DER THEOLOGE - 2007-1
 

Klarstellung:
Wir haben nichts gegen katholische oder evangelische Christen oder ihre Kirchen. Wir sagen jedoch:
Die beiden Großkirchen sollen sich nicht "christlich" nennen, da dort anders gelehrt und gelebt wird als Jesus, der Christus, das wollte (vgl. dazu Der Theologe Nr. 25 oder die Einleitung von "Der Theologe Nr. 24a"). Würden sich die Kirchen nur noch "römisch-katholisch" nennen oder "evangelisch", aber nicht mehr "christlich", wäre manche der hier dargebotenen Informationen nicht nötig. So aber weisen wir immer wieder auf den Verrat an der Botschaft von Jesus hin. Hinweise zu einem Leben im christlichen Glauben finden Sie u. a. hier.

 

28.6.  -  Neu: Der Theologe Nr. 35: Gefährliche Rechtfertigungslehre - "Allein der Glaube" führt in Abgrund

 24.6.  -  Nahezu täglich getötete Zivilisten: Der heimliche Krieg wird immer brutaler

 17.6.  -  Vergewaltigungen von Kindern in "evangelischem" Dorf
 
 15.6.  -  Areal für Baumbestattungen auf Friedhof - "Nicht vom Priester gesegnet" als neues "Güte-Siegel"?
 
 11.6.  -  US-Präsident Bush: Im Dienst der katholischen Interessen auf dem Balkan?
 
 10.6.  -  Kardinal Lehmann möchte in Saudi-Arabien eine Messe lesen - praktische Schritte dorthin

   7.6. -   US-Präsident George W. Bush: Nach dem Tod einst gleich ins Paradies?
  
   5.6. -   München: Christuskirche in Bischof-Meiser-Kirche umbenennen
 
   2.6. -   Spanien: Gleich nach Herzstillstand werden Patienten ausgeweidet

   1.6. -   Katholisches Bayern: "Ein Bär kann kein Grundrecht haben"

 25.5.  -  Beliebte katholische Religionslehrerin fristlos gefeuert. Sie unterrichtete auch Evangelische Religion

 11./28.5.- Evangelisch-lutherische Landesbischöfin Käßmann: Scheidung mit Bibelverbiegung verbrämt

 1
8.5.  -   Nach sexuellem Übergriff durch Bischofsvikar und Stellvertreter des Kardinals: Frater in Psychiatrie

   7.5.  -   Brasilien: "Papierkugel-Priester" Frei Galvao heilig gesprochen - Empörung der Indianer

 30.4.  -   Gegenseitige Taufanerkennung: Wer will noch alles mit in den Bauch der Hydra?

 25.4.  -   Jesus war ein Mann des Volkes, kein Intellektueller

 22.4.  -   Neu - "Der Theologe Nr. 32": Die Sakramente und Rituale der Kirche

 18.4.  -   Evangelische Serientäterin vor Gericht: Vier, fünf, sechs oder mehr Menschen getötet

 14.4.  -   Ministerpräsident Oettinger unterschätzte Unterschied zwischen Politikern und Kirchenmännern 

 12.4.  -   Kirche: Tödliche Messerstecherei, Selbstmord, Unterschlagung, Erpressung, Drogenhandel

 10.4.  -   Opus Dei - der Motor der katholischen Kirche: Tugend durch Abtötung? 

 30.3.  -   Katholischer Journalist Hartmut Stumpf begründet Ermordung von Tieren mit Auferstehung von Jesus

 24.3.  -   Einzige Demonstration "gegen Nationalsozialismus" in München? Landesbischof verteidigt Meiserstraße

 20.3.  -   Vergebungsbitte der Kirche im Bamberger Dom - ehrlich oder Taktik?

 13.3.  -   "Wir fliegen in den Krieg" - Deutschland im heimlichen Angriffskrieg

 28.2.  - 
 Fehlende Austrittsbescheinigungen - Großkirchen erschleichen sich Hunderttausende von Euro

 28.2.  -   Das Jubiläum rückt näher: 1517-2017: 500 Jahre Reformation - Evangelische Kirche ist nicht christlich

 28.2.  -   Nach Kirchenaustritt: "Kirche outet Homosexuellen"

 26.2.  -   Streit um Sex: Bibeltreuer "Christ" ersticht seinen Sohn

 25.2.  -   Menschen haben sich ihren besten Freund zum Feind gemacht: Die Erde schüttelt ihren Peiniger ab

 11.2.  -   München: Evangelische Kirche will antisemitischen Bischof weiter ehren  

 23.1.  -   Bistum Würzburg feiert Bischof-Stangl-Jahr 2007 / Bischof genehmigte tödlichen Exorzismus

 20.1.  -   Evangelischer Kirchentag in Köln: Kirche ist nicht christlich

 13.1.  -  "Hostienschändung" schlimmer als Kinderschändung? Dekan wendet körperliche Gewalt an  

 11.1.  -   Hoher katholischer Kirchenjurist: 1.010 Kinderporno-Bilder auf dem Computer   

 11.1.  -   2007: Die Kirche feiert. Bereuen wäre besser.

   7.1.  -  Gefahr eines großen Krieges wächst

   5.1.  -  "Grenzüberschreitung": "Perverser Pfarrer belästigte Kinder"

   1.1.  -   Neu - "Der Theologe Nr. 31": Das Leid von Natur und Tieren im kirchenchristlichen Abendland

 

 



28.6.2007 - Neu: "Der Theologe Nr. 35" - Gefährliche Rechtfertigungslehre: Allein der Glaube führt in den Abgrund. Lesen Sie hier.
 



24.6. / 28.6.2007 -
Nahezu täglich getötete Zivilisten: Der heimliche Krieg wird immer brutaler:  Im Oktober 2001 glaubte die NATO noch, in relativ kurzer Zeit die islamistische Taliban-Regierung in Afghanistan wegbomben und einen Staat nach westlichen Prinzipien aufbauen zu können. Und auch die deutsche Regierung aus SPD und GRÜNEN beteiligte sich in einer "historischen" Entscheidung an diesem Krieg (die nach dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Jugoslawien im Jahr 1999 * nicht mehr so schwer fiel). Am 5.10.2001 rief die NATO wegen des Anschläge in New York (deren Hintergründe bis heute nicht wirklich geklärt sind) den "Bündnisfall" aus. Man sprach von einer "Verbindung" zwischen den Terroristen und der afghanischen Regierung, und der Krieg gegen Afghanistan begann am 7.10.2001. Offiziell sagte man, bei dem Krieg handle sich um "kollektive Selbstverteidigung" (NATO-Vertrag, Artikel 5). Es gehe darum, "unsere Sicherheit" am Hindukusch zu "verteidigen", wie der damalige SPD-Verteidigungsminister Peter Struck den Bürgern auf einer Pressekonferenz am 5.12.2002 weis zu machen versuchte (vgl. http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html). Doch die deutschen Wohnzimmer-Strategen unterschätzten die Taliban. Zwar wurden sie schnell aus der Regierung vertrieben. Doch fast sechs Jahre später ist der Afghanistan-Krieg immer noch nicht "gewonnen" und brutaler denn je. Täglich sollen zuletzt jeweils Dutzende Taliban liquidiert worden sein, doch es scheinen nicht weniger zu werden. Zuletzt erreichten auch nahezu täglich Meldungen über "bedauerlicherweise" von der NATO bzw. der ISAF (International Securitiy Assistance Force) getötete Zivilisten die Öffentlichkeit. Und bei einer Kriegsberichterstattung erfährt man ja meist nur etwas von der Spitze des Eisbergs.

Einige der aktuellen Meldungen: NATO-Soldaten überschritten versehentlich die Grenze zu Pakistan und töteten Zivilisten in einem Haus (Bild, 24.6.2007). / Bei einem US-Angriff auf ein kleines Hotel in Pakistan wurden zwölf Zivilisten zerfetzt. / Laut pakistanischer Polizei wurden bei einem weiteren Angriff weitere 20 Zivilisten getötet (Spiegel online, 24.6.2007). / Erst vor einem Tag waren in einem afghanischen Dorf neben 20 Taliban auch 25 Zivilisten getötet, darunter neun Frauen und drei Babies (Focus online, 22.6.2007; siehe z. B. http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64211.html) usw. usw.

Um aus den Bewohnern Afghanistans mehr Informationen über die Taliban herausholen zu können, wenden die von den USA geführten Truppen auch Folter und Schein-Exekutionen an. Focus online schreibt: "US-Soldaten rechtfertigten die Gewalt gegen die afghanische Bevölkerung pauschal: ´Die Afghanen haben eine andere Kultur`, sagte Captain Brad McCoy vom Führungsstab der aktuellen Operation ´Maiwand`. ´Wir sind nicht dazu da, ihre Kultur zu verändern`" (http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64306.html).

Noch immer hat die deutsche Regierung offenbar nicht verstanden, dass Krieg immer nur wieder mehr Krieg bringt und dass eine solche Politik den Krieg auch ganz allmählich ins eigene Land bringt. So wenden die deutschen Regierungen keinen Schaden vom Land ab, wozu sie verpflichtet wären, sondern sorgen durch die Kriegsbeteiligung Deutschlands (siehe dazu die Aussage des deutschen Ministers Franz-Josef Jung unten) täglich für die Eskalation der Schäden. Dabei gehen die Politiker sehr leise vor, um die deutsche Bevölkerung nicht zu verschrecken. So kämpfen offenbar auch schon 100 deutsche "Soldaten der Elitekampftruppe ´Kommando Spezialkräfte`; sie operieren im Verborgenen an der Seite der US-Truppen und ihrer "Koalition der Willigen". Wie man hört, beiderseits der afghanisch-pakistanischen Grenze" (http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html). Dabei lassen sich die deutschen Politiker von den Kirchen, die den Afghanistan-Krieg von Anfang an mit dem üblichen "Wenn und Aber" "legitimierten"**, mitunter in trügerische "Sicherheit" versetzen. Und seitdem im Jahr 1985 das 5. Gebot von "Du sollst nicht töten" in "Du sollst nicht morden" geändert wurde (neue Einheitsübersetzung der Bibel), können auch die Kirchenvertreter das Töten im Krieg leichter rechtfertigen. Doch mit dem Friedensstifter Jesus von Nazareth haben der Afghanistan-Krieg und auch alle anderen Kriege nicht das Geringste zu tun. Einmal mehr wird dabei Jesus, der Christus, der große Menschheitslehrer, von denen verhöhnt, die sich zwar "christlich" nennen, doch im krassen Gegensatz zur christlichen Lehre sowohl kriegerische Islamisten als auch (versehentlich aber stetig) unbeteiligte Moslems in Stücke reißen lassen. Und mit jedem Toten wächst in der Bevölkerung auch der Hass auf die Angreifer. Was die eigentliche Aufgabe der christlich geprägten Länder gewesen wäre, siehe hier.

Mehr zum Afghanistan-Krieg: Siehe unsere Meldung unten. Und wieder ein kleiner Schritt Richtung großer Krieg: Bundeswehr bald mitten im Kampfgebiet?
Lesen Sie unter:
http://www.focus.de/politik/ausland/koalitionspolitiker_aid_64864.html

* Lesen Sie dazu auch den Offenen Brief der Freien Christen: Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich!

** "In der Abschluss-Kundgebung der EKD-Synode [Evangelische Kirche in Deutschland] vom 9. November [2001] bezogen die Synodalen bei aller Solidarisierung mit den zivilen Opfern und der Einrede auf die humanitäre Verantwortung der Entscheidungsträger letztlich eine für ihre innere Verfassung typische Sowohl-als-auch-Position: Beide Optionen (für oder gegen den Militäreinsatz) werden der individuellen Gewissensentscheidung anheim gestellt und damit kirchlich legitimiert ..." Ein Antrag von einzelnen Synodalen für eine kirchliche Entscheidung gegen den Krieg wurde von der EKD abgelehnt.  "In einer fast zeitgleich ergangenen Erklärung des Vorsitzenden der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, werden wiederum sowohl die Bedenken wie auch die Anerkenntnis eines «ultima ratio»-Handelnmüssens der Staaten zum Schutze ihrer Bürger vor terroristischen Anschlägen in ein verbales Gemenge eines von Zweifeln zerfurchten Einerseits-andererseits und Sowohl-als-auch gegossen". Damit "legitimierte" auch die römisch-katholische Kirche den Krieg (http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Kirche/franz.html).
 


     
17.6. / 23.6.2007 -
Vergewaltigungen von Kindern in "evangelischem" Dorf - Mehr dazu lesen Sie hier.
Hierzu auch eine kühne, aber seriöse These über Sexualverbrechen im ländlichen Raum unter
http://www.theologe.de/pheromone_gefahr.htm#Sexualverbrechen
 



15.6.2007 -
Neues Güte-Siegel "Nicht vom Priester gesegnet"? - Katholischer Stadtdekan verweigert Segnung für Baumbestattungen auf Schweinfurter Friedhof - Die Stadt Schweinfurt in Unterfranken bietet auf dem städtischen Friedhof im Stadtteil Deutschhof neben den traditionellen Bestattungsformen jetzt auch Baumbestattungen an. Für das Areal gilt "Nicht vom Priester gesegnet", was für immer mehr Menschen gar nicht schlimm ist, sondern im Gegenteil sogar eine neue Art Qualitäts-Merkmal bzw. Güte-Siegel darstellt. Denn: Wenn Menschen im Einklang mit den Kräften und Elementen der Natur leben und arbeiten und wenn sie die Erde und ihre Bewohner (Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine) nicht ausbeuten, dann erleben sie sich als Gesegnete des Schöpfergottes. Der katholische Segen hingegen beinhaltet den biblischen Befehl "Macht euch die Erde untertan" und die gewaltsame Unterwerfung des Planeten bis auf den heutigen Tag. Der katholische Segen beinhaltet auch, dass man allen Lebensformen außer dem Menschen eine unsterbliche Seele bzw. Teilseele und eine Leidensfähigkeit abgesprochen hat. So gibt es Befürchtungen, dass dieser Segen nicht nur nichts bringt, sondern schlimmstenfalls sogar Negatives bewirken könnte (mehr dazu siehe hier).

Die konkrete Situation: Die Stadt Schweinfurt hatte die Kirche um Segnung des neuen Friedhofsteils gebeten. Doch der katholische Dekan Stefan Mai kritisierte
u. a. einen "bunten Mix von Symbolen wie Bändern, Perlen und Herzchen an den Bäumen", schreibt die Zeitung Main-Echo (15.6.2007), womit die Angehörigen ihre innere Verbundenheit mit dem geliebten Verstorbenen zeigen möchten. Weiter wird die Überzeugung des katholischen Würdenträgers mit den Worten wieder gegeben: "´Das sanft gestaltete Areal` verführe die Menschen dazu, der Härte des Todes – ´an die der Grabstein mit dem Namen des Toten erinnert` – noch mehr aus dem Weg zu gehen und sich vor der Auseinandersetzung mit dem Tod zu drücken."

Was ist der Hintergrund? Die hier beschworene "Härte des Todes" trifft nach katholischer Überzeugung zunächst alle Andersgläubigen, die nach angeblich "unfehlbarer" kirchlicher Lehre jetzt in die ewige Hölle kommen (was die Kirche lehrt siehe z. B. hier). Doch auch bei den eigenen Gläubigen versucht man, die empfundene "Härte" noch dadurch zu steigern, dass man den sterblichen Leib in den Mittelpunkt der eigenen Zeremonien stellt. Dabei lässt man die Trauernden im Unklaren darüber, dass die unsterbliche Seele im Augenblick des Todes für immer ihren sterblichen Körper verlassen hat, um in der jenseitigen Welt weiterzuleben (mehr über die Möglichkeit einer Reinkarnation in einen anderen Körper siehe hier). Nach kirchlicher Vorstellung würde jedoch der materielle Leib einst wieder auferweckt, was allen Erfahrungen sowie dem von Gott geschenkten gesunden Menschenverstand widerspricht. Kirchenlehrer Tertullian (um 200) lehrte deshalb auch: "Credo, quia absurdum" (= "Ich glaube, weil es absurd ist"). Und zeitgenössische Religionswissenschaftler halten die kirchliche Lehre deshalb im Kern für materialistisch. Lesen Sie dazu die Informationsbroschüre der Freien Christen, Ausgabe Nr. 6, über "Kirche und Tod", Teil 2 - Kirchliche Zeremonien und Sterberituale - ein Kult des Todes und der Materie.
 



11.6. / 12.6.2007 -
US-Präsident Bush: Vom Vatikan nach Albanien - im Dienst der katholischen Interessen auf dem Balkan? - Einen Tag nach seiner Audienz bei Papst Benedikt XVI. am 9.6.2007 fuhr US-Präsident George W. Bush in die albanische Hauptstadt Tirana und sorgte dort am 10.6.2007 für einen Paukenschlag im Hinblick auf die zu Serbien gehörige Provinz Kosovo, in der zu 88 % Albaner wohnen, zu 7 % Serben und zu 5 % andere Volksgruppen. "Der Uno-Sicherheitsrat müsse die Entscheidung für eine Unabhängigkeit des Gebiets zügig treffen" so Bush (Spiegel online, 10.6.2007). Und: "Sollte Russland einen Beschluss weiter blockieren, werde der Westen handeln", was immer das heißen soll. Mit anderen Worten: Wie im Jahr 1999 soll mit Serbien offenbar nur wenig verhandelt werden oder gar nicht mehr. Sondern die serbische Regierung soll letztlich in die Knie gezwungen werden. Die USA möchten das Kosovo acht Jahre nach dem NATO-Angriff auf Jugoslawien zu einem zweiten albanischen Staat in Europa umwandeln, nachdem es bis jetzt völkerrechtlich zu Serbien gehört. Zwar ist eine Lösung notwendig, die sich daran orientiert, dass die Mehrheit der Bevölkerung Albaner sind*, doch die hier angedrohte Vorgehensweise schafft nur neuen Unfrieden und Hass. Sie hat nichts mit Jesus von Nazareth zu tun, der lehrte, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte (Matthäus 7, 12). So ließ die Ankündigung des evangelischen Präsidenten Bush wie aus dem Nichts plötzlich die Kriegswolken wieder aufziehen, denn weder Serbien noch Russland stimmen seinen Plänen zu.

Zum ganzen Komplex sind zwei Hintergründe von Bedeutung: 

1.) Serbien ist stark von der serbisch-orthodoxen Kirche geprägt. Die orthodoxen Kirchen wurden 1054 von Papst Leo IX. als "Quelle aller Häresien" mehr oder weniger aus der römisch-katholischen Kirche verstoßen (der Konflikt zog sich vom 5. bis ins 15. Jahrhundert hin). Doch der Vatikan würde sich die orthodoxen Kirchen Osteuropas gerne wieder einverleiben. So schreibt der bekannte Historiker Karlheinz Deschner über Papst Benedikt XV. (1854-1922): "So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen] Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum gewinnen sollten (Opus Diaboli, S. 152). Genau daran knüpft Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 wieder an, indem er gleich nach seiner Papstwahl im Jahr 2005 die "Ökumene-Bemühungen" mit den orthodoxen Kirchen verstärkt und entsprechende Maßnahmen einleitet (PS: Das Ziel von "Ökumene" ist für die katholische Kirche immer die Einverleibung anderer Kirchen). Sein "Minister" in dieser Angelegenheit, der deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärt dazu: "Wir wollen den orthodoxen Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen etwas geben: Das Petrusamt könnte auch ihnen die universale Präsenz bringen" (Focus Nr. 33/05). Damit lässt der Vatikan die Katze aus dem Sack. Er will den Orthodoxen das "Petrusamt" "schenken", was praktisch bedeutet: Sie sollen sich wieder unterwerfen. Das sind die Interessen des Vatikan. Jede Schwächung der orthodoxen Kirche in Russland, in Serbien oder anderswo käme nun diesen Interessen des Vatikan gelegen, da die selbstbewussten orthodoxen Kirchen sich bislang keineswegs wieder dem "Stuhl Petri" in Rom unterwerfen wollen. 

2.) Wie steht die serbisch-orthodoxe Kirche zum Kosovo? Dazu hat die Bischofskonferenz der serbisch-orthodoxen-Kirche am 7.2.1999 eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: "Kosovo und Metohija sind das Zentrum des serbischen Staates und der Kirche ... Was Jerusalem den Juden bedeutet, London den Engländern, Notre-Dame den Franzosen und Moskau dem russischen Volk, das bedeuten Pec und Prizren [zwei Städte aus dem Kosovo] dem serbischen Volk" (zit. nach Heinz Ohme, Das Kosovo und die Serbisch-Orthodoxe Kirche, Öffentlicher Vortrag in der Humboldt-Universität zu Berlin vom 14.6.1999). Die orthodoxe Kirche fordert weiterhin gleiche Rechte für alle Albaner im Kosovo, lehnt aber - wie nahezu alle Serben - ab, dass der Kosovo ein unabhängiger zweiter albanischer Staat mit serbischer Minderheit wird.

Vor diesem Hintergrund ist der Auftritt von George W. Bush in Tirana/Albanien eine deutliche Attacke gegen Serbien und seinen Bundesgenossen Russland
. Dass sich der US-Präsident zuvor mit Papst Benedikt XVI. auch über seine Kosovo-Politik verständigt bzw. geeinigt hat, bzw. vom Papst Hinweise erhalten hat, könnte man vermuten. Zugeben würde dies im Vatikan wahrscheinlich niemand. Es ist nun die Frage, wie man in Serbien und Russland darauf reagiert. Den vatikanischen Interessen könnte es jedenfalls sehr entgegen kommen, wenn die orthodoxen Kirchen so geschwächt werden, dass man der Bevölkerung auf dem Balkan und in Russland eines Tages das "Petrusamt" wieder leichter überstülpen kann.

Ein ungutes Omen: Die Ausgangslage vor dem 1. Weltkrieg war im Jahr 1914 durchaus ähnlich: Serbische Attentäter ermordeten den katholischen österreichisch-ungarischen Thronfolger bei einer Fahrt durch Sarajevo in Bosnien - ein Anschlag auf das katholische KuK-Imperium auf dem Balkan. Daraufhin erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg, Russland unterstützte sogleich Serbien, und Deutschland half Österreich-Ungarn. Das große Morden begann. Und am Ende des Krieges hatte vor allem der Vatikan "gewonnen" (siehe dazu hier).

 * So könnten z. B. die Landesteile, in denen viele Serben wohnen, wie bisher bei Serbien verbleiben. Und für die Angliederung der anderen Landesteile an Albanien könnten dem serbischen Staat und seiner Bevölkerung großzügige Entschädigungen angeboten werden. Bzw. es müssten im Einzelfall Kompromisse ausgehandelt werden, die immer die Gleichberechtigung und den Schutz der jeweiligen Minderheit beinhalten würden.

Aktualisierung
[20.7.2007]: Mittlerweile hat die überzeugt evangelische US-Außenministerin Condoleeza Rice bekräftigt, dass man ein mögliches russisches Veto in der UNO übergehen werde. In einer dpa-Meldung vom 19.7.2007 heißt es dazu: "Die USA wollen die Unabhängigkeit des Kosovos am Sicherheitsrat vorbei durchsetzen, sollte sich Russland dort nicht kooperativ zeigen. US-Außenministerin Condoleeza Rice sagte am Donnerstag auf ihrem Flug nach Portugal: ´Wir fühlen uns einem unabhängigen Kosovo verpflichtet, und wir werden dahin kommen - auf dem einen oder auf dem anderen Weg.`" Wie schon vor dem Irak-Krieg benutzt die US-Regierung die UNO nur, wenn diese so entscheidet, wie die jeweilige Regierung der USA das will. Entscheidet sie anders, sammelte man zuletzt vor dem Einmarsch in den Irak eine "Koalition der Willigen", die mit militärischer Gewalt Tatsachen auch gegen die UNO schuf. Da der Krieg nicht das gewünschte Ergebnis brachte, rief man wieder nach der UNO, die das Desaster mit ausbaden soll. Die US-Politiker fühlen dabei mehr ihrem "Gott" verpflichtet als dem mühsam errungenen Völkerrecht. Und Präsident George W. Bush erhält dabei möglicherweise direkte Anweisungen seines "Gottes", was er jeweils tun soll (mehr dazu siehe hier). Es scheint jedoch nur eine Frage der Zeit, wie lange sich Russland die dauernden Brüskierungen dieses "Gottes" noch gefallen lässt.
 



10.6.2007 -
Kardinal Lehmann sollte in Riad/Saudi-Arabien eine katholische Messe lesen dürfen - Was müsste er selbst dafür tun? - Kardinal Karl Lehmann möchte "in Saudi-Arabien Gottesdienst halten dürfen, ohne verhaftet zu werden" (Spiegel online, 9.6.2007). Dieser Wunsch ist begrüßenswert, genauso wie die allgemeine Forderung nach Religionsfreiheit in islamischen Ländern. Der Wunsch des Kardinals bedürfte aber sicher auch einiger Vorleistungen seitens der römisch-katholischen Kirche, um eine politische Chance zu haben. Diese könnten sein:

1.) Die römisch-katholische Kirche bereut das Leid, das sie durch die Kreuzzüge in den arabischen Ländern angerichtet hat und bittet um Vergebung. Die Vergebungsbitte darf nicht unverbindlich an die Adresse von "Jesus Christus" gerichtet werden wie frühere "Vergebungsbitten", sondern an die Seelen und Menschen, denen das Leid tatsächlich zugefügt wurde, also z. B. an die zahllosen Ermordeten bzw. deren Nachkommen. Die islamischen Religionsführer beraten die Kirche dabei, welche genaue Form von den Moslems auch als echte Vergebungsbitte (und nicht nur als taktisches Manöver) empfunden würde und die Kirche kommt diesen Wünschen entgegen. Beide Seiten treten auch in Gespräche über eine mögliche historische Wiedergutmachung ein.

2.) Die römisch-katholische Kirche erklärt, dass niemals mehr katholische Soldaten arabische bzw. muslimisch geprägte Länder überfallen werden. Und wenn sie es doch tun, dann würden diese auf der Stelle exkommuniziert.

3.) Die römisch-katholische Kirche erklärt ihren bisher als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz für ungültig, der lautet: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir" (zit. nach Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 430; siehe dazu Der Theologe Nr. 18). Auf diese Weise nimmt die Kirche den Moslems die Angst, sie müssten sich entweder früher oder später alle der Kirche unterwerfen oder mit der dauernden Einschüchterung leben, später in der Hölle ewig grausame Qualen zu erleiden. Und sie nimmt den islamischen Regierungen die Angst, die Kirche möchte die muslimische Bevölkerung in diesem Sinne bewusst indoktrinieren bzw. einzelne gezielt aus ihrer bisherigen Religion und aus ihrem Familienverbund heraus lösen. Dazu wird kirchlicherseits auch der ebenfalls als bisher "unfehlbar" geltende Lehrsatz für ungültig erklärt, der lautet: "[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt" (zit. nach Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381; siehe dazu Der Theologe Nr. 18).

4.) Die römisch-katholische Kirche erklärt, dass sie nicht im Namen des Jesus von Nazareth spricht, der von allen Moslems als einer der größten Propheten verehrt wird. Sie macht dazu den Menschen in den arabischen Ländern klar, dass die Kirche die Person des Jesus in einen "dreieinigen" Gott mit eingearbeitet hat, in dessen Namen sie spricht und der unter Kaiser Konstantin im Jahr 325 zum verbindlichen "Gott der Kirche" erklärt wurde. Wenn die Kirche also in ihren geplanten Messen in Saudi-Arabien von "Jesus" oder von "Christus" spricht, dann sei nicht der Mensch Jesus gemeint, der einst über die staubigen Straßen Palästinas ging, der von einer "Dreieinigkeit" nichts wusste (vgl. hier) und der von vielen Moslems geschätzt wird. Sondern es sei der "Gott" gemeint, dessen Konturen erst im 4. Jahrhundert verbindlich festgelegt wurden und in den man einige Elemente der Botschaft von Jesus mit aufgenommen hat. Diese Elemente könnten dann auch zu einer positiven Verbindung zwischen Katholiken und Moslems beitragen.

Wenn Kardinal Karl Lehmann König Abdullah bin Abd al-Aziz diese Vorschläge unterbreitet, dürften wesentliche Voraussetzungen dafür geschaffen sein, dass eines Tages katholische Amtsträger in Riad und auch in der übrigen islamischen Welt ohne Druck und Zwang ihren Glauben praktizieren und Messen lesen dürfen
. Dann sind auch wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen, die es den islamischen Ländern erleichtern würden, die Religionsfreiheit einzuführen und einen Religionswechsel von Bürgern zu tolerieren (Mehr zum Thema "Kirche und Islam" siehe hier; sowie unsre Meldung hier).  
 



7.6. / 10.6.2007 -
US-Präsident George W. Bush - Nach seinem Tod einst direkt ins Paradies? Und deshalb auf der Erde so schwer belehrbar? Ob er seine Politiker-Kollegen in Heiligendamm bei ihren Plänen zur Milderung der Klimakatastrophe bremste (und nur durch offene Drohungen des französischen Präsidenten dazu gebracht worden sein soll, wenigstens minimale unverbindlichen Absichtserklärungen mit zu tragen) oder ob er an neuen Waffensystemen* arbeiten lässt und z. B. den Widerstand der russischen Regierung gegen neue Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien unmittelbar vor den Toren Russlands übergeht (9.6.2007; http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,487600,00.html): Der US-Präsident gibt sich wie ein "Herrscher der Welt", der letztlich macht, was er will, bzw. was die Kräfte, die hinter ihm stehen, wollen. Schließlich haben die USA ja die meisten und schlimmsten Waffen.** Auch die UNO war ihm zuletzt weitgehend gleichgültig, wenn sie sich nicht so verhielt, wie seine Regierung das will (wie vor dem Irak-Krieg). Und schon jetzt droht er Russland, falls die Regierung Putin in der UNO die Abspaltung des Kosovo von Serbien und die Gründung eines zweiten albanischen Staates blockieren würde. Dann würde eben wieder ohne die UNO "gehandelt". Zudem wird in US-Regierungskreisen weiter über konventionelle oder gar kleinere atomare Schläge gegenüber dem Iran gesprochen.
 
Ein wesentlicher Hintergrund ist der evangelische Glaube des Präsidenten und vieler seiner Freunde. Bush ist offiziell evangelischer Methodist, steht jedoch unter dem Einfluss des evangelischen Baptistenpredigers Billy Graham (vgl. dazu www.theologe.de/billy_graham.htm), der ihn einst von seiner Trunksucht wegbrachte und ihm damit den Weg zum mächtigsten Mann der Welt ebnete. Billy Graham, Seelsorger vieler amerikanischer Präsidenten, befürwortete - trotz der auch von ihm eingestandenen Schrecken - alle US-geführten Kriege der Vergangenheit, und er hält auch einen drohenden Atomkrieg nicht für das Schlimmste. Der Grund: "Der Schrecken eines Atomkriegs geht - im Blick auf die Ewigkeit - vorüber. Der Zorn, der sich über alle ergießen wird, welche die angebotene Barmherzigkeit, Gnade und Erlösung in Christus ablehnen, ist viel schrecklicher" (Billy Graham, Geht unsere Welt ihrem Ende entgegen?, Neuhausen-Stuttgart 1993, S. 173).

Billy Graham und George W. Bush nehmen die angeblich auf solche Weise "angebotene Erlösung" im Unterschied zu den meisten Menschen auf dieser Welt für sich in Anspruch. Und "das bedeutet: man steht vor Gott, als habe man niemals eine Sünde begangen", so der Glaube Grahams (Billy Graham, Eine Generation entdeckt Jesus, Witten 1982, S. 105). Offenbar sieht dies der US-Präsident auch so, was bedeuten würde, dass er einst gleich nach seinem Tod direkt den Himmel betreten könne, ganz gleich, für wie viel Leid er die Verantwortung trägt und was durch seine Politik mit der Erde und ihren Bewohnern passiert. Umgekehrt bedeutet das nach kirchlichem Verständnis auch, dass die amerikanischen (wie auch alle anderen) Bombardements nicht nur Tausenden von Menschen den irdischen Tod brachten, sondern auch das Höllenfeuer für alle Ewigkeit (siehe oben).

Das ist die evangelische Lehre, die allerdings im Widerspruch zu Jesus von Nazareth (vgl. dazu Der Theologe Nr. 3 und Der Theologe Nr. 1) und teilweise auch zum Kirchenlehrer Paulus steht. Wörtlich heißt es z. B. in der Bibel: "Irret euch nicht. Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galaterbrief 6, 7). Oder Jesus spricht demnach: "Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben ... Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das hat ihr mir auch nicht getan" (Matthäus 25, 42.45). Deshalb: "Geht weg von mir ..." (V. 41; PS: zur Dauer der "Gottferne" siehe Der Theologe Nr. 19)

Der erste Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Otto Dibelius
(1880-1967), äußerte sich sogar noch extremer als Billy Graham. In der Broschüre Militärkirche oder kirchlicher Friedensdienst (Potsdam 1957) erklärte der damals führende deutsche Protestant, selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben" (zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Beck-Verlag, München 1999, S. 259).

Es braucht also niemanden zu wundern, wenn Menschen mit einem Glauben an einen solchen protestantischen "Erlösungszauber" mit der Mutter Erde und ihren Geschöpfen nicht verantwortungsvoller umgehen.

PS: Zu George W. Bush und seinen Entscheidungen siehe auch
Focus online, 8.10.2005

Anmerkungen:
* Im Jahr 2006 stiegen die weltweiten Rüstungsausgaben auf neue Rekordhöhe. 900 Milliarden Euro wurden für militärische Zwecke ausgegeben, davon fielen alleine 396,2 Milliarden Euro auf die USA.
(netzeitung.de)

**
Als die Sowjetunion 1962 Raketen in Kuba vor den Toren der USA stationieren wollte, verhinderte vermutlich nur der letztliche Verzicht der Russen einen neuen Weltkrieg. Dieses Mal geht es zwar "nur" um US-"Abwehr"-Raketen, doch die Logik dahinter ist ebenfalls offensiv: Nach einem eigenen Angriff würde ein Gegenangriff "abgewehrt", so dass ein eigener Angriff eher riskiert werden könne.

Aktualisierung: Einen Tag nach dem Ende des G8-Gipfels in Heiligendamm traf US-Präsident George W. Bush am 9.6.2007 zur Audienz beim Papst in Rom ein. An der Ostsee hatte er zeitweise eine Magenverstimmung. In Rom ging es ihm wieder gut. Mehr zur Verbindung zwischen dem mächtigsten Protestanten George W. Bush und dem mächtigsten Katholiken Benedikt XVI. siehe
hier.

Einen Tag nach Heiligendamm: George W. Bush verneigt sich tief vor dem Papst.

 



5.6. / 7.6.2007 - Ein Vorschlag zu einem lange währenden Konflikt: "Meiserstraße" in München umbenennen - im Gegenzug "Christuskirche" in "Bischof-Meiser-Kirche" umbenennen - Ähnlich wie in Nürnberg möchte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern auch in München den Namen "Meiserstraße" "mit Zähnen und Klauen" halten, und sie hat dies auch im Vorfeld neuer Gespräche im Stadtrat im Juli 2007 bekannt gemacht (Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 22/2007). Doch die Kirche sollte endlich einsehen, dass sie ihren antisemitischen und kriegsbegeisterten Bischof (siehe dazu Der Theologe Nr. 11) nicht länger allen Münchnern als Paten für eine Straße zumuten kann. Dafür könnte sie ja eine ihrer vielen Kirchen nach Landesbischof Meiser benennen. Schließlich gibt es in München ja schon eine Lutherkirche oder eine Paul-Gerhard-Kirche und sogar eine Gustav-Adolf-Kirche. Warum also nicht auch eine Bischof-Meiser-Kirche bzw. eine Hans-Meiser-Kirche oder eine Meiserkirche?

Unser Vorschlag
: Man könnte z. B. die Christuskirche in München-Neuhausen (gar nicht so weit von der Straße entfernt, in der früher Landesbischof Meiser residierte) in Bischof-Meiser-Kirche umbenennen. Da die evangelisch-lutherische Lehre vielfach im Widerspruch zu Christus steht (siehe dazu z. B. Der Theologe Nr. 1), wäre es ehrlicher, den Namen "Christus" wenigstens nicht auf diese hervor gehobene Weise zu benutzen. Hier würde Hans Meiser als Pate für die Kirche viel besser passen. Man könnte in der umbenannten Kirche dann z. B. auch ein Dokumentationszentrum einrichten, wo die Kirche weiter öffentlich das Für und Wider ihrer braunlastigen Vergangenheit aufarbeiten kann - ohne damit das Ansehen der Stadt München weiter zu belasten. Siehe dazu auch unsere Meldungen vom 11.2.2007 und vom 24.3.2007.

 



29.5. / 2.6.2007 -
Spanien: Gleich nach Herzstillstand werden Patienten ausgeweidet / Niederlande: Fernsehzuschauer sollten durch Manipulation zur späteren Organspendern gemacht werden - Großer Fopp mit den Fernsehzuschauern in der Sendung Die große Spendershow, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Niederlande BNN am 1.6.2007 ausgestrahlt wurde: Die Zuschauer schlugen gegen Ende der Sendung per SMS vor, welcher von drei kranken Kandidaten die Niere einer angeblich todkranken Spenderin bekommen soll. Unmittelbar vor der Entscheidung der vermeintlichen Spenderin ließ der Sender dann seinen Schwindel auffliegen. Die Organspenderin sei nur eine Schauspielerin. Die Kandidaten seien allerdings echt, wären jedoch in die Show eingeweiht gewesen. Der niederländische Medienminister sprach darauf hin von einem "sagenhaften Trick" des Fernsehens (Spiegel online, 2.6.2007). Das Ziel des Fernsehsenders: Mehr Holländer zu Organspendern zu machen.*
In diesem Zusammenhang beklagen auch andere Medien den "Mangel" an Organspendern. So gibt es in Deutschland z. B. nur 15,3 Organspender auf eine Million Einwohner, in Spanien dagegen 33,8 Spender (Abendzeitung Nürnberg, 29.5.2007). Dies ist verständlich wenn man weiß, wie schnell man in Spanien seine Organe los ist: Ohne Einwilligung und gleich nach dem Herzstillstand. Lediglich ein Widerspruch darf nicht vorab vorliegen.
Lesen Sie mehr zur Situation in Spanien (übrigens auch für Touristen) und dem angeblichen Todeszeichen des Herzstillstands. In Deutschland war am 1.6.2007 wie in jedem Jahr "Nationaler Organspendetag". 12.000 Deutsche warten derzeit auf ein neues Organ. Doch kaum einer weiß von den unbeschreiblichen Schmerzen von Organspendern und dem manipulierten Leben von Organempfängern, deren Seele deshalb das Fremdorgan mit aller Kraft abzustoßen versucht. Lesen Sie mehr dazu in Der Theologe Nr. 17.

* PS: In Deutschland versuchen die Fernsehanstalten auch, mit manipulierten Sendungen Stimmung gegen religiöse Minderheiten zu machen, die den beiden großen Amtskirchen nicht genehm sind 
(vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 12). So wurde u. a. auch der Herausgeber des Theologen vor einigen Jahren von einem Filmteam eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders dreist belogen. Man wollte damit die eigenen negativen Absichten verschleiern und ein Interview bekommen. Das verlogene Machwerk ist seither über die evangelischen und katholischen Verleihstellen für den konfessionellen Religionsunterricht an staatlichen Schulen ausleihbar (siehe dazu auch unsere Meldung hier).
 



1.6. / 3.6.2007  -
Katholisches Bayern: "Ein Bär kann kein Grundrecht haben" - Mit dieser Formulierung entlarvte sich der Rechtsanwalt des "Freistaats" Bayern, Peter Samberger, vor dem Verwaltungsgericht München. Die Kirche spricht den Tieren die unsterbliche Seele ab und nimmt nur bestimmte Menschen in ihren späteren "Himmel" auf, und die kirchenhörigen Politiker und Juristen verweigern den Tieren deshalb die Grundrechte. Das Weltbild der Kirche gilt in Philosophie und Theologie als "anthropozentrisch" (= menschenzentriert), es dreht sich also um den Menschen: Der Mensch sei die "Krone der Schöpfung" und der Herr über Leben und Tod für alle anderen Geschöpfe, was den Planeten Erde letztlich in den Abgrund stürzt. Und vor diesem Hintergrund entschied auch das Verwaltungsgericht: "Aus der bayerischen Verfassung lasse sich kein subjektiv-öffentliches Recht auf ´Nicht-Entnahme des Bären aus der Natur` ableiten" (ddp, 31.5.2007). Mit dieser Begründung wurde die Klage des Rechtsanwalts Bruno Riechwald gegen die "Rechtmäßigkeit" der Hinrichtung des Bären am 25.6.2006 abgewiesen. Und mit diesem zynischen Juristendeutsch wird einmal mehr der alltägliche Mord an den Tieren gerechtfertigt, in diesem Fall von einem Wildtier. Das Drama um den Bären Bruno ist auch in Der Theologe aktuell sowie in Der Theologe Nr. 31 ausführlich dokumentiert und ist ein Symbol für die unermesslichen Qualen, welche der Mensch als die "Krone der Schöpfung" bzw. als der selbsternannte "Schöpfer des ökologischen Gleichgewichts" täglich seinen Mitgeschöpfen zufügt (siehe dazu z. B. unsere Meldung hier).
Lesen Sie dazu auch: Der Theologe Nr. 7, Teil 4 - Absturz in die Barbarei durch das kirchliche Christentum.
 



25.5. / 3.6.2007 -
Beliebte katholische Religionslehrerin fristlos gefeuert. Sie unterrichtete auch Evangelische Religion. Mehr dazu bei http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,484806,00.html.
Unsere Forderung: Es kann nicht länger angehen, dass der Staat, d. h. alle Bürger, den konfessionellen Klüngel an den Staatsschulen komplett finanzieren. Da sich die katholischen und evangelischen Würdenträger untereinander nicht auf einen gemeinsamen Religionsunterricht einigen wollen, muss der Staat bisher sogar alles doppelt bezahlen, insgesamt ca. 2,5 Milliarden Euro jährlich. Damit sollte endlich Schluss sein, denn das Geld wird woanders dringend gebraucht: Stattdessen: Ein überkonfessioneller Werte- und Religionsunterricht im Geiste des deutschen Grundgesetzes nach dem Modell des brandenburgischen LER (Lebensgestaltung-Ethik-Religion). Ob es den Schüler ermöglicht werden sollte, sich von diesem Schulfach befreien zu lassen und stattdessen den bisherigen konfessionellen Unterricht wählen zu können, müsste geprüft werden. Diesen konfessionellen Unterricht (als mögliche Alternative zum Religions- und Ethikunterricht für alle) müssten aber die Konfessionen auf jeden Fall selbst bezahlen, denn eine solche einseitige Erziehung bzw. Beeinflussung der Schüler ist nicht Sache des Staates. Genug Vermögen haben die Kirchen ja (vgl. dazu auch www.stop-kirchensubventionen.de), das sie dafür einsetzen können.
 



11.5.2009 / 11.1.2010 / 24.2.2010 -
Evangelisch-lutherische Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann: Scheidung mit Bibelverbiegung verbrämt / Das Halten der Zehn Gebote verliert in der Kirche immer mehr an Bedeutung / Margot Käßmann seit 28.10.2009 auch Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland / 2010: EKD-Ratsvorsitzende im Vollrausch über rote Ampel gefahren. Bischöfin darauf hin zurück getreten - Landesbischöfin Margot Käßmann (geborene Schulze) aus Hannover hatte die Scheidung von ihrem Mann, dem Pfarrer und zeitweiligen Hausmann Eckhard Käßmann, eingereicht. Die Bischöfin zu ihrer Scheidung: "Die Ehe ist eine gute und richtige Institution ... Aber die Bibel sagt auch, ´was du auf Erden lösen willst, das soll auch im Himmel gelöst sein` (Matthäus 16, 19)" (Bild, 11.5.2007).* Das Paar hat vier Töchter (15-24 Jahr; Stand: 2007), und der Mann arbeitet seit dem Jahr 2004 wieder als Pastor. "In den Veranstaltungen, wo sie als Ehrengast in der ersten Reihe saß, hockte er unauffällig in der dritten", schreibt die Süddeutsche Zeitung u. a. über die gemeinsame Vergangenheit des Paares (15.5.2007).

Frau Dr.theol.Dr.h.c. Margot Käßmann ist Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die mit über drei Millionen Mitgliedern die größte evangelische Kirche Deutschlands ist. Trotzdem stand sie nicht auf der vom Vatikan erstellten Namensliste von Protestanten, die im Jahr 2005 Papst Benedikt XVI. beim Treffen der deutschen katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirchenführer in Köln die Hand schütteln durften. Auch war die promovierte Theologin damals noch nicht ganz auf dem Gipfel der evangelischen Karriereleiter angekommen: "
Auguren sahen sie [aber] bereits als ´natürliche` Nachfolgerin von [Bischof Wolfgang] Huber [dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, EKD], dessen Amtszeit 2009 endet", schrieb die Welt am Sonntag am 11.5.2007. Die Landesbischöfin aus Hannover galt für dieses weitere Amt im Vorfeld auch das die "profilierteste":  "Kaum eine Talkshow, in der ein Wort der Kirche gefragt war, ohne Margot Käßmann" (Welt am Sonntag, 11.5.2007). Die Scheidung änderte daran nichts. Der damals noch amtierende EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber erklärte 2007 auf dem Kirchentag in Köln, die Kirche habe Grund, "dankbar" zu sein, dass Landesbischöfin Margot Käßmann trotz ihrer Scheidung Landesbischöfin bleibe, und sie käme weiterhin für seine Nachfolge in Frage (idea-spektrum Nr. 24/2007). Und bei der Wahl zum 15-köpfigen Rat der EKD in Ulm am 27.10.2009 schaffte sie es als einzige Kandidatin gleich im ersten Wahlgang in den Rat. Sie erhielt die mit Abstand meisten Stimmen und wurde am 28.10.2009 dann mit großer Mehrheit auch zur neuen Ratsvorsitzenden der EKD, und damit zur Repräsentantin des deutschen Protestantismus gewählt. Neben der Führung der eigenen Landeskirche trägt der EKD-Ratsvorsitzende nun zusätzlich die Haupt-Verantwortung für die Entwicklung des gesamten deutschen Protestantismus. Sie hatte für dieses zusätzliche höchste Spitzenamt bereits im Jahr 2003 kandidiert und verlor damals gegen Wolfgang Huber aus Berlin.


An dieser Stelle soll nicht die Scheidung, ihre Hintergründe und die mögliche Not betroffener Menschen kommentiert werden. Auch wird hier allgemein eine Scheidung und eventuell eine zweite oder weitere Ehe ethisch nicht bewertet, da man diesem Thema und den damit verbundenen Nöten, Charaktereigenschaften und Taten der betroffenen Personen mit wenigen Sätzen nicht gerecht würde.
Doch eine Scheidung mit der Bibel zu rechtfertigen oder zu verbrämen (konkret oder allgemein), ist schon dreist. Denn die Bibel enthält zunächst an zentraler Stelle das Gebot "Du sollst nicht ehebrechen" (und in diesem Zusammenhang auch das Treuegebot für Eheleute). Weiterhin heißt es dort: "Was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein"** und nicht "Was du auf Erden lösen willst", wie Bischöfin Käßmann oben zitiert wird (Die bloße Absicht, das "Wollen", reicht also nicht). Aber vielleicht hat sich die Reporterin ja auch nur verschrieben. Entscheidend ist jedoch, dass dieses Wort von Jesus nichts zu tun hat mit einer Ehescheidung (frei nach dem Motto: "Wenn du dich rechtzeitig auf Erden scheidest, bist du dann auch im Himmel deinen Partner los"). Sondern es geht hier um das Lösen von Schuld und Belastungen durch die gegenseitige Vergebung. Die Bedeutung dieses Jesuswortes ist: Welche Schuld und welche Belastungen hier auf der Erde gelöst bzw. getilgt werden, diese werden einen dann auch später im Jenseits nicht mehr belasten (mehr dazu siehe hier).


Zu den Folgen der eingereichten Scheidung: Kirchenintern passierte Frau Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann (Monatsgehalt ca. 11.500,00 €, direkt aus staatlichen Subventionen für die Kirche; mehr dazu siehe hier) nichts, da die Umstände der Scheidung offenbar für sie und ihre Amtsführung nicht als belastend bzw. negativ gewertet wurden. Und obwohl sie es war, welche die Scheidung einreichte, und nicht ihr Mann, konnte sie deshalb weiter problemlos in vollem Umfang Landesbischöfin sein und als solche auch weiterhin Trauungen schließen und den Eheleuten dabei das Treueversprechen auf Lebenszeit abnehmen. Die Medien und Kollegen sind sogar voller Bewunderung und Respekt für sie (http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/05/12/bischoefin-kaessmann-margot/scheidung-trennung-paar.html veröffentlicht ausschließlich positive Rückmeldungen). Und auf dem Evangelischen Kirchentag in Köln im Jahr 2007 war sie erneut "der heimliche Star". "Nach ihrer Bibelarbeit auf dem Kirchentag wischen sich einige Tränen aus den Augenwinkeln, andere jubeln, johlen. Es gibt stehende Ovationen" (Der Tagesspiegel, zit. nach idea-spektrum Nr. 24/2007).

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, was der Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christof Vetter, sagte. Auf die Frage, "ob die Bischöfin nicht ihre Glaubwürdigkeit verloren hätte", antwortete er: "Für mich nicht. Die Glaubwürdigkeit verliert nur, wenn er oder sie anders redet als er handelt" (Bild, 12.5.2007). Das klingt zwar sympathisch. Damit wird aber auch deutlich, dass die Zehn Gebote in der Kirche immer mehr an Bedeutung verlieren. Gegen die Gebote könne also hier und da verstoßen werden, wenn man es in den Predigten auch zugibt. Man könnte sogar sagen, dass das Halten der Zehn Gebote in der evangelischen Kirche schon lange keine große Rolle mehr spielt (siehe dazu auch unten), während man sich die Bibel insgesamt sowieso zurecht schneidert und verdreht, wie man es gerade braucht.

In einem Brief an alle Pastoren ihrer Landeskirche schrieb Bischöfin Margot Käßmann als Dienstvorgesetzte über ihre beabsichtigte Scheidung damals weiter: "Es war für mich ein ungeheuer schwerer Schritt, zu dem viel Gottvertrauen gehörte" (idea-spektrum Nr. 21/2007). Ohne der Bischöfin hier persönlich nahe treten zu wollen, kann man natürlich vermuten, dass ein Kirchenführer aufgrund seines Amtes auf jeden Fall eine solche Formulierung wählen muss, um sein öffentliches Ansehen zu wahren, ganz gleich, was ihn wirklich bewegt. Die Bischöfin darf sich jedoch auch nicht beschweren, wenn sie jemand beim Wort nimmt und z. B. zurück fragt: Wenn es so "ungeheuer schwer" sei und so viel "Gottvertrauen" erfordere, eines von Gottes Geboten zu übertreten, warum hält sie dann nicht einfach das Gebot?

Eine offizielle Antwort gab es darauf nicht. So wurde kirchlicherseits bei ihr und ihrem Ehemann, dem Pastor, nicht begründet, warum die Bischöfin das eheliche Treuegebot nicht mehr halten wollte und was die Kirche z. B. tun könnte, um Paaren die Treue zu erleichtern. Und das evangelische Magazin idea-spektrum räumte in diesem Zusammenhang sogar ein: "Mindestens vier Frauen in bischöflichen Funktionen (die nordelbische Bischöfin in Lübeck, eine hannoversche Landessuperintendentin, die Regionalbischöfin für München und Oberbayern und die Stellvertreterin von Bischof Wolfgang Huber (Berlin)) sind bereits als Geschiedene ins Amt gekommen und haben alle erneut geheiratet. Wie viele Männer [in kirchlicher Leitungsfunktion] geschieden sind, ist nicht bekannt" (Nr. 20/2007).
 
Auch darüber wird hier nicht geurteilt; sondern ebenfalls nur darauf hingewiesen, dass auch dies ein offensichtlicher Widerspruch zur kirchlichen Bibel ist, wo es unmissverständlich heißt: "Den Verheirateten gebiete nicht ich [Paulus], sondern der Herr [Christus], dass die Frau sich nicht von ihrem Manne scheiden soll - hat sie sich aber geschieden, soll sie ohne Ehe bleiben oder sich mit ihrem Mann versöhnen - und dass der Mann seine Frau nicht verstoßen soll" (1. Korinther 7, 10-11). Hier handelt es sich also ganz ausdrücklich nicht um eine Randbemerkung in der Bibel (wie die Kirche bei den ihr unliebsamen Stellen immer gerne erklärt), sondern es handelt sich um ein Wort aus ihrem Zentrum, das man sogar Christus direkt zuschreibt. Doch wie gesagt: Die Kirchenführer sagen zwar, ihre Bibel sei ohne Ausnahme Gottes Wort (und attackieren z. B. andere christliche Gruppen, die das nicht so sehen). Praktisch biegen sie sich aber alles nach ihrem Gutdünken zurecht und klauben sich nur das heraus, was gerade zu ihrem Verhalten passt und verstoßen gegen das, was ihnen nicht gefällt.*** Darauf weisen wir hier hin, auf diese dreiste Doppelzüngigkeit.
Die evangelisch-lutherische Bischöfin von Stockholm lebt gar in einer lesbischen Partnerschaft mit einer Pfarrerin und hat als neuer "Vater" deren leibliches Kind adoptiert (Frankfurter Rundschau, 25.5.2009). Im Alten Testament, das für die lutherische Kirche ebenfalls ohne Abstriche als "Gottes Wort" gilt, wäre sie dafür gesteinigt worden. In der Kirche jedoch wird sie zu deren geistlicher Leiterin berufen. Ist das nicht schizophren?

Was die Gebote betrifft, sei hier auch an einen evangelisch-lutherischen Pastor aus der Landeskirche in Hannover erinnert. Bei ihm hieß es im Hinblick auf die Zehn Gebote: "Welche hat dieser Pastor eigentlich nicht gebrochen?" (www.theologe.de/luther_geyer.htm#Gebote; dort wird auch die grundsätzliche Haltung der Lutheraner zu den Zehn Geboten dargelegt) Der betreffende Pastor wurde schließlich zu acht Jahren Haft verurteilt, weil er seine Frau umgebracht haben soll. Im Zuge der Ermittlungen wurde in diesem Fall der Kirchenmann vom Pfarrdienst suspendiert. Er hatte nämlich in den voraus gegangenen Jahren und unmittelbar nach dem Verschwinden seiner Frau durch "praktisches Tun" mit mehreren Frauen die Ehe gebrochen.
Auch das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") wird von vielen Kirchenchristen nicht mehr Ernst genommen. Offiziell hat man es schon lange in "Du sollst nicht morden" uminterpretiert, um z. B. das Töten im Krieg rechtfertigen zu können. Und vielleicht dachte sich eine kirchlich sehr engagierte Krankenschwester, die mindestens vier schwerkranke Patienten getötet hatte: "Wenn die Kirchenoberen Gebote verändern können, kann ich es auch". So hatte sie tatsächlich eine Umformulierung des Gebots "Du sollst nicht töten" in "Du sollst nicht Schaden tun" vorgeschlagen, wobei Töten eben nicht unbedingt ein "Schaden" sein müsste (mehr dazu siehe hier).

* Lt. der evangelischen Zeitschrift
idea-spektrum habe Bischöfin Margot Käßmann auf Rückfrage, ob diese Darstellung stimme, gesagt, "sie habe zu ihrer Scheidung keine Interviews gegeben und werde auch keine geben" (Nr. 20/2007). Aus dieser Antwort lässt sich schließen, dass ihre Darstellung aus einem anderen Zusammenhang stammt, aber dennoch in diese Situation passt. So hat die Landesbischöfin z. B. in ihrem Kinderbuch Wie ist es im Himmel? den Kindern auch das Thema "Scheidung" erklärt (Bild, 12.5.2007).

** So die Übersetzung von Martin Luther, die in diesem Fall stimmt. Ansonsten ist auch Martin Luther für solche "kleinen" Bibelfälschungen bekannt (siehe z. B. in Der Theologe Nr. 2; vgl. dazu auch in Der Theologe Nr. 1)

*** Glaubwürdig im Sinne des Sprechers der EKD
(siehe oben) wäre es, wenn man dann z. B. sagen würde: "Wir glauben zwar, dass die Bibel ´Gottes Wort` war, doch wir halten uns nur dann daran, wenn sie mit unseren Vorstellungen von dem übereinstimmt, was wir heute noch für gültig betrachten."

Aktualisierungen:
Oberkirchenrat und Käßmann-Kritiker mit sofortiger Wirkung suspendiert / Gegenkandidaten für den EKD-Ratsvorsitz gar nicht in den Rat gewählt -
Für Kritiker von Landebischöfin Margot Käßmann wehte ein rauer Wind. So wurde Oberkirchenrat Werner Führer von der evangelischen Landeskirche in Schaumburg-Lippe "mit sofortiger Wirkung" zunächst für drei Monate "suspendiert", weil es "kein gedeihliches Wirken" mehr gebe. Der Anlass: Werner Führer hatte Landesbischöfin Margot Käßmann aufgefordert, ihr Amt zur Verfügung zu stellen und er hatte fälschlicherweise gemutmaßt, "die Regelversetzung von Pastoren bei Scheidung sei in Hannover zu dem Zeitpunkt abgeschafft worden, als die Ehe der Bischöfin zu kriseln begonnen habe" (idea-spektrum Nr. 25/2007). Dies geschah jedoch schon früher, doch auch eine diesbezügliche Entschuldigung half dem Oberkirchenrat nicht. Wie Landesbischöfin Margot Käßmann über die Suspendierung ihres Kritikers denkt, ist nicht bekannt geworden.
Zwei Jahre später, auf der EKD-Synode im Oktober 2009 in Ulm, dann eine Überraschung: Drei der anderen Kandidaten für den Ratsvorsitz, Landesbischof Otfried July aus Stuttgart, Bischof Martin Hein aus Kassel (der Dienstvorgesetzte des geschiedenen Mannes von Margot Käßmann) und Landesbischof Gerhard Ulrich aus Kiel, wurden nicht einmal in den 15-köpfigen Rat gewählt, geschweige denn zu dessen Vorsitzendem. Die Synode wählte am Ende nur 14 Ratsmitglieder und ließ sogar einen Platz unbesetzt. Alle drei Bischöfe mussten vorzeitig aufgeben.
Die Klage der Freien Christen gegen die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers: Die Kirche kann sich evangelisch oder lutherisch nennen, aber sie darf sich nicht mehr christlich nennen.

Vergleichen Sie dazu: 24.2.2010 - Volltrunkenheit: EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann mit Alkohol am Steuer (1,54 Promille) von Polizei ins Revier abgeführt. Sie hatte eine rote Ampel überfahren. Fürsprecher begründen lebensgefährliche Trunkenheitsfahrt mit Stress im Beruf. Bischöfin zurück getreten.

 



18.5.2007 - Im Vorfeld des Papstbesuchs in Österreich: Bischofsvikar und Stellvertreter des Kardinals nahm sexuelle Übergriffe an Frater vor. Diesen wirft es aus der Bahn -  Am 14.9.2005 singen der Bischofsvikar und der Frater von Kloster Heiligenkreuz noch gemeinsam ein scheinheiliges Lied zum Fest der "Kreuzerhöhung": "Schuld findet Liebe, Wunden heilen Wunden. Bleib uns´re Kraft, Geheimnis ohnegleichen, Zeichen der Zeichen!" (Aus: Gotteslob, Nr. 634) Dann geht es gemeinsam in die Sauna und anschließend ins Pfarrhaus nach Alland. Dort leeren die Würdenträger eine Flasche Whisky, und anschließend beginnt der Bischofsvikar, der regional auch als Stellvertreter von Christoph Kardinal Schönborn aus Wien amtiert, mit sexuellen Übergriffen, die den Frater nach dessen Worten nahezu lähmen. Auch sei es nicht der erste Übergriff gewesen. Der Frater kommt in der Folgezeit damit nicht mehr klar und ist derzeit in der Psychiatrie in Wien stationär aufgenommen. Der beschuldigte hohe Amtsträger will nicht ausschließen, "dass da etwas war", könne sich aber nicht mehr erinnern, schließlich "waren wir beide ja besoffen" (Profil Nr. 20/2007). Kardinal Schönborn steht bisher zu seinem Bischofsvikar. Vom 7.9.-9.9.2007 kommt Papst Benedikt XVI. nach Österreich. Möglicherweise muss die Tagesordnung dann um einen Punkt erweitert werden.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2003 wurde in Österreich das ganze Priesterseminar in St. Pölten geschlossen, nachdem homosexuelle Praktiken, in welche die Leitung verwickelt war, von dort an die Öffentlichkeit gelangten und umfangreiches kinderpornografisches Material sichergestellt wurde. Und auch die Berichte über sexuelle Übergriffe auf Kinder durch den einstigen Kardinal und Erzbischof von Wien, Hans Hermann Groer, sind vielen noch in Erinnerung (sein Rücktrittsgesuch wurde 1995 angenommen).

Wie in Deutschland, so wird auch in Österreich die römisch-katholische Kirche durch umfangreiche staatliche Subventionen finanziert, wodurch den Amtsträgern vielfach ein üppiges Leben ermöglicht wird.
Lesen Sie dazu: So reich ist Österreichs Kirche
Und mehr zu den aktuell bekannt gewordenen Vorfällen in Kloster Heiligkreuz siehe bei
http://www.networld.at/profil/?/articles/0719/560/173015.shtml.
 



7.5. / 13.6.2007 -
Brasilien: Lutherischer Beauftragter hilft dem Papst / Einstiger Völkermord mit Zwangsbekehrung in Lateinamerika schon von Papst Johannes Paul II. als "glückliche Schuld" verklärt / Empörung der Indianer auch über Benedikt XVI. / "Papierkugel-Priester" Frei Galvao wird "heilig" gesprochen - Die lutherischen Kirchen verkommen nicht nur in Deutschland zunehmend zum Anhängsel der römisch-katholischen Kirche. In Brasilien wurden die Lutheraner sogar schon von evangelischen Frei- und so genannten "Pfingstkirchen" (ca. 35.000 Kirchen) überholt bzw. von konservativen evangelischen Gruppen, die man auch "Evangelikale" nennt. Neben ca. 74 % Katholiken unter den 186 Millionen Einwohnern (Tendenz weiter stark rückläufig; pro Jahr verlassen ca. 600.000 Katholiken die Kirche) gibt es dort mittlerweile 15 % Anhänger der Evangelikalen und Pfingstkirchen. Die Anzahl der Evangelisch-Lutherischen liegt offenbar weit darunter und wird in den meisten Statistiken deshalb gar nicht erwähnt. Wie verhält sich in dieser Situation die Luther-Kirche? Sie springt dem deutschen Papst Benedikt XVI. bei, der am 9.5.2007 nach Brasilien reiste, um die Katholiken dort im katholischen Pferch zu halten. So verurteilt der evangelisch-lutherische Weltanschauungsbeauftragte und Kirchenrat Dr. Wolfgang Behnk aus München die Pfingstkirchen mit den Worten: "Sie vereinnahmen den Menschen für ein totalitäres System mit christlichem Anstrich" (Fränkische Nachrichten, 7.5.2007) - eigentlich eine treffende Beschreibung für die römisch-katholische Kirche und ihre Bischöfe und Priester (vgl. dazu "Der Theologe Nr. 25" - Die Kirche - ein totalitärer Götzenkult). Doch Dr. Behnk wendet bei dieser Beurteilung die Methode der "Projektion" (= der meist fälschlichen Übertragung) von kirchlichen Zuständen und Missständen auf Andersgläubige und kleinere Gemeinschaften an. Denn auch das evangelisch-lutherische Glaubenssystem und seine Staatslehre, dem er selbst anhängt, ließen sich treffend als "totalitäres System mit christlichem Anstrich" beschreiben. Dies ist alles ausführlich dargelegt in "Der Theologe Nr. 1" - Wer folgt Luther nach, und wer folgt Christus nach? Und als solche Systeme haben sich die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische Kirche in der Geschichte auch immer wieder präsentiert, wenn ihnen von der Politik freier Lauf gelassen wurde.

So kann man auch fragen: Wir wurden denn die Brasilianer und andere Südamerikaner einst römisch-katholisch? Sie wurden im 15. Jahrhundert durch Eroberungskriege im Auftrag der Kirche in Spanien und Portugal dazu gezwungen, und Millionen (!) von Menschen, die sich nicht bekehren ließen, wurden gefoltert und umgebracht. Man spricht manchmal vom "größten Völkermord aller Zeiten" (zit. in: Publik-Forum, 31.5.1991): Bis Mitte des 17. Jahrhunderts wurden 100 Millionen indianische Ureinwohner von den Katholiken ermordet, durch Zwangsarbeit zu Tode geschunden, oder sie starben an Infektionen als Folge der Verfolgungen (z. B. Südwest-Presse, 2.5.1992).
Der Vorgänger von Papst Benedikt XVI., Papst Johannes Paul II., hat dazu bei der "Fünfhundertjahrfeier der Evangelisierung Lateinamerikas" (1492-1992) im Jahr 1991 in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik gesagt: Zwar seien die gewaltsamen Züge dieser Evangelisierung zu verurteilen. Gleichzeitig habe sie aber zu einer "Ausweitung der Heilsgeschichte" (d. h. der Zwangskatholisierung der Bevölkerung) beigetragen, weswegen man im Hinblick auf die Eroberer von einer "glücklichen Schuld" sprechen könne (Spiegel special Nr. 3/05, S. 91). In eine ähnliche Richtung äußerte sich jetzt Papst Benedikt XVI., der sagte, "Christus" sei der "Retter" der Indianer gewesen, "den sich die Indianer im Stillen herbeigewünscht hätten" (AP, 15.5.2007). Diese Äußerung "empört die Indianer" (Hamburger Abendblatt, 16.5.2007). "Nach Angaben des katholischen Indianermissionsrats in Brasilia wurden allein in Brasilien zwischen 1500 und 2001 etwa 1470 indianische Volksgruppen ausgerottet."
Die Rede von der "glücklichen Schuld" ist dann katholisch und mag auch von den Lutherischen so betrachtet werden. Aber mit Christus hat es nichts zu tun. Es ist antichristlich. Das spüren auch immer mehr Brasilianer, die sich derzeit zu Millionen aufmachen, um Gott und Christus anderswo zu suchen. Und auch wenn sie dann in den Pfingstkirchen genauso wenig fündig werden, so wissen unzählige Menschen zumindest schon einmal, wohin sie auf keinen Fall mehr zurück wollen.

Für die verbleibenden Katholiken zur Stärkung setzt der intellektuelle Scharlatan aus Rom am 11.5.2007 einen neuen "Heiligen" ein. Der Priester Frei Galvao (1739-1822) schrieb einst einige Gebetsworte an Maria auf einen Zettel und knüllte diesen dann zu einer Papierkugel zusammen. Der Gläubige sollte dann beten und mehrere Papierkugeln (die so genannten "Pílulas") schlucken. Dieser Zauber (dessen Erfolg wie bei jedem Zauber von der Stärke der Suggestion bzw. des Placebo-Effekts abhängt) soll vielen geholfen haben (ausführlicher unter http://www.caiman.de/05_07/kol_2/index.shtml). Für die Heiligsprechung durch Benedikt XVI. entscheidend: Zwei Frauen bekamen keine Kinder. Dann schluckten sie die Papierkugeln und wurden bald schwanger. Von der römisch-katholischen Kirche wurden diese Schwangerschaften als Wunder von Frei Galvao anerkannt. Die Kugeln sollen praktisch als eine Art katholische "Baby-Pille" (im Gegensatz zur "Anti-Baby-Pille") gewirkt haben. Jede kleinere Gemeinschaft würde für solche Praktiken jedoch lächerlich gemacht und von den Kirchenvertretern, Politikern und Medien der Gesellschaft attackiert, vor allem von Fernsehanstalten wie dem Bayerischen Rundfunk. Im Hinblick auf die katholische Kirche pflegt man aber auch bei diesem Kult die übliche "Hofberichterstattung". So zeigte man in einem Film (Stationen, Bayerischer Rundfunk, 9.5.2007) z. B. kritiklos, wie die Gläubigen einen Geldschein auf eine Drehscheibe legen. Die katholische Nonne legt auf der gegenüberliegenden Seite die Frei-Galvao-Papierkugeln darauf und dreht dann die Scheibe. Dann nimmt sie das Geld, und der Gläubige bekommt die zusammengerollten Papierstreifen. "Auch knapp 200 Jahre nach Galvaos Tod zieht es nahezu täglich tausende Menschen in ein Kloster außerhalb Sao Paulos, um dort seine dünnen, papierenen ´Pillen` zu kaufen", berichten Brasilien-Korrespondenten (Netzeitung, 12.5.2007). Dabei sind es meist arme Menschen, die sich das Geld für die Kügelchen regelrecht vom Mund absparen, und man kann davon ausgehen, dass sich der Ansturm auf diesen Kult nach der Heiligsprechung Frei Galvaos noch einmal vervielfacht.

Bei den Katholiken Europas kennt man übrigens vergleichbare Kulte; z. B. die Schluckbildchen, woraus sich auch die im Volksmund so genannten "Fresszettel" entwickelt haben (Dr. Edmund Müller, Mittel zum Heil, Ausstellungskatalog, Beromünster 2005). Mit Jesus von Nazareth haben diese voodoo-ähnlichen katholischen Kulte allerdings nichts zu tun, und nachweislich nehmen die Gläubigen dabei nur Papier und eine bestimmte Dosierung Druckerschwärze zu sich, was beides aus medizinischer Sicht nicht gegessen werden sollte
. Und bald werden auch in Brasilien wieder Hunderttausende, denen der neue "Heilige" Frei Galvao und seine Papierkugeln nicht helfen, die Kirche verlassen, um Gott außerhalb der kirchlichen Institution zu suchen.

   
30.4. / 7.6.2007 -
Elf Kirchen erkennen ihre Taufen künftig gegenseitig an - Wer will noch alles mit in den Bauch der Hydra? - Bei einer Veranstaltung am 29.4.2007 im Dom in Magdeburg erkannten die römisch-katholische Kirche in Deutschland, die Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie orthodoxe und altorientalische Kirchen und einige Freikirchen ihre Taufen gegenseitig an, insgesamt elf Kirchen. Wechselt also ein Kirchenmitglied z. B. innerhalb dieses Verbunds die Kirche, so wird seine ursprüngliche Taufe von seiner neuen Kirche anerkannt.
Nun hält man es für gut möglich, dass auch noch weitere Kirchen diese Vereinbarung unterzeichnen und von den jeweils anderen anerkannt werden. Die Hydra in der griechischen Mythologie hat zwar nur neun Köpfe, aber in ihrem Bauch hat sie noch mehr Platz.

Alle beteiligten Kirchen praktizieren die Säuglingstaufe, die Jesus nicht gelehrt hat. Sondern Jesus sagte sinngemäß: "Erst lehret, dann taufet" (zum Sachverhalt: siehe hier). Die Taufe ist in den Kirchen jeweils eine rituelle Wassertaufe, welche die Mitgliedschaft in der entsprechenden Institution (und teilweise auch eine Kirchensteuerpflicht) begründet und von dieser als "heilsnotwendig" angesehen wird. Bei Jesus und im Urchristentum gab es jedoch keine Mitgliedschaft, geschweige denn eine Heilsnotwendigkeit einer Wassertaufe. Der Jesus zugeschriebene Satz in Markus 16, 16 "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden" ist eine Fälschung. So weist auch die theologische Wissenschaft der Kirchen seit längerem auf den "unechten" und später hinzugefügten Schluss des Markusevangeliums (Markus 16, 9-20) hin.

Auch lehrte Jesus keine rituelle Wassertaufe an Erwachsenen. Sondern wenn er von Taufe sprach, meinte er in der Regel die Taufe mit dem Heiligen Geist
. So erklärte auch Johannes der Täufer: "Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich; ... der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen" (Matthäus 3, 11 und Lukas 3, 16). Die Geisttaufe von Jesus sollte also die Wassertaufe des Johannes, die ein Zeichen der Umkehr und der Buße war, später ablösen. Doch nicht nur die Geisttaufe ist in den Amtskirchen unbekannt.

Auch die Buße, die bei Johannes im Zentrum seiner Wassertaufe stand, spielt in den Kirchen praktisch keine Rolle. Ein Säugling kann z. B. überhaupt keine Buße tun, und die meisten Getauften sind Säuglinge. Man hat den Gedanken der Buße nur ein wenig in die kirchliche Dogmatik mit eingestreut, um einen biblischen Bezug herstellen zu können und damit den Ursprung des Sakraments aus den antiken Götzenkulten besser verschleiern zu können. Tatsächlich nahmen sich die Kirchen nämlich die antiken Götter- und Herrscherkulte und ihre Einweihungs- und Aufnahmeriten (die so genannten "Initiationsriten") zum Vorbild. Und sie institutionalisierten im Gegensatz zu Jesus eine auch in den meisten heidnischen Kulten übliche Wassertaufe.

Schließlich taufen die elf Kirchen, die ihre Taufen jetzt gegenseitig anerkennen, alle auf einen angeblich "dreieinigen" Gott, der von der katholischen Kirche auf dem Konzil von Nizäa im Jahr 325 zum Dogma erhoben wurde. Mit Jesus von Nazareth und den Urchristen hat aber auch dieses kopflastige Gottesbild einer angeblichen "Dreieinigkeit" oder "Trinität" nichts zu tun (siehe dazu auch http://www.theologe.de/frageundantwort.htm#Dreieinigkeit). Der einzige biblische Hinweis am Schluss des Matthäusevangeliums (28, 19: "Taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes") ist nachweislich eine Fälschung aus dem 4. Jahrhundert und er fehlt in früheren biblischen Handschriften (z. B. in Handschriften des Kirchenvaters Euseb vor 325 bzw. in Zitierungen bei den Kirchenvätern Justin (2. Jahrhundert) und Aphraates (4. Jahrhundert)). Auch tauften die Urchristen entweder gar nicht mit Wasser oder wenn doch, dann immer "auf den Namen des Herrn Jesus" oder "in dem Namen Jesu Christi". Siehe z. B. Apostelgeschichte 8, 15 f.; 10, 44-48; 19, 3-5. Wäre die "trinitarische" Taufaufforderung im Matthäusevangelium also echt, hätten Petrus, alle Apostel und Paulus allesamt dagegen verstoßen, und erst die Kirche hätte es richtig gemacht.

Urchristliche "Täufer", welche das ganze betrügerische kirchliche Kult-System bereits vor fast 500 Jahren entlarvten, wurden sowohl auf Veranlassung der katholischen als auch der evangelische Kirche hingerichtet (mehr dazu siehe dazu z. B. in Der Theologe Nr. 1 und in Der Theologe Nr. 3). Lesen Sie dazu auch Der Theologe Nr. 32 - Die Sakramente und Rituale der Kirche.
 



25.4.2007 -
Jesus war ein Mann des Volkes, kein Intellektueller - In der Mai-Ausgabe des Magazins Cicero (http://www.focus.de/politik/cicero-exklusiv/cicero-ranking_did_15300.html) wurden die "500 wichtigsten Intellektuellen" im deutschsprachigen Raum gekürt. Platz 1: Joseph Ratzinger alias Papst Benedikt XVI., gefolgt von den Schriftstellern Martin Walser und Günter Grass. Dies ist einer von zahllosen gravierenden Unterschieden zu dem Zimmermann aus Palästina. Jesus von Nazareth war ein Mann des Volkes und nicht ein Mann der Kirche, und er war auch kein Intellektueller. Anders sein selbst ernannter Stellvertreter. Welchen Unsinn (der ebenfalls nicht das Geringste mit Jesus, dem Christus zu tun hat) Joseph Ratzinger dabei alles intellektuell durchdringen und als Papst verkörpern muss, siehe z. B. bei Der Theologe Nr. 18 - Der Glaube der Kirche. Die römisch-katholische Kirche sollte sich deshalb einfach nur "katholisch" oder "römisch-katholisch" nennen, jedoch nicht länger den Namen des Mannes aus Nazareth missbrauchen, indem sie sich weiterhin auch "christlich" nennt.
 



22.4. / 6.5.2007 -
Neu: "Der Theologe Nr. 32" - Die Sakramente und Rituale der Kirche
Als Alternative dazu neu: "Der Theologe Nr. 33" - Die Zehn Gebote, von Freien Christen erklärt
Und: "Der Theologe Nr. 34" - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Einheit, Gerechtigkeit - Leben in der Nachfolge von Jesus
 



18.4. / 23.6.2007 -
Prozess gegen überzeugt evangelische Serientäterin: Vier, fünf, sechs oder mehr Menschen getötet. Lesen Sie die Meldung in "Der Theologe Nr. 24".
 



14.4. / 17.4.2007 -
Lob für "Gegner des NS-Regimes" Hans Filbinger: Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) unterschätzte den Unterschied zwischen Politikern und Kirchenmännern - Günther Oettingers Trauerrede für Ex-Marinerichter und Ex-Ministerpräsident Hans Filbinger (CDU) lässt die grauenvolle Erinnerung an das Schicksal zahlloser echter Gegner des NS-Regimes wach werden; und auch die Erinnerung an die 23.000 deutschen Soldaten, die den nationalsozialistischen Kriegswahn nicht bis zum bitteren Ende durchziehen wollten und dafür von "Gegnern des NS-Regimes" wie Filbinger zum Tode verurteilt worden sind - wie z. B. der junge Walter Gröger, den Hans Filbinger in den letzten Kriegstagen wegen "Fahnenflucht" in Oslo hinrichten ließ (Spiegel online, 14.4.2007), und wobei er selbst den Feuerbefehl gegeben hatte. Vielleicht hat sich der evangelisch-lutherische Ministerpräsident von Baden-Württemberg gedacht: Wenn ein katholischer Bischof wie Clemens August von Galen sogar selig gesprochen wird, obwohl er die deutschen Soldaten "bis zum letzten Blutstropfen" in die letzten Kriegswochen trieb, dann wird man Hans Filbinger doch wohl auch nachsehen, dass er sich "den Zwängen des Regimes" nicht entzogen hat und in dessen Auftrag hinrichten ließ. Und wenn die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ihren Landesbischof Hans Meiser ungeniert ehrt, da er 1934 mit seinen Anhängern angeblich eine "Demonstration gegen den Nationalsozialismus" - mit Heil-Hitler-Rufen und Horst-Wessel-Lied ("Es schau´n aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen") - durchgeführt hätte, dann wird man doch wohl auch Hans Filbinger als "Gegner des NS-Regimes" (AP, dpa, 13.4.2007) während des Dritten Reiches bezeichnen dürfen.
Doch der CDU-Ministerpräsident kann den Scheinheiligkeits-Bonus für Kirchenmänner (die ungefähr am 9. Mai 1945 schwuppdiwupp fast alle zu "Gegnern" und "Widerstandskämpfern" gegen das NS-Regime wurden) nicht einfach auf Politiker übertragen, auch wenn sie Kirchenchristen sind. Dass sich die Öffentlichkeit die Geschichtsklitterung im Fall des überzeugten Katholiken Hans Filbinger nicht gefallen ließ, gibt Hoffnung, dass bald auch offenbar wird, was sich hinter den Masken der "seligen" kirchlichen Amtsträger verbirgt.

Schon Hans Filbinger selbst hatte vergeblich versucht, seine Todesurteile in der NS-Zeit zu verharmlosen. Er versuchte es ähnlich wie es z. B. die evangelische Kirche zu Gunsten ehemaliger Nazis tat. Hans Filbinger im Jahr 1978 wörtlich: "Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein" (z. B. Main-Post, 17.4.2007). Zum Vergleich ein Schreiben der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD an die US-amerikanische Militärregierung vom 26.4.1946, in dem die Kirche alle Nazis rechtfertigte, die sich an die Gesetzgebung des Dritten Reiches hielten. Dort heißt es wörtlich: "Dabei waren Handlungen und Gesinnungen, die heute [1946] verurteilt werden, vom damaligen Gesetzgeber [1933-1945] als rechtmäßig und gut eingeschätzt." Durch die nachträgliche Verurteilung der Nazi-Justiz "wird das Rechtsempfinden erschüttert und von den Angeklagten eine Rechtseinsicht verlangt, die man nicht erwarten kann" (Amtsblatt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern; siehe auch www.theologe.de/theologe4.htm).
Deshalb musste der heute 85-jährige damalige echte Kriegsgegner Ludwig Baumann auch bis zum Jahr 2002 warten, bis die deutsche Justiz seine Vorstrafe aus dem Jahr 1942 annullierte. Baumann wurde damals wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt, überlebte aber wie durch ein Wunder in der Todeszelle den Krieg. Der echte NS-Gegner Baumann konnte "nachts nicht schlafen vor Empörung über Günther Oettinger" und stellte Strafanzeige gegen den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg
(http://www.netzeitung.de/deutschland/616670.html)
.
 



12.4. / 9.6.2007 -
Tödliche Messerstecherei, Selbstmord, Unterschlagung, evtl. Erpressung und Drogenhandel - Kirche kommt nicht zur Ruhe - In Deutschland leben die beiden Großkirchen sprichwörtlich "wie Maden im Speck". Sie erhalten jährlich staatliche Milliardensubventionen, staatliche Gehaltszahlungen für Führungspersonal, genießen staatlichen Kirchensteuereinzug, Steuerbefreiungen, "Gefälligkeiten" und Zuwendungen in unüberschaubaren Höhen (siehe www.stop-kirchensubventionen.de).
In Vechta, das sich "Klein-Vatikan im Oldenburger Land" nennt, nahmen sich Kirchenführer allerdings noch mehr. Die Rechnungsführerin der Kirchengemeinde St. Georg zweigte von 2002-2006 insgesamt 105.000,00 Euro der Friedhofseinnahmen auf das eigene Konto ab und ließ sich das Defizit von der Stadt Vechta "zu Lasten des Steuerzahlers" ausgleichen (Spiegel online, 12.4.2007). Ähnlich trieb es ihr Vorgesetzter, der Propst des Bischöflich Münsterschen Offizialats Vechta. Er unterschlug Spendengelder "im sechsstelligen Bereich", nach eigenen Angaben "für karitative Zwecke". Spiegel online schreibt: "Vermutungen, Johannes S. sei von dem Oberhaupt der Großfamilie, Reinaldo B., erpresst worden, wollte der Anwalt des Priesters nicht kommentieren ... Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte gleichwohl gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass ein Zeuge den Pfarrer ´als Opfer einer Erpressung dargestellt` habe." Und falls dies zutrifft: Womit machte sich der geistliche Leiter des Bischöflichen Offizialats in dieser Höhe erpressbar?
Viel härter als den enttarnten Räuber im Talar, der also vielleicht noch anderweitig erpresst wird (und für den dann Gutgläubige hätten zahlen müssen), traf es einen anderen Priester. Ein Strichjunge beteuerte, einen vom Bistum Trier nach Brasilien entsandten Würdenträger in Notwehr erstochen zu haben. Der Priester habe seinerseits mit einem Messer auf ihn eingestochen, als er, der junge Mann, sich gegen die Zudringlichkeiten des Priesters, so die Aussage des Mannes. Der Priester war u. a. theologischer Lehrer für den Priesternachwuchs in Brasilien (mehr dazu siehe hier).


Hier soll nicht über diese Dinge, die nur die Spitze eines Eisbergs darstellen und im Einzelfall - wie beim Priester-Ausbilder in Brasilien - noch auf Glaubhaftigkeit überprüft werden müssen, geurteilt werden. Doch der Staat sollte schon jetzt aufhören, die Kirche und ihre Praktiken mit Milliarden aus dem allgemeinen Steueraufkommen zu finanzieren. Kleinere religiöse Gemeinschaften werden ja auch nicht vom Staat finanziert. Stattdessen werden sie in so genannten "Sektenbroschüren" staatlich schikaniert. Doch warum klären die deutschen Staatsbeamten darin nie über die katholische und die evangelischen "Großsekten" auf? (Siehe dazu z. B. auch den nachstehenden Beitrag über das Opus Dei) - vielleicht, weil die Religionsfreiheit im Grundgesetz und das Gleichbehandlungsgebot gegenüber allen gesetzestreuen Gemeinschaften nur liberale Fassaden sind. Stattdessen gibt es faktisch zwei Staatskirchen (was den Steuerzahler zudem doppelt so teuer kommt wie nur eine Staatskirche).

PS: Auch in der Evangelischen Kirche häufen sich die Verbrechen und Skandale: So wurde zuletzt der evangelische Dom in Halberstadt vom verantwortlichen Küster als Drogenumschlagsplatz bzw. Depot u. a. für Heroin, Kokain und Marihuana genutzt. Und erst vor wenigen Wochen begannen die Ermittlungen gegen den Ehemann einer evangelischen Pfarrerin aus Eckernförde, der im Pfarrhaus Drogenhandel betrieben haben soll. In dieser Gemeinde hatte sich auch der Küster aufgehängt, nachdem man ihn zuvor überführt hatte, Spendengelder gestohlen zu haben (siehe dazu unsere Meldung hier).
Und was wäre passiert, wenn auch nur eines dieser aufs Ganze gesehen unzähligen Delikte in der Kirche bei einer religiösen Minderheit passiert wäre?
 



10.4.2007 -
Opus Dei - der Motor der katholischen Kirche: Tugend durch Abtötung? - Alles, was die kirchlichen "Sektenbeauftragten" neuen religiösen Bewegungen - meist zu Unrecht - vorwerfen, praktizieren sie in Wirklichkeit selbst. Beispiel Opus Dei: Dessen Gründer Josemaría Escrivá de Balaguer (1902-1975) wurde am 6.10.2002 von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. Es handelt sich also bei Opus Dei nicht um eine römisch-katholische Randerscheinung, sondern um eine Bewegung aus dem Zentrum. Viele halten den einflussreichen Orden für den eigentlichen Motor der römisch-katholischen Kirche. Worum es dabei unter anderem geht, darüber berichtete das ZDF in Frontal 21 am 10.4.2002. Der komplette Text der Sendung ist einsehbar unter http://www.zdf.de/ZDF/download/0,5587,5000716,00.pdf.
 



30.3. / 4.4.2007 / 8.2.2012 -
In diesem Jahr kein Osterbraten - denn das hat Jesus nicht gewollt. / Katholischer Journalist Hartmut Stumpf (Bayerischer Rundfunk) rechtfertigt Ermordung von Tieren mit der Auferstehung von Jesus und verhöhnt damit den Mann aus Nazareth
- Besonders für kleine Schafe ist das Osterfest ein Horror. Sie werden zuvor zu Hunderttausenden ihren Müttern weggenommen und abgestochen, damit sich die kirchlichen Christen angeblich an der Auferstehung Jesu "laben" können.
Als Beispiel sei auf den Fernseh-Journalisten Hartmut Stumpf vom Bayerischen Rundfunk (BR) hingewiesen, einem fanatischen Katholiken. In seinem Magazin Unkraut warb er für das Osterlamm: "Es steht für das höchste Fest der Christenheit und es versinnbildlicht den Auferstandenen. Und die christliche Freude darüber, die zeigt sich durch die ganze Gestaltung dieses Osterfestes, denn nicht nur die Seele soll sich laben, sondern auch der Leib" (2.4.2007). Anschließend wird in der Sendung ein Rezept für den Osterlamm-Braten vorgestellt. Doch Jesus hat niemals so etwas gewollt. Mit dem Glauben, die getöteten und verspeisten Lämmer versinnbildlichen "den Auferstandenen", wird der Mann auf Nazareth verhöhnt und zudem das große Leid der Tiere einmal mehr ignoriert. Nach römisch-katholischem Glauben haben Tiere aber weder eine unsterbliche Seele noch Gefühle (stattdessen nur Instinkte und "andressierte" Verhaltensmuster; mehr dazu siehe z. B. hier). In Wirklichkeit sind die Hüter des römisch-katholischen Kultes und ihr treuer Gefolgsmann Hartmut Stumpf dermaßen verhärtet und abgestumpft, dass sie die Gefühle der Tiere und ihre Schmerzen nur nicht wahrnehmen.

PS: In einer anderen Unkraut-Sendung vom 13.1.2003 hatte sich Hartmut Stumpf auch als katholischer Inquisitor hervorgetan, der vegetarische Urchristen, die aus der Kirche ausgetreten sind, auf niederträchtige Art und Weise verleumdet hat.

Und: Schon die Zeitgenossen von Jesus hatten eine Art "Osterlamm" geschlachtet, man nannte es "Passahlamm". Doch Jesus hat mit dieser grausamen Tradition gebrochen. Lesen Sie mehr dazu in "Der Theologe Nr. 7": Hat Jesus ein Passahlamm gegessen? Immer mehr Zeitgenossen sagen deshalb: An diesen Festtagen kochen wir gesund, gut und vegetarisch.
 



24.3.2007 -
Einzige Demonstration "gegen Nationalsozialismus" in München? Landesbischof Johannes Friedrich verteidigt Meiserstraße - Mit immer neuen Geschichtsklitterungen versucht die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, die nach dem antisemitischen und kriegstreiberischen ersten Landesbischof Meiser benannten Straßen zu erhalten. Nachdem bereits der Stadtrat von Ansbach an der Bischof-Meiser-Straße festhält, will die Kirche nun in München die Meiserstraße unbedingt behalten, nachdem die Bischof-Meiser-Straße wenigstens in Nürnberg umbenannt worden war. Die evangelische Zeitschrift idea-spektrum gibt zum Konflikt in München die Meinung von Landesbischof Johannes Friedrich wieder, eine Straßenumbenennung sei "´nicht die richtige Form der Vergangenheitsbewältigung`. Immerhin habe 1934 in der heutigen Münchner Meiserstraße die einzige Demonstration in München gegen den Nationalsozialismus stattgefunden, nachdem die Machthaber Bischof Meiser unter Hausarrest gestellt hatten, weil er die Landeskirche nicht der Reichskirche unterstellen wollte" (Nr. 12/2007). Dies ist allerdings eine Verhöhnung aller der Münchner, die wirklich "gegen den Nationalsozialismus" waren und die - wie z. B. die Geschwister Scholl - auch ihr Leben dafür ließen. Denn was passiert bei der angeblich "einzigen Demonstration gegen den Nationalsozialismus" am 11.10.1934? Die evangelischen Demonstranten rufen "Heil Hitler" und "Heil Meiser", und Landesbischof Meiser stimmt von seinem Balkon aus ein dreifaches "Sieg Heil" auf "Führer, Volk und Vaterland" an. Dann wird unter anderem das Horst-Wessel-Lied gesungen. Es lautet:

Die Fahne hoch! / Die Reihen fest geschlossen! / SA marschiert / Mit mutig festem Schritt
|: Kam'raden, die Rotfront und Reaktion erschossen / Marschier'n im Geist / In unser'n Reihen mit :|

Die Straße frei / Den braunen Bataillonen / Die Straße frei / Dem Sturmabteilungsmann!
|: Es schau'n aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen / Der Tag für Freiheit / Und für Brot bricht an :|

Zum letzten Mal / Wird Sturmappell geblasen! / Zum Kampfe steh'n / Wir alle schon bereit!
|: Schon flattern Hitlerfahnen über allen Straßen / Die Knechtschaft dauert / Nur noch kurze Zeit! :|

Und das soll eine Demonstration "gegen" den Nationalsozialismus sein? Ca. fünf Jahre später treibt dann auch Landesbischof Meiser seine evangelischen "Schafe", die schon 1934 "zum Kampfe" bereit standen, in den 2. Weltkrieg, um die hier 1934 im Horst-Wessel-Lied besungene "Knechtschaft" endgültig zu beenden. Und die daheim Gebliebenen lässt Meiser für den "baldigen Endsieg" beten (z. B. Amtsblatt für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern am 26.6.1940).
Der Herausgeber des berüchtigten antisemitischen Hetzblattes Der Stürmer, Julius Streicher, ist deshalb auch von dieser kirchlichen "Demonstration gegen den Nationalsozialismus" (Landesbischof Johannes Friedrich) im Oktober 1934 "sichtlich ergriffen" (Junge Kirche, 1934, S. 808 ff.). Dies teilt er dem Führer Adolf Hitler persönlich mit. Und auch dieser ist offenbar von der "Anti-Nazi-Demonstration" der Kirche beeindruckt. Denn Hitler lädt Landesbischof Meiser darauf hin zum persönlichen Gespräch ein und verspricht ihm ca. drei Wochen später, dass die bayerische Landeskirche nicht - wie ursprünglich geplant - der Reichskirche unterstellt wird. Der kurzzeitige "Hausarrest" für Meiser ist selbstverständlich aufgehoben, und Meiser wird von der nationalsozialistischen Regierung wieder hochoffiziell als Landesbischof der Landeskirche bestätigt. Und dieser "Erfolg" von Meiser und seinem Kirchenvolk soll nun ein Grund sein, die Meiserstraße in München beizubehalten? Für wie dumm hält die Kirche eigentlich die Bürger?
Siehe dazu auch unsere Meldung vom 11.2.2007
. Weitere Fakten zu Landesbischof Meiser lesen Sie in Der Theologe Nr. 11 - Der Antisemit Hans Meiser als erster Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern.
 



20.3.2007 -
Vergebungsbitte der Kirche im Bamberger Dom - ehrlich oder Taktik? Das Bistum Bamberg feiert 2007 sein 1000-jähriges Bestehen und hat am 11.3.2007 auch eine Vergebungsbitte ausgesprochen. Mehr dazu lesen Sie hier.
 



13.3. / 17.7.2007 -
"Wir fliegen in den Krieg" - Deutschland im heimlichen Angriffskrieg
- Im krassen Widerspruch zum deutschen Grundgesetz beschloss der deutsche Bundestag mehrheitlich die Entsendung von Kampfbombern in den Afghanistan-Krieg, den so genannten Tornados (auch die Fraktion der GRÜNEN stimmte mehrheitlich dafür, wie schon für den Kosovo-Krieg und für den Beginn des Afghanistan-Krieges). Zwar werfen die Deutschen die Bomben nicht selber ab, sondern sagen "nur" der USA, wohin diese die Bomben werfen müssen. Doch der Unterschied ist minimal. Da keine der afghanischen Kriegsparteien Deutschland bis dahin etwas getan hat, handelt es sich um einen Angriffskrieg. Die USA führen solche "präventiven" Angriffskriege "gegen den Terror" ohne Zustimmung der UNO seit Ende 2001 und wollen auch die Deutschen immer weiter mit hinein ziehen. Denn man braucht die eigenen Kapazitäten wohl schon für die nächsten Kriegsziele.
Um die überwiegend kriegsunwillige deutsche Bevölkerung ruhig zu halten, denken sich die Politiker trickreiche Konstruktionen aus: So heißt es, die Bundeswehr wäre im Rahmen des von der UNO eingesetzten ISAF-Einsatzes (International Securitiy Assistance Force) tätig. Gleichzeitig ist sie aber auch Teil des andauernden weltweiten Krieges mit den Namen "Enduring Freedom", der unter dem Oberkommando der USA geführt wird und der mit der UNO nichts zu tun hat. Im Rahmen dieses Krieges sind seit 2001 auch Tausende unschuldiger Zivilisten getötet worden. Das wird jedoch gerne verheimlicht. Denn ein großer Teil der Bevölkerung hat in der Schule auch noch gelernt, Deutschland übe sich in Deeskalation von Konflikten, nicht im Führen von Kriegen, wie es seit 1999 (Kosovo-Krieg der Regierung Schröder (evangelisch) / Fischer (katholisch)) praktiziert wird.

Eine Verfassungsklage der Abgeordneten Peter Gauweiler (CSU) und Willi Wimmer (CDU) gegen den erweiterten Kriegseinsatz Deutschlands in Afghanistan wurde bereits abgewiesen. Auch die Klage der Linkspartei. Derweil schaffte die Bundeswehr erste vollendete Tatsachen. "Wir fliegen in den Krieg", schreibt Bild am 3.4.2007.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom:      23.9.2006      28.10.2006      7.1.2007

Für den Krieg müssen wir auch wieder Millionen oder gar Milliarden Euro an Steuergeldern aufbringen, die woanders fehlen. Z. B. gehen alleine die Unterhaltskosten der Tornado-Flotte in die Zig-Millionen. Nach einer Stunde Flug muss das Kriegsflugzeug nämlich 20 Stunden gewartet werden
(AP, 13.4.2007), und bis jetzt erlitten nur bei Übungen schon 44 Tornados Totalschaden durch Abstürze, Kollisionen und Brände.
Und glaubt die deutsche Regierung Merkel-Müntefering im Ernst, dass die Islamisten, die in Afghanistan vor dem NATO-Angriff im Jahr 2001 die Regierung stellten, ohne schlimme Folgen für die Bundesrepublik Deutschland und die anderen NATO-Staaten einfach von der Erdoberfläche weggebombt werden können? Vielmehr gilt, was schon in der Bibel (Galaterbrief 6, 7) steht: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Das heißt z. B. auch: "Wer Krieg sät, wird Krieg ernten."

PS: Die Kirchen lehren jedoch, dass dies nur manchmal so ist, nicht immer. Und Angela Merkel ist evangelisch, Franz Müntefering katholisch, und auch die übrigen Minister sind meistens evangelisch oder katholisch.  


Aktualisierung [18.5. / 23.6.2007] Drittes Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr - Deutsche Armee als Teil des Krieges "Enduring Freedom" / Immer mehr Zivilisten werden versehentlich mit getötet: Während die NATO im April und Mai 2007 wöchentlich die Anzahl der von ihr im Rahmen von "Enduring Freedom" getöteten Taliban-Soldaten im zwei- oder dreistelligen Bereich verkündet, schlagen die Islamisten teilweise in Guerilla-Taktik zurück. Zeitgleich zur Meldung über 67 getötete Taliban am 18.5.2007 im Osten Afghanistans werden im Norden drei deutsche NATO-Soldaten von zwei Taliban-Selbstmordattentätern in die Luft gesprengt und getötet. Es ist das dritte Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr in Afghanistan. Und damit erhöht sich die Zahl der auf diese Weise getöteten Deutschen von 5 auf 8. Hinzu kommen 13 bei Unfällen getötete Soldaten.

Anlässlich des Attentats auf die Bundeswehr bestätigte der römisch-katholische
"Verteidigungs"-Minister Franz Josef Jung noch einmal, dass die deutsche Armee nicht nur im Auftrag der UNO tätig ist, sondern auch als Teil des von der USA geführten weltweiten Krieges "Enduring Freedom" (z. B. Main-Echo, 24.5.2007). In diesem seit 2001 geführten Krieg hat die USA schon nachweislich mit massiven Lügen zur Täuschung der Weltöffentlichkeit gearbeitet, z. B. zu Beginn des völkerrechtswidrigen Einmarsches in den Irak im Jahr 2003. Der evangelische Präsident George W. Bush setzt dort weiter auf den militärischen Sieg und kündigt für den Sommer 2007 bereits "mehr Opfer auf allen Seiten" an (ARD, Tagesschau, 24.5.2007).
Mittlerweile informieren Irak-Kriegs-Veteranen immer mehr über die Gräueltaten der Enduring-Freedom-Truppen an der Zivilbevölkerung vor allem im Irak. "Veteranen beschreiben in ´The Nation`, dass US-Soldaten rücksichtslos um sich feuern, sobald sie das Militärgelände verlassen. Einige schossen demnach Löcher in Benzinkanister, die am Wegesrand verkauft werden, um dann Granaten in die Benzinpfützen zu werfen. Andere eröffnen das Feuer auf Kinder – unter den Augen der Iraker. Es existieren sogar Fotos, auf denen Soldaten irakische Leichen schänden. Auf einem Bild soll ein Soldat so tun, als ob er das verspritzte Gehirn eines toten irakischen Mannes mit seinem braunen Plastik-Löffel der Armee essen wollte." Und: "Das Kämpfen mitten in belebten irakischen Innenstädten – auf Marktplätzen und in engen Wohnvierteln – führt dazu, dass die US-Soldaten Gewalt völlig wahllos einsetzen und tausendfach Unschuldige töten" (http://www.focus.de/politik/ausland/tid-6860/irak-krieg_aid_66752.html). So frisst sich der kirchenchristliche Westen auf solche Weise immer weiter mordend in die islamische Welt hinein und wundert sich dann, dass auch der gewalttätige Islamismus immer mehr zunimmt. Eigentlich müssten die US-Truppen Morde und Tötungen Unschuldiger verfolgen, doch ein Armeevertreter resigniert: "´Man kann gar nicht jedes Mal eine Untersuchung einleiten, wenn ein Zivilist verletzt oder getötet wird, weil es ganz einfach so oft passiert und man sonst die ganze Zeit nichts anderes tun könnte`, sagt Leutnant Jonathan Morgenstein."
Die Bundeswehr sollte auch deshalb nicht Teil der Enduring Freedom-Truppen sein.

Zu Opfern von "Enduring Freedom" zählen in diesem Sommer auch in Afghanistan vor allem immer mehr unbeteiligte Zivilisten. Zuletzt kamen wieder 25 Zivilisten ums Leben, darunter Frauen und Kinder, die bei einem NATO-Luftangriff auf Taliban-Soldaten ebenfalls mit in Stücke gerissen wurden. Erst einige Tage zuvor versteckten sich islamistische Kämpfer unter Kindern, weswegen sieben Kinder bei dem Angriff gleich mit getötet wurden. In der Vergangenheit bombte die NATO manchmal auch auf Verdacht bzw. irrtümlich, und sie verwandelte z. B. eine Hochzeitsfeier in ein Blutmeer mit Dutzenden von Toten. Mittlerweile hat der afghanische Präsident Karsai die ISAF-Truppen scharf kritisiert und um Absprache aller Angriffe mit der afghanischen Regierung aufgefordert. Wegen der deutschen Beteiligung am Krieg "Enduring Freedom" drohen jetzt auch Deutschland Selbstmordattentate von islamistischen Kriegern (Nachrichtenagenturen am 23.6.2007).
 



28.2. / 13.3.2007 - Fehlende Austrittsbescheinigungen - Großkirchen demonstrieren ihre Macht und erschleichen sich Hunderttausende von Euro - Man könnte es "Betrug" nennen, was die Kirche in Berlin tut - obwohl es juristisch nicht als "Betrug" gilt. Und obwohl die Kirche bereits in zahllosen Zivilprozessen gegen Kirchenaussteiger gewonnen hat, ist sie schon jetzt der moralische Verlierer ihrer eigenen Machenschaften.
Worum es dabei geht, musste als einer von vielen auch der Stern-Reporter Claus Lutterbeck und seine Ehefrau erleben, nachdem sie ins Visier der kirchlichen Anwälte und Finanzbeamten geraten waren. Die Kirche kassierte bei beiden rückwirkend für die Jahre 2003 und 2004 über das Finanzamt Kirchensteuer ab - obwohl der Reporter schon im Jahr 1976 ausgetreten war und seine Frau 1971. Nachdem die beiden neu in Berlin zugezogen waren, respektierte die Kirche einfach die amtliche Eintragung "konfessionslos" nicht mehr. Sie erklärte Claus Lutterbeck kurzerhand zum Mitglied der evangelischen Kirche und seine Frau zum Mitglied der römisch-katholischen Kirche und ließ bei beiden ohne Rücksprache einfach abkassieren.
Erst nachdem das 1971 für Lutterbecks Frau zuständige katholische Pfarramt ihr eine Kopie ihres damaligen Austritts zusandte, wurde ihr der anteilige Betrag zurückerstattet. Doch "eine Entschuldigung gab es nicht. Auch keine Auskunft darüber, wer dem Finanzamt die Falschmeldung gab, wir seien Kirchenmitglieder," schreibt Lutterbeck im Stern (22.2.2007).
Aus anderen Quellen ist jedoch bekannt, dass die Kirche z. B. in der Kindheit der Bürger nachforschen lässt (siehe hier). Stößt sie dabei auf eine Säuglingstaufe, wird der Betroffene unter Umständen wieder zum Kirchenmitglied gemacht. Dabei vertritt die Kirche die Rechtsauffassung, dass ein ehemaliges Mitglied im Konfliktfall die Beweispflicht seines Austritts hätte.

Und was das bedeuten kann, erlebte der Stern-Reporter selbst. Nachdem auch er um eine Austrittsbestätigung gebeten hatte, erfuhr er bei der für ihn zuständigen evangelischen Behörde in Bonn, dass das Austrittsregister schlampig geführt wurde und nicht alle Austritte eingetragen wurden. Offiziell klang dies jedoch so: "Eine Überprüfung in unserem Archiv ergab, dass Herr Lutterbeck nicht aus der Kirche ausgetreten ist." Ein Skandal, denn tatsächlich wurde nur kein Vermerk gefunden. Zunächst verschwiegen wurden jedoch die erst später zugegebenen "Lücken" im Archiv. Und die parallel angelegten Unterlagen im Bonner Amtsgericht, bei dem der Austritt damals rechtmäßig erfolgte, hatte man dort natürlich turnusgemäß nach 10 Jahren vernichtet.
Nicht schlampig und lückenhaft geführt werden jedoch die kirchlichen Taufregister, die als Grundlagen für die Zahlungspflicht dienen. Und auch im Fall des Stern-Reporters legten die Finanzbehörden ihm eines Tages eine Kopie seines Taufscheins vor und erklärten ihm bei diesem Anlass, dass er verpflichtet sei, seinen Austritt zu beweisen, wenn er die eingezogene Kirchensteuer zurück haben möchte. Und dieser gab sich alle Mühe: "Ich legte ... eine Bescheinigung meines Arbeitgebers vor, wonach mir seit 1976 keine Kirchensteuer abgezogen wurde. Ebenso ein Dokument des Einwohnermeldeamtes, das mir bei meiner Heirat 1984 bescheinigt hatte, konfessionslos zu sein. Ich bot eine eidesstattliche Erklärung meiner 80-jährigen Mutter an. Alles juristisch irrelevant, triumphierte der Kirchenjurist Dr. Arne Ziekow, deutsche Richter interessieren sich nur für das Austrittsdokument. Wo ich es herbekomme, sei mein Problem, rechtlich sei die Kirche nicht verpflichtet, diese Dokumente aufzubewahren. Da wünschte mir Dr. Ziekow viel Glück: Man sei schon oft verklagt worden, ich dürfe raten, wie viele Prozesse man verloren hatte. Keinen! Er lächelte sanft" (Stern, 22.2.2007).
Und solche Urteile haben wohl auch damit zu tun, dass die meisten Richter entweder evangelisch oder katholisch sind (siehe dazu auch die Meldung Neutrale Richter gesucht!). Und was diesen Skandal besonders groß macht: In der Regel wurde in den letzten Jahrzehnten bei einem Kirchenaustritt nämlich überhaupt kein Austrittsdokument ausgehändigt. Weder in der Bundesrepublik geschweige denn in der ehemaligen DDR. Dies geschah meist nur "auf Verlangen". Es genügten das amtliche Protokoll der Austrittsbehörde und deren Meldungen an die Finanzbehörde und die Kirchenbehörde. Deshalb besitzen Millionen von Bundesbürgern keine amtliche Kirchenaustrittsbescheinigung - eine Zeitbombe, wenn das Beispiel der Kirchen in Berlin und Brandenburg Schule macht. 
Der Stern geht davon aus, dass die Kirche auf diese Weise wohl schon "Hunderttausende von Euro" abgezockt hat - alles Geld, das sie zu Unrecht aus gutgläubigen Menschen herausgepresst hat. Bei dem Reporter erstattete die Kirche "bizarrerweise" schließlich die falsch eingezogene Kirchensteuer für 2003, behielt aber zu Unrecht die ebenfalls falsch eingezogene Kirchensteuer für 2004. Claus Lutterbeck legte Widerspruch ein, weil ihm diese kirchliche Gnade zu wenig war, und er schreibt: "Auf eine Antwort oder das Geld warte ich bis heute. Ob diese Abzocke rechtens ist, wird nun ein Berliner Gericht entscheiden."

Wenn also schon ein versierter Journalist kaum gegen die Juristen der Kirche ankommt, um wie viel mehr hat dann wohl ein einfacher Bürger Probleme, gegen die evangelischen und katholischen Finanzhaie sein Recht zu bekommen. Dazu ein Tipp: Kinder gar nicht erst taufen lassen. Dann erspart man ihnen später die Kirchensteuer. Die kirchlichen Lehren über die Taufe sind ohnehin eine Irreführung, Lüge und Schaumschlägerei. Auch wollte Jesus niemals eine Kindertaufe; vgl. dazu z. B. unsere Meldung oben, sowie die Meldung vom 17.12.2006.
www.theologe.de/freiechristen1.htm#Saeuglingstaufe
.
www.theologe.de/freiechristen6.htm#Taufe

Sowie Der Theologe Nr. 40 - Die kirchliche Taufe - Angelhaken aus dem Jenseits

Doch das ist noch lang nicht alles: In Deutschland müssen auch Kirchenaussteiger, Moslems, Juden usw. jährlich über 14 Milliarden Euro zusätzliche Subventionen für die beiden Großkirchen aufbringen. Und dies ebenfalls ganz "legal". Siehe dazu www.stop-kirchensubventionen.de
Siehe zu diesem Thema auch unsere Meldung vom 17.12.2006.
 



28.2.2007 -
Das Jubiläum rückt näher: 1517 - 2017: 500 Jahre Reformation - Lesen Sie dazu das Thesenpapier Evangelische Kirche ist nicht christlich
 



28.2.2007 -
Nach Kirchenaustritt - "Kirche outet Homosexuellen" - Die Frankfurter Rundschau berichtet am 27.2.2007 unter der Überschrift Kirche outet Homosexuellen nach Austritt über einen massiven Verstoß gegen den Datenschutz. Das für Kirchenaustritt zuständige Amtsgericht in Frankfurt informierte nach dem Austritt des Mannes die römisch-katholische Kirche - allerdings nicht nur über den Austritt, sondern auch über dessen "eingetragene Lebenspartnerschaft". In seiner streng katholischen Familie hatte der Mann diese bis dahin verheimlicht, doch nach deren Bekanntgabe durch das Amtsgericht an die Kirche kannte bald sein ganzes Heimatdorf seine sexuelle Gesinnung. Mit schlimmen Folgen: "Nach dem unfreiwilligen Outing in seiner früheren Heimatgemeinde im ländlichen Raum brach die Familie mit dem Homosexuellen. In dem Dorf werde er wie ein Aussätziger behandelt, klagte er. Dokumentiert hat den Fall der Hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronnefitsch ... Bei dem Kirchenaustritt hätte die Information über die eingetragene Lebenspartnerschaft nicht an die Kirche gehen dürfen. Nur die Daten über Ehen zwischen Mann und Frau dürfen weitergegeben werden, kritisiert der Rechtsprofessor in seinem Bericht." Eines blieb dem Ex-Kirchenmitglied allerdings erspart: Früher hätte man ihn wahrscheinlich verbrannt. Die spätere ewige Hölle dichtet man ihm jedoch auch heute noch an.

PS: In Berlin und Brandenburg werden Kirchenaussteiger wieder finanziell abgezockt. Wer dort neu zuzieht und keine Kirchenaustrittsbescheinigung vorlegen kann (war bis vor kurzem in Deutschland noch nie notwendig, geschweige denn in der früheren DDR, weswegen in der Regel überhaupt keine Bescheinigungen ausgestellt wurden), wird wieder als kirchensteuerpflichtig geführt. Zu diesem Zweck schnüffeln Staat und Kirche in den Kirchenbüchern nach einem evtl. Taufeintrag. Wird ein solcher gefunden, hat dies im Einzelfall schon zu langwierigen Auseinandersetzungen und ungerechtfertigten Zahlungen an die Kirche geführt. Siehe dazu unsere Meldung vom 28.2.2007 und vom  17.12.2006.

PS
: Mehr über die Scheinheiligkeit in der Kirche lesen Sie in:
Der Theologe Nr. 24 - Kirchlicher Glaube und die Hölle auf Erden
 



26.2.2007 -
Streit um Sex: Bibeltreuer "Christ" ersticht seinen Sohn - Mit Christus hat sein Verhalten nichts zu tun. In der Bibel findet er jedoch Bestätigung. Warum ein evangelischer Bibel-Anhänger seinen Sohn ersticht. Lesen Sie dazu die Meldung in Der Theologe Nr. 24 - Kirchlicher Glaube und die Hölle auf Erden.
 



25.2.2007 -
Die Erde schüttelt allmählich die menschliche Zivilisation ab: Menschen haben sich ihren besten Freund zum Feind gemacht - 13 Jahre Zeit hätte die Menschheit noch, um ihren Planeten zu retten, beschwört die aktuelle UN-Klimastudie (z. B. Bild, 24.2.2007). Andere vergleichen das Weltenschiff jedoch längst mit der "unsinkbaren" Titanic, auf der die Menschen an Bord bis zuletzt mit Musik unterhalten werden. Doch ob man "Näher, mein Gott zu Dir" spielt (wie bis zuletzt auf der Titanic) oder sich in einen Bewusstseinswandel hinein zu rocken versucht (wie am 7.7.2007 bei einem großen Konzert zur Rettung der Erde) - eine ernsthafte Umkehr einer Mehrheit von Menschen wird ohnehin nicht erfolgen, und selbst damit wäre diese Zivilisation nicht mehr zu retten.
Und so neigt sich der Bug des Ozeanriesen Titanic immer steiler in das Meer hinein: Weiterhin wird in den "guten Freund" Erde kräftig hinein gebombt (schon wieder ist ein größerer Krieg geplant), mit grausamsten Stoffen experimentiert, die Böden vergiftet, die radioaktive Verseuchung  vorangetrieben, die Weltmeere weiter verseucht, der Schutzschild in der Atmosphäre durchlöchert usw. Auch werden die Mitgeschöpfe der Menschen, die Tiere, in einer in der Geschichte der Menschheit weiterhin beispiellosen Bestialität vernichtet (Schlachthöfe, Tierversuche, Jagd, Zerstörung der Lebensräume usw.). Zudem wird derzeit verschwiegen, dass die Massentierhaltung und der Fleischkonsum einen, wenn nicht sogar den entscheidenden Anteil an der Katastrophe hat. Sie tragen zur Klimakatastrophe genauso viel bei wie der gesamte weltweite Verkehr - und hier wird von den Verantwortlichen nichts unternommen, weil man natürlich weiter Fleisch und Wurst konsumieren will. Immer mehr Flächen werden so für die "Schlachttier"-Haltung gerodet, der Wasser- und Getreideverbrauch ist gigantisch (und fehlt hungernden Menschen), die zur Schlachtung gezüchteten Rinder stoßen im Übermaß das für die Klimaveränderung mitverantwortliche Methan aus, die "Abfallprodukte" der industrialisierten Landwirtschaft tun ihr übriges usw. (siehe die umfangreiche einschlägige Literatur) - alles nur für den kulinarischen Fleischgenuss auf Kosten der gequälten Tiere.
Man könnte insgesamt sagen: Der überhebliche und gefühlsarme Mensch hat sich seinen besten Freund, die Mutter Erde, zum schlimmsten Feind gemacht. Und die furchtbar gequälte Erde kann ihren Peiniger nicht mehr tragen und versucht ihn abzuschütteln, um gesunden zu können. Es ist alles bereits im Gange. Die täglichen Nachrichten bezeugen es.
Und wer trägt die Schuld? Sicher viele. Doch wer trägt die Hauptschuld? Wer posaunt seit vielen Hundert Jahren, er würde die Sache "Gottes" auf der Erde vertreten? Wer verehrt seinen Anführer auch als "Lenker des Erdkreises"? Und wer hat die Menschen aufgefordert, sich den Planeten Erde mit Gewalt "untertan" zu machen? Wer hat immer wieder Kriege befürwortet und Waffen gesegnet? Und wer hat selbst Atombomben mit Hinweis auf ein nebulöses Jenseits verharmlost? Und wer hat den Tieren die unsterbliche Seele und die Leidensfähigkeit abgesprochen? Wer hat die Beseeltheit der Natur als "heidnischen Pantheismus" kritisiert? Und wer hat sich mit den Lippen zwar hier und da für die "Bewahrung der Schöpfung" ausgesprochen, doch die Aufklärung über Zusammenhänge verhindert? Wer hat in den letzten ca. 30 Jahren diejenigen, die auf Ursachen und Folgen hinwiesen, als "Sektierer" und "Endzeit-Apostel" verhöhnt, verspottet und bekämpft? Wer verweigert sich einer anderen Behandlung von Natur und Tieren, weil er Schlächter, Massentierhalter, Metzger, Jäger, Naturschänder, Chefs der Wurstkonzerne, Versuchstier-Ärzte usw. als Mitglieder halten will? Wer plaudert gemütlich von der Apokalypse und veräppelt die Menschen, indem er lehrt, Gott werde schon irgendwie eingreifen, indem er die Gläubigen entweder im Diesseits irgendwie schützet (damit sie hinterher weiter Tiere schlachten und verspeisen und Bomben auf die "Bösen" abwerfen können) oder indem er sie im Jenseits gleich in die "Herrlichkeit" befördert (nach dem Motto "Nach mir die Sintflut - ich schau mir´s vom Himmel aus an")? Wer verhöhnt das Urwissen der Menschheit, welches lautet "Was der Mensch sät, das wird er ernten", indem er stattdessen lehrt "Allein der Glaube genüge"? Oder indem er lehrt: "Die Hostie stärkt dich zur ewigen Seligkeit"? Und wer verhöhnt den Schöpfergott, indem man Naturkatastrophen immer wieder scheinheilig zu seinen "Geheimnissen" erklärt anstatt die menschlichen Ursachen dafür zu suchen und zu finden? Mehr dazu auch in unserer Meldung zum Jahresanfang 2007 (siehe unten).
 



11.2. / 24.2.2007 -
München: Evangelische Kirche will antisemitischen Bischof weiter ehren - Mit Zähnen und Klauen wehrte sich die evangelische Kirche in Bayern lange gegen die Umbenennung der Nürnberger Bischof-Meiser-Straße (die demnächst Spitalgasse heißt). Jetzt droht München ein ähnlich zähes Schauspiel. Auf Wunsch der Kirche hat der Ältestenrat des Stadtrats die Entscheidung über die Münchner Meiserstraße zunächst verschoben. Und die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu: "Wo ein klares Wort nötig gewesen wäre, gab es bloß Bedenkenträgereien, die durchaus die Frage nahe legen, in welchem Zustand sich eine Kirche befindet, die nicht von der Ehrung eines bekennenden Antisemiten lassen will" (10./11.2.2007). Während andere Institutionen ihre Geschichte ehrlicher aufarbeiten, verklärt und verbrämt die Kirche nicht nur hier ihre blutige bzw. todbringende Vergangenheit und weist z. B. auf die "Verdienste" von Bischof Meiser (Landesbischof von 1933-1955) zum Wohl seiner Kirche hin. Z. B. setzte er bei Adolf Hitler durch, dass innerhalb der Kirche er, Meiser, der "Führer" sei und die Nazis dies zu respektieren hätten. Und so ließ er sich während des kurzzeitigen Konflikts mit der Staatsmacht 1934 von seinen Anhängern mit "Heil-Meiser-Rufen" feiern. Die Nationalsozialisten gaben nach. Nach einem persönlichen Gespräch bei Adolf Hitler wurde der für einige Tage abgesetzte Landesbischof wieder in Amt und Würden eingesetzt und behielt alle Rechte. So konnte er Kirchengesetze ohne Zustimmung anderer nach eigenem Ermessen erlassen oder ändern.
Wer war Landesbischof Meiser? Lesen Sie dazu Der Theologe Nr. 11. Dort wird auch ein konkreter Vorschlag für eine Umbenennung gemacht (siehe hier). Denn die Überzeugungen von Landesbischof Meiser trugen leider maßgeblich dazu bei, dass Millionen von Menschen einen frühen und grausamen Tod erlitten hatten. So weigerte er sich, gegen den Holocaust zu protestieren, und er schwieg bewusst zum Abtransport und zur Ermordung der behinderten Mitmenschen in den Einrichtungen der evangelischen Diakonie. Und er trieb unzählige Soldaten in den 2. Weltkrieg, indem er ihnen vorgaukelte, Gott wäre auf der Seite von Nazi-Deutschland. Folgerichtig unterstützte er nach dem Krieg auch ein Anwaltsbüro, das Kriegsverbrechern kostenlose Rechtsberatung anbot. Siehe dazu auch unsere Meldung vom 24.3.2007.
 



23.1.2007 -
Bistum Würzburg feiert Bischof-Stangl-Jahr 2007 / Bischof genehmigte tödlichen Exorzismus - Anlässlich des im Bistum Würzburg gefeierten römisch-katholischen Stangl-Jahres 2007 weisen wir auf den tödlich endenden Exorzismus an der Würzburger Studentin Anneliese Michel im Jahr 1976 hin. Bischof Stangl genehmigte den Exorzismus und verleugnete seine Genehmigung nach dem barbarischen Ende der Maßnahme. Lesen Sie: Stangl-Jahr 2007: Bischof genehmigte tödlichen Exorzismus. Was wusste Joseph Ratzinger?
 



20.1.2007 -
Evangelischer Kirchentag in Köln - vom 6.6. bis 10.6.2007. Zu diesem Anlass weisen wir darauf hin. Die Kirche ist nicht christlich.
 



13.1. / 25.1.2007 -
Weil er die Hostie nicht in den Mund steckte: Mann von Dekan körperlich angegriffen. "Hostienschändung" schlimmer als Kinderschändung? Wann stellt der Staat endlich die Finanzierung des kirchlichen Götzenkults ein? - Einer dpa-Meldung vom 12.1.2007 zufolge hat der katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz während einer Messe in der Bonifatiuskirche in Wiesbaden einen Gläubigen geschlagen, nachdem dieser die zuvor vom Dekan geweihte Backoblate nicht katholisch korrekt in den Mund steckte, sondern nur an ihr geknabbert und sie dann in seine Tasche gesteckt hatte. Daraufhin soll der Priester laut gerufen haben "Wo ist die Oblate, wo ist die Oblate?" sowie den Mann im Verlauf der Feier so kräftig geschlagen haben, dass dieser mehrere Prellungen am ganzen Körper und einen geschwollenen Knöchel erlitt. Nach Aussage des Geistlichen hätte dieser den Gläubigen aber nur in "Notwehr" "festgehalten", weil der Gläubige seinerseits den Dekan getreten hätte (Frankfurter Rundschau, 13.1.2007). Auch andere Gläubige hätten dem Mann "die Arme auseinander gezogen". Ob dieser "die Hostie letztlich mitgenommen oder doch gegessen hat, konnten weder Staatsanwaltschaft noch Bistum sagen", schreibt dpa weiter.

Nach römisch-katholischem Glauben wird die Oblate durch die katholische Zeremonie real in Fleisch vom Körper von Jesus verwandelt, was für viele Nichtkatholiken eine wenig appetitliche und kannibalische Vorstellung ist. Für die Katholiken ist das Ergebnis dieser so genannten "Transsubstantiation" dann angeblich real der "Leib Christi" (siehe dazu einige offizielle römisch-katholische Lehrsätze zu Oblate bzw. Hostie). Und diesen z. B. in einer Tasche mit aus der Kirche hinaus zu nehmen, gilt nach katholischem Recht als "sehr schwere Sünde". Der Kirchenbesucher erklärte dazu: "Ich wollte sie mir zu Hause mal näher angucken." Was der Mann dabei vermutlich unterschätzte: "Im katholischen Kirchenrecht ist das die schwerste Straftat, die man begehen kann", erläutert dazu Thomas Schüller, der Kirchenrechtler der Diözese Limburg. Das Eingreifen des katholischen Dekans sei notwendig gewesen, wenn auch nicht der körperliche Kontakt (FR, 13.1.2007).
 
Dabei hatte der Wiesbadener Gottesdienstbesucher noch Glück. Zwar erstattete die katholische Kirche bereits Strafanzeige wegen "Störung der Religionsausübung". (Hier werden wieder einmal Täter und Opfer vertauscht.) Doch umgekehrt zeigte der Gläubige auch den in der katholischen Hierarchie "obersten" Priester der Landeshauptstadt Wiesbaden wegen "gefährlicher Körperverletzung" an. Außerdem wird das kultische "Delikt" - es zählt zur Kategorie der "Hostienschändung" bzw. von "Hostienfrevel" - in Deutschland nicht mehr so massiv bestraft wie in einigen anderen Ländern. In früherer Zeit wurde jedoch auch in Deutschland vor allem jüdischen Mitbürgern "Hostienschändung" unterstellt, und diese wurden dafür verfolgt und hingerichtet. Verfolgungen und harte Strafen gibt es jedoch weiterhin in anderen Ländern.

Einige Beispiele aus unserer Zeit aus Indonesien:
Ein muslimischer Händler "empfing" die Oblate und nahm sie mit nach draußen. Urteil: Sieben Jahre Haft ohne Bewährung. In "Selbstjustiz" zündeten die katholischen Gottesdienstbesucher zudem darauf hin alle Verkaufsbuden auswärtiger moslemischer Händler in Brand (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 12.4.2002).
Einem katholischen Mädchen fiel die Hostie beim Empfang auf den Boden. Darauf hin wurde sie von anderen Gottesdienstbesuchern tätlich angegriffen. Möglicherweise drohte eine "Lynchjustiz". Unter den Angreifern und den Beschützern des verängstigten Mädchens kam es zu schweren Ausschreitungen (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 12.4.2002).
Eine Frau hat die Oblate in der Kirchenbank aus dem Mund genommen und unter ihren Sitz gelegt. Warum, wird nicht berichtet. Urteil: Vier Jahre Haft ohne Bewährung (zum Sachverhalt: siehe Vatikanradio, 29.6.2002).
Ein junger Protestant ging mit seiner römisch-katholischen Freundin zur Messe. Aus unbekannten Gründen steckte er ebenfalls die Hostie nicht in den Mund, worauf hin die Gottesdienstbesucher auf ihn losgingen. Seine Gesundheit und sein Leben waren jetzt akut in Gefahr. Die Polizei wurde gerufen und konnte den Mann erst durch Abfeuern von Schüssen in die Luft aus der Gewalt der Katholiken befreien. Darauf hin stürmten die gewaltbereiten Katholiken die Polizeistation und brannten sie nieder, ebenfalls das Polizeiauto. Auch die beiden benachbarten Polizeistationen wurden anschließend von den Katholiken niedergebrannt, es gab viele Verletzte
(The Jakarta Post, Sinar Indonesia Baru, 9.2.2005).


Dies ist nur eine kleine Auswahl unter Dutzenden von ähnlichen Vorfällen. Als "aufgeklärter" Europäer mag man vielleicht vermuten: In Deutschland wäre das aber nicht möglich. Doch was ist mit dem Stadtdekan von Wiesbaden?
(siehe oben) Zwar hat der Amtsträger mittlerweile "angeboten", sich "dafür zu entschuldigen" (FR, 13.1.2007). Doch wozu wären er und seine Priesterkollegen im religiösen Eifer noch alles fähig? Und wie beurteilen z. B. die deutschen katholischen Missionare in Indonesien die Strafmaßnahmen in ihrem Gastland? Diese missbilligten nun nicht etwa die siebenjährige Kerkerhaft für den Muslim, der eine Hostie mit nach draußen nehmen wollte, sondern sie schrieben auf ihrer Homepage: "Das Urteil beschämt so manche deutsche Richter, die die Verunglimpfung christlicher Symbole und Werte zumeist ´auf Kosten der Staatskasse` einstellen".
(Ursprüngliche Quelle www.steyler.de/content/de/aktuell/nachrichten/02/nachrichten-2002-09-02.php4 nicht mehr erreichbar) In Deutschland sollte sich die Justiz nach Überzeugung der katholischen Experten also offenbar ein Beispiel an den indonesischen Richtern nehmen.


Bei der Hostie kennt die Kirche keine Gnade. In Berlin werden im Jahr 1510 vor der Marinenkirche 38 Juden hingerichtet, alle anderen vertrieben (siehe Bild). Die Anschuldigung: Einige Juden hätten angeblich gestohlene Hostien verkauft. Später stellte sich heraus: Die Vorwürfe waren falsch. Es war ein von der Kirche lancierter Justizmord. Der Hintergrund: Die "Ausmerzung" der religiösen Minderheit (siehe dazu: Der Glaube der Kirchen, Nr. 382).

Im Grunde genommen bestätigen diese Vorfälle die Analyse des bekannten deutschen Philosophen Karl Jaspers in seinem Werk Der philosophische Glaube: Der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe nach wie vor "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (9. Auflage, 1988, Seite 73).

Doch damit nicht genug. Der Tübinger Religionswissenschafter Günter Kehrer erklärt gemäß einer dpa-Meldung vom 5.2.2006, dass der falsche Umgang mit der Hostie nicht nur die "schwerste Straftat" nach dem Kirchenrecht sei (siehe oben). Sondern es gilt darüber hinaus:
"Hostienschändung ist [im Katholizismus] eine Sünde, die nie vergeben werden kann, für sie gibt es ewiges Fegefeuer [also "ewige Hölle"]. Dagegen ist Gott im Islam barmherzig, es gibt nichts, was nicht verziehen werden könnte."

Aus den hier dokumentierten Fakten und Glaubensdokumenten ergibt sich: Für einen überzeugten Katholiken ist Hostienschändung schlimmer als Kinderschändung. (PS: Bereits Tausende von katholischen Priestern haben Kinder sexuell missbraucht; siehe z. B. http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp und unsere vielen Meldungen hier)  Sehen Sie das auch so? Dann bleiben Sie katholisch. Oder sehen Sie das nicht so? Dann treten Sie aus und helfen bei der Aufklärung.

An dieser Stelle sei deshalb noch einmal darauf hingewiesen. Der katholische Kult ist eben katholisch. Aber mit Jesus, dem Christus, und mit dem Gott, den Jesus uns lehrte, hat der Katholizismus nichts zu tun (auch der Protestantismus nicht, der z. B. den freien Willen in Glaubensdingen leugnet und der die deshalb unfreiwillig nicht Glaubenden ewig verdammen will). Der Gott, den Jesus lehrte, ist demgegenüber ein barmherziger Gott, der keines seiner Kinder in ein ewiges Fegefeuer oder eine ewige Hölle schickt, wie dies die Katholiken bzw. Protestanten lehren (siehe dazu Der Theologe Nr. 19 - Es gibt keine ewige Verdammnis). Und auch der spezielle katholische "Hostienzauber" hat nichts mit Gott und Christus zu tun. Es handelt sich stattdessen um einen gefährlichen Götzenkult, dessen Vorläufer auch in anderen Kulten aus dem Vielgötter-Glauben nachweisbar sind.

Der kirchliche Glaube als Ganzes ist ein totalitärer Götzenkult (siehe dazu Der Theologe Nr. 25). Aufgrund der Religionsfreiheit des deutschen Grundgesetzes dürfen Menschen selbstverständlich in aller Freiheit diesem Kult huldigen. Doch es ist ein Skandal ohnegleichen, dass dieser vom weltanschaulich neutralen deutschen Staat nach wie vor mit über 14 Milliarden Euro jährlich subventioniert wird und damit z. B. die konfessionelle Indoktrination der Schulkinder in den staatlichen Schulen komplett vom Staat bezahlt wird. Wir alle müssen also die Kirche finanzieren (Mehr dazu bei www.stop-kirchensubventionen.de).

Ob es doch noch eines Tages wenigstens einmal einen einflussreichen Politiker gibt, der endlich die Privilegien für die beiden Großkulte "Katholisch" und "Evangelisch" einstellen will und alle Religionen und Weltanschauungen in Deutschland gleich behandeln möchte, wie es das deutsche Grundgesetz fordert? Wir haben diesen Politiker bisher noch nicht gefunden.
 



11.1. / 5.9.2007 -
1.010 Kinderporno-Bilder und zwei Videos bei hohem katholischen Kirchenjuristen gefunden / Pädophilie in der Kirche weit verbreitet - Auf einer ihrer Internetseiten wirbt ein deutsches Bistum für das Elisabethjahr 2007 (vgl. dazu www.theologe.de/elisabeth_von_thueringen.htm), und gleich daneben wird u. a. der Vorsitzende Richter des Kirchlichen Arbeitsgerichts vorgestellt 

(Anmerkung: Der Link auf die Seite des Bistums, wo der Richter mit vollem
Namen genannt wird, wurde von uns entfernt, nachdem dessen Anwalt uns am 4.9.2007 mit Hinweis auf das "allgemeine Persönlichkeitsrecht" erklärte, dass eine "identifizierende Berichterstattung" in diesem Fall nicht mehr zulässig sei. Damit erklärten wir uns einverstanden).

Auf dessen Computer wurden Ende vergangenen Jahres 1.010 kinderpornografische Fotos und zwei Videos gefunden. Der oberste Jurist des kirchlichen Gerichts ist z. B. auch bei Arbeitsgerichtsprozessen pädophiler Priester zuständig. Im Hauptberuf ist er der Präsident eines hohen Gerichts in einem deutschen Bundesland, und zuvor war er u. a. Richter an einem Gerichtshof dieses Landes und Jurist im Justizministerium. Die  katholische Sexualmoral hat allerdings nicht nur bei ihm eine zweite geheime Seite. Bei ihm wurde sie nur entdeckt. Mehr dazu stand z.B. in der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (Der dort  mittlerweile entfernte Artikel war unter
"http://www.hna.de/kasselstart/LINKTHIRD00_20061215224109_Kein_Prozess_fuer_X..." einsehbar
).
Am 10.1.2007 wurde der Gerichtspräsident nun zu neun Monaten Haft auf Bewährung und 4.800 Euro Geldstrafe verurteilt.

Die Pädophilie ist in der Kirche offenbar noch viel weiter verbreitet als bekannt (siehe auch unsere Meldung vom 1.12.2006). So ist das renommierte Priesterseminar in St. Pölten z. B. so mit Pädophilie und anderen sexuellen Praktiken hinter der Maske des Zölibats durchsetzt, dass es im Jahr 2004 vorüber gehend geschlossen wird. Und erst im November 2006 warf sich in Bayern ein hoher Amtsträger und Mitglied der Bistumsleitung offenbar aus Liebeskummer vor einen Zug, weil ein ehemaliger Ministrant mit ihm Schluss machen wollte (siehe dazu die Meldung vom 13.11.2006). Und vor wenigen Tagen erst gestand wieder ein Priester sexuelle "Grenzüberschreitungen" an Kindern (Meldung vom 5.1.2007).
Und:
Einer Information des italienischen Informationsdienstes axteismo.press2@yahoo.it vom 19.4.2007 zufolge waren von 1950-2002 4.392 Priester in den USA angeklagt, sich an Kindern sexuell vergangen zu haben, wobei die Zahl der tatsächlichen Täter deutlich höher angenommen wird. Die Zahl stammt nämlich aus dem von den Bischöfen selbst in Auftrag gegebenen John-Jay-Report
und wird von Opfer-Vertretern als weit untertrieben betrachtet (siehe z. B. http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp).

Anmerkung
: Hier wird nicht über die sexuellen Verbrechen und Praktiken innerhalb der Kirche gerichtet. Doch die Kirche sollte nicht mehr behaupten, ihr Kult und das Treiben ihrer angeblichen "Mittler" zu Gott hätten etwas mit Christus zu tun. Außerdem sollte sie damit aufhören, vor anderen unbescholtenen Gemeinschaften zu warnen. Stattdessen könnte sie ihr gut bezahlten "Beauftragten" dafür einsetzen, die Täter in den eigenen Reihen zu finden und so die schlimmen Schäden zumindest einzudämmen.
 



11.1.2007 -
2007 - Die Kirche will feiern. Bereuen wäre besser - Die beiden Großkirchen feiern im Jahr 2007 zwei Jubiläen. Im Süden Deutschlands "1000 Jahre Bistum Bamberg". Da die Kirche, für die damals der Grundstein gelegt wurde, heute evangelisch ist, feiern die Evangelischen gleich mit. Ebenso bei dem Jubiläum in Hessen und Thüringen. Dort wird der 800. Geburtstag der "heiligen" Elisabeth von Thüringen gefeiert. Da die nach ihr benannte Elisabethkirche (wo ihr Skelett ohne Kopf und nur mit einem Arm verehrt wird) in Marburg heute ebenfalls evangelisch ist, sind die Protestanten auch wieder mit dabei. Beide Anlässe sind jedoch alles andere als ein Grund zum Feiern, wie die beiden Ausgaben des Theologen nachweisen.

Nr. 27 - 1000 Jahre Bistum Bamberg - kein Grund zum Feiern
Nr. 30 - Elisabeth von Thüringen - wie die Kirche zerstört und "heilig" spricht

Feiert die Kirche dennoch, zeigt sie damit einmal mehr, dass die Vergangenheit keineswegs überwunden ist, sondern lebt. Damit wird auch die These bekräftigt, dass sich die heutigen Kirchen nur dem demokratischen Zeitgeist angepasst haben, im Wesentlichen aber die alten geblieben sind.

PS
: Mittlerweile hat das Bistum Bamberg im Rahmen der Feierlichkeiten auch eine zunächst nicht geplante Vergebungsbitte ausgesprochen. Mehr dazu hier.
 



7.1. / 10.1.2007 -
Gefahr eines großen Krieges wächst - Der letzte Weltkrieg liegt schon lange zurück, und die heutigen politischen Verantwortlichen haben oft kein Gefühl dafür, was dies für zahllose Menschen bedeutete und dass das Leid der Kriege in Zukunft sogar schlimmer würde. So wird kräftig gezündelt: Chaos, Anarchie und Waffenlieferungen hier, kleinere Kriege da, eventuell ein größerer Krieg wieder hier, und Planspiele über Planspiele - vielleicht sogar mal ein kleines "Atombömbchen" riskieren. All´ das mag manchmal mehr, manchmal weniger mit dem evangelischen oder katholischen Glauben vereinbar sein. Mit dem großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth hat es überhaupt nichts zu tun.
Aktuell z.B. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,458170,00.html
                     http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,458186,00.html
 



5.1.2007 -
"Perverser Pfarrer belästigte Kinder", schreibt Focus online (5.1.2007). Erst vor fünf Wochen wiesen wir auf "Sexualverbrechen wie am Fließband" durch pädophile Pfarrer und Priester hin und schrieben: "Eltern, die unter diesen Umständen ihren Kinder noch das Ministrieren erlauben, handeln zumindest grob fahrlässig. Experten warnen schon lange vor Amtsträgern, welche von der doppelbödigen Sexualmoral der Kirche ´verkorkst` wurden." Jetzt gestand erneut ein Pfarrer aus Nordrhein-Westfalen sexuelle "Grenzüberschreitungen" an Kindern, u. a. im Messdienerlager (z.B. http://www.taz.de/pt/2007/01/05/a0078.1/text). Viele Priester leiden an der alltäglichen Trostlosigkeit zwischen dem Messe-Lesen am Altar und dem einsamen Pfarrhaus und wünschen sich z. B. die seelische und körperliche Zuwendung lebensfroher Kinder.
 



1.1. / 17.5.2007 -
Neu - Der Theologe Nr. 31 - Das Leid von Natur und Tieren im kirchenchristlichen Abendland - In den letzten Monaten waren wieder verstärkt kirchliche Bemühungen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz zu beobachten, nachdem einzelne Bemühungen seit 1985 um ein kirchliches "Konzil für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" schon 1990 wieder gescheitert waren. Dabei ist es längst zu spät, um die weltweit kommenden Katastrophen noch abzuwenden. Als es noch rechtzeitig gewesen wäre, verleumdeten die Kirchen warnende Stimmen als "Endzeitapostel" und "Panikmacher", und sie machten deren Vorschläge zur Umkehr lächerlich. Selbst pflegte man weiterhin überwiegend eine natur- und tierfeindliche Theologie bzw. fand einige halbherzige Worte für die "Bewahrung der Schöpfung"; siehe dazu z.B. www.theologe.de/theologe7.htm#4 oder http://www.theologe.de/freiechristen1.htm#Schoepfergott. Und jetzt versucht man, als Trittbrettfahrer noch in letzter Minute auf das Führerhaus des ökologischen Zuges zu springen, nachdem längst alle Spatzen von den Dächern pfeifen, welche Stunde es geschlagen hat (vgl. z. B. eine Serie in der Bild-Zeitung zum Thema). Der Theologe Nr. 31 zeigt auf, wie die von der kirchlichen Lehre geprägte abendländische Zivilisation weiterhin gegen die Schöpfung Gottes und gegen die Einheit von Mensch, Tieren und Natur arbeitet und wie Natur und Tiere um Hilfe rufen.
 



 

Aus den Texten kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Der Theologe aktuell, 1.Halbjahr 2007, Wertheim 2007, zit. nach http://www.theologe.de/2007-1.htm,
erweiterte Fassung vom 8.2.2012

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Der Theologe aktuell
2005 - 1. Teil / 2005 - 2. Teil2006 - 1. Teil / 2006 - 2. Teil
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