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Klarstellung:
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30.12. -
Proteste in Israel gegen den Krieg
29.12. -
Bundeskanzlerin gibt Hamas "Alleinschuld" / Israel: "Krieg ohne Gnade"
29.12. -
Israel will die Hamas vernichten: "Krieg bis zum bitteren
Ende"
27.12. -
Israel bombardiert
Gaza / Die ersten 300 Toten
/ Wer durchbricht die Spirale der Gewalt?
25.12. -
Die etwas andere Weihnachtserfahrung: Papst und Bischöfe
kommen nicht durchs Nadelöhr
20.12. -
Unser Tipp zu Weihnachten: Betreten Sie keine Kirche
aus Stein, sondern den inneren Tempel
14.12. -
120 Jahre alte und 33 m
hohe Fichte für den Vatikan
abgeschlagen -
Heuchlerische Papstrede
Ein Symbol: Der stellvertretende Tod des
Vatikan-Baumes
14.12. - Seit
Befreiung des Landes durch die USA: Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak
8.12. -
Pfarrer warten jahrelang auf Stelle - bei vollen Bezügen
8.12. -
Unschuldige Tiere als Opfer von
Religionen
-
Für ein Silvestermenü vegetarisch
8.12. -
Verstärkte Bewaffnung - "Die Angst geht um
im Vatikan"
22.11. -
Bestialisches Brauchtum - US-Politikerin Palin gibt
Interview vor laufender Truthahn-Hinrichtung
9.11. -
Erhöhung der Kirchensteuer ab 1.1.2009 - Deshalb:
Kirchenaustritt jetzt
9./10.11. -
1938-2008:
70 Jahre Reichspogromnacht - Die
Verantwortung der Kirchen damals und heute
9.11. -
Schon wieder 37 tote Zivilisten bei NATO-Angriff in
Afghanistan
2.11. -
Kirche spendiert Papst-Bruder Konzert für über
150.000 Euro
2.11. -
Obama-Berater: Sofort den Krieg gegen Iran vorbereiten -
Läuft bereits der Countdown?
2.11. -
Ex-Kultusminister in Spanien: "Kirche sieht den
Bürgerkrieg immer noch als Kreuzzug"
31.10. -
Evangelisch-lutherische Kirche verliert nochmals
200.000 Euro
29.10. -
Spielcasino Wirtschaft: So geht alles
früher oder später kaputt
28.10. -
CSU/FDP-Koalition in
Bayern: "Chamäleon" FDP knickt vor der CSU und den Kirchen ein
27.10. -
Konfessionelle
"Priesterkaste" möchte grausamen "Blut-Gott" beibehalten
25.10. -
Die Schere: Bahnfahren
wird immer teurer, Bahn-Manager erwarten Boni-Millionen
Auch Millionen-Boni für Postbank-Manager
23.10. -
'Der gekreuzigte Bischof" - Enkel von Landesbischof Meiser
verhöhnt Jesus von Nazareth
22.10. -
Quo Vadis Amerika? Im
Hintergrund agiert Zbigniew Brzezinski
18.10. - Bankrott-Manager
belohnen sich mit 70 Milliarden Dollar "Sonderzuwendungen"
/
Vatikan hortet Gold
/
Sänger
Udo Lindenberg kritisiert Kirche
17.10. - Afghanistan-Desaster:
Wieder 25 Zivilisten bei NATO-Angriff getötet?
13.10. - Entsetzen
der Umwelt-Wissenschaftler über Kandidatin
Sarah Palin - "Schlimmer geht´s immer"
12.10. - Der
Mittelstand sinkt immer mehr ab
10.10. - Wie
der Gott "Mammon" die Herrschaft übernahm / Banker fühlt sich
als Schwerverbrecher
Zum Vergleich: Fünf
Billionen Dollar Schaden pro Jahr durch gnadenlose Abholzung der Wälder
09.10. -
Nachts, wenn der Priester kommt -
Internatsschüler in ihrem Bett
missbraucht
/
Und auch blutig geschlagen
06.10. -
Missbrauch von 12-Jährigem - Ex-Jugendpfarrer
zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt
05.10. -
Glaubenswahn um die
Wiederkunft von Jesus: Manche denken, ungeniert Kriege führen zu können
30.09. -
Die Schere öffnet sich
weiter: Banken-Manager kassieren, Steuerzahler und Sparer haften
Astronomische
Bürgschaften: Irland gibt sich als erstes Land damit praktisch auf
29.09. -
Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester aus Freiburg wegen 101
Straftaten angeklagt
29.09. -
US-Vizepräsidenten-Kandidatin
Sarah Palin - eine
fanatische und brutale Tiertöterin
25.09. -
CSU
will Bischöfe weiter vom Staat bezahlen lassen - Kräftige Wahlniederlage
25.09. -
Finanzkrise:
Werden wir von Kriminellen beherrscht und ausgenommen?
24.09. -
Die
"totale" Herrschaft des
Mammon:
US-Finanzminister war bis 2006 Chef von Goldman Sachs
23.09. -
Evangelische Kirche verzockt 4,3 Millionen Euro bei Lehman Brothers
19.09. -
Auch
deutsche Steuerzahler finanzieren
Bankenpleite in den USA - Dafür
Kirchensubventionen streichen
19.09. -
Bankenpleite: Der
einfache Steuerzahler bezahlt wieder die Zeche
17.09. -
Einbrecher fand im
Schlafzimmer des Priesters kinderpornografische Fotos -
Erpressung misslungen
14.09. -
Waffengeschäft:
USA verkaufen Israel 1.000
Bunker sprengende Bomben / NATO
trifft sich in Georgien
12.09. -
Sarah Palin
würde Russland unter Umständen den
Krieg erklären.
Als Hobby ermordet sie wehrlose
Tiere.
11.09. -
Kriege und ihre
Begründungen - Was wird hier eigentlich gemacht?
05.09. -
Die
Philosophie des Westens über die "Guten" und die "Bösen"
- Steht Angriff auf Iran bevor?
04.09. -
US-Vizepräsidenten-Kandidatin
Sarah Palin erklärt Irak-Krieg als
"von Gott gegebene Aufgabe"
04.09. -
Die
Kandidaten im US-Wahlkampf und ihre Kirche
03.09. -
Nach dem
11.9.2001 wurde der NATO-"Bündnisfall" ausgerufen und der Afghanistan-Krieg:
Nach sieben
Jahren wird es immer schlimmer
02.09. -
Das "gekürzte"
Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin
19.08. -
Der Hochmut des
Westens
15.08. -
Der neue "kalte
Krieg" ist in vollem Gange
13.08. -
Skandal-Taufe:
Verwaltungsgericht kapituliert vor dem "Kirchenrecht"
13.08. -
Georgischer
Präsident trennt Russland von Europa: "Grenze zwischen Gut und Böse"
Zieht Regierung in
Georgien den ganzen Westen in Krieg hinein?
12.08. -
Georgien: Nationalflagge
entspricht der Kreuzfahrerfahne von 1099
5.08. -
Erzbistum
Bamberg: "Doktorspiele mit dem Trend zum
Unterleib" - Domkapitular zurückgetreten
20.07. -
Zum Papstbesuch: Mehrere demokratischen
Rechte in Australien außer Kraft gesetzt
19.07. -
Australien:
Opfer der Kirche beklagen: "Wir werden ausgeschlossen"
18.07. -
Unheilvolle Zwangserziehung - Der Papst und die katholisch gewordenen Aborigines
8.07. -
Neu: Die katholische Kirche und der Holocaust
30.12. / 5.1.2009 -
Proteste in Israel gegen den Krieg /
Kriegsparteien lehnen Waffenruhe ab / Doch es braut sich immer mehr zusammen /
Die Götter des Krieges / US-Präsident George W. Bush: Israel sei 307 Millionen
Einwohner stark, wenn es "gegen den Terror" vorgeht
-
Die Kriegspolitik
der israelischen Regierung und von deren moralischen Unterstützern (siehe z.
B. hier) wird auch von sehr vielen Juden abgelehnt,
während man sich in der Ablehnung der Raketenangriffe der Hamas ohnehin einig
ist. So erschienen z. B. in der großen israelischen Tageszeitung Haaretz
Anti-Kriegs-Kommentare. Und 9 % der jüdischen Bevölkerung Israels stimmen
ebenfalls für einen sofortigen Waffenstillstand (Spiegel online, 4.1.2009).
"Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen"
Der israelische Schriftsteller Uri Avnery schreibt
z. B., wie die Regierung Israels womöglich gezielt das Ende der Waffenruhe im
Dezember provozierte. "Das Ziel [verschiedener Aktionen] war", so Avnery, "einen
Vorwand für die Beendigung der Feuerpause zu finden, und zwar in einer Weise,
die es ermöglichte, den Palästinensern die Schuld dafür zu geben".
Näheres siehe unter
http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/hamas-hoch-zehn/
Leider lehnen beide Kriegsparteien, der
Staat Israel und die Hamas, einen Waffenstillstand ab, und jeder möchte den
anderen letztlich zerstören, wobei es sich um einen "ungleichen" Krieg handelt,
der vor allem Opfer von den Palästinensern fordert.
Und wer merkt, dass sich in der islamischen Welt mit jedem
weiteren Kriegstag etwas zusammenbraut, was bald nicht mehr umgekehrt werden
kann, und dass es keine militärische Lösung der Problematik gibt, denn für jeden
"vernichteten" Feind wachsen zwei und mehr nach? So fordern z. B. immer mehr
Muslime weltweit die Ausrufung des Dschihad, des "heiligen" Krieges gegen
Israel. Doch Israel weiß, dass sein Krieg ja letztlich doch vom Westen gedeckt
wird, ganz gleich, wie viele Opfer er fordert und wie grausam alles noch für die
Kriegsopfer wird. Doch dem Gesetz von Saat und Ernte kann niemand in diesem
Krieg entrinnen: Wer den Wind sät, wird den Wind und bald auch den Sturm
ernten. Und wer den Sturm sät, wird den Sturm und bald auch den Hurrikan ernten.
Das erlebt derzeit z. B. die Hamas. Doch es gilt für alle. Und, allgemein
gesprochen: "Wer zerstört und vernichtet - auch wenn er militärische Notwehr
geltend macht -, der wird früher oder später selbst zerstört und vernichtet
werden", so das Gesetz von Saat und Ernte oder Gesetz von Ursache und Wirkung.
Oder, wie es Jesus von Nazareth sagte: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch
das Schwert umkommen", auch wenn der Schwerteinsatz vermeintlich berechtigt
erscheint, wie z. B. durch Petrus, der die unberechtigte Gefangennahme von Jesus
vor 2000 Jahren mit dem Schwert verhindern wollte. Die Alternative sind immer
Verhandlungen, auch wenn man sich im Recht fühlt und den anderen als "böse"
betrachtet. Ein neutraler Beobachter sieht nie nur einen Schuldigen oder nur
einen "Bösen".
Zudem ist es niemals möglich, einen "Feind" tatsächlich zu vernichten. Denn die
Seelen sind unsterblich und führen unter Umständen den Krieg in der jenseitigen
Welt fort. Oder sie inkarnieren wieder in einen menschlichen Körper und tragen
den Hass aus dem vergangenen Leben weiterhin in ihrer Seele (siehe dazu
Der Theologe Nr. 2).
Die ungeplanten Kriegsopfer
Aktualisierung [31.12.2008] - Spiegel online zeichnet ein Portrait von dem Uhrmacher des Krieges, Verteidigungsminister Ehud Barak, der jede Bombe zuvor plante, die abgeworfen werden soll. "Selbstsicher tritt er auf - etwas zu selbstsicher, meinen viele. Er urteile blitzschnell, weil er stets überzeugt sei, dass seine Logik besser sei als die der anderen. Er sieht sich deshalb nicht als gewöhnlichen Politiker ... Barak fehlt erstens die Geduld für den Dialog. Zweitens denkt der Hobbyuhrmacher in geschlossenen Systemen. Die Umwelt in seinem Kalkül zu berücksichtigen gehört nicht zu seinen Stärken" (31.12.2008). Deshalb hat er wohl auch nicht berücksichtigt, dass die Trümmer einer Moschee, die er zu Schutt und Asche bomben ließ, auf das benachbarte Wohnhaus fallen und fünf palästinensischen Mädchen den schlimmen Tod brachten (Main-Post u.a., 31.12.2008). Obwohl sie nichts mit der Hamas zu tun haben, wurden ihre Särge mit Hamas-Fahnen geschmückt. Man kann eben die Hamas nicht aus dem Gaza-Streifen heraus destillieren und klinisch sauber vernichten. Und selbst, wenn man es könnte: Das neue Leid und der neue Hass, der durch die Vernichtung in vielen Menschenherzen entsteht, sind bereits die Keime für wieder neues Leid und wieder neuen Hass und wieder neuen Krieg, wie auch die ganze Kriegsgeschichte des Nahen Ostens seit 1947 beweist.
Was will Gott?
So denkt auch die Hamas trotz militärischer
Chancenlosigkeit nicht an Kapitulation. Für ihre Soldaten ist dies ein
"heiliger" Krieg, und sie sind bereit, auch als "Märtyrer" zu sterben.
Mit einem Bein bereits im Grab, beschwört der Hamas-Chef Hanija den Gott
Allah. Er "sagte am Mittwochabend [31.12.2008] in einer
TV-Ausstrahlung an die Palästinenser gewandt: ´Der Sieg ist nahe, so Gott
will, und er ist näher als ihr denkt`"
(Spiegel online, 1.1.2009). "So Gott will", so
denken auch die Israeliten und beten zu ihrem Gott Jahwe, der laut ihrer "heiligen"
Schriften schon oft den Krieg befohlen habe, wobei die Propheten Israels jedoch
immer wieder widersprochen haben (z. B. Jesaja, Jeremia, Amos; leider haben
kriegerische Priester die Prophetenschriften später teilweise verfälscht).
Und "Deus vult"
= "Gott will es", so auch der Schlachtruf der katholischen
Kreuzfahrer und Krieger bis ins 20. Jahrhundert hinein.
Doch ob angeblich Allah oder Jahwe oder der kirchliche Gott, der schon so viele
Kriege gewollt und gesegnet hat: Früher oder später werden wohl die Krieger
merken, dass ihnen ihre eigenen Bomben und Raketen um die Ohren fliegen und weit
Schlimmeres. Denn das Gesetz von Saat und Ernte ist unbestechlich und lässt sich
von keinem Gott hinwegsegnen.
Viele wachsame Zeitgenossen dachten bei den
"friedlichen"
Silvesterraketen zur Jahreswende unwillkürlich auch daran, dass im Nahen
Osten die Raketen entsetzliches Leid und Tod bringen - und zwar in diesem
Augenblick und auch in der kommenden Zeit. Auf diese Weise wurden die
Silvesterraketen auch zu einem Symbol für das, was in Palästina passiert
und wohl bald auch verstärkt anderswo. Und wie lange wird man sich im Westen
nach einem Glas Wein noch friedlich ins Bett legen können?
Der Angriff Israels auf Gaza ist möglicherweise
mit dem evangelischen US-Präsident George W. Bush abgesprochen. Bereits am
16.5.2008 schrieb der
Tagesspiegel in Berlin: "US-Präsident Bush stimmt einer Großoffensive im
Gaza-Streifen angeblich zu." Und er sicherte Israel grundsätzlich zu, "dass sie
sich auf die USA verlassen könnten". Bush wörtlich: "Israels Bevölkerung mag nur
knapp über sieben Millionen betragen. Doch wenn Sie gegen den Terror und das
Böse angehen, sind Sie 307 Millionen stark, weil die USA ihnen beistehen."
29.12. / 30.12.2008 / 3.1. / 21.1.2009 -
Kanzlerin Angela Merkel und CDU geben Hamas
"Alleinschuld" / Israel verkündet "Krieg ohne Gnade": "Das Schlimmste steht uns
noch bevor" / "Christliche" Kriegs- und Bombenbefürworter verhöhnen Christus /
Anti-westliche Stimmung in islamischer Welt nimmt massiv zu /
Bibelfundamentalisten fiebern Schlacht von Harmagedon entgegen -
Die deutsche Kanzlerin, die evangelische
Kirchenchristin und CDU-Politikerin Angela Merkel, lässt verlauten: "Die
radikal-islamische Hamas trägt die alleinige Schuld an der Eskalation" (Bild,
29.12.2008), sie trage
"eindeutig und ausschließlich" die Verantwortung (Spiegel online,
29.12.2008) - ein demagogischer Unsinn, denn bei einem solchen Konflikt hat
niemals nur einer die "Alleinschuld". Mit anderen Worten: Jeder an einem
Konflikt Beteiligte hat zumindest einen Anteil. Und vermutlich widersprechen
auch die meisten anderen deutschen Politiker der Kanzlerin. "Jemand, der seit 60
Jahren Gewalt mit Gewalt beantwortet, ist immer nicht nur Opfer, sondern auch
Täter. Das gilt für beide Seiten. Nur ein Psychopath wird das bestreiten", heißt
es z. B. in Leitartikel zum Web-Blog der Frankfurter Rundschau (21.1.2009).
Unmittelbar vor den israelischen Kampfhandlungen erklärte ja die Hamas, die
Waffenruhe würde nicht verlängert, da Israel mit seiner Total-Blockade den
Gaza-Streifen mehr und mehr strangulierte. Und Israel wird dafür wieder einen
Grund nennen, worauf die Hamas wieder einen Grund nennt, woraufhin wieder Israel
usw. usw.
Eine friedliche Alternative
Und hier kann man auch bedenken, dass der Konflikt einst damit begann, dass die Palästinenser in den Jahren 1947 und 1948 gewaltsam von den Israelis aus ihrem Land vertrieben wurden und dass sie erleben mussten, wie über 500 ihrer Dörfer und Städte zerstört, viele Menschen getötet wurden. Eine Alternative wäre z. B. gewesen, friedlich zu siedeln und Landstücke Zug um Zug von Palästinensern zu kaufen, z. B. mit der Hilfe von finanzstarken jüdischen Organisationen in den USA; oder auch mit Hilfe von Zahlungen aus Deutschland - als Zeichen gegen das grausame Leid des voran gegangenen Holocaust (vgl. dazu Der Theologe Nr. 4); und mit dem Ziel eines friedlichen Nebeneinanders von bisherigen und neuen Bewohnern des Landes. Und diese Entwicklung hat es ja auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tatsächlich gegeben, bis Gewaltbereite auf beiden Seiten die Oberhand bekamen. Doch immerhin hat die UNO in den Jahren 1948, 1967 und 1973 auch aufgrund der geschichtlichen Gesamtsituation (Die Israeliten wurden nach einem Aufstand im Jahr 135 von den Römern aus Palästina vertrieben und wurden kurz zuvor in Deutschland bestialisch umgebracht) die Existenz des Staates Israel anerkannt (z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Resolution_338_des_UN-Sicherheitsrates). Dies hätte die Grundlage dafür sein können, den palästinensischen Flüchtlingen - mit internationaler Hilfe und Vermittlung - die Rückkehr zu ermöglichen oder sie angemessen zu entschädigen. Möglicherweise hätte sich dann nie eine Hamas (gegründet 1988) entwickelt. Und möglicherweise wäre dann weltweit nie ein solcher gewalttätiger Islamismus entstanden.
Das Bild vom Splitter im Auge des Nächsten und vom Balken im eigenen Auge
Jesus von Nazareth, zu dem sich die Kanzlerin dem
Munde nach bekennt, sprach bei Konflikten sogar vom "Balken" im eigenen Auge,
der zuerst entfernt gehört, während der Konfliktbeteiligte aus Sicht eines
Christen nur den "Splitter" im Auge hat. Doch das "C" für "Christus" hat die CDU
bekanntlich nur im Namen. Die Lehre des Christus befolgt man nicht. Sonst würde
man sich zumindest bemühen, den Balken zu finden.
Denn würde Jesus, der Christus, auf den sich auch die Kanzlerin in ihrem
CDU-Parteiprogramm beruft, in einem Krieg für die eine Seite Partei ergreifen,
wie dies die Kanzlerin tut? Nein, sondern er lehrte wörtlich: "Was siehst du
aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in
deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den
Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe ein Balken ist in deinem Auge. Du
Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den
Splitter aus deines Bruders Auge ziehst" (Matthäusevangelium, 7, 3-5).
Die Verhöhnung von Christus
Der außenpolitische Sprecher der
CDU/CSU-Fraktion, der Protestant Eckart von Klaeden, erklärte sogar, "es
liege ´allein in der Hand der Hamas`, ein Ende der Kampfhandlungen
herbeizuführen" (Spiegel online, Handelsblatt, 29.12.2008). Israels
Führung sprach demgegenüber von einem "Krieg ohne Gnade" und der
kompletten Zerstörung aller Einrichtungen der Hamas. "Nicht ein stehendes Haus"
der Hamas werde es bald mehr geben. Doch der Hass, den Israel dafür erntet, wird
schon bald mit Macht über das eigene Land herein brechen.
"Wir befinden uns erst am Anfang des Kampfes, dies kann man nicht mit einem
Schlag lösen. Das Schlimmste ist noch nicht ausgestanden, es steht uns noch
bevor, und darauf müssen wir uns vorbereiten", so Israels Vize-Generalstabschef
Dan Harel (ntv, 29.12.2008). Doch Dan Harel ist wenigstens kein Christ
und beruft sich im Unterschied zu seinen kirchenchristlichen Sympathisanten
nicht auf den Pazifisten Jesus von Nazareth, sondern er lehnt vermutlich dessen
Friedensbotschaft ab und handelt entsprechend. Wenn jedoch Politiker wie
Angela Merkel und ihr außenpolitischer "Experte" Eckart von
Klaeden sich auf Christus berufen und dann ebenfalls die Bombardierungen und
damit die Eskalation der Gewalt befürworten oder wohlwollend tolerieren, dann
ist das eine Verhöhnung des Mannes aus Nazareth.
Verhandlungen mit dem "bösen" Nachbarn als einzige Chance
Zum Hintergrund:
Israel will die islamistische Hamas vernichten und nicht mit ihr verhandeln,
obwohl diese von der Mehrheit der Palästinenser im Jahr 2006 bei demokratischen
Wahlen gewählt wurde. Und so schwenkte auch die Hamas wohl wieder vom
zwischenzeitlichen Angebot einer Waffenruhe um zum Aufruf zu einer neuen
Intifada, einem Aufstand gegen Israel, der auch Selbstmordattentate einschließt.
Hintergrund ist hier das Bestreben, den Staat Israel zu beseitigen und einen
islamischen Staat in Palästina zu gründen. "Seit September 2004 enthält sich die
Hamas selbst im Allgemeinen der Gewalt gegen Israel, meint aber, dass ´Israel
die Ursache jeglichen Terrorismus` sei und bezeichnet den Beschuss Israels mit
Kassam-Raketen durch andere militante Gruppen als Akt der Selbstverteidigung".
Nach Gesprächen mit Ex-US-Präsidenten Jimmy Carter
im April 2008 soll sich die Hamas sogar zwischenzeitlich zur einer Anerkennung
Israels in den Grenzen von 1967 bereit erklärt haben, dies jedoch später
widerrufen haben, was allerdings auf eine noch bestehende Flexibilität der
Position hindeute (http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas).
Doch anstatt die Chance zu prüfen, lehnte Israels Präsident Ehud Olmert es
ab, Jimmy Carter überhaupt anzuhören.
Dabei sind Verhandlungen mit dem jeweils "bösen" Nachbarn für jede Seite die
einzige sinnvolle Möglichkeit, zu einem geordneten Nebeneinander zu kommen.
Jeder Versuch einer Vernichtung wird auf einen selbst zurückfallen, was derzeit
anscheinend die militärisch unterlegene Hamas erlebt.
Doch mittlerweile lassen sich - wie im Iran und in Indonesien - Muslime
weltweit zur Hilfe für die Hamas und zum angeblich "heiligen" Krieg gegen
Israel rekrutieren. Die islamistische Gewalt wird also jetzt massiv und auf
vielerlei Art zunehmen. Und sie wird auch diejenigen treffen, die sich jetzt auf
die Macht ihrer Hochrüstung und auf ihre Waffen verlassen. Und das alles
bestätigt einmal mehr die "Spirale von Gewalt und Gegengewalt ..." Und was
Israels Minister Ehud Barak sagte, gilt für alle Beteiligten, wenn sie nicht
endlich aufhören: "... bis zum bitteren Ende".
Evangelische Krieger warten auf Schlacht von Harmagedon
Und am bittersten könnte es wohl für die kommen,
welche im Namen von Jesus von Nazareth in das Kriegsgeschrei einstimmen.
Denn sie sind nicht nur kriegerisch, sondern sie verstellen durch ihre
Scheinheiligkeit und ihre Heuchelei auch den Blick auf die Alternative, die sich
allmählich daraus ergibt, dass man wenigstens versucht, die Jesus-Worte "Liebe
deine Feinde" ernst zu nehmen und daraus konkrete einzelne Schritte ableitet.
Die radikalste Gruppe der kirchlichen Krieger sind evangelische
Bibelfundamentalisten, vor allem aus den USA. Sie unterstützen seit Jahren
mit vielen Millionen Dollar radikale jüdische Siedler und andere fanatische
Gruppen in Israel, und sie standen bei jedem Krieg fest an der Seite Israels
(wie auch meist bei den Kriegen der USA an der Seite ihrer Krieg führenden
Regierung). Sie erwarten aufgrund einiger schwer verständlicher und teilweise
gefälschter Stellen im letzten Buch der Bibel allerdings auch folgendes: Ein
großer Teil der Juden würde sich bald zum falschen Christus der Institutionen
Kirche bekehren und die Gegner Israels und deren Verbündete würden dann in einer
Endschlacht von Harmagedon militärisch besiegt werden.
Über diese kirchlichen "Helfer" äußerte sich der derzeitige
Präsidentschaftskandidat des Likud-Blockes, Benjamin Netanjahu, im Jahr
2006 z. B. wie folgt: "Eine erstaunlich
große Anzahl von fundamentalistischen Christen glaubt daran, dass wir jetzt auf
das Ende der Zeiten und die Schlacht von Armageddon (oder: Harmagedon
bzw. Harmageddon) zusteuern. Natürlich ist das so seit dem Tode von Jesus
gewesen, dessen Anhänger seine bevorstehende Rückkehr erwarteten, damit er die
Dinge in Ordnung bringt. Doch obgleich die Christen glauben, die Apokalypse
werde aus Gründen geschehen, die keinen Sinn für die meisten Leute
(einschließlich mir) ergeben, heißt das nicht, dass sie nicht stattfindet"
(Trimondi online, 5.4.2006).
Mit dem Mann aus Nazareth, der vor ca. 2000 Jahren das kommende
Friedensreich verkündete und von den Priestern seiner Zeit verfolgt und von den
Römern gekreuzigt wurde, haben diese "fundamentalistischen Christen" und ihr
falscher "Kriegs-Christus" jedoch nichts zu tun. Der echte Christus
bringt "die Dinge in Ordnung", indem seine Nachfolger sich an seine Gebote und
seine Bergpredigt halten (wozu das Erlernen der Feindesliebe gehört) und womit
sie ganz allmählich eine Alternative zu der kriegerischen Welt der großen
Ego-Konflikt-Parteien aufbauen könnten.
Anti-westliche Stimmung nimmt massiv zu
Aktualisierung:
Der in Deutschland lebende libanesische Journalist
Mottaleb el Husseini erklärt gegenüber Focus online (30.12.2008)
die Stimmung in den islamischen Ländern: "Die Menschen in der arabischen Welt
sind wütend. Die Wut richtet sich aber nicht nur gegen Israel, sondern auch
gegen die eigenen Regime, die sich absolut passiv verhalten. Das Problem von
Gaza ist nicht nur der Raketenbeschuss auf Israel. Gaza ist abgeriegelt, es ist
ein Gefängnis für seine Bewohner. Das schürt Hass und ist Wasser auf die Mühlen
der Islamisten. Selbst gemäßigte Muslime, die bislang an der Seite des
Westens standen, sind enttäuscht. Die anti-westliche Stimmung nimmt
massiv zu"
(http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/tid-12981/nahost-die-intifada-hat-bereits-begonnen_aid_358574.html).
Der Krieg Israels stärkt also den gewalttätigen und nicht zu
Friedensverhandlungen bereiten Islamismus weltweit in ungeheurem Ausmaß.
Und hier die
Stellungnahme des UN-Sonderberichterstatters: "Die
Luftangriffe hätten nicht nur jede Polizeistation und jede
Sicherheitseinrichtung der gewählten Regierung im Gazastreifen zerstört, sondern
auch viele Zivilisten getötet, heißt es in einer Erklärung des
UN-Sonderberichterstatters über die Menschenrechtslage in den
Palästinensergebieten, Richard Falk, vom Montag. Zwar seien die Raketenangriffe
gegen Zivilisten in Israel gesetzeswidrig, aber dies gebe Israel weder als
Besatzungsmacht noch als souveräner Staat das Recht, das internationale
humanitäre Völkerrecht zu verletzten. Die Eskalation der Militärangriffe habe
das Leben für israelische Zivilisten nicht sicherer gemacht" (Netzeitung,
30.12.2008).
Der ehemalige UN-Generalsekretär Butros Gali hat mittlerweile resigniert:
"Die Araber haben gemeinsam einen guten Friedensplan vorgelegt, der
die Anerkennung Israels in den Grenzen von 1967 im Gegenzug für die
Unabhängigkeit eines palästinensischen Staates im Rahmen dieser Grenzen vorsah.
Israel hat den Fehler gemacht, dieses Angebot zu ignorieren" (Das
ganze Interview unter
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,599240-2,00.html).
29.12. / 30.12.2008 -
Israel will die Hamas vernichten: "Krieg bis zum
bitteren Ende" / Symbol für die Weltpolitik? Denn "die Erde steht auf der Kippe"
/ Auf ein gutes Neues Jahr ohne die Hamas? - Israel
will in diesem Krieg eine "endgültige" "Lösung" der Konflikte mit der
islamistischen Palästinenser-Organisation Hamas, die bei den palästinensischen
Parlamentswahlen vom 25.1.2006 im Westjordanland und im Gaza-Streifen die
absolute Mehrheit der Mandate erreichte, jedoch nur in Gaza gewaltsam die Macht
übernommen hatte. Eine Verhandlungslösung werde ausgeschlossen, so
Israels Minister Ehud Barak, es gibt "Krieg bis zum bitteren Ende" (Bild,
29.12.2008). Er vertraut dabei auf das riesige Waffenarsenal seines Landes,
und Ministerpräsident Ehud Olmert sagte ja im Blick auf die vielen Bomben und
Raketen: "Wir sind stärker" (Focus online, 25.12.2008).
Völkerrecht als Verhandlungsbasis für Versöhnung und Wiedergutmachung
Und was wird dann von Gaza und seinen derzeit noch 1,5 Millionen Einwohnern, überwiegend Anhänger oder Wähler der Hamas und ihre Familienangehörigen, am Ende noch übrig sein außer einem Trümmerhaufen? Die meisten Bewohner lebten vor dem Krieg von weniger als zwei Dollar pro Tag (Focus online, 30.12.2008). Und dass die palästinensische Bevölkerung Jahr für Jahr mehr der Hamas bzw. dem gewaltbereiten Islamismus zuneigt, hat seine Ursache auch in der Politik Israels gegenüber den Palästinensern (zuletzt in der Abriegelung des Gaza-Streifens von der Außenwelt), mit deren Vertreibung im Jahr 1948 die Tragödie begann. 750.000 Palästinenser wurden damals aus ihrem Land getrieben, über 500 ihrer Dörfer und Städte wurden zerstört, weil Israeliten dort siedeln wollten; siehe auch unten; vgl. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Nakba). Und bis heute weiten militante jüdische Siedler auf völkerrechtlich palästinensischem Land meist mit Deckung der Regierung ihren Herrschaftsanspruch auf immer mehr Land aus. Und so wollen z.B. die Fanatiker jeder Seite das ganze Land allein für sich. Und jeder beruft sich auf seine Religion. Dabei hat die UNO in den Jahren 1948, 1967 und 1973 eindeutig entschieden, welcher Teil des Landes wem völkerrechtlich zusteht (z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Resolution_242_des_UN-Sicherheitsrates), was jedoch die voran gegangene Vertreibung der Palästinenser ethisch-moralisch nicht legitimiert. Dies bedürfte aus geistiger Sicht der Bitte um Vergebung und um Wiedergutmachung an den Vertriebenen und den Nachkommen der Getöteten, wobei das Völkerrecht als Verhandlungsbasis dienen könnte. Doch davon ist man weiter entfernt denn je. Weder die Regierung Israels noch die Palästinenser, die einen islamischen Staat in ganz Palästina wollen, akzeptieren die UNO-Beschlüsse, woraufhin jede Seite schon bislang negative Folgen vielfach tragen musste. Dabei könnte ja jeder Staat, der jüdische wie der palästinensische, auch friedfertigen Bewohnern bzw. Siedlern der anderen Volksgruppe Wohn- bzw. Minderheitenrechte einräumen, wie es ja z. B. vielen Palästinensern in Israel auch grundsätzlich gewährt wird.
Was kommt nach dem "bitteren Ende" in Palästina?
Doch was wird jetzt, wenn Israel erst Krieg bis
zum "bitteren Ende" in Gaza führt? Und dann eventuell eines Tages auch gegen
den Iran? Und immer weiter Krieg führen "bis zum bitteren Ende", eventuell
irgendwann auch mal mit den Atombomben? Denn mit jeder abgeworfenen Bombe
bombt man sich gleichzeitig einen neuen Feind herbei. Eigentlich war es
anders gemeint mit dem "Segen für alle Völker", der nach
1. Mose 12, 3 im Alten Testament von den Nachkommen Abrahams ausgehen
sollte, die den Auftrag hatten, Vorbild für andere Völker zu sein. Und glaubt
der Westen allen Ernstes, so zu einer Verständigung mit der islamischen Welt zu
kommen?
Aber vielleicht lässt sich ja die Hamas tatsächlich ausradieren und alle
überlebenden Islamisten geben dann auf. Und im Westen sagt man dann vielleicht:
"Glück gehabt".
Oder muss man im Westen einfach einmal vom hohen Ross der maßlosen
Selbstgerechtigkeit herunter? Immerhin sind es nicht die islamischen Staaten und
die palästinensischen Kleinbauern, welche die Welt in Richtung auf den
Klimakollaps und dadurch in einen Zusammenbruch führen.
Bitteres Ende für die ganze Welt? "Die Erde steht auf der Kippe"
So könnte die Ankündigung Israels "bis zum
bitteren Ende" ein Symbol für die Weltpolitik überhaupt sein: für alle
Kriege, auch den globalen Krieg des weltweiten Wirtschaftssystems gegen die
Schöpfung Gottes. "Die Erde steht auf der Kippe", sagt der führende
deutsche Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber in einem Interview
(http://www.mainpost.de/nachrichten/meinung/art9517,4894663). Und ist es
vielleicht so, dass die Worte "Bis zum bitteren Ende" eine symbolische Warnung
für den ganzen Erdplaneten sind und ein böses Omen hinzu? "Bis zum bitteren
Ende?" Und sagen alle Politiker, die so handeln, dann im Jenseits: "Das war es
uns wert gewesen. Doch jetzt möchten wir gerne in den kirchlichen Himmel"?
Die Friedensbotschaft des Juden Jesus von Nazareth, der unter anderem lehrte
"Tut Gutes denen, die euch hassen", war es jedenfalls noch keinem
Wert, ihr eine echte Chance zu geben. Und kaum einer nahm die Botschaft
ernst, die auch das ganze "Alte Testament" durchzieht, und welche
zusammengefasst heißt: "Was der Mensch sät, das wird er ernten", was zwar
auch für den "Feind" gilt (aus israelischer Sicht z. B. für die Palästinenser,
die den Raketenbeschuss auf israelische Siedlungen verantworten), aber eben auch
für einen selbst. Und welche Ernte werden wohl diejenigen letztlich einfahren,
die zwar die Friedensbotschaft von Jesus mit dem Mund befürworten, jedoch
praktisch dagegen handeln, indem sie z.B. Kriege und Bombardierungen
unterstützen?
PS:
Verglichen mit dem legendären Kampf des israelitischen Hirten David mit seiner
Steinschleuder und dem Philisterkrieger Goliath in seiner schweren Rüstung sind
die
"Spielregeln" bereits
"umgekehrt" (siehe dazu hier): Diesmal
haben die Nachfahren der Philister, die Palästinenser, die Steine. Und
"gewonnen" hatte damals jedoch der mit dem Stein.
Ansonsten bereitet man derweil die Silvesterparties und die Silvesterraketen
vor: "Auf ein gutes, gesundes und gesegnetes Neues Jahr ohne die Hamas"?
26.12. / 29.12.2008 -
Israel wirft Bomben auf Gaza / Wer durchbricht die
Spirale von Gewalt und Gegengewalt? / Israel zerbombt eine Einrichtung nach der
anderen / Die Weihnachtsansprache des iranischen Präsidenten -
Um die Weihnachtszeit stimmten die westlichen Medien die Bevölkerung auf einen
Angriff Israels auf den Gaza-Streifen ein. Der Grund klang nachvollziehbar:
Raketenbeschüsse aus dem Gaza-Streifen auf die angrenzenden israelischen Dörfer
und Städte, zuletzt war von ca. 80 "seit dem Heiligen Abend" die Rede.
Die Blockade von Gaza
Getötet wurde jedoch offenbar niemand. Was dabei aber vielfach nicht mehr berichtet wurde: Israel hatte den Gaza-Streifen seit dem 5.11.2008 intensiv und komplett abgeriegelt, nachdem eine weit gehende Blockade durch Israel praktisch schon seit ca. 18 Monaten andauert. Damit wollte man die Hamas-Regierung in die Knie zwingen. Diese wiederum begründete die Nichtverlängerung der Waffenruhe ab dem 19.12.2008 damit, dass Israel nicht genügend Lebensmittel und Waren ins Land lässt und dass Gaza auf diese Weise mehr und mehr stranguliert wird. Die Bevölkerung musste inzwischen um die alltäglichsten Dinge kämpfen. So gab es kein Mehl mehr und nur einmal in der Woche Wasser. Und nur noch in 23 von 3.900 Betrieben konnte zuletzt gearbeitet werden, die Menschen waren immer verzweifelter (z.B. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/detail_dpa_19866572.php), und militante Palästinenser begannen verstärkt zu schießen. Und warum die Komplett-Blockade seit Wochen? Auch bereits wegen vorheriger Raketenbeschüsse einzelner Palästinenser, nachdem es zuvor ein halbes Jahr "ruhig" war. Und warum die Raketenbeschüsse? Wegen der Blockaden usw. ...
Friedliche Besiedlung oder gewaltsame Vertreibung
Man findet immer wieder ein nächstes Glied in
der Kette der Gewalt (siehe dazu
auch den Artikel von Uri Avnery
hier) und wird im aktuellen Konflikt vor
Ort bis zur Vertreibung der Palästinenser zurück finden - aus dem Land, in dem
sie Jahrhunderte lang ohne Kriege lebten. Bereits in der ersten Hälfe des 20.
Jahrhunderts kam es zwischen palästinensischen und beduinischen Bewohnern
Palästinas und jüdischen Einwanderern immer häufiger zu gewaltsamen
Zusammenstößen. Doch vieles verlief friedlich. Welcher Umgang miteinander würde
sich durchsetzen? Dann wurden 750.000 Palästinenser in den Jahren 1947 und 1948
durch militärische jüdische Organisationen bzw. durch den (durch einen Beschluss
der UNO gegründeten) Staat Israel vertrieben, über 500 Dörfer und Städte
zerstört, eine große Zahl getötet (hierzu gibt es viele Forschungsberichte,
welche die Vorgänge im Detail dokumentieren). Die Nachkommen der Flüchtlinge
sind mittlerweile auf ca. sieben Millionen Menschen angewachsen und leben meist
immer noch in Flüchtlingslagern. Anstatt dass z. B.
jüdische Siedler weiterhin Landstücke von Palästinensern kauften
(jüdische Organisationen in den USA hätten z. B. sehr viel Geld ausschließlich
für friedliche Besiedlungsaktionen bereit stellen können) und sich legal und
friedlich ansiedelten, was viele in der erste Hälften des 20. Jahrhunderts ja
auch taten, wurde jetzt mehr und mehr brachiale Gewalt eingesetzt und
Palästinenser vertrieben. Doch wohin das immer wieder führte, zeigte die
Zeit bis jetzt. Und die Erfahrung ist dabei immer: Jeder Gewaltakt enthält
bereits wieder die Keime für den nächsten Gewaltakt, und jede kriegerische
Handlung setzt die Ursachen für den nächsten Krieg usw. usw.
Dabei kam die UNO Israel entgegen, indem sie den Staat 1948 trotz der
ethisch-moralisch nicht legitimierbaren Gewalt (siehe
hier) völkerrechtlich ins Leben rief und 1967 und 1973 in seinen Grenzen
bestätigte - eine gute Basis für eine baldige Aussöhnung und Wiedergutmachung an
den Flüchtlingen und Opfern der Gewalt. Doch Israel hatte die 1967 zusätzlich
eroberten palästinensischen Gebiete besetzt und sich allen Resolutionen der UNO
seither widersetzt. Und die meisten der heutigen Islamisten akzeptieren die
Resolutionen aus ihrer Sicht natürlich auch nicht. So hatte sich Israel zwar
2006 aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen, kontrollierte das Land jedoch seither
faktisch vielfach von außen und lässt einen unabhängigen Staat, der z. B auch
über seine Bewaffnung selbst entscheidet, nicht zu.
Wenn der eine nicht mit dem anderen reden, sondern ihn zerstören will
Die Hamas-Regierung forderte zuletzt die für Gaza
notwendige Öffnung der Grenze, dann würde der Beschuss aufhören. Und Israel
forderte den Stopp der Raketenbeschüsse, damit die Grenze nach Israel etwas
weiter geöffnet würde. Die Spirale von Hass und Gewalt hat z. B. der Mann aus
Nazareth vor 2.000 Jahren durchbrochen, indem er lehrte "Tut Gutes denen,
die Euch hassen". Die Hassenden und Gewalttätigen entgegnen, das ist leicht
gesagt. Doch wer hat sich je ernsthaft darum bemüht? Z. B. indem man miteinander
redet und verhandelt statt tötet (schließlich heißt ja auch das 5. Gebot: "Du
sollst nicht töten", und es steht im Alten Testament). Und dabei auch Geduld
übt. Die Regierung Israels beklagte zwar andauernde Raketenbeschüsse
durch Palästinenser, die damit vor allem Grenzöffnungen erzwingen wollten.
Gleichzeitig weigerte sie sich jedoch, mit der Hamas-Regierung, welche die
letzte palästinensische Wahl gewonnen hatte, zu verhandeln. Die Regierung
wird stattdessen wegen deren Gewaltanwendung von Israel als "Terroristen"
bezeichnet und die Bevölkerung zu deren Sturz aufgerufen. Doch wenn ein
Palästinenser in Gaza in Opposition zur Hamas geht, drohen ihm Unterdrückung
oder gar Tod (Spiegel online, 24.1.2009). Engagements, z. B. des
Ex-US-Präsidenten Jimmy Carter, der mit der Hamas sprach, zeigten jedoch, dass
die islamistische Organisation ihre Position auch ändern kann. Doch wird das
wohl keinen Bestand haben, wenn sie nun ihrerseits von der anderen Seite
vernichtet werden soll. Und die Regierung Israels weigerte sich damals sogar,
mit Jimmy Carter, dem Architekten des Friedens zwischen Israel und Ägypten 1979,
zu reden (vgl. dazu bei http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas).
Aktualisierung [22.1.]: "Chaled Maschaal, Chef der radikal-islamischen
Hamas, erklärte, an seiner Organisation führe kein Weg vorbei. Seit drei Jahren
werde durch eine Blockade des von der Hamas kontrollierten Gazastreifens
versucht, die Hamas ´loszuwerden`, sagte Maschaal in einer von mehreren
arabischen Fernsehsendern übertragenen Rede. Nun sei es an der Zeit, mit der
Hamas zu reden" (Bild, 22.1.2009). Allerdings wollen viele
Hamas-Vertreter auch mit keinem israelischen Regierungsvertreter reden bzw. nach
dem Krieg nicht mehr reden.
Doch ohne Gespräche miteinander
funktioniert das alles nicht. Auch nicht dem Iran gegenüber.
Erleben wir deshalb derzeit erst das grausame Vorspiel zu einem weit
apokalyptischeren Szenario? Falls der Iran mit Hilfe der USA von Israel genauso
in die Knie gezwungen werden soll wie Gaza? Auch mit der Regierung des Iran will
ja niemand von den westlichen Politikern reden.
Was würde Jesus heute tun? fragt nicht die Kirche, sondern der Präsident des Iran
Was war das für ein Empören, als der iranische
Präsident Mahmud Ahmadinedschad die westlichen Kirchenchristen und ihre
politischen Führer über das britische Fernsehen an Weihnachten an den
Friedenslehrer Jesus von Nazareth erinnerte! Weil er selbst nicht
friedlich sei, so der Vorwurf. Doch er nennt sich wenigstens nicht
"Christ" - im Unterschied zu den westlichen Politikern, die sich
zwar "Christen" nennen, aber das Gegenteil von dem tun, was Jesus,
der Christus, lehrte. Doch anstatt sich zu schämen, dass es Mahmud
Ahmadinedschad war, der die Frage stellte, was wohl Jesus von Nazareth heute tun
würde, und dass sie nicht selbst oder zumindest der Papst diese Frage stellten
und beantworteten, prügelte man lieber auf die "Kuschelrede" des Persers ein.
Doch der iranische Präsident, dessen Politik hier keineswegs verteidigt wird,
stellte zumindest die Frage, die sich Christen in dieser Weltsituation stellen
sollten, auch wenn er darauf keine christliche Antwort gibt. Er ist ja auch
Muslim und wird seinem islamischen Glauben gemäß eine Antwort geben. Doch die
kirchenchristlichen Politiker fragen nicht einmal nach der Quelle ihres Glaubens
und regen sich dann auch noch auf, wenn sie von Vertretern anderer Religionen
freundlich daran erinnert werden.
Und so dreht sich auch im Nahen Osten die
Spirale der Gewalt immer brutaler. Derweil spendete der
Papst seine unkonkreten "Friedenswünsche", verschwieg aber, wie die
verfeindeten Parteien den Frieden einleiten könnten. Er hätte dazu bloß die
Frage von Mahmud Ahmadinedschad nach Jesus zu wiederholen brauchen.
Stattdessen verweigerte auch der Papst im Jahr 2007 dem iranischen Präsidenten
dessen Wunsch nach einem Gespräch. Und warum war der Papst einmal mehr so
unkonkret? Weil sich die katholische Kirche in ihrer grausamen Geschichte selbst
nicht an konkrete Friedensschritte hielt und bis heute Waffen segnet und
Soldaten im Kriegseinsatz.
Israel: "Wir sind stärker"
Israels Regierungspräsident Ehud Olmert erklärte:
"Wir sind
[militärisch] stärker" (Focus online, 25.12.2008). Das denkt so
mancher und verlässt sich auf die Menge und die Grausamkeit seiner Waffen.
Aber am Ende wird die Rechnung auch hier nicht aufgehen - so wie in den
Zeiten der alten Propheten Israels wie Jesaja und Jeremia, als sich Könige und
Politiker ebenfalls auf ihre militärische Stärke verließen. Doch die
Gottespropheten lehrten sinngemäß: "Tut Gutes denen, die euch hassen," was
keineswegs naiv ist, sondern die realistische Chance, früher oder später das
Herz des Hassenden zu verwandeln. Und sie lehrten nicht: "Wenn derjenige, der
euch hasst, nicht tut, was ihr wollt, dann wendet Gewalt an ..."
Aktualisierung
[27.12.2008]: Zwei Tage nach dem päpstlichen "Urbi et Orbi" begann Israel am
Morgen des 27.12.2008, dem jüdischen Sabbat, plötzlich aus heiterem Himmel und
deutlich vor Ablauf eines zugesagten Ultimatums mit Bombenangriffen auf Gaza.
Am Sabbat dürfte nach jüdischem Glauben aber nicht einmal ein Feuer
angezündet werden. Und Kämpfen sei am Sabbat nur zur unmittelbaren
"Selbstverteidigung" erlaubt. Der Sabbat gilt als "Vorgeschmack auf die Freuden
im Jenseits"
(Wikipedia, 28.12.2008). Auch deshalb wurden die Moslems in Gaza vom
plötzlichen Bombenhagel überrascht.
Stern.de schreibt: "Alles hatte zuvor auf einen relativ
ruhigen Samstag hingedeutet. Militante Palästinenser hatten zwar in der Nacht
eine Rakete auf einen Kibbuz abgefeuert, aber auf die sonst üblichen Angriffe in
den Morgenstunden verzichtet. Die Bevölkerung von Gaza deckte sich mit
Lebensmitteln ein. Israel hatte am Freitag nach einer zehn Tage langen Blockade
rund 100 Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern, Medikamenten und Getreide
durchgelassen. Die Bewohner von Gaza freuten sich schon auf das ebenfalls
gelieferte Kochgas. "Wir leben hier wie in der Steinzeit. Wir essen nur
ungekochte Sachen wie Gemüse. Wir haben kein Kochgas und können keine Eier
kochen oder warmes Essen machen", sagte Umm Ramadan. Sie freute sich auch wieder
auf frisches Fladenbrot. Die meisten Bäckereien hatten wegen des Mangels an Mehl
und Gas schließen müssen" (27.12.2008).
Doch dann kamen die Flieger aus heiterem Himmel, gerade als sich die Bevölkerung
um Zugang zu gerade erst gelieferten Hilfsgütern bemühte.
Kein Segen, sondern wieder einmal die "Zeit des Tötens" - Wie lange noch?
Doch
jeder Gewaltakt ist gleichzeitig die Saat für den nächsten Gegen-Gewaltakt.
Und in unserer bis zur x-fachen möglichen Weltzerstörung exzessiv hochgerüsteten
Welt sind angeblich militärische "Lösungen" noch kurzlebiger als früher. Und
jede militärische "Lösung" trägt bereits die Keime für den nächsten Krieg in
sich, bis zum "finalen" "Showdown", wenn man nicht damit aufhört. Doch man
macht weiter, solange es den Glauben an gerechte oder sinnvolle Kriege gibt,
wie ihn auch die beiden Großkirchen (die katholische und die evangelische)
weiterhin lehren und solange das präzise Gesetz von Saat und Ernte und die
Gesetzmäßigkeit der Reinkarnation (siehe Der Theologe
Nr. 2)
abgelehnt werden, wie es z. B. die Kirche tut.
Israels Außenminister Ehud Barak sprach in
Anspielung auf Prediger Salomo, Kapitel 3 in der Bibel ("Töten hat seine
Zeit, heilen hat seine Zeit ... lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit,
Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit"): "Es gibt eine Zeit der Ruhe und
eine Zeit der Gefechte"
(Bild, 27.12.2008). Die großen Gottespropheten Israels wie Jesaja,
Jeremia oder Micha sprachen jedoch im Gegensatz zum Prediger Salomo nie von
einer "Zeit der Gefechte" oder einer "Zeit des Tötens"
(vgl. dazu "Der Theologe Nr. 8" - Wie der Teufel in der
Bibel hauste). Sie versuchten jeweils vergeblich, die Regierenden vor
einem Krieg und vor einem Vertrauen in militärische Stärke zu warnen. Denn die
Folgen waren jeweils verheerend: Unzählige Tote, Eroberung des Landes,
Verschleppung von Gefangenen usw. Doch dieses Mal hat man wohl so viele Waffen,
einschließlich Atombomben, um damit theoretisch die ganze Welt zerstören zu
können. Doch der Auftrag wäre eigentlich ein anderer: "In dir sollen gesegnet
werden alle Geschlechter auf Erden" (1. Mose 12, 3). Und Abraham, der
erste Empfänger dieser Verheißung, hatte bekanntlich bei der Landfrage gegenüber
seinem Neffen Lot nachgegeben (1. Mose 13).
Kein Herz wird gewonnen
Aktualisierung
[28.12.2008]: Neue Luftangriffe. Schwer vorstellbar, dass Israel so auch nur
das Herz eines einzigen Palästinensers gewinnen kann. Die furchtbare
Ernte auf diese Saat wird wohl bald folgen. Und selbst wenn es einem gelänge,
alle vermeintlichen Feinde umzubringen: Da hilft dann kein Beten mehr und kein
Klagen, keine neuen Gelder und Waffen, kein Blanko-Scheck für jede Art von
Gewalt von mächtigen Verbündeten und kein Papstbesuch. Bald würden sie wieder
"auferstehen". Und wie ... Immerhin forderte der Papst am 28.12.2008 einen
sofortigen Waffenstillstand, der von Israel mit klaren Worten abgelehnt wurde
(Spiegel online, 28.12.2008).
Auch die gleich lautende Forderung der UNO lehnte Israel
ab. Israel gehe es nach den Worten seines Ministers Ehud Barak vielmehr um die "Umkehrung
der Spielregeln". Und solange die Regierung Israels letztlich über
Blanko-Scheck des Westens und seiner Großkirchen für jeden Krieg verfügt und
nicht die geringste Sanktion befürchten muss, kann sie Politiker-Appelle als
bloße Rhetorik abtun.
Währenddessen wird die Situation der
Eingeschlossenen immer verzweifelter: "Blutüberströmte Männer rufen nach einem
Arzt oder einer Krankenschwester, doch die Mediziner wissen kaum, bei welchem
zerfetzten Körper sie anfangen sollen", schreibt z.B. Spiegel online
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598555,00.html). In Israel
feiert man unterdessen noch bis zum 29.12.2008 das Chanukka-Fest anlässlich der
Wiedereinweihung des Tempels im Jahr 164 v. Chr., nachdem die griechischen
Besatzer dort zwischenzeitlich Schweine anstatt von Rindern, Schafen und Ziegen
auf dem Opferaltar verbrannten.
Aktualisierung [29.12.2008] - Israel
zerstört weiter einen Ort nach dem anderen, der irgendwie mit der Hamas oder
eines ihrer Mitglieder in Verbindung steht oder stehen soll, was letztlich die
gesamte Infra-Struktur betrifft, denn die Hamas stellt auch die Regierung und
Verwaltung in Gaza und sie unterhält auch die sozialen Einrichtungen (und hat ja
auch die Wahl im Jahr 2006 gewonnen). So ist auch für die Palästinenser nicht
klar, wer oder was genau alles auf den Abschuss- bzw. Todeslisten der Israelis
steht. Und glaubt man in Israel tatsächlich, auf diese Weise die von
Palästinensern ausgehende Gewalt stoppen zu können?
PS: Bereits im Jahr 2002 hatte Israel den mit Geldern aus Deutschland,
Spanien, Saudi-Arabien, Ägypten und Japan finanzierten Flughafen in Gaza-Stadt
zerbombt (Wikipedia, 29.12.2008) und seither eine Wiedereröffnung
verhindert.
25.12. / 26.12.2008 -
"Weh euch Reichen!" (Jesus) - Die etwas andere Weihnachtserfahrung: Papst und
Bischöfe kommen nicht durchs Nadelöhr
-
"Weh euch Reichen!" ruft Jesus (Lukas 6,24).
"Weh euch, die ihr jetzt satt seid! Denn ihr werdet hungern!" (V. 25)
Worte aus der Vollmacht. Und: "Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein
Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme" (Lukas 18, 25).
Seit Jahrzehnten verniedlichen die großen Kirchen das gewaltige
Weihnachtsgeschehen und ziehen dem später erwachsen gewordenen Jesuskind einen
Zahn nach dem anderen.
In diesem Jahr konnte man jedoch nicht anders als die Praktiken, die in die
Finanzkrise führten, zu kritisieren, nachdem ein Bischof sich z. B. noch
zu Jahresanfang, also bevor die Krise offenkundig wurde, gegen die Begrenzung
von Managergehältern aussprach (siehe
hier). Doch ob der Papst redet
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598350,00.html)
oder die Bischöfe
(http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/kultur/952/452654/text/)
- alles bleibt letztlich kraftlos, blass und unverbindlich.
Heribert Prantl, ein Journalist der Süddeutschen Zeitung, ist nur einer,
der den Theologen ein großes Stück voraus ist, wenn er z. B. schreibt: "Von
Jesaja bis Maleachi haben die Propheten Wirtschaftskriminalität und Korruption
angeprangert, Gott als den Gott der Armen und der kleinen Leute verkündet und
die Verlogenheit eines Kults angeprangert, der Gott benutzt, aber nicht ehrt. ´Ich
hasse eure Feste, ich kann eure Feiern nicht riechen, eure fetten Heilsopfer
will ich nicht sehen, euer Harfenspiel nicht hören.` Feiern angesichts
schreiender Ungerechtigkeit empfindet der Prophet Amos als gotteslästerlich. Vor
dem Feiern kommt anderes: ´Das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie
ein nie versiegender Bach`. Das ist eine zornige, strenge und tröstliche
Weihnachtsbotschaft. Darin steckt das innere Feuer für eine bessere
Lebensordnung" (http://www.sueddeutsche.de/politik/907/452610/text/3/).
In den Kirchen hört man solches in der Regel nicht oder nur unverbindlich
allgemein oder bis zur Unkenntlichkeit verharmlost. Die Bischöfe stehen
derweil mit ihren feinen Gewändern, teuren Ringen, hohen Mützen und goldenen
Krummstäben vor dem Nadelöhr. Im Gepäck hat jeder einen Teil des
milliardenschweren Vermögens seiner Kirche: ein paar Goldbarren,
Immobilienbriefe und Wertpapiere aller Art, hinzu genügend Schweizer Franken.
"Für eine andere Zeit", so rechtfertigen sich zur Verblüffung der Umstehenden
einige der Würdenträger, damit die Kirche dann, wenn es so weit sei, etwas geben
könne.
Doch diese Zeit hat schon lange begonnen. Täglich klopfen Frauen, die im
neunten Monat schwanger sind wie Maria, an die schweren Tore der Kirche.
Oder Kinder, die etwas anderen brauchen als einen kirchlichen Segen oder ein
paar Almosen aus dem Topf der staatlichen Subventionen. Und so stehen die
Amtsträger ratlos vorm Nadelöhr und kommen nicht durch - auch wenn man schweren
Herzens ein paar Goldbarren zurücklässt oder den Spitzhut abnimmt oder erst den
Krummstab durchwirft, um dann hinterher kriechen zu wollen. Es geht nicht. Auch
der Bauch ist bei manchem ein großes Hindernis.
In viele Einzelteile verpackt steht auch der Stuhl Petri vor dem
Nadelöhr, doch nicht einmal die einzelnen Stücke passen durch. Man müsste ihn
weiter zersägen und zu Kleinholz schreddern, doch dann würde man ihn hinter dem
Nadelöhr nicht mehr wieder zusammenbauen können. Und so stellen sich die
Würdenträger vor das Nadelöhr und fangen an zu predigen, die Hostie zu
verteilen und zu beten, dass das Nadelöhr sich vergrößere. Doch da können sie
lange warten.
Und so bewahrheitet sich in diesen Tagen einmal mehr das Wort des Jesus von
Nazareth: "Weh euch Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das
Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein und die
hineinwollen, lasst ihr nicht hineingehen" (Matthäus 23, 13).
20.12. / 23.12.2008 -
Unser Tipp zu Weihnachten: Betreten Sie keine
Kirche aus Stein, sondern zünden Sie eine Kerze an, als Symbol des inneren
Lichts, und treten Sie ein in den inneren Tempel, wie es Jesus uns lehrt
- Der CDU-Vorstand in Baden-Württemberg Thomas
Volk forderte angesichts von eventuell vollen Kirchen an Weihnachten "´Ich bin
dafür, dass Messen am 24. Dezember nur für Kirchensteuerzahler offen sind. Wer
nicht in der Kirche sei, müsse auf Gottesdienstbesuche verzichten" (Bild,
22.12.2008). Und der Berliner FDP-Fraktionschef Martin Lindner forderte ein
Sitzrecht für alle Kirchenmitglieder an Heiligabend. Die Kirchenführer
reagierten aus verschiedenen Gründen ablehnend. Vom Unterbewusstsein her ist es
wohl das Gefühl, wenigstens am Heiligabend von der Bevölkerung "gebraucht" zu
werden, gleich ob Kirchensteuerzahler oder nicht. Doch die kirchlichen
Gottesdienste sind letztlich ein Hohn auf den Mann aus Nazareth, der später als
Erwachsener keine Kirchen aus Stein, keine Kanzeln, Altäre und Talare, keine
Pfarrer und Priester und keine kirchlichen Zeremonien wollte und dessen Lehre
vielfach nicht mit der späteren kirchlichen Lehre übereinstimmt (siehe dazu
Der Theologe Nr. 25).
Deshalb unser Tipp zu Weihnachten:
Betreten Sie gar keine Kirche aus Stein, sondern zünden Sie eine Kerze an, als
Symbol des inneren Lichts, und treten Sie ein in den inneren Tempel, wie Jesus
uns lehrt: "Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür
zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das
Verborgene sieht, wird dir´s vergelten" (Matthäus 6, 6). Und wer es im
Äußeren etwas festlicher möchte, kauft einfach ein paar Fackeln und geht mit
Familie oder Freunden in den Wald. Dort kann man dann z. B. die
Weihnachtsgeschichte vorlesen - und es ist viel realistischer als in der
vollgezwängten Kirche mit dem ganzen Kult und dem Brimborium darum herum, das
Jesus ein "Gräuel" wäre.
Dazu auch unser Lese-Tipp: "Der Theologe
Nr. 37": Der blutige Tempelkult und der Schöpfergott im eigenen Herzen.
Vgl. dazu auch vegetarische Weihnachtsmenüs unter
http://www.lebegesund.de
11. / 18. / 25.12.2008 -
Neuer Höhenrekord - 33 m hohe und 120 Jahre alte
Fichte für den Vatikan abgeschlagen - Heuchlerische Papstrede -
Neben den Millionen von arglosen Tieren, die zum kirchlichen Weihnachtsfest
geschlachtet werden, werden auch Millionen von Fichten und Tannen, die im vollen
Lebenssaft stehen, alljährlich für das Fest umgehauen, allein in Deutschland 16
Millionen - ein Brauch, der sich im kirchenchristlichen Deutschland seit dem
Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert entwickelt hat und sich von dort weltweit
verbreitet hat (siehe
hier). Dass
diese Tradition einem Todesurteil für die stattlichen Bäume gleichkommt, wird
meist ignoriert. Und dass dieses Brauchtum in Zeiten gigantischen weltweiten
Waldsterbens zudem ein Hohn ist, kommt noch hinzu. Das hindert die Kirche jedoch
nicht daran, mit die jeweils größten "Christbäume" in einem Dorf oder in den
Städten für sich abholzen zu lassen (bereits der Name "Christbaum" ist dabei ein
Unding, denn Christus hat nie Bäume zur Pflege eines Brauchs abhacken lassen).
Ein neuer Höhenrekord wird dabei 2008 im Vatikan erzielt. "Seit 120 Jahren" ist
eine monumentale Fichte aus dem Klostertal bei Gutenstein im Bezirk Wiener
Neustadt auf 33 m Höhe angewachsen. Die bisherige Rekordhöhe eines Vatikanbaumes
war 31,5 m. Das Gewicht des diesjährigen Baumes im Vatikan ohne Wurzel beträgt,
wie man wog, neun Tonnen (vol.at, 28.11.2008). Dem Alter zufolge
wäre der 33 m hohe Baum also um 1888 gepflanzt worden. Jetzt lässt man
ihn nach 120 Jahren Leben auf dem Petersplatz in Rom also in ein paar Tagen
allmählich sterben. Zum Vergleich: Der im Vergleich zu anderen Bäumen
"riesige" Weihnachtsbaum, der während der Straßenunruhen in Athen abbrannte, war
"nur" 20 m hoch. Und der große traditionelle Weihnachtsbaum, den die USA
alljährlich vor dem Kapitol in Washington aufstellen lässt, ist in diesem Jahr 8
m hoch. Auch er wirkt bereits riesig, wenn man daneben die Menschen stehen
sieht.
Bäume sterben nicht mit
Getöse. Sondern schier unmerklich und langsam zieht sich das Leben aus ihnen
zurück, wenn man sie, für die Pflanze schmerzvoll, fällt. Oder wenn man ihre
Wurzeln bzw. ihre Verbindung zum Erdreich kappt. Deshalb ist der
Weihnachtsbaum auch ein Symbol der Warnung. Er stirbt, so wie sich auch immer
mehr Tier- und Pflanzenarten in riesiger Zahl, doch schier unmerklich von diesem
Planeten Erde verabschieden und die Menschen mehr und mehr ihrem eigenen
Schicksal überlassen.
Während also auch das
Sterben dieser monumentalen alten Fichte im Angesicht des Stuhles Petri begonnen
hat, veranstaltete die Kirche ihr Kult-Brimborium darum herum: Mit dem Segen des
Heiligenkreuzer Abtes Gregor Henkel-Donnersmarck begann der aufwändige
Tieflader-Spezialtransport der Fichte vom österreichischen Klostertal nach Rom.
In Rom angekommen wurde die riesige Fichte neben dem Obelisken in einen
tonnenschweren Sockel gesenkt und mit Drahtseilen gesichert. Und am Freitag, den
12.12.2008 hatten Diözesanbischof Klaus Küng aus St. Pölten und der
niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll mit 850 römisch-katholischen
Pilgern im Gefolge den Rekord-Baum an Papst Benedikt XVI. übergeben. Neben dem
Heiligkreuzer Abt Henkel-Donnersmark waren auch die Äbte Georg Wilfinger (Stift
Melk) und Christian Haidinger (Altenburg) zur Baumübergabe mitgereist.
Gleichzeitig verlieh Erwin Pröll Joseph Ratzinger die Statuette des "goldenen
Heiligen Leopold" als Ehrenauszeichnung für den Kirchenführer. Und sozusagen als
abgehackte Zugaben schenkte die Abordnung aus Niederösterreich dem Vatikan auch
40 kleinere Weihnachtsbäume für die Audienzhalle und die Kurienbehörden
(kathweb.at, 11.12.2008). In seiner Dankesrede sagte Benedikt XVI. über den
Baum: "Seine aufstrebende Gestalt, sein Grün und die Lichter auf seinen Zweigen
sind Symbole des Lebens" (Radio Vatikan, 12.12.2008).
Doch schon bald, im neuen Jahr 2009, liegt der
jetzt wurzellose Baum wieder quer, das Grün ist zu Fahlgelb verwelkt und die
Lichter alle abmontiert. Was ist der Baum im Vatikan dann für ein Symbol? Wer
Ohren hat zu hören, der höre!
Zunächst war der Baum jedoch mit der Rekordzahl
von 2.000 Christbaumkugeln sowie Lichterketten und Girlanden - sozusagen als
festliche Sterbehilfe - geschmückt worden. Und am Samstag, den 13.12.2008, wurde
der Baum in Anwesenheit von Kurienkardinal Giovanni Lajolo "illuminiert", wie
vol.at schreibt, also künstlich beleuchtet. Und am Sonntag, den
14.12.2008, erfolgte als Abschluss der Baumübergabe auch noch eine Messe im
Petersdom mit den Altenburger Sängerknaben, den Ziersdorfer Turmbläsern und
allen österreichischen Priestern, die sich derzeit in Rom aufhalten. Der Baum
stirbt derweil weiter, was jedoch mit den heuchlerischen Worten von den
"Symbolen des Lebens" vernebelt wird. Erinnert sei dazu auch an die Ansprache
von Papst Benedikt XVI. zur vorletzten Weihnachtsbaum-Übergabe im Jahr 2007.
Damals stammte der Baum aus Südtirol in Italien. Nach net-tribune.de vom
17.12.2007 erklärte der Papst damals, "die Tanne sei ein Symbol für das
Weihnachtsfest, denn mit ihren immergrünen Blättern erinnere sie an das Leben,
das nicht sterbe". Eine solche Rede könnte man vielleicht in einem gesunden Wald
halten, doch vor einem
abgeschlagenen
Baum ist es alle Jahre wieder eine Scheinheiligkeit, denn schon nach einigen
Tagen verwelken bekanntlich die "immergrünen Blätter" = Nadeln der Tanne oder
Fichte, und würden beim Schütteln abfallen. Zurück bleibt immer nur ein kahles
Baumgerüst, das nur noch daran erinnert, dass hier ein einst stattlicher Baum
(der nebenbei zwei Weltkriege überlebte) sinnlos und nur für eine diffuse
religiöse Kult-Gefühlsduselei der Gläubigen sterben musste.
Nach Weihnachten: Das Ende der Bäume
ist jetzt unübersehbar.
PS: Ein neuer Rekord auch in
Deutschland: In der reichsten römisch-katholischen Diözese der Welt, in
Köln in Deutschland, deren Dom den Petersdom in Rom an Höhe deutlich
überragt, wollte man natürlich auch beim Weihnachtsbaum nicht "kleckern". Man
schlug dazu eine 25 m hohe monumentale Fichte ab, "den größten Weihnachtsbaum
des Rheinlands" (koeln-journal.de)
und nicht ganz in Deutschland, denn auf dem Münchner Marienplatz stellte
man mit einer 27 m hohen todgeweihten Fichte wohl ebenfalls einen Rekord-Baum
auf (nach 22 m im Jahr 2006 und 26 m im Jahr 2007). Der sterbende Baum in Köln
wurde dafür mit deutlich mehr Lämpchen als in München geschmückt, nämlich mit
140.000 (gegenüber mageren 3.000 in München), was zu einem neuen Eintrag in das
Guinness-Buch der Rekorde führte (koelnerweihnachtsmarkt.de).

PS:
Wer auf einen Weihnachtsbaum nicht verzichten will, kann ja auch einen edlen
Baum mit künstlichen Nadeln in seinem Wohnzimmer schmücken. Und für wen es
unbedingt eine lebendige Pflanze sein muss, der kann ja eine Fichte im Wald
schmücken. So waren offenbar auch die Ursprünge dieses Brauchs zur
Wintersonnenwende im antiken Mithras-Kult.
Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Chile. Dort ist der Handel
mit gefällten Tannenbäumen verboten. Es dürfen nur Bäume mit Wurzel verkauft
werden. Die meisten an der Tradition orientierten Christen schmückt zu
Weihnachten schöne Kunst-Bäume, die in jedem Jahr wieder verwendet werden können
(siehe Bild links).
Lesen Sie dazu auch eine etwas andere Weihnachtsgeschichte für
Kinder und Erwachsene: Der lebenden
Weihnachtsbäume
14.12. / 20.12.2008 / 15.12.2009 -
Seit Befreiung des Landes durch die USA:
Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak / 2.500 Irak-Flüchtlinge nach
Deutschland / Afghanistan-Krieg: "Sieg" mit der Brechstange? -
Ca. 1,3 Millionen Mitglieder verschiedener Kirchen lebten bis zum Jahr 2003
friedlich im Irak. Für die kirchlichen Minderheiten galt die Religionsfreiheit,
und Außenminister war sogar der chaldäische Christ Tariq Aziz. Dann befreite die
Regierung der USA und ihre "Koalition der Willigen" mit dem vielfachen Segen des
kirchlichen Gottes das Land gewaltsam von der Herrschaft Saddam Husseins.
Tausende von Menschen wurden dabei getötet.
Und seither ist es auch mit dem seit ca. 1.400 Jahre währenden friedlichen
Miteinander von Muslims und Christen im Land vorbei. Die Früchte des Krieges
werden geerntet, und das Land versinkt in unkontrollierbarer Anarchie und Chaos.
Und nach Anschlägen und Verfolgungen durch islamische Extremisten sind jetzt nur
noch ca. 300.000 Kirchenmitglieder im Land. Und immer mehr fliehen in
Nachbarländer oder nach Europa, und sie bekommen dort auch Asyl. Ende des Jahres
2008, so ist zu hören, spitzt sich die Lage weiter dramatisch zu, und man
gedenkt in europäischen Kirchengemeinden gerade im Advent der leidenden Christen
im Irak. Dabei hat der kirchenchristliche Westen doch das Land mit Tonnen von
Bomben (die zahllose Menschen und auch Tiere in Stücke gerissen haben) "befreit"
und anschließend Milliarden über Milliarden an "Wiederaufbauhilfe" investiert.
Gleichzeitig muss er jedoch immer mehr Bürgern des von ihm "befreiten" Landes
Asyl gewähren. Was also ist aus der "Befreiung" geworden?
Der Fluch des Irak-Krieges, der mit
nachweisbaren Falschinformationen des US-Geheimdienstes CIA begründet wurde
und bei dem auch die UNO und das Völkerrecht missachtet wurden, trifft die
westlichen Kriegsherren immer stärker. Und immer mehr Menschen wird bewusst:
Auch der Krieg gegen den Irak stand wie alle Kriege im krassesten Gegensatz zum
Friedenslehrer Jesus von Nazareth. Gleichzeitig behaupten aber die
Kriegsverantwortlichen, sie wären Christen. Und deren Bischöfe sind auch noch
stolz auf ihre prominenten Mitglieder. Damit verhöhnen sie Christus einmal mehr
und erwecken zudem in der islamischen Welt den Eindruck, der Gott der Christen
würde solche Kriege billigen oder befürworten. Nun darf man sich nicht wundern,
wenn der Hass sich mehr und mehr gegen diejenigen richtet, die dem Namen nach an
denselben Gott glauben wie die Eroberer und Besatzer. Und auch in anderen
überwiegend islamischen Ländern steigert sich der Hass auf den kirchlichen Gott
des Westens und den falschen Christus der Institutionen Kirche, der im so
genannten Abendland überwiegend verehrt wird, immer mehr. Der echte Christus
lehrte in der Bergpredigt "Tut wohl denen, die euch hassen"
(Lukas 6, 27).
Das könnten in einem ersten Schritt Verhandlungen sein, wie es z. B. der
afghanische Präsident Hamid Karzai gegenüber den Taliban fordert; und zwar
Verhandlungen, bei denen man nicht selbstgerecht auf dem hohen Ross sitzt.
Doch die Anhänger des falschen Christus des Westens schmieden schon wieder an
neuen Kriegsplänen.
PS: Zudem wollen die USA im Jahr 2009 30.000 zusätzliche Soldaten nach
Afghanistan schicken, um den Krieg gegen die Taliban jetzt mit der Brechstange
zu "gewinnen" (Netzeitung, 20.12.2008; siehe dazu auch
unten).
Aktualisierung
[15.2.2009]: Die ersten 2.500 Flüchtlinge aus dem Irak treffen im März in
Deutschland ein (Bild, 15.2.2009)
8.12.2008 -
Pfarrer warten jahrelang auf Stelle - bei
vollen Bezügen -
Weil keine Kirchengemeinde sie will, sind in der
Evangelischen Kirche im Rheinland "130 Pfarrer ... für lange Jahre im Wartestand
- mit vollen Bezügen" (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern
Nr. 48/2008). Und der Staat leistet Personalzuschüsse in Millionenhöhe.
In den anderen evangelischen Kirchen in Deutschland werden den Kirchengemeinden
unbeliebte Pfarrer nach einem bestimmten Modus von der Kirchenleitung "aufs Auge
gedrückt" - mal entscheidet z. B. die Kirchengemeinde, das nächste Mal die
Kirchenleitung. Auf diese Weise muss eine Gemeinde im Extremfall ca. 35 Jahre
lang einen Pfarrer als "Chef" ertragen, den sie niemals wollte. Alles zusammen
ein Unding in unserer Zeit.
Jesus wollte überhaupt keine Pfarrer und Priester
und auch keine Institution Kirche, und wer Jesus nachfolgen will, sollte aus der
Kirche aussteigen und nach den Spuren des Mannes aus Nazareth in unserer
Gesellschaft suchen, die ihn zu ganz anderen Orte führen werden.
8.12.2008 / 18.12.2009 -
Unschuldige Tiere als Opfer der Menschen -
Grausame Schlachtungen im kirchlichen Christentum, Judentum, Islam und
Hinduismus / Für ein Weihnachts- und Silvestermenü vegetarisch -
Ob die jüdischen Schlachtfeste, das islamische
Opferfest, das grausame hinduistische
Opferfest für die Göttin Gadhimai in Nepal (300.000 Tiere werden vor 1.000.000
schaulustigen Menschen massakriert und das Fleisch hinterher an die Menschen
verteilt) oder das kirchliche Weihnachts- oder Osterfest: In jedem Fall sind die
Tiere die Leidtragenden dieser religiösen Praktiken. So könnte man zunächst
fragen: "Was wäre das für ein Gott, der durch Tierschlachtungen gnädig gestimmt
werden müsste?" Im kirchlichen Christentum wurden diese Götzen-Opfer nun durch
einen angeblich freiwilligen Opfertod von Jesus ersetzt
(siehe dazu
hier). Doch bleibt
damit auch der kirchliche Gott ein Gott, der einst ein solches Blutopfer für
seine heutige "Gnade" brauchte, in diesem Fall angeblich das seines eigenen
Sohnes. Und den Tieren wurde dadurch überhaupt nicht geholfen hat. Im Gegenteil:
Als "Dank" für dieses "Opfer" bringt man dafür im Kirchenchristentum mehr Tiere
um als je zuvor. Sie werden statt zu religiösen Opferzwecken nun jedoch zu
Millionen als Festtagsbraten für den eigenen Gaumengenuss der Gläubigen
"geopfert", was unzähligen Tieren mehr den grausamen Tod bringt als in anderen
Religionen, wo man mit einer Schlachtung noch einen Gott "gnädig" zu stimmen
versucht.
Ausgerechnet die Sperrung des Gaza-Streifens durch
das israelische Militär rettete jetzt wenigstens einigen Schafen vorläufig das
Leben, die für das Opferfest ins Land geschmuggelt werden sollten und entdeckt
wurden. Ohne Arg vertrauen die Schafe der Bestie Mensch. So wie unzählige
Tiere noch ohne Arg derzeit in den kirchenchristlichen Ländern auf ihr
qualvolles Ende warten - zum Horror des Jahres für die Tierwelt, dem
Weihnachtsfest.
Eine Alternative dazu wäre ein vegetarisches
Weihnachts- und Silvestermenü
(Rezepte z.B. unter
http://www.lebegesund.de)
und grundsätzlich auch religiöse Feste ohne Tiertötungen bzw. ohne
Fleischmahlzeiten. Und es braucht ein Land, wo Tiere weder gejagt noch
geschlachtet werden (siehe z. B. der Ansatz bei
www.gabriele-stiftung.de)
und wo schon eine kleine Ahnung von dem Schöpfungsfrieden wahrnehmbar ist,
den der Prophet Jesaja für das kommende Friedensreich verkündete: "Da
werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern.
Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Rinder miteinander treiben.
Kühe und Bären werden zusammen weiden, und Löwen werden Stroh fressen wie die
Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind
wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. Man wird nirgends Sünde tun
noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land wird voll der
Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer bedeckt" (11, 6-9).
|
Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt. (Leo Tolstoi) |
Hier spricht der Prophet deutlich aus, dass
Tiere, die heute noch
"Raubtiere" sind, einst
friedfertig leben und sich nicht mehr von dem Fleisch anderer Tiere ernähren
werden. Dies ist natürlich nicht von heute auf morgen möglich. Doch die
Voraussetzung ist zunächst die Umkehr des brutalen Räubers und Jägers Mensch,
der im Unterschied zur aktuellen Situation mancher Tierarten gar nicht auf
Fleisch angewiesen ist. Kehrt der Mensch um, dann wird auch in der Tierwelt ganz
allmählich der ursprüngliche Frieden der Schöpfung Gottes wieder einziehen und
der Planet Erde würde sich nach und nach umgestalten. Denn die heutigen
Raubtiere wurden in der Evolutionsgeschichte vor langer Zeit erst durch den
Jäger und Schlächter Mensch ebenfalls zu Jägern und Tötern.
Noch werden
Menschen heute ausgelacht, die glauben, dass der Prophet Jesaja Recht hat und
dass die Entwicklung wieder in die von ihm prophezeite Richtung gehen sollte.
Die Zukunft wird jedoch zeigen, welche Form der Zivilisation überlebt und welche
nicht.
Siehe dazu auch unsere
Meldung vom 22.11.2008.
8.12.2008 -
Die Angst geht um im Vatikan - Verstärkte
Bewaffnung -
"Seit Monaten mehr sich die Drohungen gegen
den Vatikan", so Bild am 6.12.2008. "Der Papst musste handeln.
Die Gendarmerie erhielt eine moderne, neue Uniform und dazu Waffen. Jetzt
müssen die Gendarmen des Papstes wieder Schießtraining absolvieren." Und der
Journalist, der im Vatikan akkreditiert ist, schreibt: "Keiner spricht gern
darüber, aber nach dem Bombenanschlag in Bombay ist es noch deutlicher zu
spüren: Die Angst geht um im Vatikan."
Zum Hintergrund: Neben den Gendarmen gibt es im Vatikan die bekannte
Schweizergarde. Und über sie heißt es in dem Artikel wörtlich: "Die
Schweizergardisten trainieren regelmäßig mit der Schweizer Armee und sind
mit Pistolen vom Schweizer Hersteller SIG Sauer und mit Sturmgewehren
ausgerüstet."
Was ist ein Sturmgewehr? "Nach taktischen Gesichtspunkten ist das
´Sturmgewehr` eine Handfeuerwaffe, welche die Einsatzbereiche des Gewehrs,
gegebenenfalls sogar eines Scharfschützengewehrs, und einer Maschinenpistole
gleichermaßen abdecken soll," so das Internet-Lexikon Wikipedia
(Stand: 8.12.2008). Die Eigenschaften: "Zielgenaues,
durchschlagskräftiges Einzelfeuer im Fernkampf" und "Hohe Feuerdichte im
Nahkampf".
Der Historiker Karlheinz Deschner sagte dazu in einem Interview:
"Nein, Kriege, Kriege in eigener Regie, führt
der Papst inzwischen keine mehr, nicht mehr gegen Heiden und nicht mehr
gegen Christen, weil man ihm alles, womit er Jahrhunderte lang Kriege
geführt, weggenommen hat - Truppen, Generäle, Schlachtschiffe, Kanonen,
Festungen, Waffenfabriken. Doch gibt es Möglichkeiten, die Menschen auf
andere Weise, gleichsam friedlicher zu bekämpfen. Ideologisch, durch
dogmatischen Wahnsinn, der sich ja nie mit dem bloßen Glauben begnügt, der
"missionieren", ausgreifen will; durch Unterstützung einer desaströsen
Gesellschaftsmoral, die die Armen zugunsten der Reichen betrügt; durch eine
desaströse Sexualmoral, die im Mutterschoß schützt, was sie preisgibt im
Krieg ... Im Übrigen ist das Papsttum, seine ganze Geschichte beweist es,
intolerant durch und durch, ist tolerant nur, wenn es die Opportunität
erheischt, wenn es zweckdienlich ist, wenn es einfach nicht mehr anders
geht, aber nur dann!" (Main-Post, 1.10.2008)
So nützt es auch nichts, wenn man heute zur
angeblich besseren Sicherheit das Schwert oder die Lanze durch Pistolen und
Sturmgewehre ersetzt. Die Angst wird bleiben, solange man z. B. weltweit so
genannte Militärseelsorge betreibt, um die Soldaten in ihren Kriegen zu
stärken. Irgendwann schlägt der Kriegsgegner zurück und trifft dann
vielleicht auch diejenigen, die bis heute den Soldaten mit ihren Segnungen
immer wieder ein gutes Gewissen verschaffen.
22.11. / 27.11. / 7.12.2008 -
Thanksgiving Day in den USA: Bestialisches
Brauchtum; US-Gouverneurin Sarah Palin plaudert in die Kamera, während
Truthahn live geköpft wird / Kirche verfluchte Vegetarier -
Jährlich werden in den USA 50 Millionen Truthähne geschlachtet und
aufgegessen, im Durchschnitt also ca. 136.000 am Tag, ca. 95 pro Minute.
Dafür wurden Hinrichtungsmaschinen entwickelt, in die der lebendige Truthahn
kopfüber hineingesteckt wird. Dann wird ihm dort der Kopf abgerissen und der
Schlachter zieht den Rumpf wieder heraus. Vor allem zum Thanksgiving Day,
dem amerikanischen Erntedankfest an jedem 4. Donnerstag im November (also in
diesem Jahr am Donnerstag, den 27.11.2008), werden in den Familien die zuvor
furchtbar gemästeten und gequälten Mitgeschöpfe des Menschen verzehrt.
Passend dazu auch eine kannibalische Zeremonie: "Ein bekannter Brauch an
Thanksgiving ist das Brechen des Gabelbeins (wishbone) des Truthahns.
Hierzu wird dieser Knochen getrocknet und dann von zwei Festteilnehmern mit
je einem kleinen Finger auseinander gezogen. Derjenige, dessen Stück nach
dem Bruch das größere ist, hat einen Wunsch frei" (Wikipedia,
Thanksgiving, Stand: 22.11.2008).
In der Gouverneurs-Familie Palin ist die Gouverneurin selbst für die
Besorgung des Truthahns zuständig. Dies sagt sie, nachdem hinter ihr im Bild
gerade ein Truthahn in der Hinrichtungsmaschine geköpft wurde. Siehe
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/11/21/sarah-palin-interview/truthaehne-geschlachtet.html.
Die Redakteure von bild-online fragen, ob man die Politikerin mit den
Filmaufnahmen vielleicht herein gelegt habe. Aber wieso herein gelegt?
Was man sieht, ist nun mal die Realität, und dies sind nun mal die üblichen
"Vorarbeiten"
für die Festessen der Menschen. Und man sollte niemals ausblenden, was vor
jedem Fleischmahl geschieht. Und was die evangelische Bibelanhängerin
Sarah Palin betrifft: Sie ist ja selbst als zigfache Tiertöterin bekannt
(siehe hier). Warum sollte sie also
herein gelegt worden sein? Was man sieht, ist Bestandteil ihrer Welt.
Sarah Palin darf zwar nach der verlorenen Wahl nun nicht die Welt
mitregieren, sondern muss sich auf Alaska beschränken. Doch das Töten gehört
auch zur Welt von Hillary Clinton, die als künftige
US-Außenministerin vermutlich in Zukunft die mächtigste Frau der Welt ist.
Siehe dazu unsere Nachricht hier.
Übrigens gibt es in den USA auch den zynischen "Brauch",
dass der Präsident zwei Truthähne "begnadigt" (im Vergleich dazu:
50 Millionen Truthähne werden pro Jahr geschlachtet, den meisten davon bei
lebendigem Leib unbetäubt der Kopf abgerissen) zwei. In diesem Jahr fliegen
die "begnadigten" Tiere 1. Klasse nach Disney-Land, um dort als Attraktion
für die Thanksgiving-Parade missbraucht zu werden (siehe z. B.
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=925499&kat=267). Doch Tiere
spüren auch den Weh und den Schmerz, der ihren Artgenossen angetan wurde.
PS:
Diese Meldung ist keine spezielle Kritik an den USA und ihren Bräuchen.
Vergleichbare bösartige "Bräuche" gibt es auch in Europa und anderen
Kontinenten.
Die Hauptschuld daran trägt die Kirche. So ließ z. B. Papst Johannes
III. auf der offiziellen Synode der römisch-katholischen Kirche 561 in Braga
in Portugal verkünden:
"Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den
Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet
..., der sei mit dem Bannfluch belegt" (Cod. Alderspac. 184
membranac. Saec. XIV. zit. nach Ignaz von Döllinger, Beiträge zur
Sektengeschichte des Mittelalters, Bd. 2, München 1890, S. 295 f.).
Vegetarisch lebende Tierfreunde müssen nach römisch-katholischer Lehre
demnach in eine ewige Hölle.
Zum Vergleich: Im späteren römisch-katholischen "Himmel" soll man
später z. B. 264 Päpste wiedersehen, aber kein einziges Tier, denn Tiere
hätten angeblich keine unsterbliche Seele. Jeder Mensch mit Herz und
Gewissen wird deshalb im Jenseits diesen gespenstischen Ort wohl meiden.
9.11.2008 -
Spürbare Erhöhung der Kirchensteuer ab 1.1.2009: Deshalb: Kirchenaustritt
jetzt!
Still und heimlich kassieren die Kirchen wieder mit. Ab dem 1.1.2009 wird
die neue Abgeltungssteuer eingeführt, welche die bisherige
Kapitalertragssteuer ersetzt. Auf alle "private Kapitalerträge" kassiert der
Staat jetzt 25 % Abgeltungssteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag. Der
bisher verheimlichte Skandal: Auf die Abgeltungssteuer wird zusätzlich auch
noch Kirchensteuer drauf geschlagen, also 8 % in Bayern und
Baden-Württemberg und 9 % in anderen Bundesländern. Zusätzlich zu der
Kirchensteuer, welche die Kirchen sowieso schon bekommen.
Deshalb unser Tipp: Kirchenaustritt jetzt!
Alle Einzelheiten unter:
9./10.11.2008 -
1938-2008: 70 Jahre Reichspogromnacht und
die Verantwortung der Kirche -
Heute beklagen die beiden deutschen Großkirchen die Reichspogromnacht vom 9.
auf den 10.11.1938. Dabei kaschieren sie ihre eigene Mittäterschaft. Und sie
verschweigen, dass sich der kirchliche Kampf gegen Juden und "Sekten" ab den
60-er Jahren des letzten Jahrhunderts nur auf die "Sekten" konzentrierte,
nachdem die verbliebenen Juden in Deutschland nach dem Holocaust keine große
gesellschaftliche Rolle mehr spielten. Angesichts des 70. Jahrestages der
Reichspogromnacht sei beispielhaft an drei Sachverhalte erinnert.
An den Jubel des evangelischen Landesbischofs Martin Sasse, dass die
Synagogen gerade am 10. November brennen, dem Geburtstag Martin Luthers,
der ja einst gefordert hatte, die Synagogen in Deutschland in Brand zu
setzen. Siehe dazu hier.
Vgl. dazu auch einen
Kommentar aus jüdischer Sicht.
An das furchtbare Schicksal des jüdischen Staatskommissars Philipp
Auerbach im Nachkriegsdeutschland des Jahres 1952. Der Antisemitismus
nahm damals sogar wieder zu. Siehe dazu
hier.
An die mahnenden Worte des Holocaust-Überlebenden Professor Ernö Lazarovits
aus dem Jahr 2002, der angesichts des kirchlichen und staatlichen Kampfes
gegen religiöse Minderheiten darauf hinwies, dass wieder
"eine Behandlung von Andersgläubigen praktiziert wird, die man im Ansatz als
kollektives Schlechtmachen bezeichnen kann, so wie man uns seinerzeit den
´Judenstern` umhängte".
Siehe dazu hier.
9.11. / 17.11.
/ 7.12.2008 -
Schon wieder 37 Zivilisten zerfetzt -
Betrachtet NATO die Zivilbevölkerung in Afghanistan als Luft? Und verhindert
der Westen den Friedensschluss in Afghanistan? -
2.11.2008 -
Kirche spendiert Papst-Bruder Konzert für über
150.000 Euro -
Der 85. Geburtstag von Papst-Bruder Georg
Ratzinger am 15.1.2009 wirft seine Schatten voraus. Die Feier im Vatikan
kostet über 150.000 Euro, wovon das Bistum Regensburg 100.000 Euro
übernimmt,
"Gelder aus Steuermitteln,
Mieteinnahmen und Spenden"
(http://www.focus.de/panorama/welt/papstbruder-neuer-aerger-um-geburtstagsfeier_aid_345323.html).
Wie wäre es, wenn der Vatikan alle
"guten Katholiken" unter den Musikern bittet, einmal umsonst zu spielen.
Dann könnte man Eintritt verlangen und den Erlös für Not leidende Menschen
oder Tiere spenden. Und zur Feier des Tages (immerhin wird der Papst-Bruder
ja 85, der Papst selbst ist erst 81) schmilzt man von der eben auf den
Finanzmärkten erworbenen Tonne Gold mal 50 kg ab und legt den Gegenwert auf
den Konzert-Erlös oben drauf. Und wenn alles dann nicht nur eine PR-Maßnahme
zur Verbesserung des kirchlichen Images ist, sondern eine Herzensgabe, dann
würde einst der Mühlstein nicht so schwer sein, der einen irgendwann in den
Abgrund zieht.
2.11. / 7.11.2008 -
Obama-Berater: Sofort den Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der
Countdown für den großen Krieg?
- Während viele kritische US-Amerikaner
glauben, durch eine Wahl von Barack Obama zum Präsidenten etwas Gutes zu tun
und damit zumindest eine Angst erregende "bibelfundamentalistische"
Vizepräsidentin oder gar spätere Präsidentin Sarah Palin verhindern zu
können (vgl. z. B. unsere Meldungen vom 12.9.
oder vom 13.10.), brauen sich bereits die
dunklen Wolken am Horizont zusammen. Dennis Ross, außenpolitischer Berater
des nächsten US-Präsidenten Barack Obama, rät zusammen mit anderen
Kongressabgeordneten z. B. zur sofortigen Vorbereitung des Krieges gegen den
Iran, bei dem die USA bei Bedarf auch Atombomben einsetzen sollten.
Läuft also schon der Countdown für den nächsten großen Krieg? Und wird der
gläubige evangelische Kirchenchrist Obama in diesem Sinne auf seinen Berater
hören? (PS: Obama gehört der Vereinigten Kirche Christi an, die in
Kirchengemeinschaft mit der Union Evangelischer Kirchen in der EKD
(Evangelische Kirche in Deutschland) steht) Danach sieht es aus. Denn in
einer Rede am 4.6.2008 hatte sich Obama auch selbst schon ähnlich geäußert.
Neues Grauen und Elend würden folgen und eine weitere apokalyptische
Kettenreaktion.
Und nebenbei scheint alles eine Ablenkung davon zu sein, dass das Land
praktisch bankrott ist bzw. es scheint auch ein furchtbares Manöver zu sein,
um dem entgegen zu wirken. Als ob die Welt nicht sowieso schon an allen
Enden aus den Fugen gerät.
Kritische Zeitgenossen haben mittlerweile den Eindruck, niemand habe Barack
Obama mehr geholfen als die Bibelfundamentalistin Sarah Palin (PS:
Nach letzten Informationen sei sie unter Druck "immer ausgeflippt" und habe
z. B. auch nicht gewusst, dass Afrika kein Staat, sondern ein Kontinent sei
(Bild, 7.11.2008)). Um einen Einzug von ihr an der Seite von John
McCain ins Weiße Haus zu verhindern, hat sich eine ganze Allianz von
Künstlern, Nobelpreisträgern, Journalisten, Intellektuellen usw. hinter
Barack Obama versammelt. Und ob diese dann rechtzeitig aufgewacht sind,
falls Obama zuschlägt? Denn eines ist jetzt schon klar: Seine Rhetorik
löst nicht ein einziges Problem. Sie ist noch nicht einmal ein "Flicken",
mit dem man versuchen könnte eines der zahlreichen Lecks des Schiffes zu
stopfen.
Und alle Kriegsvorbereitungen mögen evangelisch oder katholisch sein (wie
der nächste Vizepräsident Joseph Biden) (siehe dazu auch
Der Theologe Nr. 6). Mit Christus haben sie
nichts zu tun.
Mehr dazu siehe
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/240230.html.
Siehe dazu auch unsere Meldung hier.
2.11.2008 -
Ex-Kultusminister in Spanien - "Die Kirche
sieht den Bürgerkrieg immer noch als Kreuzzug" -
Der spanische Bürgerkrieg von 1936-1939
kostete Hunderttausenden von Menschen das Leben. Dabei kam der Diktator
Franco auch dank massiver Unterstützung durch die Kirche an die Macht und
führte "gewaltsame Säuberungen" im Land durch. Erst nach seinem Tod im Jahr
1975 konnte sich Spanien mit Unterstützung von König Juan Carlos zur
Demokratie entwickeln. Doch Ex-Kultusminister Jorgé Semprun erklärt, wie die
Kirche heute weiterhin alte Seilschaften knüpft und die Gesellschaft
indoktriniert: "Von den
Republikanern ermordete Priester werden heute selig gesprochen. Die
Erinnerung an die getöteten Republikaner hingegen darf nicht wachgerüttelt
werden",
so Semprun. Oder: "Die Kirche
hat sich immer noch nicht kritisch distanzieren können von ihren Positionen
des Bürgerkriegs. Sie sieht den Krieg immer noch als Kreuzzug."
Ein Beispiel:
"Bei
den Prozessionen zur ´Semana Santa`, zur Karwoche, in Sevilla wird die
Statue der Jungfrau von Macarena durch die Straßen getragen. Niemand
erinnert daran, dass diese Statue noch heute, nach all den Jahren, bei den
Prozessionen die Schärpe von Francos General Queipo de LLano trägt. Queipo
de LLano ist der General, der Sevilla angegriffen hat, der für seine
Unterdrückung und seine faschistoiden Ansichten bekannt war"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,587669,00.html).
Der lange
kalte Atem der Kirche ist bekannt. Und der bekannte deutsche Philosoph Karl
Jaspers sagte einmal:
Nach wie vor stehe der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der
Kirche "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu
entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73).
31.10.2008 -
Evangelisch-lutherische Kirche verliert nochmals 200.000 Euro / Obere
Amtsträger werden in Deutschland vom Staat bezahlt
- Nachdem die Evangelisch-Lutherische
Kirche in Oldenburg schon durch die Pleite von Lehman Brothers 4,3 Millionen
Euro verloren hat, folgte nun ein weiterer Verlust von 200.000 Euro aufgrund
einer Einlage bei der US-Investmentbank Goldman Sachs, die jetzt in eine
sicherere Anlage umgewandelt wurde
(http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_artikel.php?id=1826705).
Der Vatikan hatte schon rechtzeitig vor Beginn der Finanzkrise zahlreiche
"unsichere" Anlagen u. a. in eine Tonne Gold umgewandelt (siehe
hier).
Bei dem 4,3 Millionen Euro Verlust handelte es sich kirchlichen Angaben
zufolge "nur" um "Zinsen aus [anderen] kirchlichen Rücklagen", Höhe
unbekannt. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg zählt zu den
kleinsten evangelischen Kirchen in Deutschland. Die Rücklagen der meisten
anderen evangelischen Kirchen sind folglich um einiges höher.
29.10. / 14.11.2008 -
Spielcasino Wirtschaft - So geht alles früher oder später kaputt / Kirche
mit im Boot der Reichen / USA: Geld aus dem staatlichen "Rettungspaket" für
Milliardäre und Millionäre
- Ohnmächtig merken Profi-Zocker, wie
schnell die Top-Zocker ihnen die Hosen ausziehen können. Was derzeit z. B.
mit den VW-Aktien passiert, zeigt, dass die Bosse aus dem Finanzdesaster
keine grundlegenden Konsequenzen für eine Verbesserung der Lage ziehen. Im
Gegenteil: Man versucht, das Casino "Wirtschaft und Finanzen" zum
Ego-Vorteil einiger weniger immer weiter zu perfektionieren. Diese stehen
dann am Ende ganz oben, während andere in immer größere Desaster fallen und
dann nach der Hilfe des Staates rufen.
Dazu passt das Bild der auseinander gehenden Schere: Auf der einen
Seite wenige Super-Super-Reiche, die immer noch reicher werden und auf der
anderen Seite immer mehr Arme, die allmählich bettelarm werden. Das hat mit
dem ursprünglichen Sinn eines fairen Handels nichts mehr zu tun. Der Gott
"Mammon" feilt hier stattdessen an seinem Meisterstück. Und
so wird eine ganze Volkswirtschaft zu einem gigantischen Wett- und
Jonglierbüro. Es kommt immer weniger darauf an, hochwertige Waren
ehrlich und zu einem fairen Preis zu produzieren und an die Bürger zu
verkaufen, sondern mit immer gewiefterer Zockerei die Milliarden und
Millionen abzuschöpfen, die man überwiegend den arbeitenden Menschen aus der
Tasche zieht (oder indem man einfache Leute dazu verführt, mit
Lock-Kredittricks maßlos über ihre Verhältnisse zu leben wie in den USA, wo
vermutlich ca. Kredite in Höhe von ca. einer Billion Dollar nicht
zurückbezahlt werden können). Doch es wird immer mehr Verlierer geben und am
Ende verlieren wohl alle. So kann man im Hinblick auf Deutschland z. B.
einmal fragen: Regieren eigentlich ein Bundeskanzler und sein Kabinett das
Land? Oder bereits zu einem großen Teil die Top-Zocker und ihre Helfer?
Zum Thema siehe:
http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:VW-Aktien-Porsche-Image/643797.html.
28.10.2008 -
CSU/FDP-Koalition in Bayern: "Chamäleon" FDP knickt vor der CSU und den
Kirchen ein
-
Einst gab
es einmal das FDP-Papier von 1974 Freie Kirche im freien Staat, das
vom damaligen FDP-Bundesparteitag beschlossen wurde. Darin heißt es unter
anderem: "Die bestehenden
Staatsverträge mit den Kirchen (Kirchenverträge und Konkordate) sind wegen
ihres Sonderrechtscharakters kein geeignetes Mittel, die Beziehungen
zwischen Kirche und Staat zu regeln. Deshalb dürfen solche Verträge nicht
neu abgeschlossen werden. Die bestehenden Kirchenverträge und Konkordate
sind, soweit sie noch gültig sind, in gemeinsamer Übereinkunft aufzuheben.
Ihre Gegenstände sind, soweit erforderlich, durch Gesetz oder
Einzelvereinbarungen neu zu regeln"
(http://www.payer.de/religionskritik/FDP1974.htm). Diese Verträge
sichern den Kirchen jährlich staatliche Subventionen in Höhe von ca. 15
Milliarden Euro, zusätzlich zu den sozialen Subventionen (nochmals ca. 10
Milliarden). Geht es jedoch darum, die Privilegien der Kirche auch nur zu
einem Bruchteil von dem in Frage zu stellen, was man hier vollmundig
verkündete, knickt die FDP rückgratlos ein.
Was nützt es da, dass die FDP in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl noch
1994 erklärte: "Deshalb muss der Staat sich, gebunden an das Grundgesetz,
weltanschaulich-religiös neutral verhalten"?
(http://ibka.org/artikel/miz94/fdp.html)
Wie die Wirklichkeit in Bayern trotz FDP-Regierungsbeteiligung weiterhin
aussieht, beschreibt der evangelische Nachrichtendienst idea wie
folgt: "´Die bayerische FDP hat sich hier der sehr viel stärkeren CSU
gefügt`, sagte der evangelische Politiker [Günther Beckstein] der in
Würzburg erscheinenden katholischen Zeitung ´Die Tagespost` (Ausgabe 28.
Oktober). So sei es gelungen, ein Bekenntnis zu den christlichen Symbolen in
den Koalitionsvertrag aufzunehmen ... Zur Frage, ob mit der FDP-Beteiligung
an der Landesregierung das traditionell gute Verhältnis zu den Kirchen in
Bayern belastet sein könnte, sagte Beckstein, das zu verhindern, werde
Aufgabe des neuen Ministerpräsidenten Horst Seehofer sein" (idea,
28.10.2008).
So spielt also die Musik. Von wegen Konkordate aufgeben oder auch nur
einen einzigen Krümel der Staatsmillionen für die Kirchen antasten, die
diese Jahr für Jahr einstreicht. So stehen
alleine in Bayern 290 römisch-katholische Würdenträger auf den staatlichen
(!) Gehaltslisten, nicht etwa den kirchlichen. Dafür wird dann auch die
evangelisch-lutherische Großkirche in dieser Größenordnung proportional
"finanziert" und, und, und ...
Und die FDP-Politiker können erleichtert den Beichtstuhl verlassen, frei
nach dem Motto: Der Politiker zum Priester: "Eure Privilegien bleiben euch
erhalten". Darauf hin der Priester zum Politiker: "Dann sind dir deine
Sünden vergeben." [PS: Ein Priester kann überhaupt keine Sünden
vergeben, doch noch immer lassen sich die Gläubigen bluffen und in die Irre
führen; vgl. dazu hier]
27.10.2008 -
Konfessionelle "Priesterkaste" möchte grausamen "Blut-Gott" beibehalten
- Dass wir in einer großen Zeitenwende leben,
ist auch in der Theologie spürbar. So weist etwa der ehemalige evangelische
"nordelbische" Landesbischof und Bibelübersetzer Ulrich Wilckens bei einem
Vortrag in Bensheim darauf hin, dass sich das "Christentum" "heute einer
Welle der Kritik ausgesetzt" sieht, die sich gegen "zentrale Inhalte ihres
Glaubens richtet und etwa den Sinn des Kreuzestodes Jesu anzweifelt"
(idea, 26.10.2008). Mit diesem Sinn meint er die "Vorstellung eines
Gottes", "der zu seiner Versöhnung den Tod seines Sohnes brauche". Daran
glaubt der ehemalige Landesbischof. Dies ist jedoch die grausame Vorstellung
der Priesterkaste, für die bis zum Kommen von Jesus unschuldige Tiere
abgeschlachtet werden mussten, um diesen Gott zu "beruhigen", und für die
schließlich Jesus von Nazareth als angebliches "Sühnopfer" grausam
hingerichtet werden musste.
In diesem Sinne entlarvt sich auch Altbischof Ulrich Wilckens. So schreibt
idea über Aussagen seines Vortrags: "Das Verlangen, die durch die
Auflehnung des Menschen gegen Gott, die Sünde, gestörte Lebensgemeinschaft
wiederherzustellen, stehe ebenso hinter alttestamentlichen Opferritualen wie
dem Kreuzestod Jesu Christi." Wilckens weist also auf eine Kontinuität
dieses Glaubens hin, der im Alten Testament durch die damaligen Priester
repräsentiert wurde und in der Zeit des Neuen Testaments durch die Priester
der Kirche.
25.10. / 1.11.2008 - Die
Schere: Bahnfahren wird immer teurer. Doch Bahn-Manager bekommen für
geplanten Börsengang Millionen-Boni / Dazu: Bis zu 37,5 % Steigerung der
Gehälter und Boni bei den Vorständen / Und: Trotz Millionen-Verluste
Millionen-Boni für Postbank-Manager
- Unaufhaltsam und brachial vollzieht sich in
unserer Gesellschaft das Prinzip der Schere: Das Einkommensgefälle zwischen
Superreich und Arm wird immer größer. Wenn schon die Bank-Manager für ihre
Misswirtschaft grandios Privatmillionen über Privatmillionen absahnen, dann
möchten auch die Bahn-Manager ein größeres Stück vom Kuchen der Reichen und
Super-Reichen. Z. B. anlässlich des geplanten Börsengangs der Bahn
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,586564,00.html). Doch damit
nicht genug. Die Bahn-Bosse wollen sich unabhängig davon die Gehälter und
Bonuszahlungen um bis zu 37,5 % erhöhen
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,587612,00.html). Immerhin, so
die Bahn, liege die Vergütung immer noch "im unteren marktüblichen Bereich".
Das heißt: Warum sollen sich immer nur die anderen Bosse den Hals
vollstopfen bis zum Erbrechen? (geradezu grotesk wirkt demgegenüber das
Gefeilsche von Arbeitgebern und Gewerkschaften um z. B. 2,2 % oder 2,5 %
mehr Gehalt). Gleichzeitig werden die Preise für das Bahnfahren derzeit
gerade weiter erhöht - vielleicht eine Art "Sonderopfer" der Bahnfahrer (von
denen immer mehr Mühe haben, das Geld für eine notwendige Bahnkarte
anzusparen) für die Manager. Interessant wäre in diesem Zusammenhang einmal
die Aufschlüsselung des zynischen Wortinhalts des Wortes "marktüblich"
Und "hurra": Auch die Postbank-Manager kriegen
Bonus-Millionen in Höhe eines gesamten Jahresgehaltes zusätzlich (also nicht
etwas eines 13. Monatsgehaltes wie bei manchen Arbeitnehmern, sondern von
zwölf (!)zusätzlichen Monatsgehältern) - trotz massiven Gewinneinbruchs und
Überlebenshilfe von einer Milliarde durch den Mutterkonzern Post. Man hätte
die gigantische Zusatzzahlung den Managern im Frühjahr versprochen, wenn sie
die Postbank zu einem lukrativen Preis an einen Großkäufer verscherbeln
könnten, der jetzt Deutsche Bank heißt.
23.10.2008 -
"Der gekreuzigte Bischof" - Enkel von
Landesbischof Meiser verhöhnt Jesus von Nazareth und die Opfer des
Nationalsozialismus - Die heftigen
Auseinandersetzungen um den antisemitischen ersten Landesbischof Bayerns
gehen weiter. Nun hat sein Enkel Hans-Christian Meiser ein Buch mit dem
Titel Der gekreuzigte Bischof veröffentlicht, in dem er versucht,
alle Fakten zu Meisers Vorteil hin zu biegen - auch indem man wesentliche
Hintergrundinformationen verschweigt. Was zum Beispiel wirklich dahinter
steckte, dass Meiser angeblich 126 Juden das Leben rettete (was nach einem
riskanten persönlichen und heroischen Einsatz klingt und nicht, was es
tatsächlich war, nach der Installation einer Ausreise-Behörde für
ausschließlich zur Kirche konvertierte (!) Juden in Absprache mit den
Nationalsozialisten und mit Wissen der Gestapo), wird in
Der Theologe Nr. 11 zurecht gerückt (z. B.
hier). Aufgewärmt wird in dem
Buch
Der gekreuzigte Bischof auch wieder Meisers Schreiben aus dem Jahr
1934, in dem er vor einer fanatischen antisemitischen Aktion von
Nazi-Mitgliedern in Ansbach warnte. Seine Begründung dafür ist jedoch: Um
"die besten Teile der Bevölkerung", nämlich überzeugte NSDAP-Anhänger, durch
überzogene Maßnahmen nicht in Gewissenskonflikt zu bringen. Außerdem wird
damit keineswegs relativiert, dass Meiser selbst Antisemit war (zum
ganzen Sachverhalt siehe hier).
Meiser sei heute "Opfer" kirchenpolitischer Interessen geworden, so wie er
1933/1934 angeblich "Opfer" der Nationalsozialisten geworden sei. Damit
werden zum einen die wirklichen Opfer der Nationalsozialisten verhöhnt - z.
B. zig-tausende von Menschen, die ihr Leben lassen mussten und nicht nur
einige Tage Hausarrest bekamen wie Meiser (siehe
hier) bzw. wie Meiser von Adolf
Hitler wieder in offiziell in Amt und Würden bestätigt wurden (siehe
hier).
Und schließlich wird auch der große Menschheitslehrer und Friedensstifter
Jesus von Nazareth, der von den damaligen Obrigkeiten furchtbar hingerichtet
wurde, verhöhnt. Denn der Buchtitel Der gekreuzigte Bischof
missbraucht den gequälten Jesus und sein Sterben, nämlich die Kreuzigung, um
Stimmung für Bischof Meiser zu machen, der mit den Nationalsozialisten offen
sympathisierte, mit seinen Predigten die Soldaten zu Tausenden für
Nazi-Deutschland in den 2. Weltkrieg trieb, den Antisemitismus förderte,
kleinere Glaubensgemeinschaften bekämpfte und sich heftig gegen Ansätze von
kirchlicher Zivilcourage wehrte (siehe z. B.
hier), um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Auf die Aufzählung
weiterer Gegensätze zwischen Jesus von Nazareth und Hans Meiser wird hier
verzichtet Der Vergleich wurde z. B. einmal durchgeführt mit Meisers
großem Vorbild Martin Luther -
"Der Theologe Nr. 3": So spricht Martin Luther - so
spricht Jesus von Nazareth.
22.10.2008 - Quo vadis
Amerika? Im Hintergrund agiert Zbigniew Brzezinski -
Erst allmählich erfuhr man in Deutschland,
dass der US-Stratege Zbigniew Brzezinski, bekannt durch sein Buch Die
einzige Weltmacht, der außenpolitische Berater des vermutlich nächsten
US-Präsidenten, dem Protestanten Barack Obama, ist. Brzezinski bezeichnet
darin Russland z. B. als "Das Schwarze Loch". In dem Buch Quo vadis
Amerika? Die Welt nach Bush (Blätter für deutsche und internationale
Politik) heißt es u. a.: Brzezinski kommt ... zu dem Schluss [allerdings
bereits 1997], dass das erste Ziel amerikanischer Außenpolitik darin
bestehen muss, »dass kein Staat oder keine Gruppe von Staaten die Fähigkeit
erlangt, die Vereinigten Staaten aus Eurasien [Europa und Zentralasien] zu
vertreiben oder auch nur deren Schiedsrichterrolle entscheidend zu
beeinträchtigen.« (S. 283) Die USA müssen »das Emporkommen eines Rivalen um
die Macht ... vereiteln« (S. 306)
(zit. nach
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/USA/nach-bush.html).
Ein Teil dieser "Weltmacht-Strategie" könnte auch der kurze Krieg des
georgischen US-Günstlings Micheil Saakaschwili gegen Russland gewesen sein
(siehe dazu die Meldungen weiter unten). Allerdings hält Brzezinski die
aggressive Politik der USA gegenüber Iran für falsch und fordert die
Regierung auf, endlich mit dem Iran zu verhandeln
(http://www.stern.de/politik/ausland/:Iran-Ein-Iran/560430.html).
18.10. / 19.10.2008 -
Bankrott-Manager in den USA belohnen sich mit 70 Milliarden Dollar
"Bonuszahlungen" und "Sonderzuwendungen", bevor sie dann die staatlichen
Rettungs-Milliarden für ihre Misswirtschaft abholen / Keine
"Sonderzuwendungen" und "Boni" für Verhungernde / Vatikan stieg um auf noch
mehr Gold / Sänger Udo Lindenberg kritisiert Kirche -
Obwohl sie zahllose Sparer leichtfertig um ihr Geld gebracht haben und der
Steuerzahler aufgrund ihres Zockens bis auf die Knochen ausgequetscht wird,
gelten die Bank-Manager weltweit weiter als ehrbare Millionäre. In den USA
genehmigen sie sich für ihre Bankrott-Wirtschaft jetzt Belohnungen in Höhe
von 70 Milliarden Dollar an "Sonderzuwendungen" und Boni für das laufende
Jahr. Der Steuerzahler bezahlt mit seinem Geld diese Zuwendungen. So
entscheiden die Politiker. Wer weiß, wie viel von den weltweit
Billionenzahlungen der Staaten an die Banken sich die Banker insgesamt in
die eigenen Tasche stopfen.
Siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,584916,00.html
Einen kleinen Einblick gibt ein Top-Banker, der bis zu 870 % Rendite
abzockte und seine Kollegen verhöhnt, dass sie sich "auf seine Geschäfte
eingelassen hätten" (Bild, 19.10.2008;
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/19/andrew-lahde/verhoehnt-manager-und-rechnet-mit-seinen-kollegen-per-brief-ab.html).
17.10. / 20.12.2008 -
Afghanistan-Desaster: Wieder 25 Zivilisten bei NATO-Angriff zerfetzt? /
Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus" -
Deutschland und die USA schicken ständig neue
Soldaten in den Hindukusch. Der Ex-Entwicklungshilfeminister der CDU, Jürgen
Todenhöfer, erklärt zum Afghanistan-Krieg: "Die Nato züchtet mit ihrem
Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus jeden Tag ein Stück
weiter" (http://www.sueddeutsche.de/politik/441/312356/text/7/ vom
6.10.2008). Eines der jüngsten Ereignisse: Bewohner in dem Bezirk Nad
Ali legten 16 Leichen vor das Büro des Provinz-Gouverneurs - 16 von 25, die
bei einem NATO-Luftangriff umgekommen sein sollen (Bild, 17.10.2008).
Jürgen Todenhöfer berichtet auch von eigenen Recherchen: "Ich habe in den
afghanischen Medien gelesen, die Koalitionstruppen hätten nach US-Angaben in
Asisabad bei Herat 30 Taliban getötet. Daraufhin habe ich über einen
Dolmetscher mit einem Einwohner von Asisabad telefoniert. Er hatte bei dem
amerikanischen Luftangriff 75 Angehörige verloren. 75 Angehörige! Er
berichtete mir, dass die US-Luftwaffe eine Trauerfeier bombardiert hatte,
die er für seinen verstorbenen Bruder veranstaltet hatte. Insgesamt seien 90
Zivilisten getötet worden, darunter 60 Kinder. Die UN, Präsident Karzai und
mehrere afghanische Untersuchungskommissionen haben diese Zahlen inzwischen
ausdrücklich bestätigt. Die US-Truppen haben hier wie in vielen anderen
Fällen einfach die Unwahrheit gesagt ... Die Bilder von Asisabad liefen
im afghanischen Fernsehen zwei Wochen lang. Man sah immer wieder, wie ein
verzweifelter Mann das blutverschmierte Hemd seines getöteten sechs Monate
alten Babys in die Kamera hielt. Man sah Bilder getöteter Zivilisten, die
ein Arzt heimlich mit seinem Handy gefilmt hatte. Und anschließend musste
die afghanische Bevölkerung sich immer wieder den amerikanischen
Militärsprecher anhören, der behauptete, man habe lediglich 30 Taliban
getötet, vielleicht seien zusätzlich auch noch fünf bis sieben Zivilisten
ums Leben gekommen. Die blutige Wahrheit wird bis heute einfach
wegdementiert" (Süddeutsche Zeitung, 6.10.2008). Und weiter: "Hochrangige
afghanische Politiker haben mir gesagt, in der Regel seien zwei Drittel der
angeblich getöteten Taliban unschuldige Zivilisten. Das ist einer der
Gründe für die wachsende Popularität der einst verjagten und verachteten
Taliban". Diesen grausamen Krieg können die NATO und als Teil davon die
Bundeswehr nie gewinnen. Während die Bundeswehr anfangs für zivile Aufgaben
nach Afghanistan ging, wurden die Bundeswehr-Truppen seit kurzem in den
US-NATO-Krieg "Enduring Freedom" integriert (siehe
hier). Doch mittlerweile kontrollieren
die Taliban bereits wieder 60 % des Landes. Die USA reagieren mit 30.000
zusätzlichen Soldaten, die man 2009 an den Hindukusch schicken will, um den
Krieg doch noch zu gewinnen - eine Verdopplung der bisherigen Anzahl
(Netzeitung, 20.10.2008).
Und zum angeblichen Kriegsgrund des Westens, der nach den Anschlägen in New
York vom 11.9.2001 diesen Krieg begann, erklärt der Experte Jürgen
Todenhöfer: "Globale Terroristen brauchen heute keine Ausbildungslager mehr
- weder in Afghanistan noch in Pakistan. Diese Phase ist längst vorbei. Die
sitzen heute bei uns im Westen oder sonst wo auf der Welt in bequemen
kleinen Räumen mit Internetanschluss und lernen dort, wie man
Sprengstoffgürtel herstellt und bedient. Selbst wenn die USA alle Bomben,
die sie besitzen, auf den Hindukusch werfen und dabei alle Taliban und
Al-Qaida-Terroristen töten würden, wäre der globale Terrorismus nicht
besiegt. Er würde im Gegenteil dramatisch zunehmen."
13.10. / 17.10.2008 / 16.12.2009 -
Entsetzen der Umwelt-Wissenschaftler über
Kandidatin Sarah Palin - "Schlimmer geht´s immer" / Lenkt Palin davon ab,
dass auch die anderen keine Lösungen haben? / 2009: Sarah Palin fordert USA
auf, Klimagipfel von Kopenhagen zu boykottieren und keinen weiteren
Umweltschutzmaßnahmen zuzustimmen -
Präsident George W. Bush schien lange Zeit
einer der letzten Menschen zu sein, der sich gegen die Erkenntnis sträubte,
dass der Klimawandel, der sich mehr und mehr zur Klimakatastrophe ausweitet,
vom Menschen verursacht ist. Erst mit der Zeit zeigte er ein wenig Einsicht.
Die Kandidatin Sarah Palin jedoch, die im Fall einer Präsidentschaft des
Republikaners John McCain neue "Energieexpertin" der USA würde (und im Fall
des Abtretens des bereits 72-jährigen McCain neue Präsidentin), habe noch
vor kurzem in einem Interview gesagt, "Menschen hätten mit dem Klimawandel
nichts zu tun". So schreibt Spiegel online
(http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,583226,00.html).
Wörtlich sagte sie im Dezember 2007: "Ich bin kein
Al-Gore-Weltuntergangs-Umweltaktivist, der die Veränderungen in unserem
Klima menschlichen Aktivitäten zuschreibt". Weiterhin wurde noch an dem Tag
ihrer Nominierung zur Kandidatin [31.8.2008] ein Interview zum Thema
Klimakatastrophe veröffentlicht, in dem sie sagte: "Ich bin niemand, der den
Menschen als Ursache betrachtet" (zit. nach Frankfurter Rundschau,
16.9.2008;
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dossiers/wahlen_in_den_usa/1595289_Eskimos-bringen-Palin-in-Bedraengnis.html).
Mittlerweile erhielt die Gouverneurin von Alaska in der Folgezeit
verschiedene Schulungen in Politik. So relativierte sie seither in einem
Fernsehduell auch ihre Position und sagte, der Klimawandel sei "nicht nur
vom Menschen verursacht", sondern auch von angeblich "zyklischen
Temperaturschwankungen" (Spiegel online, 3.10.2008). Ist das nun -
was den immerhin von ihr erstmals eingestandenen Anteil der Menschen
betrifft (nachdem dies jedoch schon seit Jahren bewiesen ist) - teilweise
eine neue Einsicht oder vor allem ein weitgehend folgenloses taktisches
Manöver? Es zeigt sich daran, wenn man fragt: Was würde aus einer solchen
Haltung praktisch abgeleitet? Wenn vor allem "zyklische
Temperaturschwankungen" Schuld sein sollen, ist dann ein radikales Umdenken
und eine Umkehr überhaupt nötig? Und weiter: Wer soll dann wiederum
Schuld sein an diesen "zyklischen Temperaturschwankungen", die
den ganzen Planeten bedrohen? Vielleicht ihr Gott? Schon das wäre ein
Grund, diesem "Gott" und seinen Hintermännern nicht im Geringsten zu
vertrauen.
12.10.2008 -
Der Mittelstand sinkt immer mehr ab -
Eindrücke aus den USA -
Schon seit langem zeichnet sich in den
westlichen Industrieländern die "Schere" ab, deren Klingen immer weiter
auseinander gehen: Immer mehr Superreiche und Milliardäre einerseits, und
immer mehr Arme und Verelendete andererseits. Der Mittelstand stirbt. Das
aktuelle Finanzdesaster beschleunigt diese Entwicklung: Die Bank-Manager
kassieren weiter ihre Millionen. Und der Staat, der das Geld der einfachen
Steuerzahler sammelt, stützt mit diesen Einnahmen vermehrt die Banken und
vielleicht bald auch Konzerne, an deren Spitze sich Milliardäre und
Millionäre tummeln, welche nicht nur erwirtschaftete Gelder abschöpfen,
sondern durch Finanztricks auch zusätzlich Geld von Anlegern absaugen
(siehe dazu hier). Was wird am
Ende dieser Entwicklung stehen? Zeichnet sich in Zukunft wieder eine neue
Sklavenhaltergesellschaft ab? Eindrücke aus den USA zeigen: Familien, die
sich gestern noch im Mittelstand wähnten, bevölkern jetzt in Zelten die
Straßen -
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/12/finanzkrise-opfer/us-zeltstaedte-bestatter-grossbritannien.html
10.10. / 23.10.2008 -
Wie der Gott "Mammon" die Herrschaft
übernahm / Kleiner Banker fühlt sich als Schwerverbrecher / Top-Banker
retten mit Staatsgeldern ihr kaputtes System und ihre Millionen / Doch
Zusammenbruch des Öko-Systems finanziell noch viel gravierender / Allein
fünf Billionen Dollar pro Jahr Schaden durch gnadenlose weltweite
Abholzungen -
Unmerklich für den einfachen Bürger vollzog
sich in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts, was jetzt kollabiert. Die
totale Herrschaft des Gottes "Mammon" in den Ländern des Westens. Und der
große "Gott" ist weiter sehr hungrig und schreit täglich nach mehr zum
Fressen. Sein wesentliches Erkennungszeichen: Er schafft selbst keinen
einzigen Wert, sondern nimmt durch Tricks, Zocken und falsche
Situationsbeschreibungen andere aus, die durch ihre Arbeit etwas
erwirtschaften und ansparen möchten, z. B. für ihre Alterssicherung.
9.10. / 21.11.2008 -
Nachts, wenn der Priester kommt - Internatsschüler in ihrem Bett missbraucht
/ Schüler wurden auch blutig geschlagen
- Ein ehemaliger Internatsschüler eines
römisch-katholischen Internats in Bad Neustadt/Bayern packt aus. In dem
Internat im Ortsteil Lebenhan, das von dem Orden der "Missionare der
Heiligen Familie" (MSF) betrieben wurde, kam der Priester "über Jahre"
abends und nachts in den Schlafsaal der eingeschüchterten Jungen und nahm an
ihnen sexuelle Handlungen vor. "Die Folgen für die Opfer sind gravierend",
so der Zeuge, der heute selbst Theologe ist. Pater Michael Baumbach von der
Leitung des Ordens erklärte, die Taten wären in den 70er-Jahren geschehen
und seien "eindeutig verjährt". Anders die Ermittlungsbehörden: "Nach
Auskunft des Schweinfurter Leitenden Oberstaatsanwalts Rainer Vogt hängt die
Frage der Verjährung davon ab, wie schwer die Taten wiegen. Er könne nicht
von vornherein sagen, das sei verjährt, so Vogt"
(Main-Post, 9.10.2008;
http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4740755).
Der Beschuldigte hat bereits gestanden und wurde in ein Kloster versetzt.
Mittlerweile weitet sich das Ausmaß der Verbrechen immer weiter aus:
Der Theologe, der den Stein ins Rollen brachte, berichtet: "Es gebe drei
Gruppen von Betroffenen: ´Die, die missbraucht wurden, die, bei denen es
versucht wurde und die, die den Missbrauch mitbekommen haben.` So gesehen
liege die Zahl der Betroffenen, die damals etwa zehn Jahre alt waren,
´wahrscheinlich nicht unter 100`. Es habe zum Teil Angst geherrscht, wenn
der Pater abends oder nachts am Bett vorbeiging. Keiner habe ´der Liebling
von Pater X` sein wollen. ´Liebling des Paters` sei unter den Schülern ein
feststehender Begriff gewesen, so der 50-Jährige ... Bei der Redaktion
dieser Zeitung meldete sich auch ein früherer Mitarbeiter einer
Veitshöchheimer Firma, der 1977 beruflich in dem Kloster zu tun hatte.
Damals habe sich ihm ein etwa neunjähriger Junge anvertraut. ´Das Kind war
fix und fertig`, berichtet der Mann. Auch einem anderem Buben sei es so
ergangen. Er habe seinerzeit die Internatsleitung informiert und dies
außerdem auf dem Rathaus in Bad Neustadt gemeldet." Der beschuldigte
Priester wurde 1978 spontan versetzt. "Der Fall bleibt für den
beschuldigten Priester ohne strafrechtliche Folgen. ´Anlass zur Aufnahme von
Ermittlungen besteht nicht, weil die Vorwürfe in jedem Fall und eindeutig
verjährt sind`, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der mit dem Fall
betrauten Staatsanwaltschaft Koblenz, Horst Hund, am Mittwoch der Deutschen
Presse-Agentur dpa"
(http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4765563).
In der Zwischenzeit haben sich bereits zwölf Opfer des Priester
gemeldet, die einst seine "Lieblinge" sein durften (Süddeutsche Zeitung,
4.11.2008).
Man geht von 16 Opfern aus.
Und inzwischen scheint auch klar, dass der Priester seine "Lieblinge"
auch geschlagen hat, wenn sie nicht "brav" waren, so dass manchmal sogar
Blut floss. Einem Schüler wurden z. B. die Schneidezähne ausgeschlagen
(http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4824209).
6.10.2008 -
Sexueller Missbrauch von einem 12-Jährigen - Katholischer Priester und
Ex-Jugendpfarrer zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt - Opfer
bricht 14 Jahre später zusammen
- In der schier unendlichen Liste
von Sexualverbrechen von Pfarrern an Kindern wird jetzt wieder eine Tat
strafrechtlich gesühnt. Der heute 67-jährige Horst G., ehemaliger
langjähriger Priester von St.Franziskus in Bottrop-Welheim, kann seinen
nächsten runden Geburtstag vermutlich hinter Gittern begehen. Er hatte in
den 90er-Jahren als Priester einen damals 12-jährigen Jungen mindestens
zehnmal sexuell missbraucht. Angeklagt waren 15 Fälle. Tatort war jeweils
das Schlafzimmer des Pfarrers im Pfarrhaus. Der Verurteilte arbeitete
zeitweise auch als Stadtjugendseelsorger in Gelsenkirchen.
"Das Opfer des Pfarrers erinnert sich, dass seine schulischen Leistungen
abfielen. Er sei auch aufsässig geworden, sagt der [heute] 26-Jährige. Als
er sich jetzt bei der Polizei offenbarte, brach er zusammen, musste in die
Klinik" (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 22.9.2008). Auch an einigen
seiner Geschwister soll sich der Priester vergangen haben.
Mehr dazu hier:
http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/rhein-ruhr/2008/9/22/news-78544493/detail.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bottrop/2008/9/22/news-78552449/detail.html
http://www.kreuz.net/article.7294.html
5.10. / 6.10.2008 -
Glaubenswahn um die Wiederkunft von Jesus:
Manche denken, ungeniert Kriege führen zu können
- Folgende Meldung könnte manchen hellhörig
machen: Die Vizepräsidenten-Kandidatin der Republikaner, Sarah Palin,
"bekräftigte ihre Einschätzung, die US-Soldaten im Irak erfüllten eine
Aufgabe Gottes"
(Bild, 12.9.2008; siehe hier). "Ich glaube,
dass es einen Plan für diese Welt gibt und dass dieser Plan für die Welt gut
ist", so die Politikerin. Bekanntlich gehört die Kandidatin einer
bibelfundamentalistischen evangelischen Kirche an (siehe
hier). Was die Anhänger dieses Glaubens so
gefährlich macht, wenn diese politische Verantwortung tragen: Sie
glauben, dass die Rechtgläubigen ungeniert an der Eskalation der Apokalypse
mitwirken können, wie sie in der Bibel, sowohl im Alten als auch im
Neuen Testament, prophezeit wird. D. h. für manche derart Gläubigen:
Irgendwann seien eben z. B. die Atombomben oder die B- oder C-Waffen fällig
und könnten einem angeblichen "Plan Gottes" zufolge abgeworfen werden.
Schließlich würde ja - wenn alles auf die Spitze getrieben wurde - Jesus
wiederkommen und Partei für die eigene Seite ergreifen und das ganze
Desaster dann mit einem Streich in Ordnung bringen.
Was Präsidentschaftskandidat Barack Obama,
der vermutlich nächste Präsident*, genau darüber denkt,
ist offenbar derzeit nicht bekannt. Aber auch er redet vom "Willen Gottes"
und ist evangelisch.
30.9. / 26.10. / 28.11.2008 /
12.2.2009 - Die Schere öffnet sich weiter:
Banken-Manager kassieren ab, Steuerzahler und Sparer haften /
BayernLandesbank bittet um Geld aus Berlin / Bürgschaften für Banken 2 1/2 x
so groß wie gesamtes Brutto-Inlandsprodukt: Irland gibt sich als erstes Land
damit praktisch auf / Hypo Real Estate in München braucht 100 Milliarden
Subventionen plus x
- Bankenskandal jetzt auch in Deutschland: Für
die Rettung der Münchner
Hypo Real Estate bürgte der deutsche Steuerzahler (und damit
hauptsächlich die kleinen Leute und der Mittelstand, der den großen Teil der
Steuern zahlt) zunächst mit 26,6 Milliarden Euro für "faule US-Hypotheken"
der Bank, die sonst keiner kaufen will. Die
Hypo-Real-Estate-Verantwortlichen kassierten derweil weiter ihre
unverschämten Spitzengehälter. Jetzt kam heraus: Die Hypo Real Estate
brauchte noch mal schnell 25 weitere Milliarden vom Steuerzahler. Und
vielleicht hinterher noch mal erst mal weitere 20 Milliarden.
29.9. / 17.10.2008 / 6.11.2009 -
Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester aus Freiburg wegen 101
Straftaten verurteilt / In der Rechtsgeschichte beispiellos mildes Urteil
wegen Geständnisses, das der Priester ein Jahr später aber widerruft /
Priester bringt nun seinerseits Opfer auf die Anklagebank / Innerkirchliches
Verfahren wird verschleppt / "Bischof, wo bist du?"
-
Wegen zahlreicher Verbrechen stand in Freiburg
ein 39jähriger römisch-katholischer Priester vor Gericht. Ihm wurde unter
anderem "Erpressung, Betrug, Untreue, Nötigung und Körperverletzung in
insgesamt 101 Fällen vorgeworfen" (swr.de, 29.9.2008; siehe auch:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,581128,00.html). So hat er
z. B. im Jahr 2005 Spenden für die Kirche gesammelt, das Geld aber für
sich behalten. Auch die Erzdiözese Freiburg habe er finanziell betrogen,
dazu vier Privatpersonen. Der Priester pflegte einen aufwändigen Lebensstil
und hatte mehrere Geliebte, lebte jedoch offiziell im Zölibat. Seine
Haupt-Geliebte vor Gericht: "Ich wusste, dass er andere Frauen hatte.
Manchmal hat er ihnen Liebesnachrichten geschrieben, sie versehentlich auf
mein Handy geschickt" (Bild, 4.10.2008). Der Priester habe
seine Partnerin zudem "körperlich misshandelt, bedroht und
systematisch unter Druck gesetzt". Und: "Wenn
er aggressiv wurde, ging sein erster Griff an den Gürtel. Mit dem schlug er
mich."
In der Konsequenz der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre beider
Großkirchen aus dem Jahr 1999 gilt laut der Zeitschrift Das Weisse Pferd:
"Die Kirchen und
jeder kirchlich Gläubige dürfen sich ... des Heils geschenkweise gewiss
sein, ganz gleich, wie viel Verbrechen von ihnen zu verantworten sind und ob
diese alle bereinigt sind" (http://www.das-weisse-pferd.com/98_15/oekumene.html).
In der Bibel steht jedoch: "Was der Mensch sät, das wird er ernten"
(Galater 6, 7).
29.09. / 1.10.2008 -
Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin: eine fanatische und brutale
Tiertöterin / Sie entwirft auch ein Szenario, wonach "Putin" die USA in
Alaska angreifen könnte - Dass
Sarah Palin als "Sport"-Jägerin Tiere zu ihrem privaten "Vergnügen"
verwundet und tötet, war bereits bekannt. Nun werden immer grausamere
Details bekannt: "Im Mai 2008 soll sie eine Kampagne zur Streichung der
Eisbären von der Roten Liste gefährdeter Arten unterstützt haben [damit
sie umgebracht werden dürfen]. Außerdem legalisierte sie das Jagen von
Wölfen und Bären in Alaska per Flugzeug",
eine besonders feige Art der Jagd
(Bild, 29.9.2008; Information über die Bären und Wölfe aus
The Independent, 6.9.2008
http://www.independent.co.uk/news/world/americas/palin-the-real-scandal-920803.html;
und über die von ihr forcierte Streichung der Eisbären von der Roten Listen
aus
Anchorage Daily News, 22.5.2008,
http://www.adn.com/polarbears/story/413710.html).
Die Seite http://www.grizzlybay.org/SarahPalinInfoPage.htm zeigt
zudem einige
Fotos
des Jagdtriebs der Familie Palin. Ein völlig anderer Umgang mit den Tieren
siehe z. B. hier.
In einem Interview entwirft die "evangelikale" Kirchenanhängerin (siehe
hier) zudem ein außenpolitisches Szenario,
wonach Russland die USA angreift. Wörtlich: "Wenn Putin aufmuckt und
in den Luftraum der Vereinigten Staaten von Amerika kommt, wohin gehen sie?
Alaska!"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,580937,00.html)
Hoffentlich würde sie nicht versuchen, "präventiv" gegen diese Phantasien
vorgehen zu wollen. Sollte der 72-jährige John McCain zum Präsidenten
gewählt werden und ihm etwas zustoßen, wäre Sarah Palin zumindest die erste
Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika - mit Zugang zu viel
größeren Waffen als denen, mit denen sie bisher schoss. Derzeit bekommt sie
von ihrer Partei auch Politik-Kurse, um sich auf ihre möglichen neuen
Aufgaben vorzubereiten.
Siehe dazu "Der Theologe
Nr. 7", Jesus und die ersten Urchristen waren Freunde der Tiere
Mehr zu Sarah Palin in unseren Meldungen vom
12.9.2008 und vom 4.9.2008.
Siehe dazu auch der Link:
http://www.abschaffung-der-jagd.de
28.9.2008 -
Haben US-Militärs das "Nein" Irlands gegen den
geplanten EU-Vertrag von Lissabon bezahlt?
- Siehe dazu
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,580807,00.html.
25.9. / 28.9.2008 - Kurz
vor der Landtagswahl: CSU entlarvte sich und stimmte gegen eigenes
Wahlversprechen / CSU will Bischöfe weiter vom Staat bezahlen / Kräftige
Wahlniederlage -
Mit dem Wahlversprechen, die
Pendlerpauschale bei der Steuererklärung wieder einzuführen, ging die
CSU zuletzt auf Stimmenfang. Jetzt stimmte sie im Bundestag aber
überraschend geschlossen gegen (!) einen entsprechenden Antrag der Linken.
Die Begründung: "Die CSU stehe ... zur Verpflichtung aus dem
Koalitionsvertrag, stets zusammen mit SPD und CDU einheitlich abzustimmen"
(Spiegel online, 15.9.2008;
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,580494,00.html). Das
heißt also: Die CSU ist nur dann für die Rückkehr zur alten
Pendlerpauschale, wenn sie ihre Koalitionspartner in diesem Sinne umstimmen
kann. Und da diese abwinken, sind es also wohl bloß hohle Worte bzw.
Wählertäuschung.
Auch wehrt sich die CSU vehement dagegen, die Bischofsgehälter nicht mehr
wie bisher vom Staat bezahlen zu lassen, wie es die Grünen fordern
(http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/konkordat-csu-gruene-ID1219491609336.xml).
Die CSU maßt sich sogar an, die Grünen deshalb mit der SED zu vergleichen.
Dann müsste man aber auch Jesus von Nazareth mit der SED vergleichen. Denn
Jesus wollte weder eine Institution Kirche mit Pfarrern, Priestern und
Bischöfen geschweige denn eine staatliche Finanzierung dieser modernen
"Schriftgelehrten". Im Gegenteil. Er rief aus: "Weh euch ihr
Schriftgelehrten ..." (Matthäusevangelium, Kapitel 23).
In Bayern stehen alleine 290 römisch-katholische Würdenträger auf den
staatlichen Gehaltslisten, nicht nur Bischöfe, sondern auch die
Hierarchie-Bereiche darunter. Und auch die Evangelischen dürfen proportional
dazu Säcke voller Geld aus der Staatskasse entwenden. Für die CSU ist es
selbstverständlich, dass auch Humanisten, Atheisten, Freidenker, Urchristen,
Moslems und Juden das Zeremonien-Brimborium und die Drohungen mit der ewigen
Verdammnis (siehe Der Theologe Nr. 18)
mit finanzieren müssen. Es ist Zeit, diese absurde "Selbstverständlichkeit"
zu beenden.
Ein erster Schritt hierzu ist die Landtagswahl gewesen, die der kirchlichen
Partei CSU Verluste von ca. 18 % bescherte.
Und wenn der
vermutliche CSU-Koalitionspartner FDP einmal zu sich selber stehen würde und
tatsächlich "liberal" wäre, könnte endlich einmal an der skandalösen
staatlichen Kirchenfinanzierung gerüttelt werden.
PS: Zum CSU-Wahl-Desaster hinzu
kommt, dass der evangelische Ministerpräsident Günther Beckstein nach
römisch-katholischer Lehre ernsthaft auch noch von der ewigen Verdammnis
bedroht ist, obwohl er als Innenminister zum Papstbesuch 2006 bei Regensburg
eigens die Autobahn A 3 sperren ließ. Das ist leider keine Satire, sondern
gerne verschwiegener, aber doch bitterer römisch-katholischer Ernst. Siehe
dazu dieses angeblich "unfehlbare" Dogma.
Und auch die viel beschworene Ökumene ist in Wirklichkeit eine
Augenwischerei. Die Fakten u. a. hier.
25.9.2008 -
Finanzkrise: Werden wir von Kriminellen beherrscht? / Prophetenworte gegen
Betrüger und Unterdrücker: Sie werden fallen.
Siehe dazu den Artikel in Focus online:
http://www.focus.de/finanzen/news/oezgenc_oekonomie/finanzkrise-nieten-in-nadelstreifen-nein-ganoven_aid_335699.html
Sollten Straftaten vorliegen, wäre es dann sinnvoll, den Tätern Milliarden
zu schenken und dabei zu hoffen, dass dann weitere Taten dieser Art in
Zukunft ausbleiben? Oder werden die Täter dann nicht sogar ermuntert, in
leicht veränderter Form weiter zu machen?
Vgl. dazu auch, was der echte Gottesprophet Jeremia
(vgl. zu den Propheten Der Theologe Nr. 20)
einst sagte: "Sie sind doch alle, vom Kleinsten bis zum Größten, nur auf
Gewinn aus; vom [falschen] Propheten bis zum Priester betrügen sie alle. Den
Schaden meines Volkes möchten sie leichthin heilen, indem sie rufen: Heil,
Heil! Aber kein Heil ist da. Schämen müssten sie sich, weil sie Gräuel
verüben. Doch sie schämen sich nicht; Scham ist ihnen unbekannt. Deshalb
müssen sie fallen, wenn die anderen fallen" (Jeremia 6, 13-15a).
Oder der echte Gottesprophet Amos: "Hört dieses Wort, die
ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt. Ihr sagt: ...
Wir wollen ... das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte
fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen
die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld. Beim Stolz
Jakobs hat der HERR geschworen: Keine ihre Taten werde ich jemals vergessen.
Sollte deshalb die Erde nicht beben, sollten nicht alle ihre Bewohner voll
Trauer sein? Sollte nicht die ganze Erde sich heben wie der Nil, aufgewühlt
sein und sich wieder senken wie der Strom von Ägypten?" (Amos 8, 4-8)
Die Alternative dazu ist: "So spricht der HERR: Sorgt für Recht und
Gerechtigkeit, und rettet den Ausgeplünderten aus der Hand des Gewalttäters
... Hört ihr aber nicht auf diese Worte ... Zum Trümmerhaufen [wird] dann
dieser Palast" (Jeremia 22, 3a.5).
Weitere "prophetische Gottesworte" zur Krise siehe
hier.
24.9. / 26.9.2008 -
Die "totale" Herrschaft des Mammon: US-Finanzminister Henry Paulson war bis
2006 alleiniger Chef von Goldman Sachs / Präsidentschaftskandidat John
McCain vergleicht Desaster mit den Ereignissen des 11. September 2001 /
Steuerzahler "hängen am Haken" / Folgt wieder ein Krieg? -
Henry Paulson ist als ehemaliger Boss bzw.
Chief Executive Officer (CEO; = alleiniger Vorstand eines Unternehmens) der
Zocker-Bank Goldman Sachs, verdiente dort im Jahr 2005 ca. 37 Millionen
Dollar im Jahr und sorgte dafür, dass auch seine Untergebenen privat
"säckeweise das Geld aus der Bank schleppen durften". Henry Paulson, genannt
"Hank" Paulson, ist einer der Hauptverantwortlichen für das Banken-Desaster.
"Unter seiner Verantwortung entstanden all jene hochriskanten
Finanzprodukte, die bis heute kaum jemand versteht. All diese seltsam
harmlos klingenden 3-Buchstaben-Kombinationen wie ´ABS`, ´CDS` und ´MBS`.
All diese ´Massenvernichtungswaffen`, an denen die Weltfinanzmärkte zu
kollabieren drohen – an denen aber gerade ... Goldman Sachs lange Zeit so
blendend verdiente" (Focus online, 24.9.2008;
http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/us-finanzminister-der-zocker-der-die-welt-retten-will_aid_335359.html).
Nachdem Paulson dann im Jahr 2006 zum obersten Finanzpolitiker der USA
"mutierte" (sprichwörtlich vom Bock zum Gärtner gemacht wurde), verschenkt
er jetzt 700.000.000.000 Dollar an Steuergeldern ohne staatliche Aufsicht an
die Zocker-Banken (durch staatliches Aufkaufen von annähernd wertlosen
Krediten). Praktisch bekommen offenbar jetzt alle Reichen und Mächtigen
Geld geschenkt, die kurz vor dem Bankrott stehen
(vgl.
http://www.hartgeld.com/filesadmin/pdf/Art_2008-109_DerWendePunkt.pdf).
Dadurch soll das möglicherweise verbrecherische Finanzgebaren (derzeit
ermittelt das FBI) "gerettet" werden, das er einst selbst entscheidend
verursachte und nebenbei "rettet er auch Goldman Sachs, seine ehemaligen
Kumpels – und nicht zuletzt auch sein eigenes Geld" (Focus online,
24.9.2008).
Der Ex-US-Präsident Jimmy Carter kritisierte in diesem Zusammenhang, dass
dies jeder US-amerikanischen Familie 10.000 Dollar kostet
(Bild-newsticker, 24.9.2008; ein Betrag, den mancher Finanz- und
Wettjongleur z. B. in weniger als einer Stunde verdient, obwohl er nichts
produziert, d. h. "0 Wert" schafft).
Henry Paulson macht noch nicht einmal einen Hehl daraus und sagte der
Kongresspräsidentin Nancy Pelosi: "Sie machen sich Sorgen, dass die
Steuerzahler am Haken hängen könnten? Ach wissen Sie, die hängen doch schon
längst am Haken.“
Noch wehren sich die Europäer und wollen ihre Steuerzahler nicht auch an
diesem Haken aufspießen, und sie geben den USA derzeit kein Geld zur Rettung
ihres Bankrott-Systems (über 10 Billionen Dollar Staatsschulden). Falls
jedoch der Iran angegriffen wird und der Benzinpreis z. B. weltweit in die
Höhe schnellt, wird den Europäern schon ihr "Trotz" vergehen, so denkt sich
vielleicht mancher insgeheim. Dann würde manch´ anderer schon merken, was
"Herren der Welt" noch vermögen, auch wenn diese schon pleite sind. Denn die
Bomben funktionieren auch bei Bankrott (PS: Die Rüstungsausgaben sind
in den USA ca. 13 x höher als z. B. in Russland).
23.9.2008 -
"Kirche verzockt Millionen" - Evangelisch-Lutherische Kirche hatte 4,3
Millionen Euro in hochriskante Anlagen bei Lehman Brothers investiert
-
Kaum hat die
Luther-Dekade (= Luther-Jahrzehnt bis zum 500. Jubiläum der Reformation im
Jahr 2017; vgl.
hier) am
21.9.2008 begonnen, da folgt auch schon der erste Paukenschlag. Die
Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg hatte ca. 1/12 ihres jährliches
Kirchensteueraufkommens (ca. 51 Millionen Euro) bei der pleite gegangenen
US-Bank Lehman Brothers in hochriskante Anlagen investiert. Auch viele
"Scherflein der Witwen und Waisen" landeten also in den prallen Taschen der
Zocker. Mehr dazu in der Nordwestdeutschen Zeitung:
http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_artikel.php?id=1787941
http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_politik_meinung_artikel.php?id=1787977&printme=TRUE
19.9. / 23.9.2008 - Pleite der US-Bank
Lehman Brothers: Staatliche Deutsche Landesbanken haben Forderungen von 1,7
Milliarden Euro - Zum Ausgleich Kirchensubventionen stornieren / Bayern: 290
katholische Würdenträger auf den staatlichen (!) Gehaltslisten; Geld
stattdessen an die Bürger auszahlen -
Der deutsche Steuerzahler wird zunehmend zur Kasse gebeten. Und immer mehr
Bürger kämpfen trotz Fleiß und gutem Willen wirtschaftlich ums Überleben.
Doch wohin geht das viele Geld, das der Staat abzieht? 550 Millionen
Euro verlor die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), nachdem man
noch schnell 300 Millionen in die USA überwiesen hatte, obwohl sich der
Bankrott schon abgezeichnet hatte. Und 1,7 Milliarden Euro steht Lehman
Brothers zudem bei den deutschen Landesbanken in der Kreide. Es seien doch
nur "kleine" Beträge, monieren manche Verantwortliche. Immerhin hatte die
KfW 10 Milliarden Euro bei der Pleite der Deutschen Industriebank (DIB)
verloren, die im Jahr 2007 wiederum wegen der USA-"Immobilien-Krise" pleite
ging. Das heißt: Milliarden-Forderungen gegenüber den Schuldnern aus den USA
waren verloren. Soll man das alles einfach so hinnehmen?
Dann sind da z. B. als "Dauer-Ärgernis"
auch die staatlichen Milliarden-Subventionen an die beiden deutschen
Großkirchen - pro Jahr ca. 14,15 Milliarden Euro (www.stop-kirchensubventionen.de).
Alleine in Bayern stehen z. B. 290 römisch-katholische Würdenträger aus
der oberen Hierarchie auf der staatlichen
(!) Gehaltsliste
(siehe http://www.arbeitsgemeinschaft-trennung-staat-kirche.de/Staatsleistungen%20an%20die%20Kirchen.htm).
Sie verkünden ihre Dogmen und praktizieren ihre Kulte, und der Bürger muss
es bezahlen.
Und weiter das Beispiel Bayern: Auch
die BayernLB (Bayern Landesbank) rechnet wegen der Lehman-Pleite mit
"Ausfallrisiken" von 300 Millionen Euro. "Kleinigkeiten", nachdem wegen der
Finanzkrise bei der BayernLB bisher schon insgesamt 4,9 Milliarden Euro
"versenkt" werden mussten (Spiegel online, 19.9.2008). Wie wäre
es, wenn die deutschen Bundesländer einmal ein Jahr lang die Subventionen
für die Großkirchen stornieren und die Kirchen wenigstens einmal probeweise
ein Jahr lang z. B. ihre Bischöfe und ihre Priesterausbildung selbst
bezahlen dürfen? Die entsprechenden Mittel dafür dürften bei einem
Vermögen der Kirchen in Deutschland von ca. 500 Milliarden Euro (Der
Spiegel Nr. 49/2001) vorhanden sein. Die entsprechenden Konkordate und
Staatskirchenverträge müssten dann im gleichen Zug entsprechend geändert
werden. Damit könnte man das Desaster bei den Banken-Pleiten wenigstens
einigermaßen wieder auffangen. Sonst muss der einfache Steuerzahler wieder
für alles aufkommen. Für die Banken-Pleiten, für den Kirchen-Apparat, für
den Krieg in Afghanistan usw. ...
PS:
Geht es nach der Regierung der USA, soll es noch viel schlimmer werden, und
auch die Bürger Deutschlands sollen den amerikanischen
Milliarden-Zocker-Banken und ihren Millionären Geld schenken, also dem Gott
"Mammon"
(vgl. Matthäus 6, 24)
sogar direkt ein Opfer bringen
(siehe z.B.
http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/09/23/banken-pleite/warum-sollen_20wir-milliarden-fuer-us-banken-zahlen.html)
Wer weiß, was noch alles auf uns zukommt, wenn das Opfer, wie es derzeit
aussieht, nicht freiwillig erbracht wird.
19.9. / 21.9.2008 -
Die Schere
von Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Beispiel: Finanzskandal und
Bankenpleiten: Der einfache Bürger bezahlt wieder die Zeche / Die
kriegerische Regierung Bush erhöht Schulden drastisch auf nun 11,3 Billionen
Dollar / Weiter Säbelrasseln gegen Russland
-
"Der
Steuerzahler zahlt die Zeche", so
Focus online Money am 19.9.2008 über die Finanz-Praktiken in den USA.
Wörtlich heißt es: "Die
Bush-Regierung hat in nur wenigen Jahren ein Defizit von rund 9,7 Billionen
Dollar angehäuft [Anmerkung: Jeder Unternehmer und jeder Privatmann,
der vergleichbar wirtschaftet, wäre längst am Ende und womöglich des
betrügerischen Bankrotts angeklagt]. Durch Steuerschecks an verschuldete
Hausbesitzer in diesem Sommer und die Hilfen für gestrauchelte Banken erhöht
sich das Minus in diesem Jahr voraussichtlich um weitere 400 Milliarden
Dollar – gut doppelt so viel wie im vergangenen Jahr mit 161,5 Milliarden
Dollar. Damit überschreitet das Staatsdefizit in diesem Budgetjahr,
das im September endet, die
Zehn-Billionen-Marke",
genauer bis zu 11,3 Billionen (Spiegel online, 21.9.2008). Nun traut
sich wenigstens die Bundesregierung, der US-Regierung den Vorwurf zu machen,
alle in diesem Zusammenhang sinnvollen wirtschaftspolitischen Auflagen nach
dem Motto "Wir nicht" ignoriert zu haben und somit nicht nur das Desaster
verursacht, sondern auch andere Länder mit hinein gezogen zu haben.
17.9.2008 -
Einbrecher fand im Schlafzimmer des
katholischen Priesters kinderpornografische Fotos
- Erpressung
misslungen
- Auf ungewöhnliche Weise wurde
ein katholischer Priester in Hamm/Nordrhein-Westfalen "enttarnt". Ein
Einbrecher fand kinderpornografische Foto in seinem Schlafzimmer. Nach einer
gescheiterten Erpressung ist der Einbrecher jetzt zu fünf Jahren und neun
Monaten Haft verurteilt worden
(Mehr dazu: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,578601,00.html).
Der Priester ist nur einer in einer langen Reihe. Zuletzt wurde auch gegen
einen Priester aus Völklingen wegen des Besitzes kinderpornografischer
Dateien ermittelt
(http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=3152467)
und gegen einen Priester aus Bielefeld
(http://www.localxxl.com/lokal_nachrichten/bielefeld/pfarrer-hat-kinderpornos-auf-der-festplatte-1212499387).
14.9. / 23.9.2008 -
Waffengeschäft: USA verkaufen Israel 1.000
Bunker sprengende Bomben / Russische Schiffe in der Karibik / Neue
Provokation gegenüber Russland: NATO trifft sich in Georgien / Hintergrund:
Hinter jedem georgischen Minister "steht ein Berater aus den USA" /
Gleichzeitig Finanzkrise: "Die Welt, wie wir sie kennen, geht unter" / Jetzt
wird Geld massenhaft nachgedruckt
- Das US-Verteidigungsministerium
Pentagon verkauft jetzt an Israel 1.000 "bunker buster bombs", mit
denen auch sehr tief gebaute unterirdische Bunker zerfetzt werden können.
Eine solche Bombe kostet zwischen 70.000 und 90.000 $
(http://www.haaretz.com/hasen/spages/1020702.html). Unabhängig davon
hatte erst vor wenigen Tagen der französische Staatspräsident Nicolas
Sarkozy den Iran vor einem möglichen Angriff Israels mit Rückendeckung durch
die USA gewarnt (siehe hier). Und dort wird man
angesichts der Entwicklung des iranischen Atomprogamms immer nervöser
(http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=5&Param_Red=10485).
12.9.2008 -
Die kirchengläubige Sarah Palin würde Russland
unter Umständen den Krieg erklären und Israel unterstützen, wenn es den Iran
angreift. Als Hobby ermordet sie wehrlose Tiere
- So nah war man dem 3. Weltkrieg schon lange
nicht mehr. Der Westen einschließlich der deutschen Regierung
Merkel/Steinmeier forciert derzeit die NATO-Mitgliedschaft Georgiens.
Und die georgische Regierung behauptet weiter entgegen aller neutralen
Untersuchungen, Russland habe in Süd-Ossetien mit dem Krieg begonnen und man
habe nur zurück geschossen (PS: ... und dabei unter anderem eine
ganze russische Division liquidiert
(siehe hier) und die Hauptstadt in Schutt
und Asche gelegt (siehe u. a. hier)). Nun
erklärt die im angeblichen Glauben an Jesus "wiedergeborene" evangelische
Vize-Präsidenten-Kandidatin der Republikaner, sie sei bereit für die
Präsidentschaft, falls John McCain zum Präsidenten gewählt und ihm etwas
zustoßen würde (siehe hier). Und auf die
Frage "Sollte Georgien in die Nato aufgenommen und dann von Russland
angegriffen werden - müssten die USA dann Russland nicht den Krieg
erklären?" antwortete sie: "Vielleicht ja. Ich meine, das ist doch
die Vereinbarung, dass du als Nato-Alliierter zu Hilfe gerufen wirst, wenn
ein anderes Land angegriffen wird" (Spiegel online, 12.9.2008).
Georgien braucht also bloß in die NATO eintreten, dann wieder Süd-Ossetien
angreifen und schließlich behaupten, die Russen hätten angegriffen. So
einfach könnte das gehen.
Was sind eigentlich über 60 Jahre Friedenserziehung in der Bundesrepublik
Deutschland seit 1945 noch wert? Und was die Lehre des großen
Friedensstifters Jesus von Nazareth, den die führenden US-amerikanischen
Politiker und auch die Politiker der deutschen "C"-Parteien so missbrauchen?
Der Krieg ruft. Und immer mehr kirchenchristliche Politiker wollen wieder
auf diese verführerische Stimme hören (vgl. dazu
"Der Theologe Nr. 6" - Die evangelische Kirche - immer für den Krieg).
11.9.2008 -
Kriege und ihre Begründungen - was wird hier eigentlich gemacht?
-
Sieben Jahre nach den Anschlägen auf die Zwillingstürme des World Trade
Centers in New York halten nur noch die wenigsten US-Amerikaner die
offizielle Version der US-Regierung für wahr. Schon 2006 glaubten einer
Umfrage zufolge "nur
noch 16 Prozent der Amerikaner, dass die Regierung Bush die volle Wahrheit
über ihr Vorwissen zu den Terroranschlägen gesagt hat. 53 Prozent meinen,
sie verberge etwas. 28 Prozent denken, sie lügt" (Netzeitung, 11.9.2008,
siehe auch http://www.netzeitung.de/vermischtes/1149637.html).
Zur Erinnerung: Die Anschläge waren die offizielle Begründung für den
völkerrechtswidrigen (weil nicht von der UNO legitimierten) NATO-Krieg "Enduring
Freedom", der am 7.10.2001 mit dem Angriff der US-geführten Truppen auf
Afghanistan begann (siehe unten) und
seither, wie der Name "enduring" (= andauernd) auch schon sagt, weiter
geführt wird, zuletzt immer mehr mit der deutschen Bundeswehr. Doch auch
wenn die US-Bürger z. B. zu 84 % dem Kriegsgrund nicht oder nur teilweise
glauben, so können sie in der US-amerikanischen Medien-Plutokratie
(Erklärung siehe
hier) faktisch keinen großen Einfluss
ausüben. Sie können nur zwischen den sehr ähnlichen - Millionen schweren -
Großparteien Republikanern und Demokraten entscheiden (Wahlkampfkosten pro
Partei derzeit 200 Millionen Dollar plus weitere zigmillionen
Vorwahlkampfkosten), so dass der Wähler mit seiner Stimme keinen wirklichen
Politik-Umschwung herbeiführen kann.
5.9.2008 -
Die Philosophie im Westen über die "Guten" und
die "Bösen"
- Steht Angriff auf Iran bevor?
- Der
Hochmut des Westens
(siehe
unten) treibt eine
weitere lebensbedrohliche Blüte. Wenn Iran sein "Programm der
Urananreicherung" nicht stoppe, werde die mutmaßliche Atommacht Israel mit
Rückendeckung der USA den Iran angreifen, so der französische Präsident
Nicolas Sarkozy mehr als deutlich
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576374,00.html).
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom
12.5.2008 und vom
4.6.2008.
Iran gehört zu den Ländern mit "bösen" Regierungen
(genauer zu der von US-Präsident George W. Bush im Jahr 2002 so definierten
"Achse des Bösen"), die nach dem Willen der USA und einiger anderer Länder
die Kernenergie nicht nutzen dürfen, weil sie verdächtigt werden, diese auch
militärisch nutzen zu wollen. Dies wird zwar von den USA selbst und vielen
anderen Ländern selbstverständlich so getan. Doch eben nur die "Guten"
dürfen die Kernenergie auch militärisch nutzen und ein paar "Böse" (wozu
gemäß Georgiens Präsident auch Russland gehört
(siehe hier) und wobei ihm kein westlicher
Regierungsvertreter widersprach), die man aus strategischen Gründen derzeit
damit in Ruhe lässt. Die "Guten" dürfen nach westlicher Philosophie auch die
"Bösen" mit Krieg überziehen, wenn jene nicht tun, was die "Guten" von ihnen
fordern. Deshalb muss der selbsternannte "Gute" auch immer über weit mehr,
bessere und grausamere Waffen verfügen als der zum "Bösen" Erklärte, damit
der "Gute" jederzeit "notfalls" den "Bösen" massakrieren kann ohne umgekehrt
vom "Bösen" massakriert zu werden. Das scheint derzeit das Ziel so manches
Politikers zu sein (vgl. dazu das Buch des einflussreichen US-Politikers und
Politikwissenschaftlers Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht,
Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Frankfurt am Main 1997; Brzezinski
hatte Russland z. B. einmal als "überflüssiges Land" bezeichnet; siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/98_13/nato.html). Und was sich hier
zunehmend zusammen braut, ist um einiges explosiver als das in den 80-er
Jahren des 20. Jahrhunderts beklagte "Gleichgewicht des Schreckens" zwischen
West und Ost.
Jesus von Nazareth lehrte jedoch in der
Goldenen Regel
in der Bergpredigt: "Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut
ihr ihnen zuerst". Auf dieses Beispiel übertragen: "Wenn ihr wollt, dass der
andere euch nicht mit Atomprogrammen bedroht, dann hört auf, ihn mit
Atomprogrammen zu bedrohen". Oder anders formuliert: "Was du nicht willst,
das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu." Also übertragen: "Wenn du
nicht angegriffen werden willst, dann greife auch du nicht an."
Doch für diese geniale Friedensbotschaft haben die kirchenchristlichen
Politiker nur Hohn und Spott übrig. Dies geht seit nahezu 2000 Jahren so. Zu
keiner Zeit wurde ernsthaft versucht, die Lehre von Jesus in die Tat
umzusetzen. Immer wussten es die Kirchenchristen und ihre Verbündeten
besser. Auch diesmal. Das Ergebnis sind die Kriege der Vergangenheit und die
heutige explosive Weltlage. Und so steuert alles auf einen Höhepunkt zu, der
wohl auch zum Kipppunkt werden wird. Denn jeder, der glaubt, mit
militärischen Mitteln eine Herrschaft über die ganze Welt ausüben zu können,
werden sich wohl verrechnen. Und es wird sich zeigen, wie lange dann der
Hohn und Spott noch währt.
4.9.2008 / 13.9.2008
-
US-Medien-Plutokratie:
Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin erklärt Irak-Krieg als "von Gott
gegebene Aufgabe" / Es gehe um "Sieg im Krieg" / Präsidentschaftskandidat
John McCain will dazu mehr Soldaten und Waffen in den Irak schicken
-
Während der Wähler in Deutschland real
zwischen unterschiedlichen Parteien wählen kann, hat die USA ein Wahlsystem,
bei dem kleinere Parteien von vorneherein chancenlos sind und nur die beiden
Millionärs-Parteien "Republikaner" und "Demokraten" um die Macht streiten.
Deshalb ist die USA auch keine echte Demokratie, sondern könnte als eine
moderne "Medien-Plutokratie" bezeichnet werden. "Plutokratie" ist
eine Staatsform, in der Herrschaft durch Vermögen ermöglicht wird und in den
USA geht neben den notwendigen Millionen nur mithilfe der Massenmedien. Für
die heiße Phase des Präsidentschafts-Wahlkampfs gibt jede Partei ca. 200
Millionen Dollar aus (stern.de, 11.9.2008; PS: Der
streckenweise brutale Vorwahlkampf allein der Demokraten untereinander
kostete ebenfalls Unsummen, so dass man insgesamt wohl auf nahezu eine
Milliarde Dollar Kosten nur für Wahlkampf-Propaganda ausgehen kann). Der
Unterschied zwischen beiden Parteien ist jedoch oft minimal, so dass für den
Bürger faktisch kaum eine Wahlmöglichkeit besteht.
So berufen sich z. B. die führenden Politiker
beider Parteien auf den kirchlichen "Gott" und benutzen ihn zur
Rechtfertigung ihrer Machtpolitik. Jüngst die Vizepräsidenten-Kandidatin
Sarah Palin von den Republikanern, die den Krieg im Irak mit seinen
Tausenden von Toten und unermesslichem Leid als "von Gott gegebene Aufgabe"
(Bild, 4.9.2008) bzw. als "Gottes Plan"
(Welt, 4.9.2008) bezeichnet. Die US-Soldaten im Irak
"verteidigen"
laut Frau Palin "die Unschuldigen vor den Feinden, die den Tod von
Tausenden Amerikaner geplant, ausgeführt und sich darüber gefreut haben"
4.9.2008 / 12.9.2008 - Die
Kandidaten im US-Wahlkampf und ihre Kirche -
Der Jagdbomber-Pilot und Präsidentschaftskandidat der Republikaner John
McCain ist ein protestantischer Anglikaner, der regelmäßig eine
evangelisch-baptistische Kirche besucht
(idea-spektrum Nr. 37/2008).
Seine Vize-Präsidenten-Kandidatin Sarah
Palin gehört der evangelikalen Wasilla Bible Church in Alaska an.
** Am
17.8.2008 predigte in der Wasilla Bible Church in Anwesenheit von Sarah
Palin ein Mann mit Namen David Brickner, der die Juden zum kriegerischen
"Jesus" der Kirchen bekehren möchte***. Und der
Assembly of God, der Sarah Palin bis 2006 angehörte und der sie heute noch
freundschaftlich verbunden ist, steht Pastor Ed Kalnin vor. Dieser hätte
Zeugenaussagen zufolge im Jahr 2004 sinngemäß gepredigt, "die
Kritiker Präsident George W. Bushs kämen in die Hölle. Wähler, die 2004 für
den Demokraten John Kerry stimmten, hätten kaum eine Chance, in den Himmel
zu kommen. Die Angriffe des 11. September und der Sturz Saddam Husseins
seien Teil eines ´Krieges um euren Glauben`, Jesus habe seine Botschaft ´als
Krieger` verkündet"
(zit. nach
http://www.welt.de/welt_print/article2393032/Ein-Hurrikan-namens-Sarah.html)
- eine Verhöhnung des Mannes aus
Nazareth. Doch selbst wenn die anscheinenden Zitate des einflussreichen
Pastors Ed Kalnin in dieser Form - vielleicht wegen des Wahlkampfs - nicht
bestätigt oder weiter veröffentlicht würden, so zeigen sie doch beispielhaft
das Denken und die aggressiven religiösen Gefühle in vielen dieser
evangelikalen Kirchen auf, die massiv im Gegensatz zu Jesus von Nazareth
stehen.
*** PS: Ein Brandanschlag auf die Wassila Bible
Church von Anchorage, der die Gouverneurin Sarah Palin angehört, richtete
Sachschaden in Höhe von 750.000 Euro an. Der Anschlag wurde am 12.12.2008
durchgeführt (idea-spektrum Nr.
51/2008). Gilt hier vielleicht: "Wer
den Krieg sät, wird den Krieg ernten"? Und Jesus lehrte ja auch: "Wer zum
Schwert greift, der wird durch das Schwert umkommen."
Der Kandidat der Demokraten,
Barack Obama,
Mitglied der evangelischen
Vereinigten Kirche Christi (die in
Kirchengemeinschaft mit der Union Evangelischer Kirchen in der EKD in
Deutschland steht), hat den Katholiken
Joseph Biden
zum Vize-Präsidenten-Kandidaten gewählt. Biden möchte gerne ein richtiger
Katholik sein (und dann natürlich auch von Katholiken gewählt werden)
(siehe dazu unseren
Glaubenstest), und er besucht
jeden Sonntag die Messe. Doch die von Tausenden von pädophilen Priestern
durchsetzte römisch-katholische Kirche der USA
(mehr dazu siehe z. B.
hier)
lässt ihn wegen seiner liberalen Haltung zum Thema Abtreibung und zur
Homosexuellen-Ehe nirgends innerhalb der Kirche reden. Sein letzter Bischof
Michael Saltarelli erteilte ihm - auch für den Fall seiner Wahl zum
Vizepräsidenten - Redeverbot in allen kirchlichen Einrichtungen, und
Erzbischof Charles Caput "empfahl ihm, nicht an der Heiligen Kommunion
teilzunehmen"
(idea-spektrum Nr. 37/2008).
3.9. / 13.9.2008 -
Nach dem 11.9.2001 (Anschlag auf das World
Trade Center in New York) wurde der NATO-"Bündnisfall" ausgerufen.
Bundeswehr zog in den Afghanistan-Krieg. Nach sieben Jahren wird es immer
schlimmer / Erste zivile Opfer durch Bundeswehr / Deutschland jagt jetzt
Mullah Salam / Bürger in Deutschland fordern Abzug der Bundeswehr aus
Afghanistan / US-Armee erhöht Anzahl der Pfarrer
- Am 5.10.2001 rief die NATO nach den bis
heute teilweise noch nicht geklärten Ereignissen vom 11.9.2001 erstmals den
"Bündnisfall" aus: Ein Mitgliedsland (in diesem Fall die USA) soll
angegriffen worden sein, und die Kriegshandlungen würden anhalten, so die
NATO-Definition. Als Mittäter machte man die damalige islamistische
Taliban-Regierung Afghanistans aus und erklärte ihr am 7.10.2001 den Krieg.
Und Deutschland zog mit, weil die Politiker seither glauben, die "Freiheit"
Deutschlands "am Hindukusch" mit militärischen Mitteln "verteidigen" zu
müssen (so vor allem der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD)).
Dieser Krieg entwickelt sich seither mehr und mehr zum Albtraum, und für
jeden getöteten Taliban scheinen zwei nachzuwachsen. Der Westen startete
2002 mit 5.000 Soldaten vor Ort. Jetzt hat man die Menge verfünfzehnfacht
(es sind derzeit ca. 70.000), und es "reicht" immer noch nicht. Die USA
wollen deshalb bis 2011 20.000 weitere Soldaten in Afghanistan kämpfen
lassen. Und die Deutschen wollen 1.000 weitere Soldaten nach Afghanistan
schicken. Dann werden wohl für jeden getöteten Taliban drei neue
nachwachsen.
Zudem wurde wohl schon über eine Milliarde Euro an deutschen Steuergeldern
dorthin gepumpt (zuletzt wurden die aktuellen Mittel auf 140 Millionen Euro
erhöht). Doch es funktioniert eben nicht, eine islamistische Regierung
wegzubomben und die darauf hin neu eingesetzte Regierung und den
"Wiederaufbau" mit Abermillionen und -milliarden hochziehen zu wollen.
Die Entwicklung Afghanistans lässt sich eben nicht von Washington und Berlin
aus steuern - genauso wenig wie 1979/1980 von Moskau aus. (Für diesen
Versuch wurde die Sowjetunion vom Westen damals mit dem Boykott der
Olympischen Sommerspiele in Moskau bestraft und mit der Aufrüstung (!) der
damals gegen die Russen kämpfenden islamistischen Milizen). Und Krieg
bringt immer nur wieder neuen Krieg und ist niemals eine Basis für eine
gesunde Entwicklung eines Landes (vgl. auch Irak).
Einer der ranghöchsten britische Generäle in Afghanistan gehört zu denen,
die allmählich umdenken. Er erklärt den Krieg für "verloren" und setzt sich
für Verhandlungen mit den Taliban ein (Spiegel online, 5.10.2008;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,582266,00.html).
19.8. / 5.9.2008 -
Der Hochmut des
Westens -
Der
russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, "die Nato behandle Russland wie
ein Kind, das diszipliniert werden müsse" (Spiegel online, 19.8.2008).
Zwar verschlimmert jede Kriegshandlung die Situation und schafft neues
Unrecht, weswegen jede darauf bezogene Kritik, Distanzierung bzw. jede Klage
berechtigt sind.
Doch die westlichen Kritiker messen immer mit
zweierlei Maß, gerade wie es ihnen passt. Was ist z. B. mit dem Krieg des
Westens gegen Serbien, bei dem ca. 1.000 unbeteiligte Zivilisten getötet
wurden und sehr viele zivile Ziele bewusst zerstört wurden (während die
Russen offenbar nur Militäranlagen treffen wollten)? Was ist mit dem Krieg
gegen den Irak, den man aufgrund von Lügen begann und der das Land seither
ins Chaos stürzt - unzählige Tote, zerstörte Existenzen und gar Verfolgungen
von kirchlichen Christen? Alles nur halb so schlimm wie das, was die
russische Regierung an der Grenze ihres eigenen Landes und im Nachbarland
tut?
Diese Haltung des Westens gegenüber anderen Ländern konnte in den letzten
Jahren durchgängig auch anderweitig beobachtet werden. Allen voran die USA
und mehr und mehr auch ihre "willigen" Nachahmer spielten sich auf der
Weltbühne auf, als sei ihre Sichtweise und ihre Politik eine Art
"Weltgesetz", und alle anderen müssen sich beugen, oder es gehe ihnen an den
Kragen. Und dann wird eben selbstherrlich entschieden: "Machen wir Krieg,
machen wir Sanktionen, sprechen wir nur Warnungen aus?" Die Heuchelei und
Arroganz treibt dabei immer weitere Blüten. "Die
Russen fangen an zu verstehen, dass sie für diese Art von Verhalten bezahlen
müssen", so die
US-Außenministerin Condoleeza Rice (Focus online, 5.9.2008). Immer
sei man selbst dabei der ´Gute` und die anderen die Problematischen oder die
´Bösen`", wie es der Vasall des Westens, der georgische Präsident Michail
Saakaschwili (zur Biografie siehe hier)
sogar wörtlich ausführte (siehe unten), ohne
dabei den geringsten Widerspruch von einem aktiven namhaften westlichen
Politiker hervor zu rufen.
Dabei stützt man sich vor allem auf Schwindel erregende Steigerungen der
Rüstungsausgaben. Auch hier Georgien als kleines Beispiel, das im Jahr 2006
dreimal so viel Geld für Rüstung ausgegeben hatte als noch 2003.
Für die Eskalation zwischen dem Westen und Russland machte der
erfahrene SPD-Politiker Erhard Eppler (SPD) mittlerweile die USA
verantwortlich. "Diese hätten nicht begriffen, dass auch andere Staaten
Machtansprüche geltend machten und ´die Zeit der unipolaren Welt [wo die USA
mit Waffengewalt weltweit machen können, was immer sie wollen] vorbei ist`
15.8. / 4.9.2008
-
Der neue "kalte Krieg" ist in vollem Gange -
Im Zusammenhang des Krieges im Kaukasus warf
der ehemalige georgische Präsident und Kritiker der jetzigen georgischen
Regierung, Eduard Schewardnadse, den USA vor, "eine
neue Runde des atomaren Wettrüstens" begonnen zu haben (Spiegel
online, 13.8.2008). Ein neuer kalter Krieg sei "doch
schon längst von den USA angezettelt durch den so genannten
Raketenabwehrschirm der Amerikaner in Tschechien und Polen".
Die Raketen-Verträge zwischen Polen und den USA wurden jetzt flugs und
offenbar taktisch genau geplant am 14.8.2008 unterzeichnet, solange Russland
noch "an der Wand steht" hat und genötigt wird, sich zu rechtfertigen. Neben
dem Raketenabwehrschirm stationiert die USA ab sofort
Patriot-Luftabwehrraketen in Polen. "Wir haben den Rubikon
überschritten", verkündete der polnische Präsident Donald Tusk scheinbar
nebenbei
(http://www.welt.de/politik/arti2329334/USA_stationieren_Raketen_in_Polen.html).
Der Satz wurde durch den römischen Feldherrn Gaius Julius Cäsar zu einem
historischen Wort. Er bedeutete damals Krieg. Cäsars Truppen überschritten
den Fluss Rubikon, vernichteten die Republik in Rom und eroberten darauf hin
ganz Italien und Spanien. Und bedeutet der Satz auch in der Gegenwart
Krieg? (Als die Russen in den 60er-Jahren umgekehrt Raketen in
Kuba in der Nähe der USA stationieren wollten, verhinderte nur ihr Nachgeben
den 3.Weltkrieg. Die USA mit ihrem Präsidenten John F. Kennedy waren
zum Weltkrieg entschlossen, was wohl zur Zerstörung Deutschlands und
Mitteleuropas geführt hätte.) Russische Experten glauben, dass "die
USA als nächstes in der Ukraine versuchen, eine bewaffnete Konfrontation mit
Russland zu provozieren" (Ria Novosti, 14.8.2008) und empfehlen,
"Kontakte zu anderen Ländern unter Ausschluss der USA
herzustellen".
Der kalte Krieg eskaliert - offenbar schlimmer als in den 80er-Jahren
des letzten Jahrhunderts, wo die US-Regierungen noch etwas Respekt vor
Russland und seinen Interessen hatten. US-Außenministerin Condoleeza Rice
versuchte Russland u. a. auch dadurch zu demütigen, dass sie sagte:
"Russland wird mehr und mehr zum Geächteten in diesem Konflikt" [der
Auseinandersetzung mit Georgien] (Spiegel online, 20.8.2008).
Am 2.9.2008 hat sich nun der bei allen um den Weltfrieden besorgten Menschen
besonders gefürchtete US-amerikanische Vize-Präsident Dick Cheney
in Georgien mit den "Kreuzzugsfahnen" bejubeln lassen und - wie nicht anders
zu erwarten - einen schnellen NATO-Eintritt Georgiens verkündet. Dabei lobte
er den kriegerischen georgischen Präsidenten als "prinzipienfesten
Politiker" und überbrachte eine Milliarden-Spende
(Netzeitung, 5.9.2008). Außerdem steuerten verstärkt NATO-Kriegsschiffe
in das Schwarze Meer. Darunter das große US-Kriegsschiff "Mount Whitney",
das mit angeblich nur "humanitären" Gütern in den georgischen Hafen Poti
einlief. Russischen Posten in der Stadt wurde das Prüfen der Ladung
verweigert. Russland wirft den USA in diesem Zusammenhang eine Verschärfung
des Konflikts vor
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576613,00.html).
Siehe dazu unten auch die Meldungen über den Krieg am
Kaukasus bzw. über die georgische Nationalfahne.
Aktualisierung (17.8./29.8.2008):
"Bundeskanzlerin Angela Merkel kämpft für Nato-Beitritt Georgiens"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572610,00.html
13.8.2008 -
Skandal-Taufe: Verwaltungsgericht
kapituliert vor dem Kirchenrecht -
Taufskandal in Bünde/Ostwestfalen: Obwohl der Vater gemeinsam mit der von
ihm getrennt lebenden Mutter seiner beiden Kinder das Sorgerecht für die
Kinder ausübt, erschlich sich die Mutter entgegen dem Willen des Vaters die
evangelisch-lutherische Taufe der beiden Kinder. Auch die beiden Kinder im
Vorschulalter wurden aufgrund der Geheimhaltung nicht auf ihre Taufe
vorbereitet. Der Vater zog deshalb vor das Verwaltungsgericht. "Da seine
Frau nicht das alleinige Sorgerecht habe und die Taufvorbereitung nicht
ordnungsgemäß erfolgt sei, seien die Taufen ungültig", so die einleuchtende
Position des Vaters (idea-spektrum Nr. 33/2008). Doch das Gericht
wies die Klage ab. Die Taufe könne nach kirchlichem Recht nicht rückgängig
gemacht werden und außerdem sei das Gericht nicht zuständig. Obwohl von der
Mutter eindeutig gegen das staatliche Sorgerecht verstoßen wurde.
Wer sei also dann zuständig? Die Kirche? Nach kirchlicher Lehre bleiben die
beiden Kinder für immer Glieder der Kirche, auch wenn sie später austreten
(mehr dazu siehe hier).
Außerdem wurden sie bei der Taufe automatisch Kirchenmitglieder, was auch
ihre spätere Kirchensteuerpflicht begründet, die wiederum der Staat
einzieht. Zwar sagte der zuständige evangelische Superintendent, die Taufe
sei ein Fehler gewesen, doch bei ihrem Tauf-Sakrament kennt die Kirche keine
Gnade: Es kann aus ihrer Sicht niemals rückgängig gemacht werden. Und es
wird dadurch der Anspruch der Kirche begründet, den Getauften für "ewig" als
Mitglied betrachten zu können.
Deshalb: Kinder gar nicht erst taufen lassen. Es nützt nichts und
schadet, weil es dem Kind die Freiheit nimmt, seinen Glauben später
eigenverantwortlich zu wählen (mehr dazu siehe auch
hier
sowie weitere Hintergründe
hier). Zudem wird es bei einer späteren eigenverantwortlichen Wahl
von der Kirche mit einer angeblichen "ewigen Verdammnis" eingeschüchtert,
falls es die Wahl seiner Eltern korrigieren möchte. Auch hat Jesus niemals
Kinder getauft. Und weiterhin ist es eine ungeheure Anmaßung der Kirche,
wenn sie behauptet, dass "Gott" bei einer kirchlichen Taufe der eigentlich
Handelnde sei (was zudem Unsinn ist). Hier kann man auch fragen: Welcher
"Gott"?
Hier könnten die staatlichen Gerichte insgesamt ohne weiteres einen
Riegel vorschieben, wenn sie wollten: Wenn nämlich kirchliches Recht
dem staatlichen widerspricht (in diesem Fall den eindeutigen Bestimmungen
des Sorgerechts), kann es im Konfliktfall aus staatlicher Sicht als nichtig
erklärt werden. Aus staatlicher Sicht wären die beiden Getauften demnach
weiterhin als "konfessionslos" zu behandeln. Zumindest solange, wie die
beiden nicht "religionsmündig" sind. Dann, ab Vollendung des 14.
Lebensjahres, könnten sie z. B. selbst entscheiden, ob sie ihrer von ihrer
Mutter erschlichenen Taufe und deren kirchenrechtlichen und staatlichen
Konsequenzen nachträglich zustimmen oder ob sie diese endgültig annullieren.
Zudem müsste das Kirchenrecht einmal dringend auf seine Verfassungsgemäßheit
überprüft werden.
Der folgenschwerste bekannt gewordene Fall einer Skandal-Taufe ereignete
sich im 19. Jahrhundert in der Stadt Bologna in Italien, die damals vom
Vatikan aus mitregiert wurde. Das römisch-katholische Kindermädchen, das bei
jüdischen Eltern angestellt war, führte aus dem Affekt heraus eine
römisch-katholische Nottaufe an dem siebenjährigen jüdischen Kind
durch, weil sie Angst hatte, das Kind sei krankheitsbedingt in Todesgefahr.
Die Eltern hatten von nun an keine Chance mehr. Ihr Sohn Edgardo war jetzt
zunächst "für immer" Katholik. Und schlimmer noch: Weil die jüdischen Eltern
ihr jetzt katholisches Kind natürlich nicht katholisch erziehen wollten,
wurde ihnen der Junge von staatlicher Stelle mit Gewalt weg genommen - ein
an Grausamkeit kaum mehr zu überbietendes staatliches Verbrechen der
katholischen Bürokratie. Der Papst selbst (der später "selig" gesprochene
Pius IX.) kümmerte sich von nun an darum, dass aus dem kleinen Juden ein
römisch-katholischer Priester wurde. Er durfte seine Eltern nicht mehr
sehen. Mehr dazu siehe
hier.
13.8. / 25.8.2008 -
Neue Kriegsgelüste: Georgischer Präsident
trennt Russland von Europa ab: "Grenze zwischen Gut und Böse" / Zieht
Regierung in Georgien den ganzen Westen in Krieg hinein? -
Der georgische Präsident und Freund von
US-Präsident George W. Bush, Michail Saakaschwili, lässt sich vor 50.000
Landsleuten in Tiflis feiern. Dabei schwenken sie die alte mittelalterliche
Kreuzzugsfahne, die seit 2004 fast identisch auch Nationalfahne Georgiens
wurde (siehe unten). Unter dieser Flagge und mit
dem Ruf "Deus vult" (= "Gott will es") (und auch mit dem angeblichen Schutz
des Kirchenheiligen Georg) zogen früher die Kreuzfahrer in grausame Kriege.
Und der kriegerische Präsident Saakaschwili spricht heute offen aus, was
viele politische Analytiker ohnehin befürchteten: Sein Land sei ein
"Vorposten im Kampf gegen Russland". Georgien sei die "Grenze
zwischen Gut und Böse". Und: "Heute stehen wir an vorderster Front
zwischen Europa und Russland" (Spiegel online, 13.8.2008). Und
weiter: "Wir werden siegen."
Hier wird Europa zunächst zweigeteilt in den "bösen" europäischen Teil
Russlands und den "guten" Rest Europas, und es wird eine neue dummdreiste,
erschreckende und gespenstische Kriegsfront in Europa eröffnet. Und die
anderen westlichen Politiker lassen sich solche Reden nicht nur gefallen.
Sie unterstützen diese Demagogie auch noch, wie die deutsche Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU).
Die Regierung Georgiens hatte in der Nacht vom 7. auf
den 8.8.2008 parallel zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking den
Krieg mit dem Angriff auf die südossetische Hauptstadt Zchinwali und weitere
Städte und Dörfer begonnen, nachdem zuvor Georgier offenbar von Osseten
angegriffen worden seien. Dabei wurden die Menschen in Zchinwali vielfach
im Schlaf von der georgischen Armee "totgebombt" (siehe dazu z.
B. den Bericht in
http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/08/23/georgien/bild-mit-russlands-star-dirigent-gergiev-in-ossetien.html
und http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,574263,00.html).
Und dabei wurden offenbar gleich zu Beginn auch Soldaten der
russischen Friedenstruppe, die an der Grenze stationiert waren, getötet.
Und zu diesem Anlass hatte der georgische Staatschef sogar dreist vor
einer Fahne der Europäischen Union gesprochen (siehe
unten). Und ein georgischer Minister prahlte sogar
damit, dass die Georgier sogar eine ganze russische Division ausgelöscht
hätten
(siehe hier).
Wie hätten die USA wohl in einer vergleichbaren Situation reagiert? (Zur
Erinnerung: Auf den Anschlag auf das World Trade Center am 11.9.2001,
dessen Umstände bis heute umstritten sind, folgte der Angriff auf
Afghanistan, der Sturz der dortigen Taliban-Regierung und der Beginn des
seither anhaltenden "Krieges gegen den Terror".)
Rolf Hochhuth: "Nato im Osten - das gibt Krieg"
Dann
schlug das russische Militär zurück und beendete den Krieg nach wenigen
Tagen. Jetzt lässt sich die georgische Regierung nach der militärischen
Niederlage feiern und gießt gleichzeitig neues Öl in das Kriegsfeuer,
während man in Russland einen Tag der Staatstrauer angeordnet hat. Und auch
Regierungsvertreter von Polen (die sich in der EU zuletzt mehrfach quer
stellten) und der Ukraine feierten jetzt mit, während man in den USA
Sanktionen gegen Russland diskutiert. Die USA hatten zuvor eigens georgische
Soldaten aus dem Irak ausgeflogen, damit diese am Kaukasus gegen Russland
kämpfen können. Doch Georgien hatte noch weit mehr militärische Hilfe von
den USA erwartet. Noch 2005 wurde George W. Bush in Tiflis von 150.000
begeisterten Georgiern mit "Bushi! Bushi!"-Rufen und unter dem
Wehen zahlloser "Kreuzzugsfahnen" (siehe dazu
unten) frenetisch gefeiert wie sonst nirgends in der Welt,
und George W. Bush kündigte damals im Bad der begeisterten Menge den
"Beistand" der USA für Georgien im Pulverfass Kaukasus an.
Und durch sein von den USA massiv unterstütztes Drängen nach EU- und
NATO-Mitgliedschaft versucht Georgien nun, den ganzen Westen in seine
Bekämpfung Russlands hinein zu ziehen. Bzw. es ist auch umgekehrt: Teile des
Westens versuchen, Georgien für eigene militärstrategische Absichten zu
benutzen
(vgl. dazu Rolf Hochhuth, "NATO im Osten? Das gibt Krieg" in Die Zeit Nr.
23/1998; http://www.zeit.de/1998/23/199823.t_nato.xml; vgl. auch
http://www.das-weisse-pferd.com/98_13/nato.html). Und was tun die
westeuropäischen Politiker, wenn ihnen ein faires Miteinander am Herzen
liegt, das letztlich auch zum Wohl der Bevölkerungen führen würde?
Abchasien und Süd-Ossetien traten nie dem Staat Georgien bei
Die Unabhängigkeitserklärungen der Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien von
Georgien (erstmals 1990 in Südossetien und 1992 in Abchasien) werden von
Georgien genauso abgelehnt (und damals schon jeweils mit Krieg beantwortet)
wie die nachfolgenden Volksbegehren 1992 und 2006. So wollten 1992 z. B.
über 90 % der Bevölkerung Süd-Ossetiens schließlich den Anschluss an
Russland und dort die Vereinigung mit Nord-Ossetien, doch Georgien
reagierte auch darauf wieder mit Krieg. Es gab schon Anfang der 90er-Jahre
Tausende von Toten und z. B. ca. 200.000 Georgier, die nach dem Angriff
Georgiens auf Abchasien aus Abchasien in Richtung georgisches Kernland
fliehen mussten. Umgekehrt waren es in Süd-Ossetien vor allem ca. 100.000
Osseten, die vor der georgischen Armee nach Russland flohen, während ca.
20.000 Georgier von Ossetien Richtung Georgien flohen. Die Provinzen wurden
unter dem Georgier Josef Stalin einst verwaltungsmäßig als autonome (!)
Regionen der Sozialistischen Sowjetrepublik Georgien zugeschlagen, was der
US-Präsident heute "territoriale Integrität" Georgiens nennt.
Dabei
waren Süd-Ossetien und Abchasien nie Teil Georgiens. Spiegel online
schreibt am 26.8.2008: "Denn als
sich die Sowjetunion auflöste, entstanden auf dem Gebiet der früheren
georgischen Sowjetrepublik faktisch drei Staaten: Die Republiken Südossetien
und Abchasien und das neue Georgien, dem es gelang, in den von Stalin
gezogenen Grenzen der Sowjetrepublik Mitglied der Vereinten Nationen zu
werden." Dadurch trennt seit 1992 "eine Staatsgrenze [Nord- und Süd-Ossetien
und damit] Brüder, Schwestern, Eltern und Kinder". Doch
faktisch sind weder Abchasien noch Süd-Ossetien Georgien jemals beigetreten.
Das wird jedoch von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und anderen
westlichen Länder jedoch nicht respektiert und sogar zum Anlass genommen,
einen neues furchtbares Weltkriegs-Szenario in Europa aufzubauen.
Allgemein gesprochen steckt hinter den Grenzkonflikten das "satanische"
geistige Prinzip "Trenne, binde und herrsche". Positiv wäre
demgegenüber ein "Verbinde und sei" und eine Diplomatie, die sich an dem
freien Willen der dort lebenden Menschen orientiert und an der Goldenen
Regel des Jesus von Nazareth in der Bergpredigt: "Alles, was ihr
wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch" bzw. "Was du
nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem anderen zu." Doch
der "scheinchristliche" Westen hat damit nichts mehr im Sinn. Und mit den
"Scheinchristlichen" auf der anderen Seite sieht es wohl nicht viel besser
aus.
Nach dem ersten von Georgien 1992
begonnenen Krieg
Kirche
In Georgien hat die Georgische Orthodoxe Apostelkirche ein
entscheidendes Gewicht. Andere religiöse Gemeinschaften werden vom
georgischen Staat stark benachteiligt oder gar verfolgt. In den 90er-Jahren
wurden z. B. Kirchenbauten religiöser Minderheiten enteignet und der
Georgisch Orthodoxen Apostelkirche übergeben (vgl. dazu, wie einst Kaiser
Konstantin im 4. Jahrhundert die Häuser von Urchristen und anderen
religiösen Minderheiten enteignete und der römisch-katholischen Kirche
übergab).
Und es gibt natürlich vor allem noch
die zweitgrößte Öl-Pipeline der Welt in Georgien, die aus
Aserbaidschan kommt und auf Drängen der USA im Jahr 2003 an Russland vorbei
gebaut wurde, von der der Westen stark profitiert und neben der jetzt auch
die "Kreuzzugsfahne" weht ...
Die Provokationen nach dem Krieg
Aktualisierung: Derweil provoziert der georgische Präsident Michail
Saakaschwili (oder Micheil Saakaschwili) ("Georgien ist die Grenze zwischen
Gut und Böse"), gedeckt von seinem Freund, US-Präsident George W. Bush, die
russische Regierung nahezu täglich mit neuen demagogischen Reden, womit er
auch seine Bevölkerung weiter aufzuwiegeln versucht. "Sie bringen uns doch
sowieso um", so der georgische Präsident über Russland (Focus online,
14.8.2008). Und George W. Bush versichert seinem Freund und der
Weltöffentlichkeit: "Die Vereinigten Staaten stehen an der Seite der
demokratisch gewählten Regierung Georgiens". Diese hat bekanntlich
zeitgleich mit der Eröffnung der Olympischen Spiele am 7.8.2008 den Krieg
begonnen und dabei offenbar auch Soldaten der russischen Friedenstruppe an
der Grenze getötet (PS: Wie hätten die USA wohl reagiert, wenn in
einer vergleichbaren Situation amerikanische Soldaten getötet worden
wären?). Dabei hätte sie ihren Angaben zufolge "nur" auf Schüsse von Osseten
auf Georgier "reagiert". Weiter fügte George W. Bush noch hinzu, er wolle
"die freie Welt hinter sich versammeln" und hinter Georgien (stern.de,
14.8.2008). Apropos angeblich "freie Welt": In Georgien sind z. B. alle
russischen Internetseiten gesperrt, um der Bevölkerung die dort
veröffentlichten Informationen vorzuenthalten
(Spiegel online, 14.8.2008).
Seite an Seite mit der grimmig drein schauenden US-Außenministerin
Condoleeza Rice warf Michail Saakaschwili schließlich den westeuropäischen
Ländern "Ignoranz" vor und gab ihnen eine Mitschuld am Krieg, weil sie
Georgien nicht in die NATO aufgenommen haben (dann hätte er die Südosseten
und Abchasier nämlich gegen deren ausdrücklichen Willen militärisch wieder
einverleiben bzw. "platt" machen können, und Deutschland hätte gegen
Russland in den Krieg ziehen müssen, wenn Russland den beiden Provinzen
und ihren Bürgern mit überwiegend russischen Pässen beigestanden hätte oder
die dort bis dahin stationierten russischen Friedenstruppen sich gewehrt
hätten). Zudem erteilte der georgische Präsident den westeuropäischen
Politikern und ihren Bürgern eine demagogische ethische Nachhilfestunde:
"Wir schauen dem Bösen direkt ins Gesicht" (Spiegel online, 16.8.2008).
Michail Saakaschwili durfte in den USA studieren und seinen Doktorhut erwerben
Solche Worte sind keine Überraschung, wenn man weiß, dass Michail
Saakaschwili mit Stipendium in den USA studiert hat und an der George
Washington University in Washington D.C., also in unmittelbarer Nähe des
Weißen Hauses, seinen juristischen Doktorhut erworben hat. Sein Berater
ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler. Und seine beiden Brüder
leben heute noch als Filmproduzenten in den USA.
Den Angaben seines ehemaligen Verteidigungsministers zufolge habe ihn
Saakaschwili 2005 mit der Liquidierung eines georgisch-russischen
Geschäftsmannes beauftragt. Im selben Jahr wurde er von der US-Senatorin
Hillary Clinton (siehe hier) für den
Friedensnobelpreis vorgeschlagen, vermutlich wegen seines radikalen
politischen Kurses im Einklang mit den Führern der USA.
"Autoritäres" Regime schickt Soldaten in den Irak
Im November 2007 kam es in Tiflis zu Massenprotesten gegen Saakaschwili, die er mit Gewalt zerschlug. Vermutlich dank Wahlfälschungen wurde er kurz darauf jedoch wieder zum Präsidenten gewählt (http://de.wikipedia.org/wiki/Micheil_Saakaschwili). So sieht es auch der ehemalige georgische Minister im Kabinett Saakaschwili, Georgij Chaindrawa. Er bezeichnet das Saakaschwili-Regime mittlerweile als "kriminell": "Saakaschwili ... verkörpert ein autoritäres Regime, ähnlich wie Putin, das die Bürgerrechte missachtet und die Medienfreiheit unterdrückt, etwa durch den Einsatz staatlicher Schlägertrupps gegen den unabhängigen TV-Sender Imedi im November. Saakaschwili ist kein Demokrat. Der Mann hat im November den Ausnahmezustand gegen oppositionelle Massendemonstrationen verhängt und danach die Präsidentenwahlen und die Parlamentswahlen gefälscht." Chaindrawa wurde 2006 von dem USA-Spezi Saakaschwili wegen dessen Kritik an den georgischen Kriegsvorbereitungen entlassen. Michail Saakaschwili hat laut seinem Ex-Minister zudem "psychische Probleme, er überschätzt sich maßlos" (Spiegel online, 16.8.2008). Doch George W. Bush, Condoleeza Rice, ihre "freie Welt" und ihre "Koalition der Willigen" (mit den polnischen Zwillingen) stehen fest zu ihm und seiner Kriegspolitik, und im US-Sender CNN ist er eine Art "Superstar". Dafür lässt er sein Militär auch im Irak kämpfen. "Bezogen auf die Einwohnerzahl Georgiens" sind die 2.000 Georgier im Irak "das größte Kontingent aller an der Operation im Irak beteiligten Staaten", schreibt georgien-nachrichten.de am 16.1.2008. Nominell sind die Georgier nach den US-Amerikanern und Briten die drittstärkste Truppe im Irak. Und dass die Georgier dabei unter ihrer neuen Staatsflagge, welche der alten kirchlichen Kreuzzugsfahne entspricht (siehe hier) im überwiegend islamischen Irak operieren, ist weiterer Zündstoff.
Die Bevölkerung im Kriegsgebiet
Zur Lage der Bevölkerung
schreibt stern.de am 14.8.2008: "Das
Rote Kreuz beklagte verheerende Zustände im Krisengebiet. In weiten Teilen
Südossetiens sei die Infrastruktur zerstört."
Der russische Botschafter erklärt, "die georgischen Truppen ´hätten Frauen
und Kinder ermordet, Kirchen voller Flüchtlinge angezündet und ganze Dörfer
niedergewalzt`" (Spiegel online, 15.8.2008; siehe dazu auch ein Interview
bei http://www.youtube.com/watch?v=H8XI2Chc6uQ). Allerdings sind solche
Aussagen im einzelnen immer schwer nachzuprüfen. Umgekehrt behauptet
Georgien, Osseten hätten zuvor auf Georgier geschossen. Zudem macht Georgien
Russland für das "Plündern, Vergewaltigen und Töten" durch "irreguläre
Truppen" verantwortlich, was von Russland bestritten wird. Sicher ist:
US-amerikanische Transportmaschinen landen derweil in Tiflis. "Russland
habe Bedenken, welche Art von Fracht nach Georgien gebracht werde, sagte
Vize-Generalstabschef Nogowizyn". So schreibt dazu Focus online
(14.8.2008).
Neben Hilfsgütern auch neue Waffen? Ist ein weit größerer Krieg bereits in
Vorbereitung? Siehe dazu oben.
Der Präsident Süd-Ossetiens, Eduard Kokojty, hat Russland nun um ständige
Militärpräsenz gebeten. 90 % der Bevölkerung besitzen einen russischen Pass.
Das Land wird aber entgegen dem Willen der Bevölkerung völkerrechtlich als
Teil Georgiens betrachtet. Es wurde nämlich unter dem Georgier Josef Stalin
einst der Georgischen Sowjetrepublik zugeordnet. Auf der Internetseite des
Österreichischen Rundfunks heißt es: "Kokojty schloss den
Einsatz von internationalen Beobachtern zur Überwachung des zwischen
Russland und Georgien vereinbarten Waffenstillstands aus. ´Wir haben kein
Vertrauen in diese internationalen Beobachter, diese Leute verdrehen die
Wahrheit`"
(http://www.orf.at/080818-28530/index.html).
Wie könnte sich das zerstörte Klima
zwischen den Völkern und Politikern allmählich wandeln, wenn man damit
beginnen würde, zuerst den Balken im eigenen Auge zu finden bevor man wegen
des Splitters im Auge des Nächsten gegen ihn in den Krieg zieht. Das wäre
die gelebte Bergpredigt
und die so genannten "Christlichen" hätten hier eigentlich Vorbild sein
sollen, gleich auf welcher Seite sie stehen.
12.8. / 17.9.2008 -
Georgien: Nationalflagge entspricht der Kreuzfahrerfahne von 1099
- Ein
interessantes Detail zum Krieg auf dem Kaukasus: Der jetzige georgische
Regierung unter Präsident Michail Saakaschwili und das Parlament entschieden
sich am 14.1.2004 für eine neue Staatsflagge. Es ist die alte
mittelalterliche Kreuzzugsfahne (siehe z. B.
http://www.dgz-gelsenkirchen.de/Aktuelles/Fahne/fahne.html),
bekannt geworden vor allem im 1. Kreuzzug. Die abendländischen
katholischen Kreuzfahrer unter Gottfried von Boullion richteten im Zeichen
dieser Fahne im Jahr 1099 z. B. ein grässliches Blutbad unter den Moslems in
Jerusalem an. Man nennt die Fahne im Zusammenhang ihrer Verwendung durch die
Kreuzfahrer deshalb auch "Jerusalemkreuz" (ein großes Kreuz in der Mitte und
vier kleine an den Seiten, angeblich ein Symbol für die fünf Wunden von
Jesus). Siehe dazu
http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html.
Verständlich, dass der frühere georgische Präsident Eduard Schewardnadse
die Einführung dieser Flagge einst ablehnte - er fürchtete eine negative
Reaktionen der nichtkirchlichen Bevölkerung Georgiens. Die georgische
Nationalfahne ist auch farblich nahezu identisch mit dem Kreuz des
Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem (http://wapedia.mobi/de/Jerusalemkreuz).
Doch es ist nicht die einzige "Fahnenpolitik" der georgischen Regierung. In
seiner Fernsehansprache zur Rechtfertigung des Angriffs Georgiens auf
Süd-Ossetien (in der Nacht zum 7.8.2008) saß Präsident Michail Saakaschwili
sowohl vor einer georgischen Fahne als auch vor einer Fahne der
Europäischen Gemeinschaft, obwohl Georgien gar kein Mitglied der EU ist.
Von einem Protest der EU ist jedoch nichts bekannt geworden. Und: Merken die
westeuropäischen Politiker eigentlich nichts? Oder ziehen sie mit? Und bei
einem ARD-Tagesthemen-Interview am 16.9.2008 baute Saakaschwili dann
gleich fünf Fahnen (!) hinter sich auf: Drei georgische "Kreuzzugsfahnen"
und zwei Fahnen der Europäischen Union jeweils zwischen den georgischen
Fahnen.
Interessant auch, dass das israelische Militär die georgischen Truppen
offenbar in nicht unwesentlichem Umfang trainiert - neben Militärberatern
aus den USA in Georgien. So verkündete der
georgische Minister Temur Yakobashvili stolz, dass im Zusammenhang dieser
Ausbildung ("due to this training") "eine kleine Gruppe
georgischer Soldaten in der Lage war, eine ganze russische Militär-Division
auszulöschen" ("wipe out")
(http://www.haaretz.com/hasen/spages/1010187.html).
Und während in der georgischen Hauptstadt Tiflis bei einer Kundgebung am
12.8.2008 die Fahnen zu Hunderten geschwenkt wurden (ein gespenstisches
Szenario, da es eben die alte Kreuzzugs-Fahne ist), hat die Regierung
Georgiens die NATO zur militärischen Hilfe bzw. zum militärischen
Wiederaufbau aufgefordert. Hier wird mit dem Schicksal von Millionen
Menschen gezündelt. Und mit dem gekreuzigten Christus haben die Kreuze auf
der georgischen Fahne in Wirklichkeit nicht das Geringste zu tun, es sei
denn, man deutet sie als erneute Verhöhnung und Kreuzigung des Mannes aus
Nazareth.
PS: Besonders prekär ist auch, dass die Georgier mit ihrer
"Kreuzzugs"-Fahne neben den Amerikanern und den Briten des drittgrößten
Soldaten-Kontingent im Irak stellen.
5.8. / 12.8. / 22.8.2008 /
20.1.2009 - Erzbistum Bamberg:
"Doktorspiele mit dem Trend zum Unterleib" - Domkapitular zurückgetreten /
Zwei spätere Selbstmorde wg. Missbrauchs? / Weiterer Angestellter wegen
sexueller Vergehen entlassen / Kirche sollte Verjährungsfristen nicht in
Anspruch nehmen
- Ein Jahr nach seiner 1000-Jahr-Feier
(siehe dazu
"Der Theologe Nr. 29" - 1000 Jahre Erzbistum
Bamberg: Kein Grund zum Feiern) wird das Bistum Bamberg erneut
erschüttert (zu Verbrechen, Gräueln und Vergehen der Vergangenheit siehe
hier). Der bekannte
Personalchef des Erzbistums, Domkapitular Otto Münkemer (Besoldungsgruppe A
16), wird dabei beschuldigt, in seiner Zeit als Direktor des
erzbischöflichen Knabenseminars Ottonianum von 1976-1991 "Schutzbefohlene"
sexuell missbraucht zu haben. Er trat nach Bekanntwerden der Anschuldigungen
zurück. Münkemer "gehörte zum engsten Beraterkreis des Erzbischofs und
genoss bis zum Herbst letzten Jahres dessen uneingeschränktes Vertrauen" (Abendzeitung
Nürnberg, 31.7.2008). Innerhalb der Kirche sind die Vorwürfe
"bereits seit mehr als einem halben Jahr bekannt, wurden jedoch
diskret unter dem Tisch gehalten".
Stattdessen ließ man zu, dass sich Münkemer weiterhin mit Kindern
vertraut machte. So heißt es z. B.: "Im Anschluss an den Gottesdienst
lud Stadtpfarrer Simon die [100] Firmlinge (Kinder im Alter von ca. 12-13
Jahren) in den Pfarrsaal ein, wo sie Herrn Domkapitular Münkemer näher
kennenlernen konnten." Dabei stellten die Kinder u. a. auch Fragen zu
"seinem eigenen Beichtverhalten" und "sie erfuhren auch vieles aus seinem
privaten familiären Umfeld"
(http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/bistum/pfarreien/dekanate/bayreuth/
mariae_himmelfahrt_hollfeld/wir_ueber_uns/archiv_2008/Treffen_mit_Otto_Muenkemer.html)
20.7. / 22.7.2008 -
Zum Papstbesuch: Mehrere demokratische Rechte
in Australien außer Kraft gesetzt -
Kirchenkritischen Demonstranten drohen nach dem Weltjugendtag hohe
Geldstrafen. Die australische Regierung hatte anlässlich des Besuchs des
absoluten Herrschers der katholischen Kirche
(siehe dazu den "unfehlbaren" römisch-katholischen
Lehrsatz über die Unterwerfung unter den Papst)
mehrere Gesetze geändert. So durften z. B. die Pilger zum Weltjugendtag
weder "verärgert noch belästigt" werden. Wer es tut bzw. wem es unterstellt
wird, soll Bußgelder bis zu 5.500,00 € bezahlen
(Bayerischer Rundfunk online, 15.7.2008). Hierzu ist zu sagen, dass z.
B. ein Flugblatt mit wahren Informationen über den katholischen Glauben
natürlich bereits den einen oder anderen unwissenden Pilger "verärgern"
kann. Auch das Demonstrationsrecht wurde massiv eingeschränkt. Obwohl der
Papst vordergründig von "Religionsfreiheit" sprach, drohen jetzt
antikatholischen Demonstranten "Geldstrafen in Höhe von mehreren Tausend
Euro" (Stern-TV, 16.7.2008) - ein Hohn und vielleicht ein
Vorgeschmack auf ein neues katholisches Europa vom Ural bis ans Mittelmeer,
so wie es viele Politiker und Würdenträger sich wünschen.
Doch überall, wohin der Papst auch reist: An jedem Ort trauen sich jetzt
auch die Opfer der Priester und ihre Angehörigen auf die Straße - in Sydney
wurden sie jenseits der "Pilgerströme" abgedrängt. Eine echte Entschuldigung
des Papstes gab es auch in Australien nicht.
PS: Der Weltjugendtag
mit Papstbesuch hat 92 Millionen Euro gekostet
(idea, 22.7.2008).
Das sind ca. viermal mehr wie die beim Papstbesuch anlässlich des
Weltjugendtages 2005 in Köln. Unklar dabei ist, welchen Anteil der
australische Staat zahlen muss (vermutlich das meiste) und ob die Kosten für
Polizei u.ä. hier überhaupt schon eingerechnet sind.
19.7.2008 -
Australien: Opfer der Kirche beklagen: "Wir werden ausgeschlossen"
-
Auch in
Australien sind bereits 107 "Priester und andere Geistliche" wegen
Sexualverbrechen an Kindern
verurteilt worden. Zudem laufen weitere Prozesse, und vielfach wurden die
Taten nicht an die Justiz gemeldet. Man geht von Tausenden von
Sexualverbrechen aus. Und gegenüber dem Erzbischof von Sydney, Kardinal
George Pell, gibt es Vorwürfe der Vertuschung
(Bild, 19.7.2008)
- ein Grund, dass der Papst die Verbrechen auch in Australien öffentlich
"zutiefst bedauere". Die Kirche müsse die Opfer mit "größtem Mitgefühl"
behandeln. Seine Aussagen werden von der Kirchenopfer-Organisation "Broken
Rites" insgesamt jedoch als "halbherzig" bezeichnet: "´Wie kann er
sagen, dass er das Leid der Opfer teilt, wenn wir nicht einmal mit ihm
sprechen dürfen! Wir werden ausgeschlossen`", so ein Opfersprecher laut
Focus online (19.7.2008). Die Zeitung weiter: "Die Missbrauchsopfer
werfen der katholischen Kirche in Australien ´jahrelange
Vertuschungsversuche` und ein Verzögern von Entschädigungsverfahren vor."
Vor den verschlossenen Kirchentoren warteten auch Barbara und Anthony
Foster, deren beide Töchter in der Grundschule vom römisch-katholischen
Priester mehrfach vergewaltigt worden sind. "Beide Kinder wurden schwer
geschädigt. Eine Tochter ist psychisch krank, die andere beging vor sechs
Monaten Selbstmord. Die Eltern hatten darauf gehofft, mit dem Papst sprechen
zu können" (Focus online, 19.7.2008). Der Vater der beiden Opfer:
"Der Papst hat uns nicht gehört. Die Kirche will sich nicht wirklich um uns
kümmern."
18.7. / 19.7.2008 -
Unheilvolle Zwangserziehung - Der Papst und
die katholisch gewordenen Ureinwohner Australiens -
Unter den Teilnehmern an den derzeit stattfindenden Papstmessen in
Australien sind auch viele Aborigines, Ureinwohner des australischen
Kontinents. Die Mehrheit der noch ca. 450.000 Aborigines besitzt
mittlerweile die römisch-katholische oder anglikanische Konfession. Dies hat
damit zu tun, dass bis in die 1970er-Jahre hinein den Aborigines-Eltern per
Gesetz ihre Kinder weg genommen wurden. Diese wurden dann in speziellen
Heimen z. B. zu Katholiken oder Anglikanern erzogen (siehe z.B.
http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Australien-Aborigines;art123,2475784).
8.7.2008 -
Neu: Die katholische Kirche und der Holocaust
-
Der Theologe Nr. 4
trägt den Titel Die evangelische Kirche und der
Holocaust. Die Dokumentation erhält aber auch zahlreiche Verweise
auf die Verantwortung der römisch-katholischen Kirche. Z. B.
Synodenbeschlüsse gegen die Juden, welche von den Nationalsozialisten wieder
aufgegriffen wurden. In dem Auszug
Die katholische Kirche und der
Holocaust sind nun alle Stellen aus der Dokumentation
zusammengefasst, welche die römisch-katholische Kirche betreffen.
Der Theologe aktuell:
Hier die Meldungen von 2005 - 1. Teil / 2005 - 2. Teil / 2006
- 1. Teil / 2006 - 2. Teil
2007 - 1. Teil /
2007 - 2. Teil / 2008 - 1. Teil /
2008 - 2. Teil
2009 - 1. Teil /
2009 - 2. Teil / 2010 - 1. Teil /
2010 - 2. Teil
2011
2012
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