinigkeiten", nachdem wegen der Finanzkrise bei der BayernLB bisher
schon insgesamt 4,9 Milliarden Euro "versenkt" werden mussten (Spiegel online,
19.9.2008). Wie wäre es, wenn die deutschen Bundesländer einmal ein
Jahr lang die Subventionen für die Großkirchen stornieren und die Kirchen
wenigstens einmal probeweise ein Jahr lang z. B. ihre Bischöfe und ihre
Priesterausbildung selbst bezahlen dürfen? Die entsprechenden Mittel
dafür dürften bei einem Vermögen der Kirchen in Deutschland von ca. 500
Milliarden Euro (Der Spiegel Nr. 49/2001) vorhanden sein. Die entsprechenden Konkordate
und Staatskirchenverträge müssten dann im gleichen Zug entsprechend geändert
werden. Damit könnte man das Desaster bei den Banken-Pleiten wenigstens
einigermaßen wieder auffangen. Sonst muss der einfache Steuerzahler wieder
für alles aufkommen. Für die Banken-Pleiten, für den Kirchen-Apparat, für
den Krieg in Afghanistan usw. ...
PS:
Geht es nach der Regierung der USA, soll es noch viel schlimmer werden, und auch die
Bürger Deutschlands sollen den amerikanischen Milliarden-Zocker-Banken und
ihren Millionären Geld
schenken, also dem Gott "Mammon"
(vgl. Matthäus 6, 24)
sogar direkt ein Opfer bringen
(siehe z.B.
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/09/23/banken-pleite/warum-sollen_20wir-milliarden-fuer-us-banken-zahlen.html)
Wer weiß, was noch alles auf uns zukommt, wenn das Opfer, wie es derzeit
aussieht, nicht freiwillig erbracht wird.
PS: In Bayern sind am 28.9.2008 Wahlen. Die "C"-Partei, die
für das Desaster der Landesbank entscheidend mitverantwortlich ist, hat
bereits die Abermillionen-Subventionen an den Kirchen-Apparat verteidigt.
Andere sagen jedoch: Das geht so nicht mehr weiter, dass z. B. Atheisten und
Muslime auch die katholischen Dogmenverkünder und Zeremonienmeister bezahlen
müssen. Der Bürger kann nicht grenzenlos "gemolken" werden. Der Wähler
entscheidet.
PS: Kleiner Lichtblick. Die Regierung will den Steuerzahler im
Jahr durchschnittlich um 320,00 € entlasten
(http://de.reuters.com/article/topNews/idDEKOE04564720080920).
Das ist gut. Wir haben weiter errechnet: Wenn der Staat die
Milliardensubventionen an die Kirchen streicht (nicht die jährlichen ca.
10 Milliarden Euro Subventionen für
die kirchlichen Sozialwerke, nur die darüber hinaus gehenden zusätzlichen Subventionen
von jährlich ca. 14.15 Milliarden Euro. vgl.
www.stop-kirchensubventionen.de),
dann könnte dafür jeder Steuerzahler pro Jahr 410,00 € bekommen. Damit
kann er z. B. eine Zusatzrente erwerben oder etwas kaufen, was er
dringend benötigt.
19.9. / 21.9.2008 -
Die Schere von Arm und Reich
geht immer weiter auseinander. Beispiel: Finanzskandal und Bankenpleiten:
Der einfache Bürger bezahlt wieder die Zeche / Die kriegerische Regierung
Bush erhöht Schulden drastisch auf nun 11,3 Billionen Dollar / Weiter Säbelrasseln
gegen Russland -
"Der Steuerzahler zahlt die Zeche", so
Focus online Money am 19.9.2008 über die Finanz-Praktiken in den USA. Wörtlich
heißt es: "Die Bush-Regierung hat in nur wenigen Jahren ein Defizit
von rund 9,7 Billionen Dollar angehäuft [Anmerkung: Jeder Unternehmer
und jeder Privatmann, der vergleichbar wirtschaftet, wäre längst am Ende und
womöglich des betrügerischen Bankrotts angeklagt]. Durch Steuerschecks an
verschuldete Hausbesitzer in diesem Sommer und die Hilfen für gestrauchelte
Banken erhöht sich das Minus in diesem Jahr voraussichtlich um weitere 400
Milliarden Dollar – gut doppelt so viel wie im vergangenen Jahr mit 161,5
Milliarden Dollar. Damit überschreitet das Staatsdefizit in diesem
Budgetjahr, das im September endet, die
Zehn-Billionen-Marke",
genauer bis zu 11,3 Billionen (Spiegel online, 21.9.2008). Nun traut
sich wenigstens die Bundesregierung, der US-Regierung den Vorwurf zu machen,
alle in diesem Zusammenhang sinnvollen wirtschaftspolitischen Auflagen nach
dem Motto "Wir nicht" ignoriert zu haben und somit nicht nur das Desaster
verursacht, sondern auch andere Länder mit hinein gezogen zu haben.
Dies gilt auch für andere Bereiche wie
die Klimapolitik oder die Kriegspolitik. So geht unterdessen nämlich das militärische Säbelrasseln
der USA weiter, und die Europäer lassen es sich wieder gefallen. Die angeblich in "Jesus" wiedergeborene
US-Außenministerin Condoleeza Rice "forderte die USA und Europa [nun erneut]
auf, sich der ´russischen Aggression` zu widersetzen" (welt.de,
19.9.2008). Gleichzeitig verweigern die USA auch den Präsidenten von
Süd-Ossetien und Abchasien ein Einreisevisum. Die beiden Politiker wollten
zu einer Anhörung vor die Vereinten Nationen nach New York reisen
(Spiegel online, 19.9.2008). Die für jede Diplomatie notwendigen
Gespräche werden also hier von der US-Regierung
verhindert, so wie man in der NATO derzeit auch nicht mehr mit Russland reden
will. Und im Hintergrund wird wohl weiter über Szenarien nachgedacht, falls Israel
oder die USA die Islamische Republik Iran angreifen sollten. Die Politik steht auch hier
wieder im krassesten Gegensatz zur christlichen Lehre. Denn Jesus, der
Christus, lehrte in der Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5-7),
zuerst den eigenen Anteil an einem Konflikt zu erkennen und in Ordnung zu
bringen (der "Balken im eigenen Auge"). Dies schafft automatisch auch das
Verständnis für den anderen, der am Konflikt beteiligt ist und ist die
Voraussetzung, ihm helfen zu können, den "Splitter in seinem Auge" ebenfalls
zu entfernen.
Derweil wächst die Armut in den USA und den westlichen Ländern immer
weiter an, und der Mittelstand geht kaputt, während die Verelendung in den so
genannten Ländern der Dritten Welt ohnehin schon lange noch weiter zunimmt.
Die Schere
von Superreich und Arm geht weltweit immer weiter auseinander. Und die "Zocker"
bekommen für ihr desaströses Jonglieren mit Milliarden weiterhin Millionengehälter,
die sie sich zudem ständig massiv erhöhen, während der einfache Bürger mit immer
weniger auskommen muss. Nicht nur in den USA. Was das "Hilfspaket" der
US-Regierung für die Zocker-Banken betrifft, kritisiert hierzu der
Nobelpreisträger für Wirtschaft Joseph Stiglitz: "Der
700-Milliarden-Dollar-Plan sei nur eine ´kurzfristige Lösung`, mit der die
riskanten Anlagen in die Hände der Steuerzahler gelegt würden, sagte
Stiglitz der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (zit. nach
Spiegel online, 22.9.2008). "Kein privater Investor wolle diese Anlagen
haben, ´aber dem Steuerzahler drückt man sie auf. Das ist ungeheuerlich`,
kritisierte er." Und weiter: "Ich
frage mich, was ist das für eine Gesellschaft, in der wir zwar 85 Milliarden
Dollar für AIG [eine Zocker-Bank] haben, aber nicht für kranke Kinder
[weil die Regierung kein Geld für die Krankenversicherung von Kindern
aus armen Verhältnissen bezahlen wollte]? Das macht mich wütend."
Vielleicht sollten die "Zocker" und die mit ihnen verbündeten Politiker
einmal in ihrer eigenen Bibel lesen, in der z. B. durch den Propheten
Amos verkündet wurde: "Darum schicke ich Feuer ... es frisst
Jerusalems Paläste ... weil sie die Kleinen in den Staub treten und das
Recht der Schwachen beugen" (2, 5.7). Oder: "Weh denen, die das Recht
in bitteren Wermut verwandeln und die Gerechtigkeit zu Boden schlagen. Bei
Gericht hassen sie den, der zur Gerechtigkeit mahnt, und wer Wahres redet,
den verabscheuen sie. Weil ihr von Hilflosen Pachtgeld annehmt und ihr
Getreide mit Steuern belegt ... Ihr bringt den Unschuldigen in Not, ihr
lasst euch bestechen und weist den Armen ab bei Gericht" (5, 7-11.12b).
Und weiter: "Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen, ihr salbt euch mit
feinstem Öl und sorgt euch nicht um den Untergang Josefs" (6, 6).
Oder der Prophet Jesaja: "Dein Silber wurde zur Schlacke, dein Wein
ist verwässert" (1, 22). Und: "Ihr, ihr habt den Weinberg
geplündert; eure Häuser sind voll von dem, was ihr den Armen geraubt habt"
(4, 14). Und: "Weh euch, die ihr Haus an Haus reiht und Feld an Feld fügt,
bis kein Platz mehr da ist und ihr allein im Land ansässig seid" (5, 8).
Auch die anderen Propheten sprachen ähnlich. Z. B. Jeremia:
"Weh dem, der seinen Palast mit Ungerechtigkeit baut, seine Gemächer mit
Unrecht ... Hat dein Vater nicht auch gegessen und getrunken, dabei aber für
Recht und Gerechtigkeit gesorgt? Und es ging ihm gut. Dem Schwachen und
Armen verhalf er zum Recht. Heißt nicht das, mich wirklich erkennen? Spruch
des Herrn. Doch deine Augen und dein Herz sind nur auf deinen Vorteil
gerichtet ..." (22, 13.14-17) Und viele Stellen dieser Art mehr,
die deutlich machen, dass der Gott dieser Propheten nicht den Gegensatz
zwischen Superreich und Bettelarm möchte, wie er derzeit weltweit immer mehr
zunimmt (siehe dazu auch weitere Worte Gottes, gegeben
durch die Propheten Jeremia und Amos).
Und Jesus von Nazareth zog daraus folgende Schlussfolgerung für alle,
die ihm nachfolgen möchten: "Niemand kann zwei Herren dienen; er wird
entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen
halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem
Mammon" (Matthäus 6, 24). Die "Diener des Mammon" täuschen also die
Menschen, wenn sie behaupten, sie würden Jesus nachfolgen.
PS: Diese Bibelstellen
könnten sich auch die kirchlichen Vermögensverwalter und die Kirchenführer
in ihren Palais (= Schlösser und Palästen) durchlesen. So wird alleine das
Vermögen der beiden Großkirchen in Deutschland auf 500 Milliarden Euro
geschätzt
(Der Spiegel Nr. 49/2001).
17.9.2008 -
Einbrecher
fand im Schlafzimmer des katholischen Priesters kinderpornografische Fotos
- Erpressung
misslungen
- Auf
ungewöhnliche Weise wurde ein katholischer Priester in
Hamm/Nordrhein-Westfalen "enttarnt". Ein Einbrecher fand
kinderpornografische Foto in seinem Schlafzimmer. Nach einer gescheiterten
Erpressung ist der Einbrecher jetzt zu fünf Jahren und neun Monaten Haft
verurteilt worden
(Mehr dazu:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,578601,00.html).
Der Priester ist nur einer in einer langen Reihe. Zuletzt wurde auch gegen
einen Priester aus Völklingen wegen des Besitzes kinderpornografischer
Dateien ermittelt
(http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=3152467)
und gegen einen Priester aus Bielefeld
(http://www.localxxl.com/lokal_nachrichten/bielefeld/pfarrer-hat-kinderpornos-auf-der-festplatte-1212499387).
14.9. / 23.9.2008 -
Waffengeschäft: USA verkaufen Israel 1.000 Bunker sprengende
Bomben / Russische Schiffe in der Karibik / Neue Provokation gegenüber Russland: NATO trifft sich in Georgien
/ Hintergrund:
Hinter jedem georgischen Minister "steht ein Berater aus den USA"
/ Gleichzeitig Finanzkrise: "Die Welt, wie wir sie kennen, geht unter"
/ Jetzt wird Geld massenhaft nachgedruckt
- Das US-Verteidigungsministerium Pentagon verkauft jetzt
an Israel 1.000 "bunker buster bombs", mit denen auch sehr tief gebaute
unterirdische Bunker zerfetzt werden können. Eine solche Bombe kostet
zwischen 70.000 und 90.000 $ (http://www.haaretz.com/hasen/spages/1020702.html).
Unabhängig davon hatte erst vor wenigen Tagen der französische
Staatspräsident Nicolas Sarkozy den Iran vor einem möglichen Angriff Israels
mit Rückendeckung durch die USA gewarnt (siehe hier).
Und dort wird man angesichts der Entwicklung des iranischen Atomprogamms immer
nervöser
(http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=5&Param_Red=10485).
In den von Israel besetzten Gebieten im Westjordanland versuchen israelische
Siedler mit Berufung auf die Bibel derweil fortgesetzt, ihre Gebiete zu erweitern. Dabei
schrecken sie auch nicht davor zurück, palästinensische Dörfer zu überfallen
und zu versuchen, die Bewohner zu vertreiben (vgl. z. B.
http://www.ism-germany.net/2008/05/02/siedler-sturmen-palastinensisches-dorf-verletzen-zwei-italiener
/
http://www.ism-germany.net/2008/03/31/peace-now-siedlungsbau-in-beispiellosem-tempo-seit-annapolis
/
http://www.palaestina.org/news/nachrichten/zeigeNachricht2.php?ID=4502).
Dies wird im Westen meist verschwiegen, wenn man umgekehrt von Anschlägen
der palästinensischen Hamas oder von palästinensischen Einzeltätern berichtet.
In der Zwischenzeit macht sich die USA über das gemeinsame Manöver von
Venezuela und Russland vor der Karibik lustig. Die Russen hätten "wohl
einige Schiffe gefunden, die so weit fahren können", spottet der Sprecher der US-Außenministerin
Condoleeza Rice, Sean McCormack, im sicheren Gefühl der militärischen
Überlegenheit (novosti, 14.9.2008). Doch wie die USA (430.600.000.000
Euro im Jahr 2009), so gibt auch
Russland im kommenden Jahr eine bisherige Rekordsumme für die Aufrüstung aus
(novosti, 14.9.2008; mit 33.000.000.000 Euro allerdings nur ca. ein
Dreizehntel der US-Ausgaben) und kritisiert die USA für die Wiederaufrüstung
Georgiens (siehe dazu auch unsere Meldung vom
4.6.2008 über die beispiellose Aufrüstung).
In Georgien "belohnten" jetzt die westlichen NATO-Führer die
georgische Regierung Saakaschwili, und sie besprachen in Georgien vor NATO-
und georgischer Kreuzzugsfahne (siehe unten)
den geplanten Eintritt des Landes in das Militärbündnis. Gerade beginnt die Opposition in Georgien,
sich hörbar zu Wort zu melden (z. B.
http://derstandard.at/?url=/?id=1220458300004; vgl. das
Interview "Saakaschwili wollte Krieg" mit Teimuras Chatschischwili bei
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,578261,00.html), da
stützt der Westen die derzeitige kriegerische Regierung. Der Hintergrund: "Hinter
jedem Minister, hinter jedem leitenden Beamten, hinter jedem führenden
Militär [in Georgien] steht ein Berater aus den USA"
(Der Oppositionspolitiker Chatschischwili in Spiegel online, 15.9.2008).
Der Politiker weiter: "Mit Russland müssen wir Handel treiben und zu
einer guten Nachbarschaft kommen. Glauben Sie, in Kalifornien wird man
unseren Wein trinken?" Doch: "Unser Land, unsere Hauptstadt Tiflis befinden sich faktisch
in den Händen der US-Regierung."
Aktualisierung
[9.4.2009] - Zehntausende Georgier protestieren gegen die Regierung
Saakaschwili
http://www.mainpost.de/nachrichten/politik/brennpunkte/Zehntausende-Georgier-bei-Demo-gegen-Saakaschwili;art112,5066939
Und während die Nord-Ossetier und Süd-Ossetier sich langfristig innerhalb Russlands wieder
vereinigen möchten, riskiert (ausgerechnet) die Regierung (des dank der
Zustimmung Russlands wieder vereinigten) Deutschlands sogar einen drohenden
Weltkrieg gegen Russland. Ihre Position: Die verwaltungsmäßige Zuordnung Süd-Ossetiens zu
Georgien durch den georgischen Diktator Josef Stalin und damit die Trennung
Ossetiens, die als "territoriale Integrität Georgiens" gilt,
soll unter allen Umständen bestehen bleiben (siehe dazu unsere Meldungen
weiter unten), so wie es die USA möchte. Was hat das "NATO-Christentum" im Osten vor? (vgl.
dazu hier)
Die Gesamt-Entwicklung verläuft immer mehr in Gegensatz zum großen
Menschheitslehrer, dem Juden Jesus von Nazareth, der einst sagte: "Wer das
Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen."
Und während das NATO-Christentum mächtig die Säbel rasselt, hat man
fast den Eindruck, als sollte damit von etwas anderem abgelenkt werden. Denn
derzeit bricht die ganze verlogene wirtschaftliche Basis der scheinbaren
Übermacht zusammen. "Die Welt, wie wir sie kennen, geht unter", so
ein Finanzmakler aus den USA (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,578876,00.html).
Während Urchristen nach dem Prinzip "Üb immer Treu und Redlichkeit" zu
wirtschaften versuchen, kommt jedem, der sich mit der Banken-Krise näher
beschäftigt, das kalte Grausen über die dort üblichen Praktiken und den Lug
und Trug und die Milliarden-Manipulationen. So hat sich
z. B. eine Geldblase an "Derivaten" in Höhe von ca. 600 Billionen Dollar
gebildet ohne jeden praktischen Gegenwert (http://www.mmnews.de/index.php/200809171079/MM-News/Derivate-Bombe-vor-Explosion.html).
Zur "Stützung" der vor dem Bankrott stehenden US-Banken wird derzeit in den
USA massiv Geld nachgedruckt und den Banken übergeben.
12.9.2008 -
Die kirchengläubige Sarah Palin würde Russland unter Umständen den Krieg erklären
und Israel unterstützen, wenn es den Iran angreift. Als Hobby ermordet sie
wehrlose Tiere
- So nah war man dem 3. Weltkrieg schon lange nicht mehr. Der Westen
einschließlich der deutschen Regierung Merkel/Steinmeier forciert derzeit
die NATO-Mitgliedschaft Georgiens. Und die georgische Regierung
behauptet weiter entgegen aller neutralen Untersuchungen, Russland habe in
Süd-Ossetien mit dem Krieg begonnen und man habe nur zurück geschossen (PS:
... und dabei unter anderem eine ganze russische Division liquidiert
(siehe hier) und die Hauptstadt in Schutt
und Asche gelegt (siehe u. a. hier)). Nun
erklärt die im angeblichen Glauben an Jesus "wiedergeborene" evangelische
Vize-Präsidenten-Kandidatin der Republikaner, sie sei bereit für die
Präsidentschaft, falls John McCain zum Präsidenten gewählt und ihm etwas
zustoßen würde (siehe hier). Und auf die
Frage "Sollte Georgien in die Nato aufgenommen und dann von Russland
angegriffen werden - müssten die USA dann Russland nicht den Krieg
erklären?" antwortete sie: "Vielleicht ja. Ich meine, das ist doch
die Vereinbarung, dass du als Nato-Alliierter zu Hilfe gerufen wirst, wenn
ein anderes Land angegriffen wird" (Spiegel online, 12.9.2008).
Georgien braucht also bloß in die NATO eintreten, dann wieder Süd-Ossetien
angreifen und schließlich behaupten, die Russen hätten angegriffen. So
einfach könnte das gehen.
Was sind eigentlich über 60 Jahre Friedenserziehung in der Bundesrepublik
Deutschland seit 1945 noch wert? Und was die Lehre des großen
Friedensstifters Jesus von Nazareth, den die führenden
US-amerikanischen Politiker und auch die Politiker der deutschen "C"-Parteien so missbrauchen? Der Krieg ruft. Und immer
mehr kirchenchristliche Politiker wollen wieder auf diese verführerische Stimme
hören (vgl. dazu "Der Theologe Nr. 6" - Die
evangelische Kirche - immer für den Krieg).
Die Jägerin, Vertreterin und Mitglied auf Lebenszeit der Waffenlobby NRA (siehe
hier) und
"tiefgläubige" Hoffnungsträgerin zahlloser Kirchenchristen in den USA
(siehe dazu hier)
würde auch "einen Militärschlag Israels gegen den Iran unterstützen,
sollte die israelische Regierung ihn für nötig halten" (welt.de,
12.9.2008). Und weiter wörtlich: "Wir können nicht die Schritte infrage
stellen, die Israel für notwendig erachtet, sich selbst zu schützen"
(siehe dazu auch unsere Meldung unten). Als
Außenstehender fragt man sich dazu: Warum eigentlich nicht? Oder: Wer
bestimmt eigentlich, wer was zu tun hat? Und den militärischen Sieg auch im
Irak-Krieg zu erringen, betrachtet sie als "von Gott" gegebene Aufgabe",
ohne zuletzt jedoch genau zu wissen, wer dort eigentlich wen erschießt und
warum
(siehe dazu unsere Meldung unten).
Auch stimmte Sarah Palin der so genannten Bush-Doktrin von 2002 zu, in der
sich die USA heraus nimmt, jedes Land der Welt "präventiv" anzugreifen, wenn
die Regierung den Eindruck hat, dass von dort eine diesen Schritt
rechtfertigende Gefahr drohe (was sich ja z. B. durch gelogene
Geheimdienst-Informationen mühelos behaupten lässt, wie das Beispiel Irak
zeigt)
Als Hobby bringt Sarah Palin am liebsten Tiere um, vor allem die
edlen Alaska-Karibu-Hirsche mit ihren prächtigen Geweihen. Spiegel online
zeigt sie vor einem Hirsch, den sie in den Hals und den Unterkiefer
geschossen hat und der vermutlich qualvoll verblutete. Und es heißt dort:
"Palins Speisekammer ist voll gestopft mit von ihr selbst erlegten Exemplaren
der gesamten Tierwelt der alaskischen Tundra" (12.9.2008;
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,577469,00.html).
Und weiter: "Jagdgewehre prägten ihre Kindheit, tote Körper von im wilden
Nordwesten Alaskas erlegten Tieren". Und zum Foto mit dem getöteten Hirsch.
"Sie lächelt ihr berühmtes Lächeln inmitten blutiger Beute." "Endlich einmal
eine Frau, die richtig töten kann", so sagt sich vielleicht mancher
Amerikaner. "Und dann noch gläubig".
Von dem russischen Schriftsteller Leo Tolstoi stammt der Satz: "Vom
Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt".
PS:
Nicht einmal die verbündeten Israelis hatten die kriegerische Politik
Georgiens unterstützt. Georgien wollte kurz vor Kriegsbeginn noch 300 Panzer von Israel.
Doch Israel stoppte eine Woche vor
dem georgischen Angriff auf Süd-Ossetien alle Waffenlieferungen an Georgien
(http://de.rian.ru/world/20080904/116543357.html).
11.9.2008 -
Kriege und ihre Begründungen - was wird hier eigentlich gemacht?
- Sieben Jahre nach den
Anschlägen auf die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York halten
nur noch die wenigsten US-Amerikaner die offizielle Version der US-Regierung für wahr. Schon 2006 glaubten einer Umfrage zufolge "nur
noch 16 Prozent der Amerikaner, dass die Regierung Bush die volle Wahrheit
über ihr Vorwissen zu den Terroranschlägen gesagt hat. 53 Prozent meinen,
sie verberge etwas. 28 Prozent denken, sie lügt" (Netzeitung, 11.9.2008,
siehe auch
http://www.netzeitung.de/vermischtes/1149637.html).
Zur Erinnerung: Die Anschläge waren die offizielle Begründung für den
völkerrechtswidrigen (weil nicht von der UNO legitimierten) NATO-Krieg "Enduring Freedom", der am 7.10.2001 mit dem Angriff
der US-geführten Truppen auf
Afghanistan begann (siehe unten) und
seither, wie der Name "enduring" (= andauernd) auch schon sagt, weiter
geführt wird, zuletzt immer mehr mit der deutschen Bundeswehr. Doch auch
wenn die US-Bürger z. B. zu 84 % dem Kriegsgrund nicht oder nur teilweise glauben, so können
sie in der
US-amerikanischen Medien-Plutokratie (Erklärung siehe
hier) faktisch keinen großen Einfluss
ausüben. Sie können nur
zwischen den sehr ähnlichen - Millionen schweren - Großparteien Republikanern und
Demokraten entscheiden (Wahlkampfkosten pro Partei derzeit 200 Millionen
Dollar plus weitere zigmillionen Vorwahlkampfkosten), so dass der Wähler mit seiner Stimme keinen
wirklichen Politik-Umschwung herbeiführen kann.
Nachgewiesen ist mittlerweile, dass der ebenso völkerrechtswidrige Irak-Krieg im Jahr 2003
aufgrund gezielter Lügen begonnen wurde, der Irak verfüge angeblich über
Massenvernichtungswaffen. Dennoch erdreisten sich Top-Politiker wie Sarah
Palin, ihn als "von Gott gegebene Aufgabe" zu verklären (siehe
hier) und Gott dabei zu verhöhnen.
Was kann man eigentlich glauben?
Nun sind kürzlich ausgerechnet auch die "Original-Filme" über die erste Mondlandung von 1969 unter unbekannten Umständen "verloren gegangen" (siehe dazu unsere
Meldung vom 15.8.2006), obwohl sie als einzigartige Dokumente der Zeitgeschichte gelten.
Dies nährt wiederum den Verdacht, dass diese Bilder womöglich gefälscht waren.
Das Mondfahr-"Programm" wurde 1972 beendet. Und es gilt auch als
merkwürdig, dass man nicht wenigstens einmal in den letzten 36 Jahren dorthin zurück
gekehrt sei, nachdem man von 1969-1972 sechs Mal
schon fast routinemäßig dort gewesen wäre. Immerhin möchte man bis 2020
wieder hin. Doch wie dem auch sei: Auf jeden
Fall wird die "selbst ernannte" Überlegenheit der USA gegenüber Russland,
der auch das gigantische Mond-Spektakel einst dienen musste, von den
USA derzeit wieder in der Weltöffentlichkeit in Szene gesetzt
(siehe
hier).
Doch alle Unwahrheiten, Lügen und Heucheleien kommen in dieser Umbruchszeit,
in der sich die Welt gegenwärtig befindet, verstärkt ans Licht. Doch auch
die echte Friedensbotschaft des Jesus von Nazareth, der Pazifist war, kommt
verstärkt ins Bewusstsein der Menschen, so dass sie sich entscheiden können
- für oder gegen.
Und der Missbrauch des Mannes aus Nazareth durch die scheinchristlichen
Politiker und Kirchenführer wird ebenfalls verstärkt aufgedeckt.
5.9.2008 -
Die Philosophie im Westen über die "Guten" und die "Bösen"
- Steht Angriff auf Iran bevor?
- Der Hochmut des Westens
(siehe
unten) treibt eine
weitere lebensbedrohliche Blüte. Wenn Iran sein "Programm der Urananreicherung" nicht stoppe,
werde die mutmaßliche Atommacht Israel mit Rückendeckung der USA den Iran angreifen, so der französische
Präsident Nicolas Sarkozy mehr als deutlich
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576374,00.html).
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom
12.5.2008 und vom
4.6.2008.
Iran gehört zu den Ländern mit "bösen" Regierungen (genauer zu der von US-Präsident
George W. Bush im Jahr 2002 so
definierten "Achse des Bösen"), die nach dem Willen der USA und
einiger anderer Länder die Kernenergie nicht nutzen dürfen, weil sie
verdächtigt werden, diese auch militärisch nutzen zu wollen. Dies wird zwar
von den USA selbst und vielen anderen Ländern selbstverständlich so getan.
Doch eben nur die
"Guten" dürfen die Kernenergie auch militärisch nutzen und ein
paar "Böse" (wozu gemäß Georgiens Präsident auch Russland gehört
(siehe hier) und wobei ihm kein westlicher
Regierungsvertreter widersprach), die man aus strategischen Gründen derzeit
damit in Ruhe lässt. Die "Guten" dürfen nach westlicher Philosophie auch die "Bösen"
mit Krieg überziehen, wenn jene nicht tun, was die "Guten" von ihnen
fordern. Deshalb muss der selbsternannte "Gute" auch immer über weit mehr,
bessere und grausamere Waffen verfügen als der zum "Bösen" Erklärte, damit
der "Gute" jederzeit "notfalls" den "Bösen" massakrieren kann ohne umgekehrt
vom "Bösen" massakriert zu werden. Das scheint derzeit das Ziel so
manches Politikers zu sein (vgl. dazu das Buch des einflussreichen
US-Politikers und Politikwissenschaftlers Zbigniew Brzezinski, Die
einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Frankfurt am Main
1997; Brzezinski hatte Russland z. B. einmal als "überflüssiges Land"
bezeichnet; siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/98_13/nato.html). Und was sich hier zunehmend zusammen braut,
ist um einiges explosiver als das in den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts
beklagte "Gleichgewicht des Schreckens" zwischen West und Ost.
Jesus von Nazareth lehrte jedoch in der
Goldenen Regel
in der Bergpredigt: "Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut
ihr ihnen zuerst". Auf dieses Beispiel übertragen: "Wenn ihr wollt, dass der
andere euch nicht mit Atomprogrammen bedroht, dann hört auf, ihn mit
Atomprogrammen zu bedrohen". Oder anders formuliert: "Was du nicht willst,
das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu." Also übertragen: "Wenn du
nicht angegriffen werden willst, dann greife auch du nicht an."
Doch für diese geniale Friedensbotschaft haben die kirchenchristlichen
Politiker nur Hohn und Spott übrig. Dies geht seit nahezu 2000 Jahren so. Zu
keiner Zeit wurde ernsthaft versucht, die Lehre von Jesus in die Tat
umzusetzen. Immer wussten es die Kirchenchristen und ihre Verbündeten
besser. Auch diesmal. Das Ergebnis sind die Kriege der Vergangenheit und die
heutige explosive Weltlage. Und so steuert alles auf einen Höhepunkt zu, der
wohl auch zum Kipppunkt werden wird. Denn jeder, der glaubt, mit
militärischen Mitteln eine Herrschaft über die ganze Welt ausüben zu können,
werden sich wohl verrechnen. Und es wird sich zeigen, wie lange dann
der Hohn und Spott noch währt.
4.9.2008 / 13.9.2008 -
US-Medien-Plutokratie: Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin
erklärt Irak-Krieg als "von Gott gegebene Aufgabe" / Es gehe um
"Sieg im Krieg" / Präsidentschaftskandidat John McCain will dazu mehr Soldaten und
Waffen in den Irak schicken -
Während der Wähler in
Deutschland real zwischen unterschiedlichen Parteien wählen kann, hat die
USA ein Wahlsystem, bei dem kleinere Parteien von vorneherein chancenlos
sind und nur die beiden Millionärs-Parteien "Republikaner" und "Demokraten"
um die Macht streiten. Deshalb ist die USA auch keine echte Demokratie,
sondern könnte als eine moderne "Medien-Plutokratie" bezeichnet werden.
"Plutokratie" ist eine
Staatsform, in der Herrschaft durch Vermögen ermöglicht wird und in den USA
geht neben den notwendigen Millionen nur mithilfe der Massenmedien. Für die
heiße Phase des Präsidentschafts-Wahlkampfs gibt jede Partei ca. 200
Millionen Dollar aus (stern.de, 11.9.2008; PS: Der
streckenweise brutale Vorwahlkampf allein der Demokraten untereinander
kostete ebenfalls Unsummen, so dass man insgesamt wohl auf nahezu eine
Milliarde Dollar Kosten nur für Wahlkampf-Propaganda ausgehen kann). Der
Unterschied zwischen beiden Parteien ist jedoch oft minimal, so dass für den
Bürger faktisch kaum eine Wahlmöglichkeit besteht.
So berufen sich z. B. die führenden Politiker beider Parteien auf den
kirchlichen "Gott" und benutzen ihn zur Rechtfertigung ihrer Machtpolitik.
Jüngst die Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin von den Republikanern, die
den Krieg im Irak mit seinen Tausenden von Toten und unermesslichem Leid als
"von Gott gegebene Aufgabe" (Bild, 4.9.2008) bzw. als "Gottes Plan"
(Welt, 4.9.2008) bezeichnet. Die US-Soldaten im Irak
"verteidigen"
laut Frau Palin "die Unschuldigen vor den Feinden, die den Tod von
Tausenden Amerikaner geplant, ausgeführt und sich darüber gefreut haben"
(Spiegel online, 12.9.2008). Doch selbst Präsident George W. Bush hat
mittlerweile zugegeben, dass zwischen dem Irak unter Saddam Hussein und der
Al-Qaida, die man für die Anschläge vom 11.9.2001 verantwortlich macht,
keine Verbindung bestand. Doch möglicherweise ist Sarah Palin von den
Predigten in ihrer Kirche verblendet (vgl.
hier) und blickt bei den Fakten nicht richtig durch. Deshalb bekommt sie jetzt auch einen
privaten Politik-Kurs ihrer Partei (Spiegel online, 12.9.2008).
Sarah Palin ist seit 2006 Mitglied der
evangelisch evangelikalen [= konservativ evangelisch] Wasilla Bible Church**,
zuvor war sie Mitglied der evangelikalen Assembly of God. Derzeit befinden
sich die USA streckenweise in einer Art Sarah-Palin-Rausch (stern.de,
11.9.2008).
Sarah Palin ist fünffache Mutter*
und
"Mitglied auf Lebenszeit" der mächtigen Waffen-Lobby NRA (National
Rifle Assosiacion), und sie bringt in ihrer Freizeit als Jägerin sehr
gerne unschuldige Tiere um. Dies
ist eine Gemeinsamkeit mit der Spitzenpolitikerin der Demokraten und
Entenjägerin Hillary Clinton, die ebenso gerne zum Vergnügen Tiere
erschießt, die ihr nichts angetan haben (siehe hier;
vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 7" über die
Barbarei an den Tieren im kirchenchristlichen Abendland).
Wenn der
Irak-Krieg für Sarah Palin eine "von Gott gegebene Aufgabe" sein soll, dann
ist die Frage: Welcher "Gott" gibt den USA eine solche Aufgabe? Der
Schöpfergott und "Vater" von Jesus, dem Christus, mit Sicherheit nicht. Denn
Jesus lehrte die Feindesliebe und warnte: "Wer das Schwert nimmt, der wird
durchs Schwert umkommen" (Bibel, Matthäus 26, 52). Und vieles
mehr dieser Art. Deshalb ist es
eine Verhöhnung von Christus, wenn auch Frau Palin sich
"christlich" nennt.
Die Aufgabe für den Irak-Krieg erhielt der
amtierende Präsident der
Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush,
letztlich eventuell von einer jenseitigen "Fopp-Seele", die sich "Gott" nennt, und die der
"mächtigste Mann der Welt" als Stimme in sich vernahm (mehr dazu
hier). Mal sehen, was sich
dieser "Gott" demnächst für den Iran ausdenkt und für den Kaukasus, und was er
den amerikanischen Politikern dann vielleicht einflüstert. Dort wehen in
Georgien seit 2004 schon einmal wieder die alten Kreuzzugsfahnen
(siehe hier).
PS:
* Sarah Palin predigt eine strenge sexuelle Moral mit Verzicht auf Sex vor der Ehe, Abschaffung
von sexueller Aufklärung in der Schule und strenger Enthaltsamkeit vor allem für
Jugendliche,
was bei den Betroffenen nicht selten zu einer
inneren oder äußeren Rebellion
gegenüber den Eltern führt, die wiederum
deren Karriere in den USA Schaden zufügen kann. Auch Sarah Palins 17-jährige Tochter Bristol
hielt sich nicht an die Prinzipien ihrer Mutter und ist schwanger, was die gesamte Familie
jedoch sympathisch erscheinen lässt, was wiederum Wählerstimmen bringt. Und so war
der 18-jährige Freund der Tochter bei Sarah Palins Nominierung zur Vizepräsidenten-Kandidatin mit auf der
Bühne - ein Signal, dass er seine Freundin jetzt immerhin heiraten
werde, so dass seine zukünftige Schwiegermutter keinen
"unehelichen" Enkel bekommt (Und wehe, er würde es sich anders überlegen!
Erst dann würde es vermutlich ungemütlich hinter der in den USA beim Kampf
um die Macht wichtigen Familien-Fassade.
"I don't want kids" (= "Ich will keine Kinder"), wird er z. B. noch vor
kurzem von der US-Tageszeitung
New York Daily News zitiert
(Bild,
2.9.2008).
Sarah Palin, ihre Familie, ihre als
besonders "christlich" verbrämten Ansichten und ihre
raffiniert vorgetragenen Emotionen sind ansonsten wie ein Spiegel für die
"durchschnittliche" amerikanische Familie, die sich plötzlich "verstanden"
fühlt. Und
der Schachzug ihrer Nominierung macht den Vietnam-Kämpfer, Militaristen und Putin-Gegner
John
McCain
(http://de.wikipedia.org/wiki/John_McCain) zum
aussichtsreichen Kandidaten für das "mächtigste Amt der Welt".
McCain wurden die Kriegsorden
Silver Star,
Bronze Star,
Legion of Merit,
Purple Heart und
Distinguished Flying Cross verliehen.
John McCain will als Präsident mehr Soldaten und Waffen in den Irak
schicken, um den Krieg zu gewinnen. Und mit ihm würde auch
Vize-Präsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin zu den Knöpfen gelangen, mit denen die
Atomraketen der USA, das gigantischste Zerstörungspotenzial der gesamten
Welt, ausgelöst werden können. Und so sagte sie auch, sie werde als
Präsidentin der USA bereit sein, falls John McCain etwas zustoßen würde, um
die "Mission, die wir verfolgen, Reformierung des Landes und
Sieg im Krieg" zu erfüllen
(Bild, 12.9.2008).
4.9.2008 / 12.9.2008 - Die Kandidaten im
US-Wahlkampf und ihre Kirche - Der Jagdbomber-Pilot und
Präsidentschaftskandidat der Republikaner John McCain ist
ein protestantischer Anglikaner, der regelmäßig eine
evangelisch-baptistische Kirche besucht
(idea-spektrum Nr. 37/2008).
Seine Vize-Präsidenten-Kandidatin Sarah Palin gehört der evangelikalen Wasilla Bible
Church in Alaska an.
** Am
17.8.2008 predigte in der Wasilla Bible Church
in Anwesenheit von Sarah Palin ein Mann mit Namen David Brickner, der die
Juden zum kriegerischen "Jesus" der Kirchen bekehren möchte***. Und der Assembly of God, der Sarah Palin bis 2006
angehörte und der sie heute noch freundschaftlich verbunden ist, steht
Pastor Ed Kalnin vor. Dieser hätte Zeugenaussagen zufolge im Jahr 2004
sinngemäß gepredigt, "die Kritiker
Präsident George W. Bushs kämen in die Hölle. Wähler, die 2004 für den
Demokraten John Kerry stimmten, hätten kaum eine Chance, in den Himmel zu
kommen. Die Angriffe des 11. September und der Sturz Saddam Husseins seien
Teil eines ´Krieges um euren Glauben`, Jesus habe seine Botschaft ´als
Krieger` verkündet"
(zit. nach
http://www.welt.de/welt_print/article2393032/Ein-Hurrikan-namens-Sarah.html)
- eine Verhöhnung des Mannes aus Nazareth.
Doch selbst wenn die anscheinenden Zitate des einflussreichen Pastors Ed Kalnin in dieser Form - vielleicht wegen des Wahlkampfs - nicht bestätigt
oder weiter veröffentlicht würden, so zeigen sie doch beispielhaft das
Denken und die aggressiven religiösen Gefühle in vielen dieser evangelikalen
Kirchen auf, die massiv im Gegensatz zu Jesus von Nazareth stehen.
*** PS: Ein Brandanschlag auf die Wassila Bible
Church von Anchorage, der die Gouverneurin Sarah Palin angehört, richtete
Sachschaden in Höhe von 750.000 Euro an. Der Anschlag wurde am 12.12.2008
durchgeführt (idea-spektrum Nr. 51/2008). Gilt hier vielleicht: "Wer den Krieg sät, wird den Krieg
ernten"? Und Jesus lehrte ja auch: "Wer zum Schwert greift, der wird
durch das Schwert umkommen."
Der Kandidat der Demokraten,
Barack Obama,
Mitglied der evangelischen Vereinigten Kirche
Christi (die in Kirchengemeinschaft mit der
Union Evangelischer Kirchen in der EKD in Deutschland steht),
hat den Katholiken
Joseph Biden
zum Vize-Präsidenten-Kandidaten gewählt. Biden möchte gerne ein richtiger
Katholik sein (und dann natürlich auch von Katholiken gewählt werden)
(siehe dazu unseren
Glaubenstest), und er besucht jeden Sonntag die Messe. Doch die von Tausenden von pädophilen
Priestern durchsetzte römisch-katholische Kirche der USA
(mehr dazu siehe z. B.
hier) lässt
ihn wegen seiner liberalen Haltung zum Thema Abtreibung und zur
Homosexuellen-Ehe nirgends innerhalb
der Kirche reden. Sein letzter Bischof Michael Saltarelli erteilte ihm -
auch für den Fall seiner Wahl zum Vizepräsidenten - Redeverbot in allen kirchlichen
Einrichtungen, und Erzbischof Charles Caput "empfahl ihm, nicht an der
Heiligen Kommunion teilzunehmen"
(idea-spektrum Nr. 37/2008).
3.9. / 13.9.2008 -
Nach dem 11.9.2001 (Anschlag auf das World Trade Center in
New York) wurde der NATO-"Bündnisfall" ausgerufen. Bundeswehr zog
in den Afghanistan-Krieg. Nach sieben Jahren wird es immer schlimmer / Erste
zivile Opfer durch Bundeswehr / Deutschland jagt jetzt Mullah Salam / Bürger
in Deutschland fordern Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan / US-Armee erhöht Anzahl der
Pfarrer
- Am 5.10.2001 rief die NATO nach den bis heute teilweise noch nicht
geklärten Ereignissen vom 11.9.2001 erstmals den
"Bündnisfall" aus: Ein Mitgliedsland (in diesem Fall die USA) soll
angegriffen worden sein, und die Kriegshandlungen würden anhalten, so die
NATO-Definition. Als
Mittäter machte man die damalige islamistische Taliban-Regierung
Afghanistans aus und erklärte ihr am 7.10.2001 den Krieg. Und Deutschland
zog mit, weil die Politiker seither glauben, die "Freiheit" Deutschlands "am
Hindukusch" mit militärischen Mitteln "verteidigen" zu müssen (so vor allem
der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD)).
Dieser Krieg entwickelt sich seither mehr und mehr zum Albtraum, und für
jeden getöteten Taliban scheinen zwei nachzuwachsen. Der Westen startete
2002 mit 5.000 Soldaten vor Ort. Jetzt hat man die Menge verfünfzehnfacht
(es sind derzeit ca. 70.000), und es "reicht" immer noch nicht. Die USA
wollen deshalb bis 2011 20.000 weitere Soldaten in Afghanistan kämpfen
lassen. Und die Deutschen wollen 1.000 weitere Soldaten nach Afghanistan
schicken. Dann werden wohl für jeden getöteten Taliban drei neue nachwachsen.
Zudem wurde wohl schon über eine Milliarde Euro an deutschen Steuergeldern dorthin gepumpt
(zuletzt wurden die aktuellen Mittel auf 140 Millionen Euro erhöht).
Doch es funktioniert eben nicht, eine islamistische Regierung wegzubomben und
die darauf hin neu eingesetzte Regierung und den "Wiederaufbau" mit
Abermillionen und -milliarden hochziehen zu wollen. Die Entwicklung Afghanistans lässt sich
eben nicht von Washington und Berlin aus steuern - genauso wenig wie
1979/1980 von Moskau aus. (Für diesen Versuch wurde die Sowjetunion vom
Westen damals mit dem Boykott der Olympischen Sommerspiele in Moskau
bestraft und mit der Aufrüstung (!) der damals gegen die Russen kämpfenden
islamistischen Milizen). Und Krieg bringt immer nur wieder neuen Krieg und ist
niemals eine Basis für eine gesunde Entwicklung eines Landes (vgl. auch
Irak).
Einer der ranghöchsten britische Generäle in Afghanistan gehört zu denen,
die allmählich umdenken. Er erklärt den Krieg für "verloren" und setzt sich
für Verhandlungen mit den Taliban ein (Spiegel online, 5.10.2008;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,582266,00.html).
In Deutschland setzen Politiker jedoch immer noch auf "Sieg". Doch nach dem Tod eines Bundeswehr-Soldaten, der mit seinem Jeep in einer
Sprengfalle der Taliban geriet, sind es mittlerweile schon 28 deutsche Soldaten,
die in Afghanistan starben. Und kurz darauf
schossen deutsche Soldaten auf ein Auto, das aus deutscher Sicht der Aufforderung zum Anhalten
nicht nachkam,
sondern umdrehte und wegzufahren versuchte. In dem Auto saßen fünf Frauen
und acht Kinder, die von einer Hochzeitsfeier kamen, sowie deren Fahrer. Eine Frau und zwei Kinder starben im
Maschinengewehr-Kugelhagel des deutschen Kontrollposten. Der überlebende Fahrer schildert
die Situation so: "Ich kenne das
so. Wenn die ausländischen Truppen an ihrem Checkpoint die Scheinwerfer
aufblenden, soll man sich fernhalten. Und als ich die ersten Schüsse hörte,
bin ich nur noch schneller gefahren." Nach Bundeswehr-Stellungnahme
hätten die Soldaten sich "korrekt" verhalten. Außerdem seien sie von einem
Auto-Typ dieser Art gewarnt worden, in dem Taliban unterwegs sein könnten. Außerdem
sei es dunkel gewesen, und einer der deutschen Soldaten
hätte sich sicherheitshalber auf den Boden geworfen. Nur
leider wissen aber offenbar viele Afghanen nicht, dass aufblendende
Scheinwerfer "Stoppen oder ´Wir erschießen euch`" bedeuten soll und dass die
deutschen Soldaten offenbar auch auf wegfahrende Autos blind schießen dürfen. Später im Krankenhaus kamen
Bundeswehr-Soldaten und "haben auf mich eingeredet, ich möge aussagen, dass
die Afghanen geschossen hätten. Dann kamen Leute von der Polizei und
beschworen mich, ich solle nicht lügen" (Focus online, 3.9.2008).
Die Bundeswehr zahlte den Angehörigen jetzt ein "Blutgeld" von
insgesamt 20.000
Dollar, um sich vor einer drohenden Blutrache zu schützen. Die Familie
verzichtete darauf hin, mit den Getöteten durch die Straßen der Stadt zu
ziehen. Unterdessen machen
die deutschen Truppen jetzt Jagd auf den Taliban-Führer Mullah Salam.
Dieser blutige Krieg hat wie alle Kriege nichts mit der christlichen Lehre
zu tun und steht im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Und auch die deutschen
Bürger fordern endlich den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Bei einer
Umfrage der konservativen Internetseite www.welt.de stimmten von
ca. 4.000 abgegebenen Stimmen 80 % für den Abzug der Deutschen. Der
Bundestag muss sich also entscheiden, ob er auf die eigene Bevölkerung hört
(auf anderen Internetseiten würden vermutlich noch mehr Deutsche für den
Abzug stimmen) oder einmal mehr auf George W. Bush, Condoleeza Rice, John McCain, Barack Obama, Sarah
Palin usw.
Schon vor über einem Jahr war klar: Es wird immer schlimmer. Zu den
Hintergründen des Afghanistan-Krieges siehe unsere
Meldung vom 24.6.2007.
Aktuell: Kämpfte die Bundeswehr bisher im Rahmen der von der UNO
bereit gestellten ISAF-Truppen (International Securitiy Assistance Force),
werden diese Truppen jetzt faktisch mit den Truppen des völkerrechtswidrigen
US-Krieges "Enduring Freedom" vereint (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576672,00.html).
So läuft das also. Erst bekniet die Regierung den deutschen Bundestag, dem
Afghanistan-Krieg zuzustimmen, da er ja von der UNO legitimiert sei. Mit der
Zeit wird dann diese Legitimierung unterlaufen und zuletzt
faktisch aufgehoben. Und dann kämpft die Bundeswehr praktisch im
US-amerikanischen Krieg "Enduring Freedom", der
aufgrund des letztlich unaufgeklärten Anschlags auf das World Trade Center
vom 11.9.2001 weltweit gestartet wurde. Mal sehen, wie sich
der Bundestag das nächste Mal über den Tisch ziehen lässt. Das alles war
schon seit sieben Jahren verfassungswidrig (wurde vom
Bundesverfassungsgericht jedoch als "vefassungskonform" hingebogen) und wird
es jetzt noch mehr.
Und vielfach sind es gar nicht die Taliban, die getötet werden. Der Stern
schreibt: "Afghanen aller politischen Lager und Ethnien
inklusive Präsident Hamid Karzai sind verbittert darüber, dass die
US-Streitkräfte im Land offensichtlich weiterhin ihren ganz eigenen Krieg
führen und alle paar Wochen Zivilisten bombardieren; im Juli eine
Hochzeitsgesellschaft in Ostafghanistan, am 21. August eine Gedenkfeier in
Westafghanistan, jedes Mal gab es Dutzende von Toten. Von denen das
US-Militär behauptet, es habe sich meistens um Taliban gehandelt. Bis
überlebende Zeugen eine gänzlich andere Version offenbaren: dass es
friedliche Zusammenkünfte Unbewaffneter waren. Dass Beteiligte einer der
zahllosen innerafghanischen Fehden die Opfer beim US-Militär angeschwärzt
hätten. Ein Muster, das sich seit 2001 vielfach wiederholt hat"
(stern.de, 13.9.2008).
Meldungen ähnlich wie die
obige oder
diese vom 3.9.2008
- NATO soll Zivilisten in Pakistan getötet haben; es soll bei einem
Angriff 20 Tote gegeben haben, darunter Frauen und Kinder -
wiederholen sich immer wieder. Aus Protest hat Pakistan darauf hin den
Sprit-Nachschub für die NATO blockiert.
http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1142437.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576658,00.html
Und es geht auch weiter so:
Bei der Jagd auf den Taliban-Führer Siradschuddin Hakkani bombte die
US-Armee in Pakistan am 8.9.2008 gleich eine ganze Koran-Schule mit Mädchen mit in Grund
und Boden: Erneut 20 Tote, meist Frauen und Kinder. Siradschuddin Hakkani
war nicht dabei. http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=879663&kat=120
Und auch die Bomben in
Afghanistan selbst verfehlen immer wieder das Ziel. Statt eine
Taliban-Stellung zu treffen, bombardierte die NATO versehentlich einen
harmlosen Bauernhof - zwei Tote, zehn Verletzte (Bild, 9.9.2008).
Usw. usf. Diese Meldungen sind "nur" Momentaufnahmen aus einer langen
Reihe ähnlicher Tragödien.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom:
17.10.2008 9.11.2008
Schließlich wurde auch
ein enger Vertrauter von Präsident Hamid Karzai und seine beiden Leibwächter
versehentlich für Taliban gehalten und umgebracht
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,579028,00.html).
Usw. usf. Und wer weiß, ob die "Erfolgsmeldungen" (nach dem Motto "Wieder
zahlreiche Taliban umgebracht") stimmen und es sich bei getöteten
mutmaßlichen Taliban wirklich immer um Taliban handelte.
Auch im Irak läuft immer mehr aus dem Ruder. So haben US-Truppen aktuell
versehentlich sechs irakische Sicherheitskräfte erschossen und zehn weitere
verletzt.
http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=5694082.html
Oder diese Meldung: Vier wehrlose Iraker, die frei gelassen werden sollten,
wurden von US-Soldaten aus Frustration hingerichtet.
http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4683988
Viele US-Soldaten bringen sich auch selber um. Im laufenden Jahr
vorbehaltlich abschließender Untersuchungen bereits über 90 - neuer Rekord.
Die US-Army erhöhte darauf hin die Zahl der Pfarrer (vgl. dazu
"Der Theologe Nr. 6" - Die evangelische Kirche -
immer für den Krieg). Die US-Soldaten sollen schließlich andere
töten, nicht sich selbst.
http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/selbstmordrate_us-soldaten__1.824463.html
2.9.2008 -
Das "gekürzte" Interview mit dem russischen Präsidenten
Wladimir Putin - Während zumindest der deutsche Außenminister
Frank-Walter Steinmeier (SPD) die eskalierende Weltlage zu entschärfen
versucht, geht es anderen Kräften offenbar um eine weitere Eskalation des
"kalten Krieges" (eventuell mit dem Ziel, konkurrenzlos in der
Welt herrschen zu können und Kriege ohne Gefahr, diese verlieren zu können,
jederzeit führen zu können).
Interessant ist in diesem Zusammenhang das von der ARD
"gekürzte" Interview mit dem russischen Präsidenten Putin. So berichtete Putin
u. a., dass die Georgier bei ihrem Angriff auf Süd-Ossetien mehrere Dutzend russischer Blauhelme (im Auftrag
der OSZE stationierte Friedenstruppen) getötet hätten.
Danach erst hätte Russland zurück geschlagen. Und wie hätten wohl die
scheinchristlichen US-amerikanischen Politiker, welche die Russen einseitig
als die "Bösen" hinstellen, in einer vergleichbaren Situation reagiert?
Weiterhin geht Putin von einer stärkeren Beteiligung der USA am Kaukasus-Krieg aus, als im
Westen berichtet wird (vgl. unten, wo
ein georgischer Minister am ersten Kriegstag stolz berichtet, dass dank
israelischer Ausbildung "eine kleine Gruppe" georgischer Soldaten eine ganze
russische Division "auslöschen" konnte ("wipe out")). Alle diese Passagen
und viele weitere im Westen kaum bekannte Hintergründe bzw. Sichtweisen wurden von der ARD
gestrichen bzw. "zensiert". Würde die deutschen Bevölkerung über
diese Position jedoch umfassend informiert, könnte die deutsche Bundeskanzlerin und ihre Partei den von
der USA geschürten Konfrontationskurs gegen Russland wohl kaum in dieser
Form aufrecht
erhalten.
Und die Goldene Regel des Jesus von Nazareth hätte auch in
diesem Konflikt vielleicht wieder eine kleine Chance. Sie lautet: "Alles,
was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch." Was
sinngemäß auch bedeutet: "Das tut ihr ihnen zuerst". Oder als Sprichwort
formuliert: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem
andern zu." Hier geht es bei aller Anklage für jedes Leid auch um Verstehen, Vorbild und um das ehrliche
Abwägen, nicht um eine verlogene Machtpolitik, für die man in den USA und
auch in Deutschland (siehe das "C" in CDU/CSU) auch noch den Namen von
Christus schändlich missbraucht. Dort nennt man sich "christlich", hat die
Goldene Regel jedoch in ihr Gegenteil verkehrt, indem man z. B. nach folgender Ethik handelt: "Alles, was ihr wollt, das euch die
Leute tun, das sollen sie euch auch tun. Oder ihr macht Druck auf sie und
droht ihnen." Und: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ dem andern
zuerst zu, damit er es dir später nicht mehr zufügen kann."
In diesem Zusammenhang scheint es kein Zufall zu sein, dass Georgien die
frühere Kreuzzugsfahne (die auf den Kirchenheiligen Georg zurück geht) im
Jahr 2004 zur Nationalflagge erhoben hat (siehe unten).
Unter dieser Fahne wurde im Jahr 1099 das von Moslems bewohnte Jerusalem dem Erdboden gleichgemacht. Und
jetzt weht diese Fahne offenbar an der Speerspitze von einer Art neuem
"Kreuzzug".
Möglicherweise hat sich jemand auch gedacht: "Wenn wir den Iran angreifen, ist es wichtig, den möglichen
Kritiker eines solchen Krieges, Russland, vorher entscheidend zu schwächen."
Dieses "Vorspiel" wäre damit geglückt.
Das ganze Interview mit Wladimir Putin unter
http://www.mmnews.de/index.php/20080901940/MM-News/ARD-manipuliert-Putin-Interview.html
Ob es vertrauenswürdig ist oder nicht, kann dann jeder selbst entscheiden.
19.8. / 5.9.2008 -
Der Hochmut des Westens -
Der russische Außenminister Sergej
Lawrow sagte, "die Nato behandle Russland wie ein Kind, das diszipliniert
werden müsse" (Spiegel online, 19.8.2008). Zwar verschlimmert
jede Kriegshandlung die Situation und schafft neues Unrecht, weswegen jede
darauf bezogene
Kritik, Distanzierung bzw. jede Klage berechtigt sind.
Doch die
westlichen Kritiker messen immer mit zweierlei Maß, gerade wie es ihnen
passt. Was ist z. B. mit dem Krieg
des Westens gegen Serbien, bei dem ca. 1.000 unbeteiligte Zivilisten getötet
wurden und sehr viele zivile Ziele bewusst zerstört wurden (während die Russen
offenbar nur Militäranlagen treffen wollten)? Was ist mit dem Krieg
gegen den Irak, den man aufgrund von Lügen begann und der das Land seither
ins Chaos stürzt - unzählige Tote, zerstörte Existenzen und gar Verfolgungen
von kirchlichen Christen? Alles nur halb so schlimm
wie das, was die russische Regierung
an der Grenze ihres eigenen Landes und im Nachbarland tut?
Diese Haltung des Westens
gegenüber anderen Ländern konnte in den letzten Jahren durchgängig auch
anderweitig beobachtet werden. Allen voran die USA und mehr und mehr auch
ihre "willigen" Nachahmer spielten sich auf der Weltbühne auf, als sei ihre
Sichtweise und ihre Politik eine Art "Weltgesetz", und alle anderen
müssen sich beugen, oder es gehe ihnen an den Kragen. Und dann wird eben
selbstherrlich entschieden: "Machen wir Krieg, machen wir Sanktionen,
sprechen wir nur Warnungen aus?" Die Heuchelei und Arroganz treibt
dabei immer weitere Blüten. "Die Russen fangen an zu
verstehen, dass sie für diese Art von Verhalten bezahlen müssen",
so die US-Außenministerin Condoleeza Rice (Focus online, 5.9.2008).
Immer sei man selbst dabei der ´Gute` und die anderen die Problematischen
oder die ´Bösen`", wie es der Vasall des Westens, der georgische Präsident
Michail Saakaschwili (zur Biografie
siehe hier) sogar wörtlich
ausführte (siehe unten), ohne dabei den
geringsten Widerspruch von einem aktiven namhaften westlichen Politiker
hervor zu rufen.
Dabei stützt man sich vor allem auf Schwindel erregende
Steigerungen der Rüstungsausgaben. Auch hier Georgien als kleines Beispiel,
das im Jahr 2006 dreimal so viel Geld für Rüstung ausgegeben hatte
als noch 2003.
Für die Eskalation zwischen dem Westen und Russland machte der
erfahrene SPD-Politiker Erhard Eppler (SPD) mittlerweile die USA
verantwortlich. "Diese hätten nicht begriffen, dass auch andere Staaten
Machtansprüche geltend machten und ´die Zeit der unipolaren Welt [wo die USA
mit Waffengewalt weltweit machen können, was immer sie wollen] vorbei ist`"
(Focus online, 28.8.2008).
Die selbstherrliche politische Geisteshaltung der westlichen
Länder entspricht dabei exakt der im Westen
dominierenden Lehre der römisch-katholischen Kirche, die ihr Glaubensgebäude
für "der Weisheit letzten Schluss hält" und alle anderen als "defizitär"
betrachtet - also nur insofern gut, wie sie mit der katholischen Lehre
übereinstimmen. Deshalb verstehen sich wohl auch Papst Benedikt XVI. und
US-Präsident George W. Bush so gut und es wird bereits spekuliert, dass Bush
früher oder später römisch-katholisch wird (wie sein nach geordneter
Kriegsherr Tony Blair).
Entgegen den grausamen Regeln der "christlichen" Politiker (Zwang,
politische Erpressung, Sonderrechte für das eigene Lager, Spionage,
Propaganda, Militärintervention, Kriegslügen, Präventivangriff, Hochrüstung, Drohung mit
Atombomben, "gerechter" Krieg usw.) lautet die "Goldene Regel" des Jesus von Nazareth aus der Bergpredigt: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr
ihnen auch" (Matthäus 7, 12). Oder als Sprichwort formuliert: "Was du
nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Wie viel Leid
hätte schon weltweit verhindert werden können, wenn die so genannten
"christlichen" Politiker sich wenigstens darum bemüht hätten, so zu handeln.
Hier ist also das schlichte Vorbild gefragt. Doch die Kirchen lehren ja, die
Bergpredigt könne man nicht auf die Politik anwenden. Doch dann wird sich
wohl eines Tages ein anderes Sprichwort bewahrheiten: "Hochmut kommt vor dem
Fall".
Aktualisierung: Zuletzt forderte der Europarat in Straßburg
(dem auch Russland und Georgien angehören) eine "Strafe für Russland" für
das militärische Vordringen nach Georgien (Spiegel online, 22.8.2008).
Demgegenüber wird Georgien, das
mit der Bombardierung Süd-Ossetiens den Krieg
begann (siehe dazu z. B.
http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/08/23/georgien/bild-mit-russlands-star-dirigent-gergiev-in-ossetien.html
und
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,574263,00.html), im Gegensatz dazu von der EU mit Millionen für "humanitäre
Hilfe" unterstützt. Das ist - gelinde gesagt - einseitig, wenn man bedenkt,
dass die georgische Armee die südossetische Hauptstadt "Zchinwali einfach dem Erdboden
gleichgemacht" hat (Der russische Dirigent Valery Gergiev vor Ort,
Bild, 25.8.2008; vgl. dazu auch den Vorwurf von
Kriegsverbrechen). Der georgische Einmarsch kostete nach
russischen
Untersuchungen 2.100 Osseten das Leben (Ria Novosti, 28.8.2008), ehe er
von der russischen Armee zurück geschlagen wurde; Georgien-freundliche
Quellen sprechen von einigen Hundert Opfern. Während der georgische
Präsident behauptet, seine Panzer seien erst nach den russischen in
Süd-Ossetien eingedrungen, widersprechen neutrale OSZE-Beobachter
[OSZE =
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa]. Spiegel online
schreibt: "Demnach habe Georgien den Militärschlag gegen
Südossetien intensiv vorbereitet und seinen Angriff begonnen, bevor
russische Panzer den Verbindungstunnel nach Südossetien befuhren. In den
Berichten sei von möglichen georgischen Kriegsverbrechen die Rede. So
berichten OSZE-Beobachter davon, dass die georgische Führung die
südossetischen Zivilisten zur Schlafenszeit habe angreifen lassen"
(30.8.2008).
Auf die Frage nach den Kriegsverbrechen der
georgischen Armee in Ossetien antwortet der Präsident: "Das
werden sie niemals beweisen können". Natürlich kann - allgemein
gesprochen - mit Propaganda alles geleugnet und gelogen werden, selbst Beweise. Doch alles, was wirklich geschah und
geschieht, ist in der Atmosphäre der Erde verzeichnet und wird immer
schneller auf die Verursacher zurückfallen, gleich auf welcher Seite diese
stehen.
15.8. / 4.9.2008 -
Der neue "kalte Krieg" ist in vollem Gange -
Im
Zusammenhang des Krieges im Kaukasus warf der ehemalige georgische Präsident und Kritiker der
jetzigen georgischen Regierung, Eduard Schewardnadse, den USA vor, "eine
neue Runde des atomaren Wettrüstens" begonnen zu haben (Spiegel
online, 13.8.2008). Ein neuer kalter Krieg sei "doch schon
längst von den USA angezettelt durch den so genannten Raketenabwehrschirm der
Amerikaner in Tschechien und Polen".
Die Raketen-Verträge zwischen Polen und den USA wurden jetzt flugs und
offenbar taktisch genau geplant am 14.8.2008
unterzeichnet, solange Russland noch "an der Wand steht" hat und genötigt
wird, sich zu rechtfertigen. Neben dem Raketenabwehrschirm stationiert
die USA ab sofort Patriot-Luftabwehrraketen in Polen. "Wir haben den
Rubikon überschritten", verkündete der polnische Präsident Donald Tusk
scheinbar nebenbei
(http://www.welt.de/politik/arti2329334/USA_stationieren_Raketen_in_Polen.html).
Der Satz wurde durch den römischen Feldherrn Gaius Julius Cäsar zu einem
historischen Wort. Er bedeutete damals Krieg. Cäsars Truppen überschritten
den Fluss Rubikon, vernichteten die Republik in Rom und eroberten darauf hin
ganz Italien und Spanien. Und bedeutet der Satz auch in der Gegenwart
Krieg? (Als die Russen in den 60er-Jahren umgekehrt Raketen in
Kuba in der Nähe der USA stationieren wollten, verhinderte nur ihr Nachgeben
den 3.Weltkrieg. Die USA mit ihrem Präsidenten John F. Kennedy waren zum
Weltkrieg entschlossen, was wohl zur Zerstörung Deutschlands und
Mitteleuropas geführt hätte.) Russische Experten glauben, dass "die USA als
nächstes in der Ukraine versuchen, eine bewaffnete Konfrontation mit
Russland zu provozieren" (Ria Novosti, 14.8.2008) und empfehlen,
"Kontakte zu anderen Ländern unter Ausschluss der USA
herzustellen".
Der kalte Krieg eskaliert -
offenbar schlimmer als in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts, wo die
US-Regierungen noch etwas Respekt vor Russland und seinen Interessen hatten.
US-Außenministerin Condoleeza Rice versuchte Russland u. a. auch dadurch zu
demütigen, dass sie sagte: "Russland wird mehr und mehr zum Geächteten in
diesem Konflikt" [der Auseinandersetzung mit Georgien] (Spiegel online,
20.8.2008).
Am 2.9.2008 hat sich nun der bei allen um den Weltfrieden besorgten
Menschen besonders gefürchtete US-amerikanische Vize-Präsident Dick Cheney
in Georgien mit den "Kreuzzugsfahnen" bejubeln lassen und - wie
nicht anders zu erwarten - einen schnellen NATO-Eintritt Georgiens
verkündet. Dabei lobte er den kriegerischen georgischen Präsidenten
als "prinzipienfesten Politiker" und überbrachte eine Milliarden-Spende
(Netzeitung, 5.9.2008). Außerdem steuerten verstärkt
NATO-Kriegsschiffe in das Schwarze Meer. Darunter das große US-Kriegsschiff
"Mount Whitney", das mit angeblich nur "humanitären" Gütern in den
georgischen Hafen Poti einlief. Russischen Posten in der Stadt wurde das
Prüfen der Ladung verweigert. Russland wirft den USA in diesem Zusammenhang
eine Verschärfung des Konflikts vor
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576613,00.html).
Siehe dazu unten auch die Meldungen über den Krieg am
Kaukasus bzw. über die georgische Nationalfahne.
Aktualisierung (17.8./29.8.2008):
"Bundeskanzlerin Angela Merkel
kämpft für Nato-Beitritt Georgiens"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572610,00.html
Das würde ganz einfach bedeuten: Wenn Georgien, durch die
NATO-Mitgliedschaft gestärkt, seine Armee demnächst wieder nach
Süd-Ossetien marschieren lassen würde und die dort stationierten russischen
Soldaten angreifen würde und diese sich wehren, dann steht auch Deutschland Seite
an Seite mit dem Saakaschwili-Regime Georgiens gegen Russland im Krieg.
Die in Deutschland in vielen Jahrzehnten gereifte Friedenspolitik wird so
einfach über Bord geworfen, und das
Schicksal des westlichen Abendlandes wird von Kanzlerin Merkel (die aus
ihrer DDR-Zeit ein Problem mit den Russen haben soll)
mehr oder weniger in die Hände des kriegerischen georgischen Präsidenten
Michail Saakaschwili gelegt anstatt Schaden von der deutschen
Bevölkerung abzuwenden. Mittlerweile hat der russische Präsident Putin den Westen auch gemahnt, "Menschen wie Saakaschwili dürften seiner
Meinung nach keinen Staat führen" (Bild, 29.8.2008). Was aber
zeichnet sich ab? Sobald nämlich Saakaschwili seine von
Angela Merkel "erkämpfte" NATO-Mitgliedschaft in der Tasche hat, würde
Georgien dann nicht im Zeichen der Kreuzzugs-Fahne (siehe
unten) seiner Truppen wieder "mobil" machen (dann zum vierten Mal nach 1992, 2004 und
2008)?
PS: Wie wäre es gleich mit der Bundeswehr zur "Grenzsicherung" Georgiens und
mit amerikanischen Atomwaffen im Schwarzen Meer zur Sicherung der "territorialen
Integrität" Georgiens? Mittlerweile kann man offenbar alles einmotten, was
man in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945 zum Thema "Friedenssicherung" und
"Nie wieder Krieg" gelernt hat. Und
mit Christus hat das heutige Zündeln der Politiker sowieso nicht das Geringste zu tun,
obwohl sie sich auf allen Seiten "christlich" nennen. Jesus,
der Christus, war Pazifist. Und er lehrte z. B. auch, zuerst den Balken im eigenen
Auge zu entfernen ...
"Georgier kämpften mit deutschen Sturmgewehren"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572615,00.html
"Das doppelte Leid der Leila Djojewa"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572570,00.html
Der Countdown scheint zu laufen.
Siehe dazu die Meldungen vom 13.8.2008 sowie vom
12.8.2008.
Für Regierung Saakaschwili, gegen Russland: CSU-Chef Erwin "Huber
macht mobil"
http://www.stern.de/politik/ausland/:Krieg-Georgien-Huber-/635238.html
Was Erwin Huber u. a. sagte: "Die strategische Partnerschaft zwischen
Deutschland und Russland muss gründlich überprüft werden" Und: "Europa kann
das nicht tatenlos hinnehmen."
Wenn Russland
Regime-Kritiker einsperrt und diese offenbar keine fairen Prozesse bekommen,
wird das jedoch meist tatenlos hingenommen (aktuell z. B.
http://www.stern.de/politik/ausland/:Michail-Chodorkowski-Keine-Chance-Ex-Oligarchen/635792.html).
Auch hier zweierlei Maß (vgl. oben).
Mittlerweile melden sich auch besorgte deutsche Militärs zu Wort, die
dem halsbrecherischen "Crash-Kurs" der Politiker nicht einfach nur zuschauen. So z. B. Bundeswehr Vize-Admiral a. D.
Ulrich Weisser: "´Die USA, Großbritannien, Polen und die Balten
haben das Bündnis auf einen gefährlichen Kurs gebracht, der für Europa
nichts Gutes verheißt`, schreibt Weisser [im Kölner Stadtanzeiger].
Zentralasien habe alle Ingredienzien für Krisen und Konflikte: immense
Energievorräte, ethnische Gegensätze, korrupte Regimes, islamische
Fundamentalisten und ölbestimmte Gegensätze der Weltmächte. Wer die Lunte an
dieses Pulverfass lege, könne nur verlieren. Deshalb sei es im deutschen
Interesse, einen anderen Kurs zu steuern, appellierte der Ex-Admiral. Dabei
sollte die Bundesregierung durchaus in Kauf nehmen, im Gegensatz zur
Bush-Administration und zu einigen Nachbarn im Osten zu stehen" (Focus
online, 22.8.2008).
Wenn nicht, würden sich die Gegensätze und Aggressionen weiter hoch
schaukeln und früher oder später entladen - im noch krasseren Gegensatz zu
Jesus von Nazareth, der den Weg zum Frieden vorlebte, z. B. indem man sein
Wort befolgt: "Tut Gutes denen, die euch hassen". Angewandt auf die Politik,
könnte diese einfache Regel ganz praktische Wunder bewirken.
Mehr über die Stellungnahme des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder
lesen Sie unter
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,575701,00.html
13.8.2008 -
Skandal-Taufe: Verwaltungsgericht kapituliert vor dem
Kirchenrecht - Taufskandal in Bünde/Ostwestfalen: Obwohl der Vater
gemeinsam mit der von ihm getrennt lebenden Mutter seiner beiden Kinder das
Sorgerecht für die Kinder ausübt, erschlich sich die Mutter entgegen dem
Willen des Vaters die evangelisch-lutherische Taufe der beiden Kinder. Auch
die beiden Kinder im Vorschulalter wurden aufgrund der Geheimhaltung nicht
auf ihre Taufe vorbereitet. Der Vater zog deshalb vor das
Verwaltungsgericht. "Da seine Frau nicht das alleinige Sorgerecht habe und
die Taufvorbereitung nicht ordnungsgemäß erfolgt sei, seien die Taufen
ungültig", so die einleuchtende Position des Vaters (idea-spektrum Nr.
33/2008). Doch das Gericht wies die Klage ab. Die Taufe könne nach
kirchlichem Recht nicht rückgängig gemacht werden und außerdem sei das
Gericht nicht zuständig. Obwohl von der Mutter eindeutig gegen das
staatliche Sorgerecht verstoßen wurde.
Wer sei also dann zuständig? Die Kirche? Nach kirchlicher Lehre bleiben die
beiden Kinder für immer Glieder der Kirche, auch wenn sie später austreten
(mehr dazu siehe hier).
Außerdem wurden sie bei der Taufe automatisch Kirchenmitglieder, was auch
ihre spätere Kirchensteuerpflicht begründet, die wiederum der Staat
einzieht. Zwar sagte der zuständige evangelische Superintendent, die Taufe
sei ein Fehler gewesen, doch bei ihrem Tauf-Sakrament kennt die Kirche keine
Gnade: Es kann aus ihrer Sicht niemals rückgängig gemacht werden. Und es
wird dadurch der Anspruch der Kirche begründet, den Getauften für "ewig" als
Mitglied betrachten zu können.
Deshalb: Kinder gar nicht erst taufen
lassen. Es nützt nichts und schadet, weil es dem Kind die Freiheit nimmt,
seinen Glauben später eigenverantwortlich zu wählen (mehr dazu siehe auch
hier
sowie weitere Hintergründe
hier). Zudem wird es bei einer späteren eigenverantwortlichen Wahl
von der Kirche mit einer angeblichen "ewigen Verdammnis" eingeschüchtert,
falls es die Wahl seiner Eltern korrigieren möchte. Auch hat Jesus niemals Kinder getauft.
Und weiterhin ist es eine
ungeheure Anmaßung der Kirche, wenn sie behauptet, dass "Gott" bei einer kirchlichen
Taufe der eigentlich Handelnde sei (was zudem Unsinn ist). Hier kann man
auch fragen: Welcher "Gott"?
Hier könnten die staatlichen Gerichte insgesamt ohne weiteres einen
Riegel vorschieben, wenn sie wollten: Wenn nämlich kirchliches Recht
dem staatlichen widerspricht (in diesem Fall den eindeutigen Bestimmungen
des Sorgerechts), kann es im Konfliktfall aus staatlicher Sicht als nichtig
erklärt werden. Aus staatlicher Sicht wären die beiden Getauften demnach
weiterhin als "konfessionslos" zu behandeln. Zumindest solange, wie die
beiden nicht "religionsmündig" sind. Dann, ab Vollendung des 14.
Lebensjahres, könnten sie z. B. selbst entscheiden, ob sie ihrer von ihrer
Mutter erschlichenen Taufe und deren kirchenrechtlichen und staatlichen
Konsequenzen nachträglich zustimmen oder ob sie diese endgültig annullieren.
Zudem müsste das Kirchenrecht einmal dringend auf seine Verfassungsgemäßheit
überprüft werden.
Der folgenschwerste bekannt gewordene Fall einer Skandal-Taufe ereignete
sich im 19. Jahrhundert in der Stadt Bologna in Italien, die damals vom Vatikan
aus mitregiert wurde. Das römisch-katholische Kindermädchen, das bei
jüdischen Eltern angestellt war, führte aus dem Affekt heraus eine
römisch-katholische Nottaufe an dem siebenjährigen jüdischen Kind durch,
weil sie Angst hatte, das Kind sei krankheitsbedingt in Todesgefahr. Die
Eltern hatten von nun an keine Chance mehr. Ihr Sohn Edgardo war jetzt
zunächst "für immer" Katholik. Und schlimmer noch: Weil die jüdischen Eltern
ihr jetzt katholisches Kind natürlich nicht katholisch erziehen wollten,
wurde ihnen der Junge von staatlicher Stelle mit Gewalt weg genommen - ein
an Grausamkeit kaum mehr zu überbietendes staatliches Verbrechen der
katholischen Bürokratie. Der Papst selbst (der später "selig" gesprochene
Pius IX.) kümmerte sich von nun an darum, dass aus dem kleinen Juden ein römisch-katholischer Priester wurde.
Er durfte seine Eltern nicht mehr sehen. Mehr dazu siehe
hier.
13.8. / 25.8.2008 -
Neue Kriegsgelüste: Georgischer Präsident trennt Russland von
Europa ab: "Grenze zwischen Gut und Böse" / Zieht Regierung
in Georgien den ganzen Westen in Krieg hinein? -
Der georgische Präsident und Freund von US-Präsident
George W. Bush, Michail Saakaschwili, lässt sich vor 50.000 Landsleuten in
Tiflis feiern. Dabei schwenken sie die alte mittelalterliche Kreuzzugsfahne, die seit 2004
fast identisch auch Nationalfahne Georgiens wurde (siehe unten).
Unter dieser Flagge und mit dem Ruf "Deus vult" (= "Gott will es") (und auch
mit dem angeblichen Schutz des Kirchenheiligen Georg) zogen früher die
Kreuzfahrer in grausame Kriege. Und der kriegerische Präsident Saakaschwili
spricht heute offen aus, was viele politische Analytiker ohnehin befürchteten: Sein Land sei ein
"Vorposten im Kampf gegen Russland". Georgien sei die "Grenze
zwischen Gut und Böse". Und: "Heute stehen wir an vorderster Front
zwischen Europa und Russland" (Spiegel online, 13.8.2008). Und
weiter:
"Wir werden siegen."
Hier wird Europa zunächst zweigeteilt in den "bösen" europäischen Teil Russlands und
den "guten" Rest Europas, und es wird eine neue dummdreiste, erschreckende und gespenstische
Kriegsfront in Europa eröffnet. Und die anderen westlichen Politiker lassen
sich solche Reden nicht nur gefallen. Sie unterstützen diese Demagogie auch
noch, wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Die Regierung Georgiens hatte in der Nacht
vom 7. auf den 8.8.2008 parallel zur Eröffnung der Olympischen Spiele in
Peking den Krieg
mit dem Angriff auf die südossetische Hauptstadt Zchinwali und weitere
Städte und Dörfer begonnen, nachdem zuvor Georgier offenbar von Osseten
angegriffen worden seien. Dabei wurden die Menschen in Zchinwali
vielfach im Schlaf von der georgischen Armee "totgebombt" (siehe
dazu z. B. den Bericht in
http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/08/23/georgien/bild-mit-russlands-star-dirigent-gergiev-in-ossetien.html
und
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,574263,00.html).
Und dabei wurden offenbar gleich zu Beginn auch Soldaten der
russischen Friedenstruppe, die an der Grenze stationiert waren, getötet.
Und zu
diesem Anlass hatte der georgische Staatschef
sogar dreist vor einer Fahne der Europäischen Union gesprochen (siehe
unten). Und ein georgischer Minister prahlte sogar
damit, dass die Georgier sogar eine ganze russische Division ausgelöscht hätten
(siehe hier).
Wie hätten die USA wohl in einer
vergleichbaren Situation reagiert? (Zur Erinnerung: Auf den Anschlag auf das World Trade Center am 11.9.2001,
dessen Umstände bis heute umstritten sind, folgte der
Angriff auf Afghanistan, der Sturz der dortigen Taliban-Regierung und der
Beginn des seither anhaltenden "Krieges gegen den Terror".)
Rolf Hochhuth: "Nato im Osten - das gibt Krieg"
Dann schlug das russische Militär zurück und beendete den Krieg nach wenigen
Tagen. Jetzt lässt sich die georgische Regierung nach der militärischen Niederlage feiern
und gießt gleichzeitig neues Öl in das Kriegsfeuer, während man in Russland
einen Tag der Staatstrauer angeordnet hat. Und auch Regierungsvertreter von Polen
(die sich in der EU zuletzt mehrfach quer stellten) und der
Ukraine feierten jetzt mit, während man in den USA Sanktionen gegen Russland
diskutiert. Die USA hatten zuvor eigens georgische Soldaten aus dem Irak
ausgeflogen, damit diese am Kaukasus gegen Russland kämpfen können. Doch
Georgien hatte noch weit mehr militärische Hilfe von den USA erwartet. Noch 2005 wurde George W. Bush in
Tiflis von 150.000 begeisterten Georgiern mit "Bushi! Bushi!"-Rufen
und unter dem Wehen zahlloser "Kreuzzugsfahnen" (siehe
dazu unten) frenetisch gefeiert wie sonst
nirgends in der Welt, und George W. Bush kündigte damals im Bad der
begeisterten Menge den "Beistand" der USA für Georgien im Pulverfass Kaukasus an.
Und durch sein von den USA massiv unterstütztes Drängen nach EU- und
NATO-Mitgliedschaft versucht Georgien nun, den ganzen Westen in seine
Bekämpfung Russlands hinein zu ziehen. Bzw. es ist auch umgekehrt:
Teile des Westens versuchen, Georgien für eigene militärstrategische
Absichten zu benutzen
(vgl. dazu Rolf
Hochhuth, "NATO im Osten? Das gibt Krieg" in Die Zeit Nr. 23/1998;
http://www.zeit.de/1998/23/199823.t_nato.xml;
vgl. auch
http://www.das-weisse-pferd.com/98_13/nato.html). Und was tun die
westeuropäischen Politiker, wenn ihnen ein faires Miteinander am Herzen liegt,
das letztlich auch zum Wohl der Bevölkerungen führen würde?
Abchasien und Süd-Ossetien traten nie dem Staat Georgien bei
Die
Unabhängigkeitserklärungen der Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien von Georgien
(erstmals 1990 in Südossetien und 1992 in Abchasien) werden von
Georgien genauso abgelehnt (und damals schon jeweils mit Krieg beantwortet)
wie die nachfolgenden Volksbegehren 1992 und 2006. So wollten 1992 z. B.
über 90 % der Bevölkerung Süd-Ossetiens schließlich den Anschluss an Russland und dort
die Vereinigung mit Nord-Ossetien, doch Georgien reagierte auch darauf
wieder mit Krieg. Es gab schon Anfang der 90er-Jahre Tausende von Toten und
z. B. ca. 200.000 Georgier, die nach dem Angriff Georgiens auf Abchasien aus
Abchasien in Richtung georgisches Kernland fliehen mussten. Umgekehrt waren
es in Süd-Ossetien vor allem ca. 100.000 Osseten, die vor der georgischen
Armee nach Russland flohen, während ca. 20.000 Georgier von Ossetien Richtung Georgien
flohen. Die Provinzen wurden unter dem Georgier Josef Stalin einst verwaltungsmäßig
als autonome (!) Regionen der Sozialistischen Sowjetrepublik Georgien zugeschlagen, was der
US-Präsident heute "territoriale Integrität" Georgiens nennt.
Dabei
waren Süd-Ossetien und Abchasien nie Teil Georgiens. Spiegel online
schreibt am 26.8.2008: "Denn als sich die Sowjetunion auflöste,
entstanden auf dem Gebiet der früheren georgischen Sowjetrepublik faktisch
drei Staaten: Die Republiken Südossetien und Abchasien und das neue
Georgien, dem es gelang, in den von Stalin gezogenen Grenzen der
Sowjetrepublik Mitglied der Vereinten Nationen zu werden." Dadurch trennt
seit 1992 "eine Staatsgrenze [Nord- und Süd-Ossetien und damit] Brüder,
Schwestern, Eltern und Kinder". Doch faktisch sind weder
Abchasien noch Süd-Ossetien Georgien jemals beigetreten. Das wird jedoch von
der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und anderen westlichen Länder
jedoch nicht respektiert und sogar zum Anlass genommen, einen neues
furchtbares Weltkriegs-Szenario in Europa aufzubauen.
Allgemein gesprochen steckt hinter den Grenzkonflikten das "satanische"
geistige Prinzip "Trenne, binde und herrsche". Positiv wäre
demgegenüber ein "Verbinde und sei" und eine Diplomatie, die sich an dem
freien Willen der dort lebenden Menschen orientiert und an der Goldenen
Regel des Jesus von Nazareth in der Bergpredigt: "Alles, was ihr
wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch" bzw. "Was du
nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem anderen zu." Doch
der "scheinchristliche" Westen hat damit nichts mehr im Sinn. Und mit den
"Scheinchristlichen" auf der anderen Seite sieht es wohl nicht viel besser
aus.
Nach dem ersten von Georgien 1992 begonnenen Krieg folgte im
selben Jahr allerdings zunächst ein Waffenstillstand, und Spiegel online
schreibt darüber am 26.8.2008 weiter. Er "brachte auf georgischen und ossetischen
Wunsch russische Friedenstruppen ins Land. Die Waffenruhe hielt rund zwölf
Jahre, bis Micheil Saakaschwili kam. Kaum war der Mann im Januar 2004 mit
verdächtigen 96 Prozent und dem Wohlwollen Washingtons gewählt, folgten
hitzigen Reden gegen ´kriminelle Separatisten` bald scharfe Schüsse. Ein
erster Sturmangriff georgischer Truppen auf Südossetien scheiterte im August
2004 am ossetischen Widerstand und auch daran, dass die USA, anders als
jetzt, den Hasardeur Saakaschwili stoppten"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,574263,00.html).
Die aktuelle Entwicklung ist bekannt, wozu auch die Unterstützung
des Saakaschwili-Regimes durch Bundeskanzlerin Merkel und der CDU/CSU/SPD-Bundesregierung
gehört.
PS: Im georgischen Gori, der Geburtsstadt Stalins,
wird der Diktator und "Menschenschlächter" heute immer noch mit einer Säule
in der Stadtmitte geehrte. Die Abchasen und Osseten wollen jedoch nicht mehr von Georgien
bekriegt und gefangen gehalten werden, und die jeweiligen Regierungen wollen mit der
georgischen Regierung nicht einmal mehr reden. Der Westen will sie jedoch
dazu zwingen und misst dabei wie nahezu immer mit zweierlei Maß.
Zum Vergleich: Eine "territoriale
Integrität" Serbiens interessiert die USA-Regierung und auch die übrigen
westlichen Länder nicht. Dort sind die West-Interessen, den Serben die
völkerrechtlich zu Serbien gehörende Provinz Kosovo einfach wegzunehmen. Vom
"Völkerrecht" wird also nur dann scheinheilig gesprochen, wenn es den
eigenen Macht-Interessen dient. Ansonsten setzt sich der Westen
selbstherrlich über das Völkerrecht hinweg, und UNO-Beschlüsse werden dann
einfach ignoriert. So argumentiert man in Sachen Kosovo mit einer gewissen Logik mit dem Willen
der Bevölkerungsmehrheit in der Provinz. Doch das ist genauso scheinheilig,
denn in Süd-Ossetien und Abchasien gilt dieser Wille nämlich nichts. Mit "Freiheit", von der
vor allem die US-Regierungen immer so
heuchlerisch reden, hat das also auch nichts zu tun, nur mit knallharter
Machtpolitik. Und die Politiker, für die ethische Werte auf diese Weise nur
Mittel zur Macht und zum Zweck sind, sollten dann zumindest aufhören, sich Christen zu
nennen.
Denn Christus würde niemals irgendwelche machtpolitischen Interessen mit
Scheinheiligkeit, Gewaltandrohung oder gar Krieg durchsetzen.
Kirche
In Georgien hat die Georgische Orthodoxe Apostelkirche ein
entscheidendes Gewicht.
Andere religiöse Gemeinschaften werden vom georgischen Staat stark benachteiligt oder
gar verfolgt. In den 90er-Jahren wurden z. B. Kirchenbauten religiöser
Minderheiten enteignet und der Georgisch Orthodoxen Apostelkirche übergeben
(vgl. dazu, wie einst Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert die Häuser von
Urchristen und anderen religiösen Minderheiten enteignete und der
römisch-katholischen Kirche übergab).
Und es gibt natürlich vor allem noch
die zweitgrößte
Öl-Pipeline der Welt in Georgien, die aus Aserbaidschan kommt und auf
Drängen der USA im Jahr 2003 an Russland vorbei gebaut wurde, von der der Westen
stark profitiert und neben der
jetzt auch die "Kreuzzugsfahne" weht ...
Die Provokationen nach dem Krieg
Aktualisierung:
Derweil provoziert der georgische Präsident Michail Saakaschwili (oder
Micheil Saakaschwili) ("Georgien
ist die Grenze zwischen Gut und Böse"), gedeckt von seinem Freund,
US-Präsident George W. Bush, die russische Regierung nahezu täglich mit
neuen demagogischen Reden, womit er auch seine Bevölkerung weiter
aufzuwiegeln versucht. "Sie bringen uns doch sowieso um", so der georgische
Präsident über Russland (Focus online, 14.8.2008). Und George W. Bush
versichert seinem Freund und der Weltöffentlichkeit: "Die Vereinigten
Staaten stehen an der Seite der demokratisch gewählten Regierung Georgiens".
Diese hat bekanntlich zeitgleich mit der Eröffnung der Olympischen Spiele am 7.8.2008 den Krieg begonnen und dabei offenbar auch
Soldaten der russischen Friedenstruppe an der Grenze getötet (PS:
Wie hätten die USA wohl reagiert, wenn in einer vergleichbaren Situation
amerikanische Soldaten getötet worden wären?). Dabei hätte sie ihren Angaben
zufolge "nur" auf Schüsse von Osseten auf Georgier "reagiert". Weiter fügte George W. Bush noch hinzu, er wolle "die freie Welt hinter sich
versammeln" und hinter Georgien (stern.de, 14.8.2008). Apropos
angeblich "freie Welt": In Georgien sind z. B. alle russischen Internetseiten gesperrt, um
der Bevölkerung die dort veröffentlichten Informationen vorzuenthalten
(Spiegel online, 14.8.2008).
Seite an Seite mit der grimmig drein schauenden US-Außenministerin
Condoleeza Rice warf Michail Saakaschwili schließlich den westeuropäischen
Ländern "Ignoranz" vor und gab ihnen eine Mitschuld am Krieg, weil
sie Georgien nicht in die NATO aufgenommen haben (dann hätte er die
Südosseten und Abchasier nämlich gegen deren ausdrücklichen Willen
militärisch wieder einverleiben bzw. "platt" machen können, und Deutschland
hätte gegen Russland in den Krieg ziehen müssen, wenn Russland den beiden
Provinzen und ihren Bürgern mit überwiegend russischen Pässen beigestanden hätte
oder die dort bis dahin stationierten russischen Friedenstruppen sich gewehrt
hätten). Zudem erteilte der georgische Präsident den westeuropäischen
Politikern und ihren Bürgern eine demagogische ethische
Nachhilfestunde: "Wir schauen dem Bösen direkt ins Gesicht" (Spiegel
online, 16.8.2008).
Michail Saakaschwili durfte in den USA studieren und seinen Doktorhut erwerben
Solche Worte sind keine Überraschung, wenn man weiß, dass Michail
Saakaschwili mit Stipendium in den USA studiert hat und an der George
Washington University in Washington D.C., also in unmittelbarer Nähe des
Weißen Hauses, seinen juristischen Doktorhut erworben hat. Sein Berater
ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler. Und seine beiden Brüder leben
heute noch als Filmproduzenten in den USA.
Den Angaben seines ehemaligen Verteidigungsministers zufolge habe ihn
Saakaschwili 2005 mit der Liquidierung eines georgisch-russischen
Geschäftsmannes beauftragt. Im selben Jahr wurde er von der US-Senatorin
Hillary Clinton (siehe hier) für den
Friedensnobelpreis vorgeschlagen, vermutlich wegen seines radikalen
politischen Kurses im Einklang mit den Führern der USA.
"Autoritäres" Regime schickt Soldaten in den Irak
Im November 2007 kam es in Tiflis zu Massenprotesten gegen Saakaschwili, die er mit Gewalt zerschlug. Vermutlich dank Wahlfälschungen wurde er kurz darauf jedoch wieder zum Präsidenten gewählt (http://de.wikipedia.org/wiki/Micheil_Saakaschwili). So sieht es auch der ehemalige georgische Minister im Kabinett Saakaschwili, Georgij Chaindrawa. Er bezeichnet das Saakaschwili-Regime mittlerweile als "kriminell": "Saakaschwili ... verkörpert ein autoritäres Regime, ähnlich wie Putin, das die Bürgerrechte missachtet und die Medienfreiheit unterdrückt, etwa durch den Einsatz staatlicher Schlägertrupps gegen den unabhängigen TV-Sender Imedi im November. Saakaschwili ist kein Demokrat. Der Mann hat im November den Ausnahmezustand gegen oppositionelle Massendemonstrationen verhängt und danach die Präsidentenwahlen und die Parlamentswahlen gefälscht." Chaindrawa wurde 2006 von dem USA-Spezi Saakaschwili wegen dessen Kritik an den georgischen Kriegsvorbereitungen entlassen. Michail Saakaschwili hat laut seinem Ex-Minister zudem "psychische Probleme, er überschätzt sich maßlos" (Spiegel online, 16.8.2008). Doch George W. Bush, Condoleeza Rice, ihre "freie Welt" und ihre "Koalition der Willigen" (mit den polnischen Zwillingen) stehen fest zu ihm und seiner Kriegspolitik, und im US-Sender CNN ist er eine Art "Superstar". Dafür lässt er sein Militär auch im Irak kämpfen. "Bezogen auf die Einwohnerzahl Georgiens" sind die 2.000 Georgier im Irak "das größte Kontingent aller an der Operation im Irak beteiligten Staaten", schreibt georgien-nachrichten.de am 16.1.2008. Nominell sind die Georgier nach den US-Amerikanern und Briten die drittstärkste Truppe im Irak. Und dass die Georgier dabei unter ihrer neuen Staatsflagge, welche der alten kirchlichen Kreuzzugsfahne entspricht (siehe hier) im überwiegend islamischen Irak operieren, ist weiterer Zündstoff.
Die Bevölkerung im Kriegsgebiet
Zur Lage der Bevölkerung schreibt stern.de am 14.8.2008: "Das
Rote Kreuz beklagte verheerende Zustände im Krisengebiet. In weiten Teilen
Südossetiens sei die Infrastruktur zerstört."
Der russische Botschafter erklärt, "die georgischen Truppen ´hätten Frauen
und Kinder ermordet, Kirchen voller Flüchtlinge angezündet und ganze Dörfer
niedergewalzt`" (Spiegel online, 15.8.2008; siehe dazu auch ein
Interview bei
http://www.youtube.com/watch?v=H8XI2Chc6uQ). Allerdings sind solche
Aussagen im einzelnen immer schwer nachzuprüfen. Umgekehrt behauptet
Georgien, Osseten hätten zuvor auf Georgier geschossen. Zudem macht Georgien Russland für
das "Plündern, Vergewaltigen und Töten" durch "irreguläre Truppen"
verantwortlich, was von Russland bestritten wird. Sicher ist: US-amerikanische Transportmaschinen landen derweil
in Tiflis. "Russland habe Bedenken, welche Art von Fracht nach
Georgien gebracht werde, sagte Vize-Generalstabschef Nogowizyn". So
schreibt
dazu Focus online (14.8.2008).
Neben Hilfsgütern auch neue Waffen? Ist ein weit größerer Krieg bereits in
Vorbereitung? Siehe dazu oben.
Der Präsident Süd-Ossetiens, Eduard Kokojty, hat Russland nun um ständige
Militärpräsenz gebeten. 90 % der Bevölkerung besitzen einen russischen Pass.
Das Land wird aber entgegen dem Willen der Bevölkerung völkerrechtlich als Teil Georgiens
betrachtet. Es wurde nämlich unter dem Georgier Josef Stalin einst der Georgischen
Sowjetrepublik zugeordnet. Auf der Internetseite des Österreichischen
Rundfunks heißt es: "Kokojty schloss den Einsatz von
internationalen Beobachtern zur Überwachung des zwischen Russland und
Georgien vereinbarten Waffenstillstands aus. ´Wir haben kein Vertrauen in
diese internationalen Beobachter, diese Leute verdrehen die Wahrheit`"
(http://www.orf.at/080818-28530/index.html).
Wie könnte sich das zerstörte Klima zwischen den Völkern und
Politikern allmählich wandeln, wenn man damit beginnen würde, zuerst den
Balken im eigenen Auge zu finden bevor man wegen des Splitters im Auge des
Nächsten gegen ihn in den Krieg zieht. Das wäre die gelebte Bergpredigt
und die so genannten "Christlichen" hätten hier eigentlich Vorbild sein
sollen, gleich auf welcher Seite sie stehen.
12.8. /
17.9.2008 -
Georgien: Nationalflagge entspricht der Kreuzfahrerfahne von 1099
- Ein interessantes Detail zum Krieg auf
dem Kaukasus: Der jetzige georgische Regierung unter Präsident Michail Saakaschwili und
das Parlament entschieden sich am 14.1.2004 für eine neue Staatsflagge. Es
ist die alte mittelalterliche Kreuzzugsfahne (siehe z. B.
http://www.dgz-gelsenkirchen.de/Aktuelles/Fahne/fahne.html),
bekannt geworden vor allem im 1. Kreuzzug. Die abendländischen
katholischen Kreuzfahrer unter Gottfried von Boullion richteten im Zeichen dieser Fahne
im Jahr 1099 z. B. ein grässliches Blutbad unter den Moslems in Jerusalem
an. Man nennt die Fahne im Zusammenhang ihrer Verwendung durch die
Kreuzfahrer deshalb auch "Jerusalemkreuz" (ein großes Kreuz in der
Mitte und vier kleine an den Seiten, angeblich ein Symbol für die fünf
Wunden von Jesus). Siehe dazu
http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html.
Verständlich,
dass der frühere georgische Präsident Eduard Schewardnadse die Einführung
dieser Flagge einst ablehnte - er fürchtete eine negative Reaktionen der
nichtkirchlichen Bevölkerung Georgiens. Die georgische Nationalfahne ist
auch farblich nahezu identisch mit dem Kreuz des Ritterordens vom Heiligen
Grab zu Jerusalem (http://wapedia.mobi/de/Jerusalemkreuz).
Doch es ist nicht die einzige "Fahnenpolitik" der georgischen Regierung. In
seiner Fernsehansprache zur Rechtfertigung des Angriffs Georgiens auf
Süd-Ossetien (in der Nacht zum 7.8.2008)
saß Präsident Michail Saakaschwili sowohl vor einer georgischen Fahne
als auch vor einer Fahne der Europäischen Gemeinschaft, obwohl Georgien gar kein Mitglied der EU ist. Von einem
Protest der EU ist jedoch nichts bekannt geworden. Und: Merken die westeuropäischen Politiker eigentlich nichts? Oder
ziehen sie mit? Und bei einem ARD-Tagesthemen-Interview am 16.9.2008
baute Saakaschwili dann gleich fünf Fahnen (!) hinter sich auf: Drei
georgische "Kreuzzugsfahnen" und zwei Fahnen der Europäischen
Union jeweils zwischen den georgischen Fahnen.
Interessant auch, dass das israelische Militär die georgischen Truppen
offenbar in nicht unwesentlichem Umfang trainiert - neben Militärberatern
aus den USA in Georgien. So verkündete der georgische Minister Temur
Yakobashvili stolz, dass im Zusammenhang dieser Ausbildung ("due to
this training") "eine kleine Gruppe georgischer Soldaten in
der Lage war, eine ganze russische Militär-Division auszulöschen" ("wipe
out") (http://www.haaretz.com/hasen/spages/1010187.html).
Und während in der georgischen Hauptstadt Tiflis bei einer Kundgebung am
12.8.2008 die Fahnen zu Hunderten geschwenkt wurden (ein gespenstisches
Szenario, da es eben die alte Kreuzzugs-Fahne ist), hat die Regierung Georgiens
die NATO zur militärischen Hilfe bzw. zum militärischen Wiederaufbau
aufgefordert. Hier wird mit dem Schicksal von Millionen Menschen gezündelt.
Und mit dem gekreuzigten Christus haben die Kreuze auf der georgischen Fahne
in Wirklichkeit nicht das Geringste zu tun, es sei denn, man deutet sie als
erneute Verhöhnung und Kreuzigung des Mannes aus Nazareth.
PS: Besonders prekär ist auch, dass die Georgier mit ihrer "Kreuzzugs"-Fahne
neben den Amerikanern und den Briten des drittgrößten Soldaten-Kontingent im
Irak stellen.
5.8. / 12.8. / 22.8.2008 /
20.1.2009 - Erzbistum Bamberg:
"Doktorspiele mit dem Trend zum Unterleib" - Domkapitular zurückgetreten
/ Zwei spätere Selbstmorde wg. Missbrauchs? / Weiterer Angestellter wegen sexueller Vergehen entlassen
/ Kirche sollte Verjährungsfristen nicht in Anspruch nehmen
- Ein Jahr nach seiner 1000-Jahr-Feier (siehe dazu
"Der Theologe Nr. 29" - 1000 Jahre Erzbistum
Bamberg: Kein Grund zum Feiern) wird das Bistum Bamberg erneut
erschüttert (zu Verbrechen, Gräueln und Vergehen der Vergangenheit siehe
hier). Der bekannte
Personalchef des Erzbistums, Domkapitular Otto Münkemer (Besoldungsgruppe A
16), wird dabei beschuldigt,
in seiner Zeit als Direktor des erzbischöflichen Knabenseminars Ottonianum
von 1976-1991 "Schutzbefohlene" sexuell missbraucht zu haben. Er trat
nach Bekanntwerden der Anschuldigungen zurück. Münkemer "gehörte zum engsten
Beraterkreis des Erzbischofs und genoss bis zum Herbst letzten Jahres dessen
uneingeschränktes Vertrauen" (Abendzeitung Nürnberg, 31.7.2008).
Innerhalb der Kirche sind die Vorwürfe "bereits seit mehr als einem halben
Jahr bekannt, wurden jedoch diskret unter dem Tisch gehalten".
Stattdessen ließ man zu, dass sich Münkemer weiterhin mit Kindern
vertraut machte. So heißt es z. B.: "Im Anschluss an den Gottesdienst
lud Stadtpfarrer Simon die [100] Firmlinge (Kinder im Alter von ca. 12-13
Jahren) in den Pfarrsaal ein, wo sie Herrn Domkapitular Münkemer näher
kennenlernen konnten." Dabei stellten die Kinder u. a. auch Fragen zu
"seinem eigenen Beichtverhalten" und "sie erfuhren auch vieles aus seinem
privaten familiären Umfeld"
(http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/bistum/pfarreien/dekanate/bayreuth/
mariae_himmelfahrt_hollfeld/wir_ueber_uns/archiv_2008/Treffen_mit_Otto_Muenkemer.html)
Der
römisch-katholische Domkapitular wird vom Staat bezahlt.* Mehr dazu in der Artikelserie in den Nürnberger
Nachrichten:
Siehe z. B.
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=858498&kat=27&man=3
Dies ist jedoch derzeit nicht der einzige Skandal im Erzbistum: Ein
Angestellter hatte sich zuletzt an mehreren Frauen sexuell vergangen. Die
Staatsanwaltschaft ermittelt noch, der Angestellte hat einen
Auflösungsvertrag erhalten (Nürnberger Nachrichten, 7.8.2008).
Aktualisierung - 12.8.2008: Hierzu schreiben die Nürnberger
Nachrichten am 12.8.2008: "Angeblich soll ein ehemaliger Schüler
des Knabengymnasiums 1990 und damit vier Jahre nach seinem Abitur am
Ottonianum Suizid begangen haben, weil er in seiner Schulzeit von dem
Geistlichen missbraucht wurde. ´Natürlich prüfen wir das nach`, so
[Oberstaatsanwalt] Düsel. In den Akten habe sich aber kein Hinweis auf einen
Zusammenhang zwischen dem Internatsbesuch und dem Selbstmord finden lassen.
Ebenso schwierig dürften sich die Ermittlungen im zweiten Fall gestalten.
Nach Informationen der Redaktion hat sich 1991 ein ehemaliger Schüler des
Bamberger Franz-Ludwig-Gymnasiums das Leben genommen, an dem Münkemer
Religionsunterricht gehalten haben soll. Laut einer ehemaligen
Grundschullehrerin des Schülers, die auch während dessen Gymnasialzeit
Kontakt zu ihm und seiner Familie gehabt haben will, habe sich der
Betroffene ab einem gewissen Zeitpunkt ´von einem Tag auf den anderen`
abgeschottet und schließlich nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen
tatsächlich umgebracht. Für die ehemalige Lehrerin besteht ein
eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Freitod und dem Kontakt des Schülers
mit dem Geistlichen. Nach eigenen Angaben wurde sie in dieser Sache auch
bereits von Ermittlungsbeamten vernommen." Weiterhin wird derzeit geprüft,
ob der Domkapitular aus Kirchengeldern 10.000 Euro an die Eltern eines
weiteres Missbrauchsopfers gezahlt habe.
Aktualisierung - 20.1.2009: Die Staatsanwaltschaft Bamberg
stellte das Ermittlungsverfahren gegen den Domkapitular am 19.1.2009 wegen
"Verjährung" der Taten ein. Ist ein solcher Umgang mit den Taten vertretbar?
Im Zusammenhang eines anderen Verfahrens forderte ein deutscher Anwalt in
einem Brief an Papst Benedikt XVI., die Verjährungsfristen nicht in Anspruch
zu nehmen (http://hpd.de/node/4658),
damit Vorgänge vorbehaltlos aufgeklärt werden können. Dies sollte auch hier
geschehen, gerade weil die Opfer sich oft erst nach vielen Jahren oder gar
Jahrzehnten an die Öffentlichkeit trauen.
*
Aus dem bis heute [2008] gültigen
Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Bayern vom 29.3.1924,
zuletzt geändert am 26.7.1988, Artikel 10, § 1 (a): "Der Staat wird die
... Domkapitel mit einer Dotation [= Zahlung] in Gütern und ständigen Fonds
ausstatten ..."
20.7. / 22.7.2008 -
Zum Papstbesuch: Mehrere demokratische Rechte in Australien
außer Kraft gesetzt - Kirchenkritischen Demonstranten drohen nach
dem Weltjugendtag hohe Geldstrafen. Die australische Regierung hatte
anlässlich des Besuchs des absoluten Herrschers der katholischen Kirche
(siehe dazu den "unfehlbaren" römisch-katholischen
Lehrsatz über die Unterwerfung unter
den Papst) mehrere Gesetze geändert. So durften z. B. die Pilger zum
Weltjugendtag weder "verärgert noch belästigt" werden. Wer es tut bzw. wem
es unterstellt wird, soll Bußgelder bis zu 5.500,00 € bezahlen
(Bayerischer Rundfunk online, 15.7.2008). Hierzu ist zu sagen, dass z.
B. ein Flugblatt mit wahren Informationen über den katholischen Glauben
natürlich bereits den einen oder anderen unwissenden Pilger "verärgern"
kann. Auch das Demonstrationsrecht wurde massiv eingeschränkt. Obwohl der
Papst vordergründig von "Religionsfreiheit" sprach, drohen jetzt
antikatholischen Demonstranten "Geldstrafen in Höhe von mehreren Tausend
Euro" (Stern-TV, 16.7.2008) - ein Hohn und vielleicht ein
Vorgeschmack auf ein neues katholisches Europa vom Ural bis ans Mittelmeer,
so wie es viele Politiker und Würdenträger sich wünschen.
Doch überall, wohin der Papst auch reist: An jedem Ort trauen sich jetzt
auch die Opfer der Priester und ihre Angehörigen auf die Straße - in Sydney
wurden sie jenseits der "Pilgerströme" abgedrängt. Eine echte Entschuldigung
des Papstes gab es auch in Australien nicht.
PS: Der Weltjugendtag mit Papstbesuch
hat 92 Millionen Euro gekostet
(idea, 22.7.2008).
Das sind ca. viermal mehr wie die beim Papstbesuch anlässlich des
Weltjugendtages 2005 in Köln. Unklar dabei ist, welchen Anteil der
australische Staat zahlen muss (vermutlich das meiste) und ob die Kosten für
Polizei u.ä. hier überhaupt schon eingerechnet sind.
19.7.2008 - Australien:
Opfer der Kirche beklagen: "Wir werden ausgeschlossen" -
Auch in Australien sind bereits 107 "Priester
und andere Geistliche" wegen
Sexualverbrechen an Kindern verurteilt worden. Zudem laufen weitere
Prozesse, und vielfach wurden die Taten nicht an die Justiz gemeldet. Man
geht von Tausenden von Sexualverbrechen aus. Und gegenüber dem Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, gibt es Vorwürfe
der Vertuschung (Bild, 19.7.2008)
- ein Grund, dass der Papst die Verbrechen auch in Australien öffentlich "zutiefst
bedauere". Die Kirche müsse die Opfer mit "größtem Mitgefühl"
behandeln. Seine Aussagen werden von der Kirchenopfer-Organisation "Broken Rites"
insgesamt jedoch als "halbherzig" bezeichnet: "´Wie kann er sagen, dass
er das Leid der Opfer teilt, wenn wir nicht einmal mit ihm sprechen dürfen!
Wir werden ausgeschlossen`", so ein Opfersprecher laut Focus online
(19.7.2008). Die Zeitung weiter: "Die Missbrauchsopfer werfen der
katholischen Kirche in Australien ´jahrelange Vertuschungsversuche` und ein
Verzögern von Entschädigungsverfahren vor."
Vor den verschlossenen Kirchentoren warteten auch Barbara und Anthony
Foster, deren beide Töchter in der Grundschule vom römisch-katholischen
Priester mehrfach vergewaltigt worden sind. "Beide Kinder wurden schwer
geschädigt. Eine Tochter ist psychisch krank, die andere beging vor sechs
Monaten Selbstmord. Die Eltern hatten darauf gehofft, mit dem Papst sprechen
zu können" (Focus online, 19.7.2008). Der Vater der beiden Opfer:
"Der Papst hat uns nicht gehört. Die Kirche will sich nicht wirklich um uns
kümmern."
18.7. / 19.7.2008 -
Unheilvolle
Zwangserziehung - Der Papst und die katholisch gewordenen Ureinwohner
Australiens - Unter den Teilnehmern an den derzeit stattfindenden
Papstmessen in Australien sind auch viele Aborigines, Ureinwohner des
australischen Kontinents. Die Mehrheit der noch ca. 450.000 Aborigines
besitzt
mittlerweile die römisch-katholische oder anglikanische Konfession. Dies hat
damit zu tun, dass bis in die 1970er-Jahre hinein den Aborigines-Eltern per
Gesetz ihre Kinder weg genommen wurden. Diese wurden dann in speziellen
Heimen z. B. zu Katholiken oder Anglikanern erzogen (siehe z.B.
http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Australien-Aborigines;art123,2475784).
Ursprünglich hatten die Aborigines ihre eigene Religion. Hierzu
einige kurze Anmerkungen: "Die Ureinwohner Australiens ... kennen weder
Himmel noch Hölle, weder Päpste noch Pastoren. Dennoch sind sie keine
Gottlosen. Das Land - ihr Land - ist ihnen heilig. Nirgendwo sonst kommt die
tiefe Verwurzelung der Aborigines mit ihrem Land stärker zum Ausdruck als in
ihren religiösen Anschauungen. Nach der Vorstellung der Aborigines wurde das
Land von so genannten Ahnen- oder Schöpferwesen geschaffen. Diese schwebten
einst über die körperlose Urmasse und gaben ihr Gestalt in Form von Bergen,
Flüssen und Tälern. Gleichzeitig schufen sie alles Leben. Ob Tier, Pflanze
oder Mensch, alles und jeder erhielt seinen Sinn und seine Aufgabe und
dadurch seine Bedeutung im universellen Ganzen. So begegnet jeder Aborigine
allem Erschaffenen mit tiefem Respekt ... Nach getaner Arbeit zogen sich die
Schöpferwesen wieder zurück in die Tiefe der Ozeane, in unterirdische Höhlen
oder in den Himmel. Von dort aus beobachten sie ihr Land und wachen über die
Einhaltung der Gesetze. Sie sind allgegenwärtig und können zu jeder Zeit und
an jedem Ort Einfluss nehmen, auf das Leben eines jeden Aborigines. Von dem
Wirken dieser Schöpferwesen, ihrer göttlichen Kraft und Weisheit erzählen
die Geschichten der Traumzeit" (zit. nach Australienweit, Verlag 360°,
Gamehl 2005). Oder: "Jedes Geschöpf besitzt eine Seele und ist
heilig, denn es ist die Erscheinungsform einer göttlichen Ordnung, und
dieser Ordnung zollt der Aborigine Respekt. Er weiß, dass er nur ein kleiner
Teil der Natur ist und handelt nach diesem Jahrtausende alten Wissen.
Niemals würde er das von ihm bewohnte Land besitzen wollen, denn er ist sich
seiner hohen Verantwortung für seinen Lebensraum bewusst" (zit. nach
http://www.paganforum.de/traeume/1684-traumzeit-schoepfungszeit.html).
Dieser Glaube ist für die katholisch gewordenen Aborigines jetzt
vorbei. Jetzt gilt z. B., das Tiere keine unsterbliche Seele hätten und
Massentierhaltung, Tierversuche und vieles grausame Tierleid mehr zum
angeblichen Wohle des Menschen erlaubt seien - auch die Ausbeutung des
Planeten im Sonderinteresse des Menschen, denn der kirchliche Gott habe den
Menschen den Befehl gegeben "Macht euch die Erde untertan" und "herrscht"
über die Tiere (1. Mose 2, 15; vgl. dazu Der Theologe Nr.
7, Teil 4). Auch wenn der Papst und die Katholiken natürlich
ebenfalls von "Bewahrung der Schöpfung" und von Umweltschutz sprechen, so
muss alles weiterhin der angeblichen "Krone der Schöpfung", dem maßlosen
Menschen, untertan sein - was sich die Erde jedoch nicht mehr bieten lässt.
Sie schüttelt sich in so genannten "Naturkatastrophen" wie im Fieber, und
es wird immer mehr schwerer für ihre Bewohner.
Für die Kirchenchristen scheint ihr Glaube an den jenseitigen Himmel
nun ein Ausweg. Doch im katholischen "Himmel" werden die
überwiegend zwangsweise katholisch gewordenen
Aborigines später keinen Tieren
mehr begegnen - dafür aber 200 Päpsten. Denn jetzt gilt für sie nicht mehr
das überlieferte Wissen der Vorfahren, sondern z. B. die Lehre des
Kirchenheiligen Thomas von Aquin, der z. B. schrieb: "Also ist auch die
Seele des Tieres unfähig, immer zu existieren" (Summa contra gentiles II,
82). Daraus folgert der heilig gesprochene Kirchenlehrer,
"dass die Tierseele mit dem Körper zugrunde geht".
Überlegt sich der Aborigine z. B. angesichts dieser Lehre und vielem mehr
(siehe z. B. Der Theologe Nr. 18), zu
der Aborigines-Religion der Einheit aller Lebensformen zurückzukehren, schüchtert ihn die katholische Kirche auf
massivste Art und Weise ein: Dann müsse er nämlich nach seinem Tod in die
ewige Hölle (siehe z. B. in
Der Theologe Nr. 18; vgl. Der Theologe Nr. 19).
Das ist zwar Unsinn (vgl. dazu Der Theologe Nr. 2).
Aber leider sind noch immer viele Menschen dafür empfänglich.
8.7.2008 -
Neu:
Die katholische Kirche und der Holocaust -
Der Theologe Nr. 4
trägt den Titel Die evangelische Kirche und der
Holocaust. Die Dokumentation erhält aber auch zahlreiche Verweise
auf die Verantwortung der römisch-katholischen Kirche. Z. B.
Synodenbeschlüsse gegen die Juden, welche von den Nationalsozialisten wieder
aufgegriffen wurden. In dem Auszug
Die katholische Kirche und der
Holocaust sind nun alle Stellen aus der Dokumentation
zusammengefasst, welche die römisch-katholische Kirche betreffen.
Der Theologe aktuell:
Hier die Meldungen von 2005 - 1. Teil / 2005 - 2. Teil / 2006
- 1. Teil / 2006 - 2. Teil
2007 - 1. Teil /
2007 - 2. Teil / 2008 - 1. Teil /
2009 - 1. Teil
2009 - 2. Teil /
2010 - 1. Teil