DER THEOLOGE aktuell - 2006-2
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Klarstellung:
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30.12. -
George W. Bush und Benedikt XVI. -
ökumenische politische Doppelstrategie?
26.12. -
Neu zum "Elisabethjahr" 2007: Der
Theologe Nr. 30 über Elisabeth und ihren kirchlichen Gebieter
20.12. -
Die lebenden Bäume - eine
Weihnachtsgeschichte
17.12. -
Skrupellose Kirche in Berlin und
Brandenburg -
Ausgetretene müssen wieder Kirchensteuer zahlen
14.12. - Inquisitionsprozess
in Würzburg: Soll Kirchenopfer eingeschüchtert werden?
11.12. -
Rechtsstaat nur noch Farce - Jäger in Richterrobe lehnen
"Ruhen
der Jagd"
ab
11.12. -
Moderne "Judensterne": Kirche will
Andersgläubige überall aufspüren
10.12. -
Alle Jahre wieder: Tiermassaker zum
kirchlichen Jesus-Geburtstag
1.12. -
Pädophile Priester: Sexualverbrechen wie
am Fließband an Kindern
1.12. -
Evangelische Inquisition macht Geschäft
einer allein erziehenden Mutter kaputt
26.11. -
Neu: Der Theologe Nr. 28: Martin Luther und die Juden
Der Kopf der
evangelischen Kirche als "größter Antisemit seiner Zeit" und vielleicht
aller Zeiten
21.11. -
Amokläufer von Emsdetten ging schon als
Jugendlicher auf die Jagd
18.11. -
Unfassbar: Der Papst soll schon wieder kommen
13.11. -
Ehemaliger Ministrant
wollte homosexuelle Beziehung beenden: Dekan wirft sich vor Zug
12.11. -
Evangelische Kirche: Mann von Pfarrerin als Drogenhändler beschuldigt,
Mesner erhängt sich
1.11. -
Protest gegen Islam:
Evangelischer Pfarrer verbrennt sich bei lebendigem Leibe
28.10. -
Der Krieg beginnt
26.10. -
400 Millionen Euro mehr
Kirchensteuereinnahmen - Kirchen jubeln
26.10. -
Umbenennung der Bischof-Meiser-Straße in Nürnberg - noch keine Entscheidung
23.10. -
Planen deutsche Waldbesitzer die Ausrottung des Rotwilds?
22.10. - 1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern
19.10. -
Pädophiler Priester brachte US-Politiker
Mark Foley als Kind auf die falsche Bahn
11.10. -
Münchner Einzelhandel: 20 %
Umsatzeinbußen bei Putin, bis zu 60 % beim Papst
9.10. -
Kardinal von Galen, ein
Kreuzzugs-Prediger im 2. Weltkrieg, ist jetzt seit einem Jahr "selig"
7.10. -
Von Patienten genervt? Engagiertes evangelisches Gemeindeglied
brachte mehrere Menschen um
4.10. -
Evangelische und katholische Heime in
der Bundesrepublik - ein Ort von Leiden und Qualen
30.9. -
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla verschweigt Gewalt im
kirchlichen Christentum
28.9. -
Drahtzieher polarisieren weiter gegen
Islam
27.9. -
Kirchliche Politiker kritisieren Absetzung der Oper mit Mohammed-Kopf
23.9. -
Das Spiel der Politik mit dem Feuer -
Massive Warnungen werden ignoriert
23.9. - Katholische Kirche: Unterwerfung unter
den Papst für alle Menschen notwendig zum Heil
22.9. - Die Entwicklung geht immer weiter:
Gigantischer Reichtum weniger - Armut für die meisten
22.9. - Ausschreitungen in Indonesien nach
Hinrichtung von drei Katholiken
20.9. - Wegen Kritik am Papst: CSU-Chef Edmund
Stoiber schließt Türkei aus Europa aus
20.9. - Papst verweigert Evangelischen die
Bezeichnung "Kirche"
17.9. - Außenministerium der USA besorgt über
Religionsfreiheit in Deutschland
15.9. - Papst und Islam - Sturm der Entrüstung in der islamischen Welt über Papst Benedikt XVI.
13.9. -
Größtes deutsches
Ereignis der Fernsehgeschichte und zeitgleich: Erhöhung der ARD-Gebühren
12.9. - Benedikt
XVI.: Monologe eines liebenswerten Seniors -
und viele werden verschaukelt
11.9. - Papstbesuch - Probelauf für
Gleichschaltung der Medien?
Ekelfleisch
für die Pilger?
Erster
erstarrter Politiker bewegt sich: GRÜNEN-Chefin Claudia Roth traut sich
8.9. -
Keine
öffentliche Meinungsfreiheit in
Gegenwart des Papstes -
Vorgeschmack auf einen Polizeistaat?
6.9. - Tod einer Studentin und Lüge des
Bischofs - Was wusste Joseph Ratzinger?
4.9. - Höchster Sicherheitsalarm - Kosten für
Papstbesuch astronomisch -
Polizei konfisziert
Fahrräder
31.8. -
Wegen Abtreibung: Katholische Kirche ächtet 11-Jährige und beschließt für sie
die "ewige Hölle"
28.8. - Gebären während der Papstmesse? -
Personen-Kult um den Papst in vielen Varianten
27.8. - Soll das vereinigte
Europa katholisch werden? Verfassung vor
zwei Papst-Statuen unterzeichnet
15.8. - Mondlandung
vielleicht nur eine
Täuschung? Original-Aufnahmen sind verschwunden
21.7. - Umbenennung der Bischof-Meiser-Straße:
Stadtrat in Nürnberg zögert vor der Entscheidung
ab 19.7. -
Libanon-Krieg: Test für den Iran-Krieg? - War es ein
"gerechter Krieg"?
Kriegsstimmung in der evangelischen Kirche
30.12.2006 / 1.1.2007 - George W. Bush und Papst Benedikt XVI.: Ökumenische politische Doppelstrategie? - Nach der Hinrichtung Saddam Husseins lobte der protestantische US-Präsident George W. Bush die Tat als "wesentlichen Meilenstein" auf dem Weg zu einer Demokratie im Irak. Der Vatikan sprach sich jedoch gegen die Todesstrafe aus, obwohl sie laut ihrem gültigen Katechismus "in schwerwiegendsten Fällen" grundsätzlich nicht "auszuschließen" sei (Nr. 2266). Doch jede Hinrichtung ist "Brudermord", gleich wer der Hingerichtete ist. Die kirchlichen Positionen sind wie meistens zwiespältig. Und was anlässlich der Hinrichtung von Saddam Hussein und anderen Beispielen auf den ersten Blick aussieht wie zwei unterschiedliche Positionen, könnte auch eine abgestimmte Doppelstrategie sein, mit der die beiden mächtigsten Führer des kirchlichen Abendlandes gemeinsame Politik machen. Denn der US-Präsident und der Papst sind intensiver miteinander verbunden als allgemein bekannt. Dazu einige Hinweise:
Ohne Kardinal Ratzingers Hilfe wäre George W. Bush wahrscheinlich gar nicht Präsident der Vereinigten Staaten geworden. Mitten im Wahlkampf 2004 schrieb Kardinal Ratzinger im Namen des Vatikan einen Brief an die amerikanischen Bischöfe, in dem er ihnen nahe legte, Politkern, die sich nicht klar gegen die Abtreibung aussprächen, die Kommunion zu verweigern. Doch ging es dabei wirklich nur um den wichtigen Schutz für ungeborene Kinder? Oder war diese drakonische Anordnung nicht vor allem gegen den demokratischen Präsidentschafts-Kandidaten und Katholiken John Kerry gerichtet, der - im Gegensatz zum Protestanten Bush - eine liberalere Gesetzgebung beim Thema Abtreibung wollte?
Im Zusammenhang der Regensburger Rede von Benedikt XVI. (siehe dazu unsere Meldungen mit einem Auszug der Rede hier) schreibt Sybille Hamann für die Presse in Wien (20.9.2006) von einer möglichen "geopolitischen Neuorientierung" des Papstes: "Und zwar eine Annäherung an die evangelikalen Christen und an die USA." Man müsse auch Päpste "ganz nüchtern ... als Realpolitiker interpretieren", die ab und zu "neue Duftmarken" setzen. Laut Hamann ist die katholische Kirche "weltweit in der Defensive und von Skandalen gebeutelt. Die Evangelikalen jagen ihr in rasantem Tempo Territorien ab, missionieren mit großem Erfolg in Lateinamerika, in Afrika, in Ostasien und Osteuropa. In den USA sind sie, in Gestalt von George W. Bush, de facto an der Macht".
Und der Nahostexperte Professor Mohssen Massarrat aus Osnabrück meint in einem Interview mit der Wochenzeitung Freitag (22.9.2006), dass der Papst mit seiner Rede in Regensburg im Grunde die Intellektuellen in aller Welt beleidige, indem er glaube, diese würden nicht merken, dass seine Aussagen über die angebliche Friedfertigkeit seiner Religion eine "Lüge" seien. Man müsse daran erinnern, "dass alle Gewaltorgien des 20. Jahrhunderts - nicht zuletzt die beiden Weltkriege - von [angeblich] christlichen Ländern ausgingen" [vgl. dazu den "Theologen Nr. 27" über den von Benedikt XVI. "selig" gesprochenen modernen Kreuzzugsprediger Kardinal von Galen]. "Nach meinem Eindruck brauchen die westlichen Demokratien so etwas wie eine zweite Aufklärung in Sachen Frieden." Ratzinger habe "den Alleinvertretungsanspruch des Katholizismus für das Gute und Vernünftige herausstellen" wollen, sollte jedoch "aufpassen, nicht als ein Papst, der Kriege schürt, in die Geschichte einzugehen".
Deutlich wird auch der israelische Friedensaktivist Uri Avnery, der, ebenfalls in Freitag (6.10.2006) zu den Papstäußerungen Stellung nimmt. Er stellt zunächst in Anspielung auf die mittelalterlichen Auseinandersetzungen zwischen Kaisern und Päpsten, eine "wunderbare Harmonie" zwischen "dem gegenwärtigen Papst Benedikt XVI. und dem gegenwärtigen Kaiser George Bush II." fest. Avnery legt dann Wert auf die Feststellung, dass der Islam in der Geschichte viel toleranter war als die so genannten Christen. Die aus Spanien vertriebenen Juden etwa wurden 50 Generationen lang im damaligen osmanischen Reich geschützt, ehe sie im Völkermord der Nazis untergingen. Schließlich bringt der israelische Journalist die Papstrede in Zusammenhang mit dem Versuch Bushs, "die Herrschaft über die Öl-Ressourcen der Welt zu rechtfertigen. Es wäre nicht das erste Mal im Laufe der Geschichte, dass ein religiöses Mäntelchen über nackte wirtschaftliche Interessen gebreitet wird ... Die Rede des Papstes passt zu diesen Bemühungen. Wer kann uns die möglichen unheilvollen Folgen voraussagen?"
26.12.2006 - Neu zum "Elisabeth-Gedenkjahr" 2007:
"Der Theologe Nr. 30":
Elisabeth von Thüringen - wie die Kirche
zerstört und "heilig" spricht; die "heilige" Elisabeth und
ihr kirchlicher Gebieter Konrad von Marburg
20.12. / 21.12.2006 - Die lebenden
Bäume: Eine heitere Weihnachtsgeschichte zum Fest der toten Tiere -
Maik Söhner von der Netzeitung führte ein Interview unter der Überschrift
Das Fest der toten Tiere mit der Bestseller-Autorin Karen Duve (20.12.2006). Der Journalist hat damit den Nerv der Zeit getroffen.
Das
kirchliche und gesellschaftliche Weihnachtsfest ist in erster Linie das Fest der
toten Tiere (siehe dazu unsere Meldung
über die Geburtstage Buddha und Jesus). So wurde auch für den
Gaumengenuss des Papstes in der Nähe von Schwäbisch-Hall ein Reh umgebracht und
der Kadaver in den Vatikan geschickt (Rhein-Neckar-Zeitung, 20.12.2006). Wer nach lebendigen Alternativen
sucht, hier eine Weihnachtsgeschichte ohne
Blut und Tod: Drei Kinder finden auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum zu den
lebenden Bäumen.
Hier auch eine Alternative zur Darstellung der Bibel über die Geburt Jesu:
Lesen Sie eine Geburtsgeschichte, die auch
Berichte aus urchristlichen Schriften außerhalb der Bibel berücksichtigt
und die frei ist vom Dogma der Kirche (z. B. angebliche Jungfrauengeburt).
Ein weiterer Gedanke zum Weihnachtsfest: Die vielen abgeschlagenen
Weihnachtsbäume in Kirchen und Wohnzimmern könnten auch ein Symbol für das
weltweite Waldsterben sein: So wie die Familien im
kirchenchristlichen Abendland alle Jahre wieder einen Baum abschlagen, schmücken
und dann wegwerfen, so ähnlich geschieht es auch weltweit mit den großen
Wäldern, den Lungen der Mutter
Erde: Sie werden für kurzfristigen Profit abgeholzt, und auf diese Weise werden
die Wälder praktisch Stück für Stück weggeworfen. Bis
die Erde irgendwann nicht mehr atmen kann.
PS: Vegetarische Weihnachtsmenüs finden Sie z. B. bei
http://www.lebegesund.de
17.12. / 19.12.2006 -
Skrupellose Abzocke der Kirche in Berlin und Brandenburg - Ausgetretene müssen wieder Kirchensteuer zahlen
- "Skrupellos" nannte Rechtsanwalt Karsten Sommer das "Geschäftsgebaren" v. a.
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Berlin-Brandenburg, das diese seit
einigen Jahren betreibt (Der Tagesspiegel, 13.3.2006). Zieht nämlich ein
Bürger neu in Berlin zu, reicht es nicht, wenn dieser erklärt, konfessionslos zu
sein. Er muss einen Kirchenaustritt schriftlich nachweisen können oder
verbindlich erklären, niemals getauft worden zu sein. Die Kirche ließ dann das
Taufregister seines Geburtsorts durchforsten, um diese Auskunft zu kontrollieren
(frei nach dem Motto "Sobald das Wasser über den Scheitel rinnt,
darfst du bald zahlen, liebes Kind"). Doch was
geschieht, wenn man irgendwann einmal getauft wurde, jedoch die spätere
Austritts-Bescheinigung nicht mehr findet oder nie eine solche erhalten hat? Dann kann man sich
nur durch sofortigen erneuten Kirchenaustritt (und erneute Zahlung der
Kirchenaustrittsgebühr) vor weiteren Forderungen der Kirche
schützen. Man muss dann "nur" vom ersten Kirchensteuer-Bescheid bis zur Wirksamkeit des zweiten
Austritts an die Kirche zahlen.
Manchmal
machte sich die Kirchensteuerbehörde nicht einmal die Mühe, einem Bürger seine
Taufe nachzuweisen und stempelte ihn einfach per
Behördenwillkür zum evangelischen oder katholischen Kirchenmitglied. So
berichtete z. B. der von Düsseldorf nach Berlin gezogene Hans Gabriel, er wurde
von der Kirchensteuerbehörde kurzerhand auf Verdacht als "römisch-katholisch"
erklärt, obwohl er niemals "römisch-katholisch" getauft wurde (Berliner
Zeitung, 19.1.2006) und ca. 1967 oder 1968 aus der evangelischen Kirche
ausgetreten war. Nur durch erneuten Austritt konnten er und seine Frau die Forderung der
Kirche schließlich auf 3.000,00 Euro begrenzen.
Vor allem gutgläubige ehemalige DDR-Bürger, die noch keine Erfahrungen mit den
Machenschaften der Kirche hatten, traf es hart. Sie erhielten bei ihrem ersten
Kirchenaustritt in den staatlichen Stellen der DDR keine Bescheinigungen, und die dort
zuständigen Amtsgerichte hoben die Austrittserklärungen nur 10 Jahre auf. Diese
sind also heute nicht mehr vorhanden. Obwohl der Bürger also nachweislich keinen
Fehler machte, nützt es ihm nichts. Die Kirchensteuer-Uhr tickt, und jeden
Monat, den er sich weigert, das schäbige "Spiel" mitzuspielen und erneut
gebührenpflichtig auszutreten, da er ja schon ausgetreten war, muss er wieder zahlen.
Zivilcourage wird in diesem Fall sehr teuer.
Die Kirche rechnet es sich selbst dabei als fair zu, dass sie offenbar nicht
darauf besteht, Kirchensteuer vier Jahre rückwirkend nachzufordern, wozu sie
juristisch sogar ermächtigt wäre (nicht zufällig besteht jeweils immer die
Hälfte der jeweiligen Kirchenleitungen aus professionellen Juristen). Sie erhob ihre Forderungen
"nur" vom Augenblick des ersten
neuen Bescheids und erließ nach eigenen Angaben davon noch einmal 50 %. Dass ihr
aber insgesamt 0 % zustehen, weil die Menschen rechtskräftig ausgetreten
waren und aufgrund der damaligen Rechtslage keine Bescheinigungen darüber
ausgestellt worden waren, erwähnt sie nicht. So wurde nämlich auch bei den
meisten Austritten im Westen Deutschlands keine Bescheinigung ausgestellt,
sondern dem Aussteiger nur ein Protokoll verlesen, das er unterschreiben musste
und das bei den Behörden-Akten verblieb.
Und bis vor kurzem gab es mit diesen Verfahren auch keine Probleme. Bis die Kirche in Berlin
und Brandenburg nach dem Ende der DDR auf die
Abzock-Idee kam, eine solche Bescheinigung von Neuzugezogenen einzufordern oder
andernfalls auch Ausgetretene wieder als Kirchensteuerzahler zur Kasse zu bitten. "Vor allem die Evangelische Kirche
Berlin-Brandenburg sei dabei ziemlich gnadenlos, sagt Ulrich Tünsmeyer,
Bildungsreferent beim Humanistischen Verband, der hunderte, meist ostdeutsche
Betroffene kennt" (Berliner Zeitung, 19.1.2006).
Ca. 3.600 Personen forscht die Kirchensteuerstelle in Berlin derzeit auf diese
Weise jährlich aus
(Der Tagesspiegel, 28.2.2006), pro Tag zehn Bürger. Diese Schikanen
beschränken sich derzeit auf Berlin und Brandenburg, doch wer weiß, ob nicht auch bald andere Landeskirchen
von diesem "Blut" "lecken" und
einen zusätzlichen Geldstrom
auf diese Weise in ihre Kassen lenken wollen (vgl. dazu eine
Serie über
Kirche und Geld in der Zeitschrift Das
Weisse Pferd). Die Kirche weiß sich vor allem bei der deutschen Justiz immer
in guten Händen: 39 Mal kam es deswegen zu Gerichtsverhandlungen. Und "alle
Fälle seien [nicht ganz überraschend] von der Landeskirche gewonnen
worden"
(Der Tagesspiegel, 13.3.2006).
Eine Möglichkeit der Solidarität mit den von der Kirche schamlos Abgezockten:
Sofort austreten und auf jeden Fall: Kirchenaustrittsbescheinigung verlangen und
sicher aufbewahren! Und was die wenigsten wissen: Durch die staatlichen
Milliardengeschenke an die Kirchen (pro Jahr über 14 Milliarden Euro, siehe
www.stop-kirchensubventionen.de)
muss jeder Aussteiger in Deutschland trotz allem die Kirche mit finanzieren - und
zwar pro Kopf durchschnittlich in doppelter Höhe seines theoretischen
Kirchensteuerbeitrags. So könnte man sich durch Kirchenaustritt wenigstens einen
Teil sparen.
PS: Doch die Kirche "droht" auch in diesem Fall den Bürgern weiter. Aus ihrer Sicht bleiben die einmal Getauften auch ohne Kirchensteuerzahlungen für alle Ewigkeiten Mitglieder der Kirche, aus der auch im 21. Jahrhundert angeblich niemand wirklich austreten könne (Der Beweis dafür siehe z. B. in der Schrift Freie Christen Nr. 1). Das erinnert an die frühere Verhalten der Kirche, dass Kirchensklaven niemals freigelassen werden dürfen (siehe hier). Doch niemand braucht sich von diesen wahnhaften Besitzansprüchen auf die Menschen einschüchtern zu lassen. Aus der Geschichte sind solche Gebaren vielfach von den Machtorganisationen bekannt, deren Zeit abläuft.
Und noch ein Tipp für werdende Eltern: Lasst Euer Kind nicht taufen. Gott und - wer daran glauben möchte - seine Schutzengel machen keine Unterschiede zwischen einem getauften und einem ungetauften Kind, und Jesus hat eine Kindertaufe niemals gewollt. Das alles ist nur die Einschüchterung der Kirche.
PS: Im Jahr 2006 haben sich die Kirchensteuereinnahmen um 7,3 % auf über eine halbe Milliarde Euro erhöht (565 Millionen). Für das Jahr 2007 erwarten die Kirche und die Wirtschaft weitere Steigerungen, und die Großverdiener werden sich die Gehälter wohl wieder maßlos erhöhen. Nur der einfache Bürger wird immer mehr ausgenommen.
Siehe dazu auch unsere Meldung vom 28.2.2007.
Links:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/07.03.2006/2391710.asp
http://www.kirchensteuern.de/Texte/RasterfahndungInBerlinZwangszuweisungenFebr2006.htm
14.12. / 23.1.2007 - Inquisitionsprozess in Würzburg: Soll Kirchenopfer eingeschüchtert werden? - Unter den Augen von internationaler Presse und Fernsehen ist Deutschland seit Donnerstag, den 14.12.2006, um einen Justizskandal reicher: "Was die evangelische Kirche über mich und meine Freunde auf bösartige Weise, zu Unrecht und mit schlimmen Folgen seit Jahren verbreitet ("Sekte", "totalitär", "Antisemitismus" usw.), das gebe ich der Kirche zurück", dachte sich der Journalist Matthias Holzbauer, der sich zu den Urchristen im Universellen Leben zählt. Er tat es mit einigen Exemplaren eines Flugblatts, das er in der Nähe seines Marktstands in München verteilen ließ, wo er als Verkäufer nebenberuflich tätig war. Tags zuvor hatte die Kirche mithilfe einer riesigen Bild-Zeitungs-Schlagzeile einmal mehr versucht, den seit 15 Jahren tadellosen und auf hohem Niveau geführten Lebensmittelstand letztlich zu vernichten. An allen Bild-Verkaufskästen Münchens waren die Verleumdungen des evangelisch-lutherischen Kirchenrats Dr. Wolfgang Behnk über die "dubiose Sekte" auf dem Viktualienmarkt die Top-Meldung des Tages. Und weil der Kirche ihre falschen Beschuldigungen von allen deutschen Gerichten als zulässige Meinungsäußerungen erlaubt werden, ahnte Holzbauer nichts Böses, als er den kirchlichen Verleumdern im Flugblatt einmal den Spiegel vorgehalten hatte. Vor allem, weil seine Charakterisierungen der Kirche der Wahrheit entsprechen bzw. weil sie durch entsprechend dargelegte "Sachbezüge" zumindest zulässige Meinungsäußerungen waren. Außerdem wurde bereits mehrfach nachgewiesen, wie die evangelische Kirche ihre eigenen Abgründe auf religiöse Minderheiten projiziert (z. B. in Der Theologe Nr. 1).
Doch nun erhielten die kirchlichen Inquisitoren wieder einmal Schützenhilfe von der Justiz, dieses Mal aus dem Amtsgericht Würzburg. Zwar darf die Kirche aufgrund der besagten "Meinungsfreiheit" religiöse Minderheiten in Deutschland nahezu grenzenlos verleumden, diskriminieren und in ihrer Existenz zu vernichten suchen, was der ehemalige Katholik Holzbauer am Beispiel seiner Glaubensgemeinschaft sogar in einem Buch anhand zahlloser Beispiele dokumentierte (www.steinadler-schwefelgeruch.de). Bei seinem Versuch, sich zu wehren, hätte der Journalist aber angeblich eine Grenze überschritten und die Kirche beleidigt bzw. geschmäht; obwohl er sogar mehrfach von seinem Handzettel als einem "Hilferuf" auch an die Adresse der Justiz sprach, um ihn und die Urchristen vor kirchlicher Verleumdung und Volksverhetzung besser zu schützen (vgl. dazu www.theologe.de/theologe12.htm). Doch dies interessierte den Richter Dr. Stühler wenig. Der betrachtete ihn als den "Täter" und nicht die Kirche und ihre "Verleumdungsbeauftragten".
Während die meisten Besucher den Schuldspruch und die Verurteilung Holzbauers zu einer deftigen Geldstrafe und zur Übernahme der Gerichtskosten mit Empörung und lautstarkem Protest quittierten, war der evangelisch-lutherische "Verleumdungsbeauftragte" Dr. Wolfgang Behnk umgekehrt natürlich erfreut über die uneingeschränkte Unterstützung, die die Kirche einmal mehr durch die deutsche Justiz erfahren durfte. Er ging auf den Richter zu und drückte ihm nach Abschluss der Verhandlung einen Zettel in die Hand. Einige Zuschauer beobachteten den Vorgang (siehe Foto links), und einer rief: "Herr Behnk gratuliert dem Richter zu seinem Urteil". Und wer weiß, was zudem auf dem Zettel zu lesen war.
Der kirchliche
Beauftragte Behnk (rechts hinten, verdeckt von einem Mann im
Vordergrund) versucht seit 14 Jahren, die
urchristliche Glaubensgemeinschaft, welcher der "Angeklagte" Matthias Holzbauer
angehört, mit Rufmord nieder zu machen (siehe
www.steinadler-schwefelgeruch.de). Nach der Verurteilung
des Kirchenkritikers Holzbauer durch Richter Hubert Stühler (links) überreichte Kirchenrat
Behnk dem Richter
eine unbekannte Nachricht.
Immerhin verfügt Dr. Behnk über einen Ausweis, wonach ihn alle Behörden bei seiner
Verleumdungsarbeit unterstützen sollen. Und schließlich lehrt die Evangelisch-Lutherische Kirche unter Berufung auf Martin
Luther bis in die heutige Zeit sogar unverhohlen, dass Kirchenmitglieder in Staat, Justiz oder Medien der Kirche auch in
ihrem Beruf dienen sollen (Dies wird beschrieben in der so genannten "Zwei-Reiche-Lehre",
die Martin Luther für einen von ihm angestrebten totalitären Obrigkeitsstaat kirchlicher Prägung entwickelte;
mehr dazu hier). Diese Lehre müssen
sogar die Schüler im staatlich finanzierten evangelischen Religionsunterricht in
Deutschland lernen.
Auch dem
Verfasser des Theologen (der früher auch Abiturprüfer im Fach
Evangelische Religionslehre war) wurde bereits von einem deutschen
Gericht das "Unrecht"
zugesprochen, als ein Pfarrer gegen ihn geklagt hatte. Siehe dazu:
Neutrale Richter
gesucht - also nicht katholisch und nicht evangelisch.
Auf die Frage,
welcher Konfession der Richter selbst angehört, was bereits einiges erklären könnte, gab dieser keine Antwort. Eine besondere Ohrfeige für den Angeklagten
war das vordergründige richterliche Lippenbekenntnis, angeblich "weltanschaulich neutral"
urteilen
zu wollen, während er sich aber bei seiner Entscheidung nicht einmal ansatzweise bemühte, die
Rechtsauffassungen von Kläger und Beklagtem gegeneinander abzuwägen. So wäre es
z. B. ohne weiteres möglich gewesen, die einzelnen begründeten Vorhaltungen
Holzbauers an die Kirche ("Inquisitionssekte", "antisemitisch",
"totalitär")
unterschiedlich zu bewerten. Auch wurde
bei dem Urteil nicht berücksichtigt, wie massiv und Existenz bedrohend Holzbauer und seine Freunde zuvor von der Kirche
"beleidigt" und "geschmäht" worden waren (Außerdem: Was sind eine
Handvoll
Flugblätter gegen die Schlagzeile der Bild-Zeitung! Und was sind einige
Hundert Urchristen gegen die mit Milliarden an Steuergeldern staatlich
subventionierte evangelische Amtskirche!). Stattdessen
lächelte der Richter dem klagenden Ober-"Staatsanwalt" Geuder nicht nur vertraut zu, sondern
entschied auch ohne Wenn und Aber in dessem Sinne. Für den Richter, der sein
Glaubensbekenntnis nicht verraten wollte (damit der Prozess nicht von
vorneherein im Verdacht steht, zur Farce zu werden), war der von der Kirche verleumdete
Journalist "ohne Zweifel"
schuldig.
Entsprechend geschockt reagierten einige Zuschauer, vor allem aus dem
Ausland: "Wie in einem Inquisitionsprozess". Und: "Wie früher unter dem Zeichen
des Kruzifix." Und mancher fühlte sich auch daran erinnert, wie es vor
allem die evangelische Kirche war, die vor ca. 70-80 Jahren durch Boykottaufrufe
und Schmähungen zuerst viele Jahre lang die berufliche Existenz einer anderen religiösen Minderheit in
Deutschland ruinierte. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt wurden - wie aus der
Geschichte bekannt ist - auch die Personen selbst grausam verfolgt und umgebracht
- weil die Eskalation der Verleumdung und des Rufmords zu keinem Zeitpunkt
gestoppt wurde, sondern v. a. von der evangelisch-lutherischen Kirche pausenlos
geschürt wurde.
Die Fülle an Beweisen dafür siehe bei
www.theologe.de/theologe4.htm,
vgl. dazu auch
www.theologe.de/martin_luther_juden.htm;
www.theologe.de/theologe4.htm#Antisemitismus_im_NT
Mehr zum Justizskandal in Würzburg lesen Sie hier in
der Presseerklärung der Freien Christen
und in der Aktualisierung des Buches
Der Steinadler und sein Schwefelgeruch - das neue Mittelalter.
Eine ausführliche Beschreibung dieses Prozesses und des
Prozesses für das Ruhen der Eigenjagd lesen Sie in
der Broschüre
Wie in Würzburg das Recht verbogen wird.
Das Skandal-Urteil von Würzburg ermutigt die kirchlichen Inquisitoren,
noch schärfer als bisher gegen Andersgläubige vorzugehen und die
Religionsfreiheit des deutschen Grundgesetzes weiter auszuhöhlen, weil ihnen das
Urteil signalisieren könnte: Wenn sich jemand wehrt, kümmern wir von der Justiz
uns schon darum.
Kuriosität am Rande: Matthias Holzbauer las während des Prozesses u. a. folgende
Erklärung vor:
"In den letzten 20
Jahren wurde in 77 Fällen Strafanzeige gegen Kirchenvertreter und deren
Handlanger erstattet, und zwar wegen Beleidigung, Verleumdung, übler Nachrede,
Geschäftsschädigung, Volksverhetzung, Falschaussage vor Gericht, Beschimpfung
eines religiösen Bekenntnisses, Nötigung, Erpressung und Anstiftung zur
Sachbeschädigung. Keine einzige dieser Strafanzeigen führte je zu einer Anklage.
Der jetzige Anklagevertreter, Herr Dr. Dietrich Geuder, war immer besonders
großzügig, wenn es darum ging, solche Strafanzeigen einzustellen ..." Auch die
Konfessionszugehörigkeit des "Staatsanwalts" kann man nur erahnen.
Allgemein gesprochen:
Bereits jetzt die Folge der jahrelangen Ignorierung der kirchlichen Volksverhetzung durch die
Justiz: Die Täter konnten immer skrupelloser vorgehen. Und nun kann man an
manchen Beispielen auch
noch aufzeigen: Was die Kirche über andere ungestraft
behaupten darf, dürfen diese jedoch nicht ungestraft über die Kirche sagen. Obwohl es
im ersten Fall falsch ist, sich im zweiten jedoch vielfach nachweisen lässt.
So also wird
in Deutschland mit
zweierlei Maß gemessen und jedem Bürger einmal mehr zu bedenken gegeben, wer
womöglich der "Reiter" ist, der in Deutschland auf dem "Staatsross" sitzt und es
lenkt (siehe dazu
auch Der Theologe Nr. 23).
Da die Konfessionszugehörigkeit von Staatsanwaltschaft und
Richter in dem Prozess vor dem Amtsgericht Würzburg nicht
genau geklärt werden konnten, hier noch zur Vollständigkeit ein Auszug aus
der bis heute gültigen Lehre der katholischen Kirche (PS: Immerhin gibt
es in Würzburg auch einen bekannten Domvikar mit Namen "Stühler"). So heißt es dort z. B.: "Deshalb muss sie [die
katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen,
was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte.
Somit kommt der Kirche aus der ihr
... übertragenen Machtvollkommenheit
nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren
nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen,
wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern"
(Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung,
Regensburg 1992, Lehrsatz Nr. 382). Jeder Katholik ist zudem bei
Androhung ewiger Hölle verpflichtet, die gesamte kirchliche Überlieferung
anzunehmen. Der Beleg dazu findet sich in dem
in der Kirche als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz Nr. 85.
Urteilen Sie selbst! Kann z. B. ein Richter, der in diesem Glauben
indoktriniert wurde, "weltanschaulich neutral" entscheiden?
Oder werden die religiösen Minderheiten in ähnlichen Verfahren wie dem obigen
nicht schon seit Jahrzehnten zum Narren gehalten?
11.12.2006 - Tierfreundliche
Landwirte wollen auf eigenem Grund und Boden 10 Jahre nicht jagen - von Jägern
im Richtergewand abgelehnt.
Lesen Sie den
Bericht zu einem denkwürdigen Prozess oder eine ausführliche Darlegung im 2.
Teil der Broschüre
Wie in
Würzburg das Recht verbogen wird.
11.12. / 13.12.2006 - Moderne "Judensterne" -
Kirche will Andersgläubige in der Gesellschaft überall aufspüren und an den Pranger
stellen - Nun ist es amtlich: Das Landgericht München hat unter dem
Aktenzeichen Az 15 0 135511/05 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Bayern erlaubt, einen "rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Betrieb mit
einer als Sekte diffamierten Religionsgemeinschaft in Verbindung" zu bringen.
Obwohl die kirchlichen Diskriminierungen das Grundrecht auf Religionsfreiheit
anderer aushöhlen und praktisch immer wieder außer Kraft setzen (wenn sich die
Kirche anschließend mit staatlichen oder privatrechtlichen Boykotten gegen die
von ihr bekämpfte Gruppierung durchsetzt), erklärten die drei Richterinnen
ausgerechnet unter Berufung auf die Religionsfreiheit (!) das kirchliche
Verhalten für rechtens. Um nämlich "die grundgesetzlich garantierte
Religionsfreiheit wahrnehmen zu können, sei es zwingend notwendig zu erfahren,
´wer mit wem in Verbindung steht`" (Main-Post, 11.12.2006). Das Gericht
betonte hierbei, "dass mittlerweile viele Menschen Kontakte zu
Glaubensgemeinschaften jeglicher Art und deren Aktivitäten kategorisch
ablehnten". Und daraus zog es dann die sinngemäße Schlussfolgerung: Um ihre
"Religionsfreiheit" leben
zu können, sei es für die evangelische Kirche und ihre Sympathisanten
"zwingend notwendig" zu wissen, in welchen Firmen, Vereinen, Institutionen usw.
sich Angehörige oder Sympathisanten religiöser Minderheiten befinden. Praktisch ging es um
ein Einkaufsland in Marktheidenfeld, in dem rund 360 Mitarbeiter beschäftigt
seien, von denen nur etwas weniger als zwei Drittel der Beschäftigten Mitglieder
der Großkirchen seien. "Etwa ein Drittel" stünden demgegenüber "dem Universellen Leben ´nahe`". Dass diese von den Kirchen
angeprangerte urchristliche Gemeinschaft nur deshalb von einigen Menschen
"abgelehnt" wird, weil sie von der Evangelisch-Lutherischen Kirche auf das
Niederträchtigste verleumdet und verhetzt wird (was von evangelischen Richtern
wiederum seit Jahren gedeckt wird; 77 Strafanzeigen wurden von der Justiz
abgeschmettert), davon spricht das Gericht jedoch nicht. So entstand
einer untadeligen Firma im konkreten Fall wegen der kirchlichen Schmutzkampagne ein
nachweisbarer Schaden von
1,3 Millionen Euro. Und erst 1998 gelang es der Evangelisch-Lutherischen Kirche
in Bayern,
nur mit
einer völlig haltlosen Verdächtigung eine ganze Firma kaputt zu machen.
Leider haben die
drei Richterinnen vor Urteilsverkündung versäumt, ihre eigene Konfessionszugehörigkeit bekannt zu
geben, was ihr Urteil vermutlich vollends zur Farce gemacht hätte (wenn sie
evangelisch oder katholisch sind und ihrem Bischof z. B. mit ihrem Urteil
"dienen" möchten. Lesen Sie dazu auch:
Neutrale Richter gesucht: also nicht katholisch
und nicht evangelisch,
wo z. B. auf die evangelische Lehre Bezug
genommen wird, dass Richter in ihrem Amt ihrer Kirche zu "dienen" haben).
Doch durch das Skandal-Urteil von München müsste jetzt auch offen gelegt werden, wo die Kirche und ihre Lobby überall ihre Finger im Spiel hat.
Und so
müsste eigentlich jede Firma und jede Institution, jede Behörde und jedes
Gericht von nun an öffentlich machen, welcher ihrer Vertreter mit der Kirche und
ihren modernen Inquisitoren "in Verbindung steht". Auch bei
verurteilten Straftätern müsste folglich öffentlich gemacht wird, welcher
Verbrecher mit der Kirche "in Verbindung steht" und z. B.
gleichzeitig zu seinen Verbrechen die Kirche durch Zahlung von Kirchensteuern unterstützt.
Ein Urteil,
das von den Priestern und Pfarrern als
weiterer Triumph der modernen Verfolgung Andersgläubiger gefeiert wird, könnte
sich so womöglich zum Bumerang für die letztlich totalitären Großsekten "Evangelische
und Katholische Kirche" entwickeln. Denn immer mehr Menschen lehnen die zu
einem großen Teil staatsfinanzierten Kirchen
und ihr scheinheiliges und machthungriges Getue mittlerweile ab und wollen
nichts unterstützen, was mit ihnen in irgendeiner Verbindung steht.
10.12.2006 - Kirchliche
Geburtstagsfeier für Jesus: Alle Jahre wieder werden die Tiere aus dem Stall von
Bethlehem in Massen abgeschlachtet. Lesen Sie dazu unsere auch in
diesem Jahr aktuelle Meldung vom 8.12.2005.
1.12.2006 - Pädophile
Priester - Sexualverbrechen "wie am Fließband" an Kindern - In den USA
spricht schon lange niemand mehr von einer Fülle von Einzelfällen. Die Vorgänge
erinnern mehr an eine Seuche, die massenhaft an allen Ecken und Enden der Kirche
ausbricht, und bei der die römisch-katholischen Priester die ihnen
anvertrauten Kinder vergewaltigen oder diese verführen: Allein in
der Diözese Los Angeles waren zuletzt 560 Verfahren anhängig. Jetzt zahlt die
Kirche den Opfern aus 45 Verfahren außergerichtlich 60 Millionen Dollar
Entschädigung (Bild, 1.12.2006) und reduziert damit die Prozesse auf 518.
Vermutlich sind aber weder in den USA noch in Deutschland, Österreich, der
Schweiz oder sonst wo bereits alle Steine ins Rollen gekommen. Eltern, die unter
diesen Umständen ihren Kinder noch das Ministrieren erlauben, handeln zumindest
grob fahrlässig. Experten warnen schon lange vor Amtsträgern, welche von der
kirchlichen Sexualmoral "verkorkst" wurden.
In Deutschland erregte zuletzt der
spektakuläre mutmaßliche Selbstmord des Dekans von Lohr/Spessart Aufsehen, der
offenbar eine Sexualpartnerschaft mit einem ehemaligen Ministranten seit dessen
16. Lebensjahr pflegte (siehe unten). Strafrechtlich
relevant wurde diese allerdings erst, als der ehemals Schutzbefohlene dem
Würdenträger, der Bischof Friedhelm Hofmann "in der Leitung der Diözese
unterstützte", Nötigung "in einem besonders schweren Fall" vorwarf
und die Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen begann. Lesen Sie
dazu auch: Pädophiler Priester brachte
US-Abgeordneten Marc Foley als Kind auf die schiefe Bahn.
1.12.2006 / 7.3.2007 -
Evangelische Inquisition macht Geschäft einer allein erziehenden Mutter kaputt
- Früher hätte man sie wahrscheinlich als Hexe verbrennen lassen. Heute wird
"nur" die berufliche Existenz ruiniert. Was die allein erziehende Mutter Frieda
König erlebte, die sich mit einem "Bioenergetischen Zentrum" in Fürnheim/Mittelfranken selbstständig machen wollte,
darüber berichtete die bekannte deutsche Wochenzeitung Die
Zeit bereits am 2.11.2006. Pfarrer Günter Niekel aus dem Nachbarort
Weiltingen wollte das Bioenergetische Zentrum nämlich nicht einfach hinnehmen,
sondern er machte seine Abneigung öffentlich. Die Zeit schrieb:
"Auf Flugblättern warb sie für ihren ´Bioenergetischen Schnupperkurs` und die entspannende Wirkung von ´Räucherstoffen und Räucherritualen` - für vollständig harmlose Dinge also, auch wenn ihr Nutzen vielleicht nicht jedermann einleuchtet. Pfarrer Niekel aber witterte Teufelszeug. Mit Rückendeckung des Sektenbeauftragten der Landeskirche, Wolfgang Behnk, veröffentlichte er im kirchlichen Gemeindeboten ´wegen der vielen Widersprüche zum Evangelium` eine deutliche Warnung. Es sei ´äußerste Vorsicht geboten, sich mit diesen Dingen einzulassen.` Frieda König wurde zwar nicht namentlich erwähnt, doch verbreitete sich das kirchliche Verdikt im Ort wie ein Lauffeuer. Die Folgen beschreibt Frau König in einer eidesstattlichen Erklärung: Sie selbst und ihre Kinder würden mit nächtlichen Telefonanrufen belästigt und von Nachbarn und früheren Freunden geschnitten. Ihr kleines Geschäft hat sich erledigt. Im Dorf geht das Gerücht um, sie wolle die Gemeinde mit einer Sekte unterwandern."
Vor allem
Letzteres kommt - auch wenn es wie hier wohl frei erfunden ist - einem
gesellschaftlichen Todesurteil gleich, weil die kirchlichen Interessenvertreter
den Staat, den Großteil der Medien und der Justiz und sogar die Wirtschaft entsprechend indoktriniert haben
und auf diese Weise faktisch beherrschen. So
gelang es dem oben erwähnten "Sektenbeauftragten" Wolfgang Behnk z. B.
auch, nur mit falschen Verdächtigungen eine ganze EDV-Firma kaputt zu machen,
obwohl dort nachweislich sehr gute Arbeit
geleistet wurde (http://www.das-weisse-pferd.com/98_09/falsches_gebetbuch.html).
Dabei sind es die kirchlichen "Großsekten" selbst, deren Glaube
und Praktiken teilweise so inhuman
und destruktiv sind, dass es nahe liegend wäre, wenn jemand "äußerste Vorsicht"
raten würde, "sich mit diesen Dingen einzulassen".
Mehr über den Glauben des evangelischen Sektenbeauftragten Dr. W. Behnk,
von Pfarrer G. Niekel und von deren Kirche lesen Sie in: Der Theologe Nr. 1.
Und hier mehr zum Glauben der römisch-katholischen Kirche: Der
Theologe Nr. 18 (vgl. dazu auch oben:
Sexualverbrechen wie am Fließband an Kindern).
Zu den Methoden der modernen Inquisition lesen Sie:
Der Theologe Nr. 12. Diese Ausgabe wurde zuletzt um das Kapitel
Zerstörung von Familien erweitert,
da uns mehrfach vertrauliche Details bekannt wurden, die wir dort in allgemeiner
Form thematisierten.
PS: Ein Silberstreif am Horizont wurde wieder "aufgelöst": Frieda König hatte die
Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern wegen Ruf- und Geschäftsschädigung
verklagt und bekam zunächst Recht. Das Bayerische Verwaltungsgericht hatte den
Sachverhalt geprüft und hielt dem "Inquisitor" der Kirche vor, sich nicht
genügend hinreichende Anhaltspunkte für seine "Abqualifizierung" verschafft zu
haben, welche der Klägerin schwer geschadet haben. Doch die Kirche ging in die
Berufung - eine für sie bislang ungewohnte Rolle - und brachte die Justiz wieder
auf "Kurs". Zuvor stellte sich die gesamte Pfarrerschaft des Dekanats hinter die
Pfarrer Niekel und Behnk. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gab der Berufung
statt. Immerhin hat es die Kirche nicht mehr ganz so leicht: Früher durfte sie
Andersdenkende nur auf Verdacht niedermachen und Andersdenkende sogar ohne Verhandlung
hinrichten lassen
(vgl. z.B.
http://www.theologe.de/elisabeth_von_thueringen.htm#Inquisition).
26.11.2006 -
Neu: Der Theologe Nr. 28: Martin Luther und die Juden
- Der Kopf der
evangelischen Kirche als "größter Antisemit seiner Zeit" und vielleicht aller
Zeiten - Tätliche Angriffe auf Lehrer und
Amokläufe in Schulen sind die brutalsten Auswüchse
der Krise im deutschen Erziehungswesen. Diese Krise hat jedoch viele Gesichter.
Eines davon ist die zwiespältige Wertevermittlung. So wird in den Schulen
in Deutschland überwiegend eine Geschichte der politischen Sieger gelehrt und
die Opfer oft erneut zu Opfern gemacht. Dies gilt vor allem für die Geschichte
der Kirche und für den konfessionellen Religionsunterricht. Ein Beispiel dafür ist die
Person Martin Luthers. Er wird zu den "größten Deutschen" gezählt, zu dem
sich bis heute auch ca. 1/3 der deutschen Bevölkerung durch ihre
Glaubenszugehörigkeit "evangelisch" bzw. "evangelisch-lutherisch" bekennt. Ein
Kinofilm aus dem Jahr 2003, in dem die Wahrheit verfälscht dargestellt wird,
hilft mit, das Lügengebilde über den "großen Deutschen" aufrecht zu erhalten.
Unterschlagen wird dabei weit gehend, worauf jetzt im
Theologen Nr. 28 einmal deutlicher
hingewiesen wird.
Auch auf römisch-katholischer Seite ist es nicht viel besser: Hier wurde
im Jahr 2005 als letzter Deutscher Clemens August Kardinal von Galen
selig gesprochen (also weit mehr als nur als Vorbild hingestellt), obwohl der
die Soldaten regelrecht in den 2. Weltkrieg getrieben hat.
Und in Bamberg beginnen die Feierlichkeiten zum 1000-jährigen
Jubiläum des Erzbistums, das von dem furchtbaren Kriegsherrn und Juden- und
"Ketzerverfolger" Heinrich II. gegründet wurde. Und so wie es
Martin-Luther-Schulen gibt, so auch Kardinal-von-Galen-Schulen oder
ein Kaiser-Heinrich-Gymnasium. Deshalb zur Information ebenfalls neu:
Der Theologe Nr. 27: Der
Kreuzzugsprediger: Kardinal von Galen trieb
die Soldaten in den 2. Weltkrieg
Der
Theologe Nr. 29: 1000 Jahre Erzbistum Bamberg: kein Grund zum Feiern
21.11.2006 / 16.1.2007 - Amokläufer von
Emsdetten ging schon als Jugendlicher auf die Jagd - Einmal mehr
scheint sich das Wort von Leo Tolstoi zu bestätigen: "Vom Tiermord zum
Menschenmord ist nur ein Schritt". Spiegel online berichtet, dass
Sebastian B., der Amokläufer von Emsdetten im Kreis Steinfurt,
früher von Erwachsenen oft "zur Jagd" mit genommen wurde (21.11.2006). Zudem
tauchte er in eine Gewalt-Welt im Computer ab. Am liebsten verweilte er jedoch
am Kriegermahnmal auf dem Friedhof in Emsdetten, wo Kirche und Politiker die
Aufschrift anbringen ließen: "Der Tod ist das Tor zum Leben". Wie durch ein Wunder gab es bei
dem Amoklauf des 18-Jährigen in seiner ehemaligen Schule, der
Geschwister-Scholl-Realschule, außer dem Täter selbst
keine Toten. Menschen- und Tierrechtler
fordern seit langem die Abschaffung der Jagd, weil dafür angebliche "ökologische" Gründe nur
vorgeschoben werden und es letztlich um die Lust am Töten geht. Vgl. dazu auch
Der Theologe Nr. 7, Teil 4: Mensch und Tier:
Absturz in die Barbarei durch das kirchliche Christentum.
18.11. / 4.5.2007 - Unfassbar - der Papst
soll schon wieder kommen - Zunächst war Papst Benedikt XVI. im August 2005 in
Deutschland (vgl. den Bericht über eine
Parallelveranstaltung in Köln). Dann im September 2006. Der Aufwand und die Kosten waren gigantisch
und zu Lasten aller Bürger (siehe die unten stehenden
Meldungen). Nun soll es 2007 weiter gehen. Der
evangelische Bundespräsident Horst Köhler hat Joseph Ratzinger diesmal
eingeladen, nachdem er seine Privataudienz in Rom "außerordentlich erfüllend"
empfand und länger mit Papst Benedikt sprechen durfte als geplant. Dafür hatte
er ihm auch aus Berlin das Philharmonische Quartett mitgebracht, das dem
Kirchenoberhaupt einige musikalische Grüße spielen durfte (Bild, 19.11.2006).
Sicher ist aber erst, dass der Papst vom 7.-9.9.2007 nach Österreich kommt.
Erst vor wenigen Tagen beklagte die bayerische Wirtschaft, dass der
Papstbesuch und die vielen Pilger vor einigen Wochen keine nennenswerten
Einnahmen gebracht hätten. Die Verluste waren dagegen erheblich (siehe dazu
unten). Viele Bürger
befürchten zudem wieder explosive Äußerungen wie zuletzt das
unkommentierte Zitat von Kaiser Manuel II gegen den Islam.
13.11.2006 /
28.3. / 18.8.2007 -
Ehemaliger Ministrant wollte homosexuelle Beziehung beenden - Katholischer Dekan wirft sich vor
Zug - den Gläubigen galt er als "Lichtgestalt" - In der
Nacht um 3 Uhr werden nach katholischem Volksglauben die "bösen Geister"
losgelassen. Am 11. November 2006 war es 3.19 Uhr, als sich der katholische Präses
und Dekan des unterfränkischen Dekanats Lohr und Pfarrer von Lohr-St.Michael, Dr.
Klaus-Peter Kestler, kurz hinter dem Bahnhof Lohr in Richtung Aschaffenburg vor
einen Güterzug wirft. "Das Bischöfliche Ordinariat geht davon aus, dass der
55-Jährige freiwillig aus dem Leben geschieden ist", schreibt die Lokalpresse
(Main-Post, 13.11.2006). Sein Tod erspart der Kirche die Aufdeckung eines weiteren Skandals. Gegen den Vorgesetzten der Priester
im Dekanat Lohr lief nämlich ein Ermittlungsverfahren "wegen Nötigung in
einem besonders schweren Fall". Von einem "jungen Mann", "der in enger Verbindung mit dem
Geistlichen gestanden haben soll", ist zunächst die Rede (Main-Post).
Kurze Zeit später erfahren die Zeitungsleser mehr. Demnach pflegte der Würdenträger, der Bischof
Friedhelm Hofmann bei der Leitung des Bistums Würzburg unterstützte, offenbar
seit einigen Jahren ein "sexuelles Verhältnis" mit einem
ehemaligen Ministranten, das allerdings erst begonnen haben soll, als der
Jugendliche bereits "das 16. Lebensjahr vollendet hatte" (Main-Echo, 14.11.2006).
Der geistliche Leiter des Dekanats Lohr lebte womöglich in totaler psychischer
Abhängigkeit zu dem jungen Mann und soll mit Selbstmord gedroht haben, falls der
mittlerweile 22-Jährige die homosexuelle Beziehung beendet. Dieser mögliche
Hintergrund würde zumindest Überlegungen zu anderen
Selbstmord-Motiven bzw. Todesursachen entkräften. Durch den "plötzlichen Tod" von Dr.
Kestler werden jedoch keine Ermittlungen mehr wegen dieser Nötigungs-Klage mehr durchgeführt, welche der
Kirche auch sehr schaden könnten. Es gilt offiziell die
"Unschuldsvermutung". Und zudem erhält Dr. Kestler als Dekan und Mitglied im Priesterrat des
Bistums unter diesen Umständen auch ein standesgemäßes römisch-katholisches
Begräbnis (Eucharistiefeier mit Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand und Predigt von
Domkapitular Heinz Geist) und einen "ehrwürdigen" Platz im Würzburger Priestergrab.
Auch die Mitarbeiter und Gläubigen der Gemeinden stellen sich in mehreren (mit
dicken Kreuzen und Bibelversen ausgestatteten) Todesanzeigen
demonstrativ und "dankbar" hinter ihren "H. H. Dekan" (= "Herrn Hochwürdig(st)en
Dekan") (Main-Echo, Main-Post, 16.11.2006).
Johannes W., Leiter des Diözesanbüros, sagte über seinen ehemaligen Chef
sogar: "Für uns war er eine Lichtgestalt" und ohne ihn ist es
dunkler um uns" (Main-Post, 20.11.2006). Für andere wurde es jedoch
anscheinend mit ihm dunkler. Dabei stellt sich für Unbeteiligte auch die Frage: Wer
steht jetzt selbstlos und ohne eigene Interessen dem ehemaligen Ministranten zur
Seite, der sich offenbar auch mit Selbstmord-Drohungen nicht erpressen ließ? Hat
er sich kurze Zeit später ebenfalls umgebracht
bzw. kam auf die gleiche Weise
wie der Dekan ums Leben? (siehe
hier)
Der
junge Mann und seine Familie hatten laut Panorama (ARD, 16.8.2007) zuvor schwere
Vorwürfe auch gegen den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann erhoben. Dieser
"habe den Missbrauch unter der Decke halten wollen. Der damals 17-Jährige
... sei ein Jahr lang von Kestler zu sexuellen Handlungen gezwungen
worden" (Main-Echo, 17.8.2007). Die katholische Kirche wies
durch ihren Generalvikar Karl Hillebrand die Vorwürfe zurück (siehe hier).
Erst ca. eine Woche vor den tragischen Ereignissen beklagte der
Pfarrgemeinderat von Lohr-St. Michael unter Vorsitz von Dr. Kestler, dass es
immer schwieriger sei, v. a. bei Beerdigungen "Ministranten aufzutreiben"
(Main-Post, 3.11.2006). Man kritisierte v. a. die Einstellung mancher
Eltern, obwohl mittlerweile allgemein bekannt ist, dass katholische Eltern sich
aufgrund von Sexualverbrechen oder körperlichen Annäherungswünschen von kirchlichen Amtsträgern scheuen, ihren
Kindern den Ministrantendienst zu erlauben. Die Einstellung "Ich bin froh, dass
mein Sohn nie Ministrant war" (z. B. Tagesspiegel, 25.2.2002) ist inzwischen
weit verbreitet.
Und der in diesem Fall ins Licht von Ermittlungen gerückte Dekan ist kein kleiner katholischer Fisch. Präses Kestler
war in leitender Funktion (neben Weihbischof Helmut Bauer, Domvikar Paul
Weismantel und drei weiteren Personen) auch Mitglied im Geschäftsführenden
Ausschuss des Priesterrats der Diözese Würzburg. Und dieser hat wiederum die
Aufgabe, "den Bischof in der Leitung der Diözese zu unterstützen"
(POW, 4.5.2005). Klaus-Peter Kestler war zudem der "Verantwortliche für
Priesterausbildung" (Main-Post, 20.11.2006). Die Vorwürfe treffen die römisch-katholische Kirche also einmal
mehr ins Mark. Doch nun erklärt der Oberstaatsanwalt
plötzlich: "Mit dem Tod des 55-Jährigen sei das Ermittlungsverfahren beendet ...
Damit ist klar, dass die Vorwürfe nicht aufgeklärt werden und für den Priester
die Unschuldsvermutung gilt." Es wäre allerdings weltweit nahezu
einmalig, dass sich ein zu Unrecht Verdächtigter seiner Verteidigung (bzw. der
Aufklärung des Sachverhalts) durch Selbstmord entzieht.
Offensichtlich besteht
jedoch ein starkes Interesse
"Dritter", dass
dieser Sachverhalt unter dem Teppich gekehrt bleibt, was durch den
Tod des Beschuldigten natürlich möglich ist, nicht jedoch bei einem
Strafverfahren wegen schwerer Nötigung, das eingeleitet worden wäre, wenn der
Dekan am Leben geblieben wäre. Aus diesem Grund
bleiben auch offene Fragen nach dem Grad der Freiwilligkeit des Selbstmords.
Immerhin hatte Dekan Dr. Kestler erst vor wenigen Wochen öffentlich
gepredigt: "Hoffnungslosigkeit, Verbitterung und Verzweiflung sind mit dem
christlichen Glauben nicht vereinbar" (Main-Post, 26.9.2006). Und
weiter: Die
Jungfrau Maria sei die "Ursache unserer Freude" und "die echte Freude fängt da
an, wo der Spaß aufhört". Sollte es sich bei dieser Predigt nur um oberflächliches
Wortgeflimmer handeln? Dr. Kestler "galt als blitzgescheiter Theologe, der tiefschürfende
Auslegungen geben konnte" (Main-Echo, 13.11.2006).
Im Zusammenhang des Ermittlungsverfahrens ließ die Kirche zudem ein
psychiatrisches Gutachten über ihren Dekan anfertigen. Laut Bistumssprecher Bernhard Schweßinger habe dies
- wie auch die Predigt Kestlers - "keine Hinweise auf einen geplanten Suizid
gegeben" (Main-Post, 13.11.2006).
Und noch einen Tag vor seinem Tod habe Kestler vor Schülern von seiner
bevorstehenden Romreise geschwärmt.
Für den Sonntag, den 12.11.2006, war ursprünglich geplant, die
zwischenzeitliche Versetzung von Dekan Dr. Kestler "in den einstweiligen
Ruhestand" öffentlich zu machen, um die der Würdenträger zuvor "gebeten" hatte.
Nun kam es anders, und es predigte in Lohr der Würzburger Domkapitular Dr. Heinz Geist anlässlich des
Todes des Dekans. Der Domkapitular wählte dabei die für kirchliche "Informationspolitik"
unverwechselbaren und typischen Worte: "Gott scheint uns ohne
Antwort zu lassen" (Main-Post, 13.11.2006). Und: Das
Geschehene werde "wohl für immer unbegreiflich bleiben" (Main-Echo, 13.11.2006).
Und einige Tage später predigte er in Lohr: "Der Tod von Klaus-Peter bleibt ein Geheimnis"
(Main-Post, 20.11.2006). Damit fasst der
Domkapitular allerdings weniger den Sachverhalt, sondern mehr den Wunsch seiner
Kirche in Worte. Denn wenn es nach "Gott" und der Öffentlichkeit ginge, ließen
sich die "Geheimnisse" durchaus lüften und das Geschehen könnte "begreiflich"
gemacht und aufgearbeitet werden.
Doch dass die tragischen Vorgänge wahrheitsgemäß aufgeklärt werden,
ist in der Tat unwahrscheinlich. Zum einen ließ Bistumssprecher Bernhard Schweßinger bereits
verlauten, das Geschehen werde "wohl für immer
(Hervorhebung durch die Redaktion) unbegreiflich bleiben"
(siehe oben). Zum anderen
gibt es mittlerweile eine unübersehbare Fülle von
Berichten über Schweigegelder bzw.
Entschädigungszahlungen der Kirche. Allein in den
USA geht man von ca. einer Milliarde Dollar Entschädigungszahlungen
(http://www201.focus.de/politik/ausland/vatikan_nid_38246.html?drucken=1)
und 399 Millionen Dollar an Schweigegeldern aus (ntv,
31.3.2006). Und zum dritten hat sich die
lokale Main-Post (die in der Vergangenheit
selten
eine Gelegenheit ausließ, eine religiöse Minderheit in der Region
(vgl. unten) "in die
Pfanne zu hauen") bereits auf die Richtlinien des
Deutschen Presserats berufen, bei der "Schilderung näherer
Begleitumstände" bei Selbsttötungen "größtmögliche Zurückhaltung" zu üben
(15.11.2006).
Trotz der höchsten innerkirchlichen Geheimhaltungsstufe sind jedoch auch in Deutschland viele Schweigegeldzahlungen
bekannt geworden (http://www.zeit.de/archiv/2002/20/200220_priester.xml?page=2),
und auch in Australien, England, der Schweiz usw. und wohl in nahezu allen Ländern
der Erde (vgl. z. B.
http://www.gottes-suche.de/12.3.3.%20Missbrauch%202003.html). Die
Kirchen lassen sich v. a. in Deutschland wiederum vom Staat, d. h. von den
Steuerzahlern, subventionieren. Zudem untersagt die römisch-katholische Kirche
Kirchenangehörigen und dem Opfer eines Sexualverbrechens bei Strafe der Exkommunikation, über die Taten
öffentlich zu sprechen. Dies wurde 1962 unter Papst Johannes XXIII. angeordnet und im
Jahr 2001 von Papst Johannes Paul II. und Joseph Kardinal Ratzinger bestätigt.
Und es bedeutet praktisch die angebliche ewige Hölle für das
Opfer, wenn es außerhalb der Kirche auspackt. So kann man davon
ausgehen, dass die vielen dennoch aufgedeckten Fälle nur die Spitze des Eisbergs
sind und die Gefahren für Kinder und Jugendliche noch weit größer sind als
bisher angenommen.
*Weitere Hintergründe: Dekan Dr. Klaus-Peter Kestler arbeitete im Dekanat Lohr auch mit dem evangelischen Dekan Michael Wehrwein zusammen, der mit inquisitorischem Kleingeist und bürokratischer Regelmäßigkeit gegen religiöse Minderheiten im Dekanat Lohr (z. B. gegen Zeugen Jehovas, Universelles Leben) vorgeht und der "die ökumenische Zusammenarbeit" mit Dr. Klaus-Peter Kestler in der Jugendarbeit lobte (Würzburger Katholisches Sonntagsblatt Nr. 50, 11.12.2005). An den Verleumdungen der kleineren Gemeinschaften durch die evangelisch-lutherische Kirche hat sich der katholische Dekan jedoch - zumindest öffentlich - nicht beteiligt.
Der evangelische Dekan von Lohr, Michael Wehrwein, holte in diesem Zusammenhang z. B. den evangelischen "Sektenbeauftragten" Dr. Wolfgang Behnk in das Dekanat Lohr (1996, 1997 und 1998), der vor ökumenischer Zuhörerschaft über die unbescholtenen Anhänger des Universellen Lebens herzog und diesen an anderer Stelle sogar einen möglichen "Massenselbstmord" anzudichten versuchte - obwohl dort, anders als in der Kirche, das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") konsequent befolgt wird.* Die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers in Erfurt (siehe unten) und der Selbstmord des katholischen Dekans in Lohr sind dabei nur die letzten Vorfälle einer langen Reihe von fortlaufenden Selbstmorden von kirchlichen Würdenträgern (siehe dazu auch www.theologe.de/kirche_hoelle.htm) und Tausenden von Morden und Selbstmorden jährlich unter den kirchlich Gläubigen. Daran zeigt sich, wie die Kirche eigene Verfehlungen und Verbrechen oftmals auf unschuldige Dritte zu projizieren versucht. Dabei lassen sich auch die Medien nicht selten von der Kirche instrumentalisieren. So veröffentlichte bzw. zitierte die freundschaftlich mit der Kirche verbundene lokale Zeitung Main-Post jahrelang ungeniert Unwahrheiten und kirchliche Verleumdungen über religiöse Minderheiten mit schlimmen Folgen für die Betroffenen (Näheres siehe z. B. in der Dokumentation www.steinadler-schwefelgeruch.de), während sie sich bei tatsächlichen Verfehlungen aus den Reihen der Verleumder "größtmögliche Zurückhaltung" auferlegt (15.11.2006, siehe auch oben).
*PS:
Als die evangelische Kirche die bösartige
Verleumdung von einem möglichen Massenselbstmord von Urchristen in die Welt
setzte, kamen Fernsehteams mit Hubschraubern angeflogen, um über den Häusern der
Beschuldigten ihre Runden zu drehen. Werden diese Teams jetzt auch die
Bahnstrecken im Raum Lohr abfliegen, um nach gefährdeten Nachahmungstätern
Ausschau zu halten? Immerhin galt den Gläubigen der Dekan, der sich vor den
Güterzug warf, als "Lichtgestalt" (siehe
oben) und Vorbild. Oder wird einmal die
ganze "Todeszone" von Erfurt
bis Würzburg (Thüringen und Würzburg gelten wegen starker kirchlicher Bindungen
von Teilen der Bevölkerung
als "Selbstmord-Hochburgen"; Focus Nr. 19/06 für
Thüringen, Main-Post,
3.7.1999, für Würzburg) unter Beobachtung genommen? In Erfurt brachte sich ein evangelischer
Pfarrer um, der ebenfalls vielen als Vorbild galt (siehe
unten; der Lohrer Dekan und der Erfurter Pfarrer wurden übrigens am selben Tag (17.11.2006)
beigesetzt). Und
besonders um Weihnachten herum eskalieren viele Familienkrisen. Oder
setzen sich die Medien nur in Bewegung, wenn die Kirche die Stimmung gegen
religiöse Minderheiten anheizt?
Und bereits neun Tage
nach dem Selbstmord von Dekan Kestler wurde der nächste unterfränkische Priester
von einem Zug überrollt und getötet. Bei Pfarrer i. R. Günther
Schwarzkopf aus Alzenau soll es jedoch kein Selbstmord gewesen sein, sondern ein
Unfall. Der Würdenträger soll in der Nacht vom 20.11.2006 am Münchner Hauptbahnhof
im Alkohol-Rausch auf die Gleise gefallen sein, wo er dann von einer S-Bahn überfahren
wurde. Der Geistliche wirkte von 1984 bis 1994 in einem Ortsteil von Klingenberg
am Main, wo im Jahr 1974 die katholische Studentin Anneliese Michel nach einem
kirchlich angeordneten Exorzismus an Auszehrung starb
(siehe "Der Theologe Nr. 9" - Todesfalle Kirche: Warum
musste Anneliese Michel sterben?).
PS: Pfarrer Schwarzkopfs Nachfolger in
Klingenberg, Pfarrer Guido Sauer (1995-1999), hat sich übrigens im Februar
2007 vom Priesteramt suspendieren lassen. Gründe wurden nicht bekannt.
Die Meldung über den Tod von Dekan Kestler hat bereits zu vielen Reaktionen
geführt. Unter der Rubrik "Frage und Antwort" lesen Sie einen
Antwortbrief auf einen
kritischen Leserbeitrag.
PS: Drei Wochen später soll sich Berichten aus der Bevölkerung zufolge
ein junger Mann an nahezu der gleichen Stelle vor den Zug geworfen haben, an der
dies auch Dekan Kestler getan hatte. Und Fragen aus der Bevölkerung dazu
lauteten: War es der ehemalige Ministrant, der mit dem Dekan Schluss machen
wollte?
12.11.2006 - Evangelischer Mesner hängte sich auf - Mann der Pfarrerin als Drogenhändler beschuldigt - Die evangelische Kirche kommt nicht zur Ruhe. Zeitgleich zur Selbstverbrennung von Pfarrer Weißelberg in Erfurt rumorte es in der Gemeindeversammlung von St. Nikolai in Eckernförde. Dort wurde die Pfarrerin auf eine andere Stelle versetzt, da "ihrem Mann Drogenhandel vorgeworfen wird" (Eckernförder Zeitung, 8.11.2006). Das evangelische Pfarrhaus stand damit im Verdacht, Umschlagsplatz für Rauschgift gewesen zu sein. Und der Küster wurde erhängt aufgefunden, nachdem ihm Diebstahl von Spendengeldern bei der "Kollekte" nachgewiesen und er deshalb entlassen wurde. Die Weltanschauungsbeauftragten der Kirche lenken jedoch weiter gezielt von dem Grauen in den eigenen Reihen ab und erheben falsche Anschuldigungen gegenüber religiösen Minderheiten (vgl. www.theologe.de/theologe12.htm). Wann kümmern sie sich endlich um ihre eigene Kirche?
1.11. / 16.11.2006 - Protest gegen
Islam: Evangelisch-lutherischer Pfarrer verbrennt sich bei lebendigem Leibe
- Pfarrer Roland Weißelberg (73) aus Windischholzhausen bei Erfurt gingen
die Warnungen der Kirche vor dem Islam nicht weit genug. Deshalb fährt er am
Reformationstag, den 31.10.2006, in das legendäre Augustinerkloster nach
Erfurt (Martin Luther lebte dort sechs Jahre als Mönch und wurde dort 1507 zum
Priester geweiht), wo an diesem Morgen der Kantaten-Gottesdienst stattfindet. Als
in der Kirche gerade das Abendmahl vorbereitet wird, übergießt sich der Pfarrer in
der Baugrube unmittelbar neben der Kirche mit Benzin und zündet sich an. Der
Tagesspiegel schreibt dazu: „Da der Mann zuvor im Kreuzgang des Klosters
gesehen worden war, habe er möglicherweise eine Selbstverbrennung während des
Gottesdienstes geplant. Er sei vielleicht nur deshalb auf die Baustelle
ausgewichen, weil das Westportal der Augustinerkirche ausnahmsweise verschlossen war“
(1.11.2006).
Dort steht nämlich um 10.43 Uhr gerade der Kirchenchor und singt
„Ave verum corpus“ (= „Gegrüßt seist du, wahrer Leib“) von Wolfgang Amadeus
Mozart, als den Sängern beißender Geruch brennenden Fleisches in die Nase
steigt. Erste Kirchenbesucher laufen nach draußen und sehen mit Entsetzen, was gerade
passiert.
Mit seinem Selbstmord habe er „seine große Sorge über die
Ausbreitung des Islams zum Ausdruck bringen wollen“, so die Pröpstin Elfriede Begrich (Spiegel online, 1.11.2006) über Pfarrer Roland Weißelberg, den sie „als
sehr belesenen und aktiven Christen“ beschrieb, der noch vor 14 Tagen selbst
einen evangelisch-lutherischen Gottesdienst zelebriert hat. Immer wieder warnte
der evangelische Pfarrer vor den „Nachfolgern Mohammeds“. Die
Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt dazu: „Wie kann ein so
eloquenter, gottesfürchtiger, vernünftiger und bis zuletzt agiler und vitaler
Mann ein Fanal setzen gegen eine Bedrohung, die zumindest in Erfurt bis heute
weitgehend abstrakt geblieben ist?“ (3.11.2006) Verhältnismäßig wenige
Moslems leben in Thüringen in Frieden mit ihren Nachbarn und ihrer Umgebung. Ironie des Schicksals: In der
Spezialklinik in Halle/Saale rang ein muslimischer Arzt vergeblich um das Leben
des evangelischen Theologen (idea-spektrum Nr. 45/2006). Die Frau des
Pfarrers, Ingelore Weißelberg, hat sich bei ihm inzwischen entschuldigt.
PS: Bereits in der DDR war Pfarrer Weißelberg öffentlich bekannt. So hatte er
z. B. am 21.4.1988 eine Veranstaltung unter dem Titel
Christlicher Glaube und
marxistische Weltanschauung im Gespräch moderiert
(Utopie kreativ, H.
129/139 (Juli/August 2001), S. 709-721).
Welches sind mögliche Hintergründe des Selbstmords? Pfarrer Uwe Edom, sein Nachfolger im
Pfarramt in Windischholzhausen erinnert sich an ein Gespräch, in dem Pfarrer
Roland Weißelberg „bedauert habe, dass der Islam zu stark werde, dass das Christentum
zu wenig Profil habe und deshalb untergehe.“ (FAZ, 3.11.2006*) Bei Martin
Luther, dessen geistige Nähe Pfarrer Weißelberg im Erfurter Augustinerkloster
vor seinem Tod suchte, war das noch anders.
Martin Luther wollte die Ausbreitung des Islam in Europa mit aller Gewalt
verhindern, und er ging deshalb rigoros vor. Um einen moslemischen
Einfluss in Europa zu unterbinden, rief er zum gnadenlosen Krieg gegen die
Türken, deren Heer vor Wien stand. In dieser Situation predigte Martin Luther:
Die „Christen“ sollen „mit Freuden die Faust regen und getrost
dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... werden
sie darüber erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie ewiglich“ (Eine
Heerpredigt wider den Türken, Anno 1529; Tomos 4, S. 494b-496). Wer also
im Krieg gegen den Islam ums Leben kommt, wurde von Luther selig bzw. heilig
gesprochen, was vielleicht auch die Hemmschwelle des Thüringer Pfarrers zum
Selbstmord senkte. „Der 73-Jährige habe bereits seit Jahren die Haltung der
Kirche kritisiert und bei Treffen und Versammlungen mehr Aufmerksamkeit für die
Auseinandersetzung mit dem Islam gefordert, sagte die Erfurter Pröpstin Elfriede
Begrich unter Verweis auf die Ehefrau des Mannes“ (Tagesspiegel). Pfarrer
Weißelberg beschwor immer wieder die Bedrohung des kirchlichen Christentum durch
den Islam und wollte mit seiner geistig toten Kirche nicht kampflos untergehen, sondern
forderte, „dass die Christen ihr Europa verteidigen müssten“ (Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung, 5.11.2006). „Der Islam ist dran“, so Weißelberg in
den letzten zwei, drei Jahren im Pfarrer-Ruheständler-Konvent, der ihm als
Plattform diente.
Der lutherische Pfarrer muss extrem verzweifelt über seine Kirche gewesen sein. Eine erste
Reaktion in der von ihm gewünschten Richtung kam vom Magdeburger Bischof Axel Noack, der
sich im Zusammenhang des Selbstmords neben dem Entsetzen über die Tat auch für „ein klares Bekenntnis der Moslems
zur Gewaltfreiheit“ aussprach (Tagesspiegel). Auch brachte der Bischof
die Haltung Martin Luthers gegenüber den „Türken vor Wien“ von sich aus ins
Gespräch und erklärte im Interview: „Er [Luther] meinte, dass wir von den Türken neu lernen könnten, was Glaube ist“ (Spiegel online, 3.11.2006).
Die evangelische Kirche stellt Martin Luther bis heute immer wieder als
beispielhaft hin und untergräbt damit eine Orientierung an ethisch wertvollen,
christlichen und demokratischen Werten. Denn was
Martin Luther u. a. gemeint hat, als er der Christenheit die kriegerischen Osmanen aus
dem 16. Jahrhundert als Glaubensvorbild hinstellt, wird ja aus seiner
Heerpredigt deutlich (siehe oben).
Ruth Meili, Pfarrerin, Mitglied der Kirchenleitung der Kirchenprovinz Sachsen
und Leiterin der evangelischen Communität Casteller Ring (CCR), die das Augustinerkloster
betreuen, hat übrigens mit Pfarrer Weißelberg am Tatort noch gebetet. Sie hat
in diesem Zusammenhang gesagt, „dass er sich mit dieser Tat nicht von Gott getrennt habe“
(FAZ, 3.11.2006) bzw. „dass Gott mit ihm sei“ (idea-spektrum
Nr. 45/2006).
Auch wenn nicht klar wird, wie die Theologin ihre Worte genau gemeint hat, so ist
für die Protestanten Gott auf jeden Fall Gott auch ein „grausamer Gott“ (siehe
z. B. Der Theologe Nr. 1).
Das Verhalten der Theologin Ruth Meili kommentierte der Kurator Lothar Schmelz von
der Klosterleitung mit den Worten: „Es hat sich gezeigt, dass wir hier im Kloster eine
Art Familie sind“ (Tagesspiegel). (Doch wehe, Ähnliches wäre im Umfeld
einer religiösen Minderheit passiert!)
Pfarrer Uwe Edom, Nachfolger Weißelbergs im Pfarramt in Windischholzhausen
"glaubt, dass Weißelberg sich bewusst am
Reformationstag verbrannt habe. Das sei schließlich der Tag der kirchlichen
Erneuerung." (idea-spektrum Nr. 46/2006).
* Solche und ähnliche Vorahnungen zur Zukunft der Kirche häufen sich. Die Kirche
wird überwiegend noch von staatlichen Milliarden-Subventionen am Leben gehalten
(siehe
www.stop-kirchensubventionen.de).
PS: Lesen Sie dazu auch - Ein Mahnmal in
Erfurt für die Millionen Opfer der Kirche
28.10. / 20.11.2006 - Der Krieg beginnt
- Als die Regierung Schröder/Fischer die Bundeswehr im Oktober/November 2001
in den Afghanistan-Krieg schickte (bei der
Bundeswehr-Beteiligung an den Angriffen auf Jugoslawien im Kosovo-Krieg 1999
sammelte man bereits erste Erfahrungen),
glaubte man an einen schnellen Sieg gegen die damalige islamistische
Taliban-Regierung. Doch die Taliban sind wieder da. Und jetzt heißt es in
Focus online unter der Überschrift Lernt, Taliban zu töten fünf Jahre später: "Nato-Verbündete, allen voran die USA,
verlangen immer drängender von den Deutschen, ihre Soldaten nicht nur zur
Stabilisierung Nordafghanistans einzusetzen, sondern Kampftruppen in die
blutigen Gefechte mit den Taliban im Süden zu schicken" (28.10.2006).
Mit anderen Worten: Anstatt mit den Totenschädeln getöteter Moslems
herumzuspielen, sollen die deutschen Soldaten lieber mithelfen, lebendige
aufständische Islamisten zu töten (siehe auch unten). Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis es so weit ist (wenn es nicht eh schon
so weit ist), und man könnte sagen: "Na, also". Ganz allmählich wurden wir daran
gewöhnt, wie eine ursprünglich reine Armee zur Verteidigung des eigenen Landes
in anderen Teilen der Erde allmählich in einen
neuen weltweiten Krieg hineingezogen wird (was alles übrigens Milliarden
kostet). Jetzt legt auch der Spiegel nach: "Die Deutschen müssen das
Töten lernen", lautete die Schlagzeile der Ausgabe Nr. 47/06, die
britischen und kanadischen Soldaten in den Mund gelegt wird. Die Bundeswehr soll
also den Vormarsch der Taliban am Hindukusch stoppen.
Und rechtzeitig vor den blutigen Schlachten erklärt z. B. der ehemalige
Landesbischof Thüringens, Werner Leich, erneut öffentlich die
evangelisch-lutherische Lehre zum Krieg, und er schreibt im Hinblick auf die
"Auslandseinsätze" der Bundeswehr: Unter der Voraussetzung der "Würde des
Menschen" "hat die Staatsmacht das Recht, Soldaten einzuberufen und einzusetzen,
wenn die Sicherheit der Bürger bedroht ist. Das ist Gottes Regierweise im
Bereich der Welt" (idea-spektrum Nr. 43/2006). Und es ist sicher nicht
schwer, irgendwie zu begründen, wie die Taliban uns alle bedrohen. Und auch der
EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, wandte sich klar gegen die
Beendigung des Afghanistan-Einsatzes (z. B. Kölner Stadtanzeiger, 25.10.2006). Dabei wäre es
eine einfache Weisheit, wenn man sich einmal bewusst machen würde: Krieg löst
kein Problem, sondern Krieg bringt immer nur wieder neuen Krieg, weswegen
sich ja auch Jesus von Nazareth eindringlich gegen jede Art von Krieg aussprach.
Doch die Kirchen haben seine Lehre bekanntlich "verbessert", wie es einst
der Großinquisitor im Roman Die Brüder Karamasov von Dostojewski
formulierte.
Lesen Sie dazu auch: Afghanistan:
Deutschland im heimlichen Angriffskrieg
Libanon-Krieg - "Test" für Iran-Krieg?
War es ein gerechter Krieg? Kriegsstimmung in der evangelischen
Kirche
Sowie: Der Theologe Nr. 6 - Die
evangelische Kirche - immer für den Krieg
26.10. / 23.11.2006 - 400
Millionen Euro mehr Kirchensteuereinnahmen - Kirchen jubeln - Jubel
in den Kirchen: Gegenüber dem Jahr 2005 steigen die Kirchensteuereinnahmen wegen
der guten Konjunktur im Jahr 2006 für beide Großkirchen zusammen um ca.
400.000.000 Euro an. Dies geht aus einer aktuellen Statistik der
Kirchensteuereinnahmen in der Zeitschrift idea-spektrum (Nr. 43/06)
hervor. Rechnet man die dort veröffentlichten exakten Daten für die
evangelischen Kirchen von Januar bis Juni bzw. bis August bis zum Jahresende
hoch und multipliziert sie mit dem Faktor "2" (die römisch-katholische Kirche
hat etwa gleich viele Mitglieder), ergibt sich eine Summe von über 400
Millionen, die allerdings durch Kürzungen beim Weihnachtsgeld auch ein klein
wenig niedriger sein könnte. Hinzu kommen die ungebrochenen Staatssubventionen
von ca. 14,15 Milliarden Euro für innerkirchliche Zwecke plus außerordentliche
Zahlungen wie für den Papstbesuch (die kirchlichen Sozialdienste werden mit ca.
10 Milliarden Euro übrigens zusätzlich auch überwiegend vom Staat
bezahlt). Allein die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern nimmt im laufenden
Jahr 30.000.000 Euro mehr ein als erwartet, nachdem man schon im Jahr zuvor
6.400.000 Euro mehr eingenommen hatte als 2004 (Fränkischer Tag, 23.11.2006)
- und das, obwohl die Zahl der Mitglieder gesunken ist.
Während in Deutschland allmählich die neue Armut um sich greift und mancher
Bürger nicht mehr weiß, was er noch kürzen soll, überlegen die Kirchenführer
derzeit, wie sie die Mehreinnahmen anlegen. "Am rigorosen Sparkurs soll aber
festgehalten" werden, schreibt idea. Die Kirchen sind bekannt für ihre
üppigen Rücklagen, frei nach dem der Bibel entlehnten Motto: "Ihr sollt euch
Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost nicht fressen und wo
die Diebe nicht einbrechen und stehlen."
Experten haben einmal errechnet, dass ein Kirchensteuerzahler ein Jahr seiner
Lebensarbeitszeit nur für die Kirche arbeitet und dabei Kirchensteuern bis
zur Höhe des Wertes einer Eigentumswohnung zahlt (siehe auch
www.stop-kirchensubventionen.de).
26.10.2006 - Umbenennung der
Bischof-Meiser-Straße in Nürnberg - Noch keine Entscheidung -
Siehe unten
23.10. / 27.10.2006 - Planen deutsche
Waldbesitzer die Ausrottung des Rotwilds? - Während der Mensch
weltweit die Lungen des Planeten Erde, den Regenwald, vernichtet und damit
zehntausendfaches Artensterben sowie den ökologischen Zusammenbruch der
Zivilisation und millionenfachen Tod und Siechtum vorantreibt, geht es auch in
deutschen Wäldern immer brutaler zu. Obwohl die Mutter Erde Lebensraum für
Menschen, Tiere und Pflanzen sein soll, maßen sich die Menschen in der
kirchenchristlichen Tradition gemäß 1. Mose 1, 28 ("Macht euch die Erde
untertan") und 1. Mose 9, 2 ("Furcht und Schrecken vor euch sei über
allen Tieren auf Erden") die absolute Herrschaft über die Natur und ihre
gnadenlose Ausbeutung für ihren Profit an. "Der Wald muss Gewinn abwerfen",
so z. B. der Revierleiter der römisch-katholischen Stiftung Juliusspital in
Würzburg (Main-Post, 23.10.2006). Geschmälert wird dieser Gewinn nach
Meinung von ausschließlich profitorientierten "Waldbesitzern" vor allem von
Rotwild (Hirschen) und Rehen, die sich im Wald vor den Jägern verstecken müssen und dort natürlich auch
etwas zum Essen brauchen.
Millimetergenau wird von den "Experten" dabei jeder Baum danach abgesucht, ob
vielleicht ein Hirsch oder Reh daran geknabbert hat. Die Untersuchungen sind die
Vorarbeiten für die Hinrichtungsquoten der Wildtiere, die im Anschluss daran festgelegt
werden. In diesem Zusammenhang wurden zuletzt sogar Forderungen laut, Rotwild nur
noch "in eigens definierten Rotwildgebieten zu dulden" (Main-Post,
23.10.2006). Praktisch heißt das: Hirsche, Hirschkühe und ihre Kälber
würden - wie so viele Wildtierarten vorher - in freier Natur ausgerottet und nur
noch in bestimmten Revieren oder Wildparks ertragen. Nur dann, so die dahinter
stehende Logik, würde das Holz der Bäume den maximalen Profit abwerfen. Die
Logik ist die gleiche wie bei der Vernichtung des Regenwalds in anderen
Erdteilen: "Profit für den menschlichen Nutzer, Leiden und Tod der Tiere sind
egal, und ´Nach mir die Sintflut`".
Dabei
sind Hirsche und Rehe (Rotwild und Rehwild) von Natur aus gar keine Waldtiere. Sie lieben die Weite
von Feldern und Wiesen und würden dort auch Nahrung maßvoll zu sich nehmen (nur
das Nötigste - im
Gegensatz zur Völlerei des Menschen und seiner maßlosen Überproduktion von
Fleischbergen und Ekelfleisch). Doch auf jedem
Quadratmeter lauern den Tieren in Deutschland die Jäger auf - am Tag und in der Nacht
und fast zu jeder Jahreszeit. Und ausschließlich profitorientierte Landwirte und
Waldbesitzer gönnen den Tieren im übertragenen Sinn "kein Körnlein", weil sie
dieses dann nicht mehr verkaufen können. Deshalb wird ständig nach den Jägern
geschrieen, weil ein Tier, das etwas isst, automatisch als "Schädling" gilt. Und
mögliche "Futterwiesen" (wo der Landwirt kein so großes Problem hätte) sind
schon lange zu "Totschießwiesen" geworden, weil die Tiere dort am leichtesten
umgebracht werden können. Viele Tiere trauen sich deshalb gar nicht mehr aus dem
Wald heraus. Durch den permanenten Stress der Flucht vor den Jägern brauchen die
Tiere auch viel mehr Nahrung als normalerweise üblich und verbeißen sich auch
deshalb an Bäumen. Außerdem gerät das
sich selbst ökologisch regulierende Fortpflanzungsverhalten der Tiere aus dem Ruder, da der Mensch ständig die
gewachsenen Familienstrukturen zerschießt. Hinzu könnte vereinzelt eine
Geburtensteigerung durch massive Mast einzelner Jäger kommen. Dahinter steckt
meist die Überlegung, möglichst viele Tiere umbringen zu wollen, um mit dem Ertrag des Fleisches
die Jagdpacht bezahlen zu können, für sich
selbst noch einen Profit zu haben und um durch hohe Abschussquoten gut da zu
stehen.
Die Hauptschuld an dieser Entwicklung trägt
die Kirche. Sie hat den Tieren die Gefühle und die unsterbliche Seele
abgesprochen und beschlossen, dass das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") nicht
gegenüber den Tieren gilt (siehe dazu Der Theologe Nr. 7,
Teil 4: Mensch und Tier - Absturz in die Barbarei durch das kirchliche
Christentum). "Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen
gestellt", heißt es im Katholischen Katechismus (Nr. 2417). Doch
was wäre das für ein Gott, der diese bestialische Herrschaft erlaubt und
absegnet? Die Kirche jedoch tut es, und in den Reihen von Jägern, Waldbesitzern
und Landwirten finden sich überdurchschnittlich viele treue Kirchenmitglieder.
Und eine vegetarische Lebensweise ist unter Kirchenmitgliedern nach wie vor
selten oder gar verpönt. Und umgekehrt: Ein großer Teil der Vegetarier, die
nicht mehr die Nachfrage nach Wildfleisch und anderem Fleisch anheizen, sind gleichzeitig
Kirchenaussteiger.
Das jüngste Beispiel für die kirchliche Scheinheiligkeit erlebten die Besucher
der Hubertusmesse im Wiener Stephansdom am 21.10.2006, wo folgende Bitte an den
Kirchengott gerichtet wurde: "Herr, vergib all jenen, welche die Jagd und das
jagdliche Brauchtum nicht verstehen und nicht akzeptieren!"
Doch mittlerweile ist es zudem weltweit spürbar: Die Erde, die Natur und alle
Lebensformen gehorchen dem egoistischen Tyrannen Mensch und seinen kirchlichen Segensspendern
nicht mehr. Der Mensch hat sich die Mutter Erde, seinen besten Freund, zum Feind
gemacht. Jetzt schlägt die Erde zurück. Und der Mord an den Tieren führt immer
mehr zum Tod der Menschen. Die Apokalypse hat bereits begonnen ...
PS: Einen kleinen Gegenpol haben
einige Landwirte aufgebaut, die auch mit
einer Stiftung zusammenarbeiten, die wieder Lebensraum für Tiere erwirbt, wo
diese nicht gejagt und erschossen werden und wo sie genügend Nahrung finden
22.10.2006 - Ökumenisches Jubiläum in
Bamberg: 1000 Jahre Bistum und evangelisch-lutherische Kirche St. Stephan - kein
Grund zum Feiern -
Was sind die Hintergründe?
19.10.2006 - Pädophiler
Priester brachte US-Abgeordneten Mark Foley als Kind auf die falsche Bahn
- Der republikanische Spitzenpolitiker Mark Foley, der minderjährige
Kongressgehilfen mit E-Mails sexuell belästigt hatte, ringt um Verständnis. Er
selbst "sei in seiner Jugend von einem katholischen Priester missbraucht worden"
(Spiegel online, 19.10.2006), so seine Beichte. Auch der Priester trat
mittlerweile die Flucht nach vorne an. Anthony Mercieca (72) gibt zu, er habe
"dem minderjährigen Mark Foley ´einige falsche Dinge` in Bezug auf Sexualität
beigebracht". Mark Foley war Ministrant und gelangte so in das Umfeld des
pädophilen Priesters. Obwohl Priester mittlerweile zu den Hauptrisikogruppen für
solche Verfehlungen oder Verbrechen gehören, gibt es noch immer Eltern, die ihre
Kinder dazu erziehen, Ministranten zu werden. Damit setzen sie die Kinder
bewusst einem verhältnismäßig hohen Risiko aus, missbraucht zu werden. 4-6 % der
Priester seien pädophil veranlagt, und manche Insider schätzen den Anteil sogar
zwischen 20 und 25 %. Die Dunkelziffer ist wohl erheblich. Doch viele zunächst
harmlos scheinende Priester entpuppten sich bereits als sexuell unkalkulierbare
Zeitbomben. Eine katholische Mutter fasste ihre Erleichterung über die
einigermaßen gelungene Sozialisation ihres Kindes in die Worte: "Ich bin froh,
dass mein Sohn nie Ministrant war" (Tagesspiegel, 25.2.2002).
11.10.2006 - Einzelhandel
in München - 20 % Umsatzeinbußen bei Putin, bis zu 60 % beim Papst / Weiter
jährlich 300 Millionen Euro Staatsgelder für katholische Theologenausbildung -
trotz massiv gesunkener Studentenzahlen - Die Absperrungen während
des Staatsbesuchs von Wladimir Putin in München bringt für den Handelverband
BAG-Bayern das "Fass zum Überlaufen". Es werden Umsatzeinbußen von etwa 20 %
erwartet. Doch wer hat das Fass an den Rand des Überlaufens gebracht? "Beim
Papst-Besuch gab es in vielen Branchen Umsatzeinbußen von bis zu 60 Prozent", so
klagt z. B. Wolfgang Fischer vom Geschäftsleute-Verbund CityPartner
(Münchner Merkur, 11.10.2006).
Doch Wladimir Putin bringt wenigstens
Aufträge für die Wirtschaft mit, der Papst brachte nichts - er holt sich nur
Geld für seine Kirche.
So muss Deutschland aufgrund des Konkordats des Deutschen Reichs von 1933 mit
dem Vatikan z. B. jährlich über 300 Millionen Euro für die
römisch-katholischen Fakultäten an den Universitäten und die Gehälter der
Theologieprofessoren zahlen. Aufgrund massiv gesunkener Studentenzahlen hätte
jeder normale Mensch den aufgeblähten Theologen-Apparat längst schlanker
gestaltet. Doch Deutschland darf nicht. Es hat sich im Konkordat unter Adolf
Hitler in diesen Angelegenheiten dem Vatikan unterworfen und darin festgelegt,
hier nur mit
Zustimmung der Kirche handeln zu dürfen. Nun wird es Zeit, das Erbe Adolf
Hitlers auch in diesem Bereich zu beenden und das Konkordat zu kündigen.
9.10.2006 - Clemens August
Kardinal von Galen, ein Kreuzzugs-Prediger im 2. Weltkrieg, ist jetzt seit einem
Jahr selig.
Lesen Sie dazu
www.theologe.de/kardinal_von_galen.htm.
7.10. / 26.11.2006 -
Von schwer kranken Patienten genervt? Engagiertes evangelisches Gemeindemitglied
brachte vier, fünf, sechs oder mehr Menschen um -
Lesen Sie die Meldung in
"Der Theologe Nr. 24"
4.10.2006 - Evangelische und katholische Heime in der
Bundesrepublik - ein Ort von Leiden und Qualen - Lesen Sie die
Meldung in
"Der Theologe Nr. 24".
30.9. / 13.10.2006 - Evangelischer
CDU-Generalsekretär macht Islam für Gewalt verantwortlich und verschweigt die
Verantwortung des kirchlichen Christentums - "Das
Problem religiös motivierter Gewalt ist heute fast ausschließlich ein Problem
des Islam", so der neue Vorwurf des evangelischen CDU-Spitzenpolitikers. Außerdem
fühle er sich von den Moslems beleidigt, wenn er ihnen als "Ungläubiger" gilt
(Netzeitung, 30.9.2006). Nicht beleidigt ist er allerdings, dass ihm die
katholische Kirche nicht einmal zugesteht, einer "Kirche" anzugehören, da der
Vatikan die Evangelischen nicht als Kirche anerkennt (siehe
unten). Auch geht der Generalsekretär der CDU in seiner Frontstellung gegen den Islam darüber
hinweg, dass die Kriege der USA gegen Länder der islamischen Welt zu
einem großen Teil religiös motiviert sind. So hat der evangelische Präsident George
W. Bush z. B. vor dem Irak-Krieg angeblich von Gott den Auftrag dazu erhalten,
und die meisten Mitglieder der US-Regierung bekennen sich zu ihrem überzeugten
protestantischen Glauben. Ca. eine halbe Million Tote soll dieser Krieg und
seine Folgen bisher gefordert haben (nach Angaben des
US-"Verteidigungsministeriums" Pentagon sind es höchstens 50.000), der mit Lügen
begründet wurde (siehe
http://www.netzeitung.de/spezial/irak/445891.html). Viele moslemische
Zivilisten wurden dabei in Einzelfällen von kirchenchristlichen Eroberern
kaltblütig ermordet (Siehe z. B.
http://focus.msn.de/politik/ausland/irak_nid_36983.html). Und auch die CDU-Bundestagsabgeordneten
in Deutschland stimmten 1999
einstimmig für die Bombardierung Jugoslawiens und holten sich dabei den Segen
ihrer Kirche (vgl. dazu den Artikel "Weg mit dem scheinheiligen ´C`! - CDU
soll sich nicht christlich nennen";
http://www.das-weisse-pferd.com/99_12/cdu_scheinheilig.html). Ebenso war
es 2002 bei dem Angriff auf Afghanistan, wo man mithalf, die islamistische
Taliban-Regierung weg zu bomben. Jetzt wies die Entwicklungshilfe-Ministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul darauf hin, dass die Taliban durch das teilweise
brutale Verhalten der kirchengläubigen Besatzer in der Bevölkerung immer mehr
Zulauf gewinnen (siehe
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/telegramm/Newsticker,rendertext=901474.html).
Und schließlich ist es das Vorbild von Ronald Pofallas
Glauben, Martin Luther, der wie kaum ein anderer zur Gewalt im Namen der
Religion aufrief (siehe dazu Der Theologe Nr. 3). So forderte Martin Luther z. B. wörtlich: "... weil die Christen ...
ein jeglicher von seiner Obrigkeit, zum Streit wider die Türken gefordert und
berufen werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen Untertanen (wie sie
denn gewisslich tun, so sie rechte Christen sind) und mit Freuden die Faust
regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie
immer mögen, weil sie eine Ader regen können ... werden sie darüber
erschlagen, wohlan, so sind sie nicht allein Christen, sondern auch gehorsame,
treue Untertanen gewesen, die Leib und Gut in Gottes Gehorsam bei ihren
Oberherrn zugesetzt haben. Selig und heilig sind sie ewiglich"
(Eine Heerpredigt wider den Türken, D. Mar. Luther. Anno 1529; Tomos
4, S. 494 b-496). Bis heute hat sich die
evangelische Kirche z. B. nicht von Martin Luther distanziert, der zudem die
Todesstrafe für Juden (wenn sie ihren Glauben in der Öffentlichkeit
praktizieren) und Andersgläubige forderte und vielfach
durchsetzte. Die Kirche ehrt ihn aber wie eh und je als "großen Deutschen" und "Vorbild im
Glauben".
Hinzu kommt die subtile Gewalt der Diskriminierung und Ausgrenzung religiöser
Minderheiten in Deutschland, die überwiegend "religiös motiviert" ist
(Konkurrenz für die Kirchen), denn die Betroffenen stehen oftmals oder gar meistens loyal zum
Staat und haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Siehe dazu
Der Theologe Nr. 12 und den zutreffenden
Bericht des US-Außenministeriums über die
Einschränkung der Religionsfreiheit in Deutschland.
Schließlich unterschlägt der evangelische
CDU-Spitzenpolitiker auch die Praxis von einzelnen israelischen Siedlergruppen
im Nahen Osten, die sich mit Gewalt bestimmte Landstriche von den Moslems holen
wollen, weil es ihnen im Alten Testament so versprochen wurde (siehe dazu
Der Theologe Nr. 26).
Nicht erwähnt von Roland Pofalla wird in diesem Zusammenhang auch, dass in gemischt-religiösen Ländern wie
Indonesien die Gewalt gegen den Andersgläubigen gleichermaßen von Moslems
und Kirchenchristen ausgeht (siehe unten). Und
es gäbe noch viele Beispiele mehr. Doch es passt natürlich einfacher in ein
Schwarz-Weiß-Weltbild, wenn man wie der CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagt:
"Das Problem religiös motivierter Gewalt ist heute fast ausschließlich ein
Problem des Islam." So wird mit der Zeit ein immer explosiveres Szenario herauf
beschworen, begleitet von der Melodie: "Wir können nichts dafür, schuldig sind die
Moslems."
PS: Mittlerweile haben Anhänger der regierungstreuen dänischen Volkspartei
DVP, deren Mitglieder überwiegend auch Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirche
sind,
den Propheten Mohammed als urinierendes Kamel dargestellt. Zur Erinnerung: Für
Moslems gilt bereits eine einfache bildhafte Darstellung oder eine Film, in dem
Mohammed durch einen seriösen Schauspieler dargestellt wird, als eine Verletzung
des religiösen Empfindens. Die DVP beschimpfte die Moslems im obigen
Zusammenhang als "Menschen, die sich ganz offensichtlich auf einem
zivilisatorischen, kulturellen und geistigen Niveau des Jahres 1005 statt 2005
befinden" (Netzeitung, 8.10.2006). Und in Deutschland soll ab Dezember
2006 in der Deutschen Oper wieder der Kopf Mohammeds abgeschlagen werden. Im
kirchenchristlichen Abendland wird gerade getestet, wie weit man mit seiner Arroganz und
Dekadenz noch gehen kann. Mittlerweile hat sich der dänische Ministerpräsident
Rasmussen jedoch scharf von der Mohammed-Darstellung aus den Reihen der DVP
distanziert.
Lesen Sie dazu auch den Artikel Die Kreuzzüge sind noch lebendig (http://www.das-weisse-pferd.com/01_11/kreuzzuege.html).
28.9. / 29.9.2006 - Drahtzieher polarisieren
weiter gegen Islam - Deutschlands größte Zeitung Bild
veröffentlicht nun den abgeschlagenen Theater-Kopf Mohammeds auf Seite 1. Dazu die
Überschrift Warum kuschen wir vor dem ISLAM?, obwohl noch kein einziger
Moslem sich bisher offiziell beschwert hat. Gleichzeitig wird die ARD
dafür kritisiert, dass sie einen "Thriller über kriminelle Türken" in das
Nachtprogramm verbannt hat (27./28.9.2006), bei dem "die Familie des braven
Deutschen Felix Laub" "zerstört" wird, und über den die Katholische
Nachrichtenagentur KNA urteilt: "Der Film zählt zu den herausragenden
Fernsehereignissen des Jahres" (27.9.2006).
Das ganze brandgefährliche "Spiel" um den Kopf Mohammeds in
Deutschland ist
bislang ausschließlich hausgemacht, allerdings mit ständigen Provokationen, so
dass es wohl eine Frage der Zeit ist, bis jemand sich tatsächlich provozieren lässt.
Dann könnten die Provokateure wieder mit dem Finger auf "diese intoleranten
Fanatiker" zeigen.
Auf derselben Titelseite von Bild findet sich auch das Foto eines lächelnden Joseph
Ratzinger mit seinem Sekretär Georg Gänswein, der ihm gerade die Mütze wechselt;
dazu die Überschrift: Unser Papst ganz wohl behütet. Die
Drahtzieher im Hintergrund arbeiten offenbar immer stärker auf eine
Polarisierung hin. Wir sind Papst - mit dieser Schlagzeile versuchte
Bild bereits im Jahr 2005, die ganze Nation hinter das katholische Kirchenoberhaupt
zu stellen, und bis heute gilt er vielen Medien als "unser Papst" (siehe dazu unsere
Distanzierung von Benedikt XVI.).
Joseph
Ratzinger
hatte vor 16 Tagen mit der unkommentierten Zitierung, Mohammed habe an Neuem nur
"Inhumanes und Schlechtes" gebracht, den Auftakt der
Provokationen gemacht. Und seine versöhnlich klingenden Ergänzungserklärungen
blieben mehrdeutig. Benedikts Anhänger Edmund Stoiber, CSU-Vorsitzender in
Deutschland und seit dem Bayern-Besuch von Joseph Ratzinger im katholischen
Aufwind, legte ebenfalls noch einmal nach: "Für was sollte sich der Papst
entschuldigen? Ich würde mir wünschen, dass sich diejenigen entschuldigen, die
gegen den Papst gehetzt und Gewaltausbrüche provoziert haben!" (Bild, 28.9.2006)
Außerdem "sollte in deutschen Moscheen zumindest auch deutsch gesprochen und auf
deutsch gepredigt werden." Ob die "Ratschläge" der deutschen Politiker
an die Moslems von diesen wohl "richtig" verstanden werden?
27.9. / 19.10.2006 - Kirchliche Politiker
kritisieren Absage der Oper mit enthauptetem Kopf Mohammeds und anderer
Menschheitslehrer - Die deutsche
Regierung und vor allem die sich zu Unrecht "christlich" nennende CDU
kritisieren derzeit mit aller
Schärfe die Absage einer Oper in Berlin, an deren Ende man den
abgeschlagenen Kopf Mohammeds (neben dem von Poseidon, Buddha und Jesus) auf der Bühne
zeigt. "Inakzeptabel und lächerlich" sei die Absetzung, so der
römisch-katholische Innenminister Wolfgang Schäuble. Der ebenfalls
katholische CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer warf der Deutschen Oper sogar
"pure Feigheit" vor. Und die evangelisch-lutherische Pfarrerstochter
und Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte das Verhalten der Deutschen Oper
sogar als "unerträglich". Es ist allerdings fraglich, ob die
Reaktionen auf die Absage genauso heftig ausgefallen wären, wenn auch Mose, der
dem Judentum als Religionsstifter gilt, mit geköpft worden wäre. Insgesamt
scheint es so, als ob die Politiker der islamischen Welt
ihr Land und ihre Kultur als mögliches Feindbild geradezu aufdrängen wollten, obwohl sie dazu
verpflichtet wären, Schaden von ihm abzuwenden. In moslemischen Ländern wird
nämlich bereits eine normale Abbildung
Mohammeds oder seine Darstellung durch einen Schauspieler abgelehnt. Die von der
deutschen Regierung ausgesuchten "handverlesenen" Vertreter
der Muslime in Deutschland (von den 15 geladenen Moslems gehören nur vier zu den
vier größten islamischen Dachverbänden; siehe
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,439389,00.html) und die Bundesregierung
selbst wollen jedoch, dass die Oper
wieder aufgeführt wird, und sie möchten sich die Inszenierung zusammen ansehen.
Die Besonnenheit der Intendantin, die das Stück nach dem Eklat um Benedikt XVI.
(siehe unten) vorsorglich vom Spielplan nahm, wird unterdessen
immer mehr zur Staatsaffäre, und sie muss um ihren Arbeitsplatz fürchten. Das
Land Berlin will die Oper unbedingt wieder aufführen, und man hofft auf eine
Initiative, an der sich auch die Kirchen beteiligen (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,439592,00.html).
Das intellektuelle Theater-Deutschland rüstet sich zum Kampf der Kulturen, und
vermutlich muss bald ein Großaufgebot an Polizei und Sicherheitskräften die
schauspielerische Enthauptung von Mohammed, Buddha und Jesus und das Zeigen der
gerollten Köpfe absichern. Damit zündelt man jedoch direkt über einem Pulverfass, und man
fordert das Schicksal geradezu heraus. Die von den (im Vergleich zur
Enthauptungsszene eher harmlosen) Mohammed-Karikaturen ausgelösten weltweiten Unruhen könnten nämlich für
diejenigen eine Warnung sein, die selbstzufrieden glauben, es wieder
besser zu wissen. Dieses Pulverfass wurde im kirchlichen Abendland im Laufe von
Jahrhunderten entscheidend mit aufgefüllt. Denn die Kirche ließ früher Muslime und
andere Andersgläubige zu Millionen tatsächlich köpfen oder anderweitig hinrichten
(siehe z.
B. www.kirchenopfer.de).
Und in der Gegenwart sind es ebenfalls die Oberlehrer in Politik und Kirche,
die das Atomwaffenlager in bestimmten Ländern des Abendlandes befürworten.
Sollte jedoch eine islamische Republik wie Iran im Verdacht stehen,
den Besitz derselben Waffen anzustreben, legt man einen anderen Maßstab an und droht
mit Sanktionen oder gar mit Krieg. Mit dem christlichen Glauben und mit dem
Pazifisten Jesus (der lehrte: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das
tut ihr ihnen zuerst" bzw. sinngemäß "Was du nicht willst, das man dir tu, das
füg´ auch keinem anderen zu!") hat das nichts zu tun.
PS: Und was nützt langfristig ein Atomwaffensperrvertrag, wenn er zuallererst von den so genannten Atommächten selbst nicht eingehalten wird? Artikel 6 sieht nämlich vor, dass die Länder, die völkerrechtlich "legal" über Atomwaffen verfügen, abrüsten müssen. Doch das geschieht nicht. Stattdessen bauen diese Staaten überwiegend ihre militärischen Vormachtstellungen aus (und arbeiten z. B. wie die USA an einer immer weiteren Präzisierung von Atombomben). Damit verlieren sie aber auch das moralische Recht, gegen andere Länder, die ebenfalls nach Atomwaffen streben, vorzugehen. Und so wird insgesamt ein furchtbares apokalyptisches Szenario aufgebaut.
Im Abendland kritisiert man jedoch nicht nur Mohammed, sondern man verhöhnt auch Jesus von Nazareth, der
von der Kirche ständig als geschundene
Leiche am Kreuz dargestellt wird, obwohl er dort schon lange nicht mehr hängt
(zur tiefenpsychologischen Bedeutung des
Kruzifix siehe www.theologe.de/theologe2.htm#Kruzifix).
Die drei abgeschlagenen Köpfe von Jesus, Buddha und Mohammed in der Oper könnten
schließlich auch ein
Symbol dafür sein, dass man weltweit gerade dabei ist, den friedfertigen Kern
ihrer Lehren zu köpfen und ganz allmählich auf einen möglichen Weltenbrand hinsteuert, für
den man dann natürlich "die andere Seite" verantwortlich machen würde, nicht sich
selbst (PS: In der ursprünglichen Fassung der Oper Idomeneo von Wolfgang Amadeus
Mozart werden die Propheten gar nicht geköpft. Es ist eine Hinzufügung des
Berliner Regisseurs Hans Neuenfels).
So beklagen die
katholischen und evangelischen Politiker heute schon die fehlende Toleranz in
moslemischen Ländern. Dabei übt man sie gegenüber friedfertigen religiösen
Minderheiten im eigenen Land auch nicht. Dies gilt vor allem für das Land Berlin, wo der Staat auch
unbescholtene und zum Staat loyale Gemeinschaften diskriminiert und
bekämpft (siehe unten z. B. "Berlin - Hauptstadt der Intoleranz" in
unserer Meldung
vom 17.9.2006). Die kirchlichen Politiker sollten also lieber damit beginnen, vor der
eigenen Türe zu kehren anstatt den Moslems Ratschläge zu geben, die man
selber nicht erfüllt.
23.9.2006 / 4.5.2007 - Das Spiel von Politik, Militär und Wissenschaft mit dem Feuer: Massive Warnungen
werden ignoriert
- Die gegenwärtige Generation zündelt mit der Existenz dieser Zivilisation.
Atomkraft sei sicher, hieß es bis zum Unglück von Tschernobyl. Trotzdem will
die "christliche" Union in Deutschland weiter auf Atomkraft setzen, evtl., bis
es wieder heißt: "Hoppla, diese Brennstäbe ..." Ähnliches geschieht bei
der Gentechnologie. Erst kürzlich entwickelten sich freiwillige
"Versuchsmenschen" in Minuten zu Monstern (so schwoll der Kopf auf dreifache
Größe an), weil ihr Körper sich gegen das gentechnisch veränderte Medikament
aufbäumte. Dabei hätte eigentlich nichts passieren dürfen, so die
Wissenschaftler, die weiter glauben, Gene ohne Schaden einfach verändern zu
können.
Und auch die Militärs glauben, ohne schwere Schäden zündeln zu können: 1999 half man mit,
Jugoslawien anzugreifen und zu
bombardieren, 2001 griffen auch deutsche Flieger Afghanistan an. Heute zahlen wir Milliarden an
Folgekosten vor Ort. Die den Kriegen zugrunde
liegenden Probleme hat man jedoch nicht gelöst, die Kessel brodeln weiter. (PS:
US-Soldaten sollen zudem Gefangene in Afghanistan gefoltert und ermordet haben; siehe
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438858,00.html;
der Krieg gilt unter Experten schon jetzt als kaum mehr zu gewinnen; die
Ausgaben würden damit in ein Milliardengrab fließen; vgl.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,439688,00.html).
Die
Vorschläge des großen Friedensstifters Jesus von Nazareth (z. B. "Alles, was ihr
wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen zuerst") hält man in
Politik und Militär ohnehin für utopisch. Trotzdem missbraucht man dort weiter seinen Namen (z. B.
durch die Bezeichnung "christlich"). Und die Probleme bauen sich wieder auf.
Beispiel Libanon. Die Bundeswehr ist mit 1.000 Soldaten gerade
dorthin unterwegs, um im Auftrag der UNO die Nachschub-Bewaffnung der islamistischen
Hisbollah-Armee auf dem Seeweg militärisch zu unterbinden (was wohl auch Millionen oder
langfristig
Milliarden kostet). Und ein paar Dutzend
römisch-katholische und evangelisch-lutherische "Militärseelsorger" (früher
nannte man sie "Feldgeistliche") sind mit ihren Bibeln auch wieder mit an Bord. Vor
mehreren Hunderttausend begeisterten Anhängern in Beirut hat jetzt Hisbollah-Chef
Nasrallah öffentlich den Eintritt Deutschlands in den
Nahost-Konflikt kritisiert und der Rechtfertigung von Angela Merkel
widersprochen, der Militäreinsatz
Deutschlands diene der "Sicherheit Israels" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438719,00.html).
Auch
Syriens Staatschef Assad bezeichnete das militärische Eingreifen der Deutschen in
den Nahost-Konflikt als sinnlos und den Erfolg als unmöglich, da die Hisbollah die
"Unterstützung des Volkes" besitze.
Durch das Eingreifen Deutschlands
in den unterschwellig weiter schwelenden Nahost-Krieg und die Äußerungen des deutschen
Papstes über den Propheten Mohammed ist Deutschland erstmals mit ins Zentrum der
weltweiten Auseinandersetzungen gerückt.
Schwere Krise auch in der Verkehrspolitik: Man entwickelte das "sicherste Verkehrsmittel der
Welt", angeblich 700 mal sicherer als der normale Straßenverkehr. Der Transrapid
kann sogar computergesteuert fahren, Lokführer nicht notwendig. Alles wird von
einer Leitzentrale gesteuert, ein automatisches Bremssystem bei Hindernissen
soll im regulären Fahrbetrieb hinzu kommen. Im
Normalbetrieb soll der Zug bis zu 500 km/h auf der Erdoberfläche entlang schießen können, frei
nach dem Motto "Augen zu, beten und durch". Jeder Autofahrer weiß aber, dass es ab
ca. 130 km/h kritisch wird und allerhöchste Konzentration erforderlich ist.
Bereits im letzten Winter stießen zwei Wartungsfahrzeuge auf der Transrapid-Strecke
bei Glatteis zusammen. Und vor
einem Monat fingen die Bordbatterien im Transrapid in Shanghai während der Fahrt
zu brennen an. Warnungen und nicht sehr Vertrauen erweckend im Hinblick auf den
Sachverhalt, dass der Transrapid in München z. B. mehrere Kilometer durch einen
Tunnel fahren soll.
Der Zusammenstoß des Transrapid mit einer Wartungs-Lok auf der Versuchsstrecke
im Emsland forderte zuletzt 23 Tote. Der von der "Anti-Transrapid-Einwendergemeinschaft"
beauftragte Gutachter Martin Vieregg aus Unterschleißheim warnt zudem massiv vor
dem elektrischen Bremssystem des Transrapid. Bei einem Stromausfall würde dieses
nämlich komplett lahm gelegt. "Diese Bahn würde dann mit voller Geschwindigkeit
in einen der beiden Endbahnhöfe einfahren und dort zerschellen." In diesem
Zusammenhang wurden z. B. auch die "eklatanten Risiken" der Notkufen kritisiert
(dpa, 3.5.2007).
Allgemein könnte man sagen: Schlägt man Warnungen
in den Wind, baut sich in der Regel das nächste Ereignis auf ...
23.9. / 26.9.2006 - Trotz Audienz für Moslems: Katholische Kirche verlangt Unterwerfung aller Menschen unter den Papst für die Erlangung des Heils - Im Zuge der Beschwichtigung von Moslems übte sich der Vatikan und katholische Würdenträger zuletzt gelegentlich in einer Art "Kuschel-Pädagogik". Doch es ist fraglich, ob das Fass, das Benedikt XVI. in der Regensburger Universität aufgemacht hat, wieder so leicht zu schließen ist. In diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis auf den nach römisch-katholischer Lehre unfehlbaren Lehrsatz wesentlich, der lautet: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig." So z. B. der Lehrsatz Nr. 430 aus dem Standardwerk von Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche. Immerhin hätte Benedikt XVI. die historische Chance, mit dem Un- und Wahnsinn seiner Kirche aus vielen Jahrhunderten endlich aufzuräumen und schlicht zu verkünden: "Ich erkläre diesen Lehrsatz für ungültig" (... und gleich ein paar Dutzend weitere auch). Man muss aber kein Prophet sein, um zu prophezeien, dass er wohl nicht das Geringste von dem widerrufen wird, was die Kirche bis heute lehrt. Auch die Audienz für muslimische Religionsführer in Castelgandolfo hat daran nichts geändert (vgl. dazu den Artikel Drewermann kritisiert Islam-Gipfel beim Papst unter http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,439334,00.html). Doch dann sollte man sich auch keine Illusionen machen über den Stuhl Petri und seine Funktion im Weltgeschehen. Doch das Problem ließe sich auch von einer anderen Seite her lösen, nämlich durch massive Kirchenaustritte. Wenn z. B. alle Katholiken austreten, die nach der Lehre ihrer Kirche nach ihrem Tod ohnehin ewig verdammt sind (siehe www.theologe.de/glaubenstest.htm; in Deutschland wären das mehrere Millionen), dann könnte der Papst nicht mehr für sich in Anspruch nehmen, für das kirchliche Abendland zu sprechen. Er wäre dann nur noch eine Art "Sektensprecher" für eine römisch-katholische Minderheit, und die moslemische Welt bräuchte seinen Aussagen nicht mehr so viel Bedeutung beizumessen.
22.9.2006 - Die Entwicklung geht
immer weiter: Gigantischer Reichtum weniger - Armut für die meisten -
Jesus von Nazareth lehrte die Gleichheit, und die Urchristen lehrten das Gebote
"Bete und arbeite" und eine gerechte Verteilung aller Güter. Im der vom
Protestantismus dominierten USA und in anderen Ländern des kirchenchristlichen
Abendlandes wird das Gegenteil praktiziert. Die Anzahl der Milliardäre
einerseits und der Hungernden andererseits steigt ständig. In den USA finden
sich jetzt auf der neuen Liste der 400 am besten verdienenden Personen nur noch
Milliardäre. Millionäre schafften es nicht mehr unter die Top 400. Alleine diese
400 Personen verdienen im Namen der "Freiheit" pro Jahr 1,25 Billionen Dollar
(Focus online, 22.9.2006). Und auch der Vatikan häuft unermessliche Schätze
an, z. B. den zweitgrößten Goldschatz nach den USA
(siehe
http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.htm). Der
Mittelstand stürzt weltweit mehr und mehr ab. Auch in Deutschland wird es so
praktiziert: Die Gehälter der für den Niedergang maßgeblich mitverantwortlichen
Wirtschaftsbosse steigen astronomisch (Erhöhungen um 30 %, 50 % oder gar
Verdoppelung oder Verdreifachung von Gehältern), beim Bürger wird Jahr für Jahr
gnadenlos gekürzt, und die Schere geht immer weiter auseinander. PS: Auch hier haben
sich die beiden Großkirchen mit einem Vermögen von ca. 500 Milliarden Euro
(Carsten Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland, Aschaffenburg
2002), klar auf einer der beiden Seiten eingebunkert. Versucht ein Land,
dagegen vorzugehen, drohen die Reichen, einfach in ein anderes Land abzuwandern.
Viele hängen sich an den Trend bei den Top-Verdienern an und versuchen,
hinterher zu schwimmen (Spitzensportler, Politiker, die nächst untere Schicht
der Bosse, Prominente, auch kirchliche Führungskräfte). Die Mehrheit der Bürger
in Deutschland droht allerdings langfristig in Existenznot und Armut abzusinken.
Gemeinschaften, die an das Urchristentum anknüpfen und wieder nach den
"Prinzipien Freiheit, Gleichheit, Einheit, Geschwisterlichkeit, Gerechtigkeit"
(z. B.
http://www.das-weisse-pferd.com/02_01/bethlehem.html) leben wollen,
werden in Deutschland als "Sekten" diskriminiert und verfolgt.
22.9. / 26.9.2006 - Ausschreitungen in
Indonesien nach Hinrichtung von drei Katholiken - In Indonesien
liefern sich Katholiken (ca. 4 % der Bevölkerung) und Protestanten (ca. 8 %)
einerseits und Moslems andererseits (ca. 87 %) seit Jahren furchtbare Gemetzel mit zahllosen Toten.
Jetzt wurden auf der Insel Sulawasi drei
Katholiken hingerichtet, die
dafür verurteilt wurden, im Jahr 2000 Übergriffe auf Moslems entscheidend mit angezettelt zu
haben, die zu Ausschreitungen zwischen Muslimen und Kirchenchristen führten (ca. 1.000 Tote).
Nun kam es erneut zu Gewaltexzessen aufgebrachter Kirchenanhänger mit
Brandstiftungen, Plünderungen von Läden, die Moslems gehören, sowie Attacken gegen staatliche Gebäude
(dpa, 22.9.2006). Papst Benedikt XVI. hatte vergeblich versucht, die Hinrichtungen
der drei zu verhindern, die gesagt hatten, sie seien unschuldig. Ob das
Kirchenoberhaupt auch die Gewaltexzesse der Katholiken verurteilt hat, ist nicht
bekannt.
Wird dabei in Indonesien
ein endzeitliches Szenario vorweg genommen, das bald auch auf andere Länder
übergreift? Jede Seite rechtfertigt neue Massaker und
gewalttätige Übergriffe dabei auch mit den Massakern und gewalttätigen
Übergriffen der anderen Seite und übt Rache. Die darin verwickelten Mitglieder der
römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Kirche sollten sich als erstes
ausdrücklich von Jesus von Nazareth distanzieren, und sich stattdessen sinngemäß zu
folgendem bekennen: "Wir
stehen in der Tradition der Päpste, die Krieg und Gewalt als mögliches Mittel
der Auseinandersetzung befürworteten, und von Martin
Luther, der im Konfliktfall auch Massaker befürwortete, und wir bekennen uns
zur Lehre vom ´gerechten Krieg`, so wie er im Katholizismus und Protestantismus
bis heute geglaubt wird. Doch mit Jesus, dem Christus, haben wir nichts zu tun."
Dies wäre auch ein deutliches Signal an die islamische Welt, dass einerseits
Kirche, Vatikan und Luthertum und andererseits christlicher
Glaube in der Nachfolge des Jesus von Nazareth im Kern Gegensätze sind.
PS: Welche Macht die Kirche in Indonesien - trotz der
zahlenmäßigen Übermacht der Moslems -
teilweise hat, zeigt auch folgendes Beispiel aus dem Jahr 2005: Ein Mann, der
eine römisch-katholische Hostie nicht während der Veranstaltung zerkaute und
schluckte, sondern mit nach außen nahm, wurde beobachtet, denunziert,
festgenommen und zu acht Jahren Haft verurteilt.
PS: Auch Moslems wurden aufgrund der Unruhen aus dem Jahr 2000 verurteilt und
erhielten bis zu 15 Jahren Haft.
20.9.2006 - Wegen Kritik am
Papst: CSU-Chef Edmund Stoiber schließt Türkei aus Europa aus -
Erneut hat der CSU-Ministerpräsident aus Bayern die islamkritischen Äußerungen von
Papst Benedikt XVI. verteidigt. Er meldete sich aus dem oberfränkischen
katholischen Kloster Banz zu Wort und kritisierte seinerseits islamische
Politiker aus der Türkei wegen deren Kritik an Joseph Ratzinger, dessen Besuch
in Bayern für Stoiber "vielleicht ein Jahrtausendereignis" war. Aus der
Haltung der türkischen Politiker spreche "eine große geistige und kulturelle Distanz zu unserer
europäischen Werteordnung", so der römisch-katholische deutsche
Spitzenpolitiker, der im Jahr 2002 beinahe Bundeskanzler geworden wäre.
Gleichzeitig nimmt Stoiber den Konflikt zum Anlass, die Türkei inoffiziell aus
Europa auszuschließen. Im Gegensatz zur völkerrechtlichen Einteilung der
Kontinente erklärt der überzeugte Katholik wörtlich: "Die Türkei ist nicht
Europa – und die Türkei gehört nicht nach Europa!" (Focus online,
20.9.2006) Der Kampf der Religionen ist in vollem Gang.
Um im 16. Jahrhundert das Eindringen der Türken nach Mitteleuropa zu stoppen,
rief Martin Luther zu Krieg und Massakern auf,
um die Vorherrschaft der Kirche zu erhalten.
PS: In Deutschland lebt eine Minderheit von ca. 3 % türkischstämmigen Moslems.
Vgl. dazu die Idee eines geeinten
römisch-katholischen Europa unter der Oberhoheit des Papstes in Rom.
Sowie den Sachverhalt, dass die Europäische
Verfassung vor zwei überlebensgroßen Papst-Statuen unterzeichnet wurde.
Und siehe dazu auch unsere Distanzierung von Benedikt XVI.
20.9.2006 -
Papst verweigert den
Evangelischen die Bezeichnung "Kirche"
- Dass die
katholische und die evangelischen Kirchen nicht "christlich" sind, wurde
vielfach nachgewiesen (z. B. auch in
Der Theologe Nr. 25).
Dass die Katholiken ihrerseits den Protestanten aber sogar die Bezeichnung
"Kirche" absprechen, wird von diesen meist verdrängt. Jetzt hat der
Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Peter
Steinacker, anlässlich des Papstbesuches in Bayern wieder einmal daran
erinnert. Steinacker wörtlich: "Seine [Benedikts] Formulierung ´unsere
Freunde aus den verschiedenen Traditionen der Reformation` scheint freundlich zu
klingen, ist in Wahrheit aber die diplomatische Vermeidung des Begriffs Kirche.
Diesen Status billigt der Papst den Kirchen der Reformation nicht zu"
(idea-spektrum Nr. 38/2006).
Zwar wurde in der "Gemeinsamen Erklärung" beider
Großkirchen zur "Rechtfertigungslehre" aus dem Jahr 1999 kryptisch formuliert,
die Evangelischen seien bei den katholischen Verurteilungen aus dem 16.
Jahrhundert nicht mehr gemeint, obwohl sie damals gemeint waren. Doch es blieben
genügend andere Verurteilungen, so dass nach aktueller römisch-katholischer
Lehre die Protestanten nach ihrem Tod in die ewige Hölle müssen, auch wenn
der evangelisch-lutherische Innenminister Bayerns, Günther Beckstein, eigens für
den Papst die Autobahn bei Regensburg sperren ließ. Es nützt ihm nichts. Zwei
maßgebliche Lehrsätze, die dieses belegen, finden sich z. B. in dem
römisch-katholischen Standard-Lehrwerk Der Glaube der Kirche:
Lehrsatz Nr. 381 und
Lehrsatz Nr.
369.
17.9.2006 - Außenministerium der USA besorgt über
Religionsfreiheit in Deutschland - Als die USA nach dem 2. Weltkrieg
die Bundesrepublik Deutschland mit aufbauten, war die Religionsfreiheit dabei
ein wesentlicher Baustein. Auch im Grundgesetz wurde die Religionsfreiheit
verankert. Über 50 Jahre später sieht die Wirklichkeit leider anders aus. So
kritisierte das US-Außenministerium unter Führung von Condoleeza Rice in seinem
am 15.9.2006 in Washington veröffentlichten Bericht über die weltweite Lage der
Religionsfreiheit erneut und mit Recht die "anhaltende Diskriminierung von
religiösen Minderheiten in Deutschland" (siehe z. B.
http://www.merkur-online.de/nachrichten/vermischtes/weltspiegel/art85,711666.html).
In kaum einen Land der westlichen Welt werden religiöse Minderheiten so massiv
als "Sekten" beschimpft, ausgegrenzt, rufermordet und in ihrer Existenz bedroht
wie in der Bundesrepublik Deutschland. Dahinter stecken die beiden
privilegierten Großkirchen, die römisch-katholische und die evangelische, welche
die staatlichen Behörden und die Medien unterwandert haben und für die
Verleumdung kleinerer Gemeinschaften missbrauchen. So sind z. B. einflussreiche
Stellen mit Anhängern der Kirche besetzt, die von dort gegen Andersgläubige
vorgehen (z. B. in Berlin; siehe z. B. Berlin-Hauptstadt der Intoleranz
in http://www.das-weisse-pferd.com/99_16/berlin.html und
http://www.das-weisse-pferd.com/99_20/arier_paragraph.html). Gleichzeitig lassen
die Kirchen selbst sich großzügig vom Staat finanzieren (vgl.
www.stop-kirchensubventionen.de).
Der Bericht aus den USA hat dabei allerdings nur die Spitze des Eisbergs
aufgezeigt.
Deutschland und seine Kirche war früher ein Zentrum von Inquisition, Hexen- und
Kreuzzugswahn. Und die sich im 16. Jahrhundert vom Katholizismus abspaltende
lutherische Kirche ließ Andersdenkende einst genauso brutal verfolgen wie ihre
Mutterkirche und ist bei der Diskriminierung im 21. Jahrhundert sogar gegenüber
der katholischen Kirche deutlich führend.
Lesen Sie dazu: Der Theologe Nr. 12 - Der
"Sektenbeauftragte": der neue Inquisitor
Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche
und der Holocaust
Religionsunfreiheit in Deutschland heute -
zwei Erfahrungsberichte
Die Verfolgung der Zeugen Jehovas durch die
Kirchen in der Weimarer Republik und im
Dritten Reich
Der Theologe Nr. 23 - Das Staatsross und sein
kirchlicher Reiter
Der Theologe Nr. 1 - Luther oder Christus? Woran glaubt
ein "Sektenbeauftragter"?
Der Theologe Nr. 10 - Die Zwickauer Propheten - von
Martin Luther verfolgt
Und die Bücher: Hubertus Mynarek, Die
neue Inquisition, Marktheidenfeld 1999
Gerhard Besier / Erwin Scheuch, Die neuen
Inquisitoren, Zürich - Osnabrück 1999
Matthias Holzbauer, Der Steinadler und sein Schwefelgeruch, Das neue Mittelalter
(aktualisiert unter
www.steinadler-schwefelgeruch.de)
15.9. / 2.10.2006 - Papst beleidigt Islam - Sturm der Entrüstung in der moslemischen Welt über Benedikt XVI. - Es ist kaum vorstellbar, dass Joseph Ratzinger, der seine Reden Wochen im Voraus penibel plant, nicht wusste, was er tat. Seine Rede in der Universität Regensburg war dann eine hintergründige Kampfansage an den Islam, nachdem er am 10.9.2006 in München ebenso hintergründig die Toleranz gegenüber Kritikern ablehnte, welche die Lehre des Katholizismus aufdecken (Wörtlich warf er ihnen "Zynismus" vor, "der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrecht ansieht" und er ergänzte, dies sei nicht "die Art von Toleranz und von kultureller Offenheit, auf die die Völker warten und die wir alle wünschen"). Im nächsten Absatz lesen Sie zunächst, was der Papst am 12.9.2006 in Regensburg wörtlich sagte (zit. nach der Mittelbayerischen Zeitung Regensburg, mittelbayerische.de). Die fett markierten Stelle sind dabei der Anlass für die Entrüstung, wobei sich der Papst das Zitat von Kaiser Manuel II. durch die Art und Weise der Darlegung unmissverständlich zu eigen macht:
"Eminenzen, Magnifizenzen, Exzellenzen,
verehrte Damen und Herren! Es ist für mich ein bewegender Augenblick, noch
einmal in der Universität zu sein und noch einmal eine Vorlesung halten zu
dürfen ...
Dass es auch solch radikaler Skepsis gegenüber notwendig und vernünftig bleibt,
mit der Vernunft nach Gott zu fragen und es im Zusammenhang der Überlieferung
des christlichen Glaubens zu tun, war im Ganzen der Universität unbestritten.
All dies ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich kürzlich den von Professor
Theodore Khoury (Münster) herausgegebenen Teil des Dialogs las, den der
gelehrte byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos wohl 1391 im
Winterlager zu Ankara mit einem gebildeten Perser über Christentum und Islam und
beider Wahrheit führte. Der Kaiser hat wohl während der Belagerung von
Konstantinopel zwischen 1394 und 1402 den Dialog aufgezeichnet; so versteht man
auch, dass seine eigenen Ausführungen sehr viel ausführlicher wiedergegeben sind
als die Antworten des persischen Gelehrten. Der Dialog erstreckt sich über den
ganzen Bereich des von Bibel und Koran umschriebenen Glaubensgefüges und kreist
besonders um das Gottes- und das Menschenbild, aber auch immer wieder
notwendigerweise um das Verhältnis der ´drei Gesetze`: Altes Testament - Neues
Testament - Koran. In dieser Vorlesung möchte ich nur einen - im Aufbau des
Dialogs eher marginalen - Punkt behandeln, der mich im Zusammenhang des Themas
Glaube und Vernunft fasziniert hat und der mir als Ausgangspunkt für meine
Überlegungen zu diesem Thema dient.
"Ich halte die Regensburger Rede, so wie sie gehalten wurde,
für prophetisch."
(Papst-Privatsekretär Georg Gänswein auf die Frage "Warum hat den Text
niemand gegengelesen?" - aus einem Interview mit der Zeitschrift Kurier,
3.9.2007)
In der von Professor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde (Dialexis-Kontroverse)
kommt der Kaiser auf das Thema des Djihad (heiliger Krieg) zu sprechen. Der
Kaiser wusste sicher, dass in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in Glaubenssachen -
es ist eine der frühen Suren aus der Zeit, in der Mohammed selbst noch machtlos
und bedroht war. Aber der Kaiser kannte natürlich auch die im Koran
niedergelegten - später entstandenen - Bestimmungen über den heiligen Krieg. Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von
´Schriftbesitzern` und ´Ungläubigen` einzulassen, wendet er sich in erstaunlich
schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von
Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ´Zeig mir
doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und
Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er
predigte, durch das Schwert zu verbreiten`. Der Kaiser
begründet dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig
ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ´Gott
hat kein Gefallen am Blut, und nicht vernunftgemäß (´syn logo`) zu handeln, ist
dem Wesen Gottes zuwider. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers.
Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede
und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung … Um eine vernünftige Seele
zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst
eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann …`.
Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt
lautet: Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der
Herausgeber, Theodore Khoury, kommentiert dazu: Für den Kaiser als einen in
griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für
die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an
keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury
zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez,
der darauf hinweist, dass Ibn Hazn so weit gehe zu erklären, dass Gott auch
nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei und dass nichts ihn dazu verpflichte,
uns die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch
Idolatrie [= Götzendienst] treiben."
Auf diese Weise konstruierte
Benedikt XVI. also auch eine an Geschichtsfälschung grenzende Verbindung von
"Vernunft" und Katholizismus und rückte den Islam in Richtung "Idolatrie" ( =
Götzendienst). Joseph Ratzinger ist wie kein anderer die Verkörperung des
Katholizismus, und er kennt natürlich auch den "unfehlbaren"
römisch-katholischen Lehrsatz: "[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt" (zit. nach Josef Neuner, Heinrich Roos, Der
Glaube der Kirche, Regensburg 1971, Nr. 381; siehe dazu
Der Theologe Nr. 18). Moslems müssen also nach römisch-katholischer
Lehre nach ihrem Tod in die Hölle, wenn sie nicht rechtzeitig katholisch werden.
Demgegenüber ist es noch maßvoll, was Benedikt XVI. in Regensburg tatsächlich
sagte. Doch in jeder Zeile ist die unter bescheidenem Auftreten verborgene
Überheblichkeit des "Lenkers des Erdkreises" spürbar, der nicht die geringsten
Zweifel daran hat, auf welcher Seite angeblich das "Heil" zu finden ist und auf
welcher das "Unheil". Natürlich ist es positiv, wenn er darauf
hinweist, dass eine Religion nicht mit Gewalt verbreitet werden darf. Doch hätte
er es vor allem im Hinblick auf seine eigene Kirche sagen können. So erklärt
die römisch-katholische Kirche z. B. die Bibel als "wahres Wort Gottes"
und legitimiert damit auch die biblische Aufforderung zu Krieg und Völkermord als "wahres
Wort Gottes". Siehe dazu einen Auszug aus der kirchlichen Bibel in
Der Theologe Nr. 26. Zudem sind kirchliche Drohungen mit der Hölle, z. B. Kindern gegenüber, auch eine Form der
"Gewalt" sind, nämlich psychischer Gewalt, die auch heute noch
angewandt wird.
Nach den weltweiten Unruhen aufgrund Benedikts Regensburger Rede rudert der
Papst aber etappenweise zurück.
Das Zitat von Kaiser Manuel II. drücke "in keiner Weise" seine "persönliche Haltung dem Islam
gegenüber" aus (Spiegel online, 17.9.2006), so der Papst fünf Tage
später. Doch Benedikt bleibt wortkarg,
vermeidet jetzt bewusst Näheres über seine "Haltung dem Islam gegenüber".
Und schweigt auch über offizielle römisch-katholische Lehrsätze wie "So
verwerfen und verabscheuen Wir die gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller
Religionen" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, 13. Auflage, Regensburg
1992, Lehrsatz Nr. 369, vgl. Der Theologe Nr. 18).
Währenddessen gießt das evangelische Wochenmagazin idea-spektrum
weiter Öl ins Feuer und fragt in seinem Leitartikel Warum der Rückzug des
Papstes? - Der Leitartikel beginnt mit den Worten: "Als einziges
deutsches Blatt brachte es die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) auf den
Punkt: ´Bestimmte Dingen darf man nicht sagen, weil sie wahr sind. Diese
Erfahrung macht ... der Papst.` Und später: "Wie aber können Christen und
Moslems an einen Gott glauben, wenn alles, was Christen auszeichnet (Kreuzigung,
Auferstehung), von Moslems geleugnet wird?" (Nr. 39/2006) Der
Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek hat einmal sinngemäß erklärt, dass in
den Protestanten ein tief sitzender Minderwertigkeitskomplex gegenüber der
katholischen Kirche steckt, den sie mit noch schärferer Bekämpfung
Andersgläubiger und religiöser Minderheiten zu kompensieren sucht als dies bei
Katholiken üblich ist. Und deshalb und wegen vieler anderer
Gründe mehr bezeichnen sich auch die Protestanten zu Unrecht als
"Christen" (siehe dazu den Widerspruch zu Jesus von Nazareth in
Der Theologe Nr. 1).
Was der Papst in seiner Rede dem Islam vorhielt, erscheint dabei vor allem als
eine Projektion von Verbrechen und Glaubensgrundlagen der eigenen Kirche auf
Andersgläubige (der Katholizismus wurde Jahrhunderte lang mit dem Schwert
verbreitet), wobei offenbar nicht oder nur kaum zwischen Islam und gewalttätigem
islamischen Fundamentalismus unterschieden wird. So erwähnt Benedikt z. B.
nicht, dass der
Islam in der Geschichte vielfach toleranter, friedfertiger und gerechter war als
das kirchliche Christentum. Vor allem der protestantische Gründervater Martin
Luther rief zu regelrechten Gewaltexzessen auf
(siehe Der
Theologe Nr. 3), so dass die Verleumdung und Kritisierung Mohammeds
durch die Evangelischen, die Martin Luther bis heute ehren, ebenfalls eine Projektion der eigenen Vergehen auf
Andersgläubige ist.
PS: Unter zahllosen Beispielen aus dem Verhältnis
von kirchlichem Christentum und Islam hier nur zwei Hinweise: Besonders grausam war die
Eroberung von Jerusalem
durch die römisch-katholischen Kreuzfahrer im Jahr 1099 und die Massaker an den
moslemischen Einwohnern; siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html. Oder die
Verfolgung der Moslems in Spanien. So schreibt Spiegel online (16.9.2006):
"Zunächst geduldet werden verbliebene Muslime und Juden im 15. und 16.
Jahrhundert zusehends drangsaliert. Zwangstaufe und Ausweisung sind an der
Tagesordnung. Selbst Konvertiten können sich nicht in Sicherheit vor Verfolgung
wiegen. Spanisch-katholischer Fanatismus und die Inquisition der katholischen
Kirche sind der Schrecken aller Minderheiten." Für Benedikt XVI. war die
Inquisition jedoch eine "Fortschritt", da im Unterschied zu sofortigen
Hinrichtungen die Kirche hier erstmals "Untersuchungen" durchführen ließ
(allerdings oftmals unter Folter). Joseph Ratzinger wörtlich: "Aber
man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts
mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, dass Untersuchungen
statt finden mussten"
(Monitor,
3.3.2005; siehe auch hier).
In Spanien werden bis heute von den Katholiken zum
Gedenken an die Vertreibung der muslimischen Mauren im Jahr 1492 Mohammed-Puppen
in die Luft gesprengt oder vom Kirchturm geworfen. Erstmals in diesem Jahr
verzichten einige Orte auf die symbolischen Tötungen Mohammeds (http://www.netzeitung.de/vermischtes/444293.html).
Wichtige Information für alle Moslems: Benedikt XVI. spricht für den Vatikan und den Katholizismus, aber nicht für Christus und den christlichen Glauben. Die Kirche missbraucht den großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth für ihre Zwecke. Die Nachfolger des Jesus von Nazareth, des Christus, wurden von der Macht-Kirche immer unterdrückt und verfolgt. Benedikt XVI. ist der Abkömmling der Abkömmlinge derer, die nicht nur den Islam, sondern auch das wahre Christentum verfolgten.
Heuchlerisch ist zudem die Konstruktion einer Verbindung zwischen Katholizismus und Vernunft, da die römisch-katholischen Dogmen in der Regel im Widerspruch zur Vernunft stehen (z. B. Jungfrauengeburt, Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes, "unbefleckte Empfängnis" von Maria durch ihre Mutter Anna, Verwandlung einer Oblate in den Körper von Jesus usw.). Die von Vernunft geprägte griechische und römische Philosophie wurde dagegen von der Kirche massiv bekämpft, und viele ihrer Vertreter ließ man umbringen. Zudem wehrt sich die römisch-katholische Kirche mit dem als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz Nr. 57 aus dem Buch Der Glaube der Kirche von Neuner/Roos gegen eine Anpassung ihres Glaubens an den Fortschritt der Wissenschaft, und sie droht den auf diese Weise Glaubenden die ewige Hölle an. Wörtlich heißt der Lehrsatz: "Wer sagt, es sei möglich, dass man den von der Kirche vorgelegten Glaubenssätzen entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft gelegentlich einen anderen Sinn beilegen müsse als den, den die Kirche verstanden hat und versteht, der sei ausgeschlossen." "Ausgeschlossen" bedeutet hier "ewig verdammt". Das islamische Gottesbild demgegenüber diesem katholischen Gottesbild als "unvernünftig" darzustellen, ist zumindest unredlich vom Papst. Und eine Kampfansage ist zudem die unwidersprochene Charakterisierung der islamischen Gottesvorstellung mit den Worten: "Wenn er [Gott] es wollte, müsse der Mensch auch Idolatrie [= Götzendienst] treiben." Hier sollte Benedikt XVI. lieber vor der eigenen Türe kehren (siehe dazu "Der Theologe Nr. 25" - Die Kirche: ein totalitärer Götzenkult). Und anstatt den Islam zu Unrecht als weniger vernünftig als die Kirche abzuwerten und seine Anhänger belehren zu wollen, sollte er lieber um Reue bitten für das, was seine Kirche den Moslems angetan hat.
PS: Auch die Moslems in Deutschland mussten den Papstbesuch mitbezahlen. Geht man von Kosten für den Staat in Höhe von ca. 250 Millionen Euro aus und von ca. 3,5 % Moslems in Deutschland, dann entfällt auf diese Bevölkerungsgruppe ein Anteil von 8,75 Millionen Euro, die sie für Benedikts Besuch aufbringen mussten.
Siehe dazu
auch unsere Meldung: George W. Bush und
Benedikt XVI. - Ökumenische politische Doppelstrategie?
13.9.2006 - Benedikt in Bayern: "Größtes deutsches Ereignis der Fernsehgeschichte" und zeitgleich: ARD verlangt mehr Gebühren - Während vor allem der Bayerische Rundfunk weiter in dem "größten" und vermutlich teuersten "Ereignis in der deutschen Fernsehgeschichte" schwelgt, verkünden die Intendanten der ARD heute zeitgleich neue Gebühren. Spiegel online schreibt: "Die klammen öffentlich-rechtlichen Sender wollen jetzt Internet-User abkassieren. Besitzer von webfähigen Computern oder UMTS-Handys sollen ab Januar 2007 GEZ-Gebühren bezahlen. Das sieht ein Beschluss von ARD-Intendanten vor" (13.9.2006). Die Sender haben also nicht genügend Geld. Doch für die katholische Kirche "zaubert" man es herbei. Bzw.: Man holt es sich wieder einmal beim Bürger, der in Zukunft auch für Handies und PCs bezahlen soll. Ausgegeben werden die Einnahmen beim Bayerischen Rundfunk unter anderem wie folgt: Allein "das Produktionshandbuch zum Papst in Bayern hat mit 442 Seiten Telefonbuchformat" (Mittelbayerische Zeitung, 13.9.2006). Derzeit sind "weit über 300 Kameras im Einsatz. Allein zwischen der Galgenbergbrücke und dem Priesterseminar waren gestern Abend, als Benedikt XVI. in Regensburg empfangen wurde, 28 Kameras aufgestellt." "Wir sind zwei Wochen lang durch die Altstadt gegangen und haben bei den Regensburger Hausbesitzern angefragt, ob wir bei ihnen die Kabel legen dürfen", so Roland Weese, Produktionsleiter beim BR. "Was für eine Wahnsinnsarbeit das alles war, lässt sich nur erahnen", schreibt die Regensburger Lokalpresse. "Seit 5. September ist Roland Weese hier in Regensburg pausenlos im Einsatz. Mit einem Acht-Stunden-Tag kommen weder er noch seine rund 1.000 Mitarbeiter über die Runden. Allein um die verschiedenen Kamerapositionen - auch die ursprünglich geplanten - zu überprüfen, ist Weese dem Weg von der Innenstadt bis zum Islinger Feld vier Mal zu Fuß abgegangen." "Und schließlich stehen noch überall vor den einzelnen Kameras und dem technischen Gerät des BR dunkel gekleidete (und zumeist recht muskulöse) Männer von einem angemieteten Sicherheitsdienst herum, die das ganze Equipment bewachen." Die Kosten für diesen "Wahnsinn" laufen völlig aus dem Ruder. Und in München, Altötting, Marktl und Freising ist es genauso. Doch es gibt ja den deutschen Bürger. Er freut sich und darf mehrfach dafür bezahlen. Mehrere Hunderte Millionen an Steuern und jetzt auch noch über die Erhöhung der Fernsehgebühren. Trotzdem nützt es den meisten später nichts und sie würden nach römisch-katholische Lehre nach ihrem Tod ewig verdammt (siehe Der Theologe Nr. 18). Eine weitere Meldung zu den Kosten des Papstbesuches lesen Sie hier.
12.9. / 14.9.2006 - Monologe eines
liebenswerten Seniors ... und alle werden verschaukelt - Die Regensburger
Mittelbayerische Zeitung schrieb am 12.9.2006, dass die Universität Regensburg lieber einen Dialog des Papstes
mit anderen Theologen gewollt hätte als einen Monolog von Benedikt. Siehe dazu:
http://www.mittelbayerische.de/SID_57d439070a059497e173ad9871766763/nachrichten/kurzzeitung/
meldung.shtml?rubrik=mz&id=74738. Die Kirche wollte jedoch nur einen
Monolog. Darin äußerte sich der Papst negativ über den Islam und bezog mit einem
liebenswerten Lächeln dabei seine angestammte Position im "Kampf der Kulturen".
Siehe dazu:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437140,00.html).
Und auch dem evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich wurden
seine drei Minuten gestrichen, in denen er Joseph Ratzinger im Umfeld der Begegnung in
Regensburg eine Bitte vortragen wollte. Doch der Papst "strahlt so viel Liebe
aus", so eine Bewunderin, was braucht es da Gespräche oder unbequeme Rückfragen?
Auch der Glaube sei "kein Druck mehr", nur noch ein "Angebot", so der
begeisterte Kommentar der ARD-Tagesthemen (12.9.2006). Dass ein
freundliches "Nein, danke" zu diesem Angebot nach römisch-katholischer Lehre für
den Betroffenen ewige Höllenqualen bedeutet, wird verschwiegen. Lesen Sie dazu
Der Theologe Nr. 18 - Der Glaube der Kirche.
Dort ist die reine römisch-katholische Lehre nachzulesen. Möchte die Kirche
einzelne dieser dort aufgeführten teils unfehlbaren Glaubenssätze ändern, dann
braucht Benedikt XVI. nur kraft seines Amtes öffentlich zu sagen, was davon
nicht mehr gelten soll. Doch er sagt solches nicht, und er wird
dies auch in Zukunft nicht tun. Und deshalb gilt alles weiter, und es soll auch so sein. Und kaum
ein Katholik besteht deshalb den Glaubenstest für
das spätere "Heil". Von den Hunderttausenden, die dem Papst jetzt in
Bayern zujubelten, müssten aus diesem Grund die meisten nach ihrem Tod in die
ewige Verdammnis, wenn der römisch-katholische Glaube stimmen würde. Nicht nur
die Moslems hätten also einen Grund zur Klage. Doch wenn der
Papst mit seinem Auto an den vielen Menschen vorbeifährt, dann könnte man
deren Haltung mit den Worten umschreiben: "Willkommen Benedikt XVI.
- Die ewig Verdammten grüßen dich." Nur: Man sagt ihnen nicht, was sie angeblich im
Jenseits erwartet. Es ist eben auch eine Show, ein "Event". Und eine Show
braucht gute Stimmung. Doch werden die Zuschauer und Statisten dabei
verschaukelt. Es ist eben auch eine Irreführung.
11.9. / 6.10.2006 - Papstbesuch - Test für
Gleichschaltung der Medien? - Die Medien in Deutschland, die von den
Kirchen noch weitgehend dominiert sind, probieren den neuen einstimmigen Gesang.
Anstatt umfassend über das zu berichten, was wirklich passiert, wird geschrieben
und im Fernsehen gezeigt, was die katholische Kirche sich wünscht. So wurde z.
B. in Regensburg die Veranstaltung Wohin geht die Reise der Kirche?
am 4.9.2006 mit dem ehemaligen katholischen Theologieprofessor Hubertus Mynarek
totgeschwiegen. Als ehemaliger Weggefährte von Joseph Ratzinger berichtete
Mynarek in einem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Saal, wie der
jetzige Papst es als Professor z. B. nirgends lange aushielt und sich mit Kollegen
überwarf. Auch die umfangreichen Veranstaltungen des Komitees Heidenspaß
statt Höllenqual in München und Regensburg mit namhaften Referenten
blieb weitgehend unbeachtet - ein Skandal. Und während der Handzettel
Was kostet Sie der
Papst? den Freien Christen in München und Regensburg von
zustimmenden Passanten fast aus den Händen gerissen wurde, gab es allenfalls im
weiteren Vorfeld des Papstbesuchs einige Medien, welche diese Fakten zur
Kenntnis nahmen. Doch je näher der Papst rückte, je kindlicher wurden fast die
Gesichtszüge von Journalisten und je mehr gingen sie
in die Knie. Offenbar sollten sich die Ereignisse von Köln, wo im Umfeld des
Weltjugendtages 2005 auch über das alternative Programm berichtet wurde, in
Bayern nicht wiederholen. So hat die römisch-katholische Kirche dieses Mal
das internationale Pressezentrum in München und alle Journalisten in deren
Anwesenheit "gesegnet". Zudem hat Erzbischof Kardinal Wetter während der
Pressekonferenz mit den Medienvertretern gebetet und ihnen ihren Auftrag erklärt:
"Die Menschen sollen durch ihre Vermittlung weltweit erfahren: ´Wer glaubt ist
nicht allein.`" Zur Bekräftigung bedankte sich der Kardinal auch gleich bei der
Presse "für Ihre Bereitschaft, hier Ihren Dienst auszuüben und mitzuhelfen, die
Botschaft des Heiligen Vaters zur Wirkung zu bringen". Kein Journalist hat
widersprochen, und entsprechend war später die Berichterstattung (Benedikt
Backstage, Hessischer Rundfunk, 13.9.2006). Und so mancher Schreiber hätte wohl
noch einiges mehr dafür gegeben, wenn er sich beim Empfang neben Josef Ratzinger und Angela Merkel den
Kalbs-Tafelspitz-Braten und den Fisch aus dem Chiemsee hätte munden lassen
können, den es am 10.9.2006 in München gab.* Von einem gewissen Höhepunkt der
journalistischen Unterwürfigkeit berichtet der evangelisch-lutherische Pfarrer Bernd Töpfer, der
in einer "überregionalen" "Tageszeitung" folgenden Kommentar einer "Redakteurin"
las: "Mein größter Wunsch wäre, dem Heiligen Vater einmal die Hand zu schütteln,
aber das ist utopisch. Inzwischen würde es mir schon reichen, den Saum seines
Gewandes zu berühren, wie die Frau in der Bibel" (zit. nach Bröstler
Anzeigenblatt, 16.9.2006). Kuriosum am Rande: Der evangelische Amtsträger wollte
auf Rückfrage seine genaue Quelle nicht nennen, weil er die Berichterstattung des
"Theologen" über die katholische Kirche nicht unterstützen will.
So konnten die zum Papstbesuch versammelten Medien noch nicht einmal über
evangelische Kritik berichten, weil es sie so gut wie nicht gab. Und auch der
evangelische Pfarrer Bernd Töpfer schrieb - sich fast für seine "Entdeckung"
entschuldigend - weiter: "Ich frage mich, ob Benedikt XVI. überhaupt als
´Heiliger Vater` angesprochen werden will?" Doch wenn nicht, bräuchte es
Joseph Ratzinger doch bloß zu sagen.
Noch weiter in seinem ökumenischen "Verbundenheit" ging ein einsamer evangelischer
Pfarrer aus dem Landkreis Magdeburg, der nach Altötting gepilgert ist, um
dort "vielleicht den wahren Glauben zu erleben", wie Focus online
am 11.9.2006
berichtete. Er passte ins Bild des Jubel-Berichterstattung, während ein kritischer Leserbeitrag des Verfassers des "Theologen"
folgerichtig ignoriert wurde. Focus online schreibt sogar einen eigenen
Artikel über die Bemühungen des evangelischen Pfarrers aus Ostdeutschland. Auch
er will Benedikt ganz nahe sein, doch man lässt ihn nicht
hinter die Absperrung, wo die einzeln registrierten Katholiken applaudieren dürfen.
Und deshalb versucht er, über die katholische Männerkongregation von Altötting noch einen
Platz zu bekommen, von wo aus er wenigstens die große Leinwand sehen darf. Am
12.9.2006 wollte dann auch der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich
den Papst demütig bitten, die
katholische Hostie auch Evangelischen zu geben, die mit Katholiken verheiratet
sind. 3-4 Minuten hatte man ihm zugesichert. Als Einstimmung auf das Vortragen seiner Bitte hat Johannes Friedrich
schon einmal die Maria-Predigt des Papstes in Altötting gelobt. Doch die
zugesicherten
Minuten wurden Friedrich nicht gewährt, so dass er dem Papst jetzt schreiben
will (ARD-Tagesthemen, 12.9.2006). Am schlimmsten erging es jedoch den fünf
eingeladenen evangelischen Freikirchen. Sie wurden sogar bei der Begrüßung
ausgelassen (idea-spektrum Nr. 38/06). Während Martin Luther noch
über den "Antichristen" auf dem Stuhl
Petri und die antichristlichen katholischen Kulte (Wallfahrten, Reliquien,
Ablass usw.) Klartext sprach, sind seine Nachfolger heute zum Anhängsel der Katholiken
verkommen. Sie biedern sich immer wieder an und betteln letztlich um die Liebe ihrer römisch-katholischen Mutterkirche. Doch
mit Hoffnung. So sagte kürzlich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick: "Wir
sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was
ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein" (100 Tage Papst
Benedikt XVI., ZDF, 31.7.2005).
Lesen Sie dazu auch:
Der wiederkommende
Christus - der größte Feind der Kirche?
in Der Theologe Nr. 25
*
Gammelfleisch bzw. Ekelfleisch für die Pilger? Vgl. dazu in
Der Theologe Nr. 7
das Thema
Kirche und Tiere: Absturz in die Barbarei;
PS: Am 11.9.2006 in Altötting gab´s Schweinebraten. Welche Tiere an den anderen
Tagen "geopfert" wurden, ist nicht bekannt. Doch die Bewirtung
der Journalisten im Pressezentrum war auch "vom Feinsten".
Währenddessen ist nicht auszuschließen, dass für das einfache katholische
Fußvolk von einem katholischen Betrieb u. a. "Gammelfleisch" serviert wurde. Bei einer Firma, die 7.000 Pilger
auf dem Islinger Feld versorgte, wurden nämlich "Anfang der Woche" 660 kg verdorbenes Fleisch
gefunden. "Wie die Polizei und das Veterinäramt Ansbach am Mittwoch mitteilten,
waren die Spanferkelhälften, Haxen, Wurstwaren, Grillhähnchen und Rollmöpse auf
einem Volksfest in der Oberpfalz übrig geblieben und sollten auf einem Fest in
Baden-Württemberg verkauft werden. Der Leiter des Veterinäramts Ansbach, Hans
Moser, sagte, das Fleisch sei während der Fahrt in Plastikwannen gelagert und
nicht gekühlt worden. Es habe bereits gestunken und sei zum Teil ´verfärbt und
schmierig` gewesen" (Focus online,
14.9.2006). Hinweise, ob auch auf dem Islinger Feld dabei "verdorbenes Fleisch serviert wurde, gebe es bislang aber
nicht, teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg mit".
PS: Ende der Erstarrung? GRÜNEN-Chefin Roth traut sich -
Im Laufe des 3. Besuchstages wagte tatsächlich eine Politikerin eine Kritik am Papst
und traf gleich den Nagel auf den Kopf. Hinter den süßen und
verklausulierten Wortes Benedikts in München steckte nämlich eine Kampfansage an
Andersgläubige. Es sei nun nicht akzeptabel, so Claudia Roths Reaktion, wenn "Benedikt die
Kritik an Religion aus der Meinungsfreiheit herausnehmen will."
Zum Sachverhalt: Jahrhundertelang ließ Benedikts Kirche Andersdenkende diskriminieren,
verfolgen, foltern und hinrichten. Da diese Verbrechen bisher weder bereut und
gesühnt noch wieder gut gemacht wurden, heißt es wohl für die Kirche auf lange Sicht: "Was der
Mensch sät, das wird er ernten." Jetzt zeigen sich nun erste Anzeichen der Ernte
dieser schlimmen Saat, und der Täter sieht sich in unserer Gesellschaft vermehrt
der Kritik und der Aufklärung ausgesetzt.
Und das ist Benedikt und seiner Kirche natürlich ein Dorn im Auge.
(Siehe
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,436445,00.html).
Lesen Sie dazu auch Der Theologe Nr. 12
über die neue Inquisition.
8.9. / 14.9.2006 - Keine öffentliche
Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Erleben wir einen
Vorgeschmack auf einen Polizeistaat? "Die Münchner Polizei will beim
Besuch von Papst Benedikt XVI. ... energisch gegen papstkritische Demonstranten
vorgehen", so Polizeipräsident Schmidbauer (Süddeutsche Zeitung, zit. nach
Würzburger katholisches Sonntagsblatt Nr. 37/2006). Die mit der Kirche
verfilzte Staatsmacht (Ministerpräsident Edmund Stoiber spricht von einer
"Symbiose"; Hessischer Rundfunk, 13.9.2006) hatte schon 1980 brutal zuschlagen lassen, als sich
behutsame und vorsichtige Kritik in der Öffentlichkeit zeigte.
Der Verfasser des "Theologen" war damals
zufällig Augenzeuge des Geschehens in Mainz. In der Presse wurde damals kaum
etwas Kritisches berichtet. Und heute auch nicht.
Zudem: Freies Geleit vom
deutschen Staat gab es für einen Großspender an die römisch-katholische
Kirche aus Liechtenstein, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur
Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die
Staatsmacht sicherte ihm zu, ihn nicht zu verhaften, damit er Benedikt XVI. in
Regensburg persönlich treffen und wieder unbehelligt nach Liechtenstein flüchten
kann. Vielleicht denken sich die Kirchenmitglieder in der deutschen Justiz: Den
Staat und seine Bürger zu bestehlen und das Geld der Kirche zu geben - das kann
doch nicht wirklich ein Verbrechen sein. Der Staat kann doch hinterher wieder
die Steuern erhöhen ...
6.9. / 9.9.2006 - Studentin stirbt nach Exorzismus, und ihr Bischof lügt. Was wusste Erzbischof Joseph Ratzinger? - Die Main-Post in Würzburg enthüllt am 6.9.2006 die "tiefe Beziehung" von Joseph Ratzinger zur Diözese Würzburg und ihrem Bischof Josef Stangl. Stangl hatte Ratzinger 1977 zum Erzbischof geweiht, und Ratzinger würdigte Stangl nach seinem Tod 1979 "als großen Seelsorger, der sein Bistum durch das Beispiel seines Glaubens und seine überzeugende Güte gelenkt hatte" (6.9.2006). Der spätere Papst hielt im Würzburger Dom das Requiem für seinen Weggefährten. Joseph Stangl hatte 1975 den Großen Exorzismus an der Studentin Anneliese Michel genehmigt, in dessen Zusammenhang sie auf nur noch 31 kg abmagerte und 1976 starb. Der Bischof bestritt nun seine Genehmigung, wurde jedoch später der Lüge überführt. Die "tiefe Beziehung" von Joseph Ratzinger zu Bischof Stangl und zur Diözese Würzburg wirft dabei die Frage auf, ob auch Joseph Ratzinger in die Tragödie der gläubigen Studentin und in das Verhalten der Kirche zumindest eingeweiht war. Lesen Sie eine ausführlichere Darlegung des Sachverhalts in "Der Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche: Warum musste Anneliese Michel sterben? Dies ist auch insofern bedeutsam, als Benedikt XVI. im Jahr 2005 den Exorzismus wieder intensivierte und neue Exorzismus-Kurse für Priester in Rom eingerichtet wurden (Siehe dazu unsere Meldung in "Der Theologe Nr. 16").
4.9. / 14.9.2006 - Höchster Sicherheitsalarm für Benedikt XVI. -
Aufwand einzigartig, Kosten astronomisch - Polizei konfiszierte alle Fahrräder in
der Münchner Innenstadt
- Auf den Dächer der Städte waren Scharfschützen postiert. Der gesperrte
Luftraum wurde von AWACS-Aufklärungsflugzeugen der Bundeswehr überwacht,
Luftabwehrraketen sind in Stellung gebracht. Der "Fürst dieser Welt" und die
Seinen wurden von den Machthabern "dieser Welt" und den Objekten ihrer Stärke
empfangen: mit militärischen Mitteln. Jeweils 5.000 Polizisten waren in
München und Regensburg für die persönliche "Sicherheit" von Joseph
Ratzinger im Einsatz und spezielle Bodyguards des Landeskriminalamtes Bayern.
Allein in München kam es zu einer Viertelmillion Überstunden für die Polizei,
die aus der Staatskasse beglichen werden müssen. Hinzu kamen 7.000 Feuerwehrleute, Bahn-Bedienstete und Mitarbeiter von
verschiedenen Hilfsorganisationen. Die Autobahn A 3 bei Regensburg wurde
gesperrt, der Güternah- und Fernverkehr eingestellt, der Personenverkehr
sowieso. Zudem wurde eine eigene Autobahnabfahrt für Joseph Ratzinger gebaut.
Und Bayern hatte allerschärfste
Sicherheitsvorkehrungen nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden angeordnet.
Jeder einzelne Meter der Fahrt- und Flugrouten mit Hubschraubern und Autokonvois
stand unter besonderer Überwachung.
Entlang der Routen waren alle Gullies versiegelt, Pflanzentröge, Mülleimer und
Vitrinen abmontiert. Polizei mit Hundestaffeln durchkämmten einzelne Häuser.
Jedes Fahrrad stellte in München in der Stadtmitte ein Sicherheitsrisiko dar und
musste für den Schutz von Joseph Ratzinger von den Haltern entfernt werden, auch
Kinderfahrräder. Oder die Polizei griff bereits durch und entfernte jedes Rad. Während
der Papst am Marienplatz sein Gebet ablas, wurde jedes einzelne Fenster der
umliegenden Häuser von bewaffneten Sicherheitskräften bewacht, Hotel- und
Pensionsgäste werden in ihren Zimmern von der Polizei beobachtet. Der
Einzelhandel vor Ort brach zusammen, die Schulen waren geschlossen, und fast alle
Betriebe mussten dicht machen. In Regensburg wurden im Umfeld des Islinger
Feldes sogar die Hochspannungsmasten abgebaut und die Starkstromleitungen
unterirdisch verlegt, ein gigantisches Unterfangen - doch die gute Sicht der
Katholiken auf ihren Altar war dem Staat dies wert. Allein der Rückbau des Islinger
Feldes in den vorherigen Zustand wird mehrere Jahre dauern. Die
"Papst-Show" kostet den Staat und somit die Steuerzahler über 100 Millionen Euro,
wenn nicht sogar mehrere Hunderte Millionen (siehe z. B. Main-Post, 8.9.2006).
Hinzu kommen einige Millionen, die von den Diözesen der Kirche selbst getragen
werden. Darüber spricht die Kirche aber nicht gern, und der Generalvikar des
Bistums Regensburg, Michael Fuchs, sagt über die Kosten: "Eigentlich kostet der
Papstbesuch nichts. Denn der Heilige Vater verlangt nichts. Er gibt uns sehr
viel. Er wird uns sehr reich beschenken mit dem, was er sagt. Auch einfach
mit seiner Präsenz" (Hessischer Rundfunk, 13.9.2006). Dabei kamen weit
weniger Pilger als erwartet. Riesige Parkplätze z. B. in Regensburg blieben
gähnend leer und in viele mit hohem Aufwand hergerichtete große Quartiere kam
kein einziger Gast. Und in Altötting sagte ein Rundfunk-Journalist: "Ich glaube,
es sind fast mehr Polizisten als Pilger, etwas überspitzt gesagt."
Die Kirche erwartet dabei
auch von den Atheisten, Protestanten, Muslimen und Agnostikern, dass sie
mitbezahlen, obwohl diese nach katholischer Lehre später überwiegend in
die "ewige Hölle" müssen (siehe "Der Theologe Nr. 18" - Der
Glaube der Kirche) - trotz ihres finanziellen Anteils, den sie für
den Papstbesuch leisten. "Wenn ich einen Gast empfange, interessiert mich nicht, was das
kostet. Das sind doch die primitiven Regeln von Gastfreundschaft", so Prälat
Heinrich Wachter, der den Papst-Auftritt in Regensburg koordiniert
(Wochenblatt, 30.8.2006). Es braucht die Kirche auch nicht zu interessieren,
solange sie als Gastgeber es nicht zahlen muss, sondern die Bürger dazu gezwungen
werden.
Die Kosten gehen ins Astronomische, und diejenigen, die "Opfer" bringen müssen,
wurden vorher nicht gefragt. Ihre Zustimmung wird erwartet. So ist z. B. auch
dem Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (SPD) bewusst, was dieser
Gast und seine Freude über seinen Glauben den Leuten alles abverlangt. So schreibt er: "Gemeinsam
schaffen wir alles ... Dazu gehört auch die Bereitschaft, das eine oder andere
persönliche Opfer zu bringen" (www.regensburg.de).
In München verdarb Benedikt XVI. den Einzelhändlern in der Innenstadt z. B. die
normalerweise sehr guten Einnahmen zum Ferienschluss-Wochenende. Der Verzehr der Pilger wog dies nicht
annähernd auf. Lediglich einzelne profitieren: Wie eine Schneiderei außerhalb
Münchens, die für 100 Priester spezielle Gewänder nur für die Messen mit dem
Papst nähte (PS: Jesus und seinen Jüngern wäre alleine schon dieser Pomp zuwider
gewesen. Sie waren einfach gekleidet wie das Volk).
Niemand hat dabei etwas dagegen, wenn ein 79-jähriger Mann noch einmal seine
frühere Heimat sehen will. Es sei ihm von Herzen gegönnt. Bei einem älteren
Menschen läuft hierbei der Lebensfilm zurück: Die Erfolge aber auch die Fehler
der Vergangenheit kommen verstärkt ins Bewusstsein, damit noch so manches wieder
gut gemacht werden kann, bevor der Mensch ins Jenseits hinüber geht und dort
erntet, was er gesät hat. Doch es ist nicht einzusehen, dass wir alle die Millionenkosten
für diesen Besuch aufbringen müssen, die anderweitig schmerzhaft gekürzt werden, so dass man zugespitzt
formulieren könnte: Wer für den Papst-Besuch Geld ausgibt, bestiehlt den
Mittelstand und die Geringverdienenden! Und: Wollen Sie, dass Ihr hart
verdientes Geld für den Chef eines Milliarden-Imperiums (allein in
Deutschland ca. 250 Milliarden Euro Vermögen)
ausgegeben wird? (siehe dazu
www.freie-christen.com/papst-show.html) Es wäre für den Vatikan ein
leichtes, ein kleines Stück seines Milliarden-Vermögens dafür zu verwenden, dass
Josef Ratzinger München, Regensburg und die anderen Orte besuchen konnte, und der Bundesrepublik
Deutschland die astronomischen Kosten zu ersetzen. Doch daran wird offenbar gar
nicht einmal gedacht.
Ein schwacher Trost für die Deutschen: Auch die zahllosen
Papstbesuche von Johannes Paul II. weltweit mussten jeweils von den Menschen vor
Ort bezahlt werden. Und in Tansania und anderen ärmeren Ländern mussten die
Menschen noch weit höhere Opfer bringen als jetzt in Deutschland, in Tansania z.
B. einen ganzen Monatslohn für die "Sicherheit" des Papstes
abgeben. Ganze Familien haben sich
dort wegen des Papstes verschulden müssen (siehe z. B. Bild, 4.2.2000).
PS: Die Papstbesuche in München hatten sich zuletzt gehäuft. Als Johannes Paul
II. 1980 kam, war es der erste Besuch eines Papstes nach 198 Jahren. Nach sieben
Jahren (1987) kam er bereits wieder und jetzt nach 19 Jahren Benedikt XVI., der
früher Erzbischof von München und Freising war. Und auch er hat schon gesagt,
dass er bald wieder kommen möchte, weil er Berlin und andere Städte noch
besuchen möchte. Die Finanzminister dürfen also weiter überlegen, wo sie
dann die Kosten beim Bürger wieder einsparen. Der Papst ist "eine Person, die
Kraft ihres Amtes immer in Gefahr ist", sagt Michael Ziegler, Sprecher des
bayerischen Innenministeriums (Welt am Sonntag, 3.9.2006).
Dies ergibt sich auch aus
der Geschichte, da der Papst eine Institution verkörpert, die wie keine andere
"zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet
ist“ (Der Historiker Karlheinz Deschner, in:
Die beleidigte Kirche, S. 43).
Zu den Kosten siehe auch die
Meldung vom Mai 2006.
31.8.2006 / 6.3.2009 -
Kirche beschließt öffentliche Ächtung eines
vergewaltigten 11-jährigen Kindes und Verbannung in die ewige Hölle - weil wegen
gesundheitlicher Gefahren eine Abtreibung vorgenommen wurde -
Kardinal Alfonso Lopez Trujillo aus Kolumbien ist einer der bekanntesten Führungspersönlichkeiten der römisch-katholischen Kirche weltweit.
Er ist der Präsident des Päpstlichen Familienrates und als Kurienkardinal einer
der einflussreichsten Männer im Umfeld von Papst Benedikt XVI. Jetzt demonstriert
der Kurienkardinal an einem 11-jährigen Mädchen exemplarisch seine angebliche Macht über Himmel und
Hölle. T-online schreibt dazu wörtlich:
"Die katholische Kirche in
Kolumbien will hart durchgreifen: Nachdem ein vergewaltigtes Mädchen abgetrieben
hat, soll es exkommuniziert werden. Kardinal Alfonso Trujillo will zudem alle an
dem Schwangerschaftsabbruch Beteiligten ausschließen [was nach katholischer
Lehre die ewige Verbannung in die Hölle nach sich zieht]. Das betrifft die
Eltern, die Ärzte und Krankenschwestern, aber auch Politiker und Gesetzgeber. In
Kolumbien ist die Abtreibung bis auf wenige Ausnahmen verboten. Der oberste
Gerichtshof des Landes hatte in diesem Fall den Abbruch genehmigt und die
Entscheidung mit den Gefahren für die Elfjährige gerechtfertigt ... Die
Abtreibung ist eine der wenigen Taten, für die das katholische Kirchengesetzbuch
seit 1983 die automatische Exkommunikation aller Beteiligten vorsieht [von Papst
Johannes Paul II. in diesem Sinne verschärft]. Wird eine so genannte Tatstrafe
durch eine Spruch wie jetzt in Kolumbien noch ausdrücklich untermauert, handelt
es sich um eine besonders schwere Form der Ausschlusses und der öffentlichen
Ächtung" (T-online, 31.8.2006).
Dies bedeutet nach römisch-katholischer
Lehre auch: Das vergewaltigte Kind muss nach seinem Tod grausame niemals endende
Qualen erleiden. Demgegenüber sollen die zahllosen römisch-katholischen
Priester, die Kinder vergewaltigten, später den Himmel betreten, wenn sie zuvor
die Beichte in der kirchlich korrekten Form abgelegt hätten. Weiterhin dürfen
sie auch ohne kirchenrechtliche Beichte "heilsnotwendige"
Sakramente spenden und z. B. den Menschen aus dem Volk die Sünden vergeben. Auch
sollen sich die zahllosen römisch-katholischen Menschenschlächter der
Inquisition mittlerweile im Himmel tummeln.
Siehe dazu auch unsere
Meldung vom 6.3.2009.
PS: Unabhängig von den hier geschilderten Umständen
sind wir grundsätzlich keine Befürworter von Abtreibungen. Doch schweigen
wir nicht, wenn sich eine Institution, die wie keine andere mit schlimmsten Verbrechen belastet
ist, hier anmaßt, ewiger und gnadenloser Scharfrichter
über Menschen zu sein, die sich in schlimmsten Notsituationen anders verhalten
haben als das kirchliche Dogma es fordert.
Vielleicht könnte das Mädchen damit getröstet werden, dass
man in der Hölle für Exkommunizierte schneller zur Liebe Gottes finden kann als im
kirchlichen Himmel.
28.8. / 14.9.2006 - Fünf Katholikinnen wollten während Papstmesse
auf dem Islinger Feld gebären - Personen-Kult um den Mann auf dem "Stuhl
Petri" in vielen Varianten - Am 9.9.2006 wurde Benedikt XVI. in
München "mit militärischen Ehren" empfangen (Jesus lehrte, "Wer das
Schwert nimmt, wird durchs Schwert sterben"): "... Abordnungen des
Heeres, der Marine und der Luftwaffe. Im Gleichschritt geht es übers
Rollfeld, ´Links um`, die Stiefel knallen auf den Sekundenbruchteil genau. ´Gewehr ab` - die Kolben der
Karabiner klacken genauso präzise auf den Asphalt ..." (Main-Post,
11.9.2006) Von einigen Hunderttausend
Gläubigen lässt er sich seither in München, Altötting, Marktl am Inn,
Regensburg und Freising als "Heiliger Vater" huldigen
(Jesus lehrte seinen Nachfolgern, sie sollten niemanden auf der Erde als
"Vater" ehren, sondern sich einzig zu dem "Vater im Himmel" bekennen).
Fragen von Journalisten beantwortete Joseph Ratzinger vor einigen Tagen auf
einem thronartig erhöhten goldenen Sessel (Jesus saß mit seinen Jüngern
ganz normal am Tisch). Und seine körperliche Erscheinung ist eingepackt
in Kultgewänder und Mützen, welche die Kirche aus antiken Götzenkulten
übernommen hat (Jesus war gekleidet wie das Volk). Anhänger von
Benedikt XVI. wenden ein, der Papst wäre in Wirklichkeit "bescheiden". Doch
dann würde er sich diesem Kult nicht fügen und das ganze Brimborium mitsamt
der angeblichen Unfehlbarkeit beenden. Die Kosten für die "Papst-Show"
belaufen sich allein für den Staat auf vermutlich mehrere Hundert Millionen Euro, und der
Aufwand
(siehe oben) ist gegenüber
der Fußball-Weltmeisterschaft deutlich höher. Da sich während der
Papstmessen auch das medizinische Angebot auf ein Höchstmaß auf die
Veranstaltungen konzentriert, ist nicht auszuschließen, dass andernorts die
medizinische Versorgung der Bevölkerung beeinträchtigt ist, Bürger evtl.
nicht bis zu den Krankenhäusern durchkommen. Ein "Höhepunkt" hätte
fast eine Art
inoffizielle Weihe von neugeborenen Säuglingen an den Gott der Kirche werden
können, was
so ähnlich auch aus antiken Götzenkulten bekannt ist. Fünf hochschwangere
Frauen halten sich auf dem Islinger Feld bei Regensburg bereit. Es
kann sogar vermutet werden, dass der Zeugungstermin von den Gläubigen
bewusst so gelegt wurde, dass eine Geburt während der Papstmesse möglich
sei. Wegen der Totalversorgung der Gläubigen gibt auch Peter Kittel von der
Koordinationsstelle für die Papst-Show zu: "Da ist jede Hausgeburt
gefährlicher." Die Kirche selbst nährt zahlreiche abstruse
Vorstellungen ihrer Gläubigen, indem sie z. B. lehrt,
dass ein ungetauft verstorbener Säugling
nicht den Himmel betreten kann. So braucht sich niemand zu wundern, wenn
Eltern es umgekehrt als eine besondere Gnade erachten, wenn ihr Neugeborenes
dem Papst fast auf den Schoß fallen kann. Doch die neuen Säuglinge legten
dann ihren Ankunftstermin offenbar doch anders. Dafür versuchte ein junger
Mann, auf dem Islinger Feld ganz in die Nähe seines "Heiligen Vaters" zu
kommen. 15 Meter vor dem Altar wurde er von Polizei und Sicherheitskräften
überwältigt und soll nun wegen "Hausfriedensbruchs" angeklagt werden (http://www.merkur-online.de/nachrichten/specials/papst/besuch/art7886,710764.html).
Mehr Glück hatte ein junger Vater, der seinen Säugling mit Namen Antonia
einem Bodyguard überreichte, der ihn wiederum durch die geöffnete
Seitenscheibe des Papamobils kurz an Joseph Ratzinger weiterreichte.
Eventuell entsteht aus dieser Begegnung ein neuer Gegenstand der Verehrung,
denn der Vater sagte danach, er wolle jetzt "die Windel aufbewahren, die
seine Antonia trug" (Main-Post, 14.9.2006).
Und im Unterschied zu zahllosen
anderen Reliquien wäre die "Windel der Antonia" wenigstens nicht gefälscht.
Zähneknirschend registriert derweil die evangelische Kirche,
dass ihnen die katholische Kirche einmal mehr die öffentliche Show stiehlt
und sich die Politiker vor dem Papst eindeutig tiefer verbeugen als vor den
evangelischen Amtsträgern. Landesbischof Johannes Friedrich durfte immerhin am 12.9.2006 im
Regensburger Dom ein paar lyrische Worte sagen ("Wer glaubt, ist nie allein,
wer liebt, ist nie allein. Wer hofft, ist nie allein" ...). Mit Joseph Ratzinger persönlich
sprechen ließ man ihn aber nicht, obwohl man ihm 3-4 Minuten zugesichert hatte. Er gehört zu jenen Amtsträgern, die im
Gegensatz zu Martin Luther verkündeten, ein "kollegiales" Papsttum sei auch für Lutheraner
denkbar (siehe dazu
hier).
Lesen Sie dazu auch
Der Theologe Nr. 25 - Die Kirche ein
totalitärer heidnischer Götzenkult
Zu den Kosten des Papstbesuches lesen Sie
www.freie-christen.com/papst-show.html

Der Papst und sein Vorläufer, der babylonische Fischgott Dagon. Vom antiken Mysterienkult um Dagon hat die römisch-katholische Kirche die Mitra übernommen. In Regensburg sollten dem Papst sogar während der Messe geborene Säuglinge geweiht werden, doch die Babies wollten nicht während der Messe aus dem Mutterleib kommen.

Der Papst wird auf seiner Sänfte getragen (hier Paul VI.) wie sein Vorbild, der ägyptische Pharao. Beide bezeichnen sich als "Stellvertreter Gottes" und lassen sich entsprechend huldigen. Aus praktischen Gründen wurde die Sänfte seit Johannes Paul II. und jetzt Benedikt XVI. motorisiert. In München und Regensburg ersetzt das "Papamobil" die früheren Träger.
27.8. / 31.8.2006 - Soll das vereinigte
Europa katholisch werden? Europäische Regierungschefs unterzeichneten
Verfassung vor zwei Papst-Statuen - Es hätte in Europa und auch
in Rom zahllose angemessene Räume gegeben, an denen die Staatsoberhäupter am
29.10.2004 die Verfassung Europas hätten unterzeichnen können. Als
feierlichen Rahmen wählte man schließlich den Sala degli Orazi e Curiazi im
römischen Kapitol. Dazu setzten sich die Regierungschefs vor die Statue von
Papst Innozenz X. und blickten auf die gegenüber stehende Statue von Papst
Urban VIII. Da eine solche Symbolik ja kein Zufall ist, hier einige Daten
aus dem Leben der beiden Päpste, die man faktisch als "stumme Zeugen" bzw.
monumentale Paten des neuen Europa wählte.
PS: Die Verfassung ist wegen des Widerstands bzw. ablehnender
Volksabstimmungen in einigen Ländern noch nicht in Kraft.
Innozenz X. (1644-1655)
Er verweigerte die Unterschrift unter den Westfälischen Frieden von 1648, der den 30jährigen Krieg beendete. Der Einfluss des Protestantismus wurde darin anerkannt. Der Papst protestierte jedoch eindringlich gegen den Friedensschluss mit dem Schreiben Zelo Dominus Deo. 1649 eroberten seine Truppen die Stadt Castro und ließen sie dem Erdboden gleichmachen. Grund und Boden wurden dem Kirchenstaat einverleibt und ein Gedenkstein mit der Inschrift aufgestellt Qui fu castro ("Hier stand Castro"). Unterhalb seiner Statue nahmen die Regierungsvertreter Europas am 29.10.2004 Platz.
Papst Innozenz X. - Er wollte den Dreißigjährigen Krieg
fortsetzen und wehrte sich bis zuletzt gegen den Westfälischen Frieden. Europa
sollte katholisch bleiben und nicht unter teilweise unter protestantische
Herrschaft geraten. Vor seiner Säule in Rom nahmen die Regierungschefs Europas
im Jahr 2004 Platz, um die neue europäische Verfassung zu unterzeichnen.
Urban VIII. (1623-1644)
Er weihte 1626 den Petersdom ein und richtete Castelgandolfo als Sommerresidenz
der Päpste ein. Er schändete viele antike Heiligtümer, so das von Kaiser Hadrian
allen Göttern geweihte Pantheon, ein Symbol für Religionsvielfalt und Toleranz.
So riss er dort die Bronzeverkleidung ab und verwendete sie nach eigenen Angaben
für das Petrusgrab. Nach Einschätzung von Historikern ließ er jedoch daraus
Kanonen herstellen. Mit Kanonen rüstete er z. B. seine Engelsburg in Rom auf.
Unter Urban VIII. erreichte die Inquisition einen Höhepunkt. Galileo Galilei
wurde verurteilt. Papstfreundliche Historiker stellen es so dar, dass es dem
"wissenschaftsfreundlichen" Papst nicht gelungen sei, der Inquisition "Einhalt
zu gebieten". Am 29.7.1644 soll bei seinem Tod in Rom ein Freudentaumel
ausgebrochen sein. Urban VIII. lebte in Prunk und Luxus. Er bekam ein pompöses
Grabmal im Petersdom.
15.8. / 22.8.2006 / 12.9.2008 - Mondlandung
vielleicht nur eine Täuschung?
Jetzt sind die
"Original-Aufnahmen" verschwunden - Wenn Wichtiges "aus
Versehen" verschwindet, so ist das mit großer Wahrscheinlichkeit Absicht. So
seien die Film-Dokumente über den "riesigen Schritt für die Menschheit" (Neil
Armstrong, der vermeintlich erste Mann auf dem Mond) bei der NASA plötzlich
weg. In der Regel verschwinden immer irgendwelche "Beweismittel" auf diese Art.
Schon seit längerer Zeit gibt es starke Indizien und Zeugenaussagen dafür, dass die
Filmaufnahmen von der "ersten Mondlandung" in Wirklichkeit in einem Filmstudio
auf der Erde gedreht worden sind. Angeblich hätte die Mondlandung von Apollo 11 am
20.7.1969 zwar tatsächlich stattgefunden, doch die Aufnahmen darüber wären
völlig unbrauchbar gewesen, weswegen man aussagekräftige Bilder anderweitig
gedreht haben soll.
Zum Thema:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,282031,00.html
übernahm im Jahr 2004 eine Artikel der Zeitschrift GEOSpecial, der zwar einen Vertreter
dieser These unglaubwürdig zu machen versucht, viele Indizien jedoch nicht
verleugnen kann. Allerdings hätten noch fünf weitere Mondlandungen
stattgefunden, die letzte mit Apollo 17 am 14.12.1972. Dann war plötzlich
Schluss, was
wiederum sehr ungewöhnlich ist. Wer weiß, wie alles genau gewesen ist. Im
Jahr 2002 erschien dann eine gefälschte Dokumentation über die angeblich
gefälschten Bilder
(http://de.wikipedia.org/wiki/Kubrick,_Nixon_und_der_Mann_im_Mond),
welche die Skeptiker der Mondlandung unglaubwürdig machen sollte. Ein
Filmteam von Arte France hatte angeblich nachgewiesen, dass die
Bilder von der Mondlandung gefälscht waren. Doch man hatte bewusst gelogen,
getäuscht und manipuliert, um aufzuzeigen, wie Skeptiker manipulieren
könnten. Die Zweifel an den Mondlandungen bzw. an den diesbezüglichen
Filmaufnahmen konnten jedoch nie wirklich ausgeräumt werden.
21.7. / 26.10.2006 / 25.1.2007 - Umbenennung der Bischof-Meiser-Straße
in Spitalgasse: Stadtrat zögerte vor der Entscheidung - Die Fakten über
Landesbischof Meiser liegen seit längerem auf dem Tisch. So veröffentlichten die
Nürnberger Nachrichten am 30.6.2006 auch einen
Leserbrief des Autors
des Theologen und
plädieren - wie viele andere Zeitgenossen auch - für die Umbenennung. Die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Bayern mit Landesbischof Johannes Friedrich an der Spitze und das
Evangelische Dekanat Nürnberg wollten jedoch "ihre" Bischof-Meiser-Straße
an der römisch-katholischen Frauenkirche lange behalten. Dort stand früher einmal eine Synagoge, die bei einer
Judenverfolgung der Kirche im Mittelalter niedergebrannt wurde.
Die Kirche hätte Hans Meiser gerne weiter durch eine Straße geehrt, obwohl er
rassischer Antisemit war und die Nürnberger Rassengesetze von 1935 geistig mit
vorbereitete und obwohl er sich erfolgreich gegen die Überlegung wehrte, dass die Kirche
eventuell gegen
die Judenvernichtung protestieren könnte. Weiter trieb der Altlandesbischof zahllose Menschen voller
Begeisterung und unter der
Vorgaukelung von "Gottes Beistand" in den 2. Weltkrieg. Und er
duldete schweigend die Wegführung der behinderten Menschen aus der evangelischen
Diakonie in die Gaskammern (Lesen Sie dazu Der
Theologe Nr. 11 - Der Antisemit Hans Meiser als erster evangelischer
Landesbischof Bayerns). Dabei kann man der Evangelischen Kirche
ohne weiteres zugestehen, dass ein Mann wie Landesbischof Hans Meiser neben den zahllosen Opfern,
die er zu verantworten hat, wie jeder Mensch natürlich auch gute Seiten hatte.
Doch deswegen braucht man ihn doch nicht gleich so zu ehren, dass man eine ganze Straße
im Zentrum der Stadt
nach ihm benennt.
Eine solche Straße setzt eine Vorbildwirkung für die allgemeine
Öffentlichkeit voraus, und hier würden sich gewiss Tausende von anderen
Namenspaten finden, an deren Lebenslauf kein Blut klebt. Wenn die
Evangelisch-Lutherische Kirche z. B. eine Gruft in der zentralen Nürnberger
Lorenzkirche nach Landesbischof Meiser benennt, würde sich sicher der Protest
der Kritiker Meisers in
Grenzen halten. Zudem könnte man ohne weiteres eine
frühere Entscheidung, die man heute nicht mehr treffen würde, rückgängig machen. Wenigstens dieses Minimum an gesundem Menschenverstand
und die Fähigkeit, etwas abzuwägen, hatten sich viele von den Kirche erhofft.
Und da auch im Nürnberger Stadtrat die Lobby der Kirche offenbar sehr
einflussreich ist, hat sich dieses Entscheidungsgremium nicht
getraut, Hans Meiser ohne Zustimmung der evangelischen Kirche vom Sockel zu heben. Denn leider glauben immer noch manche
Bürger,
eine fügsame Haltung gegenüber der Kirche wäre gut für ihr Seelenheil. Die
Kirche selbst hat die Menschen ja fast zwei Jahrtausende so indoktriniert.
Nach zähem Ringen hat Anfang 2007 nun aber auch die evangelische Kirche ihre
Einwände gegen eine Umbenennung zurückgezogen und die frühere
Bischof-Meiser-Straße heißt jetzt Spitalgasse.
Weitere Kurzmeldungen zu Landesbischof Meiser finden Sie bei
Der Theologe aktuell - 2006-1
bzw. bei
Der Theologe aktuell - 2007-1.
19.7. / 31.8. / 17.9. / 27.10. / 28.11.2006 -
Libanon-Krieg - "Test" für Iran-Krieg?
War es ein gerechter Krieg? Kriegsstimmung in der evangelischen
Kirche
-
"Pünktlich" drei
Tage nach der Fußball-Weltmeisterschaft begann am 12.7. der von vielen voraus geahnte
neue Nahost-Krieg. Im Zusammenhang des Weihnachts-Urbi-et-Orbi von Benedikt XVI.
war verschiedentlich gemutmaßt worden, dass die derzeitige Regierung der USA das Fußball-Großereignis in
Deutschland noch abwartet, um dann in irgendeiner Form gegen den Iran
loszuschlagen (siehe dazu unsere Meldung
vom 25.12.2005). Am 19.7., 2006 eine Woche nach Beginn des neuen Krieges,
verbreiteten die New York Times in den USA und The Guardian in
Großbritannien die Meldung, dass Israel anscheinend in enger Absprache mit der
Regierung Bush
handele. "Washington habe Israel ein Zeitfenster von einer Woche eingeräumt, um
die Infrastruktur der militanten Hisbollah zu zerstören", die bekanntlich
vom Iran unterstützt wird (Focus online,
19.7.2006; siehe dazu auch
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427836,00.html). "Israels
Militäroffensive im Libanon sei lange geplant gewesen", glaubt auch der
israelische Historiker Tom Segev (Spiegel online, 19.7.2006).
"Israel habe von den USA
eine ´carte blanche` (= Freibrief, Blanko-Vollmacht) für eine Ausweitung der
Angriffe gegen Hisbollahziele im Libanon", sagte zudem ein Armeesprecher
Israels, der anonym bleiben möchte
(Spiegel online, 21.7.2006). Und vielleicht hat der gläubige protestantische US-Präsident
George W. Bush
(er wurde einst vom "Evangelisten" Billy Graham
für den kirchlichen Glauben bekehrt) auf eine Art "Wunschzettel" für mögliche
Entwicklungen zurück gegriffen, als er Syrien am 19.7.2006
scharf attackierte und in diesem Zusammenhang erklärte: "Mir kommt´s so vor, als
wollten die Syrer wieder in den Libanon" (Focus online, 20.7.2006). Zum
Zeitpunkt des etwas überraschenden Wortbeitrags des Präsidenten waren allerdings die Israelis wieder dort eingedrungen und
nicht die Syrer, die 2005 als bisherige "Schutzmacht" ihre Truppen unter dem
Jubel der libanesischen Bevölkerung zurückgezogen hatten.
Mittlerweile hat auch der US-amerikanische Journalist Seymour Hersh Indizien
dafür zusammengetragen, dass der Libanon-Krieg für die Bush-Regierung ein
"Testlauf für einen Iran-Krieg" gewesen sein soll
(siehe
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,431774,00.html).
Ganz
selbstverständlich
können die Kirchenchristen bei ihrer Beurteilung des
Krieges die in ihrem Glaubensbekenntnis verankerte "Lehre vom gerechten
Krieg" anwenden, der auch
für die evangelisch-lutherischen Kirchen in Deutschland bis heute verbindliche
Glaubenslehre ist.
So wird in der
Augsburger Konfession
gelehrt, "dass
Christen mögen ... Übeltäter mit dem Schwert strafen [und](,) rechte Kriege
führen"
(CA XV),
und jeder Pfarrer wird darauf vereidigt. Am
direktesten sprach bisher der bekannte Politologe, Buchautor und häufige
Referent auf Kirchentagen und in kirchlichen Kreisen, Dr. Matthias Küntzel, von einem "gerechten
Krieg"
(Spiegel online, 23.7.2006) - im Gegensatz zur UNO, deren
Vertreter in diesem Krieg z. B. "Verstöße gegen internationales Recht" beklagte
(25.7.2006).
Zwar hatten sich der Papst und der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber
während des Krieges der
UN-Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand angeschlossen, doch
vor allem innerhalb der evangelischen Kirche griff vielfach unverhohlene
Kriegsstimmung um sich. So heißt es z. B. im Leitartikel von Johannes Gerloff in dem
angesehenen evangelischen Wochenmagazin
idea-spektrum (Nr. 29/2006): "´Israel
muss die Hisbollah total vernichten.` Darin sind sich die messianische Jüdin
Alice aus Naharija und der arabische Christ Nabil aus Mrar einig." Und: "Die
größte Angst der Israelis kommt immer wieder zur Sprache: dass der Druck der
Weltöffentlichkeit Israel einmal mehr zwingen könnte, eine Militäraktion
vorzeitig und unvollendet abbrechen zu müssen." Dies klingt wie eine Drohung
gegenüber europäischen Vermittlern wie Javier Solana oder der französischen Regierung oder
Joschka Fischer, die sich um einen
sofortigen Waffenstillstand bemühen, um weiteres furchtbares Leid zu verhindern.
Und dann lässt die evangelische Zeitung am Ende ihres Kommentars eine vielleicht
versteckte Aufforderung zum Krieg gegen den Iran folgen: "Wer dem mörderischen
Ungetüm das Genick brechen will, muss sich nach Teheran wenden."
PS: Auch der
bekannte römisch-katholische Fernsehkorrespondent Ulrich W. Sahm
(ntv),
gleichzeitig Mitarbeiter der römisch-katholischen Nachrichtenagentur
KNA,
stand hinter den Angriffen der israelischen Armee. Sein Argument: "Die
Kriegserklärung ging vom Libanon aus."
(idea spektrum Nr. 31/2006)
Einmal mehr wird der große Friedensstifter Jesus von Nazareth damit von den Kirchenchristen
auf böse Art und Weise verhöhnt. Denn Jesus sprach niemals von totaler
militärischer Vernichtung eines Gegners oder einer Angst, einen Krieg vorzeitig
abbrechen zu müssen oder davon, einem Gegner das Genick zu brechen. Nicht einmal
von einem "gerechtfertigten" "Verteidigungskrieg". Jesus lehrte
in der Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5 - 7): "Liebet eure Feinde, segnet,
die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch
beleidigen und verfolgen." Wem dies ethisch zu anspruchsvoll erscheint oder aus
einer Betroffenheit heraus augenblicklich unannehmbar, der sollte sein Denken
und Empfinden dann aber nicht "christlich" nennen. Und Jesus lehrte auch ganz
schlicht und für jeden sofort verständlich: "Alles nun, was ihr wollt,
dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!" Dies ist
gleichbedeutend dem bekannten Sprichwort "Was du nicht willst, dass man dir tu,
das füg auch keinem andern zu." Oder Jesus weiter: "Was siehst du aber
den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem
Auge." Oder: "Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder
heißen." Das
also ist der christliche Beitrag zum Nahost-Krieg im Gegensatz zu vielen
anti-christlichen evangelischen Beiträgen. Auffällig ist, dass sich viele
Nachfolger Martin Luthers nicht einmal mehr die Mühe machen, Jesus zu
widerlegen. Auch jammern sie gar nicht mehr herum, dass es doch so
"schwer" sei, seine Lehre zu befolgen und man leider "notgedrungen" das Gegenteil von
dem tun müsse, was er lehrte. Jesus von Nazareth wird immer häufiger einfach
ignoriert.
Selbst das Alte Testament, gleichermaßen die Glaubensgrundlage des Judentums
und der Kirche, wird vielfach ignoriert und damit stellenweise praktisch für bedeutungslos erklärt. Denn das Alte
Testament lehrt: "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (2. Mose 21, 24).
Bekanntlich hat Jesus auch diesem Satz, der einem Geschädigten
erlauben soll, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, deutlich widersprochen (siehe
dazu Matthäus 5, 38 ff.).
Doch dessen Lehre hat man ja eh´ schon über Bord geworfen. Nun stünde aber auch
im Alten Testament geschrieben: Vergeltung mit Gleichem, nicht mit Unverhältnismäßigem.
Doch man hielt sich in diesem Krieg auch nicht an dieses Gebot im Alten Testament, sondern riss
sinngemäß für ein Auge Hunderte von Augen aus und für einen Zahn Hunderte von
Zähnen. Wäre man stattdessen nach dem alttestamentlichen Prinzip "Auge um Auge, Zahn um
Zahn" (bzw. "Auge für Auge, Zahn für Zahn") vorgegangen, so wäre also auf eine Entführung oder einen Terror-Anschlag
eine Vergeltung gleichen Ausmaßes erfolgt.
Für die Kirchenchristen in der
US-Regierung und ihre Gesinnungsfreunde in den deutschen Kirchen zählt es jedoch
zum legitimen Recht, ein Unrecht x-fach vergelten zu dürfen bis zur Ausrottung
eines Verursachers, was auch mit der Ausmerzung zahlloser Unbeteiligter
verbunden ist. Und im Alten Testament gibt es
andere Stellen, an denen ein solches Verhalten auch religiös gerechtfertigt
wird. Zudem glauben Millionen von Bibelanhängern, v. a. in den USA, dass
ihr evangelischer bzw. kirchlicher Gott in der so genannten "Endzeit" der Armee
Israels den militärischen Sieg schenkt und alle ihre Gegner
vernichtet, und dass sich die Israelis anschließend
zum kirchlichen Glauben bekehren. In
diesem Sinne biegt man sich teilweise gefälschte Bibelstellen aus dem Alten Testament (so z. B. in
Hesekiel 38 und 39) oder der Offenbarung des Johannes (z. B. 14, 20)
zurecht. Siehe dazu:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5782498_TYP_THE_NAV_REF3,00.html.
Im Gegensatz dazu ist auch die Verheißung an den Propheten Abraham zu bedenken,
in der es heißt: "In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden"
(1. Mose 12, 3). Wie aber müsste eine Politik aussehen, die zum "Segen" auch
für die anderen "Geschlechter" bzw. Völker würde? Zudem heißt es sowohl im Alten als auch im
Neuen Testament: "Was der Mensch sät, das wird er ernten."
Wenn diese geistige "Gesetzmäßigkeit" zutreffend ist, kann sich jeder selbst ausrechnen, was bald auf
diejenigen zukommt, die in den letzten Wochen anderen großes Leid zufügten, gleich, auf welcher
Seite sie stehen. "Es wurde so viel Hass gesät", berichten Menschen vor Ort
(siehe
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,432616,00.html)
und dies gilt wohl für Menschen in Israel und im Libanon. "Fast der ganze
Südlibanon ist eine Ruinenlandschaft", schreibt z. B. Spiegel online (15.8.2006),
und was werden wohl die Flüchtlinge denken, die in ihre Häuser
zurückkehren wollten und dort jetzt nur noch eine Ruine finden (siehe dazu
auch
http://focus.msn.de/politik/nahost/beirut_nid_33705.html über die Situation
in Beirut). Noch wenige Stunden vor Kriegsende wurden die Angriffe mit
auch in militärischen Kreisen heftig kritisierten Streubomben intensiviert, von denen 100.000 noch nicht explodiert seien und in
der "Nachkriegszeit" weiter täglich Menschen töten (siehe
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,434435,00.html). Während des Krieges wurden zudem Phosphorbomben abgeworfen, die demnächst als
chemische Waffen geächtet werden sollen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,443964,00.html).
Und schließlich hat die israelische Armee auch die im Jahr 1997 von 152 Staaten
geächteten Landminen eingesetzt (http://www.focus.de/politik/nahost/un_nid_40121.html).
Und ein Krieg zieht
auch weitere Kreise: Bei einem Angriff soll
z. B. auch der Bruder eines libanesischen Studenten aus Kiel ums Leben gekommen
sein.
Und dieser versuchte später wiederum, zwei Bomben in deutschen Regionalzügen zu
zünden. Nach Ansicht von Experten sind solche privaten Tragödien oft der
Auslöser dafür, dass sich jemand dem Terrorismus zuwendet. Wie also könnte man
demnach den Terrorismus wirksam bekämpfen?
Anmerkung: Im Jahr
1982 kam es im Libanon sogar zu einer massiven Kriegshandlung einer angeblich
"christlichen" Armee:
Damals verübte die so genannte Phalangisten-Armee der kirchenchristlichen
Maroniten das Massaker in
den palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila nahe Beirut. Die
israelischen Besatzer hielten den Maroniten dabei den Rücken frei. 2.500
Palästinenser wurden wahllos ermordet, nachdem zuvor der maronitische libanesischen Präsidenten Baschir Gemayel
ermordet wurde und man Palästinenser als Drahtzieher vermutete. Die Maroniten
erkennen den römisch-katholischen Papst im Rom als ihr Oberhaupt an
(Näheres dazu bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Sabra_und_Schatila).
Zum Kriegsverlauf:
Während drei bekannte israelische Schriftsteller (David Grossmann, A. B.
Yehoshua, Amoz Oz) in der letzten Kriegsphase ein sofortiges beidseitiges Ende der Angriffe forderten
(Haaretz, 6.8.2006)
und auch Rolf Verleger vom
Zentralrat der Juden in Deutschland die Fortsetzung des Kriegs kritisierte
(siehe
http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/430907.html),
meldete sich zu diesem Thema
in Deutschland auch der außenpolitische Sprecher der CDU, das Vorstandsmitglied Eckart von Klaeden,
zugleich Mitglied im
Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages,
zu Wort. Er warf der Hisbollah vor, möglichst "viele Tote unter der
Zivilbevölkerung beider Seiten" herbeiführen zu wollen
(Bild, 5.8.2006).
"Wir dürfen auf diese menschenverachtende
Strategie nicht hereinfallen", so der führende evangelisch-lutherische
Politiker. Was sollte das nun praktisch heißen? Es war offenbar eine weitere
Rechtfertigung dafür, dass der Krieg erst einmal weitergehen müsse.
Eine andere Rechtfertigung lautete seit dem 1.8.2006, der Krieg sei eine
notwendige "Vorbereitung für
die
internationale Friedensmission" im Libanon, die seither vorbereitet wurde.
Dabei könnten folgende Entwicklungen allerdings eine Warnung sein: Nach dem
Irak-Krieg der USA wurde das Land zur Operationsbasis für Terroristen (ca. 6.500
Todesopfer seit "Kriegsende", davon ca. 40 getötete US-Soldaten
monatlich, tägliche Selbstmordattentate). Und auch seit dem Afghanistan-Krieg
der NATO verfällt dieses Land zunehmend in Terror und Chaos und die im Krieg
scheinbar besiegten Taliban kommen wieder. Im
Libanon kommen zu den Todesopfern und Verletzten momentan auch wirtschaftliche
Schäden in Höhe von ca. acht Milliarden Euro hinzu,
das Ausmaß der Ölpest noch nicht mit eingerechnet. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,432293,00.html).
Der Krieg hat solche "ökologischen Schäden" verursacht, dass auch die
Landwirtschaft, die Lebensgrundlage der Bevölkerung, auf lange Sicht zerstört
ist. "So hätten etwa die israelischen Luftangriffe auf den Süden des
Libanons so schwere Umweltschäden angerichtet, dass dort die nächsten Jahre
nicht mehr an Landwirtschaft ... zu denken sei"
(dpa, 27.10.2006).
PS: Wer soll dafür aufkommen und wie genau soll denn die "internationale
Friedensmission" die Friedens- und Versöhnungsbereitschaft der Bevölkerung
fördern?
Im Nachbarland Syrien war in den letzten Kriegstagen "die Wut kaum noch
kontrollierbar", so der Imam Muhammad al-Habash. Spiegel online
schreibt: "´Das Volk glaubt, es habe die
religiöse Pflicht, den Besatzern Widerstand zu leisten`, sagt er und erzählt von
Familien in seinem Bekanntenkreis, deren Söhne sich in den letzten Tagen in den
Dschihad verabschiedet haben. Vermutlich in den Libanon, da Syrien der
Frustration noch kein Ventil bietet. Al-Habash ist ein Geistlicher, der für
seine Weltoffenheit und Toleranz bekannt ist. ´Aber jedes Mal, wenn die Menschen
hier Opfer von Israel werden, wird die Stimme der Gemäßigten immer leiser. Wir
verlieren an Glaubwürdigkeit`, beklagt er. ´Wenn der Krieg weiter eskaliert,
wird sich unser Volk von nichts mehr aufhalten lassen`" (10.8.2006).
Nun
ist der Krieg tatsächlich kurzzeitig eskaliert, doch mittlerweile haben alle
Seiten der UN-Resolution für eine Waffenruhe zugestimmt. Doch werden sich nun z.
B. alle Kämpfer, die gerade erst in den Dschihad gezogen waren, der Führung der
Hisbollah beugen, wenn diese die Waffen niederlegt? Oder ist das Leid des gerade
gestoppten Krieges und der akuten Kriegsfolgen nicht schon der Keim für den
nächsten Krieg? Auch die israelische Regierung hat bereits die Fortsetzung des
Krieges angekündigt, wenn die Hisbollah sich nicht entwaffnen lässt.
Währenddessen bauen jüdische Siedler im besetzten Westjordanland weiter illegal
Häuser auf Grundstücken von Palästinensern, was von der Regierung geduldet wird.
(http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/448497.html).
Man hört jedoch auch von einem jüdischen Rabbi, der palästinensischen Opfern
beim Wiederaufbau von zerstörten Häusern oder bei der Ernte hilft.
Die deutsche Regierung hat sich ebenfalls in den Konflikt
hineinziehen lassen und schickte 2.500 Soldaten im Rahmen der UN in den Libanon,
um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden.
(siehe dazu z. B.
http://www.netzeitung.de/deutschland/433054.html).
Lesen Sie dazu auch:
Der Theologe Nr. 6 - Die
evangelische Kirche, immer für den Krieg
Der Theologe Nr. 3 - So spricht Martin Luther - so
spricht Jesus von Nazareth
Der Theologe aktuell:
Hier die Meldungen von 2005 - 1. Teil / 2005 - 2. Teil / 2006
- 1. Teil / 2006 - 2. Teil
2007 - 1. Teil /
2007 - 2. Teil / 2008 - 1. Teil /
2008 - 2. Teil
2009 - 1. Teil /
2009 - 2. Teil / 2010 - 1. Teil / 2010 - 2. Teil
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Die Zeitschriften
DER THEOLOGE,
Ausgaben Nr. 1, 3, 8,
ein Auszug aus Nr.
41
und die Ausgabe Nr. 1
der
FREIEN |