DER THEOLOGE aktuell - 2006-1
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Klarstellung:
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14.7. -
Nachruf: Hat
sich der letzte Bär geopfert?
14.7. - Angebliche
Problem-Mutter: Jetzt planen Exekutions-Experten Tötung von Brunos Mutter
9.7. - Bruno darf
nicht vergessen werden
9.7. - Neu: Der
Theologe Nr. 8 "Wie der Teufel in der Bibel hauste" jetzt auf Spanisch
6.7. - Die
Hinrichtung von Bruno und die Fußball-WM: Eine Bären-Symbolik zum Nachdenken
28.6. - "Wo sich
Menschen ausbreiten, müssen andere Kreaturen weichen"
-
Botschaft
hinter Brunos Tod
27.6. -
Woher die Milliarden nehmen,
um für Kinder weiter eine beitragsfreie Krankenversicherung zu ermöglichen?
26.6. - Minister
Werner Schnappauf schnappte zu: Bär Bruno erfolgreich abgeknallt
24.6. -
CSU-Regierung
beschließt Mord an Bären: Was hat es damit zu tun, dass Bruno weder
katholisch
noch evangelisch
ist?
31.5. -
Meiser-Freunde machen mobil:
"Antisemitische Ausfälle" Luthers
viel schlimmer als Worte des Landesbischofs
29.5. - Auschwitz:
Papst schwieg zur kirchlichen Verantwortung für den Holocaust
26.5. -
Warschau: Papst Benedikt XVI. warnt
eindringlich vor Abweichungen im Glauben
22.5. -
Umbenennung der nach dem antisemitischen
Landesbischof Meiser
benannten Straßen weiter offen
21.5. -
Papst ruft wieder andere zum Kampf gegen den Hunger auf: Vom eigenen
Vermögen wird
kein Cent heraus gerückt
11.5. -
"Schlimmste
Steuererhöhung aller Zeiten für die Bürger" - Nur Milliardengeschenke an
Kirchen
bleiben -
Papstbesuch verschlingt weitere Millionen
7.5. -
The Da Vinci Code - Verfilmung des
Bestsellers von Dan Brown
27.4. -
Prozess gegen evangelische Säuglingstöterin eröffnet
20.4. -
Kindererziehung: Staat liefert sich noch mehr den ewig verdammenden Kirchen
aus
17.4. - Trotz
Urbi et Orbi: Das Sündenfass quillt über
14.4. - 50. Todestag
des evangelischen Landesbischofs Hans Meiser
6.4.-
Moderne Inquisition: Kirchliche
Kampagnen gegen Betriebe von Aussteigern und
"Unbedenklichkeitsbescheinigungen" für treue Kirchenmitglieder
26.3. - "Die tote
Kirche": Ein Gedicht von Georg Trakl
13.3. -
Jahreslosung 2006: "Gottes" Beistand für einen Völkermörder - Kirchen
entlarven sich
4.3. -
Kirchenchristliche Partei jetzt in der Regierung:
Reform
zugunsten der Hühner
wird aufgehoben
20.2. -
Bundesrepublik
Deutschland: Der
Missbrauch
von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Heimen
8.2. - Pro Christ:
Eine Missionsveranstaltung der Kirchen
26.1. -
Requiem:
Neuer Film von Hans-Christian Schmid über die Exorzismus-Tragödie
19.1. -
Katholische Pfarrgemeinderätin zu neun Jahren Haft verurteilt: Neun hilflose
Menschen getötet
11.1. -
Trauerfeier in Bad Reichenhall: Warum die Priester dabei ihren Glauben
verleugnen müssen
8.1. -
Landratsamt Würzburg und Landrat Waldemar Zorn: Krieg gegen Wildschweine
14.7. / 6.8.2006 - Nachruf: Hat sich der letzte Bär geopfert?
- Es erinnert fast an den Kino-Hit Der letzte Samurai, was sich in
Schliersee bzw. Bayrischzell in den Morgenstunden des 26.6.2006 zutrug, und es soll auch auf
dieser Seite dokumentiert werden. Das Magazin Focus veröffentlichte schon
am 3.7.2006 Details über die Ermordung des ersten Bären in Deutschland seit 170
Jahren. Vier Männer bildeten das Exekutions-Kommando, um das Todesurteil des
Behörden-Jagd-Staates von Edmund Stoiber zu vollstrecken, darunter ein Oberkommissar aus dem bayerischen Oberland und ein Beamter
des Landratsamtes Miesbach. Die Sennerin der Kümpflalm weigert sich zunächst,
das Exekutions-Kommando in die Hütte zu lassen. Doch der Polizist zeigt seinen
Dienstausweis, und "ein anderer Beamter erklärt, dies sei ein ´behördlich
angeordneter Einsatz`." Sie muss die Alm öffnen. Die Jäger verteilen viel Honig
auf dem Gelände und ein totes Schaf. Gegen 4 Uhr am Morgen kommt Bruno in
friedlicher Absicht, weil er etwas essen will. Der Polizist sieht ihn und
schreit "Der Bär ist da". Bruno rennt davon, "prescht den Hang Richtung
Auerspitze hoch" und zeigt seinen Mördern dadurch, dass sie nichts von ihm zu
befürchten haben. Mittlerweile haben die Männer des Exekutions-Kommandos ihre Gewehre
geladen. Und dann das Ende: Der Bär steht etwa 150 Meter oberhalb der Hütte auf
einer Wiese. Jetzt flieht er nicht mehr, obwohl er es könnte. Er richtet sich auf den Hinterbeinen in
seiner ganzen Größe auf, wendet den Schützen und ihren Gewehrläufen edel und
stolz seine breite Brust zu. Er hat keine Seele, so lehrt die Kirche (siehe
unten). Ihn zu ermorden, sei keine Sünde. Seine Killer kauern sich am
Fenster der Almhütte. Dann drücken sie zwei oder dreimal mit ihrem Finger am
Abzug. Gegen die Kugeln hat Bruno keine Chance. Er hat das unwürdige und am Ende
barbarische Treiben
gegen ihn beendet und sich geopfert. Nach der Lehre der Kirche wird
er nie den Himmel betreten.
Und auf dem jenseitigen Kirchenplaneten wird man ihn in der Tat nicht finden.
Dort hört man nur immer wieder seinen Todesschrei. Und nur wer diesen Planeten
verlässt, wird diesem Tier und vielen, vielen mehr eines Tages wieder begegnen.
Weitere Meldungen zu tierfeindlichen Barbarei in Bayern:
14.7. 9.7.
6.7. 28.6.
26.6. 24.6.
Lesen Sie auch: Auf
Brunos Spuren: Wanderung zum Tatort zwischen Schliersee und Rotwand

Der letzte Blick von Bruno. Er richtet sich noch einmal
auf und blickt Richtung Süden,
wo seine Familie wohnt. Unten die Kümpflalm. Dort
hatte sich das Exekutionskommando verschanzt.
14.7. / 6.8.2006 - Angebliche "Problemmutter" - Jetzt planen
Exekutions-Experten die Hinrichtung von Brunos Mutter. Einem Bericht von
www.prowildlife.de vom 14.7.2006
zufolge haben sich dieselben Hintermänner, "die schon den Abschuss von Bruno
befürwortet hatten", bei einem Koordinationstreffen am 6. Juli in Trient als
nächste Aktion für die Exekution der achtjährigen Bärin Jurka gefordert, weil auch
sie für "Probleme" verantwortlich sein soll. "Sie würde, so
die Begründung, auch ihre derzeitigen Jungtiere zu potenziellen ´Problembären`
erziehen", so heißt es in dem Bericht wörtlich. Es handelt sich dabei
anscheinend um die römisch-katholischen WWF-Leute aus Österreich (siehe unten).
Die Ermordungs-Experten geben jedoch zu, dass Brunos Mutter deshalb zur
"Problem-Mutter" geworden sein soll, weil sie von Jägern mit
Gummigeschossen und Knallkörpern traktiert wurde und aus dieser Bekämpfung durch
den Menschen lernte, "nie an einen Ort zurückzukehren, sondern weiter zu
ziehen". Dieses Verhalten habe sie auch Bruno beigebracht, der deswegen seinen
Häschern immer wieder entwischt sei. Doch jetzt wollen die Bären-Exekutions-Experten
des WWF der Familie Brunos an den Kragen, offenbar frei nach dem Motto: "Tötet
die Bären, denn wir Menschen sind die Herren über Leben und Tod." Doch
der von den Kirchen als "Krone der Schöpfung" ausgezeichnete
Mensch kann immer nur töten, und ist nicht einmal in der Lage, einen einzigen
Floh neu zu schaffen oder zum Leben zu erwecken. So sollte man ihn besser nicht
als "Herren über Leben und Tod" bezeichnen, sondern nur als "Meister
des Todes". Doch woher nimmt er sich dann das Recht, seine Mitgeschöpfe
allesamt zu malträtieren und umzubringen? Das Recht gibt ihm die Kirche, die
alle Menschen der Erde zur Unterwerfung unter ihre Lehre und ihren Papst auffordert
(siehe
z. B. hier eines der betreffenden Dogmen).
Während das ursprüngliche 5. Gebot "Du sollst nicht töten" auch die Tiere
einschloss, spricht die Kirche den Tieren die unsterbliche Seele ab, erklärt sie
zu nicht leidensfähigen Geschöpfen, gibt sie der "Herrschaft des Menschen"
preis (Katechismus Nr. 2417) und isst bzw. "frisst" sie zu
Millionen auf.
Und so höhnte der Tier-Experte der
römisch-katholischen Kirche, der Kapuziner-Abt "Bruder Paulus" aus Frankfurt am
Main z. B. am 22.3.2003 in Bild: "Unter Gefühle verstehe ich Sympathie,
Schuld, Verzeihung, Gewissen, Barmherzigkeit, Liebe. All das kann ein Tier nicht
empfinden." Was Menschen als ein "Gefühl" [eines Tieres] deuten, sei ein
Instinkt bzw. eine "Körperreaktion" bzw. andressiertes Verhalten, und auch eine
Seele hätten die Tiere nicht, denn: "Seele heißt ´Nein` sagen können. Und ein
Tier kann nicht entscheiden." Aus diesem Grund untersagt der katholische
Katechismus auch dem Menschen, einem Tier die Liebe zuzuwenden, "die einzig
Menschen gebührt" (Nr. 2418).
Der Prophet Jesaja schreibt in seiner Friedensreich-Vision, dass die Jungen
von Kuh und Bären zusammen spielen und in Frieden mit dem Menschen leben (11,
7-8). Und der Prophet Hosea spricht von einem "Bund" Gottes mit den
Wildtieren am Ende der materialistischen Zeit, so dass der Mensch keine Angst
mehr vor ihnen zu haben braucht (2, 20). Das todeswürdige Verbrechen von
Bruno war, dass er bereits damit angefangen hat, den Menschen zu vertrauen und
sie nicht mehr bedroht hat. Doch so etwas dürfe nie sein, so die deutschen
Behörden, v. a. im Behörden-Jagd-Staat Edmund Stoibers in Bayern. Wenn ein Bär anfängt, dem Menschen zu vertrauen, dann
muss er hingerichtet werden.
Vor diesem Hintergrund fand auch die Demonstration am 5.8.2006 in Schliersee statt
(siehe www.abschaffung-der-jagd.de).
9.7. / 13.7.2006 - Bruno darf nicht vergessen werden. Es
gibt den Bär Bruno, der unbekümmerter war als im "Behörden-Jagd-Staat" Edmund
Stoibers geduldet, obwohl er immer vor den Menschen davon gelaufen ist. Es gibt
das Reh Bruno, das sich erdreistet, die deutsche Forstwirtschaft durch Knabbern
an einem Baum zu schädigen. Dann ist das noch das Schwein Bruno, das auf engstem
Raum bis zur Schlachtung vegetieren muss und nie die Sonne sehen darf. Es gibt
Bruno, die Versuchstier-Maus, Bruno, den kräftigen Ochsen, der gerade für das
Münchner Oktoberfest gemästet wird und Bruno, den Fuchs, der in einer
Jäger-Sprengfalle schreiend verreckte, als er auf Nahrungssuche für seine Welpen
war und noch viele mehr. Weltweit 45 Milliarden Tiere werden pro Jahr vom
Mensch, der "Krone der Schöpfung", (überwiegend bestialisch)
ermordet, obwohl das Gebot "Du sollst nicht töten" auch gegenüber den Tieren
gilt.
Lesen Sie auch, warum diese Entwicklung z. B. in Europa so möglich war in:
Der Theologe Nr. 7, Teil 4 -
Weitere Meldungen zu Bruno am 6.7.
28.6. 26.6.
24.6.
9.7.2006 - Der Theologe Nr. 8 "Wie der Teufel in der Bibel
hauste" jetzt neu auf Spanisch
6.7. / 6.8. / 3.12.2006 - Die
Hinrichtung von Bruno und die Fußball-Weltmeisterschaft - Eine Bären-Symbolik
zum Nachdenken - Leben durfte der Bär, der sich nach Deutschland
wagte, hier nicht, aber als Leiche gibt man ihn nicht an die Italiener
zurück. Der erschossene kindliche Braunbär (der noch nicht einmal
geschlechtsreif war) stammt aus dem Adamella-Brenta-Park im zu Italien
gehörenden Südtirol, und die Italiener wollen ihr "Kind" deswegen jetzt auch
zurückhaben. Doch Bayerns römisch-katholischer Umweltminister Werner Schnappauf
aus dem Kabinett von Edmund Stoiber (CSU) verhöhnt
die Italiener, sie hätten das Wildtier nicht richtig "erzogen" (Main-Echo,
14.7.2006), und er besteht darauf, dass die bayerischen Bären-Killer das
Eigentumsrecht auf die Leiche haben. In
Italien gibt es weitere ca. 30 Bären, die dort in freier Natur leben dürfen (und
im kleinen Slowenien sogar 500 Bären) - es
ist ein Teil eines EU-Projekt zur Erhaltung bedrohter Tierarten in Europa mit dem Namen "Life Ursus". Entsprechend wütend sind jetzt
die Italiener: "Eine Europäische Union, die die ganze Welt auffordert,
geschützte Arten zu retten und dann mit Gewehren einen Bären abknallt, ist
einfach nicht glaubwürdig", so der italienische Umweltminister Alfonso Pecoraro
Scanio. Und auch bei der EU-Kommission in Brüssel ist man sauer auf die
Deutschen. Es könne nicht sein, "dass man den Bären erst ein freies Leben
´bezahlt`, um sie dann abzuschießen, nur weil sie tun, was man ihnen ermöglichen
wollte; ein artgerechtes Leben zu führen" (Main-Post, 6.7.2006). In diesem
Zusammenhang wurde auch betont, dass Bären sich überwiegend vegetarisch ernähren
(zu 75 % von Pflanzen, Wurzeln und Kräutern), evtl. betroffene Landwirte würden
"entschädigt". Doch es darf auch niemanden verwundern, wenn ein seit Wochen und
Monaten dauernd gehetzter Jungbär im Stress einmal "untypische" Verhaltensweisen zeigt. Das
bayerische Todeskommando war auf jeden Fall ein klarer Verstoß auch gegen das
deutsche Tierschutzgesetz.
Die bayerische Behörden-Jagd-Staat hatte zuvor zwar gebirgsungeübte finnische Bärenfänger eingesetzt
(so machte z. B. einer der Hunde in den Bergen schlapp), die eigenen Wildtier-Experten
und die Spezialisten für Betäubung jedoch
nicht einbezogen. Außerdem wurde nach dem Todesurteil durch die überwiegend
katholische CSU-Stoiber-Regierung nicht einmal der Versuch unternommen, den Jungbären mit einem
Narkose-Gewehr zu betäuben. Man wendete eine in der Tradition vielfach
"bewährte" Methode an, wonach das, was Probleme macht, was vielleicht ein Anstoß zum
Umdenken sein könnte, ausgemerzt wird.
Dass der Bär auch noch während der Fußball-Weltmeisterschaft ermordet
wurde, in der Deutschland immer wieder seine Gastfreundschaft betonte, hat
zusätzlichen Symbolgehalt. Nach einem Bericht des Tagesspiegels in Berlin
(27.6.2006) sah der bekannte Sportkommentator Waldemar Hartmann mit dem
gewaltsamen Tod des jugendlichen italienischen Bären auch die
Weltmeister-Hoffnungen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gestorben:
"´Nachdem jetzt der Bär tot ist, hat man auch die Seele des deutschen
Fußballs erschossen`, sagte Hartmann der Münchner Abendzeitung.
Seiner Ansicht nach sind die Zusammenhänge zwischen dem Bären und einem
deutschen Weltmeistertitel ´sehr klar`. So trage sowohl der Endspielort Bern
1954 als auch Berlin 2006 einen Bären im Wappen." Und auch Kalifornien, wo
Bundestrainer Jürgen Klinsmann wohnt, habe ein solches Tier auf seiner Flagge.
Diese Bären-Symbolik könnte zumindest dazu
beitragen, dass der behördliche Tiermord-Skandal vom Schliersee in der Fußball-Euphorie
nicht untergeht.
Die italienische Fußball-Nationalmannschaft besiegte die deutsche bekanntermaßen mit
2:0 und besiegelte damit die Prophezeiung von Sportreporter Hartmann. Als
Ausgleich für den Tod Brunos wurde die deutsche Nationalmannschaft gleich dem
Bär mit zwei gezielten Schüssen waidgerecht und angeblich schmerzfrei erlegt.
Und dafür bestritten die Italiener in die
"Bärenstadt" Berlin das Endspiel und holten sich den
Fußball-Weltmeister-Titel. Denn bei unseren südlichen Nachbarn darf
wenigstens das
Wappentier der deutschen Hauptstadt leben (wenn auch viele andere Tiere genauso wenig
wie in Deutschland).
28.6. / 2.7.2006 - "Wo sich Menschen ausbreiten, müssen andere
Kreaturen weichen. Das ist die Botschaft, die hinter Brunos Tod steckt,"
schreibt die Stuttgarter Zeitung (27.6.2006). Die "Krone der Schöpfung" nimmt
allen anderen Lebewesen knallhart den Lebensraum. So findet derzeit auf dem
Planeten Erde ein gigantisches Artensterben statt, weil der Mensch in manchen
Ländern jeden Quadratmeter für sich und seine eigensüchtigen Interessen
beansprucht und anderen Geschöpfen höchstens ein kleines Gehege im Zoo gönnt.
Ein Beispiel ist Deutschland, wo in freier Natur auf jedem Fleckchen Erde Tiere gejagt und
getötet werden müssen. Besonders empörend für den Menschen ist es, wenn ein Tier
Hunger hat und z. B. auf einem Feld etwas isst. Erst wenn der "Schädling"
"erschossen" ist, lehnt sich der Mensch wieder zufrieden zurück. Die
Kirchenchristen berufen sich dabei auf die Bibel, in der es heißt: "Frucht und
Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden; in eure Hände seien sie
gegeben" (1. Mose 8, 2). Doch das ist keine Erlaubnis zum barbarischen
Abschlachten, sondern ein Fluch über den Menschen.
Eine kleine Ausnahme im Umgang zwischen Mensch und Wildtier war das
Wiederansiedlungsprogramm für Braunbären in Italien, von wo die Familie Brunos
stammt. Doch leider lernten die Bären nicht, wo sich die Nordgrenze Italiens
befindet und dass sie außerhalb möglicherweise in ihren Tod laufen.
Mittlerweile wurden auch die ersten Unwahrheiten bzw. Lügen über den gewaltsamen Tod des Bären
in Bayrischzell nahe des bayerischen Luftkurortes Schliersee im Landkreis Miesbach aufgedeckt. So wurde er nicht von nur einer Kugel gezielt getötet,
sondern mindestens von zwei Kugeln getroffen: Die erste Kugel zerriss die Leber: "Der Leberschuss führte zu einem
massiven Schock", erklärte der Tiermediziner Professor Henning Wiesner. Eine zweite Kugel zerfetzte
dann seine Lunge, und die einzige unabhängige
Zeugin, die Bäuerin Doris H., hörte noch einen dritten Schuss.
Und:
"Töteten Bruno doch drei Kugeln?" fragen sich auch anerkannte Fachleute
(Bild, 28.6., 1.7.2006). Dr. Ulf Christian Hellinger, Fachreferent für
Veterinärmedizin und Wildbiologie, erklärt den Obduktionsbericht. "´Ein Blattschuss war das nicht. Dafür sitzen die Schüsse zu weit hinten. Ich nehme an,
dass der erste Schuss in die Leber gegangen ist. Bruno war nicht sofort tot, hat
sich offenbar noch bewegt, vielleicht sogar gedreht, weil der zweite Schuss in
der anderen Seite steckt. Dieser zweite Schuss war also kein Sicherungsschuss, er
ist nachgesetzt worden, weil der Bär noch nicht ganz tot war ... Es muss einige
Sekunden gedauert haben, bis der Bär verblutet war.` Der Experte fragt sich auch,
was für Munition verwendet wurde. Die Behörden verraten es bisher nicht. Fakt
ist: Bei einem starken Kaliber müsste das Projektil auch den Tierkörper
durchschlagen. Hat es aber nicht. Ein Münchner Wildtier-Experte vermutet, dass
eine Polizeiwaffe benutzt wurde: ´Die mangelnde Durchschlagskraft der Geschosse
weist darauf hin.`" (1.7.2006) Waidmannsheil und Waidmanns Dank.
Die Regierung Italiens hat mittlerweile bei der Europäischen Union in
Brüssel offiziell gegen das Verhalten Bayerns protestiert. Und der Schweizer
Tagesanzeiger bedauert, dass sich Bruno nicht zum Heilfasten begeben hat, um
die Behörden des bayerischen Behörden-Jagd-Staates milde zu stimmen. Und mittlerweile ist auch der Protest
in Deutschland selbst stärker geworden. So demonstrierten in Berlin am 1.7.2006 bis
zu 300 Personen gegen die Erschießung Brunos und für die Abschaffung der Jagd
(siehe auch
www.abschaffung-der-jagd.de). Und in Schliersee beteuern inzwischen die
Bürger, mit der Erschießung nichts zu tun zu haben.
- Lesen Sie dazu auch die Aufsehen erregende urchristliche Schrift "Der Mord an
den Tieren ist der Tod des Menschen" aus dem Verlag Das Wort, gratis erhältlich
auch über den Theologen.
- Siehe dazu auch die Meldung über den Behörden-Krieg gegen die
Wildschweine an einem anderen Schauplatz im Behörden-Jagd-Staat Edmund Stoibers.
- Vgl. die weiteren Meldungen über das Todesurteil gegen Bruno und seinen Tod
vom 24.6. und vom 26.6.2006
27.6.2006 - Woher die 16 Milliarden Euro nehmen, um für Kinder
in Deutschland weiter eine beitragsfreie Krankenversicherung zu ermöglichen, so
die Politiker? Schon wieder sollen die einfachen Bürger ausgenommen
werden, denen man bald auch noch die Haut abzieht, wenn das so weitergeht. Dabei
läge es auf der Hand, einmal die ca. 14 Milliarden Euro
zu hinterfragen, die der deutsche Staat jährlich den steinreichen deutschen
Großkirchen (Vermögen ca. 500 Milliarden Euro) für innerkirchliche Zwecke (z. B.
Bischofsgehälter, Priesterausbildung, kirchliche Indoktrination von Kindern im
Religionsunterricht an
staatlichen Schulen) schenkt, wovon es z. T. weiter in den Vatikan gepumpt wird.
Lesen
Sie dazu
www.stop-kirchensubventionen.de
Lesen Sie dazu auch die Meldung vom 11.5.2006 über
den erneuten Papstbesuch in Deutschland und die
Meldung vom 21.5.2006 über den Reichtum des Vatikan.
Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt. (Leo Tolstoi)
26.6. / 6.8.2006 -
Minister Werner Schnappauf schnappte zu -
Bayern wieder "bärenfrei" - Bruno am
oberbayerischen Spitzingsee bei Schliersee erfolgreich abgeknallt.
Jede auch nur theoretische "Gefahr" scheint nun gebannt: Bayern und damit
Deutschland ist nach über 170 Jahren wieder "bärenfrei".
Früher galten Städte, Dörfer und ganze Landstriche zeitweilig auch als "ketzerfrei", später als "judenfrei".
Man verschleppte bzw. ermordete zuvor die betreffenden Menschen. Und es gibt makabre
Parallelen zwischen den getöteten Anhängern religiöser Minderheiten und den
getöteten Tieren: Beide sind weder katholisch noch evangelisch und beide gelten
als "gefährlich".
Die Leiche Brunos
soll nun ins Museum nach München. Man könnte ihn dort z. B. als Triumph der menschlichen Waffentechnik
über die Natur ausstellen.
Das junge Tier hatte mangels schlechter Erfahrung noch wenig Angst vor der
Bestie Mensch und galt deshalb als "verhaltensauffällig". In Italien
hatte die Bärenfamilie nämlich das Zutrauen von Menschen gewonnen und ließ sich
von ihnen z. B. füttern.
Doch in im Behörden-Jagd-Staat Edmund Stoibers in Bayern gelten andere Sitten. Und leider war der Braunbär hier nicht "zu
Gast bei Freunden", wie es in diesen Tagen anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft
immer heißt, sondern überwiegend bei Feinden oder bei Menschen, die durch ihr
Verhalten seinen Tod mit verursachten. Z. B. lief der Wirt des Rotwandhauses am
25. Juni 2006 schreiend auf den Bären zu, und er erklärte
anschließend: "Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er sich vor uns fürchtete"
(Bild, 26.6.2006). Dann rief der Wirt die Polizei, und das Landratsamt
Miesbach schickte das Exekutions-Kommando los (vgl.
die Exekutions-Kommandos des Landratsamtes Würzburg).
Erfahrene Jäger oder Wildtierexperten mit Narkosegewehren schickte man bewusst
nicht mit, obwohl dies ohne weiteres möglich gewesen wäre. Denn der Bär musste nun sterben,
so der Beschluss des verantwortlichen Ministers Werner Schnappauf.
So schrieb auch Dr. Jürgen Lange, der Vorsitzendes des Zoos in
Berlin: "Auch überrascht, dass Bayern die eigenen Fachleute für
Wildbiologie und Wildtiermanagement und vor allem aus dem Münchner Zoo
anscheinend nicht zu Rate zieht, obwohl gerade sie über große Erfahrung im
Umgang mit Blasrohr und Betäubungsgewehr verfügen" (Der Tagesspiegel, 28.6.2006).
Am Montag den 26. Juni 2006 um 4.50 Uhr war es dann so
weit. Bruno wurde auf der Kümpflalm am Fuß der Rotwand (Gipfel auf 1884 m) nahe dem Spitzingsee im
bayerischen Mangfallgebirge von seinen vermutlich katholischen Häschern
gestellt. Dann schnappte das Todeskommando von Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) zu,
und der Bär wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Bayrischzell abgeknallt.
Waidmanns Heil und Waidmanns Dank!
Später erfuhr man etwas mehr über die Vorgeschichte: Am Tag zuvor wurde der
verängstigte Bär von Touristen bereits in Richtung Gebirge getrieben. Und im nachhinein ist es sehr verwunderlich, dass
es wochenlang angeblich nicht gelungen sei, den Bär lebend zu fangen. Als der
römisch-katholische Minister als Herr über Leben und Tod dann
das Todesurteil verkündet hatte, brauchte es auf einmal nur ein paar Augenblicke, da war
der Bär auch schon tot, angeblich "schmerzlos". Das kann sehr bezweifelt werden, da
die Jäger in Deutschland z. B. Deformationsgeschosse verwenden, die sich erst im
Körper des Tieres ausweiten und einzelne Stücke der Eingeweide aus dem Körper
heraussprengen. Dies "hilft" dazu, ein verwundetes Tier "dank" "verlorener"
Körperteile (so genannte "Pirschzeichen") leichter zu finden.
Der sofortige Tod Brunos brachte selbst den Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ins Grübeln
(siehe
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,423705,00.html).
Nicht einmal den
ersten Tagesanbruch nach dem Todesurteil hat der Bär überlebt. Mittlerweile
pfeifen es sprichwörtlich die Spatzen von den Dächern, dass interessierte Kreise
womöglich von vorneherein darauf abzielten, Bruno gar nicht zu betäuben und zu
fangen, sondern zu töten und dass sie entsprechend die Fäden zogen.
Und der WWF = World Wildlife Fund
in Deutschland und Österreich, die
zusammen mit den Kirchen den Todesschwadronen vom Spitzingsee das moralische Alibi gab,
könnte sich nun überlegen, ob er sich nicht umbenennen will in World Wildkill Fund
Germany. Der Präsident des italienischen WWF sprach zwar von einem "Akt der
Barbarei" (Focus online, 26.2.06). Doch der deutsche WWF wies im
Gegensatz dazu schon Ende Mai darauf hin, dass der Abschuss "gerechtfertigt sein kann"
(www.wwf.at, 22.5.2006). Und nach Überzeugung des WWF in Österreich war die Tötung
angesichts des Verhaltens des Tieres tatsächlich gerechtfertigt. "Bruno war nach unserer
Einschätzung bereits ein Risiko-Bär", sagte die österreichische WWF-Sprecherin
Susanne Grof (www.stern.de, 26.6.2006). Und angesichts der
Schlussfolgerungen, die man aus dieser Meinung dann zog, bereut so mancher
Tierfreund bereits, dieser Organisation jemals etwas gespendet zu haben.
Lesen Sie dazu auch: "Der Theologe Nr. 7", Teil 4: Tragödie für die Tiere - Absturz in die Barbarei durch das kirchliche
Christentum
Und: Wo die Tiere nicht erschossen oder geschlachtet werden:
www.gabriele-stiftung.de
Und: Initiative zur Abschaffung der Jagd unter
www.abschaffung-der-jagd.de

Der Soinsee - Hier nahm Bruno zwei Tage vor seinem Tod ein letztes Bad.
24.6. / 28.6.2006 - CSU-Regierung beschließt erneut Mord an dem Bären.
Was hat es damit zu tun, dass Bruno weder katholisch noch evangelisch ist?
- Ein freilaufender Bär im katholischen Bayern ist für die
Kirchenchristen in der Regierung ein Bär zuviel. Europaweit sorgte die
Intelligenz des Tieres in den letzten Wochen für Bewunderung. Doch die Kirchen
sprechen (anders als viele andere Religionen) jedem Tier die unsterbliche Seele
ab und behaupten, das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") gilt nicht
gegenüber Tieren. Die Folge: Eine beispiellose Bestialität gegenüber der
Tierwelt, die auch dazu führte, dass Wildtiere im Laufe von Jahrhunderten panische Angst vor
dem Schlächter und Jäger "Mensch" entwickelt haben. Die Kirchenchristen haben
aus dieser schlimmen Entwicklung abgeleitet, dass diese Angst "normal" sein müsse. Und ein Wildtier, dass
sich wie Bruno menschlichen Siedlungen nähere (weil es vielleicht ein Freund der
Menschen sein möchte), könne deswegen nicht "normal" sein und müsse schon
deshalb vorsorglich ermordet werden. Doch die Intelligenz des Bären, mit der er
sich in den letzten Wochen seinen Jägern und Fängern entzogen hatte, zeigte, dass Tiere vielleicht doch mehr sind als seelenlose
Abschussobjekte für die menschlichen Herren über Leben und Tod. Auch wäre es
wenigstens ein Ansatz für ein ethisches Verhalten, wenn man den Bären für diese
Leistung mit der Freiheit belohnen würde.
Der italienische Wild-Experte Alberto Stoffela von der
Forstbehörde Italiens erklärt: Auch in Italien habe es mit Bruno Zwischenfälle
gegeben, "aber das wurde toleriert". In Italien wurden Braunbären sogar wieder
angesiedelt, obwohl bei einer Begegnung mit einem Menschen auch in Italien ein
Risiko nie
zu 100 % ausgeschlossen werden kann. Erst in Deutschland sei der Bär zum
nationalen "Problem" geworden (Main-Echo, 24./25.6.2006).
Die Gnadenlosigkeit und Brutalität der bayerischen Behörden könnte auch einen
unbewussten religiösen Hintergrund haben. Denn dem Tier fehlt leider
etwas Wesentliches: Der Bär ist nicht getauft und ist deswegen weder katholisch noch
evangelisch. Folglich könne er auch später nie den Himmel betreten (PS: In
der "ewigen Seligkeit" soll man zwar alle 265 Päpste wieder treffen, aber kein
einziges Tier). Und kann es dann
so schlimm sein, ihn gleich umzubringen? "Wenn ... der Bär einem Jäger vor die
Flinte laufe, solle der abdrücken". Mit diesen Worten brachte Roland Eichhorn vom Umweltministerium
aus dem bayerischen Behörden-Jagd-Staat den angekündigten Tiermord auf den Punkt (ddp, 25.6.2006). Ein Tier muss sich nach kirchlicher
Lehre dem Menschen gnadenlos unterwerfen: als Schlachtvieh, Versuchstier,
Jägerbeute, Sonntagsbraten, dressiertes Haustier - und wehe, es versucht, aus
der Reihe zu tanzen. Die Kirche kennt - wenn überhaupt - nur eine "Freiheit" für
den Menschen.
Und es waren leider schon oft Deutsche, die aus ihrem Unterbewusstsein heraus
die Muster-Söhne der Kirche sein wollten. So wird auch der Hofstaat im Vatikan zu
einem großen Teil mit deutschen Millionen bezahlt. Die katholische Kirche
bekommt in Deutschland nämlich Milliarden-Geschenke vom Staat (vgl.
www.stop-kirchensubventionen.de)
und kann deshalb so viel Geld in den Vatikan weiter leiten.
In der Kirchen-Christenheit sind
zudem die
Massaker an den Tieren selbstverständlich. Deshalb wehe dem Tier, wenn auch nur ein Mensch
Angst hat, dass ihm durch das Tier eventuell nur ein Haar gekrümmt werden könnte, auch
wenn das Tier sich vielleicht nur wehrt ...
Lesen Sie dazu auch: "Der Theologe Nr. 7", Teil 4: Tragödie für die Tiere - Absturz in die Barbarei durch das kirchliche
Christentum
31.5. / 3.7.2006 - Meiser-Freunde machen
mobil: "Antisemitische Ausfälle" Martin Luthers viel schlimmer als "Worte" von
Landesbischof Meiser; Absage des Meiser-"Bedenkgottesdienstes" kritisiert
- Arno Hamburger, SPD-Stadtrat in Nürnberg, hat viele Verwandte im KZ verloren.
Zurecht wies er darauf hin, dass der evangelische Landesbischof Hans Meiser
(1881-1956) "mit seinen Lügen und Verleumdungen
über uns Juden den geistigen Grundstein dafür gelegt hat, dass Millionen meiner
Glaubensschwestern und -brüder ermordet wurden" (Der Beleg dazu z. B. in
Der Theologe Nr. 11). Nun formierte sich auch
öffentlich der evangelisch-lutherische Widerstand gegen die Kritik am
Alt-Landesbischof, dessen Bildnis weiterhin die Amtsräume der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in der Meiserstraße in München schmückt. Die
Nürnberger Nachrichten brachten z. B. am 24.5.2006 zahlreiche Leserbriefe mit Rechtfertigungen und
Verständnisbekundungen für den Kirchenmann. Und die evangelische
Wochenzeitung idea-spektrum greift den jüdischen Stadtrat direkt an:
"Unsinnige Kritik von jüdischer Seite" und: "Hamburgers Äußerungen sind
blanker Unsinn, die mit der geschichtlichen Wahrheit nichts zu tun haben" (Nr. 22/2006). Zur
Verteidigung Meisers wird darauf hingewiesen, dass die Nazis seine Absetzung
forderten, weil er sich der zentralen Reichskirchenleitung nicht unterordnen
wollte. Verschwiegen
wird jedoch, dass diese Forderung nur sehr kurzzeitig war (im Laufe des Jahres
1934). Der Landesbischof wurde von Adolf Hitler darauf hin persönlich eingeladen, um den
Konflikt einvernehmlich zu lösen. Die Nazis gaben nach. Und nach dem Treffen bei Hitler wurde Meiser
von der NS-Regierung auch wieder mit allen Vollmachten in Amt und Würden eingesetzt und nie
wieder deswegen attackiert.
Weiterhin wird zur Verteidigung Meisers vorgebracht, dass der NS-Demagoge Julius Streicher, einer der brutalsten Antisemiten (Zeitung
Der Stürmer) Meiser als "Judenfreund"
bezeichnete. Doch wenn Streicher Landesbischof Meiser einen "Judenfreund"
nennt, dann hat das
eine ähnliche Aussagekraft, wie wenn z. B. Stalin die Genossen Lenin und Marx
als "Kapitalistenfreunde" kritisiert hätte. Lesen Sie dazu hier
Auszüge aus dem Gutachten von Hans Meiser
über die "Judenfrage". Jeder mag selbst entscheiden, ob Streichers
Bezeichnung "Judenfreund"
für den Verfasser dieses Gutachtens zutreffend ist. Schließlich wird von idea-spektrum noch lobend hervorgehoben,
dass Meiser 1939 zwei Pfarrer zur "Betreuung nichtarischer Christen" eingesetzt
hat (wohl wegen der großen Entfernung von Ober- oder Unterfranken nach München),
einen in München und einen in Nürnberg (PS: Andere Landesbischöfe in
flächenmäßig kleinere Landeskirchen haben nur einen Pfarrer eingesetzt). Über den praktischen Nutzen
solcher Maßnahmen heißt es
allerdings
in einer dpa-Meldung vom 8.12.1998: "Der Forschungsstand lässt
erkennen, dass die große Mehrheit der Christen jüdischer Herkunft von den
evangelischen Mitchristen kaum etwas zu erwarten hatte. Sie teilte auch in
dieser Hinsicht das Schicksal der Juden." Zudem sei erwähnt, dass Landesbischof
Meiser nicht nur gegen die Juden Stimmung machte, sondern auch gegen die so
genannten "Sekten", von denen dann z. B. 1.500 Zeugen Jehovas in den
Konzentrationslagern hingerichtet wurden oder dort anderweitig ums Leben kamen.
Doch das evangelische Plädoyer für den Kirchen-"Vater" Meiser hat auch etwas
Gutes. Zum Schluss heißt es
darin ironisch: "Am Ende dieses evangelischen ´Selbstreinigungsprozesses` steht dann die
Streichung des ´Lutherisch` aus dem Namen der Landeskirche. Denn vom Reformator
Martin Luther (1483-1546) sind aus den letzten Lebensjahren antisemitische
Ausfälle überliefert, die in ihrer Schärfe die Worte von Altbischof Hans Meiser
bei weitem übertreffen - etwa Luthers Aufforderung, die Synagogen anzustecken ..."
Das ist richtig (siehe den Sachverhalt in "Der
Theologe Nr. 4"). Die Kritiker des Hans-Meiser-Jubiläums und des
geplanten Bedenkgottesdienstes haben auch nie behauptet, dass Meiser schlimmer als Luther gewesen
wäre. Und wenn man jetzt die Bischof-Meiser-Straßen umbenennt,
dann sollte dies in der Tat nicht schon das Ende des "Selbstreinigungsprozesses"
sein. In Deutschland könnte man 50 Jahre nach Hans Meiser und 500 Jahre nach Martin Luther auch endlich wagen,
den "großen Deutschen" Martin Luther und seine Verantwortung für die dunklen
Seite der deutschen Geschichte mehr zu hinterfragen. Siehe dazu:
Der Theologe Nr. 1 - Wer folgt Luther nach und wer
folgt Christus nach?
Der Theologe Nr. 3 - So spricht Jesus von Nazareth - So
spricht Martin Luther. Ein Vergleich.
Siehe auch die Meldung über Landesbischof Meiser vom
22.5.2006 und vom
14.4.2006
PS: Möglicherweise fand am 50. Todestag Hans Meisers am 8.6. irgendwo ein inoffizieller "Verschwörungs-Gottesdienst"
von Anhängern Meisers statt. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass
das Grab Meisers am Johannis-Friedhof in Nürnberg (Aufschrift: "Dilexit Ecclesiam" = "Er liebte seine
Kirche") eine Art "Kultstätte" für alle
diejenigen wird, die weiter in den Fußspuren Luthers und Meisers gehen wollen
(und die Kirche "lieben" und Andersdenkende bekämpfen wollen, wie ihre
Vorbilder Luther und Meiser dies getan haben).
29.5. / 15.6.2006 - Auschwitz: Papst Benedikt XVI. schwieg zur
kirchlichen Verantwortung für den Holocaust - Dem in der Presse
ausführlich kommentierten Papstbesuch im KZ Auschwitz seien hier noch zwei
Literaturangaben hinzu gefügt, die deutlich machen, welche Verantwortung die
Kirche trägt:
- David I. Kertzer, Die Päpste gegen die Juden, Der Vatikan und die
Entstehung des modernen
Antisemitismus, Propyläen-Verlag, Berlin-München 2001
- Adolf
Hitler, die katholische Kirche und die Judenverfolgung, Das Weisse Pferd Nr.
7/1999
- Der Theologe Nr. 4, Die evangelische Kirche und der
Holocaust
- Auszug aus "Der Theologe Nr. 4",
Die katholische Kirche und der Holocaust
26.5.2006 - "Papst Benedikt XVI. hat bei einer Messe in
Warschau die Christen eindringlich vor Abweichungen im Glauben gewarnt"
(dpa, 26.5.2006) - Den "reinen" und korrekten römisch-katholischen Glauben
lesen Sie hier bei Der Theologe Nr. 18.
Abweichungen gelten nach römisch-katholischer Lehre als "Häresie" und führen in
die ewige Verdammnis.
22.5.2006 / 25.1.2007 - Evangelische Kirche sagt
"Bedenk-Gottesdienst" für antisemitischen und kriegerischen Landesbischof ab -
Umbenennung der Meiserstraßen weiter offen - Ausgerechnet in Nürnberg, die auch als Stadt der
früheren Reichsparteitage bekannt wurde, wollte die Evangelisch-Lutherische Kirche
am 8.6.2006 einen "Bedenk-Gottesdienst" zum 50. Todestag ihres früheren
Landesbischofs Hans Meiser abhalten. Nach einer kontroversen Diskussion im
Vorfeld wurde er jetzt
abgesagt. Schon 1926 missbilligte der damalige
Verantwortliche für die Pfarrerausbildung und spätere Landesbischof
Ehen zwischen Deutschen und Juden als "rassisch unterwertige
Mischlingsbildungen" und forderte einen energischen Kampf gegen die "Verjudung
unseres Volkes". So sah er auch die Forderung nach "Reinhaltung des deutschen Blutes"
als berechtigt an. Meiser gilt als ein geistiger Wegbereiter der Entwicklung,
die in den Holocaust führte, auch wenn er statt der Verfolgung der Juden für
ihre
"rassische Veredelung" plädierte, die durch ihre Bekehrung zum kirchlichen Glauben
möglich sei. In den
nach der Franken-Metropole benannten "Nürnberger Gesetzen" von 1935
wurde der Rassismus in Deutschland dann in praktische Politik umgewandelt
(Lesen Sie weitere Informationen zu Landesbischof Meiser unter
www.theologe.de/theologe11.htm).
Aus diesem Grund weist die Stadt Nürnberg auch mit Dokumentations-Tafeln
selbstkritisch auf die eigene Vergangenheit hin. Zielgruppe sind u. a. die
vielen ausländischen Zuschauer und Gäste bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Und
die deutschen Politiker versuchen deshalb schon im Vorfeld,
rassistisch motivierter rechtextremer Gewalt im Land energisch die Stirn zu
bieten. In diesem
Zusammenhang ist der verharmlosende Umgang der Kirche mit dem Rassismus in den eigenen Reihen
nicht nur ein kirchliches Problem.
Auch ist es etwa im Hinblick auf das WM-Gastland Polen äußerst problematisch,
dass
man den Jubel des Landebischofs nach dem Angriff Hitler-Deutschlands auf Polen
ebenfalls verharmlost. So ließ Hans Meiser am 29.9.1939 Gott von den
Kanzeln für die "reiche Ernte auf den polnischen Schlachtfeldern" danken
und dafür, dass er "unseren Waffen einen schnellen Sieg gegeben hat."
Auch die
Franzosen und Niederländer sind betroffen, deren Eroberung (zusammen mit Belgien) durch
Hitler-Deutschland Landesbischof Meiser am 2.6.1940 u. a. mit den Worten
kommentierte: "Auf den Schlachtfeldern Flanderns, wo so oft schon Völker um
ihr Schicksal gerungen haben, haben unsere Heere einen Sieg errungen, wie er
ähnlich in der Geschichte der Völker nicht gefunden wird ... Wir beugen uns vor
der Größe dieser Stunde; wir stehend anbetend vor unserem Gott, der die
Geschicke der Völker so majestätisch lenkt. Wir gedenken voll Ehrfurcht derer,
die so Großes so kühn planten, und derer, die es so tapfer und wagemutig
vollbrachten."
Zwar wollte sich die evangelische Kirche bei dem Gottesdienst zumindest bei den
jüdischen Opfern von Meisers Politik entschuldigen, doch lehnt sie eine
Umbenennung der zahlreichen Meiserstraßen (z. B. in München und Nürnberg) wegen
anderweitiger "Verdienste" des Kirchenführers ab. Dass die Kirche das
Thema "Bischof Meiser" zur WM in den Hintergrund rücken will, löst deshalb den
Konflikt noch nicht. Die Entschuldigungsbitte bei den jüdischen Opfern des
Landesbischofs steht damit weiter aus. Ebenso wie eine Entschuldigung bei den
anderen Opfern, z. B. bei verfolgten religiösen Minderheiten wie den Zeugen
Jehovas, die von Meiser ebenfalls bekämpft wurden. Parallel dazu wäre es
notwendig, alle Meiser- und Bischof-Meiser-Straßen in Deutschland endlich
umzubenennen.
Die Stadt Nürnberg machte im Januar 2007 den Anfang: Die frühere
Bischof-Meiser-Straße heißt jetzt Spitalgasse. Die evangelische Kirche stimmte
aufgrund des anhaltenden Drucks schließlich zu, nachdem sie sich lange gegen die
Umbenennung gewehrt hatte.
Siehe auch die Meldungen über Landesbischof Meiser vom
31.5.2006 und vom 14.4.2006
21.5.2006 - Papst ruft wieder andere zum Kampf gegen den
Hunger auf. Vom eigenen Milliardenvermögen wird kein Cent heraus gerückt:
Der Papst ist der prominenteste Trittbrettfahrer bei den weltweiten Märschen
gegen den Hunger. Und der dreisteste. Denn man tastet die eigenen Schätze nie
an. So wurde schon vor über 50 Jahren der Goldschatz des Vatikan als der
zweitgrößte der Welt (nach dem der USA) bezeichnet (z. B. in der Zeitschrift
"Oggi", Nr. 42/1952). Und der Goldpreis ist in den letzten Jahren wieder
kräftig gestiegen. Auch die Beteiligungen des Vatikan z. B. an weltweit
operierenden
Konzernen sind bekannt. Im Vatikan wird ein Finanzimperium verwaltet. Lesen
Sie dazu auch die
Broschüre der Freien Christen, Ausgabe Nr. 3, Der Reichtum der Kirche ist
Blutgeld.
11.5.2006 - "Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten" für die
Bürger - nur Milliardengeschenke an die Kirchen bleiben / Papstbesuch
verschlingt weitere Millionen: Mehrwertsteuererhöhung, Kürzung der
Pendlerpauschale, Erhöhung der Versicherungssteuer, Kürzung der
Sparerfreibeträge, Erhöhung der Steuern auf Benzin und sehr vieles mehr sind ab 1.1.2007 schon beschlossen.
Und jetzt wird auch schon über PKW-Maut und über Gesundheits-Solidaritätsbeitrag
zusätzlich zur Krankenversicherung nachgedacht und über noch einiges mehr. Die deutsche
Boulevard-Zeitung Bild spricht von der "schlimmsten Steuererhöhung aller
Zeiten" (11.5.2006). Während in den Nachbarländern die Abgabenlast für die
Bürger überwiegend gesenkt wird, werden sie in Deutschland kräftig angehoben. Im
Unterschied zu den Nachbarn hängt Deutschland aber auch das milliardenschwere
Goldene Kalb "Kirche" am
Bein. Dieses belastet die Bürger jährlich mit ca. 14,15 Milliarden Euro Subventionen für
Priesterausbildung, Bischofsgehälter, Kirchen- und Pfarrhausrenovierung usw., bzw. es führt wegen der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer (eine
von der Steuer abzugsfähige Steuer ist ohnehin ein deutsches Phänomen) zu
astronomischen
Einnahmeverlusten, die der Finanzminister anderweitig wieder herein holen muss
(vgl. dazu
www.stop-kirchensubventionen.de).
"Mit etwas Sparwillen besteht für eine Erhöhung [der Mehrwertsteuer] überhaupt
kein Grund", erklärt Holger Menzel vom Einzelhandelsverband HDE (Bild, 11.5.2006).
Doch von reduzierten Zahlungen an die Großkirchen wollen die Politiker nichts
wissen. Im Gegenteil. Allein
die Sicherheitsmaßnahmen für den bevorstehenden Papstbesuch im September
sollen den Bürger weitere ca. 50 Millionen Euro kosten. Und die Einbußen
für die Unternehmen (z. B. wegen Sperrung der Autobahn für die Papstmesse in
Regensburg oder wegen Absperrungen der Innenstadt in München zur
Hauptgeschäftszeit) sollen von diesen einfach hingenommen werden. Es käme
demgegenüber günstiger, wenn der deutsche Staat jedem katholischen
Pilger eine Rückfahrkarte nach Rom schenken würde, damit er Joseph Ratzinger
dort bejubeln
kann (so z. B. der Vorsitzende der bayerischen Polizeigewerkschaft in der
Mittelbayerischen Zeitung, 1.2.2006; zu den Kosten des Papstbesuches siehe auch
die Meldung vom September 2006).
Auch bekommen die Kirchen weiter von fast jeder Kommune freiwillige Zuschüsse
in Höhe von Zig-Tausenden von Euro. Das Paradoxe dabei: Städte und Gemeinden
müssen Grundstücke und Immobilien verkaufen, um ihren Haushalt zu decken und der Kirche
weiterhin Geschenke machen zu können. Die Großkirchen tasten jedoch bei
Finanzbedarf ihr immenses Vermögen (in Deutschland nach Spiegel 49/2001
derzeit ca. 500 Milliarden Euro) in der Regel nicht an, weil es natürlich für
sie vorteilhafter ist, wenn der Staat für sie bezahlt. Und Steuererhöhungen
berühren sie ohnehin kaum. Die Kirche muss weder Mehrwertsteuer abführen noch
Schenkungs- oder Erbschaftssteuer noch Grundsteuer, Körperschaftssteuer, Kapitalertragssteuer noch
sonst welche Steuern
zahlen. Dies alles und vieles mehr wird ihnen in Deutschland geschenkt. Der
Hintergrund: Die meisten namhaften Politiker sind in ihrem Amt
gleichzeitig Lobby der beiden Großkirchen. So wird das Geld den Kirchen wohl
weiter sprichwörtlich "vorne und hinten rein gesteckt". Und die Bürger
müssen es bezahlen*. Dafür bekommen sie den päpstlichen Segen dann gratis.
* PS: Eine Petition für die Einstellung der Milliardenzahlungen
finden Sie bei
www.ge-recht.info
Und eine
Kurzmeldung zum päpstlichen Segen lesen Sie hier.
7.5. / 25.5.2006 -
The Da Vinci Code
- Ab 18. Mai 2006 ist die Verfilmung des Bestellers Sakrileg von Dan Brown in den Kinos zu
sehen /
Judas-Evangelium
gefunden, übersetzt und Anfang April 2006
publiziert.
- Dabei geht es u. a. um die Fragen: War
Jesus verheiratet? Ist er auferstanden? Welches Verhältnis hatte er zu Maria
Magdalena? Hat Judas Jesus wirklich verraten? Dazu die These: Auch wenn es sich
bei The Da Vinci Code nur um die Verfilmung eines Romans handelt - die Kirche
reagiert deshalb so gereizt, weil sie spürt, dass ihr Lügengebäude ins Wanken
kommt.
In
der Meldung
aus dem Verlag Das Weisse Pferd wird auf die Antwort in der
Neu-Offenbarungsschrift Das ist Mein Wort hingewiesen.
27.4.2006 - Prozess gegen evangelische Säuglingstöterin
eröffnet - Sie soll sich um neun Babies nach ihrer Geburt nicht mehr
gekümmert haben, so dass diese gestorben sind. Anschließend hat Sabine H. die
Leichen z. B. in Blumentöpfen vergraben. Der brandenburgische Innenminister Jörg
Schönbohm (CDU) kritisierte in diesem Zusammenhang das Wertesystem der früheren
DDR. Doch Sabine H. genoss dort eine ausgeprägte evangelische Erziehung.
Lesen Sie dazu unseren
ausführlichen Artikel in Der
Theologe Nr. 24. PS: Sabine H. wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.
20.4. / 9.5.2006 - Kindererziehung: Staat liefert sich noch mehr
den ewig verdammenden Kirchen aus - Die evangelisch-lutherische Familienministerin
Ursula von
der Leyen (CDU) praktiziert die exklusive Umarmung mit den beiden Großkirchen.
Bereits jetzt ist jeder zweite (überwiegend staatlich finanzierte)
Kindergartenplatz in Deutschland in Kirchenhand. Viele Kommunen haben
schon lange kapituliert und sich für die Finanzierung kirchlicher anstelle von
gemeindeeigenen oder städtischen Kindergärten entschieden. Andere Bewerber um
die Trägerschaft eines Kindergartens haben gegenüber den Kirchen im Ernstfall keine Chance.
Diese Entwicklung könnte durch das neu gegründete "Bündnis für Erziehung" weiter
forciert werden, wozu der zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtete Staat
nur die katholische und die evangelische Kirche als Gründungsmitglieder hinzu gebeten hat.
Damit wirft sich der Staat einmal mehr den beiden Institutionen an den Hals, die
Aussteiger und Andersgläubige in die ewige Hölle verdammen wollen (der Beweis
dafür - siehe z. B. bei Der Theologe Nr. 19),
auch wenn das offiziell lieber unter den Teppich gekehrt wird. Damit wird
unseren Kindern ein sehr schlechter Dienst erwiesen. Viele Eltern haben mangels
Angeboten schon jetzt keine Möglichkeit, ihr
Kind in einen nichtkirchlichen Kindergarten zu schicken, um es vor den seelisch
vielfach krank machenden Kirchenlehren zu schützen. Und um stattdessen einen
Platz in einem kirchlichen Kindergarten zu bekommen, sehen sich viele Eltern
gezwungen, in die Kirche einzutreten. Auch viele Erzieher
müssen kirchlich fest gebunden sein, um überhaupt eine Chance auf einen Arbeitsplatz
zu haben.
Welche weiteren Werte werden nun durch die Kirchen vermittelt? Lesen Sie
dazu z. B. Der Theologe Nr. 18, Der Glaube der
römisch-katholischen Kirche und Der Theologe
Nr. 1 über den Glauben der evangelisch-lutherischen Kirche und darin z.
B. das Kapitel Als Kind in der evangelischen
Kirche. Was einer jungen Frau widerfuhr, die eine besonders gute
Katholikin sein wollte, lesen Sie in Der
Theologe Nr. 9.
Vermutlich ist die Familienministerin über die kirchlichen Werte nicht umfassend
informiert, denn die "Zehn Gebote" und andere positive Werte*, an die sie z. B. denkt, spielen dort nur
eine nebensächliche Rolle und werden vielfach verwässert bzw. gebrochen.
Doch die CDU-Ministerin sieht Staat und Kirche auf engste verbunden und setzt
staatliche und kirchliche "Werte" offenbar gleich, wenn sie z. B. erklärt: "Auf
christlichen [Anmerkung: zutreffender wäre "kirchlichen"] Werten basiert unsere
gesamte Kultur" (ARD-Tagesschau, 20.4.2006).
Und entlarvend fügt sie hinzu: "So wie man die eigene Muttersprache lernt,
müssen wir erst unsere eigene Position klären, damit wir uns später für andere
Religionen öffnen können" (Spiegel online, 20.4.2006). Doch vielleicht hat die
Ministerin in ihrem kirchlichen Eifer auch einfach vergessen, dass der Staat
nach dem deutschen Grundgesetz keine kirchliche "Position" vertritt
und nicht auf dem Schoß der "Mutter Kirche" sitzt, sondern dass er dem
gleichberechtigten Miteinander aller Religionen verpflichtet ist - einem Wert,
der in der Geschichte gegen den massiven Widerstand der Kirche erkämpft wurde und geschützt werden muss.
Doch die evangelische Ministerin bevorzugt einmal mehr die Institutionen,
die Andersgläubigen und möglichen Aussteigern mit grausamen Höllenstrafen für
alle Ewigkeiten droht (siehe z. B. den
"unfehlbaren" katholischen Lehrsatz Nr. 381). Und an anderer
Stelle sagt sie einmal über die Aufgabe der Pfarrer: "Man muss Pastorinnen und Pastoren gestatten, dass sie
Spiegelbild unserer Gesellschaft sind." Das erinnert an die Lehre einer
gegenseitigen Durchdringung von Staat und Kirche, die den Schülern auch auf
Staatskosten z. B. im konfessionellen Religionsunterricht beigebracht wird - dort heißt das dann
auf evangelischer Seite "Zwei-Reiche-Lehre" (nach Martin Luther) oder "Lehre von der Königsherrschaft
Christi" (nach dem bekannten evangelischen Theologen Karl Barth), wonach die "Christengemeinde" die "Bürgergemeinde"
immer wieder an die kirchliche "Wahrheit" erinnern soll, bis der Staat
irgendwann zum "Spiegelbild" der kirchlichen Staatsvorstellungen geworden sei. Persönlich
bekennt die
Ministerin dabei: "Ich habe mich in der
Kirche immer aufgehoben gefühlt" (Marktkirche Hannover, 18.11.2003).
Andersgläubige und Gewerkschafter sehen sich beim "Bündnis für Erziehung"
nun ausgeschlossen. "Wir sind vor die Tür gesetzt", es ist eine "Missachtung",
erklärte z. B. der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ARD-Tagesschau,
20.4.2006). Im Herbst möchte die Ministerin das Bündnis zwar "erweitern", doch die
jetzt Ausgeschlossenen sehen das vielfach nur als eine "Einladung zweiter Klasse".
Das jetzt geschlossene "Bündnis für christliche [kirchliche] Erziehung"
(Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft GEW, Marianne Demmer) sei
ein "Affront gegen andere Religionen" (FDP-Politiker Hans-Michael Goldmann). Und
die Grünen fordern die Ministerin auf, das Bündnis zurückzuziehen. Deren
Geschäftsführerin Steffi Lemke sprach von einem "christlichen [kirchlichen]
Erziehungsdogma", das offenbar installiert werden soll, und Marianne Demmer von
der GEW wehrt sich dagegen mit den Worten, Deutschland sei kein Gottesstaat (dpa,
20.4.2006). Und der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan J.
Kramer, warnte vor einem "Rückschritt ins Mittelalter" (Netzeitung, 21.4.2006). Zu den Reaktionen auf die erneute Bevorzugung der massiv
privilegierten Großkirchen durch den
Staat, siehe auch:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5449146,00.html
http://www.netzeitung.de/deutschland/393418.html
http://www.netzeitung.de/spezial/judenindeutschland/393829.html
* Anmerkung: Die Ministerin meint "Verantwortung".
Doch ihre evangelische Kirche leugnet die Verantwortung der Menschen und einen
freien Willen für ihr Seelenheil. Die Geretteten werden von Gott dafür
vorherbestimmt, und wer ewige verdammt wird, würde Gott vorhersehen. Keine
Vergangenheit, sondern gültiger Glauben bis heute! (Siehe dazu
"Das evangelisch-lutherische Bekenntnis" in
"Der Theologe Nr. 1"). Sie meint "Respekt",
doch die katholische Kirche respektiert z. B. keine anderen Glaubensrichtungen,
sondern fordert von allen die Unterwerfung
unter den Papst. Dies ist eine "unfehlbare" kirchliche Glaubenswahrheit bis heute! Sie meint
"Aufrichtigkeit", doch Papst Innozenz III. erklärte im Jahr 1199 für die Zukunft richtungsweisend bis in die Gegenwart: "Treu
und Glauben braucht einem Ketzer [gegenüber] nicht gehalten zu
werden, und der Betrug, gegen ihn geübt, wird
geheiligt."
Unzählige Andersgläubige mussten dies
auch so erleben. Dazu gehört Jan Hus, der sich beim Konzil von Konstanz auf die
Zusicherung freien Geleits verlassen hatte und aufgrund dieser Gutgläubigkeit
1415 dort auf dem Scheiterhaufen verbrannte. Ursula von Leyen meint schließlich
"Zivilcourage", doch ihre Kirche passte sich bis zur totalen
Unterwürfigkeit den Machthabern des Dritten Reiches an und war sogar eine der
treibenden Kräfte der Entwicklung, die in den Holocaust mündete. Lesen Sie dazu
"Der Theologe Nr. 4" - Die evangelische Kirche und der
Holocaust. Die Geschichte der
Kirche im Dritten Reich eignet sich z. B. auch, um aufzuzeigen, wie fehlende
Zivilcourage oder gar der Kampf gegen couragierte Bürger das Leid noch erheblich
steigerte. So wehrte sich der z. B. der evangelische Landesbischof Meiser mit Vehemenz
gegen die Behandlung der "Judenfrage" auf einer kirchlichen Synode oder duldete
aus Staatshörigkeit und Opportunismus die Abholung behinderter Mitbürger zur Vergasung, während andernorts ein
einfacher Protest dies
verhindert hatte. Dies sind nur wenige Beispiele aus einer unübersehbaren Fülle.
Ganze Bücher ließen sich dazu schreiben. Alle Freiheitswerte des deutschen
Grundgesetzes, auf denen unsere Demokratie beruht, mussten im Laufe der
Geschichte gegen den Widerstand der Kirchen durchgesetzt werden. Man hat den Eindruck: Um den
Teufel auszutreiben, hat sich die Familienministerin Ursula von der Leyen mit
dem Beelzebub verbündet.
17.4. / 20.4.2006 - Trotz
Urbi et Orbi - das
Sündenfass quillt über
- Jahrelang hangelten sich die gläubigen
Katholiken vom Weihnachts- zum Oster-Urbi-et-Orbi und wieder zum
Weihnachts-Urbi-et-Orbi usw. Mit diesem Segen wird nach katholischer Lehre
allen, die ihn hören oder sehen und die guten Willens sind, ein vollkommener
"Ablass" ihrer Sünden gewährt. Seit 1967 soll das auch über Radio oder Fernsehen
möglich sein und
Gläubige müssen nicht mehr persönlich nach Rom pilgern. Mit dieser Lehre
wird den Menschen die Aufklärung über das Gesetz von Saat und Ernte
vorenthalten, das in vielen Religionen bekannt ist und wonach jeder früher oder später erntet, was er gesät hat - es sei
denn, es wurde rechtzeitig bereut, bereinigt und wieder gut gemacht; vgl. dazu
Der Theologe Nr. 2. Bereits unter Johannes Paul
II. konnte man jedoch den Eindruck gewinnen, der Segen wirke eher wie ein
Fluch, da sich in unmittelbarer zeitlicher Nähe mehrfach schwere Katastrophen
ereigneten. Siehe dazu unsere Meldung zum Urbi et Orbi vom
25.12.2005. Beim Segen durch Papst Benedikt XVI. spielte sowohl zu
Weihnachten 2005 als auch jetzt zu Ostern 2006 der Konflikt Iran - USA
eine Rolle. Hier kann man auch einmal zwischen den Zeilen hören und lesen: Wenn
der Papst auf eine "für alle ehrenvolle Schlichtung" ohne konkrete Hinweise
plädiert, dann läuft das vermutlich auf eine Durchsetzung des Willens der USA
hinaus, die mit einigen offiziellen Zugeständnissen dem Iran gegenüber verbunden
sein würde
(siehe auch die Überlegungen des
Papstes zur "Neuen Weltordnung" im Zusammenhang des letzten Urbi et Orbi).
Christlich wäre die Anwendung der Goldenen Regel des Jesus von Nazareth,
die lautet: "Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!"
(Matthäus 7, 12) Oder sinngemäß und als Sprichwort formuliert: "Was du nicht
willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Lehrt der Papst
etwas anderes, dann sollte er sich nicht "christlich" nennen. Die mit dem Vatikan
verbündeten Politiker in den USA und anderswo handeln zumindest nach einer ganz anderen Regel.
Ihr Verhalten könnte man dann z. B. unter dem Motto zusammenfassen: "Alles, was ihr von anderen erwartet, das braucht
ihr selbst nicht zu tun." Oder: "Was du nicht willst, das man dir tu,
das füg zuvor dem andern zu." Die Folgen dieser Ethik, die in vielen Staaten
praktiziert wird, sind weltweit spürbar. Die politischen Ordnungen geraten aus
den Fugen. Das "Sündenfass" quillt über, da man als Täter offenbar immer schneller und
immer spürbarer erntet, was man gesät hat. Dies gilt auch für viele Einzelne
in ihrem persönlichen Leben. Wenn das Maß voll ist, dann läuft es über, und der
Mensch erleidet dadurch viel schneller als sonst, was er selbst verursacht hat. Einmal mehr hat
nun der Papst zu Ostern diese Gesetzmäßigkeit geleugnet und so getan, als hätten die
Katholiken durch seinen Segen alles Negative tilgen können, was sie bis dahin
gesät hatten, so dass man offenbar wieder fortfahren könne, "tapfer zu sündigen"
(wie es Martin Luther einmal sagte), ohne schwerwiegende negative
Konsequenzen befürchten zu müssen - bis zum nächsten Urbi et Orbi ...
Ein besonders schlimmes Beispiel: Der römisch-katholische Priester aus Mexiko, der seine
schwangere Geliebte nach der Ostermesse erwürgte und in Stücke schnitt; siehe
http://www.netzeitung.de/vermischtes/393433.html. Die Geliebte schloss
bereits als Kind die Bekanntschaft des Amtsträgers.
14.4. / 11.5.2006 - 50jähriger Todestag
des evangelischen Landesbischofs Meiser am
8.6.2006 - Aufgrund zahlreicher Proteste änderte die
Evangelisch-Lutherische Kirche ihren geplanten Meiser-"Gedenkgottesdienst" am
8.6.2006 um in
einen Meiser-"Bedenkgottesdienst". Ein B für ein G - ob das ausreicht?
Auf weiteren öffentlichen Druck hin will Meisers derzeitiger Nachfolger im Amt
des Landesbischofs, Dr. Johannes Friedrich nun "die Schuld der
evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern unter Meisers Führung bekennen und die
Opfer um Vergebung bitten" (Main-Post, 5.5.2006).
Wer war
Landesbischof Meiser? Was hat er getan? Lesen Sie den
Theologen
Nr. 11 - Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern: Der Antisemit Hans Meiser als
erster Landesbischof und ein
Interview zum
Thema mit Dieter Potzel, dem Herausgeber des "Theologen".
Im Hinblick auf die geplante Vergebungsbitte ist folgendes zu bedenken: Im
Dritten Reich hetzte die evangelische Kirche gegen "Juden und Sekten". Werden
die jüdischen Mitbürger nach ca. 70 Jahren um Vergebung gebeten, müsste man
ehrlicherweise auch sein Verhalten gegenüber anderen religiösen Minderheiten
bedenken, die heute wie damals im Schussfeld der Kirchen stehen. Sonst gerät man
in Verdacht, seine Schuld nur aus aktuellem politischen Opportunismus zu
bekennen.
Siehe auch die Meldung über Landesbischof Meiser vom
22.5.2006 und vom 31.5.2006
6.4. / 10.4.2006 - Moderne Inquisition: Kirchliche Kampagnen gegen
Betriebe von Aussteigern und "Unbedenklichkeitsbescheinigungen" für treue
Kirchenmitglieder - Weil Busunternehmer Karl Auer aus
Rotthalmünster in Niederbayern es wagte, aus der Kirche auszutreten, führt Pfarrer Johannes Trum "einen regelrechten Kreuzzug gegen den Abtrünnigen",
schreibt die Abendzeitung Nürnberg (5.4.2006). Der Pfarrer hat alle
erreichbaren Katholiken aufgefordert, das Busunternehmen deswegen zu
boykottieren. Dazu ließ er z. B. "seine Sekretärin bei Vereinen der Umgebung
anrufen", berichtet Auer der AZ (6.4.2006) und ist überzeugt, dass dadurch
auch Datenschutzbestimmungen verletzt werden. Die Vorsitzende des Caritasverbandes, Hannelore Rossgoderer, hielt
sich jedoch nicht daran. Sie fuhr mit Senioren ins Grüne und hatte dazu einen Busfahrt
mit Karl Auer organisiert. Die Strafe: Sie musste ihren Schlüssel zum Pfarrheim
abgeben.
Der römisch-katholische Pfarrgemeinderat und die Diözese Passau
unterstützen den "Kreuzzug" des Amtsträgers. Dass Karl Auer durch die
Milliarden-Subventionen für die Kirchen aus dem allgemeinen Steuertopf die
Kirche weiterhin zu einem erheblichen Teil mitfinanzieren muss (siehe
www.stop-kirchensubventionen.de),
spielt für diese keine Rolle. Auch nicht, dass seine Frau und seine Kinder
weiterhin Mitglieder der römisch-katholischen Kirche sind, und dass der
Busunternehmer aufgrund der gemeinsame Einkommenssteuererklärung mit seiner
Ehefrau weiterhin sehr viel Kirchensteuer zahlen muss.
Nach römisch-katholischer Lehre gilt bis heute der
"unfehlbare" Glaubenssatz: "[Die heilige römische Kirche,
durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche,
Glaubenswahrheit Nr. 381; mehr dazu in Der Theologe
Nr. 18). Umso schlimmer für den, der vor seinem Tod die Kirche
verlässt. Er müsse nach amtlicher römisch-katholischer Lehre erst recht in das
"ewige Feuer", auch wenn man das nicht so gern zugibt. Diese
Menschen sollen aber nicht erst im Jenseits grausamste Qualen erleiden. Schon auf Erden
versucht die Kirche seit Jahrhunderten, Kirchenaussteigern oder Andersgläubigen das Leben schwer oder gar zur Hölle zu machen. Früher durch
Hinrichtungen und Konfiszierung des Vermögens, im Dritten Reich und heute z. B.
durch Boykotte. Hier tut sich auch die evangelische Kirche maßgeblich hervor.
Erinnert sei an den Boykott gegenüber jüdischen Geschäften am 1.4.1933, für
dessen Unterstützung sich die Nazis später bei den Großkirchen herzlich bedankten.
Der Evangelische Presseverband für Württemberg schrieb dazu rückblickend
am 18.6.1933: "Wer sein Volk in der Gefahr im Stich lässt, der ist nicht nur ein
Feigling, sondern er vergeht sich gegen Gottes Willen! Der Boykott und andere
Maßnahmen gegen den jüdischen Einfluss waren ´kriegerische` Handlungen,
entsprungen aus der Notwehr" (Mehr dazu in Der
Theologe Nr. 4).
Heute rufen die Kirchen zur "Notwehr", wenn Angehörige religiöser Minderheiten,
die als angebliche "Sekten" beschimpft werden, von ihrer Hände Arbeit leben
möchten und nicht von staatlichen Subventionen auf Kosten der Allgemeinheit
schmarotzen wie die Kirchen (die sich sogar die Gehälter ihres Führungspersonals
vom Staat bezahlen lassen). So rufen die Kirchen immer wieder auch zum Boykott von
Läden auf, die von Kirchenaussteigern betrieben werden, oder diese Betriebe
werden in geschäftsschädigender Absicht mit Unwahrheiten und Lügen in den
Schmutz gezogen. Mussten Betriebsinhaber oder Arbeitnehmer während des Dritten Reiches auch in der
Kirche "Ariernachweise" vorzeigen, um einem Boykott oder der Entlassung aus dem
Dienst zu entgehen, gibt es mittlerweile so genannte
"Unbedenklichkeitsbescheinigungen", die praktisch einen ähnlichen Zweck erfüllen. "Um ´schwarze
Schafe` leichter aussortieren zu können, stellt das Kirchensteueramt so genannte
´Unbedenklichkeitsbescheinigungen` aus - ein Papier, nach dem Karl Auer
auffallend oft gefragt wird", schreibt die Abendzeitung (6.4.2006).
Deshalb unser Appell: "Wehret den Anfängen! Kauft bei Menschen,
die aus der Kirche ausgetreten sind! Vergebt Aufträge an Kirchenaussteiger!
Fahrt mit den Bussen von Karl Auer! Damit auch morgen ein Kirchenaustritt noch möglich ist ..."
26.3.2006 - Neu:
Die tote Kirche - Ein Gedicht von
Georg Trakl
13.3. / 14.3.2006 - Jahrslosung 2006 - "Gottes" Beistand für einen
Völkermörder - Kirchen entlarven sich - "Ich lasse dich
nicht fallen und verlasse dich nicht" heißt ein angebliches Gotteswort an Josua
in der Bibel (Josua 1, 5b), das die katholische und die evangelische
Kirche in Deutschland als Jahreslosung 2006 für die Gläubigen auswählten.
Unmittelbar zuvor heißt es in der Bibel: "Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange
du lebst" (Vers 5 a). Worum geht es? Bereits einige Verse weiter bekommt
die kirchliche Andachtsstimmung die ersten Kratzer. "Jeder, der sich deinem
Befehl widersetzt und nicht allen deinen Anordnungen gehorcht, soll mit dem Tod
bestraft werden" (Vers 16). Also wird hier zunächst erklärt, wie
sich die eigene Bevölkerung verhalten muss: Befehle ausführen oder hingerichtet
werden. Den Nachbarvölkern "stockte der Atem" (5, 1), als sie
das hörten. Doch lange würden
sie nicht mehr atmen können, denn bald gerieten sie selbst in Visier. Zuerst wurden die
menschlichen Bewohner und die Tiere der heutigen
Palästinenserstadt Jericho massakriert: "Mit scharfem Schwert weihten sie [die
Soldaten unter dem Befehl Josuas] alles, was in der Stadt war, dem Untergang,
Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel" (6, 21).
Nicht alle befolgten jedoch den Ausrottungsbefehl, so dass wieder eine Phase innerer
"Säuberungen" folgte: "Bei wem man
dann etwas findet, das dem Untergang geweiht ist, der soll mit allem, was er
hat, verbrannt werden ..." (7, 15.25). Dann wieder Völkermord nach
außen: "Es gab an
jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner
von Ai. Josua aber ließ seine Hand mit dem Sichelschwert nicht sinken, bis er
alle Einwohner von Ai dem Untergang geweiht hatte ... Den König von Ai aber ließ
er an einem Baum aufhängen ... (8, 25.29). Und so weiter. Alles im
Auftrag des "Gottes", der dem Feldherrn Josua die Massaker befohlen hatte und
ihm für seine Befehlstreue versprochen hatte: "Ich lasse dich nicht fallen und
verlasse dich nicht" - die Jahreslosung der Kirchen für das Jahr 2006.
Vertreter der Kirchen erklären nun als Rechtfertigung ihrer Jahreslosung, dass es
bei diesen Ereignissen in Wirklichkeit gar nicht so gewalttätig zuging, wie dies
in der Bibel beschrieben ist. Das ist
insofern bemerkenswert, da dies ja auch ein Eingeständnis wäre, dass die
biblischen Berichte die Wirklichkeit verfälscht hätten. Warum werden sie dann
aber als "Gottes Wort" bezeichnet? Kann eine Fälschung gleichzeitig "Gottes
Wort" sein?
Abgesehen von diesem Widerspruch glaubt man den kirchlichen Theologen aber
gerne, dass das damalige Volk Israel viel friedlicher war,
und spätere Schriftgelehrte und Theologen sich die Massaker nur besonders total und grausam
ausgemalt hatten. Doch das spielt im Zusammenhang der Jahreslosung 2006 keine
Rolle. Denn in diesem Zusammenhang zählt eben nicht die Historie vor über 3000 Jahren (die hoffentlich
friedlicher war), sondern das, was heute als "Gottes Wort" in der Bibel steht.
Mit anderen Worten: Was für die Kirchen als "Gottes Wort" gilt, ist maßgeblich und nicht das, was
sich vielleicht in Wirklichkeit ganz anders zugetragen hat, aber niemand
beweisen kann. Und als "Gottes Wort" gilt eben der Völkermord nach außen und
nach innen in seiner schlimmsten Form. So kann
man sich auch fragen: Mit welchem Recht erhebt man sich angesichts dieser
"heiligen Schriften" in den
Kirchen heute z. B. über den Islam, dessen Gläubige in der Geschichte mehrfach
tatsächliche Opfer von kirchlichen Völkermördern wurden?
Wer die Kirche und ihre Lehren kennt, den überrascht die Selbstverständlichkeit
dieses Horrors allerdings nicht. Durch Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte
(die Nachfahren der früheren Inquisitoren) werden auch heute Minderheiten auf Schärfste bekämpft,
die den Kirchen ein Dorn im Auge sind (siehe
Der Theologe Nr. 12). Und in den vergangenen
ca. 1.700 Jahren verbündete man sich mit vielen Regimes, welche auf Geheiß der
Kirche Menschen hinrichten ließen, die dieser unliebsam waren. Und wörtlich heißt es bis heute
in den gültigen Lehren der Kirche: "Deshalb muss sie [die römisch-katholische
Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den
Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte." (Neuner-Roos, Der
Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 382, siehe dazu
Der Theologe Nr. 18).
Sollten also eines Tages sogar wieder Menschen "ausgemerzt" werden, (wenn man sich
wieder mit einem dazu passenden Regime verbündet), bräuchte sich niemand zu
wundern. Damit es aber nicht dazu kommt, wäre es notwendig, dass alle aufrechten
Demokraten und Verfechter von Glaubensfreiheit und Toleranz die Kirchen in die
Schranken des Grundgesetzes weisen (wo sich die Bundesrepublik Deutschland zur
Religionsfreiheit und zur Ablösung kirchlicher Privilegien bekennt) anstatt sie mit Milliardensubventionen am
üppigen Leben zu erhalten und ihre Macht- und Ausrottungsphantasien achselzuckend
hinzunehmen.
Warner gibt es viele, so z. B. auch den Göttinger Theologen Gerd
Lüdemann, der zur Jahreslosung u. a. schrieb: "Die Texte aus dem Josuabuch
schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen Bevölkerung ... Der Bann
hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott lässt seine Exekutoren
nicht fallen und verlässt sie nicht."
(Welt am Sonntag, 8.1.2006;
http://www.welt.de/data/2006/01/08/828497.html)
4.3. / 11.5.2006 - Kirchenchristliche
Partei jetzt in der Regierung: Aufhebung der Reform zugunsten
von Tieren. Die furchtbaren Quälereien gegenüber den Hühnern sollen weitergehen.
Ein kleiner Lichtblick für die furchtbar gequälten Hühner war die Gesetzgebung
der rot-grünen Bundesregierung. Nur noch bis Ende 2006 sollten die alten
Legebatterien zulässig sein. Jetzt regieren aber wieder die sich auf das
kirchliche "Christentum" berufenden Parteien CDU und CSU, so z. B. CSU-Mann Horst Seehofer in Berlin.
Vor allem in Zusammenarbeit mit der
CDU in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen wurde nun entschieden, die Reform
wieder zu kippen. Und auch die SPD/PDS-Regierung in Mecklenburg schließt sich gleich
an. Hühner müssen wieder wie bisher mit ca. 800 Quadratzentimeter Lebensraum auskommen (weniger
als ein DIN-4-Blatt). Nur in der Höhe gibt man der geschundenen Kreatur
gnädigerweise 15 cm mehr (von 45 cm auf 60 cm) und überschreitet damit sogar die
EU-Mindesthöhe um einige Zentimeter. Doch ein Flattern ist für die Hühner aber
auch bei dieser Höhe nicht möglich. Und auch die neu einzurichtenden
Sitzstangen und Nestecken werden die Tiere wegen der qualvollen Enge wohl kaum
nutzen können, und man wird vermutlich auch weiter den Hühnern die Schnäbel
teilweise abschneiden (das so genannte Schnabel-Kupieren), damit sie sich aus
Verzweiflung nicht selbst gegenseitig verletzen. Und die alten Käfige sollen sogar bis Ende 2008 in Gebrauch
bleiben (Spiegel online, 4.3.2006 und 11.5.2006; vgl.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,415546,00.html). Die
nächste Seuche ist vorprogrammiert ... Lesen Sie dazu Teil 4 des Theologen Nr. 7: Absturz
in die Barbarei gegenüber den Tieren durch das kirchliche Christentum - In der
Antike gab es noch eine hohe Ethik.
20.2. / 22.2.2006 - Bundesrepublik Deutschland - Der Missbrauch von
Kindern und Jugendlichen in den kirchlichen und staatlichen Heimen. Erst allmählich
fällt Licht auf ein bislang dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte.
"In den fünfziger und sechziger Jahren wurden
Hunderttausende Kinder und Jugendliche in den Heimen einem oft gnadenlosen
Erziehungssystem von Zucht und Ordnung ausgeliefert." schreibt Spiegel online
(20.2.2006) über die kirchlichen oder staatlichen Heime. Und: "Ihr Schicksal
teilten in der jungen Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre hinein mehr als
eine halbe Million Menschen in über 3.000 Erziehungsheimen". "Sie sagen: "Wir
wurden gedemütigt, entrechtet, seelisch wie körperlich misshandelt und manche
von uns als jugendliche Zwangsarbeiter benutzt." Beispielhaft berichten eine
Frau, die früher in einem katholischen Heim und ein Mann, der in einem
evangelischen Heim leben mussten. Schläge im Namen des Herrn
heißt das neu erschienene Buch zu diesem Thema, das der Katholik Peter
Wensierski geschrieben hat. Den vollständigen Artikel lesen Sie bei
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,401598,00.html.
Lesen Sie dazu auch:
http://www.theologe.de/kirche_hoelle.htm#Kirchliche_Heime_2
http://www.das-weisse-pferd.com/99_19/katholische_heime.html
18.2.2006 / 10.4.2009 - Pro Christ (ProChrist) - eine missionarische Großveranstaltung der
Kirchen fand vom 18.-26.3.2006 in München statt und wurde von dort in
zahlreiche weitere Orte übertragen. Die nächste Veranstaltungsreihe war Ende
März/ Anfang April 2009 in
Chemnitz (Hier eine Kommentierung von
"Pro Christ" in Chemnitz). Der Start der ProChrist-Reihe war 1993 in Essen. Damals predigte der US-amerikanische
Evangelist Billy Graham, der Beichtvater zahlreicher US-amerikanischer
Präsidenten. Und war bzw. ist die
Mission Billy Grahams wirklich pro Christ oder anti Christ?
Ein Rückblick auf den Beginn von "ProChrist".
26.1. / 14.4.2006 / 13.7.2008 -
"Requiem" - Neuer Film über eine Exorzismus-Tragödie -
Seit dem 2.3.2006 ist in den Kinos ein weiterer
Film zu sehen, dessen Handlung an das
Schicksal der deutschen Studentin Anneliese Michel anknüpft, die 1976 nach einer Reihe von
Exorzismen gestorben ist. Erst Ende 2005 lief
Der Exorzismus von Emily Rose, eine US-amerikanische
Produktion. "Requiem" lautet der Titel des deutschen Regisseurs Hans-Christian
Schmid. Der Film wurde im Februar
bereits bei der Berlinale, den Berliner Filmfestspielen, gezeigt, und die
Hauptdarstellerin Sandra Hüller erhielt für ihre Leistung einen "Silbernen
Bären". (Das zu diesem Anlass erfolgte aufschlussreiche Interview mit dem Regisseur des Films
bei www.wdr.de ist leider nicht mehr abrufbar.)
Der Regisseur "interessiert sich für die Mechanismen, die eine solch (selbst-)mörderische
Eskalation des Glaubens zugelassen haben", schreibt Focus (Nr. 9/2006).
Und in seinem Film wird das römisch-katholische Milieu, das für die
Hauptdarstellerin zur tödlichen Sackgasse wurde, sehr realitätsnah dargestellt.
Eine Filmbesprechung lesen Sie unter
http://www.filmstarts.de/kritiken/Requiem.html.
Und eine Studie
der wahren Geschichte, die den Film inspirierte, finden Sie in
Der Theologen Nr. 9 - Todesfalle Kirche: Warum musste
Anneliese Michel sterben?
19.1. / 22.2.2006 - Katholische Pfarrgemeinderätin zu
lebenslänglicher Haft verurteilt - Neun hilflose Menschen getötet
- Der Prozess gegen Michaela G. aus Wachtberg in Nordrhein-Westfalen ist
am 22.2.2006 zu Ende gegangen. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat sie als Altenpflegerin
zwischen 2003 und 2005 insgesamt neun Frauen im Alter zwischen 79 und 93 im
Alten- und Pflegeheim Limbachstift mit einem Kissen erstickt. Ihre Geständnisse hatte
sie zuletzt widerrufen, was für das Gericht jedoch nicht glaubwürdig war. Das
Gericht stellte außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest, so dass eine
Freilassung der Pflegerin auf Bewährung nach 15 Jahren Haft ausgeschlossen ist. Die engagierte Katholikin "half ... im
Pfarrgemeinderat der Kirche, spielte Bariton und Ventilposaune" (Bild, 19.6.2006).
Sie litt nach Angaben der Verteidigung an "Minderwertigkeitskomplexen" und der
"Gier nach Anerkennung". Dies ist insofern von gesellschaftlicher Bedeutung (und wird auch
nur deshalb hier
erwähnt), da die kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten
in Verbund mit den Medien eine massive Hexenjagd auf religiöse Minderheiten
eröffnen würden (siehe dazu "Der Theologe Nr. 12" - Der
Sektenbeauftragte, der neue Inquisitor), wenn ein Angehöriger einer solchen
kleineren Gemeinschaft auch nur einen Bruchteil der Verbrechen begehen würde, die bei
Mitgliedern der Großkirchen sehr häufig passieren. Dabei projizieren
die kirchlichen Theologen die Verbrechen, Skandale und krankhaften
Persönlichkeitsstörungen in den eigenen Reihen immer wieder auf die kleinen Gruppen
und ihre Anhänger
(siehe dazu z. B. den Theologen Nr. 1 über die
Projektionen der evangelisch-lutherische Lehre auf
Andersgläubige) und versuchen, diese damit zu verleumden. Erst im vergangenen Jahr wurde
ein Mitglied der
Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, das eine ausgeprägt evangelische
Erziehung erhielt, nach der Ermordung von neun ihrer Kinder festgenommen. Der
ebenfalls evangelische Innenminister Jörg Schönbohm lenkte damals vom
kirchlichen Hintergrund ab, indem er die Verhältnisse in der DDR beschuldigte.
11.1. / 19.1.2006 -
Trauerfeier für die Opfer in Bad Reichenhall - Warum die Priester
dabei ihren Glauben verleugnen müssen - Die trauernden und verzweifelten Angehörigen
von
Opfern suchen natürlich Trost und Hilfe. Dabei wenden sich viele an die Kirche.
Während die evangelischen Theologen in einer solchen Situation in immer neuen
Variationen vom "Geheimnis Gottes" predigen, müssen die katholischen Theologen
ihre Lehre verleugnen, um ihren Anteil zu einer "bewegenden" Trauerfeier beitragen
zu können.
In Wirklichkeit müsste die katholische Kirche die meisten Opfer von
Unglücken und Katastrophen, auch Kinder und Jugendliche, nämlich in die ewige Verdammnis schicken
(siehe dazu die Drohung mit der ewigen
Verdammnis für ungetaufte Säuglinge).
Denn diese erfüllten nicht alle Bedingungen für den Eintritt in den Himmel (siehe
dazu unseren Glaubenstest). Doch die
Kirchenvertreter tun dies natürlich
nicht, weil sonst die Menschen entsetzt und erbost austreten würden. Deshalb wird versucht,
die
schizophrene Situation einfach auszusitzen, indem man den Leuten den "wahren
Glauben" vorenthält, und man hofft, dass es die Leute nicht merken. Lesen Sie zum Thema "Tod"
und "Katastrophen" die Information
Nr. 6 der Freien Christen: "Der Tod und was dann? - Das Geheimnis der Kirchen
und ein Blick hinter die Nebelwand".
8.1. / 30.1. / 31.8.2006 -
Landratsamt Würzburg und Landrat Waldemar Zorn: Krieg gegen Wildschweine?
- Vor ca. einem Jahr stoppte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof eine
Sofort-Anordnung der Unteren Jagdbehörde beim Landratsamt Würzburg für ein
Massaker an Wildschweinen auf einem kleinen Stück Land bei Greußenheim in
Unterfranken (siehe unsere
Meldung vom 5.1.2005), das friedfertigen Landwirten gehört,
welche die Jagd ablehnen. Nun ließen dort (wie bereits vor ca. einem Jahr) der
katholische Jäger-Beamte Oswald Rumpel und sein katholischer Vorgesetzter,
Landrat Waldemar Zorn einen Polizei-Hubschrauber im Tiefflug seine Runden drehen, um die Wildschweine
- als Vorbereitung zu deren Jagd - zu zählen. Doch
immer mehr Menschen nehmen das Verhalten der Jäger nicht mehr stillschweigend hin
und protestieren; zuletzt in Würzburg 1.000 Menschen, die für das "Ruhen der
Eigenjagd" auf dem Gelände von Gut Greußenheim auf die Straße gegangen sind.
Der Hintergrund: Die Landwirte von Gut
Greußenheim in Unterfranken verstehen sich als freie Christen, bzw. als
Urchristen die im Einklang
mit der Natur wirtschaften. Aus diesem Grund wollen sie auch nicht, dass auf
ihren Wiesen, Feldern und in ihren Wäldern gejagt wird. Tiere, die dort Nahrung
suchen, werden nicht als Schädlinge betrachtet, sondern ihnen wird der Teil der
Ernte zugestanden, den sie brauchen, um zu überleben. Denn die Früchte, welche
die Erde hervorbringt, sind auch für die Wildtiere gedacht. Die Landwirte lernen
dabei auch, das Verhalten und die Sprache der Tiere zu verstehen. Ihre
Erfahrung: Wo nicht gejagt wird, regelt sich die Population der Tiere zum Wohl
von Landwirt und Tier von selbst, was auch Langzeitstudien europaweit
bestätigen. Mit fundierten Beweisen und Materialien wurde bereits vor ca. einem
Jahr ein "Ruhen der Eigenjagd" auf dem eigenen Land beantragt. Der Antrag
schreckte jedoch die Jäger und Jagdsportler auf. Denn diese behaupten, nur durch
massenhaftes Abschießen von Tieren kann die Schöpfung Gottes im Gleichgewicht
gehalten werden. Und dafür bekommen sie seit Jahrhunderten auch den Segen der
beiden Großkirchen.
Aus der
Chronologie der letzten Wochen: Der letzte
Hubschrauber-Tiefflug war nur die vorerst letzte Maßnahme einer Reihe von
Anordnungen in den letzten Monaten: Zunächst wurde der Antrag auf
Ruhen der Jagd abgelehnt. Dann wurde in der Lokalpresse der verlogene Verdacht
gestreut, bei "zu vielen" Wildschweinen könnten einige krank werden und evtl.
Krankheiten in die Massentierställe der Umgebung hineingetragen. Dort werden v.
a. Schweine und Rinder vor ihrer Schlachtung in furchtbaren Zuständen auf
engstem Raum gehalten und gemästet, notfalls mit Pharmazie voll gepumpt (siehe
unten). Dass es dieser Zustand ist, der die Tiere krank machen könnte, will man nicht so
gern hören, denn es gilt als "normal". Dann wurde gemutmaßt, es gebe im
betroffenen Gebiet wohl "zu viele" Wildschweine, obwohl in vergleichbaren
Revieren, in denen massiv gejagt wird, höhere Bestände vorkommen. Der permanente Jagdstress und die Zerstörung
der Rottenstrukturen durch ständige Erschießungen lässt die Fortpflanzung der
Tiere dort völlig aus dem Ruder laufen. Schließlich hat man in den angrenzenden
"Revieren" von Gut Greußenheim sogar die gesetzlich vorgeschriebenen Schonzeiten
gestrichen. Um möglichst viele Tiere in die Jagd-Falle zu locken, wurde
schließlich übermäßig Futter ausgestreut. Und darauf hin reisten regelrechte
"Massakerbruderschaften" an und trafen sich zur Jagd an den Reviergrenzen.
Auch eine schwangere Bache (Leittier) wurde dabei wieder einmal erschossen.
Sie schleppte sich noch auf das Gelände des Gutes, wo sie starb. Ein anderes
Tier wurde tot aufgefunden, dem man zuvor den Kiefer weggeschossen hatte, so
dass es nicht mehr essen konnte und deswegen verhungerte. Ein Sprecher des
Hofgutes schreibt: "Man spekuliert offensichtlich auch darauf, dass durch die
weiträumige Abknallerei entlang der Grenzen von Gut Greußenheim die Tiere auf
dem Gelände von Gut Greußenheim Zuflucht suchen könnten." Bereits im vergangenen Jahr
gingen dem damaligen Flug des Hubschraubers einige Tage lang besonders massive
Jäger-Einsätze an den Grenzen des Hofguts voraus - evtl., um dann innerhalb der
Grenzen so viele Tiere wie möglich vor die Kamera zu
bekommen."
Dies wäre dann ein Versuch
gewesen, auf "hohe" Zahlen hinzuarbeiten,
welche die Jäger-Lobby in den Behörden als Rechtfertigung bräuchte, um direkt auf das Gut eindringen zu können. Der Sprecher des Hofgutes weiter: "Es
geht darum, das Ausmerzen von Tieren als moralisch und die Achtung ihres Lebens
als unmoralisch hinzustellen. Um diese Falschmünzerei aufrechtzuerhalten, scheut
die Jägerlobby keine noch so zweifelhaften Anstrengungen. Dass sie im Fall von
Gut Greußenheim auch noch von den Amtskirchen - die in alter
Hubertusmessen-Tradition gemeinsame Sache mit den Jägern machen - und
insbesondere von zwei Lusttötern mit religiösem Sendungsbewusstsein unterstützt
werden, macht die Sache nicht besser ..."
Die Kirche
beruft sich dabei auf die Bibel. "Macht euch die Erde untertan"
(1. Mose 1, 28)
heißt es dort oder:
"Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen
Vögeln unter den Himmeln, über allem, was auf dem Erdboden wimmelt, und über
allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben"
(1. Mose 9, 2).
Mit Jesus von Nazareth, einem Freund des Lebens und auch der Tiere, und mit den
großen Propheten des Alten Testaments hat das allerdings nichts zu tun. So
verkündete schon der Prophet Jesaja ein Friedensreich auf dieser Erde, in dem
Mensch und Tier miteinander in Frieden leben
(Jesaja 11, 6-9).
Doch wer Schritte in diese Richtung tun will, wird von den Kirchen als "Träumer"
oder "Sektierer" bekämpft. Und dem Staat, der den Kirchen leider noch weit
gehend hörig ist, fällt nichts Besseres ein, als mit unseren Steuergeldern
Hubschrauberflüge zum Wohl der Jäger-Lobby zu finanzieren, während z. B. gerade in
Kaschmir die ums Überleben ringenden Erdbebenopfer jeden Hubschrauber dringend
brauchen könnten.
Die Landwirte verstärken derweil die Bemühungen um das "Ruhen der Eigenjagd" auf
ihrem Grund und Boden. Es wird doch wohl auch auf einem kleinen Fleckchen in
Deutschland möglich sein, das Urteil des Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte aus dem Jahr 1999, das ein solches Recht ausdrücklich bejaht,
anzuwenden. Oder will Deutschland diese Rechtssprechung weiter ignorieren?
Aktuell:
Das Skandalurteil vor dem Verwaltungsgericht in Würzburg vom 7.12.2006
Aktuell [2008]: Ex-Landrat Waldemar Zorn ist am 16.12.2008 nach schwerer
Krankheit verstorben. Der CSU-Politiker war bis 30.4.2008 Landrat des
Landkreises Würzburg. Der streitbare Katholik Waldemar Zorn war ein bekannter
Gegner der Urchristen. Am 5.8.2008 wurde ihm der päpstliche Silvesterorden
verliehen. Bei der "Laudatio" auf Zorn anlässlich der Ordensverleihung hob
Bischof Friedhelm Hofmann eigens "die Auseinandersetzungen" mit den Urchristen
hervor. Wegen Verletzung der staatlichen Neutralitätspflicht in Glaubensdingen
wurde die Gemeinde Hettstadt unter Bürgermeister Waldemar Zorn in den Jahren
1993 und 1994 dreimal zu Ordnungsgeldern (5.000 DM, 7.500 DM, 10.000 DM)
verurteilt.
Mehr zu den Vorgängen auf Gut Greußenheim
lesen Sie
unter www.lusttoeter.de
Lesen Sie dazu auch: Der Theologe Nr. 7 - Jesus und die ersten Christen waren
Vegetarier, v. a. Teil 4 - Antike: Absturz in die
Barbarei durch das kirchliche Christentum
Lesen Sie auch, wie die Massentierhaltung und der Einsatz von Sexualduftstoffen in
den Ställen womöglich auf das Fortpflanzungsverhalten von
Wildtieren
oder gar
Menschen übergreift.
Der Theologe aktuell:
Meldungen aus dem Jahr 2005 (1. Teil)
/ Meldungen
aus dem Jahr 2005 (2. Teil)
Meldungen aus dem Jahr
2006 (2. Teil)
Meldungen aus dem Jahr 2007 (1. Teil)
/
Meldungen aus dem Jahr 2007 (2. Teil)
Meldungen aus dem Jahr 2008 (1. Teil)
/ Meldungen aus dem Jahr 2008 (2. Teil)
Meldungen aus dem Jahr 2009 (1. Teil)
/ Meldungen aus dem Jahr 2009 (2. Teil)
Meldungen aus dem Jahr 2010 (1. Teil)
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